feit Erscheint Den wöchentlich einmal in bt rte Zürich( Schweiz) ge αφ fich aph Verlag A. Herter, Industriehalle Riesbach- Zürich Poffendungen franco gegen franco. Gewöhnliche Briefe nach der Schweiz foften Doppelporto. en, um rte in enn rde on en N: 16. er Der Sozialdemokrat Zentral- Organ der deutschen Sozialdemokratie Sonntag, 17. April. Avis an die Korrespondenten und Abonnenten des„ Sozialdemokrat". DE Da der Sozialdemokrat" sowohl in Deutschland als auch in Defterreich verboten ist, bezw. verfolgt wird, und die dortigen aBehörden sich alle Mühe geben, unsere Verbindungen nach jenen Ländern möglichst zu erschweren, resp. Briefe von dort an uns ist und unsere Zeitungs- und sonstigen Sendungen nach dort abzufangen, so ist die äußerste Vorsicht im Postverkehr nothwendig und darf teine Vorsichtsmaßregel versäumt werden, die Briefmarder über den wahren Absender und Empfänger, sowie den Inhalt der Sendungen zu täuschen, und letztere dadurch zu schützen. Haupterforderniß ist hiezu einerseits, daß unsere Freunde so selten us auf ita Dor rd. cht alb bat ng ren la Abonnements werden nur beim Verlag und dessen bekannten Agenten entgegengenommen und zwar zum voraus zahlbaret Bierteljahrspreis von: Fr. 2.- für die Schweiz( Kreuzband) Mt. 3.- für Peutiland Couvert) fl. 1. 70 für Oesterreich( Couvert) Fr. 2. 50 für alle übrigen Länder des Weltpoftvereins( Kreuzband). Inserate Die dreigespaltene Petitzeile 25 Gts. 20 Pfg. 1881. als möglich an den Sozialdemokrat", resp. dessen Verlag selbst adressiren, sondern sich möglichst an irgend eine unverdächtige Adresse außerhalb Deutschlands und Oesterreichs wenden, welche sich dann mit uns in Berbindung sekt; anderseits aber, daß auch uns möglichst unverfängliche Zustellungsadressen mitgetheilt werden. In zweifelhaften Fällen empfiehlt sich behufs größerer Sicherheit Rekommandirung. Soviel an uns liegt, werden wir gewiß weder Mühe noch kosten scheuen, um trotz aller ent gegenstehenden Schwierigkeiten den Sozialdemokrat unsern Abonnenten möglichst regelmäßig zu liefern. " Parteigenossen! Vergeßt der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! An die Parteigenossen! Die Hauptquittung über die seit letzter Veröffentlichung einngegangenen Gelder, welche Raummangels halber zurückgestellt er werden mußte, wird in nächster Nummer erfolgen. Da viele Parteigenossen indeß in dem Glauben leben, als sei das für die Einnahmen quittirte Geld dauernd in Kassa, und als seien gar keine oder nur geringe Ausgaben zu machen, so sei konstatirt, daß die am 1. Februar vorgenommene Bücher und Kassenrevision einen Baarbestand De bon Mt. 5695. 25 ergeben hat. Am 1. April betrug mis der Kassenbestand Mt. 6743. 46. es ich ann Die fortdauernden Ausweisungen und die damit immer zahlreicher und größer werdenden Untereffe stützungen, machen eine fortgefekte, mit Energie betriebene Sammlung zur Verstärkung des Unterstütungsfonds dringend nothwendig. her g die cen, in cht Thue Jeder seine Pflicht! Aus der Rede unseres Genossen Bebel über die el Handhabung des kleinen Belagerungszustandes in Berlin und Hamburg. ger llt. 21: Gehalten in der Sigung des deutschen Reichstags am 31. März 1881. ( Nach dem amtlichen stenographischen Bericht.) " Nun komme ich auf den Hauptpunkt meiner Auseinandersetzungen, auf die Ausführungen, die gestern der Herr Minister des Innern in ausführlicher Weise wesentlich durch Vorlesen aus der Freiheit" und aus dem Züricher Sozialdemokrat" und durch Vorlesen aus Reden, die insm besondere von den Herren Most und Haffelmann im Auslande gee's halten worden sein sollen, hier zum Besten gab. Der Herr Minister hat dabei eine Reihe von Behauptungen aufgestellt über das Verhältniß und die Stärke der beiden Parteien zu einander, die ich hier doch einigermaßen richtig stellen muß. Zunächst aber nochmals einige Bemerkungen in Bezug auf unsere Stellung zu den Herren Most und Hasselmann. Der Abgeordnete Auer hat gestern mit solcher Deutlichkeit, wie sie nur verlangt werden kann, entschieden jede Gemeinschaft mit diesen Herren rh. abgelehnt, wer gerecht sein will, muß dieses zugeben. Vollständig zutreffend 10 hat ferner einer meiner Vorredner, der Abgeordnete Payer hervorgehoben, tet. daß, wenn dem so sei, wie der Herr Minister gestern selber zugegeben, in nämlich, daß Most ein halbverrückter Mensch sei, es unmöglich wäre, ach seinen Ergüssen, beständen sie in Reden, beständen sie in Artikeln, irgend1. welche Bedeutung beizumessen. Ja, meine Herren, dieses 4. Urtheil über die geistige Kapazität Moft's war auch jedenfalls nur so 3. ein fleiner lapsus linguæ, der dem Herrn Minister passirte. In Wahrheit ging des Herrn Ministers ganzes Bestreben darauf hinaus, zu konß ftatiren und er gab sich alle Mühe, indem er vorzugsweise Artikel x. aus der„ Freiheit" und Aeußerungen Most's und Hasselmann's vorlas, 80 zu konstatiren, wie außerordentlich verderblich deren Agitation und Ein83. fluß sei und was für fürchterliche Bestrebungen da vertreten würden. lag und indem er diese Vorlesungen in Verbindung brachte mit der durch teine einzige Thatsache bewiesenen Behauptung, die Br. Most- Hasselmann'sche Partei sei innerhalb der deutschen Sozialdemokratie and die stärkere, hat er damit nur den eigentlichen Zweck und Kernpunkt seiner Rede blosgelegt, nämlich er suchte nachzuweisen, daß es sich nach at! all dieſem nur darum handeln könne, das Sozialistengesetz noch viel ds. schärfer anzuwenden, den Belagerungszustand auf weitere Bezirke in In Deutschland auszudehnen. Das wollte er im Grunde genommen mit rch diesen Vorlesungen motiviren. Das war der eigentliche Zweckt seiner u. Rede; sie hatte mit der Begründung des vorliegenden Belagerungsrch zustandberichts gar nichts zu thun. Ganz richtig hat schon der Herr Fr. Abgeordnete Bayer darauf aufmerksam gemacht, daß die Bestimmungen D. in Bezug auf die Preßerzeugnisse im Sozialistengesetz von dem BeFr. lagerungszustand gar nicht weiter berührt werden. Die Polizeibehörden bekommen unter dem Belagerungszustand auch nicht ein einziges Gewaltmittel mehr in die Hand, gegen die Verbreitung von Flugschriften und bg. sonstigen Preßerzeugnissen in anderer Weise vorzugehen, als wie sie dies bereits auf Grund des Sozialistengesetzes können. Deshalb kann hieraus nur zweierlei refultiren: entweder spricht die Behauptung, daß die Ver200 breitung sozialistischer Preßerzeugnisse hauptsächlich die Nothwendigkeit des Belagerungszustandes darthun, gegen sich selbst, weil die Behörden bet fein Mittel gegen die sozialistischen Breßerzeugnisse in der Hand haben, Du. oder man kann umgekehrt, wie der Herr Minister des Innern, deduziren: nein er ist nun erst recht nothwendig, er muß weiter ausen gedehnt werden. 10 ß! ts! 11. 3. 3.: Aber dann muß ich noch etwas hinzufügen. Dann darf sich der Herr gs. Minister nicht blos gegen Leipzig, nicht blos gegen die größeren Städte in Deutschland wenden und für diese eventuell den Belagerungszustand in Aussicht stellen, sondern der sogenannte kleine Belagerungszustand muß überall da verhängt werden, wo die Polizei erfährt oder auch denn es kommt sehr viel auf den Glauben der Polizei in d. ere glaubt an heutzutage, und der Glaube der Polizei ist sehr leicht zu erzeugen, wo, sage ich, die Polizei glaubt, daß überhaupt verbotene sozialistische Dis Breßerzeugnisse verbreitet werden, da dürfte also der Belagerungszustand ziemlich für ganz Deutschland nothwendig werden. Freilich haben mit diesem Zustand, wie schon bemerkt, die Polizeibehörden fein anderes Machtmittel gegen die Verbreitung sozialistischer Schriften, als sie jetzt schon sehr schneidige Waffe, ausgebrüdt hat, wie der Vorgänger des Herrn Puttkammer sich ihnen unbequeme Personen aus ihrer Existenz, aus Gut ihren bürgerlichen Familienverhältnissen herauszureißen, sie auf die| fratie revolutionär wäre, daß alle gegentheiligen Versicherungen gegen Straße zu werfen, sie dem Elend zu überantworten. ( Bewegung.) Aber das hat ja um so weniger zu sagen, da jetzt, wo die Sozialpolitik des Reichskanzlers inaugurirt wird, die volle Glückseligkeit für die deutschen Arbeiter nicht mehr lange auf sich warten lassen kann, und da kommt es nicht darauf an, ob vorher noch ein paar hundert Personen, die obendrein destruktiven Tendenzen huldigen, auf das Pflaster geworfen werden, die Regierung wird dafür umsomehr für die guten, frommen Lämmer sorgen. ( Heiterkeit.) Wir werden ja Gelegenheit haben, diese staatssozialistischen Bestrebungen bei Gelegenheit des Unfallgesetzes etwas unter die Loupe zu nehmen und werden wir dann sehen, ob dieselben wirklich den Arbeitern zu so großem Vortheil dienen, wie man dies so schön in den Motiven des Bundesraths in Aussicht gestellt hat. Meine Herren, weiter muß ich konstatiren, daß die Aeußerungen in Bezug auf die Religion, die gestern als von Most geschrieben oder gethan hier vorgelesen worden sind*), auch meiner Meinung nach nicht allein im höchsten Grade roh und zynisch sind, sondern nach unserer aller Anschauung auch so vollständig aller Wissenschaftlichkeit, wenn es sich um eine Begründung handeln sollte, entbehren, wie mir noch nie etwas Mangelhafteres in dieser Richtung vorgekommen ist. Die Auffassung, wie sie Most zum Besten gibt, daß die Religion etwas künstlich Geschaffenes, daß die Religion von einzelnen Personen erfunden sein soll, ist eine so vollständig verkehrte, so total unwissenschaftliche, daß ein Sozialdemokrat, der ganz speziell sich auf seine Wissenschaftlichkeit etwas zu Gute thut, und das ist bei Most der Fall, dies nie und nimmer aussprechen dürfte. Aber ich plai dire für Milderungsgründe nicht allein in Bezug auf den geistigen Zustand des Herrn Most, der, wie alle Welt weiß, eine entschieden exzentrische Natur ist, um mich milde auszudrücken, sondern insbesondere auch darauf, daß Most in der Geschichte genügend Beispiele, selbst hochgestellter Männer, finden kann, die sich in ähnlicher Weise aussprachen. Ich erinnere da an einen der gefeiertsten, einen der geistreichsten deutschen Kaiser, Joseph II., welcher bekanntlich den Ausspruch that: Moses, Jesus und Muhamed seien eigentlich drei Betrüger. ( Unruhe.) Es ist ja bekannt, daß die Ansichten, die dieser Kaiser über die Kirche und die Religion hatte und aussprach, ihm ganz wesentlich die Feindschaft der Kirche zuzogen, und daß er, wie allgemein behauptet wird, auf Betreiben des damaligen Papstes durch seinen Kanzler mit einem Vergiftungsversuch bedroht wurde. Ich sage also, es ist erklärlich, wenn nach solchen Beispielen derartige Anschauungen, wie sie gestern von Most stammend vorgetragen wurden, bei Leuten entstehen, die an und für sich erzentrischer Natur sind. Was speziell den Herrn Hasselmann anbetrifft, so muß Ihnen bekannt sein, wie wir zu diesem Herrn stehen. Es war gerade einer unserer Hauptgründe für dessen Ausschluß aus unserer Partei, daß wir sagten: du bist im Grunde genommen ein ganz feiger Bursche, ( Heiterkeit) du willst ein Marat sein und bist nichts weniger als ein solcher, denn du hältst nur kalte Brandreden da, wo du sie unge= fährdet halten kannst, aber wenn es gilt, aufzutreten und die Interessen deiner Partei zu vertheidigen, selbst auf die Gefahr hin, daß du mit der Polizei und dem Staatsanwalt in Konflikt kommst, da bist du ein feiger Mensch. Das war der wesentlichste und der Hauptgrund. Wir sagten: Hasselmann schädigt nur unsere Partei durch seine Art des Auftretens und des ewigen Intriguirens, und wir haben uns von ihm in entschiedener Weise losgefagt. Wenn nun Hasselmann, der vollständig heute außer Schußweite sich befindet, wie hier ganz richtig gesagt wurde, in Amerika derartige Reden hält und es ist von dem Moment ab, wo er wegging, für uns außer Zweifel gestanden, daß er nie zurückkehren würde, und wenn er die jetzt ich selbst kann es offen gestanden nicht anders bezeichnen unfläthigsten Redensarten führt, ja, meine Herren, da können Sie uns doch nicht dafür verantwortlich machen. Wir können doch nicht für jede Aeußerung eines schlechten Charakters oder eines exzentrischen Wirrkopfs zur Verantwortung gezogen werden, dagegen müssen wir uns verwahren. Damit werden wir, das will ich gleich hinzusetzen, die Verantwortung da nicht ablehnen, wo wir nicht nur die Pflicht, sondern auch die sachliche Möglichkeit haben, uns zu verantworten. Deswegen scheint es mir auch vom Standpunkt der Bundesregierungen aus eine sehr überflüssige Ehre, die sie dem ehemaligen Herrn Abgeordneten Hasselmann erweisen ( Zuruf: Er ist es noch!) wenn allerdings, formell ist er es noch, das ist nicht zu bestreiten sie vor den Reichstag mit einem Antrag kommen wollen, der die Genehmigung zur Verfolgung desselben wegen Hochverraths, wenn ich nicht irre, aussprechen soll. Das wird dem Herrn Hasselmann in Amerika bei vielen Leuten gar nichts schaden, das wird ihn im Gegentheil populär machen, ( sehr richtig! links) es müßte denn sein, daß ähnlich, wie die preußischen Polizeiorgane für die Verbreitung der Freiheit" wirken, die deutschen Bundesregierungen glauben, für die Popularität des Herrn Hasselmann wirken zu müssen, was ich für meine Person allerdings den Regierungen überlassen müßte. Nun, meine Herren, sind eine Reihe von Artikeln uns hier vorgelesen worden, die aus dem in Zürich erscheinenden Sozialdemokrat" entnommen sind, und der Herr Minister des Innern hat daran die Ers klärung geknüpft, daß darnach also es offenbar sei, daß die Sozialdemo*) ,, Der„ liebe Gott" und dessen Weltordnung,- die kennen wir. Dieser „ Gott", den da vor Jahrtausenden etliche Schwindler erfunden haben, und der seitdem periodisch von diversen anderen Gauklern immer wieder zeitgemäß zurechtgeflickt wurde, ist nach der Beschreibung, welche seine Macher und Agenten von ihm geben, allerdings Scheusal genug, um den Krieg bei seiner„ Ordnung" nicht entbehren zu können. Lest nur die Bibel durch, vorausgesetzt, daß Ihr den Ekel überwindet, der Euch ergreifen muß, wenn Ihr das infamste aller Schandbücher aufschlagt, und Ihr könnt bald bemerken, daß der Gott, den man Euch da aufschwaßt, einen millionenköpfiger, feuerspeiender, rache( Freiheit Nr. 6 d. J.) schnaubender, wülster Drache ist." über diesem offenbaren Bekenntnisse ihr nichts helfen würden, daß sie antinational also international, daß sie atheistisch gesinnt sei. Ich will noch zunächst diese drei Punkte in aller Kürze erörtern. Daß die Sozialdemokratie ihrem Wesen nach revolutionär ist, das haben wir niemals bestritten, ( hört! hört! rechts) und es scheint nur auf einer ungenauen oder ungenügenden Information des Herrn Ministers des Innern zu beruhen, wenn er dieses glaubte, gestern mit ganz besonderer Schärfe als eine Entdeckung betonen zu müssen. Daß die Sozialdemokratie, wie gestern hier nachzuweisen versucht wurde, ihrem Wesen nach demokratisch, richtiger republikanisch, sozialistisch, atheistisch ist, warum den Beweis dafür so weit herholen? Der Herr Minister brauchte blos die Akten des Reichstags herzunehmen und dort meine Rede vom Jahre 1872, wo ich der einzige Vertreter meiner Partei in diesem Hause war, nachzuschlagen. Es handelte sich damals um den Erlaß des sogenannten Jesuitenausweisungsgesetzes. Ich habe damals gegen dieses Ausnahmegesetz gesprochen und selbstverständlich gestimmt, ich habe die Maßregel als in jeder Beziehung verwerflich auf der einen Seite, als nicht zum Ziele führend auf der andern Seite bekämpft, und ich habe gerade meinen abweichenden Standpunkt damit begründet, daß ich sagte, ich bekämpfe dieses Gesetz, obgleich ich im Uebrigen den Herren vom Zentrum und speziell demjenigen Theil der Geistlichkeit, um den es sich in dem Gesetz handelt, in der feindseligsten Weise gegenüberstehe. Ich habe damals erklärt und damit meine Rede geschlossen: wir erstreben auf politischem Gebiet die Republik, auf dem ökonomischen Gebiet den Sozialismus und auf dem, was man heute das religiöse Gebiet nennt, den Atheismus. ( Hört! aha! rechts.) Ja, meine Herren, ist Ihnen denn das neu? Ich habe Ihnen vorhin gesagt, daß ich die Verantwortung für das, was uns wirklich trifft, voll und ganz übernehme, und Sie sehen, ich lehne sie nicht ab. Aber und das ist kein Widerspruch, wie der Herr Minister des Innern glaubte, gestern nachweisen zu können es ist das unrichtig, wenn uns imputirt wird, daß wir die religiöse Ueberzeugung irgend eines Menschen und selbst unserer Parteigenossen irgend wie in ungehöriger Weise beeinflussen wollen. ( Buruf.) Das lag allerdings in Ihren Worten, Herr Minister! Ich habe hier zu konstatiren, daß z. B. mehrfach auf unseren Parteikongressen der Antrag gestellt wurde, daß eigentlich jeder Parteigenosse verpflichtet sei, aus der Kirche auszutreten. Diese Anträge haben nie auch nur eine nennenswerthe Unterstützung gefunden, sie sind jedes Mal gegen verschwindende Minoritäten abgelehnt worden. Ich denke, das genügt, und legt unseren prinzipiellen Standpunkt in dieser Frage vollständig klar dar. ( Ruf: Programm!) Ja, das Programm, das ist ja gerade von dem Herrn Minister um deswillen angefochten worden, weil er meint, die Erklärung, daß die Religion Privatsache sei, stünde nur in dem Programm, aber in der Wahrheit werde es doch ganz anders gehandhabt. Nein, das ist nicht der Fall, und ich möchte bitten, das Recht, das Sie für sich in Anspruch nehmen, nämlich, daß Ihnen keine anderen Motive unterschoben werden, als diejenigen, die Sie selbst öffentlich angeben, auch auf uns Anwendung finde. Das schließt nicht aus, Herr Minister, daß Einzelne in der Partei in Bezug auf Ausübung von Zwang weitergehende Ansichten haben, und daß diese Ansichten auch in den Parteiorganen und Schriften vertreten worden sind. Ich werde Ihnen noch beweisen, daß wir, d. h. diejenige Partei, die angeblich voll Intoleranz und Unterdrückungswuth ist, gerade die größte Toleranz gegenseitig üben. Ich werde das insbesondere nachweisen in Bezug auf die Artikel, die der Herr Minister des Innern, als gegen uns sprechend, aus dem Sozialdemokrat vorgelesen hat. Aber ganz abgesehen hiervon, könnte ich auch hier wie im Jahre 1878 die Frage aufwerfen ist der Atheismus von uns Sozialdemokraten erfunden, haben wir ihn wissenschaftlich begründet? oder wer hat das gethan? Ich denke, das sind ganz andere Leute gewesen. ( Abgeordneter Dr. Windthorst: Sehr wahr!) Ich habe das schon zur Genüge in meiner Rede bei Berathung des Sozialistengesetzes im Jahre 1878 hervorgehoben und nachgewiesen und beziehe ich mich hier nur darauf. Ich will aber insbesondere dem Herrn Minister des Innern gegenüber noch bemerken, daß ein Mann, der vollständig seiner, des Herrn Ministers, gesellschaftlicher Stellung angehört, daß Baron von Hollbach es war, der vor jetzt ungefähr 100 Jahren sein berühmtes Buch Système de la nature in Frankreich veröffentlichte, in dem der entschiedenste Atheismus und Materialismus gepredigt wird, daß ein berühmter Arzt de la Mettrie es war, der denselben Standpunkt in seinem bekannten Werk l'homme machine vertrat und gleichwohl zu dem damaligen König von Preußen, Friedrich II., im freundschaftlichen Briefwechsel gestanden hat, daß ferner Friedrich II., der Große, selbst sehr entschieden atheistische Anwandlungen hatte ( hört! hört! links) und nicht minder sein Zeitgenosse Joseph II. Ja, wenn es sich um diese Frage handelt, dann könnte ich noch viel weiter zurückgehen in der Geschichte, dann könnte ich auf die jonische Schule der griechischen Philosophie aufmerksam machen, ( Unruhe rechts und im Zentrum) die erste Begründerin des Atheismus und des Materialismus. Und, meine Herren, einen Geisteskampf, der die Menschheit bereits seit mehr als zwei Jahrtausenden in ihren besten Köpfen beschäftigt, den glaubt ein Minister, dessen Name verweht ist, wenn er seinen Posten ver läßt, den er heute inne hat, ( sehr gut! links, Unruhe rechts) mit kleinlichen Polizeimaßregeln todtschlagen zu können! Nein, Ihre Waffen werden in diesem Kampfe zersplittern wie Glas an Granit! Nun, meine Herren, ist uns weiter vorgeworfen worden, daß wir auch die Attentate verherrlichen, es wurde ein diesbezüglicher Artikel des ,, Sozialdemokrat" vorgelesen mit Bezug auf das Attentat gegen Kaiser Alexander II. von Rußland. Meine Herren, ich stehe nicht an, zu erklären, daß ich für meine Person in feiner Weise die Richtigs keit der Ausführungen bestreite, die der„ Sozialdemokrat" über diesen Fall gemacht hat. " ( Hört! hört! rechts. Große Unruhe.) Meine Herren lassen Sie mich ruhig weiter sprechen, ich bitte. Meine Herren, Sie sehen also, wir können, wenn wir wirklich in unserm Urtheil über das Attentat in Rußland zu weit gegangen wären, uns auf eine ganz große Reihe von Präzedenzfällen Seitens anderer Parteien berufen und wir kommen zum Theil dabei in eine ganz vor nehme Gesellschaft. Da man gestern auch die poetischen Ergüsse des Sozialdemokrat" hiergegen auszubeuten versucht hat, obgleich nach den Anschauungen der gebildeten Welt" dem Poeten eine gewiffe Freiheit in seinen Ausdrücken und bei der Wahl seiner Bilder gestattet ist, so will ich nur bemerken, daß das, was im ,, Sozialdemokrat" gesagt wird, kaum das Wasser dem reicht, was Männer wie Freiligrath, Pruzz, Friedrich von Sallet, ein ehemaliger preußischer Offizier, und sogar der jetzt noch lebende Hofrath Gottschall in ihrer Jugend gesündigt" haben. Weiter, wird nicht auch in Schillers„ Tell" der Tyrannenmord verherrlicht, wird nicht heute noch durch die sogenannte klassische Bildung auf unseren Gymnasien beim Lehren der römischen und griechischen Geschichte den Schülern der Tyrannenmord als eine Volksthat ersten Ranges aufgefaßt und gepriesen? Meine Herren, wir sind auf Ihren Gymnasien keine Lehrer, wir haben dort gar keinen Einfluß, den konnte aber der Herr Minister des Innern in seiner früheren Stellung in der reichlichsten Weise ausüben; er hat es glaube ich nicht gethan, ich habe dagegen nichts einzuwenden. Andererseits hat der Herr Minister des Innern gestern selber konstatirt, daß von unserer Seite, resp. von Seiten derjenigen, die in der Schweiz die Sache in der Hand haben, mit einer wahrhaft infernalischen Gewandtheit, wie er sich ausdrückte, Zeitungen über die Grenze geschafft würden. Das ist wahr! ( Heiterfeit.) Damit ist jedenfalls bewiesen, daß die Seite, wo das möglich ist, der stärkere Theil ist. Diese Thatsache dürfte genügend darthun, wie der Herr Minister sich irrt; er mußte aber natürlich die gegentheilige Behauptung aufstellen, weil sonst alle übrigen Deduktionen und Ausführungen, soweit sie MostHaffelmann anlangen, vollständig in ihr Nichts zerfallen wären. Nun hat er aus alledem den Schluß gezogen, man müsse womöglich noch schärfer als bisher das Sozialistengeset anwenden; er hat bestritten, daß die Ansicht die richtige sei, daß das Sozialistengesetz bisher nichts genutzt habe, wie namentlich die sozialistische Propaganda durch das Sozialistengesetz wenigstens nicht weiter in die Landbevölkerung habe treten können u. s. w. Meine Herren, ich unterlasse bei der schon weit vorgerückten Zeit eine Gelegenheit findet sich vielleicht später weiter zu untersuchen, inwiefern alles das wahr ist; das eine aber steht für mich fest, daß bei der Art und Weise, wie das Sozialistengesetz gegen uns in Anwendung gebracht wird, weder der Herr Minister, noch wir einen genauen Ueberblick haben können, wie die Stimmung in Deutschland innerhalb der Arbeiterkreise beschaffen ist. Meine Herren, das Eine ist sicher, daß die allgemeine Zersetzung, die innerhalb aller Parteien in Deutschland sich rasch vollzieht, die Sozialdemokratie als einzige Partei bis dato unberührt gelassen hat. Ich meine aber andererseits, meine Herren, es wäre doch wohl vor allen Dingen ein großer und vollgiltiger Beweis für die Vortrefflichkeit der Prinzipien, die wir vertreten, daß die Herren in dem Moment, wo sie den ersten ernsthaften Schritt thun, uns in sogenannter positiver Weise zu bekämpfen, genöthigt sind, ihre Waffen aus unserm eigenen Arsenal zu entlehnen, ( hört! links) das heißt, daß sie mindestens mit sozialistischen Phrasen kommen müssen und an sozialistische Ideen anzuknüpfen genöthigt sind, wie ich sie z. B. vor zwei Jahren gelegentlich der Verhandlungen über das Haftpflichtgesetz von dieser Stelle vertreten habe. Meine Herren, das spricht nicht dafür, daß die sozialistischen Ideen in Abnahme begriffen wären, im Gegentheil, die Thatsache, daß auch in diesem Hause uns fortgesetzt gerade die sozialen, ökonomischen und wirthschaftlichen Fragen beschäftigen und in Zukunft in noch weit höherem Maße beschäftigen werden, gibt uns den Hinweis, wo der eigentliche Kernpunkt der ganzen Kulturentwickelung liegt, und wir, wir haben keinen Grund, über diese Entwickelung betrübt zu sein. Wir haben bereits bei einer ganzen Reihe von Gesetzen nachgewiesen, wie die ganze Entwicklung, die sich gegenwärtig auf Grund der kapitalistischen Produktionsweise in Deutschland vollzieht, die auch ein Minister des Innern, ein Fürst Bismard nicht aufhalten kann, wie diese kapitalistische Produktionsweise uns mit jedem Tag mehr in die Hände arbeitet. Wenn nun dennoch der Herr Minister des Innern glaubt, daß es ihm und den Männern, die auf seiner Seite stehen, gelänge, die deutschen„ Arbeiterbrüder" auf ihre Seite hinüberzuziehen, so wollen wir das abwarten, ich werde mich über den Anblick sehr freuen, wenn irgend ein Bruder Arbeiter mit dem Bruder von Puttkamer Hand in Hand das Jahrhundert in die Schranken fordert. ( Heiterkeit.) Wenn nun weiter in der Rede des Herrn Ministers die versteckte, um nicht zu sagen, die positive Drohung ausgesprochen war, man werde den Belagerungszustand noch über weitere Bezirke verhängen, man werde wohl an die sächsische Regierung herantreten und diese darauf aufmerksam machen müssen, daß es an der Zeit sei, auch über Leipzig und etwas weiter den Belagerungszustand zu verhängen, wenn, sage ich, der Herrr Minister glaubt, mit dieser Drohung irgend welche Wir fung zu erzielen, dann irrt er sich, obgleich es sich dabei um unsere Personen in erster Linie handelt. Nein, wir haben bisher für die Partei gelitten, wir werden weiter leiden, und wenn Sie unsere Existenz vernichten wollen, wenn Sie uns von Weib und Kind treiben wollen, dann thun Sie es die Folgen auf Ihr Haupt! ( Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Pulver und Dynamit. Aus Mitteldeutschland, 8. April. Die Erfindung des Pulvers hat, wie in jedem Schulbuche zu lesen ist, eine Revolution bewirkt. Durch das Pulver wurde ein mächtiger Schritt zur Gleichheit gethan: der schwächste, kleinste Knirps wurde in den Stand gesetzt, den stärksten eisengepanzerten Ritter mittelst eines einfachen Fingerdrucks in das Jenseits zu befördern. Die Herrschaft der persönlichen Körperkraft hörte auf, das Ritterthum starb ab, und mit neuen politischen Zuständen bildeten sich die modernen Einrichtungen. Das Pulver wurde in die Dienste des Staates genommen, und trotz seiner schwefeligen Eigenschaft hat es auch im Ganzen bis dato eine staatserhaltende Kraft bewiesen. Setzte das Pulver jeden Knirps in den Stand, seinen baumlangen ritterlichen Bedränger zur Raison zu bringen, so setzt das Dynamit eine zum Aeußersten getriebene Partei in den Stand, dem mächtigsten Gewalthaber der Erde trotz der scharfsinnigsten Polizei- Vorkehrungen als überlegener Faktor persönlich entgegenzutreten, und das gewaltigste Gewaltregiment in die Luft zu sprengen. Es ist freilich mitunter auf der falschen Seite, von Barrikaden aus, verschossen worden, und wird es sicherlich noch werden, allein die Thatsache steht fest, daß das Pulver die Hauptstütze der heutigen Staatsund Gesellschaftsordnung ist. Wir sprechen hiermit kein Urtheil über das Petersburger Attentat aus wir konstatiren eine Thatsache. " Die Londoner Saturday Review", das vornehmste der englischen Wochenblätter stark konservativ nebenbei bemerkt hat diese Thats sache begriffen. In einem Artikel über den 13. März sagt sie:" Die Petersburger Polizei mag ja recht schlecht organisirt sein und sicherlich hat sie gelegentlich des Attentats eine haarsträubende Unfähigkeit bewiesen, allein wenn die russische Polizei die beste der Welt wäre, und wenn ihr die Polizei von London, Paris, Berlin und Wien zur Seite gestanden hätten, so würden sie das Attentat nicht haben verhindern können, oder wenn auch dieses, so doch nicht ein künftiges. Werfe man sämmtliches Schießpulver nebst sämmtlichen Flinten und Kanonen ins Meer, und Europa hat morgen eine andere Gestalt. „ Wenn eine Anzahl Männer, die mit den Waffen der Wissenschaft ausgerüstet und entschlossen sind, das eigene Leben preiszugeben, den festen Willen hat, eine bestimmte Person zu tödten, so ist es einfach unmöglich, die Tödtung dieser Person zu verhindern." Das ist richtig. Eine ähnliche Revolution wie die, welche das Schießpulver vor 400 Jahren bewerkstelligte, scheint jetzt durch das Dynamit und die übrigen Sprengstoffe der modernen Chemie vollzogen zu werden. Ist es einmal in einem Staate so weit gekommen, dann hört jede Sicherheit der Person auf. Der verfehmte Gewalthaber hat kein Mittel, sein Leben zu retten. Diese Sprengstoffe haben eine unendlich größere Spreng- und Zerstörungskraft als das Pulver; sie können von jedem, der chemische Kennt nisse hat, hergestellt, und fie können was noch bedeutungsvoller ohne kostspielige oder schwierige Vorbereitungen zu Sprengs und Zerstörungszwecken benutzt werden. Gegen Pulver gab es noch gewisse Garantien. Gegen Dynamit gibt es keine. Wahrhaft lächerlich sind deshalb die Berathungen und Bestrebungen der Berliner Dynamitkommission". Wenn die Zubereitung und Anwendung des Dynamits sich so überwachen ließe, daß die Polizei die vollste Kontrole hat, dann wäre das Attentat des 13. März nicht möglich gewesen. Aus diesen Eigenschaften ergibt sich die revolutionäre und revolutionirende Natur des Dynamits. Zerstörerischer, hundertfach tödtlicher als das Pulver, kann das Dynamit nicht wie dieses von dem Staat monopolifirt, nicht wie dieses, der Gewalt des Staats ausschließlich oder doch fast ausschließlich dienstbar gemacht werden. Das Entsetzen der Herren über die Petersburger That können wir wohl begreifen. Sie hat das Kartenhaus ihrer reaktionären Hoffnungen umgestürzt. Haben sie Verstand, so beherzigen sie die Lehre: Das Dynamit ist die reductio ad absurdum( der Nachweis der Abgeschmacktheit) der brutalen Gewalt. Es hat eine Gewalt, vor welcher die Gewalt des gewaltigsten Gewalthabers zu Schanden wird. Dieser furchtbaren, konzentrirten Zerstörungsgewalt gegenüber, die jedem Individuum zur Verfügung steht, ist die Weisheit des absoluten Staats bankrott. Da gibt es keine Schutz mittel, da gibt es blos Präventivmittel. Mögen die Machthaber für Zustände sorgen, die nicht in einem Theile der Bevölkerung den verzweifelten Plan reifen lassen, zum Dynamit zu greifen. Gegen Dynamit hilft keine Dynamitkommission. Gegen Dynamit hilft blos Freiheit und Wohlfahrt des Volkes. Darum immer und immer wieder: Discite moniti! Aber sie werden nicht lernen! -mlDie„ positiven Maßregeln" und die deutsche Sozialdemokratie. ( Zu den Wahlen. X.) Man kennt die Anekdote von den zwei Disputirenden. Der Eine gerieth in Hitze und schließlich in Zorn, worauf ihm der Andere zurief:„ Du haft keine Gründe, du bist geschlagen." Wir werden an diese Anekdote erinnert, wenn wir das Verhalten unserer Gegner der Sozialdemokratie gegenüber betrachten. Es ist unsern Feinden ganz unmöglich, die Ruhe zu bewahren; fie gerathen sofort in Zorn, schimpfen und poltern, oder, wenn sie zum Schimpfen zu anständig sind, dann reden sie das unsinnigste Zeng ins Blaue hinein, so daß man merkt, mit der Fassung ist ihnen momentan die Denkfähigkeit abhanden gekommen. " In solcher Lage befand sich neulich der„ Hamburgische Korrespondent", ein Blatt, das sonst oft eine lobenswerthe Unabhängigkeit des Urtheils bekundet und in dem Streit zwischen Freihändlern“ und„ Schutzöllnern" wiederholt einen dem unsern ähnlichen Standpunkt vertreten hat. Der„ Hamburgische Korrespondent" ist auch vielleicht dasjenige deutsche Blatt, welches am Nachdrücklichsten auf die für die heutige Ordnung der Dinge schlimmen Wirkungen des Sozialistengesetzes hingewiesen und, als einmal der Weg der Repreffalien beschritten war, am unermüdlichsten an die versprochenen positiven Maßregeln" gemahnt hat. Trotzdem kommt das Blatt regelmäßig außer Rand und Band, wenn die Sozialdemokratie ein ihm unbequemes Lebenszeichen gibt und seine philantropisch- sozialistischen Kreise stört. Jetzt haben wir es ihm angethan, weil wir nicht mit geschlossenen Augen und gleichen Füßen in das Bismarckische Unfallgesetz- Paradies hineinspringen wollen. Die durchaus korrekten Beschlüsse unserer Stuttgarter Genossen haben die Denkfunktionen des„ Hamburgischen Korrespondenten" vollkommen ins Stocken gebracht. Man lese nur, was er in seiner Nummer vom 18. März schreibt. Unter der Ueberschrift:„ Die Sozialdemokratie und das Arbeiterversicherungsgesetz" wird daUnwesentliches laffen wir weg unter Anderem gesagt: vielleid befchit der fre nur die Mehrzahl der Arbeiter unter bestimmte Berufs- Kategorien zu bringen, hat gerade die Sozialdemokratie die meisten Erfahrungen gehabt. und zu Innerhalb der Fachgenossenschaften", Gewerkgenossenschaften u. s. w., Janha die von den beiden alten Arbeiter- Parteien zu wiederholten Malen ges waren bildet worden, hatte immer nur die Aristokratie der Arbeiter Platz; die nicht geschulten Hand- und Hilfsarbeiter mit ihren beständig wechselnden, heute der Industrie, morgen dem Kleingewerbe, übermorgen dem Handel gewidmeten Beschäftigungen konnten nicht untergebracht werden und für da blieben als unorganisirte und unorganisirbare Masse übrig. Der te ch- fobald nische Hauptvorzug der gegenwärtigen Vorlage besteht gerade darin, daß werdem dieselbe keine Kategorien aufgestellt, sondern zunächst nur diejenigen Ar- Welt beiter unter ihren Schutz genommen hat, welche mit Gefahren verknüpfte Peters Industrie- Arbeit thun; diese Beschränkung hat möglich gemacht, daß dem Volke gefährdetsten Theile der Arbeiter gegen mit ihrem Beruf verbundene feinen Gefahren eine gewisse Sicherung geboten wird, ohne daß man die ein zelnen Arbeiter aufzusuchen und sich darüber den Kopf zu zerbrechen 1o11t nöthig hätte, welche Individuen als Arbeiter oder als Arbeiter einer Das bestimmten Kategorie anzusehen sind. Der feste Boden kalkulabler( berechen Sozial: barer) Verhältnisse ist nun dadurch gewonnen worden, daß man weise Be Neb schränkung geübt und den lange und eingehend erwogenen Plan einer Verbind Friz ung von Alters- und Unfallversicherung aufgegeben, dem Arbeiter nur die lettere abgenommen und ihn dadurch in die Lage versetzt hat, für ſeine auf I Sicherung gegen Altersinvalidität, Krankheit und Arbeitslosigkeit, mehr als bisher thun zu können. mischer noch de fteht un Am w 11 „ Diese Verhältnisse sind da, wo man sich um Arbeiterzustände überhaupt kümmert, so genau bekannt, daß die Annahme ausgeschlossen erscheint, als hätten die Stuttgarter Sozialdemokraten aus Sachunkenntniß auf geirrt und bona fide das Verlangen aufgestellt, daß das Gute des ver Tags meintlich Besseren wegen ungeschehen bleibe. Es kommt darauf an, der lung Reichsregierung überhaupt Widerstand zu leisten und den moralischen lichen Wirkungen der neuen Vorlage auf die Volksmasse möglichsten Abbruch auf de zu thun. Weil sich das anders nicht fertig bringen ließ, hat man welt dem S bekannte theoretische Forderungen herausgesucht, diese ohne Rücksicht auf entwicke ihre Ausführbarkeit oder Unausführbarkeit zur Geltung zu bringen probehufs birt und zum Ueberfluß noch die altbewährte Phrase von der Unent behrlichkeit einer weltumfassenden internationalen Arbeiterversicherung Vorb. ( welche Deutschland den übrigen Staaten gegenüber erzwingen soll) neue in Kurs gesetzt. Die Absurdität dieser letzten Forderung ist eine so d vollendete, daß sie( wie wir hoffen) den urtheilsfähigen Arbeiter zur Ein sicht darüber bringen wird, was von der sozialdemokratischen Agitation i gegen das Arbeiterversicherungsgesetz überhaupt zu halten ist." Dies der Artikel in seinen Hauptstellen. „ Der Urheber des Gesetzentwurfs( Fürst Bismarck) hat kein Hehl daraus gemacht, daß ihm vornehmlich darum zu thun sei, die dem deutschen Arbeiterstande im Herbst des Jahres 1878 gegebenen Versprechungen einzulösen, den Ernst der der Wohlfahrt des vierten Standes gewidmeten Absichten der Reichsregierung zu bekunden und dadurch der sozialdemo fratischen Agitation die Spizze abzubrechen; wesentlich zu diesem Zwecke ist der§ 13( früher§ 11) der Vorlage so abgeändert worden, daß das Odium einer Verbindung zwischen Arbeiterthum und Armenwesen entfernt, und daß die Sicherung der Arbeitsinvaliden direkt als ReichsInteresse anerkannt worden ist. Daß die Sozialdemokratie auch gegen diesen Versuch einer sozialen Reform in großem Stil Einwendungen erheben und dieselbe als„ ungenügend" bezeichnen werbe, ließ sich erwarten. So schwer, wie immer möglich, hat man den Liebknecht und Genoffen aber die Sache gemacht. Nimmt sich doch vom sozialistischen Standpunkte als Hauptvorzug der Vorlage aus, was ihr von ökonomistischer Seite zum Hauptvorwurfe gemacht wird, daß nämlich das Reich als solches die Arbeiterversicherung in die Hand genommen, und daß der Gesetzgeber einen Plan aufgegriffen hat, der zuerst von einem sozialdemokratischen Führer, dem Abgeordneten Bebel, angeregt worden ist. Herr Bebel wollte sich zur Noth eine Verbindung zwischen Versicherungswesen und Armenverbands- Verwaltung gefallen lassen, Fürst Bismarck aber ist einen Schritt weiter gegangen und hat der Beihilfe der Landarmenver bände ohne Weiteres und ohne, daß es dazu der Anregung durch die Arbeiterführer bedurfte, die Beihülfe des Reichs substituirt! ,, Die Schwierigkeit der Lage, in welche die Sozialdemokratie durch diesen kühnen Griff versetzt worden ist, spiegelt sich in den Stuttgarter Resolutionen wieder." Der Verfasser unterwirst dann die Stuttgarter Beschlüsse einer höchst lahmen Kritik, die sich hauptsächlich gegen die geforderte Gliederung nach Berufsgenossenschaften richtet. Eine Widerlegung des übrigen Inhalts der Beschlüsse die Forde rung, daß der Staat die Gesammt sorge für die Glieder der arbei tenden Klaffe übernehme, die Forderung, daß das Prinzip der Selbstverwaltung zur Geltung komme u. s. w. wird von dem„ Ham³ und sc burgischen Korrespondent" nicht einmal versucht. ,, Aufgestellt wird diese Forderung"- so heißt es in dem Artikel von Leuten, die genauer, als alle Anderen wissen( welches Kompliment für die Sozialdemokratie!)„ daß die Unmöglichkeit, den Arbeiterstand gehörig abzugrenzen und in Berufsgenossenschaften" zu zerlegen, den Hauptgrund dafür abgegeben hat, daß das vor Jahresfrist angestellte Unternehmen, den s. g. Knappschaftstassen allgemeine Arbeiter Invalidenkaffen nachzubilden, gescheitert ist! Mit der Schwierigkeit, auch Er weiß wohl, warum. Er weiß, daß die Sozialdemokratie nur fonsequent ist, wenn sie vom Staat verlangt, daß er, nachdem A gesagt worden, nunmehr auch B sage. Er weiß, daß die Kassen, von den Arbeitern selbst verwaltet was die staatliche Sicherstellung keines wegs ausschließt sicherlich mehr im Interesse der Arbeiterklasse ver waltet werden, als von der Arbeiterklasse fernstehenden Beamten, und obendrein den Beamten eines Polizeistaats. Tyrann Nac unter daß G getreten amerit Seiten fucht g zu hint Geradezu lächerlich ist das Frontmachen gegen den Gedanken einer internationalen Arbeiterversicherung. Daß dieselbe in den Rahmen bald di der Bismarck'schen Staatsweisheit nicht paßt, ist ebenso sicher, als daß alle Genoff die Arbeiter und Arbeiterverhältnisse betreffenden Materien einer inter ber bie nationalen Regelung bedürfen. gut ten trotz ihres helle M sich mehr und mehr zur interbächtig Kandid Finden doch schon die heutigen Gewerkschaften Stemmens gegen den Sozialismus nationalen Organisation gedrängt. Aber die Gewerkschaften sind deshalb auch dem„ Hamburgischen Korre Die spondent" sehr im Weg. Seine Tiraden gegen die„ Berufsgenossen Indi schaften" gelten ja den Gewerkschaften. Schade nur, daß er in seinem bille Aerger über die Scheibe schießt. Kentuc Wer hat ihm denn weiß gemacht, daß die Bildung von Invaliden( and kaffen an den Gewerkschaften( Berufsgenossenschaften“) gescheitert use sei? Ist es nicht das Sozialisten gesetz, das die deutschen Gewert schaften zerstört hat? Sell Reise berbun deftowe Calif Arbeit auch 3 gleiche überno Ist das Kassenwesen der englischen Gewerkschaften, die dem unbe schränkten Prinzip der Selbstverwaltung huldigen, nicht großartig entwickelt? Will der„ Hamburgische Korrespondent" etwa leugnen, daß das Mit glied einer englischen Gewerksgenossenschaft( Trades Union) zehn mal besser gestellt ist als ein in die Bismarck'sche Kaffe kommandirter Ar beiter? Doch das sind Fragen, mit denen wir uns später noch des Nähern gebrau beschäftigen werden. Worauf es uns heute vor Allem ankommt, ist, feft Weinb zustellen, wie dem Hamburger Blatt bei Besprechung unserer Haltung nöthig dem Unfallgesetz gegenüber geradezu Sinn und Verstand abhanden gestellt tommt. Jm Die Sozialdemokratie soll durch das Unfallversicherungsgesetz in Ver den in legenheit, wo nicht gar matt gesetzt sein, durch Bismarcks genialer treten Streich seien wir übertrumpft, und was der schönen Phantasien mehr sind drücken Merkt denn das Hamburger Blatt nicht, daß Bismarck's Versuch Form uns zu„ übertrumpfen", ein großer Triumpf der Sozialdemokratie ist doch n Hat Fürst Bismarck daran gedacht, etwas für die Arbeiter zu thun ist, unt ehe er von uns dazu gezwungen wurde? Wäre das Unfallver ihr alt ficherungsgesetz ohne die sozialdemokratische Bewegung gekommen? Und über einen Erfolg sollen wir uns grämen? Der Hamburgische Korrespondent" redet irre. Mit dem„ Uebertrumpfen" hat's aber gute Wege. Das Unfall versicherungsgesetz ist doch ein gar winziger Trumpf. Da haben wir andere Trumpffarten im Spiel. Den Trumpf stechen wir, und hat Herr Bismarck weitere Trümpfe, so werden wir ihm ebenfalls dienen, bis er am Ende seines Lateins und seiner„ Trümpfe" ist. Pr Athens Herr Bismard will ohne Zweifel- und deshalb haben wir de mug" Artikel des„ Hamb. Korresp." an dieser Stelle behandelt jein Un Arbeit fallversicherungsgesetz bei der nächsten Wahlkampagne den deutschen Ar Yung, beitern als Lockspeise vorführen wir werden ihm den Beweis liefert Uhr a daß, was an dem Gesetz gut, uns gestohlen, und, was nicht uns gestohlen so da spottschlecht ist. tehren Und wir werden des Ferneren an dem Unfallversicherungsgeset Herr zeigen, daß die Gegner, welche behaupten, die sozialdemokratische Bewe nicht gung sei unfruchtbar, die Uuwahrheit sagen, daß die sozialdemokratis abger folglich im Interesse der Arbeiter und des kleinen Mannes in Stadt und Deuts Bewegung schon jetzt die Gesetzgebung mächtig beeinflußt, und daß e Land ist, unserer Bewegung beizutreten. Die Verfechter des Absolutismus im vorigen Jahrhundert die Wa D urthei Turgot und Necker spielten dem revolutionären Bürgerthum gegenüber diesen noch ganz andere„ Trumpfkarten" aus als Fürst Bismarck, dessen man gelhafte Universitätsstudien sich jetzt an ihm rächen. Und wohin sind sie mit ihren Trumpftarten" gekommen? Herr Bismarck findet die Antwort in der Geschichte der franzökn sischen Revolution. mit C Berlin ihrer a nicht das 2 ift, arbeit mache Ein Am Frißsche und Viereck in Amerika. Wie wir bereits andeuteten( vergl. Nr. 13 des„ Sozialdemokrat") hal die Versammlung, welche unsere Genossen in Boston abhielten, einer über alle Erwartungen großartigen Erfolg gehabt. Nicht nur, ihnen das erste und berühmteste Versammlungslokal Bostons Faneui Hall, in welcher die Väter der amerikanischen Freiheit ihre gefeierten Reder gehalten haben, eingeräumt wurde, es trat auch in Boston ein Man für unsere Sache ein, dessen Name einer der geachtetsten in der ganze Union ist, Wendel Philipps, der neben John Osowatomie Brow verthe He dahin bie den, ndel zu vielleicht am meisten für die Sklavenbefreiung in Amerika gethan hat, habt. und zwar mit positiver Lebensgefahr gegenüber dem„ demokratischen" w. Janhagel, der ihn, wo er nur auftrat, mit Steinwürfen traktirte. Damals ge waren es, wie er in seiner Rede hervorhob, deutsche Turner, die ihn beschützten, die Nacht für Nacht bei ihm Wache hielten, um das Recht der freien Rede zu wahren, heute fühle er sich verpflichtet, einzutreten und für das freie Wort in Deutschland. In seiner glänzenden Rede, die wir, e ch sobald der Raum des„ Sozialdemokrat" es erlaubt, zum Abdruck bringen daß werden, W. Philipps ist der erste Redner Amerikas, vielleicht der Ar- Welt sagte er unter Anderem sechs Tage vor dem Attentat in ipfte Petersburg:„ Ich blicke nach Rußland und sehe, welch ein Alp auf diesem dem Volke lastet. Ich hoffe nur, daß Jemand kommen möge und die Laſt von seinen Schultern nehmen, und wenn nichts anderes helfen sollte als der Dolch." dene ein echen nur allein möglich sei in der Monarchie. Es gewinnt also den Anschein, als ob Herr Stöcker in unserer freien Republik Stimmung machen wolle oder gar solle für die Monarchie der Hohen zollern. Dagegen möchten wir denn doch Verwahrung einlegen. Mehrere Republikaner." Und was antwortete Herr Stöcker hierauf? Er selbst habe nie eine solche Behauptung aufgestellt.„ Motto des „ Staatssozialist"!" erscholl es darauf aus der Versammlung. Das gelte selbstverständlich nur für Preußen, war die unverfrorene Antwort. Das Motto aber lautet:" Die soziale Frage existirt, aber sie kann nur gelöst werden durch den starken monarchischen Staat im Bunde mit den religiösen und sittlichen Faktoren des Volksleben 8." Kein Wort davon, daß das nur für Preußen gelte. Hierauf erzählte der christlich- sozialen Arbeiterpartei verfallen sei. Er habe einen christlich gesinnten Arbeiter kennen gelernt, dessen sittlich hoher Charakter und dessen Tüchtigkeit ihn veranlaßt habe, mit ihm zusammen den Versuch zur Gründung der Partei des christlichen Sozialismus zu unternehmen. Grüneberg!" rief ein gottloser Sozialist mit überaus rührender einer Das Eintreten eines Mannes wie Wendel Philipps für die deutsche Herr Stöcker eine rührsame Historie, wie er auf die Gründung hen Sozialdemokratie ist geradezu ein Ereigniß für Amerika. Be Neben Philipps sprachen noch John Swinton aus Newyork in englischer, bind Fritzsche und Viereck in deutscher Sprache, sämmtliche unter stürdie mischem Beifall des gegen 3000 Personen starken Publikums. In Bezug auf John Swinton wollen wir unsere frühere Bemerkung über denselben eine mehr noch dahin ergänzen, daß Swinton durchaus auf unserem Standpunkt ber fteht und in der amerikanischen Bewegung sehr thätig ist. I er Am 13. März sprachen unsere Genoffen mit großem Erfolge in Miltnißwaukee in der Halle der dortigen freien Gemeinde. ver Tags darauf fand in Chicago eine glänzend besuchte Volksversammder lung unter dem Vorsitze des Dr. E. Schmidt statt. Nach einer vortreffchent lichen Einleitung durch den Vorsitzenden, in welcher derselbe namentlich ruch auf das Petersburger Attentat Bezug nahm, und zwar durchaus von velt: dem Standpunkte aus, welchem wir im„ Sozialdem." Ausdruck gegeben, entwickelte Fritzsche den Zweck seiner Mission( Viereck befand sich noch behufs Organisation einer weiteren Versammlung in Milwaukee). Laut rung Vorb." sagte Fritzsche Eingangs seiner Rede: pro tent neu e so Ein ation Wenn er nicht Alles so ausspreche, wie vielleicht erwartet würde, so müsse man bedenken, daß er nach seiner Rückkehr nach Deutschland für jedes hier gesprochene Wort verantwortlich sei, und daß er für Majestätsbeleidigung, Hoch- und Landesverrath fünf Jahre Gefängniß erhalten könne. Daß die Sozialisten den Kerker nicht fürchten, hätten sie bewiesen, aber Eingesperrte könnten nicht agitiren und Agitation sei nöthig. Er wolle Propaganda machen, aber so, daß man ihm in Deutschland Nichts anhaben fönne, trotzdem er das Prinzip vollständig vertrete, Sam und schloß mit den Worten:„ Alles, was gegeben wird, wird gegen Tyrannei gerichtet sein." Orde rbei b st nur m A von ines und einer Nach Fritzsche sprach noch Genosse Parsons, und als Schlußredner unter großem Beifall Paul Grottkau. Es freut uns ganz besonders, daß Genosse G. so energisch für die Mission unserer Abgesandten eingetreten ist, obwohl er in der leider! eingetretenen Spaltung der ber amerikanischen Partei auf Seiten der Opposition steht und obwohl von Seiten der sogenannten Sozialrevolutionäre Newyorks kein Mittel unversucht gelassen wird, unsere Abgesandten zu verdächtigen und ihre Mission zu hintertreiben. Je nach dem Publikum, das es zu bearbeiten gilt, wird men bald die Parole:„ Nur Revolution" ausgegeben, bald das Mandat unserer Genossen angezweifelt, Alles glücklicherweise ohne Erfolg. Genosse G., er der die Verhältnisse in Deutschland, die Entwicklung unserer Partei sehr gut kennt, er weiß, daß heute eine Revolution machen zu wollen, der ihres helle Wahnsinn wäre, und sein Urtheil ist in diesem Falle um so unverter bächtiger, als er selbst bekanntlich in Deutschland jede ihm angetragene Kandidatur abgelehnt hatte. alle orre einem unbe Die weitere Reiseroute lautet nach dem„ Chic. Vorb.": Am 24. März ſe Indianopolis, am 27. März St. Louis, am 30. März Evansbille, Indiana; und für den Monat April: am 1. Louisville, Kentucky, am 3. Cincinnati, am 5. Detroit, am 7. Cleve iben land, am 9. Pittsburg, am 12. Buffalo, am 14. Syraeiter use, am 15. utita, am 16. Rückkehr nach New york. wert g Selbstverständlich mußten unsere Genossen davon Abstand nehmen, ihre Reise bis St. Franzisko( Kalifornien) auszudehnen, da die damit berbundenen Kosten und Zeitverluste zu bedeutende wären; aber nichtsbestoweniger ist auch dorthin unser Appell gedrungen, und wie wir der California freie Presse" entnehmen, wird nicht nur unter den dortigen Arbeitern für die„ Freiheit Deutschlands" eifrig gesammelt, es hatte auch zu der am 19. März stattgehabten Kommunefeier, deren Ertrag dem gleichen Zwecke bestimmt war, die dortige Cigarrenmacher- Assoziation es übernommen, alle Cigarren unentgeltlich zu liefern, welche auf dem Feſte ähern gebraucht wurden, und mehrere Brauereien, sowie verschiedene deutsche fest Weinhandlungen hatten in Anbetracht des guten und edlen Zweckes die Itung nöthigen Getränke mit großer Zuvorkommenheit gratis zur Verfügung delt? Mit n mal Ar anden gestellt. Immer und immer wieder können wir unsern Genossen und FreunBer den in Amerika nur unsern wärmsten Dank für ihr opferwilliges Einialen treten für ihre verfolgten und unterdrückten Brüder in Deutschland aus= find drücken. Sie legen einen neuen Beweis dafür ab, daß, wenn auch die Form der alten„ Internationalen Arbeiter- Assoziation" zerstört ist, ihr Geiſt ist doch noch fortlebt, daß sie vielmehr in stetiger Fortentwickelung begriffen thun, ist, und daß er heute stärker als je widerhall in den Arbeiterherzen findet, llver ihr alter Schlachtruf: Infall wir mpfe Sund den Un Ar Proletarier aller Länder, vereinigt Euch! Sozialpolitische Rundschau. Stöcker in Zürich. Am 7. April hatten die Bewohner LimmatAthens das große Vergnügen, den Reiseapostel des„ chriftlichen Sozialismus" anhören zu dürfen. Um den am meisten interesfirten Kreisen, den Arbeitern, den Eintritt zu-- erleichtern, wurde der Anfang der Versamm lung, zu der man sich obendrein vorher Karten holen mußte, auf 62 efer, Uhr angesetzt, ferner wurden kurz nach Beginn die Eingänge geschlossen, ohlen, so daß die später kommenden Arbeiter unverrichteter Sache umtehren mußten, ihrer bisherigen Gottlosigkeit unrettbar anheimgegeben. sgeſet Bewe nicht aus dem Text bringen und hielt, kleine erheiternde Zwischenfälle atis abgerechnet, seine Rede ohne weitere Störungen. aß es die " Betonung der ersten Silbe dazwischen, worauf Herr Stöcker seufzend zugab, später habe sich sein, christlich gesinnter Arbeiter" allerdings, durch den Erfolg verblendet, als ganz gemeiner Lump gezeigt. Aber das ist den Sozialdemokraten auch schon passirt", damit schlüpfte der aalglatte Herr über diesen sowie über den ferneren Zwischenruf:„ Aber all' diese waren dann immer noch gut genug für die Chriftlich- Sozialen!" hinweg. Kein Wort darüber, daß sein, christlich gesinnter Arbeiter" schon lange vorher von den Sozialdemokraten als Lump erkannt und als ehrlos von ihnen ausgestoßen worden war. Daß Herr Stöcker sich als ein Kind des Volkes hinstellte, ist selbstverständlich. Ich bin auch Volk, erklärte ja auch einst sein gewaltiger Herr und Meister. In die bekannte Eiskellerversammlung zu Berlin will Herr Stöcker ganz unvorbereitet zu einer Rede hingegangen sein, was ebenso zutreffend sein dürfte, wie sein Rühmen der unparteiischen Leitung der Versammlung durch Most, während thatsächlich Grottkau jene Versammlung leitete. Womit wir natürlich nicht gesagt haben wollen, daß nicht Most gleichfalls Herrn Stöcker volle Redefreiheit garantirt hätte. Sehr graziös glitt Herr Stöcker über die Juden hetze hinweg, bei der er ja auch wirklich nur die Flöte säuselt. Die Pauke und den Kontrabaß schlagen Andere, lautete, dem Phrasenwerk entkleidet, seine Antwort. O, unglückseliges Flötenspiel, warum macht man dich auch gerade für alles Unheil verantwortlich. Was nun gar den ökonomischen Theil seiner Rede anbetrifft, so lieferte Herr Stöcker, allerdings unfreiwillig, den Beweis wie spezifisch preußisch sein Sozialismus ist. Der Unglückliche plädirte zum großen Entsetzen der anwesenden Finanzaristokratie für Uebergang der Eisenbahnen in den Besitz des Staates. Und das im Kanton Zürich, wo die Nordostbahngesellschaft sich der unbestrittenen Herrschaft im Staate erfreut! Da hättest Du doch lieber auf die Juden schimpfen sollen, theurer Bruder in Christo! Am bedenklichsten indeß wurde Stöcker, wenn er anfing, wissenschaftlich" zu reden. Seine Definition des ehernen ökonomischen Lohngesetzes, das er, wie es scheint, nur aus den Lassalle'schen Agitationsschriften kennt, während er von Mary eben auch nur den Namen gehört hat, war entsetzlich, die Blüthe seiner Wissenschaft" aber gipfelte augenscheinlich darin, daß er vom Standpunkt des Nationalökonomen aus" wörtlich verlangte:„ Wie der Zins das Maaß des Kapitals ist, so soll der Normalarbeitstag das Maaß der Arbeit sein!" Dieser mit dem Brustton innerster Ueberzeugung vorgetragene tiefsinnige Unsinn ließ beinahe den Verdacht in uns auftauchen, daß Herr Stöcker es am Ende doch ehrlich meint. Die heiteren Zwischenrufe, welche die Rede des Herrn Hofpredigers würzten und der Gesang der Marseillaise am Schluß derselben sind von der ehrbaren Zuhörerschaft und der schweizerischen Presse sehr übel vermerkt worden. Selbst Herr Curti ließ sich im Uebereifer in der demokratischen ,, Züricher Post" zu ebenso ungerechten wie taktlosen Aeußerungen hinreißen. Abgesehen davon, daß ein gut Theil der Zwischenrufe weniger auf Kouto des kühlen norddeutschen Gemüths zu setzen ist, als auf das heißblütiger Abkömmlinge des Orients, lag es in der Natur der Sache, wenn Zuhörer, welche von der Unwahrheit der Stöcker'schen Ausführungen durchdrungen waren und die auf Gegenrede infolge des Arrangements der Versammlung nicht rechnen durften, denn daß es Genosse Fischer am Schluß der Versammlung gelang, noch einige Worte zu erwidern, geschah gegen die ursprüngliche Absicht der Arrangeure in kurzen, drastischen Zwischenbemerkungen den an norddeutsche Sitte" gewöhnten Redner unterbrachen. Und was das Pfeifen anbetrifft, so kommt es uns doch etwas sonderbar vor, daß Herr Stöcker überall mit Pfeifen empfangen wird, und daß auch, als Fischer sprach, die holden Töne verschiedener Hausschlüssel vernehmbar wurden! Uebrigens fann Herr Stöcker mit dem Erfolge seiner Mission in Zürich vollkommen zufrieden sein. Es geht hier augenblicklich das rothe Gespenst um, und der bitterbösen„ Arbeiterstimme" gegenüber war der Hofpredigerliche Tenor eine wahre Erquickung. Freilich, die Verstaatlichung der Eisenbahnen, das war eine harte Pille, aber vielleicht gilt es eben auch ,, nur für Preußen". ,, Von den angesehensten Männern des Kantons", das heißt, von den Führern der„ liberalen" Partei unterzeichnet, zirkuliren in Zürich Petitionen an den Regierungsrath, er möge den im September dieses Jahres einberufenen sozialistischen Weltkongreß verbieten. Die angesehenften Männer" weisen auf das grauenhafte Attentat" hin und drücken die Befürchtung aus, es könne da ein ähnliches verabredet werden, weil die Sozialisten überall dem Vorgehen der Nihilisten zugestimmt hätten. Da aber dieses Schreckbild allein beim Volke nicht ziehen würde, so wird außerdem auf die Interessen der Schweizer im Auslande hingewiesen, die gefährdet sein sollen, weil infolge des Weltkongreffes die Schweiz immer mehr an Sympathie bei den großen Nachbarstaaten einbüßen würde. Handelte es sich nur um den Weltkongreß, so würden wir tein Wort über das saubere Machwerk verlieren, denn es ist verdammt gleichgültig, ob derselbe in Zürich oder einem anderen Kantone der Schweiz stattfindet, bezw. in einem andern Lande. Die Frage liegt aber anders. Thatsächlich ist die Petition ein Prüfstein, ob bewußt oder unbewußt, können wir nicht entscheiden, wie weit das Schweizer Volk schon reif ist für die Annexion. Das Programm des Weltkongresses rechtfertigt in Nichts die albernen Behauptungen, welche von den Herren aufgestellt werden, ein Verbot desselben wäre ein flagranter Eingriff in das Was der Herr Hofprediger und Günstling des frommen Kaisers von tun Deutschland sprach, das war ein seltsames Gemisch von Wahrheit und Dichtung. Man sollte meinen, es gäbe keinen freifinnigeren, vorurtheilsloseren Mann als diesen Verbündeten der Henrici und Förster, enüber diesen Vertreter jener kleinen aber mächtigen" Partei in Preußen, die man mit allen Mitteln die starre Orthodoxie wieder einführen will, die in Berlin durch ihre Proteste der freisinnigeren Bevölkerung die freie Wahl freie Versammlungsrecht, der nothwendigerweise noch fernere zur Folge ihrer Geistlichen unmöglich macht, zu deren Leuchten der Sonnenschieber nzo nad gehörte. Von alledem merkte man in Herrn Stöcker's Vortrage nichts, auch nicht, daß er politisch für die Partei thätig ist, die nicht nur das Ausnahmegesetz geschaffen hat, sondern der es noch nicht scharf genug ist, welche die ländlichen Arbeiter an die Scholle seffeln, die Industriearbeiter durch Wiedereinführung der Arbeitsbücher zu vollständigen Knechten machen will. Kurz, um mit Byron zu reden, ") hat einer r, das meni Reder Man ganzen Brow „ Er heuchelte mit vierzig Priesterkraft." Einige wenige Proben mögen genügen. Am Eingang des Versammlungslokals waren Zettel folgenden Inhalts vertheilt worden: Mitbürger! Herr Hofprediger Stöder hat sich in Deutschland immer dahin ausgesprochen, daß die Lösung der sozialen Frage haben müßte und ein Präzedenz für die Zukunft schaffen wirde, das die Schweiz wirklich in ernsthafte diplomatische Verwicklungen hineinziehen müßte, während sie sich heute auf die Kongreffe der Internationale" von Basel, Genf, Lausanne, sowie den Anarchisten- Kongreß von Bern berufen kann. Der Bismarckische UnfallversicherungsgesetzEntwurf tam am 1., 2. und 4. April im deutschen Reichstag zur Berathung, wobei es sich herausstellte, daß trotz der Vorberathung durch den Volkswirthschaftsrath auch nicht eine Fraktion der Ordnungspartei" im ganzen Hause voll und ganz mit dem Dinge zufrieden ist. Brinzipielle Gegner find natürlich die Freihändler à tout prix, die Eugen Richter, Bamberger und Kompagnie. Von den anderen Parteien paßt der einen die Versicherung durch das Reich nicht, der andern die Zuschüsse des Reiches zur Versicherung, der dritten die Höhe der Versicherung 2c. 2c. Selbstverständlich überboten sie sich in Arbeiterfreundlichkeit." " Von unserer Seite sprach Bebel, der einzige Redner, dem das Gesetz nicht zu weit" ging. In seiner klaren und präzisen Manier zeigte er, wie das Gesetz beschaffen sein muß, wenn es wirklich dem Arbeiterstand zum Vortheil gereichen, und dadurch, wenigstens nach der Meinung der Gegner, zur positiven Bekämpfung der Sozialdemokratie beitragen soll. Vor einer solchen Bekämpfung hätten wir aber nicht nur keine Furcht, ondern würden selbst nach Kräften dazu beitragen, daß aber aus dieser ,, positiven Bekämpfung" nichts wird, dafür sorgen die Sonderinteressen der verschiedenen Ordnungsparteien, und darum werde aus der Behandlung, die dieses Gesetz durch den Reichstag erfährt, die Sozialdemokratie nicht nur keinen Nachtheil, sondern neues Gedeihen und neue Nahrung schöpfen. Wir werden in der nächsten Nummer die vortreffliche Rede Bebels nach dem stenographischen Bericht entweder ganz oder auszugsweise bringen. Krieg im Frieden. Sie haben doch ein vortreffliches Gewiffen, die Lenker Deutschlands! Fast könnten wir sie darum beneiden. Wie sicher sie der Liebe und Zufriedenheit des deutschen Volkes sind, davon zeugt das Sozialistengesetz und der Belagerungszustand. Wie sicher sie aber der Liebe und Treue ihrer Armee, dieses vielgepriesene rocher de bronze, sind, dafür zeuge nachstehendes Aktenstück, das uns einer unserer Brüder aus der Kaserne zusendet: ,, Reichsfestung Ulm. Gouvernements Befehl = vom 22. März 1881. Gestern zu später Stunde gingen an die Zivil- und Militärbehörden Benachrichtigungen ein, daß die sozialdemokratische Partei, welche denselben Grundsätzen wie die Nihilisten in Rußland huldigt, den Geburtstag Seiner Majestät unseres Kaisers dazu aukersehen hätte, durch irgend welche Demonstration, vielleicht durch Ausstreuen von destruktiven Schriften vor den Kasernen, Wachen 2c., oder durch direkte Annäherung an die Soldaten in den öffentlichen Lokalen auf diese in ihrem Sinne zu wirken, um sie ihrer Treue, dem höchsten Stolze eines deutschen Soldaten, und ihrer Pflicht abwendig zu machen. Die Militär- und Zivilbehörden hatten zu so später Stunde nur ge= ringe Vorkehrungen zum Schutze der Soldaten treffen können, aber auch die weitgehendsten, unter denen Unteroffiziere und Mannschaften nur leiden müßten, würden nicht einmal einen ausreichenden Schutz gewähren. Nur das Bewußtsein des Soldaten kann ihn schützen, daß er der natürlichste Wahrer und Beschützer der staatlichen Ordnung und der gefähr lichste Gegner dieser verruchten Partei ist und deswegen dieselbe vor Allem versucht, ihn in seiner Treue und in seinen Pflichten wankend zu machen. Daher, Soldaten, seid aufmerksam, wer an euch herantritt und euch entehrende Zumuthungen stellt, rücksichtslos erfaßt solche Erbärmliche am Kragen, wo es auch sei und überliefert sie den Wachen und der Polizei. Wenn ihr entschlossen und energisch gegen diese Bande auftretet, so wird ihr schon der Muth und die Lust vergehen, ihre heimtückischen Einwirkungen auf den treuen und pflichtbewußten deutschen Soldaten ferner zu versuchen. Wer so glücklich ist, einen solchen Bezeichneten zu fassen und der Behörde zu überliefern, hat sofort seinem nächsten Vorgesetzten Meldung zu machen und wenn er sich gut, entschlossen und energisch benommen hat, so soll sein Name ehrend der Garnison genannt werden. gez. Graf v. Gneisenau." Welche Angst, welche bleiche Furcht schaut aus diesen hochtrabenden Worten heraus! Wie jämmerlich klammert sich der edle Graf an den Vergleich mit den Nihilisten, um nur ja den Soldaten Abschen einzujagen vor dieser verruchten Partei" der Sozialdemokraten. Mit welcher Geflissenheit wird da wieder dem Soldaten vorgehalten, er stehe höher, er sei etwas Besseres als das Volt, als seine Brüder außerhalb der Kaserne. Und um keinen Trumpf aus dem Spiel zu lassen, fehlt auch nicht das Versprechen, daß jeder Denunziant gut angeschrieben werden soll. Hilft aber Alles nichts. Ein immer größeres Kontingent von Rekruten bringt, wie Genosse Kayser jüngst im Reichstage ausführte, den schlechten Geist", d. h. das Bewußtsein, daß er mit dem Volke, nicht mit dessen Bedrängern solidarisch ist, bereits in die Armee mit. Und die Behandlung, die man ihnen angedeihen läßt, ist nicht geeignet, dieses Bewußtsein zu erschüttern. Wer einmal denken gelernt hat, läßt sich nicht mehr durch Phrasen fangen. Die sozialdemokratisch denkenden Rekruten, sie sind hundertma wirtfamere Agitatoren in der Kaserne, als die feurigsten Soldatenflugblätter, die häufig das Gegentheil von dem bewirken, als wozu sie bestimmt sind. Sie stacheln die Oberen auf, und sind Veranlassung zu Chikanirung der Soldaten. Der vorliegende Fall beweist dies auf's Eklatanteste. Schon das bloße Gerücht, nebenbei ein falsches, genügt, um allerhand die Mannschaft belästigende Maßregeln zu bewirken. Es wurden am Kaisers Geburtstag sämmtliche Kasernen erheblich verstärkt, die Gewehre der Wachtposten scharf geladen, die gesammte Mannschaft mit Patronen versehen. Solche Maßregeln haben für die Herren wenigstens den Nutzen, die Soldaten momentan gegen die Verursacher solcher Chikanen aufzuheben. Und diese Gesellschaft lebt ja nur von der Hand in den Mund. Wir aber müssen systematisch wirken, oder, um mit Herrn Puttkammer zu reden, schleichend. Wenn auch nicht auf die Mannschaft, so hat der famose Ulmer Regiments befehl doch auf die Herren Unteroffiziere die gewünschte Wirkung erzielt. Am ersten April haben zwei edle Soldatenschinder einen 72jährigen Mann, den Maler Taglieb, der sich in einem Gasthause mißbilligend über die jetzigen Zustände Würtembergs gegen früher geäußert, verhaftet und unter brutalen Mißhandlungen auf die Hauptwache transportirt. Dort wurde der alte Mann zwar sofort freigelassen, aber er hatte für seine Verruchtheit" wenigstens Blut lassen müssen. " Zweifelsohne sind die Namen der beiden Helden in der Garnison ,, ehrenvoll" genannt worden. Ein deutsches Regierungsblatt für- Fürstens mord. Es ist kein schlechter Wit, den wir machen, es ist ein richtiges deutsches Regierungsblatt, die richtige„ Leipziger Zeitung", amtliches Organ der sächsischen Regierung, welches wir meinen. In seiner wissenschaftlichen Beilage zum 10. März d. J. heißt es( S. 120) in einer Besprechung des Kuno Fischer'schen Buchs über Lessing wörtlich: " Jedem unbefangenen Zuschaner muß es als eine Ungerechtigkeit erscheinen, daß Odourdo( in Emilie Galotti) seine Tochter, nicht aber den Prinzen selbst erdolcht". Also die Gerechtigkeit erheischte nach der Kritik der„ Leipz. Ztg." die Erdolchung eines Prinzen, der bekanntlich regierender Fürst war. Wer aber die Ermordung auch nur irgend eines Fürsten empfiehlt, empfiehlt thatsächlich für gleiche und entsprechende Situationen den Fürstenmord überhaupt. " Das hat die Leipziger Zeitg." am 10. März gethan. Am 22. März aber fordert sie in einem von sittlicher Entrüstung über die Verwilderung der Geister" triefenden Artikel die Ausrottung der fürstenmordenden Internationale". Rottet sie nur aus, verbrennt aber gleichzeitig Eure Klassiker, Eure Geschichtsbücher, Eure Lehrbücher, Euren Unterricht, wie es Bebel in seiner trefflichen Rede Herrn von Puttkammer anempfahl. Nur feine halbe Arbeit. Gottliebchen in Stuttgart hat sich doch durch unsere ihn angeblich belustigende Notiz schwer beleidigt gefühlt und läßt daher nach spüren, wer die böse Korrespondenz geschrieben. Seine Gemüthsruhe dünkt dem weisen und gerechten Richter von solcher Wichtigkeit, die Störung derselben für ein so schweres Verbrechen, daß er die ,, Verdächtigen" in Haft nehmen läßt und, wenn sie ihre Unschuld nicht nachweisen können, munter in Haft behält. In Untersuchungshaft wegen Verdachts einer Beleidigung, das geht noch über Bismarck! Man sollte fast meinen, unsere Versicherung, daß er uns keinen Schuß Pulver werth ist, habe den Mann des Rechtes zu solchem Vorgehen ermuthigt. Gottlieb, Gottlieb, des Pulvers bist Du zwar sicher, aber Du kennst doch den alten Spruch:„ Quidquid agis prudenter agas et respice funem"? Die Uebersetzung bleibt vorläufig unter uns. -Aus Deutschland werden wieder so viele Versammlungsverbote, Haussuchungen, Verhaftungen 2c. gemeldet, daß es gar nicht anders möglich ist, als dieselben summarisch zu behandeln. Während Bismarck im Reichstage geradezu bedauerte, daß die Arbeiter noch keine Gelegenheit gehabt hätten, sich über das Unfallversicherungsgesetz zu äußern, werden alle Arbeiterversammlungen, in denen dieses Gesetz auf der Tagesordnung steht, frischweg verboten, sobald der Einberufer im Verdacht des Sozialismus steht oder Gefahr vorhanden ist, daß ein sozialistischer Redner das Wort ergreifen könnte. Unseren Reichstagsabgeordneten folgt die heilige Hermandad auf Schritt und Tritt, und das System, welches Bebel bei der Berathung des Belagerungszustandes in so drastischer Weise kennzeichnete, wir haben diesen Passus leider weglassen müssen, wird mit ungeschwächten Kräften fortgesetzt. Aus Berlin werden schon wieder 5 Ausweisungen von Familienvätern gemeldet, welche Summe von Elend liegt in diesen paar Worten ausgedrückt! Und dabei sind, wie liberale Berliner Zeitungen melden, mehrere der Ausgewiesenen sich nicht einmal bewußt, irgend etwas begangen zu haben, das die Ausweisung rechtfertigen könnte. Was braucht's auch für Madai und Kompagnie Gründe! Es ist eine wahre Lust zu leben, in Deutschland nämlich, aber nur für Staatsanwälte und Polizisten. Die haben jetzt gute Tage. Hat irgend eine solche Polizeiseele den Verdacht, daß irgend ein Sozialist verbotene Schriften verbreitet, so läßt sie ihn festnehmen und sucht dann nach Beweisen? nein, nach Anhaltspunkten für mögliche Beweise. So geschehen in Dresden gegenüber unsern Genossen Schlüter, Fromm und 3umbusch. Die sitzen nun bereits seit mehreren Wochen in Untersuchungshaft wegen Verdachtes der Verbreitung revolutionärer Schriften; am 9. April ist endlich Verhandlungstag, da kommt der Staatsanwalt mit der Bitte, um Verschiebung, da auf Grund neuer, erst jetzt zu Tage getretenen Belastungsmomente vorerst noch weitere Erörterungen einzutreten haben, welche für den Ausgang des Prozesses von Wichtigkeit zu sein scheinen." Das heißt, der Herr hat überhaupt noch kein Beweismaterial, sondern hofft noch immer, welches aufzutreiben. Und Schlüter, Zumbusch und Fromm wandern wieder in„ Untersuchungshaft". Einer solchen Schandwirthschaft gegenüber soll man aber noch„ Achtung vor dem Geseze" behalten. Was Herr Puttkammer wörtlich zitiren nennt: In Nr. 8 des„ Sozialdemokrat" Herr Puttkammer aber zitirt in heißt es in dem Artikel„ Verschwö seiner großen Rede über den Berung oder Revolution": lagerungszustand: ,, Die bestehende ,, beste aller Welten" fann aber ohne Hungersnoth, ohne Epidemien, ohne Kriege nicht auskommen, über kurz oder lang muß einer dieser Würgengel durch Europa feine zerstörenden Tritte lenken", 2c. ,, Ueber kurz oder lang muß Hungersnoth, Epidemien oder Krieg durch Europa seine zerstörenden Tritte lenken", 2c. Das heißt, Herr Puttkammer estamotiri einfach die ihm höchst unbequeme, weil unbestreitbare Voraussetzung der ganzen folgenden Ausführungen, er reißt hier nicht nur, wie bei den meisten übrigen Zitaten, einen Satz aus einer Reihe anderer heraus, sondern er ändert ihn willkürlich ab, er verstümmelt ihn, um ihn für seinen Zweck brauchbarer zu gestalten. Im gewöhnlichen Leben nennt man ein solches Verfahren gemeine Fälschung, Herrn Puttkammer ist für seine ausgezeichnete Rede an allerhöchster Stelle huldreichster Dank ertheilt worden. Π Wie's gemacht wird. Vor Kurzem brachte die„ Norddeutsche Allergemeinste" eine fettgedruckte Notiz, nach welcher in Lugano ( Schweiz) aus einem Dynamitlager eine Partie Sprengstoff im Ge wicht von 100 Kilo gestohlen worden sei. Es war dies natürlich ein Wink mit dem Zaunpfahl, um anzudeuten, daß die russische Dynamitgesellschaft in der Schweiz ihren Sitz habe. Jetzt stellt sich nun heraus, daß dieser Diebstahl zu Lugau in Sachsen passirt war und auf Umwegen zu einer Dynamit- Entwendung in 2 u gano gestempelt worden ist. Eine nette Schwefelbande, diese reaktionären Hetzer! Für ängstliche Gemüther übrigens die beruhigende Nachricht, daß das Dynamit bereits am Tage nach der Entwendung im Walde bei Lugau wieder aufgefunden worden ist. Russisches. Der Prozeß gegen Ryssakow und Genossen hat, wie vorauszusehen, mit der Verurtheilung sämmtlicher Angeschuldigten zum Tode durch den Strang geendigt. Es wäre lächerlich, wenn man unter den obwaltenden Verhältnissen überhaupt von größerer oder minderer Ungerechtigkeit sprechen wollte, immerhin ist doch hervorzuheben, daß für Jesse Helfmann sogar die Mitwissenschaft, flir Michailow die Betheiligung nicht nachzuweisen war. Ueber den Verlauf des Prozesses sind unsere Leser durch die Tagespresse hinlänglich unterrichtet, wir ersparen es uns daher, die Vorgänge noch einmal zu rekapituliren. Das Verhalten sämmtlicher Angeklagter war ein durchaus würdiges, besonders zeichneten sich Shelja bow nnd Sophie Perowskaja durch ihre fühne Sprache aus. Ob sich Alexander III. zu einer Gnadenkomödie entschließen wird, ist im Augenblick, da wir dieses niederschreiben, noch ungewiß. Die Ver urtheilten selbst scheinen den sofortigen Tod dem mit unsäglichen Leiden verbundenen Hinfiechen in den Zentralgefängnissen oder den fibirischen Bergwerken vorzuziehen. Wir werden in unserer nächsten Nummer aus kompetenter Feder eine Kritik des ganzen Prozesses bringen. - Das Triumphgeschreider russischen Regierungspresse in und außerhalb Rußlands, daß nunmehr die Organisation des Exekutiv- Komites zerstört sei, daß man die Druckerei endlich aufgefunden habe, ist schnell verstummt gegenüber der Thatsache, daß das ErekutivKomite neuerdings drei Proklamationen ausgegeben hat: eine an Alexander III., eine an die europäische Gesellschaft und die dritte an das russische Volk. Die ersten beiden Proklamationen sind bereits von der Kölnischen 3tg." veröffentlicht worden und dürften daher unsern Lesern bereits bekannt sein, wir bemerken daher nur, daß, wie man uns mittheilt, Alexander die für ihn Bestimmte unter seinem Kopfkissen vorfand trotz der vollständigen Säuberung" seines Dienstpersonals. Die dritte Proklamation lautet: An die ehrlichen Dorfgenossen, an die rechtgläubigen Bauern und an das ganze russische Volk. Schon viele Jahre duldet das russische Volk unter Landdiebstahl, Hungersnoth, schweren Abgaben, Rechtsverdrehungen und allerlei Unrecht. Der verstorbene Zar Alexander II. kümmerte sich nicht um sein Volk, er bedrückte es mit unerschwinglichen Auflagen, bestahl die Bauern bei der Landvertheilung, gab die Arbeiter hin zur Ausbeutung jedem Räuber und Wucherer. zu haben, um fie ,, vertrauenswürdig" zu finden." Bebel und Auer Polizeidiener! wo kann das anders stehen als in demselben Blatt, das über das infame Verbot der„ Hamburger Gerichtszeitung" die gleiche Schadenfreude äußerte, wie über die an gedrohte Verhängung des kleinen Belagerungszustandes über Leipzig, in der Londoner Freiheit". Er erhörte nicht die thränenvollen Klagen der Bauern. Er schützte| nicht genug Beweise der polizeidienerlichen Tendenz jener Herren nur die Reichen. Er lebte herrlich und in Freuden, während das Volk vor Hunger starb. Er hat Hunderttausend aus dem Volke in einem Kriege geopfert, den er ohne Noth unternahm. Andere Völker hat er vielleicht vor den Türken geschützt, aber sein eigenes Volk hat er hingegeben zur Ausbeutung an Beamte und Polizisten, die schlimmer als die Türken die Bauern gemartert und hingemordet haben. Die Dorfleute, die für das Volk und das Recht eingestanden sind, hat der Zar gehängt und zur Strafarbeit geschickt, bis nach Sibirien. Die Bauerndeputationen, die zu ihm kamen, hat er nicht vorgelassen und die Bauernpetitionen nicht angenommen. Für Alles das hat ein schrecklicher Tod ihn bestraft. Es ist schwere Sünde auf der Seele des Zaren, wenn er sich nicht um sein Volk kümmert. Eine schwere Sünde auch auf seinen Räthen, Ministern, Senatoren 2c., sie haben den Zaren umgeben und die Thränen der Bauern nicht zu ihm gelassen. Jetzt ist ein neuer Zar auf den Thron gestiegen, Alexander III. Er ist verpflichtet, die Sünden seines Vaters gutzumachen, die unerträglichen Lasten seines Volkes zu erleichtern. Rechtgläubige Bauern! Legt der ganzen Dorfversammlung Eure Bitten an den Zaren vor, schickt Abgeordnete an ihn, enthüllt ihm, wie in Rußland der Bauer verschmachtet, noch schlimmer als unter der tartarischen Knecht schaft. Versammelt das ganze Dorf und schreibt die Petition. Die Petition ist diese: 1. Daß der Zar eine Neuvertheilung des Landes ohne jede Ablösung ( Geldzahlung) befiehlt. 2) Daß er die Steuern herabsetzt. 3) Daß weder Beamte noch Polizisten sich in die Dorfgemeindeangelegenheiten einmischen. 4) Daß der Kaiser zur Berathung und Beschließung einer aus gewählten Abgeordneten der Bauern aus den Dörfern und dem ganzen Volke bestehende Landesversammlung einberuft; daß in Zukunft nicht mehr die Räthe des Zaren Herr sein sollen, sondern die Bauern, und daß der Zar ohne den Rath jener Abgeordneten nichts mehr thut, weder Steuern erheben, noch Krieg führen. Rechtgläubige! Wenn der Zar diesen Euren Bitten nachachtet, dann leuchtet wieder das Recht auf der Erde, es verschwindet Unrecht und Kummer, Diese Proklamation ist dem ganzen Dorf in der Gemeindeversammlung zu verlesen und sind Verbote dagegen durchaus nicht zu achten. Der Beschluß der Dorfversammlung aber ist durch einen sicheren Mann an die Adresse des Kaisers in St. Petersburg zu senden. Gegeben in St. Petersburg 2.( 14.) März 1881. -Aus Budap e ft kommt die Nachricht, daß die Nichtigkeitsbeschwerde Leo Frankels vom Kassationsgericht verworfen wurde. Somit muß unser Genosse, weil er ein Flugblatt abbrudte, um zu zeigen, wie sehr gerade Verfolgungen aufreizend wirken, im freien Ungarn auf e inundeinhalb Jahr in's Gefängniß. Sie fühlen den Boden allerwärts unter sich wanken, die Vertreter der alten Gesellschaft, daher kennen sie den Vertreter der neuen Gesellschaft gegenüber nur die brutale Gewalt. Aus London wird uns unterm 8. April geschrieben: Gestern fand die zweite Verhandlung gegen Most statt, deren Resultat, wie zu erwarten war, darin bestand, daß Most vor die Geschwornen kommt und zwar am 2. Mai. Das Ministerium Gladstone will sich also um jeden Preis eine Niederlage holen. " 1 Die Verhandlung selbst bot wenig Bemerkenswerthes, höchstens seien die Aussagen eines„ Sprachlehrers" erwähnt, die einiges Gelächter hervorriefen. Diese edle Seele hatte aus eigenem Antriebe" nicht weniger als vier Exemplare der Freiheit" vom 19. März gekauft, weil er sich ,, um die auswärtige Politik lebhaft interesfirte."" Uebermannt von Ekel" konnte er sich nicht anders helfen, als den Attentats- Artikel und eine Rundschau- Notiz zu übersetzen, dem Lord Georg Hamilton zu übersenden und sich dem öffentlichen Ankläger, Herrn Poland, als freiwilliger" Zeuge anzubieten. Der saubere Patron war 3 Jahre in Dresden und 7 Jahre in Petersburg gewesen als was? davon schweigt die Geschichte. Sein Name ist Charles Edward Marr. Er ist seines deutschen Namensvetters würdig. Most selbst sah sehr angegriffen aus, wir wissen nicht, ob in Folge schlechter Behandlung. Wenn man ihn sieht, begreift man die Ansicht, die meisten seiner Anhänger hingen nur noch aus Mitleid an seiner Person, indeß sie nirgends Miene machen, seine Taktik anders als mit Worten zu akzeptiren. Er sprach zum Schlusse einige Worte in deutscher Sprache, obwohl ihm sein Vertheidiger Bennett davon abgerathen hatte, meinte, er könne Vieles gegen den Bandwurm von Anklage vorbringen- der Bandwurm wurde vom Uebersetzer weggelaffen aber er wolle nicht jetzt sein Pulver verschießen und werde auf das Vorgehen à la Tessendorf und Bismarck vor den Geschwornen antworten. Er sei überzeugt, es werden sich nicht 12 Männer in England finden, welche das Attentat auf die englische Preßfreiheit gutheißen. Einige anwesende Engländer meinten, Most hätte schweigen sollen, er habe seine Situation nicht gebessert. Andere meinten sogar, Most habe Ob Hunderte von Familien in Noth und Elend gestürzt werden, was geht das die Londoner Revolutionsschreier an, es trifft ja doch nur Leute, die nicht auf Most und Hasselmann schwören. " Und das in einem Augenblick, wo man selbst die Hülfe von allerhand Reformdudlern, Parlamentssozialisten" 2c. in Anspruch nimmt. Soeben, nach Redaktionsschluß, geht uns eine Broschüre von M. Dra gomanow,„ der Tyrannenmord in Rußland und die Thätig feit Westeuropa's" zu, auf die wir in nächster Nummer zurückfommer werden. Briefkasten wa 2. fr пас Behör und w der Redaktion: Sergeant" in X.: Die ,, Warnung" war auch a dark anderen Orten verbreitet, der Spaßvogel" mußte daher ernst genomme werden. - E. in B., J. D. in S.: Ihre Artikel kommen demnäch zum Abdruck, was nicht veraltet, mußte aufgeschoben werden.--ch i Ln. Besten Dank. Mehr Licht" dringend nöthig, halten es aber fü besser, einstweilen uns noch abwartend zu verhalten. Im Uebrigen theile wir Ihre Vermuthung. wir Ihre Vermuthung. Freund in Chicago. Dank für Junoil Staatszeitung", der priesterliche Erguß kommt in nächster Nummer zum Abdruck. der Expedition: H. D. Hg.: Mt. 3.- Ab. 2. Qu. erh.-O B. N T. Dd.: Mt. 6. Ab. 2. Qu. erh. Neues folgt mit. Gruß! Salzft.: Mt. 3.- Ab. 2. Qu. erh. Reklamirtes recherchiren wir un senden F. auf alle Fälle. Rumänischer Sozilift: Am 8. ds. besorgt Gruß! Rothschwanz: Mf. 6.- Ab. 2. Qu. erh. Langsam und deut A. B lich! Schnitzer auf Ihr Haupt. D. vorgemerkt. W./L. gelöscht. Deutscher Ver. Bern: Mt. 2.- Ab. 2. Dr. erh Rheinfelden: F 1.50 Schrft. u. Fr. 1.20 Flgfds. dankend erh. Otto: Laß Dich m nicht erwischen. Nr. 500: Fr. 7.43 durch M. für Ab. 2. Qu. 20 verwendet. Alles vorgemerkt. Dank! A. Rgn.: Mt. 12.- un Mt. 6. Ab. 2. Qu. erh. u. Alles vorgem. Gemeinschaftl. Bezu bei dieser Zahl besser, zumal genügend Abwechslung. H. Psn. Hi Mf. 3.- Ab. 2. Qu. erh. G- g: Mt. 3.- Ab. 2. Qu. erh. Mögl daß Einiges verspätet. Alles fort. H. Sch. Nttn.: Mt. 6.- Ab. W. W. London: Alles abgeg., u. 2. Qu. durch St. G. erh. Ersatz. Unterwegs finden sich manchmal auch noch dorten Mitleser". X. 3: Mt. 39. 50 nach Vorschr. pr. Ab. 1. Qu. Flugschr. u. Schri verwendet. Folgen fortan 15 und 1 Expl. nach B. Rosabet: 4 me vorgemerkt. It. Wunsch v. 6./4. Brf. v. 11./4. erh. Weiteres notirt. ( i-): Bis 15 Alles ab. Adr. nach Vorschr. geordnet. Bickelhaub Fr. 49.- durch H. erh. u. à Cto. gut- gebr. Gewünschtes am 12./4. brie abgeg. Wbd. Mr. 2.05 dem Agfds. zugewiesen. J. G. H. B Mi. 2.50 2c. Ab. 3. Qu., da 2. bereits glatt. Weiteres nach Wuns C. K. K. in P.: Mt. 6.- Ab. 2. u. 3. Qu. erh. C. Mz. 3 Fr. 2. Ab. 2. Qu. erh. J. Strß. N.- Y.: Fr. 25.90 à Cto. erh. L. Kyi Nzz: Fr. 3.66 Ab. 2. Qu. erh. Mt. 2. 50 Ab. 2. Qu. erh. aud J. Gugh. Londo Cafar Th. Ssee: Fr. 2. 50 Ab. 2. 0 u. s. w. erh. Nein. Aber doch sehr gut. Außer 12, Gewünschtts ni ö. aufzutreiben. Gruß! Viktoria: 5. fl. 1.- Schft. erh. sonst Nicht R. wird wohl selbst geantw. haben.-(-): Fr. 2.- Ab. 2. Qu. L. Sch.: Mt. 3.- Ab. 2. Qu. erh. durch C. Schwäbis Heiland: Das muß ja ein recht gemüthlicher Bruder sein, dieser ,, Knicker Soll ihm abgewöhnt werden. Ph. Hor. Frontign.: Fr. 2. 50 2. Qu. erh. So iſt's recht, nur immer Kopf oben! Fr. St. Wie ö. fl. 1. 70 Ab. 2. Qu. erh. Sdg. erfolgt nach Vorschr. Martird Mt.-.60 1 Mt. erh. Wird besorgt. N. N. Prag: Briefe u Abr. vom 5. u. 11./4. erh. Nachzügler 14 u. 15 fort. Diplomate seppert Old Engl: Wir unterscheiden zwischen einer Solidarität d Prinzipien und einer Solidarität der Dummheiten. Letztere stets abzulehne ist unser Prinzip. Uebrigens: Nur nicht bange" fagte au der Hahn zum Regenwurm. Wen dieses Martyrium reizt, der m es solo genießen. Sonderbarer Schäfer!-D. E. M. Amstrom: Fr. 14. Ab. 2. u. 3. Qu. u. Schrft. erh. Beigabe an F. nach Vorschrift ve à Cto. erh. wendet. S. K. London: Fr. 125. 25. 10 Schft.- Cto. erh. Brief am 14. fort. Anzeigen. Egmont: W Durch die Expedition des„ Sozialdemokrat" und die Volfsbuchhandlu Hottingen- Zürich ist zu beziehen: Jahrbuch abfichtlich die Richter gereizt, wie er auch absichtlich in letzter Zeit so für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik scharf geschrieben habe, um angeklagt und verurtheilt zu werden, da dieß der einzige Ausweg für ihn sei, um mit Ehren aus der Sackgasse, in die er sich verrannt hat, davonzukommen. Daß die Freiheit" durch die Anklage Most's an Abonnenten erheblich gewonnen hat, ist sicher, ob aber Most wirklich so berechnend vorgegangen ist, dafür fehlen alle Beweise. Daß die Dummheit und Schuftigkeit des liberalen Ministeriums so groß sein werde, ein in England ganz unbekanntes Blatt in illoyaler Weise eines Artikels wegen zu verfolgen, dessen ungehobelte Sprache von den irischen Blättern noch übertroffen wird, konnte Niemand erwarten, auch Most nicht. " Interessanter als die Gerichtsverhandlung, die nichts Besonderes bot, und deren Resultat man schon vorher wissen konnte, war die Unterhaussitzung desselben Tages. Der torystische Lord Churchill, der sich zur Spezialaufgabe gemacht hat, der Whig.- Regierung aus dem Fall Most Schwierigkeiten zu bereiten, klagte den Minister des Aeußeren, Sir Ch. Dilke, an, Geld zur Unterstützung der Freis heit" hergegeben zu haben, als diese daran war, aus Mangel an Geldmitteln zu verscheiden. Als Zeugen dafür führte er Herrn Maltman Barry und den Kassier der Freiheit"( treasurer of the funds of the Fr.) an. Maltman Barry erhielt das Geld von Dilke, mit der Weisung, es der Freiheit" zu übermitteln, die es unter einem angenommenen Namen quittiren solle. " Daß Herr Dilfe jetzt läugnet, jemals Geld zu einem solchen Zwede hergegeben zu haben, ist natürlich. Dieß würde wenig zu sagen haben. Wenn wir den Aussagen Lord Churchills einiges Mißtrauen entgegenbringen, so ist es blos deshalb, weil wir nicht begreifen können, welches Interesse der Vollblutbourgeois Dilke an der Erhaltung eines kommu nistischen Blattes haben kann. Oder sollten auch da deutsche Einflüsse maßgebend sein? Bismarck scheut auf keinen Fall davor zurück, das englische Ministerium und die Londoner Sozialrevolutionäre gleichzeitig an der Nase herumzuführen und seinen Zwecken dienstbar zu machen. J. S. Soweit unser Korrespondent. Was seine am Schluß ausgesprochene Vermuthung anbetrifft, so steht soviel unbestritten fest, daß Bismarck die Most'sche Freiheit" nach Kräften für seine Zwecke auszubeuten sucht, wobei ihm die krankhafte Sucht Most's, um jeden Preis als das Ultra des Rad ifalismus zu glänzen, allerdings vortreffliche Dienste geleistet hat. Die neueste Nummer der Freiheit" schweigt über diese Angelegenheit. - Tiefer hängen!„ Die Herren Parlamentssozialisten der Leip ziger Schule geben sich zwar alle erdenkliche Mühe, die rothe Farbe( mit Einschluß der Schamröthe) zu verläugnen und im Lichte rosenfarbig er Harmlosigkeit zu erscheinen, allein die Regierung scheint noch immer II. Jahrgang. Herausgegeben von Dr. Ludwig Richter. Der 399 Seiten starke Band enthält unter Anderem: 1. Auffähe: Karl Fourier, ein Vielverkannter, von H. Greuli Tschernischewsky und Malthus von K. Kautsky. Die Auswanderung als Mittel zur Lösung der sozi len Aufgabe von A. Douai u. s. w. II. Zahlreide Rezensionen. III. Berichte über den Fortgang der sozialistischen Bewegung: von F Douai( Vereinigte Staaten von Amerika), Jacquette Lilfenkran M ( Skandinavische Länder). J. Sketchley( Großbritannien), C. De Bae( ( Niederlande), P. Axelrod( Rußland und Rumänien), M. Theod rowitsch( Serbien) u. s. w. IV. Preisausschreiben. Preis: Bei Bezug durch die Erped. des Sozialdemokrat: Fr. 4,50. Im Buchhandel: ca. Fr. 6,-. Um Mißverständnissen und absichtlich tolportirten unwahrheiten e gegenzutreten, bemerken wir, daß das Jahrbuch" nicht eine Publ kation der sozialistischen Arbeiterpartei, sonde lediglich ein Unternehmen privater Natur ist, dem Studi und der Diskussion aller in das Gebiet der Sozialwissenschaft und S zialpolitik einschlägigen Fragen gewidmet. Ferner ist erschienen: Zweite Auflage. Die Entwickelung der sozialrevolutionär Bewegung in Rußland. ge m tle " di be & ni Von P. Axelrod. ( Separatabdruck aus dem Jahrbuch für Sozialwissenschaft". II. Jah 46 Seiten 8º. Preis: Beim Bezug durch die Exped. des Sozialdemokrat: Fr. P. Axelrod, früher Redakteur der„ Obschtschina" und Mitarbeit am Tschornii Peredjel", steht wegen seiner Objektivität bei all Fraktionen der gegenwärtigen revolutionären Bewegung Rußlands hoher Achtung. to go 63 8388 GE Bou Schuppenfels ersucht Radamalanga um Adresse. 3 Deutscher Arbeiterverein Rorschach Schweiz. Vereinsbuchdruckerei Hottingen- Zürich. zi to