:/rIchet«N � � a � � Avoaaemeats Verden nur beim Verlag und dessen bekannten Agenten ent- gegengenommen und zwar zum vorauS zahlbare« »öchentlich einmal Zürich lSchweiz) Verlag M. Harter, Hottiiigcn-Zurich Der SoMkWkmt Vierieljahrspreis von: Fr. 2.— für die Schweiz tKreuzband) Mk. 3.— fi'> Deu�'chland �Eouvert) Kannostraße 3. Cy � fl. l. 70 für Oesterreich(Touveri) Fr. 2. 50 für alle übrigen Länder dtß jloKselldNNgtU /M Weltpostvereins(Kreuzband). kranco gegen franco. Gewöhnliche Briefe � i i i f f* /**•>« 3 U f ttll t ß nach der Schweiz kosten\J X-** y* 1 yV � I jAAAA' /\ 1"� A* sAmA' /% Die dreigespaltene Petiizeilt Doppelporto. Jentral-Hrgan der deuts-hen Sozialdemokratie 25 v:S. � 20 Pfg N? A2. Donnerltag, 4. August. 1881* iatX" A«» aa dir Sarresxalldeiittil u»d Aballarateu de»„SZiiMemokrat". Da dar ,So,ia>dkM0lrat' sowohl in Drutsililond als auch Oosterrr'ch vkrbotrn ist. b-zw.»erfolgt wird, und die dortigen als mdglich an den.Sozialdemolrat', resp, desten Setlag selbst adriistren, sondern sich mdglichst an irgend eine nnoerdächtige eiehirden fich olle Mühe geben, unsere Verbindungen noch jenen Ländern möglichst ju erschweren, resp, Briese von dort an und Adresse außerhalb Deutschlands und Oesterreich» wenden, welche fich dann mit uns in Verbindung setzt i anderseits aber, daß and unsere Zeitung», und sonstigen Sendungen nach dort abjusangen,!o ist die äußerste Borficht iin Poftverlehr norhwendig und auch UN» möglichst unversängliche ZustellungSadreisen mitgetheilt werden, In jweiselhasten Fällen einvftehll sich behus» größerer darf leine Vorsichtsmaßregel deriäumt werden, die Brie-marder Uber den wahren Absender und Empfänger, sowie den Inhalt Sicherheit Ztetommondirung, Soviel an UN» liegt, werden wir gewiß weder Mühe noch Kosten scheuen, um icotz aller ent» der Sendungen ju täuschen, und letztere dadurch zu schützen. Hauptersorderniß ist hieju einerseits, daß unsere Freunde so selten gegenftehenden Schwierigleiten den, Sojialdemolrat' uniern Abonnenten möglichst regelmäßig ju liesern. Parteigenossen! Vergeht der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Fonds zur Unterstützung der Opfer des Sozialistengesetzes. PH. H.„bei 3 Fr. Wochenlohn und Kost Erspartes"(Fr.-.50)— 4l). Ternsche Sozialisten Rheinselden(Fr. 3, IS) 2,52. Sem, Harn und Japhcl 2,—. Zustinus(Fr. 5,—) 4,—. Heinrich u. Co, Zürich (Fr. 3,—) 2,40. I. K. i. Iii.(Fr.—,50)— ,40. Gen. im Wahlkreise Hameln 10,—. Gen. in Paris(Fr. 56,70) 45,36. Kolletle einer ge- müthlichen Bereinigung von Grütlianern in Schaffhausen(Fr. 4,50) 3,60. SchreiuerwerkstStre B. in Hottingen(Fr. 3,70) 2,96. Bon den Gen. in Bucnos-Ayres(Fr. 100) 80,—. Von den Gen. in Amsterdam 15,—. Desgleichen in Biinden 13,28. Von der Allgem. Gewcrksch�Krankenkasse in Birsjelden(Fr. 10,—) 8,—. Ges. v. Arb. d. Fabrik Perret u. ver- schiedenen Prosesstonisten in Neucharel(Fr. 5,80) 4,64. 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Magenpilleu in Flensburg 2,45. I. C«. u. LI Gen. in P. unter dem Motto:„Einen Kreuzer kann man leicht entbehren und viele Kreuzer können Eins ernähren"(fl. 4,70) 8,—. Arbeiter-Verein Rheinselden (Fr. 9,72) 7,78. Bon den Genossen in Nowawes 14,60. Köln:„Dal schad nix" 100,—. Zürich durch Tschr. v. Schreinersachver. Fr. 5,—, Bon einem Mitglied desselben Fr. 3,—. Bon den rochen Keglern Fr.—,60 durch Schristseyer K. gesammelt Fr. 5,50(Fr. 14,10) 11,28. Bon einigen Genoffen in Ragaz(Fr. 11,—) 8,80. Schneidergewerksch. Zürich, ges. im Monat Januar für einen hilssbedürstigen Genossen und jetzt dem Unterstützungssont Uberwiesen durch U.(Fr. 8,90) 7,12. Fünf Arbeiter der Schweiz. Vereinsbuchdruckerei(Fr. 4,80) 3,84. Zusammen Mk. 796. 86 Früher eingegangen Mk. 29,902. 10 Gesammteingang Mk. 30,698. 96 Flugschriften-Fonds. -l-s M(Fr. 1,—)-,80 Zusammen Mk.-. 80 Früher eingegangen„ 1110. 22 Gesammteingang„ 1111. 02 Agitationsfonds. — l— s Mit.(Fr.— ,95)— ,76 Zusammen Mk—. 76 Früher eingegangen Mk. 82. 63 Gesammteingang Mk. 83. 39 Allgemeiner Wahlfonbs. K. Ä. B. B. London Toltenham Mk. 20,—. Deutsche Soz. Luzern (Fr. 7,—) 5,60. K. A. B. V. London Toltenham 20,—. I. G. H. in B. 1,75. Genoffen in Winterthur(Fr. 17,—) 13,60. Zusammen Mk. 60. 20 Früher eingegangen Mk. 371. 36 Zusammen Mk. 431. Sil Zur Württembergischen Landesausstellung. „Ah, grüß Gott, lieber Freund, freut mich, Dich zu sehen, schon in der Ausstellung gewesen? Nicht wahr, großartig, Herr- lich, prachtvoll?" So lautet seit dem 15. Mai der stereotype Gruß der sich begegnenden Schwaben, sei es innerhalb oder außerhalb ihres Ländchens, und wird so lauten bis zum Schluß der Ausstellung. Alles Andere tritt für den biedern Schwaben in den Hinter- grund_ an die Wahlen zu denken, dazu hat er, so lange die Ausstellung geöffnet ist. absolut keine Zeit. Das reinste Familien- fest ist eö, was die gemüihlichen Leutchen gegenwärtig schaaren- weise in die Residenz zieht. Tausende und Abertausende speien die Züge allsonntäglich aus; so daß schon jetzt alle Auslagen gedeckt sind und ein glänzender Ueberschuß in Aussicht steht. Jndeß die guten Schwaben in lauter Glück und Wonne schwimmen und sich ihrer gelungenen Ausstellung erfreuen, wollen wir uns mit zwei Fragen beschäftigen, welche jedem halbwegs denkenden Besucher ausstoßen, für welche aber nur die Wenigsten ein Verständniß haben, nämlich: Wer hat all' diese Pracht und Herrlichkeit geschaffen? und: Für wen wurde sie geschaffen? Antwort: Tausende fleißiger Hände haben sie um einen Hunger- lohn geschaffen für einige wenige Fanllenzer, welche sich schämen, ein Werkzeug in die Hand zu nehmen und jede Berührung mit dem„skrophulösem Gesindel" ängstlich vermeiden. Und was haben die Männer und Frauen der Arbeit davon? — Nichts!— Nicht einmal die Ehre irgend einer Anerkennung. Fessel» irgend ein Ausstellungsgegenstand in erhöhtem Maße die Beschauer, so denkt Keiner an die Arbeiter, welche denselben her- gestellt habe», sondern alles Lob, aller Ruhm und natürlich auch aller Profit kommt dem sogenannten Fabrikanten zu, d. h. in den meisten Fällen einem gan» gewöhnlichen Menschen, der durch Erbschaft, Börsenspiel u. dcrgl. in den Stand gesetzt wurde, geschickte Arbeiter zu halten und auszubeuten. Vielen dieser Herren gibt nun diese Ausstellung eine wohl- feile Gelegenheit, auf Kosten ihrer Arbeiter von sich rede» zu machen. Heerdenwcise führen sie nämlich ihre Sklaven und Sklavinnen in die Ausstellung, gestatten ihnen gnädigst, die Er- Zeugnisse ihrer und ihrer Mitsklave» Arbeit zu schauen, traktiren sie großmüthigst mit Schützenwurst und Bier und treiben sie zum Schluß noch durch die Hauptstraßen der Residenz, um den „Schtuagertern" Veranlassung zu geben, die verschiedenen Provinzialtrachten der Bezinger, steinbachthaler, Schwarzwälder u. s. w. zu bewundern und namentlich zu fragen;„ Wem g e- hören diese Leute?" Dann heißt es wohl:„Ei, wisset Sc denn net, des sind jo d' Arbeiter von dem bekannta großa Fabrikanta und Kommerzia- rath N. in%; net wohr, des ist a braver und a nobler Herr, der au für seine Leut' sorgt? Jctz' denket Se au amol, was des kosta muaß, für so viel Leut s' Fahr- und s' Eintrittsgeld z' zahla und obedret no->' Essa und s' Trinku!" Biederer Bewohner Schwabens! Das kostet diese„nobcln und großmüthigen" Herren keinen Pfennig, das haben sie ent- weder schon lange vorher doppelt und dreifach in Form von Lohnreduktionen, Strafgeldern und dergl. ihren Arbeitern ab- gezwackt, oder sie thun es noch nachträglich, was die Arbeiter sehr wohl wissen, weshalb es ihnen auch gar nicht angenehm ist, ein solche« Danaergeschenk von ihren Herren annehmen zu müssen. Der Herr König aber, seine F:au Königin, die Herren Räihe und die ganze niedere und höhere Sippschaft, die so drum und dran hängt, diese notircn sich die Namen jener großherzigen Männer der Harmonie zwischen Kapital und Arbeit, um ihnen bei Gelegenheit eines allerhöchsten Geburtstages oder dergl. einen Orden oder Titel allergnädigst zu verleihen. Von diesen hohen Würden fällt dann auch ein schwacher Schimmer auf die Sklaven, indem dieselben stolz darauf sein können, bei einem besternten oder bebänderten Kommerzienrath frohncn zu dürfen, für welche Ehre sie aber auch einen niedrige» Lohn zu beanspruchen haben. Wie man hört, sollen auch solche Firmen mit goldenen und silbernen Medaillen bedacht werden, welche nachweisen können, daß sie gehörig für ihre Arbeiter sorgen; wie werden da die Arbeiter Angesichts vieses ernsten Willens,.ihnen entgegen- zukommen, an die Wahlurne eilen, um!)tegierungskandidaten zu wählen! Was mögen wohl die Hunderttausende, welche die Ausstellung besuchen, von welchen die Meisten die verhältnißmäßig kleine Summe nur schwer zusammenbrachten und von welchen die Wenigsten die Mittel besitzen, auch nur 1—200 Mark anzulegen für einige dieser nicht geradezu unentbehrlich zu nennenden und doch für unsere Zeit so nothwendigen LuxuSgegenstände, wie: Bücher. Bilder, Instrumente, und dergl.— was mögen sich solche Menschen beim Anblick dieser Wunder der Industrie wohl denken? Sollte man nicht glauben, unseren„oberen Zehntausenden" müßte alles daran gelegen sein, eine solche Ausstellung zu verhüten, oder sie wenigstens den Blicken des hungernden und darbenden Volkes zu entziehen? Und ist der Umstand, daß dies nicht der Fall zu sein braucht, nicht ei» trostloser Beweis für die Feigheit, für die Schafsgeduld und sär die in Fleisch und Blut über- gegangene knechtische Gesinnung des größten Theils der Menschheit? Wie! muß denn nicht jeder Arbeiter, der da drinnen herum läuft und der noch nicht alles Selbstbewußtsein verloren hat, als begeisterter Sozialist und Revolutionär herauskommen? Wie! sollte dem armen Nähmädchen, welches in 16— 18stün- diger Arbeit im elenden Dachslübchcn sein Augenlicht beinahe eingebüßt hat, beim Anblick einer jener kostbaren Roben, deren eine einen Werth von 1000, vielleicht 10,000 Mark repräsentirt — oder dem hungernde» Schreinergesellen, der froh ist, wenn er ein paar wacklige, wurmstichige alte Möbel sein eigen nennen darf, beim Anblick einer jener fürstlichen Zimmereinrichtungen, von denen jede einen Werth von vielleicht über 100.000 Mark re- piäsentirt— sollte denn diesen und allen ihren Leidensgefährten nicht eine Ahnung davon aufsteigen, daß sie ja selbst an all' diesen Herrlichkeiten mitgearbeitet haben, und daß sie zum min- desten dasselbe Recht darauf haben sollten, als jene übermüthigen Lassen, deren einziges Verdienst darin besteht, von reichen Eltern abzustammen? Wie! Ihr Proletarier, die ihr zu Tausenden die Ausstellung, d. h. die Erzeugnisse eurer Arbeit besucht und bewundert, wollt ihr denn ewig mit der unwürdigen Rolle, die man euch in der Welt spielen läßt, fürlieb nehmen? Wollt ihr euch denn ewig sagen lassen:„Ihr Proletarier, ihr der Hefe des Volkes entstammtes Gesindel, ihr habt wohl das Recht, in die Tiefen der Erde hinabzusteigen, ihre Eingeweide nach verborgenen Schätzen zu durchwühlen, diese mit so vielen Menschenopfern erkauften Produkte mit euren Händen für uns, die Bevorzugten der Erde, in die schönsten Gebilde der Kunst und die rasstnir- testen Luxusartikel umzuwandeln und in 12— 14stündigen Arbeits- tagen gerade so viel zu vei dienen, daß ihr zu viel zum Sterben, zu wenig aber zum Leben habt, indeß wir, die wir höchstens 2— 3 Stunden des Tags so dergleichen thun, als ob wir arbei- telen, die übrige Zeil aber mit Essen, Trinken, Jagen, Reiten u. s. w. zubringen und in der Nacht eure Weiber und Töchter, so lange sie jung und hübsch sind, mit unserer Gunst beehren — indeß wir es uns im Besitz all der von euch zu Tage ge- förderten und verarbeiteten Schätze der Welt wohl sein lassen, denn uns, als den Trägern der Kultur und der Intelligenz gehören sie zu, ihr seid viel zu roh und ungebildet, um auch nur ein Verständniß dafür zu haben und mögt euch je bäldcr, je lieber begraben lassen!" Arbeiter und Proletarier, nicht blos Schwabens, sondern der ganzen Erde, gehet hin und besuchet fleißig diese Ausstellungen, wie sie ja gegenwärtig allenthalben stattfinden. Sehet und bewun- dert, was alle? eure Hände hervorzuzaubern vermögen. Bedenket aber dabei, daß die Lehre von der göttlicyen Weltordnung, wonach Millionen im Elend schmachten sollen, damit einige Tausend sich im Ueberfiuß wälzen können, eine Fabel ist. Gewinnt an solcher Stätte ein Bild von dem gelobten Lande, welches euch verheißen ist und in welchem Jeder ein menschenwürdiges Dasein zu führen im Stande sein wird, indem Allen die Hilfsmittel und Errungen- schaften der modernen Wissenschast und Industrie ungeschmälert zu Gebote stehen werden, auf daß der Geist der Revolution, welcher euch in den Besitz dieses Landes setzen wird, wachse und erstarke in euch— dann habt auch ihr einen Werth und Nutzen von Ausstellungen. Einen andern werdet ihr, wenigstens vorläufig, schwerlich davon haben. Lug, Trug und Niedertracht. Lug, Trug und Niedertracht— drei recht haßliche Wörter, und drei recht häßliche Begriffe. Aber leider auch schlimme Thals ach en, traurige Wirklichkeiten, die in der heutigen Welt uns nur zu häufig entgegentreten, ja mit der heuligen Welt, wir meinen mit der bürgerlichen Gesellschaft und dem sie verkörpernden Klassen, und Polizei- staat identisch sind. „Aber das ist ja eine abscheuliche Uebertreibung, eine verläumderische Behauptung", meint vielleicht der Eine oder der Andere. Mit Nichten. Es ist die pure Wahrheit, die amtlich festgestellte, poli- zeilich approbirre Wahrheit. Und wer das bezweifelt, der lese nachfol- genden Erlaß, welcher den Unterzeichnern des in Leipzig und Umgegend verbreiteten Flugblattes Uber den Leipziger Belagerungszustand zu- gegangen ist: „Beigehend wird Ihnen eine Verordnung der Königl. Kreishauplman». schaff Leipzig vom 21. Juli 1881, betreffend das Verbot des von Ihnen milunterzeichueten Flugblattes„An die Bürger und Einwohner der Stadt und Amtshauptmannschaft Leipzig" an Stelle mllndlicher Publikation ausgefertigt. Leipzig, den 22. Juli 1881. Da« Polizeiamt der Stadt Leipzig. I. B. Junck, Pol.- Rath. „Die unterzeichnete Königliche Kreishauptmannschast hat in ihrer Eigen- schaff als Landespolizeibehörde beschlossen, das beiliegende Flugblatt „An die Bürger und Einwohner der Stadt und Ämtshaupt- Mannschaft Leipzig, Druck von E. Herzog in Mainz" aus Grund von 8 11 de» Reichsgesetzes vom 21.- Oktober 1878 zu ver- bieten. „In diesem Flugblatle ist nicht nur die Berhängung des sogenannten kleinen Belagerungszustandes Uber die Stadt Leipzig und den Bezirk der Amtshauptmannschast Leipzig einer, den thatsächlichen Berhältnissen, die zur Ergreifung dieser Maßregel geführt haben, widersprechenden absülligen Kritik unterzogen und hierbei die Sozialdemokratie als eine von der der- malen bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung unschuldiger Weise verfolgte Partei hingestellt worden, sondern es fordern auch die Unter- zeichnet- dieses Flugblattes, A. Bebel, W. Hasenclever und W. Liebknecht, welche dasselbe angeblich im Namen sämmrlicher Ausgewiesenen unter- schrieben haben, unter dem Anfuhren, daß sie mit Haß und Jngriinm im Herzen gegangen sind, um eine neue Heimaih und eine neue Existenz zu suchen, und aus die kUnstigc Erlösungsstunde hoffen, ihre Freunde und Gesinnungsgenossen auf, sestzustchen mid so lange in ihnen noch ein Athemzug lebt, gegen allen Lug, allen Trug und alle Niedertracht zu kämpfen. „Daß aber hierunter(d. h. unter„allem Lug, allem Trug und aller Niedertracht") nur die dermalen bestehende Staats- und Gesellschastsordnung verstanden werden soll, kann nach der ganzen Haltung diese« Flugblattes einem b e g r U n d e t e n Z w e i f el nicht unterliegen. Unter diesen Um- ständen muß daher dasselbe als eine solche Druckschrift angesehen werden, in welcher Bestrebungen der in 8 11 des angezogenen Gesetzes gedachten Art zu Tage treten und findet hierdurch das ausgesprochene Verbot de» Flugblatle« seine Rechtfertigung. „Das Polizeiamt wird veranlaßt, das nach s 13 und 14 des an- gezogenen Gesetzes Erforderliche zu besorgen»nd den Ersolg anher an> uzeigen. Leipzig, den 21. Juli 1881. Königliche Kreishauptmannschast. Gumprecht. An das Polizeiamt hier." Das der famose Erlaß. Mit der allgemeinen Logik desselben bejassen wir uns nicht. Von der Polizei und den Polizeiorganen erwartet kein vernitnstiger Mensch Logik, sie stehen Uber der Logik, wie jener Kaiser Uber der Grammatik. Die Polizei-Logik ist das einfache: Ich will, ich verordne! Darin liegt der ganze Polizeiverstand; mehr Verstand braucht die Polizei nicht zu haben. Daß die Leipziger Polizei, bezw. die Leipziger Kreishauptmannfchaft den Verstand gehabt hat, zu erkennen, daß die heutige Staats- und Gesellschaftsordnung die Inkarnation alles Lugs, alles Trugs und aller Niedertracht ist, und daß sie den Much gehabt hat, das der Welt amtlich mitzutheilen, es den Sozialdemokraten schwarz aus weiß zu bescheinigen, — darauf waren wir allerdings nicht vorbereitet; und das verdient unser ausrichtigstes Lob. Der Fall steht übrigens nicht ganz vereinzelt da. Die Polizeiorgane zeichnen sich mitunter durch eine außerordentliche Scharfsichtigkeit und Osienherzigkeit aus. Man erinnere sich z. B. jenes Pariser Polizeibeamten, der unter dem Ilas-Empiro des Boustrapa*) einen Spaziergänger wegen Majestäts- beleidigung verhaftete. „Sie haben gesagt:„Er ist der größte Schuft unseres Jahrhunderts". „Ganz recht— ich sprach von--" „Ruhig! Wenn mau vom größten Schuft des Jahrhunderts spricht, kann blas der Kaiser gemeint sein!" Das war so richtig, daß der Mann nicht bloS verhaftet, sondern auch verdonnert ward. Die Leipziger Polizei und Kreishauptmannschast ist die würdige Nach- folgerin jenes Pariser Polizeisergeanten. Das:„Wer vom größten Schuft des Jahrhunderts spricht, kann nur den Kaiser gemeint haben", findet seinen klassischen Pendant in dem: „Wer von allein Lug, allem Trug und aller Niedertracht spricht, kann nur die heulige Staats« und Gesellschaftsordnung gemeint haben." Jener Pariser Polizeisergeant hatte Recht, und die Leipziger Polizei und Kreishauptmannschast haben Recht. Und hinfür soll es uns nicht mehr einfallen, die Unfehlbarkeit der Polizei anzuzweifeln. Preußische Verwaltungsbeamte. Ein Beitrag zur Frage der Verstaatlichung. Königsberg, 20. Juli. Wie es Menschen giebt, welche die sozialdemokratischen Bestrebungen als berechtigt anerkennen, ohne sich selbst zur Sozialdemokratie hinaufschwingen zu können, giebt es auch Zeitungen, die einen solchen Standpunkt ein- nehmen. So tritt neuerdings ein unabhängiges deutsches Blatt dafür in die Schranken, daß unter Anderen das Feuerversicherungswesen vom Staate, zum Besten des Staates verwaltet werden müßte. Gewiß ist das ein sozialistischer Gedanke, aber das Blatt thur nicht gut, dergleichen vom jetzigen Staate zu verlangen. Im Bismarck'schen Staate geht es damit nicht. Auf Details i m Versicherungswesen, die wir uns auch anders wünschen möchten, als jenes Blatt sie ausführt, wollen wir gar nicht eingehen, sondern uns begnügen, die Unmöglichkeit nach- zuweisen, im heutigen Staate das Versicherungswesen in die Hände von Staatsbeamten zu legen. Bei uns existirt ein Feuervcrsicherungsverband der Provinz für kleine ländliche Besitzungen, mit einem Wort für Bauern, die nur sehr schwer bei Privatgesellschaslen angenommen werden. Und doch ist dieser Ber- band für die Bauern kein Segen, denn sie zahlen pro Hundert so viel, wie größere Besitzer pro Tausend bezahlen. Jährlich kommen Nachrech- nungen, da die gezahlten Normalbeiträge(irren wir nicht Mk. 1,50 pro Hundert) nicht ausgereicht, und dehnen sich solche Nachsorderungen, soviel uns bekannt, immer neu die Jahresrate, oft Uber mehrere Jahre aus, die Prämie ins Unendliche steigernd. Das erwähnte Institut steht unter Staatskontrole und n u r d i e s e i st schuld, daß die Prämien so hoch und drückend sind— also schönsten Dank in unserem Staate für staatliche Feuerversicherung. Hauptvorstand des Verbandes ist der Regiernngsrath von Schlott hier. Trotz schon vorher hoher Prämien wurde für unseren Feuerver- sicheruugsverband ein großartiges Gebäude ausgeführt, dessen Beletage Herr v. Schlott bewohnt. Warum sollte er auch nicht schön, sogar sehr schön wohnen, wenn Andere für ihn die Wohnung be- zahlen V So großartig geht es in der ganzen Verwaltung her, und daher die unsinnig hohen Prämien, in Wahrheit unberechenbar, da, wie schon gesagt, fast immer Nachschüsie verlangt werden. Aus diesem Grunde muß sich ein Austretender auch verpflichten, noch zwei Jahre Nachschüsse zu zahlen, wenn solche verlangt werden, was wohl regelmäßig geschieht. So die Einrichtung, aber v. Schlott verwaltet das Geschäft, und das ist das Schlimmste. Der genannte Herr war nämlich früher auch Badekommissarius im Seebad Cranz, eine Sinekure/ die sich jeder Kontrole entzog, da die Herren Rälhe einen aus ihrer Mitte dazu er- wählten und das Kollegium als solches sich um die Verwaltung gar nicht kümmerte. Die frechsten Uebergrifse sanden statt. Schlott reiste in seiner Eigenschaft als Badekommissarius flott hin und her, hatte sich eine angenehme Wohnung in Cranz eingerichtet, Nnterbeamte lebten aus der Kasse, kurz alle Einnahmen wurden verbraucht, und für das Bad, sür den Schutz des Strandes geschah so gut als nichts. Der sort- schrirtliche Abgeordnete Frentzel grifs diese Art der Verwaltung im Abgeordnelenhause an, und wenn wir»ns nicht sehr täuschen, beschuldigte er den pp. Schlott geradezu der Unterschlagung. Die reaktionäre ostpreußische Zeitung brachte eine Rechrsertigung Schlotts, die aber keine Recht- sertigung war, sondern nur ein Angriff, Beleidigungen gegen Frentzel enthaltend. Die Staatsanwaltschaft lehnte es ab, gegen diesen Artikel ein- zuschreiten, und erklärte Frentzel öffentlich, daß er sich nicht entschließen könne, gegen Schlott eine Privatklage anzustrengen, da der Mann ihn nicht beleidigen könne. Die damals hier erscheinende, von Reitenbach redigirte„Friedens- und Freiheitspost"(wenn auch kein ausgeprägt sozialistisches Blatt, so doch ein uns sehr nahestehendes) berührte diese Cranzer-Angelegenheit auch einmal. Sosort schritt die Staatsanwaltschaft ein und lud den Verleger vor die Schranken. Im ersten Termin wurde ihm, trotz heftiger Gegen- wehr des Staatsanwalt Hecht, nach dessen Begriffen ein selbst stehlender Regierungsrath dabei zu sein scheint, das Recht zuerkannt, den Beweis der Wahrheit antreten zn dürfen. Die Cranzer Akten lagen damals, die Geschichte spielte im Jahre 1875, aus Antrag Frentzels, wie er ihn im Abgeordnctenhause gestellt, bei der Oberrechnungskammer. Die Sache ruhte nach dem ersten Termin, und das Damoklesschwert der etwaigen Verhaftung schwebte über dem An- geklagten bis zum vorigen Jahre, wo die Sache endlich wieder ausgenommen wurde, nachdem, wie wir ersahren haben, einige B e l a- st ung szeugen in Cranz verstorben waren. Der Angeklagte erklärte nochmals, daß er den Beweis der Wahrheit führen wolle, und bezog sich vorläufig nur aus die ca. 100 Monita, welche die Oberrechnungskammer ») Spitzname Bonaparte's, des Helden von Boulogne, Straßburg und Paris(Boulevardmetzelei nach dem Staatsstreich); das Wort ist ans den Anfangsbuchstaben dieser drei Name« zusammengesetzt. erhoben. Ehren-Hecht erklärte, auf diesen Einwand nicht vorbereitet zu sein und bat um Vertagung der Sache. Kurze Zeit darauf wurde dem Angeklagten mitgetheilt, die Regierung habe die Anklage zurückgezogen. Beinahe 5 Jahre ein ehrlicher Mann in der Gefahr, täglich verhastet zu werden, während ein Regiernngsrath, der sich der tollsten Kassenver- Verwaltung schuldig gemacht, noch heute im Amte ist und einer ehrenvollen Entlassung mit irgend einem Verdienstkreuzchen und scttcr Pension entgegensieht. Die Cranzer Badeverwaltung wurde dem Ehrenmann zwar abgenommen, aber noch heute ist er Regierungsrath, noch heute verwaltet er die ländliche Feuerversicherung. Unter solchen Umständen wundern wir uns über die hohen Prämien nicht weiter, aber— unter Bismarck, in unserem jetzigen Staat, wo solche Ehrenmänner im Amt bleiben, wollen wir doch vorläufig für Versicherung noch lieber Privatgesellschaslen. Aus Bulgarien. T i r n o w a, 5./17. Juli. Am 1. 13. Juli Morgens eröffnete Fürst Battenberg mit einer kurzen Rede die Große Nationalversammlung; nach einem langen„Hurrah" wurden seine 3 Vorschläge einstimmig angenommen und unterschrieben. Bnreauwahl, Revision der Wahlen und Diskussion wurde nicht gestattet. Man sollte meinen, daß es thatsächlich dem Willen des Volkes entspreche, wenn 304 Deputirle einstimmig etwas bejahen, man würde sagen: die Volksvertretung, also das Volk, nimmt den Absolutismus an. Wenn man sich aber die Frage stellt, wer sind diese 304 Depntirte, wie sind sie gewählt worden und wer hat sie gewählt, wenn man das Alles genau untersucht, dann sagt man sich ganz einfach:„Das arme, be- dauernswerthe bulgarische Volk ist hinrergangen worden, seine Rechte sind ihm auf eine unerhört perfide Weise geraubt worden. Ist es denn möglich, daß ein Volk zum Selbstmörder, zum Verbrecher an sich selbst wird und den Maßnahmen seines Tyrannen, seines Unterdrückers zujubelt? Rein, es ist nicht möglich, und, ich wiederhole, es wäre ein großer Jrrthum, den Beschluß der Großen Nationalversammlung in Sistowa als Willen des bulgarischen Volkes zu betrachten. Gleich nach der Pro- klamation des Battenbergers gingen seine Kreaturen und Helfershelfer energisch an die Agitation, wenn der Ausdruck Agitation für ein Ber- fahren zulässig ist, wo man die Freigefinnten bedrohte, schlug, verhastete und sogar ermordete. Mehrere Hunderle von Polizei- und Administrativ- beamten, die früheren kons ervariven Minister, der Fürst selbst mit dem hochgeehrten russischen Gesandten H i t r o w o— letzterer wahrscheinlich in der edlen Absicht, die Knute und das Hängen auch in Bulgarien einzuführen— reisten im Lande herum, um das Volk zu überzeugen, daß es der Wille des Sohnes unseres Befreiers�) sei, die ausschweifende Ver- saffung auszuheben, daß beim Absolutismus die Bauern keine Steuern zu zahlen brauchen, daß, wenn die Verfassung bestehen bleibt, Europa unzufrieden sein und wiederuni die Türken schicken wird. Wenn das Volk die Vorschläge nicht annimmt, hieß es, wird der Fürst das Land ver- lassen, und was soll man dann ohne Fürst anfangen? Rußland wird seine Offiziere zurückziehen und wir werden ohne Armee und ohne Beschützer sein! Der bescheidene, erfahrene(man weiß wohl, worin!) Fürst fuhr, begleitet von Hitrowo und höheren Offizieren, von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf(der Bauer zahlt ja alle seine Reisespesen), um dem Volke seine Ergebenheit und sein Wohlwollen zu beweisen und ibm seine Pläne zu erklären. Er glaubte, daß man ihm ohne Weiteres zustimmen würde. Wie sehr fand er sich aber enttäuscht, als er in den Kasernen und Re« gierungsgebüuden heimlich übernachten mußte, als er fast überall mit eisiger Kälte aufgenommen wurde, als man fast überall nicht den Abso- lutiSmuS, nicht den Fürsten, sondern die Versassung, das Volksrecht hoch- leben ließ! Erhielt er doch in verschiedenen Städten, in Sofia, Gabrowa, Küstendil, Lowetz und Rustschnk von den Bürgerinnen Adressen, in denen ihm ganz offen gesagt wurde, daß, möge er lhu» was er wolle, er auf die Erziehung der Bulgaren keinen Einfluß ausüben werde: der Bulgare bleibe immer frei u. s. w. In Küstendiel mußte er den Ruf hören: „Nieder mit dem Verfasfungsräuber!" Die Polizei wurde zu Hilfe ge- rufen, aber das Volk war zu erregt, so daß dieselbe nichts ausrichten konnte. Der allgemeine Gedanke war:„Wir ziehen die Freiheit für unsere Söhne dem Absolutismus für uns vor. Lieber 100 in Freiheit, als 10,000 unterm Joch!— Unter solchen Umständen suchte man sich auf eine sehr praktische Art zu Helsen: über fast alle größeren Städte wurde der Belagerungszustand verhängt, die intelligentesten Leute wurden verhaftet, die freisinnigen Be- amten und Offiziere ohne irgend einen Grund entlassen, willkürlich ver- urtheilt k. K. Kurz— die organisirte Unterdrücknngsinaschinevie wurde in Thätigkeit gesetzt: Polizisten, Beamte, Offiziere, sogar die ehemaligen konservativen Minister zogen im Lande umher und zwangen den Bauern lithographirte Stimmzettel mit den Namen der Regierungskandidalen aus; es genügte, wenn der arme Bauer oder Bürger ein Wort dagegen zu äußern wagte, daß er sofort geprügelt und in Strafe genom- men oder als ein staatsgefährlicher Agitator verHaftel wurde. Der Bauer sollte mit Gewalt nur die würdigen Söhne wählen, welche ihm die Re- gierung anwies. In Rikopoli starben 0 Mann von den Händen dieser„Befreier", weil sie erklärten, sie kennen die Regierungskandidaten nicht und wollen nur solche Leute wählen, welche sie kennen und sür vertrauenswürdig halten. In den Städten: Sofia, Küstendil, Tran, Rustschnk, Lowetz, Gabrowa, Rasgrad, Schumla, Varna, Djunaja liegen mehr als 400 Mann an den Folgen der Mißhandlungen darnieder, über 120 Mann sind den- selben erlegen, das heißt einfach ermordet worden! Was in den Dörfern geschah, davon will �lch schweigen, die Geschichte zeigt wenige Beispiele, daß mit solcher Wuth und Grausamkeit ein Volk gcmaßregelt wurde! Und trotzdem reichten alle diese Maßregeln nicht hin, das Volk zu unterdrücken, es protestirte überall, wo es seiner Stimme nur Ausdruck geben konnte. Bittschriften, Adressen, Proteste von Bürgern und Bürger- innen, Bauern und Bäuerinnen liefen massenhaft an den Fürsten ein, in mehreren Zeitungen erschien ein offener Bries, der den Fürsten direkt mit dem Schicksal aller Tyrannen bedrohte, falls er seine volksfeindlichen Bestrebungen fortsetze, die ini Auslände weilenden bulgarischen Studenten erließen einen Protest n. s. w. Alles das zeigte den Herren Ballenberg und Genossen, wa« ihr Schicksal sein würde, wenn sie nicht zu noch gröberen Mitteln greifen. Und die Herren wußten sich zu helfen. Am Wahltage nahmen ein Kom- misjär und ein Subkommissär die Stimmzettel in Kästen mit doppelten Böden entgegen. Unten lagen bereits von vorneherein die Stimmzettel der Regierungskandidalen.�) Tie Wahllokale waren mft Soldaten mit auf- gepflanztem Bajonneite besetzt,„damit die Wahlen in Ordnung vor sich gehen!" Dabei wurden die Wähler von den Polizisten gezwungen, ihre Stimmzettel zu zeigen, und wenn diese ungünstig für die Regierung lauteten, gemißhandelt und verhastet. Vielen wurde das Wahlrecht unter irgend einem nichtigen Vorwande streitig gemacht. Trotz aller dieser Machinationen und trotzdem durch dieselben die Regierung ihr Ziel erreichte, wurden in Sofia, Tirnowa, Rustschnk, Niko- poli und Rasgrad doch die Führer der Bolkspartei: Zantoff, Karaveloff, Slavejkoff, Suknazoff, Stambouloff und Zivkoff gewählt. Am 1./13. Juli, wie gesagt, wurde die Nationalversammlung abgehalten, nicht in *) D. h. Alexanders de« Dritten! Anm. d. Red. **) In Nikopoli merkte das Volk, daß die Kästen falsch waren, und empört über soviel Niedertracht, schlug es den Kommissär halbtodt. der Hauptstadt Sofia, sondern in Sistowa. Ueberhaupt zeigte-sich der „muthige und erfahrene" Fürst sehr— bescheiden, er stieg in Widdin auf ein Dampfschiff und sammelte die Abgeordneten von Widdin, Lom- palanka, Rahowa und Nikopoli, damit sie nicht vorher mit den andern zusammenträfen, und von 400 Soldaten umringt, führte man sie in die Nationalversammlung, an welcher die freisinnigen Deputirten sich übri- gens nicht betheiligten, in welche man dagegen Leute hineinführte, die keine Depntirte waren. Nimmt man nun noch hinzu, daß die Versamm- lung unter dem„Schutze" von 6000 Soldaten tagte, daß keine Debatte stattfinden durfte, sondern nur Abstimmung, daß es vom Regierungskommissär abhing, wer als Abgeordneter Zulaß erhielt und wer nicht, daß keine Wahl geprüft wurde, so wird man begreifen, warum die Anträge des Fürsten Battenberg„einstimmig" angenommen wurden. Bravo, Battenberg, jetzt sieht man in der That, wie bescheiden Du bist! Du hast Europa gezeigt, wie„Dein" Volk Dich liebt, Deine Vorschläge sind ja e i n st i m m i g angenommen worden! Ja, wir haben Dich sehr lieb, aber Dn thätest doch besser, auf Deinem Dampfschiff am rumänischen User zu übernachten. M. C. P e t r o s f. Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 3. August 1881. — Ein Attentat in Sicht. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung", bekanntlich der Spucknapf des Fürsten Bismarck, hat eine turchtbare Entdeckung gemacht. Das Leben des„Eisernen"(mit dem Hasenherz» schwebt in Gefahr. Sie schreibt: „Um unfern Lesern ein Beispiel zu geben, welche Früchte die schimpf- lichev Hetzereien der Fortschrittspresse gegen den Reichskanzler zeitigen, veröffentlichen wir nachstehend einen der Drohbriefe, wie sie dem Reichs- kanzler jetzt wiederholt zugehen, um ihn zum Aufgeben seiner auf die Verbesserung des Looses der Arbeiter(durch Vertheuerung der Lebens mittel. Oder denkt die„Norddeutsche" etwa an den„Arbeiter" Wilhelm Bismarck alias Reichslulu?) gerichteten Bestrebungen zu veranlassen: „Seiner Durchlaucht dem Fürsten Reichskanzler Otlo v. Bis marck! O großer, eiserner resp. einfältiger Reichskanzler! Was hört und liest man blos von Dir! Nichts als Lächerliches. Glaubst Tu etwa, daß Du Deiner gefällten Strafe entgehen kannst? Nein, nein! Was wir Dir einst zugeschworen, wird für Dich sicher in Erfüllung gehen und wenn Tu den Polizeiring nm das Zehnfache vermehrst, der Dich etwa schützen soll vor dem Bestrafer Deiner verübten Tyrannei. Wie es bei Dir in Kissingen aussieht, wissen wir ganz gut. Traurig genug, daß Du es so weil gebracht hast mit Deiner elenden Tyrannenpolitik, daß Du jetzt nicht einmal Deine« Lebens sicher bist. Weise nur immer fleißig Mitmenschen aus Deutschland, desto eher kannst Du Dich mit dem Todtengräber bekannt machen. So wie damals die Würfel sür uns fielen, so sind diese auch schon für Dich gefallen, d. h. vorläufig die kleinen, bis Dich der große Würfel für immer und ewig trifft. Deinem Sohn Wilhelm mit seinen bisherigen maskirten und tächcrlichen ' Redensarten werden wir auch bald was zuschwören, wenn er nicht aushört zu wühlen. Die Bismarckbrnt muß ausgerottet werden. D. E. C." Entsetzlich! Entsetzlich! Entsetzlich! Doch greifen wir der„Norddeutschen" nicht vor! Sie bemerkt weiter: „Tiesem Briefe, welcher am 25. Juli in Hamburg aus die Post ge- geben war, lagen Ausschnitte aus fortschrittlichen Blättern mit einer Karrikatur aus der„Hamburger Reform" bei, auf deren Lektüre die Ent- stehung dieses Drohbriese« also zurückzuführen ist. Eine sozialdemokratische Presse existirt seit drei Jahren nicht mehr, sie kann deshalb nicht verant- wortlich gemacht werden. Die Steüe derselben habe» aber.>uas Ver- leumdungen und Beschimpfungen des Reichskanzlers betrifft, di: Organe des Fortschritts, vor Allem in Berlin und Hamburg, vollauf eingenom- men, und wer nur diese liest, ohne ein eigenes Urtheil zu haben, muß wohl glauben, daß wir von einer Gesellschaft von Schuften und Dumm- köpfen regiert werden.(Die„Norddeutsche" hat doch einige Selbst- erkenntniß, wir Hütten ihr so viel Divinationsgabe gar nicht zugetraut.) Wenn die Fortschritlspresse sich nicht an die Sache hält und auf persönliche Angriffe verzichtet, so muß inan schließlich glauben, daß ihr daran liegt, etwa einen zweiten Blind oder einen fortschrittlichen Kullmann mobil zu machen. Dies dürste ohne Exrrabemühungen zu erreichen sein; denn da die gehässigen Angriffe der Forlschritispreffc sich fast ausschließlich gegen die Person des Reichskanzlers richten, so wäre es kaum zu verwundern, wenn unter ihren urtheilslosen und ein- fältigen Lesern sich wieder einer findet, der wie Blind der Allgemeinheit einen Dienst zu leisten glaubt, wenn l ä s I, wenn am bellen lichten Tage in der nächsten Umgebung von Dresden friedliche Bürger von Strolchen(vielleicht„Geheimen", die sich ein Privatvergnügen erlaubt) todtgeschlagen werden, und hat kein Auge für die Mörder! Etwas Aehnliches erleben wir jetzt in Westphalen. Wer hat nicht von den Bochnmer Lustmorden gehört? Binnen weniger Jahre ein halb Dutzend Mädchen und Frauen geschändet und ermorde:— unter Um- ßanden, welche daraus schließen ließen, daß diese Verbrechen das Werk eines und desselben Individuums waren! Da die Ortspolizei nicht im �/ande war, den Verbrecher zu entdecken, so ließ man vor etwa Jahresfrist d en bcrll— hmten Berliner Kriminalkommistär von Meerscheidt- Hüllesem nach Bockum kommen, nnd dieser würdige Nachfolger des Erz-Lumpazius und Erz Hallunken Stieber verrichtete auch bald Helden» tharen im Stil Stiebcr's. Alle 6 Tage entdeckte er den Verbrecher und rührte die Reklametrommel in der Preste. Leider mußte die Entdeckung stets widerrufen werden, bis sie endlich vor ungefähr 3 Monaten endgiltig � erfolgte. Kein Widerruf kam. Der Verbrecher war unzweifelhaft gepackt. . Tie Bevölkerung des Bochumer Kreises athmele wieder frei aus und die Zeitungen sangen Psalmen zum Preise des großen Berliner Erlösers: Meerscheidt-HUllesem. Da pastirt plötzlich ein fataler Zwischenfall. Vor einigen Tagen wird ein neuer Lustmord verübt, und zwar allen Anzeichen nach von dem Urheber der früheren, der also nicht hinter Schloß und Riegel sein konnte. Und nun kam die Wahrheit ans Licht. Ter angebliche Mörder, den Herr v. Meerscheidt-Hllllesem glücklich gesangen hatte, ist ein versoffenes Subjekt, das sich im Delirium selbst angeklagt hatte und blos den Lor» beeren des findigen Hrn. Meerscheidt-HUllesem zu Liebe in Hast behalten worden war. Dieser Meerschcidl Hüllesem, der im Bochumer Bezirk sich so unfähig gezeigt hat nnd sein Polizeiamt so miserabel versieht, ist das »änuiche Individuum, welches im Sommer des Bismarck'schen Schand- �tteniates ans die deutsche Freiheit der Berliner Sozialdemokratie ßogenüder die Rolle des. � agent provocateur spielte und durch sein namenlos rohes und bjrausforderndes Treiben— das beiläufig im Reichstag zur Sprache gelangte— unsere Genosten zu dem von Bis» marck gewünschten Losbruch zu veranlassen suchte. Die öffentliche Ruhe bedrohen, unzählige Gemeinheiten an Sozialisten verüben— das konnte Horr von Meerscheidt HUllescm: de» Lustmörder entdecken— das hat er nicht gekonnt. Der Dhnamilschrecken. Der Staatsanwalt in Offen- bürg erläßt„zur Warnung, mit der Bitte um Fahndung", folgende Bekanntmachung:„In der Nacht vom 13. auf 14. Juli wurde von einem auf der Landstraße unterhalb Steinach stehenden Wagen eine 60 Centimeter lange Kiste mit Dynamit gestohlen. Die Kiste war nicht gezeichnet." Nun— der Herr Staatsanwalt mag sich beruhigen. Nihi- listen sind's nicht, welche die Kiste gestohlen haben. Die Nihilisten machen ihr Dynamit selber und zwar bekanntlich in bester Qualität. — Noch ein Opfer. Man schreibt uns aus Dresden: Gestern war's Anlauf, den sie in den Tod gewieben; heute ist's Lange. Er hat sich in der Elbe ertränkt. Die Polizei kann triumphiren: es war ein braver Parteigenosse. Nach Paschky's Verhaftung trat er in dessen Geschäft ein, unterstützte die hilflos dastehende Frau und kaufte dann das Geschäft an. Tie Polizei behauptete, es sei ein bloßer Scheinkaus, der die Hinterziehung der Prozeßkosten bezwecke, und Lange wurde eingesperrt. Nicht ein Moment kam zu Tage, welches die Anklage begründete. Hals nicht«! Monate und Monate lange wurde der ganz Unschuldige in Haft gehalten. Endlich kam es zum Prozeß: natürlich erfolgte die Frei- sprechung. Inzwischen war aber das Geschäft ruinirt worden und außer dem Geschäft auch die Gesundheit L a u g e' s. Er verfiel in Tiessinn, glaubte sich Uberall verfolgt, und— . dieser Tage ging er in die Elbe. Zu Tode gehetzt! Die Polizei und da« heutige System hat ein Opfer mehr aus dem Gewissen, die deutsche Sozialdemokratie hat ein Opfer mehr zu rächen. Das Personal der Druckerei ist entlassen worden. Es läßt sich nicht das Mindeste nachweisen. Die Verhaftung war ganz willkürlich erfolgt, um die Druckerei während der Landtagswahlen schließen zu können. Der »isame Streich ist auch gelungen. Die Regierung wird aber im Landtag Rechenschast abzulegen haben. Kegel und K a y s« r fitzen noch in Untersuchungshast. — Ein ganz bodenlos knfames Stück deutscher„Rechts- pflege" spielt- sich am 23. Juli in S t u t t g a r t gegen den Arbeiter Schwab, Schreiner, ab. Schwab war angeklagt, bei der am 20. Juni d. I. bei Ferdinand Weiß abgehaltenen Versammlung, als Oberpolizei- kommistär Honold dieselbe bei der Rede des Gewerkvereinlers und Fortschrittlers Andreak auslöste, im Verein mit Anderen ausgerufen zu haben:„Schmeißt ihn hinaus, schlagt ihn todt!" Schon während der Versammlung hatte der Angeklagte, heißt es, durch seine rothe K r a v a t t e und ein r o t h e s Band, das er um den Strohhut trug, die Aufmerksamkeit des Polizeipersonales in dem Maße erregt, daß, wie ein reaktionäres Stuttgarter Lokalblatt offen zugesteht,„einige (!) Fahnder mit seiner Bewachung betraut wurden." Bei der Verhandlung, heißt es dann weiter, konnte dem Angeklagten der Ruf:„Schlagt ihn todt!" zwar nicht nachgewiesen werden, doch erinnerten sich die als Zeugen anwesenden Fahnder ganz bestimmt, den Ruf:„Wir gehen nicht fort, wir bleiben da!" vernommen zu haben. Und aus die Aussage dieser„ F a b n d e r" hin— dieser Stephan- deutsche Ausdruck bedeutet nämlich nichts anderes als Vigilanten, aus gut Deutsch Lungerer, Spione, Spitzel— beanwagt der Staatsanwalt mit Rücksicht aus die Gefährlichkeit der Droh- ungen(welche selbst die Spitzel nicht nachweisen konnten!!) sechs Monate Gesängniß! Und— o Schmach!—„der Gerichtshof schloß sich diesem Antrage an!" Aus die Denunziation einiger Spitzel hin, die in der Verhandlung nicht einmal auftecht erhalten werden konnte, wird somit ein ehrlicher Arbeiter, lediglich weil er eine rothe Kravatte und ein rothes Band um den Hut trug, aus sechs Monate sei- ner Freiheil beraubt! Was soll man zu solcher Infamie fegen? Muß sich nicht zedes redliche Herz gegen solche Bubenwirthschast empören, kann man es uns da übel nehmen, wenn wir die Hoffnung aussprechen, daß den Elenden, die ihr Amt zu so schnöder Parteijustiz mißbrauchen, bald und gründlich heim- gezahlt werde? Wir sind das Organ der Verfolgten und Unterdrückten, und in einer Zeit, wo man der Geduld des deutschen Michels so uner» hörte Dinge zumuthel, da ist wahrhastig die schärfste Sprache am Platze und zehnmal eher lassen wir uns den Vorwurf gefallen, wir schreiben zu scharf, als den, wir schreiben nicht scharf genug. Der deutsche Michel soll und muß aufgerüttelt werden, und da braucht es kräftig Musik! — Gottliebliches. In Stuttgart geht es wieder hoch her. Am 29. Juli wurde Genosse Pfau wegen Berbreimng verbotener sozia- listischer Schriften zu sechs Monaten Gesängniß, dem höchsten Strafmaß verurtheilt. Genosse Pfau befand sich seit Ostern in Untersuchungshaft. Gottlieb der Gerechte hat also gehörig Zeit gebraucht, um dem Angeschuldigten zu seinem Reckt zu ver- Helsen! Besser als der rothe Pfau kam der Uberaus ftomme Schreiner Zorn, ein echter Schwarzer, davon. Dieser Zorn war plötzlich hoch verdächtig, sozialistische Blätter verbreitet zu haben, deshalb kam der Zorn Gott— lieb» Uber ihn, so daß er schwer geprüft, behanssucht und zwei Tage in Hast genommen wurde, bis er sich von dem schweren Verdacht reinigen und seine volle Unschuld beweisen konnte. Wie dieser Mann Gottes dergestalt heimgesucht werden konnte— das vermögen nur die heiligen S t i e b e r und Kaltenbach aufzuklären, die ihre Wunder in Schwaben Gerechten und Ungerechten kund zu thun lieben, und wenn sie den Aus- erwählten ihre„Momente" durch die Engel des Stephan selber ins Haus schicken möchten. Darin besteht ja eben das echte„Wunder". — In Sachen des W e l t k o n g r e s s e s tagte in Zürich am 1. Aug. eine sehr gut besuchte kombinirte Versammlung der Mitglieder der sozial- demokratischen Partei der Schwei; und der deutschen Sozialisten Zürichs. Der Berichterstatter des schweizerisch!!!, Parteikomite's gab zunächst eine Darstellung der von dem Komite bis jetzt in Sachen des Kongresses unternommenen Schritte und präzisirte dann die Haltung des Komites dahin, daß dasselbe gesonnen sei, den Kamps um sein gute« Recht, einen Kongreß einzuberufen, nicht einzustellen. Nach einer kurzen Debatte erklärte sich die Versammlung mit diesem Vorgehen einverstanden. Her- vorgehoben wurde noch, daß man aus jeden Fall den Weltkongreß ö s s'e n t l i ch abzuhalten gedenke, ein Tagen hinter verschlossenen Thüren hätte für einen Kongreß, der von den organifirten Arbeiterparteien der verschiedenen Länder beschickt wird, keinen Sinn. Wir haben nichts zu verheimlichen; daß wurde unter lauter Zustimmung betont. Noch sei erwähnt, daß auch die Delegirtenwahl in der Schweiz zur Sprache kam. Anwesende Mitglieder des Gewerkschaslsbundes erklärten, daß sie gewillt seien, Genossen Seubert in Wiuterthur zum Delegirten vorzuschlagen, während die deutschen Sozialisten in Zürich ihren Genossen in der Schweiz, den alten Freiheitsveteran Joh. Phil. Becker in Gens vorschlagen werden. Die schweizerischen Genossen werden ihr Mitglied Tonzelt in Thür in Vorschlag bringen. — Aus Oesterreich hört mau auch nicht« als von Versamm lnngsauslösungen, Verboten, Konfiskationen und ähnlichen schönen Dingen, deren eine verbohrte, stupide und dabei durch und durch korrupte Regie- rung nur sähig ist. In Franzenthal in Böhmen wurde eine Versamm- lung mit der Tagesordnung:„Die achtjährige Schulpflicht" ausgelöst, weil der Redner, Genosse Vehr, als er aus die Verbrechen zu sprechen kam, da« Wort„P r o st i t u t i o n" gebrauchte. Unser Genosse Bebel, der einen geschäftlichen Abstecher nach Reichenberg gemacht hatte, wurde in einer Weise überwacht, als ob er allein im Stande sei, ganz Oesterreich- Ungarn umzustürzen. Nun, den Umsturz besorgen die Staatsweisen selbst am Besten. — In Belgien bleibt die Bewegung für dasallgemeine Wahlrecht unausgesetzt in Fluß und wird von unseren Genossen in großen Versammlungen tc. zu einer sehr srucklbaren Agitation benutzt. — Am 14. und 15. August findet in Huy der jährliche Kongreß der sozialistischen Partei Belgiens stall, der hoffentlich zur Weiterentwicklung derselben ein gute» Stück beitrage» wird. Unfern Brudergruß den wackeren Männern der Arbeit, die da zusammentreten! — Die Bewegung unter den Kohlenarbeitern des Borinage schreitet gleichfalls tüchtig vorwärts. Am 14. August findet in Warquignics ein Distrikls-Kongreß statt, um folgende Fragen zu berathen: 1) Abschaffung der Strafgelder und Lohnabzüge. 2) Schritte zur Beseitigung der Arbeitsbücher. 3) Herabsetzung der Arbeitszeit. Mit diesem Kongreß wird eine große Demonstrattou verbunden sein.— Der Landesausschuß der belgischen sozialistischen Partei veröffentlicht bereits in der„Voix de rouvrier" seinen Bericht an den Weltkongreß. Diejenigen, welche von geplanten Verschwörungen, Raub, Mord und Brand faseln, haben daher die beste Gelegenheit, das fürchterliche Schrift- stück zu studieren und das Anklagematerial aus das Erheblichste zu ver- mehren. Also nur frisch an's Werl, Ihr Herren! In Brüssel erscheint ein neues sozialistisches Organ,„1-a Justice sociale"(die soziale Gerechtigkeit). Die„Voix de rouvrier" hofft, daß sie mit ihr gute Bruderschaft werde halten können. Wir auch. — HerrGambetta verbismarckl sich mehr und mehr. Er hat seinem Vorbild den Staatssozialismus abgeguckt(freilich ist es ihm dabei ergangen, wie jenem Nebersetzer, der ein deutsches Werk, von dessen Existenz er nichts gehört hatte, aus einer fremden Nebersetzung in« Deutsche zurück- übersetzte— denn der Bismarck'sche Staatssozialis, nus ist doch nur eine obendrein recht schlechte Uebersetzung des Bonaparte'schen Sozialismus, der -„Napoleonischen Ideen"), und jetzt hat er ihm auch ein Stück Wahllaktik abgeguckt. Nachdem er, im Einverständnisse mit den Ministern, das Volk hat glauben machen lassen, daß die Neuwahlen zur Nationalversammlung erst im September oder Oktober stattfinden würden, hat er es fertig ge- bracht, daß der Wahltermin urplötzlich aus den 21. A u g u st verlegt worden ist. Durch diesen echt„staatsmännischen" Streich hofft der ban- krönte Prätendent die Opposition zu überrumpeln und sein leckes Schiff- lein bei der bevorstehenden Wahl in Sicherheil zu bringen. Von Clemenceau wurde die Taktik der Regierung s chars angegriffen, die faule Kammermajorität ging aber, freilich mit geringer Mehrheit, über das von ihm beantragte Tadclsvotum zur Tagesordnung über. Der Parlamentarismus ist überall gleich feig, gesinnungslos und korrupt. Da wir gerade bei der Wahlüberrumpelung sind, so sei daraus aus- merksam gemacht, daß B i s m a r ck seinen Plan noch nicht ausgegeben hat, und daß, wenn auch der Versuch, den Wahltermin schon in den August zu verlegen, gescheitert ist, der Versuch für den September wahrscheinlich wiederholt werden wird. Aus ehrlichem, gera'dem Wege kann der„Eiserne" nicht zum Ziele kommen, da muß durch derartige Coups das„Glück korrigirt" werden. Das Fiasko der französischen Kolonialpolitik tritt in Algerien, wo der Ausstand sich mehr und mehr verallgemeinert, immer greisbarer hervor. Es wäre lächerlich, wollten wir in das alberne Gerede versallen, die Franzosen verständen nicht zu kolonisiren. Sie verstehen es als Franzosen gerade so gut und so schlecht wie andere Nationen, z. B. die Engländer, die traditionell sür die besten Kolonisatoren gelten und deren Kolonialpolitik neuerding« in Südafrika, Mittelasien u. s. w. auf's Elendeste zusammengebrochen ist. Die schlechte französische Kolonialwirth- schast hat ihre Wurzel in der schlechten B o u r g e o i s wirthschast; die Bourgeoisie ist in Frankreich, wie anderswo, unfähig geworden,„an der Spitze der Zivilisation zu marschiren", sie hat ihre Mission erfüllt, und die Interessen der Zivilisation erheischen, daß mit der Bourgeoiswirth- schast endlich ausgeräumt und reiner Tisch gemacht wird. Das algerische System ist von unserem französischen Genossen Lasargue in der jüngsten Arbeiterversammlung des Elysee- Montmartre einer glänzenden Kritik unterworfen worden, mit der wir uns in unserer nächsten vcnmmer eingehend beschästigen werden. — Auch die spanischen Sozialisten werden demnächst einen Landes- kongreß abhalten, zu dem bereits zahlreiche Beitrittserklärungen vorliegen. — Das liberale englische Ministerium, welches in England und namentlich in Irland die reductio ad absurdum des Liberalismus mit solchem Erfolge betreibt, daß es in Irland nicht mehr weiß wo aus noch ein, hat einen glücklichen Fund gemacht, nämlich einige Höllenmaschinen, die aus Amerika importirt worden sind und nun dazu benützt werden, das senische Gespenst herauszubeschwören und dem etwas phlegmatischen John Bull das Gruseln zu lehren. Wenn die Jrländer aus Thomasuhren und Dynamit versallen, dann hat der Liberalismus natürlich recht, die irische Frage mit Rehposten zu lösen. Schade nur, daß die Höllenmaschinen bei genauer Betrachtung stet« an Gefährlichkeit verlieren, und daß selbst in England die Vermuthung Platz greift, die Polizei habe die ganze Geschichte veranlaßt. Man sieht, der Ruf der englischen Polizei ist nicht besser, als der ihrer festländischen Schwestern und man traut ihr ähnliche Geniestreiche zu. Wir sind indeß nach den uns vorliegenden Nachrichten geneigt, nicht an den Polizei- Ursprung der Höllenmaschinen zu glauben. Dieselben sckeinen allerdings senischen Ursprungs zu sein; und wahrhastig, die Jrländer haben eben- soviel Grund, an das Dynamit zu appelliren, wie die Russen. Ob sie dazu das gleiche Geschick haben, ist freilich eine andere Frage. Bis jetzt waren alle senischen Verschwörungen recht plump angelegt und von dem „infernalischen Raffinement" der Nihilisten nichts zu verspüren. Ueber- Haupt wird die senische Bewegung in Amerika wohl stark überschätzt. Es ist viel Renommisterei darin, und— viel Spionage.„Wo ein Feiner ist, ist auch ein Polizist", sagte neulich ein Londoner Korrespondent, und er hat nicht ganz Unrecht. Wenigstens bis jetzt hat es zugetroffen, während bei dem agrarischen Krieg, welche das irische V o l k in' Irland selbst führt, die englischen Spione abs olut nichts ausrichten und Verrälherei etwa« Unerhörtes ist.— Aus die Höllenmaschinen, welche dem Herrn Gladstone zu so gelegener Zeit in England gelandet find, werden wir zurückkommen, sobald authentische Nachrichten vorhanden sind. — Vom„sozial revolutionären" Weltkongreß. Auch im weiteren Verlauf erzählte Nr. 12— die Zeitungen nennen einen Bürger S ch a u b als Vertreter Deutschlands*)— recht niedliche Dinge. Unter Andern verkündete er:„Die deutschen Sozialisten sind entschieden gegen jedes Programm, ihr einziges Credo ist die soziale Revolution". Eine schöne Gegend ist auch der Delegirte Nr. 25. Dieser Schlaumeier gesteht erst ganz treuherzig, daß die italienischen Arbeiter meist konservativ oder indifferent seien, das revolutionäre Element bestehe aus den Bauern, den Kleinbürgern und dem,„was man gewöhnlich die Hese der Gesellschaft nennt"(verkommenen Individuen). Gleich daraus ist er aber der festen Ueberzeugung, daß die Revolutionäre bei der nächsten Gelegenheit Herren der Situation sein werden. Beweis: Die vielen kleinen Bauernrevolten, die jährlich stattfinden. Worin der Revolutionarismus dieser kleineu lokalen Revolten aber besteht, das sagt uns Str. 25 nicht. Die übrigen Berichte bewegen sich ungefähr aus der gleichen Höhe. Wenn wir ihnen Glauben schenken dürfen, so haben wir im nächsten Jahre die Weltrevolution. Ebenso äußerten die meisten Delegirten einen wahren Heißhunger nach Thaten, Thaten und wieder Thaten. Warum sie diese Thaten nicht schon längst gethan, wer sie eigentlich daran ge- hindert, das können wir aus den Berichten wieder nicht erfahren. Der russische Delegirte schwieg. Erbaulich zu lesen ist die Debatte über die Organisation. Da quälten sich die guten Leute gottsjämmerlich um die Realisatton der„liberte la plus absolue", der absolute ften Freiheit. Schließlich einigte man sich dahin, die Internationale mit einem im anarchistischen Sinn „verbesserten" Programm wiederherzustellen. Au« dem Generalrath wurde ein Auskunstsbüreau gemacht und dergleichen mehr. In einer Schlußresolution wurde noch der ungesetzliche Weg auf's Dringendste anempfohlen, selbstverständlich auch da, wo absolut keine Veranlassung sür denselben da ist. Weshalb und wie z. B. die Schweizer „ungesetzlich" vorgehen sollen, kümmert die Herren nicht. Ungesetzlich, nicht weil'« nothwendig, sondern weil's ungesetzlich ist. Es klingt halt gar zu schön. Gönnen wir den guten Leuten ihr kindliches Vergnügen. *) Charakteristisch ist übrigens, daß selbst die„Freih." von diesem Bürger 12, diesem Mundstück„der deutschen Sozialisten", nicht viel wissen zu wollen scheint. Wenigstens geht sie in ihrem Kongreßberichl über Nr. 12 mit„höflichem Stillschweigen" zur Tagesordnung über. Er hat's auck» zu arg gemacht! Korrespondenzen. — NowaweS, 26. Juni. Am 14. d. M. erschien der Staats- anwalt vom Landgericht Potsdam mir einem Schreiber und dem Orts- Vorsteher von Neuendors bei unseren Genossen Wille und H e r r l i n g, um aus Grund einer Aufforderung de« Staatsanwalt« zu Würzburg, welcher in den Besitz der Adressen der Obengenannten gekommen sein will, den„Sozialdemokrat" zu suchen. Da wir indeß schon 14 Tage vorher durch die in seliger Siegesgewißheit verübten Ausplaudereien der Neuendorser Ortsbehörde und ihrer tölpelhasten Dienerschaft davon in Kcnntniß gesetzt worden waren, konnten unsere beiden Genossen sich noch rechtzeitig aus den Besuch vorbereiten, und die Herren Haussucher hatten das Nachsehen. -— Die Itaatsanwalrschasl Würzburg hal ihren Kollegen zu Potsdam ein großes Stück unnöthiger Arbeit verursacht, indem sie die Hausnummer des H. mit 23 anstatt 33 angab. Diese Staatsretter gerietheu daher zunächst in das Haus Großbeerenstraße 23, Neuendorf, fragt dort nach H., und obwohl ihnen geantwortet wurde, man habe di esen Namen noch nicht gehört, ein H. wohne nicht da, schenkten sie den Leuten doch keinen Glauben, es wurde ganz verzweifelt gehaussucht, fast das Unterste nach oben gekehrt, natürlich ohne jeden Erfolg. Komisch war noch die Be- merkung des Herrn Staatsanwalts, die er, als er bei H. unverrichteter Sache abziehen mußte, an diesen richtete:„Warum geben Sie uns denn den„Sozialdemokrat" nicht, wir wissen ganz genau, daß Sie denselben bekommen, wir kennen schon die rochen kleinen Kouverls— wir misten wohl, daß, wenn wir fort sind, Sie uns hinterm Rücken auslachen werden." — Zu bemerken ist noch, daß man 5 Tage vor der Haussuchung einen an Serrling gerichteten Brief auf der Post öffnen ließ, natürlich ohne das esuchte zu finden. Mögen sich die Genossen dies als Warnung dienen lassen und außer Kurs gesetzte Adressen sofort vernichten. Am 20. d. M. hielten oie Fortschrittler unter dem Borsitz eines Fabrikanten Mos eine ösientliche Versammlung ab, welche von ungesähr 300 Personen besucht war. Der mit Hilse unserer Genossen in den Reichstag gewählte Abg. Wöllmer referirte. Auf der Tagesordnung stand Rechenschaftsbericht des Abg. Wöllmer und die Anträge des Reichs- kanzlers. Herr Wöllmer berichtete, daß nur eine Partei, nämlich die fortschrittliche, mit ungebrochenen Flügeln zu ihren Wählern zurückkehre, kam auf die verschiedenen Zölle zu sprechen, die er sehr mißbilligte. Auch konnte er nicht unterlassen, uns Sozialdemokraten, die wir geschlossen am Platze waren, und da er auch wahrscheinlich auf uns aufmerksam gemacht worden war, zu vernichten. Auf die Sozialdemokratie näher eingehend, bemerkte er, er, Redner, habe gegen die Herren Bebel, Liebknecht und die sozialdemokratischen Abgeordneten überhaupt nicht das Geringste ein- zuwenden, und er müsse zugeben, daß diese Herren ganz gewiß die beste Absicht hätten, den Arbeitern zu helfen, erkennt auch das Programm der Sozialdemokratie als ein in allen Punkten ausgedehntes gediegenes an, hält es aber nach seinen Ansichten— für undurchführbar. Deshalb ersucht er die Herren Sozialdemokraten, sich in der Ber- sammlung endlich bekehren zu lassen und sich der Fortschrittspartei an- zuschließen, da er, Redner, das sozialistische Programm nur unter der strengsten Despotie eines Staates für durchführbar halte. Redner kommt dann auf seine eigene Meinung zu sprechen, hält näm- lich ein Hand in Handgehen der Arbeiter und Arbeitgeber, da beide Interessen ein- und dieselben seien, zur Besserung der Arbeiterlage für geboten. Redner schließt unter mattem Beifall seiner treuen Anhänger. Einer Auffordeiung, dem Redner Fragen zu stellen, oder ihn zu iuter- pelliren, folgte ein Genosse, Patzschky, um ihn in Betreff der beiden letzten Punkte zu widerlegen. Doch kaum hatte er begonnen, als ihm der Präsident mit den Worten entgegentrat:„Da Sie die Sozialdemokratie Herrn Wöllmer gegenüber in Schutz nehmen wollen, lo entziehe ich ihnen hiermit das Wort", wo- gegen unsere Genossen energisch protestirten. Hierauf polterte ein Herr Reutier Kühne los: Die heutige Versamm- lung sei doch nur eine fortschrittliche und hätten die Sozialisten nicht das Recht, Lärm zu machen. Genosse Wille ergreift das Wort zur Geschäfts- ordnung, denn nur auf diesem Wege war es möglich, noch einmal das Wort zu erlangen, und ruft dem Herrn Kühne zu, wie er es nur wagen könne, den Sozialisten das Recht, in der Versammlung zu sprechen, streitig zu machen, und fährt fort: Wer hat denn Herrn Wöllmer in den Reichstag gebracht, die Fortschrittler oder die Sozialdemokraten? Lediglich die Sozialisten, wie überhaupt viele fortschrittliche Abgeordnete nur mit Hilfe der Sozialisten gewählt worden sind. Wöllmer sucht alsdann zu beweisen, daß er durchaus nicht die Absicht gehabt habe, die Sozialdeniokraten zu kränken. Als aber die Herreu merkten, daß sich die Debatte noch länger ausdehnen könnte, wurde schnell ein Schlußanlrag gestellt, welcher von der Versamm- lung nicht angenommen wurde. Trotzdem schloß der Präsident die Per- sammlung, was ziemliche Unzufriedenheit erregte. Wir aber wissen, wie wir das nächste Mal zu stimmen haben. — Halle 0. S«, 13. Juli. Der Reigen ist eröffnet. Einer der ersten von den zahlreichen Ausgewiesenen von Berlin, Hamburg und Leipzig, ist, gehetzt von der Polizei, hier am Ort vom Tode ereilt worden. Unser Genosse, der Former und ehemalige Gastwirth und Bierverleger Gustav Anlauf, geb. am 23. April 1843, war vom April 1875 bis zu seiner Ausweisung aus Berlin im Oktober 1879 Inhaber einer Restauration an der Köpnikerstraße zu Berlin. Ausgewiesen, geschäftlich ruinirt, von Frau und vier Kindern gerissen, suchte er sich in Leipzig ein neues Unterkommen, nicht ahnend, daß auch hier eine niederträchtige Regierung und Polizei ihn nicht in Ruhe lassen würde. Von den jüngsten Ausweisungen mir betroffen, begab er sich nach Halle und erhielt als Former in der Maschinen- und Dampfkessel- Armaturen. Fabrik und Eisengießerei von A. L. G. Dehne am 11. Juli Arbeit. Nicht mehr an eine Hitze von Uber 50 Grad, wie sie in der schlecht ventilirteu Eisengießerei herrscht, gewöhnt, Groll im Herzen über die Gemeinheiten der„von Gott eingesetzten" Obrigkeit, voller Sorge um seine vier Kinder und seine hochschwangere in Leipzig verbliebene Frau, arbeitete er mit dem größten Fleiß— er verdiente in dieser Woche über zwanzig Mark— bi» Sonnabend den 16. Juli, Abend« 6'/« Uhr. Da traf ihn ein Schlaganfall. Er brach zusammen, ein Opfer auf dem Ichlachtselde der Industrie! Parteigenossen! Ihr werdet vielleicht glauben, daß nach erfolgter Katastrophe dem ohnmächtig Daliegenden sofort jene Hilse zu Theil wurde, von welcher unsere Schlotjunker im Parlament heuchlerisch prahlen? Weit gefehlt! Da war von den vielen Beamten nicht Einer zu sehe». Kein Arzt, kein Korb für Verunglückte, keine helfende Hand war vorhanden. Seine Mitarbeiter betteten Anlauf auf einen Stoß Roheisen aus dem Hose der Gießerei und schoben ihm ein Bündel Stroh unter. So lag der Un- glückliche 1'/, Stunden im Schmutze. Ein Droschkenkutscher ver- weigerte seinen Transport. Um 8 Uhr endlich wurde er nach der alten Klinik getragen, wo nach Aussage zweier Austaltsbeamten der Arzt erklärte:„Wäre der Kranke eine Stunde früher hergebracht worden, so wäre ihm noch zu helfen gewesen". Um 11 Uhr Abends verschied Anlauf. Seine Beerdigung am 19. Juli vollzog sich unter reger Theiluahme der hiesigen Genossen. Dem Sarge folgten die Verwandren des Vcr- storbcneu. An diese reihten sich 15 Ausgewiesene an, dann die Halleschen Genossen und das Gießerei-Personal der Fabrik. Die Ausgewiesenen und die Hallenser Genossen trugen rothe Nelken im Knopfloch und unter den zahlreichen den Sarg bedeckenden Kränzen befanden sich zwei mir rorhen Schleifen, von den Ausgewiesenen und Hallenser Genossen nieder- gelegt. Damit aber Genosse Anlauf nicht in Ruhe zu Grabe geleitet werde, hatte sich die ganze Hallenser Polizei eingesunden. Schon in der Leichen- halle des pathologischen Instituts sah man die konfiszirren Gesichrer der Kriminalpolizei, und als der Sarg ins Grab gesenkt wurde, lugte hinter jedem Gebüsch ein rothgekragter„Zaruck" hervor. Ter Ausgewiesene Genosse Kießling schickte sich dazu au, dem Ver- storbcuen einige Worte des Andenkens zu widmen. Der anwesende, dicht am Grabe stehende Kriminalkommissariu« Grosse unterbrach ihn jedoch: Er könne Reden von ihm(Kießling) nicht dulden, da er kein Geistlicher sei. Als Kießling ihm erwiderte, der Verstorbene sei Dissident und brauche keinen Geistlichen, da erhielt er zur Antwort: Das sei ganz gleich, 'er als Kriminalkommiffarius werde durchaus nicht dulden, daß hier Reden gehalten würden. Nun, auch ohne Rede wußten wir, woran wir waren. Wer ist, sagten wir uns, am frühzeitigen Tode unseres Genossen schuld? In erster Linie die preußische Regierung mit ihrem infamen Ausnahmegesetz und Belagerungszustand. Wäre Anlauf nicht aus Berlin und Leipzig ausgewiesen und gezwungen worden, eine seit 8 Jahren nicht mehr gewohnte Beschäftigung wieder zu ergreisen, er wäre noch nicht gestorben. Das, was mau durch Annahme des Sozialistengesetzes und Verhängung des Belagerungszustandes über Berlin, Hamburg und Leipzig allen Sozialdemokraten zugedacht, durch geschäftlichen Ruin auch die Lebens- bedingungen zu untergraben, also ein rasfinirtes Sibirien ist es, dem unser Genosse Anlauf unterlegen ist. Wir sind ferner fest überzeugt, daß die Hallenser Polizei dadurch, daß sie der Direktion der Dehn'schen Fabrik im Lause des Nachmittags am 16. Juli die Ordre zugehen ließ, man möge Anlauf als einen höchst gefährlichen Sozialdemokrat entlassen, was Aulauf wahrscheinlich noch im Laufe des Nachmittags durch die Direktion erfahren hat, die intellektuelle Urheberin des Schlagansalles ist. In zweiter Linie ist für den vorliegenden Todesfall die Direktion der Dehn'schen Fabrik verantwortlich zu machen. Diese Fabrik mit einem Arbeitspersonal von ungefähr 300 Mann hat wohl eine Tampfspritze, um gegen Feuersgefahr geschützt zu sein. Aber um das Leben eine« Arbeiters zu retten, ist nicht einmal ein Krankentransportkorb vorhanden, so daß zur neuen Klinik, dann zum Rathhaus und zur alten Klinik geschickt werden mußte, um einen Transportkorb zu erhalten und die Aufnahme Anlauf's zu bewirken. Geradezu unverzeihlich aber ist es, daß die Beamten der Fabrik nicht einmal einen Arzt holten. Der Fabrikinspektor von Halle hätte, wenn er sein Amt ernst nimmt, wohl zu berücksichtigen, daß bei einer so langen Arbeitszeit— öfters von früh 5 bis Abends 9 Uhr— bei schlecht ventilirten Arbeitsräumen und größter Hitze solche Unglücksfälle öfter vorkommen können, und er hätte' daher zu veranlassen, daß von Seiten des Fabrikbesitzers für bessere Ventilation, schnelle ärztliche Hilfe und Krankentransportkorb Sorge gettagen wird. Die Herren Stumm und Genossen im Reichstag können nicht genug von der Humanität der Fabrikanten gegenüber ihren Arbeitern schwatzen. In der Praxis aber ist von dieser edlen Eigenschaft nichts zu spüren. Wir aber werden nicht vergessen, daß es Polizeiversolgungen und Rücksichtslosigkeit des Arbeitgebers waren, die unseren Genoffen vor der Zeit aus unserer Mitte rissen. Ein aus Berlin und Leipzig Ausgewiesener. — Vom Ober-Main. Zu den Wahlen. Es gibt gewisse Leute, die Wahlenthaltung um jeden Preis anrathen, jedoch nicht bedenken, daß sie dadurch(bewußt oder unbewußt, bleibe dahin gestellt) der Reaktion in die Hände arbeiten. Zum Beweis sei nur darauf hingewiesen, daß die Gegner aller Schattirungen bei den Wahlen, wo wir Sozialisten in Betracht kommen, derart in Aufregung gerathen, daß man meinen könnte, man hätte es mit Tollhäuslern zu thun. Wenn nun gewisse Leute dreist behaupten, daß das Wählen ohne Be- deutung sei, warum das Ausbieten aller Kräfte seitens der Gegner? Ist dies nicht der beste Beweis, daß das Wählen gerade jetzt für uns eine Lebensfrage ist? Man spricht von hinausgeworfenem Geld— dasselbe sagen auch die Reaktionäre! Darum auf zur Wahl, kein Opfer, keine Mühe gescheut! Wir wählen nicht des Wählens willen, wir wählen, um zu Protestiren gegen Unrecht und Vergewaltigung. Wer sich fern hält, oder gar dagegen wirkt, der verdient den Namen eines Revolutionärs nicht; er arbeitet sür die Gegner und kräftigt zum Gaudium derselben die Reaktion! Die Bolksparteiler sind echte Schlaumeier! Bei den letzten Landtags- wählen wurden sie in Würzburg von den Sozialdemokraten unterstützt und brachten es dadurch aus die doppelt so hohe Zahl Stimmen, als sie vorher gehabt hatten. Nach der Wahl hieß es in ihrem Organ,„die Volkspartei habe sich mehr als verdoppelt, und sehe man daran, daß das Volk sich von der Wahrheil ihres Programmes mehr und mehr Uber- zeuge. Die Sozialdemokraten kämen gar nicht mehr in Betracht, da Niemand von den Utopieen dieser Leute serner etwas wissen wolle." Das ist der Dank der„Herren"! Bringen wir sie nicht wieder in Ver- suchung. Ein Alter, der auch zur„alten Garde" zählt. — PariS, 25. Juli. Die von der Bundesvereinigung der Arbeiter Mittelsrankreichs zur Besprechung der bekannten Marseiller Vorgänge veranstaltete Versammlung im Elisee Montmartre war von ungefähr 15—1600 Mann besucht. Zu derselben waren Uber fünfzig Be- grüßungsschreiben und Zustimmnngsadressen eingelaufen: von italien- ischen Vereinen in Mailand, Livorno, Mautua, Rom und Turin, von russischen Revolutionären in Odessa, von den Delegirten der deutschen Sozialdemokratie, von schweizerischen, spanischen, portugiesischen und belgischen sozialistischen Organisationen, sowie von etwa 30 Gemerkschasten, Arbeiter- und sozialistischen Vereinen jeder Art aus allen Theilen Frank- reich« und aus Algier. Viele aus- und inländische Bereinigungen halten sich durch Abgeordnete vertreten lassen; anch der VandeSausschuß der deutschen Sozialdemokratie in der Schweiz hatte zwei in Paris wohnende Genossen mit der Vertretung der deutschen Partei beauftragt. Es ergriffen zwölf Redner das Wort, von deren Reden namentlich die der Genossen Lecler, Guesde, Labusquiöre, Fourniöre und der Genossin Rouzade hervorzuheben sind. Alle Redner waren darin einig, daß die traurigen Marseiller Ausläuse und Blutszenen im Grund lediglich aus wirthschaftliche Ursachen, aus die Verdrängung der ein- heimischen Arbeiter durch die zu diesem Zweck von dem ausbeuterischen Kapital herangezogenen minderbezahlten italienischen Arbeiter zurückzu- führen sei. Ebenso einstimmig waren aber auch alle Versammelten darin, daß der Haß der französischen Arbeiter sich nicht gegen die durch den Kamps ums Dasein zu dieser brudermörderischen Konkurrenz g e- z w u n g e n e u italienischen Arbeiter, sondern ausdrücklich gegen das rücksichtslose Ausbeutcrthum oder vielmehr die kapitalistische GesellschastS- form zu wenden habe. Es ist mit Genugthuung festzustellen, daß sich keine einzige Aeußerung nationaler Voreingenommenheit bemerklich machte. Ten besten Beweis sür die erfreuliche, rückhaltSlose internationale Stim- mung der Versammlung lieferte die begeisterte Aufnahme der Genossin Rouzade, welche die volksbetrllgerische Fabel vom sogen.„Baterland" vernichtend krilisirtc. Gen. Guesde forderte zur Einigung aller aus- geklärten Arbeiter in einer sich aller gegebenen Mittel bedienenden sozia« listischen Arbeiterpartei aus und Gen. Lecler legte außer der Beschickung des Parteikongresses zu Reims auch die des sozialistischen W e l t k o n- g r e s s e s zu Zürich ans Herz. G. — Bialystvck,(Gouvernement Grodno, Rußland) 12., 24. Juni. In den Jahren 1877 und 1878 schrieben die Tuchsabrikanten ins Ausland nach Arbeitern, weil es hier angeblich an Arbeitern fehlte. Das war aber durchaus nicht der Fall; wir Inländer hatten nur etwas höhere» Lohn verlangt und deshalb suchten sie Ausländer herzuziehen, um un« zu zwiebeln; es half ihnen aber nichts— wir sahen uns gezwungen, die Arbeil einzustellen. Daraus wollten sie uns mit der heiligen Polizei ins Bockshorn jagen: wenn wir nicht sür den alten Lohn arbeiten wollten, so würde man für die Inländer Arbeit besorgen, wo sie noch billiger werden arbeiten müssen— und die Ausländer ins Ausland ausliesern. Ferner wollten sie uns mit Arbeitsbüchern schrecken, die für jeden Arbeiter obligatorisch sein sollten und in welche die ganze Aufführung eingetragen werden sollte. Das Büchlein enthielt eine Reihe sehr schöner Paragraphen; so war es verboten, daß in der Fabrik zwei oder drei Arbeiter zusammenstehen; Tabak oder Zigarren zu rauchen wurde ebenfalls untersagt; mit Allem, was der Meister oder der Prinzipal anordnen, sollen die Arbeiter zu- frieden sein, keine Klagen erheben; wer einen halben oder einen ganzen Tag ausbleiben will, muß vorher um Urlaub bitten; kurz, sie wollen aus der Fabrik ein Zuchthaus machen. Seil zwei Jahren geht jetzt das Geschäft nicht mehr, die Hälste der Arbeiter ist arbeitslos und die noch Arbeit haben, müssen sich mir Hungerlöhnen begnügen. So dürfen beim Hrn. Hermann Komichau, einem Millionär, die Arbeiter höchstens ans drei Rubel per Woche kommen; damit soll ein Familienvater durchkommen, während bereits ein Lediger drei Rubel Kostgeld zahlt, die Wäsche nicht eingerechnet. Jetzt ist den Fabrikanten plötzlich das Herz weich geworden wie ein Lämmerschwanz; sie thun ihre milde Hand aus und haben eine Unter- stützungskaffe gegründet, aus der alle Arbeitslosen Brod bekommen sollen, 10 Psniid pro Woche die Person; ebenso sollen die großen Familien Broö sür den halben Preis erhalten, aber die Herren finden immer einen Grund, die Angemeldeten abzuweisen: der eine hat einen Bruder, der in Arbeit steht, der andere eine Schwester, der drille einen Vater n. s. w. Ich schließe mein Schreiben und bitte, Sie möchten so gut sein, das- selbe zu verbessern«) und in den..Sozialdemokrat" auszunehmen. Auch unter den hiesigen Arbeitern bricht sich die Idee des Sozialismus Bahn. Mit sozialdemokratischem Gruß! � P' — Cincinnaei, 11. Juli. Nun haben auch wir unser Attentat gehabt. Es war die natürliche Folge unseres Systems: Der König im *) Was wir nur insoweit gcthan, als zum Versrändniß des Briefes un« unbedingt nothwendig erschien. Anw. d. Redakr. Frack hat hier ja eben soviel Gewalt, wie der mit der Krone. Ich will wegen Raummangels nicht aus das Nähere eingehen. Die republikanische Kouvention in Chicago war gespalten, auf Seite der Spießbürger stand der Finanzminister Sherman, auf Seiten der großen Monopolisten General Grant. Die Grantleute hielten 4 Tage fest' zusammen, endlich wußte der schlaue Garfield Rath: er schloß mit den Anhängern Grants ein Bünduiß; der in Neu-Aork vom Prä- sidenten Hayes abgesetzte Zollhausschwindler Arthur wurde neben Gar- field als Vizepräsident ausgestellt. Jndeß waren nicht alle Grantleute damit zufrieden, besonders grollte Conkling in New-Iork. Er ver- hielt sich bei der Wahl die erste Zeit ganz kühl, erst in letzter Stunde noch besuchte er Garfield und ging dann aus Agitation. Seine Hilfe war sür die Wahl Garfields entscheidend. Dafür wollte er aber auch mit befehlen. Garfield ließ ihn aber bei passender Gelegenheit abblitzen, worauf Conkling mit noch einem seiner Leute, Senator Platt, aus dem New-Iorker Senat austrat. Eine Neuwahl wurde nothwendig, und nun ging dasselbe Spiel los, als in Chicago, lieber zwei Monate dauert jetzt schon die Katzbalgerei im New-Dorker Senat, das Ende ist noch nicht abzusehen.(Der Konflikt ist inzwischen durch einen Kompromiß beigelegt worden. Die Red.) War es nun ein Wunder, wenn ein verrückter Anhänger der Conkling- Partei infolge dieser Vorgänge in New-Dork auf den Gedanken kam, Garfield aus dem Wege zu schaffen? Der Attentäter ist ein gemeiner Aemterjäger, er war Advokat, Pfaffe und auch schon Kommunist in der Oneida- Gemeinde, aber da er in der Kommune essen wollte ohne zu arbeiten, wurde er dort nicht alt, sondern brannte durch. Das sind nackte Thatsachen, aber auch Garfield war Advokat und Pfaffe; beide also sind denselben Weg gewandelt, der zum höchsten Fachpolitiker-Amt führt. Hayes wurde von seiner Partei hineingezählt, Garfield wird von einem Parteigenossen herausgeschossen. Sollte Garfield sterben, was ohne seine starke Konstitution und vor Allem ohne die sorgfältige Pflege längst geschehen wäre, so wird Arthur, der abgesetzte Zollhausschwindler, Präsident.— Die Arbeuerbewcguiig wächst hier, sie geht über den Streit der Sozialisten zur Tagesordnung über, die Sozialrevolutionäre beschicken den Kongreß in London, der andere Flügel will den Züricher Kongreß mir zwei Mann beschicken. Die erst Vorgeschlagenen, Jonas und Douai, haben abgelehnt, jetzt sind Winter und Mac Guirc in Vorschlag ge- bracht worden. ES sind das beides Männer, die hier die Partei durch Preßknebel- gesetze zusammenhalten wollten, das ging aber nicht an, statt zu halten, haben sie zerstört.«) Denkende Menschen lassen sich nicht einschränken, nur freie Diskussion kann die Geister zusammenhalten. Aus meine letzte Korrespondenz hal Niemand geantwortet, letzthin war ich in Chicago, auch dort hat das Wählen, wenn sie sich nicht lächerlich machen wollen, ausgespielt. Es gibt eben nur einen Weg— vom ökono- mischen zum politischen Kampf; die Sozialisten mögen ihre Bereine haben, aber die Armee der Slimmgeber ist in den Gewerkschaften, diese gilt es zu schulen. Carl Schumann. *) Inwieweit dieser Vorwurf berechtigt ist, ist hier nicht der Ort zu entscheiden, so viel glauben wir indeß bemerken zu müssen, daß es sich in der betr. Angelegenheit unseres Wissens weniger um eine Preßknebel- ung, als um das Einhalten einer für jede kämpfende Partei nothwendige Parteidisziplin handelte, lieber den Grad derselben mögen die Ansichten auseinander gehen, die Nothwendigkeit an und sür sich liegt indeß auf der Hand. Sozialistischer Weltkongreß. Wir machen(wiederholt) bekannt, daß der Kongreß auf alle Fälle in der Schweiz stattfindet und ersuchen alle Sozialisten, welche ihn be- suchen wollen, sich direkt mit uns in Verbindung zu setzen. Das Komire der sozialdem. Partei der Schweiz. Adresse: I. Obrist Hottingen-Zürich. Briefkasten der Expedition: Lausitzer Rothhaut: 81,75 Ab. 1. Qu. erh. Weiteres erwartet.— Vom Neckar: Mk. 46,20 k Cto nebst Ggrechng. gutgebr. Alles beachtet.— Ag. d. Br. M.-Pillen: Mk. 12,55 s. Schrsr. u. Mk. 2,45 s. Ufds. erh. Versch. Dosen zu gleicher Zeit nicht gesund. deshalb aus einen Rutsch.— H. R. Land.; Liegt nicht an uns. Donners- lag Mittag wird stets versandt. Ausstellg. erh. Sendg. s. L. hierher.— Ahasverus: P. wird besorgt. War mißverstanden.— C. A. B.: Mk. 3,— Ab. 3 Ml. d. L. erh.— P. G. Q. Arnh.: Fr. 5.- Ab. 3. n. 4. Qu. erh.— N. N. Prag: Bf. v. 28 erh. Nachlsrg. für G. bewirkt. Folgen 115.— Rothschwanz: Mk. 14,60 s. Ilsds. u. Mk. 3,— Ab. 3. Qu. für 1 Expl. erh. Wie steht« mit dem zweiten?— S. Unruh: Bs. v. 30. 7. erh. und am 1./8. erwiederl. Alles vorgemerkt. Sdg. folgt mit 32.— C. T. a. Main: 2. u. 3. Qu. in Ordnung. Neue Adr. vorgemerkt.— Fliegender: Mk. 100,— nach Borsch, verw. Wunsch postwend. erfüllt.— Naso: Alles nach Borschr. geb., siehe Ilsds.— Gen. in Est.: Mk. 3,— Ab. 3. Qu. erh. Nachliefrg. bewirkt.— Str.— y— r; ö. st. 1,— f. Schft. erh. Alles besorgt.— Elsasser Frde: Fr. 11,30 pr. 3. Qu. durch — rj. erh.—0— Hu: Mk. 45,70 Ab. 3. Qu. u. Schft. zuzügl. Verläge gutgebr. Weiteres notirl.— F. Sch. D.: Mk. 6,20 Abonn. bis Ende Nov. u. Strafporto erh.— H. M. A. H.: Mk. ILO Portozuschl. erh. Größerer Druck— weniger Inhalt. Hinc illae--!— C. M. Z.: Mk. 5,— Ab. 3. Qu. erh. Deckadr. war 14 Tage verreist. Anzeigen. Durch die linterzeichnete, sowie durch die Volksbuchhandlung in Hottingen-Zürich, Kasinostraße 3, sind zu beziehen: Die Sozialdemokratie vor dem deutschen Reichstag. Stenographischer Bericht der Berathungen des deutschen Reichstags über die Verhängung des„kleinen Belagerungs- zustandes" in Berlin, Hamburg, Altona u. Umgegend in den Sitzungen vom 30. u. 31. März 1881. Preis für Einzelexemplare: 50 Pf.(20 Psg. Doppelbriesporto beijügen); bei Partien von 10 Expl. an: franko für Rabatt. Ferner: Bebels Rede über das Unfallverstcherungsgesetz. Gehalten in der Reichstagssitzung vom 4. April 1881. Preis per Einzelexemplar: 10 Ps.(Porto extra); bei größeren Partien wie oben. Der Ertrag ist für die Familien der Ausgewiesenen bestimmt. Die Eipkditiou des„Soiialdemokrat". Istid»»«!«»»» Gomm. Arbeiter-Bildungs-Vereia _ 49 Tottenham Street. Tottenham Court Road. Die Wirthschaft des Vereins ist geSTnet von Morgens 9 bis Xachts 12 Uhr. Wir ersuchen die reisenden Genossen auf unsere Adresse zu achten. 1. A.: Der Sekretär: G. Lemke. SAaui). vtt«intd»ä>>>ruil«»»i Hottiniien-Zürit