�scheint l»»ch«ntlich einmal Zürich(Schweiz) ?trlag >. Herter, Znduftriehall« ZiicSbach-Zurich NoiselldUllgkll franco gegen franco. SewShnliche Briefe nach der Schweiz losten Toppelporio. Der AoMemokrat Zentral-Grgan der deutschen Sozialdemokratie Äöonnemevts werden nur'beim Verlag und defien bekannten Agenten ent» gegengenommen und zwar zum v»»»»« zahlbaren VierteljahrSpreiS von i Fr. 2.— fllr die Schweiz liircuzband) Ml. z.— fiir Deutichland i?ouv'rt> st. l. 70 iür Oesterreich(Couvert) Fr. 2.5V für alle übrigen Länder de! Weltpostvereins illreuzband). Zuserate Die drcigespaltene Petitzeile 2..«ti. 20 Pfg. R? 23. Sonntag, 5. Juni. 1881. Ali» in die borrtspondeateu und Adunueuten de»„Zojialdemodrat". Da der.Sozialdemokrat' sowohl in Deutschland als auch in Oesterreich verboten ist. bezw. verfolgt wird, und die dortigen Behörden fich alle Mühe geben, unsere Verbindungen nach jenen Ländern möglichst zu erschweren, resp. Briefe von dort an unS «nd unsere ZeitungS- und sonstigen Sendungen nach dort abzufangen, so ist die äußerste Vorficht im Postverkehr nothwendig und darf keine VorfichtSmaßregel versäumt werden, die Briefmarder über den wahren Absender und Empfänger, sowie den Inhalt der Sendungen zu täuschen, und letztere dadurch zu schützen. Haupterforderniß ist hiezu einerseits, daß unsere Freunde so selten als möglich an den.Sozialdemokrat', resp. dessen Verlag selbst adresstren, sondern stch möglichst an irgend eine unverdächtige Adresse außerhalb Deutschlands und Oesterreichs wenden, welche fich dann mit uns in Verbindung letzt: anderseits aber, daß auch uns möglichst unverfängliche Zustellungsadressen mitgetheilt werden. In zweifelhaften Fällen empfiehlt sich behufs größerer Sicherheit Rekommandirung. Soviel an uns liegt, werden wir gewiß weder Mühe noch Kosten scheuen, um trotz aller ent» gegenstehenden Schwierigkeiten den. Sozialdemokrat' unfern Abonnenten möglichst regelmäßig zu liefern. Parteigenossen! Vergeht der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Aut, aut! Und wenn ich wär' ein Zimmermann, Dann baut' ich eine weite schranke Und schrieb in großen Zügen an Hoch oben an de« Eingangs Planke: Entweder, oder! Tie ihr den großen Kamps der Zeit Ausfechten wollt, herbei, ihr Ritter! Sprecht, welcher Sach' ihr euch geweiht, Sprecht frei durch'« offne Helmgegitter: Entweder, oder! Für Fürstenmacht, fiir Volkesrecht? Für Geisteslicht, für Pfaffendunkel? Republikaner oder Knecht? Ja oder nein! nur kein Gemunkel! Entweder, oder! Schwarz sei die Rüstung, oder weiß'. Ihr geht zur Linken, ihr zur Rechten. Todseinde nur laff' ich zum Kreis, Die nur um Tod und Leben fechten. Entweder, oder! Ihr Herrn von: Zugegeben, Zwar, Bedingungsweis, Gewissermaßen! Hier heißt es: ganz, mit Haut und Haar. Perlegt uns nicht des Kampsc« Scraßcu! Entweder, oder!- Bleibt draußen, weil ihr uns nur stört, Ihr Halb- und Viertelmeinungsaffen! Wenn's euch ergötzt, seht zu und hört! Zum Publikum seid ihr geschaffen. Entweder, oder! Und wenn der Letzte lodt sich rollt, Bon drüben oder hier, im Sande, Dann wißt ihr, wem ihr folgen sollt, Wir schlichten'« fiir die ganze Bande: Entweder, oder!— Doch weil ich bin kein Zimmermann, Kann ich auch keine Schranke bauen, Drum laff' ich« geh», wie's gehen kann, Zuletzt muß man es doch wohl schauen: Entweder, oderk Friedrich v. Sollet. Bismarck's„Erfolge". An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen! Die Praxis ist die probe aus die Theorie, der Ersolg die sicherste Grundlage des llrtheils. Gewiß, der Erfolg. Es ist das wahr, obgleich unsere Feinde 's für wahr halten und dafür ausgeben. Bismarck ist der Held des„Erfolgs". Er hat die Opposition in Preußen niedergeworfen; er hat Oesterreich niedergeworfen, er hat Frankreich niedergeworfen; er hat das deutsche Reich„ geschaffen". Kann man sich einen größeren Erfolg, kann man sich größere„Erfolge" denken? Der Flachkopf— der kann es> fnilich nicht. Wer aber unter die Oberfläche zu blicken vermag und den Dingen auf den Grund geht, merkt bald, daß eS mit diesen „glänzenden" Erfolgen nicht weil her ist, daß sie von„Talmi- zold" find und bei gmauerer Betrachtung sich als werthloses. gemeines Jahrmarkts-Metall entpuppen. Das„Niederwerfen" ist so erschrecklich leicht, wenn man die größere mechanische oder rein bestialische Gewalt hat. Der dümmste Ochse kann das prachtvollste Bildwerk eines Praxiteles „niederwerfen". Ein Kind, das auf eine Lokomotive gesetzt wird kann, wenn es den Dampfhahn aufdreht, den größten Eisenbahntrain und die dickste Wand„niederwerfen" und zer- stören. Das sind„Erfolge", die in Wirklichkeit nichts anderes sind, als brutal-mechanifche Krafläußerungen. Die Habsburger Miß-Monarchic niederwerfen war Alles, nur kein Kunststück; und mit einer Million gedrillter deutscher Sol- baten eine halbe Million von verbummelten Offizieren geführter französischer Soldaren„niederwerfen", war noch viel wmiger ein Kunststück. �.... co■ Und was das„Schaffen" bettifft, was w.ll das deullche Reich denn eigentlich besagen? Es ist einfach die Esr°mpttrung der Siege über Frankreich. DaS Rumpfdeut, chland, welches nach der Ausmärzung Oesterreichs übrig geblieben, hat einen charlata- nistischen Titel bekommen, durch den die unverbefferlichen Ratio. nalitätsesel sich blenden lasien.— Vorla tout. Was bis zur„Gründung" des deutschen Reiches geschehen ist, beweist zu Gunsten Bismarcks blos Eins: nämlich daß er das„Genie" gehabt hat, den Finger an den elektrischen Knopf zu bringen, der die riesige Maschinerie der preußischen Armee und Bureaukratie in Bewegung setzte. Nichts weiter. Und von dem Moment an, wo weiteres zu thun war, zeigte sich die absolute Impotenz und Unfähigkeit des omni- potenten und„genialen" Individuums am elektrischen Knopf. Nach dem„Niederwerfen", das Aufbauen, das Organisiren. Die famole„Schöpfung", genannt deutsches Reich, mußte organisirt, dem stupiden Erdenklos mußte Geist eingehaucht werdm. Und das hat der„geniale" Staatsmann nicht fertig gebracht. So gut er sich auf das Niederwerfen, auf das„Verunjeniren" verstand, so schwach war er in punkto des AufbauenS, des Or- ganifirens. Was hat er seit 1871 geleistet? Nichts, und schlimmer als nichts. Seinem eigenen Bekenntniß nach war er bis vor drei Jahren in den Händen der Camphausen, Delbrück uud Kon- sorten, die ihn vor ihren frei händlerischen Karren spannten; und seit 1878 ist er— wiederum seinem eigenen Bekenntniß nach— vor den schütz zöllnerischen Karren gespannt. Mit einem Wort, Bismarck hat, seinem eigenen Bekenntniß nach, anderthalbmal das Schwabenalter erreicht, ohne das ABC der Nationalökonomie zu kennen; und daß er seitdem nichts gelernt hat, das wird zur Genüge durch seine neuesten sozialpolitischen Kurpfuschereien erwiesen. Die verderblichen Folgen einer solchen Ignoranz eines mit fast unbeschränkter Machtvollkommenheit ausgestatteten„Staats- mannes" konnten natürlich nicht ausbleiben, und es fragt stch höchstens, ob der vor den freihä'.�le.ifchm Karren gespannte Bismarck mehr volkswirthschaftlichcn Unfug getrieben hat oder der vor dm schutzzöllnerischm Karren gespannte. Beide Bismarcke dürsten sich an„genialer" Gemeinschädlichkeit so ziemlich die Wage halten. Es wäre sehr thöricht und unwissenschaftlich, wollten wir den nationalökonomischen Knownothingismus(Nichtswisserthum) Bismarcks allein für dm wirthschaftlichen Versall Deutschlands verantwortlich machen. Es handelt sich hier um einen öko- nomischen Entwicklungs- und ZersetzungSprozeß, der sich nicht auf Deutschland beschränkt, sondern die gesammte Bourgeoisie- Welt umfaßt. Aber es ist auch sicher, daß Deutschland unter diesem Prozeß mehr leidet als irgend ein anderer Kulturstaat, und daß an dieser Verschlechterung unserer Lage Bismarcks KnownothingiSmus ganz wesentlich die Schuld trägt. Wenn man ein Land wie Deutschland zehn Jahre lang und länger mit der Hetzpeitsche in den Freihandelsschwindel hinein- treibt, den Staat mit all' seinen Hilfsquellen diesem Schwindel dienstbar macht und dann urplötzlich, weil der Weg durch irgend einen„privaten Dorn" verleidet wird, rechtsumkehrt und alles vorher Gepflanzte zertritt, alles vorher Verherrlichte verdammt, allem vorher Gepflegten den Boden unter den Füßen wegzieht und, mit der Planlosigkeit und Experimentirwuth der omnipotenten Ignoranz aus einer Pfuscharbeit in die andere stürzt, dann muß selbstverständlich das Gemeinwesen schwer leiden. Dank den„genialen" Pfuschereim Bismarcks sind wir jetzt in Deutschland so weit gekommen, daß die bürgerliche(Bour- geoisie-) Gesellschaft verfault ist, noch ehe sie zur Reife gelangt, und daß sie bankrout geworden ist, noch ehe sie ihre wirthschaft- liche Blüthe erreicht hat. Daß in keinem andern Land J y Massmverarmung so groß— ist ebenso wmig ein Zufall, als daß in keinem anderen Land die sozialdemokratische Bewegung so tief und so allgemein in die Massen gedrungen ist. Die„Frankfurter Zeitung", deren Nationalökonomie mit Dr. Bücher aus der Redaktion ausgeschieden zu sein scheint, hat neulich die Behauptung aufgestellt, Bismarck stehe jetzt unter der Leitung Buchers, der bekanntlich Testamentsvollstrecker Fcr- dinand Lassalle'S war, und was Bismarck jetzt auf wirthschaft- lichem Gebiet leiste, sei au fond nur die Vollstreckung des Lassalle'schm Testaments. DaS ist eine durchaus hinfällige und willkürliche Behauptung, deren Jrrthümlichkeit schon aus der einzigen, von uns bereits hervorgehobenen Thatsache erhellt, daß Lassalle das System der indirekten Besteuerung, auf welches Bismarck seine Pfuschreform gründet, vollkommen korrekt verurtheilt hat. Bismarcks Lehrmeister ist Louis Bonaparte und Louis Bona- parte'« Staatssozialismus bestand darin, den Paul zu bestehlcn und den Peter zu beschenkm, oder richtiger dm Peter Paul aus Peter Paul's eigener Tasche zu beschmkm. Mit Scheffeln nehmen und mit Löffeln geben,— das ist das A und O der Bonaparte-BiSmarck'schen Volksbeglückungs- theorie, und das A und O der Bonaparte-BiSmarck'schen Volksbeglückungs p r a x i s ist, die Scheffel hübsch ver- borgen zu halten, die Löffel dagegen hübsch in der Sonne glitzern zu lassen. Glitzernde Löffel statt gefüllter Scheffel— das sind Bismarcks „Erfolg e". Wahlen und Attentate. Die deutschen Wahlen— die russischen Attentate: die werden wenig- stens von den„Sozialrevolutionären" als zwei unversöhnliche Gegensätze einander gegenüberstellt und doch beruhen beide auf derselben Basis, sind nur verschiedene Erscheinungsformen derselben Idee. Die Sozialdemokratie erwartet nie, mit Hilfe der Wahlen, auf Parla- mentischem Wege, direkt ihr Ziel erreichen zu können. Aber ebensowenig erwarteten und erwarten die„Nihilisten" in Rußland von einer Besei- tigung des Zaren und dessen Ersetzung durch eine andere Person irgend eine einschneidende Aenderung im russischen Staats- und Gesellschaft«- körper. „Also wozu Wahlen"? sagen die Emen.„Wozu Attentate"? sagen die Andern. Die Wahlen hatten, Jeder weiß es, vorzugsweise einen propagandistischen Zweck. Dieser Zweck sagt man, ist beseitigt, wir können bei den Wahlen keine Propaganda mehr entsalren. Zum Theil ist dies richtig— die Propaganda während de« Wahlkampscs ist sehr eingeschränkt, kaum der Rede werlh, obgleich immerhin noch erfolgreicher, als die außerhalb des Wahlkampfes, da zur Zeit desselben die Bevölkerung aufgeregter und politisch empfänglicher ist, als sonst. Aber je mehr die Propaganda vor der Wahl gefesselt ist, desto wichtiger ist die Propaganda durch die Das Lebenselement jeder Partei ist der Kampf. Eine P»rei, die den Kampf gegen den Gegner, und sei es auch nur vorübergehend, ausgibt, zwingt die thatkräftigen Elemente in ihrer Mitte zum Kampf wider sich selbst. Eine Partei, die ausruht, geht an inneren Zwistigkeiten zu Grunde. Aber noch in anderer Weise ist der Kamps das Leben-clenient einer Partei: der Sieg ist das beste Agitationsmittel. Dre Propaganda durch Wort und Schrift allein ist eine höchst unfruchtbare. Viel besser, als wir e« vermögen, reizen die Verhältnisse zu„Haß und Verachtung" gegen das Bestehende auf; Unzufriedenheit, Unwillen, Verzweiflung findet man aller Orten— was den Leuten fehlt, ist Selbstvertrauen, Muth, Zuversicht, daß es besser werden kann. Wir müssen ihnen zeigen, daß wir nicht nur helfen wollen, sondern auch Helsen können: Wir müssen Erfolge erringen. Siegreiche Streiks, siegreiche Wahlen, sie sind es vor Allem gewesen, welche die Partei groß und mächtig gemacht haben, und erst in zweiter Linie unsere Agitation, Brochüren und Zeitungen. Wie wohlmeinend auch die Absicht war, kein Rath konnte verderblicher sein, als der, die Partei solle sich nach Annahme des Kanipse« zurückziehen und— studiren. Da» Studium ist Sache de« Individuum«, Sache der Partei ist der Kampf. Ebenso verderblich aber ist der Rath, wir sollen uns zurückziehen zu „geheimer Thätigkeit". Da« heißt auch nichts andere«, als Abdankung der Partei. Eine lebenskräftige revolutionäre Partei muß ihren Gegner auf dem Felde'bekämpfen, auf dem er sichstellt. lieber- lassen wir ihm einen einzigen Kampfplatz freiwillig, so bedeutet da« einen Rückzug. Allen Versolgungeu zum Trotz sind wir unseren Gegnern in Versamm- lungen und Presse entgegen getreten und haben ihn soweit gebracht, daß er es nicht mehr wagt, sich ans diesem Kampsplatz mit uns zu messen. Allen Verfolgungen zum Trotz werden wir unseren Gegnern auf dem Schlachtfelde der Wahl entgegentreten, so lange, uns dieses Schlachtfeld überhaupt offen steht. Man wird es uns verschließen, man wird in allen Städten, in denen Kandidaten von uns aufgestellt werden, den Belagerungszusland erklären, vielleicht einen Zensus einführen tc. dann— aber auch erst dann— werden wir unsere ganze Kraft der geheimen Propaganda zuwenden, welche bisher nur in zweiter Linie neben der Wahlpropaganda betrieben wurde. Die Flugblätterverbreitung wird dann eine Ausdehnung und Gestalt annehmen, von der sich die Herren Madai und Genossen nichts träumen lassen. Sie bedeutet dann nicht einen Rückzug, sondern einen Sieg der Partei. Der Minenkrieg beginnt erst dann, wenn der Feind im offenen Felde geschlagen ist und sich in seine Festungen zurückzieht. Aber auch die geheime Propaganda muß vor Allem von dem Bestreben geleitet sein, Erfolge zu erringen, und dies möchten wir allen unseren Freunden in Oesterreich an's Herz legen, welche jeder Möglichkeit einer Wahlthättgkeit durch den Zensus und jeder Möglichkeit einer„färb- losen" bedeutenderen Presse durch Stempel, Kaulion und„objektives" Verfahren beraubt, mehr als die Genossen in Deutschland gezwungen sind, sich der geheimen Propaganda zuzuwenden. Die geheime Propaganda bedeutet nicht«, als daß die herrschenden Klassen sich außer Stande fühlen, sich mit der Sozialdemokratie zu messen und die ganze Polizeigewalt des Staates aufbieten, jede Aeußernng der- selben zu unterdrücken. Sie ist also ein Kampf mit der P o l i z e i- g e w a l t: wir müssen zeigen, daß wir auch dieser überlegen find. Der Masse zeigen wir das am deutlichsten durch geschickte Vertheilung der Flugschristen. Die Thatsache, daß Flugschristen vertheilt werden, ohne daß die Verbreiter ermittelt werden können, sie ist es, die vor Allem propagandistisch wirkt, indem sie den unzufriedenen Elementen der Be- völkerung, die außerhalb der Partei stehen, zeigt, daß unsere Partei lebt, organisirt und der Polizeigewalt überlegen ist. Auf die geschickte Ber- theilung kommt also viel mehr an, als auf den Inhalt, womit nicht gesagt sein soll, daß dieser bedeutungslos wäre. Aber während der Inhalt nur auf die wenigsten von denen Eindruck macht, welche das Flugblatt zu Geficht bekommen, macht die Thassache der Vertreibung aus die ganze Bevölkerung Eindruck, soweit sie von derselben erfährt. Ein Inhalt, voll MajestätSbeleidigung und Hochverralh, der die Ver- breiter arg kompromittirt, steht folgerichtig mit dem Zweck der Berbrei- tung der Flugschriften in schreiendem Widerspruch. Ein Prozeß mit un- glücklichem Ausgang wirkt, namentlich wenn die Verhandlungen geheim geführt werden oder die Angeklagten sich nicht gewandt benehmen, wie Jeder weiß, eher niederdrückend als erhebend. Zeigt sich auch die Polizeigewalt unserer Organisation und Thatkrast nicht gewachsen, kann auch sie unfern Fortschritt nicht aushalten, dann greift die Regierung zum Aeußersten, zur brutalen Gewalt, es entspinnt sich der Kamps auf Leben und Tod. Das ist der Fall in Rußland. Eine lebensfähige revolutionäre Partei muß auch auf diesem Felde den Kampf ausnehmen, wenn er ihr angeboten wird. Die„Nihilisten" haben es gethan und sie haben gesiegt.� s.'- Wie bei den Flugschriften nicht der Inhalt, so ist bei den russischen Attentaten nicht der E r f o l g das Wesentliche, sondern die T h a t s a ch e der Ausführung. Ob der Zar Alexander II. oder der III. oder Kon- siantin oder wie immer heißt, ist völlig gleichgiltig. Das Gelingen des letzten Attentats war nur insofern von größerer Bedeutung als die anderen, als es den Glauben an den Schutz der göttlichen Vorsehung, der sich im russischen Volke in Folge des Mißlingens der srüheren Hinrich- tungsversuche Alexander II. festgesetzt hatte, zerstörte. Im Uebrigen aber dürste das letzte Attentat propagandistisch nicht sehr den vorhergegangenen mißlungenen überlegen gewesen sein. So wie diese zeigt es, daß die unzähligen Verbannungen und Hinrichtungen den Opfermuth und die Kühnheit der edlen russischen Freiheitskämpfer nicht im geringsten zu beugen im Stande waren, daß ihre Organisation fortbesteht, daß der rücksichtsloseste, blutgierigste Despotismus, bewaffnet mit der ganzen Macht der Staatsgewalt, ihrer Gegnerschaft erliegt: die Hinrichtung Alexander II. ist ein Sieg des„Nihilismus" über den Zarismus, der die Stärke des ersteren, die Schwäche des letzteren bloslegt und darin und nicht in der Beseitigung des Mannes, der die Regie- rungsgewalt in den Händen hatte, liegt die Bedeutung der- selben. Das unzufriedene Volk hat Muth dadurch bekommen, es gährt in seinen Tiefen und jeder neue Beweis der Ohnmacht des Zarismus gegenüber dem„Nihilismus" muß diese Gährung vermehren. Von einer geheimen Propaganda, einem Fürstenmord aus Prinzip ist aber bei den„Nihilisten" keine Rede, dieses Blödsinns macht sich nur das Häuslein Emigranten schuldig, welche zu lange dem Vaterlande sern sind oder ein zu kurzes Gedächmiß haben, um dessen Bedürfnisse zu verstehen. Blödsinn ist es, wenn die„Anarchisten" in Lugano heimlich revolutionäre Plakate ankleben, obwohl sie dieselben öffentlich verbreiten konnten— das wäre allerdings nicht„revolutionär"— und ebenso ist es Blödsinn, von einem Volke, das im Wahlkampf ist, Enthaltung von demselben und Attentate zu verlangen— weil— ja, weil das revolutionär aussieht.' Ganz anders diejenigen russischen Revolutionäre, welche in Rußland geblieben sind, dort wirken und leiden. Sie, welche die Attentate be- gangen haben, erklärten ausdrücklich, sie nur gezwungen durch die Verhältnisse begangen zu haben. Sie erklärten, daß die Attentate in dem Augenblick aushören, in dem dem russischen Volke das Wahlrecht gegeben wird— das heißt, sie stehen auf demselben Boden mit der wählenden deutschen Sozialdemokratie. Li ckuo faciunt idem, nou est idera. Wenn Zweie daffelbe thun, ist es nicht daffelbe. Die Strikes, die Wahlen, oder die Attentate als Erlösungsmittel des Proletariats hinzustellen, ist Unsinn; an und für s i ch kann das eine auf die Dauer ebensowenig helfen, als das andere. Unersetzlich dagegen sind sie als Propagandamittel, jedes an seinem Ort. Bon unseren Gegnern hängt es ab, wann und wo sie angewendet werden. Wir müssen denFeind überall schlagen, wo immer er es wagt, sich uns ent- gegenzufl�llen, das ist die wahre Propaganda der That. Symmachos. Der Prozeß Most. London, den 26. Mai 1881. Man macht uns Sozialdemokraten häusig den Vorwurf, daß wir be- wüßt die Mitglieder der anderen Klassen schlechter darstellen, als sie find, um die Massen gegen sie aufzuhetzen. Das Gegentheil ist— namentlich für uns deutsche Sozialdemokraten— viel richtiger: wir haben noch immer eine zu gute Meinung von unseren Gegnern, trauen ihnen mehr Anstand und Mannesmuth zu, als sie in Wirklichkeit befitzen. Dieß hat sich jetzt wieder eklatant gezeigt. Während die Bourgeoisie aller Ländex des Kontinentes, in einem nach dem andern, sich immer unverhüllter in ihrer ganzen Gesinnungslosigkeit und Feigheit enthüllte, hatte die englische Bourgeoisie es noch immer verstanden, sich trotz ihrer Brutalität und Rücksichtslosigkeit im wirthschaft- lichen Kampf, den Ruhm zu erhalten, als habe sie viel zu viel Selbst- gesühl, um einen Angriff auf die Preßfreiheit und das Asylrecht zu ge- statten oder gar selbst zu machen. Die Schlußverhandlung im Prozeß Most hat der englischen Bour- geoisie endlich die Maske abgerissen und gezeigt, daß auch England, das ehedem so stolz auf die Sklaven des Kontinents herabsah, das den Kam- plizen Orfinrs freisprach, künftighin auch keine Freistatt mehr für die Opfer der internationalen Reaktion ist. Das ist die Bedeutung des Prozesses Most für die Sozialdemokratie. Das Unerhörte, Unerwartete ist geschehen: die englischen Bourgeois- geschworenen haben Most schuldig gesprochen. Und sie haben überdies ihr Möglichstes aufgeboten, sich bei dieser Erklärung ihrer eigenen Im- Potenz so lächerlich als möglich und gänzlich jeder Würde baar zu zeigen! 2l) Minuten— sage zwanzig Minuten— dauerte ihre Berathung, so lange als sie brauchten, um sich mit einigen Tassen Thee zu erquicken, dann waresn sie alle zwölf einig, kein einziger unter ihnen fand sich, der die Würde Englands auch nur für eine halbe Stunde verthei» digt hätte. Die Herren hatten das Urtheil jedenfalls in der Tasche, be- vor sie sich zurückzogen. In dem Urtheil selbst ist der eine Punkt streitig, der andere lächerlich. Most wurde verurtheilt, weil er„irgend eine Person zum Mord ausreizte". Nun hat der Bertheidiger Sullivan mit Recht betont, daß sich das nicht auf Zeitungeartikel, sondern nur auf persönliche Anreizung an- wenden lasse, und der Oberrichter, Lord Coleridge, hat anerkannt, daß die Auslegung des Gesetzes zweifelhaft sei, weshalb auch die Festsetzung des Strafausmaßes noch nicht erfolgt ist. Der zweite Punkt, also möglicherweise der einzige, wegen dessen Most„bestrast" wird, ist so lächerlich, daß auch die größten Pessimisten mit Bestimmtheit erwarteten, derselbe werde glänzend fallen: die Schmähung(übel) des tobten Zaren, den wohl Niemand so geschmäht und so gehaßt hat, als die Engländer. Daß man auch einen tobten Kaiser beleidigen kann, ist etwas neues: ich glaube, die englischen Küopleeeper s Krämer) sind im Stande, Jemanden wegen„Schmähung" von Tiberius und Caligula zu verurtheilen. Die Verhandlung selbst bot wenig Bemerkenswerthes. Die AnNage brachte nur Bekanntes; als ergötzliches Faktum sei nur erwähnt, daß der Attorney- General mit Schaudern erzählte, bei der Verhaftung Most's habe man in seinem Taschenbuche ein Papier gefunden, aus dem die furchtbaren Wortestanden:„Triest ist eine sichere Adresse für Dynamitlager". Brr! Und Triest steht immer noch! Die Jeremiadcn und moralischen Entrüstung sphrasen der Herren Staatsretter wiederzugeben, wäre höchst überflüssig, die find sich in allen Ländern gleich. Ich will nur Einiges aus der Rede des Verthei- digerS hervorheben. Er begann damit, daß er erklärte, ferne Mission sei eine sehr verantwortungsreiche, da es sich nicht um Most allein, sondern überhaupt um die Freiheit der englischen Presse handle. Die Aufforderung, sich eines politischen Gegners zu entledigen, und die Beftiedigung Uber das Gelingen eines dahingehen- den Versuches sei keine Auff rderung um Mord, jsonst müsse anch Der- jenige, der meine, die Nihilisten verdienten gehängt zu werden, und der seine Genugthuung darüber ausspreche, wegen Anfteizung zum Mord verurtheilt werden. Er wies dann nach, daß Shakespeare, Milton, Byron, Shelley, Disraeli den Tyrannenmord verherrlicht hätten. Gladstone habe habe sich seiner Zeit über die neapolitanische Regierung in ebenso starken Worten geäußert, wie Most über die russische.*) Most, fuhr der Ver- theidiger fort, sei in Deutschland den gesetzlichen Weg gewandelt, bis er mit seinen Genossen Zoll für Zoll von demselben abgedrängt wurde. Obgleich Mitglied des Reichstages, verbrachte er viele Jahre in den Gefängnissen des Fürsten Bismarck. Da� Strafausmaß ist bis zur Stunde noch nicht bestimmt. Wird der „blutdürstige Schurke"(bloodtüirsty seoundrel), wie die„Morning Post", das Organ des Hofes und der Aristokratie, sich geschmackvoll aus- drückt,„blos" wegen Schmähung verurtheilt, dann kommt er mit mehreren Monaten Gesängnißstrase davon. Erkennt man aber Sullivans Einspruch als nicht begründet an, dann kann seine Strafe bis zu zehn Jahren gesteigert und mit„hard labors"(Harter Arbeit) verschärft werden. Wer die bar- barische Behandlung in den englischen Gefängnissen kennt— die zu dard labor Berurtheilten bekommen in den ersten vier Wochen nur Wasser und ein wenig Brod, was gerade hinreicht, um den Hungertod hinauszuschieben; dann müssen die Unglücklichen in der Tretmühle arbeiten— 750 Tritte in der Viertelstunde, dann 5 Minuten Rast und dann wieder eine Viertelstunde Arbeit— der weiß, daß die Verurtheilung Most's nach letzterem Maßstab sein Todesurtheil ist. 1. 8. Ein anderer, in England weilender Genosse schreibt uns noch: ———„M o st würde sich unter einem Tory-Ministerium weit besser gestanden haben, denn dann hätten die liberalen Heuchelblätter bei seiner Verhaftung ein derartige« Entrüstungsgeschrei ausgestoßen, daß kein Gericht gewagt hätte, ihn zu verurtheilen. Nach Pharisäer-Art hätten sie an die Brust geklopft und dem Volke zugerufen: so etwa« wäre bei unserer Herrschaft nicht denkbar. Jedoch, was Gladstone thut, ist wohlgethan. Die Tory-Blätter haben wenigsten» die Ehrlichkeft, zu sagen, sie hätten dasselbe gethan. Sie sind eben Reaktionäre sans phrase, während die Liberalen, und bis auf wenige Ausnahmen auch die Radikalen, Reaktionäre mit sehr vieler Phrase sind. Wenn wenigstens die Arbeiter aus dieser Geschichte eine Lehre ziehen wollten und ein wenig aus ihrem Verttauensdusel aufgescheucht würden! -o- Hoffentlich wird die am 13. Juni zusammentretende demokratische Föderation kräftig dazu beitragen. Sozialpolitische Rundschau. — Herwegh's Grab verödet! Vor Kurzem besuchten einige Genossen von Basel und Zürich Herwegh's Grab in L i e st a l(Kanton Baselland), um in der Erinnerung an den Dichter des herrlichen„Bet' und arbeit!" treues Festhalten an unserer großen Sache, muthiges Fort- kämpfen aus der betretenen Bahn sich zu geloben. Wie schmerzlich wurden unsere Genossen aber gestimmt, als sie zu ihrer tiefsten Entrüstung das Grab des Mannes, dessen„Gedichte eines Lebendigen" das deutsche Volk aus dem Schlafe rüttelten, des Mannes, der sich vor keinem Fürsten gebeugt, der auf den Borwurf, er sei ein Deserteur, antwortete: „Deserteur? Mit Stolz. Ich habe des Königs Fahne, die mich ge- preßt, mit des Volkes soldlosem Banner vertauscht" und der des„Volkes soldlosem Banner" bis an sein Lebensende treublieb, als sie das Grab dieses Mannes kahl und verödet vorfanden! Kein auch noch so bescheidener Stein verkündet den Vorübergehenden, daß hier ein Mann ruht, der die deutsche Literatur mit den herrlichsten Schöpfungen dichterischen Geistes bereichert hat, nur wer die betreffende Nummer des Grabes weiß und sie auf einem verwittertem Stück Holz zu entziffern vermag, ist im Stande, Herweg'«, der eisernen Lerche, Grab zu finden. Freilich, Herwegh hat nie eine Pension angenommen, er hat nie vor den Siegern von Königgrätz und Sedan gekniet, er hat den Heldengreis und seine Spießgesellen stets als das gekennzeichnet, was sie find, er hat während des tollsten Siegesjubels, als man ihm zurief, die Einheit Deutschlands, die ja auch er erstrebt, sei jetzt erreicht, mit Entrüstung ausgerufen: „Gleich Kindern laßt Ihr Euch betrügen, Bis Ihr zu spät erkennt, o weh! Die Wacht am Rhein wird nicht genügen, Der schlimmste Feind steht an der Spree!" Das ist sein Verbrechen, er ist verpönt in der guten Gesellschast und am liebsten möchten sie seinen Namen aus der Geschichte streichen, die Renegaten und Eunuchen, die heute den deutschen Parnaß gepachtet haben! Du aber Volk, für welches er geschrieben, Du wirst nicht dulden, daß die Schmach auch auf Dich fällt, den begeisterten Sänger der Freiheit vergessen zu haben! Man verfolgt und ächtet uns, jagt unsere Bor- kämpser von Ort zu Ort, man bestiehll, man ruinirt uns, die wenigen Pfennige, die Du, Volk, von Deinem kargen Lohn missen kannst, Du hast sie dem Kampfe geweiht, aber es bedarf nur dieses Appells, und wir sind überzeugt, keinJahr vergeht, und einStein auf Herwegh« Grab zeugt davon, daß das deutsche Prole« tariat den Mann nicht vergißt, der ihm einst zurief: „Menschenbienen, die Natur Gab sie Euch den Honig nur? Seht die Drohnen um Euch her, Habt Ihr keinen Stachel mehr?" „Mann der Arbeit aufgewacht!"-- — Schmachvoll. 30,55 2 stimmberechtigte Kantonsbürger sollen die Petition gegen die Abhaltung des Welt- kongresses in Zürich unterschrieben haben. Darob großes Triumph- geschrei der gesammten unverschämten und verschämten Reakttonspresse inner- und außerhalb des Kantons. Uns lilßt die ganze Angelegenheit, soweit es sich um den Weltkongreß an und für sich handelt, sehr kalt. Weder ist die Entwickelung der internationalen Sozialdemokratie von der Abhaltung des Wellkongresses überhaupt abhängig, noch ist sie, wenn sie einen solchen für zweckmäßig hält, auf den Kanton oder die Stadt Zürich an- gewiesen. Wenn wir also das Resultat der Unterschristensammlung als schmachvoll bezeichnen, so geschieht es nicht deshalb, weil es von Haß gegen uns zeugt,— an den find wir gewöhnt— sondern weil die Petition nicht« ist, als ein bewußter Schritt, die Volks- rechte der Schweiz zu verkümmern. Schweizer Bürger haben die Veranstaltung des Kongresses in die Hand genommen, dessen Tagesordnung aus Fragen besteht, die heute in allen Kultur- staaten, mit Ausnahme von Rußland und Deutschland, in Broschüren, Zeitungen und Versammlungen offen erörtert werden— mit welchem Schein von Rechte will man da ein Verbot aussprechen? Weil das Versammlungsrecht nur für Schweizer gilt? Ei, seht doch! Wo steht denn das geschrieben? In Eurer Einbildung, Ihr Herren. Diese einseitige Auslegung kann Euch und Euren Freunden recht bitter bekommen. Wie dann, wenn eine» Tage« die protestantischen Nnterthanen des katholischen Oesterreich aus schweizerischem Gebiet die Wahrung ihrer Interessen berathen wollten, und die österreichische Regierung von Euch, *) Er erzählte dann, wie die„Times" sich über Napoleon III. ge- äußert, an dem sie kein gutes Haar gelassen, und wie ein Londoner Journal über Irland geschrieben habe— hier wurde er vom Lord Ober- richter ausgeforderl, bei der Sache zu bleiben. Unseres Erachtens war diese Abschweifung, so nahe sie dem irischen Parlamentsmitgliede auch liegen mochte, nicht das beste Mittel, englische Bourgeois zu kaptiviren. gestützt auf Eure geniale Auslegung, ein Verbot des Kongresses forderte? Dann müßt Ihr nachgeben, und so in jedem Falle, wo eine verfolgte Minorität auf dem Boden der„fteien" Schweiz ihre Lage zu besprechen versucht. Verbietet den sozialistischen Weltkongreß, und Ihr kommt aus den internationalen Verwickelungen g a r nicht mehr heraus, jede reak- tionäre Regierung wird sich das Recht herausnehmen, von Euch Maß- regeln zum Schutz gegen die ihr jeweilig unbequeme Opposition zu ver- langen. Es ist wie mit dem deutschen Sozialistengesetz, das heute auch bereits gegen seine Macher— die Herren Laster, Stauffenberg ic.— seine Spitze kehrt. Schmachvoll nennen wir die 30,000 Unterschriften, obwohl oder weil wir wissen, daß über die Hälfte derselben erpreßt und erschwindelt worden find. Oder ist es nicht schmachvoll, daß so etwas im vor- geschrittensten Kanton der freien Schweiz noch möglich ist? Freilich, auch gegen das Asylrecht wurde ja nach dem letzten Attentat am lautesten in Zürich gepoltert, bis der Bundesrath durch feine mannhaste Erklärung dem unwürdigen Geschrei ein Ende machte. Sehr lehrreich ist es übrigens, zu sehen, daß es fast ausschließlich die am Züricher See wohnhafte, zum größten Theil städtische Bevöl- kernng ist, die Bourgeoisie und was mit ihr zusammen- oder von ihr ab« hängt, die das Hauptkontingent der Unterschriften stellt, während das bäuerliche Element an den demokratischen Traditionen des Landes festhält. Und wie bezeichnend: während der Aufruf zur Unterzeichnung sich auf die von der deutschen Sozialdemokratie auf Schloß Wyden beschlossene Streichung des gesetzlichen Weges beruft, haben die Bewohner des Dorfes Ossingen, zu dem Wyden gehört, und die also das Unge- heuer aus nächster Nähe kennengelernt haben, auch nicht eine Unterschrift zu der Verbotspetition geliefert. Die heuchlerische Befürchtung, daß der Weltkongreß zu Konflikten mir der Bevölkerung, zu einer Art Tonhallekrawall führen werde, ist nichts, als eine ziemlich unzweideutige Drohung, einen solchen Skandal in Szene zu setzen, wenn der Kongreß nicht verboten wird. Ist das Verbot gesetzlich nicht zulässig, dann muß es ans Polizei- lichen Gründen ungesetzlich erlassen werden, das ist die ultima ratio der Herren, die über die Streichung des gesetzlichen Weges seitens einer außerhalb des Gesetzes erklärten Partei zetern. Es ist die alte Geschichte vom Splitter und Balken. — Die„Züricher Post" bringt Uber den Erfolg der Petition einen Artikel, den wir glauben nicht unbeantwortet lassen zu dürfen. Das demokratische Blatt meint nämlich, an diesem relativen Erfolge seien auch besonders das„tumultarische Verfahren im sozialistischen Lager" und die jeder Rücksicht baare Sprache der„Arbeiterstimme" schuld. Wir sind wahrhaftig die letzten, die eine Kritik, komme sie, von welcher Seite sie wolle, übel nehmen, aber dieser Behauptung müssen wir doch entgegentreten, und zwar dadurch, daß wir den Spieß umdrehen und behaupten, an dem Erfolge der Petition ist ganz wesentlich— nun, wie bezeichnet man wohl am besten da« Gegentheil von Ausschreitungen— sagen wir, die B e r z a g t h e i t der„Züricher Post" Mitschuld. Das Blatt, das noch vor Jahressrist so tapfer voranschritt im Kampfe für die Volksrechte, das für Erkämpfung des Jnitiativrechts und des Banknotenmonopols sich durch keinerlei OpportunitätSgeschwätz beirren und keinen Angriff unbeantwortet ließ, ist in dieser Angelegenheit mit einer Schüchternheit und Zurückhaltung vorgegangen, die wir als grundverkehrt bezeichnen müssen. Hier war kein Abwarten, wie das Volk sich stellen werde, am Platze, sondern hier galt es, von vorneherein nicht nur energisch Stellung zu nehmen, sondern auch die Manipulationen, die Vorspiegelungen der Petitionsmacher rück- sichtslos bloszulegen. Das mit der Petitionsbewegung tc. ver- bundene Wahlmanöver machte man dadurch, daß man der Erörterung aus dem Wege ging, nicht wett, sondern förderte e». Man glaubte, sich durch ein Eintreten für die Sozialdemokratie zu komvromittir»». und da man auch nicht gegen dieselbe auftreten mochte, beschränkte man sich auf eine sehr fruchtlose Defensive, so daß die Hetzer gewonnenes Spiel hatten. Mit schöngeistigen Wendungen kann man wohl literarische Feinschmecker befriedigen, aber gegen eine so rassinirte Agitation, wie der Feldzug gegen die Versammlungsfreiheit, kommt man damit nicht aus. Da heißt es: Immer auf dem Posten! Auf das„tumultarische" Versahren und die Sprache der„Arbeiter- stimme" lassen wir uns nicht ein, da wird wohl unser Bruderorgan selbst antworten. — Gründlich b l a m i r t hat sich der„geniale Staatsmann" in der Hamburger Zollanschlußfrage. Nachdem alles Geschrei gegen die Freihafcnstellung Hamburgs nichts genutzt hat, nachdem der Reichstag mit Rücksicht aus die bevorstehenden Wahlen seine Zustimmung zu deo „sanften" Pressionsmitteln verweigert hat, versucht er nunmehr hinter dem Rücken des Reichstages mit den Hamburgern einen Pakt zu schließen, um bei den Wahlen die Opposition im Reichstag als Störenftied hin- stellen zu können. Vierzig Millionen soll dem deutschen Volke der Spaß kosten, daß Hamburg sein Freihafengebiet— nicht ausgibt, sondern nur einschränkt. Vierzig Millionen, damit Bismark nur nicht vollständig ab- bützt— na, wenn sich das deutsche Volk das ruhig gefallen läßt, dann, ja dann sollen doch gleich Vierzig Millionen Donnerwetter dreiuschlagen. —„Mehr Geld, meine Herren, mehr Geld"— das ist die Devise, mit welcher der„Geniale" jüngst aus einer parlamentarischen Schwätzerei seine großartige Sozialpolitik selbst sehr genial kennzeichnete. Mehr Geld, mehr Tabaksteuer, mehr G e tränk steuer, immer mehr Steuern auf die Bedürsnisse desVolkes, und dann soll auch tropsenweise das Volk als Staatsunterstützung einen Theil wieder zurück- bekommen— wenn es artig ist und wählt, wie Ich es will. Wer dumm ist, fällt drauf'rein. — Bravo! Die polnische Fraktion de« deutschen Reichstage« hat das Verhalten von sünf ihrer Mitglieder, die für den Antrag Wmdt- Horst betreffend die Beschränkung des Asylrechts gestimmt hatten, gewiß- billigt. Daraushin hat der Abgeordnete von Szanivcki, der die andern vier dazu veranlaßt hatte, sein Mandat niedergelegt. — Durchgesessen und durchgefressen. Mit Entzücken meldet die loyale deutsche Presse, daß Prinz Heinrich auf der General- Versammlung der„Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schissbrüchiger» das Ehrenpräsidium huldvollst übernommen habe. Der Prinz, heißt es weiter,„nahm dann den Präsidentensitz ein, wohnte dem größten Theil der Verhandlungen bei und nahm au dem darauf solgenden Frühstück Theil". Wie nett von dem Jungen!— Es muß doch jetzt eine wahre Freude sür einen guten Deutschen sein, schiffbrüchig zu werden. Es geht nun einmal in Deutschland-Nichts ohne einen Hohenzolleru- sprößling! Welches Malheur, wenn die Rasse einmal ausstirbt! — Ein höchst verdächtige« Subjekt. In Regensburg wurde bei einem politisch bisher ganz„unbescholtenen" Schriftsetzer nach verbotenen Schristen gehaussucht, weil„man" bemerkte, daß er bis in die Nacht hinein Licht in seinem Zimmer hatte und fleißig la«. Resultat: Romane aus einer Leibbibliothek! Lesen!— Nachts!— bei Licht! vielleicht gar bei Petr oleumlich tl! — das deutsche Reich wankt in seinen Fugen! — Schrecklich! In Dresden wurden am 23. Mai 16 Sozialisten polizeilich vernommen, weil sie— und nun kommt das Entsetzliche— Tag« vorher aus einem Spaziergange verbotene Lieder gesungen haben — sollen. Im deutschen Reiche ist nur noch das Bc ummen gestattet. — Die Bismarckischen Polizeisozialisten haben, wie uns von Berlin mitgetheilt wird, in der am 20. Mai stattgehabten Volksver- sammlung doch eine ganz gehörige Lektion erhallen, wenigstens der Haupt- skandaleur Schröder. Des Weitern wird uns berichtet, daß die Ber- liner Genossen noch immer tapser auf dem Posten sind und trotz der unerhörtesten Spitzelei, nach wie vor, wenn es darauf ankommt, ihre Zusammenkünfte abhalten. Was die Polizei ermittelt, erfährt sie— leider! durch die Schwatzhaftigkeit einzelner Genossen. — Am 12. Mai wurde in Hannover Genosse Sturm, der in der am 16. März stattgehabten Stöcker�Versammlung einem die Massen, die„wilde Rotte", die„rüden Gesellen", den„Mob" und„Pöbel"— also zu lesen im Hannöv. Kourier" des Herrn von Bennigsen— zurückdrängenden Wachtmeister emen Schlag ins Geficht versetzt haben sollte, zu drei Monaten Gesängniß verurtheilt. Der Wachtmeister selbst hatte Sturm nicht rekognoszirt, aber einige christlich-konservative Herren glaubten in Sturm den gefährlichen Attentäter wieder- zuerkennen, Grund genug, einen Mann mit einem so verdächtigen Namen zu verdonnern. Sturm aber stürmte durchaus nicht ins Gesängniß, sondern legte Berufung ein, da sein Anwalt in der Gerichtsverhandlung wegen Mililär-Uebungen nicht hatte erscheinen können. — Preußisches aus Sachsen. Nach mehr als süns monat- l icher Untersuchungshast find unsere Genossen Schlüter und Zum« busch in Dresden am 25. Mai wegen Verbreitung des Gedichtes„der Ausgewiesene" auf Grund von tz 131 des Reichsstrasgesetzbuches zu 8, bezw. 6 Monaten Gesängniß verurtheilt worden. Für die sünftnonat« liche Untersuchungshaft wurde ihnen— wie gnädig!— ein Monat, sage «inganzerMonatin Anrechnung gebracht, während Genosse Fromm, der freigesprochen wurde, froh sein darf, daß er für die fünf Monate Staatsquartier nicht noch extra Miethe zu zahlen hat. Der Geist der Kanaille, die sich Richter nennt, wird am besten durch die Begründung des famosen Urtheils gekennzeichnet. Es heißt da,„daß die Behauptung, es sei den Ausweisungen kein Richterspruch zu Grunde gelegt, den Glauben habe erwecken sollen, es sei ein Richterspruch zu einer Ausweisung auf Grund des Z 28 des Gesetze« vom 21. Oktober «forderlich, und von den Behörden versäumt worden, was eine wissentlich entstellte Thatsache sei.--- Der§ 131 lautet aber wörtlich: „Wer erdichtete oder entstellte Thatsachen, wissend, daß sie erdichtet oder entstellt sind, öffentlich behauptet oder verbreitet, um dadurch Staatseinrichtungen oder Anordnungen der Obrigkeit verächtlich zu machen, wird mit Gesängniß bis zu zwei Jahren bestraft." Nun merke man auf: Schlüter behauptet in einem Gedicht, den Aus- Weisungen sei kein Richterspruch zu Grunde gelegt. Ist das unwahr? Nein. Ist das entstellt? Auch nicht. Die richterliche Unterschiebung ist geradezu kindisch, sie hätte nur dann einen Sinn, wenn gesagt worden wäre, die Ausweisungen seien ungesetzlich. Von einer Unterlassung w. ist im Gedicht gar keine Rede, sondern nur von der feststehenden That- fache, daß den Ausweisungen kein Richterspruch zu Grunde gelegt sei. Die Thatsache aber, o weiser und gerechter Richter! ist allerdings geeignet, Anordnungen der Obrigkeit verächtlich zu machen. Diese Frage beantworten wir, und mit uns alle rechtlich denkenden Menschen mit einem kräftigen Ja, ja und noch emmal ja! Verachtung uud Haß der„Obrigkeit", die so infame Maßregeln er- greift, Verachtung und Haß den Richtern, die ihr dabei Handlangerdienste leisten, die ihre privilegirte Stellung dazu auszunutzen, ihrer politischen Gegner sich zu entledigen. Verachtung, Haß und Rache! — Gut geantwortet! Die gemeinnützige Gesellschaft in Zürich hat einen Preis ausgeschrieben auf die Beantwortung der Frage, ob der Staat die Pflicht habe, sich der Arbeitslosen anzunehmen.„Könnte man nicht," antwortet daraus die„Züricher Post", ebenso gut fragen, „ob der Staat die Pflicht habe, eines seiner Glieder verhungern zu lassen oder nicht?" Eine harte Nuß für die Herren von„Wasch' mir den Pelz aber mach ihn mir nicht naß!" — Gras Arnim ist gestorben. Der Mann war ebenso reaktionär als sein Gegner Bismarck, wir haben also keinen Grund, ihm nach- zuweinen. Er hat es an sich erfahren müssen, daß es noch einen Staats- gerichtshof in Berlin gibt— für Bismarck: zu fünf Jahren haben ihn die Edlen verurtheilt, weil er es gewagt hatte, Bismarck nicht blindlings zu gehorchen. Arnim war politischer Flüchtling, Roth hat er indeß natürlich nie gelitten. Seine politischen Freunde haben für das Sozia- listengesetz gestimmt, er hätte es sicher auch gethan, also kann unser Mit- leid für ihn nur ein sehr relatives sein. — Auch in Verviers(Belgien) hat eine große Protestversammlung gegen die Erhängung Hessia Helfmann's stattgefunden. Eine Adresse gegen die russische Regierung und für die Befreiung des russischen Volkes wurde einstimmig angenommen. Bravo! — Achtung! Der„Voix de l'ouvrier" wird aus Paris mit- getheilt, daß ein Herr Arthur Erchenbrecher, der sich Professor nennt, früher in Pari«, Rue de la Sorbonne 12, logirte und jetzt in Dreideii, Neugasse 36, wohnt, ein russischer Spion sei, aus dessen Veranlassung die pariser Polizei die Papiere mehrerer russischer Revolu- tlonäre mit Beschlag belegte. — In Frankreich finden augenblicklich die verschiedenen Regio« �vltongresse der sozialistischen Arbeiterpartei statt, denen der Pariser das Hauptinteresse in Anspruch nimmt. Leider nehmen auch diesmal wieder die an und für sich sehr interessanten theo« Fetischen Diskussionen ungebührlich lange Zeit in Anspruch, so daß die praktischen Fragen der Organisation, Agitation und des Kanipfes ganz bedeutend in den Hintergrund gedrängt werden. Doch ist die erfreuliche Thatsache zu konstatiren, daß dieser Uebelstand allgemein von den Dele- girten selbst empfunden und als solcher anertunnt wird, so daß man in Zukunft die Tagesordnung praktischer festsetzen wird. Der Kongreß ist von 67 Vereinen beschickt worden, zum größten Theil Fachvereine(okamdros g�nckieales), theils auch soziale Studien- und ähn liche Zirkel. Wie viel Mitglieder hinter den Delegirten stehen, ist au» den bisherigen Veröffentlichungen nicht zu ersehen. Die anarchistischen Dele- girten, welche anonym bleiben wollten, verließen den Kongreß, nachdem die Nennung ihres Namen« der Mandatsprüsungskommission gegenüber zur Bedingung ihrer Zulassung gemacht worden mar, und hielten 21 Mann hoch— nach dem„Revolte" vertreten sie 4 Bereine und die Redaktion der„Revolution soziale"— einen eigenen Kongreß ab. Ueber deu Geist, welcher aus dem Kongresse der sozialistischen Arbeiter« Partei herrscht, schreibt B. M a l o n im„ C i t o y e n d e P a r i s" unter Anderem: „Aus dem Kongreß in Havre wurde irrthümlich eine ausschließlich Utopistische Tagesordnung angenommen, aber die Pariser Delegirten haben begriffen, daß, wenn die sich nur auf diesem Gebiet bewegen, die Tis- kussionen unfruchtbar sein und nur neue Meinungsverschiedenheiten zur Folge haben würden____ Sie haben begriffen, daß die soziale Umwand- lung die nothwendige Folge einer Reihe von tiesgreifenden wirthschaft- Uchen Reformen sein wird, die der herrschenden Klasse auf revolutio- Närem oder gesetzlichem Mege, und eine organisch au« der anderen hervorgehend, abgerungen werden.", — Demonstration am Grabe der Kommunekämpfer. Am 20. Mai unterbrachen die Delegirten des Pariser Arbciter-Kongresses ihre Sitzungen und begaben sich, begleitet von gegen 500 Personen, auf den Kirchhof Pere-vacpaife, um am �ayrcsiagc oei icgicu«uuiy,c ui» Pariser Proletariats der Gefallenen am Grabe zu gedenken.' An den Gräbern hatte sich bereits eine große Anzahl Besucher ange- sammelt, so daß an der Demonstration gegen 2000 Personen theilnahmen. Ansprachen wurden gehalten von den Bürgern Frejac, Sekretär der Federativ Union, Bestetti, Labusquiöre, Corstn, dem Barri- kadenkämpser Gaillard(Namens der früheren Geächteten), einem Russen und einem Anarchisten. Letzterer drückte sich dahin aus, daß weun auch in den Debatteu des Kongresses zwischen Anarchisten und Kollektivisten Mei- nungsverschiedenheiten beständen, es dennoch ein vereinigendes Band für sie gäbe, die Achtung der für die gemeinsame Sache gefallenen Kämpfer und der Haß gegen ihre Scharfrichter. — Die Redakteure vom„Eitoyen" und„bsi Dieu ni rnaitre" sowie sämmtliche Redner des Pariser Meetings vom 22. Mai sind dem russischen Borschaster zu Liebe wegen Schmähung Alexander III. in An- klagezustand versetzt. Da gibt es wieder für die edlen bonapartistischen und opportunistischen Richter Orden zu verdienen! Unsere Genossen aber lassen sich durch die enormeu Strafen, die man über sie verhängt, nicht entmuthigen. — Tief gesunken. Der ehemalige radikale Sozialist und Ab- geordnete für Belleville, Herr Gambetta, ist nun glücklich so weit herunter- gekommen, daß ihn sogar die„Norddeutsche Allergemeinste" lobte. Freilich ist es auch ein Fressen für Bismarcks Mameluken gewesen, aus dem Munde eines angeblichen Republikaners die Worte zu vernehmen: „Glauben Sie denen nicht, welche sagen werden, daß eine große, für ihre Ehre leidenschaftlich eingenommene Armee eine Gefahr für den Frieden s ei." Da sollten wir doch gleich noch ein Dutzend neue Regimenter bewil- ligen. — Italien hat endlich wieder ein Ministerium und, wie man be- hauptet, sogar ein sehr„freisinniges". Die Verfolgungen der Sozialisten, die Konfiskationen sozialistischer Zeitungen, die Verbote von Versamm- lungen dauern fort. Das Volk schmachtet nach wie vor im tiefsten Elend, und wenn es hie und seine Stimme erhebt, kartätscht man es nach wie vor nieder und nach wie vor ernennt ein Fünftel aller er- wachsenen Männer diejenigen, die sich Italiens Volksvertreter nennen. Glückliches Italien� — Die Dinge in Irland nähern sich mehr und mehr einer Katastrophe. Der Vizekönig verlangt immer schärfere Gesetze und fordert jetzt, daß man die irische Landliga gänzlich unterdrückt. Die Gefängnisse sind aber bereits überfüllt, und der Widerstand der Landbevölkerung nimmt täglich zu, so daß weitere Zwangsgesetze nur den einen Zweck haben können, die Be- völkerung mehr nach links zu drängen, womit wir wohl einverstanden sein können. Unterdeß tritt auch die englische Landliga energisch auf den Kampf- platz, was auf die Jrländer sicher nicht entmuthigend einwirkt. Und schließlich steht's mit Gladstone's Landreform noch immer sehr wacklig, die Grundbesitzer beider Parteien im Oberhause wollen gar nicht heran. Jetzt, stolzes England freue dich, jetzt kann's dir an den Kragen gehen. Die Bourgeoisgeschwornen scheinen so etwas zu wittern, denn sonst hätten sie doch wohl Most nicht verurtheilt. — Ueber die Protestversammlung unserer Londoner Genossen finden unsere Leser einen Bericht unter dem Korrcspondenztheil unseres Blattes. Ein weiterer Bericht ist uns von einem Bürger, Namens Barber zugegangen, da derselbe aber, was das Thatsächliche anbetrifft, die Mittheilungeu unseres Londoner Freundes nur bestätigt, so sehen wir uns nicht veranlaßt, ihn noch extra abzudrucken.*) Thatsache bleibt, daß der Zweck der Versammlung vereitelt wurde— ob 65 gegen 61 Stimmen eine„erdrückende" Majorität ist, darüber wird wohl weniger Einstimmigkeit herrschen. Wir haben nur ein Gefühl über den Verlaus der Versammlung: Scham. Und das würde auch nicht verändert werden, wenn etwa unsere engeren Genossen in London die„erdrückende" Majorität von 65 gegen 61 Stimmen für sich gehabt hätten. 65 gegen 61, also zusammen 126 Stimmen! Und das in der Fünf« Millionenstadt!! Denkt a bisset nach! — Oesterreich ist von jeher das Eldorado der Polizeiseelen gewesen, und obwohl ihm Preußen-Deulschland auch auf diesem Gebiete mit äffen- artiger Geschwindigkeit nachgestürzt ist, hält Oesterreich noch immer die Konkurrenz mit ihm aus,— Haussuchungen, Verhaftungen u. s. w. sind für unsere österreichischen Genossen ebenso alltägliche Dinge, wie für unsere deutschen Genossen. Wir können daher auch hier nur von Extraschurkereien besondere Notiz nehmen. Aus Steyr schreibt man uns, daß Genosse Schnäbelt vor Kurzem verhastet und wie ein gemeiner Verbrecher nach Salzburg gebracht wurde. Außer einigen sozialistischen Schriften, heißt es weiter, die sein Privaleigenthum waren, wurde Nichts bei ihm gesunden.'Natürlich ist dies aber für die österrei- chischen Rechts-Drehknechte Anhalt genug, ein fesches H o chverraths- prozeßchen herauszupressen. Im Staate der Trinkgelder will das Tröpferl nicht hinter den Tröpfen zurückbleiben. Die Flintenmacherei blüht hier, die Schießproben„ins Blaue hinein" gehören dazu, warum soll's ein„anständiger" Staatsanwalt nicht auch mal ins Blaue probiren? — In B u d a p e st ist in einer Versammlung oppositioneller Wähler des dritten Budapester Wahlkreises der Sozialist Czillag mit großer Majorität als Kandidat für den ungarischen Reichstag aufgestellt worden. Wie die„Arbeiter-Wochen-Chronik" berichtet, sind die Aussichten sllr unfern Genossen nicht ungünstige. Zeil wärs, daß auch die Sache der Arbeiter im ungarischen Parla- mente einen Bertheidiger erhielte und Herrn Thißa aus seine dumm- dreiste Aeußerung:„Ts gibt keine soziale Frage in Ungarn" aus kom« petentem Munde eine gebührende Antwort erlheilt würde. ,'Es gibt keine soziale Frage in Ungarn." Und dabei grassirt gegen- wärtig der Flecktyphus, diese schrecklichste Form de« Typhus, die fast ausschließlich eine Folge mangelhafter Ernährung ist, in Budapest. Fast täglich werden, wie die„Arbeiter-Wochenchronik" mittheilt, aus den Ziegeleien auf den Rako« 6—10 am Flecktyphus Erkrankte in das Barackenspital gebracht, während im Rochusspitale bereits 280 meist an der gleichen Krankheit leidende Patienteu sich befinden! Aber freilich, wer wie Herr von Tißa, schließt unser Bruderorgan,„in Palästen oder palastähnlichcn Häusern wohnt und nur die glänzende Außenseite der Hauptstadt kennt, der weiß allerdings nichts von dem herrschenden Elende und ruft dann:„Es gibt keine soziale Frage in Ungarn!" Mit dem vcichtwissen möchten wir uns doch nicht einverstanden er- klären, die Herren wissen gewöhnlich besser wie andere Leute, wo das Uebel sitzt, allein sie wollen nicht zugestehen, daß sie es wissen. — Preußisches aus Bulgarien. Der Battenberger hat aus allerhöchsten Befehl seinen„jeliebten Unterthanen" gezeigt, was ein preußischer Jardelieutenant besagt. Belagerungszustand in Rustschuck, Widdin, Tirnowa und Sofia, siebenjährige Diktatur, Bulgaren, was wollt Ihr noch mehr! *) Kurz vor Redaktionsschluß geht uns noch ein dritter, sehr aussühr- licher Bericht eines„unparteiischen" Zuhörers zu, den wir gleichfalls nicht aufnehmen können. das, was wir bereits anläßlich der ersten Nachrichten über die Inden- revolten voraussagten, daß das Volk nämlich nicht bei den Juden Halt machen werde. Schon ist, wie dem„Standard" aus Wien gemeldet wird, der Landsitz des russischen Generals Fürst Lubomirsky in Kasso- watz(Kleinrußland) von Landleuten gestürmt uud das Gebäude vollstän« big zerstört worden. Allgemein befürchtet man, heißt es weiter, daß die Judenverfolgung früher oder später in einen Krieg gegen die Landeigen- thümer ausarten werde. Aehnliche Nachrichten empfangen die Wiener Zeitungen aus Rußland — brieflich, denn die russische Regierung läßt Telegramme über die Bauernrevolten nicht mehr befördern. Das wird ihr aber wenig nützen. Ist die Flamme einmal entsacht, dann frißt fie auch iveiter um sich— ohne Zeitungen, ohne Flugblätter. Beides hatten auch die französischen Bauern nicht, als sie sich erhoben unter dem Schlachtrufe: Friede den Hütten, Krieg den Palästen! — Aus Amerika wird ein glänzender Sieg der New- Dorker Bäckergehülfen über ihre Prinzipale gemeldet. Dem mannhaften Zusammenstehen von mehr als 5000 Bäckergehülsen ist es gelungen, der schmachvollen Ausbeutung, die gerade in diesem Gewerbe sich von jeher eingenistet hat, ein Ende zu machen. Die Forderungen der Arbeiter lauteten: „1. Die tägliche Arbeitszeit darf nicht mehr als zwölf Stunden betragen. 2. Die Arbeitswoche darf nicht mehr als sechs Arbeitstage betragen, und 3. Kein Arbeiter im Bäckergewerke darf bei dem Arbeitgeber w ohnen, noch sich beköstigen lassen, s e lb st nicht gegen Bezahlung dafür." Und unter den Bestimmungen zur Durchführung dieser Forderungen heißt es: „§ 1. Keinem Bäckergehülfen ist es gestattet, Ueberzeit zu arbeiten, auch nicht gegen E x t r a b ez a h lu n g." Da sieht man wieder die Tyrannei der Sozialdemokraten, heulte die gesammte Kapitalistenfippschast, wie sie die persönliche Freiheit vernichtet. Nicht einmal gegen Bezahlung soll der Gehülfe beim Meister wohnen dürfen, nicht einmal gegen Extrabezahlung so lange arbeiten dürfen als, er will. Ist das erhört? Die Arbeiter aber haben sich durch das Geschwätz nicht beirren lassen, sie wußten, daß wenn man nicht einen energischen Riegel vorschiebt, die Herren immer wieder Mittel ausfindig machen, die alte Tyrannei, die maßloseste Ausbeutung einzuschmuggeln, und darum haben sie durch Punkt 3 ihrer Forderungen den Herren die Sache so viel als möglich erschwert. „Wohl kaum," schreibt unser Bruderorgan, die„New-Dorker Volks- zeitung", ist in der Geschichte der Arbeiterbewegung ein Arbeiterausstand zu verzeichnen gewesen, der mit mehr Geschick, mit systematischerer Leitung und mit größerer Begeisterung unternommen wurde, als der von den Bäckergehülfen veranstaltete. Seit Monaten wurde derselbe in offenster Weise vorbereitet und mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgten die ge- sammten Arbeiter New-Dork's und de« ganzen Landes die Rüstungen zu diesem Kampfe." Uud im weiteren Verlauf schildert unser Bruderorgan, wie am 2. Mai, präcise 6 Uhr Morgens, die Bäcker von New-Uork, Newark, Brooklyn, Jersey City und den umliegenden Orten die Arbeit niederlegten und sich nach den Hauptquartieren ihrer resp. Sektionen begaben. Von dort be- wegtcn sich die daselbst formirten Züge unter den Klängen der Musik nach Irving Hall. Kaum waren die ersten Sektionen daselbst angelangt, so stand zu befürchten, daß die Säle von Irving Hall die Menschenmassen nicht zu fassen vermöchten. Doch zum Glück verspäteten sich einige der Brook- lyner Sektionen und dadurch wurde es möglich, daß mit der Ausstellung des Zuges gewartet werden konnte, was andernfalls sofort hätte geschehen müssen, um Platz in den Sälen zu schaffen. Nach mehreren Ansprachen formirte sich unter den Klängen der Mar- seillaise der Zug, an welchem etwa 6—7000 Menschen theilgenommen haben. „Nahezu in allen Straßen, hauptsächlich aber i» solchen, wo Fabriken sich befinden, wurde der Zug mit begeistertem Jubel begrüßt. Hauptsächlich als derselbe die Bowery passirte, waren die Fenster der Zigarren- und anderen Fabriken von Arbeitern und Arbeiterinnen besetzt, welche die vorüberziehenden Bäcker mit Jubelrusen und Schwenken der Taschentücher begrüßten. Als der Zug die Office der„N.?). Volkszeitung" passirte, begann eine jede der im Zuge sich befindlichen Musikkapellen die Marseillaise zu spielen und die Bäcker gaben ihrer Be- geisterung für die„R. 9). Volkszeitung" durch Hüteschwenken und be- geisterte Hurrahrufe Ausdruck. „Als der Zug nach Irving Hall zurückkehrte, lagen schon zahlreiche Zu- schristen von Bäckermeistern vor, welche die Bedingungen der Arbeiter akzeptirten und wünschten, daß ihre Arbeiter zurückkehrten. Um 3 Uhr langten bereits Gesuche von den koalirten Meistern ein, die sich erst ge- brüstet hatten, die andern Meister mit„Scabs"(Bezeichnung für Nicht- streiker) zu unterstützen, und als schließlich die Nachricht eintraf, daß sich die Prinzipale, die in Bethoven Hall versammelt waren, geprügelt hatten, da kannte der Jubel und die Begeisterung keine Grenzen, die Schlacht war gewonnen!" Von Nah und Fern, von Baltimore, Philadelphia, New-Orleans, Chicago u. s. w., ja sogar von San Franziska liefen Beglückwünschungs- und Ermuthigungstelegramme ein. Es war in Wahrheit ein glänzender Triumpf der Solidarität der Arbeiter. Noch von anderen Streiks und Ausständen berichten uns die ameri- kanischen Zeitungen, leider nicht immer mit glücklichem Ausgange für die Arbeiter. Den Streik der Bäcker aber glauben wir besonders her- heben zu müssen, denn er betrifft eine Branche, deren Angehörige aus dem Kontinente die Macht der Organisation noch immer nicht begreifen wollen. — 39 beim Pegerausstand auf St. Croix im Jahre 1878 betheiligte „Auf rühr er"(darunter 5 Frauen) sind jüngst in letzter Instanz vom Kopenhagener Höchstengericht zum Tode verurtheilt worden. Nun wird den armen Schwarzen wohl klar werden, daß sie sich gegen die humanen und christlichen Europäer bitter versündigt haben. O. Ihr Pharisäer! — Sozialistische Presse. Von Wien uud von Brünn meldet man uns die Gründung neuer Arbeiterblätter. In Marseille erscheint vom 1. Juni ab:„I-'aetion sooiale"; in Livorno sind die ersten Nummern von„Lewxre avanti"(Immer vorwärts), in Jmola die de«„�.ranti", in Cesena die des„Catilina" erschienen, sämmt- lich drei letztgenannten Zeitungen sind sofort mit Beschlag belegt worden. — Harald Brix, der langjährige Vorkämpfer der dänischen Sozial- demokratie, der zehn Jahre hindurch fast ununterbrochen in dänischen Gefängnissen sür seine Ideen büßen mußte, ist am 27. Mai den Folgen der brutalen Behandlung, der er in dem dänischen Zuchthause aus- gesetzt war, erlegen. Wie unsere Leser sich erinnern werden, war Brix in der letzten Zeit mit einem großen Theil der Kopenhagener Sozialisten zerfallen. Wir haben es vermieden, einseitig ein Urtheil zu fällen, inwieweit Brix Recht, oder Unrecht hatte, der Mann trug den Todeskeim schon in sich, als er Ende vorigen Jahres den Kerker verließ; und wie alle Schwind» süchtigen mag er eben seine Leidenschaftlichkeit nicht shaben bemeistern können. Wie dem aber auch sei, Brix ist als Märtyrer für die Sache der Sozialdemokratie in der Bliithe seiner Jahre gestorben, ein Opfer in- famer politischer Verfolgungen, das wollen und dllrfen wir nicht vergessen. Ehre deshalb seinem Andenken! Korrespondenzen. � Breslau, 23. Mai. Am 22. Mai, dem Todestage unseres braven Genossen R e i n d e r s, besuchten die hiesigen Sozialisten den Friedhof, aus welchem Reinders bestattet ist. Doch siehe da, auch die Polizei hatte sich den Todestag gemerkt und bestand darauf, daß aus den Kränzen, welche aus das Grab niedergelegt wurden, die zufällig darin befindlichen rothen Blumen entfernt werden. Die Hochlöbliche erklärte in ihrer uner- gründlichen Weisheit, daß das Niederlegen von Kränzen mit rothen Blumen eine Demonstration sei, welche sie nicht dulden dürfe. O, ihr habt ja s o Recht, dachten wir und gingen aus den nebenan liegenden jüdischen Kirchhof, Lassalle's Grab zu besuchen, allwohin uns die Polizei liebevoll begleitete. Hier in Breslau will die Wahlbewegung noch gar nicht in Fluß kom- men, mit Ausnahme des unter konservativer Flagge segelnden„Vereins zum Schutze des Handwerks" gibt keine Partei ein Lebenszeichen von sich. Genannter Verein rekrutirt sich vornehmlich aus hiesigen Hand- Werkerkreisen, welche früher immer sortschrittlich gewählt haben. Einer der Führer dieser„Kulturkämpser" ist ein Herr Maximilian Ger- l i ch, welcher trotz seiner Jugend— er wird kaum majorenn sein— sich schon zweimal gehäutet hat. Der Edle war früher Sozialdemokrat . und schimpfte weidlich auf die Pfaffen, worauf er bei dem hiesigen Organ der Zentrumspartei als Hilssredakteur angestellt, auf seine alten Freunde schimpfte, welche sein Talent verkannt halten, indeß schließlich auch aus dieser Stellung wegen Unfähigkeit entlassen wurde. Jetzt arbeitet er an einem konservativen Blatte als Redakteur, schimpft auf uns, das Zentrum und den Fortschritt, was ihn aber durchaus nicht hindern wird, dermal- einst Fortschrittler zu werden, wenn diese ihn an einem Blatte anstellen und ihm mehr Sold geben, als er jetzt bekommt. Aus dem Jüngling kann noch etwas werden, es geht doch nichts über Gesinnungstüchtigkeit! Der Wahlkampf wird in Breslau ein sehr heißer werden, denn es werden bestimmt vier, wenn nicht 5 Parteien hier auftreten. Sind die hiesigen Genossen aus dem Plane, daß wir in die Stichwahl kommen, denn ohne die geht es bei uns einmal nicht, so können wir jetzt schon mit B e st i m m t h e i t darauf rechnen, daß uns die beiden Breslauer Mandate zufallen. Wenn ich hier vielleicht etwas zu zuversichtlich spreche, so thue ich eS in der Voraussetzung, daß die hiesigen Genossen ihre Schuldigkeit auch ferner und jetzt erst recht im vollsten Maße thun wer- den. Es ist aber nothwendig, daß jetzt schon fleißig Geld gesammelt werde. Ohne Opser kein Sieg. Zeigen wir, daß in der Metro- tropole des Ostens der Sozialismus keine Rück- schrittegemacht! Finke. — AuS der Niederlausitz, 26. April. Ich schloß meinen letzten Bericht mit der Bemerkung, daß über die Schristenverbreitung in Sarau die kuriosesten Gerüchte herrschten, ich aber nicht in der Lage sei, Ge- naueres darüber zu berichten.— Die Bestürzung war so groß, daß man den wunderbarsten Kombinationen Glauben schenkte, von denen hier nur eine erwähnt sei. Ein reicher Leinwandsabrikant hatte am Abend vor der Verbreitung zwei elegant gekleidete Herren aus der Promenade beobachtet, welche sich— natürlich heimlich!— in englischer Sprache unter- hielten. Schnell waren die dortigen Lokalblätter bei der Hand, den heim- lichen Engländern die Verbreitung der Schriften anzudichten und sie mit der Clique Most und Genoffen in Verbindung zu bringen. Es wurde sofort Alles in Bewegung gesetzt, um der Engländer habhast zu werden, bis e» sich ergab, daß die auf dem Sprembergcr Bahnhof Verhafteten (vergl in. vor. Bericht! Niemand Anderes waren als die Gesuchten.- Ein paar Tage später meldeten hiesige Zeitungen bereits, daß der Verbreiter in dem hier verhafteten Webergesellen Friedrich erkannt sei. In beiden Fällen aber hatten sich die Sicherheitsorgane blamirt. Die in Sprembcrg Verhafteten sind ein paar herumziehende Individuen, welche aus Requisition irgend einer Behörde verhastet wurden, der Webergeselle Friedrich hingegen hat sich, wie mir au» zuverlässiger Quelle berichtet wird, eine Unehrlichkeit zu Schulden kommen lassen und wurde in Folge deffen verhaftet. Die„Görlitzer Nachrichten" wußten aber sogar bestimmt zu melden, daß die in S P r e m b e r g Verhafteten von der Zürcher Feldpost seien, und daß man noch zwei große Ballen Schriften bei ihnen beschlag- nahmt hätte.—„Doch mit des Geschickes Mächten ist kein ewiger Bund zu flechten",— noch war man an der besten Arbeit, den Verbreitern ans die Spur zu kommen, da zog abskmals ein furchtbares Gewitter in der Richtung von Sprembcrg am Horizonte heraus und verheerte die Stadt und Umgegend in der Nacht vom 10. zum 11. April in einer schrecken- erregenden Weise— es war wiederum das„abscheuliche- Flugblatt „Die Herrschaft der Verbrecher". Am 11. April, früh 6 Uhr, gingen die Spremberger Polizeibeamten von Haus zu Haus und holten die Flug- blätter von den Bürgern wieder ab, d. h. wo sich solche noch vorfanden oder besser, wo man sie ihnen gab. In Forst hat sich die Polizei mit dem dortigen Postamt in Verbindung gesetzt, um die Sozialistenhatz ge- meinsam zu betreiben. Ein dortiger Einwohner sandle dieser Tage eine Kiste mit Werthangabe von 30 Mark per Post an seine Verwandten in Crossen a./Oder. Diese Kiste wurde angehalten, bei dem Empfänger Haussuchung abgehalten und die Kiste geöffnet. Sic enthielt zwar nicht Schriften, aber— ein Frauenkleid. Da der Betreffende nie zu unsererer Partei gehörte, so wußte sich Niemand die polizeiliche Maßregel zu erklären, indeß sollte das Räthsel bald gelöst sein! Der vor mehreren Monaten von hier abgereiste Sohn des hiesigen Gerbermeisters Liersch, welcher in den Prozeß wider Zisvwsky und Genossen verwickelt ist, hat mit der Tochter des Absenders der Kiste ein Liebesverhältniß, was lag also näher, als auch diesen auszuspioniren. Ja, ehrsamer Bürgersmann, schon die Bekanntschaft mit einem„umstürz- lerischer Bestrebungen" Verdächtigen macht dich zu einem„staatsgefährlichen" Subjekte. Haussuchungen fanden noch statt: in Sprembcrg eine und in Sorau zwei. In leygenanntem Orte erschienen bei dem dortigen Schneidermeister Schwager fünf Mann, von denen vier in die Wohnung eindran- gen und einer im Hausflur Posta fassen mußte. Es wurden ein paar Einzelnummern des„Sozialdemokrat" ergattert, desgleichen in Sprem- berg. In letzrerem Orte find den ftüher Gehaussuchten sämmtliche beschlagnahmten Schriften und Zeitungen wieder ausgehändigt worden. Zum Schluß will ich noch der Schuftigkeit eines Arbeitgebers in Sorau gedenken. Bei einer Haussuchung, welche bei einem dortigen Genossen vorgenommen wurde, halfen auch der Direktor und Buchhalter der Fabrik, in der unser Genosse in Arbeit stand, mitsuchen, um sich selbst von der Schuld zu überzeugen, damit sie den Verbrecher sofort entlassen könnten. Gegen ein solches Vorgehen läßt sich von Seiten de« Arbeiters wenig thun, weil seine Existenz hierbei in Frage steht. Aber eine um so bodenlosere Gemeinheit ist es von den Herren, die sich nicht damit begnügen, uns zu schinden, wo sie nur können, sondern uns auch geistig zu knechten suchen.» Die Genossen der Niederlaufitz aber mögen so fortfahren wie bisher, sich durch solche schamlose Maßregeln nicht beirren lassen, sondern that- kräftig fortarbeiten für die geistige und ökonomische Befreiung der Menschheit!» Lausitzer Rothhaut. — LandShut(Niederbayern), 16. Mai. Auch in unserm Städtchen stellt die Polizei Versuche an, den Sozialisten möglichst auf die Fersen zu treten, es will ihr aber nicht recht gelingen. Die erste Veranlassung gab ihr eine Flugschristen-Berbreitung(„An das deutsche Volk"); auch daß das Parteiorgan hier in mehreren Exemplaren abonnirt ist, will der Hochlöblichen gar nicht recht gefallen. Sie entschloß sich nun sofort zu einer Massenhaussuchung, bei welcher ziemlich viel Schriften gesunden wurden; denn auf einen solchen Polizei- witz waren die hiesigen Genoffen nicht vorbereitet, hat sich doch seit Be- stehen Landshut's dergleichen hier noch nicht ereignet. Verhaftungen fanden dis jetzt noch keine statt, wohl aber wurde gegen fünf Mann Anklage erhoben, bald daraus indeß wegen Mangel an Beweisen wieder fallen gelassen. Die hiesige Polizei kann eben nur halbverhungerte Bettler, nicht aber gewandte Sozialisten abfangen. Noch während sich die beiden Herren Staatsanwälte mit dem Ordnen der beschlagnahmten Papiere und mit dem Strafversahrungsprojekt be- schäftigten, spielten ihnen die ruchlosen Gesellen bereits einen neuen Streich. Es wurde in einem nahen Dorfe/ in dem stark von Landleuten besetz- ten Wirthshause die Flugschrift:„Keine Schmarotzer mehr" laut verlesen und dann den Bauern, welche gerade beim Steuerzahlen versammelt waren, in die Taschen gesteckt. Nun mußten Polizei und Gendarmen ihre Schnüffelinstrumente wieder in Bewegung setzen, und es gelang der„Gescheidien" denn auch, den Bösewicht in der Gestalt eines Schusters auszukundschaften, und gegen denselben zum zweiten Male Anklage zu erheben. Während sie aber nach Zeugen und Beweisen fahndete, entwischte ihr der richtige Verbrecher und sie hatte das Nachsehen. Schließlich möchte ich der klugen Polizei in Landshut noch den guten Rath geben, sich mehr des Lesens und Schreibens zu befleißigen, um bei allenfalls wieder vorkommenden Haussuchunzen nicht wieder Schul- hefte kleiner Kinder, Tauf-, Impf- und Pfandscheine mitzunehmen. Sozialisten wollet Ihr fangen, aber den Kassendieb, der seinerzeit die S000 Gulden stahl, konntet Ihr trotz Prämie(sie!) nicht finden und entdecken.— Es ließe sich noch manches über die hiesigen Verhältnisse mittheilen, aber wir wollen den kostbaren Raum unseres Parteiorgans nicht unge- bührlich in Anspruch nehmen. Die hiesigen Sozialisten stehen fest zur Fahne, zu der sie geschworen, das mögen sich unsere Staatsrettcr gesagt sein lassen., — Genf Roch eilt Studenten stück! Die Gesinnungslosigkeit der deutschen Studenten ist bekannt genug; der Bubenstreich von Tübingen, die Berner Petition ic. haben längst gezeigt, auf welcher Seite einst die akademische Jugend Deutschlands stehen wird. Doch heute gebührt das saubere Lob den Herren Deutschen nicht mehr allein— auch das französische Element scheint davon angesteckt zu sein.— So hat sich letzter Tage hier, im radikalen Genf,— man spitze nur das Ohr! — ja in Genf, ein solches Stückchen abgespielt. Es ist bekannt, daß bei dem letzten Plakat gegen H. Helsmanns Ermordung auch ein„Cercle d'ötudes sociales"(„sozialer Studienzirkel") mitunterzeichnete. Der Cercle war damit zur geringen Erbauung mancher edlen Genfer, und zumnachahmenswer t h enBeispielfür die freisinnigen Elemente anderer Universitäten!, trotz der schwierigen Verhältnisse in die Oeffentlichkeit getreten; schon das rief die entsetzte Prolestaktion unserer Studentenschast im„Journal de Geneve" hervor. Der„Oerels" hat aber das Recht, so gut wie jede andere akademische Gesellschaft zu existiren, und er erwidert also jenen Protest auch seiner- seits, im gleichen Blatt, auf hö'liche, aber gehörige Weise.— Seit dieser Zeit ergötzte sich nun unsere Studentenschaft damit(zu ihrer Ehre durchaus nicht die gesammte; und zwar relativ wohl mehr der deutsche als der romanische Theil derselben!» jede Asfiche des„Oerels d'etuäes sociales" am schwarzen Brett auf bubenhafte Weise zu beschmieren oder herabzureißen— u. a. wurde, irre ich nicht, an einem Tage mehr als sechsmal dieselbe Asstche des„Oerels" heruntergerissen. Auf das sehr energische Verlangen des Aecretärs der Gesellschaft, Herrn stuck, zur. Brenne Bertoni, eines Schweizerb 11 rgers, hin, wurde nun offiziell von der betr. Behörde verordnet— man staune!— zum Schutz gegen die Büberei der Herren Genfer Studenten, das schwarze Brett unter Glas und Rahmen zu setzen, und heute ist also— horribile dictu— das schwarze Brett der Universität Genf, a I s das einzige in Europa, unter Glas und Rahmen! So geschehen in Republik und Kanton Genf, im Monat Mai des Jahres des Heils 1881! llustinus. —- London, 24. Mai. Dem Beispiel unserer Genossen auf dem Kontinente folgend, hatte unser Klub für gestern Abend ein Public Meeting im neuen Klubhause einberufen, in welchem gegen die Hinrich- wng und die bestialische Behandlung der unglücklichen Jessie Helfmann protestirt werden sollte. Zugleich sollte ein Protest gegen den Prozeß Most und da« willkürliche und niederträchtige Verfahren des Sir William Harcourt vom Stapel gelassen werden. Die Versammlung war sehr gut besucht, unsere Leute aber leider— eine nicht genug zu rügende Nachlässigkeit— nicht alle auf ihrem Posten; dagegen marschirte die ganze sozialrevolutionäre Streitmacht Londons, 65 Mann stark, auf, darunter ungefähr 30 ein buntes Gemisch von Fran- zosen, Russen, Italienern und einigen Engländern, der Rest Deutsche. Daß diese Leute die Absicht hätten, in einer zu Gunsten Mösts tagen- den Versammlung Skandal zu machen, daran dachte Niemand, und man unterließ daher die gewöhnlichsten Vorsichtsmaßregeln, die Aufstellung von Ordnern, um eventuelle Skandalmachcr hinauszubugsiren ic. Doch wir hatten die Leute für zu anständig gehalten, und dieser Fehler sollte sich rächen. Die Stimmenzahl der beiden Parteien war ungefähr gleich— auf jeder Seite 60 und etliche Stimmen, der Rest bestand aus Indifferenten, der bald hier bald dort, meist gar nicht stimmte. Dieß zeigte sich schon bei der Büreauwahl. Genosse Kaufmann wurde mit 65 gegen 61 Stimmen zum ersten, ein„Sozialrevolutionär" mit 63 gegen 61 zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Von Seite der Einberufer sprachen Rackow und Daubenspeck deutsch, Jung englisch, Kaufmann französisch. Von Seite der Anarchisten sprach eine ganze Heerschaar. Wäre es den Anarchisten wirklich darum zu thun gewesen, aus die öffentliche Meinung zu Gunsten Most's einzuwirken, so hätten sie die Resolution von Brgr. Rackow akzeptiren müssen, welche die Einleitung des Prozesses gegen Most als einen Willkürakt brandmarkte, die KonfiS- kation der„Freiheit" und Beschlagnahme ihres Inventars für einen Verfassungsbruch erklärte und die Niederträchtigkeit des Herrn Harcourt in scharfen Worten geißelte. Statt dessen brachten die Herren eine eigene Resolution konfusesten Inhaltes ein, in welcher gegen die Hinrichtung der Jessie Helfmann und die Verhaftung Most's vom sozialrevolntio- nären Standpunkte aus protestirt wurde. Diese Resolution war natür- lich für uns unannehmbar; die Herren Anarchisten mußten wissen, daß dieselbe höchstens mit einer Majorität von 2 oder 3 Stimmen durch- gedrückt werden konnte, und doch wäre es im Interesse Most's gewesen, daß ver Protest einllimmig erhoben wurde. Sie mußten ferner wissen, daß die Resolution Rackows, für das englische Publikum berechnet, Eindruck aus dasselbe machen würde, während ein Protest vom sozialrevolutionären Standpunkt ganz wirkungslos bleiben mußte: war es den Herren wirklich um Most zu thun, dann mußten sie die Resolution Rackow's annehmen. Aber nicht um gegen die Hinrichtung der Helfmann oder den Prozeß Most zu protestiren, waren sie gekommen, sondern um Skandal zu machen; und es ist ihnen gelungen. Nicht gegen Harcourt, der von den Herren kaum erwähnt und sehr glimpflich behandelt wurde, nicht gegen den russischen Zaren richteten sich ihre Hanptangriffe, son5ern gegen unsere Genossen in Teutschland, die täglich dem Feinde Auge in Auge gegenüberstehen. Daß wir die Angriffe zurückwiesen und den Herren gehörig heimleuchteten, ist natürlich, und ebenso natürlich ist es, daß die Herren, wenn ihnen die Beweise ausgingen, alle möglichen unartikulirten Töne zum Besten gaben. Immer erhitzter wurden die Gemüther, immer unruhiger die Persammlung unk bei der Abstimmung über die Resolutionen, bei der wir 61 Stimmen hatten, indeß sie 65 gehabt haben dürften, wurde schließlich der Skandal grenzenlos. Bon unserer Seite wurde nämlich konstatirt, daß verschiedene Rose Streetlcr, die wohl einen Ueberfluß von Händen haben, zwei statt einer aufgehoben hätten, darob Protest-Getümmel und schließlich tumultuarische Auflösung der Versammlung ohne Resultat. Heute großer Siegesrausch in Rose Street. Ja, sie haben gesiegt, und sie sind stolz auf diesen Sieg; sie sind stolz darauf, daß es der ganzen internationalen anarchistischen Revoluttonsarmee Londons gelungen ist, durch Ueberraschung eine Majorität von einer Handvoll Stimmen über die hier oqganisirten deutschen Sozialdemokraten aufzuzutteiben und sie sind stolz daraus, daß sie eine Versammlung gesprengt haben, die auf die öffentliche Meinung zu Gunsten Most's wirken sollte. Ich glaube, mit dieser Konstatirung können wir von jeder weiteren Polemik mit den Herren absehen. Eine Partei, welche die Erkennwiß und Verbreitung der Wahrheit in mühevoller, ehrlicher Arbeit zu fördern be- strebt ist, hat keine Zeit, zu dem nutzlosen Versuche, einige Krakehler um jeden Preis von der Ehrlichkeit und Richtigkeit ihre» Strebens zu über- zeugen. Niemals hat sich uns dieß so sehr aufgedrängt, als gestern, wo Rose Street selbst ein gemeinsames Auftreten mit uns zu Gunsten Most's höhnisch zurückgewiesen hat. A— eü.\ Briefkasten der Redaktion:-o-: Besten Dank für freundlichen Bericht. Waren aber wie Sie sehen, schon von anderer Seite und zwar in Ihrem Sinne berichtet. In solchen Dingen hört selbstverständlich— wird e« Einem auch noch so schwer gemacht— jeder interne Streit auf. Er- freuen Sie uns doch gelegentlich mit Mittheilungen über die dortige Arbeiterbewegung.— P P Steuermann: Die Vorwürfe sind zum größten Theil ungerecht. Die Genossen sollen doch nicht vergessen, daß der Sozialdemokrat kein Neuigkeitsblatt ist und sein kann. Die Nummer, die das Datum des Sonntags trägt, wird schon am Dienstag oder Mittwoch gedruckt, rechnet die Verzögerung beim Transport hinzu und Ihr werdet einsehen, daß es unmöglich ist, neue Nachrichten zu bringen, die nicht auch in anderen Blättern stehen. Wie sorgfältig wir das zu vermeiden suchen, dafür ein Beispiel: Als nach dem Petersburger Attentat die Proklamationen des Exekutivkomites erschienen, machte sich ein Genosse, dem sie auch zugegangen waren, die Mühe, sie für den „Sozialdemokrat" ins Deutsche zu übertragen; eben sollten sie in Druck gehen, als wir erfuhren, daß die„Köln. Zeitung" sie schon veröffentlicht habe, und daraufhin sofort den Abdruck unterließen. Nicht immer aber ist das noch möglich. Außerdem sind an vielen Orten die Genossen, und s. z. B. besonders auch in Berlin, der Ansicht, wir könnten die Vorgänge, die sich bei ihnen abspielen, riechen; da das nun leider nicht der Fall ist, so sind wir häufig gezwungen, uns aus gegnerischen Blättern durch Vergleichen zu informiren. Es ist das zwar keine sehr angenehme, aber dafür sehr zeitraubende Arbeit, darauf könnt Ihr Euch Verlagen. Also thut Ihr nur Eure Pflicht, es soll an uns nicht fehlen. — Rackow: Berichtigung kam zu spät für diese Nummer, folgt in nächster. Besten Gruß! der Expedition: Sommerschwalbe i. Gbge: Mit 22 Alles aus- geflogen. Weiteres erwartet.— ff Steuermann: Bf. v. 26. u. 30/5. am 30. bcantw. Wünsche an bek. Lieferanten sofort gemeldet.— Trz. Paris: Fr.—.90 für Einzelverk. erh. Anfrage bei— e betras mehr die Schfff'dg. v. 21./12. 80, welche für Weihnachten bestellt und geliefert wurde. Altes von Brffl. vermerkt.— Ff. a. M.: Mk. 20.— Schft. erh. Alles vorgem. Bfl. am 31./5. mehr.— I. I.: Brf. v. 28./5. 1 kostet 50 Cts. Strasporio. Trug nur I n l a n d s srankatur. N. W. ab- I ges. Petzl. später. Korresp. eingetr. Dank u. Gruß!— Redhat: Mk.■ 93.30 nach Borschr. verwendet. Brfl. am 30./5. mehr. Alles vorgem. Auszüge folgen, auch 1500 Lebenswecker f. M.— Russ. Grenze 6: Muß stimmen, also nochmals angesetzt. Bf. v. 23. bringt Licht.— -f H-f Himmel———: Sauber gehaltenes gewöhnliches Handwerks- zeug ist„Moltkes Genie".— v. Bismarck: Bf. v. 27. am 30./5. er« wiedert. Ersatz eingestellt. Stimmt.— Rtzsche: N.-D.: Fr. 51. 80 am 28./5. eingetr. P.-K. vom 29. am 31.'beantw.— Liebig: Alles ver- glichen. Richtig. Nachr. sof. erwiedert.— Leberkl. u. Sauerkr.: Bf. v. 24. am 30./5. briefi. erl.— O. H. Rdn.: Mk. 5.50 Ab. 4 Mte. dir. erh.- W. W. Lond: Fr. 2.50 Ab. 2. Qu. erh.— K. Lhr. S.: Fr. 5.— erh., wovon Fr. 1.75 dankend für Agitfds.— I. Uhu: Mk. 50.— ä Cto. Ab. erh. u. für Onkel Mk. 25.— Weiteres besorgt. — Reinecke L.: Ersatz u. Schlüssel auf Bs. v. 30/5. direkt am 1./6. gesandt. Mitthlg. benützt. Dank!— Alfons: ö. fl.—.25 kr. Schf. erh. — Dr. W. A.: Mk. 1.30 s. Schft. u. Phot. erh. Sdg. direkt erfolgt.— Schuhmann, Cincin: Karten haben stch gekreuzt. Ab Nr. 23 Sdg. an Th. eingestellt. Nota stehe unsre P.K. v. 25/5.—-- h: Bf. vom 29/5. erh. Briest, am 16. mehr.— Schnürung: Bf. v. 28/5. erh. Alles be- merkt. Dank u. Gruß!— Feuerrüpel: Bf. v. 30/5. erh. Antw. am 2/6. brieflich.— Durch die Expedition des„Sozialdemokrat" und die Volksbuchhand- lung in Hottingen-Zürich ist zu beziehen: Die soziale Baukunst oder Krijude und Wittel fiir den Lmltllri und Witderanfban der gesellschaftlichen Verhältnisse. Bon .1.'.Alois Petzler. Diese« für das Studium und die Lösung der sozialen Frage wichttge I Werk wird im Verlage der Volksbuchhandlung zu Hottingen-Zürich, so- I wohl in Einzellieferungen als auch gebunden in zwei Bänden erscheinen. I Preis: 50 Cts. das Hest. Der erste Band(mit dem Bildniß des Berfassets) ist erschienen. 1 Preis des ersten Bande», 13 Hefte, brochirt Fr. 4.— ———— in Halbleinwand gebunden— 5.— ————— Ganzleinwand—— 5. 50 Der Reinertrag ist für die Opfer deS Sozialisten» I gesetzeS bestimmt. Verlag deS„Sozialdemokrat" A. Herl er, Jndustriehalle. Abonnements aut den„Sozialdemokrat" werden ausser beim Verlag und dessen bekannten Agenten— so-' wohl auf einzelne Monate als ganze Quartale— jederzeit entgegen- j genommen bei folgenden Filialen: Zürich Volksbuchhandlung, Casinostrasse 3, Hottingen. GCIlf kh. Becker, Pre- l'Eveque 35. Basel dl. Fritzenschaft, Deutscher Verein. Kopenhagen N Georg Sossmanu, Kirsgade 31, 3. 8. Antwerpen kh. Coenen, 6 Meistraat. Geilt Basse, St. Lievenstraat 163. P. IM"! cool Bertrand, librairie, Rue du progres. 1)1 II., 1 g Görler, 15, rue des trois tdtes. VerviPTN � Elias, Buchhandlung, 136 rue Spintay. ' Charles Picreaux, 20 nie Luxembourg, Andrimont. Commnnist. Arb.-Bild.-Verein, 49 Tottenham Street, t Ami An Tottenham Court. Road,"VV. ' III I B. Breul, 54 Polandt Street- Oxford Street. H. Rackow, 33 Nicola« Street Hoxton. F. Jonscher, 283 E. Houston Street. Almr-VArlr B. Nitzsche, 548, 9. Avenue, City. ilcn'lUlh. jos Strauss, 356 East. 19 Street. Peter Knauer, 22 Churchstr. Room 26. Emil Klassig, 603 E, 9. Street, City. ClllCagO»III. A. Lanfermann, 74 Clybom Avenue. Cincinnati, 0» C- Schumann, 16 Mercer Street! St, LOlliS Mo, Gebr. Herminghans, 1805 Franklin Avenue. Terlag des„Sozialdemokrat" A. Herter, Industriehalle Riesbach. Schweiz. SJereinlbudbbturferet Hottingen-Zürich.