:n, en "g ist its ze- �in che nd ds en ne Erscheint wöchentlich einmal I» Zürich �Schweiz) yerl-, «. Herter. Zndnftriehall« Riesbach. Zürich p«ßst»»II»It» franco gegen franco. Gewöhnliche Briefe nach der Schweiz kosten Doppelporto. Der LoMdemckrat Aentrat-Krgan der deutschen Sozialdemokratie Abonnements werben nur beim Verlag unb dessen bekannten Agenten ent- gegengenommen unb jlnar jum voran« zahlbaren Vierteljahrspreis von: Fr. 2.— für die Kchweiz lltreuzband) Ml. 3.— für? entlaub lEonnert) sl i. 70 für Oesterreich stiouvert) Fr. 2. 50 für alle übrigen Länder diS Weltpostvereins sttreuzbandj. Züstlitl Ii« breigespaltene Petitzeile 26 Sls.- 20 Pfg. R?« S»Mtag, ki. Februar. 1881. Avis i» die Korrespondenteu und Abollventeu des„Sozialdemokrat". Da der.Sozialdemokrat� sowohl in Deutschland als auch in Oesterreich verboten ist, hezw. verfolgt wird, und dse hortigen 5 Muhe geben, unsere Verbindungen nach jenen Ländern möglichst zu erschweren, resp. Briefe von dort an uns und unsere Zeitungs» und sonstigen Sendungen nach dort abzufangen, so ist die äußerste Vorficht im Postverkehr nothwendig und darf keine Vorsichtsmaßregel versäumt werden. die Briesmarder über den wahren Absender und Empfänger, sowie den Inhalt der Sendungen zu täuschen, und letztere dadurch zu schützen. Haupterforderniß ist hiezu einirseitS, daß unsere Freunde so selten als möglich an den.Sozialdemokrat-, resp. desten Verlag selbst adresfiren, sondern fich möglichst an irgend eine unverdächtige Adresse außerhalb Deutschlands und Oesterreichs wenden, welche fich dann mit uns in Verbindung setzt; anderseits aber, datz auch uns möglichst unverfängliche Zustellungsadressen mitgetheilt werden. In zweifelhaften Fällen empfiehlt sich behufs größerer Sicherheit Rekommandirung. Soviel an uns liegt, werden wir gewiß weder Mühe noch Kosten scheuen, um trotz aller ent« gegenstehenden Schwierigkeiten den. Sozialdemokrat- unfern Abonnenten möglichst regelmäßig zu liefern. Rebellion! Zagst Du noch immer, träumende? Geschlecht, Rebell zu sein vom Scheitel bis zur Johle? Glaubst Tu noch immer, daß sein gutes Recht Da« Volk aus friedenSvoller Bahn fich hole? Rein, nur Gewalt vertreibt der Dräuger Schaar Und nur Gewalt wird ihre Sünden räche», Die Rebellion mit weh'ndem Lockenhaar, Sie wird allein der Knechtschast Bande brechen! Sie na di; denn lange schon hat fie gehört, Wie schmerzensvoll da« Volk nach ihr geschrieen, Des Völlerhasses Säule wird zerstört, Die Flamme reinigt deutsche Tuilerieen. Sie naht und wirst vom Dhron das goldene Kalb Hart an den Fels; und wie'« zerschellt mit Krachen, Jauchzt aus die Well, erlöset von dem Alp, Der sie solang gehindert am Erwachen! Sie naht, ste naht, sie schlägt da« scharfe Schwert Jn's Kruzifix hinein vor allem Volke Und zeigt, wie Bonisaz, daß niedcrsährt Kein Racheblitz des Götzen aus der Wolke! Sie stürmt dahin in kühnein Siegeslaus, Dem Blödeu selber fällt vom Aug' die Binde, Die Sonne einer neuen Welt geht auf, Die rothe Fahne flattert hoch im Winde! Catilina. An die„gute Gesellschaft". Zch hin ein Landstreicher. Wie Ihr Euch entsetzt abwendet von mir! Wie Ihr sorg- fällig jede Berührung mir mir scheut. Euer Hab und Gut ängstlich vor mir bergt, mir den Einrrilt in Eure Wohnung, in Euer Hans streng untersagt und mir mit der Miene tiefster Berachrnng ein Stück Brod zuwerft! Nur ungern gebt Ihr mir Geld, denn Ihr fürchtet, daß ich es in Schnaps ocr- trinke. Eure.vnrchl ist begründet, ich trinke Schnaps, sobald ich das Geld dazu habe. Was sollte ich auch sonst mit den paar Pfennigen anfangen? Mir eine ehrliche Existenz zu verschaffen�, genügen sie doch nicht; aber sie reichen doch wenigstens, hin, mich auf einen Augenblick mein Elend vergessen, mich, wenn die Ausbeute besonders reichlich war, vollständig zu Dem zu machen, als was Ihr mich ohpchin bctrachler, zum Thier! Und Ihr habt Unrecht, darob erzürnt zu fem. Euer Gefühl für Anstand und gute Sitie mag zwar rief verletzt werden, a?er Eure Klugheit sollte Euch sagen: ES ist gut so. Denn io lange ich nur von Tag zu Tag lebe, so lange ich mich in Schnaps berausche, so lange mag ich Euch vielleicht unbegnein, eine Last sein, aber ich bin keine Gefahr für Euch. Ja selbst wenn ich Euer heiliges Eigenthum nicht mehr respcktire, wenn ich Euch zu entwenden suche, was Ihr mir nicht gunviüig gebt, wenn ich icden Nest von Menschenwürde abgeworfen habe, wenn Ihr mich mir Nccht ein.gemein gefährliches Individuum" nennen dürft, selbst dann noch bin ich keine„Gefahr" für Euch. Solange ich überhaupt noch I n -dividuum bleibe, dürft Ihr ruhig sein. Denn so lange reicht auch Eure Polizei bin, Euch vor mir zu..beschützen". Wehe aber über Euch, wenn ich eines Tages anfange, Sh st ein zu werden! Wenn, wo ich auch hinkomme, in Dorf Und Zradt, ich massenhafte Schicksalsgenossen finde, wenn sich su den ganz und halb Gesuntenen Tie unier uns gesellen, die bisber noch mir alten Rräsien darnach strebrcn, wieder in Arbeil zu treten, deren Hosfnnng aber mit jedem Tage fchwinder, weil jeder Tag neue LeidcnSgenosscn bringt, wenn wir nach und»ach zu einer Armee anwachse», einer Armee der Ber zwei selten, webe dann üner Euch und Eure Gesellschaft! Und er rückt immer näher dieser Tag. Ihr nihil es, und Furcht beschleicht Euch! Ihr sucht sie mit allen Kräften abzu wenden die„Gefahr des vandstreicherchums", aber alle Eure Maßregeln schlagen seht. Eure Gesäugmste sind übersültt, und ob Ihr sie vermehrt und die Vörschristen verschärft, damit fchaffl Ihr uns uichk aus der West. Ihr vermehrt mir unfern' Haß und unsere Pcrachttmg gegen Eure Eiurichtungen. Ihr verrheilt Snvven. gründet Wärmftubt» und andere„humane" Anstalten, aber Eure Almosen vermindern unsere Zahl noch weniger. Ihr ordnet öffentliche Arbcllcu an, wie lange halten sie vpr? Ihr wollt uns Arbeil nachweisen, aber für Jeden, den Ihr nnterbriitgl, werden an einer anderen Stelle S» zwei Arbeiter außer Existenz gesetzt. Ihr ruft nach Organisation der Auswanderung,— Thoren! Mit der Zahl der Auswanderer wächst die Zahl der„Landstreicher". Was Ihr beginnen sollt? Was geht's mich an! Was kümmert mich, was meine Leidensgenossen, die gegenwärtigen und Die, denen unser Schicksal droht. Eure herrliche Gesell- schast? Ihr habt uns zur Maschine herabgewürdigt, Ihr habt uns ausgepreßt, so viel als Ihr konntet, Ihr habt unsere Bestrebungen, unsere Lage zu verbessern, stets unterdrückt. Ihr habt den Sinn für das Familienleben in uns erstickt, das Heim ist uns ein fremder Begriff geworden! Ihr habt uns daran gewöhnt, jeden Tag bereit zu sein, arbeitslos nn- fern Aufenthalt zu wechseln, mochte uns der Orr, den wir verlassen mußten, auch noch so lieb sein. Ihr nennt un« Barbaren, weil wir für Eure Kunstschätze, für Eure schöne Literatur kein Verständniß haben. An wohl- besetzter Tafel beklagt Ihr den rohen MarenalisnniS der Zeit, jaunnert Ihr, daß der Sinn für das Höhere, für das Ideale, dem Bolke abhanden komme, seufzt Ihr über das Schwinden der Neligiosität! Was kümmern uns Eure Kunstschütze, wenn wir nicht wissen, wo uns betten, was Eure Ideale, wenn wir nicht wissen, worin uns kleiden, was Eure Religiosität, wenn uns der Hunger quält? Als Arbeirslhierc habt Ihr uns stets nur betrachtet, für die Forderung nach einer, menschenwürdigen Existenz habt Ihr von jeher nur Spott und Hohn gehabt, Bcdürsuißlosigkeit habt Ihr von uns verlangt, ustscrc Löhne habt.Ihr herab- gedrückt, bis sie iiickn einmal ausreichten, uns ein elendes Begetiren zu ermöglichen. Was wundert Ihr Euch, daß, wenn wir uns zu sättigen trachten, uns alles Andere gleichgültig ist? Unsere Zahl, die Zahl der Landstreicher, wächst mit jedem Tage, aus NX), 000 schätzte uns jüngst einer der Eurigen in der Württembergischen Kammer. Ihr fühlt sie herannahen, die Gefahr des Land.strcicherthums, nicht die Sorge um unser Wohl, nein, die Angst um Euer Eigenthum, Eure Kunst- schätze, um Eure Kultur ist es, die Euch auf Abhülfe sinnen läßt vergebens! Könnt Ihr es aufhebest das Resultat Eures iatzrelaugen Winhschastens. Könnt Il,r einhalten auf dem Wege einer ökonomischen Entwicklung, die immer stärkere Expropriation, immer größere Ausbeuauig, immer-verheerendere Krisen, immer wachsendere Arbeitslosigkeit zur Folge hat und haben muß? Ihr köunt es uichr. Ihr könnt das Rad der Entwickelnng nicht zurückdrehen, Ihr fehl sie herannahen die Gefalsr. Ihr könnt sie aber nicht abwenden, Ihr wißt es und scheut Euch, es einzugestehen, Ihr scheut Euch das Wort auszusprechen, welches diese Gefahr charaklerisirt, das Euren Ohren so furch- tcrliche Wort: Revolution! Wir aber fürchten das Wort nichr, für lins hat es keinen Schrecken. Wir„Landstreicher" warten sehnsüchtig auf den Tag, der uns Erlösung bringen wird von unsern Leiden. Ob wir im Kampfe fallen, wird uns gleich sein, wir ver l i c r c n nichts an diesem Leben, aber>v i r h a b e n Alles zu gewinnen! Zu den Wablen. i. Im Lauf weniger Monate steht uns eine allgemeine Reichs- tagswaht bevor— wahricheinl ch im Juni oder Juli; die Ge- rüchie, daß der Landbevölkerung zu lieb, die um diese Zeit iehr beschäftigt ist, der Termin bis Ende September oder Aniangs Oktober hinausgeschoben werden solle, entbehren vorläufig ernster Begründung. Jedenfalls müssen die deutschen Soiialdemokralen daraui gefaßt sein, daß die Wahlen schon Ende ves Frühjahrs oder Anfang des Sommers stattfinden. Bon mililärischen Feldzügen hat man gesagt: sie sind ge- wonnen oder verloren, ehe fie beginnen. Und das ist wahr. Tie Lrganiiaiion und Dtsziplm des Heeres, die Zietbewußtheit der Führung, die Tüchtigkeit der Waffen, die Güte der Ver- Pflegling— das find die Elemente des Siegs, und fie müssen sertig, vorhanden sein, wenn das Heer in den Krieg zieht. Das Nämliche gilt von Wahl i etd t ü g en. Auch ein Wahl- ieldzug ist vor dem Beginn gewonnen oder verloren. Der Sieg hängt ab von der Organisation und Disziplin der Partei, von der Zielbewußthcit der Mitglieder, von dem Besitz der uoih- wendigen Kampfmittel(erstens Geld, zweitens Geld, drittens Geld!),, von der Planmäßigkeit des Vorgehens— all diese unerläßlichen Faktyrcn des Siegs müssen sertig vorhanden sein, wenn die Partei in die eigentliche Wahlkampagne eintritt. Es gilt, den Sieg rechtzeitig zu organisiren. Ucber die nothwendigen Organisationsarbeiten und Vorberei- tungen wollen wir hier nicht reden. Wir setzen voraus, daß�die Genossen sich überall voll und ganz klar sind, welche Pflichten eine Reichstagswahl ihnen auferlegt, und daß sie genügend Schulung haben, um die erforderlichen Maßnahmen zn treffen. Wir setzen voraus, daß sie von der Bedeutung des Moments durchdrungen sind. Der bevorstehende Wahlkampf hat für uns eine Wichtigkeit, die weit über die einer gewöhnlichen Reichstags- wähl hinausgeht. Das Ausnahmegesetz, mit welchem eine schamlose Reaktion die deutsche Sozialdemokratie hat erdrosseln wollen, legt der deutschen Sozialdemokratie Ausnahme-Pflichten auf, verlangt von ihr, was unter gewöhnlichen Umständen nicht verlangt würde: intensiv gesteigerte Anstrengungen, wie sie nöthig sind, um das Ausnahmegesetz zn neutralisiren, die Berechnungen seiner Urheber eklatant zu Schanden zu machen. Die nächste Reichs- tagswahl muß die rociuetiv ud absurduin(der Nachweis der Abgeschmacktheit) des infamen Ausnahmegesetz es fein,. Das Erste, was hierzu erforderlich, das Alpha und Omega unseres Feldzugsplanes ist: daß die Partei als Partei, unter der Fahne der Partei, und nur unter der Fahne der Partei in den Kampf eintrete. Der Jesuitengeneral, dem man die Duldung seines Ordens unter Bedingungen anbot, die dessen Natur modifizirt hätten, antwortete stolz: mnt ul sunt aut non sint!„ Entweder müssen sie(die Jesuiten) sein, wie sie sind, oder sie sollen gar nicht sein!" Die Wahrheit, die in dieser Antwort steckt, gilt von der Sozialdemokratie i» weit höherem Grad als von dem Jesuitenorden, der sich sehr gut in andere Formen hüllen und Satzungen annehmen konnte, und dies ja auch erfolgreich gethan hat. Die Sozialdemokratie kann ihre Grundsätze, ihr Programm, ihre Parteiform— Fortentwickelung von innen heraus natür- lich vorbehalten— nicht abändern, ohne sich selbst auf- zugeben. 8it ul est, aut non sit! Sie muß sein wie sie ist, oder sie ist nicht! Aus dem Kongreß in Wyden wurde dies allseitig be- griffen. Die Delegirten erklärten sich energisch und einstimmig gegen jeglichen Kompromiß mit anderen Parteien. An diesem Beschluß muß unwandelbar fest- gehalten werden. Die Partei hat bei der nächsten Wahl zu beweisen, daß sie kein Tilelchen ihres Programms preisgegeben hat, daß sie durch das schmachvolle Attentat, dessen Opfer sie geworden, bloS zu straffererer Zusammenfassung ihrer Kräfte und schärferer Be- lonung ihrer Grundsätze veranlaßt worden ist. Früher hatten die Reichstagswahlen neben dent agitatorischen Zwecke noch den, uns zu zählen. Wir wollten die Gesammt- zahl der Unserigen bei Massenaufgebot kennen lernen. Dieser Zweck fällTsTtzl ireg. ES'Dersteht sich von selbst, daß unter dem Ausnahmegcsttz, welches uns des Vereins- und Versammlungsrechts und einer Parieipresse beraubt hat, von einem Massenaufgebot innerhalb der gesammten Wähler- schast des deutschen Reiches nicht die Rede sein kann. Es wird Kreise geben, iii denen uissere Genossen vielleicht besser thun werden, ihre Kräfte zur Unterstützung günstiger fituirter Kreise zu verwenden, statt wie ftüher für einen„Zählkandidaten" zu agitiren; und es wird Kreise geben, wo der Druck so groß ist, daß ein benächilicher Theil unserer Wähler von der Urne fern gehalten wird. Es wäre geradezu Thorheit, wollten wir bei der nächsten Wahl auch außerhalb der zu ernstem Kampf auSersehenen Kreise auf die Erlangung von Stimme» ebensoviel Gewicht legen, wie bei früheren Wahlen. Da wir den Kamps ausnehmen, haben wir ihn mit dem äußersten Aufgebot der Kräfte zu führen, und Dank der uns immer günstiger werdenden Situation und dem wachsenden In- grimm über die Bismarck'sche Mißwirthschaft, sind unsere Aus- sichten vortrefflich, aber die Hauptsache ist und bleibt für uns: daß die Partei ihre Grundsätze, ihr Programm, rein und UN- verfälscht» ohne jegliche fremde Beimischung, vor dem Volk, vor der Welt enssalte! Kein Kompromiß! Jeder Kompromiß kann uns nur schaden! Bedenken wir, wie die„uns am nächsten stehenden Parteien"— die einzigen, mit denen ein Kompromiß etwa denkbar wäre, sich > seit den Attentaten und seit Erlaß des Sozialistengesetzes gegen die geächtete Sozialvemokratie benommen haben! Die„Frankfurter Zeitung", das Hauptorgan der sogenannten „Volkspartei», griff uns, als das Sozialistengesetz vor dem Reichstag war, in unanständigster und perfidester Weise an, das Sozialistengesetz durch unser bisheriges Vorgehen indirekt gerecht- fertigt erklärend. Unb aus tausend anderen Vorkommnissen erhellt, daß die „Volkspartei" sammt ihrem siamesischen Geschwister, der„Fort- schrittspartei", das Sozialistengesetz, obgleich sie es akademisch verurtheilt, in Wirklichkeit doch als einen großen praktischen Vortheil begrüßt hat, und zur Sprengung un serer Partei und zur Füllung ihrer Reihen auf unsere Kosten auszubeuten suchte. Keinen Kompromiß— mit den falschen„Freunden" so wenig als mit den offenen Feinden! Sozialpolitische Stimdschan. Schweiz. — Wie die„Arbeiterstimme" mittheilt, haben sich bis jetzt zehn �Mitgliedschaften der sozialdemokratischen Partei in der Schwei; mit einer Mitgliederzahl von 350, die seit der Ver- öffenilichung der Mittheilung noch gestiegen ist, gebildet. Es sind lauter überzeugte und klare Genossen, die sich gemeldet haben, und das ist jedenfalls der beste Grundstein der neuen Partei, die jctzr in ihrer Bildung begriffen ist. Glück auf, Ihr Schweizer Genossen, Ihr sollt-uus bei Euren Kämpfen an Eurer Seite finden. — Der Mili tari smus regt sich auch in dem gelobten Lande des Milizsystems. Aber in der Armee selbst stemmen sich die alten republikanischen Tendenzen gegen diese Annexion der Schweiz durch den preußischen Kasernengeist. Am Kanton Waadt nannte im Großen Rathe Oberst Gingings die Landesbefestigung vom militärischen Standpunkte aus eine Kinderei und vom finan- ziellen eine Verrücktheit. Ferner wurde bemerkt, daß zu befürchten sei, es wachse aus den Festungsbauten nach und nach eine ste- hende Armee heraus, während doch die echten Bürgerlugenden die wahren Festungen seien. Zu diesem lobenswerlhen' Ausspruche stimmt es sehr gut, daß man in Solothurn aus einer Kaserne ein Schulhaus macht. Wie wird dir zu Muthe, Schulmeister von Sadowa?�, V J — Die zur Vorbcrathung des Haft pfli chtgesetzes eingesetzte Kommission des Ständerathes verlangt einfach, daß nach Annahme des eidgenössischen Obligationenrechtes der Haft- pflichiartikel des Fabrikgesehes gestrichen werde. Kurz, aber nicht gut. Mit Recht nennt der„Grütliancr" diesen Antrag ein revolutionäres Attentat; er ist ein Attentat, und nicht nur aus die Gerechtigkeit und Humanität, sondern auch auf die gesunden Glieder und das Leben Tausender von Proletariern, die nun wieder schutzlos der unersättlichen Habgier ihrer Ausbeuter überlassen werden sollen. Die Fabrikanten lechzen nach Blut, nach Arbeiterblut— Arbeiter, wehrt Euch! pevtschland. — Furcht oder Schreckschuß? Die Zeitungen publiziren einen Artikel des preußischen„Militär-Wochenblattes", in welchem es u. A. heißt: „Des Menschen schneidigste Waffe ist der Wille; schärfen wir diese Waffe bei unseren Truppen, wir werden sie brauchen, mögen wir im nächsten Kriege nach Osten oder Westen oder nach beiden Seiten hin uns zu wehren haben. Ein Kampf steht uns bevor, gewaltigerer Art als wohl je— ein Kampf um die nationale Existenz aus Tod und Leben, ein Kampf, der jede Fiber, jeden Nerv auf's Aeußcrstc anspanne» wird, ein riefen- Haftes, langandauerndes Ringen, bei dem wir nicht Erfolge wie 1866 und 1870 erwarten dürfen, vielmehr aus harte Schläge und selbst empfindliche Niederlagen gefaßt sein müssen!" Wenn das nicht lediglich wieder auf neue Erhöhungen des Militäretats hinausläuft, dann ständen u»S ja recht nette Dinge bevor. Und diese schöne Aussicht verdankt das deutsche Volk Niemand Anderem als seinem genialen Kanzler und dessen hohen und höchsten Helfershelfern. Wenn es dadurch noch immer nicht zur Besinnung kommt, dann ist ihm nicht mehr zu helfen. Uebri- gens denken wir, daß, falls es wirklich zum Kriege kommt, ein noch ganz anderer und f achtbarerer Gegner zu bekämpfen fein wird, als der Feind von O st und West: das Proletariat. Das wird dann allerdings ein Kampf aus Leben und Tod werden! — B elagerungszust and und Judenhetze, diese zwei Schandbeulen des Volkes der Denker im 19. Jahrhundert, gedeihen und wachsen zu Nutz und Frommen der„nationalen" Größe und des„nationalen" Glanzes. Aus Mona wurden auf Grund des„kleinen" Belagerungszustandes abermals drei Ge- nassen ausgewiesen: Jakobs en, Zigarrenarbeiter, Lagermann, Maurer, und Ehlers, Schneider, alle drei verhcirathet. Fer- ner verlautet, auch über Mannheim und Kiel solle der Belagerungszustand verhängt werden— es wird immer gcmüth- licher. Wahrscheinlich bekommt man„maßgebenden Orts" solche landes,.väterliche" Anwandlungen in Folge der„vortrefflichen" Wirkungen des Belagerungszustandes, wie sie sich namentlich in Altona zeigen. Dort sind verschiedene Familien der Ausgewiese- nen in Folge des strengen Winters in solche Roth gerathen, daß sie sich um Unterstützung an die städtische Armen- Verwaltung gewendet haben! Daß dies keinen der Aus- gewiesenen in seiner Ueberzeugung wankend machen, daß es blos Haß und Erbitterung und den Wunsch nach Rache in ihrem Herzen vermehren wird, ist klar. Schmachvoll aber ist es, daß die liberalen und fortschrittlichen Organe die Notiz bringen, ohne im Geringsten Empörung über das Vorgefallene zu verrathen. Daß dem deutschen Michel der M u t h den Gewalthabern gegenüber abhanden gekommen ist, wußten wir längst. Aber auch die Schamröthe Hai er verlernt. Freilich, wo es den Herren selbst an den Kragen geht, da wissen ste nicht genug über das schmachvolle Vorgehen der deutschen Nation zu zetern. Dieselben Blätter, die für die scheußlichen Ausschreitungen der Behörden der Sozialdemokratie gegenüber kein Wort des Tadels finden, füllen ihre Spalten mit Entrüstungsergüssen über die Judere. hetze. Wir theilen diese Entrüstung und haben die reaktionären Tendenzen des erbärmlichen Korps der Antisemiten scharf genug verurtheilt. Aber Ihr liberalen und fortschrittlichen„Juden und Judengenossen", schlagt an Eure Brust und bekennt, daß Eure Haltung, verglichen mit der Haltung der Sozialdemokatie, eine erbärmliche ist. Die Arbeiter Berlins haben es gewagt, trotzdem jedem von ihnen die Gefahr der Ausweisung, des Ruins der Existenz drohte, gegen die Antiiemitenbewegung aufzutreten. Die Objekte dieser Bewegung wagen es aber nicht, gegen die Sozialistenhetze zu Protestiren, cbgleich ste nichts riskiren, als höch- stens einen moralischen Fußtritt ihres Herrn und Meisters Bis- marck. Die Thoren sehen nicht ein, daß Sozialistenhatz und Juden- Hätz dieselben Wurzeln haben, daß sie einerseits demselben Streben entspringen, die allgemeine Unzufriedenheit auf gewisse Objekte abzulenken, gegen welche die Vorurtheile besonders stark sind, und anderseits derselben Brutalität, Gemeinheit und Gewissenlosigkeit, wie sie im Hohen zollernreiche seit jeher gepflegt wurden. Wahr- lich, erhebend für uns, beschämend für die herrschenden Klassen ist es, daß wir, die Gehetzten und Geächteten es sind, welche die Menschenrechte für Diejenigen fordern und hochhalten, die ge- Holsen und noch helfen, uns zu ächten und zu verfolgen. — Es geht immer heiterer zu im deutschen Reiche. Die Herren Richter sorgen bei ihren Auslegungen des Sozial ist en- g esetzes auch dafür, daß die düstere Seite desselben hin und wieder durch seine lächerliche verdeckt wird, und uns so der Humor nicht ausgeht. Kaufte sich da unlängst in Berlin ein vier- zehnjähriger Junge einen alten Offiziersdegen, um ihn zum Soldatenspielen zu gebrauchen— also zu einem im Militär- staate höchst löblichen Zwecke. Aber der Unbesonnene bedachte nicht, daß derlei kriegerische Gelüste auf Grund des Sozialisten. gcsetzeS nicht nur Erwachsenen, sondern auch der Jugend ver- boten find, und daher wurde der„Verbrecher" vom Berliner Landgericht I wegen Vergehens gegen das Sozia- l ist engesetz zu einem Tage Gefängniß verurtheilt. Das jugendliche Alter des Angeklagten schützte ihn nicht, weil er der Sohn eines Arbeiters ist und als solcher, wie der Gerichtshof hervorhob, das Sozialistengesetz kennen muß! Also nicht einmal mehr mit den Kindern der Arbeiter wird man ohne Ausnahmegesetz fertig! Wenn schon bei Kindern der Besitz einer„Waffe" staats- gefährlich ist, dann muß naturnothwendig bei eineni Erwachsenen, noch dazu als Sozialdemokraten Bekannten, Alles, was er besitzt, staatsgefährlich sein. Dieser Auffassuni entsprechend ist man gegen den Mainzer Schneidermeister Lehen- decker vorgegangm, bei den, unlängst gehaussucht worden. Von den bei dieser Haussuchung konfiszirten Gegenständen wurden Feuilleton. Revolutionäre Gedenktage. Der 30. Lanuar M9. An diesem Tage wurde Kart 1., König von Engtand, von seinen em- pörlcn Unlerthanen hingerichtet, von dem englischen Volke, welche« man mir Recht jiir da« konservativste aller Völker hält. Es gibt eben Verhältnisse und Monarchen, welche die Nationen zu Revolutionen zwingen. Wir leben in einer ähnlichen Epoche, wie die damalige war, die Zustände, die in England der Revolution vorhergingen, ähneln den jetzt im deutschen Reiche herrschenden in bedeutsamer Weise. Als Karl I. im Jahre 1025 zur Regierung kam, fand er eine Gesell- schafr, in der die sozialen Gegensätze auf's schärfste ausgeprägt waren. Aus der einen Seite der hohe Adel, der auch in Geldgeschästen machte und das Großkapital repräsentirte: aus der andern Seite die Bauern, welche von den Adeligen von ihre» Gütern vertrieben wurden, damit diese in Schasweiden verwandelt würden— Schafwolle stand damals hoch im Preise; und das Kleinbürgerthum, welches den Großhändlern und Finanzmänern naturgemäß feindlich war, noch mehr aber dem Ueber- muthe des sittenlosen Hosadels. So wie heutzutage und sowie vor der französischen Revolution, so waren in England im Ansang des 17. Jahrhunderts die herrschenden Klassen in einem Zustande höchster sittlicher Verkommenheit. Blutschande, Giftmord, Bestechung waren gewöhnliche Vorkommnisse.„An diesem Hos schien Alles käuflich zu sein", sagt ein Historiker,„das Recht und die Ehre, Aemter und Würden, die Protektion der Männer und die Gunst der Frauen. Man kannte die Summen, für deren Bezahlung eine Pairie zu erschachern war, und vornehmere Herren ließen sich aus gröbere oder feinere Weise von den Monopolisten, den„Gründern" der damaligen Zeit, bestechen, denen sie Handelspatente zu verschaffen lvußten." In dieser Gesellschaft, an diesem Hos kam Kart L zur Herrschaft, ein treuloser und grausamer Fürst, den nur ein Gedanke beseelte: die Durchsührung des Absolutismus, die Lahmlegung des Parlaments. Das konnte er aber nur mit Hülfe eines großen stehenden Heeres, dieß wiederum vermochte er nur zu erlangen, wenn ihm die ausgedehntesten Geldmittel zu Gebote standen. Neue Steuern, da« war die Loosung, mit der er seine Regierung begann, und der er treu blieb. Aber das Parlament war nicht so gefügig, wie unser Parlament, es weigerte sich entschieden, neue Steuern zu vo- tiren. Drei Parlamente nach einander löste er aus, da jede« Kärmäckig allen Versuchen des ausslrebenden Absolutismus sich wiedersetzte. Endlich ging ihm die Geduld aus, und er regierte 11 Jahre lang ohne Parla- ment(von 1628— 1639). Eine der traurigsten Zeiten Englands begann; ein politischer Druck, ebenbürtig demjenigen, unter welchem Deutschland heute seufzt. Der „geniale" Staatsmann, der mir rücksichtsloser Energie und eiserner Faust den Despotismus zur Herrschast brachte, hieß T homasWentworth, Earl von Strafford, im wahren Sinne des Wortes ein Mann von Blut und Eisen. Da die gewöhnlichen Gerichtshöfe nicht zuverlässig erschienen, wurden Ausnah megerichtshöse, die Stcrnkammer und die hohe Kom- Mission, errichtet, welche jede oppositionelle Regung in der entsetzlichsten Weise niedertraten. Wer es wagte, durch Wort oder Schrift der Regie- rung entgegenzutreten, dessen Strafe bestand für's Erste in der Aus- peitschung am Pranger, worauf dem Unglücklichen das Gesicht ge- brandmarkt, die Nase aufgeschlitzt und die Ohren abgeschnitten wurden. Ter so Verstümmelte kam dann für den Rest seines Lebens in emön entsetzlichen Kerker. Das englische Volk knirschte vor Erbitterung unter diesem Joche, aber der germanische Volkscharakter ist nicht so leicht entzündlich, als der romanische. An Protesten und Prozessen gegen die Regierung fehlte es freilich nicht, aber man blieb aus dem gesetzlichen Boden und dachte nicht an thätlichen Widerstand. Muthlosigkeit erfüllte die Herzen der Kühnsten, sie gaben die Sache der Freiheit für verloren und wanderten aus nach Holland, welches damals Republik war oder in die Wildnisse Amerika'«, um sich dort eine neue, freie Heimath zu gründen. Damals wurde» die Keime zu jenen Kolonien gelegt, au» denen die mächtige Republik der Bereinigten Staaten erwachsen ist. Selbst Cromwell, der spatere Führer der Revolution, wurde schwankend und wollte sich nach Amerika ein- schiffen, wurde jedoch durch einen Befehl des Königs daran gehindert. Dieser ahnte wohl nicht, daß der unscheinbare Mann einige Jahre später den Antrag auf die Hinrichtung Karls I. stellen und durchsetzen werde. Eine kleine Schaar entschlossener Männer verlor indeß nicht den Muth und blieb aufrecht, wenn sie auch vorläufig nichts anderes thun konnte, als die Hoffnung de« Volkes wach zu halten. Milton sang in seinen Gedichten von der Rache, die er kommen sah— er sah„die mächtige zweihändige Maschine", da« zweischneidige Schwert der Apokalypse, vor der Thür stehen, bereit zum vernichtenden Schlage auszuholen. Und die Rache kam, sie kam über den verätherischen König und seinen „eisernen Kanzler". Den Anstoß zu ihr gab kein Geheimbund, kein Attentat, kein Pnffch, der Anstoß kam von außen, von Schott- land, das zu England im Berhällniß der Personalunion stand. Karl außer mehreren Nummern des„Sozialdem." folgende vom Unter- suchungsamt als„staats gefährlich" zurückbehalten: mehrere Nummern des„Reichsbürger", Photographien(I) von Liebknecht und Most, Karnevalslieder(!!), der„Aufruf an die Berliner Ausgewiesenen"� zwei Visitenkarten-(!) und ein Kuvert in einer hiesigen Druckerei gedruckt und an die Adresse des Vereins „Heiterkeit" bestimmt ist!!). Welch' staatsgefährliche Heiterkeit. Was mögen das wohl für Sachen gewesen sein, die man bei der Haussuchung konfiszirt hat, und die als nicht staatsgefährlich wieder zurückgegeben wur» den? Ist es den» nicht klar, daß bei einem Sozialdemokraten Alles, was er besitzt, staatsgefährlich ist, und daß man ihm daher „auf Grund des Soziakistengesetzes" seinen ganzen Besitz kon- fisziren muß? Aber damit hat sich der Humor unserer Herren Richter noch «icht«schiW.-_| Tie„Pfälzer Zeitung" brachte vor einigen Tagen eine Notiz aus dem„Sozialdemokrat", nach welcher die Sozialdemokraten in der Pfalz sich an den nächsten Reichstagswahlen betheiligen werden. Alle pfälzticken Blätter, mit Ausnahme wohl nur eines oder zwei druckten ihr diele Notiz ab, und ist nun gegen eine große Zahl derselben Untersuchung eingeleitet worden, wegen Vergehens wider das SöziaMengesetz. Im Landgerichtsbezirke Franken thal sind bis jetzt dieses �Vergehens angeklagt die Redak- teure der„Pfälzer Zcimng"/„Speyerer Zeitung",„Rhein. Volksblatt",„Pfälzischer Kurier" und„Frankenthaler Zeitung". Wohl bekomin's! Em- ähnliches- Malheur paisuie Herrn Dcrnburg, Redakteur der„Nationalzeitung", welcher in einem Artikel über den Kongreß zu Wyden durch Auszüge aus dem Kongreßprotokoll die„Nvthwendigkeil" des Sozialistengesetzes darthat. Dieser Auszüge wegen wurde Herr Demburg zu 5 Mk. Geldbuße event. 1 Tag Haft verurtheilt. Auch ein Beweis für die Nothwendigkeit des Sozialistengesetzes. — Der von den beiden Renegaten Körner und Finn ge- gründete„soziale Arbeiterverein" hielt am 26. Januar eine Versammlung ab. Ein kläglicheres Fiasko läßt sich kaum denken! Höchstens 50 Personen hatten sich eingefunden, um den königlich preußischen Sozialismus kennen zu lernen, die Mehr- zahl Sozialdemokraten, welche die ehemaligen Genossen ihres Abfalles wegen zur Rede stellen wollten. Es hieße de' beiden Fahnenflüchtigen zu viel Ehre anthun, wollte man ihren Kohl von„sittlichen Sozialismus", und„Bündniß des Herrn Lieb- knccht mit der Fortschrittspartei",„sozialdemokratische Arbeiter im Dienste der Semiten",„Betreten des sozialistischen Bodens seitens der Regierung":c. reproduzireu oder gar widerlegen. Mit einem Leichnam diskutirt man nicht: der„sozial e Arbeiter- verein" ist aber faktisch todt, ehe er nur recht in's Leben ge- treten ist.. — Das Elend und die Roth nehmen immer mehr überhand. In Ostpreußen herrscht der Hungertyphus. In Sch wetz (Westpreußen) besitzen einzelne Familien seit Weihnachten keine Kartoffeln mehr. Aus Lübau wird gemeldet, daß dort die Roth so groß ist, daß viele Famil'en während des ganzen Winters nicht einmal die Stube heizen können und tagelang nichts genießen,— und so fort in grauenhafter Eintönigkeit. Spalten könnte man füllen mit den Berichten über die Hungers- noth in den verschiedenen Theilen Deutschlands. Wie lange soll das noch so fortgehen? — Am 27. Januar wurde der„Volkswirthschaftsrath" vom Fürsten Bismarck mit einer form- und gehaltlosen Rede eröffnet, welche das bcmcrkcnswerthe Zugeständniß enthielt, daß derselbe hauptsächlich deswegen zusammenberufen worden sei, weil weder Regierung noch Parlament genau wüßten, was dem Volke Roth thue. Weiters stellte Fürst Bismarck den Volkswirthschaftsrath nur als ein Experiment hin, über dessen Bedeutung er sich selbst noch nicht klar sei. Der richtige Weg müsse im Vorgehen ge- sucht werden. Wahrlich, besser kann die Rathlosigkeit.in den hcrschendcn Kreisen nicht illustrirt werden. Kein leitender Gedanke, kein planmäßiges Vorgehen, nein, nur blindes Herumtappen, um sich aus dem Labyrinthe zu befieien, in daS Staat und Gesell- schaft durch ihre naturnothwendigen Konsequenzen gerathen sind. Tappt nur zu! Ihr werdet keinen Ausweg finden. Roth und Elend werden wachsen, die Unzufriedenheit und dumpfe Gährung versuchte, auch aus Schotttand sein absotutes Regiment auszudehnen; das schottische Volk, gleich den Schweizer» ein sreies Bergvolk, widersetzte sich diesen Versuchen, sammelte ein Heer und fiel in England ein. Wentworth sah ein, daß man nicht nachgeben könne,— man war zu weit gegangen und hatte nur mehr die Wahl zwischen Sieg oder Untergang. Er trieb Karl zu energischen Rüstungen gegen die„unverschämten Rebellen", deren man spielend Herr zu werden hoffte. Aber der Krieg zog sich in die Länge, Geldmittel wurden nothwendig, die Haltung des'Volkes gestaltete sich immer drohender und so sah sich Kart in Folge des unglücklichen Krieges gezwungen, nach- zugeben und ein Parlament zu berusen— allerdings mit dem Hinter- aedanken, dasselbe wieder auszulösen, sobald es das nöthige Gclo bewilligt habe. Die Wahle» sanden statt, und so gesetzlich ist das englische Volk, so konservativ, daß es, trotz des Vorangegangene», lauter gute Royalisten in das Parlament sandte. Aber in etwa« wenigstens mußte dasselbe die Jnteresien de« Volke« wahren und schon das war dem despotischen König zuviel. Er löste das ihm ergebene Parlament aufl Wahrlich, nicht umsonst heißt es:„wen die Götter verderben wollen, den schlagen sie mit Blindheit." Tie Republikaner frohlockten.„Es ist Alle« gut", rief St. John,„erst m u ß e s sch l i m m e r w e r d e n, ehe es besser werden kann, und dieses Parlament hätte nie thun können, was zu thun nöthig ist." Er hatte Recht. Der Absolutismus hatte die Sehne zu straff gespannt, sie war zer- rissen. Das englische Volk, so ruhig, so gesetzlich, es kam jetzt in eine furchtbare Aufregung. Die Brutalitäten von oben hatten bewirkt, wa» den oppositionellen Flugschristen und Reden nicht gelungen war, da« Volk zum thätlichen Widerstande zu reizen. In London folgten Sttaßen- tumnlte der Auslösung des Parlaments. Aber noch verlor Wentworth den Muth nicht. Ein entscheidender Sieg konnte Alles wieder gm machen. Aber es war zu spät. Widerspenstigkeit und Unlust hatten sich auch des Heeres bemächtigt, die Schotten errangen Erfolg aus Erfolg, der gcwalt- same Ausbruch der Volksleidenschasten stand vor der Thür— jetzt mußte sich selbst Wentworth beugen: das silnste Parlament wurde einberufen, das„lange" Parlament, das Karl n i ch t m e b r a u s l ö s e n sollte. Dichtgedrängt stand im Unterhaus die Opposition und selbst Leute, die vor sechs Monaten gemäßigt gewesen, führten eine radikale Sprache. Eine der ersten Thaten des Parlament« bestand in der Anklage und Verhaftung der Minister.„Bei meiner königlichen Ehre", schrieb Karl an den gefangenen Wentworth,„Ihr sollt weder an Leben, Gut noch Ehre beschädigt werden." Aber das Parlament kümmerte sich einen Pfifferling um die Versprechungen des Königs, es veruxtheilte Went- worth zum Tode und Karl I. war erbärmlich genug, den Mann, der zunehmen, verzweiflungsvoll werdet Ihr stets in neuen Expcri- menten Rettung suchm, und das Fehlschlagen jedes Experimentes mit der Erhöhung des politischen Druckes wettmachen müssen. bis die zu straff gespannte Sehne reißt. Experimentixt nur lustig weiter, bald werdet Ihr vor Eurem letzten Experimente stehen! — Das Ende de s Kathedersozialismus. Der Kathedersozialismus, dieses unglückselige Zwittergebilde, das seit Erlaß des Sozialistengesetzes an Erschöpfung litt, ist nun glück- lich verendet. Das zarte Wesen war der Bismarckischen Konkur- renz nicht mehr gewachsen und hat unter dem Rufe Julians des Abtrünnigen„Du hast gesiegt, Razarener!" sein zitterndes Dasein ausgehaucht. Wers nicht glaubt, der lese die Rede, die Herr Ad. Wagner laut„Nordd. Slllg. Ztg." am 27. Januar im Konservativen Verein der Louisenstadt zu Berlin gehalten hat.„Man muß eben den Much haben, obligatorische Innungen und Gewerbekammern zu verlangen".(Lebhafter Beifall).... „Allein wir müssen auch den Much haben, uns von dieser Presse zu emanzipiren(Stürmischer Beifall) und uns daran gewöhnen, lediglich diejenige Presse zu unterstützen, die unsere Interessen vertritt.«.Stürmischer Beifall)." Nur Much, die Sache wird schon schief gehen! — Am 26. Januar starb in Wiesbaden Sophie v. Hätz- selb, die langjährige Freundin Ferdinand Lassalle's. Die außer- ordentliche Verehrung, welche die Verstorbene dem Andenken ihres einstigen Retters zollte, veranlaßte sie auch, sich eine Zeit lang der von Lassalle inaugurirtcn Bewegung zu widmen. Aber hier er- wies sich ihre bis zum äußersten KuliuS gesteigerte Verehrung, we, rein menschlich betrachtet, durchaus Ächtung verdient, als höchst verderblich. Die Gräfin verlangte ohne Rücksicht aus die veränderten Verhältnisse striktes Festhalten an der von Lassalle geschaffenen Organisation und gründete später, als sie ihre Wünsche nicht durchschcn konnte mit Mende und Förster- ling den sogenannten.. Laisalle'ichen!»Ng.-».c.-... Verein", der indeß nur ein kümmerliches Dasein fristete und im Jahre 1872 sammt seinem Organ, der„Freien Zeitung", von der Bildfläche verschwand. Erst im Jahre 1878, als das Sozialistengesetz auf der Tagesordnung stand, ließ die Gräfin wieder etwas von sich hören, indem sie einem damaligen Redak- teur der„Berliner Freien Presse" Material über die Verhand- lungen Bismarcks mit Lassalle, sowie einm von der„Berl. Fr. Presse" damals veröffentlichten, sehr charakteristischen Brief Lothar Buchers an Lassalle lieferte. Die Nachricht eines Berliner Blattes, daß dieser Redakteur später die Abfassung der Memoiren der Gi äfin übernommen habe, ist unseres Wissens durchaus unrichtig. Wohl wurde dem Betreffenden von der Gräfin damals das Anerbieten gestellt, nicht ihre Memoiren, sondern die in ihrem Besitze befind- lichen Briefe k. Lassalle's unter ihrer Anleitung herauszugeben, er ging aber nicht darauf ein, weil er einerseits, wie f. Z. Liebknecht, befürchtete, d'aß bei der Anleitung der Gräfin die BeHand. lung des Stoffes eine durchaus einseitige sein werde, andererseits zu ehrenhaft war. die Gräfin a la Beruh. Becker zu betrügen. So dürfte denn dieser Nackjlaß, wenn die Gräfin keine anderweitige Disposition getroffen, in die Hände ihrer Erben über- gehen, die dafür Sorge tragen werden, daß Alles, was gewisse Personen kompromittiren könnte, spurlos verschwindet. Paul Hätz- feld erfreut sich ja der ganz besonderen Gnade des„Reichs- gewaltigen". Leipzig, 27. Januar. Da« hier bestehende Arbeiter-Wahlkonntc siir die Wahlen zum Gewerbeschiedsgericht hatte für Donnerstag eine Arbeiter- Versammlung eiuberuseii, um Uber einen Aufruf zur Grlindung von Waiiderunlerstützung«> Kassen, an welchen sich Arbeiter und Arbeitgeber betheiligen sollten, zu berathe». Da« Polizeiamt hat diese Versammlung aus Grund de« Sozialistengesetze« verboten. Die Polizei legte ihrem Ver- bor eine solche Wichligleit bei, daß sie dasselbe nicht allein in den beiden hiesigen Amtsblättern, sondern auch durch Maueranschlag bekannt machte. Da« Perbot hat in den Arbeiterkreisen viel böse« Blut gemacht. Man fragt sich, was denn den Arbeitern noch erlaubt sein soll, wenn ein so harmloses Thema wie die GrUndung von WanderunterstUtzungskassen al»„staatsgesährlich" angesochten wird. Da haben sogar die Berliner Arbeiter unter dem Belagerungszustand mehr Freiheit, die konnten wenig- sie»« ihre Swikeversammlungen unbeanstandet abhalten. Das Äomite wird die Beschwerde über das Verbot durch alle Instanten treiben.— Herr Findel kündigt an, daß da« Erscheinen der„ Sächsischen Bolksztg." emst- weilen„sislirt" werde; die Sistirung wird wohl ewig dauern. Zu Reu- fähr begann man da« Blatt täglich, statt wie vorher dreimal wöchentlich, erscheinen zu lassen, und jetzt schon diese Todesanzeige. seine ganze Energie, sein Leben selbst für das Königthum eingesetzt hatte, fallen zu lassen, blos um sich zu retten. Der feige, wortbrüchige Monarch unterzeichnete das Todesurtheil und fügte blos hinzu, daß es das Mitleid erfordere, die Hinrichtung bis Sonnabend auszuschieben. Am Mai Ifill wurde Wemworth mit, dem Tode für das Verbrechen bestraft, ein freies Volk den Launen eines ehrgeizigen Monarchen unter- jochr zu haben. Den König aber sollte das Opfer seiner Ehre nicht mehr retten; das Parlament begnügte sich nicht mit der Beseitigung der Minister, rasch und entschlossen entkleidete es das Königthum seiner Machtvollkomvien Heiren. Dagegen erhob sich der Despot noch einmal, aber getreu seiner falschen, gleißnerischen Natur nicht offen, soildern i» heimtückischem lieberfalle. Am 4. Januar begab er sich, von zahlreichen Söldnern gefolgt, in das Unterhaus, um dort die sechs Führer der Opposition sestzuliehmen, deren Hiurrchtung seine Furcht beschwichtigen und seine Rache kühlen sollte, Da war es klar, daß das Volk und seine Vertreter nicht sicher sein konnten, so lange er noch lebe.„Wenn mein Kops oder des Königs Kopf fallen muß, kam, ich da noch lange wählen?" meinte Cromwell, und das Volk ging»ach diesem Spruche vor. Ganz London erhob sich und mit Mühe retlelc sich Karl aus der empörten Stadt. Er pflanzte die königliche Fahne aus, aber nur der Adel stieß-u ihm. Bauern und Bürger organisirten sich zum bewaffneten Widerstand; Ansang« schwankte die Entscheidung, bis schließlich die Begeisterung von Cromwell's Truppen den Sieg davon trug. Karl l. wurde gesangen genommen und an ihm das vollstreckt, was er den Führern der Opposition zugedacht hatte. A ni Januar 1649 siel s e i n H a up t unter dem Beile des Scharfrichters, acht Jahre nach der Hinrichmng seines„eisernen Kanzlers". JnEnglandaber wurdedieRepublik prokla- Wirt! So endete die Periode der größten Tyrannei und Niedertracht in England, die Periode, in welcher die Freiheit des Volkes unrettbar ver- lorcn schien. Möge diese historische Thatsache Diejenigen stärken, die nahe daran sind, die Hoffnung aus die baldige Sprengung unserer Ketten auszugeben. Dm heutigen Nachtreteru Karl's 1. und seiner Werkzeuge aber mag sie »eigen, wohin ihr schändliches Treiben führen muß. Noch dünken sie sich unüberwindlich, noch beugen sich die Massen ihrem Willen, weun auch mit verbissener Wuth, aber es naht der Tag, an dem die blutigen Häupter von Karl I. und Wentworth ihrem schaudernden Gewissen er- scheinen werden. Dann wird's zu spät sein! — Aus drm 18 fäckstsch« Wahlkreis Werdau, Zwickau, Crimmitschau. Bor ein par Tagen waren die Genossen unseres Bezirks zusammen, um sich über ie nächste Reichstagswahl zu verständigen. Die Zusammenkunft war sehr zatreich besucht und von dem besten Geiste beseelt. Als Kandidat der Arbeiteoartei wurde wiederum Julius Mot- teler aufgestellt, auf dessen Duchbringung man sicher hofft. Bürger- meister Streit von Zwickau, weher 1878 in Folge der unerhörtesten Wahlbeeinflussungen seitens der vreinigten Gegner den Sieg errang, hat erklärt, daß er unter keinen Umänden mehr eine Kandidatur annähme. Streit zählt sich zwar zur„Fortssrittspartei", in Wahrheit aber ist er ein mahrer.Waschlappen und eigrle sich in Folge dessen ganz vorzüglich zum Kandidaten der vereinigten Ggner. Die Weigerung Streits weiter zu kandidiren, dürste die Wirkun haben, daß die Gegner sich spalten und mir mehreren Kandidaten auf dem Plan erscheinen. Die innere Politik Bismarcks und die andauernde Ksse haben überhaupt im Lager unserer Feinde große Unzusriedenheit und Tpaltuikg erzeugt, und dürften auch in anderen Wahlkreisen unsere Gegnq schtverlich mit der bisher gewohnten Einmüthigkeit gegen die Sozialdmokratie kämpfen. Die Letztere wird sogar in den meisten Bezirken eiu Anzahl Stimmen erhallen, die ihr bisher jeindlich ivaren. Dagegen iß in manchen Bezirken auch wieder die Noch so entsetzlich groß, daß viechch die Arbeiter gänzlich niedergedrückt sind und allem öffentlichen Leben wathisch gegenüberstehen. Unter solchen Umständen ist es ein Portheil, das die Wahlen in den Sommer sollen, wo die Arbeitsverhältnisse durchschiittlich günstiger sind und die bessere Jahreszeil belebend auf die Niedergedrückten wirkt. Wie iu verhältnißmäßig kurzer-eil große Umgestaltungen im Produk- tionsprozeß sich vollziehen und die Physiognomie ganzer Orte und ihrer Bevölkerung verändern, dasür lieert Crimmitschau einen schlagenden Beweis. Vor 2—3 Jahren waren ir. dieser Stadl noch ca. 2000 Handwcb- stühle für Tuchweberei im Betrieb, heule kaum noch hundert. Tie ganze Arbeilerbevölkeruug wird in>ie mechanischen Webereien gezwungen, wo sie eine tägliche Arbeitszeit von Morgens 6 bis Abends 8 Uhr, mit einer Stunde Unterbrechung, durchzumachen hat. Diese Fabriken sind jiahre Zuchthäuser, wo bei kärglichem Lohn— ein Arbeiter verdient jäten über 12 Mk. per Woche, meist weniger— die strengsten Fabrikordnungen exiftiren und gehaudhabt werden. Am allerschlimmsten sieht es in dem benachbarten Leitesshain aus, wo in der Fabrik von Uhlich n. Sohn die tägliche Arbeitszeit von Mor- geus 6 bis Abends 9 und 10 Uhr dauert. Die Inhaber werden Millionäre, und die Arbeiter und Arbeiterinnen gehen Physisch und moralisch zu Grunde. Daß bei diesen Zuständen auch der ärgste Miß- brauch mit den gesetzlichen Bestimmungen bezüglich der Arbeit jugend- licher Arbeiter und der Kinder getrieben wird, ist ganz selbstverständlich. �.W�k�tmen Listen � die männliche Arbeil immer mehr durch die billigere weibliche Arbeit verdrängt wird. Die Wirkungen sind: gewalige Vermehrung des Prole- tariats, Vernichtung des Familienlebens, allgemeine Demoralisation. Wer auswandern kann, wandert aus. Wahrlich die bürgerliche Gesellschaft häuft Verderben aus Verderben, möge der Tag nicht mehr fern sein, w o d i e s e n Z u st ä n d e n e i n E n d e b e r e i t e t wird. Crimmitschau. Die hiesigen Genossen hatten seit Langem da« Be- dürjniß, wieder einmal eine öffentliche Versammlung zu sehen. Ueber- zeugt, daß, weun diese mit einem als Sozialdemokrat bekannten Referenten einberufen werde, ihr Verbot sicher sei, kam man aus die Idee, Herrn Findel in Leipzig dazu einzuladen. Dieser fühlte sich über die Einladung sehr geschmeichelt und sagte zu, hoffte er doch für seinen„Demokratischen Verein" einen Fang machen zu können. Als bereits Alles in Ordnung war, drohte die Versammlung plötzlich in's Wasser zu fallen und zwar. weil Herr Findel mittlerweile Bedenken bekam, ab die Versammlung auch von Ersolg sein würde. Tags vor Abhaltung derselben schrieb er diese Bedenken an den Einberuser:„Er(Findcll— hieß es u. A. in dem Briese— werde kommen, wenn er die Hoffnung habe, nur 2 Mitglieder zu geivinnen, aber er habe auch diese nicht." Flugs erklärten sich 6 unserer Genossen durch Namensunterschrist geneigt, seinem Vereine beizutreten. Das beschwichtigte Herrn Findel, er kam, sah und— unterlag. Die � ca. 600 Köpfe zählende Versammlung bestand fast ausschließlich aus Parteigenossen, und mit denen konnte Herr Findel wenig ansangen. Partei- genösse W, Stolle leuchtete ihm ordentlich heim und das Resultat war, daß auch die 6 erst so bereitwillig sich zeigenden Genossen, für ivelche bereits die Karten zum„Demokratischen Verein" ausgestellt waren, ans die Idee kamen, demselben lieber fern zu bleiben. So hatte Herr Findel seine Reise umsonst gemacht und unsere Parteigenossen hatten wieder einmal einen vergnügten Abend. Bei Anwesenheit des Herrn Findel haben wir auch ersahren, warum er auf einmal so stutzig wurde und nicht kommen wollte. Es gibt hier ein paar Mostianer, die erfuhren, warum wir Herrn Findel kommen lassen wollten. Aus Aerger, und um uns eins auszuwischen, berichteten sie an ihren Gesinnungsgenossen, den Schuhmachermeister P e tz o l d t, nach Leipzig und dieser, der ein wülhender Mostianer sein soll, lies zu Herrn Findel und spielte den Denunzianten."') Erst die eingesandten l! Unterschriften beruhigten Herrn Findel. — Gera, 24. Januar. Unsere sonst so friedlich loyale Stadt ist plötzlich auch von einer Sozialistenhetze heimgesucht wurden. Am 13. ds. wurde Genosse T r e n t s ch verhaftet, angeblich wegen eines Namens- Verzeichnisses, das man bei ihm gesunden haben soll. Den 15. traf das- selbe Schicksal Genosse K r a m e r. Warum? Das wissen die Götter und die heilige Polizei, wir wissen es nicht. Den 20. wurde bei den Genossen unze, Felfe, Bräunlich, Geiuitz, Lange, Habe rland, Mündel, Schmidt, Palm, A. Böttcher und Kühn Haus- suchung gehalten. Gesunden wurde außer einigen sozialistischen Schriften, die sich in einzelne» Exemplare» voriandeu, und also nicht straffällig sind, nichts. Bei Kühn nahm man ein Päckchen Pfefferkuchen mit, das von der Weihnachtsbescheerung eines Gesangvereins herrührte. Trentsch und Kramer sind noch in Haft; wir sind alle gespannt, was sich da entwickeln wird. — Mainz, 25. Januar. Wiederum wurde bei zwei hiesigen Genossen gehaussucht. Es scheint, daß die Behörde mit den Resultaten der letzten Haussuchungen, welche vor einigest Wochen hier stattfanden, nicht zu- frieden ist und neues Material zu einer Anklage gegen den Genossen Stock, bei welchem gelegentlich der letzten Haussuchung einige Exemplare des Sozialdemokrat und ein Brief an den Redakteur Schwab in Speyer- gesunden wurden, sucht. Da genannler Genosse sich einer Verbreitung verbotener Schrsslen durchaus nicht schuldig gemacht, da der Besitz einiger verbotenen Zeitungen und eines kouverrirten Brieses nicht als Verbrei« tnng gelten können, so sucht man, nachdem die Voruntersuchung geschloffen ist, wahrscheinlich nach anderen Beweisen. Wie bei allen Haussuchungen, fahndete man hauptsächlich nach Adressen und Korrespondenzen; der Liebe Mühe war jedoch vergeblich, da— nichts gefunden wurde. Eigenthümlich ist das Versahrcn des haussuchenden Untersuchungsrichter«— eines jungen Strebers— bei Genossen Leyendecker gewesen, bei dem unschuldige Privatbriese, nicht verbotene Zeitungen, Broschüren, ja selbst das Maaßbuch(!) Gegenstand der Beschlagnahme wurden. Die verschiedenen in Ziffern uotirten Maaße von Kleidern schienen dem Untersuchungsrichter staatsgesährlich zu sein, da er in den Zahlen von Rockwciten und Hosenlängen eine Chijser ns christ vermuthete. ') Vorausgesetzt, daß er sie ausrecht erhält. Herr Streit hatte bereits 1877 erklärt, unter„keinen Umständen" mehr kandidiren zu wollen, ließ sich aber 1878 doch herbei, als Kandidat der vereinigten Ordnungsbandilen die Gesellschaft zu retten. Anmerkung der Redaktion. *) Herr Petzoldt war eines der ältesten Mitglieder der Partei und als Krakehler von jeher bekannt. Seit Most in London sich befindet, ist er ein eiftiger Agitator für diesen. Da« hat Niemand verwundert, der Herrn Petzoldt kannte: man hielt ihn immer sür einen Wirrkopf, aber doch sür einen ehrlichen Kerl. Allein dieses Letztere ist falsch. Wie uns kürz- lich aus Leipzig eingetroffene Mittheilungen melden, ist Petzoldt ein go n; g e m e i ne r L u m p. Es sind unzweifelhafte Beweise vorhanden, daß Herr Petzold den freiwilligen Spitzel bei der Leipziger Polizei macht und verschiedene Bor fälle in der Partei, von denen er Kenntniß erhielt, der Polizeibehörde d e n u n z i r t e. Die Leipziger Parteigenossen werden vor Herrn Petzoldt und seinen mostianischen Freunden, die ihm Alle« hinterbringen, nachdrücklich gewarnt Die Redaktion des„Sozialdem." Während der großen Polizeiaktion ili Darmstadt, wo die Polizei einige Mostianer einsteckte, die zu einer Besprechung zusammenkommen wollten, traf auch hier ein telegraphischer Befehl ein, bekannte Sozialisten, welche nach Darmstadt fahren wollten, am Bahnhof zu verhasten. Aber, o Schicksalstücke! Der Zug mit den vermutheten„Verschwörern" war be- reits abgelassen. Nun wurde in allen Wirthshäusern, in denen bekannte Genossen verkehren, nachgespürt, ob die Umstürzler.in ihren Stamm- kneipen sich aufhielten oder nicht. Glücklicher Weis« sind wir in Mainz mit Leuten nach Londoner Fa�on verschont gebliebe» und ist uoch keiner durch deren Ungeschicklichkeiten ins Verderben gestürzt worden. Die hie- sigen Genossen sind fest entschlossen, aus dem betretenen Weg weiter zu wandeln»nd aus ruhiger vorsichtiger.Bahn unsere Ideen in immer weitere Kreise zu tragen. Die Macht der Verhältnisse, welche den Klein- bürgerstand an den Ruin gebracht, kommt uns dabei vorzüglich, zu statten; weshalb wir auch die Aussichten zur nächsten Reichstagswahl als gün- stige betrachten können» Zunächst noch ein Wort über unser Verhallen der Polizei gegenüber. Viele Leute geben sich dem Wahn hin, man habe recht kernige Flugschriften nüthig, NM-, zum Ziel zu. kommen,»nd haben diese Ansichten auch ihre volle Berechtizung»: solange es sich um prinzipielle, � Fragen handelt. Dabei ist aber alles zu vermeiden, was Majestätsbelei- digungen und Hochverrathsprozesse nach sich ziehen könnte. � Kommt es dann vor, daß ein Genosse wegen Verbreitung von Schriften prinzipiellen Inhalts bestraft wird, so ist es im Interesse unserer Sache geschehe» und die Strafe ist keilte so hohe» als wenn in ernei» solchen Flugblatt Wajestärsbeleidiguugen, Hochverrath u. f. w. euthalten stud, welche im Verhältiriß zu ihrem-Nutzen unverhältnißmäßig große Opfer fordern, da wir dadurch nicht eine Seele mehr in unser Lager ziehen, aber sehr schwere Strafen zu erkvarten haben. Geht die Behörde will- kürlich vor gegdn die Sozialisten, so richtet sich die dadurch erzeugte Erbitterung gegen die herrschenden Zustände. Sind wir dagegen durch unüberlegte Haudlungen mfl der Behörde in Konflikt gerachen und zieheu . uns Strafen zu, so werden viele Genossen dadurch zaghaft und es wird bei den un« sympathischen Kreisen keinen guten Eindruck machen, wenn wir uns der Situatton nicht gewachsen zeigen, und den Eindruck machen, als seien wir nicht eben so schlau als unsere Gegner. Bevor ich schließ«, will ich noch alle Genossen warnen, irgendwelche Briese und Adressen auszubewahreu, inheui wir bis zu den nächsten Wahlen noch manch unertvarketeU Besuch erhalten werden; findet man dabei Adressen, so wird bei den betreffenden Adressaten aus Requisition 'der Behörde ebenfalls gehaussucht, finden dann die Spürnase» etwa«, so suchen sie stets den Leute» Unannebmlichkeiten zu bereiten. Mau läßt sie einigemal zum linlersuchungsrichter laden, sucht den Prinzipal gegen sie aufzuhetzen, nnd wa« der Heldenchaten noch mehr sind. K d» tfl w, i i l i ei» vi p« t f-"„ c r--»V a» t« uu»■ einem g ftp i f sie ii Müller warnen. Derselbe verkehrte ftüher in der Partei, und sucht sich auch jetzt den einzelnen Genossen zu nähern. Ich Ivill hier sein Signaleinenl bekannt geben. Derselbe war angeblich in Amerika und erzählt gerne davon; er ist ungefähr 1,70—1,72 M. groß, hak schwarze Haare, schwarzen Schnurrbark, schwarze Augen, einen dunklen Teint, gute weiße Zähne, ist stets sauber gekleidet— trägt gewöhnlich einen Stock otzer Schirm, und hat eine sehr gerade Haltung. Derselbe hat, wie mir aus zuverlässigen Quellen bekannt ist, eme Stelle bei der poli- tffchen Polizei nnd mögen die Genossen allerwärts besonders in nnsern Nachbarstädten, auf der Hut sein, wenn ihnen ein ähnliches Individuum begegnet... ? Augsburg, Ende Jan. Einen kleinen Beleg dafür, daß das Aus- nahmegesetz die Sozialisten nicht entmuthigt hat, bei passender Gelegenheit der Regierung und Bourgeoisie zu zeigen, daß wir nach wie vor dieselben Feinde sind, hat letzter Tage ein benachbarter Wahlkreis geliefert. In dem Reichstagswahlkreise F l l e r I j j j e n sand eine Nachwahl statt; der pjäsfisch diirchrräiikte Kreis ist eine Domäne der Ultramontanen; noch niemals hat in jener Gegend eine sozialistische Versammlung staltge- fuiide», noch niemals ist eme sozialistische Kandidatur in dieser ver- kehrs- und industriearmen Gegend ausgestellt worden— und diesmal hat ' zum allgemeinen Erstaunen Genosse Bebel ca. 60 Stimmen erhalten. In dem orthodox- lutherischen Städtchen Memmingen zeigten sich allein 34 Sozialisten, in dem erzkatholischen Psasseiihofen stimmten. 8 sür Bebel, ebenso in Neuulm, die übrigen Stimmen vertheilten sich auf einzelne katholische Bauerndörser. Und wohlgemerkt: kein Flugblatt, kein Komite hak sür Bebel gewirkt, leine Zeitung propagandirte für ihn— ein einziges obskures Psassenblatt bespöttelte in zwei Zeilen einen biesbezüg- lichen Brief eines Genössen— und trotz alledem erheben in dieser Wüste des politischen Lebens mehr als ein halbes Hundert Rlänner ihre Stimme und proklamiren den Kampf bis auf's Messer gegen Regierung und Gesellschaft in einer Zeit, wo in den Zentren der Bewegung der eiserne Druck der Polizei jede Thätigkeit erstickt und die„gute" Gesellschaft in dem Namen„Sozialdemokrat" den Begriff der Verworftiiheit und des Verbrecherthums potenziren möchte! Diese Wahlepisode ist keine lärmende Schlacht, kein stolzer Sieg gewesen, aber sie war ein Menetekel in den Siegesraumel und Machtransch der heutigen Gesellschaft und sür uns eine Mahnung zum festen, unverdrossenen Zusammenstehen. Und darum sei sie hier rcgistrirl! Gesterreich-Ilngar». J—r. Wien, 23. Januar. Die zielbewußten, ersahrenen Geuossen haben endlich den haltlosen, unklaren Elementen, welche zugleich für Putsche und sür regierungssreundliche Volksversammlungen schwärmten, den k. k. Regiernngssozialreoolutionäreu, das Handwerk gelegt. Seinen Ausdruck sand dies in einer vom„Sozialdem." schon erwähnten Volks- Versammlung anläßlich des Entwurfes einer neuen Gewerbeordnung, die eine Resolution annahm, dahin gehend, daß die Regierung für die Arbeirerbewegung kein Verständniß besitze, daß>vir weder von ihr noch vom Parlament«lwas zu erwarten haben und nur in der Kräftigung unserer Organisation unser Heil erblicken können. Und bezeichnend ist es, daß die„Leisetreter" der Regierung„ftaatSgesährlicher" erschemen als die „Sozialrevolutionäre": denen erlaubt man die Volksversammlungen — seitdem wir in Wien uns gerührt haben, wird jede derartige Kund- gcbung verboten. Daß unsere Slellung der Regieruug und dem Parlament gegenüber die richtige ist, zeigt sich- jetzt sehr deutlich. Die HilseleiWig der Arbeiter gegenüber den Liberalen beantwortete die Regierung mit einem Monsirc- Prozeß gegen 21 Genossen, der am 8., 9. und 10. Februar nach fünf- m o n a tl i che r Dauer der Uittersiichungshaft zur Schlußverhaudlung kommen wird. Die Anklage lautet aus Maiestätsbeleidigung, Hochverrath,. Störung der öffentlichen Ruhe und Aufwiegelung. Es wird zwar nichts so heiß gegessen, als es gekocht ist, die Befürchtungen wegen Berurtheilung zu zehn Jahren schweren Kerker« siild daher unbegründet; immerhin sind unsere Geschwornen und Richter so körruinpirt, daß eine Schuldigsprech- utig der Angektagte» und«ine Verurlheitung zu 2—3 Jahre» Kerkers selbst bei gänzlich ungenügende» Beweise» so gut wie sicher ist, Ebenso feindlich als die Regierung geht das Parlament gegen uns vor. Die Herren Konservativen wissen allerdings sehr schön vm, der Erweiterung des Wahlrechtes zu reden— Pater Greuter meinte anläßlich der Beralhnng des Wuchergesetzes sogar:„Wie soll das Volk sich selbst rechtlich chelsen, da es ja durch den hohen Zensus bei den Wahlen zum Schwurgerichte wohl nie in die Lage kömmt, Uber seine o s f e n b a r e n Bedränger zu richten, wohl aber bestimmt ist, von ihnen gerichtet zu werden?" Bei der Abstimmung über den Antrag S ch ö u c r e r's ans Einführung des allgemeinen Wahlrechts erHobe» sich jedoch weder Herr G r e u t e r n o ch e i n e r s e i n e r G e s i n n u n g s g e n o s s e n j U r denselben. Außer den Jungtschechen, der äußersten Linken und den Herren Wiesenburg und Roser stimnuen s ä m m l l i ch e Abgeordneten gegen den Antrag. Bei dieser Gelegenheit sei eine Auslassung des Dr. Kronawettcr berichtigt, die sich i» seiner Rede zu Gunsten de« allgemeinen Stimm- rechts findet, und die wir in dem„freien" Oesterreich nicht berichtigen könne». Er sagte: „In den uiuereil Klaffen der Bevöllerung smd zwei Richmngen herrschend; beiden ist gemeinsam die Ueberzeugung, daß man zpm allgemeinen Wahlrechte gilangen muß, blos Über da« Wie gehen die Richtungen auseinaiidei-. „Die eine dieser Richtungen ist bereits entmuthigt durch den mehr als 20 Jahre laug vergeblich geführten Kampf und glaubt, es sei dies Recht um- inehr zu erringen im Wege einer»ssenen Revolution; es ist dies die Partei des Felix Pyal und seiner Anhänger. „Die zweite Partei aber— und zwar die weitaus stärkere— hofft noch immer aus eme Reform im gesetzlichen Wege und das Abgeordnetenhaus tote jeder Vertretungskörper sollte alles Denkbare thun, um die Lehre jener Jnttansigenten der Pyat'schen Richtung soviel als möglich zu wider- legen, auf daß der Glaube an eine Reform im Gesetzgebungswege in dem großen Theile der Bevölkerung nicht verloren gehe." Herrn Dr. Kronawetter sei zur AufklSrung gesagt, daß es in den „unteren Klassen" keine Partei gibt,„die auf eine Reform im gesetz- liehen Wege hofft", daß das österreichische Proletariat ebenso wie das anderer Linder sich vollkommen bewußt ist, daß es zu seinen Zielen nur durch d i e R e v o l u t i o n gelangen kann, daß die herrschen- den Klassen freiwillig nie ihre Vorrechte preis- geben werden, und daß eine MilitSrmonarchie nie auf friedlichem Wege in einen freien Volksstaat ver- wandelt werden kann. Was die sogenannte„gemäßigte" Richtung von den„Pyat'schen Jntransigenten" unterscheidet, ist nicht die revolutio- näre Gesinnung; wir unterscheiden uns von diesen blos wegen deren lächerlichen Rodomontaden, und der Ausreizung zu nutzlosen, ja schädlichen Attentaten, die auszuführen man selbst zu feig ist, zu Verschwörungen und Putschen. Aber von den gesetzgebenden Faktoren erwarten wir nichts, dagegen Alles von einer internatio- nationalen proletarischen Weltrevolution. Arankreich. — Die Kammer berathet ein neues Preßgesetz, das die Kautionen, den Stempel, die Ermächtigung der BeHorden für den Maueranschlag und für die Kolportage abschafft. Die liberalen Blätter machen ein Wesen aus diesen freiheitlichen Konzessionen. Aber ist es nicht eine Schmach, daß eine Republik zehn Jahre lang dieses Rüstzeug des Bonapartismus beibehalten konnte und jetzt nicht einmal die volle Preßfreit zu gewähren gewillt ist? Frankreich ist noch immer ein Polizeistaat, ebenso wie die Monarchien des Kontinentes, und hier wie dort ist die Haupt- aufgäbe der Polizei, die Arbeiter zu unterdrücken. Wenn Arbeiter die Arbeit einstellen, da ist flugs die Staatshilfe bereit, den Kapitalisten beizustehen. Die Ausschreitungen der Bourgeoisie den Arbeitern gegenüber werden dagegen nicht nur geduldet, sondern unterstützt. Rur auf diese Weise ist es möglich, daß in einem Fabrikdirektor der Uebermuth sich zu dem Gipfel der Unver- schämtheit versteigen konnte. Der Fabrikpascha heißt Montcil und leitet die Fab»ik l»>'�>»irtbsck>astlickier Maschinen der Sociote frantjaise. Vor 8 Monaten wurden in derselben dle Löhne um die Kleinigkeit von 40°/�(!) reduzirt, in Folge dessen mehrere Arbeiter— nicht etwa sich auflehnten, sondern in andere, besser zahlende Fabriken eintraten. Das ist ein Verbrechen gegen die Majestät der Lochte frangaise, deren hohen Dividenden zu Ehren die Arbeiter zu hungern verpflichtet find, und dieses Ver- brechen muß bestraft werden. Herr Monteil macht daher bekannt, daß alle diejenigen Arbeiter, welche die von ihm geleitete Fabrik verlassen haben, um bei Herrn Merlin(dem Konkurrenten) ein- zutreten, im Falle die Roth sie zwingen sollte, wieder in seine Fabeik einzutreten, fünf Monate lang monatlich fünf Franas als Strafgeld in die Unterstützungskasse zu zahlen hätten!! Man sieht, die blaue Republik ist den Arbeitern gegen- über nicht besser als die Monarchie. Welche Regierungsform immer herrschen möge, die Arbeiter werden Sklaven sein, solange die kapitalistische Produktionsweise besteht. Hroßöritauuien und Irkaud. — Im Unterhaus ist das Gesetz zum Schutz von Personen und Eigenthum in Irland nun eingebracht worden; dasselbe be- zweckt, den Vizekönig von Irland zur Verhaftung und Einsper- rm g aller der Personen zu ermächtigen, die mit Grund ver- dächtig sind, sich vor oder nach Annahme dieses Ge- s etz es in den von der Agitation heimgesuchten Bezirken des „Verrathes" oder anderer„Verbrechen" schuldig gemacht zu haben. Die Bill soll bis 30. Sept. 1882 Gesetzeskraft haben, und zwar für das Verbrechen des Hochverrathes in ganz Irland, für agrarische Verbrechen, Uebertretung der Gesetze und Ver- letzung der öffentlichen Ordnung nur in den von den Behörden bezeichneten Bezirken. Also ein Gesetz gegen Verdächtige und selbst mit rück- wirkender Kraft! Ein Ausnahmeges.tz, das in Irland den Des- potismus Rußlands proklamirt! Wird die irische Nation sich das bieten lassen, wird sie zu dem Jahrhunderte alten Unrecht, das ihr schon zugefügt wurde, auch noch diese Schmach ruhig er- dulden? Niemals standen die Verhältnisse für Irland so günstig wie jetzt. Die tapferen republikanischen Bocrs erfechten Sieg auf Sieg über die englischen Söldner, und in England selbst mehren sich die Konflikte der Arbeiter mir der bewaffneten Macht in einer für das bestehende Regiment sehr bedenklichen Weise. Dazu kommt, daß die Jrländer niemals so ausgezeichnet organistrt waren wie jetzt, wo die Aufregung und der Geist der Wider- setzlichkeit sich des ganzen Volkes bemächtigt haben. Wenn man so weil ist, dann ist eine Erhebung nicht aussichtslos, namentlich wenn auswärtige Verwicklungen dazu kommen. Wann wird der deutsche Michel auf diesem Standpunkte stehen? Bis er, gleich den Jrländern, nichts zu verlieren, Alles zu gewinnen hat, und diesem Punkte treiben wir mit rasender Schnelligkeit entgegen. Seröie« — Hier hat sich in letzter Zeit«in bedeutender politischer Umschwung vollzogen. Das Ministerium Ristilsch, das durch den stegreichen Krieg seine Stellung gekräftigt halte und sich stark genug fühlte, seine während desselben eingeführte Willkür- Herrschaft fortzuführen, ist-ge stürzt. Ristiffch selbst, diesen Bis- marck Serbiens, dessen Hauptihätigkeit in der Verfolgung und Unterdrückung der Sozialisten bestand, den Mörder von S v e o s a r Marko witsch und Adam Bogosawljewitsch, ihn hat jetzt die Nemesis ereilt, wie sie einst sein deutsches Vorbild er- eilen wird. Der ehrsüchtige Mann hat, um das Ministerium, welches ihn ersetzen sollte, zu kompromilliren, einen Putsch in- szenirt, den er der bestehenden Regierung in die Schuhe schieben wollte. Diese hat aber Beweise genug gegen ihn in Händen, seine Jntrigue ist mißlungen. Um Skandal zu vermeiden, soll er landesverwiesen werden. Eine viel zu milde Strafe für einen solchen Verbrecher. ES ist eben auch nur ein konservatives Ministerium, das ihn ersetzt hat. Jndeß dürfte dasselbe zu radi- kalerem Vorgehen durch die Skupschlina gezwungen werden. Die letzten Wahlen in dieselbe haben ein sehr erfreuliches Resultat geliefert. Nicht weniger als 90 Radikale, darunter 35 entschiedene Sozialisten, abgesehen von denjenigen Radikalen, die sich ihnen wahrscheinlich anschließen werden, sind gewählt worden. In Folge dieses überraschenden Sieges hat die sozialistische Partei, welche in Serbin vor Kurzem noch geknebelt darniederlag, einen raschen und enerischen Aufschwung genommen. Unsere serbischen Genossen sind scho so weit, daß sie ein Tag- blatt gründen konnten, die Lamo iprava(Selbstverwaltung). Angekündigt wird dasselbe durch ere Programmschrift des bewährten Genossen Pasic. Die Sozialisten Serbiens verlatzen eine Verfassungsrcvision behufs Einschränkung der Macht ds Fürsten, Gewährung einer weitestgehenden Autonomie für die Preise und Gemeinden, Vcr- theilung des Grund und Bodens ct dieselben, und Aufhebung des stehenden Heeres. Nußkaid. Petersburg. Für diesmal möche ich die Leser des„Sozialdem." mit den geheimen russischen sozialistichen Preßerzeugnissen der letzten Zeit bekannt machen, muß aber zuvor eines Artikels in einer nicht ver- botenen russischen Zeitschrist Erwähnuig thun, nämlich des Leitartikels der Rr. 7(vom 15./27. Januar d. I) der zu Petersburg erscheinenden „Strana". Dieser Artikel erinnert die russisch reaktionäre Regierung an eine ihrer alten, bekannten, aber unvergetlichen Zchandthaten, an eine der ersten Proben der vor Kurzem zu ih em Höhepunkt gelangten zarischen Willkür und Erstickung alles Guten, lcdlen und wahrhaft Menschlichen. Wir wollen nur einige bezeichnende Zellen aus dem Artikel zitiren und die allerunterthänigsten Ausdrücke uw Redewendungen der„Strana" auslassen. „In weiter Entsernung, in Ostsibirien, Provinz Jakutsk, befindet sich eine Itadt, das Gespenst einer Stall— Wilujsk. Sie liegt 64° 54' nördlicher Breite und 13i)° 15' östlicher Länge. Diese Stadt wäre voll- ständig unbekannt geblieben z rauh ist das Klima und die Umgebung, selten und allerprimitivster Natur die Verkehrsmittel derselben... Nicht« desroweniger ist die Stadt bekannt, bekannt dadurch, daß in ihr, die den geistigen Zentren des Reiches geographisch entfernt, moralisch aber denselben nahesteht, ein Beispiel der Ungerechtigkeit, ein Opfer der Reak- tion verborgen ist.... Dort lebt, d. h. verkümmert, der Familie, den Freunden und Genossen in der Literatur entrissen, allen Bedingungen eines menschlichen Lebens verlustig— R. G. T s ch e r n i s ch e w s k n, das erste Opfer der Reaktion. Im Jahre 1H62 wurde er verhaftet, 1864 zu siebenjähriger Zwangsarbeit in den Bergwerken mit nachfolgender Deportation und Verlust aller Rechte verurtheilt. �£5 Q für dr DdlTP*''•'' � O-...rflf- u �(K klar' geworden tmd lst in derselben— mit Recht oder Unrecht.— der Eindruck hinterblieben, daß die Beweise seines Verbrechen« schwacher Natur waren, daß Tschernischewsk» thatsächlich nur für seine Dhätigkeit als Schriststeller, nur illr die mit Erlaubniß der Zensur veröffentlichten Artikel das Schicksal erreichte... Wie ist es möglich, daß man in der Zeit der besten Hoffnungen, 3 Jahre nach Aushebung der Leibeigenschaft, den talentvollen russischen Schriftsteller so hart bestrasen, die Menschen- würde so mit Füßen zertreten, eine ganze Familie so ruiniren kann... wofür-'-' Wir haben kein Recht,— fährt die„Strana" fort— die Richtigkeit des Urtheilsspruches zu analysiren. Le respect de la chose jugee(die Achtung vor dem Richterspruche,— das ist bei uns allgemein gültig« Regel. Man sagt uns aber: die Zeit der Versöhnung ist eingetreten, die Zeit, wo die Gewalt selbst begriffen Hat, daß sie von der, ihre Sonder- Interessen verfolgenden Reaktion irregeleitet werden konnte, wo die Gewalt sich sagte, daß die höhere praktische Weisheit nicht in der Beförderung der Erbitterung, sondern in der„Versöhnung" bestehe, daß„Friede aus Erden herrsche und Wohlgefallen unter den Menschen." ... Nach 17 Jahren kann von einer Revidirung des gerichtlichen Ur- theils keine Rede mehr sein. Die Sache kann nur in Form einer„Be- gnadigung" gut gemacht werben. Nu», wir stellen thatsächlich die Forde- rung:„verzeiht!"... Gebt noch eine Garantie, daß Ihr wirklich Versöhnung wollt.... Das Leben Tschernischewskv's ist längst tief gebeugt, er ist kraftlos geworden, nur Eins lebt noch in ihm— da« stolze Bewußtsein der erlittenen Ungerechtigkeit. Wofür? fragt er; das- selbe fragen auch wir, warum hat man das Alles gethan, weshalb war die Ungerechtigkeit zum Siistem erhoben? Gesetzt den Fall, Tschermfchewsky gäbe sein Ehrenwort, an Komploten gegen die russische Regierung keinen Antheil zu nehmen, und er würde in Folge dessen auf freien Fuß gesetzt und nach Amerika entlassen— in diesem Falle würde der gerade, feste Chrakter, die persönliche Autorität Dschernischewskii's dafür garantiren, daß er sein Ehrenwort heilig halten oder es nicht geben würde. Oder gesetzt den Fall, Tschernischewsky würden seine Rechte zurück- geben und er nach seiner Heimathstadl, nach Saratow geschickt: könnte man denn den alten, tiefgebeugten Mann dort in der todtenstillen Pro- vinzstadl fürchten? Wahrhaftig, es gehört eine genügende Dosis Grausam- keit dazu, unsern Ausruf zurückzuweisen; nicht einer gewöhnlichen Grau- samkeit, nein, einer bureaukratischen, einer berechneten Grausamkeit, einer solche», die mit keinem Finger sich rühren will, um einen schwerwiegen- den Vorwurf aus ihrem Wege zu räumen. Würde man unsere persönliche Meinung fragen, wir hätten noch mehr sagen können, wir hätten etwas, wenn Sie wollen, Paradoxes gefordert, wir hätten gefordert, daß Dichernischewskn nach Petersburg zurückgebracht werden soll.... Er bildet das gerade Gegentheil- V zu der Parteirichtung, die im russischen Zozialismn? tonangebend geworden ist. Letztere ist die Partei Bakunin's und Eie., die Partei der zwecklosen Putsche, der Erplosionen... Nicht so ist der Mann des Wissens, der sittlichen Aus- dauer, der Zmiiparhie für die besten, ewigen Ideale der menschlichen Natur. Tschernischewsky, er ist ein Ehreiiinann und einen solchen sollte eine ehrenhaste Regierung nicht zn'Grunde richten." Soweit die„Strana." Bezeichnend ist es, daß die nissische Regierung in ihren gegenwärtigen freiheitlichen" Halluziuationsanwandlungen diesen Artikel mit nichts Besserem zu beantworten wußte, als mit einer Preßermahnung, prockosto- rsjscüeme) gegen die„Strana". Unvergeßlich aber wird das Verbrechen der Regierung einem Manne gegenüber bleiben, der von Alt und Jung, von den Blauen und Rothen, von den praktisch lhätigen Sozialisten wie von den Dozenten auf dem Katheder hochgeachtet, geschätzt und geliebt wird.'Fortsetzung folgt.) Artikels wird den Genossen gerathen, vielfach Geld zu schaffen— das sei die Hauptsache. Wir fügen hinzu: damit die Bebel, Liebknecht, Biereck, Fritzsche, Kautsky. Bernstein jc. Vergnügungsreisen macheu können. Wer ebenso tief gesunken ist, wie diese Bande, der folge ihrem Rath." � So Herr Most; wir aber fügen hinzu, daß die„Rew-Dorker Volks- zeitung" von der Most'schen Spaltimg sagt(Wochenblatt Nr. 1 d. I.): „Eine solche, zumal unter so unfähiger, vor keiner gemeinen Verläumdung zurückschreckender Leitung — In der„Kerol. soo." erzählt Herr Karl Schneid t den Frau- zosen, daß im Jahre 1878 die Berhälwiffe in Deutschland einer Revolution außerordentlich günstig waren, daß, wenn die feigen Führer der Partei nicht die Mäßigung anstatt des Ausstandes gepredigt hätten, wenn sie kühn die stolze Fahne der Rebellion ausgepflanzt hätten, das alte Gesellfchaftsgebäude m den Staub gestürzt wäre.,_ Schade, daß uns dies Herr Schneidl erst jetzt mittheilt, wo er sich im Auslande herumtreibt. Er und seine Freunde befanden sich ja damals noch in Deutschland, warum hielten sie denn mit ihrer Meinung hinter_ dem Berge zurück und rediginen so überaus friedfertige Blättchen? O Ihr tapferen— A u s s ch n e i d e r! Brieftasten «e un dai der r Expedition: B. M. R.: 10M' folgen nach Angabe.- A. q.: Fr. 2,50 Ab. 1. Qu. erh., folgt künftig Krzbd. Bis 4 briefl. � �■' aus St. u. O. erh. lt. Fds- Anarchistisches. — D i e f e r häng e n»!„Ten Genossen allerorts möchten wir aber zurufen: Sorgt dafür, daß die Bebel, Liebknecht und Konsorten nicht wieder gewählt werden; hintertreibt deren Wahl um j e d e n P r e i s, damit sie sich nicht öffentlich als Repräsentanten der Sozialdemokratie hin- stellen und unsere l?d.R.j Partei vor der Welt blamiren können.*(Frei- Heit Nr. 1 vom 22. Jan. 1881. Wenn das einen Sinn haben soll, was allerdings in dem genannten Blart nicht uiibediiigt nothivendig ist, so heißt das mit anderen Worten: Stimmt für den reakrionären Kandidaten. Um ewe Spalte weiter werden aber gerade die Anhänger der„Zürcher" als ganz miserable Kerle hingestellt, weil sie, natürlich erlogener Weise, zur Reaktion greifen wollen, hin ihre sazialrevotutionäre Gegner zu bekämpfen. Konse- guen; ist keine soziatrevolutionäre Tugend. Schließlich heißt es pathetisch: Ihr greift zur Reaktion, wir werden sann zum Messer greifen!" öchrumm! Bis fetzt haben die Sozialrevolutionäre ihr Messer nur ge- zückt, um Blutwürste und andere harmlose Tinge zu lranchiren. Unsere bevorstehende Abschlachtmig ist uns daher vollkommen— Wurscht. Aus Nr. 5 der„Freiheit":„Selbst die„Rew-Porker Volkszeitung" schrieb kürzlich, allen ihren Illusionen hiunchtlich de» Leipzig-Zürcher Arbefterfängerei ungeachtet, daß die deutsche Sozialdemokratie mit ihrem Bettelgeheul nachgerade nur noch eine Umerftiitzungslaffe zu fern scheine. Dem gegenüber wußte der bekannte Partei-(Phrasen-, Drechsler Bebel nichts Äuderes zu rhnn, als einen Artikel zu schreiben, in welcheni u. A. folgende bezeichnende Stelle vorkam:„Nehmet den Genossen die Aussicht aus Hilfe und Unterstützung im Falle der Ickstldigung durch die Staatsgewall und ihr entzieht. den beste» Genossen den Mnth und die Freude am Kamps," Das mag eine uene Genossenschast sein, die den Muth verliert, wenn die Groschen schwinden. Wir»leiuen, solches Pack sollte je eher, je. lieber der Teufel holen...i Zum Schluß des der H. Hg.: �. fort. Durch Commerzienrath: Mk. 10,7..... auiltg.— Rorhkehlchen: Mk. 15,- nach Vorschnft verwendet. Nr. 1 total vergriffen. Starke Nachbestellg. Bs. v. 27. hier.— strombom: Auftrag v. 24.1. abgereist 5. Bs. am 28. au Pr.— N. N.�Prag: Bs. v. 23 erh. Weiteres jolzt nach Eingang des Zugesagten.-- F. K. Wh.: Bs v 26. am 31. beantw. Ausschl. betr. Qinltg. über Mk. 25,— mutzen Sie da einholen, wohin Sie Bericht über erfolgte Zahlg. gegeben haben. — Rufs. Grenze 6: MI. 9,60»' f. Schft. u. Ab. Febr. erh. 13 fort. Wollen uns gemeinschaftlich bessern.— C. v. Adorf: Av. 1. Qu. durch F. erh.— Schr. Rsbch.: Fr. 8,10 Ab. bis Ende April erh.- Morgenroth: ö. fl. l.70 Ab'. 1. Qu. erh. Alle 3 haben Ens 5 erh. Berechnen dafür ein Qu. und erwarten Ordre wegen der 10. Bs. an die österr. Gen. abgeg. Deren Antw. direkt.— F. Jonsch, N.-F.: Fr. 50.80 Ab. ä Eto. 41 Qu. K. erh.— Alte Flagge: Mk. 3.- Ab. '-| grmijh-uliaud verspätet. War verreist. 5 bruigr Nach- 10 45 10 liefrg.- Woltrnänii Brighton: ,y. o,to[iu jpovtu gutgtfct. Frd. Bst. will Erbetenes längst abgeschickt haben.— T. B. Frauenfeld: Fr. 6,— dem U.-Fd«. überwiesen.— S. D. Workingm. Club Land.: Fr. 2,85 Ab. 1. Qu. erh. uachgel.— A--» Lz. ö. st. 1,70 Ab. 1. Qu. erh. — A. G. R.: Mk. 3,— Ab. 1. Tstu. für K. erh. Abänderung v. E. vorgenommen-- o. H.: Bf, v. 2t>. 1. am 1.2. beantw. Preis: Mk.� IM pr. Qu. eii xWz.'— Casp.— g: Brief v. 20. 1. kostet 20 Et«. Strafporto. Je 15 Gramm kosten 20 Pfg. hierher und Sie srankiren mit 10 Pf. Machen Sie sich doch einen Knopf in die Nase, ivenn Sie's durchaus nicht merken können!— V. T. London: Denken Sie sich ettvas Eitelkeit mit Spleen vermischl iind eine Portion Verlogenheil darüber gestreut, dannn haben Sie das„Körnchen Berechtigung zu solchen Au- griffen" Jndeß, wir warten seiner Zeit in„ungemeiner Heiterkeit".— 15 i. Fc 1/i Ho Bei uns ist erschienen und kann durch uns iind die Vokksbuchhandtuilg bezogeil werden: Pl 10 10 Bi 1,5 10 Mi Bi S. gei Zweite Äuttage. Stieber's Verdruß. Sl (2 W (5 me Geheimschrifl zur Sicherung des Äricfverkehrs � � in und mit Zieutschland und anderen Läudern, iu denen' me die Reaktion ihr Wesen treibt. Zweite vermehrte Auflage. Mit großer, zum Aufziehen eingerichteter Chifferntafel. Press: 2>) Pi.---- 25 Cts. Der systematische Briesdiebstahl, welchen in Deutschland—»nd nicht■ Pf ininder in Oesterreich— die verbündete Post und Polizei gegenüber den Sozialdemokraten ausüben, macht für letztere eine Reihe von Sicherung«- maßregeln und für wichtige Mittheitungen selbst die Anwendung einer der Polizei unzugänglichen(Wheimschxist wöchig. Tie ausführliche Anlei- lung hiezu siudet sich in„S lieber'« Verdruß", der deshalb allen Parteigenossen, namentlich denen, ivetche viel mir Briejperkehr in Partei- angelegeicheite» zu rhun haben, zu empfehlen ist. Die Expeditio n»es„Soz.-Dem." �donnemvnts aui den„Sozialdemokrat" I_ werde» ausäer beim Verlag und dessen bekamiten Agenten— sowohl auf einzelne Monate als ganze Quartale jederzeit entgegen genommen bei folgenden Filialen: (jOllt � �b. Becker, Pre- l'Eveque 35. Basel Fritienschaft, Deutscher Verein. Ropeilliageu K Georg Hoftaann, Rattesund 16, 3. 3.& ö Antwerpen kb. voeueu, 6 Meistraar. Gent 1 Basse, St. liievenstraat 163. Brüssel Bertrand, Uhrairie. Rue du progres. Vomnove J- Blias. Buchhandlung, 136 rue Spintay. lultlrlo Charles Picreaux, 20 rue Luxembourg, Andrimont. T Ami ah Communist. Arb.-Bild.-Verein, 3 Peroy Street Totten- LU11UU11 ham Oourt. Koad."VV. B. Breul, 54 Polandt Street- Oxford Street. H. Rackow, 120 Islington High Street. F. Jonscher, 283 E. Houston Street. \Taw Vnvl' B. Bitzsche, 348 W. 37 Street Station E. ' 1') I 1A j(|S strauss, 356 East. 19 Street. Peter Knaner, 22 Churchstr. Room 26. t llica�'O.111. A- lanfermann, 74 Clyboni Avenue. Cilldnnati, 0. k'hilipp K. Iheohald. 5r. 391 Main-tr. St. LOllls MO. Gebr. Herminghaus, 1711 Franklin Avenue. fo! fei K. ob G N. toi ve AI tri (£, vo foi äh HS I ck»>,«!«»»» Comm. Arbeiter-Bildungs- Verein 3 Percy Street Tottenbam Court Road. Die'Wirthschaff des Vereins ist ggStVhet von Morgens 9 bis Xachts 12 Uhr. AVir crSachen die reisenden Genossen auf unsere Adresse zu achten. T. A. Der SekretBr: O. Lemke. foi lid all sch ffe tS Eibw-l,. S(ttin#bu4>tudttti HvNingen-Mriid.