Hrschetnr wöchentlich einmal in Zürich(Schweiz) leilig A. Herter, Hottingen-Zürich Kasinostraße 3. NoSselldungell franco gegen franco. Gewöhnliche Briefe nach der Schweiz kosten Doppelporto. Jentral-Hrgan der deutschen Sozialdemokratie Abonnements Werden nur beim Verlag und dessen bekannten Agenten ent» gegengenommen und zwar zum voraus zahlbaren Vierteljahrspreis von: Fr. 2.— für die Schweiz(Kreuzband) Mk. 3.— für Deu'icHand(Couv-rt) st. 1. 70 für Oesterreick(Couvert) Fr. 2. 50 für alle übrigen Länder de? Weltpostvereins(Kreuzband). Zuseritk Die dreigespaltene Petitzeile 25 CtS. 20 Pfg. N? S«. Donnerstag, L September. 1881. Ali« an die Koriespolldeuteu uni Adouneilieu de»„Sozialdemokrai". Da d-r.Sozialdemokrat' sowohl in Deutschland als auch in Oesterreich verboten ist, bezw. Versolg« wird, und die dortigen Behörden fich all« Mühe geben, unsere Lerbindungcn nach jenen Ländern möglichst zu erschweren, resp, Briefe von dort an uns und unsere Zeitungi- und sonstigen Sendungen nach dort abzusaugen, so ist die äußerste Borficht im Postverlehr nothwendig und darf leine Vorsichtsmaßregel versäumt werden, die Brieimarder über den wahren Absender und Empsänger, sowie den Inhalt der Sendungen zu täuschen, und lehtere dadurch zu schützen. Hauptersorderniß ist hiezu einerseits, daß unsere Freunde so selten als möglich an den.Sozialdemokrat', resp. d-sten Berlag selbst adresfiren, sondern fich möglichst an irgendeine unverdächtige Adresse außerhalb Deutschland? und Oesterreichs wenden, welche fich dann mit uns in Verbindung setzt! anderseits aber daß auch uns möglichst unversängliche Zustellungsadressen mitgetheilt werden. In zweiselhasten Fällen empfiehlt fich behufs größerer Sicherheit Ziekommandirung. Soviel an uns liegt, werden wir gewiß weder Mühe noch Kosten scheuen, um trotz aller ent- gegenfiehenden Schwierigkeiten den. Sozialdemokrat' unsern Abonnenten möglichst regelmäßig zu liesern. Zum 2. September. Die Schlacht bei Alenyeim.�) Von Ködert Zilltheis. (Aus dem Englischen.) Der alte Thomas saß in wachem Traum Bor seiner Hiitte nach des Tages Mühen; Behaglich sah er fern am Waldessaum Den letzten Schein des Abendroths verglühen, Indessen spielend in dem weichen Gras Die kleine Enkelin zur Seit' ihm saß. Zum Bruder Peter streckte sie die Hand, Der dort ein rundes Ding getragen brachte, Ein eigner Fund, den an des Baches Rand Er eben erst beim frohen Spielen inachte. Großvater sollte sagen, was da» wär' Das seltne Ding, so rund und glatt und schwer? Der Alte nahm es seufzend in die Hand Und schüttelte das greise Haupt und nickte, Jndeß der kleine Peter bei ihm stand Und voll Erwartung ihm in'S Auge blickte: „'Res armen Burschen Schädel ist das Ding, Der bei dem großen Sieg zu Grunde ging!" „Ich finde sie im Garten ohne Zahl, Als wenn sie Jemand dort gesäet hätte, Und wenn ich ackern geh' in Berg und Thal; Entreißt der Pflug sie ihrem kalten Bette: Viel tausend Männern hat den Tod gebracht Die große, schöne, hochberllhmte Schlacht." Klein Peter rief:„O weih' uns darin ein, Wie sich das Alles so hat zugetragen?" Sein Schwesterchen sah ganz verwundert drein Und fing dann an den Alten auch zu fragen: „Was siel den dummen Leuten denn nur ein, Dag Einer wollt' des Andern Mörder sein?" Der Alte drauf:.„Die Britten siegten zwar, Und die Franzosen flohn aus diesen Landen, Doch was der Grund von all' dem Morden war, Das Hab' ich wahrlich niemals recht verstanden: Nur hieß es stets, sprach man von diesem Krieg: Es war ein schöner, hochberühmter Sieg I" „Mein Vater wohnte dort in Blenheim drauß' Friedlich und still an jenes Baches Rande. Sie steckten überm Kops ihm an das Haus, Und flüchtig mußt' er ziehen durch die Lande Mit Weib und Kind, zum Bettler ganz gemacht: O, welche schöne hochberühmte Schlacht!" „Mit Schwert und Feuer ward das ganze Land Ringsum verwüstet nach dem großen Siege, Manch' junge Mutter ihren Tod dort fand, Verschont ward nicht der Säugling in der Wiege: Doch solcher Lumperei'n wird nicht gedacht Bei einer schönen, hochberühmlen Schlacht!" „Entsetzlich sagt man, war es anzuschaun, Wie nach dem Sieg das Schlachtfeld man gesunden: Viel lausend Leichen sah das Aug' mit Graun Verwesend ring«, bedeckt mit blut'gen Wunden: Doch solcher Lumperei'n wird nicht gedacht Bei einer schönen, bochbcrühmten Schlacht!" „An Ehr' und Ruhm ward Herzog Marlbrvugh reich, Auch Prinz Eugen au Ruhm vor Allen ragte," „Ei was, es war ein rechter Schurkenstreich", Die kleine Enkelin da ziwi-s sagte. „Rein, nein, mein Kind, u sprichst zu unbedacht, Es war'ne schöne, hochberühmte Schlacht!" „Ja, Jeder pries den Herzog Marlbrvugh sehr, Weil er den großen Sieg davon getragen." „Doch was entstand denn Gutes draus nachher?" Fing da der kleine Peter an zu fragen. „Wenn Du so kindisch srägst, wirst Du verlacht: Es war'ne schöne hochberühmte Schlacht!" Catilina. Bourgeois-Moral. „Armuth ist keine Schande" sagt das Sprichwort. Es Hai Recht, sie ist keine Schande, sie ist ein Verbrechen, welches die moderne humane Gescllschasl hart, unnachsichtlich bestrast, während Reichthum jedes Verbrechen straflos macht. Die Gleichheit Aller vor dem Gesetze ist eine erbärmliche Lüge. Sie ist nicht möglich, denn die Richter sind Bourgeois, fühlen als Bourgeois und richten als Bourgeois. Wer's nicht glaubt, möge sich folgende Pröbchen hinter die Ohren schreiben. Herr T'Kint war seiner Zeit eine berühmte Persönlichkeit in Brüssel. Sein Haus oder, wenn man will, das serner *) Die Schlacht bei Blenheim, die nur von den Engländern so ge- nannt wird, bei den Deutschen dagegen die Schlacht bei Höchstädt heißt, wurde am 13. August 1704 im sogenannten spanischen Erbfolgekrieg geschlagen. Der Herzog Marlborough und der Prinz Eugen v. Savoyen siegten über die vereinigten Franzosen und Baiern, von denen an 40,000 Mann geblieben sein sollen. Die Schlacht war also noch blutiger, als da«„ruhmreiche" Sedan, das beiden TKeilen doch nur etwa 23,000 Mann kostete. Maitresie, der„berühmten" Lilo, war der Sammelpunkt der „guten" Gesellschaft; die jsumsss äorös, die„Hoffnung und Blüthe" Belgiens, Millionäre rnd„Volksvertreter" fanden sich im Hause der feilen Dirne ein. Das Geld für den Aufwand, den er trieb, bezog T'Kint vor der Langno Bslxigus— aber ohne deren Wissen. Nicht veniger als dreiundz m anz ig Millionen Franken hat dr Ehrenmann gestohlen. Als die Unterschlagungen ruhbar wurden, floh er mit seiner Lolo, wurde jedoch erwischt und eingesperrt. Die Haft genirte ihn jedoch wenig. Man behardelte den großen„Theiler und Feind des Eigenthums und de- Familie" mit einer liebevollen Aufmerksamkeit, wie sie nur�iie Hochachtung vor dem Genie erklären kann. Doch eine Haft ist immer mbequem, selbst wenn man wie ein Fürst behandelt wird; goldne Ketten sind auch Ketten; die „gute" Gesellschaft verwendete sich daher„maßgebenden OrtS" für ihr begabtes Mitglied un fand Gehör. T'Kint, der Millionendieb, ist vor einigen Tagen begnadigt worden. Wie human. Ein anderes Bitd, diesmal ms Deutschland. Der Bcrgwerksdircktor Spr ngorum ist, wie wir seinerzeit berichteten, wegen Raubbaues vor 200,000 Zentnern Kohlen angeklagt und schuldig gesproch« worden. Der Grubenvorstand entläßt den sauberen Patron. Die nächste Generalversammlung aber nöthigt den Vorstant, zurückzutreten, setzt den Herrn Springorum wierer in sein Amt ein und bewilligt ihm 60,000 Mark zur Ersetzung des Schadens an das bestohlne Bergwerk. Wir sind weit gekommen. Äie großen Diebe läßt man nicht nur laufen— die Strafe, welse der Richter Herrn Springorum zuerkannte, war eine lächerliche�arce— man belohnt sie dazu in öffentlicher Versammlung,' obald man Nutzen aus dem Diebstahl gezogen. Sehen wir, ob die Humaiität sich auch auf die Prole- tarier erstreckt, aus Proletariei welche keine Diebe sind, sondern deren ganzes Verbrechen in ihrr Armuth besteht. Die beste Illustration ist solgcnde erbaulicb Geschichte, die der„Grütlianer" in Nr. 56 erzählt: Vor dem zürcherischen Schwirgericht stand ein Ehepaar, Hein- rich Leuthold und Frau, er sabrikarbeiter, sie Seidenwcberin. Sie waren angeklagt, durch Fthrlässi gleit den Tod ihres wenige Monate alten Kindes mdurch herbeigeführt zu haben, daß sie dasselbe zu sich ins Btt genommen und es hier an der allergewöhnlichsten Aumerksamkcit hätten fehlen lassen, so daß es unter die Bttdecke gerathen sei und in Folge Erstickens den Tod gefunden hbe. Der Fall bietet keine tragihen Verwicklungen; er ist höchst einfach. Aber in dieser Einfa»heit liegt ein Etwas, das der Welt mehr sagen kann als in ganzes Buch. Die Eheleute Leuthold sind ungemein am. Sie bewohnte» in Männe- dorf einige Kammern, welche ok einer alten Käshütte provisorisch erstellt worden waren. Mehrfch wird bezeugt, daß die Räume im Winter absolut unbewchnbar sind; die Fenster und Thüren verschließen nicht und i den Wänden befinden sich an mehreren Orten Löcher und Rsse, so daß der Wind frei in dtzr ganzen Wohnung spielen kann. Dennoch hat es Leuthold mit seiner Familie schon zwei Winter in derselben ausgehalten, wohl richtiger au halten müssen. Die Leute hatten nur ein Zeit. In demselben schliefen in der Nacht, da ihr drei Monat altes Knäblein Andreas starb, nicht weniger als vier Personen, nämlich Vater und Mutter Leuthold und zwei Kinder. Der Mangel an„allergewönlichster Aufmerksamkeit", der das Kind ersticken ließ, bestand eimch darin, daß Vater und Mutter nach anstrengender Tagesarba fest schliefen. Das Kind in einem eigenen Bette unterzubrigcn, war den armen Leuten u n- möglich, weil sie kein zweite! hatten. Das Verbrechen in der Ncht zu schlafen und nicht Geld genug zur Anschaffung eines zweiten Bettes zu haben, war groß genug, um jedem derieiden Angeklagten einen Monat Gefängniß undLezahlung der Gerich ts- kosten einzubringen. So bestraft man die A"muth! Sozialismus, indiüduelle Freiheit und Glechheit. A. B. C. lieber das Verhältnß des Sozialismus zur individuellen Freiheit und der individuellen Frcheit zur Gleichheit läßt Symmachos sich wie folgt aus: „Der Begriff der Freihei ist ein doppelter, ein positiver und ein negativer. Der negativ besagt nichts, als ein Aufhören der Herrschaft einer Person otr einer Klasse. 0 Die Forderung nach dieser Art Freiheit ist jedch in der Forderung nach Gleichheit schon enthalten. ,jit liiirgcrliche flemullratie verdmdet aber mit dem Ulorie Freiheit auch einen aaderen positiae» ssezriff, den der adsaluteu iudiaiduellen Freiheit, des laigsor aller, laisser kaire. „Wie entrüstet wird nicht stets der Vorwurf zurückgewiesen, der Kommunismus vernichte die individuelle Freiheit. Und doch ist diese Entrüstung höchst überflüssig. Dieser Vorwurf ist gar kein V o r w u r f." Zunächst muß ich als eine historische Unrichtigkeit die Behauptung zurückweisen, die bürgerliche Demokratie verbinde mit dem Begriff Frei- heit, den der absoluten indiaiduellen Freiheit. Positive Beweise dafür beizubringen dürste dem Genossen Symmachos so wenig gelingen, als unseren Gegnern für ihre Behauptungen, wir wollten theilen, wir wollten Eigenthum, Familie und Staat abschaffen. Genosse Symmachos braucht allerdings diese Behauptung, um daraus einen Beweis zu konstruiren für seinen Satz: die Demokratie sei der gerade Gegensatz der Sozial- demokratie. Er stellt ferner mit dieser ersteren Behauptung die bürger- liche Demokratie und die Anarchie ganz auf die gleiche Stufe. Dieses Kunststück gelingt aber dem Genossen Symmachos nur, indem er die absolute individuelle Freiheit ohne Skrupel iden- t i s i z i r t mit der wirths chaftlichen Freiheit, mit dem laissor aller, laisser faire. Es ist gewiß eine seltene logische Leistung, das wirthschaftliche Gehen- und Geschehenlasien Seitens des Staates als die absolute individuelle Freiheit zu erklären. Demnach hat in all' den Ländern, wo nach Pro- klamirung der wirthschaftliche» Freiheit nicht sogleich wieder Arbeiter- schütz- oder Wucher- oder beschränkende Handels- und Gewerbegesetze entstanden sind, die absolute individuelle Freiheit geherrscht, so in Eng- land, Frankreich ee. Ich betrachtete bis jetzt die Anarchisten als die Väter der Idee der absoluten individuellen Freiheit— das ist aber nicht richtig, denn nach Symmachos sind es die bürgerlichen Demokraten. Der Satz über da« Verhältniß der individuelle» Freiheit zum Kom- mnnismus ist entschieden mißdeulungsfähig, indem Symmachos darin wieder nur von der individuellen Freiheit überhaupt spricht und nicht von der absoluten oder Ausbeuter- und Herrscherfreiheit insbesondere. Natürlich hat es nie eine absolute individuelle Freiheit gegeben— selbst im Thier- und Pflanzenreich existirt sie nicht natürlich will der Soziallsmus die individuelle Herrscher- und Ansbeuterfreiheit aufheben, aber nur, um die wahre individuelle Freiheit Aller zu begründen. Die wahre indi- viduelle Freiheit aber ist die, welche sich aus denr Verhältniß der gleichen individuellen Freiheit Aller ergibt. Aus diesem Verhältniß nun ergibt sich nicht die Freiheit des Einzelnen, das zu thun, was nur ihm nützt und allen Anderen schadet, sonder» d i eiheit nur das zu thun, was Allen nützt und Keinem schadet. Diese ivahre Freiheit des Thun und Lassens der Einzelnen ist mit der Gleichheit nicht identisch, denit es kann auch eine Gleichheit des Zwanges bestehen, des rechtlichen oderthat sächlichen, welche dieseFrei- heit aufhebt. Diese individuelle Freiheit findet nun bekanntlich in einer Anzahl von individuellen Freiheitsrechten ihren Ausdruck. Da haben wir die Freiheit des Denkens und Meinens, des Lernens und Lehrens, des Reden» und Schreibens, der Bereinigung und Ber- sammlung, der Galtenwahl, der Berufswahl, der Wohnnngs- und AufenthaltSortswabl und schließlich auch die Freiheit des Erwerbes von Eigenthum, da« nicht zur Beeinträchtigung der Freiheit Anderer»dient. Der positiveBegriss der Freiheit ist also nicht mit der lächerlichen absoluten individuellen Freiheit erschöpft, denn alle die genannten Freiheiten sind positiv unddieFrageiiber das Verhältniß des Sozia lismus zur individuellen Freiheit ist nicht, ob der Sozialismus die absolute individuelle und die be- sondere Herrscher- und Ausbeuterfreiheit, sondern ob er diese individuellen Freiheit« rechte vernichte, welche wir oben aufzählten. Es ist wohl noch Niemandem eingefallen, zu behaupten, der Sozialis- mus hebe die absolute individuelle Freiheit auf, weil hiese ja noch nie bestanden hat, aber schon Viele und darunter ernsthafte und ehren« werthe Leute haben behauptet, der Sozialismus hebe die individuellen Freiheitsrechte auf, um deren Anerkennung schon so viel gekämpft worden ist und noch gekämpft wird. Diesen schwerwiegenden Vorwurf gegen den Sozialismus hat Sym- macho» nicht widerlegt. Wäre er begründet, so würde der Sozialismus ein Rückschritt in der Kultur und wir würden die ersten sein, die ihm den Rücken kehrten. Aber selbst eine flüchtige Vergleichung der indivi- duellen Freiheitsrechte mit den Forderungen des Sozialismus zeigt un«, daß dieser Borwurf nicht nur unbegründet, sondern daß es gerade der Sozialismus ist, der diese Rechte erst zur vollen Geltung bringt und für Alle zur lebendigen Wahrheit macht. Der Sozialismus will die Erziehung und harmonische Bildung der Jugend zu einer der wichtigsten Aufgaben der Gesellschaft machen, er will und kann allen Gliedern der Gesellschaft Wissen und Bildung in einem viel höheren Maße zu Theil werden lassen, als dies heute möglich und mit dem Interesse der herrschenden Klasse vereinbar ist. Was wird die Folge dieser verbesserten, Allen gleich gewährten Er- ziehung und Bildung sein? Daß Alle zu selbständigem Denken und Meinen gelangen und vom Rechte der Denksreiheit Gebrauch machen können. Heute besteht ja die Denk- und Glaubensfreiheit nur für die Wenigen, welche denken und ihre Gedanken in Rede oder Schrift auszu« drücken gelernt haben. Von einer Beschränkung oder gar Unterdrückung der Denk- und Glaubensfreiheil und den aus ihr erwachsenden Freiheiten des Lehrens und Lernen«, de« Redens und Schreibens, der Bereinigung und der Versammlung wird natürlich nicht die Rede sein können, weil das Be- dürsniß dafür bei Allen durch Erhebung und Bildung geweckt, viel stärker und allgemeiner sein wird mit et nicht denkbar ist, daß die gleich- berechtigten Glieder eines Staate/stih au« freiem Entschluß einen Zivang auslegen, den jeder Einzelne als solchen fühlt und haßt und der zudem Keinem uiitzen, sondern der Gesammtheit nur unendlich schaden könnte. Warum sieht heute das Volk, d. h. eine große Minorität, vielleicht sogar die Majorität, ruhig zu, wenn eine dieser Freiheiten von einer reaktionären Regierung unterdrückt wird? Weil es erstens zu selbstän- digem Denken und Meinen nicht erzogen ist, und deshalb auch kein Be- diirfniß dafllr empfindet und zweitens weil es aus Roth und Elend nicht in der Lage ist, von diesen Freiheiten Gebrauch zu machen. Anderes im sozialistischen Staat. Der Sozialismus will alle öffentlichen Angelegenheiten, zu denen im sozialistischen Staat besonders die Regelung der Produktion und Konsum- tion und des Verkehrs gehört, durch die direkte Theilnahme Aller ge- regelt und geleitet wissen. Diese Forderung setzt wiederum vollständige Vereinigungs- und Bersammlungs-, Rede- und Schreib-, Lehr-, Mei- nungs- und Denkfreiheit voraus. Es ist geradezu widersinnig, daß man in einem Gemeinwesen, wo alle öffentlichen Angelegenheiten von den gleichberechtigten Gliedern der Gesammtheit verwaltet werden sollen, dahin kommen sollte, diese gerade hiefllr ganz unentbehrlichen Freiheiten zu beschränken oder aufzuheben. Im Gegentheil, man wird im wohl- verstandenen Interesse der Gesammtheit bald dahin gelangen, zum Ge- brauche dieser Freiheiten aufzumuntern und sie weiter zu entwickeln. Der Maßstab fllr neue wissenschaftliche Systeme, neue Denkweisen, neue soziale, politische und phisolophische Meinungen, neue Verwaltungs- und Arbeitsweisen wird ja nicht mehr das Interesse eines Herrschers oder einer Ausbeuterklasse, sondern das Wohl Aller sein. Da ferner siir Älle die Möglichkeit und Macht vorhanden sein wird, von diesen Rechten Gebrauch zu machen, so wird die Werthschätzung und die Ausübung der- selben aus eine ungeahnte Höhe steigen. Heute bestehen diese Freiheiten wohl da und dort aus dem Papier, aber in Wirklichkeit bestehen sie für die große Masse nicht und zwar in Folge der Unbildung, Unwissenheit und der ökonomischen Abhängigkeit. Der Sozialismus will, daß das gesammte Arbeitsprodukt der Gesell- schast allen ihren Gliedern, nach gleichem Recht, Jedem nach seinen ver- nunstgemäßen Bcdürsniffen zukomnie, der für die Gesellschaft nutzbringende Arbeit leistet. Da wird also nicht mehr die Rede sein von gut und schlecht bezahlter Arbeit, von niederen und höheren Berussarten nach Maßgabe der Entlohnung und von verachteten gemeinen Berussarten. Der Maßstab für jede Art Arbeit wird einzig der Nutzen und die Roth- wendigkeit für die Gesellschaft sein. Bei der Berufswahl wird also nicht mehr, wie heute fast ausschließlich, die Einträglichkeit, sondern die Lust und Liebe, d. h. die Anlagen für einen Berus werden ganz allein bestimmend sein. Heute werden die meiste» Menschen nicht das, wozu sie ihre Anlagen bestimme», sondern das, was am besten bezahlt wird, oder das, wozu sie der Zufall der Geburt, des Standes, Bekenntnisses und Wohnortes ihrer Eltern bestimmt. So kommen die meisten Menschen nicht an den sie selbst am meisten besriedigenden und für die Gesellschaft nützlichsten Platz. Viele Genies verkommen in sklavischer Handarbeit, während mittelmäßige Talente die Wissenschaften und Künste kultiviren; der, welcher sich sehr wohl zum Viehzüchter oder Handwerker geeignet und sich glücklich dabei befunden hätte, muß Gelehrter, Künstler oder Staatsmann werden, blos weil sein Vater es war, oder weil sein Vater reich war, oder weil die einen Berussarten eben ihren Vertretern ertragreichere' und privilegirte Stel- lungen in der Gesellschaft gewähren, oder aber endlich, weil weder die Erzieher wisse», zu was der Zögling beanlagt ist, noch der Zögling selbst seine Kräfte und Fähigkeiten kennt. Das kommt daher, daß gleich unserer ganzen Gesellschaftsordnung, auch unser ganzes jetziges Erziehungssystem verkehrt und einseitig ist. Wir haben eigentlich gar kein Erziehungs-, sondern nur ein sehr mangelhaftes Unterrichtssystem. Von harmonischer Entwicklung aller menschlichen Anlagen ist keine Rede. Natürlich, unsere Gesellschaft kann sie auch nicht brauche». Erst der Sozialismus wird Rath schaffen. Er fordert harmo- ntschc Entwicklung aller Kräfte und Anlagen des Menschen durch das Mittel der organischen Verbindung von produktiver Arbeit, Unterricht und Gymnastik. Erst bei diesem Er- ziehungssystem, das nicht allein den Kopf und das Wissen, sondern auch Hand und Fuß und Können, kurz den ganzen Menschen berücksichtigt, werden die Anlagen den Erziehern und dem Zögling selbst bekannt und bewußt wer- den und wird Jeder den ihm ani nieisten zusagenden ArbeitSzwcig resp. Ar- , beilszweige wählen können. Heute besteht die Freiheit der Berufswahl nur sür die wenigen Glücklichen, deren Anlagen sich zufällig nicht im Wider- spruch mit ihrer ganzen sozialen Lage befinden, für die Andern besteht sie thatsächlich nicht, weder nach unten, noch nacki oben in der Gesellschaft. Denn wenn heute auch zufällig einmal die Anlagen eines Kindes erkannt werden, so stehen doch deren richtiger Verwendung in einer entsprechenden Lebensstellung alle angeführten und noch ebensoviel nicht berührte Hinder- nisse entgegen. Mit Bezug auf die nichterwähnten Hindernisse denke man nur an die Stellung der Frau in der heutigen Gesellschaft. Bei ihr nähert sich die Freiheit der Berusswahl ja dem Nullpunkt. Das praktische Resultat dieser allgemeinen Unfreiheit ist, daß z. B. ein Reichslulu Staatsmann sein muß, während er sich sehr wohl zum PfeÄ>ezureiter oder Kutscher eignen würde und daß der geschickte Schlosser Ludwig Capet, genannt Ludwig XVI., König von Frankreich sein und sich den Kopf abschlagen lassen mußte. Man denke nur einmal weiter über die Konsequenzen der Unfreiheit der Berufswahl sür das menschliche Zusammenleben nach. Wird nicht der Mörder, der morgen den tödtlichen Streich nach uns führt, zum Mörder geworden sein, weil ihm die Freiheit der Berufswahl abging zc. jc. Der Sozialismus will eine vernünftige Organisation der Produktion und Konsumtion, aufgebaut aus den Gemeinbesitz an Arbeitsmitteln und der Arbeitspflicht Aller. Hierdurch wird erwiesenermaßen, bei geringerer Arbeitsleistung de« Einzelnen, einerseits das allgemeine Arbeitsprodukt, der Arbeitsertrag bedeutend vergrößert, anderseits der sinnlosen, bedeutenden Vergeudung von Arbeitsprodukten ein Ziel gesetzt. Da gerechte Vertheilung des , Arbeitsertrages herrscht, wird sich also der Antheil des Einzelnen am allgemeinen Arbeitsprodukt in einer Weise erhöhen, daß Jeder im Wohl- stand leben kann. Es wird darum auch Niemand mehr die Freuden eines geregelten sitt- lichen Eheleben«— wie wir das geschlechtliche Zusammenleben nennen wollen— entbehren müssen, blas weil er nicht die Mittel hat, eine Familie zu begründen. Niemand wird zur Begründung eines Geschäfts oder Sicherstellung seiner Existenz eine Frau ehelichen, blos weil sie reich ist, ill jemand wird mehr eine Frau kaufen können, denn auch die Frau nimmt gleichberechtigten Antheil am Arbeitsertrag der Gesellschaft, braucht also nicht auf Versorgung zu sehen, sondern ist in ihrer Liebeswahl ebenso frei wie der Mann. Auch wird sie nicht mehr verführt werden, um den Genuß und Glan; des Reichthums sich einem reichen Wüstling hinzu- geben. Nur körperliche und geistige Eigenschaften und das Bedürsniß nach harmonischer Ergänzung ihres Wesens werden sie in ihrer Wahl wie den Mann in der seinigen bestimmen. Also nicht ausheben, sondern begründen will der Sozialismus die Freiheit der Gattenwahl. Die Freiheit des Erwerbes ist heute für die übergroße Mehrheit der Menschen ein wahrer Spott und Hohn. Im sozialen Staat wird sie eine Wahrheit sein. Ersten« ist Jeder Mitbesitzer am Gesammteigenthum, zweitens wird Jeder mehr Eigenthum an Kleidern, Möbeln, Büchern, kurz Eigenthum, das nicht als Arbeitsmittel für Andere unentbehrlich ist, erwerben können, als heute der Masse von Besitzlosen möglich ist. Für sehr viele verehelichte Menschen ist die Freiheit der Wahl des Aujenthaltsortes gar nicht vorhanden. Wo das Geschick sie hinwarf, da müssen sie bleiben. Für die Unverehelichten aber ist der Gebrauch dieser Freiheit sehr beschränkt und mit Entbehrungen und Erniedrigungen aller Art verbunden. Der ArbeitSkrästige und Arbeitslnstige wird heute ans Mangel an Arbeit von Ort zu Ort gehetzt und als Lump behandelt. Das wird in einem Verband sozialer Staaten ganz anders sein. Der Zuwachs an Arbeitskräften wird überall als ein großer Gewinn betrachtet und daher die Arbeitslustigen allenthalben mit Ehren und Freuden auf- genommen werden; dieß und der schon erwähnte Wohlstand wird auch verehelichten Reiselustigen das Reisen und Wohnortswechseln sehr wohl ermöglichen. Ferner werden die Transportmittel, die im sozialen Staat nicht mehr zur Bereicherung Weniger und zur Ausbeutung des Volkes, sondern zur größtmöglichsten Erleichterung des Verkehrs dienen, so billig sein, daß Jeder Reisen wird unternehmen können, wie sie heute nur die oberen Zehntausend ausführen. Aus allen diesen Betrachtungen ergibt sich, daß der Sozialismus die vernünftige, sittliche individuelle Frecheit Aller ganz bedeutend erweitern wird und daß eine Annäherung an die von den Anarchisten geforderte absolute individuelle Freiheit, so weü sie überhaupt möglich ist, nur im Sozialismus erreicht werden kann. Darin liegt zugleich ausgedrückt, daß er die Herrscher- und Ausbeuterfreihlit Einzelner aufhebt. Die absolute individuelle Freiheit kann auch der Sozialismus nicht vernichten, weil sie nicht besteht und nie bestanden hat als auf der erdichteten wüsten Insel des Robinsons Simplizisfimus und cnderer Romanheldcn. Das Problem aber besteht nich: darin, die besondere individuelle Freiheit der Kapitalisten und Grundlerren zu vernichten, sondern darin, Kapitalisten, Grund- und andere H:rren überhaupt abzuschaffen. Mit Abschaffung der Klassen wird die bes,udere schädliche individuelle Freiheit der Glieder dieser Klassen von selbt fallen. Den alten Jrrthum von Beschränkung der Herrenfreiheit, wie er in der konstitutionellen Monarchie seinen Ausdruck findet, haben wir glicklich überwunden, wir wollen Auf- Hebung des Herrenthums überhaupt Ist das Herrenthum abgeschafft, dann tritt da« natürliche Verhältniß der sich beschränkenden Freiheit der Einzelnen von selbst ein, d. h. die alein vernünftige individuelle Freiheit ergibt sich, wonach Jeder das Vermögen, das Recht und die Macht haben soll, Alles das nach eigenem Willen und Ermessen zu thun, was erwiesenermaßen für das Wohl uid den Bestand des Ganzen weder gefährlich noch schädlich ist. Der Zwang der Gesammtheit über den Einzelnen aber darf sich ebenfalls nur soweit erstrecken, als er erwiesener- maßen für den Bestand des Ganzer nothwendig ist. Den Zwang der Gesammtheit, d. h. natürlich einer Majorität über eine Minorität so saus pbrass zu proklamiren, wie Slmmachos thut, heißt nichts Anderes als erklären: 51 Individuen Habel das Recht, sich selbi und d i e widerstrebende Minoritätder 50 zu versklaven. Oder soll unter der Gesammtheit verstanden sein eine Majorität von 99 gegen l, von 999 gegen 1 u. s. w.? Nein, selbst die größte Majo- rität darf gegen den Einzelnen nw Zwang üben, wenn er von der Nothwendigkeit der Erhaltung und des Bestandes des Ganzen gerecht- fertigt ist, der Zwang, den sich die Majorität freiwillig auferlegt, darf für die Minorität nur bindend sein, wenn er nicht individuelle Freiheits- rechte verletzt, die Jedem nützen md Keinem schaden, oder was aufs Gleiche herauskommt, die den Bestaw und das Wohl des Ganzen weder schädigen noch gefährden. Der Zwang der Gesammtheit gqen den Einzelnen, einer Majorität gegen eine Minorität, muß seine Äenzen haben, das wird und muß jedem Denkenden klar sein. Der Grundsatz der Gleiiheit, d. h. der Grundsatz, daß der Zwang für Alle, uch sür die beschließende M a j o r i t ä t g e l t e n s o l l, i stj e d o ch d i e s e G r e n z e nicht, denn angenommen, die Ansicht cies sranzöfischen Arbeiterblattes, die Religion zu verbieten, erlangt die Majorität, so gilt also der Beschluß sür Alle, die Gleichheit ist nicht veretzt. Da sich aber die Majorität zu keiner positiven Religion bekennt, sc trifft der Zwang nur die Minorität, die Minorität ist ihrer Mehrnngs-, Lehr-, Lern-, Rede-, Schreib-, Ver- sammlungs- und Bereinigungsfreihit beraubt. So ließen sich noch eine Menge Flse aufführen, bei denen, obgleich der Zwang für Alle gilt, also Gl eichst»� herrscht, doch thatsächlich nur für eine Minorität dieser Zwang fühlbc und zu einer Unterdrückung ihrer individuellen Freiheit wird. Nicht die Gleichheit kann die(Lenze des Zwangs der Gesammtheit über den Einzelnen sein, s andern mr die individuelle Freiheit. Diese aber muß die Grenze sein. Freiheit, Gleichheit un> Brüderlichkeit. Ist es ein Zufall, daß die Freiheit voran gestellt wurde? Nein. Die Freiheit ist dieGrundlage, dann folgt die Gleichheit in d�r Freiheit und wo es sich um die praktische Ausleg ug undAn Wendung beider handelt oder wo beidericht mehr ausreichen, in den tausend Beziehung« des Lebens, wo weder Recht noch Gesetz undSitr uns leitenkönnen, da soll die Brüderlichkeit unser eitstern sein. Die Wahlen in Frankreich. Als die ersten Nachrichten vom Arhlkampfe kamen, da war Alles schier in Heller Verzweiflung: erschien och als Signatur der Wahlen ganz offenkundig die Diktatur G a m b Die drei letzteren kommen in die Stichwahl. Man sieht, die Bewegung schreitet in der Provinz vorwärts, rasches vielleicht als in Paris und das ist ein erfreuliches Zeichen. Die noü- I weise Entwicklung, schwankend zwischen Pariser Coups und darauf sol- gender Provinzreaktion, wird damit ein Ende erreichen und das ist ein] Erfolg, wie er gewichtiger nicht gedacht werden kann. Wird der fried- liche Entwicklungsgang der Partei, wie er sich jetzt in Frankreich auf! gesetzlichem Boden vollzieht, nicht vorzeitig gestört, dann wird aus dem selben ein ungeheuerer Nutzen nicht blos sür Frankreich, sondern für den ganzen internationalen Sozialismus erwachsen. Denn, wenn dann die Zeit sür Paris gekommen sein wird, die rothe] Fahne wieder auszupflanzen, wird es von der Pro- j vinz nicht im Stiche gelassen werden. Die Erhebung von Paris bleibt dann nicht mehr eine städtische Insurrektion; sie wird eine allgemeine soziale Revolution, unwiderstehlich, riesengroß, gleich der glor- reichen, die 1789 begann. Dieß ist die Lehre der Wahlen vom 21. August 1881, eine Lehre, für, welche die Bourgeoisie blind und taub ist. Sie jubelt über den äußer-| lichen Mißerfolg der Arbeiterpartei, wie ihn einige Fehler mit sich ge- bracht haben, die nicht in der Natur der Sache liegen, die vermieden I werden können nnd auch künftig vermieden werden, weil man sie erkannt. I Sie sieht aber nicht die Symptome des Anwachsens der s o z i a l i st i s ch e n( Idee, sie sieht nicht die Symptome der Stärkung der Revolution: 1 sie wird überrumpelt werden von der sozialen Revolution,' wie sie die Arbeiterpartei mit den Wahlen überrumpelt hat: aber! sie wird nicht mit Ehren unterliegen. Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 31. August 1881. 1 — De» 31. August 1884 starb unser edler Vorkämpfer Ferdinand Lass alle. Wie jubelte bei der Nachricht hievon die ganze Sippe der herrschenden J Klassen. Glaubten sie doch in Lassalle die sozialistische Bewegung in« I Herz getroffen. Und heute? Wie jämmerlich sind die Erwartungen unserer Gegner I gescheitert! Nicht zurückgegangen ist die Sozialdemokratie, entwickelt hat| sie sich, nach außen und innen, so gewaltig anwachsend, daß derjenige, der einst mit ihr spielen zu können vermeinte, jetzt in ihr seinen gefähr- I' lichsten Gegner und anderseits seinen letzten Rettungsanker erblickt. Selbst I ein Verlust, wie der Lassalles, hat unsere Bewegung nicht zu hemmen 1 vermocht, als sie im Anfange der Entwicklung war; wie könnte jetzt, wo| sie so sehr erstarkt ist, irgend ein Verlust ihren Lauf aufhalten? Ohnmächtig sind unsere Feinde einer Bewegung gegenüber, welche die' Verhältnisse naturnothwendig erzeugen und der sie stets neue Kämpfer< zuführen. Das Verdienst Lassalles wird durch diese Thatsache natürlich nicht geschmälert. Was ein Mann sür eine Partei thun kann, hat er für die Sozialdemokratie gethan, indem, er alle seine glänzenden Fähigkeiten, seine hinreißende Beredsamkeit, sein ungeheures Wissen, seinen klaren Geist aus ein einziges Ziel hinlenkte, die Erlösung des Proletariats. Tie Bourgeoisie feiert ihre Todten durch pomphafte Feierlichkeiten, durch Monumente in Stein und Erz. Das Proletariat kann das nicht und bedarf dessen nicht. Was wir in unseren Todten ehren, sind die erhabenen Ziele, sür die sie kämpften, sind die B e- geisterung, die Ausdauer, der Opfermuth, die sie im Kampfe an den Tag legten. Wir können sie nicht besser ehren, als indem wir mit derselben Be- f die sie uns vorangetragen, indem wir das Ideal, für das sie gekämpft I und gelitten, zur Wahrheit machen. In diesem Sinne seiern wir den Todestag Lasialle's. — Genosse Liebknecht sprach am 22. August im Kasinosaal in Zürich vor einer sehr zahlreich besuchten Versammlung über den Bis- marck'schen Staatssozialismus, den er natürlich gebührend ab- kanzelte. Darob großer Jubel in der liberalen Presse Deutschlands! Man sieht, wie beängstigend die Möglichkeit auf den Liberalismus und die Fortschrittlerei wirkte, wir könnten die uns entgegengehaltene Hand des Staatssozialismus annehmen. Sie wissen eben, daß die Sozialdemokratie die einzige wirklicheOpPositions- Partei in Deutschland ist, daß wir die Einzigen find, die dem Absolutismus Bismarcks im Wege stehen. Die Feiglinge hassen Bismarck, seit» dem er sich von ihnen gewandt, aber sie wagen es nicht, ihm euer- gisch entgegenzutteten und darum jubeln sie, daß wir nicht das Erst- geburtsrecht des Volkes um das Linsengericht des Staatssozialismus ver- kauft haben. Und da sage man noch, daß nicht die Sozialdemokratie die Situation in Deutschland beherrschte. s''— P o l i z e i e s e l e i e n. In Berlin operiren unsere Genossen so geschickt, daß der heiligen Hermandad, um doch etwas zu thun, nichts übrig bleibt, als auf gut Glück jeden zu beobachten, zu arretiren und zu untersuchen der ihr gerade aussällt, in der Hoffnung, endlich doch wieder einmal einen Fang zu machen. Geht da ein ehrsamer Schnhmachenneister Namens König zu einem Kunden. Unterwegs begegnete er einem Krimi- nalbeamten, der gerade nichts zu thun hat.„Jede Deutsche ist heute der : Polizei gegenüber vogelfrei," denkt sich dieser und macht seinem Thaten- dränge dadurch Luft, daß er den ahnungslosen König arretirt, nach dem . nächsten Polizeibnrean bringt und dort bis auf die Strümpfe �untersucht. Nachdem man nichts gefunden, wurde er entlassen. Wie gnädig! Ist ja doch oft genug vorgekommen, daß man völlig Unschuldige Wochen-, ja monatelang eingesperrt hielt.— Ein anderes Bild aus dem deutschen„Rechtsstaat". Einem konservativen Zimmermeister begegnet Freitags ein„Schutzmann in Zivil" und stutzt. Mochte der Herr Zimmermeister eine rothe Nelke, rothe Kravatte, einen rothen Bart oder eine rothe Nase haben— kurz, er sah staatsgesährlich aus— und so heftete sich der„Geheime" an seine Fersen, wartete vor dem Hause, so oft er b« einem Geschästsfreunde vorsprach; ja, als der Verfolgte, um dem Ver- s°lger zu entgehen, dreimal um die Jerusalem er Kirche lies, lief ihm der Spitzel nach. Muß ein herrlicher Anblick gewesen sein. Bielleicht fände sich der Zimmermeister heute noch beobachtet, wenn sich'« nicht herausgestellt hätte, daß seine Rothe nicht dem Sozialismus zuzuschreiben ist. Wir hoffen, daß die Berliner Polizei noch öfter solche Dummheiten begeht und so den Bourgeois das Sozialistengesetz recht unbequem macht, wo nicht gar verleidet. Die Herren sollen auch ihren Antheil daran haben. Zum Schlüsse noch eine Dummheil: Ans Leipzig wurde einer aus- gewiesen, der eigentlich dableiben sollte, weil er zu einer Gesängnißstrafe verurtheill war! Jetzt wird derselbe ersucht, sich zu mel- den! Und diese Lalenbnrgerpolizei will mit uns fertig werden. Da sind wir denn doch zu gerieben. Die Dummheit der Polizei wird nur von einer ihrer Eigenschaften übertroffen, ihrer Niederträchtigkeit. Mit Wollust kommt sie ihrem eigentlichen Berufe nach, ehrliche Leute sammt ihren Familien dem Hnngertude zu überliefern, weil dieselben zu viel Würde befitzen, um sich zu Handlangern des Reichs st allkncchtes herzugeben. Den beiden Buchhändlern H a d l i ch und Fink, zwei Männern im Alter von 50 Jahren, hat man die Befug n iß zur- Verbreitung von Druck- schriften, ihre einzige Erwerbsquelle, genommen. In Altona wurden wieder 21 Genossen ausgewiesen, und zwar: Zigarren- Händler Struck(verheirathet), Maurer Gristock(verheirathet), Schuhmacher Dh. Schmidt(ledig), Maurer Karl Baltzer(verheirathet), Schuhmacher otiicUs vlitrizj), Ctgarrenarbeiter Behüte(verheirathet), Schneider Petersen (verheirathet), Schuhmacher Krohn(ledig), Zigarrenarbciter Nienhüsen, Korbmacher Heinrich Garthausen(verheirathet), Korbmacher Jensen(ver- heirathet), Zigarrenarbeiter Biel(ledig), Maurer Boller(verheirathet), Zigarrenarbeiter Brügmann(ledig), Zigarrenarbeitcr Friedrich Möller (ledig), Sleindrucker Th. Bock(ledig), Zigarrenarbeiter Ewe(ledig), Schuhmacher Busch(ledig), Schriftsetzer Brunemann(verheirathet) und Zigarrenarbeiter Froböse(ledig). Auch aus Berlin werden wieder neue Ausweisungen gemeldet. Genannt werden uns folgende Namen: Karl Schulz, Maurer und Vater von vier Kindern, der Maurer KUnzel, ebenfalls Familienvater, der Klempner Neumann, serner Maurer Ch. Licr, Tischler August Berger, der Tischler Goldberg, ferner Bildhauer Ed. Blonk, Drechsler Grimpe, Drechsler Hinze, Buchbinder Marsch, Schneider Fritze, Schriftsetzer Neu- bcrger und Buchdrucker Thiele. Angesichts dieser fortgesetzten Niederträchtigkeiten erscheinen einem die zahllosen Hausdurchsuchungen, Druckschristenverbote ic. k. als unbedeutend. Aber nur unbedeutend in dem Sinne, daß es ihrer Einförmigkeit wegen nicht der Mühe lohnt, sie alle zu registriren. Nicht aber unbedeu- tend in dem Sinne, als ob wir gegen derlei Schurkenstreiche abgestumpft werden und aushören sollten, durch sie zu erhöhtem Haß und zu erhöhter Verachtung der erbärmlichen Wirthschaft aufgestachelt zu werden. — Einer der größten Schurkenstreiche deutscher Polizei ist jetzt an's Tageslicht gekommen. Wie schon berichtet, hat das Polizei am t der Stadt Leipzig anläßlich der Verhünguug des„Kleinen" folgende Bekanntmachung erlassen: „Gleichzeitig bringen wir im Hinblick aus etwaige Sammlungen für Angehörige der gedachten Ausgewiesenen die Bestimmung der Königlich Sächsischen Armenordnung tz 103 in Erinnerung, wonach S a m m- l u n g e u jeder Art zu wohlthätigen Zwecken nur nach vorher ein- geholter Genehmigung stattfinden sollen, und ohne Nachweis dieser Er- laubniß Kollektanten in Verantwortung und Sttafe zu ziehen sind. Als Strafmaß bestimmen wir bei Uebertretungeu dieses Verbots für den Polizeibezirk Leipzig Geldstrafe bis zu 150 Mark oder verhältnißmüßige Haststrafe." Ein in Folge dieser Bekanntmachung eingereichtes Gesuch um Geneh- migung einer Sammlung für die Familien der Ausgewiesenen wurde abschlägig beschieden, im G e g e n s a tz e zu der Erklärung de« Reichs- tages, daß Sammlungen für die Familien der Ausgewiesenen nicht ver- boten seien. Eingeleitete Sammlungen wurden unterdrückt, deren Veranstalter bestraft und ausgewiesen. Das sind bekannte Dinge. Jetzt hat sich's aber herausgestellt, daß der 8 103 der sächsischen Armeuordnung in der Bekamitmachung des Polizei- amtes nicht richtig zitirt ist. Derselbe lautet:„Die Sammlung bon Kollekten zu wohlthätigen Zwecken ist nur erlaubt nach vorher ein- geholter ausgefertigter Genehmigung. Ohne Nachweis dieser Erlaubniß sind herumgehende Kollektante» in Verantwortung und Strafe zu Ziehen." Es handelt sich also blas um herumziehende Kollektanten, nicht um Sammlungen j e d e r A r t, wie in den Motiven zu dem Paragraphen ausdrücklich gesagt ist. Da heißt es:„Es versteht sich, daß diese Sttafbestimmung sich nicht aus Kollekten bezieht, die in Gesell- schaften oder unter Bekannten gemacht werden. Der Para- graph hat überhaupt nur den Zweck, unnöthigen Be- lästigungen des Publikums zu begegnen, welche durch solche Kollektanten verübt werden, welche den eigentlichen Bettlern ganz gleich stehen." Um ihr edle« Ziel, die Sozialdemokraten dadurch mürbe zu machen, daß man deren Weiber und Kinder dem Hungertode überliefert, zu er- reichen, hat also die Leipziger Polizei, die„Hüterm" de« Gesetzes, dasselbe iw der frechsten Weise gefälscht. Ihre Schurkerei ist so groß, daß ihr nicht einmal die bestehenden Gesetze Hand- habe genug bieten! Und das schreit über die Streichung des ge- setzlichen Weges! Mögen sich doch die Schwärmer für Gesetzlichkeit, deren sich auch in Zürich nicht wenige finden, mit ihrer sittlichen Entrüstung an die deutschen Behörden wenden und denen Respekt vor dem Ge- setze einflößen, bevor sie von uns welchen verlangen. — Folgen der Ausweisung— ein deutsches Kulturbild. Man schreibt uns: Genosse Berthold Sparr, Rechtskon- zipient, wurde im März d. I. aus seinem Heimathsort Berlin verbannt, woraus derselbe sich in verschiedenen Städten aushielt, Beschäftigung suchend. Er fand jedoch nirgends Arbeit. An der schweizer Grenze er- folgte durch einen badischen Geusdarmen die Verhaftung des S. wegen „Landstreicherei und sozialdemokratischer Umtriebe". Nach Konstanz trans- portirt und vor das Bezirksamt geführt, behandelte ihn ein junger Prak- tikant(Lehrling) mit verlebten Zügen und zerkraztem Geficht(von der Universität her) in beleidigendster Weise, äußerte dabei:„Es wäre besser gewesen, Sie hätten in Berlin gearbeitet, statt von Kneipe zu Kneipe zu ziehen und Vorttäge zu halten," und sprach ohne weitere Untersuchung wegen„Landstreicherei" eine Haststrase von acht Tagen aus. Gleichzeitig wurde gegen S. Untersuchung wegen sozialdemokratischer Agitation ein- geleitet.(Eine solche Behandlung muß sich in Deutschland ein 37jähriger Manu, der länger als 20 Jahre den„Kampf ums Dasein" geführt, von einem jungen Lassen gefallen lassen, der noch nicht einen Bissen Brod selbst verdient hat.) S. legte Berufung ein und es sprach ihn das Schöf- scngericht in Radolfzell, nachdem er elf Tage inhaftirt gewesen, von dem Vergehen der Landstreicherei frei. Wegen des zweiten Vergehens hatte die Staatsanwallschaft Mangels jeden Untergrundes Anklage nicht erhoben. Der denunzirende Gensdarm deponirle im-schössengerichtlicheu Termin, es seien den Bezirksämtern die Listen der Ausgewiesenen übersandt wor- den und sie(die Gensdarmen) hätten von der Regierung die Instruktion erhalten, auf Sozialdemokraten und speziell auf ausgewiesene, streng zu vigiliren!— In Karlsruhe wurde S. abermals wegen Landstreicherei verhaftet, nach 10 Tagen freigelassen und noch an demselben Tage bei Bruchsal verhastet, woselbst er fünf Tage sitzen mußte, ohne daß dem Gesetz und seinem Verlangen gemäß die Angelegenheit dem„ordentlichen Richter" unterbreitet worden wäre.(Nach dem deutschen Reichsgesetz darf ohne richterlichen Haftbefehl Niemand länger als 24 Stunden in Haft behalten werden. Doch was kümmert die badischen Amtsleute das Reichs- gesetz, wenn es gilt, der preußischen Regierung Schergendienste zu leisten! Der badische Amtmann wirthschastet überhaupt wie ein türkischer Pascha.) — Vor Kurzem wurde S. in Forchheim in Baiern Mangels genügender Reisemittel verhastet und wegen„Landstreichens" zu 24 Stunden Haft verurtheilt. In jedem Orte, wo S. verhaftet wurde, mußte er die Wahr- nehmung macheu, daß den„gelehrten" Herren Beamten, insbesondere den Anklägern und Untersuchungsrichtern, das Gesetz vom 21. Oktober 1873 nur oberflächlich, der s 28 desselben aber gar nicht bekannt sei. Diese Herren bestritten dem Angeklagten stets, daß Jemand au« der Heimath ausgewiesen werden könne. Ein Exemplar qu. Gesetzes existirt bei keiner Behörde.— Hier stehen sich also das Sozialistengesetz und das Gesetz gegen Landstreicherei diamettal gegenüber. Wenn Jemand die Auswei- sungsordre befolgt, in der Fremde aber keine Arbeit findet, bis seine etwaigen Ersparnisse aufgezehrt sind, so wird er als„Landstreicher",„Ar- beitsscheuer" bestraft, will er aber dieser Gefahr entgehen und seine Hei- math bez. den Ort seiner Existenz nicht verlassen, so wird er wegen „Bannbruchs" eingesperrt. Sitzen muß so eine„gemeingesährlichc Person" aus jeden Fall, das verlangt der deutsche„Rechts"-Staat. — Den 20. August standen in Berlin drei Journalisten vor Ge- richt, angeklagt der Ehre nbelcidigung des LieutenautsWoigt- kitte l, da sie Berichte gebracht, in denen der Selbstmord des Kano- niers Weiß aus fortgesetzte Mißhandlungen mit der Reitpeitsche und durch Fußtritte desOsfiziers zurückgeführt wurde. Di« Augektagten erbrachten den Wahrheitsbeweis in so vernichten- dem Maße, daß der Gerichtshof nicht anders konnte, als sie sreiznspre- chen,„da er den Beweis der Wahrheit, daß Kanonier Weiß durch sortgesetzte Mißhandlungen in den Tod getrieben sei, für vollständig gelungen er acht e." Damit hat die Sache ein Ende. An eine Verfolgung de? Scheusals von Offizier denkt niemand. Wie verschieden doch die Ansichten über den Mord sind! Wenn eine Schaar heldenmülhiger Jünglinge und Mädchen den Kampf gegen den Beherrscher von 80 Millionen Menschen aufnimmt, um diese von einem unerttäglichen Druck zu befreien, und wenn sie, nachdem sie tau- sende der ihrigen verloren, endlich, wie es der Krieg mit sich bringt, auch ihrerseits mit Aufopferung des eigenen Lebens einen Gegner tödten, dann sind sie Meuchelmörder. Wenn aber ein roher verkommener Bube in seinem Uebermuthe einen armen wehrlosen Menschen so furchtbar mißhandelt, daß derselbe, obwohl nicht allzuempfindsam, im Selbstmorde die einzige Rettung sucht— dann — nun dann heißt der Mordbube ein strenger Offizier, und gar manches Mitglied der„guten" Gesellschaft ist noch empört darüber, daß ihm den Journalisten gegenüber nicht die schuldige„Genugthuung" ge- worden. Wir wundern uns nicht darüber, wir wissen ja, daß unserer„guten" Gesellschaft schon längst die Begriffe von Recht und Unrecht abhanden gekommen sind. Dagegen wundert uns Folgendes: In Deutschland wer- den Jahr aus Jahr ein 2—300 Soldaten durch forlgesetzte Mißhand- lungen der„Vorgesetzten" in den Tod getrieben. Ebenso sieht man Jahr aus, Jahr ein, daß kein einziger der Mörder zur Verantwortung ge- zogen wird: ist es da nicht ein eigenthümliches psychologisches Räthsel, daß noch keinem der Selbstmörder einfiel:„wenn ich sterben muß, muß mein Peiniger mit— ihn ermorde ich, nicht mich!" Bei einem Naturmenschen wäre dies Raisonnemeut selbstverständlich. Aber der Soldat ist, Dank der heiligen Disziplin, eigentlich gar kein Mensch mehr: entmenscht in jeder Beziehung durch Moltke's Voltsbildungsanstalt. — Durch die deutsche Presse geht ein in der Berliner Volk«- z e i l u n g zuerst veröffentlichter Brief eines Herrn H i l l n e r, Volks- anwalt(?) in Schrimm. Dieser edle Mann hatte die Judenexzesse tapfer mitgemacht und war, weil er einen Amtsrichter jüdischer Kon- fession mit einer Pistole bedroht, zu einem Jahr drei Monaten Gefäugniß verurtheilt werden. Darob kam Reue und Zerknirschung über den Ehrenmann und er sandte einen Brief an die Volkszeitung, in dem er über die Antisemiten, namentlich Stöcker fürchterlich schimpft, sich für einen Liberalen erklärt, für die intelligenten Juden schwärmt und verspricht seine Stimme für Laster abzugeben. Und die liberale Presse schlägt Kapital aus einer solchen„Bekehrung" I Wenn dieser Brief etwas beweist, so ist es höchstens das, daß der Rabbi und der Mönch,„daß sie alle beide stinken". Antisemiten und Liberale, sie sind beide gleich charachterlos. — Weitere Parteikandidaturen. In Solingen ist der das letzte Mal unterlegene Genosse Rittinghausen aus Köln wieder ausgestellt. In Fürth kandidirt Genosse Gabriel Löwenstein. Im Wahl- kreis Lennep-Mettmünn, der auch bereits einmal durch einen Sozialisten vertreten war, ist Genosse.Schuhmacher aus Solingen aufgestellt; in Erfurt werden die Parteigenossen für Hasenklever stimmen. In Magdeburg, wo wir von Wahl zn Wahl eine steigende Stimmenzahl erzielten, ist wie- derum die Kandidatur Viereck, diesmal hoffentlich mit endgültigem Er- folge, proklamirt; ebenso verlautet von einer Kandidatur des genannten Genossen im zweiten Berliner Wahlkreis. — Der galante Bill giebt jeden Tag neue Beweise davon, daß sein Antisemitismus sich nur auf das starke Geschlecht" erstreckt. Im Bade M.(Mehadia?) war eine Banquierstochter aus Hamburg das Objekt der Zärtlichkeiten der„geschulten Kraft". Doch nicht einmal der Sohn eines Reichskanzlers kann ungestört lieben und wenn es wahr ist, daß Kein Feuer keine Kohle Kann brennen so heiß Als heimliche Liebe Von der niemand nichts weiß dann muß der arme Bill sehr abgekühlt worden sein, denn seine heimliche Liebe ward offenkund in einem Maße, wie es selten vorkommen dürste. Man überraschte unfern Seladon bei einem töte ü tote, wobei beide Theile sich in einem so primitiven— Kostüme befanden, daß die zu- fällig die beiden überraschende Person ganz bestürzt zurückbebte. Der Bill geräth doch ganz dem Papa nach. Er liebt die nnverhüllte Wahr- heit ebenso in der Liebe, als sein Bater in der Politik. Er ist übrigens immer noch bescheidener als sein Bruder Herbert, der seiner Zeit mit einer verheiratheten Fürstin C... durchging, die er dann schmählich sitzen ließ. Das werden'mal zwei tüchtige Kämpfer für Erhaltung der Familie und Ehe werden! — D i e Ausweisung Krapotkin's wird selbst von der Wiener„R. Fr. Presse" hart getadelt. Die Schweiz sei neben Deutsch- land der einzige Staat E u r o p a' s, sagt sie, der Rußlands An- sinnen einer internationalen Sozialistenhatz sich gefügig gezeigt habe. Die republikanische Schweiz erschwere durch ihre Haltung den anderen Staaten ihr Widerstreben gegen die von Rußland geleitete europäische Reaktion! Diesen Vorwurf muß sich da« Vaterland Teil' S und Winkel- rieb'« von einem der am wenigsten freisinnigen Blätter der Habs- b u r g e r Monarchie gefallen lassen. Es ist weit gekommen mit der hel- vetischen Republik! In Betreff derselben Angelegenheit erhalten wir von Genf einen von zehn Schweizer Bürgern unterzeichneten Protest. Wir heben aus demselben die Punkte hervor, welche die Scheingründe des Bundesraths für die Ausweisung in ihrer ganzen Nichtigkeit darzuthun geeignet sind. Es heißt da: Welcher Verbrechen klagt man den Geächteten an, der im Verttauen auf die angebliche Freiheit, welche wir besitzen, seinen Fuß auf den Boden dieses Landes setzte, indem er hier die Menschenrechte zu finden hoffte, für deren Errmgung er in seinem Leben schon so lange gekämpft hatte? Der Umstand, daß er Mitarbeiter an einer sozialistischen Zeitung(dem Genfer„Revolte") ist, welche einer fast nur aus Schweizern bestehenden Verb ndung gehört, wird von diesen sonderbaren Rechtsgelehrten als ein Grund betrachtet, der die Ausweisung rechtfertigt: Seit wann kann man den ersten besten Mitarbeiter für die Artikel einer Zeitung verantwortlich machen, zumal wenn dieselbe einen verant- wortlichen Redakteur hat, der vor dem Gesetze für alle veröffentlichten Artikel hastbar ist? Dann wird dem Fürsten Krapotkin vorgeworfen, daß er in öffentlichen und privaten Versammlungen Reden gehalten hat: Verbannte, welche den Fuß auf fremden Boden setzen, wären demnach zu völligem Schweigen verdammt, wenn sie den eigenthümlichen Ansor- derungen von Leuten, wie sie unsere Regierung bilden, genügen wollten, nach deren Ansicht die einem Flüchtling gewährte„Gastfreundschaft" die- fem völligen Verzicht auf das Aussprechen feiner Ged anken, Anschauungen und Gefühle auferlegt! Weiter klagt man den Fürsten Krapotkin an, Urheber eines gegen die Hinrichtung der Märtyrer der russischen Freiheit gerichteten Protestes zu sein: Das ist vollständig unbegründet. Die Anregung zu diesem Proteste ging von einer Anzahl Schweizerbürger aus, was einige dieser Bürger damals bereits vor dem Richter erklärt haben, so daß also unsere— bereits gerichtlich erwiesene— Behauptung in diesem Punkte der bun- desräthlichen Begründung widerspricht!! Außerdem wirst man Krapotkin eine Rede vor, welche er in London (aus dem sozialrevolutionären Kongreß) gehalten haben soll: Hier haben wir thatsächlich den ersten Fall, daß die Regierung eines Landes sich zum Richter auswirft über Worte, die zweihundert Meilen jenseits der Grenzen gesprochen wurden. Wenn der Bun- desrath Hütte den Beweis liefern wollen, daß er bereit sei, sich zum Werk- zeug aller Despoten herzugeben, so hätte er keinen besseren Ausweisung«- grund erfinden können. Als letzter Ausweisungsgrund wird noch angeführt, daß Krapotkin Sozialist sei!! Angesichts dieses ungerechten Beschlusses, der nur gesaßt ist, um Re- gierungen gefällig zu sein, deren Tyrannei und Desp otismus weltbekannt ist, prolestiren wir, die unterzeichneten Schweizer Bürger, mit dem ganzen Unwillen, welchen derartige Handlungen einflößen können, gegen die Aus- Weisung des Bürgers Peter Krapotkin... — Den 20. und 21. August fand in Ofen der Kongreß der„ungar- ländischen allgemeinen Arbeiterpartei" statt, welcher von 58 Delegirten mit 83 Mandaten besucht war. Die Verhandlungen waren vom besten Geiste beseelt, der Gang der Berathungen ein würdiger. Wir wünschen unsern braven Genossen, die in dem ökonomisch so un- entwickelten Ungarn einen so harten Kampf kämpfen, daß ihre Berathungen über Programm und Propaganda den besten Erfolg haben und rufen ihnen ein herzliches Glückauf zur Durchführung ihrer Beschlüsse zu. — In Paris wurde nach mancherlei Manövern, um die 14tägige Periode zwischen dem ersten Wahlgange und der Ballotage abzukürzen, endlich am 25. August kundgethan, daß dem„Diktator" Gambetta im Charonner Bezirk noch 54 Stimmen an der absoluten Majorität fehlen. Der schlaue Fuchs findet nun plötzlich die Trauben zu sauer, verzichtet auf die Slichwahl und„optirt" für den einzigen Wahlkreis, in dem er ge- wählt worden. Als ob man auch für einen Wahlkreis optiren könnte, in dem man nicht gewählt ist. — Die irischen Dynamiter in Amerika wollen einige hundert (nur?) englische Schiffe zerstören, um Rheder und Versicherer dahin zu bringen, bei Gladstone um Wiederaufnahme der irischen Frage zu bitten. Wir wollen« abwarten. Ebenso die Erfüllung der Proszenirung des Revolutionsdoktors Nathan Ganz, es kann sich innerhalb kur- z e r Zeit in Deutschland etwas ereignen. Wie schlau! — In Sardinien gährt es und an mehreren Orten, in Salmi, Nuramini«, Teulada und St. Antioko haben bereits Stenerrevolten statt- gesunden. Ursachen der Gährung sind Mißernten, Korruption der Kom- munalbehörden und zu hohe Steuern. Revolutionär sind diese Unruhen, welche nur Beseitigung der greisbarsten und drückendsten Miß- stände fordern, natürlich ebenso wenig als etwa die Arbeiterrevolteu, wie sie von Zeit zu Zeit in Schlesien und Posen vorkommen. Korrespondenzen. — Dresden, 24. Aug. Unser Elbflorenz ist bekannt wegen seiner schönen Umgebung und in ihm selbst lobt man die schöne Aussicht von der Ter- raffe-c. Ich möchte die Leser Ihres Blattes noch auf andere schöne Aussichten aufmerksam machen, die aber nur für Sozialisten vorhanden sind, für diese aber sind sie mannigfach. Bor Allem: jeder Sozialist kann jeden Augenblick arretirt, fistirt, behaussucht und persönlich durch- sucht werden— maßgebende Meinung de« Oberwabanten Kriminal- Kommissar Paul. Wenn ich nun zum Ueberfluß die Aussicht noch da- hin vervollständige, daß nach unserer Dresdener Richter, Staatsanwälte u. s. w. Ansicht jede Berhastung und Jnhafthaltung einer Person, die bei der Polizei im Verdachte steht, etwas begangen zu haben, was nicht mit den bestehenden„Gesetzen" in Uebereinstimmung(wenn auch dafür nicht der Schatten eines Beweises vorhanden ist), durchaus in der Ordnung und jede Verurtheilung eines von der Polizei Beschuldigten, auch ohne Beweise, einfach schon dadurch durchaus gerechtfertigt ist, daß solcher sich als Sozialist bekennt— Alles Von Rechts Wegen— dann werden Sie mir zugeben, daß Dresden nicht allein ein Florenz, sondern ein Eldorado für erbärmliche Denunzianten, Richter und Polizei- gesindel ist. Für so befangen in dem Glauben, daß vielleicht die öfsent- liche Meinung, die Preßhure, allhier gegen solch' ein aller Scham baares Vorgehen jemals irgendwie demonstrirt hätte oder demonstriren würde, darf ich wohl Ihre Leser nicht halten. An Verurtheilungen, Brummen, Haussuchungen, Sistirungen, Arretir- rungen sind wir hier so reich, wie Bismarck an Aengsten für sein Leben; deshalb registriren wir auch nicht alle diese Dinge, wären wohl auch kaum im Stande, da die Arbeitskraft einer Person dazu nicht genügte. Einiger Verurtheilungen will ich hier erwähnen. Vor 3 Wochen wurden die Genossen L i n d n e r und SB e t b n e r*) wegen Verbreitung verbotener Schriften(§ 19 des„Sozialistengesetzes") abgeurtheilt; zum außer- ordentlichen Bedauern von Richter und Staatsanwalt konnte man nur Weidner verdonnern, weil der Verurtheilung Lindner's ein unliebsames Hinderniß, nämlich ein Reichsgerichtsentscheid, entgegenstand, nach welchem das gemeinschaftliche Abonnement einer verbotenen Schrift(dieserhalben waren sie angeklagt und seit vielen Wochen in Haft) nicht strafbar ist. W. dagegen hatte seinen Gesellen aus dem„Soz.-Dem." auch noch öfters Einiges zu Gemüthe geführt, das mußte er mit 3 Monaten büßen. (Bismarck soll sich ja nicht seines Scharfblickes rühmen, denn die größte Dummheit war es, daß er das Reichsgericht nicht nach Dresden verlegte, hier hätte es eine erbaulichere Thätigkeit an den Tag gelegt, denn die Dresdener Richter stellen die Berliner und Leipziger iu den Schatten.) Am 12. d. standen Kayser, Liebert und S ch ö n s u ß vor den Schranken der 3. Strafkammer unter Vorsitz des Herrn T r u m m l e r (diese 3. Strafkammer allhier reicht der s. Z. berüchtigten 7. Deputation in Berlin unter Vorsitz des Hrn. Reich in puncto der Berurtheilungs- wuth das Wasser), wegen Vergehen gegen§ 19 des Sozialistengesetze«. Liebert und Schönfuß hatten sich durch Kayser gelegentlich einer Reise desselben nach der Schweiz 1 Proletarierliederbuch und 1„Hochverraths- Prozeß" bestellen lassen und sollte diese Sendung an Schönfuß geschickt werden. Durch ein Versehen Ihrer(?) Expedition, was für uns schwer begreiflich, da doch Expedition und Buchhandlung getrennt, ist aber die ftagliche Bestellung an eine andere Adresse gelangt, während die Nr. 19 Ihres Blattes vom 8. Mai an Sch. ankam. Sch. wohnte bei Schlosser T r ä n k n e r(man notire sich diesen Lump!), welcher, ein Gegner von uns und charakterlos genug zum Denunzianten, die Polizei von dem Eintreffen dieser Sendung in Kenntniß setzte. Das war etwas für die Strohköpfel Als Sch. nach Hause kam, mußte er das Paket in Gegen- wart der Buschklepper öffnen und seine Verhaftung erfolgte. Leider war Sch. thöricht genug gewesen, vorher zu Hause(bei Tränkner) von der erwarteten Sendung(den beiden Broschüren) mit dem Bemerken, daß die eine Broschüre für ihn, die andere für X. sei, geredet zu haben, und es erfolgte darauf auch die Verhaftung L.'s. L. schlug wieder K. als Entlastungszeugen vor(der bezeugen sollte, daß er und Sch. sich je 1 Broschüre bestellt und später durch K. bei Wiemer wieder abbestellt hätten), was die Verhaftung K.'s im Gefolge hatte. Einen eingehenden Bericht über die Verhandlung kann ich des beschränkten Raumes halber nicht geben, dagegen werde ich Ihnen baldigst die wunderbare Be- gründung der Verurtheilung zugehen lassen— denn verdonnert wird auf alle Fälle! Kurz und rund: Die Angeklagten wurden des Ver- gehens gegen§ 19 schuldig befunden, trotzdem daß auch nicht der Schatten eines Beweises dafür vorhanden war, und Kayser zu 2 Monaten(ohne Anrechnung der Untersuchungshast) und Beschränkung des Ausenthaltes in Sachsen, Liebert zu 6 Wochen und S ch L n f u ß zu 4 Wochen, beide unter Anrechnung von 3 Wochen Untersuchungshaft— 11 hatten sie abgemacht— verurtheilt. Selbstredend legen die u n schul- d ig Verurtheilten Berufung ein.**) L. und Sch. wurden— wie gnädig! auf freien Fuß gesetzt, K. dagegen, der noch eine Anklage in petto hat, in Hast behalten. Wie ich soeben erfahre, ist Tränkner von seinem Arbeitgeber ge- kündigt worden, mit der Motivirung, er leide keine Sozialdemokraten in seinem Geschäste, am allerwenigsten aber einen Denunzianten. Daß Tränk- ner während der Zeil, als er noch im Geschäfte ist, von seinen Mit- arbeitern die verschiedensten Liebenswürdigkeiten erfährt, ist selbstredend; für die Charakterlosigkeit desselben ist noch bemerkenswerth, daß er trotz- dem noch die Kündigung aushält. x. — Aus dem Wupperthal. Unser Wahlkreis(Barmen- Elberfeld), welcher sonst außerhalb der Wahlbewegnug wenig von sich reden macht, beginnt nunmehr schon eine lebhaftere Physiognomie anzu- nehmen und es deuten alle Zeichen darauf hin, daß der bereits ange- fangene Wahlkamps an Erbitterung alle früheren übertreffen wird. Unsere über alle Maßen erbärmlichen Gegner, natürlich unterstützt von einer „von Gott eingesetzten hohen Obrigkeit", scheuen auch nicht vor den elendesten„Mitteln" zurück, um zu ihren sauberen Zwecken zu gelangen. Aber wir sind ihnen immer dicht auf den Hacken und lassen keine Gelegen- heit unbenützt vorübergehen, um dieser Sippe das traurige Handwerk schwer zu machen und wo möglich ganz zu legen. In allen Tonarten lassen unsere Reaktionäre aller Schattirungen jetzt stärker als je die Lock- pfeife ertönen, um Gimpel aus den Leim zu locken, und es ist ordentlich rühmend, wenn man sieht, wie diese„wahren", von Bismarck gesandten „Arbeiterfreunde" im Schweiße ihres Angesichts sich abmühen, dem voller Verachtung diesem Treiben zusehenden und nur auf eine günstige Gelegen- heit zur SViedervergeltnng wartenden Arbeiter weiß zu machen, daß in keinem Anderen das Heil sei denn in Bismarck, und daß, um zu diesem Heil zu gelangen, man nur seine Mamelucken in den Reichstag zu schicken habe. Zunächst ist es die Firma„S t ö ck e r und K o in p a g n i e", welche die Arbeiter des Wupperthales nach„christlich-germauischer" Art glücklich zu machen sucht und unter dem Titel:„Gewerbe-, Handwerker- und Arbeiterpartei" im Trüben fischen wollte. Diese„Arbeiterpartei" wird repräsentirt durch ein halbes Dutzend Doktoren und höhere Beamten. Um nun aber auch wirkliche„praktische" Resultate zu erzielen, beriefen diese Herren„Auch Arbeiter" öffentliche Versammlungen, von denen bis jetzt vier in kurzer Reihenfolge stattfanden, ein. In einer derselben ge- lang es unserm eifrigen Genossen Müller zu Worte zu kommen und benutzte derselbe denn auch die Gelegenheit dazn, die Heuchelei und salsche Arbeiterfreundlichkeit dieser Herren Auch- Arbeiter in das richtige Licht zu stellen, indem er, anschließend an die Lamentaiion eines der Herren Anch-Arbeiter über die iinmer mehr überhand nehmende Auswanderung die verzweifelte Lage de« Arbeiterstandes schilderte, welche in Verbindung mit dem beispiellosen politischen Druck das arbeitende Volk aus dem „theuren"(nur z u thcuren!) Vaierlande vertreibe. So liege die Sache auf der einen Seile. Auf der andern sehen wir, daß Hunderte, welche noch einigermaßen existenzfähig sind, durch„Belagerungszustände" resp. durch das Sozialistengesetz von Haus und Hof, von Weib und Kind ge- trieben werden, �taum halte Müller diese Worte gesprochen, wurde ihm auch von Seiren des Vorsitzenden das Wort entzogen. Auf da« energische Protestiren Müllers gegen diese Vergewaltigung, erklärte der überwachende Polizeikommisiar(Arndt), daß die Entziehung des Wortes auf seine V e r a nl crs s u n g erfolgt sei,„weil er eine Auflösung der Versammlung habe vermeiden wolle n." Nicht wahr, das ist doch wenigstens ehrlich und— brutal zugleich. Die Versammlung willfahrte aber dem Wunsche des Herrn Polizeikommisfars keinen Augenblick mehr, sondern ging nach diesem Akt sofort unter Hochrufen auf unfern Kandidaten Moses Oppenheimer auseinander. Den andern Morgen war Müller kaum an der Arbeit, als er auch schon einen Bestellzettel von demselben Polizeikommissarius erhielt, auf dessen Veranlassung ihm am Abend vorher das Wort ent- zogen worden war. Hier, beim Polizeikommissar, wurde nun der„In- tulpat" gründlich verhört und schließlich mit dem Trost entlassen, daß der Herr Staatsanwalt das„Weitere" besorgen würde. Man sieht daraus, daß unsere Staats- und Gesellschaftsretter zu Allem sähig sind und uns mit allen Mitteln niederzuhalten und zu erdrücken suchen. Aber das wird *) Dieser Prozeß wie die später in dieser Korrespondenz erwähnten sind im„Sozialdem." schon früher berührt worden, die Korrespondenz enthält jedoch neue Details, welche veröffentlicht werden müssen. Redaktion des„Sozialdem." **) Darnach ist unsere frühere Dresdener Korrespondenz(in Nr. 34) zu berichtigen. Red. -_________ ihnen nicht gelingen, unsere Agitation geht vielmehr ungestört ihren Gang, sowie gleichfalls die Vertheilung von Flugblättern lebhaft geübt wird. Tie Begeisterung für unsere Sache wächst unter solchen Chikanen mehr und mehr und die Ausfichten für unfern Kandidaten Moses Oppenheimer können gar nicht besser sein. W. N. — AuS dem Wahlkreise Vffenback-Dieburg, Ende August. Bon hier hat der„Sozialdemokrat" noch sehr wenig gebracht, was aber keineswegs zu dem Schlüsse berechtigt, daß wir unthätig gewesen — der Wahltag wird die Früchte unserer Thätigkeit zeigen. Kürzlich war unser Kandidat, Genosse Liebknecht, hier anwesend und obschon wir erst Morgens um 11 Uhr Nachricht von seinem Eintreffen erhielten, hatten sich doch schon Nachmittags um 4 Uhr einige 39 Genossen im herrlichen Stadtwald eingefunden. Bedenkt man, daß die meisten der Anwesenden selbst aus stundenweit entfernten Ortschaften und nur ca. 6 aus der nahen Stadt gekommen waren, so dürften sich die Genossen allerorts ein Bild von unserer Organisation machen können. Die a l r e Garde lebt noch und wird ihre Schuldigkeit voll und ganz tbun. Wir sind fertig zum Kampf und mit sichtlicher Aengstlichkeit tappen unsere Gegner umher, ohne zu wissen, was für Kandidaten sie uns entgegen- stellen sollen. Der Schlangentödter D ernb ur g hat ein klägliches Ende genommen und jetzt bringen dessen frühere Parteigenossen seinen ehemali- gen Gegner, den Provinzialdirektor Kühler auf's Tapet. D i e Herren glauben, weil sie den höchsten Verwaltungsbeamten aufstellen, würden alle Bürgermeister, Polizeidiener, Nachtwächter und Sauhirten für ihn eintreten und ihnen ermöglichen, nochmals zum Siege zu gelangen. Tie Fortschrittler haben noch keinen Kandidaten gefunden; der in Aussicht gennommene freireligiöse Psaff V o g l ist kaum ernstlich zu nehmen, da derselbe es wohl verstanden hat, bei„Vater Kuhnlcin" Kegel zu schieben und auf uns zu schimpfen, nicht aber die Wähler von seiner Fähigkeit zum Reichstagsabgeordneten zu überzeugen. Die Ullramontanen haben den Bürgermeister W o l z von Seligenstadt als Kandidat aufgestellt und glauben selbst nicht, daß es sich um mehr als eine bloße Zählkandidatur handle. Alles in Allem: Für uns liegen die Verhälinisse äußerst günstig und hoffen wir diesmal bestimmt auf den Sieg. Unsere Stimmen haben sich von Wahl zu Wahl vermehrt, bei der letzten Stichwahl erhielten wir schon nur 299 Stimmen weniger als die Partei des Schlangenlödters. Wenn also diesmal jeder Genosse voll und ganz seine Schuldigkeit thut — und es soll daran nicht fehlen— so werden wir als Sieger aus dem Wahlkampf hervorgehen. — Mainz, 13. August. Jedenfalls kann es für den„Sozialdem." nicht ohne Interesse sein, einigen Einblick in die hiesigen Verhältnisse vor der Wahl zu bekommen. Liebknecht hat alle Slnssicht gewählt zu werden.— Eine Zerfahrenheit— trotzdem man sie in betheiligten Kreisen selbstverständlich gar nicht zugestehen will— wie sie heute im ultramontanen Lager Platz gegriffen hat, ist wohl selten noch zu konsta- tiren gewesen.— Jener Wortbruch M o u s a n g'«, den er unfern hiesigen Genoffen gegeuiiber begangen hat, hat die ganze„Frankfurtcrhof- Gesellschaft" nicht allein kompromittirt, sondern mit einem Gefühle namen- loser Unsicherheit geradezu mit allen Schrecken des Gewiyens(?) erfüllt. Diese schwarze Gesellschaft fühlt denn auch heute schon den Boden unter ihren Füßen wanken und trügen, nicht alle Slnzeichen, so wird deren Kandidat(vorläufig ist der Jesuitenzögling Nikolaus Racke dazu auser- sehen— eine definitive Entschließung ist noch nicht getroffen) nicht ein- mal in die Stichwahl kommen.— Was das Häuflein sogenannter Demo- traten zu machen gedenkt, ist vorläufig noch nicht abzusehen; wahrscheinlich, daß sie sich mit der nationalliberalen Klique verbinden, um mit ihr die Sicgesbente zu theilen. Eine armseligere Sippschaft als diese„Demokraten" ist nicht leicht aufzufinden. An und für sich nur wenige Köpfe zählend, blähen sich diese Protzen auf, als hätten sie Mainz und die ganze Umgegend in der Tasche und sangen auch hie und da noch etliche Gimpel. Doch nur ganz wenige. Zum Glück haben diese Burschen schon lange abgewirthschaftet und ihre Kniffe werden von der großen Masse vollkommen verstanden. Sie ernten nur ein mitleidiges Achselzucken. Die anderere Partei, nationalliberal genannt, ist auf einer endlosen Suche nach einem Kandidaten.— Ein rechtschaffener Mensch ist eben nicht leicht für dieses Programm- und prinziplose Gesellschaft auszutreiben, und siele es selbst dem Tüchtigsten schon schwer, auch nur nur einigermaßen Erfolg zu erzielen, so wäre eine weniger qualifizirte Persönlichkeit schon im Voraus einer eklatanten Niederlage sicher.— Unter solchen Ver- Hältnissen nun, namentlich bei der günstigen Aufnahme, welche die sozialdemokratische Kandidatur allcrwärts hier gefunden hat, dürfen wir mit vollstem Vertrauen der kommenden Reichstagswahl entgegensehen. — Thun wir unsere Schuldigkeit, so wird dieses Mal Mainz-Lppenheim durch Wilh. Liebknecht im Reichstag vertreten sein. — Stuttgart Die Art und Weise, wie man das hiesige„Vater- l a n d" verboten hat, sowie die dafür angegebenen Motive bieten soviel des Sonderbaren und Lächerlichen dar, daß wir wohl mit einem kurzen Bericht darüber den Rauin unseres Parteiorgans in Anspruch nehmen dürfen. Zunächst ist es hier allgemein aufgefallen, daß das Weitererschei- neu des Blatte« verboten wurde in Folge des Verbotes dreier Nummern, die bereits 4 Wochen früher erschienen waren. Warum man mit dem Verbot der betreffenden Nummern 4 volle Wochen gewartet hat und dann plötzlich da« Weitererscheinen des Blattes verbietet, in dem 3 Wochen hindurch nichts sür die Polizei Faßbares enihalten war, darüber existiren bei vielen hiesigen Genossen zwar Bermuthungen, jedoch entziehen sich dieselben vorläufig der Oeffentlichkcir. Möglich wäre es indessen auch, daß die Polizei sich Zeit zu reiflicher Ueberlegung genommen hat, aus Furcht, sich zum zweiten Male mit dem„Vaterland" unsterblich zu blamiren. Dieselbe hatte nämlich das„Vaterland" bereits einmal im Frühjahr 1879 verboten, mußte jedoch den Schmerz erleben, daß das Verbot auf erhobene Beschwerde als unbegründet wieder aufgehoben wurde. Daß sie in Folge dessen gleich dem gebrannten Kinde ewas vor- sichtiger in Bezug auf das„Vaterland" geworden war, ist wohl natür- lich, doch mögen, wie gesagt, auch andere Gründe zu ihrem kayenartig. schleichenden Vorgehen mitgewirkt baben. Jedenfalls ist der biederen Polizei in keinem Falle die' zweite Blamage erspart geblieben, denn die Motive de« Verbotes sind zum Theile so blödsinnig lächerlich, daß wir uns gedrungen fühlen, Einiges davon der-Nachwelt als Beitrag zu den bekannten Schwabenstreichen zu überliefern. Da heißt e« zunächst:„wenn auch zugegeben werden müsse, daß Strafbares nirgends in dem Blatte gesagt sei(!), so bewege dessen Inhalt sich doch stets so nühe an den Grenzen des Erlaubten, daß..." Hat wohl jemals eine Behörde sich selbst auf eine drastischere Weise das Zeugniß ausgestellt, daß sie eine schamlose Büttelbande ist� die gleich orientalischen Despoten nur nach Laune handelt und das Opfer ihrer Willkür noch dadurch verhöhnt, daß sie ihm in's Gesicht sagt: Du hast nichts Strafbares gethan, Du bist stets nur bis an die Grenze des Er- laubten gegangen, aber trotzdem wirst Du jetzt zu Grunde gerichtet?! Tann heißt es weiter in dem köstlichen Schriftstück:„daß es ein Be- weis für die sozialdemokratische Tendenz des Blattes sei, daß alle be- kannten Sozialdemokraten Stuttgarts in demselben annoncirten." Es iü nur zu verwundern, daß nicht auch noch die Eintrncht der ver- schiedenen Bevölkerungsklassen durch dieses Annonciren gefährdet sein soll; jedenfalls beweist auch diese« an den Haaren herbeigezogene„Motiv", in welcher kläglichen Verlegenheit sich diese saubere Zunft befunden haben muß! Endlich hat man noch die Entdeckung gemacht,„daß in einem Wahl- arlikcl einer der drei verbotenen Nummern allerdings n u r das Pro- gramin der sog. Volkspartei besprochen sei, jedoch sei dasselbe mit Hin- weis auf dessen ökonomischen Theil in einer Weise entwickelt, daß dadurch die Bevölkerungsklassen gegen einander ausgereizt würden" Zc. Wenn dieser Passus überhaupt einen Sin» haben soll, so heißt er nichts Andere«, als daß das Programm der Bolksparrei in seinem ökonomischen Theil„gemeingefährliche Bestrebungen" enthalte. Die Volks- Partei mag also nur schnell diesen guten Vorwand benutzen, um diesen gefährlichen, von ihr selbst stets mit Furcht betrachteten rothen Feyen aus ihrem Programm zu eiirfernen. Trotzdem nnn diese Motive so lächerlich und unsinnig sind, glauben wir doch diesmal nicht mehr an einen Erfolg unserer erhobenen Be schwerde, sintemalen wir seil 2 Jahren in der RechtSlosigkcir und unsere Richter in der Servilität große Fortschritte gemacht haben. Auch können wir hier schließlich, wenn es nicht anders ist, ganz gut ohne das„Vater- land" existiren und mir dem Gelde, das die Erhallung des Blattes bis- her kostete, der Polizei viel größeren Aerger bereiten. Aber Gemeinheil bleibt Gemeinheil, und Polizei und Regierung haben durch ihr brutales Vorgehen in den letzten Monaten bedenklich zu Haß und Verachtung gegen sich aufgereizt. Wenn sie noch lange so fortmachen, so könnte unsere schwäbische Gemüthlichkeit auch einmal in ihr Gegentheil umschlagen, und wir könnten den verschiedenen Strolchen einmal Hand- greiflich beweisen, daß e« nicht immer ganz ungefährlich ist, wenn man, wie es durch solcherlei unmotivirte„Motive" geschieht, in henkermäßiger Brutalität zum Schaden noch den Spott fügt. — New-Bork, im August. Man sagt in den Lagern unserer Gegner, wir Sozialisten seien Reichsfeinde und hätten keine Liebe zu dem Lande unserer Geburt, vielmehr strebten wir dahin, unser Baterland zu ruiniren. O, diese elenden Seelen! Gerade unsere Gegner, welche sich mit dem größten Patriotismus brüsten, sind die größten Feinde Deutschlands. Ihre Vaterlandsliebe geht in die Brüche, sobald der Geld- beute! in Frage kommt. Da heißt es dann: ubi beno ibi patria!— wo mir's wohl geht, ist mein Vaterland! Wo war denn der Patriotis- mus beim Beginn des„heiligen Krieges", als Geld gebraucht wurde und die Regierung Anlehen ausschrieb? Erst als mit dem Blute des Volkes die Schlacht bei Saarbrücken gewonnen, Weißenburg erstürmt und Mac Mahon bei Wörth geschlagen war, als nichts mehr riskirt zu werden brauchte, sondern zu verdienen war, kam der Geldsacks-Patriorismus zum Vorschein. Das Proletariat aber, das sein Vaterland liebt, das dafür arbeitet, die Scholle aus der es geboren ist, wohnlich einzurichten, damit es leben kann, wie es sich für Menschen geziemt, wird mittelst Richter und Polizei zum Lande Hinansgetrieben und muß in die weite Ferne, sein tägliches Brod zu suchen. Und dies Alles, weil er sein Vaterland liebt. Ja, ihr Helden der„modernen Ordnung", der Sozialist liebt sein Vaterland, liebt es jetzt in der Verbannung noch inniger und wird seiner gedenken bis zum letzten Athemzug, wenn er auch nicht die Ver- rücktheit zur Schau trägt, in blindem Chauvinismus andere Nationen zu bekriegen, denn ein auftichtiger Parteigenosse kann nur zu dem end- giltigen Schluß kommen, daß die Erde Uberhaupt sein Baterland, die Menschheit seine Familie und Allen wohl zu thun, seine Religion sei. In hiesiger Stadt ist bereits eine stattliche Kolonie gemaßregeller beut- scher Parteigenossen— Zuwachs kommt jede Woche— und jeder Ein- zelne wünscht die Zeit herbei, wo er zurückkehren kann. Es ist nicht etwa Arbeitslosigkeit, denn lohnende Beschäftigung findet man hier wohl*), welche die Sehnsucht nach der Heimath erweckt, sondern das Unbehagliche des hiesigen Lebens; es fehlt die deuffche Gemüthlichkeit.**) Was ich im Vorstehenden niedergeschrieben, ist nicht meine persönliche Ansicht, sondern die Ansicht fast Aller, selbst derjenigen, die schon Uber ein Jahr hier sind und ihre Familien haben nachkommen lassen. Am Sonnabend den 16. Juli hielt Genosse Groß aus Hamburg eine» Vortrag über da« Thema:„Ist ein Widerstand der Aus- gewiesenen durch Bannbruch möglich?" Referent entwickelte seine Ansicht dahin, daß jeder Widerstand zwecklos sei, welcher Ansicht auch die gut besuchte Versammlung beitrat. Die Sozialisten englischer Zunge Hierselbst treffen Anstalten, ein großes täglich erscheinendes Journal herauszugeben. Die Einleitungen sind dazu bereits getroffen. Wir rufen diesem Beginnen ein herzliches Glück auf zu. Mit dem 1. August wird auch eine neue deutsche Zeitung hier heraus- gegeben werden, welche gegen das hiesige Parteiblatt arbeiten soll. Peku- niär wird es unterstützt von einigen Brauereibesitzern. Diese Aermsten haben als Redakteur on edok einen gewissen Lenz engagirt, welcher schon viele literarische Geschäste ins Leben gerufen hat, die aber bald eingingen. Als das Gerücht von diesem neuen Unternehmen auftauchte, erhielt Lenz den Namen Zeitung«tödter. Hier ist alle Welt darüber einig, daß er auch sein neues Kind wieder tödlen wird. Lenz war vordem Mit- arbeiter des hiesigen Parteiblattes, der„Rew-Iorker Volkszeirung". *) Siehe die Warnung des New-Dorker Unterstützungskomite» in der Nummer 34. Red. d.„Soziald." **) Die deutsche Gemüthlichkeit ist ein gar sonderbares Ding, höchst zweifelhafter Natur— der Regel nach ist sie gleichbedeutend mit Philisterhaftigkeit, Duselei, thatenlosem Hinbrüten, und hat uns im Aus- land lächerlich und— verachtet gemacht. Wir wären sehr froh, wenn diese„deutsche Gemüthlichkeit" unseren Landsleuien ganz abhandelt käme, womit nicht gesagt sein soll, daß wir gemüthvolles Leben ver> urtheilen. Red. d.„Soziald."/ Briefkasten der Redaktion: Nachdem mehrere Genossen das in der Presse verbreitete Märchen, es sei vorletzten Sonntag ein sozialistischer Kongreß aus Schloß Wqöen abgehalten worden, für baare Münze genommen haben, fühlen wir uns veranlaßt, zu erklären, daß an dem betreffenden Tage auf Schloß Wyden blas der Jahrestag de« vorjährigen Kon gresses gefeiert wurde, zu welchem Zwecke sich Genossen aus Zürich. Winterlhur, Frauenfeld, Wyl, Schaffhausen»c. zusammengefundell hatten. Es war eine spontane Kundgebung ohne bedeulendcren politischen Hintergrund. Seit dem vorjährigen Wydener Kongreß hat die deutsche Partei in der Schweiz überhaupt keinen Kongreß mehr abgehalten.'Alle gegentheiligen Mittheilungen sind erlogen.— An viele Einsender von Korrespondenzen: Wegen Raummangels mußten mehrere Korrespondenzen zurückbleiben. der Expedition: H. W. Sckborn: Fr. 5,59 d. Ufd«. dkd. zu- gewiesen.- Laster: Fr. 98,26 k Clo. erh.— Long Caroline? Fr. 29,59 erh. Wofür?— B. Brl. Lonoon: Fr. 59,49 ä Cto. erh. Durch Zwischen« Hand verspätet.-- t— c Paris: Bon H. Anfangs d. Quartals wevel Bestellung noch Geld erhalten. Portr. P. folgt mit 36.— K. T- Paris: Bstllg. abgg. Rückständiges folgt.— B. i. O. f. B. i. G.t Mk. 2,— Ab. Rest erh. Erwarten Nachr. betr. Bahnhofverschl.— Feuer- rüpel: 2 Neue vorgem. Wie steht's mit Abrchng. des Alten!?— Bsszfat Mk. 27,69 Ab. 3. Qu. u. Schft. erh. Betr. Wahlflugbl. später. Adr. pr. 1. Septbr. gelöscht.— Dlsch. Ver. u. Soz. Basel: Fr. 79,— nach Vorfchr. pr. Ufds. verwendet. Details später.— Genossen von Mühl- Hausen: Mk. 3,75 pr. Ufds. dankend erh.— Rothbart: Fr. 43,— i Cto. Ab. erh. Wo bleibt Abrechng.— Hmghs. Brs. It. Louis: Folgen fortan 45. Einiges vergriffen.— N. N. Prag: Mk. 196,55 ä Cto.! Ab. u. Schft. erh. Adr. richtig gestellt.— Ff. a. M.: Fr. 35.62 (Mk. 29,—) Ab. Juli u. Schft. erh. Adr. geordn. Nachnahme in« Reich is u ich!— Kalegor. Imperativ aus Oesterr.: ö. st. 35,—(Fr. 74,55) b. Ufds. dankend zugew.— Bukarest: Fr. 8,— Slb. pr. Ende 81 erh. G-wanschtc« abgeg.— Dlsch. B-r. Wyl: Fr. 14.59 d. Ufds dankende zugew. Betr. der Fr. 2,49 noch nicht? klar.— Durch«pps. u. D. Fr. 15,59 für 5 Kegelpart. u. von vier div. Gebern dem Ufd? zugew.» siehe Ufds. später.— Dix: Vbhdlg. hat uns nachträglich Mk. 2,— von Ihrem S.-AbonnementSgeld als außerord. Spesen für„Revue" da- mals vorenthalten, nachdem im S. voll quittirr war, deshalb schulden' Sie uns noch diesen Betrag auf altes Abou. Weiteres ist Sache de VlkSbhdlg.— A. Hmmrschlg.: Mk. 199,— pr. Ab. 2. Quartl. gulgebrJ Bfl. am 39/8. Weiteres.— Weckuhr: Mk. 1,— Ab. Aug. erh. WarinT denn immer nur solo!?— Nst. a. O.: Mk. 3,— Ab. 4. Qu. erh. Test „pfiffige" Hallunte soll nur selber abonniren. Wollen ihm schou exir auswarten. Betr. Wahlarbeit demnächst. Mk. 1,29 f. Schft. u. Flug, an st erh.— Antwerpen: Fr. 12,— ä Cto. Ab. 2. u. 3. Qu. erh. Fr. 22,«ist d. Ufds. dankd. zugew. Weiteres vorgem. u. besorgt.— Bon, Reckarst 3 neue vorgemerkt.„Borficht ist die bessere Hälfte der Tapferkeit", dacht« der Haas« und riß seinem Schatten aus!— Rolher Herrnhuler� Mk. 6,— Ab. 3. u. 4. Qu. erh., auch Mk. 3,— dem Ufd«. dkd. zugein- — Morgenrolh: Noch immer beim Allen. Agrikola schweigt. Neues! besorgt.— Kohlheim: Bf. durch Cat. erh. Gewünschtes folgt.— Jörgen Gaardm: M. 3,— Ab. 3. Qu. erh. u. ab Juli nachgeliefert. Ist'S 9 recht? Pr. P.K. mehr.— v. Bismarck: Die schwarze„Germania" läist sich aus der Ostschweiz die wirkliche Abhaltg. u n s r e« Kongr. in Wyden weismachen. Gehören Sie denn auch zu den Wunder-GläubigeN ü la Majunke? Ein Kongreß ohne Delegirte, ohne Beschlüsse u. ohn« Berichte;—„freilich etwas dunkel zwar, aber immer wunderbar." „Gerwaaiae" Kyrie eleison!— Mr. Robert: Fr. 2,— Ab. 3, QU- f. d. S. erh.— Jörgen Gaardmann: Mk. 3,— Ab. 3. Qu. sür H. n- K. erh., Sdg. A. H. wurde stet« bewirkt.— Numa Cg.: Mk. 3,— Ab-' 3. Qu. erh. Sind pr. 4. Qu. M. 7,— zu senden.- W. P. It. M. 3,59 Ab. 4. Qu. erh. haben Sie 59 Pf. gut. Schweiz. VereinSbuchdruckerei Hl'ttinGen-Attikich.