Ktscheivt »S einmal in Zürich(Schweiz) Kerla» s->ir»b»ch!,a«»l,«n» H«ttt»s«»»-Aarich. Vaßseadiisze» franeo gegen franco «Krvdhnliche Briese nach der Schweiz iosteti Doppelporto. Der Zonalöfiiiolirnt Jenirat-Hrgan der deutschen Soziatbemokratie. ��».ztvements werden bei allen schweizerischen Postbureaux, sowie beim Verlag und desien bekannten Agenten entgegengenommen und zwar zum voraus zahlbaren VierteljahrSpreiS von: Fr. 2.— für die Schweiz(Kreuzband Mk. 8.— für Deutschland(Couveri fl. 1. 7V für Oesterreich(Cönvert Fr. 2.50 für alle übrigen Länder de» Weltpostvereins(Kreuzband» Justralt Die dreigespaltene Petitzeil 25 EtS.--- 20 Pfg. 12. Donncrffag, 15 März 1883 Iii« m»ie»Kaierten»ad Lanespnieatea d»..Soiialdemod.at". Sozialdemokral' sowohl in Teutschland als auch i» Oesterreich verboten ist, bezw, verfolgt wird, und die dortigen Mühe geben, unsere Beriindungen nach jenen Ländern abglichst zu erschweren, resp. Briefe von dort an uns .-----------■-------- M iafester'"""—-*•—---- Da der ,i Sehirden sich alle M._ «BS anfett Zeitung»- und sonstigen Sendungen nach dort abj darf leine vorstchtSmastregel versäumt werdm, die Briesmc »er Sendungen zu täusche», und letztere dadurch zu schützen, als mbglich an den.Sozialdemokrat', resp. dessen Verlag selbst adresfiren, sondern sich mäglichst an irgend eine unverdächtige «dreffe ausserhalb Deutschland» und Oesterreichs wenden, welche stch dann mit uns in Verbindung setzt; anderseii» aber, dass auch uns mäglichst unverfängliche ZustellungSadressen initgetheilt werden. In lweiselhaften Füllen empstehlt stch behufs grösserer Sicherheit«ekommandirung. Soviel an uns liegt, werden wir gewiss weder Mühe noch Kosten scheuen, um trotz aller entgegen- stehenden Schwierigleiten den.Sozialdemokrat' unfern Abonnenten möglichst regelmässig zu liefern. Kart Warr gestoröen. Eine überaus schmerzliche Nachricht ereilt uns im Augenblick, da diese Nummer in die Presse gehen soll. Karl Marx, der Mann, der zuerst dem Sozialismus eine wissenschaftliche Be- griindung gab, der, im wahren Sinne des Wortes ein Denker und Kämpfer, sein ganzes Leben der Sache des Proletariats widmete, der Mann, dessen Name in allen Ländern, wo Sozia- listen weilen, mit hoher Achtung und Liebe genannt wird, den die deutsche Sozialdemokratie aber stets mit ganz besonderem Stolz als ihr geistiges Haupt verehrte, ist nicht mehr. Ein Telegramm seines Kampfgenossen Friedrich Engels zeigt uns an, daß er gestern, am 14. März, Nachmittags 3 Uhr gestorben ist. Gestorben nach langem Leiden, das ihn verhinderte, die Arbeit seines Lebens,„Das Kapital", vollendet dem Druck zu übergeben. Was die Sozialdemokratie, was die Wissenschaft an Marx verloren hat, das zu schildern, sind wir heute außer Stande. Ein so außerordentlich reiches Wissen, gepaart mit einer noch selteneren Schärfe der Kritik und eine so leidenschaftliche Hingabe an die Sache des Proletariats sind noch nie zuvor in einem Menschen vereinigt gewesen. Denn in dem Mann, den man als kalt und gefühllos verschrien hat, pulsirte echte wahre Leidenschaft. Freilich, streng wie er gegen sich selbst war, war es auch in der Wissenschaft und in der Politik. Gegenüber Politikern und Vertretern der Wissenschaft kannte er allerdings keine Rücksicht. Alle Gefühlsschwärmerei war ihm zuwider, er sah in ihr, der Stütze aller Pfaffen, mit Recht die Gegnerin jedes entschlossenen Handelns. Kaum 70 Jahre ist Marx alt geworden. Inmitten seines Schaffens riß ihn der Tod hinweg, nachdem er ihm kurz zu- vor Frau und älteste Tochter geraubt. Zwei Töchter trauern neben Friedrich Engels an seinem Grabe. Mit ihnen tranern Hunderttausende von Arbeitern aller Länder. Marx starb im Exil, das er freiwillig verlängert hatte, um sich volle Unabhängigkeit seiner Studien zu sichern. Wenn er auch Deutschland noch immer geknechtet und geknebelt sah, so dachte er doch nicht pessimistisch von ihm. Er setzte seine ganze Hoffnung auf die deutschen Arbeiter und drückte wiederholt seine Freude aus über die kluge, männliche Ent- schloffenheit, mit der sie das Sozialistengesetz unwirksam zu machen verstanden. Er, der mehr als ein Menschenalter für die soziale Revolution gewirkt hatte und daher ein Recht be- saß, ungeduldig zu werden, er wußte die Schwierigkeiten des Kampfes in Deutschland wohl zu würdigen. Mit dem Bewußt- sein., daß das deutsche Proletariat seiner hohen geschichtlichen Mission gewachsen ist, ist er gestorben. Sein Andenken wird unauslöschlich in uns fortleben. Zürich, den 15. März 1883. Die Redaktion und E-kpedition des„Aoiialdemokrat." Zum 18. März. Aus dem ganzen Erdenrund, wo nur Sozialisten weilen, wird der 18. März als ein hehrer Gedenktag der Revolution gefeiert, doppelt hoch hält ihn das deutsche Proletariat. Die Sozialisten aller Länder feiern den 18. März als dm Jahrestag der Pariser Kommune, jener großartigen Erhebung des Pariser Proletariats, die den Klassenkampf der modernen Gesellschaft, den unerbittlichen Kampf der Ausgebeuteten gegen die Ausbeuter, mit nie zuvor gekannter Schärfe der Welt zum Bewußtsein brachte. Für die deutschen Arbeiter abcr ist der 18. März auch der Gedenktag der Revolution dcS Jahres 1848, der ersten allgemeinen Volkserhebung in Deutschland seit der Zeit der Bauern- kriege. Der ersten— nach mehr als drei Jahrhunderten. Fünfunddreißig Jahre sind vorübergegangen, seit im deutschen Volke der Freiheitsgedanke Blut und Leben gewann, fünfund- Zeißig Jahre seit der Freiheitstraum auf kurze Zeit schöne Wirklichkeit zu werden schien— und noch immer schmachtet daö deutsche Volk unter dem Druck tyrannischer Knechtschaft. Der freie Gedanke wird vorhöhnr, die freie Presse ist unterdrückt, das freie Wort ist geächter. Die Revolution des Jahres 1848 trat in Deutschland als eine bürgerliche auf. Das Wort bürgerlich im weiteren Sinne, nicht als Begriff der Klasse genommen. Arbeiter kämpften mit dem Bürgerthum gemeinsam gegen den Absolutismus. Aber kaum regte sich in der Arbeiterklasse das Gefühl der Selbststän- digkeit. kaum wurden Stimmen unter den Arbeitern laut, daß die bürgerliche Gleichheit Aller vor dem Gesetz nicht das letzte höchste Ziel des Kampfes sei, so trat die Spaltung ein. Im Jargon der Bourgeoispresse hieß es: die Reaktion treibt Straßen- demagogie, sie spielt die Arbeiter gegen das Bürgerihum aus. Mir diesem Schlagwort aber bekämpfte die Bourgeoisie jede selbst- ständige Arbeiterbewegung überhaupt, mit ihm beschönigte sie ihren Verrath an der Volkssache, ihre Ueberläuferei ins Lager derselben Reaktion, gegen welche sie kurz vorher noch gezetert hatte. In Frankreich kam es 1848 in den Junitagen zum blutigen Straßenkampf zwischen Bourgeoisie und Proletariat, in Deutsch- land war die Bourgeoisie nicht stark genug, es auf einen solchen ankommen zu lassen, und das Proletariat nicht entwickelt genug, ihn zu versuchen. Die Reaktion siegte, weil die Bourgeoisie zwar gewillt war, zu herrschen, nicht aber ihre Haut zu Markte zu tragen, während das Proletariat zwar seine Haut zu Markte trug, nicht aber im Stande war, herrschende Klasse zu werden. Die Reaktion siegte. Dank der Feigheit der Bourgeoisie, aber sie ging nicht ungeschwächt aus dem Kampf hervor, und so ver- lies die 1848er Revolution in einen faulen Kompromiß, dessen Frucht die unglückseligste aller Mißgeburten, die konstitutionelle Monarchie war. Die Bourgeoisie kam dergestalt auf Umwegen zu ihrem Ziel. Sie, die die Revolution verrathen hatte, trug den- noch den Vortheil davon. Ihre ideologischen Vertreter, sowie die noch nicht zum Klassen- bewußtsein gelangten Elemente des Bürgcrstandes feierten daher noch längere Zeit das Andenken an die März-Revoluiion. Vor zehn Jahren veranstalteten in Berlin noch Fortschrittler eine Märzfeier. Es war das letzte Mal. Als bei der ersten Be- rathung des Sozialistengesetzes im Oktober 1878 ein Sozialist sich herausnahm, an den 18. März 1848 zu erinnern, wurde er von den gesummten Vertretern der bürgerlichen Ordnung nieder- geschrieen. Republikaner zu sein, ist ein Vorwurf, gegen den man sich heute entrüstet verwahrt. Nur die Arbeiterklasse feiert noch die Revolution. Sie hat gekämpft, nicht um zur Herrschaft über Andere zu gelangen, son- dorn um frei zu sein, um der Unterdrückung des Menschen durch den Menschen ein Ende zu machen. Das war ihr Ziel, das i st ihr Ziel. Sie kann nicht aul' halbem Wege stehen bleiben, für sie gibt es kein Kompromiß, vorwärts, immer vorwärts muß sie,. bis ihr Ziel erreich! ist. Sie hat den Gedanken der Revo- lution aufgenommen und weiter entwickelt, ihm einen neuen Inhalt gegeben. Die Forderung der politischen Freiheit ist ge- blieben, die Phrase von der„Freiheit der Arbeit" aber hat der Forde- rung Organisation der Produkion weichen müssen. Die For- derung der Gleichheit vor dem Gesetz ward zur Forderung der Gleichheit der materiellen Existenzbedingungen, der sentimentale Ruf nach Brüderlichkeit hat Platz gemacht der Erkennmiß der Soli- darität der menschlichen Interessen. Die Arbeiterklasse feiert die Gedenktage der Revolution, weil sie selbst revolutionär fühlt und denkt, weil das Proletariat die einzig revolutionäre Klasse der Neuzeit ist. Wenn die deutschen Arbeiter die Märzrevolution lange Zeit mit dem Bürgerthum, anfangs meist sogar unter der Aegide desselben feierten, so ist die Feier des Gedenktages der Pariser Kommune dagegen von Anfang an ausschließlich Sache des klassenbewußten Proletariats gewesen— in Deutschland wie qllerorts. Auch die Kommune war ursprünglich keine rein proletarische Bewegung gewesen, sondern eine Erhebung aller aufrichtig republikanischen Elemente der Pariser Bevölkerung gegen die monarchistischen Jntriguanten in Versailles. Aber die Arbeiterklasse stellte das thatkräftige Element zum Kampf, und kaum war der Kampf mit Versailles aufgenommen, so war s i e es, die— ein Zeichen ihrer fortgeschrittenen Entwicklung— ihre Ideen der Kommune aufprägte. So infam verlogen die Depeschen waren, welche der hinterlistige Ränkespinner Thiers über die Kommune in den Provinzen verbreiten ließ, in einem Punkte hatte er Recht: das Eigenthum war thatsächlich in Gefahr. Freilich nicht in dem Sinne, wie es den bornirten Spießbürgern vorgemalt wurde. Die Pariser Kommune halte als unmittelbares Ziel nur eines: die Rettung der Republik. Dieses Ziel hat sie, trotz ihrer end- lichen Niederlage auch erreicht. Es steht heute fest, daß wenn die Pariser Bevölkerung im Frühjahr 1871 stch nicht erhoben hätte, Thier? und das Versaillcr Krautjunkerparlament die Repu- blik den Orleans in die Hände gespielt hätten. Die Kommune verhinderte diesen Handel; um ihre Behauptungen Lügen strafen zu können, mußte Thiers die Republik anerkennen, mußte er die Kämpfer für die Republik als die Feinde der Republik aus- rufen. Die Kommunards Feinde der Republik! Sie, die mit dem Ruf vivo la ropudliquo! im Kampfe auf den Barrikaden ihr Leben aushauchten! Die Vinoy, die Gallifet, die Ducrot, das ganze monarchische Schmarotzerthum, figurirtcn plötzlich als Kämpfer für die Republik! Ist ein größerer Hohn der Geschichte denkbar? Aber die ungeheuerlichste aller Lügen wurde geglaubt, geglaubt von der französischen Bourgeoisie, geglaubt von der Bourgeoisie aller Länder. Ob der Augenschein, ob die Thatsachen noch so deutlich dagegen sprachrn. man glaubte, weil man glauben wollte. Als die Pariser Kommune, heißt es in der von Marx verfaßten Adresse des GeneralratheS der Internationale über den Bürgerkrieg in Frankreich,„als die Pariser Kommune die Leitung der Revolution in ihre eigene Hand nahm; als ein fache Arbeiter zum ersten Mal es wagten, das RegierungSprivi- legiuni ihrer„natürlichen Obern", der Besitzenden anzutasten, und, unter Umständen von beispielloser Schwierigkeit, ihre Arbeit bescheiden, gewissenhaft und wirksam verrichteten— sie verrichteten für Gehalte, deren höchstes kaum ein Fünftel von dem war, was nach einem hohen wissenschaftlichen Gewährsmann(Professor Huxlcy) das Geringste ist für einen Sekretär des Londoner Schulraths,— da wand ssch die alte Welt in Wuthkrämpfcn beim Anblick der rothen Fahne, die, das Symbol der Republik der Arbeir, über dem Stadthause wehte. „Und doch war dies die erste Revolution, in der die Arbeiter- klasse offen anerkannt war als die einzige Klasse, die noch ei ner gese lls ch a ftli ch en Jni tiat i v e fähig war." Das war ihr Verbrechen, deswegen ward sie verketzert und verlästert, deswegen verleumdet und beschimpft. Nur die klassenbewußten Arbeiter stimmten nicht ein in das Geheul gegen die Kommune. Sie wußten, daß es ihre Brüder waren, die in Paris kämpften, und daß sie für die Sache der Volksbefreiung kämpften. Verräther gibt es überall, die Un- wissenheit kann verführt, mißleitet werden, aber daß eine Klasse bewußt ihre eigene Sache verräth, daß sie bewußt gegen ihre eigene Sache kämpft, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Und von der politisch so hoch entwickelten Pariser Arbeiterbevölkerung war dies doppelt unmöglich. In allen Ländern»ahmen die vor- geschcitteneren Arbeiterelemente leidenschaftlich für die Kämpfer der Kommune Partei, und besonders die deutsche Sozialdemo- kratie hat die Genugthuung, daß es ihre Vertreter waren, die von der Tribüne des Reichstags herab damals die Pariser Kommune gegen die verläumderischen Angriffe der gesummten europäischen Reaktion in Schutz nahmen, ja noch mehr, sich mit ihr solidarisch erklärten. Die Kommune ward niedergeschlagen, Verrath hatte den Ver- saillern die Thore von Paris geöffnet, und den Fall beschleu- nigt, der unvermeidlich geworden war. Daß die Kommune fallen mußte, darüber waren sich ihre besten Kämpfer selbst damals klar— sie starben nichtsdestoweniger den Heldentod— heute ist es allgemein anerkannt. Es wäre Verrath an der Sache des Volkes, dies zu leugnen. Sobald cS gelungen war, Paris von dem übrigen Frankreich zu trennen, es mit ihm in Gegensatz zu bringen, war Paris verloren. Davor hätten es alle terroristischen Gewaltmaßregeln, in dercm Mangel heute vielfach die Ursache der Niederlage gesucht wird, nicht geschützt. Der Befreiungskampf des modernen Proletariats kann nicht durch lokale Erhebungen, und seien dieselben noch so großartig, ausgefochten werden. Ihre politische Aufgabe konnte die Kommune erfüllen, ihre soziale nicht. Ihr ökonomisches Programm ist— Dank der damals noch tn Frankreich allgemein verbreiteten proudhonistischen Lehren— durchaus unzureichend. Man suchte den Kern des Uebels, die Ursache der Ausbeutung nicht in der Produktion, sondern in der Zirkulation. Man wollte das Lohnsystem abschaffen, aber man wußte nicht, wo Hand anlegen; die Parole„Expropriation der Expropriatems, Enteignung der Enteigner", ward noch nicht laut. Heute ist sie die Grundlage des Programms der französischen Sozialisten: bei der vor wenigen Tagen vollzogenen Wahl in Belleville bildete sie das Schiboleth des Kampfes. Die Kommune wurde im Blute erstickt, aber aus ihrer Asche ist eine neue Bewegung hervorgewachsen, eine Arbeiterpartei mit einem klaren bestimmten Programm. Wohl hat auch sie noch ihre Jugendkämpfe durchzumachen, wohl wogt und gährt es noch in ihren eigenen Reihen, aber sie ist da und bildet schon heute das vorwärtstreibende Element im sozialen Kampfe. Sie ist politisch und ökonomisch revolutionär, und diejenigen ehemaligen Kommunards, welche an den Grundsätzen von 1871 festhalten zn sollen glauben, werden von ihr als reaktionär bekämpft. Sie ist über das ganze Land hinaus verbreitet, und verwirft den Gedanken der einseitigen lokalen Befreiungsversuche, sie ist nicht kommunalistisch, sondern kommunistisch. So schreitet die sozia- listische Bewegung rückhaltlos vorwärts, weder Ströme von Blut, noch Einkerkerungen und Deportationen vermögen ihren Vormarsch zu hindern. Frankreich ist Republik, und wenn dieselbe auch noch sehr viel zu wünschen übrig läßt, so hat doch wenigstens in dieser Beziehung die Kommune nicht vergebens gekämpft, ist das Blut der Taufende und Abertausende nicht ganz umsonst geflossen. Die überlebenden Kommunards sind amnestirt in ihre Heimath zurück- gekehrt, und deshalb wird, wenn wir heut der Kommune, ihrer Kämpfe, ihrer Leiden, ihrer Opfer gedenken, neben allen anderen Empfindungen, die uns durchwühlen, sich doch auch ein Gefühl der Genugthuung in uns geltend machen. Wie aber steht es in Deutschland? Auch die Kämpfe deS März waren nicht vergebens gewesen, mancher veraltete Zopf hatte in die Rumpelkammer fliegen, manche dem Polizeistaat theuer gewordene Einrichtung den Weg alleS Irdischen wandern müssen. Zuviel war jedoch von ihm noch übrig geblieben; das GotteSgnadenthum blieb unangetastet, und in seinem Schatten sammelte sich all' das lichtscheue Pack, welches die Märzsonne verscheucht hatte. Je stärker das Königthum wurde, um so breiter machten sich seine Schützlinge, Junker und Pfaffen. An- fangs fanden sie in der Bourgeoisie einen erbitterten Feind, als diese aber aus Furcht vor der Arbeiterbewegung gleichfalls unter die schützenden Fittige des Königthums flüchtete, da war es mit der Todfeindschaft aus, man schloß Frieden, und die Kosten be- zahlte das Volk. Ein Recht nach dem andern hat man dem deutschen Volke gestohlen, unter dem Titel von Reformen ihm Steine statt Brod gegeben. Nie hat in Deutschland die Polizei so unumschränkt geherrscht als heute, nie die Denunziation und Spionage, diese Sumpfpflanze jedes verkommenen Staaatswesens, so üppig in Blüthe gestanden als jetzt. Jeder Tag bringt neue Beweise junkerlichen Uebermuths und pfäffischer Anmaßung. Schon schwingen prügelwüthige Gutsbefltzer hoffnungsvoll die Peitsche, um sie demnächst auf den Nacken arbeitsloser Proletarier oder nicht ganz willenloser Landsktaven herabsauscn zu lassen, schon reiben augenverdrehende Mucker sich schmunzelnd die Hände ob der Hoffnung, daß dem niederen Volke das Studium der gott- losen Naturwissenschaften verboten werde, und der ausbeutegierig- Fabrikant kann den Augenblick kaum mehr erwarten, wo dem Ar- beiter auch der letzte Rest von Koalitionsrccht genommen sein wird. Und das Volk hungert und darbt; wer es wagt, seine Stimme zu erheben, wird eingekerkert, ausgewiesen, wie ein Aus- sätziger von Ort zu Ort gejagt. Das ist das Bild, welches Deutschland heute bietet, fünfunddreißig Jahre nach der hoffnungs- reichen Märzrevolution! O wär' der Grimm, der rothe Grimm dem Lande so geblieben— singt Freiligraih in seinem herrlichen Gedichte„Die Tobten an die Lebenden". Hätte damals die Revolution nicht auf halbem Wege Halt gemutzt, es wäre vieles heule anders und besser. Umcr den Folgen der damaligen Halbheit leidet die ganze politische Entwicklung Teutschlands. Wer die Schuld daran trägt, haben wir oben gezeigt, es ist die feige heuchlerische Bourgeoisie, welche damals die Sache des Volkes verrieth und sie stets veo rathen wird. Tu aber Volk, mbeitendes und hungerndes Proletariat, ,. u hast die Erbschaft der Kämpfer von 1848 angetreten� Die Revo- lutio» ist Dein Erbtheil und, fürwahr! ein besseres Erbtheil als jenes verlogene Erbtheil der Enterbten, von dem Deine Unter- drücker Dir vorflunkern. Du hast Dir den Grimm, den„rothen Grimm", von dem der Dichter spricht, bewahrt, und Tu wirst dereinst zur Wahrheit machen, was er die Tobten des März prophetisch voraussagen ließ: „Zu viel de« Hohns, zu viel der Schmach wird täglich Euch geboten: Euch muh der Grimm geblieben sein— o, glaubt es uns den Todten! Er blieb Euch! ja, und er erwacht, er wird und muß erwachen! Die halbe Rwolution zur ganzen wird er machen! Er wartet nur des Augenblicks, dann springt er auf allmächtig; Gehobuen Arme», weh'ndcn Haar«, dast-ht er wild und prächtig! Die rost'ge Büchse legt er an, mit Fenfterblei geladen, Die rothe Fahne lägt er Wehn hoch auf den Barrikaden! Sie fliegt voran der Bürgerwehr, sie fliegt voran dem Heere— Die Throne gehu in Flammen aus, die Fürsten fliehn zum Meere! Die Adler fliehn, die Löwen fliehn, die Klauen und die Zähne!— |!nl seilte Ivkiuift dildet selb» das volb, das souvrriine!" Die Mark.*) In einem Lande wie Deutschland, wo noch ungefähr zwei Drittel der Bevölkerung vom Landbau leben, ist es nothwendig, daß die sozialistischen Arbeiter und durch sie die Bauern er- fahren, wie das heutige Grundeigenlhum, großes wie kleines, entstanden ist; nothwendig, daß dem heutigen Elend der Tag- löhner und der.heutigen Berschuldungsknechtschaft der Klein- dauern entgegengehalten werde das alte Gemcineigenthum aller st-eien Männer an dem, was damals für sie in Wahrheit ein „Vaterland", ein ererbter freier Gemeinbesitz war. Ich gebe daher eine kurze geschichtliche Darstellung jener uralten deutschen Bodenverfassung, die sich in kümmerlichen Resten bis auf unsere Tage erhalten, die aber im ganzen Mittelalter als Grundlage und Vorbild aller öffentlichen Verfassung gedient und das ganze öffentliche Leben, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Nordfrankreich, England und Skandinavien durchdrungen hat. Und dennoch konnte sie so in Vergessenheit gerathen, daß erst in der letzten Zeil G. L. Maurer ihre wirkliche Bedeutung von neuem entdecken mußte. Zwei naturwüchsig entstandene Thatsachen beherrschen die Urgeschichte aller oder doch fast aller Völker: Gliederung des Volkes nach Verwandtschaft, und Gemeineigenthnm am Boden. So war es auch bei den Deutschen. Wie sie die Gliederung nach Stämmen, Sippschaften, Geschlechtern aus Asien mit- gebracht hatten, wie sie noch zur Römerzeit ihre Schlachthaufen so bildeten, daß immer Nächstverwandte Schulter an Schulter standen, so beherrschte diese Gliederung auch die Besitznahme des neuen Gebietes östlich vom Rhein und nördlich von der Donau. Auf dem neuen Sitz ließ sich jeder Stamm nieder nicht nach Laune oder Zufall, sondern, wie Cäsar ausdrücklich angibt, nach der Geschlechtsverwandtschast der Stammesglieder. Den näher verwandten größeren Gruppen fiel ein bestimmter Bezirk zu, worin wieder die einzelnen, eine Anzahl Familien umfassenden Geschlechter sich dorsweise niederließen. Mehrere verwandte Dörfer bildeten eine Hundertschaft salthochdeutsch ' huntari, altnordisch heradh), mehrere Hundertschaften einen Gau; die Gesammtheit der Gaue war das Volk selbst. Dez- Boden, den die Ortschaft nicht in Beschlag nahm, blieb zur Verfügung der Hundertschaft; was dieser nicht zugetheilt war, verblieb dem Gau; was dann noch verfügbar war— meist ein sehr großer Landstrich— blieb im unmittelbaren Besitz :s ganze» Volks. So finden wir in Schweden alle diese verschiedenen Stufen von Gemeinbesitz neben einander. Jedes Dorf hatte Dorfgemeinland(bys almänningar) und daneben gab es Hundertschafts- siiäracks), Gau- oder Landschafts- *! Aus„Die Einwicklung de« Sozialisni«? ron der Utopie zur Wissen Ichail' von Fr. Engel«. (lanäs) und endlich das vom König als Vertreter des ganzen Volkes in Anspruch genommene Volks-Gemeinland, hier also ieommgo almänningar genannt. Aber sie alle, auch das königliche, hießen ohne Unterschied almänningar, Gemein- ländereien. Wenn die altschwedische, in ihrer genauen Unterabtheilung jedenfalls einer späteren Entwicklungsstufe ungehörige, Ordnung des Gemeinlandes in dieser Form je in Deutschland bestanden hat, so ist sie bald verschwunden. Die rasche Vermehrung der Bevölkerung erzeugte auf dem, jedem einzelnen Dorf zugewie- jenen sehr ausgedehnten Landstrich, der Mark, eine Anzahl von Tochterdörfern, die nun mit dem Mutterdorf als Gleich- berechtigte oder Minderberechtigte eine einzige Markgenossenschaft bildeten, so daß wir in Deutschland, soweit die Quellen zurückreichen, überall eine größere oder geringere Anzahl von Dörfern zu Einer Markgenossenschaft vereinigt finden, lieber diesen Verbänden aber standen, wenigstens in der ersten Zeit, noch die größeren Markverbände der Hundertschaft oder des Gaus, und endlich bildete das ganze Volk ursprünglich eine einzige große Markgenossenschaft zur Verwaltung des in unmittelbarem Volksbesitz gebliebenen Bodens und zur Oberaufsicht über die zu seinem Gebiete gehörigen Untermarken. 'Noch bis in die Zeit, da das fränkische Reich sich das ostrheinische Deutschland unterwarf, scheint der Schwerpunkt der Markgenossenschaft im Gau gelegen, der Gau die eigent- liche Markgenossenschaft umfaßt zu haben. Denn nur daraus erklärt sich, daß so viele alte große Marken bei der amtlichen Eintheilung des Reichs als Gerichtsgaue wieder erscheinen. Aber schon bald darauf begann die Zerschlagung der alten großen Marken. Doch gilt noch im„Kaiserrecht" des 13. oder 14. Jahrhunderts als Regel, daß eine Mark 6 bis 12 Dörfer umfaßt. Dies Fortbestehen der größeren Marken ist ein wesent- lichcr Unterschied des deutschen Gemeineigenthums vom heutigen russischen; in Rußland hat jede Dorfgemeinde ihr eigenes, gesondertes Gemeinland, soweit es ihr nicht vermittelst Ab- lösung der Leibeigenschaft ab- und dem Gutsherrn zugesprochen ist.*)(Fortsetzung folgt.) Die Kultur und die herrschenden Klassen. Vor ewigen Tagen schrieb Herr Bismarck, der Abgott unserer herrschenden Klassen(wenn sie auch zum Theil jetzt mit ihm schmollen) einen Schreibebries über die V i v i s e l t i o u s f r a g e, in welcher er der modernen Wissenschaft den Fehdehandschuh hinwarf und als An- walt der Dummheit unter heuchlerischen Humanitätsbetheuerungen die Schonung der Thiere predigte— er, der Hunderttausende von Menschen aus die Schlachtbank geführt, und Millionen von Menschen in« Unglück gestürzt hat. Die Priester de« Alterthum», die Päpste de« Mittelalter«, welche au« Haß gegen die Wiffenschasl und an« blindem Aberglauben da» anatomische Studium verboten, haben im Kanzler de« an der Spitze der Zivilisation(im Itechschritr) marschirenden deutschen Reich» ein würdige« Seilcnstück erhalten. Dieser thiermitleidige Biedermann ist beiläufig— abgesehen von den schon angeführten Hunderttausenden aus die Schlachtbank geführter Menschen— gleich sämmtlichen Machern der„Bewegung" gegen die Vivisektion ein strammer Verehrer de« moralifirenden Henkerbeile» und de« zivilifirenden Haselstocks. Heuchelei muß sein und nicht blo« politische, zu der er sich ausdrücklich bekannt hat. Dieser Tage hatte sich der„Sozialdemokrat" mit Herrn B i r ch o-w, diesem wissenschaftlichen Vertreter unsere» Bürgerrhum«, zu beschäftigen, welcher der Wissenschaft Schranken ziehen will und einem Stöcker gegen- über die Konsequenzen der wissenschaftlichen Forschung feige verleugnet und verräth. Und heule haben wir einen anderen Vertreter der herrschenden Klasse, ebenfalls einen„Liberalen", und zwar einen vom„reinsten Wasser" zu brandmarken, der ein schmachvolles Attentat ans die Volk«- schule verübt, und einer Verkürzung der ohnehin viel zu spärlich be- meffenen Schulzeit da« Wort geredet hat. Wir meinen den Freund und Kollegen Eugen Richter«, den Pollux diese? Tastor, den großen Frei- Händler und Sezessionistensührer Rickerl. Der genannte Herr sagte in der Sitzung des preußisch n Landtag« vom 7. d». Ml«, nach dem steno- graphischen Bericht der(sezesfionistischen, dem Redner also parteigenös- fischen)„Magdeburger Zeitung" wörtlich: „Ans die Schulunterhaltungspflicht will ich, mit Rücksicht auf die Geschäftslage nicht eingehen; nur einen Punkt möchte ich noch hervorheben. In der Denkschrift de« Herrn Kultusminister» über das Volksschulwesen ist gesagt, daß an der obligatorischen Schulzeit von 8 Jahren nicht« gekürzt werden soll, nnd an diesem Grundsatze hält auch diese Seite de« Hause« fest. Ich persönlich bin— das wird vielleicht al« nicht liberal erscheinen— nicht der Ansicht, daß eine Abkürzung der Schulzeit eine Verringerung der allgemeinenBildung zur Folge habe. Ich glaube, e« ließe sich ohne Scha- den etwa« an der Schulzeit kürzen, aber nicht nach oben, sondern nach unten zu. Wenn die Kinder erst später al« gleich nach Bollendung de« sechsten Lebensjahre« in die Schule eintreten, würden sie mindesten« dasselbe al« jetzt lernen können, wahrscheinlich aber mehr, da sie nicht die ersten paar Jahre unter den Kindern älterer Jahrgänge in dumpfem Hinbrüleu zubringen müßten. Durch diese« Mittel ließe sich in geeig- uetcrWeise anLehrern undSchulbanten sparen." Herrn Rickert'« Wink wird hoffentlich von der Reichsregierung ver- standen. Wir hatten früher geglaubt, in Preußen gäbe e» nicht genug Lehrer und Schulen, und nun erfahren wir von Herrn Rickert, daß e« deren zu viele gibt. Ein paar Milliönchen ließen sich auf diese Weise „ersparen" und köunteu dem Fisku« zu gut kommen. Welch nützliche Entdeckung für den preußischen Militärstaat— aus Kosten de«„Jnlelli- genzstaars".— Doch Scherz bei Seite! Man traut seinen Augen kaum, wenn man Solche« al« Aeußerung eine« liberalen Parteiführer« liest. Wir hatten bisher immer geglaubt, die 8jährige Schulzeit wäre da« denkbar niedrigste Minimum. Alle namhaften Pädagogen ohne Aus- nähme find einig darin, zu erklären, daß eine 8jährige Schulzeit nicht ausreicht; und man ist deshalb allgemein, oder doch wenigsten» in den meisten Staaten Deutschland«, auf da« Auskunft»- und Palliativmittel verfallen, durch Fortbildungsschulen da», wa» die Volksschule versäumt hat, nothdürstig nachzuholen. Herr Rickert ist anderer Meinung: die 8jährige Schulzeit ist ihm zu lang. Wir hatten bisher geglaubt, die Angriffe auf die 8jährige Schulzeit giugen ausschließlich von P fassen, Reaktionären und sonstigen verrufenen Dunkelmännern au«. Wir hatten gedacht, e» bleibe den *) Den Hinweis auf diesen, in seinen geschichtlichen Folgen höchst wichtigen Unterschied verdanke ich Marx, der in Allem, wa« die Urzu- stäube der menschlichen Gesellschaft angeht, unbedingt die erste Autorität ist. Hoffen wir, daß der zweite Band de«„Kapital»", worin bei Gelegen- heit der Grundrente auch da« Grundeigenlhum zur Behaudlung kommt, wenigsten» die Hauptresultate seiner Forschungen mittheileu wird. bayerischen nnd österreichischen Pfaffen überlassen, Angriffe auf die acht- jährige Schulzeit zu machen. Wir hatten un« geirrt. Auch einer der renommirtesten Führer der liberalen Parteien ist unter die Dunkelmänner gegangen, nnd betheiligt ich an diesen Angriffen. Rur in einem Punkt unterscheidet er sich von den bayrisch österreichischen Pkaffen: während diese da« achte(letzte) Schuljahr beseitigen möchten, will er da« erste, nein,« u ch d a« zweite„die ersten paar Jahre" beseitigen— die Kinder erst später in die Schule gehen laffen. Wenn wir die Zwangswahl zwischen beiden Abkürzungen hätten, würden wir unbedingt die der bayrisch-österreichischen Pfaffen vorziehen. Denn, wie jeder praktische Pädagog un» zugeben wird, kann der Unter- richt de« letzten Schuljahres leichter ersetzt werden, al» der de« erst en. Gerade da« erste Schuljahr ist für die ungeheure Mehrzahl der Kinder, d. h. für alle diejenigen, deren Eltern kein ordentliches Heim und kein normales Familienleben haben, von außerordentlicher, oft entscheidender Bedenlung, und absolut unentbehrlich. Wenn heute in etwa« gefehlt wird, so ist e« nicht darin, daß die Kinder zu früh, sondern daß sie z u s p ä t in die Schule kommen. Die besten Pädagogen befürworten deshalb die obligatorische und allgemeine Einführung der Kinder- gärten(freilich nicht ganz nach dem stark veralteten Rezept Fröbel«) und deren Einverleibung in den Volksschulplan, so daß die Kindergärten ozusagen die Vor-Volksschule bilden würden. Herr Rickert, der große liberale Parteiführer, denkt ander«, die Schul- zeit ist zu lang. Freilich, er ist zu liberal, um auszuplaudern, daß da« Volk ihm zu viel lernt. Im Gegeutheil: wenn man die Schulzeit„nach unten" abgekürzte, würden die Kinder mehr lernen, meint der biedere liberale Führer,„die Kinder würden dann nicht die ersten paar Jahre in dumpfem Hinbrüten unter den Kindern der älteren Jahrgänge zubringen." Wir reiben un« die Augen. Bringen denn in deutschen, in preußischen Volksschulen die Kinder ihre ersten Jahre„in dumpfem Hin- brüten" zu? Sind nicht die ersten Jahre die anregendsten, in denen notorisch die größten Fortschritte gemacht werden? Oder beabsichtigte Herr Rickerl etwa ein Pasquill auf die preußische Volk- schule? Es ist a wahr, gleich der heutigen Volksschnle überhaupt, taugt sie verteufelt wenig und gibt un» nicht da« mindeste Recht, andere Nationen, z. B. die Engländer und Franzosen, auf diesem Gebiete Uber die Achseln anzusehen. Aber an ein solche« Pasquill kann Herr Rickert nicht gedacht haben, denn sonst hätte er, statt der Verkürzung der Schulzeit, die V e r- besserung der Volksschule, statt de«„Sparen«" an Lehrern und Schulhäusern, die Anstellung von mehr Lehrern, die Errichtung von mehr Schulen, und die Hebung de« gesammten Bolksunterricht» fordern müssen. Da« fällt Herrn Rickert nicht ein. Die moderne Bourgeoisie ist, in Folge der sozialökonomischen Entwicklung der Neuzeit, reaktionär geworden, und indem der große liberale Führer, Herr Rickert, Hand in Hand mit den bayrisch-österreichischen Pfaffen und sonstigen Reaktionären und Dunkelmännern die Verkürzung der Schulzeit verlangt, ist er der echte, ehrliche Repräsentant der reaktionär und kultur- feindlich gewordenen Bourgeoisie. He. Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 14. März 1883. — Ein deutsche« Kulturbild. In Bockenheim wurde am 9. März der au» Berlin ausgewiesene Genosse M ö b i u»—„ein armer Schneidergeselle", heißt e» in den Zeitungen— beerkigt. Zu» Leichenfeier waren erschienen sieben Leidtragende, sieben berittene Schutzleute, eine Menge Schutzleute zu Fuß und einige Polizisten in Zivil. Ein Freund de« Verstorbeuen au« Frankfurt a. M. hatte einen Kranz mit rother Schleife mitgebracht. Die rothe Schleife wurde von einem Schutzmann kvnfiszirt, d. h. gestohlen. Diese Notiz empfehlen wir als Motto für ein etwaige« Geschichtswerk über da« zweite deutsche Kaiserreich, da« dem zweiten französischen an Niedertracht wahrhaftig nicht nachsteht. — Wie herrlich weit wir es gebracht haben! Ein für den Wind, der in Preußen heute weht, höchst charakteristischer Vorgang macht gegenwärtig die Runde durch die liberale Presse. Im landrärhlichen Bureau in N a m« l- u(Schlesien) war der Regierungsaffessor Graf Dohna mit dem Gemeindevorsteher Gott lieb Fuhrmann au« dem Dorfe Deutsch Marchwitz in Disput gerathen, wobei Fuhrmann die unerhörte Frechheit besessen haben soll, zu behaupten, er, al» Bewohner de« ge- nannten Dorfe», kenne die Verhältnisse dort besser al» der Herr Assessor. lieber den Streit kam der Stellvertteter de« Landraihe«, der Herr Baron von Ohlen-Adlerstron in da» Zimmer und fuhr, als er hörte, daß ein Bauer e« wage, einem Grasen Opposition zu machen, aus Ersteren mit den Worten lo«: ,. W o s e i d I h r her?" Fuhrmann aber, dem dies- Anrede nicht paßte— s-mmtliche Gemeindevorsteher de« Kreise» waren Zeugen— antwortete dem Herrn Baron gebührender- maßen: ,. W o s e i d I h r d en n h e r?" Und al« ihm der Baron erwiderte:„Ich bin der stellvertretende Laudrath Baron Ohlen", bekam er zur Antwort:„Und ich bin der Gemeindevorsteher Fuhrmann au« Dentsch-Marchwitz!" Bi« dahin wäre an der Sache wenig Besondere«. Der Baron war mit seiner Anmaßung an den Unrechten gekommen und hatte den gebüh- renden Rüffel erhalten. Nun kommt aber da« Schönste. Nach einiger Zeit verkündet da«„Namslauer Kreisblatt", daß gegen Fuhrmann Disziplinarverfahren auf Amtsentsetzung eingeleitet worden und derselbe vorläusig seine» Amte» enthoben sei. E» findet im KreiS°u»schuß Verhandlung statt, und da erklärt der Ankläger. der königlich- Oberförster Störing, u. A.: „Es rühre au« der Feudalzeit her, daß der Bauer von Herren per Ihr angesprochen werde, und von einem Herrn, wie der Herr Baron v. Ohlen e,ner sei, hätte der Angeklagte d a« W o r t I h r w o h l annehmen könne n." Ein recht lieber Manu, dieser Herr Oberförster, nicht wahr? Fuhrmann aber, der nicht aus den Kops gefallen zu sein scheint, ant- wartete ihm. daß er nicht d er F e u d a lz- i t angehöre, daß Deutsch ilüarchwitz niemal» einen feudalen Herrn gehabt habe, und daß man dorr schon seit einem halben Jahrhundert so gebildet sei, die Leute mit„Sie" anzureden. Er wurde aber trotzdem verurtheilt, nicht nur zur A m t»- n t s e tz> u n g. sondern auch zur Erstattung der«uslagen, weil er(so heißt e« wörtlich):.., „1. die Pflichten seine» Amte«, unter denen der Gehör- sam(I) obenan steht und zu denen selbstverständlich auch ein respektable» Benehmen gegen Vorgesetzte gehört, gröblich verletzt und 2. sich durch sein Verhalten im Amt de« Vertrauen«, welches se,n< vorgesetzte Behörde zu ihm hegen muß, unwürdig gezeigt Hab«, mden er einen Akt der I n d i« z i p l i n beging, der für seme Vorgesetzten en weitere» amtliche« Berkehren mit ihm verbietet und geeignet ist. wen' nicht oder auch nur milde bestraft, den Gehorsam und die Dt« ziplin der mit ihm gleichstehenden Beamten zu untergrabe. nn> da, Fortbestehen einer gedeihlichen Selbstverwaltung geradezu nu möglich zu machen." Ferner heißt es in dem Urtheil de» hochkonservativen Krei ausickune«.„er verkenne zwar nicht(wie gnädig!), daß Fuhrmann dur die Lorede per Ihr sich habe verletzt fühlen können; aber da hätte er sich in„ruhigem Tone" die Anrede„Sie" erbitten und sonst„ein passende» Benehmen beibehalten sollen." Fuhrmann hat nunmehr an da» BezirkSverwaltllng«gericht appellirt und hosst von demselben ein andere» Urtheil, bezw. Umstoßnng de» obigen, zn erlangen. Wollen'» abwarten! Aber schon heute können mir nicht umhin, unserer Genugthunng dar- über tlnSdruck zu geben, daß die Herren konservativen BolkSsreunde so ossen ihre wahre Gefinnnng au den Tag gelegt haben. Die Herren glauben sich in der That schon fest im Sattel und können die Zeit nicht erwarten, wo sie ihren Herzenswünschen nach Belieben freien Lauf lassen können. Nur immer weiter so, und schließlich werden auch dem Blödesten die Schuppen von den Augen fallen. Die Liberalen benutzen die Sache noch zu allerhand Betrachtungen Uber die preußische Selbstverwaltung und die Nothwendigkeit, letztere vor dem Ansturm der Konservativen zu schützen, die da» Bezirk»- Verwaltungsgericht durch Einschmuggelung de» Regierungspräsidenten al» Vorsitzenden jc. erdrosseln wollen. Schöne„Selbstverwaltung", in der That! Der samose KreiSauSschnß ist ja auch eine Schöpfung derselben. Er ist die lausgesprochenste Klaffenvertretung, die man sich denken kann, blo» daß an die Stelle der Gutsherrschast die Herrschaft der Großgrund- besitzer im Kreise getreten ist. In dieser Beziehung hat sich eben Herr Fuhrmann geirrt: wir leben doch noch in der Feudalherrschaft, nur die Form ist eine andere, nicht die Sache. Die preußische Kreis- und Pro- vinzialgesetzgebung ist eine» der elendesten Kompromißprodukte, die e» nur je gegeben; und wenn die Junker selbst dagegen anstürmen, dann müßte eine wirklich demokratische Partei mit einer kräftigen Gegenatlake ant- Worten. Aber da» wäre von den Herren Liberalen und Fortschrittlern zu viel verlangt. Deren ganze Weisheit besteht darin, daß sie erklären, die liberalen Errungenschaften bewahren zu wollen, wa» dem Angreiser die tröstliche Aussicht gibt, daß er selbst im schlimmsten Falle gar nicht« riskirt, sondern nur gewinnen kann. Unsertwegen aber mag die ganze liberale„Selbstverwaltung" zum Teufel gehen, sie hat von einer wirklichen Selbstverwaltung ja doch nur den Namen. — Wieder ein Opfer infamer Klassenjustiz. Genosse I u l. Voigt, Weber in Greiz, stand am 7. März vor dem Schwur- gericht in Greiz unier der Anklage de» M e i n e i d«. Voigt hatte in einer Strasklage gegen de» Weber Schreiber, welcher angeklagt war, andere Arbeiter durch Drohung und Ehrverletzung bei Gelegenheit de» zweiten Greizer Streiks von der Arbeit abgehalten zu haben, al» Zeuge in Greiz vor dem Schöffengericht beschworen, daß dieses nicht der Fall gewesen, wider besseres Wissen, wie die Anklage lautete. Die Geschwo- renen bejahten von den vier Hauptfragen zwei mit schuldig des wiffent- lichen Meineide«, und der Gerichtshof vernrtheilte unfern Genossen zu drei Jahren Zuchthaus, süns Jahren Verlust der bürgerlichenEhre urechte, dauerndeUnfähigkeit al« Zeuge vernommenzu werden, undTragungderKosten. Voigt hatte, wie die Münchner„Gerichlszeitung" meldet, den Urtheil»- spruch„mit Fassung ausgenommen und wurde bei dem Zurückführen in da» Gesängniß von seiner Frau, seinem Bruder und einer Anzahl Freunde an« Greiz, welche im Zuhörerraum der Verhandlung beigewohnt hatten, bis an die Thore de» Gefängnisses mit begleitet". Daß Voigt das infame Urtheil mit männlicher Fassung entgegennahm, macht ihm gewiß Ehre, wir aber rusen in seinem Namen den Herren Geschwornen und Richtern zu: der Mann, der seine Genossen schützen wollte vor einer Berurtheiluiig aus Grund eine« Gesetzesparagraphen, welcher den Stempel der schreiendsten Ungerechtigkeit zur Schau trägt, eines Paragraphen, der seine Spitze nur gegen die Arbeiter, nicht aber gegen die Arbeitgeber richtet, dieser Mann ist und bleibt ein Ehrenmann, und wenn ihr ihn hundertmal der Lüge, de» Meineid» zeiht. Denn Euer Urlheil zeigt, daß Ihr, Angehörige der besitzenden Klassen, in Voigt vor allen Dingen den Arbeiter, der für seine und seiner Genossen Rechte eintrat, treffen wolltet. Da» ist sein größte» Verbrechen in Euren Augen, und darum habt Ihr Euren politischen Gegner, Euren sozialen Widersacher, ins Zuchthau« geschickt, Ihr, die Bourgeois, den Proletarier. Aber so gewiß in den Adern unserer Arbeiter noch rothe», warme« Blut pulsirt, so gewiß wird der Tag kommen, an dem man Euch, feige Justizmörder, zur Rechenschast ziehen wird, de« könnet Ihr sicher sein! „Alle Preußen sind vor dem Gesetze gleich, Standesvorrechte finden nicht statt", heißt es im Artikel 4 der preußischen Verfassung, und wie man in diesem Lande der Gottes- surcht und frommen Sitte von jeher Verfassung u»d Gesetz heilig gehalten, die Rechte der Bürger als unantastbar betrachtet hat, so namentlich den obigen schönen Paragraphen. Wer daran zu zweifeln wagt, der lese die nachsolgende Notiz, welche der Berliner„Volkszeiiung" unter'm 3. März au« Potsdam zugehl: „Seit Mittwoch Abend verbüßt in dem hiesigen Landgericht«- gesängniß Frau L a n d g e r i ch t» p r ä s i d e n l Zaucke an« E o n i tz, die vom hiesigen Landgericht im vorigen Jahre wegen Briefunfug«*) zu 4 Monaten Gesängniß verurtheilt ist, ihre Strafe. Frau Zaucke wird durchaus nicht wie eine gewöhnliche Gefangene behandelt. Die Zell-, welche Frau Zaucke bezogen hat, ist eine recht geräumige und helle und ward extra mit Mahagoni- Möbeln, die von einem hiesigen Möbelhändler entlehnt wurden, ausmöblirt, so daß Frau Zaucke dieangenehmeHäuslichkeit kaum vermisse» wird. Während andere Gefangene auf einem Stroh- sack sich Abend« zur Ruhe legen, genießt Frau Zaucke die Wohlthat, ein Bett zu haben; während andere Gefangene mit Ausnahme der Uutersnchungsgesangenen die Gefängnißkost(in der Woche einmal Fleisch) verzehren müssen, kann Frau Zaucke ihre« Leibe« Nahrung aus einem Restaurant erhalten. Besuche zu empsaugen, ist der Frau Präsident gleichsalls gestattet worden, und sie hat hitrvon bereit» ausgiebig Gebrauch gemacht. Den Gefangen- aufschern ist eine ganz besondere Höflichkeit anbe- sohlen worden, so daß diese selber nicht mehr wissen, ob sie die Aufseher oder die Diener der Frau Zaucke sind. Wir freuen un« aufrichtig Uber diese Vergünstigungen, die Frau Zancke genießt; man wird künftighin dieselben doch wahrscheinlich auch denjenigen Gefangenen gewähren, die wegen politischer und Preß- vergehen eine Straße zu verbüßen haben." Wie kann die„BolkSzeitung" nur einen Zweifel ausdrücken, daß in unserem Zeitalter der Hnmanität und Aufklärung gegen politische Ge- fangen- ander» oder nur weniger höflich verfahren werdet. Sie halte nur Umfrage bei den in den letzten Jahren verurtheilten Sozialisten, und sie wird eine« Besseren belehrt werden. Der Sattler Büttner hat sich sicher- lich nur deshalb im Berliner Gesängniß erhängt, weil er an da» ihm dort gebotene Wohlleben sich nicht gewöhnen konnte. Mahagoniemöbel, Besuche nach Herzenslust, statt Ausseher Diener— und da sage man noch, daß wir nicht im Zeitalter der Humanität leben I — Au« Leipzig, 9. März, schreibt man un»: Der„GrUnängige" hat dieser Tage nachholen wollen, was er im vorigen Sommer versäumt: Gesellschastsretlung mit obligatem Ordens- und Dotation»- Empfang. Am vergangenen Montag brach er in der lande»- und stadtüblichen Manier oder Unmanier, natürlich mit Begleitung, in die Wohnung de« gerade auf Arbeit abwesenden Genoffen Unglaube ein, wühlte in Allem herum, schnüffelte überall herum, warf Alles zu unterst zu oberst, *) Die liebenswürdige Dame hatte nämlich Uber verschiedene Personen, welche sich ihre Ungmist zugezogen, die insamsten Verleumdungen in anonymen Bliesen ausgestreut. fand— natürlich— ein paar Exemplare„verbotener Schriften", jedoch — natürlich— nicht da« Gesuchte, fistirte die Mutter Unglaube'« und zog sich dann mit dem aufdämmernden Bewußtsein zurück, daß er mög- licherweise auch diesmal fehlgeschossen und um Orden und Dotation ge- kommen. Unglaube wurde, während der Haussuchung, verhaftet und war gestern Abend noch nicht entlassen, weil die Polizei mit Gewalt haben will, daß er drei Pakete„Sozialdemokrat" oder„Spitzelbroschüren" er- halten habe. Die Mutter hatte auf der Polizei ein vierstündige» Verhör zu bestehen, da»— natürlich— resultatlos blieb, und wurde Abends, nachdem man ihr durch die Androhung von sofortiger Uebergabe an die Staatsanwaltschaft und in'S Gesängniß vergeben« ein„Geständ- niß" zu erpressen versucht hatte, sehr widerwillig entlassen. Daß Unglaube weder„Sozialdemokrat" noch„Spitzelbroschüren" noch sonst verbotene Schriften au» Zürich erhalten, wissen S i e am besten. Jeder, welcher Unglaube kennt, weiß, daß die Anklage gegen ihn vollkommen unbegründet ist, aber— er ist Sozialdemokrat, und da» genügt den„Wächtern der Ordnung", in seine Wohnung einzubrechen wie eine Räuberbande, seine alte Mutter zu ängstigen, moralisch zu foltern, sie aus Stunden der Freiheit zu berauben, und ihn selber au» seiner Arbeit zu reißen, in's Gesängniß zu werfen und wahrscheinlich um die Existenz zu bringen. Auf welch' Letztere» es vor Allem abgesehen sein dürste. Und da« wird gelingen. Denn wird Unglaube auch bei seiner absoluten Schuldlosigkeit in Freiheit gesetzt oder freigesprochen werden müssen, so wird die Polizei e» sich— natürlich— doch nicht nehmen lassen, ihn a la K ü n z e l und L au s ch k e zur Strafe für ihr Fiasko auszuweisen. So geht'» bei uns, und da wundern sich unsere Feinde noch, daß die Sozialdemokratie beständig im Wachsen ist! Nur immer so fort! Die Zeit wird kommen, wo jeder denksähige Mensch, der nicht von der Herr- schenken Miß- und Schandwirthschast V o r t h e i l hat, gleich dem Herrn Liebermann in Berlin ausrnsen muß:„Einem anständigen Menschen bleibt'nicht» Anderes übrig, al» Sozial- demokrat zu werden!"— womit indeß keineswegs gesagt sein soll, daß Herr Liebermann, der offenbar in der Selbsterkenntniß nicht weit gekommen ist, ein anständiger Mensch sei. Wenn die ehrlichen Männer in'« Gesängniß geworfen und vogelsrei erklärt werden, muß e» den„ A ck e r männern" natürlich gut gehen. Ihr Weizen blüht. Herr Ackermann, dessen Wechselprotest-Geschäft samose Pro- fitchen» abwirft, ist zum Lohn für seine Verdienste um die darbende und(Wechsel-) zahlungsunfähige Menschheit von Seiner Majestät unserem König zum H o f r a t h ernannt worden. Jetzt wissen wir auch, wa» ein Hofrath ist. Bisher war die Bedeutung für die Uneingeweihten ein Ge- heimniß. Also ein Hostalh ist ein— Ackermann! Man muß übrigen» gestehen, daß die„Spitzen der Gesellschaft" in der Auswahl ihrer Gesell- schaft recht— glücklich sind. Erst war e» der biedere Schmidt, der in besondere Gunst genommen wurde; dann kam der ebenso biedere S p a r i g, dem der„Kavalier" Nostiz-Wollwitz ein Tugendzeugniß(mit oder ohne Tugendrose?) ausstellte, und nun der Ackermann. Der brave P u t t k a m e r wird neidisch werden, daß e« außer seinem hoff- nungsvolleu Söhnchen auch noch andere Leute gibt, die„einen guten Geschmack haben". Die Franzosen haben ein Sprichwort, das da lautet: „Sage mir, mit wem Du umgehst, und ich sage Dir, wer Du bist." Ob da» hier zutrifft? Jedenfalls ist'» ein prächtige» Trio: Schmidt, Sparig, Ackermann— Ackermann, Sparig, Schmidt — die verkörperte Dreieinigkeit der herrschenden Religion und Moral, ich wollte sagen: de»„praktischen Ehristenthum»". Die Ergänzung»- und Ersatzwahlen zum sächsischen Landtag sollen, so heißt e», diese« Jahr früher stattfinden als ge- wöhnlich. Da» vorletzte Mal waren sie im September, da« letzte Mal im Juli, diesmal sollen sie schon im Mai sein. Die Regierung ist an keinen bestimmten Termin gebunden, indeß dürfte es doch etwas später werden. Bekanntlich ist der sächsische Landtag„ewig", da« heißt, abgesehen von der konstituirenden Wahl, gibt e« keine vollständige Neuwahl, fondern e« scheidet bloß alle 2 Jahre ein Drittel der Mitglieder au», an deren Stelle neue Abgeordnete ans 6 Jahre gewählt werden. So enthält der Landtag in jeder Session—'er hat nur alle 2 Jahre eine Session— ein Drittel neugewählter Mitglieder, ein Drittel von 2 Jahre vorher gewählten, die schon eine Session mitgemacht haben, und ein Drittel von 4 Jahre vorher gewählten, die schon 2 Sessionen mitgemacht haben. Eingedenk de« Sprichwort«: Die große vereinigte liberale Partei schlägt sich, die große vereinigte liberale Partei verträgt sich, wollen unsere Fort- schrittler, Sezessionisten und Nationalliberalen demnächst in Döbeln eine gemeinsame Berathnng Uber die Ausstellung von Kandidaten haben, damit der„reaktionären" oder„konservativen" Partei eine„geschlossene Phalanx" entgegengestellt werden kann. Nons yerrons! Die faulen Eier werden wohl bald wieder zwischen den„vereinigten" Liberalen hin- und herfliegen, daß e« eine Art hat. Bei der letzten preußischen Wahl haben wir'» gesehen. Und unsere„Tageblatt". Redaktion hat einen riesigen Vorrath von faulen Eiern auf Lager. Die„nationalliberale Partei" will nächstens einen„sächfischen Partei- t a g" abhalten. Gott segne ihre Studia. Die„nationalliberale Partei" ist so ziemlich in ganz Deutschland auf dem Au»sterbe-Etat, ganz beson- der« aber in Sachsen. Sie existirt nur noch von Sozialisten- gesetze« Gnaden. Wird diese«„Gesetz" abgeschafft", so ist die „nationalliberale Partei" im Handumdrehen au» Sachsen hinausgesegt. Nicht einmal Leipzig gehört ihr mehr. Da» wissen die Herren und darum die Angst, die Erneuerung de» Sozialistengesetze« könne vom Reichstag verweigert werden, darum da« sortgesetzte Zeter- und Denunziation»- geschrei gegen die Sozialdemokratie. So wäre auch die„ S U d d e u t s ch- P o st" verboten worden. Die Abonnentenzahl de»„Sozialdemokrat" wuchs den braven Herren Polizeiern noch nicht schnell genug. Nun, wie sie wollen! Tausend neue Abonnenten wird'» Ihnen ja wohl bringen. — Polizeischurkereien. In Nürnberg, in Gum- binnen, in Breslau, in Posen, in Mainz und Gott weiß noch wo sonst, wurde vergangene Woche wieder gehaussucht. Im erstgenannten Ort durchlas der Polizist Sprecher die ganze Privatkorrespondenz eine» solchermaßen Beglückten, was bekanntlich von Rechtswegen nur der Richter darf; aber wa« fragt so ein Polizeischuft nach Recht und Gesetz! Ebensowenig wie nach Anstand, denn der unverschämte Hallunke fand sich nicht bewogen, die Sachen wieder dahin zu bringen, wo er sie hergenom- men, sondern ließ Alle« in der lieblichen Unordnung, die er angerichtet, stehu und liegen. Wie die„Fränkische Tagespost" erfährt, ist obendrein der ganze großartige Apparat wegen einer von Nürnberg abgegangenen Sendung nicht verbotener Drucksachen, die in M i l t w e i d a bei einem unter Briefsperre stehenden Fabrikanten abgefangen worden waren, in Bewegung gesetzt worden. In Hamburg sind bekanntlich vor einiger Zeit bei Verbreitung eine» sehr kräftig gehaltenen Flugblattes 11 Genossen verhaftet worden. In Harburg, wo da« Flugblatt, wie im ganzen dortigen Gebiet de« „kleinen Belagerungszustandes" gleichsalls verbreitet wurde, wurde da- gegen Niemand abgefaßt. Dafür lies die Hochlöbliche in verschiedenen Straßen von Hau« zu Hau« und konfiszirle alle Exemplare de» Flug- blatte«, die sie noch vorfand, bezw. die man gutmüthig genug war, ihr zu zeigen. — Oesterreich. Die Verhandlungen im Prozeß Merstal- l i n g e r haben endlich am 8. März ihren Ansang genommen. Da unser Raum eine ausführliche Wiedergabe derselben nicht gestattet, so behalten wir un« vor, nach Schluß des Prozesse« eine Gesammlkritik desselben zu bringen. Bis jetzt haben die Verhandlungen übrigens nur bestätigt, wa» wir bereit» früher, unbekümmert um da» Geschrei der Anarchisten, über die Affäre berichtet hatten. Namentlich Herr Hohe, der da« dem Mer- stallinger geraubte Geld an sich nimmt und nach Amerika— abreist, dürfte jetzt auch anderen Leuten al» da« erscheinen, al« wa« wir ihn bereits vor Monaten charakterifirten. — Au» Belgien. An der Beerdigung de» unglücklichen Paul Metayer betheiligten sich auch, wie wir au« einer Zuschrift de» Ge- nossen H o ch h e i m entnehmen, unbeschadet der sonstigen Meinungsver- schiedenheiten, eine Anzahl unserer Brüsseler Genossen. Dieselben legten dem Verunglückten einen Kranz mit rothen Blumen aus da« Grab, der die Inschrift trug:„Proletarier aller Länder, vereinigt Euch! Gewidmet dem Genossen Paul Metayer. Die Sozialrevolutionäre und Kommunisten deutscher Zunge in Brüssel." Die belgische Polizei hat au» Anlaß der Explosion eine ganze Reihe von Verhaftungen, Haussuchungen und Ausweisungen vorgenommen, und zwar m willkürlichster Weise und aus ganz au» der Lust gegriffenene Denun- ziationen hin. Auch die von un» vor Kurzem gemeldete Ausweisung eine« deutschen Genossen ist durchaus nicht durch da« politische Verhalten de» Betreffenden veranlaßt worden, der ein stiller, ruhiger Mensch ist und nur selten einmal in eine Versammlung ging. Die Feiglinge de« angeblich freien Staate« haben der preußischen Regierung eben wieder einmal einen Liebesdienst erweisen wollen. Da» Asylrecht in Belgien besteht eben nur für die schwarzröckigen Voltsverdummer; für Arbeiter gibt e» heutzutage überhaupt kein Recht. Man jagt diese« Gesindel nach Belieben von Ort zu Ort. Am 9. März hat sich die Brüsseler Anklagekammer nach kurzer Gericht»- komödie zu Gunsten der Auslieferung des Anarchisten C i v o c t ausge- sprochen. Ein Autrag desselben aus Ausschub um 8 Tage, binnen welcher Zeit er den Beweis liefern wolle, daß er die Handlungen, deren man ihn beschuldige, nicht begangen haben könne, wurde kurzer Hand ab- gelehnt. — Frankreich- Die von un« in voriger Nummer angekündigte Versammlung der Arbeitslosen unter freiem Himmel hat am letzten Freitag wirklich stattgesunden und der Presse, namentlich der deutschen, reichlich Gelegenheit gegeben, über die französischen Sozialisten zu zetern. Um unsere Ansicht vorauszuschicken, müssen wir allerding» gestehen, daß un« die Demonstration, wenn auch nicht durchaus verfehlt— denn sie hat den Herren Gesetzesfabrikanten in der Kammer einen deutlichen Wink gegeben, den sie nicht unberücksichtigt lassen dürsten— so doch zum Mindesten ungeschickt und taktlos arrangirt gewesen ist, nicht dem Ernste der Sache entsprach, um die e« sich handelte. Sie ging auch nicht von der Syndikatskammer der Bauschreiner au», sondern von einer Anzahl Mit- glieder derselbe», und auch die übrigen Fachvereine hatten die Demon- stration zwar nicht schlechtweg verworfen, aber doch— wohl au« Opportuni- tätsgründen— ihre offizielle Bethciligung an derselben abgelehnt. Somit fehlten gerade die berufensten Vertreter der Arbeiterklasse, die eigentlichen Gewerkschaften. Höchst lächerlich aber ist e», die Demonstration als eiue von reaktiv- närer Seite ausgehende oder reaktionären Zwecken dienende zu verschreien, weil einzelne reaktionäre Blätter sie mit Schadenfreude begrüßten. Nach dieser Jammerlogik dürsten die Arbeiter sich überhaupt nicht gegen die liberale Bourgeoisie rühren, sondern müßten sich stet« deren Anordnungen fügen. Von einzelnen übergeschnappten Fanatikern der Anarchie abgesehen, sind die Pariser Arbeiter nach wie vor seste Republikaner, und wenn sie den heutigen Machthabern Opposition machen, so lhun sie das im Sinne de» von Blanqui 1848 gelhanen schönen Ausspruch«:„Nicht gegen die Republik erheben wir un«, sondern hinter ihr, um sie zu verhindern, rückwärts zu marschiren." Und die Erfahrung hat gezeigt, daß Niemand der Reaktion mehr in die Hände arbeitet al» jene Angstmeier, welche bei jeder Gelegenheit den Unkenruf ausstoßen: Da« nützt-nur der Reaktion! Wer es ernstlich mit der Freiheit meint, sollte mit diesem Worte sehr vorsichtig sein! Bezeichnend ist nun, daß gerode die französische radikale Presse in dieser Beziehung weit weniger gesündigt hat als die liberal-demo- kratische deutsche, die in Bezug aus Frankreich allerdings ganz elend in- formirt ist. Von der reptiliensondsgespeisten„Französischen Korrespondenz" ganz zu schweigen, kennen wir kein deutsches Blatt, das einen vorurtheil»- freien Berichterstatter in Paris hätte. Entweder sind die Herren' der Republik überhaupt feindlich, oder sie schwimmen— wie der dreieckige Korrespondent der Franksurterin— ganz im Fahrwasser der gegen- wärtigen Kammermajorität. Wenn die Pariser Vorgänge vom Freitag und Sonntag der Republik wirklich Abbruch thun sollten, so ist daran weit weniger da« Gebahren einzelner Demonstranten schuld, al« da« Verhalten der P o l i z e i, die sich ihrer Vorgängerin, der Polizei de« Kaiserreich«, in jeder Beziehung würdig zeigte. Durch die abgeschmacktesten„Vorsichtsmaßregel»", Absperren belebter Straßen ic., verursachte sie selbst Ansammlungen, um sie nach- her mit bekannter Brutalität auseinanderzutreiben. Sie erbitterte so nicht nur die Demonstranten, sondern auch da« unbetheiligte Publikum, das eine weit größere Zahl zu den Verhafteten stellte al« die Demon- firanten selber. Die Veranstalter der Demonstration aber trifft der Bor- wurs, daß sie nicht einmal soviel Organisation an den Tag legten, al« nöthig war, um in ihren eigenen Reihen Ordnung zn halten. Wenn man die Beispiele England« nachahmt, dann soll man sie auch in dieser Beziehung nicht ignorireu. Skandal zu provozire» ist leicht, eine erregbare Volksmenge hinzureißen, keine Kunst; die Ausgabe der Sozial- demokratie aber besteht darin, eine Bewegung zu organifiren, die durch ihr geschlossene« Vorgehen, durch seste Disziplin der Welt zeigt, daß sie da», was sie sich zur Aufgabe gesetzt, auch durchzuführen Willen» und im Stande ist; daß sie nicht nur zu stürmen, sondern auch zu siegen versteht. Die Wahl in B e l l e v i l l e am letzten Sonntag hat zwar nicht da« Resultat ergeben, da» wir gewünscht hätten, aber ste weist doch ein hoch- erfreuliches Anwachsen der sozialistischen Bewegung nach. Am meisten Stimme», 3,474, erhielt der sozialistisch- radikale Herr Sigismond L a c r o i x, der, politisch der äußersten Linken angehörend, die wesentlichsten Arbeiterforderungen in sein Programm aufgenommen hatte und nur den Gedanken der gewaltsamen Revolution perhorreSzirte. Der Opportunist M e t i v i e r erhielt in dem Wahlreise, der bisher Gambetta gewählt hatte, nur 2042 Stimmen. Bon den Arbeiterkaudidaten, Dumay und Gut»de, erhielten der erstere 1178, der letztere 487 Stimmen, so daß im Ganzen 1667 Stimmen für die Sozialdemokratie abgegeben wurden, während am 21. August 1881 die sozialistischen Kandidaten kaum 500 Stimmen auf sich vereinigten. Da« ist ein Zuwach», der sich sehen lassen kann, und sicher wäre da» Resultat noch glänzender ausgefallen, wenn die bedauerliche Spaltung unter den Sozialisten nicht bestände. Ueber diese» Thema sowie über die unwürdige Art und Weise, mit welcher von gewisser Seite Juli» Guesde bekämpft wurde, wollen wir indeß schweigen. — Spanien. Wa» wir in unserer letzten und vorletzten Nummer Uber die sogenannte Verschwörung der schwarzen Hand gesagt, wird jetzt endlich auch von der übrigen Presse zugestanden, daß nämlich rein lokale, durch Noth und Elend verursachte Revolten feiten» der Regierung«- und Polizeiorgane verlogenerweise zu politischen Staatsaktionen auf- gebauscht worden sind, um einen Borwand zu haben, gegen die ausstrebende Arbeiterbewegung einzuschreiten. Die Zahlen-Angaben, welche durch die Ageuce Hava« über die Stärke der„schwarzen Hand" in die Welt hinaustelegraphirt wurden, find nicht» andere« al» die Mitgliederzahle» der ganz öffentlich wirkenden südspanischen Arbeitervereine. Diese aber haben mit der„schwarzen Hand" gar nichts zu ihun, sondern weisen vielmehr jeden Zusammenhang mit ihr enttüstet zurück. Die „Revista Social" von Madrid betont ausdrücklich den öffentlichen und gesetzlichen Charakter der Bewegung, deren Organ sie ist, und fordert von der gegnerischen Presse, daß sie zwischen Banditenthum und dem Proletariat unterscheide(äistiaxa eutrs.el bandidaje y el Prole- tariado) und nicht Leute, welche da« Recht beobachten, mit solchen zu- sammenwerfe, welche dasselbe verabscheuen. So wllrde da« anarchistische Blatt stcher nicht sprechen, wenn es oder seine Freunde mit der „schwarzen Hand" in irgend welcher Verbindung ständen; es würde, wenn es fie nicht vertheidigen dürste, dann zum Mindesten schweigen. Eine Hungerrevolte ist noch lange keine Revolution, da« zeigt sich hier wieder gauz deutlich; und daß Leute, die sich Anarchisten nennen, sich veranlaßt sehen, da« zu koustatiren, ist gewiß lehrreich. -�Aus England. Genosse Eh. I. Garcia schreibt un»: „Es steht jetzt fest, daß die Regierung daraus aus ist, deu Nachweis für die Schuld der des Mordes von Burke und Eavenvish angeklagteu Personen um jeden Preis zu beschaffen. Da solche Aussagen wie die de» Judas E a r e y vor dem Gesetz nicht als beweiskräftig gelten, außer wenn fie von Zeugen bestätigt werden, die keine Angeber oder vielmehr, um das richtige Wort zu gebrauchen, keine Berräther sind, so werden alle Anstrengungen gemacht, andere Zeugen zu beschaffen. Und spricht nicht Alles dafür, daß sie gesunden werden, wenn fie durch Beschwören einiger Lügen 10,000 Pf. Stlg. verdienen können? Sicherlich, und die Männer in Dublin werden nicht nur mit falschen und für ihre Aussagen bezahlten Leuten zu streiten bekommen, sondern auch mit einem voreingenommenen Gerichtshof, da kein Katholik als Gefchworner zugelassen wurde. Alle Geschworne find Protestanten— theil« Tories theils Liberale— und gehören der besitzenden Klasse an, sie find bereits ent- schloffen, die Angeklagten zu verurtheilen, wie stark auch die Beweise der Bertheidigung fein mögen. Wir sind hier sehr froh, daß die französische Regierung die Ausliefe- rung von Frank Byrne verweigert hat. Er ist ein alter Freund von mir und weiß, nach meiner festen Ueberzeugung, nicht mehr über die Borgänge vom 6. Mai 1882 al» ich. Aber die Regierung möchte womöglich die irische Landliga mit den„Unüberwindlichen" in Zusammen- hang bringen und so die irische parlamentarische Partei in den Augen der englischen und schottischen Bevölkerung diSkreditiren. Das beweisen auch die wiederholten Angriffe des Herrn Trevelyan und anderer Minister ans W. O' B r i e n, den jüngst gewählten Abgeordneten für M a l l o w und Redakteur des„United Jreland"(Vereinigtes Irland), welches Blatt Eigenthum der Landliga ist. In einer Beziehung thut aber die Regierung des Guten zu viel. Tag für Tag hört man, daß in diesem oder jenem Garten, Teich oder Fluß, in einem Winkel oder einer Bucht Revolver, Messer oder Büchsen ge- funden worden seien. Diese Entdeckungen gehen mit solcher Regelmäßigkeit und Einförmigkeit vor sich, daß sie aus ein Haar bestellter Polizeiarbeit gleichen. Wir haben ein Sprichwort:„Wer Dinge versteckt, weiß, wo er sie zu finden hat", und wenn man bedenkt, daß nach dem Erlaß des Waffengesetzes vom vorigen Jahre jedes Hau» in Irland nach Waffen durchsucht wurde, so ist es sehr eigenthümlich, daß alle diese Waffen da- mal« nicht gefunden worden sein sollen. Ich glaube vielmehr, alle diese „Entdeckungen" find von der Polizei arrangirt worden, um der Regie- rung ein Mittel zu liefern, ihr gewaltsames Vorgehen in Irland zu rechtfertigen. In England so wenig wie aus dem Festlande geschieht so etwas zum ersten Male. Von 1836 bi» 1849 unterhielt die Polizei eine Abtheilung, deren Aufgabe einzig und allein darin bestand, Verschwörun- gen zu stiften, damit da« Ministerium einen Borwand habe, Reformen zu verweigern. Mehrere Freunde von mir wurden damals wegen Hand- lungen verurlheilt und eingekerkert, die fie nie begangen hatten. In Irland ist Derartiges stet» geübt worden, und unser„radikale»" Rene- gaten-Ministerium ist sicherlich nicht über den Verdacht erhaben, ebenso niedrig zu sein al« die Ministerien Grey, Aberdeen und Melbourne, Männer, unter deren Einfluß Gladstone seine Karriere begann. Herr P a t r i k E g a n, der Schatzmeister der Landliga, der von drei Detektive« beobachtet wurde, ist an« seiner Wohnung in Dublin ver- schwunden, wa« die Polizei erst 5 Tage nachher merkte. Warum er davonging, weiß man nicht, die Regierungsorgane sagen, er sei geflohen, um sich einer Anklage wegen Theilnahme an der Affäre vom 6. Mai zu entziehen. Aber, wie ich Ihnen bereit« früher schrieb, ich glaube nicht, daß er oder irgend ein Homeruler muthig oder verrückt genug ist, im Bereiche eine» Stricke« den Hal« zu risiiren. In L o n d o n ist jetzt ein lebhafter Krieg gegen die Malt hu- sianer im Gange.(Bravo! Die Red.) Unter der Anführung von Herbert Burrow, einem Mitglied de» demokratischen Zentralver- ein« von Marlybone, halten eine Anzahl fähiger Leute Vorträge gegen den Malthusianismus oder treten den malthusianistischen Rednern ent- gegen. Im vorigen Monat wurden über 20 Vorträge gehatlen, und dabei ist der Feldzug erst eröffnet worden. In Neweastle-oo-Tyne ist eine Arbeitervertretungsliga ge- gründet worden, um bei den nächsten allgemeinen Wahlen den Wahlkreis zu erobern. Sekretär derselben ist der Kandidat, der Geldmangels halber zurücktreten mußte, nämlich Herrn Elijah Eopeland, 74 Bath Lane, der sich freuen würde, mit Anhängern unserer Partei, die sich etwa in Newcastle befinden, in Verbindung zu treten. Auch anderen Orten sind Verbindungen im Gange, um so bald al» möglich Arbeiterkandida- turen durchzusetzen, aber leider find die meisten der vorgeschlagenen Kandidaten nur Männer ä la Broadhurst, die un« mehr schaden al« nützen. Immer ist e« ein gute« Zeichen, daß die englischen Arbeiter au- fangen, einzusehen, daß Laudlord» und Kapitalisten nicht ihre Vertreter . sein können. Letzten Montag wurden vor dem„Richter" North die Herren Foote, Ramsey und Kemp, die Herausgeber und Drucker de»„Freethinker" (Freidenker), wegen Lästerung des allmächtigen(?) Gottes verurtheilt. Die„Gotteslästerung" hatte in humoristischen Illustrationen der Bibel bestanden, und wurde Foote zu 12, Ramsey zu 9 und Keng zu 3 Mo- naten verurlheilt. Wer wird jetzt noch leugnen, daß England ein freier Staat ist? E« ist nun eine Thatsache, daß nach einem Parlamentsbeschluß au» der Zeit Karl'« II. ich und jeder Engländer, Mann, Frau oder Kind, mit Gesäugniß zu bestrafen find, wenn wir nicht jeden Sonntag dreimal zur Kirche gehen. Wenn Foote bestraft wird, weil er über die Bibel spottete, warum wendet man nicht auch da» andere veraliete Gesetz gegen uns an? Warum nicht? Nun, weil gleich uns eine Anzahl von Aristokraten nicht znr Kirche gehen. Deshalb sitzen wir noch nicht hinter Schloß und Riegel, und wenn irgend ein Aristokrat zum Personal de«„Freidenker" gehört hätte, so wären auch Foote und Genoffen sicher noch frei." Parteigenossen! Vergeht der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Korrespondenzen. — Posen, 28. Februar. Wir haben hier in der K r a u s e' s ch e n Eigarrenfabrik seit dem 5. Januar Streik behuf« Lohnerhöhung, sowie Abschaffung verschiedener Mißstände. Der Kamps wird aus beiden Seiten mit der größten Zähigkeit geführt; natürlich steht auf Seiten der Firma der Geldsack, sowie die übrigen Blutsauger von Fabrikanten, welche mit den infamsten Mitteln unsere gerechte Sache zu Nichte machen wollen; besonder« zeichnen sich die Herren I. M. Friedländer und Earl Levysohn dabei aus. An den Pranger, d. h. an die Oeffentlichkeit mir ihnen. Meiner Mittheilung in Nr. 3 de« Parteiorgan«, die Berhastung der drei polnischen Genoffen betreffend, von denen Genosse S t o t w i n« k i, Buchbindermeister, nach zweitägiger Hast wieder freigelassen wurde, habe ich heute hinzufügen, daß Stotwinski sich nicht lange seiner Freiheit er- freuen sollte: am 23. Januar wurde er in Untersuchungshaft gezogen, da er entgegen den§s 9 und 12 de« Sozialistengesetze» wiederholt verbotene Druckschristen verbreitet, sowie sich gegen§§ 110, 130 und 131 de« Strafgesetzbuches durch Verbreitung de« Flugblattes:„An die Arbeiter Poser s" vergangen haben sollte— so besagt der betreffende Haftbefehl. Einen Extraschurkenstreich verübten die hiesigen Polizeibanditen Glase- mann und Büttner. Um den Prozeß recht großartig zu gestalten, brauchte man viele Opfer, e« mußte also..gesucht" werden. Und so ver- fielen die Patrone denn auch richtig auf den Genossen Bujakiewicz (Schloffer), welcher schon vorige« Jahr im hiesigen Sozialisteuprozeß mit- angeklagt war, und dem mau 3 Monate aufgehalst hatte. Seit Verbüßung seiner Strafe(20. Mai) war B. ohne Arbeit. Ende Januar endlich reiste er nach T h o r n ab, um in einer dortigen Maschinenfabrik Arbeit zu suchen, was ihm auch gelang. 8 Monate vergeben» nach Arbeit suche», dann nach Tborn fahren, um dort zu arbeiten, da« ist— um mit unseren Polizeieseln zu reden— im höchsten Grade verdächtig, schnell wird daher Haussuchung gehalten und die Frau unsere» Genossen be> stürmt, die Korrespondenzen von Pari« und Genf herauszugeben. Die Frau präsentirt den Hollunken auf die Frage, von was die Familie so lange gelebt habe, indem doch der Mann nicht gearbeitet, mit der größten Ironie ein Päckchen Pfandscheine und ließ fie mit dummen Ge- fichtern abziehen. Bujakiewicz aber wurde am 11. Februar in T h o r n verhaftet, nachdem er nach achtmonatlicher Arbeitslosigkeit die erste Woche wieder in Arbeit stand, und in Begleitung eine« Gensdar- men und Schutzmannes nach Posen transportirt. So schmachten jetzt wieder vier neue Opfer de« infamen Sozialisten- gesetze« im hiesigen Gefängniß. Natürlich, die 3 Frauen und die 9 Kiu- der unserer Genossen können verhungern, e« sind ja Familien von bösen Sozialdemokraten I Die Untersuchung ist im besten Gange. Einer unserer Genossen schreibt: „Wir kommen un« vor wie wilde Thiere im zoologischen Garten, welche da« schaulustige Publikum anstaunt!" Wie man Zengen sucht, dafür möge folgender unerhörte Fall zeigen: In sämmtlichen Zeitungen Posen« wurden von Seiten de« Untersuchung«- richter« Ausrufe erlassen, wer etwa« über die verhasteten Sozialisten weiß, möge sich schriftlich oder mündlich bei Obigem melden. Was für ein Resultat durch diesen Jesuitenstreich erzielt worden, wissen wir bis jetzt noch nicht; hoffentlich hat er seinen Zweck nicht erfüllt. Ueber den Ausgang de» Prozesse« folgt ausführlicher Bericht. Hoch lebe die Sozialdemokratie! V. Standhaft. — Magdeburg, im Februar. Um den Genoffen anderer Orte einen Einbllck in die diesige Parteibewegung zu geben, lassen wir hier einen kurzen Bericht folgen. Die Betheiligung an der Organisation ist trotz Ausnahmegesetz gestiegen, doch läßt sie immer noch zu wünschen übrig. Noch wird von den meisten Parteigenossen außer Acht gelassen, daß namentlich unter den heutigen Verhältnissen jeder Einzelne sich verpflichtet fühlen müßte, mindestens einen neuen Kämpfer im Laufe des Jahre» zu gewinnen und so die Reihen der fest zur Fahne Stehenden zu ver- mehren. Auch gibt es hier noch eine Reihe bekannter Genoffen, welche glauben, es fei genug damit gethan, wenn sie sich Sozialdemokraten nennen und allenfalls zur Wahl gehen. Da« allein reicht aber nicht aus, ein Jeder muß dazu beitragen, daß reichlich Mittel zur Fortführung de« un« auf- gedrungenen Kampfes eingehen. Ohne Kamps kein Sieg; daher beschafft Mittel! In der bekannten Arbeitsbücherfrage ist unserseits versucht worden, eine Bolksversammlnng abzuhalten. Doch die heilige Hermandad war anderer Anficht; aus Grund des§ 9 de« Sozialistengesetze« wurde jede Versammlung verboten, auch erklärte der Streber und Polizei-Jnspeklor Krieter dem betreffenden Anmeldenden, er, Krieter, würde dafür sorgen, daß wir keine Versammlung abhalten könnten. Der gute Mann bildet sich nämlich ein, den Sozialismus hierorts dadurch aus- rotten zu können. Gerade da« Gegentheil, Herr Streber, solche Maß- nahmen erzeugen neuen Haß und vermehren die Reihen unserer Kämpfer. Genosse F r o h in e fand dann Gelegenheit, in einer vom hiesigen Gewerkverein(Hirsch-Dunker) einberufenen und überwiegend von Sozial- demokraten besuchten Versammlung da« reaktionäre Borgehen des be- rüchtigten Ackermann zu kennzeichnen, und wurde einstimmig eine ent- schiedene Resolution gegen die Einführung der Arbeitsbücher angenommen. Zum Schluß wollen wir noch einer staatSretterischen Thal der Halle'schen Polizei gedenken. Mehrere Genossen von hier wurden am zweiten Weih- nachtstage v. I. auf einer Besuchsreise nach Halle a/S. dort von der fürsorglichen Polizei in einer Restauration daselbst beim Frühstück ge- stört, indem fie unter Bedeckung von S— 6 Mann nach der Polizeiwache geführt, dort einer Visitation unterworfen, und nachdem letztere resultatlos verlausen, wieder unter derselben Bedeckung dem Hauptspitzel, Kommissar Groß, genannt Vogelscheuche(siehe Nr. 50 de«„Sozialdemokrat") zugeführt wurden. Dort wurde das Signalement der acht Sistirten auf- genommen, und versuchte nun dieser Groß denselben einzureden, sie seien nach Halle gekommen, um einem sozialistischen Kongreß beizuwohnen, resp. einen solchen abzuhalten. Kein einziger der acht Genossen wollte dem guten Mann Glauben schenken, und mußten dieselben, da nicht« GememgesährlicheS bei ihnen gefunden wurde, sie auch nicht bei einer strafbaren Handlung betroffen waren, am Abend desselben Tages wieder entlassen werden. Damit fie aber nicht etwa Halle unsicher machten, befahl der in Nr. 48 des„Sozialdemokrat" gekennzeichnete Polizeirath von H o l l y, diese unter Bedeckung von Beamten nach der Bahn zu geleiten, wa» auch pflichteifrigst geschah. So springt man in Deutschland mit den Rechten der Staatsbürger um! Doch alle diese erbärmlichen Maßregeln verfehlen ihren Zweck. Und wenn diese Kreaturen der Reak- tion glauben, sich gegen uns diese Uebergriffe erlauben zu dürfen, so wollen wir ihnen zeigen, daß wir durch solche Ehikanen un« nicht abschrecken lassen, sondern fleißig weiter wühlen werden, bis endlich der Tag der Abrechnung kommen wird. Daß Letzteres bald eintrete, muß unser Aller Lebensausgabe sein. Noch beherzigt die Worte von Herwegh: Mann der Arbeit aufgewacht, Und erkenne Deine Macht I Alle Räder stehen still, Wenn Dein starker Arm e« will Einer. — Stuttgart, 7. März. Die Nr. 9 de»„Sozialdemokrat" bringt den Wortlaut einer Resolution, welche aus einer Konferenz sächsischer Genossen zur Annahme gelangte. Im Ganzen mit dem Inhalt derselben einverstanden, sieht Einsender dieses sich doch veranlaßt, dagegen Verwahrung einzulegen, daß in jeuer Resolution einzelnen Abgeordneten unserer Partei ein besondere» Ver- trauensvotum erlheilt wird. Nicht nur, daß dieselben dadurch in Gegen- satz zu deu übrigen unserer parlamentarischeu Vertreter gebracht werden, wird auch durch ein solche« Verfahren Zwietracht in jene unserer Wahl- kreise getragen, deren Abgeordneten nicht da« Glück zu Theil wurde, in jener Resolution genannt zu werden. Glaubt man, daß einzelne unserer Abgeordneten ihre Pflicht nicht ge- than haben, so spreche man unter Nennung ihrer Pflichtverletzung direkt einen Tadel gegen fie au«. Kann man diese« nicht, so ziehe man nicht mit Gewalt durch Extrabelobigungen„berühmte Männer" groß. Die genannten Abgeordneten werden kaum eine besondere Freude an der- artigen Taktlosigkeiten haben, durch welche fie hier in Gegensatz zu ihren Kollegen gebracht werden und da« gute Einvernehmen zwischen den übrigen Abgeordneten und ihren Wählern gefährdet wird. Hoffentlich zeigt die Parteiberaihung— an diese ist ja die Resolution gerichtet— durch Uebergang zur Tagesordnung über diesen Gegenstand, daß fie mit der Verabreichung solchen Extralobe» nicht einverstanden ist. Tin Genosse. Sprechsaal. Avis für Schreiner! Ju Folge massenhaften Angebote« von Arbeitskräften ist der Lohn der hiesigen Schreiner so herabgedrückt, daß eine Besserung dieses schreienden Mißverhältnisses zur zwingenden Nothwendigkeit geworden ist. Zu einem großen Theil sind es auch Kollegen aus Deutschland, die, hier zugereist und mit den Arbeitsverhältnissen unbekannt, deu Pa tronen al« Ausbeutung» objekt herhalte» müssen. Diesen Uebelständen abzuhelfen, ist die hiesige Gewerkschaft der Schreiner fest entschlossen, muß aber die dringende Bitte an die Genossen in Dentschland richten, alle Schreiner vor Zuzug nach Zürich(überhaupt der Schweiz) zu warnen. Nach eingezogenen Erkundigungen find die Lohnverhältnisse im „Reich" günstiger wie hier(d. h. in Bezug auf Schreinerei). Sollen unsere Bemühungen nicht vergebens sein, so m u ß der Zuzug nach hier beschränkt werden. Zureisende mögen sich behuf« weiterer Auskunft un- gesäumt an unser Bermittlungsbureau(Restaurant Beck z. Zähringer, Spitalquartier) oder an deu Deutschen Arbeiterverein wenden. Zürich, im März 1883. Der Borstand der Gewerkschaft der Schreiner. Parteigenossen! Lemguthmeud aus die seitherigen Kekauutmachuugeu. die Allgemeine Parteiberaihung bttreffeud. ersuchen wir Such nochmals, die nöthigen vorkehrnugeu baldigst treffen ju wollen. Nor Allem iff»othig, die Uamen der fnr die Narteiberatlsuug bestimmten Nertraneusmälluer schlenuigk uns ans den tünch bekannten Wegen mitmtheileu, damit wir denselben für rechte« Zeit nähere Weisung inkommcn lassen können. Kine deutlich geschrieöeue sichere Adresse, au wen die öetreffende Weisung gelangen soll, ist öeizufügeu. Zürich, 1. Märs 1883. Sie Redaktion und«rpedition des..Sozialdemokrat". Brieftaften der Redaktion: Rh«, jr.: Die„Zuvielliste" Wilhelm« beträgt für Preußen etwas über 1 3 M i l l i o n e n M a r k. Die Arbeit al» deutscher Kaiser verrichtet er dagegen umsonst, d. h. ,p»ur Is roi ds Prusge". der Expedition: Fzy. B. P.: Bermuthen auch, daß der „Herausgeber" Stefan Heckmann unser weiland„Geschäftsfreund" aus Sleinamanger u. Umgegend ist. Zum„Herausgeber" gewisser ihm anvertrauter Parteigelder haben wir übrigen« unfern Heckmann seiner Zeit vergeblich zu gewinnen gesucht.— R. D. Schfshsn.: Fr. 2,— 1. Qu. erh.— Eatilina: Fr. 2,20 f. Schft., Bilder ic. erh.— Elbräuber: Mk. 70,— k Eto. Ab. 1. Ou. erh. Bfl. Weitere«.— Ruprecht: Zahlg. v. 4. d. nach Borschrift gebucht. Weiteres notirl.— Gttlb. Verviers: Fr. 10,— Ab. per 1 Jahr(83) erh.— Bttlf. Nbg.: Mk. 5,— Ab. März— Juli incl. erh. Wunsch möglichst berücksichtigt.— E. Mwld.: San Anl.: Fr. 10,15 Ab. bi« Ende Juni erh.— Paterson Sekt. S. A.-Partei: Fr. 25,30(Doll. 5) pr. Ufd«. dkd. erh.— M. D. Ehtz: Mk.—,50 f. 3 S. erh.— I. Krch. Wthnr: Fr. 2,- i. Baar u. Ggcchng. pr. Ab. 1. Qu. erh.— W. S. Wthur: Fr. 7,50 ä Eto. Schft. erh.— Bon einem österr. Silberseind: ö. fl.— ,60 pr. Agsd». dkd. erh.— W. B. Br.: Mk.-.50 f. Schft. erh.— I. M. Wäden«. weil: Fr.—.60 f. Schft. erh. Weitere« nächste Nummer.— E. Werner; Mk. 125,— ä Eto. Ab. 4. Qu. 82 u. 1. Qu. 83 erh. Auszug fort. Beilage ee. besorgt.— Bernstein G. i. B.: Mk. 5,— f. Schft. ic. erh Künftig früher bestellen. Reklamiren, wohin Sendg. ging. D. anlangend,' siehe Nr. 10.— P. D. Alexdr.: Fr. 5,— f. Schft. Abon. erh. Sdg. abgg.— Hebert: Fr. 1,— f. Schft.-c. erh.— E. W. Brünn: ö. fl. 2,70 f. Schft. erh.— Blli.: Fr. 2,90 f. Schft. v. d. Gew. Bers. erh.— Blanc' Mk. 10,— k Ct. erh. Bestllg. folgt.— A. Jon. Min.: Fr. 5,— f. Spesen ic. erh.— E. Horn: In Nr. 5 irrig per 4. Qu. 82 statt. 1. Ou. 83 guittirl. Weiteres Brfl.— A. V. Pari«: Bestllg. folgt. Adr. bei Nr. 12.— Peter: Mk. 13,20 für Schriften erhalten. Bstllg. folgt.— L. P. Pari»: Bestllg. ic. abgg. 13/3.— Gracchus SB.: Bf. v. 9. erh. u. am 13. beantw.— E. B.: Fr.—,20 f. Bld. erhalten.— Alter Kohlauer: Mk. 2,40 f. Schft. erh� Bfl. mehr. Voigt, Tischler, aus Berlin gebürtig, wird gebeten, dem Unterzeich- neten so bald wie möglich seine Adresse mitzutheilen. R. George, 49 Tottenham Str. Tottenham Ert. Road. London W. Soeben ist erschienen und durch uns zu beziehe»: Die Entwicktung des Soziatismus von der Utopie zur Wissenschaft. Von Friedrich Engels. Oktav. 41, Bogen stark. Preis» Für Deutschland: 35 Psge. Für die Schweiz und Ausland: 40 El«. 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Die"WirthBchaft de» Vereins ist geäilnet von Morgen» 9 bis Nacht» 12 Uhr."Wir ersuchen die reisenden Genossen auf unsere Adresse zu achten. Der Vorstand. Schweizerisch t VinossenschaftSbuchdru�erri Hott in gev. Zürich.