Srschcwt ▲ J � A a Abonnements . Sch.nllich einmal Ä ▼' �■■■--»d-n nur beim»irlag-».d ..... �>>1\\{\ 1 M rill Ii i l Volksbuchhandlung JrL* W■■ jg��FEia■■ UM» Ä M>.■ M■ B 9E U 9, UM■ Mk. 3- für Teutschland(Couvert Hottingen-Znri». W D'D' ▼ ▼ W 1; für Ceftemich(Souvnt ?lfr. 2. 50 für alle übr'. ander deS Weltpostver�(ftrtujbond). Dtilag yilftlkSRItl ftanco gegen ftanco. S-n-öhnliche Briefe � � i< i f f*# /it /• 1 1 f 1 1 1 f J Jcntraf-�rgan bei bmmhm So jidiocttio fttduc t-pr 5J® 18 Donnerstag, 27. April._ 1882. üC Ali» iv die ßirrespaudeileu und Adovuevtt« de»„Aoiillldemoilrai". MW Da der.Sozialdemokrat� sowohl in Deutschland als auch in Oesterreich verboten ist, bezw. verfolgt wird, und die dortigen als mvglich an den.Sozialdemokrat', resp. dessen Verlag selbst adressiren, sondern sich möglichst an irgendeine unverdächtige Behörden fich alle Mühe geben, unsere Verbindungen nach jenen Landern möglichst zu erschweren, resp. Briefe von dort an uns Adresse außerhalb Deutschlands und Oesterreichs wenden, welche sich dann mit uns in Verbindung setzt; anderseits aber, daß und unsere ZeitungS- und sonstigen Sendungen nach dort abzufangen, so ist die äußerste Vorficht im Postverkehr nothwendig und auch uns möglichst unverfängliche Zustellungsadreffen mitgetheilt werden. In zweifelhaften Fällen empfiehlt sich behufs größerer darf keine Vorsichtsmaßregel versäumt werden, die Brieimarder über den wahren Absender und Empfänger, sowie den Inhalt Sicherheit Rekommandirung. Soviel an uns liegt, werden wir gewiß weder Mühe noch Kosten scheuen, um trotz aller ent- der Sendungen zu täuschen, und letztere dadurch zu schützen. Haupterforderni? ist hiezu einerseits, daß unsere Freunde so selten gegenstehenden Schwierigkeiten den.Sozialdemokrat' unfern Abonnenten möglichst regelmäßig zu liefern. Parteigenossen! Vergeht der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Fonds zur Unterstützung der Opfer des Sozialistengesetzes. Mannheim Mk. 100,—(schon früher eingegangen, doch war der Ab> sendungSort nicht zu ermitteln gewesen). Z. H. Leipzig 12,10. Rostock 9,—. D. Schwerin 30,—. Plauen i. V. 7,—. Dresden C.«1,25. Halle a. S. 10,—. Ohlau 15,—. Dresden 10,—. Augsburg 20,—. Dresden 50,55. K. Dresden 1,—. Bremen 00,—. Hanau 30,—. Friedberg 7,—. Weistkirchen i. Ungarn 2,—- Remlingen 10,—. Ra- witsch 4,25. Verden 17,—. Görlitz 8,35. Franksurr a. O. 15,—. Dortmund 5,—. Gera 12,—. St. Johann 19,—. Werdau 20,—. Königsberg i. Pr. 50,—. Arnstadt 10,—. G. Rbg. 1,-. L. Nbg. 5,00. L. Odenheim 10,—. R. Gelenau 3,—. Hannover Ungenannt 5,—. Offenbach 20,—. Nürnberg 5,10. Nbg. Hckr. 3,65. S. Braun- schweig 19,—. M. Nürnberg 15,00. Erfurt„das Banner hoch" 15,—. S. Braunschweig 13,—. Nrbg. Hckr. 8,75. Gaarden 10,—, Nowawes 10,—. Rostock 16,07. Solingen 15,—. S. Braunschweig 11,—. Ronsdors(f. L.) 11,—. M. Bochum 2,10. Gotha 7,—. Fürth VW 40,—. Lausigk 8,—. Reutlingen 9,—. Rostock 15,50. Güstrow 3,—. Klingenthal 7, Rawitsch 0,30. Kirchheimbolanden 3,35. Elberfeld 10,—. Langenbielau 14,—. Barmen 20,—. Lübeck 10,—. Greiz 10,—. Schwerin 1,40. Ernstihal 4,—. Stollberg 3,20. Potsdam 4,80. Ulm 6,—. Fürth VW 20,—. Zeitz 6,—. Mittweida 10,—. Mannheim 15,—. Buchholz 5,—. Harburg 4,50. Zwickau 15,—. Zittau 12,—. Erfurt„das Banner hoch" 15,—. Erfurt(G. R.) 0,—. Kaufbeuren 5,—. Altenburg 10,—. Frankfurt a. d. Oder 7,5««. Hamburg 85,—. Brandenburg 5,—. Ditto 10,—. S. Braunschweig 19, Naumburg 3,00, Nürnberg 79,62. Zeitz 12,—. Groitzsch 2,50. H. M. Leipzig 10,—. S. H. Leipzig 11,07. Penig 0,—. Darmstadt 10,—. Pforzheim 5,—. Eßlingen 30,—. Rendsburg 10,—. Baden-Baden 5,—. Flensburg 30,—. Naumburg 3,—. Goldfische Hannover 5,50. Arnstadt 8,— und durch L. 12,—. Gera d. Feldhprm. iBerl. e. Buches 4,—; Briefpost 0,—; T. 1,—; Hhu Christbaum 0,—; Guttenberg T—. St. 7,85. Ungenannt— ,50; H. O.u. K. 1,50) 20,85. Prinz Näslein, Ertrag des Kartenspiels(Fr. 1,20)—.90. F. R. in D.(Fr. 1,—) — ,80. V. Mittelpunkt der Welt 1,80. Maskengefellschaft„St." Kon- stanz 1,—. Deutsch. Verein Rheinfelden(Fr. 3,—) 2,40. Deutsch. Ber. Genf(Fr. 25.-) 20,-. V. d. Walfischen i. 2). 2,25. I. B. Ä. H. a. B. 1,—. New-Hork, ges. v. einigen Handarb. i. d. Zigarren-Fabrik v. Straiton u. Storm d. Carlson(Fr. 125,—) 100,—. Deutsch. Verein Winterthur, ges. b. d. Märzfeier(Fr. 17,—) 13,00. C. A. i. Z.(Fr. 2,—) 1,60. B. d. Berliner Jule 2,40. Chicago ges. d.„Borbote" n.„Arb.- Ztg." für die hilfsbedürftigen Familien exilirter Parteigen, in Deutschland (Fr. 394,-) 315,20. A. W. i. U.(Fr. 2,50) 2,—. G. D. Lyon(Fr. 1,-) —.80. W. A. K. u. Gen. i. St. I. 1.—. E. Frd. u. A. K. Ga. 1,—. Dtsch. Ber. Genf(Fr. 33,—) 26,40. Aachen 14,—. Deutsch. Sozialisten Winterthur(Fr. 1,20)— ,96. Deutsch. Gen. i. Amsterdam(Fr. 22,—) 17,60. Paris, ges. b. d. Märzfeier(Fr. 60,20) 48,16, Drei Arb. der Vereinsbuchdr. Zürich(Fr. 2,40) 1,92. B. d. singenden Mohren (Fr. 3,50) 2,80. Nr. 681 U. a. D. 2,—. I. H. Kbrg.—,65. Ferency Gyula(Fr. 10) 8,—. Robespierre 1,20. Rothe Boigtländer 3,10. Soz. Arbeiterverein Cincinali durch B.« Fr. 221,50 M. 177,20(Doll. 43,75) s. d. gemaßregelten dtsch. Gen. Walfische aus r: M. 2,60. Zusammen: Mk. 2129. 09. Allgemeiner Wahlfonds. Newyork, ges. v. einigen Handarb. d. Zigarrenfabrik v. Straiton n»d �t°rm d. Carlson(Fr. 65,—) Mk. 52,—. Ein in der Quittung in Nr. 3 enthaltener Posten? Mk. 16,— ist 0118 Eßlingen. Agitationsfonds. . E. j. Z.(Fr. 4.—) Mk. 3,20. L. i. u.(Fr. 1.10)-.88. G. M. o Ä. 1,10. Newyork, ges. von einigen Handarb. d. Zigarrensabrik von straiton u. Storm d. Carlson(Fr. 63,15) 50,52. K. Siegel i. C. O. U,—. Bon Frau Bismarck 3,—. W. A. K. u. Gen. i. St. I. 1,—. Zusammen: Mk. 70. 70. Bourgeois-Heuchelei. .. U Rutschen Hrrrcn Bourgeois thun sittlich entrüstet über >e hineienbill des amerikanischen Kongresses, durch welches das Prinzip der„Gleichheit" mit Füßen getreten, und ein ganzes o'o gut wie geächtet sei; diese Ausnahmemaßregel gegen die der st?0" au' e'ner®'uft mit ber einstmaligen Behandlung Vereinigten Swatem@�anbfleiege Ehre, Macht und Beute verschassten, während Millionen und Abermillionen ihm ihre Flüche nachsenden, der Name-ine« Darwin aber wird verehrt und geliebt, wo immer nur Menschen leben, welche nach Wahrheit suchen, der Tod eines Darwin ist -in Verlust für die ganze Menschheit, der er nur gab, aber nicht nahm. „Seit K o p e r n i k ii s". schreibt C h. L o n g u e t in der„Justice", „hat e« keine in so hohem Grade revolutionäre Lehre gegeben als die Darwinistische. Bestätigt und gefördert durch die Entdeckungen aus den ihr nächsten und den ihr entsernlesten Wissenschastsgebieten, der Biologie (Lehre von den Lebewesen) und der Sprachforschung, erneircrl sie ihrerseits alle menschlichen Keniitnisse und bahnt eine kühnere, umfassendere Philosophie der Welt und der Gesellschaft an. „Es nimmt seinem Werthe durchaus nichts, daß der Schöpfer der Ab- stammungs- und Entwickelungslehre nicht alle Konsequenzen derselbe» selbst bemerkt hat. Es wäre vielmehr ein Widerspruch, wollte man sich darüber beklagen. Ein nur verallgemeinernder und synthetischer(zusa«nmen fassender) Geist hätte nicht die Eigenschasten, die Geduld, die emsige, peinliche und bedachtsame Arbeit, die spezielle Sachkenntuiß gehabt, welche allein seiner Lehre die feste Unterlage lieferte. „Jndeß glaube mau nicht, daß diese Zurückhaltung, diese Einschränkung Darwin'« berechnet gewesen seien, noch daß sie als Deckinantel für seine Indifferenz gedient hätten. Dieser große und bescheidene Geist hatte ein ebenso wissenschaftliches Gewissen wie die kühnste» Geister. Es war eine edle und hochherzige Seele, die errölhet wäre vor dem Gedanken, sich in jene wolkenhafte Erhabenheit zu flüchten, welche unsem Dutzendgelehrten so lieb und theuer ist. „Eine Thatsache, deren ich mich augenblicklich erinnere, ivird ihn besser kennen lehren. Ein großer Sozialist, dessen scharfer Verstand, dessen geduldiges, unerinüdliches Arbeiten, dessen nmsassende Gelehrsamkeit und dessen Methode sogar mehr als einen Vergleich mit dem berühmten Theo- retiker des Kampfes ums Dasein darbieten, hatte vor einigen Jahren ein umfangreiches Werk tiefer ökonoinischer Analyse und kühner historischer und sozialer Kritik an Darivin geschickt. Ein anderer minder bedeutender Mann als Darwin, gleich ihm in der Verehrung der alten Meister und in der Hochachtung vor Malthus aufgewachsen, hätte ziveiselsohne diese Huldigung übel aufgenommen, aber die Liebe zur selbstlosen und gewissen« haften Forschung, die große Hochachtung vor der Wissenschaft, erhoben ihn weit Uber die Beengtheiten seiner sozialen Traditionen und seiner Umgebung. Er antwortete wie ein«vahrer Gelehrter, der inständig alle diejenigen hochachtet, welche sich nicht fürchten, neue Wege zu bahnen. „Uebrigens war sein ganzes Leben ein Muster ivissenschaftlicher Unpar» teilichkeit und Reinheit. Andere haben in seinen Werken Wassen gegen die revolutionären Tendenzen in der heutigen Gesellschaft gesucht, indem sie vorgaben, in ihnen die Rechtsertignug der sozialen Ungleichheit und der brutalen Gewalt zu erblicken. Als ob die Gesetze des Kampfes uins Dasein nur aus die vereinzelten Individuen in einem bestimmten Zeit- räum Anwcndüng fänden und nicht auf die Gruppen, die Gemeinschaslen, mit einem Worte, die verbündeten Individuen! Als ob die ganze ge- schichlliche Entwickeluug der Ungleichheit, die ein natürliche« Faktum ist, nicht die allmälige Ausgleichung gegenüberstellte, als Tendenz der Menschheit und soziale« Faktum! Als ob endlich die moderne Oligarchie �Herrschaft Weniger), die P l u t o k r a t i e(Herrschaft der Reichen), nicht nach der ausgezeichneten Formel Letonrneau's eine soziale Zuchtivahl darstellte, «velche zu Gunsten der minder Kräftigen, oft der minder Begabten wirkt» iin Gegensatz zur natürliche» Zuchtwahl. „Darwin selbst hat sich nie aus dieses schivierige Gebiet gewagt. Er überließ diese kleinen Mittel sozialer Advokatenknnst, diese traurige und erbärmliche Schönfärberei, Geringeren, als er war. Seine Bescheidenheit schützte ihn davor. „Uebrigens erkannte trotz dieser kindischen Versuche politischer und volkS- wirthschafllicher Panglosse*) der reaktionäre Instinkt sehr wohl den destrnk- live» Charakter der Entivicklungstheorie. Man iveiß, ivelche Kämpfe Darwin und seine Landsleute Lyell, Tyndall, Huxley sc. gegen den religiösen Fanatismus aller Konfessionen zu führen hatten."—— Soweit Longuet. Kann noch ein Ziveisel bestehen, daß jener Sozialist, von«velchem er spricht, Karl M a r x ist? Und in der Thal haben diese beiden Männer, Darivin u»d Marx, so verschieden ihre LebenSschicksale waren, so verschieden die«vissenschast- liche» Aufgaben sind, denen sie ihre Untersuchungen gewidmet, viel Gleich- artiges init einander. Vor Allem die sorgsällige Untersuchung, die wissenschaftliche Zurückhaltung. Lassen«vir indeß den Vergleich, der hier nicht am Orte ist. Heule galt eS nur, in kurzen Worten auf die Bedeutung des verstor- denen Forschers für die Sache der Menschheil hinzuiveisen. Eine speziellere Darstellung der Bedeutung von der Darwinschen Lehre für den Sozia- lismus hoffen wir binnen Kurzem in unserem Feuilleton veröffentlichen zu können. Da« um seine wirthschastliche wie geistige Befreiung ringende Proletariat wird den Namen Darwin'« hoch in Ehren halten. Zur Frage eines Partei-Archivs. Es war zu Ansang des Jahres 1878, als Genosse Bebel im dama- ligen Zentralorgan der Partei, im„Vorwärts", die Frage einer Partei- bibliolhek anregte. Diese Anregung ivurde damals in den iveitesten Kreise» der Genossen mit dem regsten Interesse aufgenommen, und«venu bis heute die damals angeregte Idee nicht zur Verwirklichung gelangte, so ist dieses wohl nur den Vorgängen des Jahres 1878 und der hieraus resultirenden verstärkten Verfolgung und Rechtlosmachuug unserer Partei zuzuschreiben. Es ist klar, daß unter heutigen Umständen an eine Parteibibliothek, ivie sie vor Erlaß des Sozialistengesetze« möglich ivar, nicht zu denken ist, und«veiin ich heute aus die Sache zurlickkomme, so geschieht es nur, weil es heute noch möglich ist, eine große Masse von Materialien, die für die Geschichte unserer Partei im Besonderen, wie für die Kultur- geschichte unserer Zeit im Allgemeinen, von größtem Werthe sind, zu rette» und der Zukunft zu erhalten, während dieselben im anderen Fall t verloren gehen. Mein Vorschlag gehl dahin, in üer Schweiz eine Zentralstelle einzu- richten, Ivo alles Material, welches sich auf die Geschichte unserer Partei bezieht, zusammengetragen, gesammelt und aufbewahrt wird. Die Gründe, welche für eine derartige Zentralstelle sprechen, sind so in die Airgen springend, daß ein weitläufiges Eingehen aus dieselbe wohl *) Pangloß ist das Urbild der Verherrlicher alles Bestehenden. überflüssig erscheinen dürfte/ und es hier nur einiger Andeutungen be darf. Es ist von Bebel schon darauf hingewiesen worden, wie schwierig es ist, die Preßerzeugnisse aus den Anfängen der sozialistischen Bewegung zu beschaffen; und was vor vier Jahren galt, gilt in bedeutend ver- stärktem Maße noch heutzutage. Aber nicht nur, daß die Brochüren und Schriften der 30er und 40er Jahre dieses Jahrhundert« immer seltener werden, auch die literarischen Partei-Erzeugnisse der 60er und 70er Jahre verschwinden immer mehr, und nicht lange wird es dauern, daß diese ebenso wenig bekannt sein werden, wie die sozialistischen Schriften der vor 48er Zeit. Das Ausnahmegesetz mit seinen Verboten hat viel zu dem Zurück- drängen unserer Literatur jener Zeit beigetragen. Neuauflagen konnten nicht veranstaltet werden, weil sie sich der verbotenen Verbreitung halber nicht zahlten. Die im Besitz des Einzelnen befindlichen Schriften werden, weniger aus Furcht vor der ungesetzlichen Verbreitung, als weil der Besitzer die seltener gewordenen Schriften zu verlieren fürchtet, nicht weitergegeben, und es ist Thatsache, daß schon jetzt unter dem neuen Zuwachs der Partei weniger Leute zu finden sind, die mit dem Anfang unserer Parteigeschichte genügend bekannt sind. Wenn auch dieser Uebelstand durch die Schaffung eines Parteiarchivs nicht gehoben würde, so würde doch verhütet, daß die zahlreichen sozia- listischen Schriften jener Periode überhaupt verloren gehen. Zum Theil mag letzteres nämlich schon jetzt der Fall sein, wie es z. B. schwer halten dürste, noch Exemplare sämmtlicher so zahlreichen Organe der Partei zu beschaffen. So wurden, um nur eines anzuführen, die Beleg- cxemplare eines unserer besten Parteiblätter in einer Auktion verkaust und zu Käsepapier benutzt. In den meisten Fällen werden die Belege der Parteiorgane indeß noch vorhanden sei», und sie würden, hervorgesucht aus dem Bodengerümpel und Moder, in dem sie heute vielfach lagern, einen sehr guten Beitrag zu dem Archiv bilden. Diese Belegexemplare der Parteiorgane sind für denjenigen, der sich an die Bearbeitung der Geschichte unserer Partei macht, um so wichtiger, als sie außer den Kongreßprotokollen die einzige Quelle sind, aus welcher er schöpfen könnte. Mtyer's Emanzipationskampf des vierten Standes, den man als Quelle anführen könnte, ist in vieler Beziehung fehler- und lückenhaft, und woher soll ein Historiker sonst seine Daten entnehmen, als aus unseren Zeitungen? In öffentlichen Zeitungen sind dieselben gar nicht oder nur selten vorhanden, und ich meine, daß allein schon die Erhaltung möglichst sämmtlicher Parteiorgane die Schaffung eines Archivs rechtfertigt. Aber nicht nur für die Literatur der deutschen sozialistischen Partei wäre ein solches Archiv wichtig, auch die Geschichte des Jahres 1848, der Pariser Kommune, der heutigen russischen revolutionären Bewegung bietet noch manche dunkle Seiten, welche durch ein Zusammentragen des Material« und spätere« kritisches Sichten desselben beleuchtet und in ein helleres Licht gesetzt werden könnten. Es ist nur z u erklärlich, daß die städtischen und höfischen Bibliotheken in Bezug auf revolutionäre Be- wegungen möglichst wenig und möglichst Schlechtes bieten, und es erscheint mir daher als im Interesse unserer Partei liegend, wenn wir die Samm- lung des Materials unserer Geschichte in die eigene Hand nehmen. Wie dem Schreiber dieses selbst bekannt ist, gibt es in der Partei noch eine Anzahl alter Genossen, gewissermaßen Veteranen, die sich schon in den 30er und 40er Jahren uin das kommunistische Banner schaarten, und die die meisten seither erschienenen Broschüren, Flugblätter, Pam- phlete, Reden und sonstige die soziale Frage betreffenden Schriften mit Bienenfleiß sammelten und heute noch in dem Besitz derselben sind. Gewiß werden einige derselben für ihre Literaturschätze lieber die Partei als Erbin sehen, als vielleicht entfernte Verwandte, die den Werth der- selben oft nicht einmal zu schätzen wissen. Auch sind hier und dort Bibliotheken vorhanden, die, früher im Besitz von Parteiorganisationen, gewiß von ihren jetzigen Besitzern der früheren Eigenthümerin, der Partei, gerne zurückgegeben würde», sobald eine Stelle bekannt geinacht wird, wo diese Sachen bis auf Weiteres aufbewahrt werden. Der letzte Parteikongreß auf Wyden beschäftigte sich schon mit der Frage eines Archivs, der sich nöthig machenden Kosten halber ging man indeß über dieselbe hinweg. Die Kosten stellen sich aber thatsächlich so gering, daß dieselben gewiß mit Leichtigkeit durch freiwillige Beiträge aus- zubringen sind. Meine Meinung geht nämlich dahin, daß die Redaktion oder Expedition des Zentralorgans die Sache in die Hand nehmen und in Gemeinschaft mit den Züricher Genossen die eingehenden Schriften sammeln und aufbewahren könnte. Die einzigen Kosten wären dann da» Porto, denn ich meine, daß bei größereu Packeten das Porto seitens der Partei getragen werden müßte, lieber jeden Beitrag, sowohl an Geld, wie a» Schriften, müßte der„Sozialdemokrat" quittiren. Einer Aus- forderung zur Einsendung von Schriften würde gewiß im reichsten Maaße entsprochen werden. Vorläufig gilt es nur zu sammeln uud zu retten, was sonst unwieder- bringlich verloren geht. Das Ordnen und die Sichtung des Materials kann auf spätere Zeiten verschoben werden. Freuen sollte es mich, wenn durch diese Anregung die Genossen ver- anlaßt würden, sich Uber die vorliegende Frage im„Sozialdemokrat" auszusprechen. Die Ausführung eines derartigen Unternehmens würde unfern Gegnern zeigen, daß die„kulturfeindliche" Sozialdemokratie auch im heftigsten Kampfe noch Zeit zu kultnrfördernden Unternehmungen übrig hat. H. Sch. Wir können die Anregung unseres Genossen nur voll und ganz unter- stützen. Gerade die Heftigkeit des Kampfes, den unsere Genossen zur Zeit in Deutschland führen, macht es nöthig, daß an einem, dem aktiven Kampfe entrückten Orte alle für die sozialistische Bewegung werthvollen Druckwerke-c. gesammelt, gesichtet und aufbewahrt werden. Wie werthvoll wäre es z. B., um nur noch ein Moment anzuführen, nicht nur vom literarischen, sondern auch vom praktisch-politischen Gesichts- punkte aus, wenn in einem Parreiarchiv von allen von unserer Partei verbreiteten Wahlf lugblätteru je ein Exemplar aufbewahrt würde. Welch' wesentliches Moment zur Beurtheilung und Werlhschatzung unserer Wahlerfolge wäre damit gegeben! Kurz, nach allen Richtungen hin ist die Schaffung eines solchen Archivs wünschenswerth. Aus die Art, wie dasselbe unserer Meinung nach am zweckmäßigsten einzurichten iväre, kommen wir noch zurück. Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 26. April 1882. — Wozu Gesetze da sind? Natürlich, um umgangen zu werden. Wer's nicht glaubt, der erkundige sich nur danach, wie unsere Herren Gesetzgeber mit den von ihnen verfaßten Gesetzen verfahren. Bekanntlich wird nach dem Unterstützungswohnsitzgesetz jeder Deutsche dort unter- stützungsberechtigt, wo er sich zuletzt länger als zwei Jahre ausgehalten hat. Diese Vorschrift hat den Zweck— ob sie ihn erfüllt, ist eine andere Frage— die Gemeinden von der Verpflichtung zu entlasten, diejenigen ihrer ursprünglichen Mitglieder, welche jahrelang außerhalb der Gemeinde ihre Arbeitskraft aufgewendet habe», später, nachdem sie arbeitsunfähig geworden, verpflegen zu müssen. Man wird zugeben, daß der diesem Gesetz zu Grunde liegende Gedanke, die heutige Gesellschaft vorausgesetzt, an sich kein unberechtigter ist. Wie macht sich nun dieses Gesetz in der Praxi«? In der Gemeinde Geislingen i» Schwarzwald(Oberamt Balingen, befindet sich ein großes herrschaftliches Gut, auf welchem natürlich viele Knechte und Mägde gebraucht werden. Bei Anstellung (Verding) derselben aber wird ihnen angezeigt, daß sie nach Verlauf von zwei Jahren den Dienst und die Gemeinde auf mindestens vier Wochen zu verlassen haben. Auf diese Weise verlieren die Betreffenden daselbst den Unterstützungswohnsitz. Das heißt: das Gesetz wird außer Wirkung gesetzt. Und der Besitzer des Gutes, der sich so gut zu helfen weiß, ist— Freiherr von Stauffenberg, bairischer Landtags- und deutscher Reichstagsabgeordneter! Und der muß es doch wissen, wozu Gesetze da sind. — Aus der Schule geplaudert. In ihrem Eifer für das Tabakmonopol hat die„Norddeutsche" neuerdings einen schönen Lapsus verübt. In einem Artikel, den sie sich„aus Süddeutschland" schreiben läßt, zieht sie— gegen die Erhöhung der G e w i ch t s st e u e r zu Felde. Diese werde für die Konsumenten eine namhafte Vertheuerung der Fabrikate, infolge dessen eine Abnahme des Konsums zur Folge haben. Weitere Folge oer Gewichtssteuer wird sein, Verfälschung der Fabrikate, der solide Fabrikant kann-mit dem unsoliden nicht gleichen Schritt halten und in kurzer Zeit wird Alles, Handel, Fabrikation und Verschleiß in den Händen der— Juden sein.„Wie wenige Menschen sehen ein. wer in letzter Linie hinter der jetzigen gewalligen Agitation steht, und ahnen nicht, wem die Früchte dieser Agitation in den Schooß fallen werden." Also zu lesen in der Osternummer der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung". Das war einmal ein Reinfall, lieber Pindler! Das Monopol bekommt dein Brodgeber, Bismarck, bekanntlich nicht, und wenn er dann hintritt und wenigstens die Gewichtssteuer haben will, dann wird man ihm sein Leib- und Magenblatt hinhalten und sagen: Nichts da, die Gewichtssteuer bringt Nichts ein, sondern schädigt die Tabakindustrie und spielt sie in die Hände der Juden. Pindter sagt's und Pindter hat bekanntlich nie gelogen. Beiläufig ist das Schreckgespenst des im Hintergrunde lauernden Juden ein reizender Einsall. Unter den eifrigsten Gegnern des Monopols und Befürwortern erhöhter Tabaksteuer befindet sich Stöcker's„Reichsbote". iliun denke man, der streitbare Pastor Stöcker, der Held des Anti- semitenthnms, wirkt auf diese Art ahnungslos im Interesse der fllrchter- lichen Kohne und Jtzigsohn's. Ist eine größere Ironie des Schicksals denkbar? So muß es kommen, sagt Neumann. — Der Bundestag— pardon!— der Bundesrath hat, wie zu erwarten war, das Tabakmonopol mit großer Majorität angenommen. Wo es sich um eine Schröpfung de« Volkes handelt, kann Bismarck der Zustimmung der deutschen Einzelregierungen sicher sein. Die„preußischen Vasallen" find so bodenlos feige, daß sie sich zu jeder Schmach bequemen, wenn ihnen nur ihr Titel und— die Hauptsache— ihre Z i v i l l i st e gnädiglich gelassen wird. Wer von der Seite Schutz gegen die Unoer- schämtheiten des preußischen Regiments erwartet, der ist in der That verrathen und verkauft. — Ob Bismarck sparen kann. In der vorigen Nummer de«„Sozialdemokrat", schreibt uns ein Genosse, wurde die Frage aus- geworfen, ob wohl Bismarck sein mindestens 30 Millionen betragendes Vermögen von seinem Gehalt„erspart" haben mag. Ich will auf diese Frage nicht eingehen, dagegen konstatiren, daß Bismarck ein solche« Ein- kommen hat, daß er, trotzdem seine beiden Jungens nach dem Satze: Geiziger Vater, lüderli che Söhne, flott darauf losleben, doch noch in der Lage ist, einige Mark bei Seile zu legen. Bismarck bezieht als Reichskanzler 56,000 Mk., erhält außerdem freie Dienstwohnung— d. h. das deutsche Reich hat ihm einen Palast gebaut— mit Garten. Dann erhält er 12,000 Mk. zur Instandhaltung der Dienstwohnung und des Gartens. Da Bismarck auch preußischer Ministerpräsident ist, so bezieht er für dieses Amt einen GeHall von 51,000 Mk., dazu noch einige tausend Mark ReprSsentationskosten. Ferner als ehemaliger Minister von Lauenburg— für die„Verdienste" um dieses Land— eine Pension von 12,000 Mk. Mit den 12,000 Mk. zur Instandhaltung seiner Dienstwohnung reichte aber der„Anwalt de? armen Mannes" noch nicht, sondern er hat in einem Etatsjahr den Betrag um 18,000 und im folgenden um 5— 6000 Mk. überschritten. Diese Ueberschreitungen seien deshalb nöthig gewesen, hieß es, weil die Neuanschaffungen so viel gekostet hätten, z. B. Gardinen, Geschirre, Servietten-c.— ob auch Taschentücher für seine Jungens davon bezahlt wurden, blieb im Unklaren. Selbst die Kosten der Schneeabsuhr und dergleichen Dinge läßt sich Bismarck extra bezahlen. Kommen hiczu die Einnahmen aus dem dem Ländchen Lauenburg abgesch— meichelten Sachsenwald, aus dem Gute Barzin, au« der berühmten Schnapsbrennerei—„auch ich bin ein Schnapsbrenner!"— und der noch berühmteren Cösliner Papierfabrik, welche von der Reichsdruckerei, dem Reichstelegrapheuamt ic. mit zahl- reichen Aufträgen beehrt wird— kurz, Bismarck läßt sich die unschätzbaren „Verdienste" um das deutsche Reich sehr anständig bezahlen. — Die Gerechtigkeit i m frommen Wupperthal e. Wenn es eine Gegend gibt, wo die herrschende Gesellschaft vor der Rache der Arbeiter zu zittern hat, so ist es die des Wupperthales, von Barmen- Elberfeld. Denn dort verbindet der Bourgeois die schamlose Ausbeutung mit frommer Heuchelei, und Staatsanwalt, Richter und Polizei betrachten es als eine ihnen von Gott gegebene Aufgabe und als ihre Pflicht, weil ihnen die Bourgeoisie einen Theil ihrer Beute abgibt und sie mit ihr verschwistert und verschwägert sind, mit allen staatlichen Machtmitteln die Arbeiter zu unterdrücken. Für diese Leute sind die Gesetze nur dazu da, Arbeiter einzusperren und zu verurtheilen; und die von ihnen ver- übte reine Gewaltthat suchen sie mit Paragraphen zu verdecken. So ist jetzt gegen die Genossen Oppenheimer und Szimmath Klage erhoben worden wegen Verletzung der KZ 129, 130 und 131 des Reichs- strasgesetzbuches. Nach ersterem Paragraphen sollen die beiden Genossen eine Verbindung gebildet haben, zu deren Beschäftigungen es gehört, die Vollziehung von Gesetzen-c. durch ungesetzliche Mittel zu verhindern oder zu entkräften. Also 2 Personen sind für diesen Staatsanwalt schon eine„Verbindung"; welche Angst muß diesen Büttel erst überkommen, wenn ihm klar wird, daß alle Sozialisten solch' eine Verbindung bilden, und so dem Staatsretter eine ganz unfaßbare Zahl von Personen gegen- übersteht. Die anderen Paragraphen stnd bekanntlich schon längst in Mode, der eine bestrast die Aufteizung der Gesellschaftsklassen zu Gc- waltthätigkeiten, der andere die Verbreitung wissentlich falscher That- fachen. Ob dem Wortlaut der Gesetze wirklich entsprochen wird, ist den deutschen Richter» schon längst ein überwundener Standpunkt, für sie ist Aufreizung jedes böse Wort Uber Ausbeuter und die Wahrheit Uber vie Regierung und die herrschenden Klassen etwas Unwahres. Nun noch etwas zur Belustigung. Unsere Leser erinnern sich noch, daß am 18. März über Barmen vom Kriegerdenkmal herab eine rothe Fahne wehte und die Polizei Mühe hatte, diese« Abzeichen der Revolution zu entfernen. Staatsanwalt und Polizei waren in fieberhafter Ausregung, sie suchten und suchten und konnten nichts finden. Da beteten unsere Frommen und unser Staatsanwalt zu Gott um Erleichterung, und siehe da, der sonst dumme Staatsan wall wurde mit einem Male gescheidt. Er sagte sich also: die Fahne ist aus Tuch, eine Fahne muß auch genäht werden, also gehört ein S ch n e i d e r dazu, und um eine Kette zu durchschneiden, dazu gehört ein Schlosser— ja, ja, um so etwas zu wissen, dazu gehört Studium und der Staatsanwalt hat nicht umsonst Jura studirt. Was thut er also? Genosse Szimmath ist Schneider, darum hat dieser die Fahne genäht, bei ihm wohnt ein Schlosser, folglich hat dieser Schlosser die Kette durchschnitten, darum also Anklage gegen diese Beiden, daß sie diese Fahne ausgehißt haben. Und da nun auf die Idee, die Bourgeoisie und das Beamtenthum Barmens durch eine rothe Fahne zu erschrecken, nur ein boshafte« Gemüth kommen kann und der Staatsanwalt für ein solches unseren Genossen Oppenheimer hält, so wird auch dieser als Anstifter unter Anklage gestellt. Parteigenossen über Parteigenossen werden auf's Gericht geladen, der erleuchtete Staatsanwalt sucht aus ihnen etwas herauszuschrauben, scheint aber nichts erfahren zu haben, denn verrätherische Wände haben es aus- geplaudert, daß der Staatsretter von Barmen nach jeder Zeugenverneb- mung verzweifln:. �svoll zur Decke stiert, als wollte er sagen: Hab', ach, Jurisprudenz studirt, Bier Jahre geoxt, wie fich's gebührt, Da steh' ich nun, ich armer Thor, Und bin so klug noch, wie zuvor. Ehud. — Aus Sachsen. In meiner Notiz über den neuesten Prozeß gegen Bebel(s. letzte'Nummer) befindet sich ein Jrrlhum. Die Ber- jährung ist nicht eingetreten; ich hatte, wie ich gleich nach Abfindung des Briefes merkte, Anfang September statt Anfang Oktober als Zeit der Publikation des inkriminirten Flugblattes angenommen. Die Verjährungsfrist für Preß- und Druckschriftvergehen ist bekanntlich sechs Monate. Indessen hat man auch diese Bestimmung illusorisch zu machen gewußt, indem z. B. bei Beleidigungen der Verjährungstermin nicht von dem Datum der Publikation gerechnet wird, sondern von dem Zeitpunkt an, wo die angeblich beleidigte Person die Druckschrift zu Gesicht bekam- men hat. Namentlich bei Bismarckbeleidigungen ist dies seitens der Staatsanwaltschaft wiederholt geschehen und von den Gerichtshöfen auch sanklionirt worden. Es liegt auf der Hand, daß mit derselben Logik auch jedes andere Vergehen dem Schutz des Verjährungsparagraphen entzogen werden kann — der Staatsanwalt braucht blos zu sagen, daß er von der Druckschrift, gegen die er vorgehen will, erst beliebige Zeit nach ihrem Erscheinen Kenntniß erhalten hat. Riou n'est sacre pour un sappeur! Nichts ist für einen Sappeur(Spritzenmann) heilig, pflegte die liederliche Chansonettensängerin Therese zu singen. Nichts ist einem Staatsanwalt heilig, können wir da« frivole Verslein variiren. Kein Gesetzesparagraph, nicht die deutlichst ausgesprochenste Absicht des Gesetzgebers. Der Gesetzes- Paragraph wird in das Prokrustesbett der staatsanwaltlichen Logik ge- zwängt, und ist der Wortlaut noch so klar, was nicht paßt, wird ge- waltsam zurechtgercnkt, auseinandergezerrt, abgehackt, je nach Bedarf, bis der Paragraph die nöthige Gestalt erlangt hat und den beabsichtigten Zweck erfüllt. Natürlich sagen die Herren Richter Ja und Amen, einzelne Anstandsausnahmen abgerechnet.— Recht charakteristisch sllr da» schuftige Denunziationswefen, das durch das Sozialistengesetz zu kolossalen Dimensionen angeschwellt worden ist, find die jüngst verhängten und inzwischen wieder provisorisch zurückgenommenen Ausweisungen aus Leipzig. Drei junge Männer bekommen eines Mädchens wegen mit dessen Sties- vater Streit, in welchem sie beiläufig ganz Recht haben— der Lumpazius von Stiefvater rennt aus die Polizei, denunzirt die drei jungen Männer als Verbreiter des„Sozialdemokrat", und die Polizei, der bei Erwähnung des„Sozialdemokrat" der Verstand— soweit sie welchen hat— zum Teufel zu gehen pflegt, ordnet sosort, ohne die Sache irgend zu unter- suchen, die Ausweisung der drei Denunzirten an. Hätten diese nicht zu- fällig, in Folge von Aeußerungen des sauberen Stiefvaters, die Ursache ihrer Ausweisung erfahren und dadurch Gelegenheit erlangt, die absolute Grundlosigkeit der Denunziation nachzuweisen, so wären sie eben ruinirt gewesen. Es zeigt dieser Vorgang aber auch, mit welch' empörendem Leichtsinne unsere Behörden verfahren, und wie sie, wo es sich um die Existenz und Zukunft von Menschen handelt, nicht einmal die einfachste Vorsicht und Sorgsalt beobachten. Und sächsische offiziöse Blätter— notorisch die servilen„Dresdener Nachrichten"— haben die Stirn, gerade im jetzigen Moment die„ H u m a n i t ä t" der Leipziger Kreishauptmannschaft zu verhimmeln, welche die„schneidige Waffe der Ausweisung" nur in den dringendsten Fällen und nach sorgsältiger Prüsung brauche. Die Ausweisung Eisengarten's und der zwei Brüder George liefert einen klassischen Kommentar zu dieser verlogenen Schmeichelei. Uebrigens wäre es Unrecht, wenn wir behaupten wollten, das Denun- ziationswesen sei in Leipzig erst durch da« Sozialistengesetz in's Leben gerufen worden. Leipzig, mit seiner nationalliberalen Musterbourgeoisie, ist von jeher die Pflanzstätte des infamsten Denunziantenthums gewesen. 5 1866 die Preußen dort einrückten, wurden dem preußischen Stadt- kommandanten T a u s e n d e von anonymen und nichtanonymen Denun- ziationen gegen„Partikularisten",„Großdeutsche",„Demokraten" und sonstige Gegner der Bismarck'schen Politik zugesandt, so daß der Kom- Mandant öffentlich seinen Ekel über dies niederträchtige Treiben Ausdruck gab. All' jene Denunziationen entstammten aber den Kreisen der B o u r- g e o i s i e! Da ich am Denunziations-Thema bin, so sei noch jenes traurig-komi- schen Subjektes erwähnt, das— ein wunderliches Gemisch von Hans- wurst und Spitzbube, im klebrigen ein Leipziger(oder Reudnitzer) Boll blutbourgeois— auf den Namen Sparig hört. Dieser grot-sk- Hallunke hat mit großem Fleiß eine Liste aller„gemeingefährlichen sozial- demokraten" ausgearbeitet und dem Ministerium eingeschickt mit der Bitte, alle darauf verzeichneteü Personen— an die 300— im Interesse der öffentlichen Ordnung ausweisen zu lassen. Die bisherigen Aus- Weisungen reichten bei Weitem nicht aus. Bleibt abzuwarten, ob das sächsische Ministerium wirklich aus den Sparig gekommen ist und dessen Proskriptionsliste— von der ich eine Abschrist zur Hand habe— die gewünschte Berücksichtigung schenken wird. Fähig ist es dazu. — In Breslau spielte am 22- d«. wieder einer jener berüchtigten Prozesse wegen des K 131. Angeklagt waren die Genossen K r ä ck e r, Zimmer, Kultmann und Feltenberg, weil sie in Breslau und in der Provinz Schlesien einen Wahlaufruf verbreitet hatten, in welchem gesagt war, daß das Sozialistengesetz die Sozialisten rechtlos mache und durch den Belagerungszustand unschuldige Familien au den Bettelstab gebracht habe. Der Staatsanwalt erblickte in solchen Worten die Behauptung wissentlich salscher Thatsachen und die Breslauer Richter apportirten, was ihnen der Staatsanwalt hinwarf und ver- urtheilten Kräder zu drei Monaten, K u l k m a n n und F e l t e n- b e r g zu je zwei Monaten und Zimmer zu sechs Wochen Gefängniß. Interessant war in der Verhandlung, daß Zimmer und Kräcker dem Staatsanwall und den Richtern einen Wahlausruf der Christlich-Konser- vativen vor die Rase hielten, worin es hieß, daß die bisherigen liberalen Gesetze den ehrlichen Mann in« Zuchthaus bringen, und fragten, warum hier die Staatsanwaltschaft nicht auch Klage erhoben habe. Die Antwort bestand darin, daß ihnen das Wort entzogen wurde, weil sie die Parteilosigkeit d es Staatsanwaltes anzweifelten. Der Präsident dieses moderneu Jnquifitionsgerichtes heißt G r yczewsky, der Staatsanwalt Dr. v. Rheinbaben und dann fungirle ein Assessor T r o p l o w i tz als Beisitzer, dessen Vater vor einiger Zeit wegen Be- trug« bestrast worden ist. Wir kommen auf diesen, in mehr al« einer Beziehung charakteristischen Prozeß in nächster Nummer noch zurück. — Denunziantenbeleidigung. Wir haben in Deutschland obenan die Bismarckbeleidigung, dann kommt die Majestätsbeleidigung, hieraus die Itöckerbeleidigung, alsdann die Gotteslästerung und die ge- wöhnliche Beamtenbeleidigung und jetzt kommt hiezu noch die—.-De- nunziantenbeleidigung. In Barmen stand der Genosse Hülle wegen angeblicher Verletzung der KZ 130 und 131, begangen durch Verbreitung eines Flugblattes, unter Anklage, und wurde zu vier Monaten Gefängniß verurtheilt, ohne daß 2 Monate Untersuchungshast _ J augmdjnet wurden. Pfaffen, Richtern und Advokaten, die Mundelgelder unterschlagen, wird die Untersuchungshaft angerechnet, Sozialdemokraten nicht. Nebenbei verdient noch bemerkt zu werden, daß sich klin Rechts- anwalt in Barmen fand, um unfern Genossen zu vertheidigen. Alle, auch die fortschrittlichen, lehnten es ab. Für reiche Schwindler und vornehme Spitzbuben sind natürlich Advokaten in Masse da. Aber wozu braucht ein Sozialist einen Rechlsbeistand, veiurtheilt wird er ja doch.— Ein Tagelöhner Namens A. Heer war Schuft genug, Berräther an seiner Klaffe zu sein und spielte den Denunzianten. Als er den Gerichts- saal verließ, hatte ihn eine vor dem Landgerichtsgebäude angesammelte Menschenmenge höhnisch empfangen und erbitterte Zurufe, wie Schuft, Judas, Verräther, wurden ihm entgegengeschlcudert. Der Denunziant bemerkte den Genoffen Wintersberg unter der Menge und denunzirte diesen wieder, so daß sich derselbe wegen Denunziantenbeleidigung zu verantworten haben wird. Der Bruder des Denunzirten hat nun gleichsalls den Denunzianten thätlich beleidigt und sich dafür zu verantworten, denn er hat ihn auf o ffenem Markte g e h ö r i g g e z ü ch t i g t und ihm durch Backenstreiche diejenige nöthige Schamröthe in's Gesicht getrieben, die sonst den ver- rätherischen Subjekten zu fehlen pflegt. Wir sind gespannt, wie hoch die Richter des deutschen Reiches die „Ehre" von Denunzianten taxiren werden. Es wird da« zur Charakteristik unserer Zustände einen werthvollen Beitrag liefern. — Heuchelei. Nicht ist widerlicher als die Entrüstung der libe- ralen Meute, wenn die Geistlichkeit irgend welcher Richtung sich weigert, Leuten, die den Satzungen der betreffenden Religion entgegen gelebt haben oder auf eine mit diesen Satzungen in Widerspruch stehenden Weise ums Leben gekommen find, ein kirchliches Begräbniß zn geben. Die Pfaffen handeln in solchen Fällen nur logisch, und wir haben nur den einen Wunsch, daß sie bei jeder Gelegenheit so konsequent sein möchten, dann würden alle die Halben doch endlich einmal gezwungen werden, 7,arbe zu bekennen! Was kann denn dem, der an den kirchlichen Schwindel nicht mehr glaubt, daran liegen, ob über das Stückchen Land, in welches sein Leich- nam vergraben wird, ein Psaffe einige Litaneien salbadert hat oder nicht? Doch absolut nichts. Dem Tobten geschieht also gar kein Unrecht, was vie lmehr gerade dann der Fall ist, wenn bei seinem Begräbniß sein ganzes Leben und seine Grundsätze Lügen gestraft werden. Aber da« ist das Charakteristikum de» mattherzigen verkommenen Liberalismus, daß er stets vor der Konsequenz seiner Grundsätze„Kehrt!" zu machen sucht! — Erz-Lump e n t h u m. Der von uns mehrfach gekennzeichnete Denunziant R. A. Wolfs, bekannt unter dem Slamen der„ein- äugige" oder der Reichenberger Wolfs, seiner Zeit aus H a m- bürg ausgewiesen und dann von Altona aus— d. h. durch Engel— gnädiglich zurückgelassen, zuletzt Mitarbeiter der bismarck- anwinselnden„Deutschen Volkszeitung", Organ des famosen„Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins", ist vor Kurzem, wie die„Hamb. Bürgerztg." mittheilt, aus Requisition von Berlin aus verhastet worden, weil festgestellt sei, daß Wolff gegen ein monatliches Honorar von 300 Mk. Beiträgt für die Londoner„Freiheit" geschrieben habe und außerdem mit der Affäre der kürzlich in Berlin„wegen muthmaßlicher sozialistischer Geheimbündelei verhasteten Arbeiter in Verbindung stehe". Die„Bürgerztg." fügt hinzu: „Sonderbar kommt uns bei der Sache vor, daß die„Freiheit" ihre Mitarbeiter so kolossal honorirl, noch sonderbarer, daß diese Geldsendungen ,von London nach Hamburg den Weg über Berliu genommen haben sollen, am sonderbarsten, daß gerade dieser eifrige Vorkämpfer des neu- dcutsch-preußischen Regierungssozialismus sich jetzt als Komplice der Berliner Angeschuldigten und als Parteigänger de» mostianischen Wahnsinn« muß einsperren lassen. Trau, schau, wem!" Auch uns kommt, offen gestanden, die Sache höchst sonderbar vor. Daß Wolss gesinnungslos genug ist, die oben erwähnte schuftige Doppelrolle zu spielen, und daß die Londoner Revolulionsschreier gewissenlos genug sind, sich mit einem notorischen Schuft, dessen Mitarbeiterschast sie noch vor Jahressrist nothgedrungen abläugneten, in Verbindung zu setzen, voransgesetzt, daß dieser nur das Nöthige im Schimpfen aus unsere Partei leistet, daran zweifeln wir keinen Augenblick. Sonderbar ist für uns nur die mit preußischer Regelmäßigkeit am 25. jeden Monat« erfolgte Zahlung des Honorar» über Berlin(!) und doch dabei die Verhaftung auf Requisition von Berlin. Sollte hier etwa ein zweiter Fall„H o r s ch" vorliegen? Oder sollte bei Madai und Compagnie, Dank der kolossalen Erweiterung ihrer Berufs- und Machtsphäre, eine Verwirrung eingerissen sein, daß die eine Abtheilung die Machinationen der andern durchkreuzt? Veäeremo, wie der Italiener sagt: wir werden ja sehen! Frankreich. Wir erhalten folgendes Schriftstück zur Veröffent- lichung: An die Mitglieder der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. „Von dem Nalionalkomite der französischen sozialistischen Arbeiterpartei beaustragt, mit den auswärtigen sozialistischen Parteien zu korrespondiren, beeile ich mich, mit Euch in Verbindung zu treten. „Die Jnteruationalität der kapitalistischen Ausbeutung macht die Roth- Bindigkeit einer internationalen Verbindung der Arbeiter zu sehr fühlbar, a[8 daß ich noch besonders v on der Gemeinsamkeit-unserer Interessen sprechen hätte. Um diesem Geist der internationalen Solidarität treu Zu bleiben, macht es sich die französische sozialistische Arbeiterpartei zur Pflicht, Euch Kenntniß zu geben, daß sie sich nach Ueberwiudung vieler Hmdernisse und unter folgenden Umständen endgiltig konstituirt hat: „Unsere beiden ersten Kongresse(Paris 1876 und Lyon 1878) aner- Lunten den Widerstreit der Interessen und die Nothwendigkeit für alle auf ihre Befreiung bedachten Arbeiter, Klassen Politik zu treiben. Unser bntter Kongreß(Marseille 1879) anerkannte, daß angesichts der jetzt herrschenden ökonomischen und politischen Verhältnisse es Pflicht der sozialistischen Arbeiter und ihrer Anhänger aus anderen Klassen ist, als es andere politische Partei mit allen Mitteln den Uebergang der Arbeits- fc,nb Werkzeuge in den gesellschaftlichen Besitz zu betreiben, sollen der ni�t llie �lbeigenen des kapitalistischen Feudalismus werden, .!. unseren Augen bildet und mit Gewalt alle Produktion«- m.tt-l m Alleinbesitz nimmt. i" k'e�en Gesichtspunkten aus stellte unser vierter Kongreß(Havre •INW) em Wahlprogramm für die Wahlen von 1881 fest. „Kam unser fünfter Kongreß(Reims 1881), der, nachdem er die von er�te ��'eiller Kongreß aufgestellten allgemeinen Grundsätze noch einmal nisation b"'- kesonber« mit der Vervollständigung der Parteiorga- kationsina fjivnlf* biefem Zwecke beschloß er unter anderen Organi- mengesetzt aus jl«nes Nationalkomites der Partei, zusam- unterbreitete er dem Swdwm ber Ü sr°n;ösisch-n F-der°ti°n-n. Ferner neuen Programms, welches gb-r d- 6-d°r-t.°n-n d.e Ausarb-.tung e.nes ...cht hinausgebe., soll. Endlich« Lmf' d-r Kongresse vou Lyon. Marseille und den Beschlüssen -um offiziellen Parteiorgan.' � bcn'��letatvC � roirb w St. Eti.nne unser sechster �«usgabe wird es fein, die Organi- bestimmen\ U'etter �Zubauen, ihre nächsten Forderungen zu Kongresses II ff"" U1,b �sordnung de« nächsten internationalen im Lause de« n�"' ben Beschlüssen de« Churer Kongresses im lau, e de« nächsten Jahre« in Pari« stattfinden soll. mr"n(ere""gemeine Situation. Wir haben es uns das, Eurer Kennt», ß zu bringen, in der Hoffnung. IZ Ihr uns durch eme entsprechende Kundgebung antworten werdet. »1.iese Art werden bi« zu den Tagen, wo die Solidarität sich praktisch zu belhätigen hat, unter den Sozialisten aller Länder jene freund- schaftlichen Beziehungen sich heranbilden, welche die baldige Befreiung aller Unterdrückten und Ausgebeuteten ohne Unterschied der Nationalität, der Rasse, der Farbe oder des Geschlechtes verbürgen. Mit brüderlichem Gruß! B. M a l o n, Sekretär der französischen sozialistischen Arbeiterpartei. Bei den jüngst stattgehabten Gemeinderathsnachwahlen hat die sozialistische Arbeiterpartei an verschiedenen Orten recht hübsche Er- folge erzielt. In B e s s ö g e s, wo jüngst die Bergleute streikten, wurde ihr Kandidat I o u r d a i n, s. Z. Sekretär des Streikkomitä's, mit 1308 gegen 958 Stimmen gewählt. In Hazebrouck erhielt ihr Kandidat Daune eine starke Majorität. Jn Alais, in Dijon, in Ron- baix und in Narbonne kamen ihre Kandidaten mit zum Theil sehr erheblichen Minoritäten in die Stichwahl, im ersteren Orte siegte sie in derselben. Wir wünschen unseren französischen Genossen von Herzen Glück. Nur so weiter! „Die„Streikseuche", wie unsere Bourgeois sagen", schreibt die „Egalite", ist noch weil entfernt, nachzulassen. In St. Elienne und Rive-de-Gier streiken die Metallarbeiter, wodurch für diese Branche allein die Zahl der streikenden Arbeiter auf 6000 steigt. Die Forderung ist überall die gleiche, Herabsetzung der Arbeitszeit aus 19 Stunden. — Italien. Wie wir dem„P r o l e t a i r e" entnehmen, hat Carlo Cafiero, bisher Anarchist, kurz vor seiner jüngst erfolgten Verhaftung folgenden Brief an die Redaktion der„F a v i l l a"(der Blitz) geschrieben: Im Augenblick hat sich die Partei entschieden für den neuen Weg (Theilnahme am Wahlkampf) engagirt, und die Energischsten der bisher anders Denkenden haben sich ihr angeschlossen. Es heißt also, sich zu unterwerfen oder abzudanken. Ich konnte mich nicht dazu bequemen, von meiner Pflicht, die Rechte des Volkes zu vertheidi- gen, mich loszusagen; ich habe mich daher dem Willen der Partei unterworfen, indem ich offen und rückhaltlos ihre neue Taktik akzeptire. Es ist das beschlossene Sache und daher unnütz, uns in leere Erörter- ungen über unsere früheren oppositionellen Argumente zu verlieren. Für mich ist es mehr Werth, in Gemeinschaft mit meinen Kampfgenossen einen Ichritt zu thnn, wenn es im wirklichen Leben geschieht, als iso« lirt zu bleiben und hundert Meilen— in der Einbildung zu durchfliegen." Wenn ein Mann wie Cafiero zu dieser Ueberzeugung kommt, so kann man wenigstens nicht von ihm sagen, daß er nicht vorher alle Mittel, die er bisher theoretisch vertrat, auch versucht habe. Er hat es weder an Ankauf von Waffen fehlen lassen— sondern sein ehemals sehr beträcht- liche« Vermögen zu diesem Zweck aufgewendet— noch sich gescheut, selbst einen Putsch in Szene zu setzen— den bekannten Spaziergang nach B e u e v e n t. In der letzten Zeit beschäftigte sich Cafiero freilich mehr mit theoretischen Studien und hat u. A. einen Auszug au« dem Kapital von Marx herausgegeben. Der„A v a n t i" ist uns seit drei Wochen nicht mehr zugegangen. Grund: regelmäßige Konfiskation. — Rußland. Der in unsere» letzten Nummern erwähnte Leit- artikel der„Narodnaja Wolja" bespricht die Bedeutung de« 1./13. März für die Partei und für Rußland.„Die Ausführung einer Umwälzung vermittelst einer Verschwörung"— das ist das Ziel der Partei der „Narodnaja Wolja", wie es im Programm de« Exekutivkomites formu- lirt wird. Aber die Hinrichtung des Zaren hatte nicht diese« Ziel im Auge; die Partei fühlte sich noch nicht stark genug, um eine solche Um- wälzung durchzuführen; diese That sollte nur der russischen Gesellschaft die Hände frei mache» zum selbständigen Handeln. „Die traurige Nothwendigkeit des blvtigen Verfah.ei.s könnte vermieden werden, wenn die Gesellschaft im Stande wäre, da« Minimum von Forderungen, welche das Exekutivkoiniie dem Zaren Alexander III. ge- stellt, mit gehöriger Energie zu vertreten. Wir wären dann die Ersten, um den Weg der Gewalt zu verlassen und die sozialistische Arbeit, die Vorbereitung der sozialen Revolution anszunehmen.... „In den dem russischen Reiche ähnlichen Ländern gewinnt ein dem Despotismus versetzter Schlag ungeheure Bedeutung, indem er die schlafenden politischen Gruppirungen, die potentiellen Kräfte des Landes, erweckt und zur Thätigkeit drängt. Bon diesem Standpunkte aus erhält das Ereigniß vom 1. März die Bedeutung eines für jede handelnde Politische Partei tief belehrenden soziologischen Experimentes. Nachdem nun seit dem 1. März ein Jahr verflossen ist, sind wir bereit» im Stande, die politische Leistnngssähigkeit der verschiedenen Parteien beur- theilen und bemessen zu können. Traurig genug sind da unsere Schlüsse für die Anhänger der friedlichen Entwicklung und im höchsten Grade erinu.iternd für den revolutionären Sozialisten. Wir haben vor Allem volkssreundliche Reformler, aufrichtig wohlwollende Leute, die aber nur wehmüthig seufzen können, sich auf das Abwarten vortrefflich verstehen, dagegen außer Stande sind, sich zu einer That aufzuraffen. Da sind weiter die Konservativen, die kein anderes Kampfmittel kennen, al» das der Verleumdung, der Lüge und der Denunziation. Wir haben noch russische Liberale, die sich vollständig von den Ereig- nissen perplex machen lassen und hinterher sich feige verkriechen. Wir haben endlich die Großgrundbesitzer, die Kapitalisten und Bankiers, die sich eng an den befleckten Thron von Galschina anschließen und aktiv in der Rolle von Mitgliedern der heiligen Liga und Häschern auftreten. Ja, das Ereigniß des 1. März hat klar genug die vollständige Un- fähigkeit unserer Kulturklasscn bewiesen. Sie rührten keinen Finger, als die verwirrte, desorganisirte öffentliche Gewalt bei einigermaßen einheit- lichem Drucke auf alle möglichen Konzessionen eingegangen wäre, als es nur einer unbedeutenden Anstrengung bedurste, um da« verhöhnte und schmachvolle Regime abzuschütteln. Der monarchische Despotismus ver- lor de» Glauben an sich selbst; auf se-nem zerfetzten Banner kann man jetzt nur die Worte: Feigheit, Heuchelei und Lüge unterscheiden. Die in den Restaurants ausgewachsenen Würdenträger treten jetzt, ausgerüstet mit der ganzen Korruption und Ignoranz ihres Jahrhunderts, al« die Verlheidiger der wankenden Stützen der Gesellschaft aus und erklären Krieg dem faulen Westen und der Schenke des Mujik(Bauern). Die Maßnahmen der Regierung erregen Gelächter oder Entrüstung. Das Gefühl des Abscheu'« allein müßte schon Jeden zwingen, die Regierung von Gal- schina zu zerdrücken. Jndeß unsere Liberalen warten noch immer..., die Geschichte aber wird auf sie nicht warten. Die kämpfende sozialrevo- lutionäre Partei und das geächtete russische Volk warten nicht und können nicht warten. Die Abwicklung ist nicht mehr fern. Die Gährung wächst fortwährend in ganz Rußland und äußert sich hier durch politische Vergehen und Verbreche», die sich im letzten Jahre un- geheuer vermehrt haben, dort durch Judenkrawalle, die ein Drittel von Rußland ersaßt haben, weiter durch Bauernaufstände, die die Behörden zur Verzweiflung bringen. Nach den reichen Erfahrungen des vorigen Jahres können wir jetzt unser Ziel fester hinstellen und die Sphäre un- serer Thätigkeit erweitern. Jetzt ist unser unmittelbaresZiel— die Organisation einer Verschwörung behuf« Nie- derwcrsung der existirenden Staatsordnung. Die Thätigkeit der Partei ist jetzt einerseits auf die Zeutralifirung und feste Bereinigung aller revolutionären Elemente, die die Initiative zu einer Erhebung im entscheidenden Momente ergreifen könnten, gerichtet und andererseits darauf, bi« zu diesem Moment die erfolgreiche Berschwörungs- arbeit ungeachtet aller Angriffe der Regierung weiterzuführen. Wir meinen, ein wohldurchdachter, konzentrirter, gewaltiger Schlag, geführt gegen die polittsche Macht de« Staates, ist der erste Schritt, den wir, die sozialrevolutionäre Partei machen müssen, und wir sind überzeugt, daß das Volk gleich daraus im Stande und in der Lage sein wird, die Revolution in der ökonomischen Sphäre zu vollziehen, so daß einer provisorischen revolutionären Regierung nur übrig bleiben wird, die öko- nomische Gleichheit, die das Volk seinen Ausbeutern und Aussangern abringe» wird, zu sanktioniren. Schon der Umstand allein, daß der Staat in Rußland die bedeutendste kapitalistische Kraft im Lande ist. macht die Lösung der ökonomischen Seite der sozialen Frage zu einer einlachen, wenn einmal die Staatsmacht in den Händen der revolutio- nären Partei sein wird. Sollten die Umstände sich weniger günstig ge- stalte», so wird die provisorische revolutionäre Regierung gleichzeitig mit der politischen Befreiung auch die ökonomische Umwälzung zu vollziehen haben, nämlich: das Privateigenthum an Grund und Boden und den große» Arbeits- und Produktionswerkzeugen aufzuheben; sodann eine allge- meine Landesvertretung zusammenzuberufen, wo die wahren, ungefälschten Vertreter de« Volke« die Schicksale de» Landes leiten und entscheiden werden. So werden wir unser Ziel nach wie vor verfolgen.... Siegen oder Sterben ist unsere Devise, und wir wissen zu sterben...." — Amerika.„Genosse Schumann schreibt uns aus C i n c i n- n a t i: Die gewerkschaftliche Bewegung geht hier gut. Der beste Beweis dafür ist die Thatsache, daß in mehreren Staaten der Versuch gemacht wird, Ausnahmegesetze gegen diese Bewegung zu machen. Wer emen Anderen zum Streik auffordert, soll verhastet und in Konsequenz davon das Versammlungsrecht illusorisch gemacht werden. Wir Sozialisten sehen diesen Gesetzen ruhig entgegen; sie können nur den Erfolg haben, das Klassenbewußtsein zu wecken. Im Staate Nebraska ist jetzt ein Streik der Eisenbahnarbeiter aus- gebrochen. Der Lohn betrug bisher 1 Dollar 25 Cts; sie verlangen jetzt 1 D. 75 C. Da die Bürger mit den Streikenden sympathisiren und die Staatsmiliz nicht zuverlässig genug schien, wurden Bundestruppen ab- gesandt. Soeben kommt die telegraphische Nachricht, 500 Emigranten seien unter der Bedeckung von Militär in Omaha im Staate Nebraska ein- getroffen. Auf jeden Scab(Nichtgewerkschaftler) sollen vier Soldaten kommen. In Pittsbnrg haben die Gewerkschaften einen Sieg errungen. Es handelte sich nicht um eine Lohnfrage, sondern um Anerkennung der Gewerkschaften, was die Fabrikanten verweigerten. An manchen Orten machen sich bereit» Anzeichen bemerklich, daß der ökonomische Kamps politische Formen annimmt. Der Klassenkamps wird in dem Maße erbitterter, al« die Einwanderung steigt, welche die Löhne herabdrückt. Die Einwanderer selbst, verhaßt und der Sprache nicht mächtig, haben in erster Linie darunter zu leiden, und gar mancher erliegt den ungünstigen Verhältnissen. Die Einwanderung der Chinesen ist nach hartem Kampf im Kongreß auf 20 Jahre verboten worden(inzwischen hat der Präsident sein Veto gegen dieses Verbot eingelegt, die Repräsentanlenkammer hat aber mit großer Majorität das Gesetz aufs Neue bestätigt, wenn auch nur auf die Dauer von 10 Jahren. D. R.) In Kalifornien war die Agita- tion so stark, daß der Gouverneur am 4. März einen Feiertag au«- schrieb, damit allenthalben Versammlungen abgehalten werden konnten. Die Chinesensrage ist für Kalifornien keine bloße Arbeiterfrage mehr. Wären die Chinesen nur Fabrikarbeiter, dann wäre das Einfuhrverbot nicht durchgegangen. Aber die Chinesen sind jetzt auch Krämer geworden und pfuschen i» da« Geschäft des ehrsamen Spießbürgers. Uinv>11« lacryra«." C, 8ch. Man würde übrigens fehl gehen, wollte man die Agitation gegen die Chinesen ausschließlich aus ökonomische Motive(Furcht der Arbeiter vor Unterbietung aus dem Arbeitsmarkt ic.) zurückführen. Es kommt noch hinzu die der Anschauung der weißen Arbeiter durchaus entgegengesetzte und daher al« unsittlich erscheinende Lebensweise der Chinese... Daß eingewanderte Arbeiter, namentlich wenn sie eine andere Sprache al» die Landesangehörigen sprechen, auf das Familienleben Verzicht leisten und in Gruppen zusammenleben, ist sehr häufig der Fall, aber bei keinem anderen Volke führt dieses Zusammenleben zu so entsetzlichen Lastern als gerade bei den Chinesen, die obendrein in Folge ihrer Unsauberkeit die Träger und Verbreiter der schmutzigsten Krankheiten sind. So hat der Ekel den Haß gegen die in ihrer Art hochmllthig auf die„rothen Teufel" herabsehenden Mongole» bis zum entschiedensten Widerstand gesteigert. Daß es die Lohnsrage allein nicht sein konnte, geht schon aus dem Umstände hervor, daß, wie wir im vorigen Jahre berichten konnten, weiße Arbeiter zu Bedingungen arbeiten, welche die Chinesen zum Streik veranlaßt hatten. Nachdem nun der Import von Chinesen verboten ist, werfen sich die Kapitalisten von Amerika mit noch größerer Energie auf die Einsuhr von weißen Sklaven, an denen es ja in unserem herrlichen zivilisirten Europa ohnehin nicht mangelt. Unser Bruderorgan, der Chicagoer „Vorbote", schreibt hierüber: „Nach dem Muster der deutschen und französischen Händler in Menschen- fleisch sind denn auch die amerikanischen Hyänen de« Kapitalismus auf die Italiener und Portugiesen, als aus die am erfolgreichsten verknechtete Waare Menschenfleisch, versallen. Zunächst werden nun also massenweise Italiener und Portugiesen importirt und unter Kontrakt gegen die in- ländische Arbeit ins Feld geführt werden. Es fällt uns natürlich nicht ein, irgend welche gesetzliche Ausnahmebestimmungen gegen Italiener und Portugiesen zu verlangen, aber gegen den Handel mit Menschen- fleisch seitens kapitalistischer Korporationen überhaupt werden wir un» allerdings sehr energisch wehren. Diejenigen Gesellschaften und Unter- nehmer, welche für ihre Produkte volle amerikanische Preise verlangen, sollten auch gezwungen werden können, landesübliche Löhne zu zahlen. „lieber die Form und über die Mittel, durch welche dies zu bemerk- stelligen, kann noch gestritten werden, über das Wesen der Sache bei vernünftigen Menschen wohl schwerlich. Wenn der Staat berechtigt ist, da« Trucksystem zu verbieten, wenn er berechtigt ist, einen Normal- arbeitstag festzusetzen, wenn er berechtigt ist, den Eisenbahnen Preise vor- zuschreiben, wenn er sich berechtigt glaubt, reichen Fabrikanten durch Schutzzölle aus Kosten der Gesammlheit Millionen in die Taschen zu spielen, ja,- wen» er sich selbst berechtigt glaubt, dem Individuum Krankheitsstoff in den Leib zu impfen und dem Einzelnen zu verbieten, was er trinken will; ja, wenn er gewisse Gewerbebetriebe nur nach Einholung einer Licenz erlaubt, weim er also auch in dieser Richtung in die freie Bewegung des Einzelnen eingreift, dann wird er auch berechtigt sein, wie er jetzt bereits einen gesetzlichen Zinsfuß normirt, einen gewissen Unternehmergewinn als berechtigt und zulässig und was darüber hinaus- geht al« Erpressung zu erklären und durch Besteuerung auszugleichen. „Alle vorstehend beschriebenen Funktionen übt bereit» der kapitalistische Staat aus, die einen mehr, die andern weniger, aber über da« Recht, daß der Staat im öffentlichen Interesse Maßregeln der gedachten An treffen kann, herrscht bei denkenden und gesitteten Menschen kein Zweifel. Nicht gegen die Italiener, Portugiesen, Slovaken oder woher die bedürf- nißlosen, auf niedrigster Kulturstufe stehenden Ausbeutungsobjekte kommen mögen, find Zwangsmaßregeln zu ergreifen, sondern gegen die ungezü- gelte Ansbeutungswuth hiesiger Großdiebe und Menschenschinder. „Ein nationaler Rormalarbeitstag von acht, und wenn sich dies als ungenügend erweisen sollte, von sechs Stunden, bei dem gleichzeitigen Verbot des Trucksystems nnd aller' die bürgerliche Freiheit der Lohn- arbeiter direkt beschränkende Fabrik-Ordnungen oder Arbeitsregeln würde den Massenimport von fremden Arbeitskräften hinfällig, weil zwecklos, machen. „Wenn man solche Mittel der Kuli-Jmporlation gegenüber angewandt hätte, so wäre noch immer der asiatische Geist mit seiner namenlosen Verrohung und Entsittlichung zurückgeblieben. „Den Chinesen gegenüber gab es also nur das Mittel der Ausschließung. Bei den Europäern würden aber die angedeuteten Mittel gegen die Aus- beuter genügen, um die übrige Bevölkerung vor Schoden und gänzlicher Verkuechtnng zu bewahren. „Allerdings ist ja nicht anzunehmen, daß, so lange Überhaupt der Kapitalismus allmächtig ist, derartige Gesetze zu Stande kommen, aber gerade die Verhinderung solcher Schutzmaßregeln seitens der unersättlichen Ausbeuter wird dem Ausbentuugssystem den Hals brechen." Korrespondenzen. — Kera? 15. April. Die Parteigenossen hier haben sich in zahl- reicher Zusammenkunft zustimmend zu der Haltung des Parteiorgans ausgesprochen. Stimmung gut. Blau c. — Weimar, im April. Die hiesigen Genossen erklären sich mit der Haltung des Parteiorgans voll und ganz einverstanden und hoffen das auch von den Genossen allerwärts. — Halle a/S., 10. April. Am heutigen Tage hatten wir hier eine Zusammeuknuft und haben in der Assaire Breuel, welche so viel Staub ausgewirbelt hat, sowie überhaupt bezüglich der Schreibweise des„Sozial- demokrat" Stellung genommen. Somit fühlen wir uns verpflichtet, von hier zu berichten, daß wir uns im Ganzen mit der Haltung des„Sozialdemokrat" einverstanden erklären, denn wenn man eine Partei rechtlos macht, so ist es selbst- verständlich, daß auch von unserer Seite eine andere Taktik eingeschlagen wird, ohne daß damit die Objektität verletzt würde. Die brutale Gewalt scheut vor keinem Mittel uns gegenüber zurück, mithin ist die Folge davon, daß wir einen energischeren Ton anschlagen. Die heutige Gesellschaft sieht bereits ihre Existenz gefährdet, das sehen wir ja deutlich daraus, mit welch gemeinen Mitteln wir bekämpft werden, wir können daher auch nicht zugeben, daß man sich hinter den Ojen setzt, die Michel- Mütze über die Ohren zieht, hoffend, daß von selbst andere Zeiten kommen. Nein, ent- schieden haben wir in unserem Organ unsere Angelegenheiten in schärfster Weise zu vertreten, denn uns ist der offene Krieg erklärt. Wir wollen nicht ruhig die Schläge hinnehmen, welche unsere Feinde gegen uns führen, noch uns hergeben, die Füße zu küssen, mit welchen man aus uns tritt. Wir hoffen somit, daß Sie in Zukunft so weiter schreiben � Schloßchemnitz, 16. April. Die Genoffen von Chemnitz(Schloß) sehen sich veranlaßt, zu der durch Genosse Breuel angeregten Frage, die Schreibweise des„Sozialdemokrat" betreffend, Stellung zn nehmen. Es ist sehr zn bedanern, daß in unserer Partei immer noch solche Meinungs- Verschiedenheiten obwalten. Was hat die Sozialdemokratie aus ihrer Objektivität herausgerissen? Doch wahrlich nur jenes saubere Ausnahme., wollte sagen Sozialistengesetz, welches der löblichen Polizei das Recht gegeben hat, uns nach Laune und Willkür zu behandeln, je nachdem es ihr in den Kram paßt. Bei wem sollte da nicht die Geduld ein Ende nehmen, und an deren Stelle sich Ingrimm und Rachegesühl einstellen? I Wir stellen un« daher, dieser unserer Ansicht gemäß, vollständig auf die Seite des„Sozialdemokrat", ohne auch nur im Geringsten die wissenschaftlichen und geschichtlichen Momente des Sozialismus zu ver- letzen und erwarten, daß die Redaktion fortfahre, die Dinge mit den Namen zn benennen, welchen sie in Wirklichkeit verdienen. Die Genossen von Schloßchemuitz. .— Meerane, im April. Auf die in Nr. 10 des Parteiorgans angedeutete Bekanntmachung unseres stadtregierenden Banditenthnms zurückzukommen, müßte man eigentlich fragen, warum sollen wir noch einmal unter das allgemeine Armenrecht gestellt werden, befinden wir uns nicht schon lange darunter? Ja! Aber wir hatten immer noch ein kleines bischen Recht bei den allgemeinen Reichstagswahlen, und da benutzen die verkommenen Subjekte den samosen Z 50 der Armenordiiung von 1840, uns noch dieses zu nehmen, denn sonst hätte ihre ganze Manipulation ja keinen Zweck. Schon bei der letzten Reichstagswahl wurden in dem kleinen Städtchen C a l l n b e r g 150— 180 Wähler ihres Wahlrechtes beraubt, eben weil sie Schulgelder restirten. Ein solches Verbrechen muß bestraft werden, das ist gerecht und gut! Wir möchten einmal die Herren sehen, wenn man sie für ein Verbrechen bestrasen würde, welches in Wahrheit nicht vorhanden ist, wie ihnen das behagen würde. Ihr würdet murren und Fluch aus Fluch käme aus Eurem Munde; nun so nehmt Euch diesen Fluch von Eurem Munde zu Eurem Gewissen, wenn Ihr noch eins habt, was jedoch sehr zu bezweifeln ist. Als von den niedrigen Subjekten der infame Beschluß gefaßt wurde, fragte der Schuster H a u b o l d, ein dummstolzer Patron, ob das nicht auch auf Kommunalabgaben anzuwenden sei? Ja, kerkert uns lieber noch ein, denn es ist ja so kaum glaublich, daß wir im 19. Jahrhundert leben. Errichtet Eure schuftigen Mördergruben, das alte Folterwerkzeug wieder, es könnte vielleicht nur besser sein, dann fühlt es da« dumme Volk, und begreift es leichter. Es ist geradezu empörend, wenn man die Verhält- nisse der Arbeiter betrachtet. Ein Vater kann trotz Hilfe seiner Kinder den Verdienst im Durchschnitt nicht höher als auf wöchentlich Mk. 6.—, 6. 50 bis 7.— Mk. bringen d. h. bei 15— 18stündiger Arbeitszeit; in der Fabrik ist der Verdienst derselbe. Dort ist die Luft so ungesund, daß es selbst unsere schon abgestumpften Naturen nicht vertragen. Es hat auch schon direkt ein Menscheuleben gekostet. Am 6. Januar, welcher früher als Feiertag galt, wurde im Jahre 1881(?) in der C. F. Schmiede r'schen Fabrik gearbeitet; als die Arbeiterin L ü d i k e in den Saal, in welchem sie beschäftigt war, eintrat, fiel sie um und war nach kaum einer Stunde todt. Sie hatte sich sehr abgeäschert, denn wäre sie fünf Minuten später gekommen, so wäre sie mit 20 Pfennigen bestraft worden. Die arme Frau hinterließ vier lebende Kinder, das fünfte war zu hoffen; somit war es ein Doppelmord. Diese Herren wüßten es auch recht gut, denn von Stunde wurde ein VeutilationS- rad eingerichtet.— Und was war nachher die Todesursache: Krampf- aufall. Diese Gesellschaft hat für Alles eine Entschuldigung und findet Recht. Die arme Mutter wurde unter großer Theilnahme begraben, die Arbeiter steuerten zu einer kleinen Unterstütznng zusammen, denn der Fabrikpascha hat für einen Arbeiter kein Herz. Und bei solch gräßlichen Verhältnissen verlangt diese Gesellschaft noch Steuern Es klingt aus dieser Erklärung heraus: Ihr Hunde, wenn Ihr Euer Wahlrecht behaupten wollt, so erhungert's euch!— Aber wir werden, wenn es zur Wahl geht, aus dem Posten sein, werden unser Wahlrecht erkämpfen, denn es ist noch nicht gesagt nach Eurem famosen Gesetz, daß wir als Almosen Empfänger behandelt werden können. Ihr habt kein Recht dazu, Ihr, die von den Arbeitern gemästete Gesellschaft! In dem hiesigen Klatschblatte hieß es nun weiter: wenn' Ihr armen Leute sparen wollt, Gelegenheit ist Euch gegeben! Und zwar hat dieses heuchlerische Gesindel 10 Pfennig-Marken anfertigen lassen, damit den armen Leuten das Sparen recht erleichtert wird. Wie mildthätig! Sie und ihre Kinder schwelgen von dem den Arbeitern abgesparten Geld, und uns stellt sie unter möglichste Kontrole und Vormundschaft, damit wir nicht zu üppig leben sollen. Elende Komödianten! Weil uns der Raum des Parteiorgans zu kostbar ist, wollen wir heute nicht weiter darauf eingehen. Der r o t h e Hahn. — Aus Sachsen, 16. April. Mit Bedauern sehen wir, daß in neuerer Zeit die Verwirrung über die nnsern Feinden gegenüber anzn- nehmende Kampfesweise bei einem gewissen— wenn auch freilich nur kleinen— Theil unserer Parteigenossen statt im Abnehmen eher im Zu- nehmen begriffen ist. Wir hatten die Sache mit dem Fall Blo« und Hasenclever sammt dem komischen Nachspiel Breuel, sowie formell durch die Erklärung unserer Abgeordneten für abgemacht gehalten. Es ist vollkommen außer Zweifel, daß die große M a s s e"d e r Partei- genossen, alte wie junge, mit dem vom Parteiorgan vertreteneu ent- schiedenen Vorgehen vollkommen einverstanden ist. Denn die Masse glaubt in der Thai an die„sich vorbereitende Revolution" und wird es mehr als sonderbar finden, daß dieselbe einem ihrer Abgeordneten so„lächerlich" erscheint! Und dafür zu sorgen, daß uns die sich mit fieberhafter Elle entwickelnden Verhältnisse und der schließliche gewaltsame Ausbruch nicht nuvorbereitet, sondern zahlreich und stark finden, darin sehen wir unsere Hauptausgabe. Indessen ist es unleugbar, daß ein Bruchtheil Genossen anderer Mei- nuug ist. In wie weit hier eine tiesergehende grundsätzliche Meinnngsverschiedenhtit vorhanden oder letztere nur aus vorübergehenden Ursachen, namentlich aus mangelhafter Berbindnng mit dem Parteiganzen, entstanden ist, will ich hier unerörtert lassen. Genug: die Thatsache besteht und sie kann nur Verwirrung hervorrufen und muß lähmend auf unsere Arbeit wirken. Diese beunruhigende und nur unsern Feinden Freude machende Diskussion muß daher je eher je besser geschlossen werden, indem die grundsätzliche Haltung unserer Partei ein- für allemal in entschiedener Weise festgestellt wird. Dies kann nur durch den Kongreß geschehen, auf den schon von verschiedenen Parteiorten hingewiesen wurde und Lessen baldigen Zusammentritt wir hiermit förmlich verlangen. Nach den Beschlüssen des letzten Kongresses, des von Wydeu 1880, findet der Kongreß„in der Regel alle Jahre, spätestens aber alle drei Jahre" statt. Die letztere Bestimmung wurde getroffen mit Rücksicht auf die ebenfalls alle drei Jahre stattfindenden Reichstagswahlen, welche sowohl in Bezug auf die Agitation und als Zählung unserer weiteren Anhängerschaft, als auch nach anderer Richtung auf den Gang der Bewegung und die Kongreßarbeiten von bedeutendem Einfluß sind. Die logische Schlußfolgerung au« diesem für jenen Be- schluß hauptsächlich maßgebenden Grund ist, daß regelmäßig nach einer allgemeinen Wahl möglichst bald ein Kongreß stattzufinden hat. Ganz besonder« macht da« wichtige Ergebniß der letzten Reichstagswahlen, dessen außergewöhnliche Bedeutung für die Partei Niemand entgeht, eine baldige gemeinsame Besprechung nöthig. Hiezu kommt noch, daß möglicherweise schon bald Neuwahlen bevor- stehen, in Bezug auf welch letztere eine baldige Stellungnahme und Vor- bereitung unumgänglich nöthig sind. Ein weiterer Grund für die Einberufung des Kongresses ist folgender: Auf dem Wydener Kongreß war die Vertretung infolge der.damaligen mangelhaften Verbindungen eine vielfach ungleiche. Seitdem ist vieles anders und besser geworden, und man kann wohl sagen, daß die Zahl der reorganisirten und wieder in regelmäßiger Verbindung mit dem Parteiganzen getretenen Parteikreise sich seit dem Wydener Kongreß min- destens verdoppelt hat. Ein demnächstiger gut vorbereiteter Kongreß wird demnach die Partei im ausgedehnten Maße vertreten und den Partei- willen voll zum Ausdruck bringen. Daß aber letzteres geschehe, ist mit Rücksicht auf verschiedene Punkte, namentlich auch auf die schon eingangs erwähnte wichtige Streitfrage der Taktik dringend nöthig. Wir denken, dies sind dringende Gründe zu der Forderung: daß in möglichster Bälde ein Parteikongreß stattfinde— selbstverständlich wieder außerhalb des Machtbereichs der deutschen Polizei. Diese Forderung wird auch, wie ich auf einer jüngsten Reise erfahren, von zahlreichen Genossen in Nord und Süd getheilt und ich bin über- zeugt, daß auf diese Anregung Zustimmungen in großer Zahl eingehen werden. Mögen die Parteigenossen aller Orten sich baldigst über diesen Antrag äußern, sei es an das Parteiorgan, sei es an Vertrauensmänner in Teutschland. Sobald sich dann eine bedeutende Stimmenzahl für die Abhaltung des Kongresses ergibt, wird derselbe sofort— unter Vorbehalt von Ort und Zeit, deren Festsetzung wie das letztemal der Redak- tion des Parteiorgans im Einverständniß mit Vertrauensleuten in Deutschland überlassen bleibe— auszuschreiben sein, damit alle Partei- kreise hinreichend Zeit zur sorgfältigen Borberei- tung.d. h. zum Studium der dem Kongreß zu unter- breitenden Fragen und Anträge, sowie zum Sam melu der Delegationskosten haben. Ein so vorbereiteter Kongreß wird unsere Partei nach jeder Richtung uen kräftigen, nach Innen und nach Außen! � — Fürth. Die in der Taktikfrage ausgetanchten Meinnitgsverschiede»- heiten haben auch die hiesigen Genossen veranlaßt, Stellung zu nehmen und ihre Ansichten im Parteiorgan zu veröffentlichen. In einer, vorige Woche stattgehabten Besprechung wurden sowohl die Haltung unserer Ab- geordneten im Reichstag während der letzten Session, sowie auch die Taktik des„Sozialdemokrat" eingehend diskutirt und folgende Beschlüsse gesaßt: Die Genossen sind mit der Haltung des„Sozialdemokrat" bisher voll- kommen einverstanden und sprechen der Redaktion ihre vollste Anerkennung au». Was speziell den Fall H i e t l e r anbelangt, der Herrn Blas so viel Kopfzerbrechen verursacht, so hat gerade bei dieser Gelegenheit der „Sozialdemokrat" den hiesigen Genossen aus der Seele gesprochen. Bezüglich der Aufgabe sozialdemokratischer Abgeordneter in Parlamenten sind wir im Wesentlichen mit den Ansichten der Genossen in Barmen- Elberfeld einverstanden. Tie Abhaltung eine« Parteikougresses noch in diesem Jahr halte» wir für wünschenSwerth, um die vorhandenen Streitfrage» endgiltig schlichten zu können und die zukünftige Taktik der Partei zu bestimmen, soweit dieses überhaupt möglich ist; vornehmlich dürste sich der Kongreß auch über eine planmäßige Organisation und Agitation?c. aussprechen. So wünschenSwerth uns nun auch die Abhaltung eines Kongresses noch in diesem Jahre erscheint, so sollte ein solcher doch nur dann abgehalten werden, wenn von allen Orten eine genügende Betheiligung in Aussicht gestellt werden kann. Daß den Genossen in den verschiedenen Orten Gelegenheit geboten wird, sich vor dem Kongreß mit den Vorlagen zu letzterem zu beschästigen und durch Berathungeu und Beschlüsse auf denselben einzuwirken, halten wir für sehr nothwendig.— Soviel über die in letzter Zeit aufgeworfenen Fragen, nun gestatten Sie uns auch einen kurzen Bericht über unsere Wahlkampagne anzufügen. Unser Wahlkreis ist nustreitig einer der schwierigsten; schon in seiner geographischen Lage; denn er umfaßt in drei Bezirksämtern weit über 300 Ortschaften und hat eine Ausdehnung von mehr als 16 Stunden. Daß in einem solchen Wahlkreis schon bei normalen Verhältnissen die Agitation keine leichte ist, ist natürlich, da sie zahlreiche Kräfte beansprucht, abgesehen davon, daß die ländliche Bevölkerung, mit der wir vorwiegend zu rechnen haben, erfahrungsgemäß für die Lehren des Sozialismus nicht so empfänglich ist, wie die industrielle Arbeiterbevölkerung. Noch schwieriger gestaltete sich aber die Agitation bei der letzten Wahl, wo man die Genossen auf Schritt und Tritt verfolgt, ihnen Stimmzettel und Flugblätter weggenommen hat, wie dieses in Hersbrnck der Fall war. Wenn wir dennoch an einem Tag über 14,000 Flugblätter und Stimmzettel im ganzen Wahlkreis verbreitet haben, so ist diese« doch ein Zeichen, daß wir uns durch die königlichen„Ordnung»"wächter so wenig einschüchtern ließen, wie durch die städtischen, welch' letztere sich hauptsächlich durch Haussuchungen während der Wahlbewegung bemerkbar gemacht haben. Freilich entsprach das Resultat, welches wir am Wahltag erzielt, unserer Thätigkeit und unseren Erwartungen nicht; denn von 2600 Stimmen, die wir auf unseren Kandidaten vereinigten, entfallen mir 700 Stimmen auf da« Land, während wir in der Stadl die relative Majorität er- langten. Von der Schwierigkeit der Agitation in unsern ländlichen Bezirken dürfte übrigens auch Herr Professor Wagner ein Liedchen singen können, der es auf kaum 2400 Stimmen gebracht hat, trotzdem er ein vorzüglicher Redner ist und ihm alle Mittel zur Verfügung standen, die auch weidlich ausgenntzt wurden. Unser Wahlkreis befinde' sich aber schon seit Gründung des Reiches in den Händen der Liberalen, und wenn bei der letzten Wahl auch Professor Marquardsen, der ihn seit 1871 im Reichstag vertreten hat, nicht mehr aufgestellt wurde, so darf man durchaus nicht glauben, daß eine radikalere Strömung eingetreten sei, sondern man wollte eben einmal einen Personenwechsel. Hierzu schien sich Freiherr von Staufseuberg am Besten zu eiguen; die volkSthüm- licheu Gesinnungen, die dieser Mann einmal gehegt haben soll, hat er längst abgestreift. Um davon einen Beweis zn liefern, hat er sich gleich bei seiner Kandidatenrede hinter die Polizei verschanzt und seine Gegner mit Gewalt entfernen lassen. Nun, er wurde gewählt, aber mit geringer Majorität und wenig hätte gefehlt, so wäre er mi' dem sozialistischen Kandidaten in die Stichwahl gekommen. Uebrigens läßt sich mit Sicherheit behaupten, daß der Wahlkreis doch noch den Liberale» entrissen wird, wenn man bedenkt, daß Marquardsen im Jahre 1871 14,000 Stimmen erhielt, 1878 im ersten Wahlgange aber nur 5600, während es Stauffenberg bei der letzten Wahl trov aller Machinationen auf kaum 6000 gebracht hat. —?7ew-N&k�» 25. März. Bei einer Zusammenkunft der in New- ztzork lebenden Berliner Genosse», in der dieselben der zu srüh für die Sache de« um Freiheit ringenden Proletariat« gestorbenen Genossen t August Hei n sch und Paul Dentler, gedachten, wurde beschlossen, zur Erinnerung an diese beiden Braven zwei Kränze mit nachstehender Inschrift aus die Gräber derselben niederlegen zu lassen(ist inzwischen erfolgt. D. Red.): In den für alle Freiheitskämpfer Gedenkend der mahnenden Märztage erinnerungsreichen Märztagen von 1848, weihen diesen Kranz widmen diese« Zeichen ihrem hier ruhenden ihrem, für die Sache der Arbeiter Genossen und Dulder zu früh verstorbenen Genossen Paul D e u t l e r, A u g u st H e i n s ch den lebenden Freunden über's Meer zur Erinnerung ziirusend: und den lebendem Streitern als„Denn uns, nach Kampf und Leid, Gruß und Mahnung. Gehört die künft'ge Zeit!" Berliner Genossen in Newyork. Berliner Genossen in Newyork. Möge diese Erinnerung zu gleicher Zeit eine Ermunterung sein, aus« zuhalten in dem mit so vielen Opfern verbundenen schwerem Kampfe. Außerdem könnt Ihr versichert sein, daß wir hier im Exil Lebenden die deutsche Bewegung im Geiste in allen ihren Einzelheiten verfolgen und auf der Wacht stehen, daß wenn der große Tag der Vergeltung kommt, Ihr uns in Eurer Mitte findet. Im Austrage sämmtlicher hier lebender Berliner Genossen schließt mit brüderlichem Gruß R u d. T i e d t. Warnung. Nicht allein Karl S t e l z e r, wie in der letzten Nummer geschrieben wurde, sondern auch Martin Grasser, Schneider von N ü r n- b e r g hat Wahlkoupons zum Verkauf übernommen und das Geld hierfür nie abgeliefert. Kürzlich sind Beide von hier mit Hinterlassung bedeutender Privat- schulden durchgebrannt. Wir rathen allen Parteigenossen, vor diesen beiden Schwindlern ans der Hut zu sein. Lnzeru, den 24. April 1882. Für den sozialdemokratischen Verein: W. Wagner. Briestasten der Redaktion: Korrespondenzen ans Rorschach, Elber- feld, Hannover und N i e m e s in nächster Nummer.— Ehud in Barmen: Hoffen Sie mit Verwendung Ihrer Zuschrift einver- standen. Gruß und Dank!— D. in W.: Seien Sie unbesorgt wegen Bremen; das Abonnement ist dort, seit das Eis überhaupt gebrochen, im erfreulichen Wachsen begriffen, die sonst thätigen und opferwilligen Bremenser Genossen haben also den„Geschmack an ungeschminkter Sprache und entschieden sozialistischer Lektüre" noch nicht verloren.— Einer. den dasMißverhältniß ärgert: Da» schwere Amt, welche« ein 85jähriger Kinderspott ebensogut versehen kamt als irgend ein her- gelaufener grüner Junge, wird in Preußen mit etwa« über 12 Millionen Mark jährlich honorirt. Dagegen erhält in Preußen die Volksschule als Staatszuschuß zirka ganze 7 Millionen Mark, während bei den „verkommenen" Franzosen der Staat gegenwärtig etwa 70 Millionen für die Volksschule ausgibt, und diese Summe in nächster Zeit noch beträchtlich erhöht werden soll. Mensch, ärgere dich! der Expedition: F. Sch. Obrstr.: Fr. 2,— Ab. 2. Qu. durch B. erb.— G. F. Mhbg.; Mk. 3,20 Abon. 2. Qu. u. Schft. erhalten. Briest, demnächst Gewünschtes.— Ruprecht: Mk. 6,60 Ab. April erh. Mehrbestllg notirt.— � Or: Antwort auf Bf. v. 14/4. am 16. an U. abgeg. Weiteres erwartet.— Unigenitu«; Bf. vom 19 4. kreuzte mit dem unsrigen vom 18. ds. Mtthlg. vorgemerkt.— Grachns W.: Bf. v. 22. am 24/4. beantw. Alles etngctr.— F. Bloch: Bf. v. 17. u. 19/4. nebst Mk. 151,50 erh. Weiteres durch M.; K. ist durchaus prompt, letzte Frau- katur wieder zu niedrig!— H. H. Kbg.: Ihre Borlage lautete auf o statt u. Wir beobachten stets größte Manichfaltigkeit.— Hansen: Mk. 1,60 Ab. 2. Qu. durch A. erh.— K. Sch. London: Fr. 2,50 Ab. 2. Qu. erh. — I. O. Paris: Fr. 5,— Ab. 1. u. 2. Qu. erh. I. H. Kpptz: M. 4,— Ab. 1. Qu. u. Schft. erh. Mk.— ,65 d. Usds. davon zugew.— Dornbusch Philadelphia: Fr. 61,15(12 Doll)>1 Cto. Ab. gutgebr. Brfl. mehr. - F. M. Mb.: Mk. 3.— Ab. 2. Qu. erh.- K. Wormser: Mk. 1,20 mit Bf. v. 22/4. hier, Weiteres siehe Usds. Notizen beachtet.— Rother Voigtländer: Mk.—,60 f.© gutgebr. Weiteres im Ufds.— Jörgen Gaardmann: Abwicklung unerläßlich, nachdem Dn selbst s o entschieden hast.— I. Krch. Schaffhausen: Fr. 1,50 f. Brosch. n. Fr. 2,— Ab. 2. Qu. erh.— X. 5).; Sendung wohlbehalten eingetr. Deckadresse folgt durch Freunde dorten.- Sch. au» D.: Mk. 3,— Ab.-Rest 2. Qu. 1 Expl. und Strafporto erh.— Bachmann Ciucinn.: Bs. v. 8/4. und Geldsdg. dkd. erh., siehe Fdsgnittung.— Bgrmann: Mk. 2,60 erh. u. nach Borschrift verfügt. Gruß!— Zug: Fr. 10,— Ab. 2. Qu., sowie Weiteres hier. Bestllg. folgt. Erster Brief M.'s auch retour erbeten!— Der Vekanute C. a. Rh.: Mk. 50,— a Cto. Ab. sc. gutgebr. Bfl. mehr.— Feldhptm.; Adr. G. gelöscht. Weiteres besorgt.— Aus Schwaben: Mk. 12,25 für'«„r. t" auf Liste 163 165(?) und 167 dkd. erh.— Serlow Bern: Fr. 5,— erh. u. pr. Ab. 2. Qu., sowie Usds. verwendet. Fdsguttg. später.— Bumbum London: Heute hetzen, morgen schwätzen, alte Lumpen, blöde Fetzen.— Anzeigen. Wir empfehlen den Genossen als sehr geeignet zur Weiterverbreitung: Durch Einigkeit zur Freiheit. Prolog zur Abendunterhaltung der deutschen Sozialisten in Zürich am 5. Febr. 1882 zum Besten des„rothen Kreuzes". Preis 10 Psg. — 10 Cts. Der Reinertrag ist bestimmt für die Opfer des russischen Freiheitskampfes. , Die Erpedilioii de«„iaiiaUeaukrti" und Vit UalkobudihauMung ssotiiagen- Zürich. London. D» ich den Vertrieb des„Sozialdemokrat" für London Tora 1. April ab übernommen habe, bitte ich um zahlreiches Abonne- ment. Schnelle und prompte Besorgung gleich nach Ankunft des Blattes. Abor.nementspreis pro Quartal 2 sh. frei ins Haus. Einzelverkauf per Exemplar l'/i<1. F F H. Rackow, 35 Charlotte Street Fitzroy Squ. W. Verkaufsstellen des„Sozialdemokrat"; J. W. fioedbloed, Tobacconist, 29 Foley Street, Ot. Tichfield Street. fork 4 Co, Buchhandlung, 131a, London Wall, City. Mr. See, Stationer, 42 High Street, Islington. Mr. G. Stevens, Stationer, 223 Ooswell Road, E. C. Mr. H. Schackwitz, Friseur, 10 Featherstoue Street, City. Mr. Charles Schmidt, Foreign Provisioner, 17 Gray Street. Silbertown. Mr. Klotzbach, Friseur, Edward Street, Soho. H. Rackow, 35 Charlotte Street Fitzrov Square. Mr. Schaper, Restauration, 41 Greek Street, Soho. B. Breul, 104, Whitfield Street Kottenhain Court Road. Commnnistischer Arbeiterbildungsverein, 49 Tottenham Street, Tottenham Court Road. Schw-i, IltreinlbuAScuilcin