Krschewt «eeiltell de»„Zoiialdemikrat". Da der.Sozialdemokrat' sowohl in Deutschland als auch in Oesterreich verboten ist, bezw.»ersolgt wird, und die dortigen Vehbrdm fich alle Mühe geben, unsere Berbtudungen nach jenen Ländern möglichst zu erschweren, resp. Briese von dort an uns nnb unsere A-Uungs- und sonstigen Sendungen nach dort abzufangen, so ist dt« änsterste Vorsicht im Postverlehr nothwendig und darf leine Lorfichtsmastregel versäumt werden, die Briesmarder über den wahren Absender und S-'.ptänger, sowie den Inhalt der Sendungen zu täuschen, und letztere dadurch zu schützen. Haupterfordernttz ist hiezu einerseits, dag unsere Freunde so selten als möglich an den.Sozialdemokrat', resp. besten Verlag selbst adresfiren, sondern sich möglichst an irgend«ine unverdächtige Adreffe augerhalb Deutschlands und Oesterreichs wenden, welche stch dann mit uns in Verbindung setzt s anderseits aber, daß auch UN» möglichst unverfängliche Zustellungsadresten mitgetheilt werden. Zu zweiselhasten Fällen empfiehlt fich behus» größerer Sicherheit Rekommandirung. Soviel an uns liegt, werden wir gewiß weder Mühe noch Kosten scheuen, um trotz aller entgegen» stehenden Schwierigkeiten den.Sozialdemokrat' unsern Abonnenten möglichst regelmäßig zu liefern. Parteigenossen! Vergeßt der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Parteigenossen! Wie schon in Nr. 35 des, Sozialdemokrat" anläßlich der Mittheilung über die Berathung der Parteivertreter in der Schweiz angedeutet wurde, ist die Veranstaltung einer allgemeinen Parteiberathung für das Frühjahr in Aussicht genommen. Wir richten nunmehr an Euch die Aufforderung, dieser Ange- legenheit ohne Zögern näher zu treten und Euch unter einander zu berathen, wie Ihr dieselbe beschicken wollt. Allgenieinste und zahlreichste Betheiligung un- serer inner- und außerhalb Deutschlands leben» den Parteigenossen ist erwünscht und dringend nothwendig. Tretet also zusammen, berathet, wen Ihr als Euren Ver- trauensmann dazu senden wollt und— schafft Mittel. Da das bekannte infame Gesetz uns nöthigt, die Berathung im Ausland stattfinden zu lassen, wollt Ihr hiernach den nöthigen Aufwand bemessen. Ein Zeilopfer von mindestens acht Tagen inclusive Reise müßt Ihr für Eure Vertrauensleute in Rechnung stellen. Wenn es sehr erwünscht ist, daß jeder einzelne Ort, in dem wir eine größere Zahl von Genossen haben, selbstständig vertreten ist, wird dies in Rücksicht auf die Kosten unmöglich sein. Allein die größeren Orte sind verpflichtet, das Opfer zu bringen und seibstständizz. einen Vertrauensmann zu schicken, die kleineren Orte und ärmeun Bezirke mögen zu gemeinsamer Berathung und Wahl zusammentreten. Parteigenossen! Ein außerordentlicher Fall verlangt außerordentliche Mittel, das erwägt und richtet darnach Eure Opfer- willigkeil. Da aber überoll das Spitzelthum seine langen Ohren hin- hält, um seinen Patronen etwas denunziren zu können, so rathen wir Euch Vorsicht und strenge Geheim- Haltung der Namen Eurer Vertrauensleute an. Die Namen der letzteren wollt Ihr uns in der bekannten Weise und unter den bekannten Adressen sofort nach getroffener Wahl, spätestens aber bis Ende Februar anzeigen, worauf dann weitere Mittheilung erfolgt. Für letzteren Zweck ist genaue und sichere Adresse anzugeben. Der gewählte Vertrauensmann muß eine von mindestens zwei uns bekannten Genossen unterschriebene Vollmacht alS Ausweis vorzeigen können. Die vorläufige Tagesordnung für die Berathung werden wir in einigen Wochen mittheilen. Parteigenossen! Auf und fri'ch ans Werk! Zürich, 25. Dezember 1882. Nie Redaktion and Ezpeditioa des„Sostaldemokrat". Zum Kapitel von der freien Liebe. Etwas für Herr» v. Kuttkamer zam Nortese« im Reichstage. Die famose Reklamerede, welche Herr v. Puttkamer am 13. Dezember im deutschen Reichslage für uns gehalten, hat ihm nicht nur unfern tiefgefühltesten Dank, sondern auch von Seiten seines allergnädigsten Herrn den rothen Adlerorden erster Klasse eingetragen. Die Zitate aus den sozialistischen Blättern verfehlen ihre Wirkung auf den 86jährigen Landes- vater niemals. Auch im Frühjahr 1881, wo Herr Purttamer stch sogar dazu hinreißen ließ, ein sozialdemokratisches Gedicht zu deklamiren, wurde ihm besondere allerhöchste Anerkennung zu Thcil, während man nach der Sozialistengesetzdebatte im Dezember desselben Jahres, wo Puttkamer die Vorlesung unterließ, nichts von einer solchen Gnadenbezeugung vernahm. Kein Zweifel, die sozialistischen Zitate haben es Deutschlands 86jährigem Lenker angcthan. Wir meinen es gut mit Seiner Exzellenz, dem Minister des Innern von Preußen, wir gönnen ihm nicht nur den rothen Raubvogel, er mag auch noch den schwarzen dazu er- halten; und deshalb machen wir es uns zur Pflicht, ihm reich- lichst Stoff zu so nutzbringenden Vorlesungen zu liesern. Jawohl, zur Pflicht. Es ist das unsere Antwort auf Puttkamer's Erklärung, daß er die Pflicht habe, die Berliner:c. Be- völkerung„vor dem Gift zu schützen, das in solchen Schriften — nämlich dem„Sozialdemokrat" u. s. w.— enthalten ist", daß es seine„heiligste Pflicht" sei, solche Blätter„zu ver- Nichten". Wir ungläubigen Sozialisten handeln hier nach dem Grundsatz der Bibel:„Thut wohl denen, so Euch verfolgen". Mehr kann man von uns wirklich nicht ver- langen. Nichts steht nun Herrn von Puttkamer schöner als seine tugendhafte Entrüstung über die sozialdemokratischen Angriffe auf die Grundlagen der bürgerlichen Gesellschaft, als da sind Monarchie, Religion, Ehe und Familie. Wir waren ent- zückt, als wir diesen Theil seiner Rede lasen, und für diesen Hochgenuß wollen wir uns heute dem Minister gegenüber rcvanchiren. Die sozialdemokratischen Ansichten von der freien Liebe sind Herrn von Puttkamer und dessen erhabenem Gönner ein besonderer Greuel, wir empfehlen daher dem Ersteren, sobald im Reichstag wieder einmal die Rede auf dieses Thema kommt, nachstehenden Abschnitt zur Verlesung zu bringen: Es war einmal— nicht wahr, das fängt schon sehr hübsch an?— in dem ostpreußischen Städtchen G um binnen, dem Hauptort des Regierungsbezirkes, ein Regierungspräsident, der hatte einen Sohn. Dieser hoffnungsvolle Knabe, Gcsko hieß er, denn sein Vater war von Adel, besuchte das Gumbinner Gymnasium und hatte es bereits bis zum Primaner gebracht. Um dieselbe Zeit gab in Gumbinnen die Schauspielergesellschaft Linke Vorstellungen, und Gesko war ein fleißiger Besucher des Theaters, das er mit Schiller als eine Bildungsstätte der Nation betrachtete.'Nur neigte er weniger zum Drama als zur Posse und Operette hin, indeß das ist Geschmackssache. Uebrigens bedenke man, daß Gesko adlig und Schiller— bei Lebzeiten!— nur bürgerlich war. Das erklärt Alles. Aber Gesko begnügte sich nicht damit, das Theater zu be- suchen, seine Liebe zur Kunst übertrug sich auch auf die aus- übenden Darsteller, namentlich soweit dieselben dem schwächeren Gcschlechte, das ja der männlichen Stütze so sehr bedarf, an- gehörten. So schenkte der gute Junge der Schauspielerin S ch e nd l e r ein seidenes Kleid— das nöthige„Baare" hatte er sich vermuthlich von seinem Taschengelde abgedarbt. Auch sonst nahm er sich dieser Dame wärmstens an. Wenn die Truppe Sonnabends nach dem Grenzdorfe Eydtkuhncn fuhr, so reiste Gesko'chen zum Schutze mit und übernachtete bei Fräulein Schcndler. In Eydtkuhncn gibt es ja so wenig Gasthäuser! Aber die böse Welt in Gumbinnen faßte die Kunstliebe Gesko's anders auf. Man sprach allgemein davon, es sei doch ein Skandal, daß ein Gymnasiast so ungenirt nicht der Kunst, sondern der Venus seine Huldigungen darbringen dürfe. Die vorgeschriebene Disziplin müßte doch für alle Schüler die gleiche Geltung haben. Man wandte sich an den Direktor des Gymnasiums und mahnte ihn an seine Pflicht. Dieser, Arnold mit Namen, ging dann auch endlich zu dem Vater des liebeglühenden Knaben und bat ihn unterthä- nigst, er möge doch seinen Sohn veranlassen, mehr Rücksicht aus die öffentliche Moral zu nehmen. Er, der Direktor, wäre sonst vor die unangenehme Pflicht gestellt, den Sohn des Herrn Regierungspräsidenten von der Schule zu verweisen. Und was that der Vater? Nahm er, wie es im Licde heißt, den Knüppel zur Hand, hielt er seinem hochgeborenen Sprößling eine nachdrückliche Rede über die Verwerflichkeit der freien Liebe? Fehlgeschossen! Er antwortete dem erstaunten Direktor nichts als:„Die Schendler sagen Sie? Wissen Sie, der Junge hat einen guten Geschmack!" Herr Arnold wurde gnädigst entlassen und— Alles blieb beim Alten. Wie hätte er es auch wagen dürfen, den Sohn des Regierungspräsidenten aus der Schule zu jagen! Man denke, Gumbinnen liegt in Preußen, dessen Verfassung im Artikel 4 besagt: Alle Preußen sind vor dem Gesetze gleich, Standesvorrechte finden nicht statt. Der Regierungspräsident aber— man sollte doch meinen, er sei ein verkappter Sozial- demokrat!— fuhr fort in seinem Amte und im Parlamente, denn er war auch Volksvertreter, für die Grundsätze der christlichen Moral zu wirken, entsprechend den Worten seines kaiserlichen Herrn:„Die Religion muß dem Volke erhalten werden." Und siehe da, seine Tugend wurde belohnt, denn er war ein naher Verwandter Bismarck's. Er wurde Kultusminister und kurze Zeit darauf Minister des Innern in Preußen. Wollen Sie auch den Namen dieses Mannes wissen, Herr von Puttkamer? Denken Sie nur, er trägt den Ihrigen. Es ist der preußische Staatsminister von Puttkamer, Ritter des rothen Adlerorden erster Klasse. Jetzt begreifen Sie wohl, welches Vergnügen es uns bereitete, diesen Mann gegen die Lehre von der freien Liebe donnern zu hören. „Er vernichtet die Ehe, er vernichtet die Familie!"— es muß reizend gewesen sein, als Sie das ausriefen, und mit den Worten schloffen:„Wir haben darauf zu achten, daß die Verbreitung derartiger unglaublicher Dinge, die in manchen Schichten der Bevölkerung Boden zu finden leider nur zu geeignet sind, unmöglich gemacht wird."(Stenographischer Bericht, Seite 767.)„Die Schendler, sagen Sie! Wissen Sie, der Junge hat Geschmack." Gesko'chen bewies auch fernerhin, daß er„Geschmack" habe, er machte den Grundsätzen seines Vaters alle Ehre. Mit 7000 Thalern, die er von einem Onkel geerbt und bezüglich deren Verwendung der Vater ihm freie Verfügung ließ, ging er als Student nach Straßburg und ließ, da er keinen Zuschuß brauchte, so lange nichts von sich hören, bis die Mutter, eine geborene vonBismarck, aus Angst, ihr Sohn könne sich krank— studirt haben, nach Straßburg reiste. Die fromme Dame, welche beim Kirchenbesuch stets demon- strativ zum Altar geht und dort niederkniet, fand ihren ge- liebten Sohn beim— Kinderwiegen. Sie kehrte zurück, Väterchen aber nahm wiederum den Knüppel nicht zur Hand. Als das Geld verjubelt war, tauchte Gesko in Jnster- bürg auf. Dort legte er eine große Herablassung an den Tag. Er stieg, wie Bismarcks„Bill", zum Volke hinab und trank sogar eines schönen Tages mit einem versoffenen Landfuhrmann Bruderschaft. Gleich hinterher reizte er in seiner gehobenen Stimmung den gleichfalls des— eeligten Dragonerlieutenant Teichmann solange gegen den Gerichts- Vollzieher Stahl auf, bis derselbe schließlich dem Stahl seinen Säbel in den Leib bohrte; und aus Freude über diese Helden- that, machten die Säbclhelden den geistreichen Witz, Teichmann's Schwert sei härter als Rolands Durendal, da es mehrere Zoll in Stahl gedrungen sei. Tcichmann wurde seinem Stande angemessen disziplinarisch„bestraft", alsdann versetzt und avaueirtc sehr schnell- man sagt ihm übrigens sonst nichts Schlechtes nach. Der Umgang mit Gesko scheint vielmehr so ver- edelnd gewirkt zu haben. Dieser blieb natürlich unbehelligt, trotzdem hielt er es bald für gerathen, der Stätte seines Ruhmes den Rücken zu kehren— vermuthlich aus angeborener Bescheidenheit— und ging nach Rußland. Gegenwärtig soll er seine Studien wieder aufgenommen haben und sich darauf vorbereiten, dereinst in Preußen Kultusminister zu werden oder dergleichen. Sein Vetter Bill— gleich diesem hat auch Gesko sich„ein Ränzleiu angcmäst't"— ist ihm ein leuchtendes Exempel. Nicht wahr, ein netter Junge, dieser Gesko von Puttkamer! Wie hätte er aber auch anders sein sollen angesichts der Grund- sätze, nach denen er erzogen wurde!„Der Junge hat einen guten Geschmack!" O gewiß, in manchen Schichten der Bevölkerung ist der Boden„nur zu geeignet" für derartige „unglaubliche" Dinge. Man frage nur die Schauspielerinnen, die Tänzerinnen, die Zirkusdamen, von wem sie die Diaman- ten, die seidenen Kleider:c. erhalten, aus welchen Schichten ihnen die un— glaublichsten Anträge gemacht werden. Die Antwort dürfte für manche Ordnungssäulen sehr bedenklich ausfallen. Nur laßt die Arbeiter ungeschoren, Ihr Herren! Es ist wahr, daß wenn sie ein Weib gefunden, dem sie zugethan, sie gern auf den Luxus priesterlicher Einsegnung verzichten, ja daß viele unter ihnen die Trauung beim Zivilpfasien, vulgo Standesbeamten, für überflüssig halten, da sie sicher sind, daß sich nach ihrem Tode keinerlei Erbschaftsstreitigkeiten u. dergl. erheben, sintemalen das Erbe nicht der Mühe lohnt— aber das hindert sie nicht, treue Gatten und Väter zu sein. Ihr aber seid es, es ist Eure herrliche Ausbeutergesellschaft, welche ihnen die Frau von der Seite reißt, sie zwingt, die Kinder zu vernachlässigen, und in die Fabrik zu gehen: Ihr zwingt den Proletarier, seine Kinder vom frühesten Alter zum Erwerb anzuhalten, Ihr seid es, welche dem Proletarier die Ehe, die Familie vernichtet,— Eure Wortführer sind ja heute daran, sie ihm in jeder Weise zu erschweren. Eure Ehe aber ist eine niederträchtige Lüge, ihr heirathet eine Frau vom Stande, um blaublütige Nachkomme« zu haben, und dann lauft Ihr zu Euren Maitressen. Wehe aber, wenn ein Sozialdemokrat kommt und die Konsequenzen aus diesem infamen unsittlichen, weil durch und durch unwahren, Zustande zieht, wenn er sich erkühnt, den konventionellen Mantel hinwegzuziehcn, mit dem Ihr Euer schmachvolles Treiben— nicht vor Euresgleichen, denn da kennt Ihr keine Scham— sondern vor dem„dummen Volke" nothdürftig verhüllt, wenn er diesem zeigt, seht so ist es heute, soll es so sein, darf es so sein? Wenn er so ver- worfen ist, Vorschläge zu machen, wie man aus dem Verhältniß vom Mann zur Frau, von den Eltern zu den Kindern, die Lüge, die Heuchelei entfernen, es zu einem edlen, innerlich wahren gestalten, statt der Zwangs- und formellen Ehe eine auf freier Liebe beruhende errichten könne.— Wehe ihm, er ist ein menschliches Scheusal, er vergiftet das Volk, er untergräbt die Grundlagen jeder Moral! Jeder Moral— wer lacht da?„Der Junge hat einen guten Geschmack!" Aus Grillenberger's Rede über die Handhabung des Sozialistengesetzes. Gehalten am 14. Dezember 188 2. (Schluß.) ——— Daß die Polizei durch das Ausnahmegesetz ganz mibe» grenzte Befugnisse übertragen bekommen hat, das wird von keiner«eile des Hause« abgeleugnet und es wird von dieser Seite(rechts) behauptet, hna tmthmpnhifl sei. nfcfi saae aber, a l ii et l i dl£ r n) c t f c ist so, daß die Polizei so unerhörte Befugnisse hat, denn gegenwärtig ist nicht blo« die Pollzeigemalt gegen die Sozialdemokraten allmächtig, sondern im ganzen bürgerlichen Leben machen sich allenthalben die Uebergrifse der Polizei geltend. Jeder gewöhnliche Polizeidiener fühlt ein Stück Belagerungszustand in der Faust, wenn er in die Wohnung de« Bürger« tritt, bei Haussuchungen u. s. w. E« kommt sehr häufig draußen im Reich« eine Dreistigkeit der untergeordneten Beamten zum Vorschein, welche dar- auf hinweist, daß die Polizei thatsächlich die herrschende Gewalt iu Deutschland geworden ist, und daß die« auf die allgemeinen bürgerlichen Verhältnisse einwirkt, ist, sage ich, sehr wohllhuend, ist ein wahre« Glück, weil dadurch die ganze öffentliche Meinung sich in einer Weise gegen dieses Gesetz allmälig auflehnen wird, daß Sie e« zurückziehen müssen, trotzdem e« eine so bequeme Waffe für Sie ist. ——— Ich komme nun auf die Verlesungen, welche der Herr Minister gestern für nothwendig erachtet hat. Er verlas da u. A. einen Artikel aus der„Freiheit" über die Ehe. Wir haben nicht erst noth- wendig zu erklären, daß uns die„Freiheit" nicht« angeht. Wir haben e« aber sehr bezeichnend gesunden, daß der Herr Minister erklärt hat, die Mostiauer seien ihm wesentlich lieber al« wir. Wir begreifen diese Liebhaberei des Herrn Minister« jür die Most'sche Richtung sehr wohl. In diesem Artikel über die Ehe nun sind Grundsätze entwickelt, die nicht die Grundsätze unserer Partei als solcher sind; es sind aber auch einzelne Sachen verlesen worden, wie z. B. über Kindererziehung jc., die durchaus verullnstig sind und von denen ich nicht begreise, was sie hier zu lhuu haben. Wenn Sie gegen den kommunistischen Grundsatz der allgemeinen Kindererziehung etwas einzuwenden haben oder sie al« etwas Schreckliche« betrachten, dann dürfen Sie auch nicht die Waisenknaben in besonderen Anstalten zu Unterosfizieren und Ihre eigenen hochadligen Sprößlinge nicht in Kadellenhäusern erziehen lassen, denn da« ist ganz dasselbe wie da« koinmunistische Prinzip der gemeinsamen Kmdererziehnng. Was nun überhaupt diese Aeußerungen über die Ehe betrifft, so, meine Herren, ist die Ehe ein in ihrer Form äußerst wechselndes Institut. Zu verschiedenen Zeiten und bei verschiedenen Völkern war sie verschieden. Ich erkläre, daß unsere Partei als solche nicht aus dem Standpunkte der sogenannten„freien Liebe" steht; da« ist eine philosophische Anschauung, über die mau streiten kann und über die auch sehr viel gestritten wird. Aber, meine Herren, Iva« hat das denn überhaupt mit dem„kleinen Belagerungszustände" zu thun? (Sehr wahr! link«.) Wenn einzelne Theoretiker innerhalb unserer Partei im Punkte der sreieu Liebe so weit oder beinahe so weil gehen, wie der verstorbene Kaiser von Rußland darin in der Praxis gegangen ist, (Unruhe, Zurufe) und wie manche seiner lebenden Kollegen mit ihrer Maitressenwirthschaft noch heule thun, dann spreche man doch nicht von der„freien Liebe" und der„Vernichtung der Ehe" durch die Sozialdemokraten, wo man selbst so bedeutende Ursache hätte, sehr ruhig zu sein. Ich erinnere Sie unter Anderem daran, wie diese freie Liebe bethätigt wurde von dem Sohne eine« sehr bekannten, großen, berühmte» Staatsmannes in ganz knrzver- flossener Zeit erst. (Unruhe.) S i e müssen ganz ruhig sein von diesem Thema. Sie haben gar keine Ursache, das hier zu kultiviren, denn die Ehe wird in keinem Stande mehr heilig gehalten als gerade unter dem deutschen Arbeiterfiande, und ich verweise SU darauf, daß Sie mit Ihrem Ausnahmezustande, mit den Ausweisungen, mit dem Belagerungszustände es sind, die die Ehe, die die Liebe in den Arbeiterfamilien untergraben u»d diesen Vorwurf müssen Sie sich mit Recht gesellen lassen. Dann ist serner gesagt worden, daß die Artikel, die geschrieben wor- den sind gegen die Monarchie vom republikanischen Staudpunkt aus, geradezu bestialisch seien, daß diese Aeußerungeu Gist seien u. s. w. u. s.w. ——— Meine Herren, ich muß denn doch sagen, wenn man sich nicht scheut, wenn e» der Herr Minister seinem Geschmacke angemessen findet, hier im Parlament von Bestialität, von Schundblättern u. s. w. zu sprechen, man sich auch gefallen lassen muß, wenn in einem Blatte, welches in einem sreieu Lande erscheint, wo kein Preßgesetz existirt, ab und zu Ausdrücke wie Hallunken u. s. w. vorkommen, (sehr richtig I links) das ist die nothwcndige Konsequenz; wie man in den Wald hineinschreit, so widerhallt e«. ——— Jeder zielbewußte Sozialdemokrat ist Republikaner, und das ist e«, was die Regierung so verblüfft und ärgert, daß wir ihre sozialen Beglücknngspläuc nicht von reaktionären Händen, sondern vom btmokrlitische» kaiilostaat haben wollen. Von liberaler Seite werden wir angegriffen, weil wir Sozialisten sind, von der Regierung uud den Kon- seroalioen werden wir verfolgt, weil wir Demokraten sind. Meine Her- ren, wir könne» deshalb gar nichts Bessere« thun, als konsequent auf unserem Standpunkt zu bleiben.und weder um die Angriffe von links noch rechts, noch um die Verfolgungen der Regierung uns irgendwie zu kümmern, sondern ruhig uud unentwegt aus unser große« Ziel loszu- gehen. ——— Es ist dann auch ein Artikel vorgelesen worden von Seite de« Herrn Minister« von Pullkamer, der von dem an der Jnva- lidensäule erschossenen Knaben handelt, und aus dem Herr v. Pultkamer eine ganz besondere Gotteslästerung und religiöse Schmähung nachweisen wollte. Mein« Herren, gerade das Gegentheil ist der Fall, in ausgezeichneter Weise ist in diesem Artikel dargethan, was die Herr- scheuden Kreise und sonstige gewisse Leute, die es nothwendig haben, Alles mit dem Deckmantel ihres lieben Herrgotts zuzudecken suchen, was für Schlechtigkeiten und Verbrechen in der heuligen Gesellschaft und von jeher verübt worden sind und wosür immer der liebe Herrgott verant- Feuilleton. Zur Erinnerung. (Schluß.) Humanität der preußischen Heersührung. Aus den Tagen der Beschießung von Rastalt, umerm 7. Juli, erzählt unser Tage- buchschreiber: „Die(preußische) Zwölfpfünderbaiteri« unter Hauptmann Isenburg hatte 75 Vollkugeln, worunter 4« glühende, verschossen, die kombinirte Haubitzbatterie 155 Granaten in die Sladt geworsen. Zum Zielpunkte halte» sich beide Batterien die Pfarrkirche genommen, da dort die Bevölkerung am dichtesten wohnt, und Schloß und Besestigungs werte zu schonen, voui General von der Gröben ausdrücklich besohlen war." Die Steine de» Schlosses und der Feftungswerke sind in den Augen dieser Herreu Junker natürlich mehr iverlh al« Menschen. Die humane Taktik halte auch zur Folge, daß Schloß und Festungswerke bei der Be- schießung gar nicht litten, dagegen eine erkleckliche Anzahl von Menschen, darunter Frauen und Kinder, ladt und zu Krüppeln geschossen wurden. Bei der Belagerung von Straß bürg bejolgten die Preußen be- kanntlich eine ganz ähnliche Taktik, die also traditionelle preußische Praxi« zu sein scheint: die Festungswerke wurden geschont, da« Feuer aus die dichtestbeivohnten Quartiere gerichtet. Rur iu einem Punkte wurde von der Rastatter Praxis abgewichen. Außer aus Menschen wurde auch aus den M ü n st e r gezielt, welcher den Zorn der braven preußischen Junker vermuthlich dadurch aus sich gezogen, daß er einmal von einem Bürger der verhaßten Stadt Frankfurt gefeiert worden war, nämlich von einem gewissen Goethe. Kunst und Humanität sind Dinge, die in einem preußischen Juukerschädel keineu Platz haben. Noch iu al« die Hunianität der preußischen Krieg- s ü h r u n g. Am 8. Juli machte die Rastatter Besatzung einen Aussall, der im Ganzen zur verlies. Eine Episode desselben erzählt der konser- valive Tagebuchschreiber wie folgt: „Die Schweizer(Theile der aus der Schweiz gekommeneu Flüchtlings- legion, welche sich durchweg in dem ganzen Feldzug heroisch verhalten hax, uölhigien de im ersten Ansall, gleich nach 5 Uhr Morgens, die Feld- wachen des(piiußischeu) 31. LandwehrregimenlS, ihnen da« Wäldchen wortlich ist, der wahrhaftig nicht« dafür kann, daß die Menschen so schlecht find und sich dabei seine« Namen« bedienen, (Abgeordneter v. Vollmar: sehr gut!) um chre Verbrechen zu bedecken. Da« ist nachgewiesen. ——— In dem Rechenschaftsberichte, welcher von dem Königreiche Sachsen uns vorliegt, ist unter Anderem gesagt, daß die g e- w ö h n l i ch en Maßregeln des Ausnahmegesetzes von den Sozialisten wenig beachtet worden seien, sondern daß erst die Ausweisungen, die aber nach den Versicherungen der Borlage mit bekannter sächsischer Gemüth- lichkeit ausgeführt sein sollen, als ein wirkliches U e b e l empfunden worden seien. Meine Herren, ich weiß nicht, wie ich diese Sprache be zeichnen soll. Man sagte gestern, man habe kein Vergnügen daran, thue da« nicht aus Chikane, e« sei den Herren„sehr zuwider", wollte Gott, man brauchte das nicht u. s. w., und hier sagt mit einem gewiffen B e- Hägen die Regierung, daß die Ausweisungen von den davon getroste- nen Personen als ein Uebel empfunden worden sind. Ja, meine Herren, allerdings sind sie al» ein Uebel empfunden worden, und das ist es ja eben, was die von Ihnen immer gepredigte Versöhnung der ver- schiedenen Gesellschaftsklassen geradezu unmöglich macht, welche Sie angeblich mit dem Sozialistengesetz erreichen wollen. Die Erbitterung, die Sie durch derartige Maßregeln hervorrufen, erreicht einen so hohen Grad, daß bei solchen Leuten, welche von derartigen Maßregeln getroffen worden find, eine Versöhnung gar nicht möglich sein wird. Tausende dergleichen Leute stehen zähneknirschend und möchten am allerliebsten den nächsten Tag eine gewaltsame Revolution haben, wenn es möglich wäre; aber daran find gerade diese Maßregeln schuld, von denen selbst zuge standen ist, daß sie als wirkliche Uebel empfunden werden sollten, das heißt auf Deutsch, daß man mit diesen Uebeln darauf ausgeht, die Be- treffenden in ihrer Existenz zu ruiniren, sie zu vernichten, an den Bettel- stab zu bringen, sie der vollständigen Vernichtung preiszugeben. Das ist eine ganz merkwürdige sächsische Gemüthlichkcit! Aber ich möchte Sie aus Eines verweisen: gestern sind es gerade die Herren von rechts hier gewesen, welche dem Herrn Minister ganz ge- waltig Beifall zugerufen haben, als er von der Nothwendigkeit der Auf- rechterhaltung aller dieser Maßregeln sprach. Ich erinnere Sie an etwa?, meine Herren, es hat Herr Vollmar gestern schon gesagt, man bleibt nicht immer Majorilälspartei, der Stiel kann sich umkehren, die Welt ist bekanntlich rund und dreht sich. Nehmen wir einmal an, es wäre nicht ein sozialdemokratischer Staat, sondern nur eine ausgeprägt radikal- liberale manchesterliche Regierung vorhanden, welche e« für gemeingefähr- liche Bestrebungen erachten würde, wenn die konservative Partei für das Tabakmonopol, für Schutzzölle und indirekte Steuern agitirt. (Zuruf.) Meine Herren, da« kann von richtigen Manchestermännern als gemein- gefährlich betrachtet werden. (Heiterkeit.) ——— Nun, meine Herren, nehmen wir also an, daß über Pommern, über Ostpreußen, Oberschlefieu, über Theile von Lauenburg u. s. w. der kleine Belagerungszustand gegen die gemeingefährlichen Be strebungen der Herren Konservativen verhängt würde— ich will mich bei der Gelegenheit einmal der zarten aristokratischen Ausdrucksweise Ihres Parteigenoffen(nach recht«) von Bethusy-Huc bedienen— nehmen Sie an,„der Strom der Zeit würde Sie dann bei der Stirnlocke er- soffen" und Sie von Ihren„beimathlichen Ochsen" und wa« Ihnen sonst noch lieb und werth ist, hinwegtreiben, Sie heimaths- und eigen- thumslos machen, wie würde Ihnen das gefallen, wenn Sic verjagt, vertrieben würden, wenn Sie von Ihrer Familie, von Ihren Kindern hinweggerissen würden— das könnte auch einmal eintreten, und ich wollte es Ihnen von Herzen gönnen, daß Sie dann da« Alles durchkosten müßten, was Sie jetzt mit so großem Behagen als ein solches Uebel hinstellen, welches die Sozialdemokraten nothwendig ertragen müßten. (Sehr gut! links.) __— Es ist ferner gesagt, daß durch diese scheu vor der Staatsgewalt, die eingetreten sei, durch das Gefühl der Furcht vor der Ausweisung die Verhältnisse wesentlich gebessert worden seien und neue Kräfte unsererseits wenigstens nicht geworben werden konuren. Meine Herren, das gerade Gegentheil davon ist wahr. Scheu hat vor dem Aus- nahmegesetz unter den Sozialdemokraten Niemand. Das einzige Gefühl, was e« erzeugt, das ist der Haß, von einer Versöhnung der Gegensätze und von einer Hochhaltung der Autorität kann daher durch Anwendung eine« derartigen Paragraphen nicht die Rede sein. Meine Herren, gerade weil nicht das Recht spricht in dieser Angelegenheit, sonderu weil die Ausweisungen und alle diese exorbitanlen Maßregeln der p o l i> zeilichen Willkür überlassen sind, gerade dadurch, gerade deswegen wird die Autorität der übrigen Gesetz«, auch da« allgemeine Rechlsbe- wußtsein untergraben, iinlergrabcn nicht von uns, sondern v o n I h n e n, die Sie dos Ausnahmegesetz gemacht haben und die heute noch solche Gründe al« genügend erachten, um den kleinen Bela- gerungszustand zu verhängen. (Sehr richtig.) _—— Ich kann blo« so viel sagen, Sie haben mit dem Aus- nahmegesetz, welches nicht» weiter ist als ein Erzeugniß der Furcht,— das nicht« weiter ist al« die in Paragraphen form» lirte Feigheit der herrschenden Klassen— Sie haben mit diesem Gesetz geradezu Haß genug erzeugt, Sie haben Verhetzung genug damit getrieben, haben die Versöhnung verschiedener Bevölkerungs- klaffen lange genug damit verhindert. Meine Herren, ich möchte im Interesse der Kultur und einer vernüns- tigen allgemeinen Entwickelung wünschen, daß Sie— und ich will hier einen Ausdruck de« Fürsten Bismarck gebrauchen, der nirgend« besser am Eichblon zu überlaffen; die Freiburger Bolkswehx dagegen rückte nicht vor und nöthigte dadurch die aus dem Bahndämme den Füsilieren vom 2». Regiment ausgesetzte Artillerie,-ine Stellung weiter rückwärts zu suchen. Mittlerweile war auch das Bataillon de« 3.(badischcn) Regi- ments, durch da« Zurückgehen der Geschütze getäuscht, in den vermeint- lichen Rückzug fortgerissen worden. Die« nöthigte die Schweizer um so mehr, das Wäldchen aufzugeben,-l» gerade die Verstärkungen von Raueo- thal herausdrangen, die Zündnadler des 20. Regiments die linke Flanke ihre» Rückzug« bedrohten, die Freiburger Volkswehr auf Freund und Feind unablässig feuerte und nachmals steif und fest behauptete, die Preußen seien in blaue Blouscn verkleidet gewesen. Von den Schweizern blieben hier viele im Kamps«; andere, welche umzingelt waren, wurden von de» erbitterten Landwehrmän- neru niedergemacht. Nur zwei Mann wurden lebend gefangen genommen: Skribent Bauer, der sich für einen zum Aussall gezwungenen Osfizier der Rastatter Bürgerwehr ausgab, und ein Handiverksbursche aus der Stadt, der sich gleichfalls den Schweizern angeschlossen hatte. Bei diesem wurde Ergebung uicht angenommen, von einem Schusse getroffen, s a n k e r z u s a m m e n, x a s s t e sich wieder auf, schrie Pardon, erhielt andere Schüsse, siel wieder zusammen, krabbelte weiter, wurde wieder geschossen, bis er endlich regungslos liegen blieb. Als die Todten nach beendigtem Gefechte beerdigt wurden, fand man ihn athmend, mit 7 Schußwunden bedeckt. Dieser junge Mensch ist gleichwohl im Hospital vollständig genesen." Hier einige Bemerkungen. Die preußische Landwehr hat sich während de« badischen Feldzug« im Ganzen von Grausamkeilen sernegehalten. Es war aber strikte Ordre er- theilr, keinen Pardon zu geben Der Besehl der Offiziere, da« Beispiel der Linie und die lügenhaften Berichte über die„Rebellen", namentlich die„Schweizer", denen die haarsträubendsten Dinge nachgesagt wurden, enisesselten allmälig auch in der Landwehr„die Bestie". Wie der Regel nach gegen gesangene Freischärler und„Rebellen" ver- fahren ward, zeigt folgende Notiz in den„Nachträglichen Ausschlüssen über die badische Revolution von 1849"(Zürich, BerlagSmagazin 1876): „Nach dem Rückzüge der Anneke'schen Avantgarde wurde in U l st a d t ein Zug Bolkswehrmänner(Schützen aus Thiergarten, Oberkirch und anderen Orten de« Renchlhale«) abgeschnitten, und flüchtete sich derselbe mit Niederlegung der Waffen iu die Kirche, in welcher nach dem offi- zielleu preußische», im Mililärwochenblatt von Berlin veröffentlichten Platze ist al« hier— daß Sie in Zukunft die verbrecherische Thorheit des Z 28 niemals zu bereue» haben mögen.*) (Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Sozialpolittsche Rundschau. Zürich, 3. Januar 1883. — Ueber den Zweck des letzten Bismarck'schen Krieg inSicht-Skandals, schreibt uns Einer, der schon manchen Blick hinter die Eoulisseu gethan, hat man sich vielfach den Kopf zer- krochen und auf die tiefsten politischen Motive gerathen. Nun ist es zwar richtig, daß stets, wenn eine Mehrforderung für'« Militär in Sicht ist, sofort auch ein Krieg in Sicht kommt. Diesmal trifft das aber uicht zu, weil die Alarmnachrichten schon 3 Wochen vor Zusammentritt des Reichs- tage» dementirt wurden, also aus den Reichstag keinen Einfluß haben konnten. Auch die Vermuthung, es habe sich um einen Wink mit dem Zaunpfahl nach Pari» oder Petersburg gehandelt, kann vor der Kritik nicht bestehen, da die Politiker an der Seine und Newa über den Schwindel geradeso unterrichtet waren wie die Politiker an der Spree. Kur;, der Zweck war gar kein politischer, sondern ein finanzieller. Gewisse Leute fühlten da« Bedürfniß, ihre Börsen vermittelst des„Gift- baumes" auf der Börse zu füllen und einen richtigen Räuberkoup a la Bonaparte zu machen. Vor dem Jahresschluß ist die Börse besonders „empfindlich", und so gelang es denn, die Kurse der Werthpapiere durch da« systematische, aus der ganzen Replilienlinie irnonirte Krieg in Sicht- Gebrüll bedeutend herabzudrücken. Die auf diese Weise künstlich ver- billigten Papiere wurden«n rnasso von den„Eingeweihten" gekauft (wozu bekanntlich kein Geld gehört— da es blos Scheinkäufe sind); dann ward plötzlich geschwenkt, die Alarmnachrichten wurden al» unbegründet hingestellt, dadurch die Kurse wieder in die Höhe getrieben und die billig gelausten Papiere zu dem erhöhten Preise verkauft. Die Differenz wanderte in die Taschen der„Eingeweihten". Wer die Börsenkurse vor, während und nach dem letzten Krieg in Sicht- Skandal studirt, kann sich leicht ausrechnen, daß die Urheber des sinnreichen Manövers Millionen in ihre Taschen eskamotirt haben.„I! kaut oorrixei- la fortune", sagt Riccaut de la Marliniöre. In unserer Zeit, wo die ganze offizielle Politik auf Gründerei und Spekulation hinausläuft, kann man sich über solche Manöver nicht wundern. Sie gehören zum System. —„Das Vieh ist zu regieren, diese Leute nicht!" Vor Weihnachten verlangte einer der auf Grund de« BelageruugSzustan- des au» Leipzig und Umgegend Ausgewiesenen die Erlaubniß, zur Ord- nuug dringender Familie»- und GeschäftSangelegenheiten auf zwei Tage nach Haus zu kommen. Die Zeit erwies sich als vollkommen ungenügend, und die Frau wandte sich persönlich an den ob seiner Humanität hoch- gerühmten Graf zu Münster, Kreishauptmann von Leipzig, die entscheidende Instanz in diesem Falle. Der Herr Graf empfing die Frau in einer seine„Huinanität" in's schönste Licht stellenden Weise. Er fuhr sie barsch an und sagte u. A.:„Ihr Mann und die Sozialdemokraten überhaupt haben keine Religion, und wer keine Religion hat, steht unter dem Vieh. Das Vieh ist zu regieren, diese Leute nicht." Das Gesuch wurde abgeschlagen. Das Wort de« Herrn Grasen soll aber nicht vergessen werden. Es gibt monströse Worte, die eine, da» menschliche Maß von Duldung überragende GefühlSrohheit bekunden und ihren Urheber gewissermaßen außerhalb der Menschheit stellen. Nament- lich in Zeilen staatlicher und gesellschaftlicher Auflösung, wo die Herr- scheuden Klaffen durch verdoppelte Härle und Gewaltthätiglelt das Be- wußtsein de« nahenden Untergang« zu ersticken suchen, find solche Worte häufig und werden sehr oft ihren Urhebern, stet« deren Genoffen und Sache verderblich. Wer erinnert sich nicht des beruchti�teu:„Wenn da» Volk Hunger hat, dann mag e« Heu fressen",, da» dem eleudeu Foulon am 22. Juli 1789 da» Leben kostete und gar manchem der frechen Junker von damals, sowie der gesammten Monarchie verderblich wurde? Da« Wort de« Grasen Münster ist um kein Haar breit weniger bestialisch als das de« französischen Generalpächters und VolkaaSsauger«. Ja eher noch bestialischer.„Das Volk soll Heu fressen!" Das Volk ist Vieh— die bekannte„Kanaille"— sagte der französische Junker. Und der deutsche Junker sagt— fast 109 Jahre später—: das denkende Volk, d. i. die Sozialdemokratie, ist schlimmer als das Vieh. Hatten wir Unrecht, zu sagen, der französische Junker sei von seinem deutschen Nachfolger an Bestialität noch überlroffeu worden? Freilich auch an — Dummheit, denn zu sagen: wer keine Religio» hat, steht unter dem Vieh, heißt doch, genau detrachtet, die Religion ist Sache de« Viehes, wer Religion hat, gehört zum Vieh— und das hat der stramme Herr Gras zu Münster sicherlich nicht sagen wollen. Eine so bedenkliche Wahrheit auszusprechen, war für den Grafen Münster eine kolossale Dummheit. Auch m den übrigen Sätzen hat der Graf eine sehr bedenkliche Wahr- heil ausgesprocheu:„Das Vieh läßt sich regieren, diese Leute— die So- zialdemokraten— nicht." *) Verschiedenen Fragestellern zur Antwort, daß die von uns ver- öffentlichten Auszüge aus den Reichstagsreden unserer Genossen stets dem amtlichen stenographischen Bericht entnommen sind. Feldzugsbericht,„der Lieutenant nicht verhindern konnte, daß die 24 Gefangenen auf der Stelle niederge- schössen w u r d e u." In Philippsburg wurde der Ziviltommissär Schänzle an einen Pserdeschweis gebunden und zu Tode geschleift u. s. w." Da wir gerade dabei sind, sei noch erzählt, dag in D u r l a ch etwa 20 Freischärler, welche ihren Marsch verspätet hatten, von den Preußen überrascht, sich auf den Thurm flüchteten, oben niedergemetzelt und die blutenden Leichname hinuntergeworfen wurden— welchem Schauspiel der Prinz von Preußen — jetzige Heldengrei»— mit zusah! Charakteristisch— um auf unseren Bericht zurückzukommen— ist die Behandlung des Handwerkers und des für einen Offizier ange- scheuen Skribenten Bauer. Die preußischen Soldaten begriffen instinlt- mäßig, daß die gefährlichen Revolutionäre hauptsächlich unter den Ar- heitern zu finden waren und daß e« mit der revolutionären Gestnnung der Uebrigcn im Allgemeinen nicht so ernst war. Die Bürgerwehr, die bei dem Aussall des 8. Juli eine traurig- Rolle spielte, hat sich bei verschiedenen G-legeuheilen, besonders bei Waghäusel, und theilweise auch den 29. Juni bei Rastatt an der Murglinie, gut ge- schlage»— da« Vertrauen in die Führung war allmälig erschüttert worden, und da man e» versäumt hatte, die Bolkswehr militärisch aus- zubilden, waren Vorkommnisse, wie da« hier geschilderte, unausbleiblich. Welcher Geist die zumeist der Arbeiterklasse angehörigen Freischärler damals beseelte, erhellt aus nachstehender Erzählung unsere« Tagebuch- schreibe!«: „Heute(am 14. Juli) bewegte sich wieder ein Leichenzug unter meinen Fenstern vorüber. Man begrub einen Hannover'schen Freischärler, der vor 8 Tagen von einer Kugel in den Kops getroffen wurde. Er hatte sich nach seiner Verwundung nur flüchtigen Verband anlegen lassen. „Aus dem Walle sei er nöthigcr al» im Krankenzim- m e r; die Kugel sei hinter dem Ohr wieder hmausgesahreu; durch einen so unbedeutenden Streifschuß lasse er sich nicht von seiner Pflicht abhalten." Gestern früh aber kam er zum Spital zurück.„Der Schmerz sei unausstehlich, dabei friere e« ihn unau- genehm." Nach einigen Stunden wüster Fieberphantafien lag er in der Bahre. Die Leichenöffanng zeigte, daß der Streifschuß ein ziemlich große» Stück Hirnschale zerschmetleri und Splitter in die Hirnmasse gejagt hatte, welche dadurch in Eiterung überging und den Tod herbeiführte, welchem die Willensstärke solange ausrecht in's Angesicht sah." Bravo, Herr Graf! Ein wahreres Wort haben Sie nie ausgesprochen! Das Vieh läßt sich von Ihresgleichen regieren, denkende Menschen, d. i. Sozialdemokraten, nicht. Eben weil sie denkende Menschen und nicht Vieh find! Aber haben Sie auch gemerkt, Herr Graf, daß Sie mit diesem Wort sich selber und Ihr ganze» System enthüllt und an den Pranger gestellt haben? Haben Sie gemerkt, daß Sie das Geheimniß Ihrer Regierung«- kunst verratheu haben?„Vieh läßt sich regieren, diese Leute nicht." Das heißt doch nichts Andere» al»: Wir wollen um jeden Preis re- gieren. Ueber denkende Menschen können wir nicht regieren. Ergo müssen wir die Menschen zum Vieh degradiren und alle Diejenigen, die sich dem widersetzen, verfolgen, unterdrücken, womöglich ausrotten!" Haben Sie das begriffen, Herr Graf? Sie haben es nicht— sonst hätten Sie da» Wort nicht ausgesprochen. Für Ihre unfreiwillige Aufrichtigkeit danken wir Ihnen von Herzen. Da» Wort ist uns unschätzbar. Rie ist da« herrschende System, da« System der Klassenherrschaft schärfer charakterifirt, grausamer gebrand- markt worden, als durch das verrätherische Wort des sächsischen Kreis- Hauptmanns, und es soll niemals von uns vergessen werden, nicht ver- gessen werden bis zum Tage des jüngsten Gericht», diese»: „Das Vieh läßt sich regieren,— diese Leute nicht." — Preußische Rache. Daß das Verbot des Nürnberger Notiz- kalenders vom Berliner Spitzelminister Madai ausgegangen ist, ist bekannt. Den Vorwand mußten die in dem Geschichtskalen der ausgesührten Atten- täte abgeben. Putlkamer'S rechte Hand hat sich da al» gelehrigen Schüler de« schuftigen napoleonischen Polizeiminister» Fouchö gezeigt, dem Urheber de» berüchtigten Diktum»:„Gebt mir nur drei Zeilen Geschrie- beues von Jemandem und ich bringe ihn an den Galgen", zu dessen Be solgung durchaus keiu Scharfsinn, sondern nur die nöthige Dosis Nieder- tracht gehört. Diese liegt auch hier vor, denn die telegraphische An- Weisung nach Nürnberg, den Kalender zu verbieten, erfolgte noch in der- selben Stunde, in der Grillenberger seine markige Rede gegen die Ber« liner Polizei beendet hatte. Puttkamer war in die Enge gejagt, er konnte sich und seine Polizeisubjekte nicht mehr herausrede», was also nun thun? Aus diese Frage ist eine preußische Polizeiseele gewiß nie verlegen Gemein und schmutzig der Wanzerich, Wie Wanzen pflegen rächte er sich. Kann ich deui Kerl nicht offen zu Leib, so will ich ihm hinterrücks Eins versetzen— hat er uns politisch blosgestellt, so werden wir ihn g e s ch ä s t l i ch schädigen, und flugs heckte man das Verbot des Notiz- kalenders aus. Den Menschen erkennt man an der Art, wie er sich rächt. Gibt es eine niedrigere Art, sich zu rächen al» die obige? Wir haben Lust auf die Antwort einen Preis auszusetzen. — Prolest gegen die Einführung der Arbeits- b ü ch e r, da« ist die Tagesordnung mehrerer in der vergangenen Woche in Berlin abgehaltenen Versammlungen. Hier und da haben die Hirsch Dunker'schen Gewerkvereinler die Sache in die Hand genommen, was sich denn auch in den Resolutionen abspiegelt. Sehr gut ist dagegen «ine in Stuttgart an Stelle der Hirsch-Dunker'schen angenommenen Reso- lution.„Liebesbriese werden lang, Absagebriefe kurz geschrieben", rief Genosse Kays er in der betreffenden Versammlung den Harmonie� duSlern sehr treffend zu. Diese Resolution, welche wir nur empfehlen können, lautet: „An den hohen deutschen Reichstag! Die unterzeichneten Arbeitnehmer von Stuttgart und Unigegend ersuchen, den von dein Abgeordnelen Ackermann und Genoffen zur Gewerbeordnung gestellten Antrag auf Einsührung obligatorischer Arbeitsbücher abzulehnen und zwar au« folgenden Gründen: 1) Durch Einführung der Arbeitsbücher wird die ohuchin große Abhängigkeit des Arbeiter« von seinem Arbeitgeber noch erhöht und aus dem ArbeitsverhSltnih ein Dienfiverhältniß, aus dem Arbeiter ein Knecht gemacht. 2) Die Einsührung der Arbeitsbücher gibt den Behörden, besonder« der Polizei, Handhabe zur B e v o r m u n d u n g des Arbeiterstandes. 3) Durch die Einführung der Arbeitsbücher würde ein neue« Aus- nahmegesetz gegen den Arbeiterstand geschaffen und der Arbeiter zum Menschen zweiter Klasse herabgesetzt. Aus diesen Gründen ersuchen die unterzeichneten Petenten um Ab- lehuung de« erwähnten Antrage»." Die Unterschristensammlung unter die Proteste nimmt namentlich in Berlin großen Umfang an. Arbeiter Deutschlands! Gehet hin und thuet desgleichen! — Ein Merk für Leisetreter. Ueber die Niederlage der BolkSparteiler bei den Schwäbischen Landlagswahlen wird der„Kölnischen Zeitung" geschrieben: „Sonst haben die Demokraten gerade dadurch sich viel geschadet, daß sie draußen bei den Bauern von ihren gewaltigen radikalen Forderungen gar viel abließen, so daß diese auf den schlauen Einfall kamen, dann lieber«inen wirklichen Konservativen zu wählen". Wenn wir der„Kölnischen" noch nie geglaubt haben, diesmal hat sie Recht. Diese niederträchtige RechnungSträgerei vor den Wählern, da« Abschwächen der eigenen Forderungen muß das Volk schließlich denen, welche am Ruder sind, in die Hände führen. Und so haben die Herren Dieser Hannover'sche Freischärler ist auch einer jener„namenlosen Helden",� die sich im Pantheon der Völker einen Platz erkämpft haben. Da« ist aber die„historische Gerechtigkeit". Die Namen der falschen Götzen werden in goldenen Reklamelettern unserem Gedächtniß eingeprägt — die Märtyrer der Freiheit sind meist unbekannt. Freilich nicht zum Verwundern— wird doch die Geschichte vorläufig noch von den Unter- drückern des Volke« geschrieben! Von welchem Stoff die badischen Soldaten, insbesondere die Artilleristen, waren, erhellt au« einem kleinen Vorgang, den der konservative Tagebuchschreiber also erzählt: „Eines für diese Zeit immerhin schönen Zuge« habe ich zu erwähnen. Eine Anzahl Kanoniere hatten sich uns angeboten, die während der Be- fchießung gefährdete Bibliothek des Lyceum» in den Kasematten zu sichern, und forderten durch Maueranschlag ihre Kameraden hiezu auf. Als wir hierfür dankten, weil denn doch die Gefahr der Verschleppung zuletzt so groß war, als die der etwaigen Beschädigung, stellten sie eine Wache im Lyceum auf, die Wafferkübel zu vertheilen und bei etwaigem Borkomm- uisse zu löschen. Das hätten wir denn doch nicht vermuthet." Die preußische Armee, unter dem Kommando de» Prinzen von Preußen, hatte sreilich andere Grundsätze. Hören wir unseren Tagebuchschreiber: „Der schöne Bahnhof steht in Flammen(in der Nacht des 21. Juni — a l s d i e U e b e r g a b e v e r h a n d l u n g e n so gut wie beendigt waren). Ungeheure Entrüstung ergreift die Gemülher. Bald glaubt mau, die Kanoniere, bald die Polaken und Schweizer, bald räch- süchtige Bürger hätten die That verübt, um da» Friedenswerk zu stören. Erst später erfuhr ich von den P r e u ß e u, daß sie selbst— Lieute- nant H e n n i g vom 31. Landwehrregiment wird angegeben— den Bahnhof angesteckt hätten, um den Belagerlen eioen Schlupf- Winkel zu benehmen, von welchem au» da« Belagerungswerk gestört wer- den konnte. Jedensall» ist der u n n ö t h i g e materielle Verlust zu be- dauern. Des solgendeu Abends wurde da« Zerstörungswerk fortgesetzt und beendigt. Da« Schießen von den Wällen galt indeß auch dem Ge- folge des Prinzenvon Preußen, defleu Rekognoszirungs- ritt bemerkt worden war." Er, W i lh c lm d er M i l d e, war bei der schönen That also zugegen. Gelegentlich werden die„Erinnerungen" fortgesetzt. BolkSparteiler für ihre Selbstkastrirung zum erlittenen Schaden auch noch den wohlverdienten Spott. — Bravo! Unsere Dresdener Genossen haben in der Neujahrsnacht ein Flugblatt, welches die Briefe von Paul und Weller an Schmidt mit kräftigem Kommentar enthält, in 40,000 Exemplaren verbreitet. Bon den 400—500 Verbreitern wurden nur zwei abgefaßt. Die Dresdner Presse mit Ausnahme eines unbedeutenden Blättchens hatte die ganze Affäre todtgeschwiegen. Jetzt haben unsere Genossen da- für gesorgt, daß die Dresdener Bevölkerung erfahre, wie zwei Kriminal- beamte mit einem steckbrieflich verfolgten Verbrecher in intimen Brief- Wechsel stehen, anstatt für seine Verhaftung zu sorgen, und wie diese Beamten, trotzdem dieser Briefwechsel zur Kenntniß der Oberbehörden gelangt ist, ruhig im Amte verbleiben dürfen— als Säulen der Ord- nung. Das Flugblatt wird seine Wirkung nicht verfehlen. — Glückliches O f se n b a ch! Der„Boigtländische Anzeiger" in Plauen druckt mit innigem Behagen folgende dem feudaljunkerlichen „Deutschen Tageblatt" zugehende Korrespondenz„aus Sachsen" ab:„Stadt- rath Brink in Plauen ist zum Oberbürgermeister von Offenbach in Hessen-Darmstadt gewählt worden. Herr Brink gehört einer entschieden nationalen Richtung an. Offenbach ist bekanntlich Liebknechts Wahlkreis. Der energischen Persönlichkeit Herrn Brinks traut man die Fähigkeit zu, aus seine Umgebung in weiteren Kreisen einen günstigen Einfluß(?) zu gewinnen. Der neue Oberbürgermeister von Offenbach zeichnet sich neben- bei auch durch Körperkrafl und seltene Gewandtheit aus. Sie hat ihm vor einigen Jahren das Leben gerettet; denn als ein au« dem serbisch-türkischen Kriege zurückgekehrter Abenteurer einen Mord- versuch gegen ihn in seinem Zimmer unternahm, überwältigte und band ihn Herr Brink ohne fremde Hülfe". Zu der besonders rühmlichen„körperlichen Gewandtheit u n d S t ä r k e" de« Hrn. Oberbürgermeisters insps, schreibt man uns au« Plauen, kömmt auch noch seine gewaltige Stimme. Wenn er es also in Offen 6 ach ebenso treibt wie in Plauen, wo er des Nacht« in angetrunkenem Zustande und vom Wein„begeistert" zurückkommt in seine Wohnung und seine Löwenstimme weithin durch« Fenster in die Nacht hinaus erdröhnen läßt, dann kann Offenbach sicher sein, daß da» Kapitel vom„nächtlichen Unfug und Ruhestören" baldigst außer Kraft gesetzt wird, der ehrsame Offenbacher Spießbürger aber dafür Gelegenheit erhält, zu beobachten, wie man einen Sozialdemokraten aus seinem Wahlkreise hinausbrüllt— beim Wein i — Herr Putkamer hat, wie au« unserem Leitartikel ersichtlich, den Adlerorden erster Klasse erhalten. Man weiß nicht, ob nur für seine geistreiche Belagcrungszustandsrede oder ob auch für die Beförderung de« Zuchthäuslers(von Rechtswegen) Bennigsen- Förder zum Zucht- hausdireklor. Verdient hat er den„Rothen" durch die eine Heldenthat, ebensogut wie durch die andere. Herr v. Nostiz-Wallwitz soll vor Neid die Gelbsucht bekommen haben. Hoffentlich werden sich die Berliner Orbensverleiher des„kleinen Puttkamer" erbarmen und an ihm eine Wundcrkur bewirken, indem sie ihn ähnlich verzieren wie den„großen", d. h. langen Puttkamer. — Sächsische Gemüthlichkeit. Liebknecht, der am 17. Dezember nach zweimonatlicher Haft aus dem Gesäagniß entlassen wurde, bekam nicht einmal die Erlaubniß, seine Familie zu besuchen— er wurde sofort aus dem Gesängniß nach dem Bahnhof geleitet. A l b r e ch t, aus Neuschönefeld bei Leipzig, jetzt in Dresden, verdient in seinem Geschäft — er ist Maurer— nur 8—9 Mark wöchentlich(weil die Polizei ihn aus allen guten Stellen vertrieben hat) und kann also seine noch in Neuschönefeld befindliche Familie nicht zu sich nehmen. Die Gemeinde- bchörden haben ihm nun gedroht, fall« er seine Familie nicht zu fich nehme, werde man ihn in'« Arbeitshaus stecken! Das Arbeithaus ist be- kanntlich schlimmer al« das Zuchthaus, was am besten durch die noto- rische Thatsache bewiesen wird, daß von Insassen der Arbeitshäuser zahl- reiche Verbrechen(Brandstiftung u. s. w.) verübt zu werden pflegen, in der ausgesprochenen Absicht, durch Verurtheilung zu Zuchthaus die Be- sreiung vom Arbeitshaus zu erwirken. Und einen braven Mann, der fich den Haß der Gewalthaber zugezogen hat, weil er auf die Beseitigung ihrer Mißwirthschast hinwirkt, will man, unter dem Vorwand, er ver- nachlässige seine Familie, in's Arbeitshaus stecken, nachdem man ihn materiell zu Grunde gerichtet und der Mittel, für seine Familie zu sorgen, beraubt hat. — Vom soziali st ischen Kampfplatze. In Nürnberg sind bei den Arbeiterwahlen zum geiverblichen Schiedsgericht die Kandidaten unserer Partei nahezu einstimmig gewählt. In Gab lenz bei Chemnitz errangen bei den Stadtverordnetenwahlen au« der Klasse der Unan- säffigen die Kandidaten unserer Partei einen glänzenden Sieg. — Zur Börsensteuer. DieHandelskammer in Pitt»- bürg hat ein Gutachten abgegeben„es sei unmöglich zu sagen, wo der rechtmäßige Handel aushöre, und wo die Spekulation beginne".— Da» haben, fügt die„New Dorker BolkSzeitung" hinzu, auch wir immer ge- sagt. Unter dem kapitalistischen System ist die« unmöglich. Da« Börsen- spiel zu verbieten, so lange der gesetzmäßige Handel ein gesetzlicher Raub ist, bleibt Unsinn. Man muß allen gesetzlichen Raub abschaffen. — Oesterreich. Nachdem die Ermordung Wilhelm Oberdank»— denn man mag Uber die irredentistische Bewegung und da« Triester Komplott sonst denken wie man will, die Hinrichtung Oberdank«, der nur ein Attentat vorbereitet, nicht aber ausgeführt hatte, ist nichts anderes al« eine offizielle Ermordung— nachdem diese also im italienischen Volke einen Sturm gerechter Entrüstung hervorgerufen, hat die österreichische Regierung da«„Glück" gehabt, von dem zweiten „Attentäter" ohne ihr direktes Zuthun erlöst zu werden. L. C o n l e u t o ist im Untersuchung« Gesängniß an der Auszehrung gestorben— worden. Wer diese» Wort zu hart findet, der lese nur, wie e« im zi v ilisirtenWien, dem der a n st ä n d i g en Gesellschaft angehörigen liberalen Schriftsteller Gilles erging, der von Deutschland aus wegen Bismarckbeleidigung verfolgt wurde. „Gilles wurde bei seiner Verhaftung", so schreibt man der„Frankfurter Zeitung",„alsbald einer Leibesdurchsuchung unterworfen, die damit endete, daß man ihn seines Geldes, seiner Brieftasche, seines Messers-c. ent- ledigte. Nachdem er so„gesangenmäßig" zugestutzt war, wurde er m ein finsteres Loch geworfen, wo er in Gesellschaft von einem Vagabunden und einem B-lteljungen bis zum andern Morgen zubringen mußte. Sodann wurde er im Schubwagen nach dem Landesgericht gebracht, wo er die erste Zeit, bis seine Angelegenheit an den Untersuchungsrichter gelangte, abermal« in unheimlicher Gesellschaft zubringen mußte. Auf die Bitte, sich selbst beköstigen zu dürfen, wurde, da die Polizei da» be- schlagnahmte Geld nicht mitgeschickt hatte, nicht eingegangen. Gilles mußte in Reih und Glied mit allen möglichen Verbrechern zweimal am Tage, halb 7 und halb 12 Uhr, mit dem Blechgeschirr in der Hand, die Gesangenkost fassen. Seine Lage wurde nicht unbedeutend besser, als er vor den UntersuchnugSrichter gelangte und dieser erkannte, daß man es mit einem anständigen Menschen zu thun habe. Gille« wurde in eine bessere Zelle, die er mit drei gebildeten Arrestanten theilt, geführt. Er erhielt ferner die Erlaubniß, sich selbst beköstigen zu dürfen, wa» ihm dadurch, daß die Polizei sich auf Requisition de« Landesgerichtes zur Herausgabe des konfiszirten Geldes entschloß, auch möglich war. Des- gleichen ward ihm gestattet, fortan bis 9 Uhr auszubleiben und sich Tags über mit Schreiben und Zeichnen zu beschäftigen; doch wurden ihm die letztgenannten Vergünstigungen erst zu Theil, nachdem er sich bereit« sechs Tage in Haft befunden hatte. Auch ist die Gefängnißordnung, der er unterworfen ist, eine sehr strenge; so ist es ihm beispielsweise nicht erlaubt, fich beim Essen eine» Messer« und einer Gabel zu bedienen; er muß Alle«, auch den Braten, mit einem Löffel verzehren". So wird in Wien gegen einen„anständigen" Menschen verfahren, man kann sich daraus ein Bild machen, wie in T r i e st mit dem armen Proletarier, der den ominösen Namen Content o(zufrieden) führte, verfahren sein wird. — Dänemark. Aus Kopenhagen, den 30. Dezember, schreibt man uns: Wa« die Bewegung hier betrifft, erfreuen wir uns eines steten Wachsthums. Da ist zunächst unser Organ, der„Sozialdemokraten". Kurz vor dem 1. Dezember machten wir gehörige Anstrengungen, um Abonnenten zu gewinnen; dieses glückte so gut, daß das Blatt vom 1. Dezember ab in bedeutend vergrößertem Formate erscheinen konnte.*) Letzten Herbst hätten wir beinahe eine Bresche in das dänische Lands- thing(Oberhaus) geschossen, wenn die Gegner nicht geradezu durch Be- trügerei uns um den Sieg beschwindelt hätten und nicht durch Land»- thingsbeschluß Sanktion für ihre Wahlschwindeleien erhallen hätten. Die Sache ist kurz die folgende: Kopenhagen wählt in seinen 9 Kreisen 7 Landsthingsmitglieder; be- rechtigt, seine Stimme abzugeben, ist ein jeder Wähler zum Folkething, d. h. ein jeder unbescholtene dreißigjährige Manu, gleichviel ob er Steuern zahlt oder nicht. Die Wahlhandlung dauert von Vormittags 10 Uhr bis Nachmittags 1 Uhr und muß nach dieser Zeit sortgesetzt werden, solange noch Wähler anwesend sind, die ihre Stimme abgeben wollen. Al« e» 2 Uhr, hatten wir im 5. Bezirk die Majorität; um uns jedoch den Sieg zu vereiteln, sandte der Wahlkommissär seine Stimmenfänger au« und ließ seine säumigen Parteigenossen holen. Wir thaten natürlicherweise dasselbe; 2 Minuten vor 6 Uhr schloß der Vorsitzende jedoch die Wahl« Handlung, obgleich noch ein Theil Wähler sich im Borzimmer befanden; kurz darauf kamen noch Hunderte von Arbeitern die Treppe herauf, um ihre Stimme für unsere Liste abzugeben. Aber der Streich war gelungen. Der Vorsitzende hatte durch seinen berechneten Schachzug seiner Partei eine Majorität von 37 Stimmnn zugeschwindelt. Es wäre ja auch eine Schande gewesen, wenn ein einfacher Arbeiter als„räudige» Schaf" in die Heerde der privilegirten Ausbeuter gerathen wäre! Die» mußte durch Betrug verhindert werden! Neulich hatten wir eine gut besuchte öffentliche Versammlung, in der Protest gegen die Todesstrafe erhoben wurde. Anlaß dazu gab eine vor einigen Wochen hier vorgekommene grauenhafte Schlächterei, wobei der Henker drei Mal zuhieb, ehe er den Kops des Verurtheilten vom Rumpf« trennte. — Holland. Am 24. Dezember fand in Rotterdam der Kongreß unserer holländischen Genossen statt. Derselbe war von einigen zwanzig Delegirten besucht und verlief in bester Ord« nung. Der Bericht des Parleikomite« konstatirt einen erfreulichen Fort- schritt unserer Bewegung in Holland. Dank dem vortrefflich redigirten Parteiorgan„Recht voor Allen"(Recht für Alle) schreitet unsere Partei wenn auch langsam, so doch stetig vorwärts. Beschlossen wurde u. A., eine allgemeine Streikuulerstlltzungstasse zu gründen, um den streikenden Arbeitern aller Länder zu Hülfe kommen zu können; ferner Sammlungen zur Errichtung einer eigenen Druckerei zu veranstalten. Als Sitz de» Parteivorstandes wurde der Haag, der Wohnort unsere» ausgezeichneten Genossen, des in Rede uud Schrift unermüdlich für den Sozialismus wirkenden F. DomelaNieuwenhuis gewählt. Ueber die Anfrage, ob es nicht möglich sei, den Streit zwischen Anarchisten und Sozialisten zu schlichten, wurde einstimmig zur Tagesordnung überge« gangen weil 1) es in Holland keine Anarchisten gibt und 2) es sich überall gezeigt hat, daß mit diesen Leuten kein Unterhandeln möglich ist. Unsere flämischen Genossen waren aus dem Kongresse durch Genosse Ed. van Beveren vertreten, als Beweis für da» brüderliche Band zwischen ihnen und den holländischen Sozialisten. Auch wir senden unfern holländischen Genossen nachträglich unfern herz« lichsten Brudergruß zu ihrem Kongresse. — Frankreich. Leon Gambctta hat seinem Vaterlande zum neuen Jahre einen großen Dienst erwiesen: er ist in der Neujahrsnacht 1882/83 gestorben. Wir wollen die Verdienste diese» Mannes um die Zertrümmerung der napoleonischen Herrschast über Frankreich, um die Vertheidigung seine» Landes im Momente der höchsten Gefahr, sowie um die definitive Errich- tung der Republik nicht verkleinern, aber da war Gambelta'» Mission auch beendet: der ehrgeizige, zu Macht und unerhörtem Einfluß gelangte ehemalige Volksmanu war zuletzt nur noch ein Hemmschuh für die gesunde Entwickelung seines Landes. Er war die Verkörperung de» bornirten Revanchegedanken« gegen Deutschland— die Fäden der nationalen Hetzpolitik liefen in seiner Hand zusammen. Aber indem er die Militärmacht seine« Landes stärkte, war er auch die Veranlassung, daß die andern Länder, insbesondere Deutsch- land, ihre Kriegsmacht fortdauernd verstärkten. Der Hinweis auf das in Gambetta verkörperte Frankreich genügte, um dem deutschen Spießbürger stets neue Millionen für den Militarismus zu entlocken. Der Exdiktator hat den deutschen� Machthaber» wenig, dem deutschen Volke viel Schaden zugefügt. Er hat die freiheitliche Entwickelung in Deutschland untergraben, den Militärdespotismus errichten helfen. Gambetta's maßloser Ehrgeiz, der ihn nicht davor zurückschrecken ließ, sich zur Stärkung seiner persönlichen Macht mit Gesinnungslumpen aller Art zu verbinden, ist eine der Hauptursachen, daß die Republik bis jetzt nur der Form, nicht aber dem Wesen nach in Frankreich herrscht. Der Bertheidiger Delescluze's kompromittirte schließlich in den Augen wirk- licher Republikaner jede Reform, zu der er die Initiative ergriff— man vermuthete und mußte vermuthen, daß er sie für seine persönlichen Zwecke durchführen wollte. Gambetta's Einfluß ist e« auch zuzuschreiben, daß die französische Re- publik, um mit den despotischen Regierungen leichler Bündnisse eingehm zu können, sich noch nicht einmal dazu hat aufschwingen können, ein sicherer Zufluchtsort für verfolgte Freiheitskämpfer zu sein. Auch hier zeigte er, wie beschränkt im Grunde sein politischer Gesichtskreis war. Er zog e» vor, aus Verlangen despotischen Regierungen Liebesdienste erweisen zu müssen, und damit seine Sache in den Augen jedes Freiheitsmannes zu kompromittiren, anstatt Frankreich durch demokratische Institutionen gegen solche Zumuthungen ein für allemal zu schützen, denn— er wollte die Machthaben, sich durch gelegentliche Liebesdienste solcher Art Gegen- dienste zu erkaufen. Er schacherte mit der Freiheit. Wir haben hier nicht von Gambetta's Privatleben, semer Völlerei»c. zu reden— da» sind untergeordnete Dinge, welche hier nicht in Betracht kommen. ?ranoo, döbarasso-toizckss�indmdus I Frankreich, befreie dich von den Persönlichkeiten! so rief der Hebertist Anacharsis Cloots einmal aus, und in der That ist diese Mahnung nirgends mehr am Platze al» in Frankreich, dem Lande de« ausgeprägtesten Subjektivismus. Kein Volk ist so geneigt,„große Männer" zu machen, sei es durch seine Ver- ehrung oder durch seinen Haß, als das französische, und in keinem Land haben die„großen Männer" mehr Unheil angerichtet al« in Frankreich. Mit Gambelta verschwindet ein solche«„Individuum"— und er hinterläßt keinen Nachfolger. Wir gratuliren dem französischen Volke zum Tode dieses„großen Mannes"!— *) De»„Anarchisten" F l e u r o u-P e t er s e u„Proletarier" ist längst zur Ruhe eingegangen. Ausweisung und kein Ende! Wiederum find, wie unsere Leser aus den Zeitungen erfahren haben werden, drei ausländische Sozialisten aus Pari« ausgewiesen worden, und zwar find die« unsere polnischen Genossen SoSnowekh, ChrzanowSky und Piskorsky. Als Grund der Ausweisung wird in der Zuschrift an SoSnowSkY angegeben, er sei ein„gefährlicher Sozialist." Worin diese„Gefährlichkeit" besteht und gegen wen sie sich richtet, wird nicht gesagt. SoSnowSkY hat nämlich weiter nichts gethan als unter seinen Landsleuten in Paris fllr den So- zialismu« gewirkt— das thun aber Andere auch, ohne ausgewiesen zu werdew Und die Propaganda von Ideen offiziell fllr gefährlich zu erklären, auf dieser Höhe ist die französische Republik noch nicht angelangt. Aber So»- nowsky hat doch eiu Verbrechen verllbt. Gr hat zu einem Komite gehört, welches am 28. September vorigen Jahres eine Feier zur Erinnerung an das Polenmeeting in London, da« die Grllndung der Internationale zur Folge hatie, veranstalten wollte. Die AuSfllhrung scheiterte an polizeilichen Schwierigkeiten, doch genllgte da« der Polizei noch nicht, deshalb weist sie jetzt unfern Genoffen aus, weil er es gewagt hatte, da« in Frankreich zu thnn, was in England, in der Schweiz, in Holland und Belgien ein Jeder ungestraft thun darf. Mit Recht ruft ein Genosse der Ausgewiesenen in der Presse die Arbeiter auf, energischen Protest gegen diese Ausweisungen zu erheben. Im zweiten Wahlkreise von L y o n hat am 31. Dezember die Ersatz- wähl fllr den verstorbenen radikalen Abgeordneten Abgeordneten Bon- net-Duverdier stattgefunden. Der Kandidat der Arbeiterpartei (Roanner Richtung), der Arbeiter F. B r u g n o t erhielt 2141 Stimmen. Das ist ein recht gllnstige« Resultat, wenn man bedenkt, daß ihm außer dem Monarchisten ein opportunistischer und ein radikaler Kandidat ent- gegenstanden, die sich gleichfalls Sozialisten nannten, fllr eine ganze Reihe Arbeiterfordermigen eintraten und die Tagespreffe Lyons zur Verfllgung hatten. Die höchste Stimmcnzahl erhielt der Kandidat der sozialistischen Radikalen, nämlich 3297. Fourntdre ist bereit« auf freiem Fuß, nachdem ein begüterter Genosse sllr ihn die Kaution erlegt hat. Am 8. Januar findet in Lyon der Prozeß gegen 52 in den letzten Wochen verhaftete Revolutionäre und Sozialisten wegen Betheiligung au einer internationalen Organisation zum Umsturz der bestehenden Gesell- schastSordnung ,c. statt. Allem Anscheine nach wird er mit einer großen Blamage der Polizei enden. Der Versuch unserer aus dem„Titoyen" herausgedrängten Genossen, ein eigenes, tägliche» Organ herauszugeben, ist verunglückt, die„Egalits" hat ihr Erscheine» einstellen müssen. Auch der„Proletaire" erklärt, daß er eingehen mllsse, wenn die Genossen ihn nicht thatkrästig unterstützen. Es sind dies keine tröstlichen N achrichten, jedoch erklären sie sich au« den eigenartigen französischen Preßverhältnisseu. Di« Arbeiterbewegung schreitet deshalb doch vorwärts. In L i m o g e s streiken 4000 Porzellanarbeiter oder vielmehr, sie sind von der Arbeit ausgeschlossen worden. Die Herren Fabrikanten wollten die Arbeiterorganisation vernichten. Der Geist unter den Streikenden ist ein guter. — Aus Rußland. Eine Heldin. Am 29. November wurde die entwichene politische„Verbrecherin" Maria Kutitouskaja, die am 28. September in der Stadt Tschita im Transbaikalgebiet ergriffen und vor den Geuverneur Jljaschewitsch geführt wurde und denselben mit einem Revolver in die Brust schoß, aber nicht tödtete, vom Kriegsgericht zum Tode durch den Strang verurtheilt. Alexander der Feigling ver- schärfte diese« Urtheil aus dem„Gnadenwege" zum langsame» Tode durch lebenslängliche Zwangsarbeit. Korrespondenzen- — Flensburg, im Dezember. Durch rege Agitation ist es gelun- gen, die Abonnemenzahl für das Organ in d iesem Quartal in höchst er- sreulichem Maße zu erhöhen. Obwohl die« ja unter den heutigen Zu- ständen der Spitzelei en gros den Beweis liefert, daß unsere gute Sache auch hier im Norden gefördert wird, bleibt doch noch genug zu thun übrig. Nicht allein sollte jeder bewußte Sozialdemokrat Leser de» Parteiorgan» sein, sondern auch jeder R-ichSlagSwähler, der bei der letzten Wahl seine Stimme unserm Kandidaten W. Menklever gegeben, sollte Kennlniß davon erhalte», wie es mit der Förderung dieser Bewegung allenthalben steht, und die« wird durch da« Lesen de«„Sozialdemokrat" am besten erreicht. Also agitiren wir im angegebenen Smne weiter, und der Erfolg wird uichl ausbleiben. Wie es mit der gepriesenen„Sittlichkeit" unserer Ordnungsleute steht, davon haben wir hier jüngst einen eklatanten Fall erlebt. Der hiesige Polizeimeister Jansen wurde von dem Ralhsweinkellerwirth beim Ehe- bruch mit der Frau des Letztern auf frischer That ertappt. Der„berufene SittlichkeitSwächler" ist verheiralhet und hat eine bereit» erwachsene Toch- ter. Da die Geschichte ruchbar wurde, so mußte er zwar sofort von seinem Amte hier zurücktreten, er lebt aber der angenehmen Hoffnung, daß ihm die Regierung bald ein audere« Plätzchen anweisen wird, wo er seinem edlen Berus nngenirt weiter nachgehen kann. Und wie der Fall Wurmb beweist, dürfte er sich darin kaum läuschen. Kilian. — Krimmitschau, im Dezember 1832. In Ihrem un» werthen Blatte wurde von einem Ihrer Korrespondenten jüngst bemerkt, daß der Krimmitschauer Fabrikweber-Streik vollständig resultatlos verlaufen sei. Wir ersuchen Sie daher im Auftrage von vielen unserer Genossen, nach- stehenden der Wahrheit entsprechenden Bericht zu veröffentlichen, da die obige Notiz nicht richtig ist. Die Idee, daß die Lage der Arbeiter durch verlängerte ArbeitSzett nicht zu bessern ist, ist Hierort« den Arbeitern längst schon in Fleisch und Blut übergegangen; vor allein aber der hiesigen Fabrikweberschafl, welche an sich selbst die beste Erfahrung zu machen im Stande ist, indem sie nur einen Vergleich zwischen sonst(die Zeit der Häusweberei) und jetzt(die der Fabrikweberei) zu machen braucht. Nominell ist der Verdienst zwar gestiegen, aber wo ist die Selbständigkeit hin, die sonst ein Handwerter be- saß'r Verschwunden ist sie, und darüber find die Weber einig, seit der Zeil, wo die Mechanik die Handarbeit verdrängte. Aber eben so einig ist man, daß nicht die Mechanik selbst, wohl aber die lange ununterbrochene Arbeitszeit in den Fabriken schuld daran ist, daß alle« gesellige und Familienleben auch für den Weber unmöglich gemacht wurde. Der Fab- rikweber, sagen wir, hat noch uicht verlernt, den Werth der Selbständig- keil zu schätzen, die er, wenn auch nur in sehr beschränkter Weise, noch besaß, als er im Hause arbeitete. Darum glüht in ihm die Sehnsucht nach dieser in einer Weise, wie sie beim sonstigen Fabrikarbeiter, der de- reit« ein ganze« Menschenalter dort zugebracht, leider nicht zu finden ist. (ES sei hier bemerkt, daß die vollständige Verdrängung der Handweberei hierorts kaum erst einige Jahre datirt.) Was Wunder, daß, als sich die Nachricht verbreitete, in unseren Nach- barfiädten Greiz, Rnchenbach, Netzschkau u. s. w. haben die Fabrikwebcr den Streik aufgenommen, um sich den Bedrückungen Seiten« ihrer Herren Arbeitgeber zu widersetzen, sich der hiesigen Fabrikweber eine Ausregung bemächtigte, die ihre« Gleichen suchte. Allenthalben sprach mau sich darüber aus, daß die Ubermäßige Arbeitszeit un» allen Lebcnsmulh und alle Freud- raube und daß die Dummheit, die Langmuth de« Arbeiter» schuld daran wäre, daß e» so und nicht ander« sei. Es zeigte sich, daß man einstimmig gewillt war, den Kampf aufzunehmen, sobald die Gelegenheit geboten. Als nun Plakate zu einer öffentlichen Versammlung aller Fabrikweber sllr den 8. Oktober einluden, da steigerte siü? die Aufregung wie vielleicht noch nie vorher. Der Besuch war ganz dieser Aufregung entsprechend. Die Knappen(Tuch- und Buxkinwebcr) waren beinade alle da. Ein Tomite von 19 Personen wurde beauftragt, mit der Fabrikantenschast hier und in der Umgegend in Verhandlung cinzulreteu. Die Forderungen der Ar- beuer bestanden in Folgendem t 1) der Beginn der Arbeit darf nicht vor tt Uhr Morgcus und das Ende mcht nach 6 Uhr Abend« fallen. Früh- stück und Vesper kommen in Wegfall. 2) Lohnerhöhung vou 20 Pro- zenl ist zu gewähren und solche nach den in der Fabrik bestehenden Lohn- verhällnisjeu zu berechnen. 3) Reelle« Maß. Der Loh» ist nach Bauden ä 6 Leipziger Ellen= 3 Meter 42 Tentimeter zu berechnen.(Einen Begriff von der Bedeutung resp. Dringlichkeit dieser Forderung erhält man erst dann, wenn man weiß, daß der Lohn eigentlich nach diesem Maß festgesetzt war, die Herren Fabrikanten sich aber nicht entblödet hatten, dieses Maß ohne Wissen und Willen de« Arbeiters bis auf 7 Ellen 2 Zoll zu verlängern). Der Fabrikantenverein, der Stadtrath und der Fabrikinspektor H e r b r i g sollten als Vermittler wirken. Während die Antwort de« Letzteren zusagend lautete, war die des Ersteren zwar nicht direkt ablehnend, aber anstatt, wie man dem Komite mittheilte, den Berein zusammenzuberufen, zu befragen, ob man dem Austrag und der Bitte des Komite«, die dahin ging, man möge eine Versammlung der gesammten Fabrikantenschaft von Krimmitschau und Umgegend einberufen und solche be- fragen, ob sie gewillt sei, mit dem Arbeiterkomite zu verhandeln, hatte man sofort die Fabrikanten zusammengefordcrt, und solche ga- den dem Komite den Bescheid:>/, Stunde Arbeitszeitverkürzung wolle man gewähren, aber keine Lohnerhöhung. Auf Punkt 3 gab man zur Antwort, man wolle Abhilfe schaffen, wenn es überhaupt nöthig sei. Von Verhandlungen mit dem Komite war nicht die Rede. Diese Antwort wurde in einer am 15. Oktober 1882 abgehaltenen öffentlichen Bersamm- lung der� Fabrikweber und Weberinnen zur Verlesung gebracht, und die Arbeiter gaben zur Antwort: Mäßigen wir uns in unfern Forderungen, aber lassen wir von unserm Vorhaben nicht ab. Während Punkt 1 der Forderung dahin abgeändert wurde, daß es hieß: B.-ginn der Arbeit nicht vor 6 Uhr Morgen« und Ende nicht nach 7 Uhr Abend«, jedoch Pausen fllr Frühstück und Vesper je ein- halbe Stunde, und Mittag« 1 Stund-, wurde Punkt 2 dahin abgeändert: 10 Prozent Lohnerhöhung. Punkt 3 behielt die alte Fassung. Weiter wurde beschlossen: Montag den 16. Ok- tober 1882, in der Zeit von Morgen« 8 bis 9 Uhr, haben die Arbeiter jeder einzelnen Fabrik Verhandlung mit ihren Prinzipalen anzuknüpfen, und falls diese auf die Bedingung nicht eingehen, hat man die Arbeit sofort zu verlasse». Di- Arbeiter erfüllten getreulich, was sie gelobt, das Re- sultat war aller Orl« Abweisung und der Streik war fertig. Bi« Mittag 12 Uhr waren nicht weniger als 840 Streikende angemeldet. Alt und Jung, Mann und Weib, Jüngling und Jungfrau halten ganz den Gefühlen gehorchend, die sie durchflulheten, den Kampf aufgenommen. Einig waren die Arbeiter wie noch nie. So alt Crimmitschau sein mag, einen solchen Streit hat es noch nicht erlebt. Welchen KampseSmulh und edlen Zorn bezeugten hier die Weber, und in einer Zeit, wo der Arbeiter ohne allen Schutz war. Denn wo ist die freie Presse, die sich feiner annahm? Unterdrückt! Wo die Organisationen, die Bereine, die seine Interessen sonst vertraten? Unterdrückt. Wo seine Fürsprecher, auch„Führer" genannt? Verjagt. Nur aus sich selbst waren die Arbeiter angewiesen; doch der Kampf war ge- boten, und er mußte ausgenommen werden. Und wahrlich, soweit'es unter den heutigen Umständen zu verlangen war, hat sich die Arbeiter- bevölkerung gut gehalten, mußte man nach dreiwöchentlicher Dauer auch den Widerstand aufgeben, so war da» Opfer doch nicht umsonst gebracht. Die Verkürzung der Arbeitszeit um täglich eine Stunde wurde zugestanden und auch zum großen Thcil Verdicnstaufbefferung in Gestalt der Bezahlung der Nebenarbeiten, direkte Lohnerhöhung oder auch Vergünstigung in Bezug auf Schußdichte u. f. w. Freilich, ob da« Eroberte zu behaupten fein wird, ist eine Frage von Bedeutung; schon haben sich etliche Fabrikanten zum Wortbruch ent schloffen; etwa in 4 oder 5 Geschäften arbeitet man bereits bis 8 Uhr Abends. Doch scheinen die übrigen Fabrikanten Anstand zu nehmen, diesen charakterlosen Lumpen zu folgen. Sollten wir uns aber in ihnen täuschen, nun so mögen die Arbeiter nicht im Kampf um« Recht-er- lahmen und Mittel ersinnen, um den Schäden, welche sich beim obigen Kamps gezeigt, in Wegsall bringen. Mögen sie sich der Lehre Derer er- inner», welche von den heutigen Machthaber» berufsmäßige BolkSaufwiegler genannt werden, die da lauten: Arbeiter! Organifirt Euch! Vereinzelt seid ihr nichts, aber einig Alle». Sollte dieser Streik in dieser Hinsicht die Arbeiter zur Einsicht ge- bracht haben, nun wohlan, dann wäre der Preis noch nicht zu hoch. Der erste Schritt, um dieser Lehre entsprechend zu handeln, ist gethan: ein Fachverein der Weber uud deren sachverwandt- Verufsgenossen beiderlei Geschlechts ist in« Leben gerufen worden, ob ihn die Behörde genehmigen wird. Und ob die Arbeiter die That ihren Worten folgen lassen und Mann für Mann eintreten werden? Die Zeit wird« lehren. So wenig dem aufmerksamen Beobachter entgehen konnte, daß die Verkürzung der Arbeitszeit vou den Arbeitern als nothwendigste Leben«- bcdingung angesehen wird, so wenig konnte ihm entgehen, daß die Er- kenntniß, daß die Interessen der Arbeiter aller Länder solidarisch find, immer mehr Anhänger findet. Wie sollten wir un» sonst die Thalsache erklären, daß uns au» viele» Ländern Unterstützungen zukamen*), was wir un« nicht getrauten zu erwarten. Es sind uns nicht weniger als über 5000 Mk. an Unterstützungen zugekommen, u. A. au« Pari», Kopenhagen(429 Mk), London und aus Amerika, Dedhem(25'/, Doll.), Holyoke(100 Mk.), Philadelphia(10 Doll.) u. s. w. Aber auch aus Deutschland erhielten wir Summen zugeschickt, wie wir e« nicht zu hoffen wagten. Vor Allen weisen wir auf Forst i. L., Meerane, Werdau, Neumllnster, Magdeburg, Berlin u. s. w. hin, dabei möge man nicht glauben, daß kleinere Beträge für uns werthlos seien, durchaus nicht, ans vielen Theilen besteht das Ganze und viele Tropfen bilden ein Meer. Mögen die Crimmitschauer Arbeiter nie vergessen, welche Sympathien und Hilfe man ihnen entgegengebracht, und mögen sie sich dessen würdig zeigen, vor Allem dadurch, daß sie nicht erlahmen im Kamps ums Menschenrechl und, getreu ihrem Versprechen, Mann für Mann ein- treten in die neu geschaffene Organisation, dem Fachverein der Weber und deren verwandte Berussgenossen. Dann werden unsere Brüder, die uns Hilfe schickten, Genugthuung, der Streik aber einen ehrenvollen Abschluß finden. Ein Arbeiter im Auftrage Bieler. *) Die uns vom Streikiomite zugesandten Aufrufe, welche wir, soweit sie ausreichten, sofort nach Eingang an unsere auswärtigen Bruder- Vereinigungen und Vertrauensleute sandten, haben demnach beste Auf- nähme gefunden, ebenso wie unsere Hilferufe im„Sozialdemokrat", und verbinden wir an dieser Stelle unseren brüderlichen Dank für die so reichlich geleistete Hilfe mit demjenigen der kämpfenden Arbeiterschaft. Redaktion und Expedition de«„Sozialdemokrat". Briefkasten der Redaktion: Korrespondenzen au« Schmölln, Ohlau, Bielefeld, Kanfbeuren dankend erhalten. Abdruck erfolgt in nächster Nummer.— A. B. in Essen: Der„Quittung" sehen wir mit Fassung entgegen, wir kämpfen für unser gutes Recht, gebt un» zu Gegnern ein hessres Geschlecht, so wird unsere Feder sich milder bewegen; bi« dahin aber— non possumus. Im Uebrigen Dank und Begengruß!— W— er in Franenseld; Warum wir über die Wahlen in Württemberg nicht« gebracht? Fragen Sie unsere Genoffen daselbst, die wissen es besser. der Expedition: Ein Heller: Deckadr. I. längst gelöscht. Bf. deshalb verspätet. Ersatz in M. verlangen.— Märzveilchen: Mk. 2.50 ä Cto. Schrst. und Ab. erh. Frls. per fbd. abges.— G. Sch. Dav. Dörfl.: Fr. 4.— f. Schft. erh. Gruß von C. erwidert.— Dr. W. A.: Mk. 6.- Ab. 1. und 2. Qu. und Mk. 4 p. Usd«. dkd. erh.- G. SP. chtz.: öwfl.—.60 f. Schstn. erh. Sdg. abgg.— C. Shum. Tincinn.: Fr. 167.60(Doll. 33.10) pro Usd. für Berloosung eine« großen Lassalle« bilde» dkd. erh.— Jka. Pari«: Fr. 9.— f. Schrftn. und Fr. 100.— & Tto. B. erh.— Tr. ZüriD: Fr. 8.— Ab. pro 83 erh.— Drgmw. Genf: Fr. 2.25 f. Schft. erh.— R- T. Lausanne: Fr. 10.50 pr. Usd. ret. und Schft. erh.— Merten» u. Sohn« Shop N.-Bork durch Berggren: Fr. 101.25(Doll. 20.-) f. d. Abg. d. soz. Arb.-Partei dkd. d. Agfd. eingereiht.— Ch. F. F. Stbg.: Mk. 3,— Abon. 1. Qu. erhalten.— Der Bekannte: Mk 100— ä Tto. und Bf. vom 1. f. d. R. erhalten. Weitere» dkd. notifizirl. Schft. fort Fehlende» vergriffen.— Rother Voigtldr.: Mk. 5.40 f. Ab. Mds. erh. Sonstiges nach Borsch, und ver» wendet.— Kopenhagen: Fr. 28.75 und Bf. vom 29/12. Ab. 4. Q. und Portozuschlag erh. Mit Nächstem soll's versucht werden. Gruß!— K. F. B.: Mk. 3.— Ab. 1. Qu. erh.- I. Sch. Gz.: öwfl. 1.70. Ab. 1. Qu. erh.— I. H. H.: Mk. 3.— Ab. 1. Qu.. Mk. 3.- pr. Usd. n.—.40. Porto dkd. erh. Gewünschte« demnächst.— W. I. W'thur: Mk. 3.75 f. Schft. erh.- C. B. Anver»: Fr. 5.— Ab. 1. und 2. Qu., Fr. 1.30 f. Schft. und Fr.—.70 f. Ufd. dkd. erh. Sdg. fort.— I. I.: Fr. 10.— Ab. pro 1883, Fr. 1.50 pr. 4. Qu. Egal, und Fr. 13.70 pr. Usd. dkd. erh. A. W. gelöscht. Gruß!—(-5): öwfl. 13.40 s. 2 Expl. Ab. 1. Qu. und Schft. erh. Alle« nach Borschrist. Bfl. mehr.— H. M. Rdf.: Mk. 23.— Ab. 1. Qu. und Spitzelbroch, erhalten.— Ein Blntrother: Mk. 3.30 Ab. 4. Qu. und Schft. erh.- Dreibein: Mk. 3.- Abou. 1. Qu. erh.- W. A. Bern: Fr. 3 25 f. Schft. erh. Bastiat u. Phot. gibt'» nicht mehr.— F. B. A'shl.: Fr. 6.70 f. Schft. erh.— Cassel: Mk. 48.— f. Cto. Anthle. dkd. erh.- W. Pf. Hg.: Mk. 4.30 Abon. 1. Qu. erh.— Hannover: Mk. 80.— p. Cto. Athle. dkd. eingereiht.— Willi: Alles besorgt. Grüße herzlich erwidert.— H. Rackow London: Fr. 252.— erh. und hievou Fr. 100. 80 k Cto. Ab. ic. und Fr. 151. 20 ä Cto. Comm. A. B. B. gutgebr. Bstllg. abgg. 2/1 33. Prosit!— C. G. Sp. M. 4.10. Ab. 1. Qu. und Schft. erh.— Unversöhnlicher: M. 54.—. Ab. 1. Qu. und Nachlfrg. 4 Qu. erh. M. 6.— f. Schft. Alles notirt.— Fürth: M. 64.—. Cto. Athle. dkd. eingerei ht— G. P. M. 50.— ä Cto. Ab. 3. u. 4. Qu. erh. Bf. folgt.— 500: M. 4.— Ab. 1. Qu. und Usd«. dkd. erh.— Joh. Drn. Chicago: Fr. 2.50 Ab. 1. Qu. erh.— Ein guter Junge: M. 10.— Ab. 1. Qu. erh. Weitere« besorgt. Bravo!— A- Heims Oneida: Fr. 25.50 f. Schft., 2 Anthle. und ä Cto. erh. Gewünschtes am 3/1 83 abgg. Bf. folgt.— H. B. L.: M. 5.— per Usd».. dkd. erh.— G- E. Rschd.: M. 3.— Ab. 1. Qu. 83 erh.— Nordlicht: Bs. v. 31/12 82 erh. Schftbestllg. folgt nebst Nota v. M. 2 90, franco für Rabatt.— Ruprecht: Bestellg. v. 31/12 82 erh. Alles besorgt.— Onkel: Mehrbestllg. trotz falscher Adr. erh. und einge- reiht.— Pickelhaube: Folgen 150 nach Wunsch. Schrft. dorthin nur fest« bestellt lieferbar. Bf. folgt.— Robert Blum: Nachr. sehr spät erh. Di- rekl sicherer in solchem Fall. Gruß.— Rothschwan,: Mahnzeddel lag in verspätetem Bs. Quittung siehe Bfk. 48. Beftllg. abgeg. mit Nr. 1. Kat. später.— Georg: Schft. mit 1. abgg. Fehlende« vergriffen. 1500 Spitzel- brochuren folgen mit höchstem Rabalt. 2. Auflage im Druck.— Dls che. Soz. Zug: Fr. 40.— von der Sylvesterfeier nolifizirt. Hievon nach Bor- schrift Fr. 23. 60 per Spitzelbroch, und Fr. 16.40 per Usds. dkd. gebucht. — O. Gpg.: M. 6.— Ab. 1. und 2. Qu. erh. Z�ui' Beaelitun;;! WTä*»-. York Arbeiter-Portbildungsvereiii ■" Derselbe versammelt sieb jeden Montag in Jean Grosz's Hambarger Hall 176 Ost 3. Street. 1.00](6) Der Vorstand, Abonnements auf den„Sozialdemokrat" werden ausser beim Vorlag und dessen bekannten Agenten— sowohl auf einzelne Monate als ganze Quartale— jederzeit entgegengenommen bei folgenden Filialen und Verkaufsstellen: Zürich Volksbachhandlong, Casinostrasse 3, Hottingen. Winterthur V. Seubert. eigarrentabrik, altes Schützenhaus. BilSel Deutscher Verein. Beril Restaurant„Hahnenkopf", Zeughausgasse. Clmr R Pflaum, Buchdruckerei Conzett. Zlljr F. Slgle, im Allgem. Arbeiterverein. Geilt R- Michels, Deutscher Verein. LäUSäline V Dreyer, rue du Flou 16. II. Paris Albert Vogel, Passage Rochebrune 8. Kopenhagen K c. Hördum, Rörnersgade 22 Stuen. Gent Mu Flnjaer, Belgradstraat 36. Brüssel A. Hochheim, rne de l'dscalier 4. Yerviers Charles Plcreaux, 20 nie de Luxembourg, Andrimont. T iarra Ruery, rue Hors-Chäteau 98 l-ilVxzf H. Scbönwolf, rue Joie 139. Antwerpen RR- Coenen, rne Darnbrugge 11. Gommunist. Arb.-Bild.-Verein, 49 Tottcnham Street, Tottenham Court. Read, W. H. RackOW, 35 Charlotte Street Fitzroy Square W. J. W. Goedbloed, Tobacconist, 29 Foley Street, Qt. Tichfield Street. York 4 Co., Buchhandlung 131a, London"Wall, City. Irvn/lAn Mr- R Stevens, Stationer, 223 Goswell Road E. C. JUOlluüIl Mr. H. Scbackwitz, Friseur, 10 Featherstone Str, City. Mr. Charles Schmidt, Foreign Provisioner, 17 Gray Str.. Silbertown. Mr. Klotzbach, Friseur, Edward Street, Sobo. Mr. Schaper, Restauration, 41 Greek Street, Soho. Mr. B. Breul, 104 Whitfield Street, Tottenham Court. Road. Mr. Gee, Stationer, 42 High-Street Islington. Glasgow Ernst Köhler, Olebestreet 81, n. Bukarest Frau Rwllle Müller, Strasse Plewna 67. John Heinrichs, 113 Eldridge Street. \Uvtt Vnvl' R- Bltzsche, 548, 9. Avenue, City. jMe""10IK Jos. Strauss, 356 East. 19 Street. A. Höhne, care of„New-Yorker Volkszeitung", 184 William Street. Jean Gross, 176 Ost 3. Street. BrOCklyil N.-Y. E A. Engelbrecht, 1032. l. Avenue R.-Y. w- F- Schmidt, Nr. 613 Callowhill Street, r nilaaeipnia � 0f Phnad. Tageblatt. F. W. Fritzsche, 325 Callowhill Street. Chicago Jll, A. Lanfermann, 107 5 the Avenue. Cincinnatl, 0- c- Schumann, 16 Mercer Street St Louis Mo» fiebr. Herminghaus, 1805 Franklin Avenue. Baltimore Md. EllCbs. 65 Mord Freedrich Str. Lawrence Mass. Eoms Martin, 35 park street. Fittsburg 8. 8. Pa. L Sander, 618 Walnut Alley. Buenos* Aires Rndolfo Mücke, Calle 25 de Mayo 241. San Francisco, Cal. c- Blass- Notoma street 6U- Die Expedition des„Sozialdemokrat". ««»»st«»icha,>st»ich0ru«»rei tzonmgeo-ijürlch.