Srscheiut wöchentlich einmal in Zürich(Schweiz) ?»l», Volksbuchhandlung Hottiugon-Aürich. Kotseidsugeil franco gegen franco. Gewöhnliche Briefe nach der Schweiz kosten Doppelporto. Der KoMemoKrat Imtrat-Hrgan der deutschen Sozialdemokratie Nbonnemcnts werden nur beim Verlag und dessen belannten Agenten entgegengenommen und zwar zum voraus zahlbaren VierteljahriprriS von: Fr. 2.— für die Schweiz(Jheuzbanb) Ml. 3.— für Deutschland(Soudfrt) sl. l. 70 für Oesterreich(doudert) Fr. 2.50 für alle übrigen Länder des Weltpostvereins lKreuzbaud» Juserite Die drcigespaltene Petitzeil 25 Cts.= 20 Pfg. R? A3 Donnerstag, 24. August. 1882. Zilli««» die Ahnliitiieu und Korrtspondcutrll de«„Sojiilde«»kr«t". Da der.Sozialdemokrat� sowohl in Deutschland als auch in Oesterreich verboten ist, bezw. verfolgt wird, und die dortigen Behörden sich alle Mühe geben, unsere Verbindungen nach jenen Ländern möglichst zu erschweren, resp. Briefe von dort an uns und unsere Zeitungs- und sonstigen Sendungen nach dort abzufangen, so ist die äußerste Vorsicht im Postverkehr nothwendig und darf keine Lorfichismaßregel versäumt werden, die Briefmarder über den wahren Absender und Empfänger, sowie den Inhalt der Sendungen zu täuschen, und letztere dadurch zu schützen. Haupterfordernig ist hiezu einerseits, daß unsere Freunde so selten als möglich an den.Sozialdemokrat", refp. deffen Verlag selbst adresfiren, sondern sich möglichst an irgend eine unverdächtige Adresse außerhalb Deutschlands und Oesterreichs wenden, welche sich dann mit unS in Verbindung setzt; anderseits aber, daß auch unS möglichst unverfängliche Zustellungsadressen mitgetheilt werden. In ,weifelhaften Aällen empfiehlt sich behufs größerer Sicherheit Rekommandirung. Soviel an unS liegt, werden wir gewiß weder Mühe noch Kosten scheuen, um trotz aller entgegen- stehenden Schwierigkeiten den.Sozialdemokrat" unfern Abonnenten möglichst regelmäßig zu liefern. An die Parteigenossen! Eine Reihe von Fragen, welche seit dem Wydener Kongreß innerhalb der deutschen Sozialdemokratie auftauchten und seitens der Genossen eine theilweise sehr abweichende Beurthei- lung fanden, sowie besonders die in letzter Zeit im„Sozial- demokrat" mehrfach angeregte Berufung eines Kongresses noch im Laufe dieses Jahres, ließen es für nothwendig erscheinen, die parlamentarischen Vertreter der Partei, sowie eine Anzahl Vertrauensmänner zu einer Besprechung dieser Angelegenheit zu berufen. Dieselben haben sich in den Tagen vom 19. bis 21. August in Zürich zusammen gefunden, und geben wir im Rachstehenden kurz dasjenige, was aus den stattgehabten Ver- Handlungen unter den bestehenden Verhältnissen in die Oeffent- lichkeit gebracht werden kann. Als Gegenstände, welche während der dreitägigen Berathungen ihre Erledigung gefunden haben, seien aufgeführt: Die Frage der Taktik, Organisationsangelegenheiten, bessere Regelung der Flugblätterverbrcitung, Stand und Haltung des Parteiorgans, Verhalten zur deutschen Presse, Errichtung eines Parteiarchivs, Kassenangelcgenheiten, Entscheidung über den Zeitpunkt der Berufung eines Kongresses, sowie eine Reihe verschiedener Angelegenheiten, Anträge, Beschwerden und so fort. Zunächst können wir die erfreuliche Thatsache konstaliren, daß, obwohl auch während der Besprechungen über die Frage bezüglich der Taktik und der Haltung des Parteiorgans ver- schiedene Ansichten zu Tage traten, diese doch nur vom Stand- Punkt der Rützlichkeitsfrage sich geltend machten, eine eigentliche Meinungsverschiedenheit aber keineswegs zu Tage trat. Die Anregung bezüglich der Gründung eines Parteiarchivs fand allseitige Zustimmung. In Bezug auf einen Kongreß der deutschen Sozialdemokratie wurde beschlossen, denselben im Laufe des nächsten Frühjahrs zu berufen, und werden die Genossen hoffentlich die Zeit bis dahin dazu bcnützen, die Vertretung zu einer recht allgemeinen zu machen. Allseitig trat die Ueberzeugung zu Tage, daß die deutsche Sozial- demokratie so einig und kampfbereit als je den ihr gestellten Aufgaben gegenüber steht und der Sieg trotz alledem uns werden muß. Deutschland, Ende August 1882. Anschließend an die vorstehende Mittheilung benachrichtigen wir die Genossen, daß die Arbeiten zur Einrichtung des Partei- archivs bereits im Gange sind. Das Archiv soll eine möglichst vollständige Sammlung aller unser Parteileben bezüglichen Dokumente und Schriftstücke sein. Es sind hierunter namentlich gemeint: die frühere sozialistische Literatur, von der hier und da sehr werthvolle Einzel- Exemplare im Privatbesitz sich befinden, unsere eigenen Parteibroschüren, Zeit- und Flugschriften-Litera- tur, die früheren und jetzigen Wahlauftufe, charakteristische Prozeßakten und dergleichen. Die Parteigenossen werden aufgefordert, sich an der Grün- dung und Vervollständigung des Parteiarchivs durch Beiträge aller Art recht eifrig zu betheiligen. Einsendungen sind an die bekannten Adressen der Expedition des„Sozialdemokrat" zu richten und wird über deren Eingang in angemessenen Zeiträumen im Parteiorgan Bericht erstattet werden. Zürich, Ende August 1882. _ Die Uerwaltllug des Karttiarchivs. Aufhebung des Ausnahmegesetzes? ii. r au' Grund des Ausnahmegesetzes bestraft wird, kann nur ein Sozialdemokrat sein, kennzeichnet sich schon durch die bloße Thatsache des Bestraflseins vor aller Welt als solcher. Er «st geächtet und das Brandmal des„Staats- und Gesellschafts- teindes" ist ihm aufgedrückt und kann durch keinerlei kleine Zu- geständnisse, nur durch volle Fahnenflucht und direkten Verrath ausgelöscht werden. Die Polizei heftet sich gleich e'nem Spür- Hund an seine Fersen und die Bourgeoisie wirkt einträchtig mit, dem Gehetzten— wie der Düfleldorfer„Hohenzollern"-Direktor unfern Berliner Ausgewiesenen mit anerkennenswerthcr Offenheit sagte—»die Existenz zu vernichten". Keine Friedfertigkeit, keine Schwäche, kein Bitten kann dem Geächteten helfen— die herrschende Gesellschaft stößt ihn unerbittlich au« ihrem Kreise und meidet ihn gleich einem Pestkranken. So bleibt ihm keine Wahl. Wer heute in den Bann der Sozial- demokratie tritt, der ist ihr verfallen; Gesetz und Polizei, Haß und Vorurtheil, Regierung und Bourgeoisie zwingen ihn, Sozialdemokrat zu bleiben und es immer mehr zu werden. Die Folge ist, daß alle Verfolgten und die mit ihnen Sym- pathistrenden, daß alle bewußten und instinktiven Sozialdemo- kraten sich immer fester zusammenschließen. Die Loslösung der Sozialdemokraten vom heutigen Staat und von der heutigen Gesellschaft wird immer gründlicher, die Kluft zwischen uns und uni'ern Gegnern immer tiefer und weiter, immer unübersteiglicher. Und das ist gut so. Denn dadurch wird der Geist der Zusammengehörigkeit, der Korpsgeist der Ausgestoßenen und Vogelfreien, wird unser Parteibewußtsein mächtig gefördert. Alle Hoffnung, aller Glaube, alles Wissen, alle Freundschaft, alle Kraft, alle Freude, alle Genugthuung, alles, alles nur in der Partei— außerhalb nichts denn Feinde ringsum, mit denen wir nur eine Beziehung haben, Feindschaft und Krieg, und deren Niederwerfung die unumgängliche Bedingung unserer Befreiung ist! Hierin liegt ein Hauptelemcnt unserer Stärke, eine Hauptbedingung der Geschlossenheit, der freiwilligen Manns- zucht, der Opferwilligkeit und der Unbcugsamkeit unserer Partei. Und dieser starke Korpsgeist ist es auch gewesen, welcher uns über die schwierigste Zeit glücklich hinweggeholfen hat, welcher im ersten Jahre des Ausnahmegesetzes Organisation, Agitation, fast alles ersetzen mußte. Aber das Ausnahmegesetz kennzeichnet uns nicht nur unfern Feinden, nicht nur den Herrschenden, sondern auch dem Volk, nicht blos den Reichm und Mächtigen, sondern ebenso den Armen und Bedrückten, nicht allein den Dummen, sondern auch den Einsichtigen. Und wenn endlich aller Glaube an die bis- herigen Parteien verschwunden ist und nur mehr ein Retter bleibt, dann braucht es keines langen Suchens und man kann unS mit niemand verwechseln. Anders aber, sobald auf Grund des gemeinen Rechts außer unS Sozialdemokraten allmälig auch andere Kreise, Fortschrittler, Sezcsstonisten, Volksparteiler und sonstige der Regierung jeweilig unangenehme Leute verfolgt werden. Dann verwischt sich der schroffe Gegensatz zwischen uns und allen andern Parteien langsam, die Aufmerksamkeit wendet fich bald weniger dem Glaubensbekenntniß des Verfolgten als der Verfolgung überhaupt zu, die scharf unterscheidbarcn Partcifarben verblassen in den Augen deS Volkes immer mehr und das schließliche Er- gebniß ist ein farbloser, unbestimmter, allgem einer OppositionS- und„FreisinnigkeitS"-Brei. Daß wir dabei nur verlieren können und m ü f s e n, ist klar. Während dagegen den Herren Fortschrittlern und Liberalen eine kleine Auffrischung ihres abgeblaßten Opposttions-Heiligenscheins durch ein erträgliches„Martyrium" nur Nutzen bringen kann. Nehmen wir ein Beispiel. Wenn je eine schroffe, selbst dem Kurzsichtigsten erkennbare Trennung vorhanden war, so war es die zwischen den— republikanischen und monarchistischen— Bourgeois und den Pariser Arbeitern nach der Junischlacht des Jahres 1848. Die bluttriefenden„Ordnungs"helden, und daS besiegte und gezehntete Proletariat hatten nichts miteinander gemein, alL den gegenseitigen tödtlichen Haß. Als einige Jahre darauf der GesellschaftSretter Bonaparte der»bürgerlichen Republik" oen GarauS machte, sah das Proletariat unthätig zu; denn was lag dem Geknechteten am Streit seiner Peiniger? Aber die acht- zehn Jahre der Herrschaft der Dezemberbande, die gemeinsame Verfolgung durch die gleiche»ordentliche Gesetzgebung", das Zusammentreffen der Angehörigen der bürgerlichen Opposition und der Arbeiter auf der Anklagebank und im Gefängniß mil- derten die Gegensätze allmälig und drängten sie schließlich immer mehr in den Hintergrund. Die Unterschiede zwischen Republi- kanern, Radikalen und Sozialisten wurden bald nur von den Wenigsten mehr erkannt, umsomehr, als thatsächlich eine un- unterbrochene Verbindung von der äußersten Rechten bis zur äußersten Linken de« republikanischen Lagers ging. DaS Volk kannte schließlich nur mehr Anhänger de« Kaiserreichs oder der Re- publik; höchsten« unterschied e« zwischen gemäßigten und entschiedenen Republikanern, während gerade die grundsätzliche Verschiedenheit zwischen bürgerlichen und sozialistischen Republikanern nur wenig bemerkt wurde. Fand doch diese Vermengung von Radikalen, Jakobinern und Sozialisten sogar nicht minder noch in der Kommune statt. Das Ergebniß dieser rückläufigen Eni- Wicklung ist bekannt. Am 4. September 1870 ließ das verblendete Pariser Volk abermals die heuchlerischen Bourgeois- republikaner auf den Thron steigen, die sich dann alsbald darauf mit den Monarchisten aller Farben vereinigten, um in der blutigen Maiwoche eine zweite noch viel mörderischere Schlächterei gegen das Volk aufzuführen, als alle früheren gewesen. Und selbst heute noch fehlt e« dem fianzüstschen Proletariat— bei allem revolutionären Instinkt und aller revolutionären Ueber- lieferung— bedeutend an klarer Erkenntniß, d. h. an Klassen- bewußtsein. Wir können offenbar nicht wünschen, unS ähnlichen Gefahren auszusetzen, umsomehr als ohnehin der im Gang befindliche Kampf der Regierung gegen die steuerbewilligende Bourgeoisie schon genugsam dazu angethan ist und wohl in seinem ferneren Verlauf in noch erhöhtem Grade dazu angethan sein wird, die Anschauungen deS Volkes vielfach zu verwirren. Mehr oder weniger zutreffende Vergleiche zwischen den Thier«, JuleS Favre, Ernest Picard u. s. w. und den Bennigsen, Forckenbeck, Eugen Richter, Hänel u. f. f. und den betreffenden Parteien dort und hier liegen nahe und kann sie jeder nach Belieben selbst ziehen. Jedenfalls wird die Gefahr, daß bei einer all- gemeinenoppositionellen Bewcgungder Mehrzahl des Volkes das Vcrständniß des tiefliegenden Unterschiedes zwischen der bürgerlich- liberalen Opposition und der Sozialdemokratie mehr und mehr abhan den kommt, und daß dann die bürger- lich-liberale Opposition infolge der Stärke ihrer Presse, der Zahl ihrer Parlamentsmitglieder und ihres ganze» sonstigen politischen und wirthschaft- lichen Einflusses dasVolk zumTheil undvorüber- gehend verblendet— jedenfalls, sage ich, wird diese Gefahr unsererseits oft viel zu sehr unter- schätzt... Aus all diesen Gründen hege ich keinerlei Hoffnung auf eine Aufhebung des Sozialistengesetzes, sondern würde seine Ersetzung durch eine entsprechende Veränderung der allgemeinen Gesetz- gebung für eine wesentliche Verschlechterung halten. Und wenn ich gezwungen wäre, mich entweder für die Verschlechterung des gemeinen Rechte« oder aber für die Fortdauer des Ausnahme- gesetzes zu entscheiden, so würde ich keinen Augenblick zögern, für das Ausnahmegesetz zu stimmen. Unser Ruf muß daher nicht lauten:„Nieder mit dem infamen Ausnahmegesetz", sondern:„Nieder mit der infamen ge- sellschaftlichen und staatlichen Ordnung, welche derartige Ausnahmegesetze möglich macht! In diesem Ruf ist wohl die ganze Partei einig. Dagegen herrscht in Bezug auf die zur Ausführung nöthigen Mittel noch nicht allerwärts die erforderliche Klarheit und Einstimmig- keit. Und doch ist die Herstellung derselben im gegenwärtigen Stadium unseres Kampfes eine unbedingte Nothwendigkeit. Die ganze Entwicklung der letzten Zeit, sowohl die wirth- schastliche als die politische— wovon auf die letztere namentlich das Ausnahmegesetz bestimmend eingewirkt hat— sie rücken den Augenblick der Entscheidung auS der früheren unbestimmten Ferne uns immer näher. In der rein propagandistischen Periode unserer Bewegung verschlug es wenig, wenn über die Länge des Weges, der uns von unserem Siege trennt, und über die Waffen, mit denen derselbe zu erringen, die verschiedenartigsten und weit auseinandergehendsten Meinungen herrschten. Schien doch daS„Dereinst" noch so weitab zu liegen, während daS Heute in der That Jedem von uns alle Hände voll mit Nothwen- digerem als weitaussehenden Zukunftsplänen zu thun gab. Anders heute. Die Zeit, da noch die wenigstens formelle Möglich- keit vorhanden war oder vorhanden zu fein schien, die zwischen den beiden Gegnern bestehende Streitfrage durch Negoziationen, auf dem Wege der friedlichen Verständigung zu lösen,— diese Zeit ist nunmehr und für immer vorbei.„Der Sozialismus ist keine Frage der Theorie mehr, sondern einfach eine Machtfrage, die in keinem Parlament, die nur auf der Straße, aus dem Schlacht- feld gelöst werden kann."(Liebknecht.) Die letzten Beziehungen zwischen den beiden Lagern sind abgebrochen, der Krieg ist er- klärt. Auf beiden Seiten wird mit Eifer gerüstet, und es ist nur mehr die Frage einer verhältnißmäßig kurzen Zeit, wann die feindlichen Heere auf einander stoßen werden. In solcher Lage ist es nicht mehr möglich, daß jeder Anführer seinen eigenen Operationsplan hat und das Heer in der Diskussion derselben seine Einigkeit, seine Disziplin, seine Kraft zersplittert. Da heißt es, sich über den Kriegsplan schlüssig zu werden und dann alle Kräfte zur konsequenten Durchführung desselben zu ver- einigen. Das unS durch die Verhältnisse genügend vorgeschriebene Vor- gehen, die von unserer Partei zu befolgende Politik ist nun meiner Ueberzeugung nach folgende: Da der Krieg einmal— mit oder gegen unsen, Wunsch— erklärt ist, so müssen auch alle FriedenSträume aufhören. Sie schwächen nur die Thatkraft und sind einem energischen Vorgehen hinderlich. Jeder unserer Kämpfer und daS ganze Volk muß von der Ueberzeugung erfüllt werden, daß kein Vergleich, kein Friedensschluß den Kampf beenden kann, sondern daß d i e E n t- scheidung allein beim Schwert steht. Möge diese Aussicht Vielen noch so unerwünscht sein— dem für unab- wendbar Erkannten fügt man sich. Wer einmal weiß, daß er dem Kampf nicht zu entrinnen vermag, wird sich mit ganzer Kraft ihm hingeben. Vernichten wir daher die thörichte, weich- machende Hoffnung und verbrennen wir die Schiffe hinter den Streitern, dann werden letztere nicht an Wunden und Tod, son- dern nur an Rache und Sieg denken. Denn fürchterlich ist, wer nichts mehr zu verlieren hat. Wer dagegen glaubt, daß es vielleicht doch noch im Guten abgehe, wer meint, daß der Feind möglicherweis« noch Vernunft annehmen könnte, oder wer gar ichwach genug ist, zu hoffen, daß sichderFeind durch ein»gemäßigte«" Vorgehen und möglichste Unterlassung alle« thatkräfti gen Handeln» zum gnädigen Niederlegen der Waffen bewegen lassen werde,— der istnurhalb bei derSacheund wird ein lauer, ängstlicher, halber Kämpfer sein. Wer mit Aussicht auf Erfolg kämpfen will, darf keine ewigen Bedenken und Rücksichten kennen. Eine weitere Nothwendi gleit ist, daß unser ganzes Auftreten ein möglichst gerades, offenes, durchsichtiges sei. Das Volk versteht sich nicht auf diplo- matische Winkelzüge, Verdeckungen und Vertuschungen, sondern wird durch sie nur verwirrt und schließlich an uns und sich selbst irre. Eine sozialdemokratische Politik muß so beschaffen sein, daß sie in jeder ihrer Phasen und Handlungen der Masse verständlich bleibt. Darum gerade heraus und offen— die offenen Spiele s in d die starken Spiele! Verhüllen wir nicht unser Banner zaghaft oder überklug, sondern lassen wir es frei flattern, auf daß es alle Welt sehe. Bramarbasiren wir nicht, suchen wir uns aber ebensowenig als harmlos und ungefährlich hinzustellen. Lassen wir alles Verstecken, Vertuschen, Leugnen und Heucheln als unserer unwürdig und sagen wir offen nnd steifnackig unseren Feinden: Jawohl, wir sind„staatsgefährlich", denn wir wollen Euch vernichten! Jawohl, wn sind die Feinde Eures Eigenthums, Eurer Ehe, Eurer Re- ligion und Eurer ganzen„ Ordnung M Jawohl, wir find Re- volutionäre und Kommunisten! Jawohl, wir werden der Gewalt mit der Gewalt begegnen! Jawohl, wir glauben fest an eine baldige Umwälzung und Befreiung, wir hoffen auf sie und bereiten uns durch geheime Organisation und Agitation und Alles, was Eure„Gesetze" verbieten und uns gut dünkt, auf dieselbe nach Kräften vor! Ihr habt die Machtfrage gestellt,— gut, wir nehmen sie aus. Wir werden uns eines nicht fernen Tages schlagen, und der Sieger wird das Gesetz machen!... Dies ist die einfachste, würdigste und einzig dm Verhältnissen entsprechende Politik. Sie behütet uns vor falschen Hoffnungen und schwächlichen Zugeständnissm, verscheucht jede Zweideutigkeit und Schaukelei, verschafft uns die unwillkürliche Achtung der Gegner, sowie die Zuneigung und das Vertrauen des Volkes; sie bringt uns nach jeder Richtung in eine gerade, innerlich wahre und darum günstige Lage. Dabei schließt sie auch die sogenannte„positive" Wirksamkeit, d. h. die Versuche zu äugen- blicklichen kleinen Verbesserungen der wirthschaftlichen und sonstigen Lage des arbeilenden Volkes durch Ausnützung aller parla- menlarischcn und sonstigen„gesetzlicheu" Mittel nicht aus, zieht aber deren Anwendung und Werthschätzung die nothwendigen Grenzen. Diese Politik muß in allen Parteihandiungen: in der Presse, in der Agitation, vor Gericht, im Parlament unsere un- wandelbare Richtschnur sein. Dann wird unsere Partei wieder aus einem Guß, unverwundbar und jeder Situation gewachsen sein, weil sie von keiner überrascht wird. r'z Sisyphusarbeit. Die griechische Sage erzählt uns von einem S i s y p h u S, welcher eine« Verralhe« halber von Zeus in den Tartarus geschleudert und zu einer schrecklichen Strafe verdammt wurde. Er mußte einen schweren Felsblock auf die Höhe eines steilen Berges wälzen; sobald aber der Stein den Gipsel erreicht hatte, rollte er unaufhaltsam, unter schrecklichem Getös, wieder in die Tiefe hinunter, so daß der Büßer gezwungen war, seine fruchtlose Arbeit ewig von Neuem zu beginnen. Daher schreibt sich das bekannte Wort:„Sis�pbi saxum Tolvere"— den Stein des Sisy- phns wälzen,— zur Bezeichnung für eine schwere, vergebliche Arbeit. Lisvplü saxum volvere,— so kann man mit größtem Fug und Recht auch Denen zurufen, die im politischen Kampfe einer von ihnen selbst als„nichtswürdig" deklarirten feindlichen Gewalt gegenüber, sich im Tone hohen stttlichm Geistes auf das„Prinzip der Gesetz- l i ch k e i t" berufen. Diese Menschen gehen von dem ganz unverzeihlichen Irrthum au«, daß, wo sogenannte Gesetze sind, auch ein gesetzlicher Zustand eristire. Sie halten es, wenn auch nicht immer für ausreichend, so doch für „ehrenvoll", sich auf„gesetzlichem Wege" für die Freiheit und Wohlfahrt de« Volkes aufzuopfern, statt durch„ungesetzliche Mittel" ihre guten Zwecke zu kompromittiren. Es ist da«, grad' herausgesagt, ein Theil derjenigen„Gewissenhaftigkeit", welche in die Karegorie der T h o r h e i t gehört. Für meine lieben Landsleute, die Deutsche», ja selbst für sehr viele meiner politischen Freunde, ist es hohe Zeit, daß sie über den Artikel„Gesetzlichkeit" ver. nünftigere und praktischere Ansichten gewinnen, daß sie aufhören, ihre Kräfte in politischer Sisyphusarbeit zu vergeuden! Meinen politischen Freunden, von denen ich hier spreche, muß ich zu- geben, daß ste allerding« das Rechtsbewnßtsein de« Volke» innerhalb einer engen Sphäre wach erhalten haben— und das ist immerhin ein nicht zu unterschätzendes Verdienst. Was aber haben sie an realen Erfolgen, an Fortschrilten im polirischen Kampfe auszuweisen? Nichts, rein gar nichts! Sie haben sich verhöhnen lassen über ihre Anstrengungen und sich strafen lassen für ihren guten Willen. Das ist es, was ihnen von Seiten der Gewalt zu Theil geworden. Und ist e« denn wirklich genügend mir der bloßen Aufrechterhaltung de« Rechtsbewußt- sein«? Nein, es gilt jetzt, die Sphäre de« Rechtsbewußtseins über den un« einengenden Kreis hinaus zu erweitern und der Zukunft durch ent- schiedenere Mittel vorzuarbeiten. Blicke man aus Deutschland. Welch entsetzliche Bedrückung des freien Geistes, welch furchtbares Chaos von Unrecht, welch vielfache Verwachsen- heil der Reaktion, welch ungeheure Dissereuzen zwischen dem Alten und dem Neuen, welche riesenhafte Ansammlung von Widerstandskräften gegen eine bessere Zukunft, welche wahnsinnige Harlnäckigkeit der Gewalt gegen das Recht! Wenn dieser schauderhafte Zustand mit den sogenannten „gesetzlichen" Mitteln, also mit den Mittel», welche die Gewalt selbst erlaubt, geändert werden kann, dann, wahrlich, ist es Zeit, wieder an Wunder und an göttliche Gnade zu glauben! Gewalt und Gesetz find Gegensätze. Wo Gewalt herrscht, d a gibt es kein Gesetz, da ist das Gesetz ebenfalls Gewalt, es ist nur eine geschriebene Gewalt, welche den Bewaffneten zur Maske und Er- gänzung dient. Wo die Gewalt einmal herrschendes System ist, da weicht ste auch nur der Gewalt. Tic Gewalt des Volkes muß die Gewalt der Reaktion zu Boden schlagen; nur dieser Weg führt es zu einem Zustande, wo das w i r k l i ch e G e s e tz zur Herrschaft gelangt. Gesetz muß der Rechtsausspruch aller derer sein, die sich ihm unterwerfen. Gesetz ist der als allgemeine Richtschnur ausgesprochene Wille freier Staatsbürger, welche ihm freiwillig gehorchen. Das nur allein ist Gesetz! Nun fragt euch in Deutschland, ob ihr Gesetze habt? Geht alle als„Gesetze" euch aufoklroirte Satzungen der Gewalt durch und laßt jeden aus dem Volke seine Stimme darüber abgeben: ihr werdet vielleicht nicht zehn Paragraphen finden, welche von denen, die nicht Anhänger der Gewalt find, als Aussprüche ihre« Rechtswillens anerkannt werden könnten. Die Gewalt diktirt euch ihren Willen, beziehungsweise läßt euch denselben durch eine seile und servile Parlamentsmajoritär diktiren, und da« nennt sie„Gesetz". Sie macht Recht zu Unrecht und Unrecht zu Recht; sie macht gerade krumm und krumm gerade: sie macht weiß schwarz und schwarz weiß—- Alles durch das„Gesetz". Und solch schnöde Rechts- Verhunzung, solch schreiende Gewaltthat, sollte man, sobald sie schwarz und weiß zur Norm gemacht ist,„Gesetzlichkeit" neuneu und als solche respekliren? Die da» lhun, machen sich zu Feinden des wahren Recht«, zu Dienern der Gewalt, zu Gegnern der Vernunft. Da« Reich solcher „Gesetzlichkeit" ist eine Schande; das Reich der„Ungesetzlichkeit" hin- gegen muß für eine Ehre erklärt werden. ES ist schmachvoll, daß wir wirklich mit Satzungen der Gewalt rechnen müssen, doppelt schmachvoll aber ist, wenn wir diese Satzungen wirklich als Gesetz achten! So wie die Gewalt, und für uns Deutsche besonders diejenige Gewalt, welche die freie Meinungs- und Willensbethätigung im Staate ausschließt, die Grenze bezeichnet, wo der Begriff und die Pflicht der Gesetzlichkeit aufhören, so bezeichnet sie auch die Grenze für den Begriff und die Pflicht der Moral. Wie sollte derjenige, welcher mir Gewalt anthut, mich ver- pflichten können, seiner Eigenmacht gegenüber meine Gesetzlichkeit und seiner Schlechtigkeit gegenüber meine Moral zu üben, sie zu üben zu seiner Unterstützung und zu meinem Verderben? Gesetzlichkeit und Moralität find nur möglich durch die Freiheit und können nur geübt werden in der Freiheit. Wer mir Gewalt anthut, mit Gewalt mein Recht vorenthält, mit Gewalt meine Freiheit raubt, der verzichtet dadurch von vornherein aus die Anwendung nur moralischer Mittel von meiner Seite, mich seiner Gewalt zu entziehen, es sei denn, daß er mich für einen Narren meiner Moralität halte. Und solcher Narren gibt es in Deutschland leider noch gar viele! Sie sind im Stande mit dem Nachschlüssel in der Hand im Gefängniß zu vermodern, weil sie es für unmoralisch halten, den Büttel zu betrügen. Ja, sie gehen in ihrer Narrheit womöglich so weit, zu glauben, daß sie durch ihre gesetzmäßige Geduld die Büttel bestechen und veranlassen können, ihnen vor Freiheitsbegeisterung selbst die Thüre zu öffnen. Der Gewalt gegenüber muß der Satz, daß der„Zweck die Mittel hei- lige", ganz offen vertheidigt werden. Mögen die Kreaturen der Gewalt über Jesuitismus schreien, was liegt daran? Sie aber find ja die Jesuiten. Ihnen gegenüber kann der Verfolgte und Bedrückte niemals zum Jesuiten werden. Unser Zweck ist: die Freiheit und Wohlfahrt des Volke«. Das ist ein guter Zweck und gewiß aller der Mittel Werth, deren freie Wahl und Anwendung durch die Gewalt verhindert wird. Die Gewalt will nicht, d aß wir diesem Zwecke offen zustreben, nun wohl, so streben wir ihm heimlich desto energischer zu. Verwirklicht werden muß und soll er! Die Verwerflichkeit besteht nicht darin, einen guten Zweck durch„un- erlaubte" Mittel zu erreichen, wenn die normalen unmöglich sind, son- dern die Verwerflichkeit besteht darin, auf den guten Zweck zu verzichten, weil der Feind desselben nicht die nor- malenMittel dazu gewähren will.— Sklave zu sein, wenn es noch irgend ein Mittel gibt, frei zu werden, da« ist die tiefste Tiefe der Erniedrigung des Menschen, und aus dieser Stufe wollen die Ge- waltmenscheu das Volk festbannen durch die Kultivirung ihrer lügenhaften „Gesetzlichkeit" und ihrer lügenhaften„Moral". Der Gewalt gegenüber gibt es allerdings keine andere Wahl, als ent- weder„gesetzlich" und„moralisch" auf die Freiheit zu verzichten,— oder „ungesetzlich" und„unmoralisch" die Freiheit zu erobern. Versuche Einer, streng„gesetzlich" nnd„moralisch" die Gewalt zu bekämpfen! Er wäre reif für'« Narrenhan«! Entweder würde er vor lauter„Gesetzlichkeit" stumm sein müssen, und dann bliebe die Freiheit todt; oder er würde vor lauter„Moralität" dem Feinde offen seine Zwecke verralhen, und dann schickte man ihn zum Lohne dafür in'« Zuchthaus. Es liegt im Wesen der Gewalt, daß sie die offenen Wege verstopft und nur die heimlichen übrig läßt, daß ste die humanen Mittel unmög« lich macht und die inhumanen gegen sich beschwört. Wer im Zustande wahrer Freiheit ungesetzlich handelt, ist ein Verbrecher, und wer als freier Mensch seine Nebenmenschen betrügt, ist ein Schurke; wer aber die Gesetze der Gewalt umstößt, der ist ein Befreier, und wer ihr durch„Betrug" oder„Gewalt" die Freiheit abringen kann, der erhält von der Partei wie von der Geschichte vollkommenenAblaß. Wenn die Gewalt„gesetzlich" da« Essen verböte, würdet ihr der Ge- setzlichkeit zu lieb öffentli ch verhungern, oder würdet ihr gegen da« Gesetz heimlich euch satt essen? Die Antwort auf diese Frage ist die Erklärung der Pflicht, die Gewalt zur Ausübung der natürlichen und unveräußer- lichen Menschenrechte auf jede Weise zu b e t r U g e n. Ein solcher„Be- trug" ist kein Betrug. Ein Verbot der Gewalt kann kein Recht zum Unrecht niacheu, vielmehr ist die Gewalt selbst Unrecht und ihr Verbot ist es auch. Wie sollte die Mißachtung, die Uebertretung dieses Verbotes ein Unrecht sein können?! Die Gewalt hat keinerlei Anspruch auf Ehrlichkeit. So gut ihr verpflichtet wäret, euch heimlich nach Ver- mögen satt zu essen, wenn man e« mit einem Eßverbot ans euer Leben abgesehen hätte, so gut seid ihr verpflichtet, heimlich die freie Sprache zu verbreiten, wenn man es mit einem Sprachverbot aus eine Freiheit ab- gesehen hat. Da« Recht aus die Freiheit ist eben so ausgemacht, wie das Recht auf's Leben, und die freie Sprache ist ebenso unentbehrlich, wie da« Essen. Jeder Sozialdemokrat ist verpflichtet, diese Grundsätze mit allem Fanatismus, dessen er fähig ist, praktisch zu verwerthen. Der Fana- tismus gegen die Gewalt ist ebenso notbweudig, wie gerechtfertigt. Der Fanatismus gegen bloße Ansichten mag unwürdig und unsinnig genannt werden; der Fanatismus gegen die Gewalt ist eine Konsequenz der Vernunft, wie der Gesinnung. Ansichten müssen und können durch vernünftigen Austausch geheilt, sie können berichtigt werden; an der Gewalt aber ist nichts zu heilen und zu berichtigen, sie muß ver- nicht et werden, vollends da, wo sie als Prinzip austritt, wo sie als Autorität sich heiligt und von vornherein und für alle Zeiten die Frage nach der Rechtmäßigkeit ihrer Existenz absolut zum Verbrechen, wie den Gehorsam gegen ihre Befehle absolut zur Pflicht macht. Wer ander» denkt und ander« handelt, wer mit„gesetzlichen" Mitteln die despotische Gewalt zu bekämpfen sucht, um dabei nach Absicht dieser Gewalt„gesetzlich" zu Grunde zu gehen, dem gilt da« Wort: „Sisvplli saxum ToWere." Fr. K, Ein Hambacher über das Hambacher Fest. Unser braver Genosse Johann Philipp Becker hat bekanntlich das Hambacher Fest mitgemacht, und feierte an dessen fünfzigjährigem Gedenktage sein eigenes fünszigjähriges Revolutionsjubiläum. In Ant- wort auf zahlreiche Einladungen zur Jubelfeier veröffentlichte der Veteran der deutscheu Sozialdemokratie eiuen„Offenen Brief an die deutschen Parteigenossen bei Gelegenheit der fünfzigjährigen Gedenkfeier des Ham- bacher Festes." „Wie gerne", schreibt er darin,„würde ich den freundlichen Rufen Folge geleistet haben, wären die Bolkswünsche des Mai 1832 im abgelau- jenen halben Jahrhundert nur halbwegs in Erfüllung gegangen und der süße Traum von Deutschland« Freiheit und(soweit deutsche Zunge klingt) Einheit zur Wirklichkeit geworden. Jetzt gibt es ja nur ein Dreiviertel-Teutschland unter preußischem und ein Viertels-Deutschland unter österreichischem Säbelregiment mit Ausnahmsgesetzen, Belagerung«- zuständen, der F r e i h e i t, zu gehorchen und zu schweigen, und mit der Einheit der Kaserne. Es ist ja dort nicht einmal erlaubt, was nicht verboten, sondern nur wa« hochobrigkeitlich befohlen ist. Die Freiheit kann eben kein Gnadengeschenk sein, sie muß von untenheraus kommen, denn von obenherunter kommt immer nur Druck und Despotismus. Wa« soll ich aber in einem solchen Deutschland machen, mit welchen Gefühlen und Gesinnungen des weiland aus Hambach« Ruinen erwachten Freiheitsgeists gedenken, wo mir nur die Wahl zwischen Schweigfreiheit und Polizeiarngkeit übrig bliebe?,, Nachdem Becker erzählt, wie er am Tag de« Hambacher Feste« mit naiver Zuversicht den Ausbruch der Revolution erwartet, fährt er fort: „Als aber dort Nachmittags 4 Uhr die Revolmion immer noch nicht verkündet war und eben ein Redner lang und breit über die Zweck- Mäßigkeit der Petittonen und Protestattonen sprach, riß mir der Geduld- faden und ich schwang mich auf ein hohe« umgestülptes(freilich au«- getrunkenes) Weinfaß neben der Rednerbühue, den ckustsmilien-Apostel geradezu niederzuschreien. Unter rauschendem Applaus betonte ich vor Allem die Nothwendigkeit allgemeiner Volksbewaffnung, unter Anderem sagend: „Hinter denBerorduungen derRegierungen stehen Kanonen und Bajonette, drum werden sie befolgt; j hinter unfern Petitionen und Protestationen steht nichts, und darum bleiben sie auch in den Augen der Regierungen nur lächerliche Vorstellungen. Wollten wir daher, daß unsere Protestationen Erfolg haben, so müssen wir auch Kanonen und Bajonette dahinter stellen. Also zur Volksbewaffnung!" Außer dem stürmischen Beifall meiner erhitzten Zuhörer hatte ich auch noch später durch das nüchterne Urtheil eine« königl. bayr. Untersuchung«-' richters Genugthuung geerntet, indem er sagte:„Sie allein haben in Hambach eine praktische Rede gehalten." Müßte ich unter bewandten Umständen in Deutschland nicht ganz ähnlich reden und würde die« nicht, ohne der Sache viel zu nützen, noch schlimmere Folgen als vor fünfzig Jahren für mich haben? Wohl weiß ich jetzt, daß die gemäßigte Haltung der meisten der damaligen Wort- führer viel Berechtigung hatte, denn sie wußten, daß das übrige Deuttch land bei Weitem nicht so revolutionsbereit war, wie die Pfalz. Nun, ich meinerseits habe eben der Stimmung der nothleidenden Bolksklaffe Ausdruck verliehen. Ueberhaupt versteht sich das Volk nur auf Grundsätze und denselben entsprechendes Handeln und nicht auf politische Bedenken und diplomatische Rücksichten. Auch ich begriff damals noch nicht, daß sich Revolutionen weder Herdekretiren, noch wegdisputiren lassen, sondern daß sie eben aus dem Schooß der geschichtlich wirtenden Thatsachen unaufhaltsam herauswachsen und sich, wenn sie reis, gleichsam von selbst erfüllen. Auch ist zu bedenken, daß es in den dreißiger Jahren, wie 1848 und 49, zunächst galt, die Herrschast der Bourgeoisie zum Durchbruch zu bringen, wa« jedoch bis heute noch nicht gelungen ist, da sie, namentlich in Deutschland, dem monarchischen Staat, besonders in politischer Beziehung, den Löwen- antheil der Macht überlassen und dann sich für die von demselben aller-, gnädigst erhaltenen Fußtritte unterthänigst bedanken muß. Es geschiehi ihr recht! Inzwischen ist eine neue Bewegung auf dem kulturgeschichtlichen Schauplatz erschienen, geleitet und behütet von der allein allmächtigen Vorsehung, die den großen Borzug hat, nicht göttlich, sondern nur rein weltlich zu sein. Diese Allmacht heißt: Gewalt der Umstände— Logik der Thatsachen— und da« von ihr gewogene und aus dem Gedanken- reich in Wirklichkeit übergegangene, zu Fleisch und Blut gewordene Be- wegungselement:„Sozialdemokratie". Die Signatur der Zeit ist Klassenkamps: hie Kapitalismus und Bour- geoifie, hie Sozialismus und Proletariat; hie eine herrschende und aus- beutende, hie eine unterdrückte und ausgebeutete Klaffe; hie eine in Ueberfluß schwelgende, täglich winziger werdende Minorität und hie eine in Elend schmachtende, täglich größer werdende Majorität; kurz: hie ein im Absterben und hie ein im Aufleben begriffenes kulturgeschichtliche» Produkt; die eine will ihre bevorzugte Stelle behaupten, ihre Herrschaft monopolifiren und unter dem Deckmantel der individuellen Freiheit die persönliche Willkür verewigen; die andere will jede Vorberechtigung und alle Klassenherrschaft abschaffen, die Gleichberechtigung am Lebensgenuß erringen und die Freiheil zum Gemeingut machen; jene hat die Reaktion zu ihrem Schiboleth und diese die Revolution zu ihrem Losungswort. Da« ist daher ein Kampf, der keine Kompromisse zuläßt, der au«- gefochten sein muß auf Leben und Tod. Sein Ausgang kann nicht zweifelhaft sein, denn mag er noch so lange hin und her schwanken, so muß schließlich der Sieg ganz und voll der, ob ihre» allgemeinniitzigen Zweckes durchsitteten Sozialdemokratie— dem Sozialismus— gehören, da der aller sittlichen Grundlage baar gewordene Kapitalismus an sich selbst zu Grunde gehen und bei seinem Sturze sowohl die Bourgeois- al« jede dynastische Herrschast sammt dem Ungeheuer des Militarismus, dieser zum Schooßtind gewordenen Ausgeburt des Klassenstaats, unauf- haltsam mit hinabreißen wird. Die Sozialdemokratie, so jung sie noch ist, nimmt schon eine impo- nirende Stellung ein, nnd seitdem sie mannbar geworden, machen ihr nach einander alle Herrschaften die Kur; der Fürsten- und der Geld- herrenstaat, die alleinseligmachende Kirche, arbeiterfreundliche Bourgeois- gruppen, alle möchten sie gerne heimführen und— in die Haushaltung schlachten. Sie wird sich aber weder durch Schmeicheleien fangen, noch durch Bedrohungen einschüchtern lassen, sondern grundsaytreu und ledig bleiben. Darum wird sie auch nicht« mehr aus die, wenn auch noch so ernstlich und wohlgemeinten Reformen halten, weil, bis deren„gute" Wirkungen fühlbar werden, die kapitalistische Furie inzwischen im Schooße der Gesellschaft wieder so große Verwüstungen angerichtet, daß der Reformsegen iminer und immer zu spät kommt. Nur Radikalkuren können helfen! Nicht nur politische Freiheit und Gleichheit vor„Gott" und dem Gesetz sind hinreichend, sondern auch die ökonomische Unab- h ä n g i g k e i t— die Gleichheit vor den Menschen— müssen wir haben. Wenn e« in den 20er und 40er Jahren noch längerhin unter der Gemeinverbindlichkttt aller Stammverwandtschaften der Wiedergeburl Deutschland« galt, so gilt es heutzutage unter der Solidarität und Ber- brüderung aller Kulturvölker die Wiedergeburt der Mensch- h e i t— wobei die Sozialdemokratie Geburtshilfe leisten und, wenn es Roth thut, auch den Kaiserschnitt nicht scheuen wird. So schafft die Geschichtsvorsehung fort und fort an der Bollbringung de« Erlösungswerke», wobei jedoch die von ihr an die Spitze gestellte Sozialdemokratie weniger schiebt al« geschoben wird. Da nun alle diese, wie noch viele andere ebenso wichttge Punkte in Deutschland nicht vor versammeltem Volke besprochen werden dürfen, so wird wohl die gute Sache keinen Abbruch erleiden, wenn ich der Gedenk- seier des mir ohnehin unvergeßlichen Hambacher Festes nicht beiwohne, also nicht komme, um auf„freiem" deutschen Boden gleich allen meinen Parteigenossen„v o g e l s r e i" zu sein. Freilich könnte ich, wäre ich geschäftstreibender Bourgeois, mich dort entweder auf eigne Rechnung oder, mich an ein Uulernehmer-Konsortium vermiethend, gleichsam als eine Musenmsrarität sehen lassen, da ich ja von allen Hambacher Rednern nnd allen wegen des Festes de« Hochver- räch« angeklagten Rebellen allein nur übrig geblieben bin. Und das wäre doch wahrlich für meine Parteigenossen sehr unerbaulich, mich auf dem Hambacher Schloß al« lebendiges Ausstellungsmöbel verwendet zu sehm. Weit lieber komme ich in Eure Mitte, wenn ich, wie 1848 und 49 nicht bloß mittathen, s andern auch m i t t h a t e n kann. Inzwischen werdet nicht müde, zu belehren und zu orgauisiren und empfanget meinen Brudergruß l"-- So der alte Johann Philipp, der sich trotz seiner 75 Jahre jung und frisch erhalten hat, und noch heut an der Spitze der Bewegung steht, mitrathend und mitthatend— ein erhebende« Vorbild für unsere Parteigenossen, ein beschämende« Bild für die um eine Generatton jüngeren„Achtundvierziger", die entweder feige die Flinte ins Korn geworfen haben, oder, Berräther an der Sache des Volkes, zu dem Feind übergelaufen find. Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 23. Auzust 1882. — Also doch! In der nationalliberalen„Magdeburger Zeitung", der begeisterten Freundin de« Sozialistengesetze« und aller gegen die Sozialisten angestrebten Verfolgungen, lesen wir über die Ber- Haftung de« Direktors des Berliner ZellengefSngnisse» folgenden charakteristischen Artikel: „Große« Aufsehen machen überall die übrigen» noch nicht einmal be- glaubigten Mittheilnngen von der Verhaftung de« Direktor« de« Berliner ZellengefSngnisse«. Solche Verhaftungen, die wieder zur Freilassung führen, nachdem stch die v ö l l i g e U n s ch u l d der Geschädigten heraus- gestellt hat, kommen oft, gar oft, vor, und e« geht nicht Jedem so gut, wie Herrn von Falckenstent, daß er so rasch nach seiner Ber- Haftung wieder freigelassen wird; gar Mancher muß vielmehr Wochen und Monate lang büßen, ehe er seine Freilassung wieder erhält. Bon Vielen, die unschuldig verurtheilt werden und unschuldig in Gefängnissen und Zuchthäusern fitzen mögen, wollen wir gar nicht reden. Großer Lärm wird blo« gemacht, wenn da« Unglück auch einmal einen Beamten trifft, und doch liegt gerade darin eine Art von schreiendem Trost, daß die oft so schreienden UnVollkommenheiten mensch- licher GerechtigkeitSpflege auch einmal vor Denen nicht Halt machen, w e l ch e d u r ch ih r e S t e ll u n g gegen solche Mißgriffe mehr al« Andere gesichert zu sein scheinen. Wir verstehen darum auch nicht, wie man dem Amtsrichter, welcher die Verhaftung und bald darauf die Freilassung jenes Berliner Zucht- Hausdirektors und de» Direktors des Zuchthauses von Zelle anordnete, so große Borwürfe aus seinem Verhalten machen kann, wie dies von Seiten einiger Blätter geschieht. Eher würde mau, wenn hier überhaupt etwas zu loben wäre, die Unbefangenheit loben müssen, mit welcher er verfuhr, und daß bei ihm kein Ansehen der Person in seinen Maßnahmen stattfand. Er muß geglaubt haben, einen guten Anhalt für die Schuld der beiden Beamten zu befitzen, und ordnete deshalb, wie e« seine Praxis fein wird, sofort die Verhaftung an. Als sich heraus- stellte, daß die Schuldbeweise, wie nach einigen Zeiwngsmittheilnngen jetzt verlautet, gefälscht seien, verfügte er wieder die Freilassung. In diesem speziellen Fall scheint un» also durchaus nichts Ausfälliges, nichts, was eine Rüge verdiente, zu liegen. Auch verstehen wir es nicht, weshalb man in einigen Blättern einen so starken Ton darauf legt, daß „jeder persönliche Ausdruck des Bedauern«"(nämlich feiten« der ver- fügenden Stelle) bisher fehle. Da sind Andere s chon schwerer durch unglückliche Fehlgriffe heimgesucht worden u n d b e k o m m e n d o ch w e d e r e in e moralische noch eine materielle Vergütung! Auch die angekündigte Beschwerde des Geschädigten Uber seine Behandlung durch die Polizei wird das, woran un« allein gelegen sein kann, nämlich eine prinzipielle, ganz allgemeine Behandlung dieser Frage kaum veranlassen. Wa» Tausenden pafsirt und zu fruchtlosen Klagen Grund gibt, ist auch einmal einem Beamten wider- fahren. D a s i st A l l e S. E« ist ein Unglück, ein sehr bebaue r- licheS Unglück, aber e« ist ein«, worüber, wie gesagt, schon gar Manchem da« Herz gebrochen und der Glaube an eine sittliche Weltord- nung verloren gegangen ist, ohne daß viel Aufhebens davon gemachtwurde. Oder wird dieser spezielle Fall, weil er eben einmal ein Streiflicht aus manche Dinge, die nicht immer so sind, wie sie sein sollten, gewor- fen, doch vielleicht nicht ganz ohne Früchte bleiben?" Hier darf man wirklich einmal sagen: Kommentar überflüssig. — Wohlerzogene Knaben sind diese Hirsch-Dunker- scheu G e w e r k v e r e i n l e r, das ist ebenso unläugbar wie die— Bescheidenheit ihres Herrn und Meister«. Dem kleinen Veilchen gleich blühen ihre Vereine in Berlin bekanntlich nur im Verborgenen, nur wenn die klassenbewußten Arbeiter der Millionenstadt in irgend einer Weife für die Verbesserung der Lage de« gesauimten Proletariat« eintteten, da tteten auch die gelehrigen Schüler de« Herrn Hirsch schleunigst an die Oefientlichkeit, um der Welt die erfreuliche Thatsache zu berichten, daß es wirklich noch Arbeiter gibt, welche die Hand, die sie eben noch gepeischt, in aller unter- thänigsten Ergebung demüthig küssen. Man lese nur die nachstehende, von der fortschrittlich-liberalen Presse mit innigem Behagen kolportirte Notiz: „Die deutschen Gewerkvereine haben sich gegenüber der von den Berliner Fach vereinen beschlossenen Petitton an den Reich«. tag um Einführung eine« gesetzlichen Normalarbeitstagcs zu folgender Resolution geeinigt:„Die Regelung der Arbeitszeit im Sinne der allmählichen Verkürzung ist eine unerläßliche(also doch!) Bedingung de« körperlichen, geistigen und sittlichen Wohl« der Arbeiter, insbesondere de« gesunden Familienleben« und der politischen Bildung, und liegt nachweisbar zugleich im Interesse der Unternehmer, als Schutzmittel gegen die verderbliche Ueberproduktion und Schleuderkonkurrenz. Daher(!) erklären sich die deutschen Gewerkvereine mit aller Entschieden- heit sür die allgemeine Herbeiführung einer geregelten kürzeren Arbeitszeit durch freie Vereinbarung zwischen Arbeitgeber uud Arbeiter; sie verwerfen dagegen den gesetzlichen Zwangsnormal. ° r b e i t s t a g als Eingriff in die persönliche Freiheit und als undurch- sührbar und gemeinschädlich ohne gleichzeittge Garantie der Arbeit und des Normalarbeitslohnes."— Welch wunderbare Logik! Die Verkürzung der Arbeitszeit ist eine unerläßliche Bedingung de« körperlichen Wohles der Arbeiter, und daher verwerfen wir die gesetzliche Durchführung dieser u n- e r l S ß l i ch e n Bedingung und überlassen es der s r e i e n V e r e i n- b a r u ng, d. h. der G n a d e der Herreu Ausbeuter, diese u n e r l S ß- liche Bedingung zu erwirken. Gute Kinder, nicht wahr? Aber sie haben noch einen weit triftigeren Grund, den gesetzlichm Normalarbeitstag zu bekämpfen. Diese in der Schweiz seit Jahren bestehende Einrichtung ist nämlich, nach Ansicht der braven Zöglinge Max Hirsch'», u n d u r ch j ü h r b a r(!) und g e m e, u s ch ä d l i ch(I) ohne gleichzeitige Garantie der Arbeit und de« Icormalarbettslohne«. Der Herr Anwalt scheint wirklich sehr verschlafen ge esen zu sein, als er diesen Satz verfaßte. Uebrigens müßte man eigentlich au« dem Schlußsatz der Erklärung folgern, daß, da die Ver- lurzung der Arbeitszeit„unerläßlich", die gesetzliche Herbeisüh- rnug derselben ohne Garantie der Arbeit und de« Normalarbeitslohnes „gemeinschädlich uud undurchführbar" ist, Herr Hirsch und seine Heerde nunmehr auch sür letztere Postulate eintteten. Weit gefehlt! Der Schlußsatz ist nur oratorische Phrase, die Herren bekämpfen auch die Garantie der Arbeit und den Normalarbeitslohn, weil sie— die Frei- heit beemttächtigen. Alles sür die Freiheit der Ausbeuter! Herr Max Hirsch fingt diese Melodie vor und seine„Massen" fingen sie gehorsam nach. Denn sie sind keine bösen Sozialisten, sondern wohl- erzogene Knaben! Welche erfreuliche Erscheinung in so böser Zeil! — Dänemark. Aus Kopenhagen erhalten wir folgende Zu- Ichrift:„Die P-rteibewegung am hiesigen Ort macht erfteuliche Fortschritte, uicht allein dadurch, daß unsere Versammlungen m der Regel sehr gut be- sucht find, sondern auch dadurch, daß unser dänische« Parteiorgan„Sozial- Demokraten" unter sein« neuen Redaktion e« verstanden hat, sich eine achtunggebietende Stellung sowohl unter den andern Preßorganen als auch im lüglichen politischen wie sozialen Leben Uberhaupt zu verschaffen. Wenn ich ehrlich sein will, so muß ich einräumen, daß die Kampagne B r i x. F l e u r o n einen wesentlichen Theil zu dieser Wandlung beigetragen hat, denn bevor jene Leute ihren Feldzug gegen uns begannen, war die Bewegung in eine gefährliche Stagnatton gerathen; daher es eine« kräftigen Impulses zur Wiedererweckung bedurfte. Wie gesagt, die Ehre gebührt jenen Leuten, daß sie dem Stein den Anstoß gaben, um wieder in'« Rollen zu kommen. Jetzt endlich, nach Verlauf von 10 Jahren, kann man sagen, daß die Bewegung festen Fuß ge- faßt hat. Wohl mag die Zahl der Anhänger früher größer gewesen fem, wohl hat unser Organ unter Pio's Aegide einmal eine doppelt so große Anzahl Abonnenten gehabt als jetzt— aber trotzdem war die damalige Bewegung eigentlich nur ein Sttohfeuer, welches, sobald die Nahrung in den Personen Pio und Geleff sich unsichtbar machte, so gut wie «losch. E« bedurste langer, ausdauernder Arbeit von Seiten der Leute, welche jetzt die Stützen der Bewegung sind, um einen kräftigen, anhal- teuden Brand in'« Land zu schleudern.— Daß die Bewegung Fort- schritte macht, beweisen schon unsere alljährlichen Feste zur Feier de« dänischen Grundgesetze«: was wir in langen Jahren nicht vermocht haben, glückte diese« Jahr; wir setzten nämlich einen Zug durch Kopenhagen in Scene, an welchem einige 20 Vereine mit 31 rothen Fahnen theil- nahmen. Neulich hatten wir eine öffentliche Diskussion mit Wm. Fleuron, welcher sich erlaubt hatte, unser hiesiges Organ„Sozial- Demokraten", weil e« da« Prinzip:„Jedem Arbeiter der volle Erttag seiner Arbeit", in„Der Egoist" umzutaufen; sein Grundsatz sei:„Ein Jeder soll ar- beiten nach Bedarf und genießen nach seinen Bedürfnissen." Dabei hatte er selbst 8 Tage früher einen jeden Arbeiter, welcher nicht den vollen Erttag seiner Arbeit verlangen wollte, für einen„Schlin- g e l" erklärt! Im Verlaufe der Diskussion, welche unser braver Genosse T. Andersen eröffnete, mußte Fleuron die Waffen strecken und er« klären, daß es Dummheit sein würde, die gewaltsame Revolution als Alpha und Omega aller sozialistischen Weisheit auszustellen.— Bor wenigen Tagen hatten wir eine bedeutungsvolle Versammlung aus der Insel Amager, welche Versammlung hauptsächlich auf die Matrosen berechnet war, und mit der wir einen durchschlagenden Erfolg erzielten. Genosse Hördum kritisirte auf das Schärfste die unverantwortliche Weise, aus welche die Schiffsrheder ihre„schwimmenden Särge" auf's Meer hinaus- schicken, wodurch hunderte von Menschen gemordet werden. An der Hand der Statistik zeigte er, daß in einem Zeitraum von 5 Jahren beinahe 400 Schiffe mit 600 Menschenleben verloren gegangen seien. Die däni- scheu Schiffsrheder sind so gewissenlos, daß sie alte englische Schiffe, welche in England kasfirt würden, auskaufen und dann in's Meer gehen lassen. Ein Redner bemerkte, daß die„königlichen" Schiffe auch nichts weiter seien als„schwimmende Särge", so sei z. B. das Postdampfschiff „Freja" in dem Grad verfault, daß man den Finger durch die Seiten- wände stoßen könnte. Und ein solches Schiff gebraucht man zum Tran«- Port von Passagieren! R. B. — Belgien. Genosse D e Paepe ist ohne Kaution auf freien Fuß gesetzt worden. Der radikale Deputirte Jansen hat seine Ver- theidigung übernommen. Duverger, der sich glücklicherweise auf dem Wege der Besserung befindet, legt bei seinen Aussagen keinerlei Groll gegen De Paepe an den Tag. Man erwartet allgemeine Freisprechung des Letzteren. Der Oerels I'EtineoUo(der Funke) in Verviers theilt per Zirkulär mit, daß sein Organ, die„Perseyerence" nicht erscheinen könne, weil die Buchdruckereibesitzer den Druck desselben verweigern. Das ist die Preßfreiheit unter der Herrschaft de« Privateigenthnm«! — Frankreich. Die Gleichheit vor dem Gesetz unter der Republik. Sobald die heilige Ausbeuterfreiheit in Frage kommt, verstummen alle die hochtönenden Phrasen von Gleichberech- liguug der Staatsbürger k., und der Klassencharakter der heutigen aus Ausbeutung de« Menschen durch den Menschen beruhenden Gesellschaft ttitt in seiner brutalen Nacktheit zu Tage. Das hat kürzlich das Exekuttv- komite der streikenden Tischler in Paris erfahren. Eine gewisse Frau Patrice hatte eine Deputation ihrer Arbeiter, welche eine Lohnerhöhung von 10 Et«, pro Stunde verlangten, nicht nur rundweg abgewiesen, sondern auch die Mitglieder dieser Deputation scsort aus der Arbeit entlassen. Als Antwort daraus erklärte das Exekutivkomite diese Firma in Verruf, d. h. forderte die Kollegen auf, solange nicht dort in Arbeit zu tteten, bis den Arbeitern ihr Recht geworden. Die liebenswürdige Dame aber hatte nichts Eiligeres zu thun, als das Exekutivkomite wegen Eingriff« in die„Freiheit der Arbeit" zu verklagen und neben einer Gefängnißstrafe eine Entschädigung von nicht weniger als— 5000 Fr. zu verlangen! Die Verhandlung fand am 4. August, die Urtheilsver- kündigmig am S. August statt. Trotz ausgezeichneter Bertheidigung seitens unseres Genossen John Labnsquiöre wurden die Mitglieder des Komite's jeder zu 15 Tagen Gefängniß und insgesammt zu 600 Fr. Entschädigung an Frau Pattice verurtheilt. Letzlerer wurde außerdem da« Recht zugesprochen, aus Kosten der Arbeiter das Urtheil in drei Zeitungen zu veröffentlichen; jede« dieser Inserate darf bis zu 200 Fr. kosten! Wenn aber in Roanne sich 11 Ausbeuter verabreden, nicht einer Handvoll, nein Tausenden von Arbeitern die Löhne plötzlich herab- zusetzen und denen, die sich nicht sofort fügen, ihre Werkstätten ins- gesammt zu verschließen, dann findet sich kein Staatsanwalt und kein Richter, der vom Eingriff in die Freiheit der Arbeit zu sprechen wagt! Alle diese Gesetze„zum Schutze der Freiheit der Arbeit" erweisen sich in der Praxis als nichts Anderes als Gesetze gegen die Freiheit der Arbeiter. Gegenwärtig schwebt auch so ein Arbeitergesetz in der Luft und zwar das Gesetz Uber die„sxndioats professionelles"(Gewerkvereine). Da strengen die Herren Gesetzgeber in der Kaminer und im Senat ihren ganzen Scharfsinn an, unter dem Schein eines durchaus„sreisinnigen" Gesetzes den Arbeiter» jede ernste Wahrung ihrer Interessen zu er- schweren. Während die Herren zur Erleichterung ihrer Ausbeutung sich mit Vorliebe billige Arbeitskräste aus dem Auslande kommen lassen — so beträgt die Zahl der in Frankreich angestellten italienischen Arbeiter mehr al« 300,000— sollen die organisirten Arbeiter nicht das Recht haben, fremdländische Arbeiter in ihre Komite's zu wählen— sie müssen nämlich gegen die fremden Agitatoren„beschützt" werden. Man sieht, überall die gleiche Heuchelei! Ueber die Vorgänge in Monceau les Mines in nächster Nummer. — Aus Amerika. Almosen. Die Summe. welche jährlich in den Bereinigten Staaten in Gestalt von Dividenden kapitalistischen Kompagnien ausbezahlt werden— schreibt die„Newyorker Volkszeitung" — beläuft sich aus mehr al« zweitausend Millionen Doli. Rechnet man den Minderwerrh des Kapitals hinzu, welchen der Zensu« von 1870 angibt und welcher nicht von kapitalistischen Kompagnien aus- bezahlt, sondern von einzelnen Privarkapitalisten au» ihren Geschäften bezogen wird, so waren es damals über 3000 Millionen Dollars reiner Profit, welchen die Arbeiter der Bereinigten Staaten den Kapitalisten al» Almosen in e i n e m Jahre bezahlten, und welcher in diesem Jahre wohl 6000 Millionen Dollars bettagen wird. Rechnet man, daß die Kapitalisten in Gestalt von Almosen an Arme, Arbeitsunfähige Zc. jährlich sechzig Millionen Dollars bezahlten— was weit über die Wirk- lichkeit hinausgeht, so ist dieses— gewöhnlich allein so benannte— Almosen immer erst ein Prozent gegenüber dem von Arbeitern an Ka- pitalisten entrichteten Almosen, welches freilich diesen Namen nicht führt. Wir leben ja in einer Gesellschast der babylonischen Sprach- und Be- griffsverwirrung. Warum sollten die Dividenden und Reingewinne nicht Almosen heißen dürfen? Sie find nicht erarbeitet und verdient; sie sind ein Geschenk, zwar an Leute verliehen, welche e« nicht nöthig haben. Aber darnach, ob Bettler ein Almosen nöthig haben, wird ja auch nicht ge- fragt. Sie verlangen es wie die Bettler und die Gesetze geben ihnen ein Recht dazu, gerade wie sie hie und da ein Recht zum Betteln an Kirchen- thllren geben. Sie haben ebensowenig Schamgefühl wie die Bettler; sonst würden sie sich nicht von Anderen ernähren lassen ohne Entgelt. Und sobald die arbeitende Menschheit sich gewöhnt, Gerechttgkeit statt Barm- Herzigkeit zu fordern und zu erzwingen, wird sie auch die Zinsen, Divi- denden und Reingewinne als Almosen verpönen. iZarteigenoffen! Vergeßt der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Korrespondenzen. — Hanau, im August. In dem ganzen zahllosen Heere der er- niedrigten Wesen stehen keine niedriger als Diejenigen, welche in unserer Stadt den„Beruf" haben, als wohlbestallte Polizeibeamte über Gesetz, Ordnung und Moral zu wachen. Das ist eine Thatsache, die als unbestritten bezeichnet werden darf. Längst haben sie, nach guter Anleitung „von Oben", gelernt, den Sozialisten gegenüber jedes Mittel, Hinterlist, Jnttigue, Brutalität, Lüge und Meineid in Anwendung zu bringen. Ihr Gebahren ist ein von völliger Hirnlofigkeit zeugende» blindes Wüthen, da« seinen Höhepunkt erreicht, so oft bei der Hetzjagd gegen die Sozia listen ein Dorn sie in das faule Fleisch gestochen.„Wir wollen diesen Kerlen noch an den Kragen gehen wie der Teufel!"— So sprach im Bewußtsein seines hohen„Berufes" vor einiger Zeit einer unserer Polizeier Namens B ü r m a n n. Da der Teufel seine Herrschaft in der Hölle übt, im Reiche der ausgesuchtesten Niedertracht, so ist er allerdings in Preußen auch ganz an seinem Platze. Leider aber besteht in dem höllischen„Rechlsstaate" Preußen das verkehrte Verhältniß, daß die ehr- lichen Leute zu Sträflingen gemacht werden, während ihre Peiniger, mit dem Stempel der Verworfenheit an der Stirne, sich„Diener der Ge- rechtigkeit" schimpfen und bei all ihren gegen uns gerichteten Satans- funktionen sich aus„gesetzliche Autorität" berufen. Ueber die neuesten dieser Satanssunkttonen nun ist Folgendes zu regi- striren: Ende April ds. Js. meldete der Tigarrenmacher Lamm auf hie- figem Polizeibureau eine öffentliche Versammlung der Tabak- und Zi- garrenarbeiter zum Zwecke der Besprechung des Tabakmonopols an. Com- missär Naumann jedoch erklärte dem Anmelder rund heraus, aus der Versammlung könne nicht« werden, denn da werde doch jedenfalls auch „der F r o h m e" kommen, und der dürfe„aus Befehl des Herrn Land rathS" nun und nimmermehr hier sprechen.— Herr L. war „frevelhaft" genug, gegen diese„gesetzmäßige" Eselei Rekurs bei der Regierung in Kassel einzulegen, und diese— ein strenges Urtheil der öffent- lichen Meinung fürchtend, dekretirte, daß der Bersammlungsanmeldung stattzugeben sei. So fand denn die Versammlung am 17. April in den Sälen zur Reichskrone statt— und— den„Befehl des Herrn Land- rath»" verletzend— erschien„der Frohme" und referirte. Ihm zur Seite saßen als„Abgeordnete der Obrigkeit" Polizeikommissär Rolfs und vorerwähnter Schutzmann B ü r m a n n. Der Reserent mochte etwa eine halbe Stunde gesprochen haben; er zitirte den bekannten Ausspruch des konservativen Reichstags Harlekins V.Ludwig, betr. das Vagabunden- thum, da brach da« Verhängniß herein: langsam und unsicher, die Blicke furchtsam aus die Masse gerichtet, erhob sich Monsieur Rolfs und er- klärte die Versammlung sür geschlossen. Ein Sturm der Entrüstung brauste dem„Helden" entgegen; Frohme wandte sich an ihn und erklärte, er protestire gegen diesen Akt der Willkür, die Auflosung sei durch nicht« gerechtsertigt und werde er dagegen Rekurs ergreisen. Rolf« erwiderte: er folge lediglich seinen„I n st r u k t i o n e n". Ein Bersammlungsbesucher, Genosse Graebener, wandte sich an den Vorsitzen« den mit der Aufforderung, sich diese Auflösung nicht ruhig gefallen zu lassen. Dann ging die Versammlung unter Hochrufen aus die Sozial demokratte und den Referenten sowie unter Pfui- und sonstigen schmei- chelhaften Rusen aus die Polizei auseinander. Held Rols« und sein Schildknappe Bürmann schwuren den Urhebern dieser öffentlichen Blamage, Frohme und Gröbener, grimmige Rache. Ha, da« war so eine günstige Gelegenheit, den Sozialisten Eins am Zeuge zu flicken,— jetzt oder nie galt e«, dem BUttelsystem zu einer richterlichen Anerkennung durch Massenverurtheilung zu verhelfen! Also, frisch d'rauf,— gelogen und gefälscht!—„Bürmann, lieber Bürmann"— sagt Rolfs--„jetzt beweisen Sie Ihren Scharfsinn." Und Bürmann nimmt mit pfiffigem Lächeln ein— Adreßbuch zur Hand;—(buchstäblich wahr!)— zwar war es das von Anno 1880, aber das bemerkte der Wackere gar nicht in seiner Aufregung. 65 Mann schreibt er sich da heraus und— die Liste der Angeklagten erster Serie ist ferttg. Alsbald wurden denn die beneidenswerthen Träger dieser Namen mit der Anklage beglückt, den Bestimmungen des§ 15 de« preußischen Versammlungsgesetzes entgegen sich nach erfolgter Auflösung der Versammlung nicht sofort entfernt zu haben. Die am 20. Mai stattgehabte Verhandlung dieser Anklage gestaltete sich für Rolfs und Bürmann zu einer recht hochnothpeinlichen, sür die Angeklagten und das Auditorium, ja selbst für die Richter, zu einer außerordentlich belustigenden Prozedur. Zunächst ergab sich, daß von den 65 Angeklagten an die 30 gar nicht in der aufgelösten Ver- sammlung gewesen waren. Sechs weitere Angeklagte befinden sich schon seit Jahren in Amerika. Der Richter schüttelte, während Publikum und Angeklagte in ein schallende« Gelächter ausbrachen, den Kopf und schlug die Hände über dem Kopf zusammen. Der„scharf- finnige Bürmann aber stand da, in Angstschweiß gebadet, vor Erregung und Verlegenheit Hochroth glühend, seine frühere Gauner-Physiognomie in ein Armsünder- Gesicht verwandelt, wie ein begossmer Pudel.— „Adreßbuch-Olmal" raunt ihm eine Stimme au« den Reihen der Angeklagten zu, und er fährt zusammen, al« hätte ihn eine Tarantel gestochen. Ja, ja, das Adreßbuch hatte ihm einen bösen Stteich gespielt, dem„Zeugen" Bürmann. Und sein Kommissär, der„Zeuge" Rolfs, biß sich vor Erregung die Lippen blutig. Im strammen preußischen Kommi« Schritte hatten Beide den Sitzungssaal betteten, Bilder de« Jammer» wankten sie hinaus, als der Richter verkündete, daß— abgesehen von den gar nicht in der Versammlung Gewesenen, gegen welche die Anklage nicht ausrecht erhalten wurde— sämmtliche Angeklagte von Schuld und Kosten freigesprochen seien. Dieselben mögen sich sür die gehabte Mühe trösten mit dem Gedanken, daß Hanau nunmehr einen„A d r e ß« buch-Kriminal-Olmal" im Original habe. „Verzweifeln wir nicht", sagte Bürmann zu Held Rolss,„noch ist nicht Alle« verloren. Wir haben ja Frohme und Graebner noch!" Dem war nun allerdings so, die„hatten" sie noch! Ersterem hatten sie Majestätsbeleidigung, Schmähung und Verhöhnung von Staatseinrich- tungen, Beamtenbeleidigung 2c., Letzterem eine„Aufforderung zum Unge- horsam gegen Anordnungen der Obrigkeit" auf den Hals gelogen. Herr Staatsanwalt Schumann war so gefällig, diese Lügen zu verlreten. Die Verhandlung beider Anklagen fand am 26. Juli vor der Sttaskammer des Landgerichts Hierselbst statt. Frohme führte seine Bertheidigung selbst, Graebner's Bertheidigung führte Herr Justizrath O s i u«. Gegen Frohme blieb übrigens nur die Anklage wegen„Beamtenbeleidi- gung" aufrechterhalten. Begangen sollte dieselbe sein durch die an Rolf« gerichtete Erklärung, daß er zur Auflösung der Versammlung nicht berechtigt sei. Der Angeklagte wie« nun zunächst nach, daß Rolf» sich aller- ding« einer geradezu unerhörten Gesetzesverletzung schuldig gemacht habe. Angeklagter habe lediglich in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt, als er gegen die Auslösung Protest erhob und dieselbe einer kurzen, aber scharfen Kritik unterzog. Der als Zeuge erschienene Rolss erklärte, vom Landrath den„Austtag" erhalten zu habe», die Versammlung aufzulösen, wenn es ihm scheine, daß sozialistische Grundsätze darin erörtet würden.(Forts, folgt.) — Aus der Pfalz. Wenn die Macher de» Sozialistengesetze« glaubten, es habe dasselbe, wenn keinen weiteren, so doch wenigsten« den Nutzen, da« sozialistische Feuer auf seinen ursprünglichen Herd zu be- schränken, so ist ihnen unsererseits schon verschiedentlich demonstrirt worden, daß sie sich darin gründlich getäuscht haben, und mit jedem Tage häufen sich die Beweise. Dem Wauwau des Sozialistengesetzes werden mit der Zeit die Zähne stumpf, wir wissen so gut wie früh« sür unsere Sache zu wirken, ob sie es nun eingestehen oder nicht, unsere StaatSretter müssen einsehen, daß sie ihr Pulver umsonst verschossen haben. Bon unserer Pfalz haben wir zu berichten, daß wir nicht allein den früheren Besitzstand unserer Partei wieder beisammen haben, sondern daß auch eine erfreuliche Anzahl neuer Orte und Mitkämpfer hinzugetreten find. Unsere Polizei ist eben so gut oder schlecht wie anderwärts und unsere liberale Partei steht ihr nicht nur würdig zur Seite, sondern sie marschirt ihr stramm voraus. Die Mittel, welche diese Gesellschaft an- wendet, uns zu bekämpsen, spotten jeder Beschreibung. In Lambrecht z. B. versuchten sie mit Hilfe des Brodkorbes nnsere armen Genossen erst zu Lumpen und dann zu Verbrechern zu machen; daß es nicht soweit kam, ist nicht ihre Schuld. Jndeß wir haben ein gutes Gedächtniß! Daß dieser knechtischen Rotte nichts heilig ist, wenn es zu verleumden gilt, zeigt der Fall Paulus: während sie zu Lebzeilen unseres Genossen zu feig war, ihn irgendwie anzugreisen, machte sich dieses Geschmeiß über seinen Leichnam her, da eiu Todter sich bekanntlich nicht mehr vertheidigen kann.— Die S p e y r e r Polizei hat vor einiger Zeit wieder einen ihr Ehre machenden Streich geliefert. Einige Zigarreuarbeiter wollten nämlich eine Monopolversammlung abhalten und ließen zu dem Zwecke nach em- geholter Genehmigung des Wachtmeisters eine Liste zur Deckung der Kosten zirkuliren. Plötzlich witterten jedoch einige Spürnasen, daß die Sozialisten oahinter steckten, und wurde deshalb die Versammlung verboten, das gesammelte Geld konfiszirt und die Veranstalter unter Anklage gestellt; der Hauplanstister dieses sauberen Streiches war ein liberaler Redakteur, von Vangerow heißt der Ehrenmann. Auch die Schwarzkutten rumoren gewaltig gegen uns, vorab der schon einmal im„Sozialdemokrat" gekennzeichneter freche Psaff in Mau- dach. Aus der Kanzel und im Beichtstuhl wüthet derselbe unausgesetzt gegen uns, auch in Oggersheim gab er unlängst bei Gelegenheit eines Wallfahrtstages seine Nnfläthigkeiten zum Besten.(Es kommen da gewöhnlich einige Dutzend dieser Keuschheitsritter zusammen, um den Ueberschuß de« Tages zu verfressen und zu versaufen.) Was durch diese Schimpfereien erreicht wird, ist am besten aus dem Wahlergebniß Mau- dachs zu ersehen; wir erhielten nämlich in dem kleinen Oerlchen 112 Stimmen, während die beiden Gegner nur je 10, resp. 12 Stimmen erhielten. Einen Artikel will ich hier noch erwähnen, den ein Gegner der obigen, nämlich ein protestantischer Pfaffe, in dem konservativ-liberalen Schmutz- blatt„Pfälzer Kourier" losließ. Der Mann Gottes lamenlirt darüber, daß die schlauen katholischen Pfaffen es im Beichtstuhl ec. fertig zu bringen wüßten, daß bei gemischten Ehen die Kinder katholisch werden müßten und daß dadurch den Protestanten manche Seele entriffen würde; als Beweis führt er Oggersheim an, das früher ein protestantischer Ort gewesen sei und jetzt überwiegend von Katholiken bewohnt werde. Er fordert nun seine Kollegen zu gleichem energischen Handeln aus, da sonst den Prolestanten ein politisches und religiöses Kanossa bereitet würde.— Es wird dies eine nette Rauferei absetzen, wenn sich die Kerle um die armen Seelen ihrer Schäfchen herumzerren, uns jedoch kann es nur recht sein, denn e« kommt dadurch so weit, daß sich das Volk immer mehr und mehr von dieser volksverdummenden Sippschaft abwendet. Wie jämmerlich unsere„Demokraten" sich beim Verbot de« Ham- bachersestes benommen haben, ist Ihnen schon bekannt, jedoch vielleicht weniger, wie deren Organe über die Sozialisten loszogen, die es unter- nommen, eine dem Tag entsprechende rothe Fahne in Hambach auszu- hissen, sowie eine die Bedeutung des Festes schildernde Flugschrift unsere« wackeren Landsmanns Johann Philipp Becker zu verbreiten. Jedensall« wollten sie sich dadurch der Polizei gegenüber reinwaschen. Da viele Genossen im Glauben sein mögen, daß beim Versuch, die rothe Fahne aufzuhissen, unsererseits unübergelegt gehandelt worden sei, so muß ich hier bemerken, daß dies nicht der Fall war; im Gegentheil, der Plan war gut organifirt. Daß es trotzdem zur Verhaftung kam, daran war hauptsächlich der Umstand schuld, daß der ausgestellte Wachtposten etwas zu ftühe vom Platze ging; derselbe sah die Patrouille Abends vom Schlosse herab-, die Ablösung aber nicht hinausgehen; außerdem hatte dieselbe sich von ihrem gewöhnlichen Wachtplatze am Eingange des Schlosses in einen im Hintergrunde liegenden Pavillon zurückgezogen. Große Entrüstung erregte bei den schlichten Bewohnern Hambach'« und Umgebung die Behandlung Ehrhardt'«. Derselbe wurde nämlich bei seiner Verhaftung sofort in Ketten gelegt und auf dem Schlosse ge- sangen gehalten, Morgen« dann von einer größeren Eskorte Gensdarmen nach Neustadt transportirt, woselbst der Untersuchungsrichter selber die Freilassung beantragte. Trotzdem wurde Ehrhardt auf Befehl des natio- nalmiserablen Streber« Bezirksamtmann Sieber mit einem Mörder zusammengeschlossen, nach Frankenthal transportirt, dort ohne Verhör über Nacht in Hast behalten, Tags darauf, immer noch in Ketten, und zwar so, daß die Gelenke mit Blut unterlausen waren, nach Neustadt zurücktransportirt und dort auf freien Fuß gesetzt. Ehrhardt hat wegen dieser BeHandlungsweise bei der Regierung in Speyer Beschwerde eingelegt, was zwar soviel heißt, als den Teufel bei seiner Großmutter verklagen; indeß, gerade ein Sozialist darf sich sein Recht nicht nehmen lassen. Uebrigcns haben wir durch unser Vorgehen unseren Zweck vollständig erreicht; wir haben die Bevölkerung Neustadt'« und Umgebung auf die Bedeutung des Tage» aufmerksam gemacht, wir haben ihr gezeigt, daß die Sozialdemokratie die einzige Partei ist, die zu jeder Zeit die Fahne der Freiheit hochhält, während alle anderen Parteien, voran die groß- mäuligen Demokraten und Fortschrittler, vor der Polizei und ihrem Anhängsel feig in den Staub kriechen. Der Schluß de« Hambacher Drama'« wird sich jedenfalls vor Gericht abspielen, da die Polizei alle Hebel m Beweggung setzt, um die Ver- bündeten Ehrhardt'« ausfindig zu machen. Auch die Flugblattver- theilung wird damit in Verbindung gebracht; mehrere Genossen, uament- lich in Oggersheim, nahmen dieselbe ganz öffentlich vor. Ueber den Aus- gang der Sache werde ich Ihnen seinerzeit berichten. Nachzutragen wäre noch, daß dem Eingangs erwähnten frommen Pfaffen in Maudach Schulden halber seine Sachen gepfändet wurden; ob ihm seine schwarzen Brüder au» der Klemme geholfen, konnte ich bis jetzt nicht erfahren. Ein Hambacher. — Baden-Baden, den 8. August 1882. Dieser Tage hat uns einer unserer thäligsten Mitstreiter verlassen. Genosse August Schneider ist nach Amerika ausgewandert. Möge es ihm in der neuen Welt besser ergehen als hier. Unsere besten Wünsche geleiten ihn über das Meer an den neuen Ort seiner Bestimmung. — Baden-Bade«. Wenn wir hier auch über die anderwärts üblichen Polizei- und Denunziantenschurkereien bis jetzt nicht zu klagen hatten, so haben wir dagegen reichlich Gelegenheit, den geheiligten Klassen- staat und dessen famose Gesellschaftsordnung in ihrer ganzen Schönheit kennen zu lernen. Da lesen wir u. A. in einem hiesigen Lokalblatte nachstehende„Bitte an mildthätige Menschen. Tin armer Familienvater, der das Unglück hatte, einen Fuß zu brechen, bittet mildthätige Menschen um Gaben zur Ansertigung eine« hölzernen Beine», um sein tägliches Brod wieder verdienen zu können." Wie der heutige Staat für verunglückte Arbeiter sorgt, beweist obige« Bittgesuch. Betteln und Orgeldrehen, da» sind die einzigen Hilfsquellen, aus welche derselbe feine verunglückten oder abgerackcrten, zur weiteren Ausbeutung untauglich gewordenen Angehö- rigen verweist, während die löbliche Polizei redlich dafür sorgt, daß auch diese an sich schon für den braven Proletarier bittere Erwerbsquelle ver- siegt und der„Vagabund" bei Wasser und Brod hinter Schloß und kommt. Vom Staate ist demnach nichts zu erwarten. Wollen wir nun sehen, was die„gute" und„bessere" Gesellschaft thut. Die Stadt Baden-Baden, einer der ersten Badeorte Deutschland», ist besonder« gegenwärtig so glücklich, sehr viele Mitglieder der„besseren" Gesellschaft, Fürsten, Grasen, Rittergutsbesitzer ,c. zu beherbergen; man hätte daher annehmen dürsen, daß es für den verunglückten Familienvater reiche und noch reichere Spenden regnen würde. Aber„Errws humanum est." Irren ist menschlich; in ca. 3 Wochen sind in Summa 16 Mk. zusammengespendet worden und fragt es sich dabei noch, ob diese saubere Gesellschaft überhaupt beigetragen, oder ob nicht lediglich Proletarier es waren, die diese Summe gesteuert. Also nichts thut der Staat, nicht« thut die Gesellschaft für den„armen Mann". Worte ohne Werth hersagen, hirnlose Projekte entwerfen zur Abwehr der sozialen Roth, die bewährten Vorkämpfer der Sozialisten verdächtigen und verdonnern und sich dabei als„erhabene" Volksmänner anhochen zu lassen, da« find die„Opfer", welche die Koryphäen dieser Gesellschaft dringen. Die zweite Notiz lautet:„Eingesandt. Bei der Submission zum Ausbau de« hiesigen Krankenhause« wurden neben der Maurer-, Zimmer,- Schlosser-, Schreiner- u. s. w. mit 12, 15, 18, 24 Proz., die Tüncher- arbeiten mit 35 Proz. unter den Voranschlag herabgesetzt, wohin soll da« führen?" Wir unseres Erachtens denken, das führt indirekt zu uns, d. h. zum sozialistischen Staat. Wenn unsere Herren Arbeitgeber in der Weise sortwirthschaften, wenn sie auf eine so erbärmliche Art die In- dustrie herabdrUcken, d. h. einander Konkurrenz bieten, dann wird es fteilich erklärlich, daß das arbeitende Volk darben muß. Da sucht immer einer dieser famosen Hallunken den andern aus Kosten der Arbeiter zu ruiniren, um nur sein„meisterliches" Ansehen zu wahren, und gleich- zeitig schreien diese Herren hinterher, es wird nicht« verdient, die Arbeiter wollen nichts mehr schaffen. Wer in Wahrheit nichts schaffen will, das sind diese Herren, die nur darauf denken, flott zu leben und spazieren zu gehen, ohne sich darüber Skrupel zu machen, in welch' elender Weise sie die Arbeiter auf solche Art zu Gunsten des Großkapitals ausbeuten, und wie ost der von ihnen ausgebeutete Arbeiter nicht mehr lebt, sondern nur noch elendiglich vegetirt. Zum Schluß wollen wir noch einen der beliebten Badelumpen— hall!—„Gäste" etwas näher betrach:en und es dem Leser überlassen, Nachstehendes mit der oben erwähnten Bitte in Vergleich zu bringen. Der in allen Ehren verabschiedete russische Reichskanzler Gortschakoff, der hier die Früchte seiner ehrenvollen Wirksamkeit verzehrt, unterhält ein allerliebstes Berhältniß mit einer Lnstdirne, pardon! geheimen Liebhaberin und läßt sich nicht nur zu ihr führen, sondern auch noch die Treppe hinauftragen, da ihm die Beine infolge hohen Alters und„fitttgen" Lebenswandels den Dienst versagen. Diese edle Dame wohnt in Miethe und scheint mit dem Vermiether, wahrscheinlich ihres guten Betragens halber, einige Differenzen bekommen zu haben; was thut nun unser guter Reichskanzler, um diesen kleinen Kalamitäten auszuweichen? Er kaust seiner Angebeteten eine Villa zum Preise von 60,000 Mk. Da die Dame von„blauen" Blute zu sein scheint, mußte sie auch noch geadelt werden; solche Leute gehören in jene„höheren" Klassen. Für einen verunglückten Arbeiter in drei Wochen die große Summe von 16 Mk., für eine Dirne eine Bagatelle von 60,000 Mk.! O Volk! Wann wird es Dir klar werden, wie das rothe zum blauen Blute steht! Brot! (Nach Pierre Dupont.) Wenn am Gestad' und in den Lüsten Sich keine Mühle mehr bewegt; Wenn, müssig weidend auf den Triften, Der Esel keinen Sack mehr trägt: Dann, wie ein Wolf, am hellen Tage Kühn tritt der Hunger in das Hau«; Ein Wetter rüstet sich zum Schlage, Und durch die Luft geht ein Gebraus: Ihr dämpft den Zornrus, o Despoten, De« Volkes nicht, das hungernd droht! Denn die Natur hat ihn geboten, Den Schrei Brot! Brot! Brot thut un« Roth! Der Hunger kommt vom Dorf gegangen, Einzieht er durch der Städte Thor; So haltet ihm doch eure Stangen Und eure Trommelstöcke vor! Trotz Pulver und Kartätschenschauer Rasch wie ein Vogel ist sein Lauf, Und auf der allerhöchsten Mauer Pflanzt er sein schwarzes Banner auf: Ihr dämpft den Zornruf, o Despoten, Des Volkes nicht, da« hungernd droht! Denn die Natur hat ihn geboten, Den Schrei: Brot l Brot! Brot thut un» Noth! Laßt eure Söldnerhaufen kommen In gleichem Schritt, mit gleicher Wehr! Der Scheuer und der Flur genommen, Sat Waffen auch des Hunger« Heer; s reißt die Schaufel aus der Scholle, Die Sense reißt es aus dem Korn; Sogar des Mädchens Brust, die volle, Pocht an die Kolbe ihren Zorn. Ihr dämpft den Zornruf, o Despoten, De« Volke« nicht, das hungernd droht! Denn die Natur hat ihn geboten, Den Schrei: Brot! Brot! Brot thut uns Noth! Packt, in des Volkes muth'gen Reihen, Wer Sichel oder Flinte trägt! Laßt immer das Gerüst uns dräuen, Auf dem das Beil den Kopf abschlägt! Hat es, in finst'rer Schauer Mitten, Hat es, die Luft durchzuckend scheu, Der Opfer Leben nun zerschnitten, Dann thut ihr Blut noch diesen Schrei: Ihr dämpft den Zornrus, o Despoten, De« Volke» nicht, da» hungernd droht! Denn die Natur hat ihn geboten, Dm Schrei: Brot! Brot! Brot thut un« Noth! Brot thut uns Noth! Brot muß man haben! Wie Lust und Waffer thut es Noth I Wir find de« alten Herrgotts Raben: Was er uns schuldet, ist das Brot! Doch seht, die Schuld ist abgetragen: Er gab uns Land zur Aehrenzucht, Und kann nicht noch zu allen Tagen Die Sonne reisen unsre Frucht? Ihr dämpft den Zornruf, o Despoten, De« Volke» nicht, da» hungernd droht! Denn die Natur hat ihn geboten, Den Schrei: Brot! Brot! Brot thut un« Noth! Die Well ist halt noch Wildniß ebm— Und sollte doch au« Korn und Mai« Ein blonder Gürtel sie umgeben Vom Pol bi« an den Wendekreis! Laßt uns der Erde Schoß zerreißen! Laßt un«— wir schlugen un» genug!— Laßt uu« de« Krieges schneidend Eism Verwandeln in den stillen Pflug! Ihr dämpft den Zornruf, o Despoten, De« Volke« nicht, das hungernd droht! Dmn d e Natur hat ihn geboten, Dm Schrei: Brot! Brot! Brot thut un« Noth! Der Kabinette Thun und Lassen, Was gilt es unserm Bienenschwarm? Wozu noch für der Fürsten Hassen Bewaffnen der Zyklopmarm? Da» Volk ein Meer! Vom nackten Herde Braus't e» heran und schwillt und droht! Erbebt— und gebt dem Pflug die Erde, Und nimmer fehlen wird das Brot! Ihr dämpft den Zornrus, o Despoten, De» Volke« nicht, da« hungernd droht! Denn die Natur hat ihn geboten, Den Schrei: Brot! Brot! Brot thut un» Noth l Ferd. Freiligrath. Brieftasten der Redaktion. Zeitz: Ihre Korrespondenz kommt iu einer der nächsten Nummern zum Abdruck. Auch Ihrem Wunsche bezgl. Abg. wird entsprochen werdm. d Bestllg er Expedition: Gebr. Hermgh. St. Louis: Beide P.-K. erh., llg. besorgt.„Unsere Ziele" vergriffm.— König New-Dork: A. B. hat Bs. erh. Bittet um Ihre Adresse.— Schnürung: Bs. v. 14. u. 18. erh. u. am 16. 21. 22/8 beantw. Alle» beachtet. Am 19/8. anderseits ges. Bericht an A. kostet 25 Cts. Strafporto. Auspassen!— Unigenitu»: Nachr. v. 15/8. erh. Antw. am 22. abgeg.— Georg: Bestllg. v. 13/8. besorgt. Vermißte« nochmals reklamirt.— Columbus: Dank sür Nachr. betr. O. Antw. bfl. am 17/8. fort.— Badener: Alles lt. Bi. v. 14 8. besorgt. Bf. v. 22/8 hier. Mehrbstllg. folgt.— Schorfe: Dank für Bericht betr. O. Die Sache ist jetzt eingerenkt. Bfl. am 23/8. mehr.— Otto: Bestllg. v. 20/8. besorgt. Agitationsnummem nur gratis, so lange Steigerung im festen Abonnement dabei wahrnehmbar.— A. Becke. Bern: Fr.—,75 Ab. Aug. u. Septbr. erh. Adr. vorgem.— T. Liöge: Fr. 2,35 f. Schst. erh. Bestllg. abgeg., Sdg. für Sch. solgt., früher unmöglich, da große feste Nachbestellg.— P. I. P. Halifax; Mk. 2,50 Ab. H. ab Mai bis Ende 3. Qu. erh.— Hannibal: Mk. 10,— d. Usds. dkd. zugew. Weiteres vorgem.— Märzveilchen: Mk. 1,—& Cto. Ab. erh.— Der Bekannte: Mk. 300,- pr. Athl-Cto. v. Z. dkd. erh. Mk. 75,- ä Cto. gutgebr.— Glauchau: Mk. 43,15 pr. Ab.-Cto. nach Borschr. gutgebr. Abrchng. über Früheres dringend nöthig.— C. Werner: Mk. 176,97 Ab. ec. durch St. erh. u. dems. quittirt. Bfl. Weiteres. Gruß!— Panzerschiff: Mk. 36,— Ab- 2. Qu. erh. Altes nicht zu vergeffen.— Die alten Rothen: Gewünschtes am 22/8. abgeg. Sonderbar, daß Ihr so ganz„ohne" wäret.— Ruprecht: Mk. 10,— k Cto. Ab. 3. Qu. erh. Mehrbestllg. war fort.— E. V. E. Mk. 2,— Ab. Aug., Septbr. u. Mk. 2,— d. Ufd«. dkd. zugew., bfl. mehr.— H. Amsterdam: Fr. 5,— Ab. 3. Qu. erh. P.-K. mit bez. Rückantwort am 23/3. noch nicht hier gew.— Fr. Bloch; Mk. 191,95 u. Mk. 50,— pr. Ab.-Cto. gutgebracht.— Michel Stieber; Mk. 100,— ii Cto. Ab.:c. gutgebr. u. Mk. 15,— dem „r. f" dkd. zugew.— Königsberg i. Pr.: Mk. 30,— pr. Ufd». durch Freundeshand dkd. erh.—®. F. i. N.: Mk.— ,80 f. Schst. jc. erh. Stenographie unverständlich.— B. Gts. Basel: Fr. 38,50 erste Rate am 21/8 eingetr. u. gutgebr.— B. Fuchs Baltimore: 1 Doll. 25 Cts. s. Schst. erh. Sdg. abgg.— Lamezan: Fr. 83,60 ä Cto. erh. Bfl. mehr.— AhaSveru«; Mk. 18,60 Ab. 2. u. 3. Qu. erh. Alles geordnet.— R— 100— pH.: Mk. 72,50& Cto. erh.— Bzo. Wthr.; Fr. 5,— von S. F. pr. Usds. dkd. erh.— K. H. PSbrg.: öwfl. 5,— ä Cto. Ab. gutgbr. Bf. folgt.— B. L. St. Jmier: Fr. 2.— Ab. 3. Ou. für F. M. verspätet erh. Nachlsrg. bewirkt. Fr. 12,— pr. Usds. gleichzeitig eingett. Dank! Bs. folgt.— W. S. Paris: Bstllg. v. 21/3 abgg. Weiteres folgt, ebenso Bs.— G. B. W.: Mk.—.70 Ab.-Rest 3. Ou. erh. Adr. vorgem.— Gracchus F.; Bf. v. 21. hier. Bestllg. folgt ratenweise. Weiter brfl.—— h: Bf. v. 22/8 erh. u. sosort dem Adreffaten nachgesandt.— Allen Freunden und Genossen, besonders denen in Baden-Baden bei meiner Abreise nach Amerika ein herzliche« Lebewohl! August Schneider. Durch E. Meyer, Photograph in Braunschweig ist zu beziehen: Das Grabdenkmal von W. Bracke. Aufgenommen am Tage der Enthüllung, 29. Mai 1881, in Cabinet- sormat. Einzeln 40 Pfg., bei Partien von 10 Expl. von 35 Pfg. Abonnements auf den„Sozialdemokrat" werden ausser beim Verlag und dessen bekannten Agenten— sowohl auf einzelne Monate als ganze Quartale— jederzeit entgegengenommen bei folgenden Filialen: Zürich VolksbnchhandlDllg, Casinostrasse 3, Hottingen. W interthur V. Ssndsrt, vigarrenkabrik, altes öehützenbaus. Basd Dentscher Verein. BCl'Il Adolf Becker, per Adr. D. Welti, Brannengasse 20. Cll III' � Pflaum, Bnchdruckerei Conzett. 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Cinciniiati, 0- C. Schumann, 16 Mercer Street St. LOUiS MO. Gebr. Hermtnghaus, 1805 Franklin Avenue. Lawrence Mass. i-ouis Martin, ss Park street. Scranton Ba. �adn Goebel, Maschinist. Bittsburg S. S. Ba. sTe of wtber' 18 8treet Buenos-Aires Rodolfo Mücke, Calle 25 de Mayo 241. Die Expedition des„Sosialdemokrat". Schwei, trijch« Btreinlbuchbtudnci H«M»,ei>-3>ttch.