Srscheiat »Schentlich einmal in Zürich iTchweiz) ilerleg N. Herter, Hottingen-Zürich Kafmostraße 3. poSseidüuzrn franco gegen franco. Gewöhnliche Briefe nach der Schweiz kosten Toppelporto. Der oMeiuckmt Jentral-Hrgan der deutschen Sozialdemokratie Aöonnemeaw werden nur beim Verlag ur.d dessen bekannten Agenten ent- gegengenommen und zwar zum voraus zahlbaren Vierteljahrspreis von: Fr. 2.— für die Schweiz(Kreuzban M k.3— für Teutschland iCouvert st. l. 70 für Oesterreich(Couvert Fr. 2. 5V für alle übrigen Land Weltpostvereins(Kreuzband). Inseraic Tie dreigespaltene Petitzeile 25 Cts. 20 Pfg. R? 2. Pomierffag. 5. Januar. 1882. zAU- A,ii> a« die Lorrespoadeutell-ad �bounzllien de»„Soiialdemlikrat". Ta der.Soiialdemolrat' sowohl in Deutschland als auch in Oesterreich verboten ist, bezw. versolgt wird, und die dortigen Behörden sich alle Muhe geben, unsere Verbindungen nach jenen Ländern möglichst zu erschweren, resp. Briefe von dort an uns und unsere ZeitungS» und sonstigen Sendungen nach dort abzufangen, so ist die äußerste Vorstcht im Postverlehr nothwendig und darf leine BorstchtSmaßregel versäumt werden, die Brieimarder über den wahren Absender und Einpsänger, sowie den Inhalt der Sendungen zu täuschen, und letztere dadurch zu schützen. Haupterforderniß ist hiezu einerseits, daß unsere Freunde so selten als uidglich an de».Sozialdemolrat', resp. dessen Verlag selbst adresstren, sondern stch möglichst an irgendeine unverdächtige Adresse außerhalb Deutschlands und Oesterreichs wenden, welche stch dann mit uns in Verbindung setzt; anderseits aber, daß auch uns möglichst unversängliche AustellnngSadressen mitgetheilt werden. In zweifelhaften Fällen empftehlt stch dehuss größerer Sicherheit Aekommandirung. Soviel an uns liegt, werden wir gewiß weder Mähe noch Kosten scheuen, um trotz aller ent- gegenstehenden Schwierigkeiten den, Sozialdemokrat' unser» Abonnenten möglichst regelmäßig zu liefern. Unfern auswärtigen Abonnenten, Filialen, Vertrauensleuten zc. legen wir ans Herz, A b- rechnungen und A b o n n e m e n t s e r n e u e r u n g e n, soweit noch nicht erfolgt, ungesäumt zu bewirken, ebenso wollen alle Abon- n e n t e n an unsere Vertrauensleute unbedingt während des «Dsten Monat» im Quartal Zahlung leisten, damit keine Unter- brechung in der Liesernng eintreten muß. Unsere Bertrauensadressen sind bekannt. Alle Lieferungen erfolgen nur auf Gefahr der Besteller. Briefmarken aller Länder werden für voll angenommen. Größere Beträge in Papiergeld oder Post-Einzahlung. Da viele auswärtige Besteller, besonders in Deutschland, sowie in Oesterreich, ihre Briefe immer wieder ungenügend frankiren, wodurch uns erhebliche Verluste durch Strafporti entstehen, so bemerken wir hiemit wiederholt; Einfache Briese(bis zu 15 Gramm) nach der S ch iv e i z kosten: aus Deutschland(und dem übrigen Ausland). Ll) Pfg. a u s O e st e r r e i ch- U n g a r n....... 10 Krz. Bei schwereren Briefen kosten immer j e 1 5 G r a m m w e i t e r e 2 0 P f g., b ezw. 10 Krz. Die Genossen wollen hieraus in Zukunft um so mehr achten, a l s wir ungenügend frankirten Sendungen in der Regel die Annahme verweigern müssen. Die Ekpkditiou dcs„Silialdemokrat". Die Impotenz des Klassenstaates. In einer der letzten Sitzungen des sächsischen Landtags wurde den deutsche» Regierungen, insbesondere der sächsischen, sowie der Reichsregierung von sozialdemokratischer Seite die vollständigste SchssfungL-Unsähigkkll auf sozialpolitischem Gebiete vorgeworfen; und der sächsische Staatsminister von Nostitz-Wallwitz, obgleich persönlich angegriffen und herausgefordert, steckte den Vorwurf ein, ohne eine Silbe zu erwidern. Und er hatte Recht. Hätte er sich auf's Leugnen verlegt, so würde es ihm und seinen Kollegen nur noch schlimmer ergangen sein. Die Angelegenheit, welche den Abgeordnelen Liebknecht zu dem Vorwurf veranlagte, ist für die sächsische Regierung und überhaupt für den modernen Klassenstaat so blamabel als möglich. Im Knappschaftskassen wesen haben sich notorisch die abscheulichsten Miß- und Uebelstände herausgestellt. Niemand, selbst der enragirteste Regierungsmann nicht, hat die Stirne gehabt, zu sagen, daß diese Miß- und Uebelstände nicht vorhanden seien. Seit 18, in Buchstaben: achtzehn Jahren agitiren die sächsischen Bergarbeiter für eine Reform der Knappschafts- lassen, petitioniren sie die Regierung, legen ihr Vorschläge zur Besserung vor— und was hat die Regierung gethan? Nichts, absolut nichts. Sie hat ruhig mit zugesehen, wie die Miß- und Uebelstände fortwuchern, wie Unrecht auf Unrecht gehäuft wird, und die einfachsten Grundsätze der Humanität und Gerechtigkeit mit Füßen getreten werden. Vergebens die Klagen, die Be- schwerden, die Bitten der Unterdrückten, der Betrogenen, der Bestohlenen. Die Regierung Halle Worte der Sympathie, aber sie kam nicht dazu, ihre Worte zu verwirklichen. Waren die Worte der Sympathie erheuchelt? Wir wollen es nicht behaupten. In 99 Fällen von 199 ist die„Arbeirer- freundlichkeit" der herrschenden Parteien und Klassen gewiß nichts anderes als elende Heuchelei, allein der vorliegende Fall ist seiner ganzen Natur nach ein solcher, daß der Glaube, es sei der Regierung mir ihren Sympaihie-Aeußerungen ernst gewesen, keineswegs ausgeschlossen, ja positiv gefördert wird. Die Wünsche der Bergleute waren so bescheiden, die Erfüllung dieser Wünsche innerhalb des Rahmens der heutigen Gesellschaftsordnung so leicht, die durch Erfüllung der Wünsche mit Sicherheit zu er- langende Popularität für die Regierung von so großem prak- tischen Werthe, daß man das Vorgehen oder Nicht vorgehen der Regierung in dieser Sache fast unmöglich auf Rechnung des bösen Willens setzen kann, fast mit Nolhwendigkeit auf Rechnung der Unfähigkeit setzen muß. Eine ähnliche Erscheinung hatten wir bei dem Unfallver- sicherungsgesetz. Es wäre thöricht, die bezüglichen Pläne der Reichsregierung für eitel Humbug zu erklären. Bauern- fängerei ist unstreitig dabei, ist sogar unstreitig der Zweck, aber mit der Bauernfängerei ist es ebenso unstreitig der Reichsregie- rung, speziell dem Fürsten Bismarck, verteufelt Ernst. Es ist ihm mit seiner„höheren" Bauernfängerei genau so Ernst, wie dem ersten besten, auf dem letzten Loche pfeifenden gemeinen Spitzbuben, der dem Hungertod oder Arbeitshaus verfallen ist, wenn ihm sein Streich nicht gelingt. Bismarck pfeift auf dem letzten Loch; er ist am Ende seines Lateins und kann getrost einpacken, wenn die staatssozialistische Trumpfkarte das sonst hoffnungslose Spiel nicht gewinnt, wenn die Arbeiter nicht auf die Leimruthe der sogenannten Sozial- reform hüpfen. Es gibt auf dieser besten aller denkbaren Welten blos eine Garantie der Ehrlichkeit, und das ist das Int er- esse. Ein Mensch, sei er Reichskanzler oder gewöhnlicher Strolch, der zu Grunde geht, wenn er nicht ehrlich ist, ist immer ehrlich. Und in diesem Sinn müssen wir an die Ehr- lichkeit des Bismarck'schen StaatssozialismuS glauben. Und trotzdem hat Bismarck, ungeachtet seiner erträumten Allmacht, mit dem Unfallgesetz nur seine klägliche Ohnmacht bewiesen. Und doppelt bewiesen. Nicht allein, daß der Gesetz- Entwurf miserabel ausgearbeitet war— der schlichteste sozial- demokratische Arbeiterverein hätte ihn zehnmal besser gemacht, und so, daß das Ding Hände und Füße gehabt hätte— der „große Staatsmann" konnte auch seinem Entwurf nicht einmal die Sanktion des Reichstages erwirken. Warum nicht? Weil der deutsche Reichstag, gleich jedem anderen gesetzgebenden Körper der Gegenwart, seiner überwiegenden Mehrheit nach den Interessen der Bourgeoisie dient und den modernen Klassenstaat vertritt. Da mag die Reichsregierung sich noch so erbost mit den politischen Vertretern der Bourgeoisie(des bürgerlichen Liberalismus) herumbalgen, da mögen diu,„Provinzialkorrespondenz" und die„Norddeutsche Allgemeine Zeijiiliig" noch so laut in die Welt hinausrufen: In Preußen und s dem deutschen Reich ist der König-Kaiser nicht abhängig vom Parlament, sondern steht über ihm, da mag Bismarck noch so oft den deutschen Kaiser als den» sx machina aufmarschiren und sich höchsteigenmündig gegen den bürgerlichen Klassenstaat aussprechen lassen— es hilft Alles nichts, das Klassenintercsse herrscht im deutschen Reich gerade so, wie es in Frankreich, England und Amerika herrscht; das deutsche Reich ist ein Klasscnstaat, gerade so gut wie die drei genannten Staaten, und wenn noch einige Ueberreste von Junkerei, Gottesg imde« ihüm tu.**»4 sonstigem mittelalterlichem Quark sich bei uns breit machen, die in jenen Ländern längst verschwunden sind, so beweist dies blos, daß Deutschland in seiner politisch- sozialen Entwicklung hinter England, Frankreich und den Vereinigten Staaten von Nordamerika zurückgeblie- b e n ist, und noch die schmutzigen Eierschaalen allerhand, in wahrhaft zivilisirten Ländern längst überwundener Standpunkte an sich kleben hat. Voila tout! Bismarck, so sehr er am Größenwahn laborirt, der heldenkaiserliche Wilhelm, so sicher er wähnt, seine Krone „vom Tische des Herrn" und direkt aus dem Himmel empfangen zu haben, sie sind nur Handlanger der Bourgeoisie, wandeln die Wege der Bourgeoisie am Gängelbande der Bour- geoisie. Und jeder Versuch, sich von der Bourgeoisie zu eman- zipiren, endigt in einer kläglichen Niederlage. Vicls die Reichs- tagSwahlen des Jahres 1881. Also das deutsche Reich ist ein Klassenstaat ooiumo il taut, und leidet an allen Fehlern und Lastern des Klassenstaats. Der. Klassenstaat kann aber die soziale Frage nicht lösen, denn sie lösen, wäre für ihn ein Selbstmord. Er spielt mit ihr, will sie ausnutzen, hat mitunter Anwandlungen von Ehrlichkeit und christlicher Menschenliebe, und— ob ehrlich oder unehrlich, ob philantropisch-christliche Zerknirschung oder demagogisch-frivoler MacchiavellismuS— das Resultat ist immer das nämliche: Null. Fehlt der gute Wille nicht, so fehlt die Kraft. Vom modernen Klassenstaat die Lösung der sozialen Frage erwarten, heißt von Disteln Weintrauben erwarten. Die Lösung der sozialen Frage setzt die Vernichtung des Klassenstaats voraus. Mit diesem Satz, dessen Richtigkeil kein Sozial- demokrat in Zweifel ziehen kann, ist das Loos des Bismarckschen StaatSsozialiSmus besiegelt und jedem Sozialdemokraten die Pflicht an's Herz gelegt, den Sturz des Klassenftaats nach Kräften zu beschleunigen. Das stupide-Vprvs uou» lv clöluAv— nach uns die Sint- fluth— eines Metternich, übersetzt sich für die Epigonen Metternichs, die Bismarcke und Konsorten in das hoffnungsvolle: „Nach uns die Sozialdemokratie"! Die Sozialdemokratie ist die Erbin des bankrouten Staatsmannslhums alter Schule, dessen letzter Strohhalmgriff der StaatssozialiSmu? ist. Unfähig, seine Fehler und Sünden wieder gut zu machen, muß der Klassenstaat an seinen Fehlern und Sünden zu Grund gehen..-ml- Eine Arbeiter-Petition. In Esse n hat am 20. Dezember unter der Leitung des christlich- sozialen Agitators Kaplan Laaf und de» christlich.sozialen Reichstags- abgeordneten Stützet eine Bergarbeiterversammlung folgende charakter- istische Adresse angenommen; „P e l i t i o n an Se. Durchlaucht den Herrn Reichskanzler um gesetzliche Regelung der Arbeitszeit der Bergleute, angenommen in der Versammlung der Bergleute im Saale des städtischen Gartens zu Essen ani 20. Dezember 1881. Durchlaucht! Durchdrungen von der Ueberzeugung, daß Ew. Durchlaucht den wahren Interessen des Arbeiterstandes eine aufrichtige Sympathie entgegenbringen, wagt der Unterzeichnete im Austrag einer Ver- sammlung von 3000 Bergleuten, Ew. Durchlaucht Aufmerksamkeit auf die traurige Lage der hiesigen Bergarbeiter hinzulenken. Unter- zeichneter glaubt dies um so mehr thun zu mllssen, als eine dies- bezügliche Kundgebung aus hiesigem Kreise geeignet ist, irrige Vorstellungen über die Lage der Arbeiter zii verbreiten. Die Generalversammlung nämlich des Vereins zur Wahrung der ge- meinsamen Interessen in Rheinland und Westphalen hat in einem unter dem 20. v. M. an Ew. Durchlaucht gerichteten Telegramm den Gedanken zum Ausdruck gebracht, daß in Folge der von Ew. Durchlaucht inauguririen Wirthschastspolitik eine Hebung der In- dustrie und eine Besserung namentlich der Lage der Arbeiter, auch der Bergarbeiter, herbeigeführt worden sei. Wenn die Bergleute einerseits auch gern zugestehen, daß Ew. Durchlaucht Bestrebungen zum Schutze der heimischen Produktion schon jetzt einen nicht zu unterschätzenden w o h l t h ä t i g e n E i n f l u ß auf die Montanindustrie ausgeübt haben und zu den schönsten Hoffnungen für die Zukunft berechtigen, so können sie andererseits doch die Behauptung, daß die Lage der Arbeiter eine Besserung erfahren, als der Wahrheit entsprechend nicht anerkennen. Eine Erhöhung der Schichtlöhne hat trotz des unver- kennbaren Aufschwunges der Industrie bisher leider nicht stattgefunden, und wenn der Monatslohn der Bergleute gegen früher ein höherer ist, so hat diese Er- scheinung lediglich in dem Umstände ihren Grund, daß die Bergleute zu lieber schichten gezwungen sind. Ew. Durchlaucht werden sich aber der Einsicht nicht ver- schließen können, daß eine Verlängerung der ohnehin äußerst auf« reibenden Bergarbeil eine schwere Schädigung des ArbeiterstandeS nothwendig zur Folge haben muß. Nach des Unterzeichneten Dafürhalten würde eine gesetzliche Regelung der Arbeitszeit sowohl für die Industrie als die Ar« beiter von großem Segen sein; die Produkliou würde sich inner« halb vernünftiger Schranken bewegen, die K o h l e n p r e i s e und mit ihnen die Arbeitslöhne steigen. Ew. Durchlaucht erlaubt stch daher der Unterzeichnete gehorsamst zu bitten, im Interesse der Jndustrie und Bergarbeiter die Jniziative dahin ergreifen zu wollen, daß eine gesetzliche Regelung der?lrbeit«- zeit— Rormalarbeitstag— yerbeigeführr w e r d e." Soweit die Petition. Charakteristisch nannten wir das Ding, weil sie den Beweis liefert, daß diese anscheinend so radikal auftretende Agitation im Grunde nichts weiter ist als eine unter- Hirschdunker'sche Harmonie- duselei. Der tiefe Diener, den die Essener Bergleute da vor Bismarck machen, zeigt, daß wir es nicht mit Männern zu thun haben, die im vollen Bewußtsein ihres Werthes für ihr gutes Recht eintreten, sondern mit Leuten, die erzogen sind, zu arbeiten und zu beten. Wie ein Gebet,„Allmächtiger Gott und Vater, barmherziger Schöpfer" u. s. w., so fängt auch diese Petition an. Großer Bismarck, ausrichtiger Arbeiterfreund, dessen allweise Wirthschastspolitik einen nicht zu unter- schätzenden wohlthätigen Einfluß auf die Montan-Jndustrie ausgeübt hat" u. s. m. u. s. w. Und wie die meisten Gebete, so ist auch diese Petition nicht verfaßt von Leuten, denen ein Einblick in die allgemeinen Verhältnisse fehlt, sondern vom Redakteur und Reichstagsabgeordneten S t ö tz e l, also ein«' Manne, der die Gelegenheit und die Pflicht hat, die wirthschast Entwicklung genau zu versolgen und die von der Regierungspresse a gestellten Behauptungen nicht schlechtweg für baare Münze zu nehme. sondern sie zu p r U s e n. Thatsache ist nun, daß in der Pkontan-Jndustrie Deutschlands ein Ausschwung allerdings stattgefunden hat. Ist das aber eine Folge der deutschen Schutzzollpolitik? Ein Blick aus die außerdeutschen Verhältnisse beweist, daß das nicht der Fall ist. Im freihändlerischen England z. B. ist der Ausschwung ein noch weit größerer; der Ausschwung ist nicht national, er ist international. Einige Zahlen*) mögen das beweisen. Die Kohle n ausbeute betrug in Millionen Tonnen ä 1000 Kilogramm Die Roheisen-Produktion gramm In Großbrilaniiieii „ Ver. St. v. Amerika „ Deutschland „ Frankreich ,. Belgien „ Oesterreich-llngarn „ andern Ländern in 1000 Tonnen k 1000 Kilo- Jn der Kohlenindustrie hat Deutschlands Produktion mit der der sechs größten Industriestaaten gleichen Schritt gehalten, in der Produktion des Roheisens aber betrug die Steigerung in Deutschland 10'0 Prozent den gesammten Industrieländern der Erde 23'5„ Wo bleibt da der wohlthätige Einfluß der deutschen Zollpolitik, Herr Stötzel? Die„Norddeutsche Allgemeine" aber ist ob dieses von„Arbeitern aus« gestellten Zeugnisses" so entzückt, daß sie den Satz„Wenn die Bergleute" bis„zu den schönsten Hoffnungen berechtigen" durch gesperrten Druck hervorhebt. Und sie hat Recht, wenn sie das lhut. Ein solches Zeugniß von Arbeitern ist der größte Erfolg ihres Herrn und Meisters. Die -*) Welche wir Neumann-Spallart's Jahrgang 1880, entnehmen. „Uebersichten der Weltwirthschaft" „schönsten Hofsnungen", zu welchen die neudeutsche Zoll- und Wirthschafts- Politik mit ihrer Vertheuerung der Lebensmittel„berechtigt", sind ver- fiärkteAusbeutungundverstärktesElendder Massen, was kann ein Staatsmann noch mehr verlangen, als daß Arbeiter ihm selbst helfen, sie und ihre Genossen zu betrügen. Wir aber werden uns mit diesen„schönsten Hoffnungen" in der nächsten Nummer des„Sozial- demokrat" eingehender beschäftigen. Für heute wollen wir bei der Petition bleiben. Daß die geringe Lohnerhöhung, von welcher die offiziösen Berichte so großes Aufheben machen, lediglich eine Folge sind vermehrter Arbeits- leistungen oder, wie es in der Petition heißt, des Umstandes,„daß die Bergleute zu Neberschichten gezwungen sind", haben wir bereits in Nr. 50 des„Sozialdemokrat" vom S.Dezember v.J. ziffernmäßig nach- gewiesen, und wenn die Arbeiter sich gegen diese Ueberschichten wenden und eine gesetzliche Regelung der Arbeitszeit— Normalarbeitstag— verlangen, so ist das durchaus berechtigt. Wenn aber, wie es nach der obigen Petition den Anschein hat, eine Gruppe von Arbeitern einen solchen gesetzlichen Schutz lediglich für sich verlangt, als eine wünschens- werthe Folge dieses Schutzes eine Steigerung der— Kohlen- preise hinstellt, d. h. also eine Verschlechterung der Lage der gesammten übrigen Arbeiter, so müssen wir auch dagegen Protest einlegen und kön- neu die Arbeiter nur beklagen, die sich von ihren Führern zu solchem Schacher verleiten lassen. Das fehlte noch, daß der elende Schacher, den die Herren Ausbeuter bei den Zolldebatten im Jahre l.879 so schamlos trieben, daß die Reichs- tagskouloirs noch die Börse überboten, jetzt auch von den Arbeitern nach- geahmt würde! Wenn das christlich sein soll, so mag das auf ein Christenthum passen, welchem der bekannte Spruch: Heiliger Sankt Florian, Beschütz' mein Haus, zünd' andere an! entstammt, dann soll man aber das Wort sozialistisch fortlassen und nicht auch dieses ehrliche Wort zu so unsozialistischen Zwecken mißbrauchen. Der Sozialismus hat mit dem Kastengeist, den diese Petition athmet, nichts zu thun! Was soll überhaupt diese Petition an den Reichskanzler? Wollte man zeigen, daß die katholischen Arbeiter gegen eine Extravergünstigung z u haben sind? Herr Stötzel ist ja Mitglied des Reichstags, warum verfaßte er nicht selbst einen Antrag auf Einführung eines Normal- arbeitstages? Warum da bitten, wo man ein Recht hat zu fordern?*) Will er die Arbeiter glauben machen, Bismarck vermöge Wunder- dinge? Will er Bismarck eine Falle stellen oder will er ihm Gelegen- heit geben, zu zeigen, daß er— Bismarck— das Beste wolle, und nur der böse Reichstag nicht? Wir verstehen eine solche Diplomatie nicht und haben für dieselbe nur die Frage aus Figaro's Hochzeit: Wen betrügt man hier? Bedauerlich ist es, daß sich in der von 3000 Bergleuten besuchten Versammlung nicht eine Stimme gesunden hat, welche den Arbeitern klar gemacht hätte, daß sie mit einer solchen Petition auf dem falschen Wege sind, daß eine solche Sprache unabhängig denkender Arbeiter nicht würdig ist. Bedauerlich ist es und zugleich eine Mahnung. Eine Mahnung für die Sozialdemokratie, von dem Wahne abzulassen, den Einzelne in unseren Reihen noch immer hegen und pflegen, als stände Alles in Deutschland vortrefflich sür uns und brauchten wir nur die Hände in den Schoost zu legen und zuzusehen, wie sich die heutige Gesellschaft von selbst abwirthschastet. Wohl arbeiten die Verhältnisse uns vortrefflich in die Hände, aber wir müssen gerade deshalb um so eifriger selbst die Hände rühren, müssen eine um so rührigere Agitation entfalten, dürfen den günstigen Moment nicht unbenutzt vorübergehen lassen, die Arbeiter vor Versumpfung zu bewahren. Jede Unterlassungssünde unserer Partei hat sich noch bitter gerächt. Was sollte das Sozialistengesetz, was versprachen sich seine Schöpser von ihm? Es sollte erstens die aufreizende Art unserer Agitation ver- hindern und zweitens der Weiterausbreitung derselben einen Damm ent- gegensetzen. Nun, wenn wir uns im Bewußtsein unserer guten Sache auf's Ohr legen und anderen Elementen das Feld räumen, dann haben unsere Feinde just Das erreicht, was sie wollten. Mehr verlangten, mehr erhofften sie gar nicht. Einst galt die Sozialdemokratie als das Muster der politischen Rührigkeit, unsere Feinde haben von uns gelernt, hüten wir uns, in ihre Fehler zu versallen, uns im Siegesbewußtsein zu berauschen und über dem Erreichten das noch zu Erkämpfende zu ver- gessen. Wir sind die Letzten, welche die 12 Reichstagssitze, die wir trotz aller Versolgungen unserer Partei errungen haben) gering schätzen, aber wenn unsere Wahlsiege die Wirkung haben sollten, daß Alles, was nicht direkte Wahlagitation ist, als überflüssig verworfen wird, dann mag sie der Teufel holen, dann wäre sie in der That der Anfang vom Ende. Aber glücklicherweise ist das nicht zu befürchten. Die Kölner Korrespon- den; in unserer heutigen Nummer ist uns aus der Seele geschrieben. Es ist ein Märchen, daß der Ultramontanismus eine Beschwörungsformel gegen den Sozialismus habe. Er hat ihm nur einige Waffen entlehnt und diese zur Zeit des Kulturkampfes im Feuer der Opposition gestählt. Heute aber, wo der Kulturkampf dem Kulturfrieden weicht, heute ver- lieren auch jene Waffen ihre Kraft, und die Essener Petition zeigt uns, w o wir den Gegner zu packen haben. Es wird eine Leichtigkeit sein, die Arbeiter zu überzeugen, daß Führer, die ihnen derartige Dinge an- empfehlen, nicht die Männer sind, von denen sie ihre soziale Befreiung zu erwarten haben, daß eine solche Denkweise, wie sie diese Petition athmet, im höchsten Grade verderblich ist sür die Arbeiterklasse. An das Klassenbewußtsein gilt es zu appelliren, und an der Hand der Statistik den Arbeitern zu zeigen, daß die neudeutsche Wirthschaftspolitik und alle die arbeiterfreundlichen Projekte, von welchen in der Jetztzeit so viel Geschrei gemacht wird, in Wirklichkeit arbeiterfeindliche sind, ihnen theils keinen Nutzen, theils direkten Schaden bringen, insgesammt aber den Zweck haben, die Aufmerksamkeit der Arbeiter von der Haupt- und Lebenssrage, der Aufhebung der Lohnsklaverei, abzulenken. Und zu diesem Nachweise unseren agilirenden Genossen ein immer reichhaltigeres Material zu sammeln, muß für die nächste Zeit die Hauptausgabe des „Sozialdemokrat" sein. An diese Pflicht mahnt uns die obige Petition. Leo. Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 4. Januar 1882. � Protestantischer I e s u i t i s m u S. Welch" geringes Zu- trauen die Psaffen zu der Güte ihrer Sache haben, geht am besten aus dem fanatischen Eiser hervor, mit welchem sie an dem religiösen Eide in bürgerlichen- und Staats-Angelegenheiten festhalten. Lieber zwingen sie die Menschen, einen Glauben zu heucheln, den sie nicht besitzen, al» daß sie sich damit begnügen, ihren religiösen Formelkram aus ihre kirchlichen Angelegenheiten zu beschränken. Das ganze Gerede von der„Wiederher- stellung des christlichen Staates" hat keinen anderen Zweck, als die Pfaffen da wieder auf Umwegen zur Herrschaft zu bringen, wo sie das Vertrauen des Voltes eingebüßt haben. Das„praktische Christenthum", der„christliche Sozialismus" ist das Aushängeschild, Pfaffenherrschaft das wirkliche Ziel. *) Wir halten es für geboten, hier ausdrücklich zu konstatiren, daß wir damit nicht jede Petitionsbewegung verwerfen wollen. Es kommt lediglich auf den Charakter au, den dieselbe trägt. Zu diesen Ausführungen veranlaßt uns ein Artikel in Nro. 2 von Stöcker's Reickisboten,„Religiöser Eid und bürgerliche Rechtslosigkeit" betitelt. Ein schamloserer Jesuitismus ist.uns noch nicht vorgekommen. Man lese nur folgenden Satz:„Die Obrigkeit befiehlt nicht, daß Gott sei oder daß man an ihn glaube und ihn bekenne, sondern sie wünscht nur beim Eide, daß dies geschehe, um auf Grund dieser religiösen Eide den Gesetzen Ansehen zu verschaffen, um durch sie die bürgerliche Ord- nung, Sittlichkeit, Vaterlandsliebe, Treue und Wahrhaftigkeit zu beför- dern; sie wendet hier keinen Gewissenszwang, kein Gebot an, aber sie hat ihre Gründe, im Eide, dessen wesentlichstes Moment der Gottesglaube ist, diesen Gottesglauben als Bedingung gewisser Rechte zu fordern, indem sie von der Ansicht ausgehl, daß ein gänzlicher Un- glaube sür Staat und Sittlichkeit höchst verderblich sein würde: sie b e- willigt daher, nur scheinbar im Widerspruch mit dem Art. 12 der Verfassung, nur einem Bürger, der sich zu dem Glauben an Gott bekennt, gewisse Rechte, Aemter und Bortheile." Und doch„kein Gewissenszwang". Es kommt aber noch besser: „Wenn jemand, der jeden Gottesglauben leugnet, erklärt, daß er den Eid in der vorgeschriebenen religiösen Form doch leisten wolle, so liegt in dieser Erklärung nur das gotteslästerliche Bekenntniß der persönlichen Unwahrhaftigkeit und Unaufrichtigkeit, und dürfte er deshalb, um nicht durch grobe Unwahrheiten, Mentalreservationen*) und Heuchelei den Zweck des Schwörens ganz zu vereiteln, gar nicht zum Eide zuge- lassen werden, sondern müßte als eidesunfähig(eidesfällig im Prozeß) und damit, weil er nicht als zuverlässiges Glied der Staats- gesellschast angesehen werden kann, geradezu als nicht völlig rechtsfähig betrachtet werden." Und der ganze Salm läuft auf die„christliche" Forderung hinaus: „Wer erklärt, keine Religion zu haben, kann nicht als ein zuverlässiges Glied des Staates betrachtet werden und muß sich daher auch den Ver- lust gewisser bürgerlicher Rechte gefallen lassen." Auf gut Deutsch heißt das: Atheisten, Materialisten, kurz Alles, was nicht an die Lehren von Stöcker und Konsorten glaubt, wird zu Staatsbürgern zweiter Klasse degradirt, politisch und bürgerlich rechtlos erklärt. Und das Alles„kein Gewissenszwang!" Wahrhaftig, bei jeder Gelegenheit doku- mentiren diese Ehrenmänner, wie Recht Friedrich II. mit seinem Aus- spruch hatte: Von allen Jesuiten sind die protestanti- scheu die s ch l i m m st e n. — Bismarck'« rechteHand, Herr Lothar Bucher ist nach Kanossa, Pardon!— nach Rom abgereist, um mit der römischen Kurie wegen des Kulturfriedens weiter zu unterhandeln, da die Zentrumssrak- tion heillose Angst davor hat, das Schicksal des Nationalliberalismus zu theilen und offiziös zu werden; in der Opposition befand sie sich natürlich weit besser. Sie sperrt sich deshalb nach Kräften dagegen, auf Bismarck'« Lockruf hineinzufallen— der„Meinungsaustausch mit den Wählern", von dem die„Norddeutsche" sich soviel versprach, scheint da« entgegen- gesetzte Resultat gehabt zu haben— und ohne das Zentrum kann der große Kanzler nicht regieren. Daher abwechselnd bald ingrimmiges Schmeicheln, bald ängstliches Drohen, ein ewiges Hin und Her, welches der politischen Kannegießerei Thür und Thor öffnet. Uns kann die ganze Diplomatisirerei ziemlich egal sein, wie wir auch dem sogenannten Kulturkampf mit größter Seelenruhe zusahen. Der heutige Polizei- und Bonrgeoisiestaat kann ohne die himmlische Gensdarmerie nicht auskommen. Das wußten wir längst. — Immer ergötzlicher gestaltet sich die Diskussion der Frage, „Ist die Fortschrittspartei republikanisch oder führen wenigstens ihre Grundsätze zum Republikanismus?" Bisher hatte sich lediglich die osfi- ziöse Presse das Vergnügen gemacht, diesen„schweren Vorwurf" gegen die Herren Virchow, H änel, Richter und Konsorten zu erheben, neuerdings ist aber denselben sehr ihrem Leidwesen„Freund" Sonne- mann in der„Frankfurter Ztg." m Heu Rücken gefallen und ruft ihnen muthig entgegen:„Wozu das Zieren, Freunde, macht es doch wie ich und sagt, daß ihr theoretisch die Republik sür etwas ganz Gutes hält, aber in der Praxis euch auch mit der Monarchie ganz gut abzufinden wißt! Mit solcher Erklärung kommt man durch Dick und Dünn, und in Wahrheit ist uns das Königthum ja doch nur Mittel zum Zwecke!" Aber selbst dieser unschädliche Republikanismus ist den Fortschrittshelden ein Gräuel, und mit dem ganzen Aufwand sittlicher Entrüstung, der ihnen zu Gebote steht,— Entrüstung ist bekanntlich ihre Spezialität— stürzen sie sich jetzt auf den unbequemen Freund, der ihnen so Entsetz- liches andichtet. Namentlich der große„Staatsmann" Hänel weist solche Gesinnungen mit„Abscheu" von sich, denn er brennt schon auf den Tag, da seine Majestät, Friedrich Wilhelm Y. von Preußen, ihn als Mann seines Vertrauens in das Ministerium berufen wird, und ein Hohenzoller'scher Minister mit republikanischen Neigungen, das geht ab- solut nicht. Deshalb wird das Doppelspiel mit allen möglichen Glieder- Verrenkungen fortgesetzt; der Schlangenmensch, der sich vor einigen Jahren in Deutschland bewundern ließ, ist eine Holzpuppe dagegen. Heber die allerneueste Auszeichnung, welche Wilhelm dem Puttkamer angedeihen ließ, gehen die Helden des Forlschritts mit ingrimmigem Still- schweigen hinweg, man merkt es ihnen ordentlich an, wie wüthend sie die Faust ballen— in der Tasche. Sagt man den Schwärmern für den „liberalen" Kronprinzen aber, daß sie auf den Thronwechsel rechnen, so gerathen sie auf's Neue in Extase, und pfui! empörend! schamlos! so zetert der ganze Chorus über den unglückseligen Potsdamer L o h r e n, der im Reichstag jüngst mit dieser Bemerkung herausplatzte. Aber was wollt Ihr denn eigentlich, liebe Herren, warum denn der Jubel, daß der Kronprinz dem „liberalen" Oberpräsidenten von Horn deutliche Beweise seines Ver- trauen« gegeben? Wenn„unser Fritz" wirklich so„liberal" ist, wie ihr ihn ausschreit, warum denn nicht offen eingestehen, daß ihr den Tag nicht erwarten könnt, wo er und mit ihm Eure Freunde, die Dynastie Eulenburg, ans Ruder kommen? Diese Angst, daß man ihnen anmerke, was sie bei jeder Gelegenheit selbst zu verstehen geben, ist wirklich ur- komisch. Und zugleich verächtlich. — E i n Landesverräther auf der Ministerbank. Die Furcht vor der Sozialdemokratie hat unsere Gegner schon so aller Fassung beraubt, daß sie ihr Heiligstes, den Thron und die Monarchie, wegzu- werfen bereit sind, nur um der gerechten Rache des betrogenen Volkes zu entgehen. Und nicht nur Spießbürger und die Nachteulen der politi- scheu Polizei nehmen diesen Standpunkt ein; es war ein Bevollmächtigter der sächsischen Monarchie, ein Minister des Königs von Sachsen, welcher in amtlicher Eigenschast im Reichstage erklärte: Der atheistisch- sozial- demokratischen Republik ziehe er die Annexion vor. Diese Alter- native, vor welche der Minister sich selbst stellte, beweist, daß unsere „Staatsmänner" an die Fortdauer ihrer Herrschast selbst nicht mehr glauben und ein Ende mit Schrecken besürchten. Sie wissen, daß das Volk, soweit es überhaupt zu politischem Denken erwacht ist, sozialdemo- kratisch denkt, und daß im gegebenen Falle sich für die Monarchie keine Hand rühren würde. Sie schauen nach Rettung aus und da verfällt der erste Diener eines Monarchen auf die Annexion, d. h. auf den Um- stur; des Thrones und Vernichtung der Verfassung des Landes, als dessen Regierungsvertreter er sungirt. Die Ausführnng dieses Umsturzes könnte nun freilich dem Volke sehr gleichgiltig sein, denn das in seiner Majorität sozialdemokratisch gesinnte sächsische Volk wurde ohnedies durch Einsühr- *) Immer Vorbehalt. Eine Mentalreservation, reservatio mentalis, ist es z. B., wenn Stöcker in Zürich seinen„christlichen Sozialismus" mit der Republik für verträglich erklärt, um ihn in Berlin als nur durch das„soziale Königthum" der Hohcnzollern durchsührbar zu erklären. Oder wenn er vor Arbeitern gegen die moderne Kapitalherrschaft eisert, niit dem i n n e r e n V o r b c h a l t, daß er das nur ihut, uin die mo- derne Kapitalherrschaft gegenüber den Angriffen der Sozialdemokratie zu schützen. ung des Sozialistengesetzes unter Zustimmung der sächsischen Regierung an die Reichsbü«telei verralhen und verkauft, und die sächsischen Behörden Ubertrafen bei Ausführung des gemeingefährlichen Gesetzes vom 21."Okt. an Rohheit und Frivolität bei Weitem die preußischen Polizeihelden. Es kann nun den Sachsen gleichgültig sein, ob der kleinen heimischen Pascha- wirthschast durch die preußische Säbelherrschaft, der'Sachsen" nebenbei schon jetzt mitunterliegt, ein Ende gemacht wird, der Wechsel wäre sogar vortheilhast, denn es brauchte dann ein Heer von katilinarischen Existenzen nicht ferner aus allgemeinen Mitteln ernährt zu werden— aber daß ein Minister diesen Umsturz anregt, daß er gerade seine Hand nach der Krone ausstreckt, daß er die Vernichtung der selbstständigen Landesver- fassung des Bundesstaates, dem er dienen sollte, in Aussicht stellt, das ist doch mehr, als selbst der boshafteste Republikaner verlangen konnte. Wie haben die sächsischen Partikularisten Uber LandeSverrath ge- schrien, als Professor Biedermann 1866 mit einer Anzahl national- liberaler Biedermänner die Annexion Sachsens als wünschenswerth pro- klamirte! Und nun wird von dem Vertreter der sächsischen Regierung amtlich im Reichstag derselbe Landesverrath geübt, wird das Todesurtheil der sächsischen Monorchie offiziell unterzeichnet, und der sächsische Premier- minister, Hermann von Nostiz-Wallwitz, welcher kürzlich im Landtage noch so schöne staatserhaltende Lehren deklamirte, reicht den Ber- liner Annexionisten auf dem Präsentirteller sein Baterland zum Ver- schlucken dar. Es wäre urkomisch, wenn das Dargebotene angenommen würde, wenn die sächsischen Minister und Kreispaschas den ausgewiesenen Sozialdemokraten in die Verbannung nachfolgen müßten, um preußischen Landräthen Platz zu machen. Aber die Hoffnung des landesverrätherischen Ministers, daß durch diesen Umsturz mittelst Annexion wenigstens dem Siege der Sozialdemokratie vorgebeugt wäre, ist eitel Wahn. Wie der Umsturz von 1866, das Fortjagen des„auch legitimen" Königs von Hannover k., zur Verächtlichmachung des monarchischen Prinzips unendlich viel beigetragen, so würde auch die Annexion Sachsens denselben Zweck haben und in ihren Wirkungen sich an der Zentralstelle für Annexion selbst äußern, ja schon die Anregung dieser Evenwalität durch einen Vertreter der Monarchie hat die gleiche Wirkung. Das Volk sieht, Alles, was diese Leute von Heiligkeit de« Thrones, des Vaterlandes und der Religion deklamiren, ist Flunkerei, der Geldsack, nur der Geld-.) sack ist ihnen heilig. Wenn die Sozialdemokratie und damit die Beseitigung der heutigen Eigenthumsordnung in Frage kommt, da haben sie nur einen Gedanken: ihr unrechtes Gut zu sichern, da werfen sie Thron und Baterland, Gott und König weg, um nur den Geld sack zu retten. Dies ist die Moral der Erklärung des sächsischen Ministers im Reichstag, sie ist gleichzeitig eine Entlarvung der herrschenden Kreise und ganz besonders geeignet, zur Ausklärung immer weiterer Bolkskreise zu dienen. — Ein echter„StaatSrette r". Aus Elberfeld schreibt man uns: Unser Staatsanwalt U h l e s hat nicht genug an den Lor- beeren, die er sich seinerzeit in der Hasselmannaffäre erworben! er legt es darauf an, der ganzen deutschen Mitwelt zu beweisen, daß ein Lffent- licher Ankläger weder Rechtsgesühl noch Rechtskennwiß, sondern nur eine gute Dosis Frechheit zu befitzen braucht. Den berüchtigten Prozeß„In Sachen Hillmann und Genossen", der seit Jahr und Tag schwebt und laut eigenem Geständniß des Untersuchungsrichters Jresten lediglich auf die Aussage eines bezahlten Polizeispitzels begründet ist, hat er glücklich eingejädelt und so weit gefördert, daß jetzt der zusammengeschriebene Berg Akten eine Rundreise durch Deutschland machen muß. Herr Uhles möchte nämlich gar zu gern alle wirklichen und vermeintlichen Theil- nehmer des Wydener Kongresses aus Grund der§§ 128 und 129 des Strafgesetzbuches in« Loch spediren lassen. Daher seinerzeit die Haus- suchungen in Dresden, Leipzig, Fürth, Nürnberg, Stuttgart k. Der Spitzel nun— da« ist da« Ergötzlichste bei der Sache— hat wohl läuten hören, weiß aber nicht, wo die Glocken hängen, und so wird sich Herr Uhles mit seinem Strafprozeß nichts holen, als eine grandiose Monstreblamage. Mit seinem Antrage, verschiedene der von ihm Be- schuldigten in Untersuchungshaft zu nehmen, ist er beim Instruktion«- richter, dem die Sache doch zu dumm wurde, gründlich abgeblitzt. Jetzt sucht er seine Revanche auf einem neuen Gebiet, mit nicht viel mehr Glück. Gegen eine Anzahl Arbeiter, die Wahlflugblätter austrugen und dabei von der Polizei erwischt wurden, hat er Untersuchung ein- geleitet, wobei die eine Serie blas wegen K 16 des Str.-G.-B., die an- dere wegen gleichen Vergehens, wegen Aufreizung, Beleidigung des Prinzen Wilhelm, Verbreitung falscher Thatsachen, angeklagt werden sollte. Diesmal hatte Uhles bei der Anklagekammer Pech. Paragraph 16 ist nämlich der Sammelparagraph und sollte angewendet werden, weil am Schlüsse der Flugblätter ausgefordert war, Gelder für die Wahl zu sammeln. In den Augen eines Uhles ist das selbstredend ein Verbrechen. Darum eine Anzahl von Vorladungen und Verhören, schließlich Antrag aus Eröffnung des Strafversahrens. Die Strafkammer indeß wollte erst feststellen, ob in unserem Wahlkreise diese Sammlung verboten gewesen sei und zur Verblüffung des übereifrigen Staatsanwaltes zeigte sich, daß dies nicht der Fall gewesen. Selbstredend zerfiel damit das Ge- bäude staatsanwaltlicher Rechtskunde. Auch den größten Theil der son- stigen Uhles'schen Anklagepunkte gegen die Serie Zwei wies die An- klagekammer als unbegründet zurück. Die Eseleien dieses Themisjüngers sind haarsträubend; doch bleibt er ruhig im Amte, weil solche Hetzhunde sür da« System der modernen„Ordnung" unentbehrlich sind. — Daß derAufschwung in derMontanindustrie, wie wir in unserem zweiten Leitartikel sagten, nicht national, sondern i n t e r- national ist, dafür liefert jeder Tag neue Beweise. Die Zahlen Neumann Spallart's beziehen sich aus das Jahr 1880, aber die Berichte, welche aus dem nunmehr abgelaufenen Jahre 1881 vorliegen, weisen kein anderes Bild auf.„Die ö st e r e i ch i s ch e Eisenindustrie", schreibt der„Franksurter Ztg." ihr fachmännischer Korrespondent,„hatte zu Be- ginn des Jahres 1881 gewiß nicht erwartet, daß der Schluß dieses nun verflossenen Jahres sie in einer so ausgezeichneten Lage antreffen würde, wie dies derzeit wirklich der Fall ist." Und in Bezug auf die Kohlenindustrie Oesterreich'« wird zwar über den schlechten Absatz von Haus kohlen geklagt— theils eine Folge de« relativ milden Wiüters, theils ein Zeichen der schlechten sozialen Verhälwiffe— dagegen„ist der Konsum an Jndustriekohle ein regelmäßiger und gute r." Aus den Berichten de«„L a b o u r S t a n d a r d", des Or- gans der englischen Gewerkschaften, geht hervor, daß in der Kohlen- und Eisenbranche nicht nur die Produktion sich sortdauernd hebt, sondern daß auch die betr. Arbeiter diese günstige Lage wahrzuneh- men wissen.„Der letzte Bericht der Gesellschaft der Eisengießer ist der ermuthigendste, den sie seit Jahren veröffentlichen konnte."„Der Stand der Industrie im Norden ist zufriedenstellend, die Kohlen- und Eisen- industrie geht flott.„Die Bergleute in den Werken um Barnsley ver« langen eine den höheren Kohlenpreisen und der besseren Lage der Jndu- slrie angemessene Lohnerhöhung."„Die Bergleute in den Kohlengruben von Süd-Aorkshire verlangen Lohnerhöhung."(Alles dies aus Nr. 31 vom 3. Dezember 1881.) „Die Maschinenbauer in Aorkshire und im Norden, welche vor drei Jahren aus mehr oder weniger größere Lohnreduktionen eingehen mußten, erhalten diese Reduktionen allmählig zurück."(In Nr. 35 vom 31. Dezember 1881.) Solche und ähnliche Notizen finden wir in jeder Nummer des ge- nannten Blattes. Und man beachte wohl, die Lohnerhöhungen, welche sich die englischen Arbeiter jetzt erringen, sind wirkliche, denn ihnen sind nicht durch Getreidezölle und durch Erhöhung der indirekten Steuern die Lebensmittel vertheuert worden, wie es in Deutschland der Fall ist. Was hat somit das schutzzöllnerische Deutschland vor dem s r e i h ä n d- e r i s ch e n England voraus, und worin besteht in Wahrheit der Bis- mai'tffdje„Schutz der nationalen Arbeit"? Die Antwort lautet, daß derselbe eine kleine Gruppe von Besitzenden bereichert, einem Theile der Arbeiter nichts nützt, der großen Maffe aber enorm schadet. Und wer das den Arbeitern verschweigt, oder ihnen gar Anderes sagt, ist ihr Feind. — Reklame für Gambetta, In demselben Augenblick, wo der ehemalige Volkstribun sich mit jedem Tage deutlicher als herrsch- süchtiger Jntriguant herausstellt, die höchsten und einflußreichsten Stellen an notorische Gegner des Republikanismus vergibt, da« Oberkommando der Armee einem Miribel und Galliset ausliefert, wo der„Arbeiter- freund" von 1869/70 hente den Vertreter des Gard-Departements, der für die Arbeiter seines Bezirkes nur dasselbe forderte, was Gambetta einst vom Kaiserreich verlangt hatte, nicht einmal eine Audienz bewilligt, hält es die„Frankfurter Zeitung" für zweckmäßig, einer schamlosen Reklame für diesen gewissenlosen Abenteurer Thür und Thor zu öffnen. Ein Individuum, welche« sich rli. zeichnet, leistet in dem„d e m o» kratisch-republikanischen" Blatte u. A. folgenden Panegy- ritus: Soweit ein Urtheil bis jetzt möglich ist, bat der Staatsmann Gam- betta nur uneingeschränktes L ob verdient. Die verbindliche Art seines Austretens im Senat, der ihm auch darum bei aller Feindseligkeit eine sehr günstige Ausnahme bereitete, hat dargethan, daß der ehe- malige Tribun sehr wohl zwischen Belleville und dem Palais de Luxembourg zu unterscheiden ver- steht. Seine Entscheidung, die er in der Sache Roustan-Rochesort ge- troffen hat, beweist des Weiteren, daß ihm Klugheit wie Energie in gleichem Maße zu eigen sind. Ich sage Klugheit, weil ich weiß, daß der Beschluß, Roustan aus seinen alten Posten nach Tunis zurückzuschicken, an so manchen Orten ein großes Lamento hervorruft. Die so thun, reden gewaltig in's Blaue; sie überlassen sich so sehr ihren Gefühlen, daß sie darüber den Kops verlieren. Von zwölf Pariser Geschworenen haben acht Philister den großen Probereisenden in Berleumdungsartikeln, Herrn Rochesort, freigesprochen— warum? Das wissen außer ihnen nur noch ihre Götter, sosern sie solche haben." Kann man sich eine größere Nichtswürdigkeit denken? Die Doppel- züngigkeit des Mannes, der vor den Herren Senatoren eine ganz andere Sprache führt, als vor den Wählern von Belleville, wird als ein Akt höchster politischer Weisheit gepriesen. Die Freisprechung Rochesort's, der sich, was man auch sonst von ihm denken mag, um die Geißelung der Schandwirthschast in Tunis, um die Bekämpfung des von Gambetta ge- hätschelten Chauvinismus ein wesentliches Verdienst erworben hat, als ein Akt bornirten Philisterlhums beschimpft. Und die Redaktion der„Franks. Ztg., die sich aus ihre Unabhängigkeit so viel zu Gute thut, hat nicht einmal ein bescheidenes Wort des Zweifels dafür. Es kommt aber noch besser. Am Schlüsse des Artikels heißt es dann über die Thatsache, daß Gambetta durch die Beibehaltung Roustan's als Generalkonsul in Tunis die Spannung zwischen Frankreich und Italien verschärft, den Radikalen einen Fußtritt gegeben hat, schlankweg: „Herr Roustan, von Neuem in Tunis, wird dem Faß den Boden vollends ausschlagen; aber der französische Staatsmann hatte hierbei zwi- schen zwei Uebeln zu wählen, und er hat weise und einsichtig genug sich für das kleinere entschieden. Italien liegt Jenseits der Alpen, aber der Radikalismus steht vor den Thoren; vor ihm auch nur einen Schritt zurückweichen, ihm gegenüber auch nur einen Augenblick in einem Anfall von Schwäche erscheinen, und er rückt vor!" Der Radikalismus als die Gefahr, der zu entgehen, man es lieber aus einen Krieg ankommen lassen dürfe— da« in der„Frankfurter Zeitung"! Und da sage man noch, daß Gambetta es nicht vortrefflich versteht, Reptilien zu züchten! — Noch bei jederNachwahl äußert sich die glänzende Wirkung unserer Wahldemonstration vom 27. Oktober v. I. durch eine Steige- rung der sozialistischen Stimmen. Neuerdings hatten wir bei den Nach- wählen in Iserlohn und Luckenwalde- Jüterbock ganz hübschen Zuwachs zu verzeichnen; im 2. Braunschweigischen Wahlkreise, wo bei der Hauptwahl fast gar keine Stimmen für im» abgegeben waren, erhielt bei der letzthin stattgehabten Nachwahl Genosse Bebel über 600 Stim- men. Das ist freilich noch lange nicht die Stimmenzahl, die wir in jenem Kreise früher erreicht hatten, aber es zeigt doch ein kräftiges Wiedererwachen der sozialistischen Agitation. Und das begrüßen wir mit Freuden. -Sozialistische Presse. Der wackere Pionier des sozia- listischen Gedankens in G r a u b ü n d e n, der von Genosse C o n z e t t in C h u r herausgegebene„V o l k s s r e u n d" erscheint seit dem 1. Ja- nuar täglich. Wir rufen ihm ein herzliches Glückauf! zu. Aus Budapest erhalten wir die erste Nummer des„S o z i a l i st". Derselbe erscheint monatlich einmal und vertritt den Standpunkt der Londoner „Sozialrevolutionäre". Schon die erste Nummer enthält sehr heftige Angriffe gegen die„Arbeiter-Wochenchronik". — Au« Oesterreich. Bismarck will, um seine Arbeiterfreundlich. keil zu dokumentiren, eine Berussstatistik veranlassen. Wir wüßten noch eine andere Statistik, aus der seine Arbeitersreundlichkeit noch glänzender erhellen würde, eine solche, wie sie unser Bruderorgan, der „A r b e i t e r s r e u n d" in Reichenberg, für Oesterreich angestellt hat: eine Statistik der Verfolgungen und Verurtheil- u n g e n. Aus einer solchen Statistik sieht man am deutlichsten, mit welchem Eifer an der Lösung der sozialen Frage gearbeitet wird. Die Mittel des statistischen Büreau« des„Arbeitersreund" sind beschränkt, eine Statistik der Haussuchungen des letzten Jahres zu geben, ist ihm daher unmöglich, denn diese beliesen sich aus viele Hunderte. Leichter wird es ihm, die ausgelösten Versammlungen zu zählen, da in Nordböhmen während des Jahres 1881 überhaupt nur zehn Ver- sammlungen gestaltet wurden, von denen vier das Schicksal der Aus- lösung ereilte. An Konfiskationen war besonders das zweite Semester 1881 reich. Vom„Arbeiterfreund" wurden während desselben konfiszirt, die Nummern 16(zweimal), 17, 20, 21, 22, 23 und 24. Wo solche„Ob- jektivität" die R e g e l ist, sind A u s n a h m s g e s e tz e höchst überflüssig. Erröthen Sie nicht ob Ihrer Stümperhaftigkeit, Exzellenz Bismarck? Auch die Berurtheilnngen lassen nichts zu wünschen übrig. Die Summe derselben betrug für Oesterreich-Ungarn nicht weniger als ZZ Jahre 1 Monat 4 Tage Haft, darunter 6 Jahre 21 Tage Arrest, I Jahr 6 Monate StaatSgesängniß und 5 Jahre 6 Monate und 14 Tage Kerker. Nicht mitgerechnet ist die Untersuchungshaft der Verurtheilten und solcher, welche man blas zum Plaisir eingesperrt hatte, und die man wieder lausen lassen mußte. Die Gesammtdauer derselben ist so groß, daß es auch hier die Mittel des statistischen Büreaus de«„Arbeitersreund" übersteigt, sie genau anzugeben. Nach einem Ueberschlag haben wir ge- sunden, daß die Gesammtdauer der Untersuchungshast unserer„unschuldigen" oder„s ch u l d i g c n" G e n o s s e n in Oesterreich 1881 mindestens ebensoviel betrug als die Gefammtfumme der in den V er u r t he i l u ng e n ausgesprochenen Strafen. Wie gut dressirt die Gerichtsbluthnnde aus die Untersuchungshaft sind, ersieht man aus dem charakteristischen Fall de« Genossen P e r l o r n i g g in Salzburg, der am 21. April verhastet, de« Hochverraths angeklagt, von denGeschworenen freigesprochen, trotzdem aber nicht in Freiheit gesetzt wurde. Denn dem Herrn Staats- anwalt beliebte e«, eine Nichtigkeitsbeschwerde einzureichen. Erst als diese vom obersten Gerichtshof verworfen wurde, weil sie vollständig un- begründet war, wurde Perlornigg freigelassen— Ende Oktober. Fast ein halbes Jahr lang hatte man ihn ohne jeden Grund, ja, trotz der Freisprechung, inHast gehalten. Das ist der„friedliche und gesetzliche Weg", aus dem man den„be- rechtigten Forderungen" der Arbeiter entgegenkommt! Wahrlich, es ist uns unbegreiflich, wie Angesichts solcher Schurkereien denkende Männer noch an eine friedliche Lösung der sozialen Frage glauben können. Unzählige Male haben wir erklärt, daß wir friedliche, gesetzliche Re- formen wünschen und jedes Mal war die Antwort daraus ein Faust- schlag ins Gesicht des Proletariats. Heute noch wünschen wir sie, aber wir glauben nicht mehr daran. Nicht unsere wirthschastlichen Theorien an sich sind es, welche darthun, wie unvermeidlich die gewaltsame Revolution ist, sondern die Thaten unserer Gegner. Weil wir diese Thaten nicht verschweigen, sondern ge- nau verzeichnen, weil wir sie nicht beschönigen, sondern so darstellen, wie sie sind, darum wirkt unsere Thätigkeit ausreizend, darum ist sie eine Gefahr für die„Arbeitersreundlichkeit" Bismarcks und seiner Helfers- helser, denn sie ist vernichtend. Diese Statistik fortzuführen ist unsere Pflicht und unser Recht. Wir werden nicht eher aushören, unsere Gegner Schurken zu nennen, als bis sie aushören, Schurkereien zu b>e g e h e n. — Aus Frankreich. Die Truppen der„Republik" haben ihre Schuldigkeit gethan, sie haben die Arbeiter eingeschüchtert, und die Unter- nehmer in ihrem hochmüthigen Versahren bestärkt: der Streik von Grand C o m b e ist zu Ende. Von ca. 4000 Strikenden sind nur noch ca. 200—300, welche in das alte Joch nicht zurückkehren wollen, außerdem entläßt die Direktion noch täglich Arbeiter, von denen sie hinterher er- mittelt, daß sie sich irgendwie thätig oder energisch gezeigt, mir einem Wort, daß sie nicht ganz versklavt sind. Es ist beinahe unfaßbar, daß ein Streik, der auf so allgemeine Sympathien stieß, so schnell verloren gehen konnte; indeß darf man nicht vergessen, daß es zum e r st e n M a l e ist, daß sich in diesem Grubendistrikt die Arbeiter gegen die Ausbeuter erheben. Die dortige Be- völkerung stand bisher vollkommen unter dem Einfluß der Geistlichkeit, und zeichnete sich durch religiösen Fanatismus aus, es war daher schon viel, daß die Arbeiter die Psaffen, als diese sie„besänftigen" wollten, mit Hohn heimschickten. Jetzt haben sie sich gefügt, aber nur der Gewalt, im ganzen Distrikte gährt es, und im selben Augenblicke, wo der Streik von Grand Combe zu Ende ist, senden die Arbeiter der benachbarten Werke von B e s s e g e s eine Zuschrift an ihre Herren, in welcher sie Erhöhung de« Lohnes, Abkürzung der Arbeitszeit auf 3 Stunden und Abschaffung verschiedener Mißbräuche verlangen. Sektionen der Arbeiter- Partei sind an verschiedenen Orten de« Distrikts im Entstehen begriffen. In N i m e s, der Hauptstadt des Departements Gard, streiken die Posamenteriearbeiter; sie verlangen Wiederherstellung des Tarises vom Jahre 1878. In Bordeaux verlangen die Zuckerbäcker und Eis- zubereiter eine Herabsetzung der Arbeitszeit auf 14 Stunden im Winter und 13 im Sommer, aber selbst für diese bescheidenen Forderungen müssen sie erst die Arbeit einstellen. Der Streik der Pianoforte- und Orgelarbeiter von Pari« ist fast beendet: von 52 Geschäften haben be- reits 40 die Forderungen der Arbeiter bewilligt. Unter dem Dutzend Nichtbewilligdrn befindet sich auch— eine Produktivgenossen- s ch a s t. Die ehemaligen Arbeiter haben die Bourgeoisgesinnung schnell angenommen. In Brest hat die sozialistische Arbeiterpartei bei der Wahl des Ge- Werbegerichtes einen glänzenden Sieg davongetragen; ihre Liste drang vom Ansang bis zu Ende durch. Um gegen die alberne Borschrist, daß die Mitglieder des Gewerbegerichts über 30 Jahre alt sein müssen, wäh- rend man bereits mit 25 Jahren Mitglied der Deputirtenkammer sein kann, zu Protestiren, hatten die Sozialisten obendrein einen unter 30 Jahre alten Arbeiter als ersten aus ihre Liste gesetzt, dessen Wahl jetzt allerdings für ungültig erklärt werden wird. — Innerhalb der sozialistischen Arbeiterpartei ist, wie wir zu unserm Bedauern konstatiren müssen, ein Konflikt ausgebrochen, der bereits in den Blättern„E g a l i t 6" und„P r o l e t a i r e" deutlich zum Ausdruck kommt. Wir stehen den Verbältnissen zu fern, um ein maßgebendes Urtheil darüber abgeben zu können, aus welcher Seite die größte Schuld an dieser Spaltung liegt, und ob dieselbe nicht hätte vermieden werden können. Fehler scheinen uns aus beiden Seiten gemacht worden zu sein. — Aus Polen. Die Juden Hetze in Warschau anläßlich des Tumultes in der Kreuzkirche, von der unsere Leser schon durch die Tageszeitungen unterrichtet sein werden, hat wieder einmal gezeigt, mit welcher rasfinirten Niedertracht die Beamten des Zaren für die„Ordnung" arbeiten. Nachdem die Polizei aus höheren Besehl der Hetze ruhig zugesehen, sie sogar noch befördert hat, werden nachträglich in unerhörter Weise Ver- hastungen vorgenommen. Wer aber kann jetzt unterscheiden, in wie weit die Einzelnen der ca. 3000 Verhafteten an den Schreckensszenen vom 25. De- zember betheiligt, wie viele von ihnen den russischen Schergen längst mißliebig und„verdächtig" waren und nun bei dieser schönen Gelegenheit, wo die Russen als höhere Friedensstifter erscheinen, als„gute Prise" bei Seite geschafft, unschädlich gemacht werden? Die Nachricht, daß man bei mehreren der Verhasteten den Tschorny Peredjel gesunden, läßt ein solches Vorgehen mehr als wahrscheinlich erscheinen. Wie bei allen Ju- denhetzen, so sind es auch diesmal vorzugsweise die ärmeren Juden ge- wesen, gegen welche die Rache der v-rhetzten Elemente der Bevölkerung sich gewendet hat. — Aus Rußland. Das Exekutivkomile der„Narodnaja Wolja" macht bekannt, daß das Altentat Sankowski'S aus T s ch e r e w i n und die Entwendung von 300,000 Rubeln aus der Kasse des Findelhauses zu Moskau weder auf seine Anordnung, noch mit seinem Vorwissen geschehen sind. In Bezug auf letzlern fügt es hinzu: Nach ihren längst bekannt gemachten Prinzipien läßt die Partei nur die Konfiskation von Regierungsgeldern zu. Was den Raub von Privat- kapiralien und besonders die Plünderung von öffentlichen Wohlthätigkeits- Anstalten anbetrifft, so sind sie unfern Grundsätzen ebenso entgegen, al» sie von der kaiserlichen Bürcaukratie gewohnheitsmäßig geübt werden. Wie jämmerlich schwach sich die russische Regierung jetzt fühlt, dafür liefert einen neuen Beweis, daß sie ihr offiziöses Organ, den Brüsseler „N o r d" hat eingehen lassen müssen. Die Zarenherrschast ist im Innern so erschüttert, daß sie das Risiko eine« auswärtigen Krieges gar nicht mehr wagt. Jetzt soll die berüchtigte dritte Abtheilung wieder hergestellt werden, um den Staat zu retten. Daß sie seiner Zeit ausgelöst wurde, weil sie den Staat nicht retten konnte, ist nämlich inzwischen vergessen worden. — Aus Amerika.„Die Wahlersolge unserer Partes sind mit ganz besonderer Begeisterung von den Sozialisten in Nordamerika begrüßt worden, haben dieselben doch das erhebende Bewußtsein, durch ihre Geldsamm- lungen ein wesentliches Theil mit dazu beigetragen zu haben. An ver- schiedenen Orten haben Wahlsiegesseste stattgefunden, aus welchen begei- sterte Hochs aus unsere wackeren Kämpfer in Deutschland ausgebracht und neue Sammlungen für Kamps und Wehr vorgenommen wurden. Der letzte Bericht über eine solche Feier, den wir erhielten, ist aus Chicago, wo Genosse G r o t t k a u in einer schwungvollen Rede die Bedeutung und den Werth der letzten Reichstagswahlen klarlegte. Grott- kau schloß mit folgenden Worten: „Daher sind wir wohl berechtigt und verpflichtet, anzuerkennen, daß, wenn der Freiheitskamps aus den Barrikaden seinen Lorbeer verdient, weil Gut und Blut einer gerechten Sache zur Verfügung gestellt wird, __________ der ungleich schwerere, härtere, qualvollere, friedliche Kamps, welcher der Straßenschlacht nothwendig vorausgehen muß, der Kamps, welcher seine Opfer langsam und zollweise hinschlachtet, dieser bewußte, bei kaltem Blute geführte, gewaltige und opferreiche Kamps, nicht weniger des Lobes werth und würdig ist! Hut ab, vor den Kämpfern in Deutsch- land!" Parteigenossen! Vergeht der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Korrespondenzen. — Au« dem Z. Hamburger Wahlkreis, im Dezember. Die Wahlen härten wir hinter uns, und will ich den Genossen in Kurzem einen Bericht über dieselbe in unserm Kreise geben. Mit dem Stand der Bewegung, sowie mit dem Aussall der Wahl können wir zufrieden sein. Der erste Eindruck, den die Berhängung des kleinen Belagerungszustandes über die königlich preußische Republik Hamburg machte, ist längst über- wunden, die Organisation gefestigt und überall wurde von den Genossen mit Feuereifer agitirt. Es war eine Freude, mit anzusehen, wie zur Wahlagitation die alten erprobten Genossen sich stellten, und keiner sich durch die Möglichkeit der Ausweisung zurückschrecken ließ. Unsere Stimmenzahl haben wir trotz Belagerungszustand behauptet. Zur Stichwahl fehlten uns 20 Stimmen, welche uns von den Gegnern ehrlich ge- stöhlen sind. Am Wahltage wurden an den verschiedenen Orten unsere Stimmzettelaustheiler verhastet und drei Stunden in Hast behalten. Jeder aus der Straße Agitirende wurde von den Konstablern wohl 5— 6 Mal ausgeschrieben zum Zweck der Einschüchterung, einem Genossen wurden zwei Tage vor der Wahl 10,000 Stimmzettel vom Polizeibeamten ab- genommen u. s. w. Daß unter diesen Umständen die Wahl unsererseits mit Erfolg angefochten werden könnte, liegt aus der Hand, doch wer soll Protestiren? Wer es thut, wird von Weib und Kind gejagt, und da an einen endgültigen Sieg für diesmal noch nicht zu denken ist, so haben wir es vorgezogen, unsere Leute nicht nutzlos zu opfern. Unser Reichstagskandidat E. Breuel steht fest und treu zu uns! Während die Herren Gebrüder Kapell und G. W. Hart- mann sich tapser rückwärts konzentrirten und dafür auch wieder in Gnaden in Hammonicns Arme ausgenommen wurden, antwortete uns unser Vorkämpfer aus die Anfrage, ob er wieder kandidiren wollte, in seiner schlichten einfachen Weise:„So lange Ihr mich haben wollt, stehe ich zur Verfügung." Dafür muß er jetzt aber auch büßen. Während man ihm im vorigen Jahre zwei Mal gestattete, aus kurze Zeit nach Hamburg zu kommen, um nothwendige geschäftliche Angelegenheiten zu erledigen, hat man kurz nach der Wahl ein derartiges Gesuch Breuel's rund abgeschlagen, trotzdem ein ärzliches Attest bezeugte, daß seine Frau brustkrank darniederliegl und trotzdem Breuel's Geschäft unter seiner Abwesenheit furchtbar leidet. Es ist daraus abgesehen, Breuel zu ruiniren; mögen die Genossen das begreisen und dadurch, daß sie nun erst recht bei Breuel kaufen, diesen schändlichen Hieb pariren. Zum Schlüsse noch eine Berichtigung. Der„Sozialdemokrat" berichtete neulich, daß das Volk von Hamburg-Altona den deutschen Kaiser aus- gepfiffen hätte. Dieses ist nicht der Wahrheit gemäß. Die hiesigen Ar- beiter, als politisch aufgeklärte und gesetzte Männer überlaffen etwaiges Auspfeifen gerne den Schul- und Schusterjungen, sie selbst bleiben aber bei derartigen Gelegenheiten ruhig bei ihrer Arbeit. X. — Harburg, 20. Dezember. Zum Belagerungszustand i n H a r b u r g. Der über unsere Stadt verhängte„Kleine" scheint von den Fabrikanten dazu benutzt zu werden, die ohnehin schon niedrigen Löhne der Arbeiter noch mehr herunterzudrücken, in der Voraussetzung, daß die Arbeiter sich jetzt noch viel mehr denn früher gefallen lassen. Speziell die hiesige Gummiwaarensabrik leistet in dieser Beziehung Er- staunliches. Nachdem die meisten der dort beschäftigten Arbeiter bereits mit einer Lohnreduktion beglückt waren, so daß dieselben bei 12stündiger Arbeitszeit nur noch 10— 14 Mark verdienen, versuchte man vor Kurzem auch den Akkordtaris in der Zuschneidewerkstatt zu reduziren, und zwar um ca. 33s, Proz., ja für einige Artikel gar um 5«) Proz. Für diesen Lohn, erklärten sämmtliche Arbeiter(18 Mann), nicht arbeiten zu können und kündigten. Die Direktion mochte wohl eingesehen haben, daß sie dadurch einen Verlust erleiden würde, denn die Leute sind fast sämmtlich länger denn 10 Jahre dort, entließ hieraus drei bekannte Parteigenossen sofort— nach dem Fabrikreglement steht der Direktion diese« Recht zu, während der Arbeiter 14 Tage vorher kündigen— muß und dachte, die andern 15 Mann schon bewegen zu können, weiter zu arbeiten. Aber die Herren hatten sich verrechnet. Als die übrigen Arbeiter hörten, daß ihre Genossen entlassen seien, wollten sie ohne dieselben nicht arbeiten, was auch ihre Entlassung zur Folge hatte. Für die also Gemaßregelten gibt sich in Arbeiterkreisen allgemeine Theilnahme kund. Einige von diesen Leuten begaben sich nach Amerika, denn wenn sie einmal verhungern sollen, dann lieber drüben, als im„thenren" Baterlande. Von der Furcht der Herren, die Arbeiter möchten sich rächen, zeugt, daß in den nächsten Tagen allabendlich ein Polizist vor der Fabrik aus- und abpalroullirt bat, ja ein Vorstandsmitglied soll sich sogar Abends von der Polizei haben nach Hause begleiten lassen. Aber nicht da« Geringste ist vorgefallen: die Arbeiter haben erkennen lernen, daß mit einem Putsche nichts gebessert ist; aber vergessen werden wir diese Herren später auch nicht. Erwähnt sei noch, daß einer der Ressortchess sich geäußert hat, was der Arbeiter über 12 Mark verdiene, sei zum Fenster hinausgeworfen; vielleicht zeigt uns der Herr demnächst einmal, wie man es machen muß, um mit diesem Gelde eine Familie zu ernähren. Hoffentlich werden durch solche Vorgänge die uns noch indifferent gegenüberstehenden Arbeiter zum Nachdenken angeregt und lernen ein- sehen, wa» es mit der so viel gepriesenen„Harmonie zwischen Kapital und Arbeit" aus sich hat, und von welcher Partei sie nur allein Vor- theil erwarten können. Ruprecht. — AuS Niederschlesien und der Lausitz. Den auswärtigen Genossen ein. wenn auch nur schwaches Bild über die Parteibewegung in Ni-derschlesien und der Lausitz zu geben, war längst schon beabsichtigt, doch ließ die voraussichtliche Anhäufung des Stoffes im Organ während und nach der Wahl diesen Wunsch bis jetzt immer noch zurücktreten. Wie überaus erschwert die Agitation in vorwiegend ländlichen Wahlkreisen selbst unter normalen Verhältnissen, besonders aber unter den jetzt Herr- schenken ist, wird Jedem klar. Hier aber wirken die verschiedensten Um- stände zusammen, der Verbreitung unserer Ideen die größten Hindernisse zu bereiten. In den zahlreichen kleinen Städten Niederschlesien« fehlt die Industrie gänzlich, mit ihr der eigentliche Träger de» Sozialismus. Ein verknöcherter, die Abschaffung der alten Zunstrechte tief bejammernder und sich an die kläglichen Ueberreste derselben und deren neueste Auslage, die Innungen, ängstlich anklammernder Handwerkerstand vegetirt daselbst neben dem behäbigen Ackerbürger, auf dessen Besitzung schon die Urgroß« eltern ihr Rindvieh züchteten, und weiß komischer Weise seiner Vorhände- neu Unzufriedenheit nur Ausdruck zu verleihen durch Hinweis aus seine 4 Lehrjahre und sein gezahltes Meister- und Burgerrechtsgeld. Aus dem Lande jedoch rackert sich der kleine Bauer von früh bis spät und hat sich bis jetzt nur höchst selten zu einer höheren geistigen Thätigkeit ausschwiu- gen können, als zu seinem sonntäglichen Gange in die Kirche und dem landesüblichen„Schasskopp", sowie dem Genuß seiner, durchaus nicht kleine», Quantität Fuselschnaps, der geradehin Schlesien in erschreckender Menge konsumirt wird. Diese häufig ans Stupide grenzende Theilnahm- losigkeit der Bevölkerung, anderseits das Unbemitteltsein de« kleinen Häuf- lein« der Genossen, verschärft durch den allgemeinen schlechten Geschäfts- gang, wo Jeder nur mit Roth im Stande ist, Leib und Seele zusammen- zuhalten, endlich der Druck unserer väterlichen Behörden, die ihren ganzen Apparat, vom Psaffen und Büttel bis zum elendesten Wische von Kreis- blatt herunter, spielen lassen— dies sind die Ursachen, daß in unserer Gegend nur wenige Stimmen für die sozialistischen Kandidaten abgegeben wurden. Dennoch aber, als aus der ganzen Linie zum Avaneiren geblasen wurde, sind auch wir nicht im Lager geblieben. Wir haben uns mit kühnem Angriff ans den Feind gestürzt und seine Stellung erschüttert. Unser Zentrum bildete Görlitz. Hier erhielten wir 300 Stimmen mehr als 1878, nämlich 1005 gegen 722, im ganzen Wahlkreise Görlitz- Lauban, der über 200 Dörfer umfaßt, 1119 Stimmen gegen 750 im Jahre 1878. Dieser Erfolg wirkte zündend aus die Arbeiter und eine nächste Wahl wird, zumal kräftige Maßregeln in Angriff genommen sind, doch andere Resultate aufzuweisen haben. Es ist einmal nicht zu leugnen, daß der Erfolg nur allein im Stande ist, die Massen fortzureißen, und werden uns jetzt Sympathien entgegengebracht, und nicht nur in Worten, aus Kreisen, an die bisher noch Niemand gedacht. Ans den Reihen unserer Gegner selbst aber wurde uns konstatirt, welche Stellung wir uns errungen, indem bei der Stichwahl Konservative wie Liberale um unsere Stimmen sich bewarben und in Versprechungen wetteiferten, wie Aufhebung des Ausnahmegesetzes u. s. w. Genosse Keller aber, unser Kandidat, setzte dem Allem ein stolzes Nein! entgegen, motivirt durch die Wydener Beschlüsse wie auch die der hiesigen Partei.(Hatte ja auch schon Schreiber dieses dem Gelichter eine Antwort ertheilt, welche dasselbe nicht hinter den Spiegel gesteckt�). Die Unterhändler schieden mit lauter Bewunderung für unsere Disziplin, unsere Genossen aber ent- hielten sich durchgängig der Wahl oder verhöhnten die Gegner durch mit bez. Gedichten beschriebene Stimmzettel. Wie überall, so benahm sich auch hier von allen Parteien die Fort- schrittspartei am kläglichsten, und nicht weniger als 6 Kandidaten standen sich hier gegenüber. Unsere Annoncen wurden vom„Neuen Görlitzer Anzeiger" nicht eher ausgenommen, als bis dessen ganzes Personal zu einer Pression sich entschlossen hatte, während die„Gemäßigtliberalen", dir„Görlitzer Nachrichten" ohne Anstand annoncirten. Die tapferen fort- schrittlichen Gewerkvereinler aber gingen gegen den Fortschrittsmann Küstner für ihren„Brodherrn", den politischen WindmUhlenflügel, Nachfolger des berühmten Strippelmann, den Gründer L ü d e r s, wacker ins Zeug. Dieser ist der richtige Typus eines Liberalen, und wenn je ein Künstler jene Partei auf der Leinwand verkörpern wollte, so rathe ich ihm nur, Genannten zu porträtiren. Fortschrittler, als es Mode war, Nationalliberaler, als diese Fraktion 170 Mitglieder zählte, einer der Väter des Jnfamiegesetzes, will er jetzt Se- oder Konzessionist werden, wenn diese Partei stark genug wird, behält sich aber vor,„nach seinem Ermessen zu stimmen." Das ist der Abgeordnete für Görlitz-Lauban, der jetzt auch das Sozialistengesetz wieder abschaffen Helsen will— hat er gesagt. Die Signatur der übrigen Wahlkreise Niederschlesiens ist fast immer die- selbe. Wie Oberschlesien ultramontan, und Mittelschlesien mit Ausnahme Breslan's konservativ, so wühlt Niederschlesien zum größten Theile Schwach- liberale, wie G n e i st oder Gesinnungslumpen—-Brüder wollte ich sagen— wie LUders. Ein kleiner Stamm von Genossen findet sich wohl überall und vom Gebirge herab bis in die Grenzen Posens hinein wurden für uns Stimmen abgegeben. Theils aber glauben sich die Genossen zu wenig befähigt, theils find sie zu unbemittelt, theils aber von den Behörden und Bourgeois zu sehr eingeschüchtert, um eine kräftige Agitation ent- falten zu können. Letzteres trisst besonders in Liegnitz zu. Es hielt sich dies von jeher tapfer voran. Genosse Prasser aber, der Leiter der Bewegung daselbst, ist fortgesetzt so schamlos behandelt worden, daß der sonst so energische Mann nahe daran ist, den Muth zu verlieren. Durch Verhetzungen der Polizei(er besitzt ein kleines Zigarrengefchäft) ward ihm sein sonst sehr belebter Laden gekündigt, und nur mit Mühe gelang es ihm, einen anderen zu erhalten. Beim Einzug ward ihm wieder gekündigt. So ging es mehrere Male, und daß dadurch selbst das blühendste Geschäft ruinirt wird, liegt auf der Hand. Immerhin brachten die Lieg- nitzer noch über 200 Stimmen auf. In Lands Hut erhielt Genosse Kräcker gegen 80 Stimmen; auch hier sind die tüchtigsten Genossen schon vor langer Zeit gemaßregelt und außer Arbeit gesetzt worden, so daß politische Kirchhofsruhc herrschte in dem Wahlkreise des Mannes, der mit einem Fuße auf der Barrikade, mit dem andern auf der Tribüne stehen zu müssen— log.**) An der böhmischen Grenze entlang ist Alles noch kohlschwarz, die Ansbeulung der Arbeiter daselbst aber schamlos. In Lieb an z. B. wird in den dortigen großen Webereien von früh 5 Uhr bis Abends 8 Uhr mit nur einer halbstündigen Unterbrechung am Mittag gearbeitet und dafür erhalten die weiblichen Arbeiter(und es gibt dort fast nur solche: die meisten werden aus dem nahen Böhmen herübergeholt) einen Wochenlohn von 4 Mk. 50 Pf. Die Nahrung besteht denn auch fast nur aus Kaffee, Kartoffeln und ein wenig Brod, wenn das Mädchen nicht hübsch genug ist, seinen Körper anderweitig zu ver- werthen. Der Sklavenbesitzer aber baut sich prachtvolle Paläste, hält sich elegante Equipagen, schöne Hunde und— Francn. Folgendes möge auch die Brutalität der heutigen Gesellschast und ihren Wetteifer in der Fürsorge für die arbeitende Klasse illustriren: Der Knecht des Mühlenbesitzers und Kravattenmachdrs Renner, z. Z. in Landeshut, hatte das Unglück, vom beladenen Wagen im Walde während der illacht herabzustürzen und Ubersahren zu werden. Mit zweimal gebrochenem Bein lag der Arme bis zum Morgen, wo er aufgesunden und in das dortige Krankenhaus geschafft— werden sollte. Da stellt es sich heraus, daß er aus Fricdeberg sei, die Verwaltung verweigert die Aufnahme, der unter schrecklichen Schmerzen Leidende wird auf einen Wagen geladen und— sechs Meilen weit— nach Friedeberg gefahren. Doch weit entfernt, ihn hier zu verpflegen— er war ja in Landeshut verunglückt und muß dort geheilt werden! Tie Lügner, es war doch im Walde— ließ man ihn auch wieder dahinaus schaffen Er wird also wieder einen Tag lang herum-, denselben Weg zurückgefahren und ist endlich so klug, am andern Tag zu sterben, nachdem der Brand das Bein ergriffen. So befreit man sich heute von Verpstegungskosten. Ist das nicht Himmel- schreiend?! Und es gibt selbst unter den Arbeitern immer noch Verthei- diger dieser„göttlichen Ordnung"!„Wacht auf ihr Arbeitsmänner, das Proletariat!" Willst du denn niemals erwachen, du Löwe Volk, und mit einem kühnen Schlage deiner Pranken dieses verfaulte System zerschmettern, da« deinem wuchtigen Angrisse nicht zu widerstehen vermag? Die Sig- natnr sder heutigen Gesellschast— ist der kalte, Uberlegte Mord. Sie mordet die Verunglückten und Kranken, indem sie dieselben hilflos uin- kommen läßt, sie mordet die Gesunden, indem sie dieselben langsam ver- hungern läßt, sie mordet die Jugend, indem sie dieselben auf die Schlacht- selber treibt und wie wilde Thicre auf einander hetzt, sie mordet die Aelteren, indem sie dieselben eristenzlos macht und auf alle mögliche Weise maßregelt! In Zittau, der-Nachbarstadt von Görlitz, das sich so überaus brav gehalten und einen Zuwachs von ca. 700 Stimmen erhielt, wo seit der Flugblatt- Bertheilung im Sommer ein wahres Feuer durch die bis dahin stagnirenden Arbeitcrschaaren lief, wurden von dem Fabrikanten F r ä n k e l nach der Wahl alle hervorragend betheiligten Arbeiter, selbst solche, die beinahe ein halbes Menschenalter bei ihm zur Zufriedenheit gearbeitet, aus ihrer Arbeit gejagt. Dem Genoffen Karl Münch, der eine Destillation betreibt, wurde auf höheren Befehl die Konzession entzogen. Aber keine Entmuthigung, Genossen! Kein Kampf ohne Opfer! Ueber die zuckenden Körper der Gefallenen stürmen wir vorwärts, zum Siege, zur Rache! Ja wohl zur Rache! Vorwärts Genossen! Hurrah der siegreichen Sozialdemokratie! Zylindersritze. — Köln a. RK-, 4. Dezember. Die letzte Rcichstagswahl speziell in Köln ist nicht blos von lokalem Interesse. Sie zeigt, daß es eitel Renommagc ist, wenn die Ultramontanen immer behaupten, daß in rein katholischen Gegenden der Sozialismus keinen Boden finde. Im„beut- schen Rom" war am 27. Oktober das Ergebniß der Wahl folgendes. Es erhielten Stimmen: 1. Custodis(Zentrum) 9887 2. Forckenbeck 5123 __ 3. Bebel 2474 *) Die„Gürlitzer Nachrichten" brachten, wie wir hier beifügen wollen, einst den auch vom„Sozialdemokrat" s. Z. besprochenen Passus ans der „Nordd. Allg. Ztg.", welcher vom nutzlosen Sozialistengesetz und den herrlichen Bismarck'schen Reformen handelte und schloß:„Es wäre wün- schenswerth, die maßgebenden Stimmen der Sozialdemokraten sich hier- über aussprechen zu hören." Das edle Blatt erhielt 2 Stunden darauf die Nummer des„S.-D." mit dem Gedicht:»Nut— aut" und den Begleitworten: Entweder— oder, das ist die Parole. Wer davon nur ein Jota sich drückt, wird von den maßgebenden Stimmen— und das, wohlgemerkt, sind die sämmtlichen Parteigenossen— zum Teusel geschickt. — Zu unserem größten Gaudium hielt einige Tage darauf die tölpel- hafte Polizei eine„gewissenhafte" Haussuchung bei dem für die Wahl des Fortschrittskandidatcn sehr thätigen Schuhmacher G a m p e r, obgleich er so unschuldig war wie ein ncugebornes Kind. **) Gneist. Anmerkung der Redaktion. Diese Ziffern erhalten ihre volle Bedeutung erst durch einen Vergleich mit dem Resultate der beiden varhergegangenen Reichstagswahlen. Bei der Reichstagswahl am 30. Juli 1878 erhielten in Köln Stimmen: 1. Schenk(Zentrum) 11,129 2. Forckenbeck 3,571 3. Bebel 2,189 Endlich erhielt August Bebel bei der Reichstagswahl vom 10. Januar 1877 1783 Stimmen. Zunächst also ergibt sich seit dem Jahre 1877 eine, wenn auch nicht bedeutende, so doch stetige Zunahme der sozialistischen Wähler in Köln, dem„Herzen des katholischen Lebens in Deutschland." Sodann aber zeigt sich gegenüber der vorletzten Wahl, daß nur der sozialdemo- kratische Kandidat Stimmen für sich gewonnen hat, wogegen nicht blos der liberale, sondern auch der nltramontane Kandidat erheblich ver- l o r e n haben. Gerade wie im Stadtkreise, steht es im Landkreise Köln. Die genauen Ziffern bezüglich des letzteren sind uns augenblicklich nicht zur Hand; es ist aber korrekt, daß auch hier die Ultramontanen gegenüber der vorletzten Wahl an Stimmen eingebüßt haben, unsere Partei aber gewonnen hat. Insbesondere fällt noch ins Gewicht, auf welche Art und Weise die Ultramontanen ihre Stimmen erobert haben. Außer dem Einflüsse der Kapläne, Nonnen k. haben auch die meisten Spezereihändler, Wirthe, Bäcker, Althändler u. dergl., welche es in geschäftlicher Beziehung verstehen, das arme Volk zu schinden, durch Mindermaaß und leichte« Ge- wicht, hohe Preise, verfälschte Lebensmittel, an den Wahllokalen eine fabelhafte Pression ausgeübt, sogar mitunter den Arbeitern gesagt:„Ihr wählt doch Bebel? hier habt ihr einen Zettel, der ist schon zusammen- gefalten, den könnt ihr so abgeben." Natürlich sind sie an manchen Lokalen zur Rede gestellt worden, aber wo die Masse noch so beschränkt ist, wie hier, konnten sie auf diese Weise manche Stimme an sich bringen. Wenn wir dagegen die Stimmen Bebels in Betracht ziehen, so können wir dreist behaupten, daß es nur überzeugnngstreue Männer gewesen sind, welche für ihn gestimmt haben. Das Kölner Wahlergebniß halten wir für besonders interessant, unter dem Gesichtspunkte, daß es eine Anregnng geben sollte der Parteithätig- keit für benachbarte katholische Städte, beispielsweise Aachen, Burtscheidt und Essen a. d. Ruhr, wo in Hinsicht ans die bedeutende Industrie- und dichte Arbeiterbevölkerung die Berhälluissc wesentlich günstiger für uns liegen, als hier in Köln, welches doch immer hauptsächlich Handelsstadt ist. Auch dort werden die Ultramontanen keine geheime Zauberformel zur Beschwörung der sozialistischen Weltanschauung wissen, deren allmälige Ausbreitung sie hier nicht zu hindern vermögen. Wenn insbesondere für Aachen-Burtscheidt in propagandistischer Beziehung unsererseits soviel ge- schehe, wie auch unter dem Sozialistengesetz geschehen könnte, so würde nach dem Urtheil hiesiger, mit den Aachener Verhältnissen genau vertrauter Genossen— trotz der Gegenwirkung des Ultramontanismus, andererseits auch trotz rühriger Thätigkeit der Mostianer, das Resultat für uns ein glänzendes werden. Sprechsaal. Erklärung. In Nr. 51 der„Freiheit" befindet sich eine au» Berlin datirtc Korrespondenz voller gehässiger Anspielungen gegen eine Reihe von Parteigenossen, insbesondere meinen Schwager B a m b e r g e r. Da dieser die„Freiheit" schwerlich zu Gesicht bekommt, so erkläre ich hiermit: 1. Daß nicht Bamberger der Besitzer der Berliner Druckerei ist, sondern der Kaufmann M. Babing. 2. Daß, wenn nicht im Jahre 1873 die Druckerei'zu sehr hohem Preise angekauft worden wäre, der KonkourS unvermeidlich eingetreten wäre— das Schriftenlagcr war infolge des Verbotes momentan un- verkäuflich, die Kolporteure, die Hauptschuldner des Geschäftes, ruinirt. Die Arbeiter hätten dann nicht nur ihre Einlagen verloren, sondern auch infolge der Solidarhaft ihre Habe. So war es wenigstens möglich, den ärmeren Genossen ihre Einlagen zurückzuzahlen. 3. Daß Most in der Reisegeld-Affäre im vorigen Jahre die Depesche nur infolge des Umstände« zu leugnen vermochte, daß dieselbe erst am 10. Dezember Mittags abgeschickt worden war, Bamberger aber das Geld schon am 9. Abends ausgelegt hatte, damit Most sofort abreisen konnte. Diese Differenz im Datum war Most sehr gut bekannt(vergl. seine Broschüre„Taktik kontra Freiheit"), trotzdem besaß er die Stirn, unter dem Vorwand, die Depesche sei schon 12 Uhr Mittags abgeschickt, er habe aber e r st 3 Uhr Nachmittags das Gefängniß verlassen, denjenigen Mann, bei dem er in so kritischer Zeit Aufnahme gefunden, der Fälschung und des Betrugs zu zeihen. 4) Daß, was in der Korrespondenz über mich gesagt ist, nicht wahr ist. Ich stehe seit mehr als Jahressrist mit Bamberger außer jeder Korrespondenz und habe mit der„Berl. Volkszeitg." absolut nicht« zu thu». Der Weg über Zürich wäre auch sehr umständlich. Zürich, 2. Januar 1882. Ed. Bernstein. Vriefkasten der Redaktion. Rother Wolken schieber: Wenn Ihr in Eurer Angelegenheit mit L., in der Ihr Euch durch Euer Flugblatt vom 7. November v. I. bereits eine vor der Hand ausreichende Gcnugthuung verschafft habt, um jeden Preis selbst Kläger und Richter sein und uns zur Bollstreckung Eures selbstgefaßtcn UrtheilS zwingen wollt, so sehen wir uns dagegen zu der Gegenerklärung veranlaßt, daß wir ein solche« Borgehen nicht billigen und daher auch nicht mitmachen können. Unseren prinzipiellen Standpunkt wißt Ihr, und wenn Ihr die Sache auf dem Wege verfolgt, der Euch zusteht, so werdet Ihr auch erfahren, was an Eurem Vorwurf gegen uns berechtigt ist, und ob es nöthig war, Euren Verdruß an uns auszulassen. der Erpedition: H. M. Äwtz: M. 3,— Ab. I. Qu. erh. Es Handelle sich ledigl. darum, seine v r i n z i p i e l l e Solidarität zu kon- statiren. Das Gottcsgnadenthum ist übrigens eben eine Institution, bei der man nicht immer blo«„d e n Sack schlagen" kann, werther Herr!— F. Stckbg. Nzza: Fr. 20,— Ab. für 1881 u. 1882 erhalten. Glückwunsch herzl. erwiedert!—— f— r Gz.: ö. st. 1,70 Ab. 1. Qu. erb.— B. H. Gz.: M. 3.— Ab. I. Qu. erh.— Weckuhr: M. 3,— Ab. I. Qu. erh. brfl. am 30/12. direkt berichtet.— Bummelfritze: Bf. v. 28/12. erb. Einverstanden, wir rechnen aufs Wort. Gewünschtes folgt. — Dr. W. A.: M.«>.— Ab. I. Sem. 82 erh. M. 9,— d. Usds. dkd. einverleibt. Ersatzaddr. folgt.— Fr. Hsm Besancon: Fr. 2,50 Abon. Dez. 81 bis Ende Febr. 82 erh.— S Kfm. London: Fr. 126,—» Cto. Ab. gutgebr. Gcgenrchng. Plkr. ebenso.— Fr. 403,20 v. d. Weihn.-Verlsg. d. Usds. dkd. zugewiesen. Bsl. Weiteres.— N. Salz- stadt: M. 3,— Ab. T. Qu. für Ar. erh.-- l— u Kbg. i. P.: M. 4,— Abon. bi? Ende April 82 erh.— F. M. Abch.: M. 1,10 Ab. p. Jan. 82 erh.— Rupr. Hbg.: M. 6,— Ab. 1. Qu. 82 für H. u. K. erh. — G. W.: M. 2,— Ab. Nov. u. Dez. 81 erh. Weiieres benützt.— Carlo de Pes.; M. 96,40 st Cto. Ab. gutgebr. Dmn.-Sdg. am l./l. abgg.—(— i:) ö. fl. 6,— Ab. 1. Qu. 82 u. Schft. erh., für Bbl. „Frau u. Soz." keinerlei Aussicht. Schft. abgg.— I. R. Amsterdam: Fr. 2,20 pr. Ab. Okt.— Ende Dez. 81 erh. Sdg. abgg.— Hoxl. Amst.: Fr. 2,50 Ab. 1. Qu. 82 erh.— Winterthur: Fr. 15,75 nach Vorschr. verwendt. FdSqttg. später. 1 Expl. R. W.:c. vorgem.— Rother Wolkenschieber: M. t!,20 t\ Cto. Ab. erh. W i r schauen ruhig rückwärts u. vorwärts. Prosit Neujahr!-- h— n: M. 49,— Ab. 1. Qu. 82 erh. Bse. kreuzten sich. 41 total geräumt. Schft. ic. solgen.— I. Rtb. Oberstr.: Fr. 13,25 Ab. 1. Qu. für Prg., Pgk. u. W. T. erh.— L. Mart. Law- rencc: Fr. 25,40 ä Cto. Ab. 4. Qu. 81 u. 1. Qu. 82 erh. Agilmat. abgg.— Achk. Pari«: Fr. 2,50 Ab. 1. Qu. 82 erh. Sdg. an D. vorgem.— W. Wtk. London: Bs. durch sichere Hand nach D. besorgt.— G. i. G.: M. 21,60 Ab. 1, Qu. erh. Bravo! Soll Alles berücksichtigt werden.— C. R. Cssl.: Ab. 1. Qu. 82 erh.— H. P. Hfld.: M. 3,— Ab. 1. Qu. 82 erhallen. O. W. C.: M. 3,- Ab. 1. Qu. 82 erh.— O. Gpp.: M. 3,- Ab. 1. Qu. 82 erh.— Eisbär: ö. fl. 3.40 Ab. 1. Qu. erh. Alles beachtet. Doppelcouvert macht Uebergewicht.— Merkurius: M. 3,— f. Schft. erh.— F. Bloch: Fr. 100,— ä Cto. Ab. erh.— Arb.-W.-Chronik Pest: Fr. 11,89 erh., desgl. Fr. 7,88 f. Schft. u. Porto. Fdsquttg. später. Bf. an B. M. abgeg.— Rother: Bf. v. 31/12. erh. u. inhaltl. vorgem.— Reichsuhu: Bf. v. 19/12. 81 u. 1/1. 82 erh. Sdg. mit 52 fort.— E. B. Eft.: Mk. 4,— pr. Ab. bis Ende April 82 gutgebr. u. Mk. 2,— nach Borschr. d. Ufds. dkd. zugew., da Lassallebilder nicht mehr zu beschaffen sind. Prosit!— F. M. R. i. S.: Mk. 3,— Ab. 1. Qu. 82 erh. Der„Unschuldigste" soll berücksichtigt werden.— A. L. B.: Mk. 1,20 f. Schft. erh. Sdg. direkt erfolgt.— I. Gugh. London: Fr. 2,50 Ab. 1. Qu. 82 erh.— Dr. E. P. Bern: Schft abgegangen. Fr. 3,05 Nachnahme erhoben für Alles mit dem Blatt.— Kommerzien- rath: Mk. 9,— Ab. 1. Qu. erh. H. gelöscht.— Neminar: Fr. 1,80 f. PH. erh. Sdg. abgeg.— Christian: Entscheid in nächster Nummer.— Paris: Fr. 112,— ä Cto. Ab. 4. Qu. 81 erh. Weiteres vorgem. Bsl. Weiteres.— Or. 7): Wahlbericht hier nicht eingeg.; auch von LH. noch nichts.— B. Justinu«:„Wo auf der rodten Heldenväter Gruft er- „schallt der Säbel, der Trompeten Klang; wo wahrer Dichter „eiserner Gesang"-- die Feinde klirrend in die Schranken knufft,— da lebt und strebt— Logik und Poesie!— Ich weiß warum,— doch„fragt mich nur nicht wie?"— Anzeigen. Sonntag den 8. Jan., Abends 7 Uhr, im goldenen Stern(Tonhalleplatz) geschlossene Versammlung der deutschen Sozialisten. T.-O.: Monats- u. Jahresabrechnung. "Wahl des Landes- und Lokal-Ausschusses. Verschiedenes. Der Aussohuss. Durch die Unterzeichnete, sowie durch die Volksbuchhandlung in Hottingen-Zürich, Kasinostraße 3, sind zu beziehen: Die Sozialdemokratie vor dem deutschen Reichstag. Stenographischer Bericht der Berathungen des deutschen Reichstags über die Verhängung des„kleinen Bclagerungs- zustandes" in Berlin, Hamburg, Altona u. Umgegend in den Sitzungen vom 30. u. 31. März 1831. Preis für Einzelexemplare: 50 Pf.(20 Psg. Doppelbriefporto beifügen); bei Partien von 10 Expl. an: franko für Rabatt. Ferner: Bebels Rede über das Unfallverstcherungsgesetz. Gehalten in der Reichstagssitzung vom 4. April 1381. Preis per Einzelexemplar: 10 Pf.(Porto extra); bei größeren Partien wie oben. Der Ertrag ist für die Familien der Ausgewiesenen bestimmt. Me Eiptditio» des„Soiialdemokrat". In unserem Verlage ist soeben erschienen und durch uns, sowie durch die Expedition de«„Sozialdemokrat" zu beziehen: Karl Fourier, ein Bielverkannter. Versuch einer Darlegung seines sozictären Jdeenganges im Lichte des modernen Sozialismus. Von Kerman Hreutich. (Separalabdruck au« dem„Jahrbuch für Sozialwissenschaft".) 72 Seiten 8°. Mit dem Bildnisse Fourier'« und einer Skizze seines Phalanstöre-Gebäudes. Preis: 50 Cts.— 40 Psg. Volksbuchhandlung Hottingen-Zürich �tionnkM6nt8 auf den„Sozialdemokrat" werden ausser beim Verlag und dessen bekannten Agenten— sowohl auf einzelne Monate als ganze Quartale— jederzeit entgegengenommen bei folgenden Filialen: Zürich Volksbuchhandlung, Casinostrasse 3, Hottingen. Basel ill. Fritzenschaft, Deutscher Verein. den! ü Wilhelm, 34 cherain des Vollandes. Baris Charles Pampee, 45, nie de la Roczuetto. Kopenhagen N Georg Hoffmann, Korsgade 31, 3. S. V. AntWerpeil Ph. Coenen, Dammbrüggenstraat 11. Gent Basse, St. Lievenstraat 163. BrilSSel Bertrand, librairie, Rue du Gazometre 14. Ypnripr« �as' Buchhandlung, 136 rue Spintay. ''''' Charles Picreaux, 20rue de Luxembourg, Andrimont. Communist. Arb.-Biid.-Verein, 49 Tottcnham Street, T rimlnil Tottenham Court. Road,"W. JjlJIUlUll g Breul, 104"Whitfield Street, Tottenham Court Road. H. Rackow, 35 Charlotte Street Fitzroy Square. F. Jonscher, 365 6. Street. "Vimir Vn«!- H. Hitzsche, 548, 9. Avenue, City. i>cW"IUIlV jos. Strauss, 356 Elast. 19 Street. A. Höhne, car of„Xew-Yorker Volkszeitung", 184 William Street P. O. Box 3560. PViIlfwInlrkViio w. F. Schmidt, Nr. 613 Callowhill Street. rniiaucipnid care 0f Philad. Tageblatt. F. W. Fritzsche, 325 Callowhill Street. ChlCagO Jll» Lanfermann, 40 1 jDivisionstreet. Cilicinnati, 0. G. Schumann, 16 Mcrcer Street St, LOlliS MO. Gebr. Herminghans, 1805 Franklin Avenue. Verlag des„Sozialdemokrat" A. Herter, Casinostrasse 3, Hottingen. echwci,. BtttintbuAbmtftrei Hottin«n>-g»rl».