5-scheiut »»ch»«tlich« i nm a l Zürich(Schweiz) Pnl-i »»»»»batihhottdltin« H»tti»g»«-Zarich. IrtfratngiCB (tanco gegen frone». »ewihnliche»tiefe noch der Schwei, losten Doppelst orlo. Kr oMdeMkrat ntrat-Grgan der deutschen Sozialdemokratie Abonnements werd nur beim»erlog und besten belonnien Agenten entgegengenommen und zwor zum »«ran» zostlboren Vierieljohripreii von: Fr. 2.— für die Schweiz(fttenziond) MI. 8.- für Deuischlond(ttouoert) st. 1. 70 für Oesterreich(Cauocrt Kr. 2.50 für olle übrigen Länder de» Weltpostbereini({treu, band) iBfttalt Die dreigespoliene Petitzeil 25 St». 20 Psg. R? 3«. Ztomierllag, 7. Dezember. 1882. AbU a die IknaraitB nsl ImtfstiBlitBitB de»„Soiinlitnwktat". Da der»Sozialdemokrat� sowohl in Deutschland als auch in Oesterreich verboten ist, bezw. verfolgt wird, und die dortigen Behörden fich alle Mühe geben, unsere Verbindungen nach jenen Ländern möglichst zu erschweren, resp. Briefe von dort an uns und unsere ZeitnngS- und sonstigen Sendungen nach dort abzufangen, so ist die äußerste Borficht im Postverkehr nothwendig und darf keine Vorfichtsmaßregel versäumt werden, die Briefmarder itber den wahren Absender und Eutpfänger, sowie den Inhalt der Sendungen zu täuschen, und letztere dadurch zu schützen. Haupterfordernts ist hiezu einerseits, dag unsere Freunde so selten als möglich an den.Sozialdemokrat', resp. deffen Verlag selbst adresfiren. sondern sich möglichst an irgend eine um erdächtige Adresse außerhalb Deutschlands und Oesterreichs wenden, welche sich dann mit uns in Verbindung setzt; anderseits aber, daß auch unS möglichst unverfängliche ZustellungSadresien mitgetheilt werden. In zweifelhaften Fällen empfiehlt sich behufs größerer Sicherheit Rekommandirung. Soviel an uns liegt, werden wir gewiß weder Mühe noch Kosten scheuen, um trotz aller entgegen- stehenden Schwierigkeiten den.Sozialdemokrat' unsern Abonnenten möglichst regelmäßig zu liefern. Parteigenossen! Vergeht der Verfolgtet und Gemaßregelten nicht! Fonds zur Unterstützung der Opfer des Sozialistengesetzes. Im Oktober sind eingegangen: Hannover Mk. 100.—, Z., Frankfurt 5.—, Br. G. 150.—, Pirna rückstchtigen. Da» ist der Wunschzettel. Bescheidener und demüthiger hätte er in der Thal nicht aussallen können. Nicht einmal die Beseitigung de» seit Jahrzehnten so lebhaft bekämpften Faktorenwesens, das in Wirb lichkeit ein Faktoren u» wesen ist, wird schlankweg verlangt,— nur die thunlichste Beseitigung. Die beiden Hauptpunkte unter den acht— das zeigt der erste Blick— sind der erste und der siebente. Ueber die Berechtigung des gegen da» Faktorenwesen gerichteten„Wunsches" brauchen wir uns nicht aus zusprechen— der Gegenstand ist zur Genüge bekannt. Wa» die„ge wünschte" Lohnerhöhung um 20 Prozent betrifft, so erscheint dieselbe, wenn man bedenkt, daß die Löhne jetzt zwischen 2 und 3 Thaler die Woche betragen, von einer wunderbaren— Bescheidenheit. Und nun das Resultat! In den uns vorliegenden Zeitungsberichten heißt es(man soll nicht sagen, daß wir„übertreiben" oder gar„fälschen"— wir lassen die Gegner reden): „Nach einer einleitenden kurzen Ansprache de» Herrn Vorsitzenden (Bürgermeister Martini) wurde dem JnnungS-Obermeister zur Be> gründung des „1. Autrage« auf Erhöhung der Weblöhne um 20 Prozent, sowie zur Begründung de» Vorgehen« der Weber innung im Allgemeinen das Wort eriheilt. Derselbe schilderte in längerer Rede die traurige Roth läge, in welche die hiesigen Handweber durch das schon seit mehreren Jahren andauernde Sinken der W e b l ö h n e und den dadurch verursachten Mangel an guten Gehilfen, wodurch selbst bei flottem Geschäftsgänge eine Verbesserung der Lage der Weber verhindert werde, gerathen sei; er wies dabei namentlich auch daraus hin, daß die Weberinnnng zu den von ihr gestellten Anträgen keineswegs durch irgend welche Anregung von außen, sondern lediglich durch au« ihrer Mitte und aus der Mitte der hiesigen Bürgerschaft selbst her- vorgegangene Wünsche nach Verbesserung der Lohnverhältnisse der hiesigen Handweber, unter deren Nothlage ja die ganze Stadt- gemeinde mit leide, sowie durch die Erwägungen bewogen worden sei, daß die Handweberei»eben der mechanischen Weberei unentbehrlich sei und daher Alles, was nur möglich, gethan werden müsse, um sie auch für die Zukuust durch Heranziehung tüchtiger Gehilsen leistungsfähig zu erhalten und ihr Gedeihen zu fördern. Dies sei aber nur möglich durch Gewährung höherer Arbeitslöhne, um welche er im Austrage der gesammten Innung die Herren Fabrikanten daher dringend ersuche. „Der Vertreter der Letzteren erkannte die ge- schilderte Nothlage der hiesigen Handweber un- umwunden an und erklärte, daß wie ja die E r h a l t u n g eines so tüchtigen Handweberstandes, wie Glauchau zur Zeit noch besitze, im eigensten Interesse der Fabri- kauten selbst liege, diese, so weit sie heute hier vertreten wären, alle bereit seien, das Möglichste zur Verbesserung der Lage der Handweber zu lhun, daß aber die Fabrikanten die Höhe der Weblöhne nicht nach ihrem Belieben be« stimmen könnten, sonder» in dieser, wie in jeder anderen Beziehung, von der oft erdrückenden Konkurrenz abhängig seien, au» diesem Grunde auch eine bestimmte Zusicherung auf so- sortige Erhöhung der gegenwärtigenLöhne über- Haupt und nach eine in gewissen Prozentsätze im Besonderen unmöglich ertheilt werden könne, �u- mal gewisse Artikel eine Preiserhöhung gar nicht vertrügen, eine solche vielmehr nur dazu führen würde, daß diese Artikel hier über- Haupt nicht mehr fabrizirt werden könnten. Zugleich erklärte der Vertreter im Hinblick aus den nuler Nr. 7 gestellten Antrag, die'thunlichste Beseitigung de» Faktoreuwesen betreffend, da dieser im engsten Zusammenhange mit dem ersten Antrage stehe, daß die hiesigen Fabri. kanten der Faktore nicht entbehren könnten, ein- mal, weil bei flottem GeschäftSgauge die hiesigen Handweber zur Lieferung aller bestellten Maaren nicht im Stande sein würden, so- dann aber, weil manche Waaren von auswSrtigen Webern billiger hergestellt werden könnten, als die« hier in Glauchau der Fall sei. Endlich wies derselbe noch darauf hin, daß nach den statistischen Erhebungen in Glauchau nächst Elberfeld und Berlin stets die höchsten Lohne(?) gezahlt worden seien, und daß bei besserem und rentablerem Geschäftsgänge eiue angemessene(?) Erhöhung der Löhne von selbst eintreten werde. „In der an die gegebene Erklärung sich anschließenden Debatte bemerkten der Obermeister und mehrere Ausschußmitglieder, daß bei den jetzige» Arbeitslöhnen»ach Bezahlung der Auslagen für den Meister sehr oft nur der kärglichste Lohn übrig bleibe, daß serner, obwohl die Anfertigung vieler Artikel viel komplizirter ge- worden sei al» früher, doch kein höherer, im Gegentheile ein nie- drigerer Lohn als früher für dieselben Artikel gezabll werde, und daß, wenn eine Lohnerhöhung, nach der die Fabrikanten, um da« Webergewerbe zu heben, doch streben müßten, nicht eintrete, es schließlich dahin kommen müsse, daß schließlich keine guten Arbeiter mehr gesunden würden. Auch wurde, nachdem man sich die Schwierigkeit einer Lohnaufbesserung iu Rücksicht aus die große Koickurrenz nicht verhehlt halte, und nachdem man daraus hin- gewiesen, daß doch zuweilen von Unterbeamten einzelner Fabrikation»- geschäsle für gleiche Waare dem einen Weber ein höherer Stücklohn vermilligt werde, als dem andern, oder al» er anscheinend vom Fabrikauten selbst festgestellt worden sei, die Frag- ausgeworfen, ob nicht durch eine höhere Kalkulation, für welche hiernach anschei- nend doch ein Spielraum gelassen worden sei, einer Verbesserung der Lohnverhältnisse auch schon bei dem gegenwärtigen Geschäft» gange Rechnung getragen werden könne. Dem von anderer Seite erhobenen Einwände, daß hier stet» viel bessere Löhne al» in anderen Orten gezahlt worden seien, wurde entgegen gehalten, daß viele Glauchauer Weber, die bei geringerem Lohne für auSwSrtige Fabri kanten arbeiteten, sich dabei doch besser stünden, weil sie von dort aus andauernde Arbeit hätten. Ausdrücklich wurde von mehreren Rednern endlich betont, daß von einem auf die Fabri kanten auSzuübendeuZwange zur Lohnerhöhung nicht die Rede sein könne, daß aber, wenn die heutige Verhandlung ganz resullatlos verlaufe, dies auf die ganze Weber bevölkerung sehr deprimirend einwirken müsse. „Bon den Fabrikanten wurde hieraus wiederholt auf die große Konkurrenz, mit welcher sie zu kämpfen hätten, sowie daraus him gewiesen, daß die Lohnverhältnisse nur nach dem Gesetze desAngebotes undderNachsrage geregel werden könnten, daß eine Lohnerhöhung nach be stimmten und für alle Artikel gleichen Prozentsätze bei der großen Verschiedenheit der hiesigen Fabrikationsartikel ganz unmöglich fei, daß es von großem Nachtheile für die ganze hiesige Industrie brauche sein würde, wenn die Fabrikanten die gar nicht oder nur wenig lohnenden Artikel ganz fallen lassen wollten, und endlich, daß zwar wohl der gute Wille zur Ausbesserung der Lage der Hand weder bei allen anwesenden Fabrikanten, zur Zeit aber noch nicht die Möglichkeit seiner Bethäligung vorhanden sei, indessen sobald sich diese Möglichkeit zeige, höhere Löhne gezahlt werden sollten." Damit Basta! Die Verhandlungen über die weiteren fünf Punkte bieten geringe« Interesse, zumal die Punkte selbst von untergeordneter Bedeutung find. Je unbedeutender die Punkte, desto„gnädiger" waren die Herren Fabrikanten, hüteten sich aber möglichst vor bindenden Versprechungen, bedangen sich z. B. in Bezug aus den Antrag 5 aus, daß die Anrechnung, der— sehr mühsamen und relativ kostspieligen— Vorrichtungsarbeiten „der freien Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeiter von Fall zu Fall vorbehalten bleiben müsse." Genug, die Hauptforderungen der Arbeiter(durch den Titel„Meister", den der„gelernte" Handweber führt, darf man sich nicht irre machen lassen) sind a b g e w i e s e n: die famosen Gesetze der Nachftage und de« Angebots erlauben keine höheren Lohnsätze. Verhungern die Arbeiter, so thut es den Herren Fabrikanten sehr leid, aber sie können es nicht ändern; an Arbeitern wird's hernach ja auch nicht fehlen, die so lauge arbeiten bis sie verhungert sind, und dann so weiter. Bei dem Fak- torenunwesen hat'S auch sein Bewenden. Der mildthätige Fabrv kant kann den Faktor nicht entbehren. Und im Grunde genommen, muß man den Herren Fabrikauten, wenn man sich auf ihren Standpunkt und auf den Stand- Punkt der heutigenGesellschaft stellt, vollkommen Recht geben. Die Humanität hat mit der kapitalistischen Produktion nicht» zu schaffen. Der Kapitalist kauft die Waare Arbeit, wie jede andere Waare, so billig, al» er kann, und Niemand kann ihm zumuthen, daß er einen guten Lohn zahlt, wo er für einen Hungerlohn mehr Arbeiter be kommt, al« er braucht. Und was die Faktoren betrifft, so find dieselben den Herren Fabrik kanten allerdings sehr nützlich, indem sie ihnen die Mühe und Kosten eines Apparats zur Regelung der ab- und eingelieferten Arbeit er- sparen. Statt daß er die nöthigen Ausseher und Mittelspersonen bezahlt, läßt er sie vom Arbeiter bezahlen. Da» ist— praktischer, -- Hier hilft kein Palliativmittel, kein Appell an die Humanität, oder das Mitleid. Die ganze Hausindustrie in ihrer heutigen Form muß mit Stumpf und Stil ausge- rottet werden. Träte au Stelle des kapitalistischen Unternehmens und der Faktore die Assoziation, so ließe die Hausarbeit sich viel- leicht, unter Kontrole natürlich, erhalten. Allein ohne Kapital stünde die Assoziation in der Luft. Und wer soll da« Kapital geben? Nur der Staat vermag dies. Und der heutige Staat gibt es nicht. Diesen zu beseitigen, den Klassenstaat vernichten und an seiner Stelle den sozialistischen Staat aufbauen— da« ist der ein- zige Weg der Rettung.— Die Glauchauer Arbeiter werden nun gemerkt haben, daß mit der Bescheidenheit nicht weit zu kommen ist. Schon Göthe hat gesagt: nur Lumpe sind bescheiden. Und das Sprüchlein: Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr, enthält zwar schlechte Grammatik, aber eine gute Wahrheit. Es zirkulirt auch in der verschärften Modifi- kalion: Bescheidenheit ist aller Laster Ansang. In der Politik gewiß. Statt mit dem Hut in der Haud demüthig um Gnade zu betteln, haben die Arbeiter ihr R e ch t z n fordern. Und damit ihre For- derung Nachdruck erlange, haben sie sich zu o r g a n i s i r e n und auf dem Weg, welchen die Sozialdemokratie zeigt, zu marschiren. Er führt zum Sieg. Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 6. Dezember 1882. — Die deutsche Reich»tag«komödie hat wiederum be- gönnen, und gleich die beiden ersten Sitzungen haben un» den Beweis geliefert, daß unsere Herren Volksvertreter vortreffliche— Komödianten sind. Die langen Sommerferien, welche Bismarck den Herren bewilligte, haben ausgezeichnet gewirkt. Der oppositionelle Hauch, der im Frühjahr bedenkliche Sprossen trieb, ist total verschwunden. Die preußischen Landiagswahlen haben ihre Wirkung nicht verfehlt, die liberale„Opposition" beseelt nur ein Gefühl: Furcht vor Auslösung de» Reichstage«. Gleich in der ersten Sitzung wurde in dritter Lesung der Anttag de» elsäßischen Abgeordneten W i n t e r e r, der dahin ging, den Mitgliedern de« elsaß-lothringischen Landesausschusses, welche notorisch der deutschen Sprache nicht mächtig sind, zu gestatten, in den Sitzungen desselben sich der ftauzösischen Sprache zu dedienen, abgelehnt, nachdem er in zweiter Lesung angenommen worden war. Ein großer Theil Fortfchrittler, natürlich Herr H ä u e l der„Zukuustsminister" voran, aber auch Mäxchen Hirsch, Herr Munkel, der Elberselder Schmidt stimmten für die aller Billigkeit hohnsprechende Verwerfung. Mau bedenke, daß es iu Lothringen allein noch 200,000 Personen gibt, welche nur der ftanzöfischen Sprache mächtig sind, und daß es sich um den Landesausschuß handelt, dem die Erledigung der lokalen Geschäfte obliegt I • In der Debatte fühlt« sich Herr Treitschke, der Mordspatriot, zu der Bemerkung veranlaßt, daß der Vergleich Deutschland» mit der Schweiz „Gott sei Dank!" wie die Faust aus'« Auge paßte. Da» Deutschland de» Herrn Treitschke ist da sicherlich nicht das Auge. Unsere Abgeordneten betheiligten sich nicht an der Debatte, stimmten aber geschloffen für den Antrag Winterer. Die zweite Sitzung galt hauptsächlich der Interpellation LaSker-Hänel über die disziplinarische Verfolgung von drei liberalen Danziger Marine» offizieren wegen„angeblich" unerlaubter Wahlbecinflussung. Für da«, wa« sich in dieser Debatte abspielte, ist da» Wort Komödie uoch zu nichtssagend, hier ist vielmehr nur dessen deutsche Uebersetzung am Platze: a u t e l s p i e l. Die Liberalen werfen der Regierung vor, daß der Oberingenieur D« d e auf höhereu Befehl die Arbeiter für die Wahl de« kouservativeu Kandidaten zu beeinflussen gesucht habe, und unbestraft geblieben sei, während die ihrer Partei angehörigen Ingenieure den Arbeitern nur„Rath" ertheilt Hilten, und die Regierung behauptet, Dede habe die Arbeiter nur über die Absichten der Regierung„aufgeklärt"— RegierungSkandidat war Herr von Puttkainer, der Bruder(!) de» Minister»— und wenn er seine Ansprache mit den Worten geschlossen habe:„Ihr wißtnun, wenJhrzuwählen habt", so sei da» doch eine ganz harmlose Bemerkung, welche die Freiheit der Wahl durchaus nicht beeinträchtigte.(Der Oberingenieur sagt da« zu den ihm untergeordneten — in der Hitze der Debatte entschlüpft Herrn Bötticher die im Munde de« Regierungsvertreters bezeichnende Aeußerung: seinen— Arbeitern, und das soll keine Wahlbeeinflussuug sein!!) Wenn aber ein Ingenieur, wie behauptet wurde, zu den Arbeitern sagt,„Wählt Rickert, der hat ein warme« Herz für die Marine, wenn Ihr den nicht wählt, so werdet Ihr nicht lange und nicht mehr viel arbeiten, dann sei das im höchsten Grade unzulässig. Uud iu diesem Ton bewegt sich die ganze Debatte. Die Liberalen wissen zu gut, wie viel Dreck sie selbst am Stecken haben, und beschränken sich daher darauf, in tugendhafter Entrüstung zu machen, was ein sehr unschuldiges Vergnügen ist und aus Putlkamer und Konsorten soviel Eindruck macht, wie das Gebell de» Mopses auf den Mond. Die Herreu sind alle einig in der Verurtheilung der Wahlbeeinflussung,„wie sie von Fabrikanten gegen ihre Arbeiter geübt wird", was sie, wie Genosse Kays er ihnen mit Recht vorwarf, indeß nicht hindert, Wahlen, in denen offenkundig solche Beeinflussungen vorgekommen sind, ruhig für gültig zu erklären. Sie hatten ein so gute» Gewissen, daß keiner von ihnen es wagte, eine Resolutton, welche dies parteiische Verhalten der Regierung mißbilligt, zu beantragen. Herr Lasker erklärte am Schluß pathetisch: Mir wäre es lieb gewesen, wenn es der Regierung gelungen wäre, sich von dieser Anklage— mit zweierlei Maß zu messen— zu befteien; aber da in der That diele Absicht bei der Regierung nicht vorhanden ist, ist es mir lieb, daß die Kenntniß hiervon vor dem ganzen Lande festgestellt werde. Ich glaube, dieser Zweck der Debatte ist erreicht. Worauf ihm Herr von Bötticher im Austrage der Regierung antwortete: W a t w i r uns davor koofen! Und das werden sich die Arbeiter auch sagen müssen. — Gleichzeitig mit dem Reichstage tagt in Berlin der preußische Landtag. Ist auch eine schöne Gegend. Da sind die Herren hübsch unter sich, und kein sozialdemokratischer Hecht stört den „ordnungsparteilichen" Karpfenteich. Man braucht nur die Verhandlungen der letzten Woche zu lesen, um die„eine reaktionäre Masse" in ihrer ganzen Glorie kennen zu lernen. Am Dienstag, den 28. November, ging's über die Vagabunden- frage her. Da hatten die Herren von der Rechten das große Wort. Das Volk verwildere, weil ihm nicht genug Religion eingepaukt werde — als ob e« in den christlich-frommen Ländern und zur Zeit, da die Kirche herrschte, keine Vagabunden gegeben hätte!—, die Vagabunden werden in den Gesängnissen zu milde behandelt— die ewige Klage der frommen Bekeuner der„Religion der Liebe". Unter großem Beifall« witzelte der klerikale Herr von Schorlemer-Alst, der westfälische „Bauernvater":„Es mag ja für die Gesundheit der Vagabunden recht zuträglich sein, wenn sie bei ihrer Einbringung gereinigt und gespeist werden, besser wäre ihnen aber zunächst jedenfalls eine ordentliche Tracht Prügel", woraus er echt christlich gegen die„falsche Humanität" unserer Zeit zu Felde zog. Und alle nachfolgenden Redner sekundirten ihm iu dem Ruf: Mehr Religion und mehr Prügel! Worauf Herr Putt- kam er unter dem Beifall der Rechten mit: Mehr Polizei! antwortete. Die Liberalen schwiegen! Nicht einmal der VolkSpaneiler Stern hielt e» für nöthig, auf diese erbärmlichen Redensarten der Herren von der satten Moral zu antworten. Der Liberalismus hat gegen diese„Plage unserer Zeit", daß nämlich Hunderllausende arbeitslos herumlungern müssen, eben nur Phrasen, die seine Ohnmacht bekunden. Wa» soll er also den Konservativen antworten, die so„praktisch" sind— wahrschem- lich kommt der Ausdruck: praktisches Christenthum daher— da« Elend mit Knüppeln todtzuschlagen?*) Tags daraus wurde der Antrag, der Polizei da« Recht zuzusprechen, bis zu 50 Mark Geldbuße uud 8 Tagen Haft zu verfügen(bisher durfte sie nur 15 Mark Geldstrafe uud 3 Tage Hast verhängen) nach Gejammer der Liberalen— Opposition wagte Niemand zu machen— an eine Kommission zur Beralhung verwiesen. Und am Donnerstag war e« sogar ein L i b e- r a l e r, welcher den Vorwurf aussprach, daß e» den Gefangeneu zu gut ergehe, eine Redensart, die durch die kolossale Sterblichkeitsziffer iu den Gefängnissen iu ihrer gauzcu Haltlosigkeit charakterifirl wird. Der Ber- treter der Regierung mußte dieselbe gegen den liberalerseit« erhobenen Borwurf zu großer Humanität iu Schutz nehmen— welche« Zeichen der Zeit! Am Freitag mußte wiederum der Minister da» Geschwätz Uber die große Sitteuverwilderung zurückweisen. Er konstatirte, daß die Sittlich- lichkeitsvergeheu bedeutend abgenommen haben. Dagegen bejammert auch er die Zunahme der Meineide, gegen welche er nichts Bessere« vorzu- schlagen wußte al«„bessere religiöse Erziehung." Die Herren sollten sich lieber einmal die Meineidsprozesse näher ansehen, wie viel davon aus die „besseren" Klassen entfallen und wie viel auf fromm erzogene Christen, resp. Juden, e« werden ihnen die Augen übergehen über die„heilsamen Wirkungen der Religion"; dann aber rathen wir gewissen Leuten, einmal nachzuforschen, wie e« denn in den hohen und höchsten Regionen mit der„Heiligkeit de« EideS" aussieht! Sicherlich nicht besser al« mit der Heiligkeit der E h e! Und die Herren sind doch alle so fromm uud gottes- ürchtig! Da« wären so einige Proben, wie es iu den Gesetzgebungsfabrikeu iu Berlin zugeht. Da« Fazit ist: vollständige Rathlosigkeit gegenüber der ich mit rapider Schnelligkeit vollziehenden Zersetzung der Gesellschaft. Alle Parteien suchen nach«ushilssmittelu, keine aber wagt e«, an die Lösung zu denken, denn die Lösung heißt: soziale Revolution. — Die verkehrte Welt. Um den jungen Juristen Anstand und gute Sitte beizubringen, empfahl iu der LandtagSsitzuug vom 1. Dezember Herr Windthorst allen Ernste«, sie bei der K a v a l l er i e dienen zu lassen; nach ihm ist„gerade da» Dienen bei der K a v a l l e r i e sehr wllnschenSwerth; die Offizierkorp« dort gewähren eine ganz be- onder«(!) gute gesellige Ausbildung, und für die gesellige Ausbildung unserer Richter und Beamten sollte sehr viel mehr geschcheu, damit sie endlich von den Bierkrügen fort, aus den Wirthshäuseru herauskommen. (Lebhaste Zustimmung und Heiterkeit.) Ich will damit nicht sagen, daß man nicht auch bei der Kavallerie viel überfillsstge« Bier winkt(Heiter- keit), aber da« Offizierkorp» der Kavallerie ist eine besonder« gute Schule für die Gesellschaft, uud darauf lege ich ungeheure« Gewicht." Wie man sieht, handelt es sich hier nur um den gesellschaftlichen Schliff,— Gesellschaft heißt für diese Leute die Sippe der oberen Zehntausend — und da kann man Herrn Windthorst nur Recht geben. So bornirt arro- ganl der preußische Kavallerielieutenaul auch ist, so hält ihn doch wenigsten« der Außenwelt gegenüber sein„eaprit du corps«(TorpSgeist)— beiläufig auch ein bornirte« Gefühl, heute aber vielfach das kleinere Uebel— von den Rohheiten ab, wie sie unsere Musensöhne, insbesondere die Theologen und Juristen, zur Schau tragen. Wer das zweifelhafte Glück hatte, mit Uliserer akademischen Jugend in Berührung zu kommen, wird da» bestätigen. Aber ist es nicht wirklich die verkehrte Welt, dir Swdentea, die„Söhne der hohen Göttin der Wissenschaft", müssen von den Kommißbrüderu lernen, wa« sich schickt? Freilich sind Jurisprudenz und Theologie, wie ie von der überwiegenden Mehrheft der Studenten heute betrieben werden, nicht« weniger al« Wissenschaften. Vau den drei UniverfitätSjahreu ver- bummelt der Durchfchuittsstudent dieser Fakultäten mindesten« zwei, wa» man ihm nicht einmal verübeln kann, denn bald wird mau auch in *) Erst sechs Tage später fanden der Fortschrittler Dirichlet und der Ratioualliberale von Eyneru einige Worte der Erwiderung. Biel war es aber auch nicht. Bezug aus diese von den UniverfitZteu sagen dürfen, was Platen von den Klöstern so treffend sagte: Jetzt streuen sie au« Dummheit und Berderb, einst streuten sie Wissen und Geist au«. Wer's nicht glaubt, dem empfehlen wir die Vorlesungen de» Herrn Professor Boretius in Halle an der Saale. —„Alle Beweise für das Dasei» Gottes, mit der sich «ine gutmeinende Philosophie ein Jahrtausend hindurch gebläht hat, find durch den Scharfsinn Jmanuel Kant'« als Trugschlüsse entlarvt, und er hat dargethan, daß die Veruunst vergeblich ihre Flügel ausspanne, um über die Siunenwelt(d. h. die Welt, die wir mit unseren Sinnen wahrnehmen) durch die bloße Macht der Spekulation(Grübeln nach dem Ueberfinnlichen) hinauszukommen." Wo mag dieser Satz wohl stehen? Nirgends anders als im— „Thristlich-sozialen Korrespondenzblatt", dem offiziellen Organ der drei Kirchenlichter Stöcker, Hapke und Distelkamp, und zwar in einem Artikel:„Wissen und Glaube" betitelt. In diesem Artikel heißt es an anderer Stelle: „Jede echte Wissensgewißheit kann jedem Menschen, der im Wahr- nehmen und Denken geübt ist, zur zweifellosen Gewißheit gemacht werden durch den Zwang seiner eigenen Wahrnehmnngs- und Denk- apparate."--- „Zuerst muß jeder Wahrnehmung«- und jeder Denkakt mit sich selbst übereinstimmen, d. h. sie müssen sich immer al» dieselben er- geben, sie müssen wiederholt daraufhin geprüft werden. Eine Wahrnehmung, die nur ein Einzelner einmal gemacht hat, ein Denkprozeß, den nur ein Mensch einmal durchdacht, kann niemal«(!) eine Wissensgewißheit sein. Jede Wahrnehmung und jeder Denkakt muß aber zweitens auch mit ande- ren WiffenSgewißheiten übereinstimmen, darf ihnen nicht widersprechen, da wir widersprechende Gewißheiten nicht zu fassen im Stande sind. Dritten» müssen die einzelnen Beobachter und Denker unter sich übereinstimmen, denn niemals kann eine Sache Wissensgewißheit werden, worüber sich wider- sprechende Aussagen gemacht werden. Alle Wahrnehmungen und Denkakte diesen drei Prüfungen zu unterziehen und sie von allen Widersprüchen zu befreien, ist Sache der Wissenschaft." Welch' ein Spaßvogel, werden unsere Leser fragen, hat den frommen Herren denn diese» KukukSei in's Nest gelegt? Oder sollten diese selbst über Nacht Freidenker—? Nicht» da, weder Kukuksei noch Freidenker«, die Sache ist vielmehr wohlüberlegt. Alle diese schönen Sätze haben nur den Zweck, den Arbeitern, die dem Psaffengeschwätz nicht mehr trauen, weil der Widersinn der biblischen Schöpfungsgeschichte sc. auf offener Hand liegt, Nar zu machen, daß gerade weil man ihnen die Existenz Gottes absolut nicht beweisen kann, sie an dieselbe blind zu glauben haben. Obigen Sätzen zum Trotz sollen sie an die Wahrnehmungen glaube», die vor 4 Jahrtausenden irgend ein unwissender Jude ge- macht zu haben— glaubte oder behauptete. Ja, sie sollen auch den Evangelien glauben, obwohl diese durchaus nicht mit einander übereinstimmen, denn Glauben und Wissen haben gar nichts miteinander zu thun. Daß aber der Glaube viel mächtiger sich geltend macht als das Wissen, gehe schon aus der Thatsache hervor, daß viel mehr Menschen bereitwilligst sich sür ihren Glauben haben tödten lassen als für ihr Wissen. Wer da getödtct hat, ob die Männer der Wissenschaft oder die Män- »er de» Glauben«, auf diese Frage hütet sich der Verfasser wohlweislich einzugehen. Ueber diese Seite de« religiösen Fanatismus schweigt er sich vielmehr echt„christlich"-demUthig au«. Es ist ein Schlausuchs, der sein Metier versteht. Daß er e« aber mit all' seiner„Wiffeuschaftlichkeit" fertig bringen werde, die Berliner Arbeiter wieder zu gläubigen Schafen zu machen, da«— glaubt er wohl selbst nicht. _ M a d a i's„Arbeitersreundlichkeit" hat sich wieder einmal in ihrem schönsten Lichte gezeigt. Seit längerer Zeit gehen die Berliner Fachvereine mit der Idee um, eine Zeitung zu gründen, welche unabhängig von allen politischen Parteien die Interessen der Arbeiter versechten solle. Dazu sind natürlich gemeinsame Berathungen der be- treffenden Vereine oder mindestens der Vorstände derselben erforderlich. Was thut aber Madai? Er erläßt einen Uka«, in welchem die gewerkschaftlichen Vereine für politische erklärt werden und demgemäß auf Grund de»§ 8 de« preußischen Vereinsgesetze« die gemeinschaftliche Berathung der Einzelvorstände untersagt wird. Die notorisch politischen Handwerksmeistervereine dürfen aber unbe- helligt mit einander tagen und berathen, da kräht kein Hahn danach. Denn die Handwerker dieser Bereine find BiSmärcker, und die Arbeiter sind— Arbeiter. Bei dieser Gelegenheit können wir nicht umhin, den biederen„Reichs- boten" aus seine sortgesetzten Verdrehungen und Verdächtigungen, in». besondere aber aus seine Flunkereien in der Nummer vom 2. Dezember Uber die Berliner Gewerkschaftsbewegung gebührend zu antworten. E» ist eine insame Lüge, daß„die Berliner Gewerkschaftsbewegung den sozialdemo- kratischen Führern ein Dorn im Auge" sei, nur bestimmt, die Arbeiter gegen die natürlichen Vertreter ihrer Interessen zu verhetzen. Die sozialdemokratischen„Führer" find vielmehr sehr damit einverstanden, daß die Berliner Arbeiter sich tüchtig regen, und nicht so beschränkt, daß sie ihnen zumuthen, der Polizei die Handhabe zur Auflösung ihrer Ber- eine zu liefern. Ebensowenig aber sind sie darüber„besorgt",„welche Stellung deremst die Berliner Arbeiter in politischen Fragen einnehmen werden, und wie„unmöglich sie sich in der Bewegung gemacht" haben, aus diese feige— weil die Widerlegung eine Denunziation der Gewerk- schasten wäre— Unterschiebung werden der„Reichsbote" und seine Zu- träger eher al» ihnen lieb sein dürfte, die gebührende Antwort erhalten. Da« dem Bergolder Ewald von dieser Seite gespendete Lob spricht zwar nicht gerade für denselbm, läßt indeß zu deutlich den„frommen Wunsch", ihn zu kapern, herauserkennen, al« daß e« auf uns irgend- welchen Eindruck machen sollte. Personeusragen sind für die Sozial- demokratie stets untergeordnete gewesen, vor wie nach geht die sozia- listische Arbeiterbewegung über die Körner, Finn und sonstige Judasse zur Tagesordnung über. _ D a ist's in Preußen doch schöner. Au» London kommt tzi« Kachricht, daß der Minister Ki mberl« y aus Grund Berichte» der Ulltersuchnngskommisfion den K o l o n i a l s e k r e t ä r und den P o l i- zeidirektor zu Gibraltar ihre« Amte« enthoben und «inen ernsten Tadel des Verhalten« de» Magistrat» und der Polizei von Gibraltar ausgesprochen hat wegen— man hör«!— Auslieferung entflohener kubanischer Revolutionäre an die spanische Regierung.(Bei- läufig waren die Flüchtlinge nicht direkt ausgeliefert, sondern aus Gi- braltar heraustransportirt, und an ber Grenze von spanischen Grenz- beamten verhaftet worden.) In Preußen hätten die betreffenden Beamten Orden und Beförderung erhalten, in England jagt man sie fort! Glückliche«— Preußen I Außerdem hat die englische Regierung von der spanischen die Wieder- Herausgabe der Flüchtling«— es waren RevolMionär« gegen die spanische Regierung;- verlangt und auch durchgesetzt. Al» sie nicht genug Energie dabei zu entwickeln schien, wurde sie im Parlament durch die Kon- s e r v a t i v e a— Lord Churchill— gerüffelt. Nein, da ist'S in Preußen doch sitöuerl Nicht wahr, Herr von Madai? — Ausbeutung. Bor Kurzem brachte da»„Leipziger Tageblatt", der„Gothaer Zeitung" entnommen, nachstehende Notiz— beiläusi» nicht im redaktionellen Theil. der solche Skandalosa gewissenhaft todtschweigl, sondern im handelspolitischen—: Da, sogenannte„Trucksystem" der Fabrikanten— das Be'rahleu der Arbeiter mit Maaren, anstatt mit baarem Gelde— scheint im Meimngischen Wahlkreise Sonneberg wieder zum Borschein gekommen zu sein, wenigstens sieht sich der dortige Land- ralh veranlaßt, auf die eine solche Praxi« verbietenden Bestimmun- gen der Gewerbeordnung zur Nachachwng aufmerksam zu machen." Da» Verweisen aus die Gewerbeordnung wird wenig nützen. Im Sonneberger Kreise, dessen Zustände in der S ax'scheu Schrift:„Die Hausindustrie in Thüringen" sehr gut gekennzeichnet sind, ist die von Bielen noch nicht in ihrer ganzen Abscheulichkeit und Verderblichkeit er- kannte Hausindustrie allgemein dominirend und hat eine ökonomische Sklaverei der Arbeiter erzeugt, welche durch keine Vorschriften und Verordnungen gemildert werden kann. Ohne eine vollständige Beseitigung der Grundlagen, auf welchen die Hansindustrie beruht, das heißt, ohne daß die Arbeiter au» den Klauen der Pri- vatunternehmer(Großfabrikauten, Kaufleute, Faktoren u. s. w.) gerissen werden, ist au ein Ende dieser grauenvollen Sklaverei nicht zu denken. Man lese blo« das erwähnte Werkchen, da« ein photographisches Bild gibt. Die Kapitalhyäne ist unersättlich; um sie unschädlich zu machen, bedarf es wirksamerer Mittel als laudräthliche Ermah- nungen! — Aus Leipzig, 30. November, schreibt man uns:„Habernns papam!" Wir haben einen Polizeidirektor: den Chemnitzer Staatsanwalt Bretschneider, einen Freund und Kollegen de» Richter. Da» sagt genug. Außer diesem und dem Oberstaatsanwalt H o f m a n n, der aber in letzter Stunde zurücktrat, weil er glaubt, als Staatssozialist und „WirthschaftSresormer" ein besseres Geschäft machen zu können, hatten sich noch zwei StaatSauwälte gemeldet, einer aus Bautzen und einer von hier. Dieser Zudrang von Staatsanwälten zum Polizeidienst ist sehr charakteristisch— er beweist, weß Geistes Kinder unsere Herren Staat«- anwälte sind. Also virat Bretschneider! Und sein Nachfolger gleich auch schon mit! Der brave S p a r i g hatte gestern auch hier eine Wiederholung seine» bekannten Prozeßchens. Die fortschrittliche„Bürgerzeitung" hatte die Proskriptionslisteunotiz abgedruckt und muß dafür 100 Mark Strafe und 100 Mark Schmerzensgelder bezahlen. Es wurde auch die famose Epistel de« Ministers Nostiz-Wallwitz verlesen, des Inhalt«, daß von S P a r i g keine Proskriptionsliste eingereicht worden sei. Was wahr ist, aber nicht ausschließt, daß Sparig eine solche Liste angefertigt, öffentlich vorgezeigt, und öffentlich angekündigt hat, er werde sie dem Minister des Innern überreichen. Die Redaktion der„Bürgerzeiwng", gleich der der „Frankfurter", hatte es versäumt, sich um Beweismaterial an die richtige Schmiede zu wenden. Amüsant war es, daß S p a r i g da« Deunnziren mit sittlicher Entrüstung für etwa» Ehrloses erklärte. Das hatte freilich blo« zur Folge, daß ihm ein Brief in'« Gedächtniß gerufen wurde, den er vor einigen Jahren an die Brockhaus'sche Buchhandlung geschrieben, um die Entlassung eines al» notorischer Sozialdemokrat von ihm denunzirten Schriftsetzers zu erwirken. Wegen der Erwähnung diese« Briefes will er die„BUrgerzeitung" ein zweite« Mal verklagen. Wohl bekomm'«! Im hiesigen„Tageblatt" finde ich folgende Notiz: „In einer am Sonntag stattgesundenen außerordentlichen Versammlung der Weber-Jnnung in Glauchau wurde folgender Antrag an- genommen:„Die Versammlung verpflichtet sich, irgend welche in Glan- chauer Geschäften vorkommende, die Gesammtheit schädigende Uebelstände und Vorkommnisse dem Gesammtausschuß wahrheitsgetreu mitzutheilen, damit derselbe in die Lage gesetzt werde, bei den betreffenden Firmen um eine Abstellung derselben einkommen zu können." Nächstdem ge- langte noch nachstehende Resolution zur Annahme:„Die heutige Ver- sammlung weiß die Bereitwilligkeit de« hiesigen Rathskollegiums und de» Herrn Bürgermeisters Martini, sowie die für uns werthvolle und kor- rekte Intervention desselben bei Gelegenheit der Regelung unserer Lohn- und Arbeitsverhältnisse mit den Herren Fabrikanten und insbesondere die überaus taktvolle unparteiische Leitung der Verhandlung durch genannten Herrn vollkommen zu würdigen, und beauftragt den Vorstand, den Dank der Weber- Innung mit der Bitte um ferneres Wohlwollen abzustatten." Und die armen Teufel, die da ihren Dank demllthig abstatten, sind mit allen ihren Forderungen— was sage ich? Wünschen— abgeblitzt! Der satte Bauch hat über den hungrigen mit Hohn triumphirt l Und da bittet man noch„um fernere« Wohlwollen"! Freilich, der Hunger thut weh, und wer ein gute« Beefsteak im Magen hat, hat leicht Muth predigen. — Oesterreich. Au« dem Lande der Korruption und Niedertracht. Unser Bruderorgan, der in B r ü n n erscheinende, vortreffliche redigirte„Volkssreund" schreibt: „Es ist uns nicht mehr möglich, alle Haussuchungen und Ver- Haftungen zu registriren, die im Zeitraum eine» jeden halben Monat« vor sich gehen, da man thatsächlich oft in Verlegenheit kommt, wo früher anzufangen ist. So viel steht fest, daß, fall« wir ein Tage- blatt hätten, wir täglich über Derart! ge» zu berichten in der Lage wären. So wurde z. B. abermals gehaussucht in Brünn, Prag, Wien, G m u n d e n, inhaslirt in Wien, Prag, Lemberg und ausge- wiesen in Wien und M a r i a s ch e i n. Buch zwei GasthauSbefitzern in Rosenthal wurden die Konzessionen entzogen, weil gegen dieselben von der Prager Staatsanwaltschaft„die Anklage wegen Geheimbündelei er- hoben wird". Am 4. Dezember begann in Prag der Prozeß gegen 50 Partei- genossen. Al« Bertheidiger werden für die deutschen Angeklagten, die Dr. Glaser und Wols-Epinger, beide au« Wien, für die slavischen An- geklagten Dr. Stransky au« Brünn sungiren. In Graz und Innsbruck haben Schuhmacherversammlungen stattgesunden, in denen gegen die gehässige Haltung de» anarchistischen Schuhmacherfachblattes protestirt wurde. — Italien. Unser in vorletzter Nummer ausgesprochener Wunsch daß der italienische Sozialismus den von ihm gelegentlich seiner jüngsten ersten Theilnahme an den Wahlen erzielten Erfolg, die gelungene Wahl eines energischen sozialistischen Vertreter« in das Parlament, ganz und voll ausnütze, geht ersrenlicherweise in Erfüllung. Die sozialistischen Wähler des Genossen Costa habm ihren Vertreter aufgefordert, sich an der albernen Eideskomödie nicht zu stoßen, sondern im Parlament zubleiben, um dort ununterbrochen die herrschenden Klaffende- kämpfen und die Grundsätze des Sozialismus predigen zu können. Und die Ueberzeugnng, daß zur Förderung unserer Sache alle erfolgver- sprechenden Mittel anzuwenden seien, daß man heute den Stimmzettel und die Parlamentstribüne mit demselben Rechte benlltzen müsse, wie morgen die Flinte und die Barrikade— diese Ueberzeugnng beschränkt sich nicht nur aus die Romagna, sondern gewinnt immer allgemeiner die Oberhand unter unfern italienischen Genossen. Hievon konnte sich u. A. B o l l m a r bei seiner jüngsten Anwesenheit in Mailand persönlich überzeugen. Die lombardischen Sozialisten haben unsero Genossen mit größter Brüderlichkeit aufgenommen und ihren Sympathien für die deutsche Sozialdemokratie, sowie den Gefühlen der Solidarität beredten Ausdruck gegeben. Bollmar sprach an zwei Abenden im Bersammlungshau» de«„Circolo operajo"(Arbeiterverein«), und zwar da» erstemal über die Nothwendigkeit einer einheitlichen, wohlge- gliederten Arbeiterpartei, wobei er die italienischen Genossen zu den be- reit« gemachten Anfängen und den im Wahlkqmpfe errungenen Erfolgen beglückwünschte. Am zweiten Abend hielt Vellmar auf Verlangen eine Konferenz Uber die gegenwärtige politische und soziale Lage in Deutsch- land und die Stellung der Sozialdemokratie znr Entwickelung der Dinge. Die Vorträge unsere» Genossen erregten lebhaftes Interesse, da» sich u. A. in zahlreichen an Bollmar gerichteten Interpellationen bethätigte. Insbesondere besprachen sich die italienischen Genossen mit Bollmar ein- gehend über ihre Stellung zu der bürgerlich-republikanischen Partei, sowie Uber Organisationssrageu. Sie erklärten, daß ihre Hauptarbeit jetzt der Bildung einer starken Organisation gelte, und beauftragten Bollmar, den deutschen Sozialdemokraten die Mittheilung de« Gehört« sowie ihre Brüdergrüße zu übermitteln. Wir handeln sicher im Sinne aller Genossen, wenn wir die solidarischen Grüße unserer italienischen Brüdern herzlichst erwidern und ihnen unsere besten Wünsche für die Entwickelung einer kräftigen italienischen Arbeiter- parte! senden. — Amerika. Ueber den Ansfall der jüngsten Kongreß- tc.-Wahlen erhalten wir von einem Arbeiter, Genossen Schumann in Tincinnati, einen längeren Brief, in dem es u. A. heißt: „Es ist hiermit der Beweis geliefert, daß da« amerikanische Volk nicht rückwärts geht. Man bedenke nur, daß der unterlegenen Partei da» ganze Heer der Angestellten zur Verfügung staud und sie ihren Einfluß auch rücksichtslos ausnutzte. Die Mitglieder der Administratton, selbst der Fiuanzminister und der Präsident, griffen persönlich in den Wahl- kämpf ein. Das Volk hat am 7. November sein Urtheil über die republikanische Partei gesprochen, die Frage ist jetzt: Was nun? Da» Volk hat noch nicht gesagt, wa» es wolle, sondern nur, was es nicht wolle, das positive Losungswort muß erst kommen. Nun geht zwar durch das ganze Land ein dem Kapital feindlicher Zug, aber alle betreffenden Elemente ans ein Programm zu vereinigen, geht nicht so schnell, als Mancher glaubt. Da sind z. B. die AntiMonopolisten, die gerne die Eisenbahnfürsteu demüthigen möchten. Aber wie? Das Aeußerste, wozu sie sich versteigen, ist die Verstaatlichung der Eisenbahnen, von Arbeiterforderungen wollen sie dagegen nichts wissen. Zu politischen Reformen, z. B. Abschaffung de« Präsidentenamtes sind die Arbeiter nicht zubringen; es ist schon al« ein großer Fortschritt zu betrachten, daß aus dem demnächst abzuhaltenden nationalen Gewerkschaftskongreß die Schutzzollsrage zur Verhandlung kommt. Biel Erfolg verspreche ich mir indeß nicht, doch dürften die letzten verlorenen Streik« die Erkenntniß der Arbeiter soweit gefördert haben, daß im Jahre 1884 eine auf Grund eines Programme« vereinigte große Arbeiterorganisation zu bewerkstelligen sein wird. Nun ist in Massa- chusetts General Butler auf Grund des demokratischen Tickets(Wahl- liste) gewählt worden; Butler ist ein scharfsinniger, energischer Politiker, auch kann man ihm nicht nachsagen, daß er je an einem Schwindel be- theiligt war. Im Kriege war er einer der energischsten Generale. Die Südlichen hassen ihn; wer weiß, wie er sich mit ihnen abfinden wird? Sicher ist, daß Butler in der Legislative immer im Interesse der Ar- beiter gewirkt hat, und diesen verdankt er auch seine Wahl. Darum ist es auch nicht unmöglich, daß Butler etwa im Jahre 1884, Republi- kauern und Demokraten zum Trotz, al« Arbeiterkandidat zur Präsidenten- wähl austreten wird. Soviel steht fest, die Arbetterfrage wird jetzt Sache der großen Polittk, aber unsere großen Politiker werden den Geist, den sie rufen, nicht wieder zu bannen vermögen. Auch stehen wir am Borabend einer großen Krifis; schon jetzt herrscht Arbeitslosigkeit. Sollte 1884 die demokratische Partei ihremPräfidenten durchsetzen, so wird es sicher der letzte sein, denn sie hat kein Programm und, wa« noch viel schlimmer ist, ebenfalls sehr viele Aemrerjäger.—— Die neue Partei wird das Recht auf Arbeit proklamiren, aber nicht von oben, sondern nach dem Gesetze der Evolution(Entwicklung), da« mögen sich unsere Sozialrevolutionäre merken. Die deutsche Einwände- rung von 1870 bis jetzt wird den Sauerteig dieser Bewegung bilden. Es wird ein Kamps der Ideen, und er wird Männer hervorbringen, würdig der größten Männer von 1860(die den Sklavenbefreiungskampf kämpften). Un» Sozialisten aber ziemt es, mündlich und schriftlich klares Denken in die Arbeitervereine zu tragen, mit Phrasen ist es da nicht gethan. Also vorwärt» im neuen Jahr!" Korrespondenzen. — Elberfeld, Ansang Oktober. Nachdem die Vorführung der Elberseloer Polizeibilder einen so allgemeinen Beifall gesunden haben, wollen wir damit fortfahren und heule einen etwas höher gestellten Ordnungswächter beleuchten. Der Herr Polizeiinspektor Hahne ist ein recht stattlicher Mann, und wenn lediglich eine imposante Figur erforderlich wäre, da« ihm übertragene Amt auszufüllen, so würde er sicher die geeignetste Per- son sein; doch gehört zu dem Amte außer dem nöthigen Fleiß und Eifer für die Sache auch wohl etwa« Direktion»- und Organisationstalent. Aber da« geht dem Herrn vollständig ab. Für den nicht Eingeweihten ist e» schwer begreiflich, wie ein solcher Mensch, dessen Schädel so hohl wie eine leere Tonne, und dessen Dumm- heit nur übertroffen wird von seiner Arroganz und psauenartigen Eitelkeit, ein Amt bekleiden kann, welches von unseren weisen Sladtvälern mit— wenn wir richtig unterrichtet sind— über viertausend Mark dotirt ist. Wer indeß mit der Geschichte Elberfeld'« vertraut ist, den nimmt da« weniger Wunder. Der Herr Inspektor hat e» beim Militär nur zum Sergeuten gebracht, soweit kann man ja auch mit geringem Gehirn kommen. In richtiger Erkenntniß aber, daß er auf der höchsten Stufe seiner militärischen Lanf- bahn angelangt sei, heirathete er eine frühere„Freundin" de» Herrn von Diergardt-Biersen und avancirte al» glücklicher Ehemann vom Sergenten gleich zum Kommissar. Später kam er durch den Schwa- ger Diergardt's, Herrn von der Heydt, den damaligen Regenten von Elberfeld, hierher, zuerst auch als Kommissar, bald aber wurde er zum Inspektor ernannt. Der Polizeikommissar G r u n o w, ein sehr tüchtiger, humaner und intelligenter Mann, wurde umgangen und der Mann der„Freundin" de« Herrn von Diergardt trug den Sieg davon. Da wir jetzt wissen, wodurch er sein Amt erhalten hat, wollen wir weiter sehen, wie es mit der Führung desselben aussieht. Jeden Morgen, etwa um 10 Uhr, kann man den Herrn den Weg von seiner Wohnung zum Rathhause machen sehen, die Nase hoch in die Luft erhoben, so daß man nur einen Stock vor ihn hinzulegen braucht, um ihn stolpern zu lassen. Aus meiner Dienstzeit weiß ich, daß jeder anstän- dige höhere Ojflzier von Weitem abwinkt, wenn die Soldaten vor ihm stille stehen und Front machen; doch der ehemalige Sergent läßt die armen Polizisten stehen und sich die„Ehren"bezeugungen erweisen, bis vorübergegangen ist. Eine etwaige Meldung„seiner" Untergebenen wird mit abgewandtem Gesicht entgegengenommen; keine« Blicke« werden dieselben gewürdigt. Kein Gruß eine« Bürger» wird erwidert, sie werden einfach nicht bemerkt. Bessere Augen aber hat der Herr Inspektor, fall« er Leuten von Stand oder vollem Geldbeutel begegnet. Mit einer leichten Neigung de» Haupte» und einer Grimasse, die Lächeln bedeuten soll, werden diese begrüßt. Aus dem Rathhause angelangt, wo die Polizisten meisten» über eine Stunde aus den Pascha gewartet haben, beginnt die„schwere Amts- thätigkeit" desselben, nämlich da« Unterschreiben der von anderen Leuten ausgesetzten Schriftstücke. Auf dem Pulte steht ein großer Spiegel, und wenn Jemand eintritt, kann der Herr gleich sehen, wer der Ankömmling ist. Ist es nur ein gewöhnliches Menschenkind, so wird die Unterhaltung derart geführt, daß der Abgehende da« geistreiche Geficht de« Herrn In- spektor» gar nicht einmal zu sehen bekommen hat. Nach ein- bis anderthalbstllndiger Anwesenheit ist der Herr dann von seiner hochgeistigen Arbeit so erschöpft, daß er schleunigst in seine Kneipe gehen muß; Nachmittag» von V.5-6 Uhr hat er dann eine gleiche An- strengung auszuhallen. Diese» ausreibende Dasein beschließt Abend« ein Gang in die Gesellschaft„Erholung", wo der ehemalige Sergent im Kreise von höheren Beamten, Doktoren und Mitgliedern der„besseren" Bürger- klaffen sich„angenehm unterhält." Alle paar Jahre erscheint hier ein Buch, welche« eine Zusammenstellung von Polizei-Borschristen und- Verordnungen enthält. Trotzdem nun der Herr Inspektor bei allen Rapporlen-c., die er abzufassen hat, in stetem Kamps mit der Grammatik liegt, ist er doch unter die Schriftsteller gegangen und bezeichnet sich al» Heransgeber und Verfasser des Bnche», dessen Zusammenstellung?c. natürlich die von der Stadt bezahlten Sekre- tllre besargen müssen. Sebald da» Buch fertiggestellt ist, müssen die armen Sergenten da» Publikum mit Subskripliansbagen brandschatzen. Hau« für Hau« müssen sie laufen, um Abnehmer zu pressen; sie kommen ja doch im Auftrage de» Herrn Inspektor», wie sie sagen. Für da» Buch, da» höchstes eine Mark herzustellen kostet, werden dem Publikum vier Mark abgepreßt. Da» Ding bleibt natürlich, weil es fast zwecklos, un- ausgeschnitten liegen, doch haben unsere Angstmichel solchen Respekt vor der allerding« mächtigen Polizei, daß sie sich scheuen, die Sergenten im Dienst, die im Austrag de» Herrn Inspektor« kommen, abzuweisen. Ferner kaust auch die Stadt 70 Exemplare; wozu dieselben dienen sollen, weiß kein Mensch. Die Beamten, die nichts mit Polizeiaugelegeuheiten zu thuu haben, werden schwerlich den Ariadnefaden de« Herrn Hahne benöthi- gen, um sich au« dem Labyrinth der Polizeigesetze herauszufinden, da» zu betreten sie nicht nöthig haben. Doch der Zweck heiligt die M i t t e l I Das Mittel ist die Pression des ganzen Polizeiapparate«, und der Zweck: die Taschen de« Inspektor« zu füllen. Dieser wird auch vollständig erreicht, denn e« fallen immer einige Tausende dabei ab! Wa« in der Stadt vorgeht, davon hat der Herr keine Ahnung. Er bettitt keine Straße, kein andere« Quartier al« seinen täglichen Weg zum Rathhau«, in'« Wirthshaus und in die Gesellschaft„Erholung." Eine ganze Menge der in den letzten Jahren neu angelegten Straßen hat er noch gar nicht betreten, in Folge dessen die Kommissare in ihren Bezirken vollständig Herr und ohne jede Aufficht sind. Beweis: Da« offen betriebene Kompagnie Geschäft Frenzel und R o t a x. Zur Abwechslung geht der frühere Sergent öfter« vier Wochen an den Rhein oder nach Westfalen, dem Jagdvergnügen nach. Sonntag» sehen Bahnangestellte ihn meisten» in vollem Jagdanzug nach Neuß fahren. Bekanntlich ist nun die Ausübung der Jagd Sonntags verboten, aber da die Gesetze nur bei Sozialdemokraten und anderem Arbeiter- Gesindel streng gehandhabt werden, so darf wohl der Herr Inspektor sich da« Vergnügen erlauben. Die Hüter de« Gesetze« haben nur Andere für Uebertretnngen zu strafen, für sie selbst existiren die Gesetze nicht. Soviel für heule; für geeignete Fortsetzung wird, wenn nöthig, Sorge getragen werden. Neulich fragte uns Jemand, warum denn jetzt gegen die Polizei so vorgegangen werde. Die Antwort ist leicht gegeben: weil wir e« müde find, un» wie Hunde behandeln und hetzen zu lassen. Jeder Polizeiknecht— e« gibt allerdings auch wenige ehrenwerthe Ausnahmen— glaubt, der Ordre von oben folgend, uns beleidigen und belästigen zu können, und da« Recht und die Pflicht zu haben, un« ge- schäftlich zu ruiniren. Ist einer unserer Abgeordneten hier, so hat Jeder der bekannten Genossen einen besonderen Schutzengel, der ihm aus Schritt und Tritt nicht verläßt und sogar in die Wohnungen von Kunden, die sie besuchen wollen, mit eindringt. Gemeine Verbrecher, welche unter Polizeiaufsicht stehen, haben sich dieser Kontrole erst nach 9 Uhr Abend« zu unterziehen. Hauptsächlich ist e« darauf abgesehen, uns geschäftlich zu ruiniren, und Mancher hat schon schwer darunter leiden müssen. Für da« Sozialisten- gesetz machen wir die Po l i z e i nicht verantwortlich, aber die An«- sührung seitens derselben ist eine infame. Man benutzt alle Mittel, un« zu unüberlegten Streichen zu drängen; da» gelingt aller- dings'nicht, aber zeigen werden wir, daß wir un» zu wehreu verstehen. Geht e« so weiter, und wird von Oben herab kein Einhalt gethan, so werden wir mit der Veröffentlichung dieser Bilder fortfahren; wir wer- den nicht bei der Polizei allein, auch nicht bei den Beamten überhaupt stehen bleiben, wir werden eine chronique scandaleuse der höheren Klaffen der ganzen Stadt veröffentlichen. Wir haben durch unsere Verbindungen in kaufmännischen und juristi- scheu Kreisen Material sattsam genug; zu übertreiben brauchen wir nicht, nur die nackte Wahrheit brauchen wir zu sagen, und diese soll für Man- chen ein Spiegel fein, daß ihm davor graut. Aug' um Auge, Zahn um Zahn. Wenn diese Bande glaubt, fimsonstark zu sein, so soll es ihr ergehen, wie dem mythischen Träger dieseS-Namen», al« der Ruf ertönte:„Simson, die Philister über Dir!" Wir hatten erwartet, daß unser philisterhafte« Bürgerthum endlich die Gemeinheit der gegen uns und gegen sie geübten Praxi» einsehe, wir haben gehofft, daß unsere sogenannten Liberalen in der Stadlvertretung endlich ihren Einfluß geltend machen, um da» Unrecht zu beseitigen, da« an un« geschieht, aber nicht« von Alledem! Da wollen wir'« aus eigene Faust versuchen, jede Rücksicht soll fallen, und wir wollen sehen, wer am Ende oben bleibt. A e s o p. — Limbach, im November. Die Spitzen der hiesigen Gemeinde find in freudiger Erregung, denn— Limbach wird zu Neujahr mit„aller- höchster" Genehmigung Stadt. Daher gab's seit einigen Wochen nicht« als bengalische» Feuer mit Lamentation— Pardon Illumination. Uns kann's Nichts schaden, wir gewinnen nur; unsere Gegner liesern un« dadurch nothgedrungen Waffen in die Hände, die wir gehörig ausnützen werden. Hat da der Gemeindrath beschlossen, dem Gemeindevorstand Jungnickel(der nicht Jura studirt, folglich nicht Bürgermeister werden kann) lebenslänglich die Hälfte seines bisherigen Gehalt«, nämlich 1590 Mark jährlich, zu bewilligen, wenn— man höre!— wenn er in Lim- dach bleibt. Welche theuere Reliquie, welch' theuere» Andenken einer früheren Dorfgemeinde! Wenn ein Arbeiter 18 Jahre oder noch länger bei einem Fabrikpascha gedient hat, so bekommt er nicht nur keinen Ruhegehalt, sondern man schränkt ihn— nicht ein, sondern au«. Ein solcher Beschluß, wie obiger, weckt das RechtSgesühl vieler Indifferenten, denn hier handelt sich'« um'« liebe Geld, und in Geldsachen hört bei sonst gemüthlichen Leuten die GemÜthlichkeit aus. II.. n. — Posen, im November. Bor Kurzem stellten die Maurer, welche beim Bau de« neuen Postgebäude« beschäftigt find, die Arbeit ein, um höhere Löhne zu erzielen. Unsere hochlöbliche Polizei verhastete sofort zwei der Arbeiter al»„sogenannte" Rädelsführer. Natürlich war e« blo« ein Schreckschuß; indeß erreichte man leider Alle», wa« mau wollte: die Arbeiter kehrten unter den alten Lohnsätzen wieder zur Arbeit zurück, und die Hallnnken, Polizei und Bauunternehmer im Bunde, hatten wieder einmal gesiegt. Nach dem„Siege" wurden die verhasteten Maurer wieder in Freiheit gesetzt. Da« ist die herrliche Koalitionsfreiheit! In einer der hiesigen Zigarrenfabriken stellten die Arbeiter, männliche wie weibliche, die Arbeit ei», weil ihnen der sogenannte„Meister" mit Forderungen entgegentrat, aus welche e», da gütlicher Ausgleich mißlang, keine Antwort gab al» Niederlegnug der Arbeit. Welcher Schreck! Da« hatte der„humane" Arbeitgeber nicht erwartet. Wir aber hatten die Freude, daß die weiblichen Roller wie ein Mann zu un» standen, so daß unsere Ausbeuter durch da« emmüthige Handeln der Arbeiter gezwungen wurden nachzugeben. Den hiesigen Zigarrenarbeitern sei im Parteiorgan al« maßgebend- ster Stelle die Bitte an« Herz gelegt, sich ihre traurige Lage vor Augen zu stellen und mit den Fabrikanten, welche die Löhne allmählig so herunter- gebracht, daß sie zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel find, ein ernste« Wort zu reden. Gehen wir Fabrikenweise vor, und wir werden siegen. Ihr habt da» Beispiel ja gehabt. Agitirt unter den Arbeiterinneu. OhueKampskeiuSieg! X. — Ratibor, 20. November. Unsere Feinde stud wütheud darüber, daß wir hier in Oberschlesien, in der Hochburg der heiligen Dreieinig- keit: Adel, Psass und Kapital, Bresche geschossen haben und un» trotz aller Gewalt nicht daraus verlreiben lassen, sondern un» immer fester setzen und die Streiter sich mehren. Seit Inkrafttreten de« Sozialistengesetze« sind die Haussuchungen hier wie in den umliegenden Vororten aus der Tagesordnung, so daß wir alle Tage daraus gesaßt sind. Da« Resultat war in keinem Falle zu einer Anksage geeignet. Auch an komischen Episoden fehlt e« nicht. So wurden Schulze und Polizist in dem Borort O st r o g von der Staatsanwaltschaft zu einer Haussuchung bei einem dortigen Genossen aufgefordert, mit der Weisung, „Alles Geschriebene und Gedruckte mit Beschlag zu belegen, aber nicht« davon zu lesen". Sie rafften daher„Alle« Geschriebene und Gedruckte", die Gebetbücher der Eltern de« Genossen, zusammen und ließen sie zur Staatsanwaltschaft wandern, welche den Genossen nach acht Tagen benachrichtigte, er dürfe sich seine Sachen abholen. Wir wollen mit Polizei und Staatsanwaltschaft gewiß nicht rechten, wem« dieseiben nach den bestehenden Gesetzen einen aus unseren Reihen wegen politischen Vergehens auf die Anklagebank bringen. E« ist ihr trauriges Amt oder gar„Pflicht!" Auch denjenigen Richtern, welche einen Genossen verurtheilen, wo die Beweise seines Bergehen» klar daliegen, wollen wir keinen Vorwurf machen. Diejenigzn Richter aber, welche einen Genossen verurtheilen aus mangelhafte Beweise oder bloße Ber- muthungen, nur weil derselbe Sozialdemokrat ist, solche Richter find notorische Schurken. Und von der Sorte, wie die Leipziger Reich«- schürten, haben wir hier fünf Exemplare. Im Monat Mai wurde Genosse Klap« wegen Vergehen gegen§ 131 und wegen Verbreitung de»„Sozialdemokrat" unter Anklage gestellt. Den§ 131 sollte er durch Wahlflugblattvertheilung während der letzten Reichstagswahlagitation übertreten, den„Sozialdemokrat" einem Anderen zum Lesen gegeben haben. Die Denunziation ging nicht einmal von der hiesigen Polizei au«, sondern kam von einem Rybniker Gensdarm. Demselben hatte ein im vorigen Winter hier arbeitender Konditor, Namen« Scholz, ein Frage- ment von einer Nummer des„Sozialdemokrat" mit der Frage gezeigt, ob dieses eine verbotene Schrift sei. Sofort drang der Beamte auf ihn ein, wo er die Schrift her habe, und der Kerl erklärte, au« Angst oder Bosheit, er habe dieselbe vom Sattlermeister Klaps erhalten. Später stellte sich heran», daß Scholz die Angabe nur gemacht hatte, um sich zu retten, da bei ihm in Rybnik eine Haussuchung stattgefunden hatte und er auch wegen Majestätsbeleidigung angeklagt war. Dieser Tölpel, der übrigen» gegen Andere behauptete, er kenne den Klav« nicht ganz genau, machte vor dem Untersuchungsrichter die eidliche Aussage: er habe da» Blatt von Klaps in einer Restauration bekommen, dasselbe in die Tasche gesteckt und erst nach zwei Monaten hervorgezogen und gelesen, habe aber nicht gewußt, daß der„Sozialdemokrat" ein ver- botene« Blatt sei. Im Verhandlungstermin, am 17. Oktober, waren nebst Scholz noch zwei Zengen geladen. Der Eine erklärte, von K. etwa» Gedrucktes erhalten zu haben, habe aber dasselbe nicht gelesen, fondern al« Makulatur verwendet. Der Andere erklärte: er habe den„Sozial- demokrat" vom Zeugen Scholz zum Lesen erhalten. Scholz sagt jetzt au«: Die Zeitung habe er zwei Tage nach Empfang von Klap« aus der Tasche gezogen. Das Wahlflugblatt habe er auch von Klaps erhalten. Klap« schlägt zur sofortigen Vernehmung einen Zeugen vor, dem Scholz gesagt hatte, er kenne den Klaps nicht genau. Die Vernehmung de« Entlastungszeugen wird von den Biedermännern de» Gerichtshofe«(als„unmaßgeblich" abgelehnt:„weil ein Gespräch im Gasthause keine Bedeutung habe". Klap» wurde, trotz der glänzenden Bertbeidigung de« Rechtsanwalt Zülzer„wegen Verbreitung verbotener Druckschriften" zu drei Monaten Gesängniß und in die Kosten verurtheilt, dagegen von der Verletzung de«§131 freigesprochen. Der Staatsanwalt hatte für beide Fälle zwei Monate beantragt. Klap« hat die Revision angemeldet, da die Verhandlung nach dem Erkenntnisse ganz aus den Kopf gestellt ist, und so grobe Form- fehler vorliegen, daß eine Verweisung an die erste Instanz zur noch- maligen Verhandlung unzweifelhaft ist; aber ich befürchte zu seinem Schaden, daß es in Oppeln oder Gleiwitz ebenfall« derartige„Ehren- männer" geben wird. Da« Urtheil wider Klaps motiviren diese Recht«- schergen damit, daß Klaps den Sozialismus in Oberschlefien eingeschleppt habe und der Einzige sei, welcher öffentlich für denselben agitire. Fehl- geschossen, ihr Mameluken! Ehe Klap« hier war, haben schon Ändere agitirt und agitireu unter euren Nasen mit Erfolg weiter; und die Berurthei- lung de« Klap« soll un» noch mehr dazu anspornen. (Schluß folgt.) Ilachruf. Im Auftrage der hiesigen Parteigenossen habe ich Ihnen die traurige Kunde von dem Tode eine« treuen, unerschrockenen Mitstreiter« für unsere Sache zu melden. Es ist unser Freund, der Gastwirth Karl Mergel, dessen Verlust«vir Alle beklagen. Mergel war zwar nicht in weiteren Kreisen bekannt, aber alle, die ihn kannten, wissen, daß un« in ihm ein treuer Freund und braver Genosse entrissen ist. In der Attentatsperiode, wo jede Nummer der„H a l l i s ch e n freien Presse" einen Redakteur kostete, mußte auch er drei Monate hinter Schloß und Riegel zubringen. Nach diesem wirkte er im Stillen weiter und warb Freunde für unsere Partei, wo er nur konnte. Er starb am 17. November im 38. Lebens- jähre und hinterläßt eine Frau und vier unerzogene Kinder; das jüngste ist kaum etwa« über ein Jahr alt. Mergel hatte so recht um« Dasein zu kämpfen, Iva» ihm"sein ohnedies gebrechlicher Körper noch besonder« erschwerte. Sonntag, den 19. November, erfolgte die Beerdigung. Es hatten sich hundert mit rothen Blumen geschmückte Genossen eingefunden, dem Dahin- geschiedenen war ein Lorbeerkranz mit rother Schleife gewidmet. Lustig flatterte diese in dem uns entgegenbrausenden Schneesturm, zum großen Aerger der den Leichenzug begleitenden Spitzel. Aus dem Friedhof an- gekommen, hatten wir da« Vergnügen, noch zwei weitere Staatsreller zu sehen, darunter auch das heimtückische, geradezu vogelscheuchenähnliche Geficht de« Kriminalkommissars Grosse, welcher mit seiner höhnisch lächelnden Miene sich jeden Theilnehmer genau ansah. Ruhig wie wir gekommen, verließen wir auch wieder den Ort de« Todes. Unser„Courier" berichtet über da« Begräbniß mit der Einleitung:„Die Sozialdemokraten fühlen sich wieder". Gewissen Leuten allerdings nicht angenehm. Zur Charakterisirnng der hiesigen königlichen Beamten diene folgende« Faktum: Al« der Genosse Mergel zur k. Klinik schickte und um ärztliche Hülse bat, wurde von dem dienstthuenden Portier geantwortet: „Wie sich der Mergel, da er doch nie von Kaiser und Reich etwa« ge- halten hätte und auch wegen Majestätsbeleidigung gesessen hätte(bekanntlich nicht wahr. Mergel saß wegen eines geringfügigen Preßvergehens.), erdreisten könne, jetzt in der k. Klinik Hülfe zu suchen." E« erschien zwar ein Arzt, aber nur einmal, und ohne zu sagen, e« ist da« erste und letzte Mal, ging er fort und kam nicht wieder. Da Mergel doch nicht vom Steuerzahlen entbunden war, denn beim Stenererhebn« wird nicht gefragt, was der Betreffende von der Wirthschaft im Reich hält, hatte er auch da« gleiche Recht, die k. Klinik in Anspruch zu nehmen, wie jeder andere Staatsbürger, denn nicht der Kaiser zahlt die Kosten sür dieselbe, sondern da« Volk. Halle, 29. November 1882. Mit Gruß! 8t..... Flüchtige Parteigenossen werden un« immer wieder ohne entsprechende Legitimation be- kannter Vertrauensleute zugewiesen. Wir wiederholen, daß wir fortan jede Verantwortung ab- lehnen, wenn Betroffene von un» Mangel« gehörigerRckog- n i t i o n abgewiesen werden müssen. Arbeitslose Parteigenossen arbeitsuchend an un» nach der Schweiz zu weisen, ist unter der- maligen Verhältnissen hier unverantwortlich, wo wir Roth haben die flüchtigen unterzubringen und da» Kleinhandwerk und Fabrikarbeit gleichmäßig von einheimischen Arbeitsuchenden Über- laufen werden. Ohne geordnete Heimath scheine in'« Ausland, ist hier längerer Aufenthalt kaum möglich. Man sehe sich also rechtzeitig vor für alle Fälle. Zürich. DieBertrauenSleute. Warnung Die Genossen von Halle a. S. warnen vor dem Korkschneider Gustav Riedel, gebürtig an» R a s ch a b bei Schwarzenberg in Sachsen. Derselbe stellt'sich seinen Arbeitskollegen als Parteigenosse vor und denunzirt sie später beim Chef. Augenblicklich soll er sich in Dresden aufhalten. Also Borsicht! Das wahre Sprichwort. „Roth bricht Eisen!"— Falsche« Sprichwort! Schwächlich wahrlich macht die Roth; Ja, sie biegt sich, und sie bückt sich, Und sie krümmt sich dem Gebot. Darum gleichfall» ist ein falsches Sprichwort:„Roth kennt kein l Dem Gebot gehorcht der schwache, Schwächlich aber macht die Roth. > e b o t! Nein! Die Kraft soll sich verbinden— Und die Wangen flammen roth, Wenn das wahre Wort erschallet: „Eisen, Eisen bricht die Noth!" Briefkasten der Redaktion: T. in Pari«: Ihren Bericht dankend empfangen; nach den bereit» in voriger Nummer gemachten Andeutungen find Sie wohl einverstanden, daß wir von der vollständigen Veröffentlichung des- selben Abstand nehmen. Den wesentlichsten Inhalt werden wir in der nächsten Nummer wiederholen.— Dresden, P la g w i tz, Ulm, Oberschlesien: Korrespondenzen eingetroffen. der Expedition. A.H. Brüssel: Sendg. wie stet« Donnerstag Abend abgg. P. K. u. Fr. 9,— ä Cto. Abonn. erh.— M. P. Dtsch. Berein Gens: Fr. 19,— f. 199 P.-Marken erh. u. K. ausgefolgt.— T. Shum. Cincinn.: Fr. 199,— erh.„Kapital" von Marx beim Ber- leger vergriffen. Neuauslage soll kommen. Weiteres besorgt.— Michel Stieber: Adr. geordnet. Bstllg. fort.„Sozialpolit. Blätter" v. H. nicht zu haben.— Georg: Bs. v. 26/11 n. 1/12 hier. Abänderung auf Laufendes war unmöglich.— Schaft: Bs. v. 1. am 4/12 beantw.— I....... r: Erwähnung von Schweizer-Deckadressen u. Vertrauensleuten, sowie vom„Chiffriren" soll in dem Prozeß Ihre« Freundes al« „Beweis für geheime Verbindung" ausgeschlachtet werden? Da thut einem ordentlich die Wahl weh, ob dem„Juristen" oder dem„Briefdieb" der Orden gebührt.— Otto: Bf. v. 23/11 erh. Bestllg. angenehm. Baarprei« berücksichtigen. Gruß!— Ferenzy: öwfl. 6,— pr. 2 Antheile u. Spitzelbroch, k. erh— T. Stgltz.: M.— ,70 Portozuschlag pr. 4. Qu. erh.— Heinrich: M. 5,— u. öwfl. 7,— nebst Ggrchng. h, Cto. pr. Usds. gutgebr.— Schorfe: M. 250,— ä Cto. u. Bs. v. 4/12 eingetroffen.— D. D.: Bs. vom 4. dies erh. Weitere« erwartet.— f-Hf Himmel---; Nun wie steht«!?— F. Jonscher N.-Dork: Fr. 151,99 k Cto. erh.— E. I. M. W. b. T.: Mk. 3,— Ab. 4. Qu. erh. Wenden Sie sich an den Betreff, selbst nach Berlin.— Rother Paulus: Fr. 19,65 k Cto. v. Luzern erh. am 3'12.— F. Sgle. Zug: Fr. 21,19 f. Antheil, Schft.:c. erh. Fr. 5,— an K. f. P.-Marken ausgefolgt. B. d. Rchsmlwsn. noch Nichts hier.— Mrbch. Zug: Fr. 1,— d. Usds. dkd. zugew.— C. P. H.: Mk. 3.— Ab. De,. 82, Jan. u. Febr. 83 erh.— P. Schtz. Kophgn.: M. 2,89 Ab. bi» Ende Febr. 83 s. S. B. erh.— Rotber Boigtländer: M. 31,69 k Cto. Ab. 4. Qu.-c. gutgebr. Die Andern erwartend. Bravo, ausgehalten!— Msche. Zch.; Fr. 2,— Ab. 4. Qu. erh.— E— d— e: Fr.—,70 f. Schft. erh.— B. IV. u. Co.: M. 150,— k Cto. Ab. erh. Bf. erwartet.— F. Bloch: Der Babylonier wird deutlicher werden.„Leseb. s. d. Volk" auch 2 Dtzd.? Borrath erschöpft. Antwort gleich, damit bestellbar. Weitere« siehe Fdsqttg.— Stbrg. H. a. S.: M. 29,45 pr. Ab. 3. u. 4. Qu. u. Schft. gebucht. Frühere» längst quittirt. Weitere« besorgt. Bstllg. u. Bf. folgen.— Gracchus F.: M. 159,— pr. Alh. Abonn. 3. Qu. u. Schft. erh.— E. Sch. Lisge: Fr. 14,75 k Cto Ab. erh. Bstllg. abgg. Fehlendes später. Adr. geordnet.— I. Hpl. Chur: Fr. 15,— f. Fr. B. u. Usds. dkd. erh.— H. Rack. London: Fr. 59,49 k Cto. Ab. 4. Qu. erh. In M. i. E. nur indirekte Verbdg.— T. Lidge: Fr. 12,— Ab. Nov. n. Bse. erh. n. besorgt. Bezugsquell für„Bast." leider nicht zu entdecken.— Seesturm: M. 2,— Ab. Nov. u. Dez. erh. Gruß an B. erwiedert.— Lübeck: M. 15,69 f. Antheile erh. Qttg. in Spezialfd». später.— E. E. Brooklyn: Ans diesem Grunde haben wir vor d. alten Schnapphahn rechtzeitig gewarnt. Leider ungehört. Sdg. an H. nunmehr nach Vorschr. Neu erschienen und durch un» zu beziehen: Die deutsche Geheimpolizei lM Kampfe mit der Sozialdemokratie. Akteuköldk und Ellthiillilllgk» auf Grund authentischen Materials zusammengestellt. Buchhändlerpreis: 1 Fr.— 89 Pfge. Arbeiterprei«: 59 Ct«.— 40 Pfge. Franko für Rabatt, nur gegen Baarvorauszahlung. Bei Einzelbezug nach Deutschland 19 Pf. Portozuschlag beizulegen. Auf größere Posten entsprechender Rabatt. Versandt aus Gefahr der Empfänger, ohne gebundene Lieferzeit. Weitere« für Deutschland bekannt. Expeditlii de«„Sisialdeaidrat" voldsbiilhhaadlllug Aittiiltn-Aiirich. Abonnements-Ginladung. Mit I. Januar 1883 beginnt ein neue! Ouartallabonnetnent auf den„kazial- demolrat". Wir ersuchen unsere Genossen und freunde sür die Gewinnung neuer Abonnenten unoblüsssg thülig zu sein. Bebet da««bonnement aus»eu„Ceiialbcatofrat" noch da«««psehle» desselben ist in Deutschland sitasbat, sondern lediglich bte direkte Verbreitung. ä» ist deshalb Pflicht wie Znteresse jede« Parteigenossen, ans'« eifrigste für die Verbreitung de».e» z i o l d e m o k r a t- zu Wirten. Da der.vozialdemolrat- in Deutschland bekanntlich aus Grund de« Zluinah, negesetze»»erboten ist, so muh die Verbreitung selbstderstindlich mit grdhter Vorsicht geschehen; letztere angewandt, ist die Koche übrigen« durchau« ungefährlich und leicht aulsllhrbar. Das bloss««bonneruent ohne Beiterver» breitung ist gesetzlich erlaubt. Der„Gozialdeiuokra«-- wurde vom letzten Parteikongress einstimmig zum einzigen osstziellen Organ der sozialistischen«rbeiterpartei Deutschlands erklärt. Der»orautzahlbare Abonnement«prei» de».Koziaidem.- beträgt viertelsl. für Deutschland und Oesterreich S Marl(l st. 70 kr.s. wofür da» Blatt wbchentlich al» verschlossener«rief versandt wird; sür die K ch w e i, Z ssr., wbchentlich al» verschlossener«rief versandt wird! sür die S ch w e i, Z ssr., sür alle übrigen Länder de» Weltpostverein» 2. stsr. b() tti«.(unter Bands. Dieser Drei» tan» indessen, namentlich>u Deutschland, bedeutend «r«■ MM""*■ vl"""" rm iss igt werden, wenn sich die Genossen eine» Orte» zum Bezug im Großen vereinigen, wenn unverdächtige Smpsang»- adressen gewühlt werden und damit stet» gewechselt wird, wenn serner die geheim« vertheilnng an die abonnirten Genossen»orsschtig geschieht: dann ist die Gefahr der Sntdeckung beim Gesammtbezug weit geringer wie bei 6 iVttiemplaten kbnnen in Doppelbries übermittelt»erden; bei größeren Be- stellungen ist die Zusendung in Packet vorzuziehen. Bei Bezug von zehn Ezemplaren an ist der Prei» per Quartal aus M. l. 8«. sranlo in» Hau» seftgesetzt, und ist der Betrag monatlich mit«0 Ps. im Borau» einzusenden. Kämmtliche Sendungen werden gut verpackt, nicht in der Kchweiz. sondern in Deutschland ausgegeben. Briefmarken aller Länder»erden sür voll angenommen; größere Beiträge in Papier- geld mittelst eingeschriebenem Brief oder Post. Einzahlung. Da nicht unbedeutende Kosten durch ungenügende» Franliren entstehen, so macheu wir daraus aufmerksam, daß einfache Briese(bi» 15 Gramm« nach der Schwei, 20 Psg.. .-..--»"------'—" Psg.. refp. 10 Kreuzer 6. w- kosten, bei schwereren Briefen Je 15 Gramm weitere 20 Pf| "illon0 Bend! sich bei Sinzelbefiellungen an die Srpeditton, Hottingen-Zllrich, bei gemeinsamem Abonnement und um Ausschlüsse an die bekannten Agenten in Deutschland, oder an die Unterzeichnelen durch Vermittlung in der Kchweiz oder sonst im Aulland lebender fjreunde.._ Monatliche Vorausbezahlung des«bonnementspreis«» an unser««er. srauensmänner und Zhilialeverwalter ist unerläßlich: Parteigenossen: K-nnnell Such um Sure Kahne und benützt die Such gegeben« Waffe mit Siser und Geschick! seid rührig und thut Sure Pflicht! «edaktion und«ppeditian des„Gozialdemokrat". kchweizerische Genosienjchasttbuchdruckerei Hotttngeu-ZÜrich.