Srscheiul « Schentlich einmal in Zürich iSchweiz) ftrln «. H«rl«r. Znduftriehall« Ziikibach-Zürich P-IstltllllgkU franco gegen franco. gewöhnliche Briefe noch der E ch w e i z losten Toppeiporio. Der SoMldeMkrat Zentral-Krgan der deutschen Sozialdemokratie Abonnements werden nur fbeim Verlag und deffen bekannten Agenten entgegengenommen und zwar zum voran« zahlbaren Vierteljahriprei» von: fSt.2.— für die Schweiz(Areuzband) MI. Z.— für �-u't�laud<ial!>e«okrat"."MW al» möglich an den.Sozialdemokrat', resp, d-sten«erlag selbst adresstren, sondern sich möglichst an irgendeine unverdächtig, Adresse außerhalb Deutschlands und Oesterreich« wenden, welche stch dann mit uns in Verbindung fetzt! anderseits aber, daß auch uns möglichst unverfängliche ZuftellungSadressen mitgetheilt werden. In zweifelhaften Fällen empfiehlt stch behufs größere, Sicherheit ill-kommandiruug. Soviel an uns liegt. werden wir gewiß weder Mühe noch kosten scheuen, um trotz aller eirt- gegenftehenden Schwierigleiten den, Sozialdemokrat' unsern Abonnenten möglichst regelmäßig zu liesern. Parteigenossen! Vergeht der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Frühling! Eine Sonntagsbetrachtung. Ter Frühling ist ins Land gezogen. Wald und Feld, Garten und Wiese bedecken fich mit frischem, 'ästigen Grün, milder wehen die Winde, die dem entzückten Wanderer den würzigen Duft aufbrechender Blüthen entgegen tragen, die Zugvögel sind heimgekehrt aus dem fernen Süden und vollführen mit ihren heimgebliebenen gefieder'en Genossen ihr zwar nicht sehr harmonisches, aber doch jedem gesunden Ohre so wohlklingendes Konzert, allabendlich abgelöst von der Frösche munterem Chor, des Waldes Bewohner haben ihren Winterschlaf beendet. Allüberall Erwachen, neues Leben, voll Lust und Kraft— „Die Welt wird schöner mit jedem Tag, Man weiß nicht, was noch werden mag, Das Blühen will nicht enden,"——— � Voll solcher Empfindungen greife ich nach einem mir zur Seite liegenden Zeitungsblatt, ich schaue mechanisch hinein und vorbei ist die fröhliche Stimmung: „Eine entsetzliche That, die ganz Wien in Aufregung versetzt, wurde in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch im sechsten Bezirk von Wien verübt. In der Esterhazi- gasse Nr. 33 wohnte der Schustermeister Josef V e i g l mit seiner Familie, destehend aus seiner dreißig Jahre alten Gattin und vier Kindern: der vierjährigen Josefa, der dreijährigen Marie, der zweijährigen Gisela und dem Wickelkinde Ludmilla. Veigl, der i« Folgt ll ll lt Ariltitolosigkeit große Roth im Hause hatte, konnte das elend seiner Zagt nicht er- tragen und beging eine Greuellhat, die ihm nur der Wahnsinn diklirt haben konnte. Er schlachtete buch- üäblich seine ganze Familie ab. Während Kinder und Weib schliefen, schnitt er erst der Gattin und dann den Kindern den Hals durch, sich selbst brachte er einen Stich in den Unterleib bei. Veigl, der schwer verletzt ist, aber noch lebt, wurde in'S Jnquisttenspital geschafft." O. du herrliche,„beste der Welten" I Da feiern sie Feste über Feste, stecken fchon wieder mitten in den Vorbereitungen zu einem Extr äsest, welches sie zu Ehren der Hochzeit eines„hoch- geborenen" Burschen, den ehebrecherischen Sohn eines ehebreche- rifchen Vaters, veranstalten, und übertönen mit ihrem Jubel die Schmerzensschreie des tiefen unsäglichen Elendes, das in ihrer unmitielbaren Nähe herrscht. Und nicht einmal die SchreckenSthat eines Verzwciselndcn vermag ihrem tollen Hcxensabbaih Eintrag zu thun, sie halten einen Augenblick inne, vergießen einige Krokodilsthränen, spenden vielleicht an irgend einen Wohlthätig. keitsverein— sie ja sind ungeheuer wohlthätig!— einige Beiträge, dann aber gehis unbekümmert weiter, ihre Lust steigert sich und — immer weiiere Kreise fallen dem Elend anHeim. Ach, die Welt ist so schön, so schön! Sie bietet der Menschheit in überreichlicher Fülle Alles, was sie zur Erhaltung aller ihrer Glieder bedarf, und wäre ihre Zahl die doppclic, die drei- iacyc, die zehnfache. Ja, es läßt stch noch gar nicht absehen, wann und ob einmal der Moment eintreten wird, wo die düstere Prophe- zeihung des englischen Pfaffen Malthus, daß die Erde einst ihre Bewohner nicht zu ernähren vermag, in Erfüllung zu gehen droht. Noch kann die Ertragsfähigkeit des bebauten Landes unendlich gesteigert werden, und unermeßliche Strecken liegen noch unbenutzt, unbebaut— „Es blüht daL fernste, tiefste Thal"— Ter menschliche Geist aber hat die Entfernungen aufzuheben verstanden, in unglaublich kurzer Frist bringen uns das Dampf- schiff und der Dampswagen aus Ungarn, aus Rußland, aus Indien, aus dem fernsten Westen Amerika's Nahrungsmittel in Hülle und Fülle, die Hungersnoth gehört den Zeiten der Vergangen- heit an———— Was störst du schon wieder meine Betrachtungen, aufdring- liches Zeitungsblatt? „London. Ter amtliche Bericht über die Fälle von Kid, verursacht durch Hunger, stellt fest, daß im Jahre 1830 in der Hauptstadt Englands die Zahl der Jndivi- duen, bei denen diese Todesursache konstatirt wurde, aus 108, sage hundert und acht, sich beläuft, darunter sieben, deren Persönlichkeit nicht festgestellt werden konnte." In hundert und acht Fällen wurde konstatirt, daß der unmittelbar infolge Mangel« an Lebensmitteln cinge- ist, die Fälle aber, wo der Tod mittelbar derselben Ursache �zuschreiben ist, wo der durch langes Elend geschwächte, ent- Kästele Körper irgend einer sonst nicht tödtlichen Krankheit keinen Widerstand entgegenzusetzen vermochte, entziehen sich natürlich >eder Beurtheilung. Und das in der Hauptstadt Englands, des gottesfürchtigen mit Wohlthätigkeitsanstalten überschwemmten Englands! In anderen Ländern kennt man eine solche Statistik nicht, man verschweigt, man vertuscht derartige unbequeme Thatsachen, aber in den Polizeiberichten finden wir mit e- schreckender Häufigkeit die kurze Mittheilung, man habe da und dort die Leiche eines un- bekannten Mannes aufgefunden, ein„Selbstmord scheine aus- geschlossen, Spuren äußerer Gewalt fehlen" oder ein reisender Handwerksbursche sei„in völlig erschöpftem Zustande auf der Straße zusammengebrochen, in den Polizeigewahrsam oder in das Spital transportirt worden, wo er wenige Tage darauf verstarb". Gedankenlos geht die übergroße Mehrzahl der Leser über solche Mittheilungen hinweg, es ist ja viel interessanter, den Bericht über das Kostümfest beim Kommerzienrath!., über das Reiter- fest zu Ehren des Prinzen A. oder über die Ausstattung der Prinzessin Stephanie zu lesen! Ach, es ist nicht nur die Bourgeoisie, die so gedankenlos in den Tag hincinlebt, das Volk selbst, die Arbeiter, die Hand- werkcr, die kleinen Bauern, sie vergessen nur zu gern, daß das Loos jener Unglücklichen auch ihnen droht, daß jeder Tag sie aus ihrer ohnehin so bedrückten Existenz herausreißen, der Roth, dem Elend, dem Hungertod überliefern kann. Sie vergessen, daß der Moloch des Kopitalismus unerbittlich ist und immer größere Opfer fordert, sie leiden, sie darben, sie fühlen das Entsetzliche ihrer Lage, und doch können sie sich nicht entschließen, mitzu- wirken an dem Werke ihrer soziale i Erlösung, und doch streben sie nur danach, ihre Roth zeitweilig zu vergessen. Sie bewundern den Reichthum derer, die von ihrem Schweiß, vom Schweiß ihrer Brüder sich nähren, sie rufen Hurrah! denen zu, die das arbeitende Volk aus tiefster Seele verachten, die es bei jeder Gelegenheit für unmündig erklären, ihm alle politischen Rechte mißgönnen, unablässig darnach streben, die wenigen politischen Rechte, die sie dem Volke in stürmischen Zeiten bewilligen mußten, ihm unter allerhand Vorwänden zu rauben. Ich verachte, ich hasse diese Volksbedrücker und Volksbetrüger, aber ich kann leider nicht umhin, es auszusprechen! so lange das Volk ihrem schmach- vollen Treiben geduldig zusieht, so lange haben sie Recht! Werden sie ewig Recht behalten? Rein und tausendmal nein! Wenn ihnen auch die Masse des Volkes noch nachläuft, so thut sie dies eben, weil sie gedankenlos ist. Diejenigen aber im Volke, die Denken gelernt haben, kennen nur das einzige Ziel, dieser fluchwürdigen Herrschaft je eher, je besser ein Ende zu machen. Sie sind heute noch eine Minderheit, werden hie und da von ihren Brüdern sogar noch verspottet, verhöhnt, angefeindet, aber trotzdem flößen sie heute bereits ihren Gegnern, den Feinden der Volks- befreiung, Furcht und Schrecken ein, sie, die Ohnmächtigen, den Großen und Gewaltigen. Denn so sehr sich diese auch abmühen, das Volk hinzuhalten, es über seine wahren Interessen zu täuschen, sie fühlen selbst, daß ihnen das auf die Tauer nicht gelingen kann, die nackten Thatsachen sprechen zu laut gegen sie. Wie die Lüge die Wahr- heit fürchtet, so fürchten sie uns. Sie wissen, daß in dem Augen- blick, da da« Volk zu denken sich anschickt, all ihre Künste nicht mehr verfangen! Und dieser Moment naht heran, unzählige von Anzeichen weisen darauf hin. Ein dumpfes Mißbehagen lastet überall auf dem Volke. Noch folgt es in seiner übergroßen Mehrzahl dem Troß seiner Feinde, aber wie anders klingt sein Hurrah gegen früher! ES ist nicht mehr der begeisterte, feurige Ruf von ehedem, es ist ein gewohnheitsgemäß, ein mechanisches Hurrah geworden. Darum muthig vorwärts, Du kühne Schaar, die Du trotz aller Verfolgungen so wacker bisher ausgehalten! Laßt uns unermüdlich weiter arbeiten an dem mühevollen Werke der Volks- befreiung. Bereits ist der Boden gelockert, es gilt jetzt das Ge- stein zu entfernen und unsere Saat in die aufgewühlten Furchen zu streuen. Das Gestein, da« find die falschen Lehren unserer Gegner, und der Aberglaube das religiöse Vorurtheil, die Aussaat aber ist die Erkenntniß des Wahren, die Kennzeichnung der Verhältnisse wie sie sind und wie sie sein sollten, sein könnten, fein müssen. Das Gestein ist die Lehre des sozialen Stillstandes, die Aussaat die Lehre der sozialen Re- volution. Und wenn wir Alle unsere Pflicht thun, wenn wir vor keiner "e zurückscheuen, wenn wir unablässig wühlen, eggen�und säen, dann wird es auch einmal Frühling in unserem Sinne werden, dann wird eS sprossen und keimen überall, dann wird das Volk fich erheben, dem grauenhaften Elend, dem eS heute ausgesetzt ist, gründlich ein Ende zu machen. Dann kommt auch für uns die Zeit, von der der Dichter singt: „Nun, armes Herz, vergiß der Qual! Nun muß sich Alles, Alles wenden." b,eo. Bismarcks Schlachtplan. Aus Mitteldeutschland. Wenn der Reichstag sein Pensum noch erledigen, wenn er namentlich das Unfallversicherungsgesetz noch in zweiter und dritter Lesung behandeln soll, kann die Session unmöglich vor Pfingsten geschlossen werden, und würde der Reichstag so ziemlich bis zum letzten Tag seines Legislaturmandats versammelt sein müssen. In offiziösen Blättern wird auch darauf hingedeutet und ziem- lich positiv behauptet, die Neuwahlen würden wahrscheinlich im Oktober stattfinden, jedenfalls nicht vorher. Diese Hartnäckigkeit hat Argwohn erregt, und man vermuthet in verschiedenen Kreisen, Fürst Bismarck wolle die Parlaments- rifchen Parteien in falsche Sicherheit wiegen und durch eine ur- plötzliche Aufregung überrumpeln. Der Argwohn ist bezeichnend für unsere Zustände, und ver- räth die— hohe Meinung, welche man von Bismarck hat. Sollte auch eine Auflösung nicht erfolgen, so ist der Verdacht doch unzweifelhaft wohl begründet. Außer für den Fall einer Auflösung, wo eine KOtägige Frist festgesetzt ist, enthält die Reichsversassung über die Zeit, in welcher Neuwahlen stattzufinden haben, absolut gar nichts. Bindend nach dieser Richtung sind blos die Bestimmungen, daß der Reichstag alljährlich versammelt werden muß. Da das finanzielle Jahr des deutschen Reichs am 31. März endet, ist also Fürst Bismarck durch die Reichsverfassung nur verpflichtet, den neuen Reichstag so früh wählen zu lassen, daß er den Etat für das Finanzjahr 1882/83 noch vor dem 31. März des künstigen Jahres votircn kann. Und dazu genügt es vollauf, wenn die Neuwahlen, wie bisher— mit Ausnahme der letzten, der Attentatswahlen— fast immer der Fall war, am oder um den 10. Januar vorgenommen werden. Man hat dies zu bestreiten versucht, jedoch mit Unrecht. ES unterliegt keinem Zweifel: Bismarck hat einen bedeutenden Zeitraum vor sich, innerhalb dessen er Ueberrumpelungen inszeniren kann und inszeniren wird. Er ist thatsächlich auf Ueberrumpelungen angewiesen. Auf Ueberrumpelungen und Vergewaltigungen. Ueberrumpelungen sind ja au ftrnd auch nur Vergewaltigungen— nur moralische, die einem Manne wie Bismarck freilich nicht genügen. Straffste Anspännung des Sozialistengesetzes, Ausdehnung desselben auf alle Oppositionsparteien, Verallgemeinerung des kleinen Belagerungs- zustandes, wenn es irgend geht, ein kleines Attentätchen pur Ordre de Mufti und ein Bischen großer Belagerungszustand— das könnte allenfalls Helsen. Nimmt man hierzu noch die Judenverfolgung und die anti- semitischen Sprengbanden mit hoher obrigkeitlicher Erlaubniß zur Vernichtung des Vereinsrechts— und wir haben Bismarck's Schlachtplan für die Wahlkampagne. Uns kann derselbe nur erwünscht sein. Die sozialdemokratische Partei ist an die Bismarck'sche Kampfmethode seit Langem ge- wöhnt. Unsere gefährlichsten Gegner sind aber glücklicherweise nicht in dieser Lage und werden durch diese Taktik arg in Ver- legenheit gesetzt. Die Fortschrittler und Liberalen sind offenbar ganz verdutzt. Das rücksichtslose Vorgehen Bismarck's, die Kon- fiskation fortschrittlicher Zeitungen auf Grund des Sozialisten- gesetzes, die„Sauhatz" auf die Berliner Stadtverwaltung, den Sezesstonisten Forckenbeck und den„Fortschrittsring", die Drohung, die Reichshauptstadt von Berlin wegzuverlegen— dies und mancherlei Verwandtes hat die Herren Liberalen und Fortschrittler in einer fast mitleiderregenden Weise eingeschüchtert. Sie haben sich aus der Angriffshaltung in die Defensive zurückwerfen lassen, und winseln förmlich, daß sie niemal« daran gedacht hätten, Bismarck aus seiner Stellung verdrängen zu wollen. Sogar ein Fortschrittsorgan, die„Vossische Zeitung", erklärt es in einem besonderen Leitartikel für eitel Verleumdung, daß die Fortschrittspartei den Ruf: Fort mit Bismarck! ausgestoßen hätte. Die biedere„Tante" hat offenbar die Reden und Flug- blätter ihres Parteihauptes Eugen Richter niemals zu Gesicht bekommen. ES ist wirklich zu arg! Eine solche Feigheit! Wenn die Herren nicht die Beseitigung Bismarcks wollen, wozu dann die ganze Opposition? Um Bismarck zu bekehren? Das wäre idiotische Naivetät. Von zweien eins: Entweder man ist mit dem Bismarck'schen System einverstanden, und dann muß man für Bismarck sein. Oder man ist nicht damit einverstanden und dann muß man wider Bismarck sein. Für Bismarck oder wider Bismarck! Dazwischen liegt nur politische Heuchelei und Feigheit. Daß Bismarck etwas anderes ist, als ein gewöhnlicher Minister, der mit der Volksvertretung in Harmonie zu regieren wünscht, daß er, ähnlich wie Louis Bonaparte in Frankreich, durch die sozialpolitische Lage zum Diktator gemacht worden ist, und in seiner Perlon das jetzt herrschende System vertritt, das sollte nachgerade jedes Kind wissen. Wer das System beseitigen will, muß den Vertreter des Systems beseitigen. Um diese Thatsache kommt die Opposition nicht herum. Wer nicht den Muth hat, dem Fürsten Bismarck die Alter- native zu stellen, welche die französischen Republikaner vor einigen Jahren Mac Mahon stellten: se soumettre ou se dömettre— zu Kreuze kriechen oder zum Tempel hinaus! der verzichte auf die Opposition! Die hohe Bedeutung der Parteikämpfe seit 1878 und des Wahlkampfes, in welchem wir uns jetzt befinden, ist gerade darin zu suchen, daß die Gegensätze scharf zugespitzt, die Mittelparteien zerrieben werden, bis zuletzt nur die extremen Parteien auf dem Schlachtfeld zurückbleiben. Aber, wendet vielleicht der Eine oder der Andere ein, wäre es denn ein Vortheil für uns, wenn in zahlreichen Wahlkreisen anstatt eines Fortschrittlers oder Sezesstonisten, oder eines Volks- parteilers ein reaktionärer Konservativer gewählt würde? Statt eines Gegners des Sozialistengesetzes ein Freund desselben? Allerdings wäre es ein Vortheil. Das Sozialistengesetz, das ist ja von unseren Abgeordneten wiederholt im Reichstag her- vorgehoben worden, hat eine tiefere Begründung als in einer Laune des Fürsten Bismarck oder in dem Willen einiger Reak- tionäre— es ist der Ausdruck des Selbsterhaltungstriebs der herrschenden Klassen, und würde auch nicht aufgehoben werden, wenn die Herren Eugen Richter und Konsorten die Majorität im Reichstag hätten. Erinnern wir uns nur des französischen Gesetzes gegen die Internationale, das bis auf den heutigen Tag noch nicht aufgehoben ist. Ein starker fortschrittlich-sezessionistisch-volksparteilicher Partei- mischmasch im künftigen Reichstag würde blos zu schönrednerischem Komödienspicl führen, welcher die politisch weniger geschulten Volksmassen beschästigen und ihre Aufmerksamkeit von der Roth- wendigkeit ernsten Ringens ablenken und die Entscheidung hinaus- schieben würde. Wir Sozialdemokraten sind nicht im Stande, eine parlamen- tarische Majorität zu erringen. Und da es nun einmal nicht zu vermeiden, daß unsere Feinde dort die Majorität haben, dann lieber offene Feinde und stramme Reaktionäre als falsche Freunde und politische Heuchler! Erst wenn die Extreme stch scharf und klar gegenüberstehen, werden die Massen deü Volkes in den politischen Kampf aktiv eintreten, und winkt uns die Aussicht aus Sieg. Die Liberalen, und zwar die konzessionistischen so gut wie die sezessionistischen, haben beiläufig begriffen, daß ihr Weizen in dieser Wahl nicht blühen wird. Ueber die Hälfte dieser Kautschuk- Männchen hat ein Mandat abgelehnt, was sehr klug ist: wer nicht kandidirt, fällt auch nicht durch. Bravo!— das Terrain lichtet sich.— ml— Briefe eines Achtundvierzigers. Berlin, Ende April. Vorläufig hat die sächsische Regierung den Puttkamer'schen Wink mit dem Zaunpfahl noch nicht beachtet; es wird aber an weiteren und energischeren Winken nicht fehlen, und wir müssen uns auf Ausdehnung des„kleinen Belagerungs- zustandeS" über alleZentren politischen Lebens in Deutschland gefaßt machen. Die Wahlen stehen bevor, und sie haben für Bismarck eine Bedeutung wie keine früheren Reichstagswahlen. Fällt er durch, so ist es um seine Stellung geschehen. Er kann noch ein paar Mal auflösen, allein dadurch würde er nur die Galgenstist etwas verlängern. Er muß siegen. Das ist für ihn eine Lebensstage. Mit dem„Prestige" gehts aber nicht mehr. Die Tage find vorbei, wo eine Majorität„auf den Namen Bismarck gewählt werden" konnte. Auf den Namen Bismarck kann man dagegen heute sehr elegant durchfallen, wie verschiedene der letzten Ersatz wählen gezeigt haben. Mit den Lorbeeren von 1870/71, mit der Reichsherrlichkeit und anderen schönen Nixchcn und Nautchen wird kein Hund mehr hinter dem Ofen hervorgelockl. Und mit dem neuen Schwindel von Volksbeglückung durch vermehrte Steuern und mil dem Unfallverficherungsgesetz als Salbe auf die Beulen des Sozia« listengesctzes wird auch nichts ausgerichtet. Der deutsche Michel zeichnet sich zwar nicht durch Scharfsinn aus, allein daß die famose Steuererleichterung darin besteht, ihm die Taschen zu erleichtern, das begreift auch der deutsche Michel, und unter den deutschen Arbeitern ist keiner, der die feige Ge- sinnungSlosigken hätte, sich durch das bettelhafte Almosen des Unfallverficherungsgesetzes bestechen zu lassen. Das ahnt Herr Bismarck, und da es mit dem Zuckerbrod nicht geht, nimmt er die Peitsche zur Hand. Sein Plan ist offen- bar: Ausdehnung des Belagerungszustands auf alle größeren Städte und mit sozialdemokratischen Elementen geschwängerten Landstriche. Und Unterwerfung der gesammten Oppositionspresse unter das Sozialistengesetz. Die Konfiskation des Jnsterburger Fortschrittsblattes und des fortschrittlichen Berliner Börsenkouriers ist sicherlich nicht der Ausfluß lokaler Polizeilaunen. Wenn man die Expektorationen eines Kardorff, die Denunziationen der„Norddeutschen All- gemeinen Zeitung", ja sogar der amtlichen„Provinzialkorresponden;" liest, kann man den Gedanken nicht zurückweisen, daß hier ein bestimmter Plan vorliegt. Es fragt sich jetzt blos, stößt Fürst Bismarck nicht irgendwo in dm höheren Regionen auf Widerstand. Geschieht dies nicht — und die Wahrscheinlichkeit liegt nicht vor— so kvird die Konfiskalion der genannten Blätter von der„Reichskommission" bestätigt und die ganze Oppositionspresse ist vogel- frei. Es braucht blos das bereits ausgesprochene Wort, daß die Manchcsterei der ärgste Nihilismus, und der Protest gegen die Steuererhöhung kommunistische Untergrabung ist, mir dem obrig- kenlichen Stempel versehen zu werden, und jedes Oppositious- blatt kann nicht blos jeden Augenblick auf Befehl der Polizei konfiszirt, sondern auch unterdrückt werden. „Unmöglich, das wäre ja illoyal", zetern die Herren Liberalen und Fortschrittler. Es gibt in punkto der Willkür kein unmöglich bei uns, hat Windthorst schon vor Jahren gesagt, und illoyal hin illoyal her— war es etwa„loyal", daß jedes sozialdemokratische Organ verboten wurde, obgleich im Reichstag ausdrücklich erklärt war, daß das Sozialistengesetz nur umstürzlerischc Ausschreitungen, nicht aber sozialdemokratische Gesinnungen und Bestrebungen treffen solle? War es etwa„loyal", daß den Sozialdemokratm sogar für die Wahlzeilen das Versammlungsrecht geraubt wurde, obgleich im Reichstag ausdrücklich erklärt worden war, daß das Sozialistengesetz die Sozialdemokraten nicht an der Ausübung ihrer staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten verhindern solle? Also nur keine sittliche Entrüstung. Diese politischen Tartüffe's, die vergnügt ins Fäustchen lachten, so lange das Sozialistengesetz nur gegen Sozialdemokraten ge- schwangen ward und zum Florian-Bismarck beteten: „Heiliger Bismarck, verschone uns blos und haue auf die bösen Sozialdemokraten los!" sollen nur still sein, sie haben keinen Anspruch aus Achtung und Mitleid, sie ernten, was sie gesäet und reichlich verdient. Sie sind theils direkt, theils— wie die Herren Fortschrittler— indirekt die Urheber des Sozialistengesetzes, das sie dem ge- strmgen Meister„opportirt" haben, und es ist die einfachste Nemesis, daß der Strick, dm sie uns gedreht, jetzt ihnen um den Hals gelegt wird. Was die Ausdehnung des„Kleinen" betrifft, so hat, wie schon gesagt, der Puttkamer'sche Wink bis dato nicht gefruchtet. Die sächsische Regierung hat das fatale Beispiel des Hamburger Senats vor Augen, der Bismarck den Gefallen that, durch Aechtung der stärksten Partei sich zu entwaffnen, und zum Dank dafür nun von Bismarck gemüthlich abgewürgt wird. In ganz ähnlicher Weise würde die sächsische Regierung, durch Vogelfrei- Erklärung der Sozialdemokratie, welche notorisch die weitaus stärkste Partei in Sachsen ist, sich die größten Verlegenheiten im Inneren bereiten— und Bismarck auf Gnade und Ungnade verfallen sein. Das schreckt zurück. Jndeß, lieber Bismarck ver- fallen, als der Sozialdemokratie, werden die tapferen Herren in Dresden zuletzt denkm, und schließlich doch in den Bismarck'schen „Pott steigen".— Einstweilen suchen sie sich durch gesteigerten Eifer im Verfolgen die Nachsicht Bismarcks zu erkaufen. Ist der Eifer doch so weit gegangen, die famose„Flinte-schießt, Säbel- haut"-Rede des Eulenburg smior nebst den dazu gehörigen, dem amtlichen Bericht entnommenen Verhandlungen nach dritthalb- jähriger Duldung unter dem Sozialistengesetz zu verbieten! Das ist insofern da« Stärkste, was bis jetzt geleistet worden ist, als es offenbar und flagranr gegen die Reichsverfassung verstößt, die zwar nicht den Abdruck einzelner Reden aus dem amtlichen Reichstagsbericht, wohl aber den ganzer Debatten für straflos und unverfolgbar erklärt. Freilich, das Sozialistengesetz hat den„gesetzlichen Boden" nach allen Richtungen hin so durchlöchert, daß wir uns nicht wundern können, wenn es auch in die Reichsvcrfassung ein Loch bohrt. Nur zu! Uns kann es recht sein. Es wird hier in offiziellen Kreisen zugestanden, daß die Maßregelung des Fürther Gemeinderaths, weil er Bebel zu reden erlaubte, von hier aus veranlaßt worden ist. Wie es scheint, ist gleichzeitig mit der Notifikation an die bairische Regierung sämmtlichen deutschen Regierungen ein vertrauliches Bundesschreiben zugeschickt worden, in welchem die Reichsregierung dar- legt, wie sie das iSozialistmgcsetz auffaßt, und von den Bundes- regierungen aufgefaßt wünscht. Wozu hätten wir die Einheit, wenn die einheitliche Berliner Karbatsche nicht mit einheitlicher Kraft in jedes einheitliche Eckchen des einheitlichen Deutschland hineinsausen könnte? Genug— die Wahlen sind vor der Thür, und Herr Bismarck trifft seine Vorbereitungen. Er muß eine Majorität haben, und da er sie nicht durch „moralische" Mittel erlangen kann, hilft er sich mit anderen. Belagerungszustand, die ganze Oppositionspresse unter das Sozialistengesetz gestellt— lieb Deutschland, was willst Du noch mehr? Da mußt Du Dich wohl dem stürmischen Freier ergeben? Vielleicht auch nicht. In Rußland gährt und brodelt es gar unheimlich, und Junker Bismarck fängt an zu merken, daß der Schutzpfeiler des europäischen Absolutismus, einschließlich des Bismarck'schen, auf dem Punkt ist, einzustürzen..* Aus der Rede unseres Genossen Bebel über den Arbeiter- Anfall- Per Itchernngs- Gesetz- löntwurf. Gehalten in der Zitznng vom 4. April 1881. (Nach dem stenographischen Bericht.) (Fortsetzung.) Auch in Bezug auf die Militärinvalidenpenfionen trifft der Bergleich nicht zu. Die Atilitärinvalidenpension setzt sich aus zweierlei Faltoren zu- sammen, aus der Pension, die bezahlt wird für die Dauer der Dienst- zeit, Hills aus der Pension, die bezahlt wird für den Fall der Pcrstüm melung oder der Dienstuntauglichwerdung in Folge eine« Krieges. Ferner ist Thatsache, die ich Ihnen gegenüber kaum zu erwähnen brauche, daß beider Invalidität im Kriege die Dauer der Kriegsdienstzeit doppelt gerechnet wird. Wenn nun der Soldat im Kriege, der doch immer die Ausnahme bildet, von dem Unfall einer Verstümmelung oder Tödtnng betroffen wird, damit also das erlebt, was dem Arbeiter jeden Tag auf dem Schlachtfelde der Industrie pasfiren kann, so erhält er eine er- hebliche VerstUmmelungszulage, die je nach Umständen bedeutend dasjenige übersteig:, was ihm, dem Soldaten, während seine» Dienstes an Sold und an Werth für Naturalvergütung gewährt wurde. Sie sehen, meine Herren, daß dieser Beweis vielmehr im höchsten Maße da- f ü r spricht, daß die Unterstützung, wie sie von der Regierung in diesem Entwurf für den von einem Unfall betroffenen Arbeiter vorgeschlagen wird, geradezu ungerecht und ungenügend ist. Der zweite wichtige Punkt, den das Gesetz berührt, meine Herren, betrifft die Industrien und Gewerbe, auf welche dasselbe ausgedehnt werden soll. Auch nach dieser Richtung bin haben wir sehr bedeutende Bedenken, so bedeutend, daß, wenn der zweite Absatz des§ 1 nicht eine andere Fassung bekommt und die Haftpflicht nicht sehr bedeutend aus- gedehnt wird, das Gesetz für uns unannehmbar ist. Ich setze hinzu, wenn Sie den Zweck des Gesetzes im Auge behalten, auch für Sie. Sie wollen doch mir diesem Gesetz die Sozialdemokratie positiv bekämpfen, d. h. Sie wollen ihre agitatorische Thätigkeit, ihren Einstuß bei den Arbeitern durch diesen Gesetzesenlwurs mindestens brechen. Wie können Sie aber doch so kurzsichtig sein, wenn Sie die« bezwecken, dem Gesetze eine solche Einschränkung zu geben, daß die große Mehrheit der Arbeiter von diesem Gesetz nicht betroffen wird, daß die große Mehr- heit der Arbeiter also nach wie vor den staats- und gesellschafts- gefährdenden Bestrebungen der Sozialdemokratie überantwortet bleibt? (Heiterkeit.) Es ist also im höchsten Grade in Ihrem eigenen Interesse, daß Sie dem einen Riegel vorzuschieben suchen, und Sie können dieses nur dann, indem Sie dieses Unfallgesetz weit mehr ausdehnen, als es bis jetzt nach dem Abs. 2 des§ 1 geschehen soll. Wir unsererseits befürworten, indem wir Ihre Bestrebungen auf die Bekämpfung der Sozialdemokratie auf das ausdrücklichste unterstützen, daß die Haftpflicht auf alle Ar- beiter, die im Dienste eines Unternehmers stehen, aus- gedehnt werde, also insbesondere auch für die land- und forstwirthschaftlichen Arbeiter, anch aus die Arbeiter des Kleingewerbes und namentlich auch in Rücksicht der sehr großen Ge- sahr bei der See- und Flußschifffahrt auf die dort beschäftigten Arbeiter. Da wird man freilich kommen und sagen, das sei ein Ding der Un- Möglichkeit, da würde die in Aussicht genommene Reichs-Unfallversiche- rung eine noch viel bedeutendere Ausdehnung annehmen, als sie jetzt schon dafür in Aussicht genommen ist. Ich sehe aber nicht ein, warum dasjenige, was sür einen bestimmten Theil der Arbeiter als Rechts- grundsatz und Wohlthat gelten soll, nicht auch für den andern Geltung haben sollte. Ich sehe nicht ein, warum ein Theil der Arbeiter das Recht haben soll, für den Fall de« Unfalls eine Entschädigung für ihr Leben und ihre Familie zu bekommen, weil sie dieser Unfall in einem bestimmten Betriebe traf, und alle anderen Arbeiter, die ebensogut von Betriebsunfällen betroffen werden können, nicht. Das ist eine Inkonsequenz der allerstärksten Art, die viel böse« Blut machen muß. Da kommt man und sagt: das erheischt bedeutende Schwierigkeiten. Meine Herren, ich behaupte, die Ausdehnung der Haftpflicht, z. B. auf die Land- und Forstwirthschaft, macht gar keine größeren Schwierigkeiten, wie die Ausdehnung der Haftpflicht auf die Großindustrie, woraus sie bisher ausgedehnt war, gemacht hat. Ich sehe keine Gründe und man hat in Wahrheil auch keine angegeben, weder der Herr Reichskanzler am Sonnabend, noch die Herren vom Bundesrathstisch, noch die Herren, die sonst darüber gesprochen und die dem Entwurf zugestimmt haben. Das Einzige, was man sagte, war: es möchte sür die Landwirthschaft etivas schwierig sein. Meine Herren, ich bin selbstverständlich nicht blos dafür, daß die Ar- beiter, die bei landwirtschaftlichen Maschinen beschäftigt sind, die aber nach dem Gesetzentwurs zum größten Theil, weil sie nicht stehend im Be- trieb sich befinden, ausgeschloffen sind, haftpflichtig werden, sondern alle ländlichen Arbeiter. Es heißt in§ 2, daß nur solche Betriebe unter das Gesetz fallen, wo regelmäßiger Dampfbetrieb stattfindet, alle die aber nicht, wo dies wie durch Lokomobilen, also nur vorübergehend der Fall ist. Meine Herren, ich bin überzeugt, daß es sehr leicht sein wird, diese Haftpflicht voll au«- zusprechen; und wenn auch anfangs so gut wie beim Haflvflichtgesetz, wie wir es bisher gehabt haben, in Bezug auf die Bersicherungssätze man etwas im dunkeln tappen und etwas willkürlich verfahren muß, so wird doch nach wenigen Jahren auf Grund einer genauen Unfall- statistil die Reichsregierung resp. der Bundesrath in der Lage sein, eine genaue Uebersichr zu haben, um danach die Sätze inooifiziren zu können, sei es, indem er sie erhöht, sei es, indem er sie herabsetzt. Ich bin auch keineswegs der Ansicht, daß bei einer Spezifikation der Sätze und Prämien nach Gesahrenklaffen es nothwendig ist, allzuweit zu spezifiziren; da? würde allerdings einen büreaukratischen Apparat herbeiführen, der nicht allein die Verwaltung bedeutend vertheuert, sondern auch den ganzen Mechanismus der Unfallversicherung bedeutend erschwerte und in ihrer raschen Funktion hinderte. Die unumgänglich nolhwendigen Gefahrenklassen mit den nöthigen Prämiensätzen zu finden, wird keineswegs schwer sein. Insbesondere plädire ich auch dafür, daß der ge sammle Bau- betrieb unter das Haftpflichigesetz kommt. Da heißt es im§ 2 unter Anderem: Dasselbe gilt vom Baubetriebe, soweit derselbe durch Beschluß des Bundesrath« für versicherungspflichtig erklärt wird. Wir bedanken uns schön, dem Bundesrath eine solches Vollmacht zu geben; denn diese dürfte in erster Linie den ländlichen Bauten zu Gute kommen, wie mir denn überhaupt scheint, daß die außerordentliche Schonung, die man hier dem länd- licheu Gewerbe hat angedeihen lassen, indem man es von der Hastpflicht ausschließt, wesentlich der Absicht ent- sprungen ist, daß man damit hofft, die Herren von der Rechten, die besonders bei der Landwirthschaft betheiligt sind, umsomehr sürdasGesetz, indemes nur dieJndustrie trifft, gewinnen zu können. (Verneinung auf der Rechten.) Wohingegen die Herren rechts, wenn sie selber mit ihrem Be- trieb darunter rangiren würden, Bedenken haben dürsten, die Verpflichtungen sich aufzuerlegen, die sie sonst bereit sind, der Industrie aufzuerlegen.* (Widerspruch rechts.) Sie bestreiten das, meine Herren, rechts, da« ist aber meine Ansicht von der Sache und Sie können diese am besten widerlegen, indem Sic meinen Standpunkt einnehmen und in der Kommission wie im Plenum Anträge stelle», daß die Land- und Forstwirthschaft voll und ganz unter das Gesetz fällt. Wenn Sie das thun, bin ich befriedigt, dann erkläre ich, daß ich mich getäuscht habe, vorläufig habe ich das Gefühl, daß meine Auffassung richtig ist, und wir haben Beispiele in anderen Ländern, wo es sich um ähnliche Gesetze handelte, daß dort in der ganz gleichen Weise versabren wurde. Wenn Sie beispielsweise die englische Fabrikgesetzgebung ins Auge fassen,"meire Herren, und die Art und Weise, wie dieselbe zu Stande gekommen ist, dann werden Sie finden, daß die einschneidendsten Gesetze der englischen Fabrikgesetzgebung einem konservativen Ministerium ihre Existenz verdankten. Sobald das liberale Ministerium, ein Mini- sterium der Whigs, eine Reihe Jahre am Ruder war und für die In leressen der Industriearbeiter schwer zugänglich sich erwies, weil die Whigs vorzugsweise das mobile Kapital im Gegensatz zu dem im Grund- besitz fundirren Kapital vertraten, dann traten die Tories auf, wiesen auf diese Thatsache hin, versprachen den Arbeitern, wenn sie ans Ruder kämen, die Arbeiterschutzgesetzgebung zu erweitern, und damit haben die Herren ziemlich regelmäßig die Stimme der Arbeiter gewonnen und haben dann, mehr oder weniger ihren Versprechungen nachkommend, durch die Fabrikgesetzgebung das industrielle Kapital einzuschnüren gesucht. Es scheint, meine Herren, daß Fürst Bismarck in dieser Richtung m ähnlicher Weise operirt, und wie gesagt, ich werde mich freuen, wenn die Herren von der Rechten durch bestimmte Anträge beweisen, daß ich mich darin getäuscht habe. (Forssetzung folgt.) Sozialpolitische Rundschau. — Revolutionäres. Es ist immer gut, wenn nian den Herren Antirevolulionärcn einige historische Reminiszenzen unter die Nase reiben kann. Wir nehmen daher mir dem größten Vergnügen Kenntuiß von einem jüngst in der römischen„Fanfulla" veröffentlichten Briese, den Viktor Emanuel, guter„Freund und Bruder" des ollenWillew, am 27. Juni 1860 an den amerikanischen Commodore William de Rohan gerichtet hat. Derselbe lautet: Kommandant! Ich sende Ihnen hiebei die zwei Briese vo» Media, die Sie in andere Couverts thun wollen und Eavoitt geben. Ich habe Berlani schon drei Millionen gegeben,«ehren Sie unverzüglich nach Palermo zurück und s a g e n S i e G a r i- b a l d i, daß ich ihm Valeria an Stelle von La Farina schicken werde, und daß er sofort gegen Messina vorgehe» solle, da Franzesko(der König von Neapel) i m B e' griffe ist, den Neapolitanern eine Versassunil zu geben. Ihr Freund Viktor Tmanucts 27. Juni 1860," Man sieht, Viktor Emanuel konspirirt mit Garibaldi zum Zwecke einer Revolution in einem Nachbarstaate, die er beschleunigt wissen will, damit der bedrohte Fürst nicht vorher Zeit bekomme, seinem Volke eine Verfassung zu verleiheu. Gewaltsame Revolution um jeden Preis. Aber, Revolution nicht um die Freiheit, nicht um des Volkes willeu, sondern Revolution um der nationalen Einheit willen, der nationalen Einheit, die Garibaldi sich als freie italienische Republik dachte, von der aber Viktor Emanuel wußte, daß sie die Einheit unter der Dynastie Savoyen sein werde. Diese Revolution ist denn auch von den christlich-konservativen Regie« rungen sanktionirt worden, der Revolutionsanzettler Viktor Emanuel starb„rief betrauert" von allen gekrönten Häuptern Europa'«. Moral: Revolutton um des Raubes, um bloßen Wechsel des Herrschers willen— gute, anerkennenswerthe Revolution. Revolution für die Freiheit eines unterdrückten, für das Wohlergehen eines ausgebeuteten Volkes— schlechte, verwerfliche Revolutton. Und wir, weh uns!— gehören zur Partei der schlechten, verwerflichen Revolution. — Mehr als ganze Bände von Abhandlungen sprechen folgende, vom„Pester Lloyd" angeführte Zahlen, welche den Export von Brodstosfeu(Weizen, Reis, Roggen, Gerste, Haser, Mehl ic.) aus den Vereinigten Staaten während der mit dem 30. Juni 1850, 1860, 1870 und 1880 beendigten Jahre in Dollars angeben (1 Dollar— 4 Mk. 25 Pf. oder 5 Fr. 40 Et«.): 1850 Doll. 13,066,509 1860„ 24,422,320 1870„ 72,250,933 1880„ 288,036,835 Letztere Summe, welche in Mark sich auf 1,224,156,548, Eine Milliarde, zweihundert vierundzwanzig Millionen, hundertsechsundfünfzig Tausend fünfhundert und achtundvierzig beläuft, muß in dem laufenden Rechnungsjahr— vom 1. Juli 1880 an, nach den bisher verössentlichten Zahlen eine ganz außerordentliche Steigerung erfahren haben.*) Die Bedeutung dieser Zahlen für die europäischen Verhältnisse springt in die Augen. Es ist allerdings wenig schmeichelhaft für Personen, die sich einbilden, Weltgeschichte machen zu können, daß alle ernsthaften Leute diesem Phänomen ihre volle Aufmerksamkeit widmen und nicht ihnen. Wir nden es deshalb nur zu begreiflich, daß sie' sich dafür durch witzig sein sollende Phrasen, wie„revolutionäres Korn",„rebellische Buttermilch" zc. zu rächen suchen. Die Verachtung der wissenschaftlichen Forschung ist nicht blas dem„Genialen" eigen, sie ist ein Spezifikum aller verkannten �großen Männer". Soll das Wort„Moderner Sozialismus" nicht blas eine leere Phrase sein, so haben diejenigen, die sich als seine Anhänger geriren, alle Erscheinungen des modernen Lebens sehr sorgfältig zu beachten und zu studiren, sie könnten sonst eines Tages sehr unmoderne, sehr altmodische Sozialisten werden und trotz der revolutionärsten Phrasen zu den Reaktionären gerechnet werden müssen. Einen recht deutlichen Beweis dafür liefert z. B. Herr Dühring. Was hat der Mann sich nicht seiner Zeit mit seinem Ulttaradikalismus gebrüstet! Nicht von rechts, sondern von links greife ich Marx und Lassalle an, war seine Lieblingsphrase. Nun, wo ist Herr Dühring heule mit seiner Theorie von der„höheren Gerechtigkeit"? Bei den Antisemiten. Und man kann nicht sagen, daß Herr Dühring sich untreu geworden ist. Sem„höheres Gerechtigkeitsgefühl" gestattet es eben nicht, daß man den Juden dieselben Rechte, wie den christlichen Germanen einräumt, sein„geläuterter" Sozialismus, welcher der„freien Persönlichkeit" erst zu ihrer vollen Ent- faltung verHelsen soll, kann diese unangenchmen Gesellen nicht vertragen, sie müssen auf die eine oder andere Art ausgerottet werden, und jede freie Kommune der Dühring'schen„freien Gesellschaft" wird an ihren Häusern die Inschrift ttagen:„Das Mitbringen von Juden und Katzen ist streng untersagt". Kehren wir von dieser Abschweifung zur Sache selbst zurück. Wie sehr die Produktivität Amerika'« die alte Welt zu erschüttern droht, zeigt am besten die Angst aller derjenigen, die am Aufrechterhalten der bestehenden Verhältnisse in Europa ein Interesse haben. So befindet sich augenblicklich, wie das Wiener„Vaterland" vor einiger Zeit mittheilte, eine Expeditton ungarischer Magnaten,(bestehend aus: Gras G. Andrassy(Neffe des früheren Ministers), Graf E. Hoyos, Baron G. G u d e m u s, der Grafen Geza und Jmre Szechenyi, unter Begleitung des bekannten sozialkonservativen Schriftstellers Dr. Rudolph Meyer) in Amerika, „um die Gefahr(!!) der a g r i k o l e n und industriellen Produktion Amerikas für das begonnene Dezennium durch sorgfälttges Studium an £fti und Stelle ut ermessen und festzustellen." Die„Gefahr der industriellen und agrikolen Produktion Amerikas"! Gefahr für wen? Doch nicht für das Volk, doch nicht für die Menschheit? Rein, wohl aber für die auf Ausbeutung und Massenelend beruhende bürgerliche Gesellschaft, die zu Grunde geht an demselben Faktor, dem sie ihre Blüthe verdankt, an der gesteigerten Produktivkraft, an der Massenproduktion. Z u r P ö l l c r f l u ch t. 21,117, in Worten: Einundzwanzig- tausend einhundert und siebzehn Personen verließen im Monat April Uber Hamburg das deutsche Reich, um sich dessen segensreichen Institutionen zu entziehen. Die Zahl ist noch in keinem Vor. jähre erreicht worden.„Deutschland, Deutschland über Alles, über Alles in der Welt!" — Vom deutschen Reichstage. Bismarcks Miethssteuer- Paragraph ist von demMohen Hause" in drittbr Lesung angenommen worden, ebenso in zweiter Lesung der Antrag aufvierjährige Legislaturperioden. Dagegen wurde der Antrag auf zweijSH. rigc Budgetperioden abgelehnt. Die Herren wollen zwar alle Jahre das Recht haben, mit der Regierung zu kompromisseln, fürchten aber für die „Ruhe des Volkes", wenn es gar zu oft an die Wahlurnen gerufen wird. Prinzipiell trat eigentlich Niemand für das Recht der Wähler ein, die Herren spracheu vielmehr noch von fünf- und sechsjähriger Legislatur« Periode, nur mit Rücksicht aus die„cigenthümlichen schwankenden Zu- stände" in der inneren Politik wollten Nationalliberale und Fortschrittler die dreijährigen Perioden ausrecht erhalten.) Von unseren Genossen kam während dieser Debatten Niemand zum Wort; Hasenklever, der sich mehrere Male rechtzeitig gemeldet hatte, brandmarkte das Mundtodtmachungssystem mit Recht als Terror is« mu« und erhielt dafür den obligaten„Ordnungsruf". Das jainose Wehrsteuergcsetz ist im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen mit Glanz abgefahren. Neue Steuern können heute dem Volke nur noch abgeschwindelt werden. Keine einzige Stimme erhob sich für den Bismarck'schen Wechselbalg, der„große Schweiger" verduftete vor der Abstimmung, Puttkamer zog es vor,„zu spät" zu kommen, und Minister Lucius stimmte sogar dagegen. Da- ist„bitter". *) So sind z. B. während de« ersten Bierteljahrs 1881 gegenüber dem gleichen Zeitraum 1880 in dem Verkehr des deutschen ->°llgebietes mehr eingeführt worden: Weizen 274,630 Doppelzentner. Roggen 3,316» Hafer 125,328« Gerste 317,499» Wie uiei davon auf Amerika, wieviel auf Oesterreich-Ungarn und »bland, ist nichi angegeben. — Sehr gut.„Aber ich mag nicht in den Händen meiner Gegner sein; dieses Gefühl verdirbt mir jeden Gefallen an und jedes Behagen in meiner Stellung, wenn ich mich für irgend etwas in den Händen meiner politischen Gegner befinde, die bei mir Haussuchung halten können in Begleitung meiner Dienerschaft, w ährend meiner Abwesenheit meine Sachen p erlustriren"... Also sprach gelassen am 29. April 1881 Deutschlands großer Kanzler vor versam- meltem Reichstage, der Mann, aus dessen Veranlassung hunderttausende deutscher Staatsbürger Tag für Tag es sich gefallen lassen müssen, daß ihre politischen Gegner während ihrer Abwesenheit in Begleitung, zwar nicht ihrer Dienerschaft, aber ihrer Hausgenossen Haussuchung halten und ihre Sachen perlustriren(ausschnüffeln). Wir nageln das Wort hiermit an und rathen unfern Genossen, es dem säubern Herrn und seinen Helfershelfern bei jeder Gelegenheit unter die Nase zu reiben. Der Vater des Repttlienfonds, der Gönner Stiebers, der Spießgeselle Poststephans, beklagt sich über Haussuchungen und Perlustrirungen. Das ist klassisch! (Jtiis tulerit Gracchos de seditione querentes! In unser geliebtes Deutsch: Bismarck klagt über politische Verfolgung? O Gipfel der Frechheit! — Als eine„unwürdige V e r d ä ch t i g u n g" hat Herr Eugen Richter in derselben Sitzung die Behaupwng Bismarcks, daß die Fortschrittspartei in einem Kartell mit der Sozialdemokratie stehe, zurück- gewiesen. Wir sind Herrn Richter für diese Erklärung außerordentlich dankbar, sie ist eine Bestätigung dessen, was wir in unserer vorigen Nummer über Herrn Richter und seine Partei gesagt. Auch Herr A l b r e ch t T r ä g e r hat sich jüngst in einer sortschritt- lichen Versammlung zu einer ähnlichen Bemerkung veranlaßt''gesunden, wobei der edle Herr augenscheinlich vergessen hat, mit wessen Hülfe er 1874 in Gera gewählt wurde. Dagegen meinte in einer Versammlung in Breslau Herr Rechtsanwalt M u n k e l, die Sozialisten huldigten zwar vielen Illusionen, sie seien aber höchst intelligente Leute, die da wüßten, was sie von der Forlschritts- Partei für Vortheile zu erwarten hätten, und deshalb auch für die fort- schrittlichen Kandidaten stimmen. Herr M u n k e l ist Kandidat der Fortschrittsparlei in Breslau und ein sehr geschickter, ein ausgezeichneter Rechtsanwalt. Aber die Fort- schritrsparlei vor unserm Tribunal zu verlheidigen, das bringt'er doch nicht fertig. Dafür sind wir wirklich zu— intelligent. — Ganz unsere Ansicht. Das demokratische Stuttgarter „Baterland" macht den Vorschlag, wenn Bismarck die fortschrittlichen Berliner Quälgeister gar zu unbequem werden, so möge er sie doch ein- fach auf Grund des Sozialistengesetzes ausweisen.§ 28 beschränkt die Ausweisung keineswegs auf Sozialdemokraten, er ist auf Fortschrittler, Sezesfionisten, kurz auf alle widerhaarigen Elemente anwendbar, denn er redet nur von„Personen, von denen eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit zu erwarten ist." Wie gesagt, ganz unsere Ansicht. Also, nur immer'raus damit! Und sollte irgend einer der Betroffenen so naiv sein, den genialen Staats- mann an das Versprechen von der„loyalen Handhabung" zu erinnern, so wird er, das zweifeln wir nicht, folgende Antwort erhalten: Dummer Teufel! Was scheert mich das Versprechen! Gerade soviel als mein„bei Gott dem Allmächtigen und Allwissenden" abgelegter Eid aus die preußische Verfassung. — E i n st i m m i g hat am 5. Mai der deutsche Reichstag die Wahl des Herrn von Schlieckm ann für ungültig erklärt, somit sind unsere Abgeordneten der Schande enthoben, mit diesem Herrn, der die Frechheit harte, sich noch am 30. April an der namentlichen Abstimmung über da« sehr auf der Kippe stehende Bismarck'sche „Miethsteuergesetz" zu betheiligen, in demselben Raum sich aushalten zu müssen. — Was liegt auch au der„Kanaille"! In Langensalza, be- richten einige Zeitungen, wurde Ende April„vom Armenarzt Dr. Seysfarth dem Herrn Senator Fischer(zweitem Bürgermeister) ein armer kranker Handwerksbursche mir der Bescheinigung überwiesen, daß dessen Aufnahme in« Krankenhaus wegen eines stark entwickelten Fiebers nothwendig sei. Der betr. Seüator schickt den armen Schlucker nicht ins Krankenhaus, sondern in Arrest und am andern Morgen ist der arme Bursche— tobt!" Tobt, hoher Adel und verehrungswürdiges Publikum! Todl! Und damit ist die Geschichte aus. Oder sollte wirklich ein Staatsanwalt sich den Luxus einer Untersuchung gestatten? Wir Ihaben bis jetzt nichts davon vernommen, sie dürfte auch wenig Zweck haben, denn Herr Fischer wird um eine Ausflucht nicht verlegen sein, und der Todte wird durch sie auch nicht wieder lebendig. Ihr aber, Arbeiter, denen jeden Tag das Loos bevor- steht, auf die Straße geworfen zu werden, merbt's Euch! — Aus Deutschland regnet es Nachrichten über Polizeigenie« und Polizeischurkenstreiche. Wir können dieselben nur noch summarisch behandeln und werden eine Extrarubrik dafür anlegen. Sie soll, da das Sozialistengesetz nur erst durch die„allerhöchste" Sanktion in Wir- kung getreten ist, und damit es nie in Vergessenheit geräth, wem vor allen Dingen die w o h l t h ä t i g e n Folgen dieses Gesetzes zu ver« danken find,„K a i s e r- W i l h e l m s s p e n d e" genannt werden. Ehre dem Ehre gebührt. Also: Kaiser- Wilhelm-spenden: In Karlsruhe wurden einem behaussuchren Arbeiter, bei dem man nichts Verbotenes fand, eine Anzahl Nicht- Verbotenes abgenommen. In Breslau wurde unser Genosse Kayser, als er vom Bahnhos kam, Uberfallen und einiger nichtverbotener Zeitungen, worunter— o unverdientes Schicksal— zwei mummern des„Freien Rhätier", beraubt, von Polizeibeamten natürlich. In Düsseldorf war am 30. April Haus- suchung bei den Sozialisten Klinnert und Huster, bei Ersterem mit noch größerer als der gewohnten Brutalität, die„OrdnungS"bandilen lvarfeu Alles drunter und drüber. Resultat großartig: 10 Exemplare„R e- v a n ch e"— und mehrere Einzelnummern des„Sozialdemokrat". In L i e g n i tz am 28. April Massenhaussuchungen mit obligatem Diebstahl von Einzelexemplaren und allerhand Nichtverbotenem; nebenbei eifrige Fahndung aus ein Gruppenbild von 24 Köpfen, Polizisten machen Riesen- Übungen im Zählen, finden aber leider kein Bild mit der gewünschten Anzahl, daher am nächsten Tage wiederholtes Hei-umlaufen und Zähl- Übungen, aber immer fruchtlos. Wehe dem Gesangs-, Turn-, Thealer-, Lese-, Schützen-, Krieger- ic. Verein, der ein Gruppenbild mit 24 Kö- pfen hätte ausnehmen lassen! — Au« Carlsruhe schreibt uns ein Genosse: Am 1. Mai fand in der Garnison Rastatt eine riesige Schlägerei zwischen„Süd und Ltord" statt. Badeuer solle» 17 verwundet sein, von dem schtesischen 22. Regiment 11. Einer soll das Zeitliche gesegnet haben, lieber die ganze Geschichte herrscht Dunkel. Die hiesigen Blätter, sowie die Rastatter hüllen sich in Schweigen. Ob die Franzosen schon so viel Verluste auf- zuweisen haben in ihrem Tunis, wie diese friedlichen Vertheidiger der (nach Moltke) göttlichen Weltordnung?-b- — Der Graf von Chambord, schreibt entzückt das klerikale Wiener„Vaterland", hat dem heiligen Bater seinen jährlichen Peters- Pfennig im Bettage von 10,000 Fr. in Gold übersendet, welchen die von mütterlicher Seite mit der Familie Bourbon verwandte Fürstin Franziska Masfimo überreicht hat. Der heilige Vale� war tief gerührt von diesem neuen Beweis kindlicher Ergebenheit des Grafen Chambord und ließ ihm seinen besonderen Segen übermitteln." Det kost't nischt, sagt der jottlose Berliner. — Vom Kreisgericht zu O l m ü tz wurden am 21. April zwölf Sozia» listen aus Plößnitz wegen Störung der öffentlichen Ruhe und Verbrei« tung verbotener Druckschriften zu zusammen 46 Wochen Gefängniß ver- urtheilt. Nun ist die„öffentliche Ruhe" wieder hergestellt. — Aus dem„freien" Ungarn ausgewiesen wurde der Arbeiter Andreas Essl, entgegen dem Gesetz, nach welchem er, der sich bereits 24 Jahre in Ungarn aufhält, als ungarischer Staats- bürger zu bettachten ist. Grund: Essl sei Sozialrevolutionär, habe mehrere Agitationsreisen unternommen und revolutionäre Flugschriften verbreitet. Für Sozialisten gibt es keine politischen Rechte, keine Verfassung«- Paragraphen— in Oesterreich wie in Preußen. — Nur gemeine Verbrecher wurden bei dem vielversprochenen Gnadenerlaß Franz Josephs aus Anlaß des„glücklichen Familiensestes" berücksichttgt. Sie gehören auch, wie es scheint, zur Familie. — Aus London, 6. Mai, schreibt man uns: Der Fall Most, schon an und für sich eine Anomalie in der englischen Rechtsgeschichte, wird mit jedem Tage mysteriöser und verworrener. Am 2. Mai wurde die Session der Geschwornen zu Old Bailey eröffnet. Da 83 Anklagen vorlagen, konnte man nicht hoffen, daß Most, der sich unter den letzten befand, bald daran kommen werde. Trotzdem befremdete es, daß der Tag, an dem die Schlußverhandlung stattfinden solle, nicht bekannt gegeben wurde. Die Blätter sprachen offen die Ansicht aus, man sei sich noch nicht einig darüber, auf Grund welches Paragraphen die Anklage erhoben werden solle. Endlich hieß es, der Attorney General (Oberstaatsanwalt) habe den Austtag erhalten, Freitags, den 8. Mai, die Anklage zu führen. Neues Erstaunen.„Ist der Fall so wichtig oder so verzweifelt, daß die Regierung sich bemüssigt fühlt, den Attorney General in'» Feuer zu schicken?" So fragte man sich allgemein. Am 4. Mai kam Most endlich vor die Grand Jury. Diese, aus 24 Mitgliedern bestehend, hat nur die Anklage zu prüfen, ob sie gerechtfertigt sei(trus bill) oder gänzlich unbegründet(no bill). In letzterem Falle wird der Angeklagte sogleich freigelassen, in ersterem kommt er vor die eigentliche Jury. Die Grand Jury erkannte die Anklage gegen Most als gerechtfertigt, ja noch mehr, die geistreichen Herren Shopkeeper's(Krämer) fühlten sich bewogen, in ebenfalls ungewöhnlicher Weise zu erklären, die Aus reizung zum Mord sei brutal und unenglisch und müsse von den Obrig- leiten energisch bekämpft werden. Daß dieser Erklärung, abgegeben ohne daß man die Vertheidigung gehört hatte, nicht allzugroße Tragweite bei- zumessen ist, ist klar. Nach dem Verdikt der Grand Jury erwartete nun Alles für Freitag die Verhandlung. Und was geschieht? Gestern, den 5. ds., wird diese unerwartet abgehalten. Die Serie der Ueberraschungen ward aber damit noch nicht erschöpft. Der Vertheidiger, Mr. A. M. Sullivan, der stets gedrängt hatte, man möge doch den Tag der Verhandlung festsetzen, erklärte, der Anklageakt sei erst den Tag vorher fertig geworden, er sei sehr lang und komplizirt, und er ersuche daher, um ihn genauer studiren zu können, u m V e r- tagung zur nächsten(Juni-) Session. Mr. Poland erklärte, er habe sich mit dem Attorney General berathen, sie hätten nichts gegen die Vertagung einzuwenden. Dieselbe wurde daher akzeptirt, Most kommt erst Anfang Juni(wenn's gut geht, EndeMai) vor die Geschwornen. Die verschiedensten Auslegungen dieses sonderbaren Verfahrens werden laut. Die einen sagen, der Vertheidiger habe in Folge de« Beschlusses der Grand Jury Angst bekommen und wolle eine günstigere Zusammen- setzung der Geschwornenliste abwarten. Andere wieder behaupten, die Vertagung beruhe auf einer Abmachung zwischen dem Attorney General und Herrn Sullivan. Die Regierung wolle, daß der Prozeß erst verhandelt werde, wenn die öffentliche Meinung sich nicht mehr mit demselben be- schäftige. Nun ist es richtig, daß die en glische öffentliche Meinung ein sehr kurzes Gedächtniß hat und daß nach einem Monat Most die Engländer kaum mehr interessiren wird, als er sie vor seiner Verhaftung i nteressirte. Der Regierung muß aber Alles daran liegen, daß der Prozeß sich so still wie möglich abspielt, denn in Folge ihrer bunten Zusammensetzung muß ihr eine Verurtheilung Most's ebenso unangenehm sein als seine Freisprechung. Seine Freisprechung ist eine Niederlage, indem sie zeigt, wie ungerecht- fertigt die Verfolgung Most's war. Seine Verurtheilung aber ist ein solcher Schlag in'« Gesicht der altengttschen Tradition ebenso, wie der neuradikalen Prinzipien, daß sie Tories wie Radikale in gleicher Weise gegen das Kabinel benützen werden. Herrn Dilke muß eine Verurtheilung Most's ebenso unangenehm sein, als Herrn Harcourt dessen Freisprechung: das einzige Mittel, um allen diesen Schwierigkeiten zu entgehen, ist, daß man den Prozeß möglichst in die Länge zieht und ihn so still wie mög- lich begräbt. Der Regierung braucht also die Vertagung durchaus nicht unangenehm zu sein. Ebensowenig aber den Anhängern Most's. Anfangs waren dieselben allerdings stolz auf seine Verhaftung, als eine Anerkennung seines Radi kalismus, wie sie noch Niemandem vor ihm paffirte. Ueberdies bettachleten sie den Fall als eine fam ose Reklame. Bei solchen Anschauungen ist es kein Wunder, daß das„Defence-Committec"*) eine Reihe schwerer Fehler beging. Schon die Wahl des Vertheidigers ist ein solcher. Herr Sullivan ist ein gurer Slumpredner und wird also wahrscheinlich eine ordentliche Pauke loslassen, aber er ist irisches Parlamentsmitglied, also in den Augen des englischen Spießers eine Art Feiner, so wie Most demselben al« eine Art Nihilist gilt, obwohl er auf die Hinrichtung Alexander II. wahrscheinlich nicht mehr Einfluß geübt hat, als Herr Locher von den „Zürcher Nachr." Ob die Vertheidigung des„Nihilisten" durch einen „Fenier" in dem englischen Philister nicht eine Art Gruseln erwecken wird? Ein noch größerer Fehler war der, daß das„Desence-Kommittee" nicht den Kampf gegen das Ministerium und für die bedrohte englische Freiheit (ohne Gänsefüßchen) zu seiner Parole machte, sondern seinen Haupttiach- druck darauf legte, die sozialrevolutionäre„Freiheit"(mit Gänsefüßchen) zu rechtfertigen und zu propagiren. Revolutionäre Körperschaften und Personen wurden nicht einmal aufgefordert, sich den Bemühungen des Kommite's anzuschließen, sobald sie nicht zur sozialrevolulionären Fahne schworen. Die meisten Derjenigen, welche bereit gewesen wären, für die bedrohte englische Freiheit einzutreten, bedachten sich natürlich,' für die Anarchisten Reklame zu machen, und so kam es, daß die Thätigkeil des „Desence-Kommittee" fast ganz fruchtlos blieb, daß alle versuchten De- monstratioiien mißglückten, und von der Jnszenirung einer Massendemonstration, die sickjer Eindruck gemacht hätte, abgesehen werden mußte. f Jndeß sind die Herren denn doch zur Einsicht gekommen, daß ein bischen Reklame für die„Freiheit" mit einigen Jahren Kerkerstrafe Most's doch zu theuer erkauft wäre, und somit muß auch ihnen die Vertagung willkommen sein. Jeder Tag Ausschub vermindert zwar den Effekt des Ausganges, verbessert aber die Chancen des Angeklagten. Ebenso wie im Fall Most tritt die Haltlosigkeit und Zwiespältigkeit des Ministeriums in der auswärtigen antisozialistischen Politik zu Tage. Ich habe in meiner letzen Korrespondenz eine Rede von Sir Charles Dilke angeführt. Den geraden Gegensatz dazu bildet die des Sir Wil- liam Harcourt, den 5. d. Mts. gehalten anläßlich einer Jnterpellatton des Mr. C o w e n wegen der letzten Sozialiftenverhastungen in Wien, zu denen die hiesige Polizei da« Material geliefert hatte, bestehend in Briefen und dem Chiffrirschlüsfel, die man bei Most gefunden hatte. *) Vertheidignngskomite. Der sehr ehrenwerthe Staatssekretär des Innern erwiderte, die Ver- Haftungen seien nicht in Folge von Informationen der englischen Re- gierung oder der englischen Polizei erfolgt— womit natürlich nicht ge- sagt ist, daß solche Informationen nicht gegeben wurden. Sir William Harcourt beeilt sich dann auch, sofort zu erklären, daß er die Mittheilung solcher Informationen für seine Pflicht halte.„Ich für meinen Theil(also nicht die Gesammttegierung) will erklären, daß ich mich nie von dem verderblichen Sophisma täuschen ließ, daß Attentat, Verschwörung und geheime Verbindung verzeihliche Vergehen seien, welche als politische geduldet oder übersehen werden sollten. Meiner An- ficht nach sind das gemeine Mordthaten oder Versuche von solchen und müssen in jeder Beziehung wie solche behandelt werden. Wenn die Polizei dieses Landes bei Erfüllung ihrer gewöhn- lichen Pflichten und Ausübung der englischen Gesetze mit Umständen bekannt wird, welche das Leben irgend einer Person gefährden(welcher Kautschukbegrifs!) mag es ein Monarch oder eine Privatperson im Lande oder außerhalb desselben sein, so ist es meiner Ansicht nach ihre Pflicht, solcheMittheilungen zu machen, welche geeig- net scheinen, das Verbrechen zu verhüte n." Herr Har- court schämt sich also nicht, einzugestehen, daß seiner Ansicht nach die englische Regierung die Pflicht hat, Detekttv-Dienste für die„heilige Allianz" zu verrichten. Ob die übrigen Mitglieder des Kabinets mit dieser Erklärung zufrieden sein werden? Herr Gladstone allerdings hat schon des öfteren bewiesen, daß er dem Zaren zu Liebe bereit ist, Alles zu opfern, auch die Ehre Englands, aber die radikalen Mitglieder werden kaum mit Herrn Harcourt übereinstimmen können, diesem echt kontinen- ralen Liberalen. Au° keinen Fall aber kann ein Ministerium von so wenig gleichartiger Zusammensetzung, in dem ein Harcourt und ein Dilke zu- sammensttzen, lange existiren. ll. S. — In Paris wurden am 8., in B r ü s s e l am 9. ds. in sozia- listischen Versammlungen energische Resolutionen gegen die Schandthaten der russischen Regierung, speziell gegen die schmachvolle Marterung H e s s j a H e l s m a n n's angenommen. Zu der ersteren Ver- sammlung waren zahlreiche Zustimmungsadresien eingelanfen, u. A. von deutschen Sozialisten in Paris, von der sozialdemokratischen Partei der Schweiz, vom Internationalen Arbeiterverein Zürich, sowie von der Redaktion der„Arbeiterstimme" und des„Sozialdemokrat." Die Jnter- nationale Arbeiter- Assoziation lebt! — Die deutsche Sozialdemokratie hat einen wackeren Mitkämpfer ver- loren. Am 7. Mai starb im Stuttgarter Ludwigsspital Präzeptor Gottlob Eitle. Der Verstorbene war im Dezember vorigen Jahres auf eine gemeine Denunziation hin als der Verbreitung verbotener Schriften verdächtig, verhastet worden, mußte zwar wegen Mangel an Beweisen freigelassen werden, die Denunziation genügte aber, ihn um seine Stelle zu bringen. Da es seinem unabhängigen Geiste widersprach, vor der WUrttembergischen Regierung zu Kreuze zu kriechen, so bemühte er sich um eine Lehrerstelle in der Schweiz. Eben hatte sich ihm die Aussicht aus eine solche eröffnet, als er»n einem Lungenleiden schwer erkrankte, dem er schließlich unterlag. Eitle harte mehrfach sür unser Blatt korrespondirt. Wenige Wochen vor seinem Tode sandte er uns noch einen Artikel„Demokratie und Sozialdemokratie", der sich gegen die sogenannte bürgerliche Demokratie richtet. Wir haben den interessanten Artikel bisher wegen Raummangel zurücklegen müssen, werden ihn aber in einer der nächsten Rummern zum Abdruck bringen. Eitle's Beerdigung ging, wie uns soeben mirge- theilt wird, unter glänzender Betheiligung der Stuttgarter Genossen vor sich. Ein eingehender Bericht solgt in nächster Nummer. Korrespondenzen. — München. Mitte April. Kaum zum ruhigen Genuß eines Maß- kruges Hosbräu finden unsere ehrenwerthen Mitglieder der heiligen Her- mandad Zeit, soviel haben sie zu eruiren, zu spioniren, zu überwachen, festzustellen, zu erheben, in mächtige Bündel zu Protokolliren, zu berichten und hiesür wieder kürzere und längere Nasen in Empfang zu nehmen. Hat man den Maßkrug eben an die Lippen gesetzt, Schwapp heißt es, einem eben vorübereilenden sozialdemokratischen Sturmvogel nachzujagen. Und nicht einmal ein Schwänzlein selbst des letzten dieser vermaledeiten Vögel vermögen sie festzuhalten. Saß da jüngst der Oberwächter über die münchener öffentliche Ruhe und Ordnung— wenigstens bildet er sich ein, dies zu sein,— der Herr Polizeirath P f.i st e r in seinem polizeilichen Rarhsherrnstuhl und dachte in Ermangelung etwa« Besseren eifrigst über die Mittel und Wege nach, auf denen er einen gegen ihn angestrengten Prozeß gewinnen könne. Er hat nämlich aus dem nicht mehr ungewöhnlichen Wege des„freiwilligen" Erbschaftsverzichtes gemeinsam mit dem reichen Bierbrauer Schmederer seinen Schwager um mehrere hunderttausend Mark be- trogen, und das will sich dieser Schwager nicht gefallen lassen. Plötz- lich stürzt der Herr Regierungspräsident zur Thüre herein:„Das wäre nicht passirt, wenn ich noch Polizeipräsident gewesen wäre!" Aber was war denn passirt? 20,0 00 Flugblätter haben die bösen Sozialdemokraten nicht nur drucken lassen, sondern sie auch unbeanstandet in die Stadt gebracht und von Haus zu Hau«, von Wohnung zu Wohnung abgetragen. Die ganze Stadt ist voll von dem auszustellenden Kandidaten und redet von den Sozialdemokralen. Nur die hohe Polizei wußte nichts davon, obschon diese abgefeimten Sozialdemokraten nicht davor zurück- schreckten, jedem Gensdarmen, der ihnen in den Weg lies, Flugblätter in die Tasche zu stecken. Nun wurde„eruirt", wer, was, wie, wo und wann? Leider erfuhr die Allwissende keine„greisbaren Thatsachen" und bleibt ihr.nichts übrig, als sich wieder auf das Gebiet der„Ersindungen" zu begeben, wobei ihr ein gewisser Polizeikommissär Michel Gehret treffliche Dienste leistet. Das corpus delicti aber,„Reichstagwähler!" betitelt, haben die hohen Herren vorerst weislich ad acta gelegt. Kurze Zeit darauf saß der Herr Rath P s i st e r wieder in seinem Rarhsherrnstuhl und dachte Uber einen andern Prozeß nach, den ein Wirth Wieser dahier gegen ihn angestrengt. Dieser pachtete seiner Zeil die Schleibinger'sche Wirthschaft, mußte dem Schwiegervater Pfisters 1800 Gulden Kaution stellen, erhielt aber von dem alten Herrn keine Beschei- nigung hierüber, und nun leugnet der Erbe Pfister, daß jene Kaution überhaupt gestellt wurde. Im besten Grübeln wird der hohe Herr durch die Mittheilung aufgestört, daß S t ö ck e r, der Apostel der Christlich- Sozialen, einen Vorttag halten wolle, die heimtückischen Sozialdemokraten aber diese Versammlung sprengen werden. Sogleich wurde nicht nur die gesammte Polizeimannschaft zu Fuß und zu Pferd aufgeboten, auch der Herr Stadtkommandant mußte mithelsen und plazirte 80 Mann vom Jnsanterie-Leibregiment in die nahe Münze. Alles war herrlich bedacht und gerüstet, um diesen Sozialdemokralen einmal gründlich das Hand- werk zu legen. Aber— die niederträchtigen Sozialdemokralen machten auch nicht den geringsten Versuch, die Versammlung zu sprengen. Das war höchst merkwürdig und unerklärlich für die hohe Polizei, der nichts übrig blieb, als wieder nach Hanse zu gehen— leer, wie sie gekommen war. Es waren zwar ein paar Sozialisten in der Versammlung anwesend und einer derselben meldete sich sogar zum Worte, wurde aber durch Schluß der Persammlung mundtodt gemacht, im Uebrigen hätte man meinen können, die Rothen wären in München„abgeschafft."— Hm! Das ist doch sonderbar! murmelte der mehrgenannte Herr Rath noch andern Tags, als ein bisher Unbekannter ihm einen Vortrag unseres Genossen Bebel über Stöcker anmeldete, der Sonntag Nachmittags im Saale der„Neuen Welt" stattfinden solle.„Was?" rief erschreckt der hohe Herr. „Wer wird den Vorttag halten?" Und erst als er zum Drittenmal stets denselben August Bebel nennen hörte, glaubte er endlich an die schreckliche Mähre und— verbot den Vortrag auf Grund von KU des Sozialisten- gesetzes. Stöcker, dessen Vorttag aus einem Hoch aus den bayerischen König und einer endlosen Tirade aus Bismarck bestand, durfte seine Weisheit auskamen; hätte aber Bebel den hiesigen Arbeitern und Hand- werkern den Standpunkt klargelegt, München wäre sicher in die Luft ge- flogen, und das mußte unbedingt vermieden werden. Schlau, wie die hohe Polizei immer und von Berufswegen ist, hielt sie den Veranstalter des Vortrages solange zurück, daß eine Jnserirung in einem hiesigen Blatte unmöglich wurde. Sie war von der Unfehlbarkeit ihrer Berech- nung so sehr überzeugt, daß sie die Nicht-Jnserirung des Vortrages in den Motiven eigens hervorhob, gleichwohl stand das Inserat bereits in den„Neuesten Nachrichten". Das hatte die Hohe leider auch nicht ge- sehen. Am ärgerlichsten aber war ei» Zeitungsbericht, der meldete, daß die Sozialisten am Freitag in erheblicher Anzahl gemächlich mit Bebel beim Franziskaner gesessen und gethan hätten, was recht und billig war, während die Polizei in der Stöcker-Versammlung die Schlinge des Ge- setzes offen hielt, ohne daß ein Sozialist hineintappte. Nach so vielem Pech war es nicht mehr als billig, daß der Ort, an welchem Alles zusammentteffen sollte, ob Sozialist oder nicht, um dann von Bebel Ab- schied zu nehmen, auch der Polizei mitgetheilt wurde, und da kamen denn auch ihre Vertreter— selbst Herrn Rath Pfister drängte es in den Hackerkeller— und die fettglänzende Rothe auf ihren Gesichtern zeugte deutlich von der Freude, die hiesigen Sozialisten endlich einmal vereint angettoffen zu haben, wenn auch nur beim Bierttinken. Groß war aber auch der Andrang sowohl zum verbotenen Bortrag als auch zum Hacker- keller und begeistert die Ovation, die unserem Genossen und Reichstags- kandidaten Bebel beim Kommen und Scheiden gebracht wurde. Die Ruhe der Polizei ist aber auf längere Zeit dahin; Alles, Alles will sie entdecken, selbst das, was gar nicht ist. Um besser zu„eruiren", müssen die Gensdarmen außer Dienst in Zivil ausgehen, sür eine kräftige Entdeckung erhalten sie 100 M. Belohnung, nebenbei auch noch Zivilan- stellung, kurz, nichts soll mehr versäumt werden, um diese Verschwörer zu entlarven. Doch einig und kästig halten wir zusammen, freuen uns unseres Leben« und werben fort und fort. Diese neuesten Vorgänge haben uns viele, wenn auch noch stille Freunde erworben. Vorwärts, vor- wärts! rufen wir trotz aller Polizei! Markulf. ? AugSburg, Ende April. Wir brauchen hier keinen Belagerung«- zustand, um Ausweisungen von Sozialisten möglich zu machen; ein ehr- loses Spionagesystem Hand in Hand mit dem brutalen Polizeiregimente einzelner liberalen Parasiten, Uber die der einäugige Oberpolizist schützend seine langen Finger breitet— das überliefert uns auf Gnade und Un- gnade der Willkür einer Handvoll Leute, die durch die„heiligen Bande" des Ehebruchs, der unsittlrchsten Bordell-Orgien und gegenseitiger„Grati- fikationen" aus der S t a d t k a s s e an einander gekettet find: im buchstäb- lichen Sinne stehen wir also unter der„Herrschast der Verbrecher." Dazu kommt noch, daß dieselben Leute auch in den Fabriken theils als Verwaltungsräthe, theils als„schwere" Aktionäre bestimmenden Einfluß haben, so daß solche Genossen in Fabriken, denen die Polizei abhold ist, sicher sein können, ihren Verdienst zu verlieren und hier keinen andern zu finden. Bisher ist es noch j e d e m G e n o s s e n, der von der Polizei proskibirt oder auch nur als Sozialdemokrat charakterifirt wurde, so er- gangen, auch wenn er in keiner Weise mit der Polizei oder dem Staats- anmalt in Konflikt gerathen war, so erst letzter Tage dem Genossen H., der fast zwei Jahrzehnte in der Riedinger'schen Maschinenfabrik als Meister thätig war und jetzt in seinen allen Tagen existenzlos die Stadt verlassen muß, blos weil ihn die Polizei mit Haussuchungen verdächtigte. Diese Sache hat aber ein kleines Vorspiel. Bei der letzten Reichstagswahl ließ der liberale Fabrikant Riedinger aus persönlicher Animosität gegen den liberalen Kandidaten,„unfern" Fischer, unter seine Arbeiter zwangsweise Stimmzettel vertreiben, auf denen der Name Fischer ausgestrichen war und die somit ungiltig waren. Das kann ihm der in seinem Streberdünkel schwer beleidigte Bürger- meister nicht vergessen; da er sich an dem reichen Fabrikanten sonst nicht rächen kann, so läßt er dessen Fabrik als„Bruttiest der Sozialdemokratie" denunziren und hat damit seinen Zweck erreicht: Riedinger als loyaler Pattiot und ordenssüchtiger Kommerzienraths-Kandidat ärgert sich und der Sozialdemokrat ist um seine Existenz gebracht, da die hiesigen Fabri- kanten sich gegmseitig auf„Ehrcn"wort(!) verpflichteten, keinen Sozial- demokraten zu beschästigen. Und diese Sorte B a n d i t e n e h r e ist ja die einzige, aus welche diese sogenannte bessere Gesellschaft noch etwas hält! Wir sind hier vogelfrci! Darum ist es auch erklärlich, daß manche der Genossen von einer Betheiligung an den nächsten Reichs- t a g s w a h l e n(an den demnächst bevorstehenden Landtagswahlen betheiligen wir uns nicht) nichts wissen wollten, weil sie zu schwere Opfer verlange, ohne daß eine Aussicht auf praktischen Erfolg zu erwarten sei. Nach reislicher Ueberlegung haben wir uns aber doch s ü r eine Be- theiligung entschlossen und Genosse Bebel als Kandidat ausgestellt. Wenn jeder Genosse durch Verbreitung von Flugblättern, durch Dks- kussion im Freundeskreis und verständige Agitation am Bierttsche seine Schuldigkeit thut, dann wird unsere Zahl trotz der Schreckensherrschaft eine respektable werden und den Polizeischergen ä>a Mesenzoff und Trepoff ein Warnungsruf in letzter Stunde sein! Sonst ist die Situation die alte mit der einzigen Verschärfung, daß jeder der bekanntesten Genossen aus Schritt und Tritt„begleitet" ist, was wohl der Anwesenheit des Berliner„Hochverrathsmachers" Hollmann zu ver- danken ist, der mit unserm Bürgermeister auch eine„verttauliche" Plau- derstunde hielt. Der saubere Polizist Obrich ist nach seinen letzten„Amts- eiden" in Berücksichtigung seiner großen Verdienste zum Oberrottmeister befördert worden. Daneben natürlich jede Woche ein paar H a u« s u ch- u n g e n ohne Resultate(weshalb jetzt auch die Polizeireporter darüber in der Lokalpresse sich ausschweigen) und zwar meist bei Leuten, die mit uns in keiner Weise Fühlung haben. So wurde ich auch von Freundes- seite bedeutet, daß die letzthin behaussuchren Arbeiter von Riediuger ic. nicht, wie ich im vorigen Briese angab, Parteigenossen waren, sondern theils Indifferente, theils„Schwarze", was ich„zu ihrer Ehre" gerne bestätigen will. Wir verlieren dadurch nichts, die Polizei aber erzieht sich Feinde und uns Rekruten. Möge sie nur so weiter schaffen, auch ihr Krüglein wird einmal brechen! — Wien, 8. Mai. Wir befinden uns mitten im Festestrubel, aber von einer eigentlichen Festesstimmung ist im Volk nicht« zu verspüren. Neugierde, und zwar recht kalte Neugierde, darin äußert sich lediglich die Theilnahme des Volkes an den mit einem riefigen Apparat in Szene gesetzten„Freudenfest des österreichischen Volkes". Es ist unglaublich, mit welchem Hochdruck gearbeitet wurde und gear- beitel wird, um die Liebe des österreichischen Volkes zu seinem„ange- stammten" Fürstenhause in ein möglichst glänzende« Licht zu stellen. Unser gänzlich verrottetes Kliqnenwesen. denn von Partei kann da gar nicht mehr die Rede sein, hat es glücklich dahin gebracht, daß alle diese verschiedenen Kliquen sich in Loyalität und Kriecherei Uberbieten, alle wollen zeigen, daß sie eigentlich die guten, die besten Kinder sind, und ihre Blätter machen aus dem dümmsten Kaiser, den Oesterreich je gehabt, und seiner Zirkusreiterin die reinen Wunder von Monarchenrugenden. Eigentlich sollten wir ihnen dafür dankbar sein, denn hier weiß jedes Kind, was es mit unserem edlen Herrscherpaar auf sich hat, und da müßte sich eigentlich auch Jeder sagen, wenn so die Mustermonarchen aussehen, wie müssen da erst die gewöhnlichen beschassen sein! Aber die Korruption und der Druck! Die Dekorationen der Häuser und Fenster werden geradezu erzwungen. Ebenso die Beiträge zu den Feststiftungen. Die Sammellisten werden von Haus zn Haus ge- schickt und nur die Ordenssüchtigen zeichnen freiwillig, sonst schimpft Alles, wenn ihnen die Liste präsentirt wird, aber zeichnen thun's halt doch— aus Angst, um von der Polizei nicht als verdächtig ange- sehen zu werden. Namentlich die kleinen Gewerbtteibenden, die von der Polizei chikanirt werden können, und die kleinen Beamten werden ge- zwungen, sich über Gebühr anzusttengen, und manche Familie wird durch die Hochzeit zu Grunde gerichtet. Serpilität und Feigheit aus der einen, Gleichgülttgteit aus der andern Seite, das ist die Signatur unserer hiesigen Zustände. Nur sehr wenige machen eine Ausnahme und diesen wird es sehr schwer, das Aufdrängen des� Pessimismus zu bewältigen.— Die Konflikte unter den deutschen Genossen haben hier, wie es scheint, mehr geschadet, als in Deutschland selbst. Die Gemeinheit unserer Polizei übersteigt alle Begriffe. Ende voriger Woche drang ein höherer Beamter des Stadtkommissariats in Begleitung des Polizeiraths Lazzer um Mitternacht in der Wohnung des Spenglergehilsen Franz Staar ein, nahm Haussuchung vor und ver- hafteten den Genannten. Angeblich suchten die Herren nach Wursgeschoffen, die sie natürlich nicht fanden, sondern sich mir Flugblättern und einem Chifsrenbuch begnügen mußten. Anfangs hieß es, die Verhaftung geschehe auf Meldungen von London her, aus Grund der bei Most beschlag- »ahmten Papiere, die offiziöse„Polit. Korresp." behauptet dagegen, die Verhaftung sei auf Requisition des Landgerichtes Salzburg erfolgt. Was Staar verbrochen hat oder verbrochen haben soll, weiß kein Mensch, vor- läufig sitzt er und man wird ihn wohl fitzen lassen, bis— er das Ver- brechen, kein Verbrechen begangen zu haben, abgebüßt hat. Dafür ist nämlich, nach Ansicht unserer Hochwohlweisen Behörden, die Unrersuchungs- hast speziell„wie geschaffen". Glückliches Oesterreich!?— a. Zur Beachtung für die Henoffeu in Zeutschtaud Trotz vieler Ermahnungen und Erinnerungen werden von den Ge- Nossen in Deutschland in Bezug auf Verbreitung von sozialistischen Zeit- schriften k. noch immer Unterlassungssünden begangen, welche hier und da unangenehme Folgen haben, die bei Anwendung der nöthigen Vor- fichtsmaßregeln leicht zu vermeiden find. Wir halten es daher sür ange- bracht, aus einige Punkte aufmerksam zu machen, deren Beobachtung im allseitigen Interesse unerläßlich ist. Vor allen Dingen muß darauf geachtet werden, daß die Adressen von Personen, welche Sendungen irgend welcher Art zu empfangen haben, stets deutlich� geschrieben werden, da es vorgekommen ist, daß wegen ungenauer Adresse solche nicht abgeliefert wurden, sondern an ihren Aus- gabeort zurückgingen, wo sie schließlich in die unsauberen Hände fielen. Dasselbe ist auch schon dadurch passirt, daß Adressaten ihre Familien- angehörigen nicht entsprechend instruirt hanen, so daß Annahme verweigert wurde. Es gehen durch solche Vorfälle nicht nur die Schriften verloren, sondern die betteffenden Empfänger setzen sich auch Polizei- Plackereien aus und ihre Adressen sind nicht mehr verwendbar. Von Wichtigkeit ist ferner, daß Empfänger von Sendungen dieselben s« schnell wie möglich aus ihrer Behausung schassen, so daß, wenn die„Wohlweise" zufällig Wind bekommt, sie das Nest leer findet. Alles auf solche Sendungen Bezügliche: Brief-> schaften, Notizen über dieselben ec., muß sofort nach Gebrauch icinichlei werde». Ueble Folgen von Außerachtlassung dieser Vorsichtsmaßregeln hat Jedermann selbst zu verantworten. Ist e« durchaus nöthig, einzelne Notizen, Adressen ic. aufzubewahren, so möge man sich die Mühe nehmen, dieselben nach einem Wahlwort, welches man nur zu diesem Zwecke be- nutzt, zu chiffriren. Im Uebrigen kann man kleinere Notizen leicht derartig unterbringen, daß sie unmöglich bei einer Haussuchung gefunden werden können. Wir wollen, da gerade von Haussuchungen die Rede ist, hier auf einen interessanten Umstand aufmerksam machen. Viele, welche schon mit Haus- suchungen bedacht worden sind, werden nämlich beobachtet haben, daß einer der Beamten seine Ausstellung im Hintergrunde des Zimmers, nimmt, wo er regungslos verharrt, anscheinend, um jedem Befehle des „suchenden" Vorgesetzren gewärtig zu sein. Die Ausgabe dieses Postens ist aber eine ganz andere. Derselbe hat nämlich meist zu beobachten, ob der Behaussuchte nicht gelegentlich einen heimlichen Blick nach jener Stelle wirft, wo er dasjenige verborgen hat, was den Nasen der Herren entgehen soll. Diesen Blick sängt der Posten im HiiOergrund auf— I und es dauert nicht lange, so wird die verdächtige Stelle einer ganz> besonderen Priisung unterzogen, wobei es natürlich nicht ausbleiben kann, 1 daß man endlich Erfolg hat.— Dieser praktischen„Arbeitstheilung" der j haussuchenden Polizeibeamten ist es hauptsächlich zuzuschreiben, daß die- 1 selben manchmal Schlupswintel auffinden, deren Entdeckung einen ganz besonderen Scharssinn bei ihnen voraussetzen läßt! Man beachte dies also ganz besonders!— Kaltblütigkeit ist 1 bei allen solchen Dingen nöthig; und wenn der Beamte die Hand schon t auf jener Stelle hat, unter welcher man seine„kleinen Geheimnisse" aus- bewahrt, so darf doch keine Bewegung, kein Augenzucken die dadurch hervorgerufene Erregung verrathen— denn dem Posten im Hintergrunde, würde sie nicht entgehen! Aus einige andere Punkte haben wir noch aufmerksam zu machen, i deren Beobachtung von Belang ist. Es muß bei irgend welchen Vor- 1 fällen, welche sür die Redaktion und Expedition des Parteiorgans von i Bedeutung sind, sofort aus sicherm Wege Mittheilung gemacht werden; 1 die Unterlassung dieser Maßregel hat schon manche Unannehmlichkeit gebracht! Solche Mittheilungen, ferner Reklamationen nicht eingettoffener Sen- düngen u. s. w., müssen stets so deutlich gehalten sein, daß man daraus 1 mit Bestimmtheit entnehmen kann, um welche Personen, welche Sen- f dung ic. es sich handelt. Also Genossen, beherzigt alles dies; je sorgsältiger verfahren wird, um so weniger genirt uns das für uns sabrizirte(permanente)„Aus- nahmegesetz"! Briefkasten der Redaktion: W. S.: Wir haben einfach eine Thatsache kon- statirt, welche die Herren nicht abstreiten konnten und deshalb mit einein Wust von Schimpjivorten erwiderten. Diese« Verfahren ist nicht neu, i aber eminent praktisch.— L I.: Sie haben Recht, unser Blatt ist � „gerade nicht im Salonton gehalten". Aber, lieber Freund, wir schreiben l auch nicht sür den Salon. Wir befinden uns im Kamps gegen eine I ganze Welt von Gegnern, denen jedes Mittel zu unserer Unterdrückung s recht ist, die ungestraft uns beschimpfen, verdächtigen, mit Füßen tteten! können. Man hat uns geächtet, rechtlos gemacht, und Sie verlangen! von uns, wir sollen die Gegner nur belehren? Wir halten es für 1 zweckmäßiger, da« Volk zu belehren, und das verträgt eine krästtge!■ Sprache. Weisen Sie uns nach, daß die, welche wir Schurken nennen,! keine Schurken sind, und Sie sollen Recht haben. der Expedition: Reichsmaulwurs: Fr. 2.— von der Volksbuch- Also jetzt Mk. 3.60 Ihnen gutkommend. für Ihr Weiteres betrifft die Volksbhdlg. Adr. vorgem.— W. ,W. A.: Mk. 6.— Ab. 2. Qu. erh. Wink beachtet.— A. W. Ch. Pest: Fr. 2.40 Schst. erh. u. besorgt.— G. E. Blh«: Mk. 3.— Ab. 2. Qu. erh. Willkommen! — A. M. I.: Mk. 3.— Ab. 2. Qu. erh. Da« ist die Schuld dessen, der Ihnen die Adr. gab. Woher sollen wir wissen, daß Sie dieselbe haben?— Hermingh. Bros. St. Louis: RD. 51.80& Cto. erh.— C. F. L. W.: Fr. 3.67 Ab. 2. Qu. erh. Grußl—— h—: Bf. v. 8. ds eingetr. Dank und Gruß!— Arthur M.: Fr. 3.75 erh. An genügenden Instruktionen unserseits fehlte es nicht.— 512: Warum keine Notiz, ob Ged. eingett.? Bs. v. 6. ds. hier.— Sal. Unruh: Bs. v. 6. ds. erh. Alles vorgem. Bfl. am 11. ds. neues Kunststück abg.— R. M. Buenos- Ayre«: Fr. 55.28 a Cto. Ab. 4. u. 1. Qu. u. Schst. erh.— Deutscher Berein Winterthur: Fr. 50.— dem Usd«. einverleibt.— T. M. Z.: Mk. 5.— Ab. 2. Qu. erh. Nachlieserg. bewirkt mit 19.— Egmonr: Mk. 120.— ä Cto. Ab. 1. Qu. erh. Bs. am 11. abgeg.— Henffchel u. Co.: P.-K. bereit« beachtet. Gruß!— Drickes: Mk. 4.45 Schst.-Rest u. Mk. 10.55 ä Cto. Ab. 2. Qu. gutgebr. Neueres vorgemerkt.— Dr. Kratzer: P.-K. erh. Sache hatte Ausenthalt, wird jetzt geordnet sein.— Feuerrüpel: Bs. v. 8. u. Vorgänger hier. Anlw. am 11. abgeg.— B. Brl. London: Fr. 2.50 ä Cto. erh. 17 u. 18 im Druck durch unabänder- liche Umstände verspätet. Weshalb so ttagisch? Pünktlichkeit liegt un« selbst am Herzen.— fH Himmel--: 2 Bse u. Spsz. für C. u. S. erh. Bald'Nachr. über die Reisenden senden!— Ahasverus: Noch keine Nachr. v. Rthk. u. wie steht« sonst?— M. f R.: Am 11 5. brfl. berichtet. Bitten künstig deutlicher.— Sii I 4m mm ml mm n Comm. Arbeiter-Bildungs- Verein 49 Tottenham Street. Tottenham Court Road. Die"Wirthschaft des Vereins ist geöllnet von Morgens 9 bis Nachts 12 Uhr. Wir ersuchen die reisenden Genossen auf unsere Adresse zu achten. 4 A.: Der Sekretär: O. Lemke. CAnctl- 8(itinlbttAbiumnti Hottingm-Zürich