Krlcheint wöchentlich einmal in Zürich(Schweiz) Nerl«i volktbuchhandlung Hot«ing»n-Zürich. k>»lseii>aiirll sranco gegen franco Bewöhnliche Briefe nach der Schweiz kosten Toppelporto. Der SoMemoKrat Kentrat-Grgan der deutschen Sozialdemokratie Äöonnemcnts werden nur beim Berlag and dessen bekannten Agenten entgegengenommen und zwar zum voran» zahlbaren BierteljahrsxreiS dem: gfr. 2.— für die Schweiz(Kreuzband) Mt. 3.— siir Teutschland(Couvert) st. I. 70 für Oesterreich(Couvert) Fr. 2.50 für alle übrigen Länder det Weltpostvereins(Kreuzband). z» stl a t e Tie drcigespaltene Petitzeile 25 Cts.— 20 Pfg. N° 28. Z>»nnerftag, 6. Juli. 1882. }ii< n dir Adiiuritell and Korresvoadtnirn dr»„Zosialdemokrat". Ta der.Sozialdemokrat' sowohl in Deutschland als auch in Oesterreich»erboten ist, bezw.»erfolgt wird, und die dortigen Behörden fich alle Mühe geben, unsere Beroindungen nach jenen Ländern möglichst zu erschweren, resp. Briese von dort an uns und unsere Zeilungs» und sonstigen Sendungen nach dort abzufangen, so ist die äußerste Borficht im Postverkehr nothwendig und darf keine Borfichtsmaßregel versäumt werden, die Briesmarder über den wahren Absender und Empsänger, sowie den Inhalt der Sendungen zu täuschen, und lehtere dadurch zu schiihen, tzaupterforderniß ist hiezu einerseits, daß unsere Freunde so selten als möglich an de».Sozialdemokrat', resp. dessen Berlag selbst adressiren, sondern sich möglichst an irgend eine unverdächtige Adresse außerhalb Deutzchlands und Oesterreichs wenden, welche nch dann mit uns in Berbindung seht! anderseits aber, daß auch unS möglichst unverfängliche ZuftellungSadressen mitgetheilt werden. In zweiselhaften Fällen empfiehl« fich behusS größerer Sicherheit Aekommandirung, Soviel an uns liegt, werden wir gewiß weder Mühe noch Kosten scheuen, um trotz aller entgegen- stehenden Schwierigkeiten den.Sozialdemokrat' unser» Abonnenten möglichst regelmäßig zu liesern. Unser« Abonnenten in der Schweiz zur gef. Kenntniß, daß wir diejenigen bisherigen Abonnenten, welche die Annahme unseres Blattes seit Beginn dieses Quartals nicht ablehnten, auch für das laufende Quartal als Abonnenten vortragen und Nachnahme mit Nr. 30 erheben werden, sofern bis zum 15. ds. M. die betreffenden Abonnementsbeträge nicht eingesandt wurden. Die Expedition des„Sozialdemokrat". Fonds zur Unterstützung der Opfer des Sozialistengesetzes. Im Mai gingen ein: Oberlungwitz Mk. 10,—. Leipzig S. H. 5,32. Weimar 25,—. Kassel 70,—. Köln a./RH. 5,—. desgl. 25,—. Bl. Köln—,80. Ehicago Keyser 30,—. Köln a./RH. 250. Solingen 63,20. Bon mehreren Parteigenossen in Hannover 10,—. Haanover 100,—. Halber- stadt 33,60. Luxemburg 100,—. Danzig 100,—. Darmstadk 5,—. Groitzsch 5,—. Aus den Bereinigten Staaten 300,—. Würzen 9,50. Verden 14,50. Arnstadt 17,-. Nürnberg 70,-. Fürth 20.-. Potsdam 18,—. K. von Genoffen in Meerane statt Kirchensteuer 6,15. Aus Hg. 500,—. Eilenburg 4,25. Magdeburg 75,—. Halberstadt 16,05. Im Juni gingen ein: Dr. M. Fürth 66,67. Heidenheim 10,—. Baden 3,—. Schwerin Rostock 10,—. Osnabrück 19,—. Danzig 30,—. desgl. 20,—. «rnflthttl 4,—. Minden 15,—. Hohenlimburg 2,60. Göppingen 10,—. ö- Breslau 30.-. Halberstadt 10.-. Bieleseld 14,40. Greiz 6,-. Großenhain 9,-. H. Braunschweig 18,70. Kassel 27.58. Spremberg si''•®et<' 10,—. Plauen 6,80. St. Johann 7,50. Hamburg 60,—. Dortmund 23.-. Lübeck 8.—. Zwickau 15.-. Halbcrstadl 3.—. Halle 20,—. Ferner gingen ein: Hecker Mk. 5,—. Bon drei armen Teuselzi(2,40) 1,92. Berein Vorwärts in BuenoS-Ahres(Fr. 75,—) 60,—. Bingermann—.40. Deutsche Sozialisten Zug(Fr. 6,50) 5,20. Deutsche Soz. Zürich (Fr. 6,50) 5,20. Forst N.-L. 30.—. D. Gen. in Paris(Fr. 12,80) 10,24. Weckuhr aus Reisen 1,—. Kegelabend in Außersihl(—.40)—,32. Frdm. Z.(Fr. 5.-) 4,-. i. 3). Z.(Fr. 10,-) 8,-. L. Martin in Lawrence(Dllr.'/,) 2,04. Vom bekehrleu Nagelschmied(Fr. 3,—) 2,40. Deutsche Soz. Zürich(Fr. 10,—) 8,—. Johannes B. 2,—. I. I. (Fr. 7,60) 6,08. Rothwein Z.(Fr. 2,—) 1,60. Dummer 2.—. Deutsche Soz. Winterthur(Fr.— ,90) 72. Jungseuer 2,-. Dr. W. A. 4,—. Serlow(Fr. 1,80) 1,44. Deutsche Soz. Kreuzlingen 4,52 Frl. Em. W.(Fr. 5,—) 4,—. Berlin 120,—. Königsberg 10,—. n. B. U. Franksurl a./M. 30.—. Kassel P. O. 10.—. K. Pforzheim ä-/-?• Helberg 200,—. S. H. Leipzig 5,5t). M. Leipzig 3,-. Berlin 50. Tassel 37,52. Forst 30,—. Halle a./S. 50,—. Herr v. Falkenstem 90.—. Breslau 13,—. F. 6.-. Durch Jakob 50.-. Aus O. u. M. 50,—. Bielefeld 16,—. Dortmund 20,—. Schwerin 140«—• M- b. Gera 1,—. Per aspera ad astra 1,—. Bon alten Genossen zu Kleinsteinheim 5,—. Gesammtsumme Mk. 3527. 72. Agitationsfonds. Genossen in Paris Partei-Beiträge Mai. Juni(Fr. 12,40) Mk. 9,92. desgll.(Fr. 13,—) 10,40. Genossen in Kopenhagen, Parleibeilr. April. Mai(Fr. 2,80) 2,24. Bom Blutigen 8,— und 2,12. Deutsche Soz. Kreuzlmgen 11,29. Bon den Walfischen au« r 2.25. Gesammtsumme Mk. 36. 10. Allgemeiner Wahlfonds. V- 3*(Fr. 20,—) Mk. 16,—. Brenner Z.(Fr. 1,—)—,80. Gesammtsumme Mk. 16. 80. Parteigenossen! Vor wenigen Tagen ist in Hannover das dort erscheinende Blatt ,�vai>« und Welt" von der dortigen Polizeibehörde auf Grund des Sozialistengesetzes verboten worden, und zwar, weil dasselbe einen dem .0 nie.r.D 0' V' e u»Hamburger Korrespondent" entnommenen Bericht über fleffhfc!'* et"�M' betreffend den berüchtigten 131 de« Straf- balle den �atte*®cr»Hamburger Korrespondent" wiederum aericht nabeLeÄn° u i z i ö s« u Korrespondenz, die von dem Reichs- Damü? herausgegeben wird, entnommen. von denen man v-rmmh-t'daß So?l7�7 � T""' nrhfv. Sozialdemokraten sie redlglrcn oder heraus- »erden autb wenn 7 � bekannten infamen Gesetze« tod.gesch.agen Btn ilTTV"'7°°"d«es enthalten, als was jede« andere «m in Deutschland unbehelligt enthalten darf. stch-runaw � 6tI ��nng de« Sozialistengesetzes gegebenen«er- Blätter in DemsM n s' L.ebkuecht und Most" sernerweit innerhalb i�-r 57 redtgitcn oder herausgeben könnten, wenn sie sich °us die Kritik 1-7(57�7 � bk Übri9e Presse in Bezug als grobe Lüa-7°ber poliltzcher Zustande sich auserlegt, haben sich Verhalten ist beuv»,«1«flnernfän�erei herausgestellt. Dieses haben. E« ja.. 7u 8' Wttct,e bti®taat«9«malt in den Händen Ruder sitzt. ,m Bund m.t der Brutalität, die am 'ni�Eurem Ver7ailen�be-7"d� derjemgen, die Ihr als Eure Vertreter Vertrauen beehrt habt. ,st e« eine unnütze und thörichte Arbeit. einen weiteren Versuch zu machen, ein Blatt herauszugeben, das versucht den Maschen des Sozialistengesetzes zu entschlüpfen, indem es weiter nichts thut, als objektiv kritisch zu sichten und zu reseriren versucht, was die Blätter der anderen Parteien berichten. Nun, auf die Brutalität gegen unsere Presse gibt es nur eine Ant- wort, und diese lautet: massenhafte und weiteste Verbreitung unsere» einzigen und wirklichen Parteiorgan» „Der Sozialdemokrat". Wenn Ihr mit Energie und Klugheit vorgeht, wird dieS mit Leichtig- keit möglich sein. Schon jetzt können wir Euch die erfreuliche Mittheilung machen, daß der Abonnentenstand de«„Sozialdemokrat" nahezu demjenigen de« früher in Deutschland erscheinenden offiziellen Parteiorgans gleich steht und von Woche zu Woche steigt, so daß das Blatt trotz der lheueren HerstellungS kosten und der enormen Ausgaben, welche seine Einschmuggelung nach Deutschland erfordert und der mancherlei damit verknüpften hohen Ber luste, heute schon, bei prompter Abrechnung Seitens der Ber- trauensleute, seine Kosten deckt und in nicht ferner Zeit einen Rein ertrag abwerfen wird. Da« ist ein wahrhaft großartige» Resultat, da» wiederum ein glänzendes Zeugniß von dem Opfermuth und der Lebensfähigkeit unserer Partei abgibt. Bisher ist e» noch keiner revolutionären Partei, die gleich uns, der Sozialdemokratie, genöthigt war, im Ausland ihr Organ er- scheinen zu lassen, gelungen, ein gleich günstiges Resultat zu erreichen. Konstatirt sei, daß namentlich auch die in Folge von Ausweisung und Auswanderung zahlreich im Ausland lebenden Genossen init unbeug- samer Ausdauer und anerkennenswerther Anhänglichkeit unser Unter- nehmen unterstützen und wesentlich mit zu seinem Erfolge beigetragen haben. Also aus, an die Arbeit zu weiterem Erfolg! Tausend neue Abon nenten im neuen Quartal, da« sei die Antwort, die Ihr den Schergen der deutsche» Polizeigewalt für ihre Frechheit und Infamie gebt! Deutschland, Ende Juni 1882. „Phäakenthum." „Wenn das sozialdemokratische Ideal verwirklicht und einst einem jeden Menschen die Existenz garantirt wäre, würde— günstigstenfalls— die Menschheit in ein träges Phäakenthum versinken; der Antrieb der Fortentwicklung, den nur die freie Konkurrenz gibt, würde aufhören— Wissenschaft und Kunst gingen zu Grunde und nur der niederste Sinnenkultus würde blühen." So wird unS oft von Anhängern der heiligen Ausbeuter- ordnung entgegengehalten. Und die Afterwisscnschaft holt sich sogar die Begründung dieses Einwands in der Darwinschen Lehre vom„Kampf ums Dasein", ohne den unsere Kultur nicht denkbar sei. Daß ohne den„Kampf um's Dasein", von dem die freie Konkurrenz nur eine Abart ist, unsere heutige Kultur nicht denk- bar wäre, muß unbedingt zugestanden werden. Allein, was be- weist dies? Daß der Mensch einen Theil der organischen Natur ausmacht, daß er mit den übrigen organischen Wesen, namentlich der Thierwelt, durch gemeinsame Entwicklungsgesetze verbunden ist. Nichts weiter. Der Mensch— und gerade durch Darwin ist dies über jeden Zweifel erhoben worden— hat sich aus der Thierheit zu dem, was er jetzt ist, emporschwingen müssen, und genau in dem Maaße, in welchem er der Thierheit entwuchs und zum Menschenthum vorschritt, hat er auch den Kampf ums Dasein gemildert und eingeschränkt. Die ersten Anfänge der Gesellschaftsbiloung sind auf das Bedürfniß der Milderung des„Kampfes um's Dasein" zurück- zuführen.„Kampf um's Dasein" heißt Krieg Aller gegen Alle. Und als die Menschen zu begreifen anfingen, daß das Leben Werth habe, und daß es ein schlechtes Geschäft sei, sich unter- einander todtzuschlagen, kamen sie— freilich ohne den mythischen Gesellschaftsvertrag des guten Jean Jacques Rousseau— auf den Gedanken, den„Kampf ums Dasein" einzuschränken; und das geschah durch die Bildung von Gruppen(Familien- verbände, Clane-c.), innerhalb deren der Kampf um'S Dasein aufgehoben war. Der Angehörige einer Gruppe durfte kein Mitglied in der- selben Gruppe todtschlagen; er mußte seine Neigungen zu Blut- vergießen und Menschenfresserei(der unsere biedern Vorvorfahren ja unstreitig allesammt gehuldigt haben) außerhalb seiner Gruppe befriedigen. Die Gruppen wurden größer und größer— der Familien- verband, der Clan, erweiterte sich allmälig zum Stamm— und je größer die Gruppen wurden, auf desto umfangreicheren Ge- bieten wurde der Kampf um's Dasein beschränkt. Die Gesellschaft ist also die direkteVerneinung des „Kampfes um's Dasein"; und der Staat, welcher nichts anderes ist, als die fest organisirte Gesellschaft, hat deshalb zu allen Zeiten und bei allen Völkern den„Kampf um's Dasein" aufzuheben gesucht. Die Gesetze der barbarischsten der uns bekannten Staaten ver- bieten das gegenseitige Todtschlagen; und unter den modernen Kulturstaaten ist kein einziger, der den„Kampf um das Dasein" in seiner rohesten primitivsten Form: d. h., daß man Jeden, der Einem hindernd im Wege steht, einfach aus dem Wege schafft(ein für die Kulturgeschichte sehr bezeichnender Ausdruck!), nicht mit den strengsten Strafen des Gesetzbuches belegt hätte. Angesichts dieser Thatsache ist es eine Unverschämtheit, den „Kampf um's Dasein" als Existenzbedingung der Menschheit hinzustellen. Es ist wahr, der„Kampf um's Dasein" hat im Laufe der historischen Entwicklung Formen angenommen, welche der Staat und die Gesellschaft sanktionirt haben; indeß daS beweist blos, daß unsere Kultur noch sehr unvollkommen ist, und daß Staat und Gesellschaft, wie nothwendig, der Ausdruck dieser unvollkommenen Kultur sind. In der heutigen Gesellschaft äußert sich der„Kampf um's Dasein" als„freie Konkurrenz", als Individualismus und Kapitalismus, und hat in dieser Form die gesetzliche Weihe des Staats, der sich damit zum„Klassenstaat" herabwürdigt. Das ist aber nur eine vorübergehende Entwicklungs- phase; und im staatlichen, wie im gesellschaftlichen Organismus, regen sich stets kräftig hervortretende Elemente, welche auf Be- seitigung des„Kampf's um das Dasein" auch in der öko- nomischen Form der freien Konkurrenz drängen— Elemente, deren rapider Machtzuwachs ihren Sieg verbürgt. Die Aufhebung des Kampfes um das Dasein: das ist eben der Sozialismus. Der Staatsbegrifs, welcher sich seinem Ursprung und seinem Wesen nach gegen den Kampf um's Dasein richtet, wird erst voll und ganz verwirklicht durch den Sozialismus. Indem wir so gezeigt haben, daß aller menschlicher Fortschritt auf Einschränkung des Kampfes um das Dasein und schließlich auf dessen Beseitigung hinausläuft, haben wir auch die alberne, die geschichtliche Wahrheit auf den Kopf stellende Behauptung, daß der menschliche Fortschritt durch den Kampf um's Dasein bedingt, ohne ihn nicht möglich sei, zur Genüge widerlegt. Doch ein Wort noch über den an der Spitze dieses Artikels formulirten Einwand. „Wenn der Mensch nicht mehr den Hungertod vor Augen habe, werde er nicht mehr vorwärts streben, denn e8 fehle ihm dann jeglicher Antrieb." Ist das richtig? Haben die Herren Bourgeois recht mit dem „Phäakenthum"? Scheinbar, bis zu einem gewissen Punkt, allerdings. Wenn wir unsere herrschenden Klassen be- trachten, das Leben, welche die„Spitzen" derselben führen, ihre erschreckende Geistlosigkeit und Denkfaulheit, dann freilich scheint aus den ersten Blick jener Einwand nicht unberechtigt. Verglichen mit den Tausenden und Abertausenden von vornehmen und reichen Tagedieben, welche in den obersten Gesellschafts- schichten zu finden sind, und die keine Tagediebe sein könnten, wenn sie nicht durch ererbtes oder direkt gestohlenes Eigenthum vom Kampf um das Dasein. emanzipirt wären— verglichen mit diesen verächtlichen Phäaken entfalten die ärmeren d. h. arbeitenden Klassen, die mitten im„Kampf um das Dasein" stehen, jedenfalls ein weit höheres geistige« Leben und kulturelles Streben. Aber daß diese vornehmen„Phäaken" den Sorgen und Nöthen de« Kampfes um das Dasein entrückt sind— das ist es nicht, was sie zu verächtlichen Tagedieben macht, sondern der Umstand, daß sie nicht arbeiten. Im sozialistischen Staat, der die Arbeit zum Recht und zur Pflicht Aller erhebt, fällt aber dieses Moment weg, weil Jeder arbeiten muß. Oder glauben die Herren Bourgeois etwa, die Gesichertheit der Existenz, welche der Sozialismus will, fei unverträglich mit frischem, schwungkräftigem Vorwärtsstreben? Das Leben deS Mannes, dem unsere Gegner die Waffe deS „Kampfes um da« Dasein" entlehnt haben, ist das schlagende Beispiel des Gegentheils. Darwin, der bahnbrechende Umwälzer der Naturwissen- schaft, der gewaltigste Vertreter der naturalistischen Weltanschau- ung— dieser Mann, dessen Fleiß und Scharfsinn ebenso be- wundernswerth sind wie die Ausdehnung seines Geistes, und dessen Leistungen sowohl ihrer Bedeutung als ihrem Umfange nach das Staunen jedes UrtheilSfähigen erregen; wohlan, Darwin ha tt e die Gestchertheit der Existenz. Sohn sehr reicher Eltern, hatte er nie den„Kampf um das Dasein" zu kämpfen. Obgleich er für seine wissenschaftlichen Arbeiten weit mehr ausgegeben als eingenommen hat, hinterließ er ein Vermögen von 140,000 Pfund Sterling— 2,800,000 Mk. Nach der Bourgeoistheorie hätte Darwin ein„Phäakenleben" ühren müssen, weil ihm„der Stachel der Roth" und„der Sporn der Erwerbs" fehlte! Mit hundertmal mehr Recht könnten wir behaupten, Darwin würde nie und nimmermehr Das haben leisten können, was er geleistet hat, wenn er nicht eine gesicherte Existenz gehabt hätte. And so viel steht fest, wäre er, mir allen seinen herrlichen An- lagen, als P r o l e t a r i e r geboren, wäre Tausend gegen Eins zu wetten, daß er seine Anlagen niemals hätte ausbilden können und elend verhungert wäre. Neben Darwin könnten wir noch G ö t h e und Humboldt anführen, die ebenfalls vom„Kampf um das Dasein" völlig unberührt waren und— ihre umfassende, harmonische und himmelragende Entwicklung wesentlich diesem Umstände zu ver- danken hattm. Bringe man Göthe, den reichen Patrizier, in Parallele mit Schiller, dem armen Soldatenkind, der sein ganzes Leben hin» durch die Segnungen des Kampfes um das Dasein zu kosten hatte — und man wird die kolossalen Vortheile, welche die Gestchert- heit der Existenz bietet, mit Händen greifen können. Wie immer drehen unsere Gegner die Wahrheit um; nicht die Unsicherheit der Existenz ist es, welche die Anlagen aus- bildet, Kunst und Wissenschast fördert— nur bei gesicherter Existenz ist ein höheres geistiges Leben möglich. Und weit entfernt, den Kulturfortschritt der Menschheit zu hemmen, wird ein Gesellschaftszustand, welcher jedem Individuum eine gesicherte Existenz und die Mittel zur Ausbildung aller seiner Fähigkeiten bietet, den Kulturfortschritt der Menschheit, welcher heute dadurch, daß die ungeheure Mehrzahl der Menschen keine gesicherte Existenz und keine Möglichkeit der Ausbildung hat, mit Bleigewichten aufgehalten wird, in außerordentlichem Grade beschleunigt. Verbrecher- Album. Die Gesetzeswächter in Barmen-Elberfeld. Es ist— wie schon mehrmals im„Sozialdemokrat" hervorgehoben wurde— ganz gut, wenn von Zeil zu Zeit von den Genossen Berichte Uber vorkommende Polizeischustereien einlaufen. Ich glaube behaupten zu dürfen, daß in keiner Gegend Deutschlands da« Schmarotzerthnm unter den Beamten sowohl als unter der hochlöblichen Polizei so üppig in Blüthe steht wie gerade speziell in Elberfeld. Die Vorsehung hat uns in der Person des Oberbürgermeisters zugleich auch einen Landrath gegeben, und Jedermann weiß, was eine derartige Kreatur zu bedeuten hat. Trotzdem ist diese„ausübende" Kraft geradezu machtlos gegenüber dem Troß ihrer Untergebenen. Der Polizei- Inspektor Hahn, Hochstapler on xros, verdorbener Bäcker, an der Spitze von füns Kommissaren ist trotz allen Hevens und Spionirens nicht im Stande, sich irgendwie verdienstlich zu machen, und greifen diese Kerls zu. so greifen sie stets daneben. Das muckerige, liberalkonservative Bürgerthum glaubt Wunder zu be- sitzen, und es besitzt in der That ein Stück Wunder, Polizeiwacht- Meister l. Ranges. Den Pelz voll Schulden, sein Gewissen aber natürlich trotzdem rein, versteht es der Herr ganz besonders, unverfroren zu pumpen und nie zu bezahlen. Doch dieser Bauernsänger ist noch nicht der schlimmste. Die Perle von Allen ist ein verdorbener Friseurgebilfe. Nachdem er lange genug Kommisbrod verdaut, wurde er hier, wie das leider so üblich, lebenslänglich als Kommissar angestellt. Natürlich, ein Arbeiter wird nur so lange ausgebeutet, als er Kraft und Sast hat, jene ausexerzirten Schmarotzer aber werden, wenn sie sich während der Drilljahre als ge- fügige Schergenknechte erwiesen, als„invalide" entlassen und dann lebens- länglich an die Krippe gebunden, während ehr ich e und fleißige Arbeiter im Alter hungern und darben müssen. Dieser verdorbene Seifenschaum- schlager und jetzige Kommissar heißt Fränzel; er sei wirklich allen Patrioten empfohlen als Mitglied jener Mordsgesellenbande, zu welcher er sich nicht rechnen will. Es ist wohl kein Wirth, Metzger, Händler oder sonstiger Gewerbtteibender in seinem 4. Polizeirevier, der nicht schon von ihm bemogelt worden wäre, und die Angstmichel geben ja noch gerne, wenn sie so ein zweierlei Tuch sehen. Das Kriechen wird immer mehr Mode, und Mancher hat es wohl nöthig, denn was hat nicht der Herr Kommissar sür Macht! Er darf seine lieben Bürger chikaniren, wie er will, denn die Mucker halten still. Als vor Kurzem die Wirthe Beschwerde erhoben über die Ueberhand- nähme der Tingeltangel, kam es in der durchlauchtigsten Stadtrath«. Sitzung zu einem erregten Zwischenfalle zwischen den Stadtverordneten und dem landräthlichen Oberbürgermeister. Wie immer bei solchen Ge- legenheiten wußte die Polizei, obschon in den Blättern täglich über ein Dutzend annoncirt waren, auch jetzt nicht, daß in dem gesegneten Mucker- thale aus einmal über 20 Tingeltangel« seien. Es mußte aber Abhilfe geschaffen werden; die Besteuerung sämmtlicher Lokale mit 15 Mark pro Tag war die erste, außerdem wurde einzelnen Wirthen die Konzession zum Konzertgeben entzogen. Das muckerige Bürgerlhnm war zusrieden, die Stadträthe jubelten, wieder einmal eine brave Thal vollführt zu haben. Allerdings eine brave That, eine kleine Anzahl, und nicht die schlimm- sten, plötzlich kaput zu machen, während man gerade die unsaubersten ruhig weiter duldet. Aber diese Lokale gehören zum Revier Fränzel. Und nun da« Beste. Auf der Karlstraße hier ist eine Wirthschafl R o t a x, welche allgemein als H— renkneipe bekannt ist. Ta sind der Herr und die Frau Kommissar Hausfreund, gehen mit den„lieben" Freunden an«, reisen gemeinsam nach Köln zum Karneval und so weiter. Kommt das liebe Frauchen Fränzel'« in die Wochen, so darf natürlich der nöthige Kuchen und Bor- deaux nicht fehlen. Hat die Frau einen Hut nöthig, sie erhält ihn; hegt sie sonst einen Wunsch: er wird erfüllt, die lieben Freunde sind die Aufmerksamkeit selbst, dafür haben sie aber auch das erhebende Be- wußtsein, in ungestörter Ruhe ihrem unsaubern Geschäfte obliegen zu können, wenn nur„der Herr Kommissar" den Borrang bei einem etwaigen Wechsel hat und seine Rechnung dabei findet; er sorgt dann dafür wieder auf der andern Seile, daß nicht nur Amtsrichter und Beigeordnete, sondern auch die„frommen" Bürger mit vollen Börsen sich einstellen, um ein„Stündchen der Erbauung" zu halten. Der über- wachende Beamte sieht dann davon natürlich nichts; handelt es sich aber um die Verhaftung eines Menschen, der im Gerüche der Sozialdemokratie steht, so springt dieser Lump vor Freude aus einem Wirthshaus in'« andere, um die Wunder zu erzählen, die er verübt. Auch die Verhaftung Muntscher's ist nur auf sein Konto zu setzen, und obschon bis heute noch keine Anklage gegen M u n t s ch e r erhoben, so hält man denselben dennoch in Haft. So könnte ich über diesen Fränzel noch Manches erzählen, doch dürste Obiges für heute genügeu. iltfchstens werde ich Ihnen über die anderen drei Kommissare schreiben; allerding« taugen sie allezusammen nicht«, aber die Krone Aller hat doch Fränzel davon getragen. Gleichsam eine passende Ergänzung hierzu liefert folgender Brief eines Barmer Genossen: „Nicht nur in Elberfeld, sondern auch in Barmen, ja im ganzen„heili- gen" deutschen Reich von Säbels Gnaden macht sich die Korruption in unverschänllester Weise breit. Ein Prachtexemplar ist unter Anderen der hiesige Polizeinspektor Voigt, dumm, wie das bei der Polizei so Mode, schamlos, frech, wie's der Brauch in dem deutschen Nationalzuchthaus nun einmal verlangt, ein H— renjäger, wie das von einem solchen Wächter der offiziellen Reichssittlichkeit eben zu erwarten ist. Jbm stehen die untergeordneten Kommissare würdig zur Seite. Da ist z. B. Herr W i l- sing, ein hervorragender Iozialistenhetzer, der alle Wirtbe und Angst- meier seines Reviers anpumpt und ihnen dann das Geld ehrlich schuldig bleibt. Nicht viel besser find seine Kollegen Schulz und B u r ch a r d. Und das Beispiel von Oben wuchert unten vortrefflich und weckt Nacheiferung bei den Polizisten niederen Grades. Weil die Wirthe in jeder Weise den Polizeichikanen preisgegeben sind— Dank unserer Gesetzgebung nnd ihrer eigenen Feigheit— fressen und sausen die Polizisten, so oft und so viel es der Bande gefällt. Sie geben sich auch den Anschein, als ob sie be- zahlen, wenn Gäste anwesend find, d. h. sie geben dem Wirthe gewöhnlich eine größere Münze nnd thnn, als ob man ihnen herausgeben sollte. Wehe aber dem Wirthe, der nicht ebensoviel in kleiner Münze zurückgibt, als er in großer empfing; er kann sich auf Strafanzeigen aller Art, wegen Uebertretuug der Polizeistunde, wegen unerlaubten Schnapsaus- schankes, ruhestörenden Lärmes u. dgl. sicher gesaßt halten. Und darum lassen sich die Leute von der Blutsaugerbande lieber geduldig pwadern. Unsere Liberalen aber, welche diese Zustände ebensogut kennen, als wir, wenden dagegen ihr Lieblingsrezept an, das T o d t s ch w e i g e n, oder treiben die Heuchelei gar so weit, daß sie mit großer Entrüstung wider die ruffische oder amerikanische Korruption donnern und sich dabei phari- säerhaft unserer gewissenhaften Beamten rühmen. In das„Verbrecheralbum" mit dieser ganzen Sippschaft!" -i--i-» Die ungestrafte Korruption und Brutalität unter den oberen Beamten erzeugt natürlich Bestechlichkeit und Lümmelhaftigkeit unter deu niederen Organen. Solange darunter nur Sozialdemokraten oder Uberhaupt Ar- beiter leiden, haben jene nicht nur keine Strafe zu gewärtigen, sondern im Gegentheil hängt Lohn und Beförderung vom Grade ihrer Rohheit ab. Bei der sprichwörtlichen Dummheit dieser Beamtenkategorie kommen sie natürlich bisweilen an den Unrechten und sind die„Richter"— wenn es gar nicht anders geht— gezwungen, um in den Augen de« dummen Spießes den Schein der Gerechtigkeit zu wahren, diese„Stützen der Gesellschaft" zu verurtheileu. Vor wenigen Wochen erst mußten in Bar- m e n 2 Nachtwächter wegen Mißhandlung von Bürgern(„dick und fett, ihnen fehlte wenig") zu 3 Monaten Gefängniß verknurrt wer- den und jetzt mußten wieder 3 Nachtwächter, welche 2 Metzgermeister in geradezu räuberischer Weise überfielen und mißhandelten, zu 4 Monaten Gefängniß verdonnert werden, blos weil sie so dumm warm, Zeugen hinzukommen zu lassen, so daß der berüchtigte Diensteid keinen Aus- weg bieten konnte. Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 5. Juli 1882. — Von Genosse D i e tz g e n erhalten wir folgende Zuschrift: Die Nr. 24 unseres Organ« enthält einen Artikel über„Arbeitslöhne und Waarenpreise", wo die alte Vorspiegelung, daß Erhöhung der Arbeit«- löhne den Preis der Produkte derart steigere, daß die Arbeiterklasse nichts dabei verdiene, trefflich zurückgewiesen wird. Indessen vermisse ich dabei ein Argument, welches das interessirte Geschwätz der Mastbürger in evidentester Weise widerlegt, und da« Sie gestatten wollen, nachzuholen. Angenommen, es sei wahr, was in der That nur ein Versuch ist, die Unwissenheit zu übertölpelu, angenommen, die Steigerung der Arbeitslöhne steigere den Preis der Produkte in gleichem Betrage— so ist selbst in diesem Falle noch zu erwägen, daß dies er Betrag sich auf das ganze Er- zeugniß verlheilt, währenddieArbeiternurdenklein- sten T heil davon kaufen und verzehren können. Die ge- steigerten Löhne fließen, ausschließlich in die Hände der Arbeiter, während die Produkte zum größten Theile von der höheren Sippschaft konsumirt werden. Wohl bilden die Arbeiter die große Masse der Konsumenten, und wenn die Produkte sich per Kopf vertheilten, würde auch der erheb- lichste Theil der Preissteigerung ihnen zu Last fallen. Aber so ist die Sache nicht. Die verhältnißmäßig kleine Zahl der Privilegirten hat einen entsetzlichen Schlund und keinen Boden im Wanst. Diese Handvoll Leute verzehren nicht nur ihren natürlichen Theil, sondern sind gerade darum Schnapphähne, weil sie die Rationen de« Volk« vorweg für sich nehmen. Die Unternehmer, deren Finanzier«, Henkersknechte und Bälge- treter zwingen die Arbeiter mit der Fuchtel, Nahrung, Kleidung und Wohnung für die Nation zu schaffen; aber— Leckerbissen, Sammt und Seide, Goldbrokat, Tressen, Spitzen und Paläste für die Auserwählten, nnd Kleienbrod, Zichorien, Hasergrütz nnd Baracken für den arbeitendm Plebs. Wer will nun bei diesem Sachverhalt bestreiten, daß die große Masse der erzeugten Werthe von den Herrschasten verschlungen wird. LLenn die Arbeitsklasse durch Einigkeit und vorsichtig angelegte Streiks die Löhne erhöht, dann laßt da« von den Gaunern— darunter ist der kleine Theil der„Aucharbeiter" zu verstehen, welcher den größten Theil der Produkte verzehrt— nur auf die Waaren geschlagen werden — sie sind selbst die Hauptkonsumenten und müssen also auch die Zeche zahlen. Ich wiederhole den Schluß des Genossm Leo: Wenig Arbeit und hohen Lohn! I. Dietzgen. — Staatssozialismus im K l a s s e n st a a t.„Keiner hat die Nachtheile der Verstaatlichung schwerer zu empfinden", schreibt man der„Verl. Volksztg." au« Potsdam,„als diejmigen Arbeiter, die in Eisenbahnwerkstätten, aus Güterboden ic. gegen Tagelohn beschäftigt sind. Davon können wir hier ein Lied singen, das beredter nirgends wohl sür diese Behauptung Zeugniß abzulegen im Stande ist. E« wird in unseren Eisenbahnwerkstälten nach und nach ein soldatische« Regiment eingeführt, da« einen gewaltigen Kontrast bildet gegen eine Zeit, wo die Berlin-Potsdam-Magdeburger Eisenbahn noch eine private war. Aber abgesehen davon, so treten jetzt auch Lohnverkürzuugen ein, welche die Betreffenden sehr schwer berühren. Alte Arbeiter, die sast ihr ganzes Leben aus dem Güterbahnhof gearbeitet haben und seit Jahren pro Tag 2 M. 25 Pf. Arbeitslohn bekommen, s i n d j e tz t in ihrem Verdienst bis aus 1 Mark 50 Pfennige herab- gesetzt. Man benutzt die Kräfte der Leute, solange e» geht, und gibt ihnen später, trotzdem noch dieselben Anforderungen an sie gestellt werden, geringeren Lohn; ist der Mann damit nicht zufrieden, nun, dann kann er gehen.— Noch viel krasser liegt aber ein Fall, der seit Wochen die Gemüther unserer Einwohner init Entrüstung erfüllt. In der Zeit der ärgsten Reaktion haben wir schon Manche« erlebt, aber daß man einen Vater für die politische Gesinnung seine« selbstständigcn Sohnes verant- wortlich macht, dürfte denn doch noch nicht dagewesen sein, und hierin dürste die verstaatlichte Berlin-Potsdam-Magdeburger Eisenbahn einzig dastehen." Der nunmehr erzählte Fall, daß dem 60 Jahre alten Modelltischler Nickel, der seit 32 Jahren in der Potsdamer Maschinenwerk- statt arbeitet, auf Veranlassung des Potsdamer Madai, des Herrn von Eugelcken, von Seiten des Oberingenieurs Turner mit Ent- l a s s n n g gedroht wurde, falls er nicht seinen Sohn, der an einem fort- schrittlichen Blatt mitarbeitet, jeniweder davon abbringe oder aus seinem Hause fortschicke und jeden Verkehr mit ihm abbreche, und daß thatsäch- lich dann der jüngere Nickel von seinem Vater sortzog, dieser Fall ist zwar sehr bezeichnend fsir das in Preußen-Deutschland herrschende System, aber er steht nicht einzig vielmehr in seiner Art da, er ist schon mehrfach in Preußen dagewesen. Darüber indcß ein andermal. Die Lohnver- kürzungen interessiren uns heure mehr, sie find ein schlagender Be- weis für die Richtigkeit unserer früheren Ausführungen, daß die Ar- beiter den Kaufpreis, mit welchem der christliche Staat die„jüdische" Börse sür die Verstaatlichung„gewonnen" hat, bezahlen müssen. Bei jeder Verstaatlichung noch hat die Börse, ihre hohen Gönner, sowie da» aktteubefitzende Publikum ganz erheblich verdient. Dieser Ver- dienst wird au» den Knochen der Arbeiter heraus gepreßt— das ist der Staatssozialismus im Klassenstaat. Wir danken für Obst. — Volksparteilich-demokratisches. Nicht im Bennig- sen'schen„Hannöverschen Kurier", auch nicht in der Bamberger-Lasker'- scheu„Tribüne", ja nicht einmal in der Eugen Richter'schen„Berliner Ztg.", nein, in Herrn Leopold Sonnemann n's, des großen„Demokraten" „Frankfurter Zeitung" finden wir in einem Leitartikel über die bevorstehenden preußischen Landtagswahlen folgenden bezeichnenden Satz: „Besondere Ueberraschungen darf man sich von dem Ergebniß der demnächstigen Landtagswahlen nicht versprechen. Ein Rückblick zeigt, daß seit 1866 im Großen und Ganzen die Klassenwahlen stet« dasselbe Resultat ergeben haben, wie die direkten Reichstagswahlen, nur daß d i e S o z i a l i st e n bei ersteren gar keine Chancen haben und die Ultramontanen etwas geringere, namentlich in deu Städten. Es ist das insofern eine erfreuliche Erscheinung, als dadurch konstatirt wird, daß die Demagogie, sie kleide sich in die rothe oder in eine andereFarbe, nicht viel vermag und dieJntelligenz sich den Massen wie dem Besitz gegenüber geltend zu machen weiß." Wie man diesen Satz auch lesen mag, ob man nun die„erfreu- l i ch e T h a t s a ch e" auf die Chancenlosigkeit der Sozialdemokratte beim Dreiklassenwahlgesetz oder auf die geringen Aussichten für die Regierung«- demagogen bezieht, immer leuchtet aus diesem Satz die ganze Charakter- losigkcit und Boruirtheit de« Bourgeoisdemokratismus heran«. Cha- rakterlosigkeit, denn dieser Jubelhymnus gilt der„erfreulichen Thatsache", daß e« die königstreuen Fortschrittler und die Liberalen a la Lasker-Forkenbeck-Bamberger sind, welche Ausficht auf einen Stimmenzu- wach« bei den Landtagswahlen haben, also gerade die Parteien, für welche die„Frankfurter Zeitung" sonst nur Spott nnd Hohn wegen ihrer schwachmüthigen Opposition hatte, und Boruirtheit, weil hier — echt bllrgerlich-demokratisch— dem allgemeinen Wahlrecht eine Wirkung zugeschrieben wird, die es unter der ökonomischen Herrschast des Kapita- lismu« nicht hat und nicht haben kann. Es ist aber für die„De- mokratie" der Bolkspartei bezeichnend, daß sie die Ursache dieser „erfreulichen Thatsache", der nämlich, daß beim allgemeinen Wahlrecht wie beim Dreiklassenwahlsystem der Besitz über die Intelligenz stet« den Sieg davonträgt, nicht einsieht oder richtiger nicht einsehen will. Die Herren Bolksparteiler sehen eben die Welt durch die Brille des Besitzes an, und der intelligenteste Vertreter de« Kapitalismus ist ihnen der Vertreter der Intelligenz schlechtweg. — Es gibt noch Richter in Darmstadt. Schon im Rechen- schaftsbericht unserer Abgeordneten ist Seite 8 zu lesen:„— kurz, eine vollendete Schreckensherrschaft, der dieser Tage durch richterliches Urtheil(Prozeß Jahn vor dem Hofgericht zu Darmstadt am 1. Septbr. 1879) da« Brandmal der Schande aufgedrückt worden ist, indem diese« Urtheil die in einem sozialdemokratischen Wahlflugblatte, zur Charakter!- sirnng jener schmachvollen, ihres Tacitu« harrenden Epoche tiefster Er- niedrigung Deutschlands gebrauchte Ausdrücke als berechtigt an- erkannte." Die Anklage stützte sich damals auf§ 131. Jahn wurde in allen Instanzen freigesprochen, ja selbst der Staatsanwalt, man höre und staune! beantragte Freisprechung. Al« Entgeltung dafür find auch kein« hessischen Richter zu Reichsgerichtsrälhen degradirt worden. Heute können wir wieder eine Freisprechung melden. Wie schon früher im„Sozialdemokrat" erwähnt, waren die Genossen Müller(als Verfasser), Leißler(als Drucker) und Kahres(als Verbreiter) eines Flug- blatte« für die Wahl Bebel» in Anklagezustand gesetzt, weil in demselben gesagt war: „Hunderte von braven Familienvätern werden ausgewiesen, von Haus nnd Hof, von Weib und Kind vertrieben, weil sie nicht wie die Söld« linge der Reaktion ihre Gesinnung je nach dem Wunsch von oben ändern, sondern immer und immer wieder ihrer Ueberzeugung getreu gegen die Knechtschaft in jeder Gestalt ankämpfen." Wiederum lautete die Anklage wegen Verstoß gegen den K 131, den wir auch wohl unfern Paragraphen nennen könnten, und war Haupt- Verhandlung vor der Strafkammer des Landgerichts zu Darmstadt am 26. Juni 1882. Der Provinzialdirektor»on Marquardt, im Sinn„unseres" Gesetzes Landespolizei, wurde aus Antrag der Angeklagten, natürlich mir Genehmigung de« Ministerium«, als Zeuge geladen, weil Genosse Müller sich vor der Wahl vergewissert hatte, ob die Landespolizeibehörde eine Wählerversammlung, allwo die Kandidatur Bebel« empfohlen werden sollte, verbieten würde. Marquardt hatte erklärt, daß dies aus Grund von § 9 des Sozialistengesetze« geschehen müsse und aus Vorhalt der ein- schlägigen§§ der Verfassung resp. anderer Gesetze, bemerkte er: die seien nicht für die Sozialdemokratie da, sondern nur für die andern Parteien. Als Müller diese« Vorkommniß in Abwesenheit des Zeugen vor dem Gerichtshose mit kernigen Ausdrücken schilderte, merkte man schon die Verlegenheit bei dem Staatsanwalt. Bei der erfolgenden Vernehmung wollte sich der Zeuge zwar so davon schrauben, Genosse Müller ruhte aber nicht, bis v. Marquardt die von ihm gegebene Interpretation zugestand, nnd wurde seinem Gedächtniß durch Müller gehörig nach- geHolsen. Man merkte selbst bei den Richtern das Peinliche der Sitna- tion. Nicht etwa, daß wir Sozialdemokraten nicht das schon lange wüßten, bewahre, daß es von den höchsten Beamten der Provinz so I offen gesagt wird, während man sich oben bemüht, gerade da«, was| Marquardt sagte, hinwegzuleugnen, war die Ursache der Verlegenheit. Zwei Polizeischurten waren als Belastungszeugen geladen, und als Ge- nosse Müller einen dieser Taugenichtse fragte, was sie eigentlich zu bezeugen hätten, da erwiderte dieser, sie wüßten gar nicht«, 1 worauf Müller ganz treffend bemerkte, es schiene ihm, als habe die Staatsbehörde die Absicht, den Angeklagten recht viel Kosten zu machen. Doch mit ihrem Nichlswissen sollten die Polizeiseelen nicht davonkommen,| und wollte Genosse Müller die Gelegenheit benutzen, dieselben Spieß- ruthen laufen zu lassen. Wie zu erwarten stand, ward aber sofort das berüchtigte„D i e n st g e h e i m n i ß" vorgeschützt. Alle« Bemühen der Angekagten und de« Bertheidigers blieb erfolglos, selbst die Bemerkung Müller«, e« sei für seine Vertheidignng sehr wesent-{ lich, wenn der Gerichtshof erfahre, wie die untern Polizeiorgane den\ Sozialdemokraten den Fuß im Nacken haben und sie zu rniniren suchen, selbst: da« Provoziren eines GerichtSbeschlnsses konnte die einmal gefaßte Ent- i schließung der Richter nicht ändern, sie hatten genug an der Dienst- geheimnißeutbindung Marquardt und wollten der Staatsanwaltschaft keine t weiteren Verlegenheiten bereiten. Einen ersichtlich guten Eindruck, sowohl bei den Richtern, wie bei dem Publikum, welches au« lanter Partei- 1 genossen bestand, machte es, als alle drei Angeklagten unumwunden er- t klärten, daß sie alle und jede Verantwortung für das Flugblatt über- nehmen, da es nur Wahrheiten seien, die darin wiedergegeben; ja der k Drucker, Genosse Leißler, erklärte sogar: er unterschreibe jetzt f noch jeden Satz und wundere sich nur, daß man ihn in Anklagezustand gesetzt habe. Der Staatsanwalt schien die Sache verloren zu geben, er bat zwar um ein Schuldig, die Höhe der Strafe dem Ermessen de» Gerichtshofes überlassend. Die Bertheidiguug, geführt vom Rechtsanwalt S ch ö d l e r, entledigte sich ihrer Aufgabe glänzend, beantragte nicht nur Freisprechung von Strafe und Kosten, sondern auch, daß die Kosten der Verlheidiguug der Staatskasse zur Last fallen. Genosse Müller, der das Schlußwort hatte, trat für den inkriminirleu Passu« den Beweis der Wahrheit an, zeigte durch eine Reihe von That' fachen und Aeußerungen au« dem deutschen Reichstag und Landtag, geschehen, resp. zugestauden von Ministeru, daß die Ausweisungen gerade nur deshalb erfolgen, weil die Betreffenden ihre Gesinnungen nicht je nach Wunsch von oben ändern, und schloß sich dem Antrag de« Ver- theidigers an. Nach dreiviertelstündiger Berathnng erfolgte, wie schon oben erwähnt, die Freisprechung von Strafe und Kosten. Daß auch die Vertheidigungskosten der Staatskasse zur Last fallen sollen, lehnte der Gerichtshof ab, da er die Ueberzeugung gewonnen habe, daß die An- geklagten soviel Intelligenz besäßen, sich selbst zu vertheidigen. Ich glaube den Artikel am besten zu beenden mit dem Schlußsatze de« Artikels: „Zur Rechtsgleichheit in Deutschland"(s. Nr. 9 d. Sozd.): „Ehre diesen Männern, hätten wir beinahe hinzugesetzt. Judeß, was haben sie denn eigentlich Großes gethan! Sie find einfach keine noto- rischen Schurken gewesen, sondern haben die Gesetze so angewendet, wie fie nach Sinn und Wortlaut angewendet werden müssen. Und daß man versucht ist, deutsche Richter deswegen noch besonder« zu loben, gibt e« ein dr astischeres Kennzeichen der verrotteten Zustände im Reiche der Gottesfurcht und frommen Sitte?" Und nun, Genossen in Darmstadt und Umgegend, wollen wir Euch noch zurusen: Muthig vorwärts, nicht die Hände in den Schoß gelegt! Durch die Freisprechung unserer drei Genossen sind Euch viele Lokalausgaben erspart, steuert deshalb um so eifriger für die politisch Gemaßregelten, für die durch das infame Sozialistengesetz ge- troffeneu, sorgt mit einem Wort, daß Darmstadt recht bald wieder bei dem UnterstützungsfondS-Berzeichniß eine Stelle hat. Pedb, Revier-Kommissariu«. — Da« schmachvolle Urtheil gegen Loge» in Han- n o v e r, über welche« an anderer Stelle berichtet wird, ist nicht blas eiu Attentat aus alle Rechtsbegriffe, sondern es verletzt auch brutal den Grundsatz, daß die sicherste Garantie für eine gute Rechtspflege in der Dessen t l i ch k e i t des Gerichtsverfahrens liege. Loge« ist verurtheilt wegen eines Referates über einen Prozeß: weil eine von der Dresdener Staatsanwaltschaft inkriminirte Aeuße- rung Bebel'« in einer Korrespondenz m i t g e t h e i l t war. Die Mit- t Heilung war durchaus objektiv erfolgt. Das Verbrechen der Majestät«- beleidigung, um welche« es sich handelt, war selbst für Richter so un- greisbar, daß das Dresdener Gericht in der Aeußerung Bebel'« das Verbrechen nicht finden konnte. Da» Hannoversche Gericht war schars- sichtiger— es fand eine Majestätsbeleidigung in der reserirenden Wiedergabe einer Aeußerung, die selber uach dem Urtheile des Dresdener Gerichtes gar keine Majestätsbeleidigung enthielt. Daß richter- liche Entscheidungen einander schnurstracks zuwiderlassen, ist eine bekannte Geschichte und speziell in politischen Prozessen, wo Alles auf da« subjektive Denken und Fühlen des Richter« ankommt, auch sehr natürlich. Was uns hier besonders interesfirt, ist der Streich, welcher gegen das Prinzip der Oeffentlichkeit geführt wird. Mit Recht sah da« Bürgerthum zur Zeit, da es noch wirklich„freifinnig" war, in der Oeffentlichkeit des Gerichtsverfahren« die wichtigste, wo nicht einzige Bürgschaft einer gerechten Justiz. Nur durch die vollste Oeffentlichkeit kann Justizmorden, richterlicher Willkür und dem Jnquisitionsunfug vor- gebeugt werden. Die Oeffentlichkeit besteht aber nicht sowohl in der Zulassung einer immerhin sehr beschränkten Zahl von Zuhörern zur Prozeßverhandlung, als iu der Veröffentlichung durch die Presse, welche zum gesammten Volk spricht. Hat man schon früher durch„Ausschluß der Oeffentlichkeit" das Publikum aus den Verhandlungssälen ferne gehalten, so vernichtet das Hannoversche Urtheil die Oeffentlichkeit für das gesammte Volk. Darin ist Plan. Unsere Feinde können die Wahrheit nicht vertragen: nicht genug, daß sie un« verurtheileu, sie stecken uns auch noch einen Knebel in den Mund, damit wir das erlittene Unrecht nicht kund lhun können. Nun— sie werden ihren Zweck nicht erreichen. Die Sozialdemokratie spottet der Anstrengungen und Gewaltstreiche ihrer Feinde. Ihren Feinden zum Trotz h a t fie eine Presse und wird eine haben. Geschehe was da wolle, sie wird die Niedertracht ihrer Feinde geißeln,-ihre Schurkenstreiche ans Licht ziehen, und an das Rechtsgesühl des Volkes appelliren bis dieses erwacht und Gericht hält. Urlheile, wie das jetzt in Hannover gefällte, können wir nicht ver- hüten, aber wir werden unser Möglichste« thun, daß sie nicht mehr lange gefällt werden. — Au« Leipzig, den 30. Juni, wird»uns geschrieben: Bon der skandalösen Berurtheilung der Genossen L a u s ch k e, Ap itz sch und Künzel habe ich Ihnen berichtet. Hören Sie des Weitern. Die drei Berurtheilten, welche mehrere Wochen in Untersuchungshaft gesessen hatten, wurden unmittelbar uach der Urcheilsverkündigung, wie da» in der Ordnung war, in Freiheit gesetzt. Natürlich wußten sie, daß die Polizei, welche Hand in Hand mit den Richtern arbeitel, auf Grund der Berurtheilung hin die Ausweisung verhängen würde, die übrigens auch im Falle der Freisprechung so ziemlich sicher gewesen wäre. Zum allgememen Erstaunen ließ die Ausweisung auf sich warten. Man hatte eine kleine Ueberraschung in petto. In da« ewige Einerlei der Maß- Regelungen muß doch von Zeit zu Zeit Abwechselung gebracht werden. Wohlan— am vorigen Dienstag zeigte es sich, was diese auffallende „Milde" und„Anständigkeit" bedeutete. An diesem Tag— das heißt anderthalb Wochen nach der erfirichterlichen Verdonnerung— wurden die Berurtheilten aus die Polizei vorgeladen, wo ihnen iu üblicher Form die AusloeisungSordre zugestellt ward. Da« wurde als etwas längst Erwartetes hingenommen. Als aber die glücklich Ausgewiesenen sich entfernen wollten, hieß es, fie müßten sich iu den„Justizpalast" zur «laatsanwaltschast begeben. Das geschah mit polizeilichem Ehrengeleite, und von der Staatsanwaltschaft wurde nun den drei Ver- nrtheilten und Ausgewiesenen kundgethau, daß sie wegen Flucht- Verdachts sosort in Haft genommen werden müßten. Umsonst machten sie geltend, daß das Urtheil, da Berufung erfolgt, noch nicht rechtskräftig sei und daß bei einer so geringen Strafe, wie 2 und 3 Monate Gefängniß, ja doch von Fluchtverdacht nicht die Rede sein könne. Der Staatsanwalt erwiderte, die polizeiliche Aus- Weisung bilde einen genügenden Grund, denn wenn die Ausgewiesenen aus Leipzig weg seien, werde es schwer halten, ihrer wieder habhaft zu werden. Alles Remonstriren war umsonst— Künzel, Apitzsch und Lauschte sitzen seit vorigen Dienstag, und sintemalen im Fall der Bestätigung des Ur- ihnen nicht angerechnet würde, so müssen fie wahr- zqem ich auf da«„Rechtsmittel" der Berufung Verzicht leisten und sich dnn nnger-ch.e.. Urthal unterwerfen. @itte! l'emit ltlan u �'S" im Reich der Gottesfurcht und frommen Kumt mau sich ein infameres Verfahren denken? Ist ein frechere« At ntat auf Recht und Gerechtigkeit denkbar? Und diese Begründung de«„Fluchtverdachtes«! Kann e« etwa« Schamloseres geben? wie�n k'e in erster Instanz Berurtheilten von der Polizei ausge- doch mir �t � �''sluchtverdächlig«! Fluchtverdächtig kann Jemand strafbaren I�m die Absicht zuzutrauen ist, sich den Folgen einer Apitzsch und lü?.* r e 1 m' a' 9 ,u entziehen. Wollen Künzel. die Ausweisuno 1�° � a6er freiwillig Leipzig verlassen? Ist sie für die G � stegen ihren Willen verfügt worden? Sind nirfit Reinheit verantwortlich, daß man mit der Ausweisung b'« da« Unheil rechtskräftig war? Wäre es -veis,� r'"icht ein Leichte« gewesen, den Ausschub der Au«- weisungsordre zu erwirken? So wie die Dinge eben stehen, ist es offenbar, daß die ganze Affaire zwischen der Staatsanwaltschaft und der Polizei abgekartet war, um drei Sozialdemokraten, wo nicht zu ruiniren, doch möglichst zu chikaoiren und zu malträtiren. Unter allen Umständen ist dieses Verfahren geradezu niederträchtig und liefert einen neuen Beweis dafür, daß Sozialdemokraten gegenüber Alles erlaubt ist, und keine Rücksicht der Gerechtigkeit und Humanität gilt. Wir legen es zu dem Uebrigen. Der arme Taute sitzt noch immer. Da in seiner Zuschrift an den „Sozialdemokrat" absolut nichts„Strafbares" zu finden ist, so scheint der einzige Zweck dieser abscheulichen Quälerei— denn ausweisen kann man Taute auch, o h n e ihn lang sitzen zu lassen— der zu sein, daß man ihm durch Ueberrumpelung diese« oder jenes Geständniß zu entlocken hofft. Hierin dürften sich die Herren Inquisitoren— denn unser heutiges Gerichtsversahren unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von dem alten Jnquisitionsprozeß verfluchten Andenkens— sich getäuscht haben, denn Taute hat eben nichts zu gestehen. Schade, daß man keine Daumenschrauben und sonstigen Folterwerk- zeuge mehr anwenden kann— dann ließe sich vielleicht das Gewünschte doch erlangen— wie in der„guten alten Zeit" von den unglücklichen „Hexen." — Eine Lehre. Wer die Verhandlungen des Leipziger Hochverrathspro- zesses im Jahre 1372 gegen Bebel, Liebknecht und Hepner noch im Gedächtniß hat, der wird sich auch de« Vorsitzenden der Geschworenen, eines Ritter- gutsbesitzers Steiger auf Schweta entsinnen. Dem Einfluß jene« Ehrenmannes war die Berurtheilung von Bebel und Liebknecht wesentlich zn verdanken, er hielt sich damals für»erpflichtet, den Auslassungen der Angeklagten über die Lage de« Bauernstandes gegenüber zu konstatireu, wie vortrefflich unsere Bauern sich ständen, und heute, nach zehn Jahren, ist dieser Herr selbst— ein Opfer unseres ökonomischen Entwicklung«- Prozesse« geworden. Wie verschiedene Blätter kürzlich berichteten, ist da« jenem Herrn eigenthümlich gehörige Rittergut, das zum Werthe von 600,000 Mk. taxirt war, in der Zwangsversteigerung mit 43 4,000 Mk. verkaust worden und damit Herr Steiger auf Schweta ein armer Mann. So muß es kommen, damit auch die Bornirtesten zur Einsicht gelangen? — Als Vorspiel zur Ulm-HeidenheimerErsatzwahl (siehe Situationsbericht aus Württemberg in Nr. 14), an der sich unsere Ulm-Heidenheimer Genossen speziell zu bethätigen beabsichtigen, wurde am 27. Juni bei zwei Heidenheimer Parteigenossen gehaussucht. Bei dem einen resultatlo«, bei dem zweiten angeblich„mit Erfolg", der natürlich zunächst noch„Geschästsgeheimniß" der betreffenden Entdecker bleiben muß, um die vorgenommene Verhaftung de« besonder«„an- rüchigen" Gen. Kiene recht„wohl begründet" erscheinen zu lassen. „Es ist gewiß recht anerkennenswerth"— so schreibt uns unter Anderm ein dortiger Genosse— daß unsere„tapferen" Gegner den Wahl- kamvf in der„Zeit der sauern Gurken" derart interessant machen und würzen. Wir werden diese Aufmerksamkeit zu erwidern verstehen und allseitig zusammengreifen, die von der vereinigten Reaktion gezeigte Schwäche und deren schlechtes Gewissen den Wählern in diesem Wahl- kreise recht deutlich vorzudemonstriren. Der Feind vertreibt sich das Kanonenfieber mit Haussuchungen, wir werden ihm selbst indessen heimleuchten so gut es geht und unbeirrt zusammengreifen. — Aus dem sächsischen Voigtlande schreibt un», Ende Juni, ein alter Genosse u. A.: Ich muß Ihnen noch mittheilen, daß die kräftige Kost, die der„Sozialdemokrat" bietet, un« Boigtländern sehr wohl bekommt, das beweist Ihnen auch das fortwährende Steigen unserer Abonnentenzahl. Auch herrscht unter den hiesigen Genossen eine Ein- müthigkeit, wie noch nie. Wir könnt«! noch viel mehr Abon- nenten machen, aber wir wollen uns nicht der Gefahr aussetzen, Ver- räther anzuwerben, und deshalb suchen wir,„fest und bedächtig", nach allen Richtungen hin, vorzudringen und Fühlung herzustellen und hoffen, daß Sie mit unserer Thätigkeit zufrieden sein werden. (Gewiß, und wir werden unbeugsam wie Ihr dreinlangen und vor- wärlsdrängen. Anmerkung der Redaktion.) — In der schweizerischen Arbeiterpresse ist seit dem 1. Juli eine Aenderung dahin eingetreten, daß au Stelle des zurück- getretenen Genossen Herter Genosse C. C o n z e t t, bisher Redakteur des „Volksfreund" in Chur, zum Redakteur der„A r b e i t e r st i m m e" gewählt worden ist. Aus seinem Antrittsartikel in der Nr. 26 der „Arbeiterstimme" heben wir folgende Stelle hervor: „Der Gewerkschastsbund ist die reine Klassenorganisation, in Wahrheit international, weil in ihm Angehörige aller Nationen Ausnahme finden. Klassenbewußtsein und Klaflenorganisation sind noth- wendig, um gegenüber der Kapitalisten klaffe die Interessen des arbei- tenden Volke» wahren zu können. Ueberall— also auch bei uns— zeigen sich die Kapitalisten, ob sie sich Liberale, Radikale, Ultramontane oder sonstwie nennen, als kapitalistische Klasse, sobald ihr Interesse bedroht erscheint. Wo es gilt, unsere Arbeiterinteressen zu vertreten, müssen wir uns als organifirte Klasse zeigen, nur dadurch kommen wir der an Zahl viel schwächeren Kapitalistenklasse gegenüber zum Recht und infolgedessen, durch Beseitigung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, zur Beseitigung aller Klassenherrschaft. „Ein Handinhandgehen der Arbeiterschaft der ganzen Schweiz ist dringend nothwendig. Weg mit der Nattonalitätsduselei, die ebenso wie der konfessionelle Haß geeignet ist, die ehernen Fesseln der Lohnsklaverei zu erhallen. Der Kapitalismus kennt keine Grenzpfähle, ebenso müssen auch die Proletarier international vorgehen, wenn fie sich eine bessere Zukunft erringen wollen. Wenn es auch unsere erste Ausgabe ist, an der Verbesserung der Zustände in unserem engeren Vaterland zu wirken und darum dem schweizerischen Volkscharakter gemäß vorzugehen, so dürfen wir doch nie außer Acht lassen, daß die soziale Frage nur auf internationalem Wege gelöst werden kann, daß die ausgeklärten Prole- tarier aller Länder ein Interesse beseelt: die ökonomische und politische Abhängigkeit zu beseitigen und den Satz zur Anerkennung zu bringen, wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen!" In diesem Sinne wird Conzett die„Arbeiterstimme" redigiren, und wir ruseu ihm dazu ein freudiges Glückauf! zu. — Garibaldi und die deutschen Sozialisten. In keinem Lande ist die Nachricht vom Tod des tapfern Freiheitskämpfers Garibaldi mit solcher Gleichgiltigkeit hingenommen worden, als in Deutschland, dem Lande, dem ein Garibaldi mehr Noth thäte als irgend einem andern. Einige mehr oder minder laue Rachrufe, das war Alles, wa« der bürgerliche Liberalismus für denselben Mann hatte, dem er vor einem halben Menschenalter begeistert zugejubelt hatte. Und wie konnte e« auch anders sein? Garibaldi ist sich bis zu seinem Tode selbst treu geblieben und hatte nicht die Schlafmütze über die Ohren gezogen, wie die deutschen Turn-, Sänger- und Gchützenfestrepublikaner der sechziger Jahre. Der einzigen Partei aber, welche in Deutschland das Banner der Volkssreiheit unentwegt hochhält, der Sozialdemokratie, war es un- möglich, ihrer Sympathie mit dem Freischaarenführer im rothen Hemde in öffentlicher Demonstration Ausdruck zu geben, s i e hätte sonst für würdige Kundgebungen in jeder Beziehung gesorgt. So blieb es den deutschen Sozialisten im Auslände vorbehalten, oder vielmehr so war es ihre Pflicht, dieser Aufgabe nachzukommen. Und in Bern, Zürich und Gens ist das auch geschehen. In Zürich fand am 10. Juni aus Jniziative deutscherseits eine von deutschen und schweizerischen Sozialisten sehr gut besuchte Versammlung statt. Der große Saal de« alten Schützenhause« war vollständig ge- füllt. Es sprachen Deutsche, Schweizer und Italiener. Genosse Bern- stein feierte Garibaldi als Kämpfer für die ganze Menschheit und Dr. Strickler schilderte ihn als das goldene Herz und republikanische Gewissen Italiens. Ein Hoch aus das Andenken Garibaldi'« und seiner Mitstreiter wurde mit stürmischem Jubel aufgenommen. In Bern hielten am 2. Juli die verschiedenen Arbeitervereine eine Garibaldifeier ab. Die Festrede hielt Herr Fürsprech Reichel, der in kernigen Worten da« Leben und Wirken Garibaldi'« schilderte. Am großartigsten war die vom deutschen Arbeiterverein in Genf, dessen Ehrenmitglied Garibaldi gewesen war, veranstaltete internationale Demonstration. Sechzehn verschiedene Bereine, darunter „I-a jeune Suisse"(die junge Schweiz), der Grütliverein Genf jc., viele französische, italienische, slavische ic. Genossen nahmen daran Theil. Es war ein Zug von gegen 1000 Personen, der mit schwarz behängten Fahnen(darunter mehrere rothe) durch die Straßen Genf» nach C a r o u g e zog, um iu der dortigen Schützenhalle da« Andenken Garibaldi'« zu feiern. Trotzdem die konservative Presse aus Leibeskräften gegen die Demon- stration gehetzt hatte, war die Haltung des Volke« im Allgemeinen eine der Demonstration günstige, Störungen wurden von keiner Seite versucht. An der an die Demonstration sich anschließenden Versammlung nahmen gegen 1S00 Personen Theil. Der bei den''Sozialisten romanischer Zunge üblichen Sitte gemäß wurde ein Ehrenpräsidium bestimmt, und zwar unter allgemeiner Akklamation das Exek der russischen Revolutionäre. Mit der Leitung der Versa' fetng wurde Genosse Bernstein(Zürich) beaustragt, der auch die.'Äche Ansprache hielt. Französisch sprachen die Bürger T u r s k i(Russe), S o l a r i, Heritiör, Grussel(Schweizer), A r d i g o(Spanier), F a ch i n i (Italiener) und Frau W a r y e S k a(Polm). Italienisch sprach Bürger Nabruzzi, deutsch und italienisch der berühmte Physiologe, Professor Schiff. Folgende Beileidsadresse an die jüngeren Mitglieder der Familie Garibaldi'« wurde einstimmig angenommen: „Freie Männer, welche am 2. Juli auf freiem Boden versammelt sind, um das Andenken de« wahren Freundes der Menschheit, Joseph G a r i b a l d i's, Eures tapfern Baters, zu ehren, empfinden gemeinsam das Verlangen, ihren Schmerz mit dem Eurjgen zu verbinden. Sie hoffen, daß Ihr, die Ihr den Rest seines ruhmvollen Leben« durch Euer Heranwachsen aufgeheitert habt, Euch von seinem Beispiel, was da« strenge Festhalten an seinen tugendhasten Prinzipien anbetrifft, anfeuern lassen werdet, und daß Euer erster Akt der Reife sein möge, Euch zu erinnern, daß Ihr fordern und verlangen dürft, daß sein letzter Wille geachtet werde, daß dem unendlichen Atomenreich der Atom zurückgegeben werde, der die unendliche Liebe zur Menschheit in sich schloß!" Außerdem protestirte die Versammlung noch gegen da« schmachvolle Vorgehen der italienischen Regierung, gegen Garibaldi'« Waffengenoffen C i p r i a n i und den Sozialisten C a f i e r o, und votirteeine Sympathie- adresse für unfern wackeren Veteranen Joh. Phil. Becker, der eifrig für die Manifestation gewirkt hatte, aber durch eine plötzliche Erkrankung verhindert worden war, an ihr Theil zu nehmen. Aus der Rückkehr von Carouge zogen die Genossen mit Fahnen und Musik hinaus vor Beckers Haus und brachten dem braven Vorkämpfer ein stürmisches Hoch! — Rußland. Die Verhaftungen, deren Richtigkeit wir vorläufig bezweifeln zu müssen glaubten, werden jetzt offiziell bestätigt. Damit ist natürlich noch nicht die Wahrheit alles dessen, was die Tagespresse über die Verhafteten und deren Beziehungen zur Revolutionspartei zum Besten gibt, erwiesen, aber soviel steht fest, daß e« der russischen Polizei gelungen ist, wieder einmal einen„Fang" zn machen oder, um un« der geschmack- vollen Ausdrucksweise der demokratischen„Frankfurter Zeitung" zu bedienen, ein Berbrechernest auszuheben. Ein recht angenehmer Menschenschlag, diese„demokratischen" und„libe- ralen" Journalisten! Für die Verbrecher iu Amt und Würden haben sie höchstens einmal einige indirekte Andeutungen schüchterner Mißbilli- gung, wenn sich aber die besten Elemente eines Volkes ausraffen, um Gut und Blut, Freiheit und Leben für die Beseitigung politischer Knecht- schast und administrativer Korruption einzusetzen, wenn dieselben, jedes andern Kampfmittel» beraubt, zu Gewaltmitteln ihre Zuflucht nehmen, dann ist da« liberalisircnde Journalistengesindel sosort mit der Sprache der Polizei bei der Hand und kolpornrt willig alle Verläumdungen und Beschimpsuu- gen, welche die Niedertracht der Unterdrücker ausheckt. Da hat vor Kurzem ein Feuilletonschmierer der„Neuen Freien Presse", ein Herr von Thaler, au« einem in Mailand erschienenem Buche „I-a RusBia sotterranea"(Das unterirdische Rußland) einen von aller Hand Verdrehungen und Entstellungen wimmelnden Auszug veröffentlicht — sosort war die ganze liberale und„demokratische" Preßmeule bei der Hand, die Gemeinheiten, mit welchen dieser Wiener Zeilenreißer die muthigen Kämpfer für Recht und Freiheit besudelt, als baare Münze auszutischen, dem Volke die stille, entschlossene Vera Sassulitsch als eine kreischende Megäre, die edle hingebende Sophie Perows- k aj a als kalte, gefühllose Mörderin hinzustellen. Bon den Seelenkämpfen, welche das Opfer de« 15. April 1881 durchgemacht, al« ihr die Aufgabe zugesallen war, an dem entscheidenden Schlag theilzunehmen, wird wohl- weislich geschwiegen, es macht sich ja viel piquanter und ist auch viel ungefährlicher, zu schildern, wie das„reizende Köpfchen" nur mit Mord- gedanken erfüllt war und ähnliche Feuilletonistenmätzchen mehr. Der großartigste Kampf des 19. Jahrhunderls ist für diese Gesellschaft nur ein Stoff zu allerhand läppischen Witzeleien. Da die Verhaftungen Pribilow's, Gretschewski's Je. sehr „interessant" waren, so überhebt uns die Tagespresse der Pflicht, die Einzelheiten hier zu wiederholen. Der kolossale Polizeiapparat, der in Rußland und ganz besonders in Petersburg und Moskau unausgesetzt, und mit den weitgehendsten Vollmachten ausgestattet, thätig ist, um die Krönung Alexanders, des Henker«, zu ermöglichen, ist durch Uebersälle aller Art einigen Verbindungen auf die Spur gekommen, die, abgesehen von allem Anderen, den Beweis liesern, daß allen Prahlereien Jgnatiew's zum Trotz der Nihilismus noch lebt und aller Verfolgung ungeachtet leben wird, bis das Ziel seiner Bestrebungen erreicht, da« heißt, der zarische Despotismus in jeder Beziehung gebrochen ist. Wir sagten oben, daß die bürgerliche Presse, so demokratisch sie sich auch geberdet, für die Grausamkeiten der Verbrecher in Amt und Würden kaum ein schüchternes Wort indirekter Mißbilligung hätte. Das zeigt sich recht deutlich bei folgender Notiz, die wiederum ohne Kommen- t a r die Runde durch die Presse macht: „Nach einer Petersburger Meldung der„Vossischen" ist auf's Strengste angeordnet, daß sogar die Gefangenenaufseher die Arre- stauten in der Peter- Pauls- Festung nicht sprechen dürfen. Dieselben werden jetzt durch Convoisoldaten und Gensdarmen immer begleitet. Behufs A g n o« z i r u n g der zuletzt verhafteten Terroristen wurden früher verurtheilte zwanzig Terroristen noch nicht transportirt. Auch Jesse Helfmann, Doktor Weimar, Narschajew und M i r s k i wurden nach der' Festung zurückgebracht. Seit der Entdeckung, daß Gefangene korrespondiren und durch Klopsen an den Wänden telegraphiren, sind Betten, Stühle und Tische in den Kerkern an den Boden befestigt und die Zellenwändemit Filzdecken über- zogen. Der Bezug von Büchern aus der Biblis- thek ist sistirt. Die Beendigung des Baue« neuer Kassematten in der Trubetztoi-Bastion in der Peter- Pauls- Festung wird be- schleunigt. Großsürst Nicolai mit Adjutanten besichtigte den Bau und prüfte, ob die Wände den Schall fortsetzen." Diese Maßregel besagt nicht« weiter, als daß die geistige Tortur der Gefangenen soweit als nur denkbar erhöht werden soll. Ohne Bücher, ohne jeden mündlichen Verkehr sollen die Gefangenen entweder stumpf- sinnig gemacht oder zur Verzweiflung getrieben werden, damit fie wo- möglich ohne direkte Anwendung körperlicher Tortur Alles gesteheu, wa« ihre Henker von ihnen zu erpressen wünschen. Die Zurücklrans- portirung der genannten vier Personen ist ein deutlicher Beweis, daß man durch Anwendung der brutalsten Zwangsmittel Geständnisse er- pressen will, denn freiwillig werden dieselben ihre Freunde nicht ver- rathen, das weiß die zarische Polizei so gut, wie es die europäische Presse längst weiß. Aber— Uber so etwas schweigt man lieber, denn es handelt sich ja um Leute, die sllr Freiheit und Recht kämpfen, und — der Rubel ist allmächtig. Oder ist's nicht so, Herr von Thaler? Korrespondenzen. — Mannheim. Die durch ihren Muth und ihre Prinzipientreue zur Genllge berüchtigte sogenannte Volkspartei hat es bekanntlich versucht, die Erbschaft der Benningsen'schen von vor zehn Jahren anzutreten, und die 'llnszigjährige Gedenkfeier der muthigen revolutionären Volksmänoer von 1832 in ihrer Weise zu begehen. Die feigen erbärmlichen Kriechereien vor Polizei und hoher Regierung, die der Vorstand und die tonangebende Presse dieser Partei bei dieser Gelegenheit zu Tage förderten, sind schon im„Sozialdemokrat" gebührend gekennzeichnet worden. Doch das Beste kommt immer zuletzt, und so sollte auch das Nachspiel der Volkspartei- lichen Komödie das Vorspiel bei Weitem übertreffen, namentlich im Punkte journalistischer Ehrenhaftigkeit. Unsere pfälzischen Parteigenossen waren nämlich nicht gesonnen, die Signatur de» Tages der Berwässerung und Verschlammung durch die Bolkspartei zu überlassen, noch viel weniger für diese die Kastanien aus dem Feuer zu holen und ruhig zuzusehen, wie sie dem Volke Sand in die Augen streuen. Die Sozialisten in der Pfalz sorgten vielmehr dafür, dem Volke den wahren Sinn und die tiefere Bedeutung des Tages durch Wort und That klar zu machen. Ein von unserem Genfer Bete- ranen Johann Philipp Becker verfaßtes Flugblatt gelangte zur niassen- hasten Verbreitung, und um dem gedruckten Wort eine entsprechende That folgen zu lassen, unternahmen es einige besonders Muthige, das Banner der wahren kämpfenden proletarischen Demokratie, unter dem dieselbe schon so oft geblutet hat und noch bluten wird, aus die Schloß- ruine von Hambach aufzupflanzen. Letzteres gelang iudeß nicht, da die Betreffenden das Schloß von einem ganzen Rudel baierischer Schandarmen besetzt fanden. Unter Anderen wurde auch unser Genosse Ehrhardt aus Mannheim verhaftet und richtig drei Tage hinter Schloß und Riegel gehalten. Dieses Vorgehe» der pfälzischen Sozialisten, das trotz seines theilweisen Mißlingens uns nur genützt hat, war natürlich nicht nach dem Geschmack und Bedürfniß der pseudo-demokratischen Herren, und ist es daher nur begreiflich, daß ihre saubere Presse hier am Ort sowohl als in der ganzen iiächsteii Umgebung sich in der allergehässigsten Weise und mit den lächerlichsten Ausfällen gegen uns im Allgemeinen und Genosse Ehrhardt im Besonderen Luft zu machen suchte. Jndeß keine« derselben hat zu der unsäglichen Niedertracht und bodenlosen Gemeinheit Hinunterfinken können, als ihre getreue Ablagerung in der baierischen Residenz. Wir meinen die in München erscheinende schwäbische Ehronik— pardon, wollten sagen„Süddeutsche Post". In ihrer Nr. 115 vom 4. Juni nimmt da» erwähnte Blättchen Notiz von dem erfolgten Verbot des ob- genannten Flugblattes, und meint dann wörtlich:„Die Aushissung des rothcn LappenS wollte ein gewisser Ehrhardt, Partei- und Gesinnung»- genösse des durch den Münchner Rechtsspruch feierlichst rehabilitirten Zeugen Horsch bewirken". Pfui über solche Perfidie! Und erst recht Pfui! wenn man die edlen Motive in Betracht zieht, die für die bei- spiellose Ehrabschneidung der„demokratischen" Redaktion maßgebend waren. Es ist da« eifrige Bestreben, dem liberalen Philistertbum zu schmeicheln und ihrem Organ Eingang in seinen Reihen zu verschaffen, noch mehr aber der heiße Wunsch, sich in den Augen der Münchner Polizei feierlichst zu rehabililiren! Wir Mannheimer Parteigenossen, in deren Mitte Ehrhardt seil Jahren lebt und wirkt, die wir von seiner Uneigennützigkeit und unbedingten Ehrenhaftigkeit unerschütterlich fest überzeugt sind, sehen in diesem un- qualifizirbaren Gebahren der„Süddeutschen Post" aber nicht nur eine persönliche Ehrabschneidung für Ehrhardt, sondern zugleich eine schwere Beleidigung der hiesigen sozialdemokratischen Partei, denn wir alle be- trachten Ehrhardt als einen überzeugungstreuen Parteigenossen. Wir erachten es daher als unsere Pflicht, die„Süddeutsche Post" hiermit an den Pranger zu stellen, und überlassen es gettost jedem den- kenden Arbeiter, ob er ein derartiges demokratisches Blatt durch sein etwaiges Abonnement noch weiter unterstützen will. Die Mannheimer Parteigenossen. H. H. — Erfurt, 23. Juni. Auf den offenen Brief der Hamburger Genossen erklären wir, daß wir den Autrag derselben betreffend Heraus- gäbe einer zeitgemäße» Agitationsschrift und zeitweiser Flugblattverthei- lung voll und ganz unterstützen. Betreffs der Umarbeitung der Lassalle'- scheu Schriften stimmen wir mit der Redaktion des Parteiorgans über- ein, daß dies wohl nicht zweckmäßig sein würde. Wäre es nicht vielleicht wünschenswerth, eine Broschüre herauszugeben, welche Über die Bewegung und die sonstigen Hauptvorkommnisse in un- serer Partei seit dem Bestehen de« Sozialistengesetze« in gedrängter Kürze berichtet«? Es könnte z. B. eine kurze Uebersicht unserer Eiunahmen und Aus- gaben(soweit als möglich), Prozesse, Berurtheilungen. Zeitungsverbot«, Bereinsauslösungen, Ausweisungen und unsere letzte Wahlbewegung darin enthalten sein. Mit bestem Gruß! Der rothe Hau«. In gleichem Sinne sprechen sich die Genossen von N o w a w e s aus, die namentlich die Noihwendizkeit einer Broschüre betonen, welche dem Volke mit statistischem Nachweis aus neuerer Zeit die gegenwärtigen Steucrverbällnisse und die Vergeudung des Volksvermögens für knltur- feindliche Zwecke vor Augen führt. Im Weiteren erklären sie zu Ha l- t u n g und Schreibweise des„S o z i a l d." chre volle Zustim- mung und wünschen:„daß er so roth wie möglich schreibe; wir haben nicht um das zu betteln, was wir erstreben, wir haben es zu fordern, denn man bat uns darum b e st o h l e n." Endlich erscheint ihnen die baldige Abhaltung eines Kongresse« für nothwendig. Magdeburg. E« war nicht meine Absicht, an der Diskussion! welche sich in der Breuel'schen Angelegenheit entsponnen hat, theilzunehme»- ich dachte die« Denen überlassen zu müssen, welche mit der Feder qe wandter sind als ich. Tie unerwartete Wendung aber, welche di- Sache genommen, sowie der Umstand, daß ich als langjähriger Mit Arbeiter und Freund Breuel's denselben sehr genau kenne, veranlassen mich, in dieser wichtigen Frage auch meine Meinung abzugeben. Ich halte die Sache für sehr wichtig, und muß mich um so inehr wundern, wie von der Redaktion de«„Sozialdemokrat" als auch feiten« einiger Parteigenossen versucht wird, die Angelegenheit in« Lächerliche zu ziehen oder anderntheil« die Person BreuelS an die Rockschöße der VolkSpartei zu hängen. Oder heißt e« etwa nicht lächerlich machen, wenn in einer Anmerkung u dem Breuel'schen Artikel gesagt wird t wenn unser Bater ein Esel gewesen wäre u. s. w.? Oder wenn die Redaktion an den verschiedensten Stellen ohne jegliche Veranlassung von objektiven Staatsanwälten und dergleichen spricht? Jedenfalls beweist man damit, daß man nicht einmal im Stande ist, den eigenen Parteigenossen gegenüber objektiv zu sein. Wenn dann ein Genosse pathetisch ausruft' Weg mit allen Halben und Feiglingen! so mag die Phrase ja sehr schön klingen, doch müßte er dann einen sehr großen Theil Parteigenossen, die ähnlich wie Breuel denken, mit diesem Prädikat belegen. Es ist wirklich traurig, wenn man sieht, daß einem Genossen, von dem ich ganz bestimmt weiß, daß ihn nur die edelsten Beweggründe zur Auswerfung dieser Frage veranlaßt haben können und dessen ganze Ver- gangenbeit ein Zeugniß für die Reinheil seiner Bestrebungen' ist, dessen ganze bürgerliche Existenz durch seine Ausweisung au« Hamburg ver- nichtct ist, es ist traurig, daß es Genossen gibt, die so leichtsinnig mit derartigen beleidigenden Worten um sich werfen. Zu der Streitfrage selber muß ich mich im großen Ganzen auf den Standpunkt Breuel'« stellen, ohne daß ich jeden Satz, den er geschrieben, anerkenne. Sobald wir den objektiven Standpunkt hiutenansetzen und die Per- sonensrage in den Vordergrund stellen, kommen wir auf die schiefe Ebene, wo die Reinheit unserer Prinzipien verloren geht. Und daß die Redaktion des„Sozialdemokrat" in diesen Fehler ver- fallen ist, läßt sich sehr leicht beweisen. Ich will gerne zugeben, daß e« schwer ist, unter den heutigen Verhältnissen dieses festzuhalten, aber wenn die deutsche Sozialdemokratie nicht den Boden unter den Füßen verlieren will, so muß unter allen Umständen und allen Provokationen zum Trotz hieran festgehalten werden. Ist nun die Redaktion sich wirklich bewußt, welche Verantwortung sie übernimmt, wenn sie beispielsweise das Durchprügeln von Polizisten u. s. w. zur Nachahmung empfiehlt? Es sei ferne von mir, einen Parteigenossen, der inmitten unserer Bewegung steht, zu verurtheilen, wenn ihm einmal die Galle überläuft und er sich dann mit der Faust sein Recht zu verschaffen sucht. Etwa« ganz andere« aber ist es, wenn die Redaktion dieses in ein bestimmte« System zu bringen sucht und es den Parteigenossen zur Nachahmung empfiehlt; es ist dies nichts weiter als die Proklamirung des Faustrechts, womit man natürlich beweisen kann, daß man der Stärkere ist, nicht aber, daß man Recht hat. Und wenn wir dann die Konsequenz hieraus ziehen und anfangen, überall gegen jede vermeintliche Niederttacht die Faust zu gebraucheu, so würde das unfern Gegnern ganz Recht sein, ganz abgesehen davon, daß wir alsdann wohl meistens den Kürzeren ziehen würden, da sie uns an Zahl ja weit überlegen find. Dann müssen wir bedenken, daß unser Parteiorgan nicht blos von Parteigenossen gelesen wird, und da, glaube ich, wird Jeder, der un« noch indifferent gegenübersteht, abgestoßen,' wenn er, um nur ein Beispiel anzuführen, liest:„Der verfluchte Schnaps. Wilhelm ist wieder unwohl und hütet da» Bett." Zu welchem Zweck, frage ich, werden derartige Sätze geschrieben? Es ist, meine ich, nicht nöthig, daß die Redaktion sich sehr oft der Uebertreibung schuldig macht, ich denke vielmehr, daß unsere Zustände derartig sind, daß jede Uebertreibung nur abschwächend wirken kann. Nur Aufklärung und immer wieder objektive sachliche Auf- k l ä r u n g kann es bewirken, daß die Arbeiter unsere Ideen begreifen und ihnen zum Siege verHelsen können. Deshalb, Parteigenossen, urtheilt nicht oberflächlich und einseitig, eine derartige Prinzipiensrage läßt sich mit radikalen Schlagwörtern nicht abthun, sie will mit großem sittlichen Ernst geprüft sein; wenn die» geschieht, dann ist es für mich nicht zweifelhaft, auf welcher Seite da« Recht zu finden ist. 3. H. (Die Redaktion möchte nicht, daß sich an diesen Brief wiederum eine neue Polemik knüpft, die Parteigenossen haben zum weitaus größten Theil ihre Anficht kundgegeben, andere werden es wohl auch noch thun, und nur, wenn wir jedem Genossen— soweit er im Rahmen unserer Parleigrundsätze bleibt— volle Diskussionsfreiheit gewähren, können wir die einmal eröffnete Debatte sachgemäß zu Ende führen. Aus die direkt an die Redaktion gerichteten Fragen, erwidern wir dem Genossen 3. H., daß er das Faustrecht mit dem Recht der Roth- wehr verwechselt, daß wir Breuel auf seinen zweite» Brief ironisch antworteten, um nicht in denselben Ton zu verfallen, den dieser un« gegenüber angeschlagen hatte, und endlich, daß wir für uns das Recht rekla- miren, den Leuten, die für das Volk ein kanaillöses Trunksuchtsgesetz sabrizirt haben, ihre eigenen Sünden unter die Nase zu reiben, so oft sich uns Gelegenheit dazu bietet. Anmerkg. d. Red.) Warnung. Die deutsche Polizei ist zur Zeit im Ausland stark beschäftigt, um unter den dort lebenden deutschen Parteigenossen passendes Material zu weiterer Hätz für die Parteigenossen im Inland zu sammeln. Die Spekulatton ist dahiu gerichtet, daß unsere Parteigeuofsen im Ausland de» Bannes, der im Inland auf ihnen lastet, ledig, sich ungenirter über deutsche Parteiverhältnisse auslassen, und so gute Gel egenheit zur Sammlung von allerlei Mitthei- lungen und Tharsachen bieten. Zu diesem Zwecke schicken die Zentralstätten der deutschen Polizei von Zeit zu Zeit ihre geriebensten Organe nach den europäischen Hauptstädten der Bewegung, wie Paris, London, Brüssel, Zürich?c., um dort„Studien" zu machen, die dann allen interessirten Behörden mitgetheilt und gelegent- lich verwerthet werden. So war unter Andern kürzlich der Geheim- Polizist K a r n a tz ans Dresden mehrere Wochen in Pari«, über das Resultat seiner„Studien" ist un» vorläufig nichts bekannt. Für unsere Parteigenossen im Ausland erwächst hieraus die Pflicht, in ihren Aeußerungen vorsichtig zu sein, und sich namentlich an den Orten, wo sie in größerer Anzahl zum Meinungsaustausch zusammen- kommen, ihre Umgebung genau anzusehen.*) *) Wir machen besonders solche Genossen in Zürich aus diese Er- Mahnung und die fernere Verantwortlichkeit ihres Thuns aufmerksam, die sich Personen gegenüber, welche der Polizeispitzelei dringend ver- dächtig sind, allzuwenig reservirt benehmen, weil Viele in unserer Partei sich dem Glauben hingeben, Jeder, der mit einem Parteigenossen anscheinend vertraulich verkehrt, sei deshalb schon vertrauenswürdig, man brauche sich daher dem„guten Freunde" de« Genossen Zl. oder?)- in seiner Kritik über deutsche Verhältnisse und Personen keinen Zügel anzulegen. Die„Wahl" der Enterbten. Was willst Du Freund, was schwebt Dir vor, Bei Zaudern, Leiden, Darben? Sä'st That und Kraft im Lenz, Du Thor, In Hoffnung voller Garben? Da« Brod, da«— stark— Du karg erringst, Wirst— schwach Du betteln müssen, Und den Du jung nicht schon bezwingst, Der tritt Dich alt mit Fllßen l Was willst Du? Hier der Wege zwei Weit offen vor Dir liegen; Doch wähle, weil die Wahl noch sreil Wie? Willst Tu unterliegen? Entschließe Dich, da Leidenschaft Und Muth Dich noch beleben, Entschließe Dich, solang' Dir Kraft Zum Widerstand gegeben! Hier droht Dir Tod und dort Vergeh'», Hier Sterben, dort vergessen, Hier Scheideblick' auf freie Höh'n, In Nacht dort unermessen! Hier sinkst Du blühend in das Grab Im Kampf um s wahre Leben, Dort schafft man Ausgepreßte ab Und scharrt sie ein daneben! Dort bricht die Zeit Dir Stück um Stück Des Geistes freie Schwingen; Und Du? Du wartest auf das„Glück"! Wähnst, D i r müsi' e« gelingen! Wenn inüd' Dein Geist und schwach Dein Arm Weist man Dich von der Schwelle, Bis Dich— ein Ball für Noth und Harm— Verschlingt des Tode« Welle! Hier kämpfst Du. Mann, mit Geist und Herz, Für'« Schöne, Rechte, Wahre! Die Genien steh'» beim letzten Ichmerz Vereint an Deiner Bahre, Die Freiheit leuchtet Über Dir, Die Schönheit prangt daneben Und ihrem Kämpfer schließt die Thür' Tie Wahrheit aus zum Leben! Tie Erde grünt— in Ionnenprachl Sie Frucht und Segen spendet, Jndeß der Proletar in Nacht Und Noth am Quell' verendet!—— Die Nacht zerrinnt! Nur kühn' dem Tod Trotz in'« Geficht geboten! Dnrch Nacht und Noth zu Freiheit, Brod! Hoch unsre freien Tobten! Leipzig, 16. April 1882. Ernst Wilhelm. Parteigenossen! Vergeßt der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Briefkasten der Redaktion: Wegen Raummangel« mußte ein Theil der Rundschau und mehrere Korrespondenzen zurückgestellt werden. der Expedition: Hannibal: Bf. v. 28 6. eingetr. u. besorgt.— C. G. SP. a Rh.: M. 3.— Ab. 3. Qu. erh.- Oncel: Fr. 11.25 Ab. 3. Qu. erh.— I. Klemp Wthur! Stimmt. Sie haben da« 3. Qu. vor- ausbez.— Ferd.: Bs. v. 29/6. u. 3/7. eingetr. Weitere« besorgt. Angelegen- heit C. leider durch D. verschoben.— Morgenroth: Bf. v. 29/6 jvohl- behalten eingetr., aber ohne Einlage!— fft Himmel--; Schön, aber schade, daß Ml. nicht drauf schwören kann. Mehrsdg. folgt. B. dkd. notirt u. Hw. belastet. Bon„A.-Lsb." noch 300 Vorrath hier. Preis entscheidend f. Weiteres.— Agricola: Nachr. v. 30/6. erh. All right. — Cooperator: Dank für Besorgung. Weiteres betr. D. notirt. Die „Skandalharfeuistin" wünscht nichts sehnlicher, als bei l>r. Reptiliu« Quittung vorweisen zu können. Wollens den Andern über- lassen.— Dr. W. A.: M. 40.— Cto. Athl. u. M. 6.— Abonnem. 3. u. 4. Qu. erhalten. M. 4.— d. Ufd. dkd. zugew.— 3 Ab.: Kbg. i. Pr.: M. 9.15 Ab. 3. Qu. u. Schfl. V.R. erh.-- escalg«; M. 56.60 Ab.—ach 2. Qu. u. M. 7.20 Psc., sowie M. 4.40 f. D. 2. Qu. erh. Mehrbestllg. Psc. folgt.— H. H. Kbg.: M. 6.— Ab. 3. Qu. erhalten. Nachlfrg. abgg.— Dr. B. A.— n: ö. w. fl. 1.70 Ab. 3. Qu. erhalt. H. P. Hfl.: M. 3.— Ab. 3. Qu. Denken Sie auch an den weiten Weg und den— Postmarder.— Tatilina: Fr.—.85 f. Schft. erh.—