Erscheint wöchentlich einmal in Zürich«Schweiz) » Arrlag Doltsbuchhan»lu»g Hottingen-Aürich. postsendnngcu franco gegen franco. Gewöhnliche Briefe nach der Schweiz körten Toppelporto. Der AoMdemckmt Jentrat-Grgan der deutschen Sozialdemokratie Nvonnemints werden n n r beim Verlag und dessen bekannten Agenten entgegengenommen und zwar zum voraus zahlbaren Vierteljahrsprcis von: Fr. 2.— für die Schweiz(Kreuzband) Mk. 3.— für Teutschland(Couvert) fl. I. 70 für Oesterreich(Couvert) Fr. 2.50 für alle übrigen Länder dev i e du iv e i t e r fertig wirst. Hier ist so oft vom praktischen Christenthum die Rede ge- welen, aber ist das-praktisches Christenthum, daß man dem Einzelnen sagt, du darfst dieses und dieses nicht machen, und wenn er dann fragt: ja. was soll ich thun, so sagen Sie: sieh, daß du fortkommst, verfehlst du dich aber gegen die Gesetze, so steht dir in A u s s i ch t d a s A r- menhaus, das Arbeitshaus oder das Zuchthaus. Ja, da« steht für jeden in Aussicht, welchem die Erwerbsthätigkcit entzogen und neue Gelegenheit zum Erwerb nicht gegeben wird. Die Polizeiallmacht wird durch den Gesetzentwurf begründet, wie ich dies schon gesagt habe, und ich betone noch einmal, indem ich zum Schlüsse gelange, daß die Polizei bei ihren Konzessionen die„guten Sit- len" durchaus nicht schützt. Ich erinnere hier zum Beispiel au die säch- fische Polizei, die im Gegensatz zu dem klaren Wortlaut des Strafgesetzes noch immer Bordelle konzessiouirl, und ich frage ausdrücklich, auf Grund eines solchen Vorkommnisses, ob man immer Förderung der„guten Sit- ten" durch eine Polizeikonzession und Polizeierlaubuiß zu erwarten hat? Die ganze wirthschaftliche Eutwickelung geht gegen da« Privilegium, sie gehl dahin, das Privilegium durch die Freiheit zu ersetzen. Weil aber die Freiheit fehr oft nur eine Ausbeutung des Stärkeren gegen den Schwächeren ist, halten wir es für nothwcndig, an deren Stelle eine soziale Organisation d e r A r b e i t zu setzen, w o m i t n a- türlich ein solcher Entwurf wie der vorliegende nichts zu thun hat, denn er bessert nicht«, er stellt nur die Polizei- allmacht fest, und wir, d-ie wir nur eine Besserung im So- z i a l i s ni u s sehen, in der Freiheil, in der Ordnung, w i r w o l l e n nicht dazu beitragen, die Polizei zu stärken, indem wir den arinen und kleinenMann ihrpreisgeben und ihm das Leben schwer und unerträglich zu machen suche n. Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 17. Mai 1882. — Bravo!„Bravo bei den Sozialdemokraten"— heißt es am Schluß des Berichtes über die Rede unsere» Genossen B o l l m a r zum Tabak Monopol. Und wir sind überzeugt, allüberall wo die Ge- Nossen einen auch nur leidlich sachgemäßen Auszug aus derselben gelesen haben werden, werden sie in den Ruf unserer Vertreter im Reichstage einstimmen und mir uns und ihnen unserem Genossen Vollmar zurufen: Bravo! Das war die richtige Art, mit welcher dieser angebliche StaatSsozialis- mus Bismarck'« von unserer Seite zurückgewiesen werden mußte! Da» war die Antwort, welche aus den schamlosen Humbng vom„Parrimo- iiium der Enterbten" gebührte! So mußte dem„Anwalt des armen Mannes" und seinen krautjunkerlichen Freunden heimgeleuchtet werden! Mit wahrhaft vernichtender Schärfe hat Genosse Vollmar die Regie- rungsvorlage kritifirr, ohne in den sehr nahe liegenden Fehler zu versallen, sein Rüstzeug aus dem Arsenal des Liberalismus und des Man- chesterthums zu holen. Nein, streng aus sozialistischem Boden sich haltend, führte er seine Hiebe gegen die Regierung. Desto wuchtiger fielen sie aber auch auf dieselbe nieder. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, hier eine vollständige Analqs? der Bollmar'schen Rede zu geben, wir werden dieselbe vielmehr nach den steno- graphischen Berichten zur Kenntniß unserer Leser bringen, auszugsweise wird sie ohnehin den Genossen schon bekannt sein. Nur soviel wollen wir hier noch betonen, daß es uns namentlich gefreut hat, daß Vollmar auch die richtige Antwort auf die Hinweise aus das Ausland, welche« das Monopol habe, ertheilte. Wenn man fortwährend vom Auslande spricht, gab er den Herren zurück, dann gilt es zunächst, andere Einrich- tungcn von dorther zu holen, so von Frankreich die Republik, so von der Schweiz die direkte Bolksgesetzgebung! Was Tags daraus den badischen Tabakhändler Sander zu dem geistreichen Argu- ment veranlaßte: Wir brauchen keine Republik, bei dem Brande der Hygieine- Ausstellung war unser hochverehrter Kaiser einer der Ersten, welcher hinausfuhr, um zu sehen, ob er irgendwo helfen könne! Da das Ausstellungsgebäude trotz der Anwesenheit des„allverehrten Kaiser«" vollständig niederbrannte, so ist der Nutzen des Letzteren aller- dings schlagend nachgewiesen. Auf die Tabakmonopoldebatte im Großen und Ganzen einzugehen, fehlt uns sowohl der Platz als auch die Lust. Was nicht durch Dick und Dünn mit der Regierung geht, sprach sich entschieden gegen die Vorlage aus. Den Herren geht es doch wider den Strich, daß ein so bedeutender Industriezweig der Privatindustrie ohne Weiteres entzogen werden soll. Vollmar wies mit Recht darauf hin, daß dieser Grund an sich für uns nicht stichhaltig sein könnte, wenn wir Uberhaupt mit dem heutigen Staat unterhandeln würden, daß aber, wenn wir einmal an da«„Verstaatlichen" gingen, wir uns zunächst an die konzentrirten Betriebe, nicht aber an die zersplitterten halten würden, d. h. an Eisenbahnen, Bergwerke ic. und namentlich den Großgrundbesitz. Tags darauf benutzte das der Sekundant und Nackbeter S t ö ck e r' s, der Abgeordnete Hammer- stein, zu dem ebenso plumpen wie abgebrauchten Aussall, Vollmar habe zwar unter den zu verstaatlichenden Betrieben auch den Großgrundbesitz genannt, seltsamerweise aber nicht von dem Bankbetrieb, kein Wort von einem Reichsbankinonopol gesprochen. Es sei bekannt, daß seit Lassalle die Sozialdemokratie niemals das eigentliche Börsenkapital angegriffen habe. Genosse Kayser rief dem Ensant terrible der Konservativen:„Das ist nicht wahr!" zu, und thatsächlich ist der Vorwurf, der übrigens den bekannten Schriftsteller G l a g a u zum geistigen Urheber hat, erlogen, aber er läßt un«, offen gestanden, sehr kalt. Die Angriffe auf die Börse sind die einzige Zuflucht aller Spieß- und Kleinbürger, welche die heutige Gesellschaft der Ausbeutung beibehalten, aber gerne ihre Kon- sequenzen aus der Welt schaffen möchten, was natürlich eine Donquixoterie ist. Für uns aber, die wir das Uebel an der Wurzel ausrotten wollen, für uns hat der eine Auswuchs nur ein untergeordnetes Interesse. Fällt die kapitalistische Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, dann ist es mit Börse und Börsenschwiudel ohnehin Mathäi am Letzten. Weil wir gerade bei dem Herrn H a m m e r st e i n sind, so wollen wir noch eine Stelle aus seiner Rede zitiren, in welcher der Tölpel recht liebenswürdig aus der Schule schwatzte. In einer Philippika gegen die Volkspartei platzte er folgendermaßen los: „Die Armee ist ihnen zu exklusiv; Gott sei Dank, gegen demokratische Tendenzen ist sie unempfänglich. Die Herren wollen die zweijährige Dienstzeit, wir aber glauben, daß nur eine dreijährige Schulung den st r a m m e n Geist erzeugen soll, den die Armee nicht nur gegen die Feinde nach Außen, sondern auch nach Innen brauch t." Offenherziger kann man in der Thal den Beruf unseres„herrlichen Kriegsheeres" nicht konstatiren. Wir wollen uns das Wort merken. Uebrigen« war Herr H a m m e r st e i n nicht die einzige komische Person in der Debatte um das Tabakmonopol. Auch die andere Seite hatte ihren unfreiwilligen Komiker. Als Hammerstein der Linken präsentirte sich der biedere Schwabe Karl Mayer von Eßlingen. Dieser große „Demokrat" leistete im Verlause seiner salbungsvollen Rede unter anderen folgende Blüthen(wir zitiren nach seinem Parteiorgan, der „Franks. Ztg."): „——— Die Deutschen waren ein Volk von Stämmen, seit sie in der Geschichte auftraten, und werden ein solches bleiben, wie weit sie auch über die Welttheile sich ausbreiten und wie lange sie durch die Jahrtausende gehen."——— ———„Hier im deutschen Parlament darf ich wohl den Staat«- Männern der ReichSregiernng zurufen: Lassen Sie sich begnügen an der F o r m(!) und an dem Grad und Vi aß der Einheit, welche Sie erreicht haben und welche gt ie in and(!!. in ehr an- ficht. Sie hat die zwei Säulen, welche sie braucht: ein Recht, ein Heer, eine Ordnung und Lehre, eine Waffe, eine Fahne, ein Befehl." ———„Es gibt Tage für die Parlamente, wo sie auf weit hinaus der Völker Schicksale in der Hand haben. Ein solcher Tag ist heute. Die Macht verbleibe de in Reichskanzler, die Allmacht müssen wir ihm verweiger n."——— Und dieser Mann gilt in Deutschland als staatsge- s ä h r li ch! Die Borlage wurde einer Kommission zur Durchberathung übergeben. Von unseren Abgeordnelen stimmte ein Theil für die Kommission: au« welchem Grunde haben unsere Leser aus der vorigen Nummer des „Sozialdemokral" ersehen. Gegen die Kommission stimmten unseres Wissens Grillenberger, Kayser, Kräcker und Vollmar, augenscheinlich in der von Vollmar in seiner Rede zum Ausdruck gebrachten Ueberzeugung, daß es am richtigsten ist, das Tabakmonopol kurzer Hand zurückzuweisen. — Paragraph 131 spukt noch immer in Deutschland herum und wird wohl auch noch lange herumspnken. Als unsere Ordnungsleute sich von der traurigen Thatsache überzeugt hatten, daß da« Sozialisten- gesetz die Sozialdemokralie nicht todt gemacht, sondern im Gegentheil sie gekrästigt hatte, da verfielen sie in ihrer Noch auf den tz 131. tz 131 sollte Staat und Gesellschaft retten; tz 131 sollte die böse sozialdemo- kratische Brut mit Stumpf und Stiel ausrotten. Der bekanute Wolken- bruch von h 131-Prozessen erfolgte und war besonders heftig im„gemülh- lichen" Sachsen. Was da von Staatsanwälten und Richtern geleistet worden ist, haben unsere Leser in frischem Gedächtniß. Geradezu nieder- trächtige Urtheile wurden namentlich in Dresden zu Anfang dieses Jahres gefällt. Jndeß allzuschars schneidet nicht— das belhätigte sich auch hier. Die beabsichtigte Wirkung blieb aus. Die Sozial- demokratic ließ sich nicht einschüchtern oder gar todt machen; das schmachvoll Ungerechte der Erkenntnisse brachte einen Umschwung in der öffentlichen Stimmung hervor— uud die Herren Ordnung«- leule haben den Rückzug antreten müssen. Das Urtheil in dem Prozeß gegen Liebknecht signalisirte die Umkehr. Wenn in diesem Prozeß mit gleichem Maße gemessen worden wäre, wie in deni Prozeß gegen Geyer, dann hätte Liebknecht, der außer auf tz 131 noch auf ein halb Dutzend anderer Paragraphen angeklagt war, mindestens drei Jnhre ein- pfangen müssen. Wie hier der z 131 schon halb und halb aufgegeben und eigentlich bloß noch pro forma aufrechterhalten worden war, so wurde er am 10. ds. vom Z w i ck a u c r Landgericht vollständig bei Seite geworfen. Es handelte sich wieder um ein Wahlstugblatt, und zwar das für den 17. fächsischeu Reichstagswahltreis(Glauchau-Meerane). Der Angeklagte (M a x P r e i ß e r, Ausgewiesener au» Lindenau bei Leipzig) hatte dasselbe verfaßt und mitunlerzeichnet. In dem Flugblatt, welches u. A. ein Referat der Rede Auer'« über den Belagerungszustand gab, hieß es: - I- j-—- j „Tas famose Oktobergesetz, welches Hunderttausende deutscher Staats- bürger in den Zustand der Rechtlosigkeit gebracht hat." Dieser Passus sollte einen Verstoß gegen§ 131 bilden. Denn, so argumentirt die Anklage, das„Oktobergesetz" ist in aller Form Rechtens ertasten, es ist Reichsgesetz, und wurden die Sozial- demokraten von diesem Gesetze betrosten, auf Grund dieses Gesetze» aus- gewiesen, eingesperrt und durchsucht, chikanirt, maltraitirt, so geschieht das Alles von Rechtswegen und von„Rechtlosigkeit" der Sozialdemokratie kann ebensowenig die Rede sein, als von der„Recht- lofigkeit" eine« gemeinen Verbrechens, der wegen eines Diebstahl», Raubs u. s. w. seiner Freiheit beraubt wird. Der Herr Staatsanwalt, der die Anklage ausgearbeitet hat, unter- schlägt dabei nur den sehr wesentlichen Unterschied, daß der Spitzbube aus Grund eines Gesetzes verurtheilt wird, welches für alle Staats- bürger gleichmäßig gilt: die Grundbedingung des Rechts! und daß die Sozialdemokraten chikanirt, malträtirt, exilirt, ruinirt werden aus Grund eine« Gesetzes, das nur für Sozial- demokraten gilt, deflen einziger Zweck e» gerade ist, die S o z i a l- demokratie außerhalb desgemein enRechts zu stellen und in den Zustand der Rechtlosigkeit zu versetzen. Zwischen Gesetz und Recht ist eben ein großer Unterschied. Zu allen Zeiten haben die Gewallhaber und herrschenden Klaffen sich in den Mantel des Gesetzes gehüllt und die Rechte des Volkes durch Gesetze zu unterdrücken, durch Gesetze den Zustand der Recht- l o s i g k e i t herbeizuführen gesucht. Wird man etwa behaupten wollen, die Heloten in Sparta, die Sklaven des Alterthum» und die Leibeignen des Mittelalters, die Christen des römischen Reiches, die Ketzer vor und während der ResormationS- zeit, seien im Besitz ihrer Rechte gewesen, hätten sich nicht im Zu- stand der Rechtlosigkeit befunden? Und doch wurden sie genau nach dem Gesetz behandelt, und auf Grund des Gesetzes geprügelt, ge- köpst, gepfählt, verbrannt. Genu�. Die Zwickauer Richter wagten sich nicht aus dieses bedenkliche Feld, aber— sie sprachen Preißer frei. Er habe, so nimmt das Erkenntniß an, nicht wider bestereS Wissen falsche Thatsachen be- hauplet, nicht die Absicht gehabt, Staatseinrichtungen zu schmähen,— seine einzige Absicht sei gewesen, die Zwecke der Wahl zu fördern. E« fällt uns nicht ein, richterlichen Erkennmiflen eine allzuhohe Be- deumng beizulegen; indeß diese Molivirung ist doch von einer gewissen Wichtigkeit und Tragweite. Man muß bedenken, wie die sächsischen und auch andere Richter sich bisher durch ein gemeines sophistisches Kunst- stückchen Uber das„wider bessere» Wissen"(oder genauer:„wissend, daß erdichtet oder entstellt") hinweggesetzt hatten. Mit dieser sächsischen Richlertradition haben nun die Zwickauer Richter gebrochen. Zweisellos werden in den noch ausstehenden§ 131-Prozessen von anderen Gerichten auch wieder andere Entscheidungen gefällt werden, es ist aber immerhin crwühnenswerth, daß sich in Sachsen Richter gesunden haben, die gegen den Unsug der bisherigen landesüblichen Richterpraxi» prolestiren. — Mit welcher s a b e l h a s t e n Geschwindigkeit die Konzentration des Kapital« in den Bereinigten Staaten von Amerika vor sich geht, zeigt eine vor Kurzem in englischen Blättern ver- öffeutlichte Statistik. Nach derselben ist der Reichste unter den Reichen Herr V a n d e r b i l t in N e w-?) � r k. Dieser Eisenbahn-, Land«, Schlot-?c. Baron wird aus gegen 3l)(1 Millionen Dollars <1 Dollar— 4 Mark 25 Pfennige) Vermögen—„Werth", sagt der Amerikaner— geschätzt. Er befitzt 65 Millionen Dollar« in Vereinigten Staaten-Anleihen(Bonds), 50 Millionen Aktien der New. Jork- Central- und Hudson- River- Eisenbahn, sowie 50 Millionen Aktien anderer Eiscnbahn-Gesellschaften. Ferner einen kolossalen Grundbesitz sowohl in Newyork als auch im Innern de« Landes. Herr Banderbilt, fügen die Blätter bewundernd hinzu, kann verschiedene Rothschild'» anskaufen und bleibt doch immer noch der reichste Mann der Welt. Und dieses kolossale Vermögen hat die Familie Banderbilt in zirka 30 Jahren zusammenge— spart! Der Fall, schreibt die„■WKiteüall Keview", steht ohne Gleichen da in der Geschichte. Wir glauben« auch. Räch Banderbilt folgen in der Liste der Geldprotzen: I a l) G o u l d, gleichfalls berüchtigter Eisenbahngauner, 100 Millionen Dollars; M a ck a y, der Silbermineubesitzer, Macher der Agitation iür die„vertragsmäßige Doppelwährung", 50 Millionen; C r o ck er 50 Millionen; John Rockaseller, Petroleumritter— aber kein Petra- leur— 40 Millionen; C. P. H u n t i n g o n 20 Millionen; D. O. Vi i l l« 20 Millionen; Senator Fair 30 Millionen; Ex-Gouverueur Stanford 40 Millionen; R u s s e l S a g e 15 Millionen; I. R. Keene 15 Millionen; S. I. T i l d e n 15 Millionen; E. D. Mar- g a n 10 Millionen; S a in u e l S l o a n 10 Millionen; Garrison 10 Millionen; Cyrus W. Field 10 Millionen; HughJ. Jewett 5 Millionen; Sidnev Dillon 5 Millionen; David Dow» 5 Millionen; I. D. N a v a r r o 5 Millionen; JohnW. Garrett 5 Millimun; W. B. Astor 5 Millionen. Soweit die Liste, die indeß durchaus nicht erschöpfend ist. Die Zahl der amerikanischen Geldfürsten ist noch weil größer. Und dies« fabelhafte Reich- thums-Akkumulation wird durch die enorme Einwanderung in Amerika noch von Tag zu Tag gesteigert. Denn direkt und indirekt kommt dieselbe in erster Linie den Kapitalmagnaten zu Gute. Direkt, indem sie die Ursache einer rapiden Steigerung der Bodenpreise ist, indirekt, indem die Mehr- zahl der Einwanderer den Lebensstand der amerikanischen Arbeiter herab- drückt. Schon jetzt finden wir in den zahllosen Streikberichten, welche unsere amerikanischen Bruderorgane melden, einen immer größeren Prozentsatz von Streik« zur Abwehr von Lohnreduktionen, und die meisten aus Lohnerhöhung abzielenden Streiks sind im Grunde auch nichts anderes, denn sie sind entweder hervorgerufen durch die enorme Steigerung der Preise oder durch das Ausbleiben der sonst im Früh- jähr üblichen Lohnerhöhungen. Auf diese Weise trügt der Auswandererstrom, den Europa jetzt jährlich �nch Ammka entsendet, nur dazu bei, die kapitalistische Wirthschaft mir "A' ihren Folgen auf die Spitze zu treiben, so daß über kurz oder lang km kolossaler Krach drüben unvermeidlich wird. Dann wird der Aus- wandererstrom stocken oder vielleicht gar seinen Lauf zurücknehmen, d. h. � Moment gekommen sein, wo der europäische, speziell der deutsche Arbeiter vor der Alternative steht: Hungertod oder Revolution! Steht aber die Alternative einmal so, dann ade— Ihr Glückspilze des heiligen preußisch. deutschen Kaiserreichs! _ 1'"b bc.c Moment ist näher als es die Meiste» sich träumen lasten.— tochon hält es fiir die Einwanderer drüben schwer, Arbeit zu finden, immer deutlicher zeigen sich die Vorboten der nahenden GcschäftSkrisis, ein noch so geringfügiger Anlaß im entscheidenden Moment genügt, und — der Krach ist da! Darum, so sehr wir auch mit der„New-Ssorker Bolkszeitung" die Auswanderung aus Deutschland bedauern, so sehr wir überzeugt sind, baß dieselbe zunächst eine wesentliche Verschlechterung der Lage der ameri- 'muschen Arbeiter im Gefolge haben wird, und so sehr wir ferner mit !ir �"idsten, daß die deutschen Arbeiter ihr ganzes Augenmerk au«- auf die Verbesserung ihrer Lage in Deutschland richteten, so den""! n)'1 �ten Pessimismus doch nicht theilen. Wir müssen eben mit Hab ,er�ittn'ffen rechnen, und da dieselben, Dank der Kurzsichtigkett und -P flur unserer Gegner, eine Entwicklung im wirklich resormatorischen �- ne immer mehr ausschließen, unsere Ausgabe darin suchen, die Geister, » Angstmeiern zum Trotz, vorzubereiten aus de» revolutionären u. Fr. 2,— erh. Wofür?— P. M. London: Bumbum wird sich dem- nächst mit den Berläumdern befassen,„so ungern er'« auch thut". Endliche Einkehr bei sich selbst. Wahrscheinl. bat ihm„Kollege W ols seine famosen„Memoiren" dedizirt.— ech>,t,. BcttinlbuAtrusiiei fcottinain-Sirt*.