E» scheint wSHs»tl ich einmal in Zürich(Schweiz) Snl»l »«lt»»uchhai,»l'ung H»tti«g»n-Zarich. Idreainitgtn (tanco gegin ftanco. S-wlhnliche Briefe räch der E ch w e i j kosten Doppelporto. Kr KoMemckmt Jentrat-Hrgan der deutschen Sozialdemokratie. K�»unements werden bei allen schweizerischen Postbnreaux, sowie beim Verlag unr dessen bekannten Agenten entgegengenommen und zwar zum Voran» zahlbaren VierteljahrSpreiS Bon: ffr. 2.— für die Schweiz slkreuzbands Mk. für Deuischland(Sonotrt) st. 1. 70 für Oesterreich worden ist; in den industriellen Etablissements müssen die wirklichen Kadres des revolutionären Prolerariats zusammengeführt, durch die Art des Betriebes von selbst auf den Kommunismus an- gewiesen sein. Aber damit ist nur erst die Basis des Befreiungskampfes ge- geben, erst eine Vorbedingung erfüllt. Die Armee ist da, sie muß aber, wenn sie siegen soll, überhaupt zum Kampfe ent» schlössen, kampffähig und kampfgerüstet sein. Sie muß die Spannkraft besitzen, nicht nur zu siegen, sondern den Sieg auch auszunützen, zu erhalten. Die Arbeiterklasse muß fähig fein, herrschende Klasse zu werden. Wir behaupten nun, daß es kaum ein zweites Mittel gibt, welches so geeignet ist, die arbeitende Klasse zur politischen Herr- schast zu erziehen als das allgemeine Wahlrecht. Freilich be- schränken sich die in dieser Beziehung gemachten Erfahrungen ausschließlich auf Deutschland. Denn von den Ländern, welche außer diesen das allgemeine Wahlrecht besitzen, käme für den Sozialismus bis jetzt nur Frankreich ernsthaft in Frage. Dort aber haben verschiedene Faktoren dafür gewirkt, daß es für den Sozialismus bisher wenig in Betracht kam: vor Allem die Zersplitterung der Sekten und— die revolutionäre Ueberliefe- rung. Man hat eS vielfach an der deutschen sozialistischen Arbeiter- bewegung getadelt, daß ihr der sogenannte revolutionäre Geist mangele, man hat von ihr gesagt, daß ste trotz ihrer durchaus revolutionären Grundsätze doch ein spießbürgerliches Wesen zur Schau trage. Das ist in gewisser Beziehung nicht unberechtigt, ist aber weniger dieser Bewegung selbst, bezw. ihren„Führern" in die Schuhe zu schieben als der überhaupt in Deutschland, trotz der rapiden Entwickelung seiner Großindustrie, herrschenden spießbürgerlichen Atmosphäre. Theoretiker, Sekten können sich über dieselbe erheben, eine große Voltsbewegung aber, und daß die deutsche Sozialdemokratie eine solche ist, leugnet heute Nie- mand, wird immer, zum Mindesten indirekt, unter ihrem Ein- flusse stehen. Jndeß das betrifft, wie gesagt, nur den äußerlichen Charakter der Bewegung, gerade so wie in Frankreich der revolutionäre „Elan" nicht nur den Sozialisten eigenthümlich ist. Aber, so paradox dies klingen mag, letzterer ist für die soziale Revolution weit mehr von Schaden als von Nutzen. Und zwar weil er die Bildung einer wirklichen Revolutionsarmee, einer starken, einheitlich gegliederten zielbewußten Arbeiterpartei verhindert. Ein Beispiel dafür ist der Widerstand gegen ein gemeinsames Partei- Programm, diesen unerläßlichen Kompaß für eine durchgreifende Aktion. Nicht nur von Anarchisten und Blanquisten werden die Männer, welche für ein auf breitester Grundlage aufgebautes gemeinsames Programm eintreten,„Autoritäre" genannt. Die Folge dieses Widerstandes ist eine kolossale Kraftvergeudung und Zersplitterung, die erst dann ein Ende nimmt, wenn eS zu spät ist, d. h. wenn die Bewegung in die Defensive gedrängt ist. Das hat die Kommune gezeigt, das sehen wir heute auf's Neue. Das ist auch der Grund, weshalb in Frankreich das allgemeine Wahlrecht bis jetzt für die sozialistische Bewegung ohne Nutzen geblieben ist, daß sogar eintreten konnte, was in Deutschland bisher unerhört ist und sicher auch bleiben wird, daß Arbeiterdeputirte, wie Tolain, Bernard, Nadaud in das Lager der bürgerlichen Parteien übergingen. Es fehlt die Partei, die hinter ihnen stand, die sie kontrolirte, die ihnen aber auch eine Stütze, einen Rückhalt bot. In Deutschland ist dagegen die sozialistische Bewegung von Anfang an in Form einer auf ein bestimmtes Programm ge- schlossenen Partei in die Ocffentlichkeit getreten. In diesem Punkte herrschte auch zur Zeit der Spaltung keine ernsthaste Meinungsverschiedenheit. Der Streit drehte sich nur um den Inhalt des Programms, nicht um die Nothwendigkeit eines solchen. Und auch darüber herrscht unter uns keine Differenz, daß das Parteiprogramm, um mit Liebknecht zu reden, weder ein steinernes Dogma noch ein papicrner Papst ist, sondern eben nur die un- erläßlichen allgemeinen Grundsätze unserer Partei feststellt. Es unterdrückt durchaus nicht die freie Forschung, die sozialistische Kritik, aber, einmal festgestellt, ist es das Banner, unter dem wir uns immer wieder zusammenfinden, wenn es gegen den gemein- samen Feind geht. Auf dieses gemeinsame Programm gestützt, hat nun die deutsche Sozialdemokratie das allgemeine Wahlrecht sich zu Nutze gemacht, die Arbeiterklasse gelehrt, es als Mittel zur Wahrung ihrer Interessen zu handhaben. Es war von Bismarck gegeben wor- den zum Zwecke der Täuschung des Volkes, und anscheinend er- füllte es Anfangs seinen Zweck. Aber nach und nach ist es der Sozialdemokratie gelungen, den Spieß mnzudrehen und trotz aller Hindernisse, die der Ausnutzung des Wahlrechtes durch sie in den Weg gelegt wurde, es der Sache des Proletariats dienstbar zu machen. Wir sagten oben, daß die soziale Umgestaltung, die wir er- streben, nur durchgesetzt werden kann durch die politische Herr. schaft des Proletariats, und daß diese zu erringen, unsere erste Aufgabe sein muß. Fragen wir nun, ob wir dieses Ziel durch daS allgemeine Wahlrecht bisher seiner Lösung näher gebracht haben, so muß die Antwort unbedingt bejahend lauten. Es ist der rastlosen unermüdlichen Agitation unserer Partei gelungen, bei den Wahlen immer mehr den Schwerpunkt des Entscheides nach unten, in die Masse des Volkes zu verlegen. Unsere Wahl- erfolge messen sich nicht nur nach der Zahl der errungenen Sitze, noch lediglich nach der Zahl der gewonnenen Stimmen, sondern es fällt auch gewaltig in die Wagschale, daß wir die Herr- schmden Klassen gezwungen haben, unserm Programm ihr Arsenal zu entnehmen, für Forden ngen unserer Partei einzu- treten. Wie Bismarck sich gezwungen sieht, den Arbeitern immer größere Versprechungen zu machen, um sie dem Einfluß der Sozialdemokratie zu entziehen, so auch alle bürgerlichen Parteien: sie sind gezwungen, zu kämpfen und zu buhlen um die Gunst der Arbeiter, die gelernt haben, den Wahlzettel als Kampfmittel zu gebrauchen. Aus Furcht vor uns müssen sie für uns Propaganda machen. Denn, ob eS ihnen recht ist oder nicht, was verschlägt es, wenn sie sich gezwungen sehen, selbst den Arbeitern klar zu machen, daß ste eine Macht im Staate find! Aber die Benutzung des allgemeinen Wahlrechts als Kampf- mittel hat noch mehr zu Wege gebracht, sie hat das Sozialisten- vertilgungSgcsetz unwirksam gemacht. Bismarck wollte durch dasselbe die Sozialdemokratie mundtodt machen und durch an- scheinende Arbeiterreformen die Arbeiter für stch gewinnen. Hätte die Sozialdemokratie den Rath der„radikalen" Schlaumeier be- folgt, Wahlenthaltung betrieben, die. Parole der Revolution aus- gegeben, so chätte sie Bismarck den größten Gefallen gethan. Aber sie ließ sich nicht auf's Glatteis locken, sie wußte, daß man einem Schwindler keinm ärgeren Streich spielen kann, als wenn man ihn beim Wort nimmt. Ohne sich selbst nur einen Augen- blick täuschen zu lassen, sagte sie: Ihr wollt Reformen?. Gut, wir sind auch dabei. Und mit der edlen Absicht, ihr den Wind auS den Segeln zu nehmen, war's vorbei. Sie blieb» was ste vorher war, eine wahrhafte Partei des arbeitenden Volkes, immer im engsten Contakt mit diesem, seine Bedürfnisse studirend, seine Interessen wahrend. Und als Bismarck, um seine sozialen ReformprojKte nicht all-udeutlich als Schwindel erschemm zu lassen, sich gezwungen sah, den deutschen Arbeitern wenigstens etwas Bewegungsmöglichkeit zuzugestehen, vielleicht in der stillen Hoffnung, sie zu Opportunisten zu machen, da zeigte sich, wie schmählich er sich verrechnet: jede Versammlung gestaltete sich zu einer politischen Demonstration, zu einer Kundgebung für die Sozialdemokratie. Einen zweiten Triumph feiert die deutsche So ialdemokratie bei der Arbeitsbücheragitalion. So groß ist die Furcht vor der Arbeiterklasse, einen so großen Einfluß hat sie sich durch Be- Nutzung aller ihr zur Verfügung stehenden politischen Rechte ver- schafft, daß bei der ersten Regung derselben den Gegnern das Herz in die Hosen fiel. Nicht die Petitionen und Resolutionen der Arbeiter haben das Arbeitsbuch gestürzt, sondern die That- fache, daß die Männer, welche da protestirten, am Wahltage ein Wort dreinzureden haben und auch dreinzureden entschlossen sind. Das allgemeine Wahlrecht ist kein Zauberstab, keine Wünschet- ruthe, es hat, wie seine Gegner mit gewissem Recht sagen, noch keinen hungrigen Magen gesättigt. Aber Hab n das die bis- herigen Revolutionen gethan? So steht die Frage also gar nicht. Es handelt stch vielmehr darum, ob das allgemeine Wahlrecht ein wirksames Mittel ist, die Befreiung des Prole- tarials zu beschleunigen. Und daß es, richtig gehandhabt, ein solches ist, daß es die Erhebung des Proletariats zur Herr- schenden Klasse, diese Vorbedingung der sozialen Revolution, ganz gewaltig fördert, daß es in den Händen einer zielbewußten Arbeiterpartei aus einem Mittel der Täuschung zu einem Mittel der Befreiung wird, wie es im Roanner Programm heißt, das glauben wir in Vorstehendem nachgewiesen zu haben. Die Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin, sie hat der deutschen Sozialdemokratie Recht gegeben. Leo. Die fromme Bourgeoisie. i. Sie wird fromm, unsere Bourgeoisie, und immer frommer, schließlich ist sie am frömmsten, Uberpapstet den Papst. Wer'S nicht glaubt, mache die Augen auf, und er wird Zeichen und Wunder sehen. Wunder? Die gibt e» nicht. Da« profane Sprichwort sagt: Junge Huren, alte Betschwestern. Das trifft nicht blo« für die Einzelnen, da« trifft auch für herrschende Klaffen und herrschende Völker zu. E» besagt einfach: Der Einzelne, die herrschende Klasse, da« herrschende Volk lebten, strebten und liebten in ihren Jugendjahren, sie genossen da« Leben und kämpften sür Ideale; aber im Alter schlagen sie in der Regel um, ver- theidigen, wa» sie einst angegriffen, verherrlichen, was sie früher in den Koth gezogen, verfolgen, was sie sonst gebilligt, und greinen dem jungen, lebenslustigen, strebenden Nachwuchs in die Ohren: mäßige dich, fei be- scheiden, demüthige dich! Leute, die wie Pullkamer der Vater von ihrem Jungen sagen, wenn sie hören, daß dieser, in jugendlichem Alter einem schönen Weibe nach- laufend, treibt, wa» sonst die Welt verbietet:„Der Junge hat einen guten Geschmack", statt ihn zu schelten, diese Leute sind iK'en. Der alte Puttkamer erinnerte stch seiner eigenen Jugendzeit, und char Philosoph genug, sich zu freuen, al« er seinen Sohn die Bahn wsnMln sah, d>e er einst selbst gewandelt und— wer weiß?— vielleicht noch«ndelt. Man munkelt allerlei, und der lüsterne Mund verräth auch alle ei. Da war Friedrich der Große ander». Al« er noch u Rheinsberg schwärmte und Jugendeseleien beging, schrieb er den Antimachiavell, al» er aber an'« Ruder kam, handelte er nach dem wirklichen Machiavell, d. h. nach den Grundsätzen, die er für machiavellistisch hielt. Ganz so treibt es unser Bourgeois. Er war in seinen Jugendjahren ein gar wilder Bengel und machte seinen Eltern, dem Herrn Absoluti«- mu» und der Frau Feudalia, gar viel zu schassen. Am schlimmsten aber trieb er'« mit seiner Großmutter, der Frau Tcclesia, genannt Kirche, mit der er, wa» sonst nicht immer bei Enkeln der Fall zu sein pflegt, sich aus dem gespanntesten Fuße befand, und stand sogar einmal aus dem Sprunge, sie wirklich und wahrhastig todtzuschlagen. Ts ist noch nicht lange her und eine lustige Geschichte, die Mancher bezeugen kann, der heute noch lebt. Höret: Bourgeois lag sich mit seinen Eltern, dem Herrn Absolutismus und der Frau Feudalia, stark in den Haaren. Er fühlte stch mündig, wollte sein eigenes Geschäft betreiben. Die Alten sollten sich zur Ruhe setzen und ihm da« Geschäft übertragen, wenn ste dazu aber nicht willig seien, so wollte er wenigstens einen Theil de« elterlichen Erbe« haben und mit- regieren. Da aber die Alten sich noch kräftig fühlten, bezeugten sie zu B e i d e m keine Lust; sie meinten in ihrer altväterischen Weise: der Junge sei leichtsinnig, verstehe nicht zu wirthschasten und werde schließlich sich und die Eltern zu Grunde richten. Da gab'» viel Hader und Streit. Bour- geoi» tobte, daß die ganze Nachbarschaft zusammenlief, und suchte dann dieser zu beweisen, wie grausam seine Eltern seien, wie sie ihn miß- handelten und ihn, ihren leiblichen Sohn, so alt, kräftig und klug, noch al« unmündig betrachteten. Die Nachbarn, die den geistig geweckten und anstelligen Burschen nicht Übel leiden konnten, ihn auch sür erwachse» genug hielten, machten Miene, sich für ihn zu erklären. Da bekamen die Alten Angst, und obgleich sie sich auch mit der Großmutter manchmal gezankt und ihr auch Manche« an ihrem Vermögen abgezwackt hatten, so hofften sie doch, daß diese jetzt ihnen helfen würde, mit ihrem Einfluß den Sohn zu bändige», und ihn durch die Ehrwürdigkeit ihre« Alter« und ihr weiße« Haar zur Besonnenheit bringen werde. So riefen sie die Großmutter, Frau Ecclefia, genannt Kirche, zu Hilfe. Aber da hallen sie dem Tops den Boden ausgeschlagen. Kaum sah Bourgeois die Großmutter, so fiel ihm auch da« Ueble ein, da« sie ihm, nach seiner Ansicht, im Leben zugefügt. Wie sie ihm seine Jugendlust und Lebensfreude stet« tadelnd vorgerückt, ihm manchen Ge- nuß verdorben, ihn mit Kasteiungen und Strafen belegt, seine Liebe zu einer schönen Jungfrau— sie hieß Ideal— ihm al« Sünde und Ber- brechen vorgeworfen und dieselbe bei den Eltern angeschwärzt hatte. Die« und noch viele« Andere schoß Bourgeois beim Anblick der Großmutter durch den Kopf. Schäumend vor Zorn trat er der erschrockenen Alten entgegen, nannte sie sehr despektirlich eine alte Vettel, ein mißgünstige«, menschenfeindliche» Weib, die ihre Freude daran habe, Anderen die Freude zu verderben, und die man am liebsten todtschlagen solle. Dabei griff er in seinem Zorn nach einem Degen, den ihm seine Angebetete, Jungfer Ideal, geschenkt— er liebte da« Fechten und führte eine gute Klinge — und hätte jetzt unfehlbar die Großmutter erstochen, wenn ihm nicht die Nachbarn in den Arm gefallen wären und ihn beruhigt hätten. Diese Szene hatte seine Eltern so allerirt, daß sie bald darauf an einem schwülen Tage— e« war der 18. März 1818 und es gab ein arge« Gewitter— beide der Schlag tras. Frau Feudalia war mause- todt, aber Herr Absolutismus lebte noch, er war nur vom Schlage ge- rührt und theilweise gelähmt. Da« zwang ihn, seinen Sohn mit in die Leitung des Geschäfte» zu nehmen, und er mußte es sich, wenn auch murrend gefallen lassen, daß dieser al« der Jüngere und Gewandtere die Hauptleitung in die Hände bekam. Selbständig geworden dachte Bourgeois auch an'« Heirathen, aber da war während der kurzen Zeit seiner Herrschast eine merkwürdige Veränderung mit ihm vorgegangen. Er fand Plötzlich, daß Jungfer Ideal für ihn zu unpraktisch, daß sie leichtlebig sei und Neigung zur Verschwendung habe und daß eine solche Frau in einen soliden bürgerlichen Hausstand nicht passe. Er nahm also ihr Geschenk, den Degen, packle ihn schön ein und schickte ihn nebst einem höflich gehaltenen Billet ihr wieder zurück, in dem er ihr in verbindlichster Form sagte: e« thue ihm leid, er liebe sie noch in alter Weise, aber sein Vater sei gegen ihre Verbindung, und er al» ge- horsamer Sohn halte für Pflicht, ihm zu gehorchen. Er heirathete eine bereits in den Jahren vorgeschrittene Wiltwe, die sich Frau Realia Nüchtern nannte. Es war eine Vernunslehe, und die Folge war, daß zwar nicht die Liebe, aber da« Geschäft blühte und der Reichthum Bour- geois' ganz riesig zunahm. Aber einmal rächt sich Alles in der Welt, da» sollte jetzt auch Herr Bourgeois erfahren. Höret II Seiner Ehe mit Frau Realia Nüchtern war ein gesunder kräftiger Junge entsprossen, der aber eine merkwürdige Aehnlichkeit mit der frühe- ren Geliebien seine« Vaters, Jungfer Ideal, hatte. Offenbar Halle Bour- geoi«, al» er die eheltchen Pflichten bei Frau Realia ausübte, sich in die Arme seiner früheren G>lieblen geträumt, und so war da» Unglück ge- schehen. Ein gewisser Wolfgang Goethe hatte, nach seinen Wahlverwandt- schasten, Aehaliches erlebi. Kur, und gut, der Junge g-dnh prachtvoll, er halte alle guten Eigen- schaften seines Vater« und dessen ehemaliger Geliebten; aber er hatte auch einen Fehler, er war von Gemürh noch unbändiger, als früher sein Vater war, und das verursachte dem Alten viel Kopsschmerzen. Jndeß Travailleur— so Halle man ihn getauft, man sranzöselte damals viel— schoß in die Höhe, ward groß und kräftig und entwickelte sich auch geistig ganz vorzüglich. Kaum zwanzig Jahre alt, stellte er aber an seinen Vater dasselbe Verlangen, was dieser erst mit 25 Jahren an den seinen gestellt hatte. Der Alte war außer sich, das hatte er nicht erwartet. Es gab heftige Szenen und Auslritte. Travailleur ward eingesperrt, dann wurde ihm allerlei Umgang untersagt. Bücher und Schnften, denen der Alte einen besonders ungünstigen Einfluß zuschrieb, irurden ihm zuletzt verboten. Aber Alles hals nichts, der Junge wurde nur um so unge- stümer. Vor Verzweiflung wurde Bourgeois beinahe kindlsch, und so ver- fiel er aus die tolle Idee, daß vielleicht bei seinem Sohne helfe, was bei ihm vergeblich angewandt worden war. Er erinnerte sich plötzlich der alten Großmutter, die, steinalt geworden, immer noch lebte und die er längst vergessen hatte. Sie war mittlerweile die Urgroßmutter seine» Sohne« geworden, der sie freilich nie gesehen hatte. Er ließ sie rufen. Auf zwei Stöcke gestützt, trippelte die Alte herein, eine große, mit Horn eingefaßte Brille mit halberblindeten Gläsern ans der spitzen, habichtgekrümmten Nase. Bei diesem Anblick der Alten kamen Travailleur alle die alten Märchen von Hexen und alten bösen Weibern, womit man ihn in seiner Jugend so oft einzuschüchtern versucht haue, wieder in'« Gcdächtniß; er fing laut an zu lachen, lachte, daß die Wände dröhnten und die halbtaube Urgroßmutter sich die Ohren zuhielt, während der Bater vor Scham und Zorn in den Boden sinken wollte. Soweit waren wir, lieber Leser, in unserer Geschichte gekommen, als unser Blick aus die vor un« liegende zweite Beilage de«„Lepziger Tageblatts" vom 17. Januar 1883 fiel, welche einen Artikel enthielt, betitelt: „Die Gründung eine« Kirchenbau-Berein» für die Stadt Leipzig." Die Sozialdemokratie und die Börse. Aus der Rede Kayser'« im deutschen Reichstage. (Dem stenographischen Bericht entnommen.) Meine Herren, es ist ja natürlich, daß wir al« die Vertreter der deutschen Aibenerparlei die Frage von einem ganz anderen Gesichtspunkt ansehen, al» wie da» bisher geschehen ist. Bisher ist die Frage vom Srandpunkl der G e s ch ä s t« m ä n n er au» beurlheilt worden, während wir hauptsächlich in dieser Frage einen sozialpolitischen Hintergrund sehen und meinen, daß, um die Sache richtig zu beurtheilen, es nothwendig ist. die Börse in ihrem ganzen Wesen zu beleuchten. Da« eigent- liche Wesen ist wohl von den Vorrednern gestreift worden, allein näher ist Niemand aus den Geist der Börse eingegangen. Wir, die Sozialdemo kraten, haben außerdem noch Grund, hier Z e u g n i ß abzulegen von unserer Stellung, auch gegenüber dem spekulativen Kapital, nachdem der soziale„Prediger" der konservativen Partei draußen immerwährend be- hauptct, daß Sozialdemokrane und Börse in engem Zusammenhang stän den. Ich bedauere lcbhait, daß Herr Stöcker heute nicht anwesend ist, damit er au« meinen Auslassungen da« Resultat ziehen könnte, in Zu- kunst, wenn er wieder über meine Partei redet, die Wahrheit an verschiedenen Orten zu sagen. --- Da« bewirkt es eben, daß man im Volke sehr oft Börse und Schwindel sür synonyme Begriffe hält. Ob man Recht hal, ist eine streitige Frage, aber die Vollsstimmung ist eine solche, und zu einer Zeit, al» der Herr Abgeordnete Lasker im Zenith seiue» Ruhme« stand, da hat auch er die Börse eine„Akademie für Gesetze«- Übertretungen" genannt. (Heiterkeit! recht«.) Meine Herren, von da an verblich sein Stern, weil ihn die höhere, die Börsen Bourgeoisie fallen ließ, und er wurde auch vom Dreiklassenwahl- recht verworfen und sttzl»ich, mehr im Abgeordnetenhause. (Heiterkeit.) D:- damalige„königliche Kommission", welche unsere Gründerverhält. nisse untersuchen sollte, hat leider Alle« begraben, und bei diesem Be- gräbniß waren alle Parteien betheiligt. -- Uusere Stellung zur Börse ist die, welche schon Lassalle iu seinen Sch'iflen dadurch bezeichnet ha», daß er die Börse„die reinste Erscheinung des Ausbeutungsprozesse« der heuti- �•"i imü ririy«'f i j- 11 i i'iAiii' gen Zeit" nannte. Niemand zeigt mehr al» die Börse, daß die Ber- mögensansammlungen nicht au« persönlichem Verdienst herkommen, son- dern daß die Vcrmögensansammlungen ein Produkt der objektiven Be- wegnng der Gesellschaft sind, und daß e« fremde Ereignisse find, welche die Frage des Mein und Dein de« Individuum» bestimmen. Ich muß aber bei dieser Gelegenheit doch auch da« B erhält» iß der Parteien zur Börse näher betrachten. E« ist für mich durchaus interessant, in dieser Frage den Ansturm gegen den Kapitals»« m u«— der Börsensteuereutwurs oder vielmehr der Geist desselben wird wenigstens draußen in den konservativen AgitationSversammlungen, wa« die Herren hier freilich nicht so scharf thun, so dargestellt— gerade von der rechten Seite, d. h. auch zu eiuem Theil von den Ver- tretern der Aristokratie gemacht zu sehen; denn oft ist Aristokratie und Börse eng mit einander verbunden. In Oesterreich z. B. genügt eine gelungene Börsenspekulation, um Jemanden zum „Ritter" zu machen, und Ritter von Ofenheim und Ritter von Gold- schmidt find Aristokraten geworden in Anerkennung gelungener Börsen- operationen. Bei un« haben wir Baron von Bleichröder und Baron von Landau, und ich weiß nicht, welche Namen noch. (Zuruf.) — Herr von Minuigcrode ruft:„noch mehr". Warum auch nicht? Ich glaube nur, daß ihm und Herrn Slöcker diese Namenslaute iu Berbin- dnng mit dem Adel ein gewisse« Grauen einflößen müssen über die Ber- bindung, die da hergestellt ist zwischen Gebnn.' und Geldaristokratie. (Heiterkeit I link».) Mich freut die Umkehr der Konservativen; die Umkehr ist anerkennen«- werth. Hat doch hier einmal der Herr Handelsminister von Jtzenplitz gegen Herrn Lasker erklärt, daß auch„die Minister zuweilen spekuliren". Nun ist die Umkehr noch anerkeunenswerther, weil seinerzeit, al« Herr Dr. Perrot begonnen hatte, sür die„Kreuzzeilung" Artikel zu schreiben Uber die„Aera Bleichröder- Eamphausen", und er auch den Herrn Reichskanzler in Verbindung gebracht mit der Börsenspekulation und dem Börsengetriebe, er als„Deklarant" ziemlich allein stand. Mich freut es aber, wenn Sie jetzt soweit in der Bekämpfung der Börse, de« spekulativen Kapital« gehen, wie da« neulich ein konservativer Wahl- aufruf in Neusalz an der Oder gethan hat, daß man dort verlangte, da« Eigenthum von Rothschild und Bleichröder— e« ist ja durch Speku- lation erworben— solle der Staat wegnehmen und ihnen eine Rente geben, wa« wir Sozialisten die Gewährung von Genußmittelannuitäten nennen würden. (Heiterkeit.) Wir sind damit ganz einverstanden. Sie auf der rechten Seite sollten nur auch mit uns rufen: Forlsetzung folgt! Sie sollten anerkennen, daß dann auch die Vermögen der Fürst Hatzseldt, Herzog von Ratibor, Stumm, Krupp und von Minnigerode zu konfisziren sind, (Heiterkeit) denen dann ja auch, wenn die Wegnahme des Vermögens in friedlicher Weise sich vollzieht, Genußmittelannuitäten gewährt werden sollen. Ich muß Uberhaupt sagen, daß auf meine Partei die Bekämpfung de« Kapi- talismus durch die rechte Seite einen merkwürdigen Eindruck macht. Un« erscheint der Kamps nur al« ein solcher zwischen Bodenrente und mobilem Kapital. Wir begreisen um so weniger die Bekämpfung der Vermögenserwerbung durch Spekulation feiten« de« feudalen Sozia- lismu«— de» ich wohl, historisch genommen, so nennen darf—, al« er sich doch von diesen Spekulationen nicht fernhält. Schon im Jahre 1847 hat K a r l M a r x— ich zitire mit Vorliebe die Herren Marx und Lassalle, weil sie sonst von Herrn Slöcker dazu benützl werden, um die unwahre Thatsache zu behaupten, wir seien Anhänger der Börse— über den feudalen Sozialismus gesagt: Und im gewöhnlichen Leben bequemen sie sich, allen ihren Reden zum Trotz, die goldenen Aepfel auszulesen und Treue, Liebe, Ehre mit dem Schacher in Schasswolle, Runkelrüben und Schnaps zn vertauschen. (Unruhe rechts.) Meine Herren, diese Spekulation« Praxis der Konservativen muß besonders betont werden, weil von diesen draußen im Volke bei den Agitationen die Börse und die Börsensteuer als eine Hauptgrundlage dafür benutzt wird, um zu sagen, wie die Konservativen den Kapitalis- mu» bekämpfen und eintreten wollen für die ärmere Bevölkerung. -- Nun wird uns gesagt, die Börse müsse man schützen, denn sie sei in enger Verbindung mit der Spekulation. Wir haben Eingaben die Menge bekommen von Börsenverständigen aller Art, und alle haben uns gesagt, wa« die Börse wroßartige« geleistet habe. Sie habe Eisenbahnen gebaut, Kabel gelegt, und an Allem, was jetzt an großen Fortschritten vorhanden ist, sei die Börse betheiligt. Meine Her- ren, die Börse hat das doch wahrhastig nicht gethan, um der Welt da- mit einen großen Nutzen zu schassen, die Börse that es wegen de» Prosits, den sie machte. Wenn ein Börsenunlernehmen„zum allge- meinen Nutzen" nichts einbringt, �dann muß der Staat Zuzchuß leisten, dann muß der Staat das ausbauen, was die Börse unfertig liegen läßt. Die Börse läßt, wie wir das bei der Berliner Stadtbahn erlebt haben, wenn etwas verkracht ist, Alles verkracht und wüst daliegen, und der Staat, die Gesammtheit de» Volke«, muß au« seinen Taschen da« verkrachte Unternehmen weiterführen; die Börse opfert nicht», um eine solche Bahn, weil der Allgemeinheit nützlich, auch auszubauen. Wenn der Profit nicht mehr da ist, so läßt sie Alle« liegen; ihr ist die Pro- duktivität gleichgiltig, sie will nur Rentabilität. Und trotzdem übt der heutige Staat die Rücksicht und richtet eine„Station Börse" ein. —— Nun aber, meine Herren, will ich den Vorrednern gern zu- geben, daß die Börse nothwendig ist gerade im Interesse de« heuti- gen Staate» und zwar zur Unterbringung der Staatspapiere. Die Börse hat sich ja außerdem noch bemächtigt der Jndustriepapiere. Da« halte ich sür keine» Borrheil; denn ich weiß, wie außerordent- lich der Lohn der Arbeiter mitunter gedrückt wird, um die Dividende ein klein wenig zu erhöhen, weil dann die erhöhte Dividende wieder bessere Kurslreibereien gestattet. Aber, meine Herren, man soll doch nicht vergessen, daß gerade der Staat durch die Staat»- papiere der Börse mit ihren Spekulationen hauptsächlich Nahrung zuführt. Der Staat macht Schulden und muß die Schuld unterbringen, und diese» Schuldenmachen des Staate« hat großeutheil« seine Grundlage in dem Militarismus, der ihn zwingt, groß? Schulden zu machen. Er muß an die Börse gehen und selbst bei solchen Transaktionen wie bei dem Ankauf der Eisenbahnen begibt er sich, um da» Aktienkapital unterzubringen, in die Abhängigk�t von der Börse, und e« hat gerade der„Giftbaum"— wie so schön einmal ein Minister die Börse nannte — sehr viel goldene Früchte durch die Art der GeschäftSgebahrung gerade diese» Ministers aus sich wachsen sehen. -- Außerdem— da« sollte gerade Herr Sonnemanu anerkennen — führt ja da» ganze Arbitragegeschäft zu einer Zentralisation der Börse, und der Zug aller Börsenleute gehl außerordentlich nach Berlin. Die BreSlautr Börsenleute, die in Frankfurt a. M. sagen: hier am Orte geht da» Geschäft nicht mehr so gut; sie müssen an dem Orte fem, wo die Zentralisation der Täuschung und KurSmacherei ist, (Heiterkeit recht«.) um im richtigen Augenblick eingreifen und mitmachen zu können. -- Meine Herren, da« ist also unsere Stellung zur Börse. S« ist selbstverständlich, daß wir da« spekulative Kapital durchaus sür so au«- beulend halten al« da» Industriekapital, und daß wir aus dem Stand- punkte de« konservativen Wahlaufruf« von Neusalz a. O. stehen, nur daß wir deutlicher sagen:„Her mit dem ganzen Kapital für die pro- duktiven Klassen I" Meine Herren, unser Standpunkt zum spekulativen Kapital und damit die Stellung der deutschen Arbeiter dazu wird am besten ausgedrückt durch den Satz Laffalle'«— der Herr Präsident ist wohl so freundlich und erlaubt mir, daß ich ihn vorlese—, der lautet: „Der Rücken der Arbeiter ist also der selbstlose grüne Tisch, aus welchem Unternehmer und Spekulanten das Glücksspiel spielen, zu welchem die heutige Produktion geworden ist. Der Rücken der Ar- besser ist der grüne Tisch, auf welchem sie die Goldhauseu eiukasfireu, welche ihnen der günstige Toup der Roulette zuwirft, aus welchen schlagend sie sich sür den ungünstigen Wurf mit der Hoffnung besserer Chancen sür nächsten» trösten." So ist unser Standpunkt in theoretischer Beziehung vor ca. 20 Jahren von Lassalle festgestellt worden, und so stehen wir noch heute. -- Da ist zunächst al» großer Mangel die K o n t r o l e, da« Re- gisterbuch, bezeichnet worden. Nun, wir billigen e« nicht und halten e« sür nicht dem staatsbürgerlichem Recht angemessen, daß Einer immer- währenden Untersuchungen durch einen Beamten ausgesetzt ist, aber da» feine Gefühl, welches Sie hier für die Börsenleute haben, sollten Sie auch sür die armen Arbeiter haben, (sehr richtig! link») die durch da« Ausnahmegesetz jeden Tag, jede Stunde (Zuruf: Auch Nacht!) nicht nur ihre Papiere und Bücher, sondern auch ihre Wäsche, Kleidung«- stücke, überhaupt Alle« durcheinander werfen lassen müssen, weil nach Berdachtsgrüudeu geforscht wird, (sehr richtig! link«) und bei solchen Kontrolbüchern ist, wie beim Ausnahmegesetz jeder Ar- besser, jeder Börsenmanu verdächtig. (Heiterkeit.) — Aussprechen muß ich e« aber, daß eigentlich in der Furcht, daß da» Geheimniß entdeckt werden könnte, doch wiederum etwa« liegt, wa« deutlich den Mangel unserer ganzen Gesellschaftsordnung kennzeichnet. --— Meine Herren, ich bedauere, daß Alles da«, wa» bei un« Wirthschaftszwecke erreichen soll, wie die Börsensteuer— und im Geheimen haben Sie aus der rechte» Seile dabei doch einen Wirth- schastszweck im Auge— sich im deutschen Reiche auslöst in eine» S t e u e r z w e ck, und der frühere Geheime Regierungsrath Wagen« hat in seinen Blättern gar nicht Unrecht, wenn er neulich aussprach, daß man im deutscheu Reiche, bei unserer Steuerpolitik, deshalb wohl vorzüglich den religiösen Sinn beleben wolle, damit alle Deutscheu nachher mit einer Art religiöser Begeisterung die Steuerlasten tragen. (Heiterkeit! Sehr gut!) -- Meine Herren, meiner Partei kann es ganz recht sein, wenn Sie den Kapitalisten das Leben etwa« schwerer machen, durch sogenannte Kontrole, Steuerkontraventionsfurcht-c. Ich hoffe, daß dann auch die Kapitalisten mürber werden und sich der Sozialdemokratie als eiuem uothwendigen Fortschritt der Gesellschaft geneigter machen. (Rufe: Sehr gut! Heiterkeit.) -- Meine Herren, nach meiner Ueberzeugung wird man der Börse unter den heutigen Zuständen niemal« sehr wehe thun, denn der größte Theil der herrschenden Klassen„macht"inPapieren. (Abgeordneter v. Wedell Malchow ruft: Leider wahr!) -- Selbst auf Ihr« Seite(recht«) hat ein Unterzeichner diese« Antrages noch vor ganz kurzer Zeit— ich meine den Herrn Abgeord- neten Ackermann— Trintsprüche ausgebracht auf da« Gedeihen der Fondsbörse, und erst, seitdem au« der Unter- zeichnung weitere Konflikte entstanden find, scheint nun Herr Ackermann nicht wehr dieselbe Begeisterung sür das Gedeihen der Fondsbörse, der Effektenspekulation und dergleichen zu haben (Hört, hört! link«) und hat sein Syndikat niedergelegt. —— Meine Herren, ein Minister hat einmal die Börse einen Gift- bäum genannt. Ich behaupte nun, daß dieser Gistbaum immanent ist der heutigen WirthschastSordnung, daß eben ein Gistbaum da wächst, wo auch ein Gistbaum ist. (Sehr richtig! link«) Da« mag der Minister als Konsequenz seiner Aeußerung in Bettacht ziehen. Ich behaupte deshalb, daß da« Uebel der Börse, da« Ucbel, welche« uns zeigt, wie d« Kapitalist nicht nur seinen Profit aus der Arbeit zieht, sondern wie noch ein großes Spiel mit dem Kapital- prosit, der Bodenrente und dergleichen getrieben wird, und wie d« Ardeiter dafür nur die Grundlage und der grüne Tisch ist, daß die« Uebel und alle, die damit im Zusammenhange stehen, nur ansgehobeu werden können durch den sozialistischen Staat. (Sehr gut! link«.) Zum Kapitel von der freien Liebe. Den Herreu v. Puttkamer und v. Nostiz-Wallwitz gewidmet. In sein« famosen Rede Uber die Nothwendigkeit, den kleinen Belage- rungszustand in Berlin, Hamburg und Leipzig aufrecht zu erhalten, ge« brauchte Herr Puttkamer wieder da« alte Mittel, die Sozialdemokratie al« die Untergrabung jeder Moral, insbesondere ab« der„Heiligkeit d« Ehe" hinzustellen, al» die Verbreiterin der scheußlichen Theorie von der freien Liebe. E« ist dem Schwag« und Handlanger Bismarck'« vou Genosse Grilleuberger sofort in schlagender Weise heimgeleuchtet worden, es dürste aber nicht unzweckmäßig sein, ihm sowie seinem„verehrten" Freunde, dem„nicht mit Revolutionären diskutirenden" sächsischen Mi- nister von Nostiz-Wallwitz. au, dem Bereiche de« kleinen Belagerungszustandes ein Bild vorzuhalten, wie ihre nicht revolutionären, zur Ordnungspartei gehörenden Freunde Uber diese« Thema denken und handeln. In dem Städtchen Plagwitz bei Leipzig besteht schon seit zwei Jahren ein Verein unter dem geistreichen Namen:„Mooskopfklub". Er hat sein Lokal im Gasthau«„Insel Helgoland" und zählt zu seinen Mit- gliedern meist Fabrikanten, größere Geschäftsleute, Beamte, Gemeinde- räthe u. s. w. Ein Bekannter von mir, d« auch für die Wahrheit de« Gesagten emsteht, hatte im Oktober letzten Jahre« die Ehre, von einem ihm nahestehenden größeren Geschästsmanne, der dem Verein angehört, zu einer Abendunterhaltuog eingeführt zu werden, und berichtet mir darüber Folgendes: Der Borsitzende diese» Klub«, auch„ObermooSkopf" genannt, ist d« Direktor einer dortigen Papierfabrik. An dem bettessendeu Abend waren ungefähr 14 Mitglieder mit ihren Frauen erschienen und ging e« zunächst ganz solide, wie in einem gewöhnlichen Rauchklub, zu. Um halb 10 Uhr änderte sich jedoch die Situation, die Pseifeugeräthe wurden bei Seit« gelegt und die Frauen nach Hause begleitet. Nach 10 Uhr wareu die Mitglieder wieder erschienen und nach und nach ttaseu noch mehrere ein. Meinem Gewährsmann wurde nun von dem Borfitzendeu mitgetheill, daß der Rauchklub geschlossen sei und nun die„ungezwungene Unterhal- tung" losgehe. Auf den Tisch wurde ein Aschenbecher gebracht, auf dessen Deckel da« Sinnbild der Venu« fichtbar war; andere Trinkgläser, mit den unsittlichsten Bildern bemalt, kamen zum Vorschein, und die neuesten Photographien und Karten aus dem Gebiete der Zote und Unfläthigkeit zirkulirteu. Der Vorsitzende hielt nun einen Bortrag über»«schieden« Gebrauch». weisen der Ehefrauen zur Genugthuung der Wollüstlinge. Mittlerweile wurde e« 12 Uhr, der Borfitzende verkündete, daß e« jetzt„losgehe". Zwei Mädchen wurden au« einem anliegenden Tanzsaale geholt und vou den Mitglied«» in einer Weise empfangen, die zu schildern mir der Anstand verbietet. Al» mau nachher die beiden Frauenzimm« auf eine unmenschlich schändliche Art mißbrauchen wollte, widersetzten sich dieselbe» ellttgisch und«klärten, sie seien zwar Freudenmädchen, aber zu einem unter der Menschenwürde stehenden Genüsse gäben sie sich doch nicht her. Daraufhin wurden sie vou den H«reu„entlassen" weil sie, wie der Bor- fitzende bemerkte,„kein Geld verdienen wollten" echt bourgeoismäßig gedacht! Jetzt wurde von dem Mitglied« H. ein hübsche« 18jährige, Mädchen, da, unter semer Vormundschaft steht, hereingebracht. Dasselbe wußte von Alledem, wa, mau mit ihm vorhatte, nicht«; e« wurde mit Champagner ttaktirt und schließlich m einen solchen Zustand gebracht, daß e« sich vou diesen Bestien zu allen Scheußlichkeiten gebrauchen ließ. BaldZdarauf kamen drei an« Leipzig bestellte Freudenmädchen angefahren, sie wurden in da« Garderobezimmer begleitet, wo sie sich mit den verschiedenen Her« reu der Gesellschaft„unterhielten". Nachdem diese Unterhaltungen beendigt waren, that fich der Vorhang de« Garderobezimmer« auf und zu sehen waren unter bengalischer Be- leuchtung drei„Feen" al» lebende Bilder. Da« erste« Mädchen konnte mau hierzu nicht mehr gebrauchen, da es befinunugSlo» war. So fand da« Schauspiel für diesen Tag sein Ende. Die drei Mädchen erhielten jede ca. 13 Mari, und da« dem„Schutze" de« Herrn H. anver- traute Mündel erhielt 35 Mk. Extrazratifikation. Alubabend ist jeden Freitag. Auch werden manchmal sogenannte „Adam und Eva-Bälle" abgehalten. Bor ungefähr einem Jahre wurde die Gesellschaft dadurch ein wenig gestört, daß der genannte He« Di- rektor mit der Frau de« Mitgliedes F. ein Berhälmiß auknüpseu wollte, und Letzterer aus Drängen seiner Frau hin, wenn auch ungern, den Direktor verklagen mußte. Die Sache wurde dadurch etwa« ruchbar. Aber der Anwalt de« Kläger«, ein Leipziger Advokat(de« Vater« unge- rathener Sohn), der dem Klub auch einigemale beigewohnt haben soll, brachte einen gütlichen Vergleich zu Stande. Der Verein besteht heute noch weiter. Daß die Behörde von diesem Treiben Acnntniß hat, ist sicher, da richterliche Beamte dem unschuldigen Verein al« Ehrenmitglieder angehören. Auch der Wirth de« Etablissement« ist Mitglied. Soweit mein Gewährsmann, der, wenn nöthig, öffentlich für die Wahrheit de« Obigen einstehen wird. So, Herr Nostiz- Wallwitz I Da« ist in Ihrem gemüthlichen Sachsen« laude pasfirt! Und noch dazu in einem Städtchen, in dem der Belage- ruugszustand besteht, in dessen Rayon Männer verfolgt und ausgewiesen werden, weil sie Charakter genug haben, ihrer politischen Gesinnung treu zu bleiben. Da« ist nur ein Beispiel au« Hunderten. Wie viele sind noch uneutdeckt, wo da« gewöhnliche Volk in da« Treiben dieser Gesellschaft nicht hineinsehen kann? Der heutige Staat ist saul bi« in da« innerste Mark, Herr v. Nostiz- Wallwitzl Seine Dienerin, die Religion, hat ihre Reize verloren, Herr Puttkamer! Leipzig, den 26. Januar 1883. Ein nicht getrauter Familienvater. Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 6. Februar 1883. — Solidariät. Unsere Genoffen in Amerika haben soeben einen Beweis großartigster Solidarität an den Tag ge- gelegt. Da die von Staalswegen bewilligten Unterstützungen für die Opfer der schrecklichen Ueberschwemmungen bei Weitem nicht ausreichen, da« Elend zu stillen, und da namentlich zu befürchten steht, daß in den Ort- schaften der überschwemmten Distrikte, wo unsere Partei stark vertreten ist— also namentlich in den Wahlkreisen Ojsenbach. Dieburg und Solingen,— die al« eifrige Sozialiste! als„Reichsfeinde", bekannten Personen bei den offiziellen Unterstützui-g» kauuics wenig Entgegen kommen finden dürsten, so haben unsere amerckaui'ch�n Genossen Samm- lungen für die ärmsten Opfer der Ueberschwemmungen veranstaltet und beschlossen, den Erlrag derselben den Abgeordneten Liebknecht und Rittinghausen zu übersenden, damit durch Ueberweisung an Ar- beiterorganisationen der betreffenden Distrikte eine gerechte und zweckmäßige Bertheilung ohne Unterschied der Parteirichtung bewirkt werde. Die Redaktion der„Arbeiterzeitung" in Chicago(Genosse Paul G r o t t k a u) hat bereits sünstausend Mark zu diesem Zweck an Liebknecht überwiesen. Aber auch in Newyork, Philadelphia:c. werden diese Sammlungen eifrigst betrieben. Wir glauben, den betreffenden Genossen nicht vorzugreifen, wenn wir in ihrem Namen unseren stet« opferwilligen Brüdern jeuscit» de« Ozeans bereit« heute von Herzen Dank sagen. — Au« dem Reichstag. Es ist früher einmal in diesem Blatte die Rede davon gewesen, daß die Majorität de« Reichstag« unfern Ab- geordneten gegenüber eine ganz andere, viel anständigere Haltung beobachte als die» srüher der Fall gewesen. An der Thatsache ist.nicht zu zweifeln, wenn auch die daran geknüpften Schlußsolgerungcn unzu treffend waren. Thalsache ist, daß unfern Rednern von allen Parteien mit der größten Aufmerksamkeit zugehört wird— wa« freilich nicht auf Sympathie zurückzuführen ist, sondern auf die Erkenutniß, daß wir ein neuer, nicht mehr au« der Welt zu schaffender Faktor des Staats- leben« und, namentlich in wirthschaftlichen Fragen, Autorität sind. Die alten Parteien im Reichstag haben begriffen,— wenn st- sich auch wohl hüten, e« zu sagen—, daß sie von wirthschaftlichen Dingen a b s o> l u t nicht« verstehen, und daß sie, wollen sie etwa» leisten, bei un«, den geächteten Sozialdemokraten, Anleihen machen müssen. Mit dieser Erkenntniß verbindet fich das„durchbohrende Gefühl", daß sie, die Parteien der he«schenden Klassen, allesammt ze«llttet und zerfahren find, während die Sozialdemokratie, welche man durch da« Sozialistengesetz hatte erdrosseln wollen, seit Erlaß diese» Gesetze» sich innerlich wie äußerlich nach allen Richtungen gekrästigl hat, und den Feinden von recht» und link« mit einer Geschlossenheit entgegentritt, welche jede Hoff- nung aus inneren Zerfall im Keime erstickt. Kein Zweifel, man hat Respekt vor un«— allein daraus folgt nicht, daß man gesonnen sei, die sozialdemokratischen Forderongen zu erfüllen, der sozialdemokratischen Bewegung freien Ellbogen- räum zu gewähren. Im Gegentheil. Weil man Respekt vor uns hat, wird mau auch Alle« ausbieten, um un» niederzuhalten. Es ist wahr, an da» Sozialistengesetz glaubt die Majorität de» Reichstag» nicht mehr. Sie hat sich überzeugt, daß e« die beabsichtigte Wirkung nicht «Hut, und betrachtet e« mit ziemlicher Gleichgiltigkeit. Die» hat fich recht deutlich durch die Beschlüsse de» Reichstag» in der S t i m m- zettelsrage, und die der WahlPrUfungsknmmisfiou in der Wahl- Versammlung, frag- gezeigt. Indem der Reichstag einstimmig beschloß, daß die Stimmzettel keine Druckschriften im Sinne de« Preß- gesetzt« und de« Sozialistengesetze» find, und damit eine skandalöse, jedoch juristisch unanfechtbare Entscheidung de« Reichsgericht» kassirte oder rekli- fizirte, zerbrach er eine der vielen Waffen, welche da« Sozialistengesetz der Po> lizei verliehen hatte, und gab der geächteten Partei einen festen Punkt, auf dem sie der Willkür Trotz bieten kann. Und indem die Wahlprllfung«- kommisfiou einstimmig den Beschluß faßte, daß die Behörden kein Recht haben, Wahlversammlungen, die von Sozialdemokraten berufen find, und in denen Sozialdemokraten sprechen sollen, auf Grund de« Sozialisten- gesetzt» von vorn herein zu verbieten, hat sie in da« Sozialistengesetz «inen kräftigen«iß gemacht und da« Sozialistengesetz für die kritische Zeit: sür die Zeit de« Wahlkamps,, sakrisch ausgehoben. Abgesehen davon, daß nach diesem Beschluß der WahlprüfungSkommisfion, welchem die Sanktion de« Reich»tag«pleuum» gewiß ist, über ein Dutzend von Wahlen, namentlich in Sachsen, werden umgestoßen werden müssen— freilich ein platonische, Vergnügen, da da» Ungiltigerkläreu nebst der vorherigen obligaten„Beaastauduug" gewöhnlich die ganze Legislaturperiode au«füllt— kann die sozialdemokratische Partei bei künftigen Wahlen da» Versammlungsrecht für sich in Anspruch nehmen, nnd kämpft nicht mehr, wie bei den letzten Wahlen, mit gebundeneo Händen. Hierher gehört auch der Beschluß der Petitionlkommisflon de« Reich«- tag«, daß dem sächsischen Au»weisung,uufug endlich ein- mal gesteuert werden soll. Jndeß dürfen wft die Tragweite dieser Be- schlüsse und Meinungskuudgebuageu nicht überschätzen. Wa« sie bedeuten, ist: die Majorität de« Reichstag» hat eingesehen, daß Ausnahme- gesetze gegen die Sozialdemokratie nicht« helfen. Damit ist jedoch nicht gesagt, daß die Majorität de» Reichstags nun der Sozialdemokratie eine günstigere Lage bereiten wolle. Das fällt ihr nicht ein. Den Strick, welcher sich zu schwach erwiesen hat, will man bei Seite werfen und un« einen sestern Strick drehen— da« ist Alle». Herr H ä n e l, der fortschrittliche SyrupSredner, der aber mitunter Gedanken hat, war schon bei der erstmaligen Berathung de« Sozialisten- gesetze« im Jahre 1878 aus der richtigen Fährte: er schlug eine Verschärfung de» Strafgesetzbuchs nach französischer Manier vor— das sei weit wirk- samer. Und das ist wahr. Führte man für Preß- und andere politische Vergehen die hohen Geldstrasen ein, welche die französische Bourgeois- reaktiv» erfunden hat; setzte man auf gewisse Bergehen gegen Eigenthum, Familie und sonstige„Grundlagen der Gesellschaft" Gefängnißstrasen von vier, süns Jahren; und stellte man die politischen Verbrecher vor bür- gerliche Geschworene, so wäre man„liberal", hätte das Odium der AuSnahmegesetzgebung vermieden und käme weiter al« jetzt. Natürlich nicht zum Ziel. Jndeß, daran denken die Herren vorläufig nicht. Wenn sie un« nur auf dem Boden de« g e m e in e n Recht« ausplündern, ein- sperren, unsere Presse zerstören können— dann wäre schon viel gewonnen. Und d a s ist der Schlüssel zu der Erklärung der unleugbar im Reichste vorhandenen Strömung gegen da« Sozialistengesetz: man wünscht eine andere Methode der Erdrosselung. Nun, wir werden auf jedem Terrain unsere Schlacht zu schlagen wissen. Charakteristisch ist, daß die einzige Fraktion de« Reichstag«, welche sich mit dem Beschluß der Wahlprüfungskommission nicht einverstanden erklärt hat, die nationalliberale war: ihr Vertreter, Herr Marquardseu, wagte zwar nicht, gegen den Antrag der Referenten zu stimmen, aber er „drückte sich" vor der Abstimmung. Die Angst der Nationalliberalen vor der Sozialdemokratie raubt diesen traurigen Gesellen das letzte Schamgefühl, und steigert das Opfer de« Intellekts(der Einsicht) zum Opfer de» gesunden Menschenverstandes. Freilich zu ihrer Entschuldigung muß gesagt werden, daß die letzten Reste des Natio- nalliberalismu» wie im Sturm- aus Deutschland weggefegt würden, wenn die Sozialdemokratie einmal auf kurze Zeit freien Flügelschlag hätte.— Große« Aufsehen hat im Reichstag die Nummer des„Sozialdemokrat" mit den Notizen über den Tugenbold Puttkamer erregt. Die vorhandenen Exemplare sind wahrhast verschlungen worden, und aus der Linken u n d R e ch t e n des Hause« haben Dutzende von Abgeordneten, unter den Augen de« verlegen dreinschauenden langbeinigen Schmal- schädler« mit dem Bocksgesicht und Ziegenbart, durch Verbreitung de« „Sozialdemokrat" in flagrantester Weise das Sozialistengesetz verletzt. So unangenehm e« für den verunglückten Moralprediger und Gesellschaft»- retter sein mag, sich ohne Feigenblatt porträtirt zu sehen, so nützlich und uothwendig ist e» für u n», unsere Feinde rücksichtslos an den Pranger zu stellen und kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Jeder anstän- dige Gegner billigt dies. Und unter den Parteigenossen gäbe e« milde Persönlichkeiten, die es tadeln, daß wir schonungslos Die- jenigen geißeln, die uns aus den niedrigsten Motiven zu vernichten trachten? Ich glaube es nicht. Höchsten« müßten es Parteigenossen sein, die außerhalb de« eigentlichen Kampfe« stehen und keine Gelegenheit haben, Püffe und Hieb- zu empsangen und zu geben. Nur keine„parlamentarische Sprache"; wa« nicht heißt, daß da« Parteiorgan s ch impfen solle. Aber treffen soll es, hart, je härter desto besser, immer de« goldenen Sprichwort» eingedenk: A corsaire coraaire et demi I(Aus einen Schelmen anderthalbe I) Und unter Tressen verstehe ich nicht, daß die Kritik unserer Feinde„so allgemein als möglich" sei,„wissenschaftlich",„rein prinzipiell". Die Prinzipien haben Fleisch und Blut, sie l-ben in Personen, treten uns persönlich entgegen und müssen von uns, wo und wann sie un« persönlich gegen- Ubertreten, auch persönlich bekämpft nnd attakirt werden. Nichts ist tdörichter als die Abneigung gegen sogenannte„Persönlichkeiten",„per- söntiche Angriffe", der man hier und da begegnet. War etwa Lessing nicht„persönlich"? War G ö t h e, war Schiller nicht„persönlich"? Lese man doch nur den Anti-Götze und die lenien. New,— so oft un« so ein Puttkammer, oder wie die Inkarnation de« heutigen Gesell- schastsschmutzes sich sonst nennen mag, in den Wurf kommt, dann tüchtig drauf I Wie gesagt, selbst die anständigen Gegner billigen die«, und durch kräftige Hiebe gewinnen wir mehr Achtung al« durch feige« Gewinsel. Soweit unser Korrespondent. Was seine letzten Ausführungen anbetrifft, so wollen wir bei dieser Gelegenheit noch eine Stelle an« der prachtvollen Schlußrede Liebknecht'« in der Debatte über seinen Antrag„Ab- schaffung der verschiedenen Ausnahmegesetze" zitiren. Liebknecht sagte da: „Man hat un« ferner zugemuthet, wir sollen unsere Parteipresse im Auslande desavouiren, unsere Entrüstung ausdrücken über den heftigen Ton dieser Presse, demüthig pater peccayi sagen I Ei, das fällt un« nicht ein!... Aber daß unsere Presse, das Organ der Opfer de» Sozialistengesetze», der Empörung, dem Zorne, der Wuth der mißhandelten Opfer in leidenschaftlicher Weis e Ausdruck gibt, da» versteht sich einfach von selbst." Wir haben dem nichts hinzuzufügen. In den Reichstagsverhandlungen der vergangenen Woche haben unsere Genossen nur zweimal da« Wort ergriffen. F r o h m e sprach am 81. Januar gegen den verschämten oder, wenn mau will, unverschämten Zwangsinnung«- Antrag de« Erzreaktionär» Ackermann, indem er den reaktionären Charakter desselben und die Zwecklofigkeit für Diejenigen, denen er angeblich helfen soll, nachwies. Dem Junker Kleist-Retzow, der behauptet hatte, daß wir nur deshalb dem Handwerk den Segen der Zwangsinnungen vorenthalten, um unsere Revolutionsarmee zu vermehren, antwortete Frohme sehr gut: „Wir werden also, wie gesagt, gegen den Antrag stimmen, ohne un« irritiren zu lassen durch den Hinwei» de« Herrn Abgeordneten v. Kleist- Rctzow, daß e« nur daraus ankomme, ewe Revolutionsarmee zu schaffea. Diese Armee, meine Herren, schaffen Sie, die Männer der Herr- s ch e n d e n Klassen, und zwar nicht zum geringsten Theil« durch Ihre, von blasser Angst eingegebenen grundverkehrten Maßnahmen zur angeb- lichen„Verbesserung" der Lage der Handwerker, Arbeiter und Bauern. Wir können immer nur mit denjenigen Elementen rechnen, die der von Ihnen geleitete GesellschaflSzerstörungsprozeß für un« auswirft. Diese Elemente zu schaffen, dazu, meine Herren, sind wir n i ch t in der Lage, dazu sind eben S i« da— da» ist Ihr„geschichtlicher Berus"— und zwar ein sehr verhängnißvollerl" Am Tage daraus trat Genosse Stolle beim Postetat kräftig für die Landb riesträger ein, für die im Etat„im Hinblick auf den Um sang und die zunehmende Beschwerlichkeit und Berant- w o r t l i ch k e i t de« Dienste«" eine Erhöhung ihrer kärglichen Besoldung von 570 auf 580 Mark, d. h. umganzelv Mark proJahr angesetzt ist, während für eine ganz« Anzahl von höheren Beamten Ge- halt«erhöhungen von 300 Mark und mehr vorgeschlagen find. Bei dieser Gelegenheit polemifirte Stolle gegen Herrn Stöcker, der für die Sonu- tagsheiligung um de« Seeleuheil« der Postbeamteo willen eingetreten war.„Was nützt es", sagte er sehr richtig, wenn sie— die Briefträger — Sonntag« in die Kirche gehen und von Herrn Stöcker eine Sonu- tagspredigt anhören mit hungrigem Magen", worauf ihn der Präsident mit der sehr geistreichen Bemerkung unterbrach:„Bon SountagSpredigten ist bei diesem Titel nicht die Rede." Wa« unsere Abgeordneten sonst mit Post-Stepjhan zu reden haben wird ihm bei der dritten Lesung de« Etat» gesagt werden. — Ein Stündchen Heuchelei war die am 26. Januar statt- gehabte Riich«tag«debatte über die Interpellation von S ch a l s ch a. Dieser ultramoutaue schlesische Magnat führte nämlich bittere Klage darüber, daß im vorigen Sommer einmal in Cosel Soldaten zu einem katho- lischen Staat» Pfarrer zur Messe gesührt worden seieu. Da» Unrecht besteht nach der Ansicht diese» Junker« nun Nicht darin, daß auf die Soldaten ein Z w a n g ausgeübt wurde, sondern daß e« ein räudiger Hwte, ein ehemaliger Kulturkampspsaffe war, zu dem die Heerde geführt wurde. Zunächst ist da» Geständniß sehr interessant, wie es mit dem„frei- willigen" Kirchenbesuche im Heere überhaupt bestellt ist: „Nun, meine Herren, wa« da»„freiwillig" bedeutet, da« wissen wir ja im Allgemeinen; ich möchte Da», was hier am Anfang der Woche bereit» zur Sprache gebracht worden ist, nicht noch einmal zur Sprache bringen, e« widerstrebt mir al« altem Soldaten, hier Dinge noch eiumal ausführlich auseinanderzusetzen, die anerkannt find und deren häufige Besprechung von dieser Stelle nicht geeignet ist, zur Befestigung der Disziplin beizutragen." Welch' nette Logik! Aber es kommt noch besser. Nachdem Herr von Kamele natürlich geantwortet, daß der Kirchen- besuch„freiwillig" gewesen, geht der gleichfalls klerikale Junker B a l l e st r« m iu'» Geschirr: „Ich will selbst nicht annehmen, daß feiten» anderer unterer Borge- setzter, Unteroffiziere und Feldwebel, ein gewisser moralischer Zwang geübt wird, daß z. B. Die, welche sich nicht zum Kirchgang melden, zu den lästigsten Dienstleistungen alSdanu herange- zogen werden; ich will selbst die« nicht annehmen, aber soviel mir die militärischen Verhältnisse bekannt sind, ge- uügt ein solcher Befehl, um Jeden zur Stelle zu bringen." Herr Ballestrem ist bekanntlich Hauptmann bei der Kavallerie, er schwatzt also au» der Schule. Und nun kommt nach ihm Herr Win dt- Horst und erklärt: „Ob e« richtig ist, überhaupt eine Militärseelsorge zu haben, darüber läßt sich streiten. Bei geordneten Verhältnissen aus kirch- lichem Gebiet würde ich ganz entschieden für die Militärseelsorge sein." Da« heißt, wenn wir erst am Ruder find, dann ist der Zwang, gegen den wir heute protestiren, gut und schön. Und daraus stellt sich der alte Knabe hin und rust pathetisch au«:„Die Roth de» katho- lischen Volke» schreit zum Himmel!" Al« es sich aber darum handelte, durch Annahme de» Antrags Lieb- k n e ch t den ernsten Willen zu bekunden, daß man allen Ausnahme- gesetzen und damit auch der„himmelschreienden Roth" de» katholischen Volke« ein Ende machen wolle, da waren die frommen Herren plötzlich „nicht zu Hause". Und da» nennt fich Kämpfer für Wahrheit, Freiheit und Recht"! — M a d ai wieder an der Arbeit. Der Schuhmacher Hein- r i ch N ö l l e, dessen Frau demnächst ihrer Niederkunft entgegensieht, ist, wie die Zeitungen berichten, au» Berlin ausgewiesen worden. Warum? Um den Arbeitern zu zeigen, daß Er und sein famose« Sozia- listengesetz auch noch da sind, und ihnen dadurch einen„heilsamen Schrecken" einzujagen. Nun, mit dem Schrecken ist es nicht weit her, aber gut- geschrieben wird dem Herrn diese Infamie dennoch. Man wird ihm nicht« schuldig bleiben. — Eine Tragikomödie imGerichtssaal. Au» Dresden, den 2. Februar, schreibt man un»:„Donnerstag, Vormittag 11 Uhr, Haupt- Verhandlung vor dem Schwurgericht gegen den Kaufmann Johann Karl Friedrich Elia« Schmidt au« Dresden wegen betrüglichen Bankrotts und Urkundenfälschung"— diese Ankündigung zog heute schon in früher Morgenstunde eine ansehnliche Menschenmenge nach dem Justizpalast. Und zwar waren es hauptsächlich Mitglieder der sozialdemokratischen Partei, welche zu bemerken waren;— und außerdem eine erkleckliche Anzahl Polizisten: die Herren Paul und F i ch tu e r nebst Troß, jedoch mit wunderbar gedrückten Physiognomien, während die Gesichter der Sozial- demokraten nicht« weniger als gedrückte Stimmung verriethen. Und die» wird dem Leser sehr natürlich erscheinen, wenn er erfährt, daß besagter Schmidt mit den vielen Vornamen der famose Agent und Korrespondeut der Dresdner und sonstiger deutschen Polizeispitzen ist. Es war keine Kleinigkeit, in den SchwurgerichtSsaal zu kommen— alles Mögliche war gethan, um den Eintritt zu erschweren. Beiläufig ganz überflüssiger Weise, denn, wie sich von jedem Vernünftigen voraussehen ließ, waren alle möglichen Borkehrungen getroffen, um den Prozeß hübsch glatt sich ab- wickeln zu lassen und jegliche Abschweifung aus da« politische Gebiet zu verhindern. Wer skandalöse Polizeienthüllungen erwartete, fand sich unter solchen Umständen in seinen Erwartungen getäuscht. Desto höheren Werth vom künstlerischen Standpunkte hatte da« Justizschauspiel, welche« aufgeführt wurde. Eine Farce war's nicht— eiuwahresKabinet- stück, eine künstlerische Leistung ersten Range«. Herr Gerichtsdirektor Mangold, Herr Staatsanwalt Luft, Herr Ver- theidiger F r S n z e l, und— ja nicht zu vergessen— der Ehrenmann»c. Schmidt hatten die Rollen vortrefflich unter sich vertheilt, und alle spielten ihre Rollen vortrefflich. Herr Mangold brachte e« fertig, nicht zu lachen, und rc. Schmidt hätte es beinahe fertig gebracht, zu weinen. Mit großer Ausdauer heftete er seiue Augen aus Herrn Man« gold, um den Blicken der ihn beobachtenden Sozialdemokraten auszu- weichen. Er sah etwa« reduzirt au», der brave Agent und Korrespon- dent unseres Paul und unseres Weller, jedoch zu gleicher Zeit refignirt und vertrauensvoll. Er wußte, daß man ihn aus zehn Jahre in« Zucht- haus schicken konnte: und daß er nur durch— vernünftige Füg- und Schmiegsamkeit sich ein mildere« Urtheil erwirken konnte. Er stammelte einige Entschuldigungen und versuchte keine Vertheidigung. Wenn er seine Flucht berührte und den Namen Zürich nannte, so ge- schah es nur, um eine bedeutungsvolle Pause zu machen und ein andere» Thema zu berühren. Meisterhast war die Vernehmung der Zeugen. Einer verräth Lust, über die gezogenen Schranken hinwegzuspringen; Herr Mangold war aber bei der Hand und lenkte alle« zum Besten. Der Staatsanwalt that gleichfalls seine Schuldigkeit und auch der Herr Bertheidiger war „nicht ohne": Er stellte da« Schicksal seine« Klieiuen den Geschworneu und dem hohen Gerichtshof anheim." Alle» ging glatt, wie am Schnür- chen, und al« schließlich Herr Schmidt zu vier Jabreu Zuchthau« ver- urtheilt war, wäre um ein Haar applaudirt worden— so hübsch war die Anssührnng gewesen. Nun— im sächsischen Landtag wird noch ein kleine» Nachspiel folgen. Erwähnt sei nachträglich noch, daß Herr Schmidt schon vor seinem Bankrott wegen Diebstahl, Unterschlagung und Betrug zu neuumonatlichem Gesänguiß verurtheilt war— eine Thatsache, welche die Polizeimoral in noch hellere Beleuchtung bringt, al» sie bi«- her war. — Für da»„verfassung«mäßigeReich«oberhaup t". Einen Soldaten der hiesigen Garnison, so schreibt mau un» au« Har- bürg, welcher fich vor ca. 14 Tagen von hier heimlich entsernt hatte, fand man in einem benachbarten Dorfe in einer Scheune versteckt und zwar in einem solchen Zustande, daß derselbe sofort in da« Krankenhaus geschafft werden mußte, wo man ihm beide Beine hat ampuiiren müssen. Der Unglückliche, welcher bereit» sech« Tage in der Scheune zugebracht hatte, soll sreiwillig den Hungertod gesucht haben, nm sich de» Drangsalirungen seine» Feldwebel» zu entziehen. „O welche Lust, Soldat zu sein". Da„da» verfassungsmäßige Reichsoberhaupt" mit so großem Eifer die Soldaten vor Mißhandlungen Seiten« der Vorgesetzten zu schützen be- fliffen ist, so werden wir hoffentlich bald hören, daß der betreffende Feldwebel gehörig bestraft und mit Schimpf und Schande kasstrt worden ist. Wer hat Lust, darauf eine Welte einzugehen? Wir bieten de» rothen Adlerorden erster Klasse gegen einen bleiernen Hoseuknops. ____ — SEBtebtt rheinis chen Arbeiter denultramonlaneu „Staatsmännern" den RUcken kehren. Au» Köln er- halten wir unterm 26. Januar folgende Zuschrift: Am letzten Sonntag Hab en die Schwarzen hier eine Niederlage erlitten, wie man sie sich nichtschöner wünschen kann. Von einem gemischten Komite war eine große Arbeiterversammlung mit der Tagesordnung„Die Arbeit»- bücher" einberufen worden, zn welcher der ultramoutane Abgeordnete Bachem, aber auch— ohne daß die frommen Herren etwa» davon wußten— unser Genosse K a y s e r erschienen war. Der Abgeordnete für Köln, Herr T u st o d i S, ließ sich entschuldigen. Unter lebhafter Zustimmung der Versammlung kennzeichnete Kayser die schwankende Haltung der Zentrumsmänner und empfahl eine energisch gehaltene Resolution gegen da» klerikal-konservative Attentat aus die Ehre der Arbeiter, die auch einstimmig angenommen wurde. Der Aerger der Ultramontanen ist so groß, daß ihr Organ, die hiesige„Bolk«zeitung", im Laufe der Woche einen Artikel brachte, in welchem sie un», wenn auch nicht direkt, so doch— beinahe der Polizei denunzirte. Am nächsten Sonntag soll wieder eine Arbeiterversammlnng stattfinden." (Ist auch geschehen, und hat gleichfalls mit einer eklatanten Niederlage der Ultramontanen geendet. Genosse Grillenberger referirte über die bekannte Petition der Berliner Fachvereine(Normalarbeitstag ,c.), welche trotz ultramontaner Opposition von der Uber 1S00 Personen zählenden Versammlung mit erdrückender Mehrheit ange. nommen wurde. — Herr Ewald, so schreibt man uns aus Berlin, hat erklärt, daß er„den Kampf mit den Sozialdemokraten aufnehmen" wolle, und geprahlt, daß er sein Blatt nächsten» in vergrößertem Format und„mit mehr al» ausreichenden Mitteln" werde erscheinen lassen. Sehr schön. Herr Ewald hat damit bloß das Dunkel beseitigt, welches bisher noch über ihm schwebte, und den Beweis geliefert, daß er n i ch t auf eigene Faust, sondern aus Rechnung der Stöcker, Madai und Kon- sortenGeschäfte machen will. Nun— mit den Geschäften ist's vorbei. In diesen und ähnlichen Fällen heißt: erkannt sein, bankrott fein. Unter den Berliner Arbeitern ist für politische Schwindler kein Boden. Die hiesigen Parteigenossen find— gerade weil sie den Hauptangriff der Reaktion auszuhalten und von vornherein allen möglichen Mitteln der Unterdrückung und Bersührnng die Stirn zu bieten hatten— so vortrefflich geschult, daß sie mit bewunderung». würdigem Takte die unter den verschiedenartigsten Masken und Berklei- düngen sich nahenden Feinde herauszufinden und zu entlarven wissen. Herr S t ö ck e r mit der eisernen Stirn, der gestern um ein Haar wegen rohen Vorgehen» gegen die parlamentarische„Zucht und Sitte" vom Präsidium aus Grund der GischSflSordnung gemaßregelt worden wäre, kann ein Liedchen davon fingen. Oder auch mehrere. — Neupreußische Polizeiwirthschaft. Auf eine in Nr. 52 des „Sozialdemokrat" enthaltene Korrespondenz au» Hannover theilt man un» von dort mit, daß es in der That gar nicht wahr ist, daß aus dem betreffenden Paket, welche» Exemplare de»„Sozialdemokrat" enthalten haben„soll", der Name unseres Genossen Flügge figurirte. Es war vielmehr der Name eines Kaufmann» angegeben, und weil in dessen Nebenhause der ihm als Sozialist bekannte Flügge wohnt, so„nahm" die löbliche Polizei in ihrer unergründlichen Weisheit„a n", Flügge sei der Absender, behaussuchte und verhastete ihn und stellte scharfsinnige Hand- schristenvergleiche an. Als schließlich am 20. Januar die Sache zur Ver- Handlung kam, wußten weder Staatsanwalt noch Polizeikommissar, was überhaupt in dem betreffenden Paket enthalten war, und die Sache wurde auf einen späteren Termin zurückgesetzt, um„neue« Material zu sammeln." Eine schönere Polizeiwirthschaft läßt sich wohl kaum denken! — Oesterreich. Au« dem Lande der Korruption und Niedertracht find natürlich in erster Reihe nur Verhaftnngeu und Verurtheilungen zu melden. In Brünn wurden hinter verschlossenen Thllren die Sozia- listen Schallinger, Brestan uud R o z a zu 18, 3 und 4 Monaten schweren Kerker» verurtheilt, in W i e n der Anarchist N e v e, ehemaliger Expedient der„Freiheit", verhaftet. Deutschland soll de» Letzteren Aus- lieserung beantragt haben. Die Regierung hat zwei liberalen Schundblältern, „Extrablatt" und„Tagblatt", den Einzelverkauf untersagt, weil sie Oppo- sition heuchelten. Darob große Entrüstung unter den Liberalen, die, al« sie am Ruder waren, die damalige Oppositionspreffe in gleicher Weise brntali- sirten. In der inneren Politik blüht der politische Schacher. Die verschie- denen nationalen Fraktionen verschachern gegenseitig ein BolkSrecht nach dem andern, und trotzdem jetzt eine christlich-konservative Regierung ein Ruder ist, blüht der Konzessionsschwiudel womöglich noch stärker al« unter dem„liberalen" Gründerministerium. Die Herren haben sich gegenseitig wirklich nicht« vorzuwerfen, sie vertreten eben alle mileinauder AuSbeulerinteressen. Und wo Ausbeutung ist, herrscht auch Schwindel und Diebstahl. — Belgien. Wiederum ist einer unserer Genoffem bem belgischen Gesetz über, will sagen gegen die polilischen Alüchtliuge zum Opfer gefallen. Am 26. Januar wurde, wie man un» au» Brüssel mittheilt, der Genosse I u nck b l a ck, Haudschuhschneider, au» Belgien ansgewiesea. Bericht über die näheren Umstände folgt. Korrespondenzen. — Hamburg, 23. Januar. Eine Versammlung, wie Hamburg sie lange nicht meyr gesehen, fand am gestrigen Abend im großen Saale de» Konvent- Gartens statt. Einberufen war dieselbe von der Fori- schritispartci; die Arbeiter Hamburgs aber benutzten sie, um demonstrativ gegen die Einführung obligatorischer Arbeisbücher— diese» war die Tagesordnung— zu protestiren. Jeder Arbeiter, der die Versammlung besuchte, begriff e», ein jeder Arbeiter, der diese Korrespondenz liest, wird e» von vornherein verstehen, daß ForlstrittSpartei und Sozial- demokratie niemals Arm in Arm eine Arbeitersrage zu diskutiren ver- mögen. Aber, wird man fragen, die Fortschrittspartei muß doch ein Jmeresse daran haben, die Arbeiter in dieser Sache zu Worte kommen zu lassen, sonst würde sie die Versammlung nicht emberusen haben? Ge- wiß hat sie ein Jutereffe daran und zwar ein sehr klare»: sie will ihre Partei stärken. Al» ei» Wahlmanöver betrachteten alle Redner des Arbeiterstaude» die Einderusung der Versammlung. Ich muß eine Mittheilungen voraus- schicken, bevor ich den Kern der Diskussion wiedergebe; dadurch wird sich da« Vorgehen der Arbeiter ohne Weitere« rechtfertigen. Es war Ende Dezember v.J., als die Vorstände der Fachvereine Hamburg» ein Gesuch bei der Behörde um Abhaltung einer Versammlung betreffs Protest. erhebung gegen Eiusührung der Zwang»- Arbeitsbücher einreichen. Da» Gesuch wurde zurückgewiesen. Man wendete sich nun an den Gesammt. Senat der„Frrien Hansa Stadt Hamburg". Dieser, der Edelste der Edlen, ließ antworteu,— ohne irgend welche Gründe anzugeben—: daß auf da» Gesuch nicht einzugehen sei! Höre Deutschland,' wa« die SenatSvctterschasl in der„freien" Hansastadt fertig bringt! Dieser Senat, die Zuchtrulhe de» Fürsten Bismarck für die Hamburger Arbeiter- b-völkerung, wäre nach§ 13 de» Hamburger Vereins- und Versamm- luogegesetzes verpflichtet gewesen, Gründe für seine Antwort anzu- gebe». Aber an wen appclliren? Der Senat ist laut der Hawburtjer Versassung die höchste Instanz. Wer ist e«, frage ich. der noch sagt, daß hier da« Sozialistengesetz ,..l o h a l" gehanohabt wird? Die ForlschritiSpartei, die schon am 8. Jan. versprochen haile, Massenversammlungen für die Arbeiter abzuhalten, ließ sich' endlich herbei, zum 22. d. M. eine derartige Versammlung einzu- berusen, wa», wenn es auch herzlich spät geschehen, immerhin doch zu lade» ist. Das Benehmen der Fortschrittler in der Versammlung aber war durchaus verwerflich. Anstatt die Geschäftsordnung demokratisch zu Hand- haben und das Büreau aus der Versammlung hervorgehen zu lassen, spielte man sich in absolustistischer Manier gleich als Partei aus. Nur die unbeschränkte Redefreiheit ließ man gütigst walten. Der erste Redner war ein Fortschrittler, der mit einigen Brocken sich dahin verständlich machte, daß er und die Fortschrittspartei gegen den Antrag Ackermann und Genoffen seien, weil der Antrag reaktionär und, fall» er vom Bundesrath und Reichstag angenommen würde, für die Arbeiter von großem Nachtheil sei Er brachte eine diesbezügliche Re- solution ein, in welche sich„die heutige Fortschrittsversamm« l u n g" gegen diesen Antrag verwahre und den hohen Reichstag bitte, den Antrag abzulehnen. Jetzt war es an der Zeit, daß die Arbeiter sich regten. Zu Partei-Sonderinteresseu lassen sie sich nicht gebrauchen. Alle ihre Redner, e» waren wohl fünfzehn an der Zahl, sprachen sich scharf gegen den Anttag Ackermann und Genossen au«, alle kritisirten die Begründung desselben in schärfster Weise. Man widerlegte die Behaup- tung, daß durch die Arbeitsbücher die Bagabondage schwinde, und wie« dagegen nach, daß sie ein Hemmschuh jeder freien Bewegung sein würden. Schafft Brod, rief man den reaktionären Staatsrettern zu, so schwindet das Vagabundeuthum von selbst. Fahrt Ihr aber so fort mit Euren Unterdrückungsmaßregeln, leistet ihr fernerhin dem Ausbeuterthum Vor- schub, macht Hunderttausende zu Vagabonden und bringt sie in die Ge- fängnisse oder Zuchthäuser, so ist unser einzigster Wunsch der, daß die Thüren dieser Anstalten nicht für die armen Elenden, sondern für Euch, die Ihr diese dazu gemacht, geöffnet sein mögen, und daß Ihr selbst mit den Prügeln bedacht werdet, welchen ihr den sogenannten Vagabunden in herzlicher Menschenliebe zugedacht habt! Auch wie» man nach, daß dieser Antrag, falls wirklich zum Gesetz erhoben, nicht einmal ausführbar sei. Dieses da« Sachliche au den Ausführungen der Arbeiter Redner. Schärfer noch sprach man sich gegen das Benehmen der Fortschritts- Partei an«. Man schleuderte ihr die arge Inkonsequenz ihre« Verhaltens ins Gesicht: Ihr hättet längst maßgebende Partei sein können, wenn Ihr gehalten hättet, wa« Ihr versprochen habt. Tin solcher Antrag wie der Ackermanu'sche könnte dann gar nicht zur Diskussion stehen. Ihr wollt heut Abeud mit un« gegen ein Ausnahmegesetz protestiren, und noch vor Kurzem im Reichstag wußtet Ihr nicht, wie Ihr Euch um den Lieb- knechl'schen Antrag, der da sagte: Abschaffung aller Ausnahmegesetze, am Bequemsten herumdrehen wolltet. Ferner müßt Ihr wissen, daß dieser Antrag nur ein Ausfluß der reaktionären Strömung ist, die sich auf wirthschasillchem und politischem Gebiet in Deutschland bemerkbar macht. Dieser Antrag liegt direkt im System, und doch seid Ihr es, die zur Erhaltung unseres heutigen Regierungssystems und damit eben zur Anfrechterhaltung derselben Reaktion, gegen welche Ihr schöne Reden schleudert, da» Geld bewilligt. Kurz, Ihr seid keine Partei, welcher wir unsere Resolution anvertrauen können und fühlen wir un« deshalb ge- zwungen, Eurer Resolution eine andere, wie folgt, entgegenzustellen: „In Erwägung, daß die Eiusührung obligatorischer Arbeits- bücher dem Arbeiter den letzten Rest persönlicher nnd politischer Freiheit vollständig zerstört, erklärt die heutige Versammlung sich ganz entschieden gegen Einführung dieser Maßregel. In fernerer Erwägung, daß diese Frage eine reine Arbeitersrage ist und daher die Arbeiter ein Interesse daran haben, daß sie nicht von einer einzelnen Partei, zn deren Sonderinteresse mißbraucht wird; in weiterer Erwägung, daß die Fortschrittspartei prinzipielle Fragen nicht mit der gehörigen Konsequenz vertritt: erklärt die heutige Versammlung, daß da« Recht der Arbeiter in der gehörigen Weise nur in den Versammlungen, die von Arbeitern einberufen und geleitet werden, gewahrt wird." Dieses die Resolution. Wie c« ihr erging, brauche ich wohl kaum zu sagen. Sie kam zwar nicht sormell zur Abstimmung, wurde aber doch faktisch angenommen, ja so glänzend wie möglich angenommen, indem die Versammelten nahezu einstimmig die Resolution der Fortschritller verwarfen und sofort darauf durch da« Verlassen de» Lokal» dokumentirten, daß die Resolution der Arbeiter die beste sei. Das war ein Protest, wie er sein soll, e» war ein Triumph für die Hamburger Arbeiter, die zu mehreren Tausenden erschienen waren. So, Genoffen allerort», trägt man in Hamburg auch jetzt noch heiteren Muthes zur Schau, wer man ist und was man will. Hinzufügen muß ich noch, daß der zweite Punkt der Tagesordnung, die Einfuhr ameri- konischen Schweinefleisches betreffend, nicht erledigt werden konnte, d a d i e Z u h ö r e r v o ll stä n d i g f e h lt e n, dievor etwa fünf Minuten noch über 3000 an der Zahl waren. Welch betrübendes Bild sür die Harmonieapoflel! R o t h b a r t. — Stuttgart, 24. Januar. Unser„Hanold", der, wie wir Ihnen neulich mitiheilten, au» dem Staatsdienste entlassen wurde, hat wieder ein Unterkommen im städtischen Dienste gesunden. Da» Amt eines Polizeikommissär», welche» er bisher provisorisch verwaltete, ist ihm jetzt definitiv übertragen. Ob er Besserung, besonder« in Bezug auf seine Liebesaffaire und seinen Umgang mit liederlichen Frauenzimmern, gelobt hat, wissen wir nicht, jedenfalls steht aber fest, daß er jetzt, nach seiner „festen" Anstellung, auch glaubt,„fester" gegen un» Sozialdemokraten vorgehen zu müssen. So wurde vorige Woche bei Genosse Steiner und dessen Braut gehaussucht, Steiner verhastet und dem Gericht überliefert, welche» auch nicht» Eiligere» zu thun halte, al« ihn in Untersuchungshaft zu nehmen. Der Berhastete war von der Frau eine» Arbeitskollegen denunzirt wor- den, den„Sozialdemokrat" verbreitet zu haben. Sehr verständig benahm sich bei der Gelegenheit der Arbeitgeber Steiner'». Als dieser vernahm, um wa» e» sich handle, entließ er sofort den Mann der Denunziantin au» der Arbeit, da er mit einem Manne, dessen Frau eine Denunziantin sei, nicht verkehren wolle. Al« die Frau des Entlassenen die Nachricht der Arbeitsentziehung vernahm, benachrichtigte sie sofort die Polizei davon und unser schwarzwälder Polizeiinspektor Kern machte sich sosort aus die Socken, um den betreffenden Arbeitgeber„krast seine» Amte»" zu fragen, wie er sich unterstehen könne, einen Arbeiter,„dessen Frau nur ihre Pflicht gethan", deshalb zu entlassen. Es scheint, als ob unser biederer Kern, der etwa« lahmen Verstände» ist, seine Unwissenheit als hinreichenden Grund betrachtete, hier eingreifen zu dürfen. Der betres- sende Arbeitgeber ließ sich indeß nicht so leicht ins Bockshorn jagen; Kühl bis an'» Herz hinan, erklärte er dem verdutzten Polizeiinspektor, daß e« ihm gar nicht einfalle, den Entlassenen wieder einzustellen. Kern, dessen Gesicht bei dieser Erklärung von Wulh dreieckig wurde, wie Je- hova aus alten Gesangbüchern, rief jetzt dem dabeistehenden entlasseneu Arbeiter zu:„Wenn Der Ihnen keine Arbeit geben will, so schaffe ich Ihnen welche". Und e» geschah also: am nächsten Tag konnte„der Mann seiner Frau" beim Hosschuhmachermeister wieder zu arbeiten anfangen; doch scheint'», al» ob er vor seinen Arbeitskollegen Angst hat, denn er arbeitet nicht in der Werkstelle, sondern in seiner eigenen Wohnung. Weiter ist noch zu berichten, daß am letzten Freitag bei sechs Genossen Haizssuchung stattfand, angeblich nach verbotenen Schriften. Da die Geschichte resultatlos verlief, verschwendete Freund Kern am nächsten Tage bei zweien der Behaussuchte» noch einmal den Ueberfluß von Ein- salt, den ihm die gütige Natur beschieden, d. h. er suchte noch einmal, fand aber nicht». Auch bei dieser Gelegenheit ist Denunziation im Spiel, die aber noch näherer Ausklärung bedarf. Bon weiteren Großthaten von Polizei und Gericht ist noch zn ver- melden, daß der au» Berlin ausgewiesene frühere Gastwirth G r a ß n i ck wegen Verbreitung de»„Sozialdemokrat" nach s-chswöch-ntlicher Untersuchungshast zu zwei Monaten Gesängniß oerurlheilt wurde. Auch der hiesigen Freidenkergemeinde suchten die Stuttgarter Gewaltigen eins auszuwischen: es wurde ihr nämlich verboten, ihre„Erbau- llng«"versammlungin de» Sonntags Bormittags abzuhalten; da» ist wahrscheinlich die Strafe dasür, daß in Deutschland noch Leute e» wagen, zu erklären, daß sie s r e i— d e n k e n wollen; sollte in Deotschland doch eigentlich gar nicht mehr vorkommen I Ferner wurde noch Genosse George, Ausgewiesener au» Leipzig, zu fünf Tagen verdonnert, weil er in einer Wirihschast ein Lied ge- sungen, da» mit„Vi?« 1» Comrauno!" schloß. Verdient hat George die fünf Tage reichlich, denn wie kann man bei un» in Deutschland noch fingen I Bei der Verhandlung meinte der Staatsanwalt,«in Hoch aus die Kommune sei grober Unfug, denn jeder(I) Mensch halte dieselbe doch sür verabscheuungSwürdig. Ob der Mann wohl mehr von der Kommune weiß, al» daß sie in Pari» war? I Genial ist auch eine weitere Auslassung desselben Herriten». In dem betreffenden Liede kommt auch die Strophe vor: Die Freiheit steiget aus den Thron. Unser Siaalsanwalt definirt nun, eigentlich sei George wegen Gott weiß was Allen zu bestrascn, denn:„wenn die Freiheit aus den Thron steigen solle, so müsse da», wa» jetzt daraus sitze, erst hinunter", und da» in- volvire einen direkten Angriff auf„Se. Majestät". Zwei hätten also seiner Meinung nach oben nicht Platz; nun, der Manu mag Recht haben I Da« wäre so unser Stuttgarter Allerlei. Im Uebrigen hoffea wir, daß der Tag de« Gericht» kommen möge, ehe un» alle diese edlen Seelen au« dem Leben entwischen. Sprechsaal. Auf verschiedene Anfragen bezüglich der vou den Herrea A. chörist und Moses Hppenheimer gegen mehrere Züricher Genossen au»- gesprengten Gerüchte, bemerken wir, daß dieselben lediglich Racheakte find, diklirt von der Wuth über einen verunglückten Versuch, die Partei- lasse sür Privatzwecke zu brandschatzen. Die Augelegenheit im Partei- organ auseinanderzusetzen, dazu fehlt e» an Raum; wir bemerken daher hiermit nur zur Charakteristik der Situation, daß die angeblichen „Opser" Äbrill und chpprnhcimcr von vornherein darauf verzichteten, ihre Angelegenheit vor einem Parteiforum zu erledigen; sie trugen vielmehr dafür Sorge, ihre Berläumdungeu der sozialisten hetzerischen Lokalpresse zugängig zu machen. Wa» speziell Herrn Hppenheimer betrifft, so findet sein Verhalten in der hiesigen Parteimitgliedschaft einstimmige Berurtheilung, und hat derselbe nur dem Umstaude, daß er es vorgezogen hat, sich der- selben gar nicht erst anzuschließen, zu verdanken, daß er nicht aus der- selben auSgeschlosseu worden ist. Bon Seite der Züricher Mitgliedschaft liegt übrigen» bereit» der Antrag aus Entfernung des Herrn Hppenheimer aus der Partei der nächsten Parteiberat>ung vor. Der Lokalausschuß der Züricher Mitgliedschaft: L. T a n s ch e r, Schriftsetzer, 1. Vertrauensmann. K. M a n z, Buchbinder, 2. Vertrauensmann. I. Kappes, Schneider, Kassier. Aufrage. Die Brüsseler Genossen richten an die Genossen in Gent und BervierS hiermit die Ansrage, warum sie den Brief in Sachen der Parteiberalhunz nicht beantworten. Zur Nachricht. Auf die wegen Nr. 1 des„Sozialdemokrat" eingegangenen Reklamationen zur Auskunft, daß ein Theil derselben gekapert wurde. Der Ersatz kam gleich nach Nr. 2 zur Versendung, muß aber am Aufgabeort lange Zeit liegen geblieben sein und zum Theile jetzt noch dort lagern, da immer noch Nachfragen einlaufen. Auf wiederholte Erkundigungen unserseits erhielten wir keinen Bescheid. Unangenehm ist die Sache auch deshalb, weil den Sendungen Zirkulare bcilagen, welche viele spätere Korrespondenzen überflüssig gemacht hätten, wenn sie rechtzeitg eintrafen. pie KFpeditio». Briefkasten der Redaktion: Raummangels halber mußten mehrere Korre- spondenzen sowie eiu Theil der Rundschau für nächste Nummer zurück» gestellt werden. der Expedition: B. Zch. K. N. Fürth: Deckadresse O.-St. längst außer Verlaß. Hielt Ihren Brief 14 volle Tage zurück. Anonym kann übrigen« Jeder„sozialdem. Edrenrichter" spielen. Also erst Namen, dann Weiteres.— Rothwein: Mk. 3,— Ab. 1. Qu. erh.— Die Getreuen in Jever: Mk. 8,— sür Ab. 1. Qu. und Nachbestllg. erh. uud Alles vor- gemerkt.— Lüttich W.: Nur wenn Sie Porto hin und zurück ver- güten, kann Unverkaufte« remiltirt werden.— P. G. Chicago: Bffchst. vom 27/1. am 6/2. weitcrbesorgt. Gruß.— Dlschr. Ver. Neuchatel: Angelegenheit K. wird geordnet. Lag Jrrlhum vor. Fr. 5,30 pr. Schst. gutgebr.— Jonscher N.'I.: Kart- kostet 10 Cts. Strafporto. Auszug abg. Rem. hier— Sßm. Z.: Fr. 3,— f. Schft. erh.— G. L. Coznac: Fr. 2,50 Ab. 1. Qu. erh.— 674 G. St.: Ab. Rest 3. uud 4. Qu. und Ab. 1. und 2. Qu. mit öwfl. 6,— ausgeglichen. Bfl. Weitere».— I. W. Lbck.: Mk. 3.- Ab. 1. Qu. erh.— A. K. M-S.: Mk. 3,— Ab. 1. Qu. erh.— Schaft. Mk. 100,- ä Clo. Ab. und Nachr. vom 2/2. erh. E. längst besorgt.— Schr. B.: Mk.—,75 Portozuschlag pro 1. Qu. erh.— R. Luzern: Fr. 4,— Ab. 1. Qu. sür L. und Gen. in A. erh.— Romeo und Julia: Mk. 20,— pro Cio. Ufd. dkd erh.— A. L. D.: Mk. 3,— Ab. 1. Qu. erhalten.— Deutscher Arbeiterverein Wädensweil: Fr. 7,— pro Usd. dkd. erh.— Ruprecht: Mk. 10,— ä Cto. Ab. 1. Qu. und Weitere» dkd. erh.— Rother Greif: Bf. vom 4. erh. Gew. Adr.»c. folgt.— I. Rtbch.: Fr. 2,40 Ab. l. Qu. u. Schst. erh.— Pgk. und Sch Gbn.: Fr. 7,40 Ab. 1. Qu. durch Freundeshand erhalten.— E. Rstk.: Mk. 32,40 Ab. 1. Qu. erh.— Stbrg.: Mk. 20,— ä Conto Ab. und Mk. 9,— Schst. erh. Weitere« nach Wunsch.— Hannibal: 4 unterwegs verzögert. Weitere« notirt.- a. d. Eider: Betr. Sdg. nicht von un» ausgegangen, auch I. zweifelhast. Wahrscheinlich Polizeimache. — Der Bekminle: Lse. und Ggrchg. vom 4/2. erh. L. hatte Bsp. zu besorgen, deshalb 4 früher. Mit 6 war E. dran.— Marat M.: Ggrchg. gutgebr. Macht nur Mk. 53.97. Bstllg. folgt. Weitere» notirt.— Blitz: Bs. vom 5/2. erh.„H." 43/59 zu kaufen, sehleu z. Z. leider. FoudS zu zu diesem Zweck.— Rothe? Stern: Folgt Alle«»ach Wunsch.— Blanc: Mk. 26,— ä Cto. gutgebr. Schitbstllg. ic. baldigst.— P.- Gen. Gera: Mk. 32,— ä Cto. Aihle. dkd. erh.— X 3: Mk. 10,—& Cto. Abon. erh.— U. a. D.: Reklamiren Sie bei Nbg. Addr. R. geordnet.— I. R. in Mao«: Fr. 1,— f. Ftgschft. erh. Weitere« kommt dkd. zur Verwendung. Graß! ry•• i Samstag, den 10. Februar i Abends 8 Uhr, im ZiliriCn. Caß Kessler; Geschlossene Versammlong der dentschen Sozialisten. Tagesordnung: Besprechung der Kongressanträge. Delegirtenwahl. Die Genossen sind aufgefordert, vollzählig zu ergeheinen. Jedes Mitglied ist verpflichtet, die Mitgliedskarte vorzuzeigen. Ohne diese kein Eintritt gestattet. Der Lokalanssohnti der deutschen Sozialisten. Neu erschienen und durch un« zu beziehen: Die deutsche Geheimpolizei im Kampfe mit der Sozialdemokratie. Atttriftödie nni gniljiillnHgttt auf Grund authentischen Materials zusammmgestellt. Buchhändlerprei»: 1 Fr.— 80 Pfge. Arbeiterprei»: 50 Tt».--- 40 Pfge. Franko sür Rabatt, nur gegen BaarvorauSzahlung. Bei Einzelbezug nach Deutschland 10 Pf. Portozuschlag beizulegen. Aus größere Posten eulsprechender Rabatt. Versandt auf Gefahr der Empfänger, ohne gebundene Lieferzeit. 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