Hrschewt wöchentlich einmal in Zürich iCchweiz) Nerlag «. Herter, Znduftriehall« Rirtiach-Zürich potseudukge» franco gegen franco. 11*0==? Gewöhnliche Briefe die nach der Schweiz kosten llNA Doppelporio. -rn.... �. Ävounements werden nur beim Verlag und dessen bekännten Agenten ent» gegengenommen und zwar zum voraus zahlbare« Vierteljahrspreis von: Fr. 2.— für die Schweiz(Kreuzband) Mk. 8. sH �Hl��arib'ttoutini) ft. l. 70 fitr Oestetreich(Couvert) Fr. 2. 50 mr alle übrigen Länder des Weltpostvereins �Kreuzband). Jentrat-Hrgan der deutschen Sozialdemokratie Juserste Die dretgespaltene Petitzeile 25 CtS. 20 Pfg. ier- -rk. das R? N». Sonntag, 6. März. 1881. Aoi« in die Korres?«ndellten und Adoinente» de«„S«iiiidl»«drit". Da d».Sozialdemokrat� sowohl in Deutschland all auch in Oesterreich»erboten ist, bezw.»ersolgt wird, und die dortigen Behörden sich alle Mühe geben, unsere Verbindungen nach jenen Ländern möglichst zu erschweren, resp. Briese von dort an uns >rer und unsere Zeitungs- und sonstigen Sendungen nach dort adjusangen, so ist die äusterst, vorficht im Postverkehr nothwendig und ahl- v teine Z orfichismahregel versäumt werden, die Brie'marder über den wahren«bseuder und Empfänger, iowie den Jnhall c>u dir Sendungen zu täuschen, und lehlere dadurch zu schllhen. Hauplersordernist ist hiezn einerseits, daß unsere Freunde so ielten als möglich an de».Sozialdemolrat'. resp. dessen Bcrlag selbst adresfiren, sondern fich möglichst an irgendeine unverdächtige Adresse außerhalb Deutschlands und Oesterreichs wende», welche stch dann mit uns in Berbmdung sehr; anderseits aber, daß anch uns möglichst nnversnnglich« �uftellungSadressen mitgetheilt werden. In zweifelhasten Fällen empfiehlt fich behusS größere« Sicherheit Rekommandirung. Soviel an uns lieg«, werden wir gewiß weder Mllhe noch kosten scheuen, um trotz aller ent- gegenstehenden Schwierigleiten den. Sozialdemokrat' unser» Abonnenten möglichst regelmäßig zu liesern, Der Staatssozialismus und die Sozialdemokratie. Tie Bismarck'schen„Reform"pläne, namentlich die Unfall- Versicherung und das Tabakmonopol, sowie die Ver- staatlichung der Eisenbahnen, haben in Deutschland viel Slaub aufgewirbelt. Diejenigen, denen die Bourgeoisgesellschaft höher steht, als die Monarchie, zetern über sie, als den Anfang des reinen Kommunismus; diejenigen dagegen, welche nur ein Ideal kennen, die Hohenzollernmonarchie, jubeln über die staats- sozialistischen versuche, als den Beginn einer weittragenden Reformihätigkeit, welche den arbeitenden Klaffen die Unentbehrlichkeit des Hohenzollernthums darlegen und dessen Thron mit neuen, festen Stützen versehen werde. Uns Sozialdemokraten erscheint das Wehegeschrei der Einen ebenso lächerlich als das Jubeln der Anderen. Wir wisien, daß dem StaatSsozialismus die Kraft fehlt, den Aufbau der neuen Gesellschaft vorzubereiten und die Emanzipation des vierten Standes anzubahnen, daß ihm die Kraft fehlt, die kapitalistische Produk- tionsweise aus den Angeln zu hebe» und daß er deshalb auch die Revolution in ihrem Anmärsche nicht hindern kann. Tieß gilt nicht nur vom Bismarck'schen Staalssozialismus, dieser lächerlichen Farce, die den Namen Sozialismus gar nicht verdient, sondern auch von dem weitergehenden Staatssozialismus der Herren W irgn er�-S-chassle und Konsorten. Ein Beispiel aus der Geschichte wird das beweisen: Als Ludwig XVi. im Jahre 1774 den französischen Thron bestieg, fand er Staat und Gesellschaft in einem Zustande der Agonie. Der feudale Staat und die feudale Gesellschaft hatten den Punkt erreicht, von dem an sie an ihren eigenen Konsequenzen zu Grunde gingen. Die Einnahmen des Staates waren den Ausgaben längst nicht mehr gewachsen, das Defizit ein ständiges geworden— dasselbe betrug jährlich rund 20V Millionen Livres. Eine Verminderung der Ausgaben, eine Vermehrung der Einnahmen waren unter dem feudalen Regime unmöglich, weil sie einen Verzicht aus die feudalen Vorrechte bedeutet hätten; die Ver- Minderung der Ausgaben bedeutete einen Verzicht auf den höfischen Prunk, der 40 Millionen jährlich kostete, auf die ade- ligen Pensionen, die sich auf 30 Millionen jährlich beliefen, einen Verzicht auf die Offiziersbesoldungen, die 50 Millionen, und auf die Bezüge des Hofadels, die 140 Millionen jährlich verschlangen. Um aber die Einnahmen zu vermehren, wäre es nothwendig gewesen, Kirche und Adel in stärkerem Maße als bisher zur Besteuerung heranzuziehen; einerieits schon deswegen, weil sie bis dahin fast steuerfrei gewesen waren und andererseits, weil das Volk nicht mehr Steuern zahlen konnte. Denn die feudale Produktionsweise war bereits aus einem Förderungsmittel ein Hemmniß der wirthschaftliche» Entwicklung geworden. Außer in der Ve« de e, wo noch patriarchalische Zustände herrschten und der Edelmann noch der Schützer, Pfleger und Berather seiner Bauern war, die er als Schutzbefohlene betrachtete, halte sich in ganz Frankreich aus der feudalen Landwirthschast ein dem irischen ähnliches Pachtwesen entwickelt: der in unzählige kleine Parzellen zersplitterte Boden wurde verpachtet, wobei die Hälfte des Ertrages an den Gutsherrn entfiel, der überdieß alle Lasten des Gutes aus den Pächter abwälzte. Eine Entwicklung der Landwirthschast war unter diesen Bedingungen unmöglich; die Aristokratie war aus einer nützlichen eine überflüssige, ja schädliche Klasse geworden. Aehnlich stand es mit Handwerk und Industrie. Die Innungen, Zölle, staatlichen Vorschriften, einst nützliche Schutz- Vorrichtungen, waren beengende Fesseln geworden, welche das Volk in Armulh und Elend erhielte». Das waren die Verhältnisse, als Ludwig XVI. zur Regierung kam. Daß diese Verhältnisse geändert werden mußten, das sah jeder denkende Mensch ein, nur über das Wie waren die An- sichten verschieden. Jeder wollte den Pelz waschen, ohne ihn naß zu machen. Aber die Männer, die zur Regierung kamen und mit klaren Augen die Verhältnisse übersahen, wurden schließlich mit Natur- nothwendigkeil dahin gedrängt, zu erklären: um die Monarchie zu retten, gebe es nur einen Ausweg, daß sie sich selber an die Spitze der Reformbewegung stelle, und der kapitalistischen Produkrionswclse zu ihrem Rechte verhelfe. Was Ludwigs erster Finanzminister Turgot von Anfang an verlangte, das zu ver- langen sahen sich dessen Nachfolger Necker und Calonne nach einer Reihe von Kredltoperationen und finanziellen Jongleur- stückchen gezwungen: Abschaffung der Kornzölle, derFrohnden, derZünfte, E inrichtung von Kredit» instuten, Herbeiziehung von Adel und Klerus zu den Steuern. Und der Erfolg? Jeder der drei Finanzminister wurde gestürzt, sobald er mit diesen Forderungen hervortrat, trotzdem der König aus ihrer Seite war. Das Königthum ist nur das Werkzeug der herrschenden Klassen, diese sind seine nächste Umgebung, seine Stützen, ihre Interessen muß es wahre, 1, ob es will oder nicht. Aber nicht nur Adel, Geistlichkeit, Parlamente sdi« Büreaukratie) und die Zunftmeister erhoben stch gegen diese Minister— nein, auch das Volk! Das Volk war unzufrieden, zur Verzweiflung gebracht, oppo- sitionell; aber zum Theil, ohne fich über die Ursache,: seiner Stimmung klar zu sein. In seinem dunklen Drange nach Sprengung seiner Fesseln schloß es sich jeder Opposition an, die der Regierung feindlich gegenüber trat. Dasselbe Volk, welches später mit wenigen wuchtigen Schlägen Zünfte, Parlament und Adel zertrümmerte, jubelte ihnen jetzt zu, weil sie der Re- gierung Opposition machten. Der klar denkende Theil des Volkes schloß sich ihnen an. Dieser wollte nicht Reformen aus den Händen einer despotischen Regierung, er wollte nicht Reformen, welche blos bestimmt waren, dem Absolutismus neue Kraft zu geben. So hatten die Resormversuche Turgot's, Neckers und Calonnes nicht den Erfolg, die Revolution zu verhüte», sondern blos den, das Volk aufzurütteln, die neuen Ideen unter ihm zu verbreiten, die Interessengegensätze zu verschärfen, kurz die Revolution in den Köpfen zu vollenden! Ihre Reformversuche haben die Lebensdauer des allen Regimes um keine Minute verlängert, sie waren blos Eingeständnisse der. Erkenntniß, daß es auf dem bisherigen Wege nicht weiter gehe, sie waren bloS die Bankrotterklärung des bestehenden Staates, der bestehenden Gesellschaft! Die Moral für unS aus diesen Thatsachen zu ziehen, ist wohl nicht schwer. Die Militärmonarchie und die kapitalistische Produktionsweise sind heute auf demselben Punkte angelangt, aus dem die feudale Produktionsweise und die feudale Monarchie vor hundert Jahren in Frankreich angelangt waren. Das Defizit ist eine regelmäßige Erscheinung unserer Budgets geworden. Die Ausgaben können nur verringert werden, wenn man den Beuteamheil der Herr- schenden Klassen am Staatsvermögen streicht, die Zivilliste, die Gc- halte und Penstonen der hohen Militärs und Beamten, die Eisen- bahn-Subventionen und die Staatsschulden. Die Eiw nahmen können aber nur vermehrt werden durch Bejeitigung der Pri- vilegicn der Bourgeoisie, durch ihre Expropriirung und die Ein- sührung der Staatswirthschaft— Tabaksmonopol, Staats- eisenbahnen jc. Rur durch Akzeptirung sozialistischer Ideen können die Staatseinnahmen vermehrt werden, denn das Volk ist außer Stande, eine Vermehrung seiner direkten und indirekten Steuerlast zu ertragen, da die kapitalistische Produktions- weise bereits aus einem Förderungsmittel zu einem Hemmniß der wirthschaftliche» Entwicklung geworden ist. Ihre Produktivität hat nur mehr die Ueberpioduktion und die Verminderung des Konsums zur Folge, sie überantwortet das ganze Volk »ill Ausnahme weniger Begüterter dem Elend, die Bourgeosie ist aus einer nützlichen zu einer überflüssigen, ja schädlichen Klasse geworden. Die Durchführung sozia- listischer Ideen kann auch in wirthschaltlicher Beziehung allein diesen schädlichen Wirtungen entgegenarbeiren und sie zum Theile Paralysiren. Ter StaatSsozialismus ist also ebenso ein natürliches Produkt unserer Zeit, als die Reformideen Turgots, Neckers und Calonnes Produkte des vorigen Jahrhunderts, und es ist ganz natür- lich, daß alle jene denkenden Männer, denen die Monarchie höher steht, als die Bourgeoisie, Schässle und Andere, Staatssozialisten werden. Womit nicht gesagt sein soll, daß alle Staatssozialisten denkende Men- schen sind. Aber ebenso, wie jene Männer des vorigen Jahrhunderts scheitern mußten, ebenso naturnothwendig müssen es jetzt die Staats sozialisten. Selbst wenn Bismarck ebenso ehrlich und verständig als Turgot wäre, wenn seine Reformen mehr wären als ein blindes Tappen und Experimentiren ohne Klarheit und Plan, blos eingegeben von der Erkenntniß, daß man auf dem bisherigen Weg nicht mehr weiter kann, selbst wenn er mit seiner Wirthschaftsreform wirklich die Arbeiter emanzipiren wollte, wenn er die Parteien nicht blos als Schachfiguren betrachten würde, die nur dazu da find, gegeneinander ausgespielt zu werden, selbst wenn die staatssozialistische Bew gung auf der Höhe eines Schässle und Wagner stünde, anstatt in bornirter christlich-germanischer Judenhatz wohlfeile Lorbeeren zu suchen, selbst wenn sie Alles das wäre, was sie sein könnte und was sie nicht ist, selbst dann wäre sie aussichtslos. Noch beherrscht das Kapital die europäischen Staaten und das wird nie zugeben, daß wirkliche sozialistische Pläne zum Durchdruche gelangen. Schon jetzt ist es ganz aus dem Häuschen gekommen über des„Genialen�' „Reform"Pläne, welche s eh r blaßröthlich sind; seine und seiner Organe— der„ öffentlichen Meinung"— Opposition würde in demselben Maße wachsen, in welchem die Reformen sozia- listischer, arbeiterfreundlicher würden; so servil sie sonst find, jede an Sozialismus streifende Maßregel werden sie ebenso energisch bekämpfen und verhindern, als die Notabeln und Parlamente Alt-Frankreichs die Reformpläne der Finanzminister Ludwig XVI. zu verhindern gewußt haben. Und. das Volk wird die Opposition stützen, dasselbe Volk, welches seiner Zeit die Bourgeoisie mit ihrem ganzen Anhang zertrümmern wird. Es wird Opposition machen, thefls instinktiv, weil das Volk, wenn es leidet, wenn es unzui� frieden ist, sich vor Allem stets gegen die Regierung auf� lehnt; zum Theile aber auch bewußt, weil es nicht will, daß die Hohenzollernmonarchie neue Kraft aus den Reformen sauge, und weil ihm das Brot ohne Freiheit kein gesichertes und kein würdiges erscheint. Denn der Staatssozialismus betrachtet das Land ebenso als Domäne des Monarchen, wie es Turgot, Necker und Calonne betrachteten; er will blos die jetzige miserable Verwaltung der» selben durch eine rentablere ersetzen, deren Profit der Monarchie zusallm soll. Während die Sozialdemokratie Alle zu Theilhabern der Gesammtkapitals macht, setzt der StaatSsozialismus an Stelle vieler Kapitalisten einen, den Monarchen; eine AuS- beutung der Arbeiter ist da ebenso gut, ja noch besser möglich, wie heute— und nach den Antezedcntien der Hoherzollern nichts weniger als unwahrscheinlich. Für den StaatSsozialismus erwärmen stch daher weder die Unwissenden noch die Wissenden unter den Arbeitern. Am allerwenigsten aber wird sich Jemand von so impotenten Mach- werken wie dem Unfallversicherungsgesetz ködern lassen. Die staalssozialistischen Anwandlungen unserer Machthaber werden und müssen daher scheitern, sie werden nicht die Brücke zum Kommunismus bilden, sie werden aber auch die Monarchie nicht retten können; die Bourgeoisie zieht das Königthum mit sich in den Abgrund— wenn der Mantel fällt, muß der Herzog nach! Der StaatSsozialismus wird also nur e i n Resultat haben, dasselbe, welches die Reform- versuche am Ende des vorigen Jahrhunderls hatten. So wie diese«weckt er in den Köpfen das Interesse an den revolutio- nären Ideen; so wie diese macht er dem Volke klar, daß eS ein Recht auf ein besseres Lebe» habe; so wie diese, zeigt er, daß man auf dem bisherigen Wege unmöglich mehr weiter kann, daß Neues geschaffen werden muß, wenn mchl binnen Kurzem Europa versumpfen soll kurz, der StaatSsozialismus ist die Bankerottrklärung des modernen Staates und der modernen Gesellschaft. L�mwaeffos. Zu den Wahlen. v. Wir haben in den früheren Artikeln ausgeführt, wie noth- wendig es ist, daß die Sozialdemokratie gerade bei diesen Wahlen, den ersten nach dem Attentatsgesetz und Gesetzesattentat, ihr Programm vollständig und in seiner ganzen Schärfe vertrete. Wir haben ausgeführt, daß unsere Partei, die keine parlamen- tarische Partei ist, sondern den Parlamentarismus nur als Agi- tationsmittel benutzt, sehr wohl den Verlust eines, ja aller Mandate verschmerzen könnte, daß aber eine Abschwächung ihres Programms, von einem Ausgeben gar nicht zu reden, ihr im höchsten Grade verderblich sein müßte. Wir haben des Weiteren auf die Pflicht hingewiesen, de» gesteigerten Verfolgungen gesteigerten Much, rücksichtslose Opferfreudigkeit entgegenzusetzen, und haben unsere Berliner Genossen, die im Hauptquartier der Reaktion und der Korruption unentwegt, mit ungebrochener Organisation und un- erschütterlicher Disziplin, gehobenen Hauptes den Kampf führen, als leuchtende Beispiele und Vorbllder bezeichnet. Wir haben nun die Verhältnisse und Bedingungen, unter denen der Wahlkampf zu führen ist, einer kurzen Musterung zu unter- werfen. Was zunächst auch selbst dem oberflächlichen Beobachter auf- fällt, ist, daß gegenwärtig der Sozialismus und die sozialistische Bewegung unsere ganze politische Entwicklung beherrscht. Der Sozialismus ist in der That die Signatur der Zeit, er steht obenan auf der Tagesordnung der Reichsregierung wie der Parteien. Fürst Bismarck ist gezwungen, das sozialistische Arsenal zu plündern, um seiner bankrotten Staatskunst auf die Beine zu helfen; und alle uns feindlichen Parteien, ohne AuS- nähme, wetteifern miteinander in Arbeiterfreundlichkeit und in Vorschlägen zu Gunsten und im Interesse der Arbeiter. Es ist dies ein Kompliment für die Sozialdemokratie, wie es schmeichelhafter nicht gedacht werden kann. Und eine Anerken- nung, die in dem bevorstehenden Wahlkampf vortrefflich zu verwerthen ist. Haben die Regierungen, haben die Bourgeois-, Pfaffen- und Junkerparteien, hat Fürst Bismarck je aus eigenem Antrieb etwas für die Arbeiter gethan, nur daran gedacht, etwas für sie zu thun? Die Geschichte der letzten 18 Jahre— wir greifen nicht hinter die Aera Bismarck zurück— gibt die Antwort: Nein und abermals Nein! Nicht das Mindeste ist ge- schehen; einige philantropische Maßregeln, zu denen man sich wohl oder übel entschließen mußte: das Haftpflichtgesetz und gewisse Bestimmungen der Gewerbeordnung, sind so verpfuscht oder so nemraltfirt worden, daß sie so gut wie werthlos sind. Das Zentrum, welches mitunter sozialistische Allüren annahm und den Arbeitern stets vor den Wahlen Versprechungen machte, hat absolut nichts gethan und seine Versprechungen mit Mou- sang'scher Unverfrorenheit gebrochen. Und die Nationalliberalen, Fortschrittler und Konservativen machten nicht einmal Versprechungen. In ihren Augen hat der Arbeiter kein anderes Recht, als das, den Kapitalisten zu be- reichern und die Blut- und Geldsteuern zu bezahlm. Fordert er ein anderes Recht, so verläßt er den Rechtsboden und muß in die gebührenden Schranken zurückgetrieben werden. Höchstens, daß die Konservativen, im Einklang mit den Schwarzen, hie und da die Rückkehr zu den Innungen und der mittelalterlichen Arbeitsbeschränkung als Panacee des armen Mannes empfahlen und daß die Fortschrittler und Nationallibe- ralen von Zeit zu Zeit die große Reklamentrommel rührten für die deutsche Karrikatur der englischen Trades-Unions, genannt Hirsch-Dunkersche Gewerkschaften, und gegründet, um die Arbeiter- frage zu lösen im Sinne der— Bourgeoisie. Das war Alles. Nichts oder ei» bischen unverschämter Humbug. Wie anders jetzt! Welcher Wechsel der Szene! Vor dritthalb Jahren trugen sie Alle die Scheite zusammen zu dem Holzstoß, aus welchem die Sozialdemokratie verbrannt werden sollte— wir sagen Allel Denn auch die beiden Parteien, welche gegen das Sozialistengesetz stimmten, das Zen- trum und die Fortschrittspartei, thaten es nur aus politischen Oppositions- und Opportunitätsgrüuden und billigten im innersten Herzen das schmachvolle Autodafe, das sie zum Theil durch ihre niederträchtigen Hetzereien hatten ermöglichen helfen— wir erinnern an Eugen Richter! Vor dritthalb Jahren schleppten sie Alle die Scheite zusammen und erleichtert athmeten sie aus, als der Holzstoß emporflammte und die sündige Sozialdemokratie einäscherte.— Und heute müffen sie zerknirscht bekennen, daß sie statt der Sozialdemokratie eine lächerliche Vogelscheuche verbrannt hatten, die sie in ihrer Dummheit und Angst für die Sozialdemokratie gehalten; sie sehen, daß die wirkliche Sozialdemokratie gesund und munter ist, und sich des besten Wachslhums erfreut nach Innen und nach Außen. Und ahnend, daß die Sozialdemokratie ein Wesen ist, gefeit gegen Feuer und auch gegen de» Säbel, der haut, und die Flinte, die schießt, suchen sie jetzt in ihres Herzens verdoppelter Angst durch Zugestänvniffe an die Arbeiter den bösen Dämon zu bannen, dem sie mit Gewalt nicht beikommen können. So jämmerlich, unreif, stümperhast die mehr oder minder sozialistisch angehauchten Versuche zur„ Arbeitergesetzgebung" find, welche in diesem Augenblick die Reichsregierung und die Preffe der liberal- und konservativ-reaktionären Parteien beschäftigen, sie find, man mag sie wenden und drehen, wie man will, sie sind «in unfreiwilliges Ehrenzeugniß, welches unsere Feinde der Sozialdemokratie ausstellen, sie sind ein Triumph der deutschen Sozialdemokratie. Die Gesetzesvorschläge, welche die Reichsregierung dem Reichstag in der jetzigen Session vorlegt, sind, sie mögen noch so reaktionär sein, Konzessionen an das sozialistische Prinzip, Konzessionen, den herrschenden Klasseuund Faktoren abgerungen durchdieSozial- demokratie. Feuilleton. Revolutionäre Gedenktage. der 24. Febriiar 1848. (Schluß.) Der König war durch die Lektion dieser Tagesereignisse nicht umgestimmt oder belehrt; wohl wollte er seine Minister wie verschlissene Schuhe wegwerfen, aber deren Politik nicht aufgeben. Wie ein Krämer feilschte er mit dem Grasen Mols und suchte die Menge mit leeren Versprechungen „zur Raison" zu bringen, so daß Mols sich resultatlos zurückzog. In der Stadt hatte sich der Jubel von Stunde zu Stunde gesteigert; als der Abend kam, illumimnen einzelne Quartiere, und Menschenhaufen durchzogen die Straßen, überall Illumination fordernd. Gegen 10 Uhr ließ sich vom Boulevard Mommarlre der Gesang der Marseillaise ver- nehmen; ein großer Hansen Arbeiter und Ziationalgarden aus den Vor städten kam in guter Ordnung gezogen. Trommeln wirbelten und zwischen den qualmenden Fackeln flatterten die Fahnen. Unter den 2000 Mann waren säst keine Bewaffnete. Vor der Redaktion des„National", des Hauptorgaus der bürgerlichen Opposition, machte der Zug Halt. Eine Rede des Redakteur« Marrast wurde mit den Rufen•„Es lebe die Reform!"„Nieder mit der Munizipalgarde!"„Neue liberale Minister!" beantwortet.— Noch war dies das Ziel der Bewegung. Dann zog der Hause weiter, sich immer neu rekrutirend, und am Eingang der Frieden«- straße stellte sich ein Hausen bewaffneter Barrikadenkämpfer mit einer rothen Fahne an seine Spitze! Run ging es vor Guizot's Wohnung. Dort stand ein Bataillon des 14. Linien-Regiments im Karree aufgestellt und verwehrte den Durchzug. Ein Mann mit der rothen Fahne näherte sich dem Karree— als plötzlich ein Schuß und im nächsten Moment eine Salve krachte. Ein furchtbarer Schrei ertönte und Alle« stob wild aus- einander. Keine Aufforderung, kein Trommelwirbel war dieser entsetz- lichen Metzelei vorangegangen. 50 Todte und Verwundete blieben am Platze! Dieser Heimlückische, feige Mord war das Signal zur Revolution! Ganz Paris ertönte von den Rufen:„Zu den Waffen! Wir sind verrathen! Man mordet uns! Rache! Rache!" Die Leichen der Gefallenen wurden, von Fackeln umleuchtet, durch die Straßen gefahren und überall mit dem drohenden Zornesschrei nach Rache begrüßt. Dazu krachten einzelne Flintenschüsse und heulten die Sturmglocken das blutige Lied der Vergeltung. In den Tnilerien lachte und scherzte man, bis nach Mitternacht die Kunde von dem Ereignisse dort anlangte, aber Niemand hatte eine Ahnung von der Tragweite desselben. Trotzdem ließ der König Thiers rufen, und dieser verfaßte eine Proklamation an das Volk. Dan» legten sich Beide schlafen, in der Hoffnung auf die Wirksamkeit dieses„Blattes Papier." Das Proletariat aber schlief nicht. Die Proletarier, im Stiche gelassen von der Bourgeoisie, gingen um so energischer vor. Alle legten Hand au, die Jungen wie die Alten, die Starken wie die Schwachen, die Sieger des Tages trotz ihrer Ermüdung, die Weiber trotz der Um diese Thatsache kommt man nicht herum. Und sie soll uns eine schneidige Waffe sein. Und auch um die andere Thatsache kommt man nicht herum: Daß dieses Zugeständniß an den Sozialismus das Eingeständniß enthält, daß das Sozialistengesetz und überhaupt die Verfolgungen gegen die Sozialdemokratie aller und jeder Berechtigung entbehren und ausschließlich das Bestreben, die Staatsgewalt in den Händen der besitzenden und ausbeutenden Klaffen zu mono- polistren, zum Grunde haben. Die Kurzsichtigen! Als ob Sozialismus und Monopol sich vertrügen! Bismarck ist heute in ähnlicher Lage, wie die Vertreter der absoluten Monarchie in Frankreich zu Ende des vorigen Jahrhunderts. Sie spielten mit dem Feuer der bürgerlichen Revolution, unterstützten die republikanischen Rebellen in Amerika— und das Feuer, mit dem sie spielten, wurde zur französischen Revolution, welche die Monarchie verzehrte. Bismarck spielt mit dem Feuer der proletarischen Revo- lut ion. Und dieses Feuer ist noch etwas gefährlicher als das der bürgerlichen Revolution. Er wird sich die Finger verbrennen. Und mehr. Die deutschen Arbeiter sind keine Peruaner oder Paraguayten, die sich, unter die Pfaffenpeitsche oder den Korporalsstock geduckt, in die Kaserne des Äismarck'schen Zunft- und Polizeisozialismus einsperren lasten. Der Sozialismus setzt den freien Staat voraus. Und der absolutistische Staat, der heutzutage den Staats- sozialismus einzuführen sich vermißt, spricht und vollzieht sein Tod esur theil. bereine gestimir Unve Krix.- die Rel der stri und de daß er Lern Ch seien setzte d lichen i siiren. sich der bereilw die bei! lehrer Z Widers: Tag vi eine Ar falls d rnielhet lies bri Forder Abel Uni s i Polizei abtrete von Ul ium P daß er aus d der Ai erzähln Augen Tahin Jahre aus b dieselt» Und P Rur > Pelerss erschiei in Am legte i frug, r gegen Und sc Brix was a In Fi lange i cX Aus Dänemark. a"'>t'— Kopknhagrn, im Januar. Wenn ich seit langer Zeil von hier lirten Vichts berichtete, so geschah dies einestheils, um den Vorkommnissen in wäre Deutschland Raum zu lassen und dann, um der Entwicklung hierzulande cjjt nicht vorzugreifen. Das Jahr 1.880 ist für die Sozialdemokratie in Dänemark von hoher Bedeutung gewesen, denn nachdem die Aufregung, tätige � Pio's Verschwinden hervorgerufen, sich langsam gelegt hatte, kamen andere Männer an die Leitung der Partei, die sich nicht als von Gott selbst Sandte Führer ausdrängten, sondern durch Wahl aus der Partei selbst luna hervorgingen. dem Das Austreten der Partei den Behörden gegenüber zum Schutze der a[g Arbeiter beim Abtragen der allen Festungswälle, verfehlte seinen Zweck .'land>veder bei den Arbeitern noch beim Magistrat, der sich durch dasselbe \ genöthigt sah, die Arbeiten weniger billig, aber auch weniger lebens- 'der ll�sührlich für die betheiligten Arbeiter ausführen zu lassen. Die kurz . � daraus stattfindende Reichstagswahl im 5. Kopeuhagener Wahlkreis zeigte, Sieg sich die Anschauungen gegen srllher bedeutend geändert hatten, denn )ru(j genau ein Drittel der abgegebenen Stimmen fiel auf unfern Kandidaten auch �iundberg, während der konservative Professor Goos die Stimmen aller guten Herren Sörensen(der Spitzname des dänischen Spießbürgers) essen fort- und rückschrittlicher Gangart aus sich vereinigte. Er konnte es sich pCr< aber nicht versagen, sür seine Person das Versprechen abzugeben, er werde bei jeder Gelegenheit das Interesse der Arbeiter und Kleinbürger wahrnehmen. dann®m paar Studenten waren mannhaft in den Wahlversammlungen als lcheu Kämpfer für Freiheit und Recht aufgetreten und dieselben arbeiten auch ören heute noch unermüdlich im gleichen Geiste sort. Bald nach der Wahl iheit' fr"1™ sie zusammen und suchten noch mehrere Kollegen für unsere Sache ' zu interessiren, so daß seil dieser Zeit jeden Sonntag Nachmittag im � großen Saale des Versammlungsgebäudes öffentliche und unentgeltliche Vorträge, sowohl naturwissenschaftlichen als geschichtlichen Inhaltes, ab- gehalten werden, die von Seiten der Arbeiter zunehmend besucht werden. Als leuchtende» Vorbild für die akademischen Bürger anderer Länder der glaube ich das nicht unerwähnt lassen zu sollen und so sei der Stifter htm dieses nützlichen Studentenklubs, Student S chj öd t, hiermit oem der Achtung der Enterbten der modernen Gesellschaft empfohlen. ■ Wenn ich oben sagte, daß das verflossene Jahr eines der bedeutendsten . gewesen sei sür die Entwicklung des Sozialismus in Dänemark, so gilt sentldas nicht sür Fortschritte und Erfolge, sondern nur insofern, als sich die lnen, Partei gereinigt, geklärt und gefestigt hat, sowohl nach Außen als Haupt- ! die j sächlich nach Junen. Und es war auch die höchste Zeit; denn schon im bei Oktober wurde die Partei einer neuen Prüfung unterworfen. Harald aigte Brir, der Genosse Pio's und Geless's, hatte in Horsens die 3'/, Jahre Ber- � abgebüßt, zu denen er wegen Majestätsbeleitigung, Gotteslästerung, ver- Beamtenehrverletzung u. s. w., vcrurtheilt worden war, wie ich seiner mir Zeit im„Vorwärts" berichtete und saß nun noch im hiesigen Polizei- der gesängniß einige kleinere Preßvergehen ab. In einer Delegirtenversamm- rnste lung der Theilhaber(Fachvereine) des Blattes„Sozialdemokraten" stellten eine zwei verblichene Größen den Antrag, Herrn Brix sofort nach beendigter Ver- I Strafzeit seinen früheren Platz als Expedient des Parteiorgans wieder ein � einzuräumen. Der Antrag, sür den tüchtig agitirt worden war, wurde bei aber zum Leidwesen der Antragsteller gegen 5 Stimmen mit einigen 40 ab- iltet; gelehnt. Am Weihnachtsabend wurde Brix unerwartet in Freiheit gesetzt ießt, und gmg nun unverzüglich ans Werk, sein Ziel zu erreichen. Dienstag nsten den 4. Januar berief er eine Arbeiterversammlung ein, die von einigen ■ dir tausend Menschen besucht war, so daß viele auf der Treppe, im Hose und sogar aus der Straße standen. wir In der Versammlung nun riß Brix in einer fulminanten Rede Alles und und Alle herunter, Nichts und Keiner taugte Etwas, nur Er allein sei r g e der Mann, der helfen wolle, könne und werde. In manchen Dingen mit mochre ev wohl Recht haben, es könnte manches besser sein; aber wer Sie, träge die Schuld daran? Er nebst Pio und Geleff! Mir war es nicht es, mehr möglich gewesen, Eingang zu erhalten, obgleich ich rechtzeitig er- den schienen war, am Tage darauf erfuhr ich indeß, daß der Herr Tischler der! Forsberg, der Zimmermann L. Andersen und der Chemiker und Sprach- e n, lehrer W i l l i a m F l e u r o n u lins Petersen die Mitstr efter und �rer> Schildknappen Brix' waren. Als Zweck der Versammlung harte sich die Wahl eines Komites heraus- auf gestellt, welches im ganzen Lande Beiträge sammeln sollte, um den, �perrn Harold Brix, eine„Ehrengabe" zu überreichen, und Herr W. ,<' Fleuron, der bei dieser Gelegenheit erst bekannter wurde, fnngirte als ' 9 Zentral-Kassierer. Das Unternehmen rentirlc aber schlecht, denn es '«che brachte nicht einmal 100 Kronen ein und ist heule aufgegeben, da die jetzt hiesigen Arbeiter nicht mehr so leichtgläubig und gimnüthig sind wie (ftcn vor vier Jahren. Da Ehren-Brix den ersten und zweiten Ztveck lall« erreichte, so trat er mehrsordernd aus. Er beanspruchte nun als l«us angeblich rechtmäßiger Eigenthümer die ausschließliche Verfü- zu g u n g über das Parteiblatt und die Fachvereine, welche die Schulden be- �r drei sauberen Herren bezahlt hatten, sollten sich selbst vor die Thüre illen Jnjolgedessen wurden zwei Konlraheiiten-«Telegirtcn-) Versamm- rö'ingen nöthig. In der ersten würde diese unverschämte Ziimuthung rund- weg abgelehnt, während die zweite, welche vollzählig besucht war, sich mng Mit einer neuen, aber schon bescheideneren Forderung zu beschästigen hatte. Brix beanspruchte nun blo« noch ein Drittel des Gebrauchs- vechles und die Hälfte der Stimmen für sich. Bei dieser Gelegenheit stimmten 49 dagegen und LO dafür, die letzteren meist nur deshalb, weil - fic durch die vorher stattgehabten Generalversammlungen der betr. Fachische, l vereine gebunden waren, sonst hätten sie größtentheils auch dagegen fest, bestimmt. tillt:, Unverschämte Bettler lasse» sich nicht leicht abweise» und so auch Herr rt zu 5% Im Folketying war, wie früher, der Autrag eingebracht worden, die Regierung möge eine Summe zur Unterstützung der Arbeitslosen in dem � strengen Winterzeit verwenden. Viele sprachen dagegen. Einige dafür einer � der Minister Kheel verstieg sich in seiner ablehnenden Rede dahin, »den er sag'o, wenn außerordentlicher Nothstaud herrschte, so wäre er r die"t1"11 dazu bereit, der gegenwärtige aber sei etwas gewöhnliches und das , seien die Arbeiter gewöhnt. Diesen Ausspruch des Ministers reich!•�te der Sozialdemokratisk-Forbund auf die Tagesordnung einer össent- > vor-fheu Arbeiterversammlung, um laut und vernehmlich dagegen zu prote- liacht v- der Saal im Versammlungshause schon besetzt war, wendete wen der Vorstand an den Vorsitzendeu des Freidenkervereins, welcher auch wirk-.Veilwilligst den von ihm gemietheten Saal abtrete wollte, indeß legten icns- � beiden anderen Vorstandsmitglieder ihr Veto dagegen ein. Hr. Sprach- obert �hvex W. F l e u r o n sollte einen Vortrag halten„Uber die Nplturkräfte im Re« I isUderspruch mit. der Theologie", und das durfte nicht auf einen andern Tag verschoben werden, weil, sein Freund Brix am folgenden Abend selbst . � eine Ardeilerversammluug einberusen wollte mid auch berief, welche eben- 1 falls den Ausspruch des Ministers zum Thema hatte. Ter Parteivorstand vstethete nun einen andern Saal, die Versammlung fand statt und ver- einen ljxf brillant, während die von Brix sehr schwach ausfiel und blos die I Forderung stellte, dieser Minister müsse zurücktreten. den| Aber ein lustiges Zwischenspiel ereignete sich tvährend des Streites thre, Der Wirth, ein höchst beschränkter Mensch, war von der s"!'! �v'ifti angewiesen worden, den Saal nicht an deu sozialdem.„Forbund" d die abtrete» zu lassen und war ihm Schutz zugesagt worden. Als ihm nun stutzt von unserer Seite ziemlich scharf zugesetzt wurde, lies er auf's Rathhaus v?VN zum Polizeidireklor Crone, mußte aber ungewöhnlich lange warten, sv "ieg, daß er ganz verdrießlich wurde. Endlich öffnet sich die Thüre. und heraus | au? dem Zijmnir des Herrn Elatrathes Crone trat— der Märtyrer nur der Arbeiter, Herr Harald Brix, wie der einfältige Wirth später selbst rlage. erzählte. Dies Geschichlchen hat nun auch dem leichtgläubigsten Arbeiter die lu Augen über Brix geöffnet und ist derselbe als abgethan zu betrachten. Zenen Dahin ist die Korrespondenz in einer der letzten Nrn. des„Sozialdem." vom mem Jahre 1880, welche nicht von mir war, zu berichtigen, was von mir aus bereits damals sofort gegenüber der Redakliou geschah, ivie mir i dieselbe gewiß bestätigen wird. Man nmß eben die hiesigen Verhältnisse erden und Personen näher kennen, da der Schein bekanntlich trügt.! mit Run noch Einiges Uber den Chemiker und Sprachlehrer Fleuron alias wird, Petersen. Er ist der Sohn de« hiesigen Schmiedemeisters Fleuron und r g a- I erschien vor Weihnachten plötzlich hier, nachdem er sich angeblich vorher lande in Amerika, Irland, Frankreich und sonsten herumgetrieben. Tie Redaktion rinde legre ihm die Nummer des„Sozialdem." vom 14.-Nov. 1880 vor und u a r frug, ob er die darin gekennzeichnete Persönlichkeit sei, und was er da- o n- gegen zu sagen habe. Er schinipfte natürlich wacker aus die Deutschen des und sagte, er würde die Redaktion verklage». Als er sich endlich an Brix anschloß, brachte das hiesige Parteiorgan die betr. Stelle und was antwortete Fleuron hierauf? Er verklagte das hiesige Blatt! In Folge dessen wurde er aus dem„Sozialdemokr.-Forbund" aus so lange ausgeschlossen, bis er sich gerechtfertigt habe. Sein erstes öffentliches Auftreten hier in seiner Vaterstadt war, daß er eine öffentliche Versamm- lung einberief, in welcher er gegen ein Entree von 20 Oere die irischen Zustände als Augenzeuge schildern wollte, d ie aber höchst kläglich ver- lief. Hierauf hielt er im Sozialdem. Forbund einen Vortrag über die anarchistische Bewegung in Europa, der ihm auch keinen Dank einbrachte, bis er sich an seinen gegenwärtigen Kumpan H. Brix anschloß und nun mft ihm gemeinschaftlich schlechte, sehr schlechte Geschäfte macht. In den nächsten Tagen läßt Brix ein Konkurrenzblatt erscheinen, an welchem Fleuron mitarbeitet. Was die Zukunft uns ferner noch bringen wird, soll getreulich berichtet werden, für heute nur noch die Nachricht, daß sich die hiesigen Genossen, durch das Austreten der oben genannten Herren gewitzigt, offen und ehrlich für die deutsche sozialdemokratische Partei erklären, mit den politischen Abenteurern aber, welche die deutschen Arbeiter als Werkzeug für ihren Ehrgeiz benutzen wollen, nichts zu chun haben und jede Jdentifizirung mit ihnen energisch ablehnen. Jörgen Gaardmand. Anmerk g. d. Redaktion: Obwohl wir durchaus keinen Grund haben, die Ausführungen unseres werthen Genossen und Korrespondenten irgendwie anzuzweifeln, so müssen wir dennoch ihm die volle Verant- wortung sür den obigen Bericht überlassen, da die Redaktion den Ver- hälwissen in Dänemark zu fern steht, um zu den dortigen Zwistigkeiten ohne Weiteres Stellung nehmen zu können. Sozialpolitische Rundschau. Schweiz. — Der Siänderath hat wider alles Erwarten den Antrag der Kommission aus Lleseitigung der Haftpflicht mit 24 gegen 18 Stimmen abgelehnt, aber, wie aus der Dis- kussion zu ersehen ist, nur aus Furcht vor den Arbeitern. Die sehr energische Eingabe des Grütlivereins und der allgemeinen Gewerkschaft Chur— anderwärts hatten die Arbeiter es vor- gezogen, ihre Interessen mit der Schlafmütze zu veriheidigen— scheint den Herren Respekt eingeflößt zu haben. Die Gegner des Gesetzes bekämpften es mit den einfältigsten Einwänden: es schaffe ein Privilegium(!) zu Gunsten der Arbeiter! Durch Vogelschutzgesetze„Privilegien" für die Vögel zu schaffen, erschiene keinem der Herren bedenklich— aber das„Privilegium" des Arbeiters, daß der Fabrikant ihn nicht mehr mir nichts dir nichts umbringen oder verkrüppeln darf, das bedroht die Industrie, den Wohlstand, die Kultur! Aehnlich zeterten die römischen Sklavenhalter, als man ihnen verbieten wollte, ihre Fische mit zerhackten Sklaven zu füttern. Pcutschlaud. — Der N o t h st a n d greift immer mehr um sich, Arbeits- l o s i g k c i t und Lohnhcrabsetzungen sind an der Tages- ordnung. Und selbst der beschäftigte Arbeiter nagt am Hungertuche. Nach statistischen Daten, die wir einem deutschen Arbeiterblatte entnehmen, belief sich das Einkommen eines kräf- ligen und geschickten Arbeiters der Schlosserbranche, der un- unterbrochen Arbeit gehabt. im Jahre 1876 aus Mk. 1085. 84 „ 1877 ,.„ 1071. 96 ,.„ 1878„„ 790. 40 „„ 1879„„ 771. 54 „„ 1880„„ 754. 23 seine Ausgaben dagegen im Jahre 1880— nur das aller- nothwendigstc gerechnet, auf 1000 Mark— bleibt also ein Defizit von rund 25 0 Mark. Und trotzdem allenthalben Verkürzung des Lohnes, oft unter den erbärmlichsten Vorwänden, wie bei den Silber- und Blei- werks-Gesellschasten von Lauen bürg und Holzapel, welche in diesem Monat den Lohn um 10 Proz. herabsetzten, oder bei den Fortifikationsarbeiten in Königsberg, wo der Lohn von 1 Mk. 25 Pf. auf 1 Mk. 9 Pf. herabgesetzt und zugleich die Arbeitszeit um il/2 Stunden verlängert wurde! Aber glücklich noch diejenigen, die Arbeil finden! Entsetzlich sind die Berichte, die nan-entlich aus Ostpreußen über die Roth und den Hungertyphus einlangen. Massenhafte Fälle werden konstatjrt, in welchen Familien mit 4— 6 Kindern drei Tage lang keinen Bissen zu essen bekamen. In Oberschlesien stillt das Volk seinen Hunger mit den ekelhaftesten Abfällen, denn Getreide und Kartoffeln gibt es nicht mehr! Desgleichen in der Lausitz, wo nach amtlichen Erhebungen der W o ch cnv ei dienst des Handwerkers 2'/, bis 3 Mark beträgt— was allerdings die Behörden nicht verhin- derte, zu erklären,„daß ein die unmittelbare Hülfe des Staates bedingender Nothstand zur Zeil noch nirgends im Lande vorliege!' Ebenso schlimni steht es am Niederrhein,»ament- lich in den kleineren Städten. In Viersen z. B., einer Stadt von 20,000 Einwohnern, bedürfen 3000 Personen der Armen- Unterstützung! Und nicht nur die Handarbeiter, sondern auch die Kopf- arbeiter leiden entsetzlich; Lehrer und Architekten haben sich in Berlin zum Schneeschippen gemeldet— Hunger und Elend an allen Ecken und Enden, weil zu viel Arbeiter da sind, weil zu viel erzeugt wird! Und auf der anderen Seile der empörendste Re.i chth um! Dieselben Blätter, die die Schauernachrichten aus Proletarier- kreisen ohne Kommentar bringen, erzählen mit Wohlgefallen die Geschichte von dem Amerikaner Mackay, der ein jährliches Einkommen von 60,000,000 Mk. bezieht— in einer Minute mehr, als eine Arbeiterfamilie im Monat. Und noch empörender ist es, wenn man sieht, wie servile Geschäftigkeit bemüht ist, dem darbenden Volk auch noch die letzte» Groschen zu erpressen, um ein Bändchen oder gar nur ein huldreiches Lächeln zu erhaschen, wie dies bei den großartigen Vorbereitungen zur Feier der Vermählung des Hohenzollernsprößlings mit der Augustenburgerin der Fall war— pompöser Einzug, Illumination, Geschenk der Städte im Werthe von 400,000 Mark— und Alles auf Kosten des ver- hungernden Volkes! Wie hündisch, wie verächtlich, wie empörend! Ballt sich nicht jedem, dessen Haupt noch„hoch und ungebeugt sich trägt", unwillkürlich die Faust, schwillt ihm nicht die Zornesader— —— wann kommt der Tag, an dem der langangesammelte Grimm sich Lust macht, und das empörte Volk der Herrschaft des übermüthigcn feigen Packs ein Ende bereitet— wann, wann kommt der Tag der Erlösung, der Vergeltung? So ruft's wohl im Herzen eines Jeden, der nicht Fischblut in den Adern hat, dessen Brust noch„menschlich fühlt und menschlich schlägt". Geduld— nur Geduld I Er ist näher als die heutigen Macht- haber sich träumen lassen! — Die Bismarckkrisi s hat, da Wilhelm von seinem Otto nicht lassen kann— er wird wohl wissen, warum— ihren vorläufigen Abschluß darin gefunden, daß Eulenburgs Demission nach langem Zaudern, und nachdem weder die Besänftigungs- versuche seiner„ allergnädigsten Majestät" noch eine auf Veran- lassung„Allerhöchstderselben" erfolgte klägliche„Es war ja nicht so schlimm gemeint" Rede Otto's im Herrenhaus den stolzen Junker zum Bleiben vermochten, genehmigt wurde. Die übrigen vier Mitglieder der damaligen Majorität im StaatSministerium haben sich eines Besseren besonnen und sich mit der erwähnten Rede Bismarck's zufrieden gegeben. Nachfolger Eulenburgs soll der gehorsame Famulus Sr. Durchlaucht, der verunglückte Tisch- redner und bisherige Kultusminister Puttkammer werden, während das Kultusministerium an Herrn von Goßler, den frommen Neffen de« seligen Mühler, übergehen wird*). Wehcgeschrci herrscht darob unter den preußischen Liberalen, als ob nicht das System Mühler schon längst mit Pauken und Trompeten in Preußen wieder eingezogen wäre. Aber das charakterisirt ja gerade den Liberalismus unserer Zeit, daß er sich ängstlich an Aeußerlich-,� leiten(Personen und Formen) anklammert, die Sache selbst aber nicht nur hintansetzt, sondern bei passender und unpassender Ge-- legenheit sogar selbst verräth. — Der Feldzug unserer Vertreter im Reichstag ist in trefflicher Weise eröffnet worden. Bei Besprechung des Reichs-Etats ergriff Genosse Bebel das Wort, um in einer kernigen Rede nicht nur die finanzielle Schandwirlhschast, den unerhörten Steuerdruck im Reich, einer scharfen Kritik zu unter- ziehen, sondern auch die allgemeinen sozialpolitischen Verhältnisse im Reich, die miserabeln Erwerbsverhältnisse, unter denen das arbeitende Volk leidet, in ungeschminkter Darstellung zu beleuchten. Das war nicht das Heiterkeit erregenoe Geplänkel und Genörgel Richter kontra Bismarck, sondern eine bittere, ergreifende Anklage gegen die gesammte heutige Gesellschaft. Der weitaus größte Thcil unserer Leser wird den uns bis jetzt vorliegenden Bericht der Tageszeitungen über die Rede Bebels gelesen haben, wir verzichten daher auf eine Wiedergabe desselben, beHallen uns da- gegen vor, sobald uns die Rede im stenographischen Bericht vor» liegt, auf einzelne Theile derselben, die im Tagesbericht ungenau wiedergegeben sind, zurückzukommen. — Sehr charakteristisch. Die„Frankfurter Zeitung" ist über die Worte Bebels:„von diesem Standpunkt aus istes mir völlig gleichgültig, wer auf demStuhle sitzt, ob Bismarck, Bennigsen oder Rickert"") ganz aus dem Häuschen. Das volksparteiliche Blatt, das seit Jnkraft- treten des Sozialistengesetzes bedeutend nach rechts geschwenkt hat, so daß es an politischem Radikalismus von der fortschrittlichen „Berl. Volkszeitung" bei Weitem übertroffen wild, richtet an unsern Genossen eine Reihe von Fragen, die dem„staatsmänni- scheu" Geist des Fragestellers alle Ehre machen, aber auch seine Vollblutbourgeoisnaiur aufs deutlichste zu Tage treten lassen. Wir sollen froh sein,„wenn wir es erst zu einem Kanzler Ben- »igsen oder Rickert gebracht hätten," muthet uns die„Fr. Ztg." zu, uns, die wir durch ein schmachvolles Gesetz, welches die genannten Herren zu Vätern hat, der krassesten Polizei- Willkür preisgegeben sind! Glaubt daS„demokratische" Blatt vielleicht, daß wir es j e vergessen werden, wie nach dem Nobiling- Attentat Herr von Bennigsen in seinem Organ erklären ließ, daß er jede Gewaltmaßregel gegen uns gutheißen werde, nur möge man den Reichstag nicht auflösen! Oder weiß es nicht, daß mit dem Monat März dieses Jahres das Ausnahmegesetz gegen uns außer Wirkung treten würde, wenn nicht seine neuen Freunde die Verlängerung desselben volirt hätten! Was hätte die Sozial- demokratie, was das arbeitende Volk in wirthschaftlicher Beziehung von einem Kanzler Bennigsen, Rickert, Richter oder Sonneinann zu. erwarten? Im günstigsten Falle eine neue Aera Camp- Hausen. Was in politischer? Nun, die gute Frankfurterin inöge die Augen ausschlagen und sich ein Wenig in der Well umsehen. In Frankreich herrscht ihr Freund Gambetta, in Italien ihr Freund Cairoli, in England ihr Freund Gladstone. In Frank- reich aber hält man dem Volt unter allerhand nichtigen Vor- wänden die Preß- und Versammlungsfreiheit vor, in Italien herrscht nach wie vor die brutalste Polizeiwillkür, für eine Demon- stration zu Gunsten des allgemeinen Stimmrechts haben die Organe des Herrn Cairoli nur Spott und Hohn, und in Eng- land drückt der liberal-radikale Herr Gladstone gegen das irische Volk ein Ausnahmegesetz durch, wie es der verstockteste Tory nicht schärfer hätte abfassen können. Sind aber die Herren Gambetta, Cairoli, Gladstone und Konsorten schlechter als die Herren Bennigsen, Rickert, Richter und Sonnemann? Mit Nichten. Sie sind nicht schlechter und nicht besser, sie sind, ob liberal ob demokratisch, Vertreter der bürgerlichen Gesellschaft, deren schönste Ideale zum Teufel gehen, wenn es sich um die Grundbedingungen dieser Gesellschaft, das heilige Recht der Aus- beutung. handelt. Und wenn die Frankfurterin in schulmeisternder Weise schließt: „ehe überhaupt ein Kanzler Bebel kommen kann, wird ein Kanzlei Bennigsen oder Rickert kommen müssen", so beweist sie damit nur, wie wenig sie das Wesen unserer Partei zu be- greisen im Stande ist. Für sie und ihren Vertreter, Herrn Sonncmann, mag diese Vorbedrngung Geltung haben, für die Sozialdemokratie ist sie von absolut keinem Belang. Ein Kanzler Sonnemann wird zwar selbst das politische Programm der Volks- Partei nicht verwirklichen, denn die bürgerliche Gesellschaft verträgt in ihrer heutigen Entwicklung keine wahre Volksfreiheit mehr, aber er braucht seinem Grundprinzip nicht unireu zu werden; der Kanzler Bebel aber würde, dies kennzeichnet den Gegensatz unserer Partei zur Volkspartei, auch der Ver rät her Bebel sein, und sein müssen. Darum wird sich in der gesammten deutschen Sozialdemokratie auch nicht eine Stimme finden, die in den von der„Fr. Ztg." bemängelten Ausspruch Bebels nicht voll und ganz einstimmte, und dem volksparteilichen Blatt nicht mit uns zuriefe: Was Euch ihn widrig macht, macht ihn uns werth, Lady, an Dem ist Eure Kunst verloren! *) Neueren Nachrichten zufolge ist der nicht minder fromme Unter- staatssekretär von S ch e l l i n g, von Lassalle in der berühmten Ver« theidigungsrede angenagelt, in Aussicht genommen. **) Nach andern Berichten hätte Bebel gesagt: Richter, was aus das» selbe hinausläuft. Er hätte auch hinzusügen können: Sonnemann. — Die Herren Volksparteiler haben wieder einen neuen Beweis ihrer Arbeiterfreundlichkeit geliefert. Bei einer am 22. Februar stattgcfundenen Versammlung des„Volks- Vereins" i» Ttuttgarl mit der Tagesprdnunz:„Das Un- fallversicherungsgesetz" weigene» sie sich, die von unseren Genossen eingchrachte» und der Majorität entsprechenden Resolutionen zur Abstimmung bringen zu lassen, mit der faulen Ausflucht, daß die Mitglieder des Volksvereins über die vorliegende Frage noch getheilter Meinung seien! In Folge dessen verließen nach einer Mrmischcn Geschäftsorbnungsdebatle die Arbeiter den Saal unter der Absingung der Arbeitermarseillaise. Verläumdung der Fortschrittspartei. Einen t.ix.a—."«.'-chni Eindruck macht die sittliche Entrüstung, in Lortschrittler jedesmal ausbrechen, wenn sie von den „»ven des heimlichen Republikanismus geziehen werden. ,, ist auch unerhört, seiner Majestät allergetreuester Opposition �derartiges nachzusagen.„In der Konfliktszeit", sagte uns einst ein Bekannter,„habe ich mich immer gefreut, wie gut die Fortschrittler die Erklärung, daß sie Republikaner seien, zu ver- meiden wußten, bis mir endlich klar wurde, daß die Herren gar nichts zu verbergen hatten."— Wird noch Manchem so gehen, der hinter diesen Leuten Dinge sucht, von denen sie absolut nichts wissen wollen. tsjus nj mu xnciai~£00 Jdod tr vjlon�)||nßi3§�0 1�56 013�1; — Noch überboJen. Die Erbärmlichkeit unserer Liberalen kennt'keine Grenzen. Jeden Tag überbietet sich die feige Ge- sellschaft, neue Beweise ihrer Unmännlichkeit und Gesinnungs- losigkeit abzulegen. Schreibt da jungst die„Nationalzeitung" über Eulenburgs Rücktritt, die liberale Partei werde ihm nie zwei Thatsachen vergessen können,„einmal, daß er gegen jene ver- hängnißvolle Reichstags-Auflösung sich aussprach, dann die loyale Ausführung des Sozialistengesetzes". Kann man sich ein drasti- scheres Zugeständniß der eigenen Schwäche ausstellen,.als es hier das Hauptorgan des deutschen Liberalismus thut? Dies charakter- lose Gesindel hat eine solche Furcht vor dem Volke, daß es sich durch die Drohung der Reichstagsauflösung zu allem breit- schlagen läßt. ♦) Am liebsten wäre es den Herren, wenn man ihnen ein Mandat auf Lebenszeit ausstellte. Und nun gar die Phrase von der„loyalen Handhabung des Sozialistengesetzes"! Die Polizei könnte sich noch viel mehr gegen uns herausnehmen, die Sorte würde so lange von ?, Loyalität" faseln, alS die Polizeiwillkür sie nicht selbst trifft. Hunderte können um der Laune eines Pölizeipascha willen ins Elend gestürzt werden, das ist den Herren höchst„loyal", wehe aber, wenn einer der ihrigen auch nur leise angetippt wird, dann sollte am liebsten gleich die Erde zusammenstürzen. Daß ein Eulenburg der heute in Preußen-Deutschland tonangebenden Sippe „zU liberal" ist, ist schon an sich ein klassisches Zeichen der Zeit, daß aber selbst die Partei, die sich die liberale nennt, für den Liberalismus dieses ostprcußischen Junkers schwärmt, das zeigt mit unwiderleglicher Gewalt, wie rapid es mit der Bourgeoisie bergab geht. — Der Untergang der Welt ist nah«— denn es geschehen Zeichen und Wunderl Tie Konservativen kapituliren allenthalben vor dem Sozialismus und hissen rölhiiche Flaggen auf. In Süddeu'schlanv stellt der Freiherr von Techenbach die Revolution als unter Umständen nöthig in Aussicht— mit der Forderung der Zurückstellung des Besitzes an die fiüheren(wohl picht an die frühesten?) Besitzer— und in Berlin sagte der Freiherr von Roell auf dem Kongreß deutscher Landwirthe wört- lich folgendes: „Di« sozial-demakratischeu Tendenzen bergen einen sehr guten Kern und dies ist auch die Ursache, daß die Arbeiter in ihrer großen Mehrheit zur soziatdemokralischen Partei gehören. Mit Bajonetten werden wir die Sozialdemokraten vielleicht.augenblicklich niederhalten, sie aber niemals ausrotten. Es kann nichts Verderblichere« geben, als sich den berechtigten Forderungen der Sozialisten entgegenzustellen. Mit Freuden habe ich es vernomihen, daß der Sproß eines so hoch angesehenen alten Grafen. geschlecht? wie Herr Graf v. Dürkheim sich hier offen und frei als Sozialift erklärt hat. Die wirthschaftliche Zukunstsform ist der Sozialismus, meine Herren, daran ist nuu einmal nichts zu äudern. Es kommt blos darauf an, diese Wirth- schaftsform or'gattlsch und sukzessiv hier einzusllhre n DieZnkunstspartei wird diejenige sein, die sich des Sozialismus bemächtigen wird, und ich als Äouser variver kann nur wüu scheu, daß diese Partei die konservative wäre,"(Beisall.) Eine schlagendere Jllustraliou zu unserem heutigen Artikel über den„Staatssozialismus" ist wohl nicht denkbar. Die Herren Konservativen erfassen den Ernst der Situation ganz richtig— aber die P:oletaiier werden schon dafür sorgen, daß diese Erkenntniß nicht zur Befestigung des konserva- tioe» Regiments dient. Die Herren arbeilen pour I« roi de Prusse— für die Sozial demotratie Wie ernst es die sozialkonservativen Herren mit dem Volks- wohl nehmen, ersieht man aus den weiteren recht unbedentenden Veihandlungen derselben auf dem erwähnten Kongreß deul- scher Landwirthe. Verlheucrung der Lebensmittel durch hohe Schutzzölle— Aufhebung der Freizügigkeit, weil sie die Arbeits löhue auf dem Lande erhöht,— das und ähnliches sind die Ideale der konservativen„Revolutionäre". — Juristische und polizeiliche Husarenstückchen. Genosse Bebel ist wegen angeblicher Sammlungen zu Gunsten der Berliner und Hamburg-Alionaer Ausgewiesenen auf Grund des§ Iß des Sozialistengesetzes angeklagt werden. Eine HauS- suchung sollte das nöthlge Material schaffen, verlies aber natürlich vollstäitdig resultatlos. Das Reichsgericht hat erkannt, daß der Schriftsetzer B., der seinem Bruder in Amerika den„Sozialdemokrat" unter Kreuzband sandle, sich der Verbreitung desselben in D k u l s ch- l a n d schuldig gemacht habe,— nämlich der V erbreitung unter den mit der Sendung beschäftigten deutschen Postbeamten! Da war wohl die große Versuchung zum Diebstahl der betreffenden Sendungen strafbar? Auch nicht schlecht. In Breslau wurden am 17. Febr. zwei Arbeiter wegen Verbreitung einer verbotenen Zeitschrift zu sechs Wochen Ge fängniß verdonnert. Als erschwerend hob die Anklage hervor, daß sie bei der Rrchstägswahl für de" sozialdemokratischen Kandidaten gestimmt hatten! Das nennt man„ge- Heime Wahl"! Wir erwarten, daß nächstens sämmtliche sozialistischen Wähler wegen Vergehens gegen das Sozia- listengcsetz eingesperrt werden. Wahrscheinlich hätte man's schon gethan, wenn man Platz hätte. „Unser" Engel hat in Altona bei einem seiner räuberischen Ueberfälle zwölf Gedichte von Börne entdeckt, wie er aussagt. Dafür gebührt ihm ein Platz in der Literaturgeichichtez denn ohne diese Entdeckung hätte niemals ein Mensch etwas von Börnes Gedichten erfahren. Die am 11. Dezember v. I. bei Leyendecker in Mainz konfiszirten Gegenstände find ihm mit Ausnahme der Reden von Blum und einem Ausweis über eine Kollekle zu Gunsten der Ausgewiesenen— trotz seiner Beschwerde vom Kreisamt nicht zurückgegeben worden, da dieselben für Zwecke der dor- tigen sozialistischen Parteiverbindung bestimmt erscheinen! Huhu! Wer schaudert nicht! Karnevalslieder und ein Kouvert, an den Verein„Heiterkeit" adresfirt, als Werkzeuge der Verschwörung! Furchtbare Sozialdemokraten, bei denen der unschuldigste KarnevalSschcrz Gilt, Dolch und Dynamit bedeutet! Aus Altona wurde vor einiger Zeit der Klempner Kisten- macher ausgewiesen. Erst später entdeckte derselbe, daß das Signalement in der Ausweisungsordre gar nicht auf ihn passe, daß man ihn an Stelle eines Andern ausgewiesen habe! Ein gewissenhafter und ordnungsliebender Mann,„unser" Engel, namentlich soweit sich's um das Glück und die Existenz von Arbeiterfamilien handelt. Natürlich, es ist ja nur die„Kanaille", die in Frage kommt! Am 26. Februar ist der Weber K u n n e aus Hamburg aus- gewiesen woiden, obwohl er gar nicht zur Partei gehört! Werden die außerhalb derselben Stehenden auch schon staatsgesährlich oder liegt auch da ein., Mißverständniß" vor? Genosse Schlüter wurde endlich nach langer Irrfahrt— vom Kreisgericht, das ihn freisprach, zum Reichsgericht, das die Frei- sprechung aufhob und ihn wieder dem Kreisgelichu zuschob— von diesem am 26. Februar zu drei Monaten verdonnert, wobei ihm von der elfwöchentlichen Untersuchungshaft blos ein Monat angerechnet wurde. Der Staatsanwalt beantragte strenge Be> strafung, da Schlüter schon mehrfach wegen sozialistischer Umtriebe bestraft wurde. Schlüter wies aber sofort nach, daß die Behauptung ganz und gar ei logen sei. Es scheint im Reiche Mode zu werden, daß die Beamten ihre Bosheit hinter der Maske der Gedächtniß- schwäche oder ähnlicher Gehirnkrankhcilen verbeigen. Uebermäßig viel Ehrgefühl verrälh das nicht. — I» Mecrane Streik der Weber wegen wiederholter Lohnherabsetzung um 15 Proz. Das nennt man positive Be- kämpfung der Sozialdemokratie. — München, LZ. Febr. Das bei dem hiesigen Malerseste ausge- brochene Brandunglück hat auch aus den Reiben unserer Genossen, ein Opfer gefordert: Johann Schnetzez, Goldarbeiter, war eines der eifrigsten, linerschrockensten und verschwiegensten Mitglieder unserer hie- sigen Organisation, weßhalb er namentlich seit Erlaß des Ausnahme- gesetzes zu wichtigen Diensten in derselben berufen war, denen er sich freudig und geschickt unterzog. Natürlich war er Gegner jeglichen Kirchen- und Köhlerglaubens; wenn es trotzdem heißt, daß ihm, gleich den übrigen Opfern, die letzten„Tröstungen" der Religion zu Theil geworden, so ist dieß nur dadurch zu erklären, daß den Vermiglückteu— und mir Recht— durch Rtorphiuminjektionen d i r B e s i n n u» g geraubt wurde, damit sie, die unrettbar Verlorenen, wenigstens schmerzlos stürben. Daß man in solchem Zustande psäffische Zudringlichkeit nicht zurückweisen kann, ist natürlich. Dieß zu konstatiren, sind wir unserm rodten Freunde schuldig, der es nicht nöthig hatte, sich mit„seinem" Gott zu versöhnen, da er keineii besaß. Ehre seinem Andenken! Seine soziallstischen Münchner Freunde. Gckerreich-Angarn — In Dabo r(Böhmen) wurde ein gewisser Alphons Slastny von der Geschwornenbank ausgeschlossen, weil er ans die Frage des Kreisgerichtspräsidenten, ob er an Gott glaube, ein«»sr weinende Antwort gab! Das heißt, er wurde seiner philosophischen lieber- zcuguiig wegen eines bürgerlichen EhreurechtS beraubt. So geschehen in dem vorletzten Dezennium des lll. Jahrhundert? in dem„aufgeklärten" Oesterreich. Selbständig denkende Geschworne kann matt dort allerdings nicht brauchen. Frankreich. — In Bordeaux hat sich in der vergangenen Woche sin Skandalprozeß abgespielt, der einen tiefen Blick in die sittliche Verkommenheit unserer Gesellschaft gestattet. Zwei ftanzösische Offiziere, „Säulen der Gesellschaft", natürlicb fromm, der eine, General Aptö, Mftglied der VexsMer Kriegs- und Mordgerichte von 187 l, welche die Heiligkeit des Eigenthums und der F a m iiie retteten, waren angeklagt, zwei Kinder aus die scheußlichste und widernatürlichste Weise mißbraucht zu haben. Da es Kinder wohlhabender Eltern sind, welche ver- führt wurden, verfährt die„öffentliche Meinung" mir den beiden Ork- nungshaudjten nicht sehr glimpslich, dieselbe„öffentliche Meinung", welche kaum je ein Wort über die allbekannte Thatiache verliert, daß Hundert- t a u s e n d e von Proletarierkinde rn jährlich durch die Roth geztvungen werden, sich preiszugeben. Die Proletarier sind v o g« l fr e i! — Ter Gemeinderath von Marseille beschloß, das VermächMiß für die Errichtung der Statue Thiers nicht anzunehme» und der,- selben keinen ö f s c n t l i ch e n Platz anzuweisen. Dies dem Kommuueschlächter. den noch vor wenig Jahren fast ganz Frankreich ver- götterte! Wie lange wird es dauern, und leine deutsche Stadt wird es mehr wagen, des genialen Schnapsbrenners Andenken zu seiern?! — Paris, 21. Februar. In meiner Korrespondenz vom 9. Januar habe ich die Ansicht aiisgesprochen, daß Paris in seiner Mehrheit sozia- listisch sei; dies hat jetzt seine Bestätigung erfahren, dadurch, daß der nengewählte Munizipalrath einen ausge s p r o ch e n e n S o z.i a l i st e n zum Präfidentm erwählte. Der in dem dreizehnten Arondissement, Quartier de la Salpetriörc, auf Grund eines radikal sozialistischen Programms mft großer Majorität gewählte Sigism. Lacrdix hat bei der Wahl zum Präsidenten des Pariser Gemeinderathcsi seinen Gambetllstischen Rivalen Toullie geschlagen. Dieser Sieg ist um so bezeichnender fiir die Litua- tion, als die Gambettisten das Stichwort ausgegeben hatten, nur cineii Franzosen an her Spitze des Pariser Gemeinwesens haben zu wollen, während Cacroix geborener Pole ist. Da die„auch"demokratischen Zei- tungen Deutschlands bei Gelegenheit der hiesigen Gemeindewahlen ihre *) Herr Dernbnrg weiß auch warum! Anmerkg. des Setzers. hämischen Bemerkungen Uber die Pariser Sozialdemokraten imd Jntran- sigenten machten, sei hier betont, daß diese Radikalen allerdings aus an- derem Holze geschnitzt sind als die deutschen Volksparteiler, ja daß selbst ein großer Theil der Gambettisten ein weit radikalere« Programm auf- gestellt hat, als die Herren von der„Frkf. Ztg." und vom„Stnttg. Beobachter" je ausgestellt haben. In einer Zuschrift vom August v. I. bemerkte ich, daß Gambetta in seiuem Wahlkreise wenig Aussicht auf Wiederwahl habe. Betrachten wir nun das Sftmmenverhältniß vom Jaiiiiak im 20. Arondiffement. Es waren eingeschriebene Wähler 22,095 Davon stimmten 14,785 Aus Gambettistische Kandidaten sielen 645V- Aus Kandidaten der Arbeiterpartei und Radikale 8304 Alan siebt aus dieser Abstimmung, wie sehr die Gambettistische Schankelpvlltik ihre Verurtheilung schon erfahren hm, und wvhlgemerkt, dies Resultat erzielte man, trotzdem die Gambettisten wohl organisirt M den Wahlkampf gingen, während die Arbeiterpartei nach unsern Begriffen so gut wie gar nicht organisirt war. Allerdings sehen die Pariser Ge- noffen ein, wie nothwendig die Organisation ist, und arbeiten jetzt mit � 1 Hochdruck, um die Scharte bei de» kommenden allgemeiueu Wahlen ans» zuwetzen. T. X) Anarchistisches. — Der große Anarchistenkongreß, der gegen den sozialistischeii Weltkongreß in Szene gesetzt werden sollte, und zwar schon zum Früh- jähr, da„wir absolut keine Zeit zu verlieren haben", ist vorläufig bit sr zum Juli vertagt worden. Das„revolutionsbereite Volk" wird sict also bis zu den Hundstagen vertrösten muffen.— Ilm aufrichtig zu sein, wollen wir übrigens konstatiren, daß die anarchistischen Blätter ihre» Ton ganz merllich herabgeschraubt haben/allerdings aus triftigen Gründen Tie Herren fangen an einzusehen, daß es mit Schreien allein noch nicht gethan ist, und daß auch die feurigsten Aufrufe von Louise Michel-c.__ nicht ausreichen, ein ganzes Volk zu revolutionieren. Eine sehr lehrreiche Erfahrung machten nach einem Bericht in der Kevol. soc. in dieser Beziehung jüngst die Anärchisten in Brüssel. Tort hatte der Gö—— meinderath das Monopol des öffentüchen Fuhrwesens einer frauzösischeii Gesellschaft verpachtet. Die dadurch in ihrer Existenz bedrohten Privat- kutscher hielten zur Besprechung der nöthigen Gegenmaßregeln eine groß! Versammlmig, wobei. sie von den„Sozialrevolutionen großmüthiz (sie) unterstützt wurden." Letztere hielten sehr revolutionäre Reden, und d->rs i nach beendigter Versammlung zog man vor das königliche Schloß. Abel® ach, die guten Kutscher konnten trotz aller gehörten Reden ihre philo-- sophische Natur nicht verläugnm und ließen nicht die Revolution, sonder» — den König, das Gesetz und die Freiheil leben, und alt die Polizei intervcnirte, giiigen sie friedfertig auseinailder. Das ist zwal nicht sehr ermuthigend, aber wir haben die Leute doch daran gewöhnt, vor das königliche Schloß zu ziehen, tröstet sich ebenso billig wie geistreich der Korrespondent der„Kcvol. soc." Gönnen wir ihm diesen Trost.'_ Ter Herausgeber des„An�archist" hat sich, wie wir von vor»- herein aus der Art seiner Manipulatioiien vermutheleu, als acht ameri- kanischer Humbuger, wenn nicht als Schlimmeres entpuppt. Sein Blat ist trotz der per„Kabel" gemeldeten 10,000 Exemplare saust entschlaft) und Herr Nathan-Ganz als der Vetter und, wie aus den amerikanische) Parteiorganen„Chic. Börbhtei N..A. Bolksztg."-c. hervorgeht, W Helfershelfer eines großartigen Schwmdlers, Nameiis Nodanow, entlarol worden. Solche Leute wiffen allerdings, warum sie Anarchist«) s'i n d. Sprechsaa!. Geehrte Redaktion! Das Organ sür Verleumdung der deutschen Sozialdemokratie, d) „Freiheit" in London, bringt in ihrer Nr. 6 folgende Notiz: „Aus Hamburg geht uns eine längere Korrespondenz, üiteri Parteiangelegeuheiten enthaltend, zu. Wir heben daraus nur hervor daß Herrn Auer schon wieder einmal etwas Unaiigenehmes passtrls Demselben wurden von schleswig-holsteinischen Geuossen 1500 Mal zu Uiiterstützuugszweckeii anvertraut. Als man Rechuungsläge ver langte, stellte es sich heraus, baß Herrn Auer inzwische) 1 0 0 0 M a r k„ g e st o h l e n" w o r d e n sind. Die verlang) Einleitung einer Bersolgung dieser Sache lehnte der„Bestohleift ab, weil die Harburger Polizei nicht geeignet sei, eineu solchen Fa! zu betreiben.—— Andere Mittheilungeu verschweigen wir, wef der Eindruck, den solche Dinge aus die weniger Vetheiligicu mache» stets ein sehr häßlicher ist." Obwohl ich weiß, daß unter den deutschen Genossen sich nicht Eiuä befindet, der mich einer so schurkischen Handlung, wie sie üi der zitirle) Notiz mir milergeschoben wird, sllr jähig hält, so will ich hiermit doch und zwar wesentlich um der Genossen des Auslandes willen, welchen d> Persoueil und Verhältnisse in Deutschland weniger bekannt sind, erkläre» daß an der ganzen Notiz kein wahres Wort, daß sie von A bis i c r s u ii d e n und erlogen ist. Em weiteres Wort über diese gemeine Lüge nnv Berleumdülig, zu»ss eben nur ein Mensch von der moralischen Oualifikalion eiues Most jähis ist, halte ich sür überflüssig. Der Grund aber, warum diese Erklärung erst heute erfolgt, lieg1 darin, daß weder ich iwch einer meiner Freuade die„Freiheit" zu G») ficht bekommen, und ich so erst vom Auslande her auf den schoflen Angriis aufmerksam gemacht wurde. Mit sozialdemokratischem Gruße! I. Auer.! Anmerkung der Redaktion: Wir habe» der obigen Erktärunl unsere« Genossen die Ausnahme nicht versagen wollen, wie mir. sie and nicht zurückgewiesen hätten, wenn irgend ein Bourgeoißblatt die insa»» Verleumdung ausgeheckt hätte. Daß wir aber über dieselbe geschwiegel haben, wie wir auch für die versuchte Denunzirung unsere« in Pari) lebenden Genossen Bollmar nur das Schweigen der Verachtung hatte« möge unser Freund Auer und mit ihm unsere auswärttgeil Freunde ai» dem Umstände erklären, daß wir angesichts des von der„Freiheit" ei» gehalteueil Lügen- und Verdrehungssystems auf jede Polemik mit diese« Blatte verzichtet haben. Ein Schuft kan» in 10 Zeilen mehr lügen, all ein ehrlicher Mann aus 10 Spalten widerleg«» kann. — Der„Klub International d'Eludes soziale«" in London ersuch- jlH uns, mitzutheilen, daß er das Erscheinen seines Organs„Le Travaft Pser bis aus Weiteres wegen Mangel an Mitteln eingestellt hat. und Briefkasten der Redaktion: C. Sch. Cincinnati u. U. I. St. Louis: Wege) Raummangel mußten Ihre Korrespondenzen für die nächste Nummck„j zurückgestellt werden.— H., Preßburg: In nächster Rummer. der Expedition: I. U. Gz.: Mk. 2.— Ab. Febr. u. März, er» Mär — N. N. Prag: Fr. 112.—(Mk. 92.10) für Ab. 4. Ou. u. Gr. P- D sowie W. W. erh. Vst. am 24. 2. Näheres.— Hmghs. Bro». St. Louis- h Ab. ä Cto. Fr. 51.80 erh.— B. Vl. London: Fr. 2.50 A Cto. ml> Fr. 49.10 p. 1. Qu. erh. 3 Hste. R. W. an die Vbhdlz. geordue) j Rom folgt. Von 10 an folgen 10 S. mehr nebst Nachliesrg.— Redhak," Mk. 50 Ab. k Cto. erh. 1 total oergriffen. Mehrbestllg. folgt. Betreffend� längst weggelassen. Direktere Sdg. auf Eure Verantwortg. Gralisersat™ar diesfalls nicht statthaft. Ausstellg. dankend benutzt.— Jonscher N.-M P. K. v. 10. 2. erh. Nachlsg. von 15 Expl. u. Schft. besorgt.'Nota«. T 7.8. nachrechnen. Auszug ist richtig. Fr. 51.80 k Cto. erh. Gruß! Uschi Delnicke Lisch: Wird besorgt. Gruß!— F. Pst. Chur: Fr. 3.— Sch it. diese erh. Bestellung erst Freitag früh eingcg. Eintteffen Abends derart u*$«» möglich!— Rother Franz: Fr. 8.60:c. u. Sdg. erh. Auszug folgt. � Gen. O. B. Cincinnati: Fr. 268.05 im U.-Fds. eingestellt. Dank!— Arlq -CV- xerxes: Mk. 15.— sür Schft. erh. 50 P. G. später.— Russische Grenze v 001 Mk. 20.75 Ab. März ic. verwendet. Folgen 16 fortan. Weiteres notiS f10') u. abgesandt. Gruß u. Glückwunsch!— Prbg.: ö. fl. 1.55 Ab. März!"tat Juni erh.— Louise: Mk. 50.— p. Ab. längst eingestellt. Hielten schrft! bei Quittung genügend. Bestllg. jetzt erst. Bs. traf erst nach Abg. v. Nr.! beut ein. Weiteres dankend vorgemerkt. He M deimlächst gangbar.— Rotb gesck hahn: Brs. v. 22. am 25. erh. Beil. in Abschrist besorgt. Laster,. j Mk. 35.— pr. Ab, 2. Rate 1. Qu. u. Schft. erh. Sdg. stet« aus Gesah) d. EmpfgrS. Spees. zu uns. Lasten. Bst. am 1. 3. Weiteres.— Spartakus � Schläfst Du oder sollten in London wirklich keine 70 Bratspieße mehl auszutreiben sein? Ooiiuii. �rböitsr-Lilctiuigs-Vsrsio stam * 3 Percy Street Xottenharn Court Road.?ini Die Wirthschai't des Vereins ist gcö inet rem Morgens 9 bi- Glei Nachts 12 Uhr. Wir ersuchen die reiwriilen Genossen auf unser» Adresse zu achten. l. A. Der Sekretär:$(aj O. Lemke. � Heit' SetrinS5uS»ruiftt«i txttlnflftl-SUrtäj,