K�ch«ivt wSchsNtlich< i« m R l in Zürich(Schweiz) ?»>»» <« l r» b» ch h a>» �»» g H««tt»g»»-Zarich. ?»Kst»t»»ie» irane» gegen sranc»� Gewühnliche«riefe nach der Schweiz kosten Doppelporto. Der Lounldnuokrat Jentral-Hrgan der deutschen Sozialdemokratie. Äöe>anemeuts werden bei allen schweizerischen Postbureaux, sowie beim»erlag unl dessen belanntcn Agenten entgegengenommen und zwar zum vorau» zahlbar«» Bierteljahripreii Ion: Kr. 2.— für die Schweiz ikreuzbands Ml. Z.— sstr Deutschland(Eouderts st. l. 70 iiir Oesterreich(Couvert Fr. ll.dll siir alle Übrigen Länder de» Weltpostverein» litreuzbandi Z»skr«te Die dreigespaltene Petitzeit 25 EtS.-- 20 Pfg. N: 14. Jonmrliag, 29. März. »883 Ali«»»>ie Akmnrini Bik Imtfinkniti de»„Sojialdemokrat". Da der.«ozialdemolrat- sowohl w Deatschland al« auch in Oesterreich verbotm ist. bezw.»erfolgt wird, und die dortigen »ehbrden stch alle Müh- geben, unsere B-riindunz-n nach jenen Ländern mbglichst zu erschweren, res»,«riefe von dort an UN» nnd unsere Zeitung», und sonstigen Sendungen nach dort abzusaugen, so ist die äußerste Lorstcht im Po-ivertehr nothwendig und darf«eine vorfich>»maßregel versäumt werden, die«riefmarder über den wahren Absender und Empfänger, sowie den Anhalt der Sendungen zu täuschen, und lehtere dadurch zu schsthen. Haupterfordernig Ist hiezu etnerseit», daß unsere Freunde so selten al» miglich an den.Sozialdemokrat', res», besten Verlag selbst adresfiren. sondern stch mäglichst an irgend eine unverdächtig« Adreste außerhalb Deutschland» und Oesterreich» wenden, welche stch dann mit un» in Verbindung seht; anderseits aber, daß auch un» mäglichst unverfängliche Zustellungiadresten mitgetheili werden. An zweifelhaften Fällen empfiehlt stch behusi gräßerer Sicherheit Ziekommandirung. Soviel an an» liegt, werden wir gewiß weder Mähe noch Kosten scheuen, um troh aller entgegen- stehenden Schwierigkeiten den.Sozialdemokrat' unfern Abonnenten mäglichst regelmäßig zu liefern. Parteigenossen! Sciogllthmend auf die skitherigell Ktkaulltmachllstgeu, die Allgemeine parteiberathung kttrrffend. ersllchcll wir Such oschmals, die»öthizeu Sorkehrallgen baldigk treffe»>u wolle». Nor Allem iß»öthig, die Aame» der für die Karteiberath»»? deffimmteo Nertrallensmälluer schien»ig ff»ns auf de« Such bekallllte» Mege« mitslltheiie». damit wir deaselbe» zur rechte» Zeit»ähere Weisung snkomme» lassen können. Kitte deutlich geschriebene stchere Adresse, au wen die betreffende Weisung gelangen soll, ist beizufügen. Zürich, 1. Mär; 1888. Nie Redaktion nnd Erpedition des„Zsjialdemokrat". Unsere Prinzipien. Es ist nothwendig, daß wir, die Anstrenger einer neuen Zeil- richtung, von Zeit zu Zeit unsere, von der herrschmden Klasse verleumdeten und in Acht und Bann gethanen Prinzipien einer Erörterung unterziehen, um die Unstichhaltigkeit der Anklagen und Verdächtigungen zu verscheuchen, von welchen eine erkleckliche Anzahl sogar des arbeitenden VolkeS noch befangen ist. Und wir wählten hierzu gerade die Osterzeit, die Leidenszeit eines so- genannten Welterlösers, dessen erhabene Idee bis heute noch nicht nach dem Wunsche desselben durchgegriffen, dessen Idee zum ge- raden Gegentheil ausgenützt wurde und noch wird. Darum auf, zur Erkennlniß! Der Haß ist blind, sagt daS Sprichwort. Er steht nicht die Thatfachen, nicht die Personen, sondern macht stch eine Willkür- liche Vorstellung von ihnen, die mit der Wahrheit nicht überein- stimmt, ja häufig im direktesten Gegensatz zu ihr steht. Wie hat nicht der Haß die Bilder weltgeschichtlicher Persönlichkeiten, den Charakter weltgeschichtlicher Handlungen entstellt— aus den edelsten Menschen Scheusale, aus den edelsten Handlungen und Thaten monströse Verbrechen gemacht? Die beste Sache wird verleumdet, das Erhabenste in den Staub gezogen. Der Vater des Hasses ist in den meisten Fällen da« Interesse, welches sich bedroht fühlt oder wenigstens bedroht glaubt. Darum find eL zu allen Zeiten die„Neuerer", die Männer der neuen Ideen, gewesen, welche der blinde Haß verfolgte, steinigte, kreuzigte, unter Bergen von Verleumdungen begrub. Tie sozialdemokratische Bewegung konnte diesem Geschick nicht entgehen. Sie verletzt zu viele Interessen, um nicht der Gegen- stand glühenden, blinden Hasse« sein zu müssen. Die Interessen, welche sie verletzt, sind freilich nicht die Interessen der Gesummt- heit, sondern nur die einer winzigen Minderheit, allein diese Minderheit hat alle Machtmittel in ihren Händen und übt dadurch nicht blos materiell, sondern auch moralisch einm Einfluß aus, der ihr, solange er dauert, die Herrschaft in Staat und Gesell- schaft sichert. Dank ihrer wohlorganistrten Presse, Dank der von ihr eingerichteten Schule und Kirche, Dank der in ihre Dienste gepreßten Kunst und Wissenschaft— hält sie die Massen deS Volkes in geistiger Knechtschaft; und so ist eS ihr denn möglich, eine Partei, die sie fürchtet und haßt, für die Massen des Volkes zu einem Schreckgespenst zu machen, und Furcht und Haß da zu erwecken, wo bei richtiger Beurtheilung Liebe und Sympathie zur Geltung gelangen müßten. Wir Sozialdemokraten erfahren die» im vollsten Maße. Das falsche, abschreckend häßliche Bild, welche« der Haß unserer eigentlichen Feinde, das heißt Derjenigen, welche ein wirkliche» »der vermeintliches Interesse haben, uns zu bekämpfen, von der Sozialdemokratie entworfen hat, wird leider von Millionen für richtig betrachtet, die, kennten sie uns, auf unserer Seite stehen würden. Aus dieser einfachen Thatsache ersieht man, von welch' hoher Wichtigkeit es für un» ist, daß Wahrheit über unS, unsere Prinzipien »nd Bestrebungen verbreitet werde. DaS ist die Aufgabe der Propaganda, von deren Erfolg der Erfolg unserer Partei abhängt. Der Tag ist der Tag unsere« Siege», an welchem die Mehrheit des Volke« weiß, wa» Sozialdemokratie ist. Und was ist Sozialdemokratie? Wer nicht im blinden Hasse befangen ist und die Augen nicht grgen die Wahrheit verschließt, hat keine Schwierigkeit, Antwort auf die Frage zu bekommen. Die Sozialdemokratie ficht mit offenem Vistr, fie gibt sich so wie sie ist, sagt frank und frei, was sie will! Man lese nur unser Programm, lese es mit Aufmerksam- keit�und Verstand,— und man hat die Antwort. Doch, da hören wir Gegner rufen: „Glaubt diesen„rothcn Jesuiten" nicht, ihr Programm ist � blos ein Aushängeschild, alle diese schönen Redensarten von hochmenschlichen Zielen der Sozialdemokratie, von Gerechtigkeit, Brüderlichkeit, Humanität sind blos Lockspeisen, um die Menge zu ködern; sind blos der Sirenengesang, durch welchen man die Leichtgläubigen verführen will, um sie dann grausam zu miß- brauchen und zu opfern. DaS Scheinziel der Sozialdemo- kraten ist unleugbar recht anziehend, aber daS wirkliche Ziel, mit welchem fie hinter dem Berg halten, ist daS denkbar Grüß- lichste: ist allgemeine Theilerei, allgemeiner Umsturz, Mord, Todtschlag, Revolution." Nun, die greztlichen Absichten, die man uns da unterschiebt, find zu unfinnig für eine ernsthafte Widerlegung. Das Geringste, was die Sozialdemokraten von ihren Gegnern verlangen können, ist: daß man fie für Menschen hält, und welcher Mensch mit seinen fünf Sinnen kann so aberwitzige, unmenschliche, wider- natürliche Ziele verfolgen? Es hat zu allen Zeiten Verbrecher gegeben, allein eine Partei von solchen Verbrechern, wie unsere Gegner uns gezeichnet, das wäre eine Partei von Idioten! Doch sehen wir ab von solch tollen Beschuldigungen und be- trachten wir den Kern des Einwands:„Wir haben ein anderes Ziel als das, welches wir dem Publikum zeigen. Zeigten wir jenes andere, unser eigentliches Ziel, so würden wir die Massen zurückstoßen, welche wir jetzt durch lügenhafte Vorspiegelungen an uns ziehen." Merken unsere Gegner denn nicht, daß fie eine— ungeheure Dummheit sagen? Also: wir rücken mit unserem wahren Pro- gramm nicht hervor, weil eS das Volk abstoßen würde. Wie zum Kukuk kommen wir aber zu einem so abstoßenden Programm? Was kann es uns nützen? Was können wir von ihm erwarten? Wird es seine abstoßende Kraft verlieren? Man glaubt, so scheint es, wir hätten den teuflischen Plan, durch unser lügenhafte«, verführerische» Schein Programm Millionen an un» zu fesseln, sie, ohne daß sie es merken, perfid „an den Fuß der Barrikaden" zu locken, und dann, wenn das Häuflein der Eingeweihten Alles vorbereitet hat, plötzlich daS Geheimprogramm aus der Tasche zunehmen, und zu dessen Verwirklichung zu schreiten. Ganz gut— blos eines haben die pfiffigen Gegner dabei nicht berechnet; die abstoßende Kraft des sogenannten Geheim- Programms.— Finden dann die durch unser Scheinprogramm Verführten, daß wir nur ein elendes Spiel mit ihnen getrieben, sie infam beschwindelt und mißbraucht haben, so würden sie, sobald sie durch Produzirung des famosen Geheimprogramms über unsere wahre Natur aufgeklärt sind, uns„am Fuße der Barrikaden" unzweifelhaft den Rücken wenden, und zwar voraussichtlich nach höchst energischen Aeußerungen deS Mißfallens. Und das von Rechtswegen. Genug von diesen Albernheiten. Wer unsere Prinzipien und Bestrebungen kennen lernen will, der unterrichte sich nicht bei unseren Gegnern, der befrage die Sozialdemokratie selbst in ihren Reden und Handlungen, in ihren Schriften, in ihren Zei- tungen, in ihrem Programm. Vor Allem in unserem Pro- gramm, das, von den Verttetern der Gcsammtpartei ausgearbeitet, trotz mancher Mängel, die jedem Versuch der Feststellung von Prinzipien ankleben, doch in engem Rahmen vollständigen Auf- schluß über unsere Prinzipien und Bestrebungen gibt. Wer diese» Programm mit vorurtheilSlosen Blicken liest, eS mit Aufmerksamkeit und Verstand liest, weiß was wir wollen, und wird nicht verdammen können, waS wir wollen. Klar, logisch, ist e» ebenso radikal und umfassend als praktisch und gemäßigt in seinen Forderungen. Ja: praktisch und gemäßigt. Kann der Vorwurf, wir planten dm„allgemeinen gewaltsamen Umsturz", schlagmder widerlegt werden, alS durch unser Programm? Ist eine Revolution, wir meinen eine gewalt- same, blutige Umwälzung möglich in einem Staat, welcher ein gute« Volkserziehungssystem hat, durch Befriedigung der gerechten Bedürfnisse de« Volke« der Unzuftiedenhcit vorbeugt, und durch fteiheitliche Einrichtungen jeder Meinung die Möglichkeit der Verwirklichung gewährleistet? Gibt eS überhaupt eine andere Versicherung gegen die von unseren Gegnern gcfürchtete und mit Recht gefürchtete gewaltsame Revolution, eine andere Bürg- schaft für die von unserm Gegnern so heiß ersehnte, mit Recht heiß ersehnte ftiedliche Reform? Sind nicht die meisten Forde- rungen, die aufgezählt werden und durch ihre Verständlichkeit, wo nicht Selbstverständlichkeit eine eingehende Erläuterung über- flüssig machm, bereit» in fortgeschrittmerm Ländern verwirklicht, und zum übrigen Theil von aufgeklärten Politikern und Mmschen- freunden längst befürwortet worden? Sind die meisten Punkte nicht, sozusagen, geistiges Gemeingut Aller Derer, die da« Wohl ihrer Mitmenschen erstreben? Die Sozialdemokratie hat kein Programm erfunden, ebenso- wenig wie sie stch anmaßt, eine Wissenschaft erfunden zu haben. Sie hat nur gewisse unumstößliche Sätze, die von der Wissenschaft festgestellt worden sind, zur Grundlage eines sozialpolitischen ogramms zusammengefügt und demselben alle diejenigen von lichen Vorkämpfern des Volk« ausgestellten Forderungen ein- leibt, deren Verwirklichung unS dem Ziele zuführt: Ä einer staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung, welche die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen verhindert, und bei freier genossenschaftlicher Arbeit und gerechter Verthcilung deS Arbeitsertrags, jedem einzelnen Menschen das höchstmögliche Maß von Bildung und Glück gewährleistet. Wer, der es gut meint mit seinen Mitmenschen und mit sich selbst, kann dieses Ziel tadelnswerth finden? Muß er nicht viel- mehr uns recht geben? Wohlan, er schließe sich uns an. Wer aber uns andere Bestrebungen zuschreibt, oer kennt unS nicht oder er ist ein Verläumder. („Arbeiter-Wochenchronik".) Die Mark.*) lFortsetzuug.) Wenn aber die deutschen Eroberer' den Privatbesitz an Aecker und Wiesen annahmen, d. h. bei der ersten Landthei- lung oder bald nachher auf erneuerte Umtheilungen verzichteten (denn weiter war es nichts), so führten sie dagegen überall ihre deutsche Markverfassung mit Gemeinbesitz an Wald und Weide ein und mit Oberherrschaft der Mark auch über das vertheilte Land. Dies geschah nicht nur von den Franken in Ltordfrankreich und den Angelsachsen in England, sondern auch von den Burgundern in Ostfrankreich, den Westgothen in Südfrankreich und Spanien, und den Ostgothen und Longo- barden in Italien. In diesen letztgenannten Ländern haben sich jedoch, soviel bekannt, nur im Hochgebirg Spuren der Markeinrichtungen erhalten. Die Gestalt, die die Markverfassung angenommen hat durch Verzicht auf erneuerte Vertheilung des angebauten Landes, ist nun diejenige, die uns entgegentritt, nicht nur in den alten Volks- rechten des 5.— 8. Jahrhunderts, sondern auch in den eng- lischen und skandinavischen Rechtöbüchern des Mittelalters und in den zahlreichen deutschen Markordnungen(sogenannten Weisthümern) aus dem 13. bis 17. Jahrhundert. Indem die Markgenossenschaft auf das Recht verzichtete, von Zeit zu Zeit Aecker und Wiesen unter die einzelnen Genossen neu zu vertheilen, gab sie von ihren übrigen Rechten an diese Ländereien kein einziges auf. Und diese Rechte waren sehr bedeutend. Die Genossenschaft hatte den Einzelnen ihre Felder übergeben nur zum Zweck der Nutzung als Acker und Wiese und zu keinem anderen Zweck. Was darüber hinausging, daran hatte der Einzelbesitzer kein Recht. In der Erde ge- fundene Schätze, wenn sie tiefer lagen als die Pflugschaar geht, gehörten also nicht ihm, sondern ursprünglich der Gemein- schaft; ebenso das Recht, Erz zu graben u. s. w. Alle diese Rechte wurden später von den Grund- und Landesherren zu eigenem Nutzen unterschlagen. Aber auch die Nutzung von Acker und Wiese war gebunden an die Oberaufsicht und Regelung durch die Genossenschaft, und zwar in folgender Gestalt. Da, wo Dreifelderwirthschaft herrschte— und das war fast überall— wurde die ganze Feldflur des Dorfs in drei gleich große Felder getheilt, von denen jedes abwechselnd ein Jahr zur Wintersaat, das zweite Jahr zur Sommersaat, das dritte zur Brache bestimmt wurde. Das Dorf hatte also jedes Jahr sein Winterseld, Sommer- feld und Brachfeld. Bei der Landesvertheilung war dafür gesorgt, daß der Antheil jedes Genossen sich gleichmäßig auf alle drei Felder vertheilte, so daß jeder sich ohne Nachthcil dem Flurzwang der Genossenschaft fügen konnte, wonach er Wintersaat nur in sein Stück Winterfeld säen durste u. f. w. Das jedesmalige Brachfeld fiel nun für die Dauer der Brache wieder in Gemeinbesitz und diente der gesammten Ge- nossenschaft zur Weide. Und sobald die beiden anderen Felder abgeerntet waren, fielen sie bis zur Saatzeit ebenfalls wieder in den Gemeinbesitz zurück und wurden als Gcmeinweide be- nutzt. Desgleichen die Wiesen nach der Grummetmaht. Auf allen Feldern, wo geweidet wurde, mußte der Besitzer die Zäune entfernen. Dieser sogenannte Hutzwang bedingte natürlich, daß die Zeit der Aussaat wie der Ernte nicht dem Einzelnen überlassen, sondern für alle gemeinsam, und von der Genossen- schaft oder durch Herkommen festgesetzt war. Alles übrige Land, d. h. alles, was nicht Haus und Hos oder vertheilte Dorfflur war, blieb, wie zur Urzeit, Gemein- eigenthum zur gemeinsamen Nutzung: Wald, Weideland, Haiden, Moore, Flüsse, Teiche, Seen, Weg und Steg, Jagd und Fischerei. Wie der Antheil jedes Genossen an der vertheilten Feldmark ursprünglich gleich groß gewesen, so auch sein An- theil an der Nutzung der„gemeinen Mark". Die Art dieser Nutzung wurde durch die Gesammtheit der Genossen bestimmt; ebenso die Art der Auftheilung, wenn der bisher bebaute Boden nicht mehr reichte und ein Stück der gemeinen Mark in Anbau genommen wurde. Hauplnutzung in der gemeinen *) Äu«„Die Entwicklung de« Sozialismus von der Utopie zur Wissen- schaft" von Fr. Engel«. Mark war Viehweide und Eichelmast, daneben lieferte der Wald Bau- und Brennholz, Laubstreu, Beeren und Pilze, das Moor, wenn vorhanden, Torf. Die Bestimmungen über Weide, Holznutzung u. s. w. bilden den Hauptinhalt der vielen aus den verschiedensten Jahrhunderten erhaltenen Markweis- thümer, aufgeschrieben zur Zeit als das alte ungeschriebne, herkömmliche Recht anfing streitig zu werden. Die noch vor- handenen Gemeindewaldungen sind der kümmerliche Rest dieser alten ungetheilten Marken. Ein anderer Rest, wenigstens in West- und Süddeutschland, ist die im Volksbewußtsein tief wurzelnde Vorstellung, daß der Wald Gemeingut sei, in dem Jeder Blumen, Beeren, Pilze, Bucheckern u. s. w. sammeln und überhaupt, so lange er nicht Schaden anrichtet, thun und treiben kann was er will. Aber auch hier schafft Bismarck Rath und richtet mit seiner berühmten Beerengesetzgebung die westlichen Provinzen auf den altpreußischen Junkerfuß ein. Wie die Genossen gleiche Bodenantheile und gleiche Rutzungs- rechte, so hatten sie ursprünglich auch gleichen Antheil an Ge- setzgebung, Verwaltung und Gericht innerhalb der Mark. Zu bestimmten Zeiten und öfter, wenn nöthig, versammelten sie sich unter freiem Himmel, um über die Markangelegenheiten zu beschließen und über Markfrevel und Streitigkeiten zu richten. Es war, nur im Kleinen, die uralte deutsche Volks- Versammlung, die ursprünglich auch nur eine große Mark- Versammlung gewesen war. Gesetze wurden gemacht, wenn auch nur in seltenen Rothfällen; Beamte gewählt, Amtsfüh- rung von Beamten kontrolirt, vor Allem aber Recht gesprochen. Der Vorsitzende hatte nur die Fragen zu formuliren, das Urtheil wurde gefunden von der Gesammtheit der anwesenden Genossen. Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 28. März 1883. —„SD et Fenicrschrecken in E n g l a n d", schreibt uns ein ge- nauer Kenner der englisch-irischen Verhlltniffe,„hat glücklicherweise zu Uebertreibungen geführt, die ihn der Lächerlichkeit überliefert und damit seine gefährliche Spitze abgebrochen haben. Und da» ist einem verrückten aristokratischen Blaustrumpf, der Lady FlorenceDixie zu verdanken Diese« Frauenzimmer, dessen Wahrheitsliebe im umgekehrten Berhältniß zur„Höhe" ihrer Geburt steht, veröffentlichte unmittelbar nach den jüug> steu Dynamit- Experimenten in London eine Jagdgeschichte von entsetz- lichen Abenteuern, die ihr widerfahren sein sollten— natürlich von Feuischer Seite— die sich aber als einfache Lügen herausgestellt haben. Diese Entdeckung hat aus John Bull sehr ernüchternd gewirkt und den allgemeinen Glauben erzeugt, daß wie die Jagdgeschichte der hochge- dornen Lady Dixie erlogen ist, so auch mindesten« neun Zehntel aller anderen Uber die Fenier umlausenden Geschichten erlogen seien. Und da« ist unzweifelhaft auch richtig. Nicht al« ob wir leugnen wollten, daß Jrländer Verschwörungen gemacht und blutige Repreffalien gegen die englischen Unterdrücker ausgeübt hätten und noch ausüben könnten,— allein die Annahme, da« gesammte irische Volk sei in einer Mordver- schwörung gegen England vereinigt und die jüngsten Londoner Dynamit- Experimente seien da» Produkt einer ganz Irland umfassenden Tonspira- tion, sängt an, in ihrer Absurdität erkannt zu werden. Hr. O'Donovan Rossa ist ein notorischer Lügner und Renommist, und die übrigen Jr- länder in Amerika, welche jene Dynamit Experimente als irische National- thaten bezeichnet haben, find Geiste»- und Gesinnungsgenossen des Hrn. O'Donnovan Rossa. Thatsache ist, daß der irischen Sache durch die jüngsten Londoner Vorgänge der größte Schaden zugefügt worden ist, und daß die englische Polizei ein weit größere« Interesse an diesen Explosionen hatte, als die I r l ä n d e r. Wie wir wiederholt andeuteten, liegt die einzige Chance der Jrländer darin, daß es ihnen gelingt, sich mit den E n g l ä n d e r n, d.h. dem englischen Volk, der englischen Arbeiterklasse, zu alliiren und gemeinsam mit den Engländern den Kamps gegen die Landlord« und sonstigen Unterdrücker und Au». sauget zu führen. Alle«, was da« englische Volk der irischen Sache ent- fremdet, den Jrländern seiudlich stimmt, ist im Interesse der englischen Gewalthaber und der irischen Sache von Nachtheil. Es fällt uns nicht ein, aus Männer, die dem Jmpul« berechtigter Rachsucht gefolgt find, den Stein zu Wersen, aber die Leidenschast, so nothwendig sie zur revo- lutionärea That sein mag, ist eine schlechte Rathgeberiu, und wer ihr blindlings gehorcht, statt ruhig da« Für und Wider abzuwägen und die Folgen und Wirkungen seine« Handeln« zu berechnen, kann der besten Sache leicht schlimme Dienste leisten. Wir nannten O'Donovan Rossa einen Lügner und Renommist. Wir hätten mehr sagen können. Ein für allemal kann als feststehend gelten: wer Revolution redet, und mit seinen revolutionären Thaten prahlt, ist kein Mann der revolutionären Aktion. Wer Revolution redet, handelt nicht revolutionär; und wer revolutionär handelt, redet nicht Revolution. — Die rothe Fahne—„roth, roth, roth, da» einige Roth, kein prunkende« Wappen daraus"— hat am Morgen de» 18. März an ver- schiedenen Orten Deutschland» lustig im Winde geflattert, zur Erbauung Feuilleton. Z)ie Kerkermeister des Hzaren. Als Fortsetzung unsere« Artikel» über die Kerker de« Czaren (Nr. 11 de«„Sozialdem.") erhalten wir folgenden Brief, der ein nicht minder ergreisender und empörender Beitrag ist zum Thema von dem Terrorismus der russischen Henlerregiernng. Sie brachten vor einiger Zeit au« kundiger Hand Einzelheiten über die Flucht L o P a t i n« au« Sibirien, die mich veranlasseu, ein Streif- licht auf die Beamten zu werfen, denen in Sibirien das Schicksal jener Unglücklichen anvertraut ist, die au» irgend einem, nach westeuropäischer Anschauung harmlosen politischen Grunde au« der bürgerlichen Gesellschaft ausgestoßen wurden, und die, da sie fast durchweg Leute von höherer Bildung sind, am allerwenigsten in der Lage sind, sich Bestioli- täten gefallen zu lassen. Da wurde kürzlich der Hauptmann S o l o m i e f f zum Befehlshaber über die zu Zwangsarbeiten nach Sachalin deportirten politischen Ver- brechet ernannt. Dieser Mensch ist ein Musterexemplar de« rohesten Schergenthum«, nicht nur von Amlswegen, sondern auch au« Liebe zum Berufe. Er gehörte in Sibirien zu jenen Beamten, denen es ein besonderes Vergnügen macht, ihre Opfer so lange zu quälen und zn miß- handeln, bi« der Zorn derselben sich durch ein Schimpfwort oder ans irgend eine andere Weise Lust macht, was dem Beamten dann da« Recht gibt, da« betreffende Opfer binden und in den Karzer sperren zu lassen, e« durch Hunger zu quälen u. s. w. Einige Thatsachen mögen die« illustriren. Ende 1877 kam in das Besängniß von I r k u t« k ein politischer Verbrecher Namen» Telje, der zur Ansiedlung in diesem Gouverne- nemenl verurlheilt war. Damais war es den politischen Verbrechern noch gestattet, jeden Tag eine halbe Stunde frische Luft zu schöpfen. Während eine« solchen Spaziergangs kam S o l o w i e f f, der in I r- t u l s k angestellt war, nun eine» Tage« in den Gefängnißhof und be- merkte, daß ein politischer Gefangener mit bedecktem Haupte spazieren ging. Das' schien ihm eine Beleidigung zu sein; er sprang zu ihm heran aller FreiheitSfreunde, zum Entsetzen für da» gesammte, leider noch recht zahlreiche Reichsrindvieh, in dessen Interesse die heilige Hermandad auch überall bei der Hand war, die fatalen Symbole hochverrätherrischer Ge siunung schleunigst zu beseitigen. Judeß ging da» nicht immer so leicht al« man glaubte. So schreibt man der Berliner„Bolks-Zeituug" unterm 19. März aus„Stuttgart": „Gestern al» am Jahrestage der Pariser Kommune, wurde unsere Einwohnerschaft dadurch überrascht, daß vou dem Aussicht« t h u r m, der sich auf dem die Stadt und Umgegend beherrschenden Hasenberg erhebt, eine mächtige rothe Fahne flatterte. Allgemeine Verwunderung erregte e», daß die Fahne bis gegen Mittag, Jedem und weithin fichtbar, auf dem Thurme verblieb. Wie sich später herausstellte, war hieran nicht etwa die Nachlässigkeit unserer Polizei schuld, denn diese bemühte sich aus'« Angelegentlichste, da« ominöse Revolutiousbanner dem Auge de« Publikum« zu entrücken. Der oder die Thäter hatten allerlei Vorkehrungen getroffen, da« Entfernen der Fahne zu erschweren, und so gelang e» erst nach längerer Arbeit, dieselbe herunter zu bringen. Die Eingangsthür zum Thurme war verbarrikadirt und auch die Fenster der ersten Etage konnten au« demselben Grunde nicht al« Eingang benutzt werden, so daß erst eiue Leiter angeschafft werden mußte, welche bi« in den zweiten Stock reichte, und man auf diese Weise in« Innere de« Thurme« ge- langte und die Fahne herunterholen konnte. Dieselbe trug, wie uns ein Augenzeuge meldet, die Inschrift:„Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!" und:„Zur Erinnerung an die Pariser Kommune, 18. März 1871". Unten am Eingang war ein Plakat mit der Inschrift:„Warnung vor Dynamit!" angeheftet. Auch war vor demselben Pulver ver- schüttet. Der stet« unter Verschluß gehaltene Thurm ist jedenfalls durch Nachschlüssel geöffnet worden. Nach dem Thäter wird gespürt, doch fehlen bi« jetzt noch alle Anhaltspunkte." Bravo I Da« war einmal ein lustiger„Schwabenstreich". Auch in Barmen wurde der biederen Polizei ein lustige» Stück ge- spielt. Im vorigen Jahre hatte dort bekanntlich am 18. März die rothe Fahne vom Thurm de«— Kriegerdenkmal« herabgeweht," weshalb da«- selbe von fünf Sergeanten die ganze Nacht vom 1. bi« zum 18. März sorgfältig bewacht wurde. Al« aber endlich die armen Polizeiknechte schlaftrunken nach Hause wandeln wollten, da erblickten sie zu ihrem Schrecken auf dem Hohenstein von der Spitze der höchsten Pappel herab da« verhaßte rothe Banner wehen.„Ihr kriegt uns doch nicht unter l" schien e« ihnen zuzurufen. Auch in L u d w i g» h a f e n in der Pfalz wurde da« gehörnte Vieh durch eine rothe Fahne in Aufregung versetzt, die ihm übrigens gar nicht« schaden kann. Wenn diese kleinen Demonstrationen auch weittr nicht« beweisen, als daß unsere Genossen im Reich den Kopf oben behalten, und den Kampf nicht nur mit Entschlossenheit, sondern auch mit dem gesunden Humor de« siegesbewußten Streiter« führen, so meinen wir, genügt da» schon. Nur keiue Kopshängerei! Der Besuch der Gräber der Märzgefallenen in Friedrichshain bei Berlin war diesmal, wie die Blätter koustatiren, ein außerordentlich starker;„überraschend" stark, heißt es im kleinen Journal. Bravo! Fast die gesammte Presse Europa» hat unserem da- hingeschiedenen großen Vorkämpfer Marx eingehende Nekrologe ge- widmet, und wenn auch von unfern Gegnern, namentlich von solchen, welche die scharfe Kritik de« Verstorbenen an sich selbst kennen zu lernen Gelegenheit hatten, nicht zu erwarten war, daß sie diesem außerordent- lichen Manne in jeder Beziehung Gerechtigkeit wiederfahren lassen würden, o ist doch zu koustatiren, daß kein Blatt seine wissenschaftliche Bedeutung zu leugnen wagte. Man suchte an kleinlichen Dingen herumzumäckeln, tischte zum Theil längst widerlegte Märchen Uber seinen Reichthum ic. auf und die„Neue freie Presse", da« Hauptorgan der Wiener Korruption, regalirte seine Leser außerdem mit der von Karl Bogt seiner Zeit kolpor- tirten Plattheit, Marx mache sich Uber seine eigenen Anhänger lustig und habe nur vor den Aristokraten Respekt. Ein Blick in das„Kommuni- tische Manifest", in da»„Kapital" w. zeigt die Lächerlichkeit einer solchen Behauptung. Die sozialistische Arbeiterpresse de» In- und Auslande» aber legt, mit nur einer Ausnahme, ein glänzende« Zeugniß dafür ab, wie sehr das klassenbewußte Proletariat den Verlust, den es durch den Tod diese« Manne» erlitten, fühlt, wie sehr e« sich über seine Bedeutung klar ist, wie lebhaft seine vorgeschrittensten Elemente fühlen, wo» sie diesem Manne verdanken. Wir haben die Abficht, diese Stimmen au« dem Proletariat, da un» im Parteiorgan der Raum dazu mangelt, in einem besonderen Gedeukblatt zusammenzustellen, geschmückt mit dem Bilde de« unentwegtesten Kämpfer für die Sache der sozialen Revolution. Wohl wissen wir, daß der Mann sich in seinen Werken, in seinen Schöpfungen ein Denkmal errichtet hat, dauernder al» Erz und Stein, aber wir glauben auch mit der Masse derer, denen er ein Bahnbrecher war, zu fühlen, wenn wir der Herausgabe einer für da» Volk bestimmten Gedeukschrist hier da« Wort reden. — lieber da» Begräbniß von Karl Marx gehen un« zwei Zuschriften au« London zu. Der ersteren, von einem Mitgliede de« Kommunistischen Arbeiter-Bildungsverein», entnehmen wir, soweit sie nicht da« von uns in voriger Nummer Mitgetheilte wiederholen, folgende Stellen: ,Am letzten Sonnabend hatten wir hier eine traurige Pflicht zu er- füllen. Wir senkten den Leib eine« unserer größten Borkämpfer und wissen- chastlichen Begründer« de« Sozialismus in'« Grab. Noch bevor die betreffende Nummer unsere« Organ« hier eintraf, und schrie:„Die Mütze ab! siehst Du nicht, wer vor Dir steht?" Der Spaziergänger war Telje. Er autwonete nicht, sondern ging mit be- decklem Haupte langsam weiter. Solowieff wurde wülhend:„Du Schurke!" schrie er.„ich lasse Dich mit Ruthen zu Tide peitschen!" Dabei gebrauchte er einen Ausdruck, den ich hier nicht wiederholen mag. —„Ruthen! Eisen! Legt diesen Hund in Eisen, schlagt ihm, diesem nichtswürdigen Kerl, die Mütze ab!" raste er. Telje vermochte sich nicht wehr zu halten, er ergriff einen Stein und sagte in höchster Erregung U dem Solowieff:„Weun Du Dir nur noch ein Schimpfwort erlaubst, o zerschmettere ich Dir mit diesem Stein den Kopf!" Solowieff ver- tiwand; er lief zum Inspektor und bat diesen, Telje mit Rutheu schlagen U lassen. Der Inspektor ging jedoch nicht darauf ein, sondern berief ich aus einen Paragraphen de« Gesetze«, welcher verbot, die Privilegirten d. h. die Edelleute, mit Ruthen zu schlagen, wa» Solowieff veranlaßte, über die russischen Gesetze, die zu milde waren, zu zetern. Er eilte zum Gouverneur, der Solowieff'» Wuth besser begriff und da» Gesetz griind licher kannte. Auf seinen Befehl wurde Telje in die eulseruteste Gegend de« Gebiet» Jakutsk, ungefähr 2500 engl. Meilen in da» Innere Sibirien» transportirt. Ein andere« Bild! Im Jahre 1379 erzählte der vou Ihnen bereit» früher erwähnte L o p a t i n:„Als ich in dem Gesängniß vou I r k u t« k saß, reichten dort die Zellen nicht au», so daß auch die politischen Gefangenen zu 2 und zu 3 iu einer Zelle, die nur für einen bestimmt war, fitzen mußten. Auch ich theilte meine schmutzige Zelle mit einigen Kameraden. Eine« Tage« öffnete sich plötzlich die Thüre unserer Zelle, der Aufseher sprang herein und sagte eilig:„Macheu Sie schnell Ordnung iu der Kammer, der Solowieff wird bald da sein, er geht au« einer Kammer iu die andere!" Einer von de» Kameraden, der trank und sehr nervös war, schlief, und al« er durch diesen Lärm ausgeweckt wurde, sagte er dem Ausseher: Geh' Du zum Teufel! Für jede Bestie werden wir da« Zimmer nicht ausräumen, räume e» selbst aus, wenn Du es willst." Der Aufseher ging fort, nach einigen Augenblicken aber ging die Thüre wieder aus, und auf der Schwelle stand Solowieff mit einem ganzen Gefolge von Gefängnißbeamlen. durchflog die Trauerkunde:„Karl Marx ist todt!" die Reihe» der hiesigen Sozialdemokraten, und auf jedem Geficht las man deutlich die Gedanken, welche da« Innere bewegten und wohl bei jedem Einzelne« von un» dieselben waren:„Wir haben einen herben Verlust erlitten." Doppelt schwer trifft un« der Verlust, wenn Marx sein Werk:„Da« Kapital" nicht vollendet hat, war der zweite Gedanke, der in un» auf- tauchte, und man beruhigte sich erst einigermaßen, al« man vernahm, daß e« unserem Marx trotz vielfacher und heftiger Unterbrechung durch Krankheit ,c. möglich geworden sei, sein Werk soweit zu vollenden, daß e» nunmehr mit Hilfe seme« Freunde» Fr. Engel« doch wohl wirb im Druck erscheinen können. Sein Werk ist vollendet, sein Geist wird also leben, da« mildert unsere Trauer, und am Grabe haben wir un« gelobt, daß wir sein Werk voll- enden und, soviel an un» ist, zum Ziele führen werden. Wissenschaft und Arbeit vereinigt, find eine unüberwindliche Macht, und diese Bereinigung ist bereit» eine Thatsache geworden. Eine Thatsache, deren Verwirklichung nicht zum geringsten Theile da« Verdienst Karl Marx' ist. Wo immer heute ehrliche Männer der Wissenschaft austreten, sehe» wir, daß sie auf Seite der Arbeitersache stehen; und die Arbeiter habe» begriffen, daß ihrer Sache nur dann der Sieg gewiß ist, wenn sie gebaut ist auf fester, unumstößlicher wiffeoschaftlicher Grundlage. Daß die» so ist und daß e« von den Betheiligten begriffen wird, da» ist ein erhebende« Bewußtsein und wird unsere Sache sicher zum Ziele führen. Daß die Vereinigung der Wissenschaft und Arbeit zur Thalsache ge- worden, ist da» Verdienst de» Dahingeschiedenen, sowie der Sozialistischen Arbeiterpartei. Diese Bereinigung zeigte sich auch am Grabe unsere« Meister«. Gering nur war die Zahl Derer, die da« Grab umstanden, aber e« war die„Wiffeuschaft und die Arbeit", die am Grab standen und um den Lehrer trauerten. Da standen um den Sarg: Professor Schorlemer vom Owen'« College iu Manchester, Professor Ray Lankester vom«xeter College zu Oxford, Dr. E. B. A v e l i u g vou der Universität zu London, Fr. Engel«, Wilhelm Liebknecht und daneben standen Männer, denen man e« aus den ersten Blick ansah, daß sie zu der unterdrückten, beherrschten und ausgesogeneu Klasse gehörten, für deren Rechte der Dahingeschiedene gekämpft hatte. Sie waren gekommen, um im Namen der Arbeit dem Meister der Wissenschaft den Tribut zu zolleu. Wenige waren e« zwar nur, doch da» war nicht unsere Schuld. Wie gerne wären wir zu Tausenden an da« Grab gezogen, wie gerne hätten wir den Sarg mit unserem rolhen Bauner Uberdeckt, wie hätte e« un« gefreut, hätten wir den großen Todten unter dem Klang der „Marseillaise" in'« Grab senken können, wie gerne hätten wir Karl Marx, den Revolutionär, am Sonntag, den 18. März, am Geburtstage der Revolution, begraben! Doch e« war un« nicht vergönnt; die Familie hatte beschlossen, jede Demonstration zu vermeiden, und deshalb wohl die Beerdigung auf Sonnabend Nachmittag angesetzt; so waren eben nur wenige von un» anwesend. Genosse Lemke legte zwei schöne, große Lorbeerkränze mit gewaltigen, Hochrothen Schleifen al» Zeichen der Liebe und Achtung nieder aus den Sarg, den einen im Namen de«„Sozialdemokrat", den anderen im Namen der hiesigen„Deutschen Sozialdemokraten." Bon Pari« au« ging un« noch der spezielle Austrag zu, im Namen der dortigen deutschen Genossen einen Kranz auf da« Grab zu legen, doch traf dieser Auftrag leider einige Stunden zu spät ein; er konnte nicht mehr ausgeführt werden." Die andere Zuschrift lautet: „Von einigen hier lebenden Parteigenossen ist e« übel vermerkt worden, daß da« Begräbniß von Karl Marx einen strikt privaten Charakter ge- habt hat. Sie hätten e» gerne gesehen, wenn die Gelegenheit zu einer imposanten Massenkundgebung benutzt worden wäre. Von einer Massen- kundgebung konnte aber, wie jeder der Tadler bei einigem Nachdenken finden wird, unmöglich die Rede sein. Dem englischen Volk ist Marx noch ein Fremder. Die einzige englische Arbeiterorganisation, welche man hätte heranziehen können: die TradeS-Union» wirken in einem Geiste, welcher den Lehren de« großen Denker« und Kämpfer» geradezu eindlich ist. Also, wen hätte man zuziehen sollen? Die Londoner deut- scheu Arbeiter al» solche? Auch da« ging nicht, da man dann Gefahr gelausen wäre, am Grabe von Marx Elemente zu finden, welche e« sich zur Ausgabe gemacht zu haben scheinen, den Sozialismus lächerlich und verächtlich zu machen. Kurz, e« blieb, wa« auch uuter anderen Verhältnissen dem Wesen und den Wünschen de» Todten eut- prochen hätte, der allen Demonstrationen, soweit sie seine Person betrafen, au» dem Wege ging, nur übrig: die Theilnahme an dem Begräbniß auf die Familie und die intimsten Freunde zu beschränken. Und da« ist geschehen. — Gerechtigkeit und Vernunft— par diät an ce. Da« Ferne beurtheilt sich leichter richtig al» da» Nahe, und vor der eigenen Thüre kehren, ist sprichwörtlich sehr schwer. Im Ausland ist die reaktionäre deutsche Presse oft ganz vernünftig. So lesen wir jetzt z. B. anläßlich der jüngsten Pariser Demonstrationen in allen reaktionären Zeitungen Deutschland»: wenn es in Frankreich zu einer Katastrophe käme und die hungernden Arbeiter zur Revolution schritten, so habe die ftaa- zösische Regierung einzig sich selber die Schuld beizumessen; denn, hätte ie rechtzeitig eingegriffen und durch gute Gesetze die Sozialresorm an- gebahnt, dann drohte dem Staat Seiten« der Arbeiter keine Gefahr. Bravo! Un« au« der Seele gesprochen. Wa» aber hat die deutsche Re- gierung für die Arbeiter gethau? Die Bismarck'schen Kurpfusch Rezepte? „Sagen Sie mir gefälligst", wandte er sich an un»,„man hat mir z gesagt, daß mich eiuer von Ihnen beschimpft hat, ist da« wahr? Wen» e« wahr ist, so sagen Sie mir, wer war e«?" Einer vou un« gab ihm, eine ausweichende Antwort, da er aber hartnäckig daraus bestand, den Name» zu erfahren, so wiederholte man ihm da» von dem Kranken Gesagte. Er a wurde verlegen und erwiderte:„Sie sind wahnsinnig geworden, wahr- hastig wahnfinnig!" Daun ging er fort. Nach einer halben Stunde � kam der Aufseher wieder und zwar mit einer ganzen«»körte und befahl den Soldaten, denjenigen, der den Solowieff beschimpft habe, zu ergreife» z und iu eine andere Zelle zu führe». Da« geschah trotz unserer Proteste. � Dem Befehle Solowieff'« gemäß wurde der Arme in der anderen Zelle, x nachdem ihm die Hände und Füße gebunden worden waren, in eine» � ledernen Sack(Zwangsjacke) gesteckt und alsdann auf den Boden der z, kalten Kammer geworfen. Bald daraus kam Solowieff, um sein Opfer g zu mißhandeln. Er fing an höhnisch zu lachen und z» schimpfen:„Wirst„ Du, Schurke, Dich ein andere« Mal unterstehen, mich zu beschimpfen?„ Weißt Du nicht, daß Du in meiner Macht bist? Daß ich mit Dir, machen kann, wa« ich will? Ich werde Dir drei Tage lang nicht« z» g effen geben!" u. s. w.„, r Und wirklich ließ der Schurke den kranke» Menschen hungern, u« � eine Rache zu kühlen.. Vorige» Jahr wurden dem Gesängniß von JrkntSk unter einer größere» � Partie Verschickter auch zwei politische Verbrecheriunen K. und B. über-„ wiesen. Den elenden Solowieff trieb e« sofort, auch an den armen Fraue» j ein Müthchen zu kühlen. Er fing damit an, daß er den Wärtern, welche, die Neuangekommenen Arrestanten durchsuchten, befahl, die Frauen nicht zu schonen, sie ganz auszukleiden und Uberall gut zu betaste»., Während dieser Durchsuchung nun war der brutale Mensch anwesend, und schrie immer:„Schont diese« Gesindel nicht!" Dabei ging er so- weit, allerhand gemeine Redensarten auszustoßen, die sich nicht wieder- t geben lassen. Empört über die nichtswürdige Behandlung hielten die x Unglücklichen mit ihrem Zorn nicht zurück. Solowieff ließ sie deshalb in den Karzer einsperren und fuhr zum Gouverneur, wo er sich Uber Ungehorsam beschwerte, und wo er die Erlaubniß erhielt, die Frauen züchtigen zu lassen. Mau gab ihnen zur Strafe eine Zeil lang — Sine verunglückte Spekulation. Die samose Muster- anstatt de» königlich Preußischen Staat»soziali«muS, die Straßburger Tabaksmanufakwr, kann bekanntlich trotz aller erdenklichen Anstrengungen ihre Fabrikate nicht loswerden. Rauchen will sie Niemand, und obw»hl die Loyalitätsseuche in Preußen sich breiter macht al« je, so hat doch der Appell an alle Bismarck- und KSnigitreuen Bürger, sie möchten au» Patriotismus da« Straßburger Fabrikat aufrauchen oder wenigsten» aufkaufen, gleichfalls nichts gefruchtet. Die Reich«-, König»- ic. treueu„Bürger" find nur Reich«-,«önigs- ,c. treu gegen baare Be- Zahlung; noch Geld zugeben bei dem Schwindel, sagen fie, da» gibt'« nicht. Und die für den Staat der Gottesfurcht und frommen Sitte, wie Preußen-Deutfchland ja doch ist, so angemessene Abficht, die fiebeu Millionen Straßburger Zigarren unter falscher Flagge in'» Publikum zu schleudern, ist gleichfalls fehlgeschlagen. Da, in ihrer hoch- sten Roth, fiel die Verwaltung de» Herrn von Meyer, wie uns ein Genosse au« Delmenhorst mittheilt, aus einen neuen Ausweg. Sie unterstützt die qualifizirte Waarenfälfchung.«» mangelt in Bremen und Delmenhorst nicht an gutgefinnteu Fabrikanten, die gern bei der Hand find, wo e« ein Gefchäftchen zu machen gibt. An diese ver- kauft die Straßburger Manufaktur jetzt die Wickel, welche die Herren einrollen lassen, und alsdann werden die fertigen Zigarren al« Bremer F« b r i k a t auf den Weltmarkt geworfen. Ist das nicht reizend? Früher begnügten fich die Staaten damit, da« Geld zu fälschen, heute provoziren fie die W a a r e n fälschung! „Ein Fabrikant, bei dem mehrere Genossen arbeiten, hatte 20,000 Stück von solchem Schund ausgekauft und hier überrollen lassen. Er wollte auch noch einen Hundelohn geben, nämlich 5 Mark, hatte aber kein Glück damit. Er mußte noch 1 Mark zulegen und da« Versprechen ablegen, keine derartige Wickel mehr zu kaufen, wa« er auch that." Welch' beißende Kritik de« heutigen Staatssozialismu« I Staat und Kapitalist erscheinen als ein Herz und eine Seele, der Arbeiter aber legt ihnen ihr schmutziges Handwerk. Dieser einfache Vorgang zeigt bereit«, wie lächerlich e« ist, au« dem Fehlschlagen der Straßburger Manufaktur einen Schluß aus die Unzweckmäßigkeit de« Sozialismus ziehen zu wollen. Bismarcks Schooßkind ging zu Grunde, nicht weil e» sozialistisch war, sondern weil e» nach bureaukratisch-ausbeulerischeu Prinzipien verwaltet wurde. — Für achtzehntausend Marl„Gerechtigkeit." Au« dem„Reich" kommt eine Nachricht, die geeignet wäre, die allgemeine Heiterkeit zu erregen, wenn der Schurkenstreich, um den es fich dabei handelt, nicht gar zu groß wäre. Die„hohe Reichskommission für da« Sozialistengesetz" zu Berlin hat nämlich vorige Woche beschlossen, da» Verbot de« Nürnberger„Arbeiter- und Handwerker-Notizkalender«" zu b estätigenl Bekanntlich wurde diese« Verbot von dem Reichs- Oberpolizeihallunken M a d a i am 14. Dezember v. I. erlassen al« Ant- wort aus die von unserem Genossen Grillenberger am selben Tage im Reichstag gehaltene Belagerungsrede. Grillenberger ist Theilhaber und Arbeiter bei der Nürnberger GenossenschastSbuchdruckerei, in welcher der Kalender erschienen ist. E» lag daher in dem Verbot ein Akt der niederträchtigsten Rache für die dem Herrn Puttkamer und Konsorten von Grillenberger in'« Gesicht gesagten Wahrheiten; da man dem Redner auf andere Weise nicht beitommen konnte, schädigte man da« Geschäft, dem er angehört. Da« ist die alte Praxi« aller Reak- tionäre— und feit dem„Gesetz" vom 21. Oktober 1878 ist dieselbe wieder ganz besonders in Uebung gekommen—, politische Gegner in ihrer Existenz anzugreisen, ihnen dieselbe womöglich zu vernichten. Al» Grillenberger im Februar wegen Verschleppung der gegen da« Verbot erhobenen Beschwerde im Reichstag einen Angriff gegen die Reichskom- Mission richtete und dabei den Antrag stellte, an den für diese famose Behörde eingesetzten 18,700 Mark 18,000 abzustreichen, sagte er den Herren aus den Kopf zu, daß lediglich ein polizeilicher Racheakt vorliege, und die Herren vom Regierungstisch steckten diesen schweren Vorwurf ruhig ein, ohne em Wort zu erwidern. Die hohe Kommission war er- klärlicherwesie Uber den Versuch, ihr die so angenehme Zulage zu ihren sonstigen Gehaltsbezügen streitig zu machen, sehr aufgebracht und rächte fich nun ihrerseits dadurch, daß fie die Sache noch länger verschleppte. Borige Woche hat fie nun endlich ihren„Spruch" gefällt. Derselbe lautet, wie oben mitgetheilt, auf Bestätigung de« Verbote«. Letzteres war seinerzeit damit„begründet" worden, daß in dem Geschichtskalendarium de« fraglichen Kalender« auch eiue Anzahl von Attentaten aus gekrönte und ungekrönte LandeSväter euthalten war. Die« konnte nach Ansicht der Berliner Polizei natürlich nur d e n Zweck haben. die Handwerker und Arbeiter, zu deren täglichem Gebrauch der Kalender bestimmt ist, stet« an die„Verbrechen der internationalen RevolutionSparteien" zu erinnern und dadurch zum„Umsturz der bestehenden Staat«, und Gesellschaft«- ordnung" beizutragen. Alle Welt war erstaunt über eine solche„Weis- heit", die Buchhändler lachten zum Theil darüber und waren von einer alsbaldigen Freigabe der Druckschrist überzeugt, theil« waren sie entrüstet über diese Art und Weise, da« BerlagSgeschäst zu beeinträchtigen; die Herreu ReichStägler, denen ein Exemplar zur Anficht auf den Tisch de« Hause» gelegt worden war, machten„kopfschllttelnde Gesichter", um mit Herrn v. Köller zu sprechen, und hielten e« für eine absolute Un- Möglichkeit, daß da« Verbot aufrecht erhalten werdeu könne(nament- lich wunderten fich die Herren Juristen)— kurz, Niemand glaubte, daß der Madai-Puttkamer'sche Bubenstreich sanktiouirt werden würde. Nun find die guten Leute freilich eine»„Bessere»" belehrt. Die 18,000 M.-Männer der Reichskommission gingen übrigens in ihrer „Begründung" noch weiter al« Madai. Ihnen genügten die Attentate und sonstigen„Verbrechen der RevolutionSparteien" nicht. Sie sagen, auch da« sei ein Beweis, daß e« sich nicht um objektive Geschichtsdarstellung, sondern um„Ausreizung" rc. handle, daß nicht blo« da« Hödel'sche Wasser und Brod. Aber da» Bewußtsein, die Frauen mißhandelt zu haben, genügte dem Schurken nicht, er mochte noch damit prahlen, und zwar gegenüber den männlichen Gefangenen. Er ging iu eine Zelle, wo 3S politische Verbrecher saßen und erzählte dort frech, wie er die Frauen ganz habe entblößen lassen.„Wir macheu mit Tuch nicht viele Umstände", sagte er höhnisch,„und Eure Frauenzimmer, die halten fich ja viel ärger al» Huren!" u. s. w. Da» Blut stieg un« allen zu Kops. Einer von den Gefangenen, Tschedrin, vermochte es nicht, an fich zu halten. Er näherte fich Solowiess und sagte ihm. daß er ein Schurke und befahl ihm, seine Worte sofort zu widerrufen. Statt dessen erzählte Solowiess noch einmal, wie er die Frauen habe auskleiden lassen und drohte Tschedrin, daß er ihn still zu machen verstehe. Dieser aber gab ihm eine tüchtige Ohrfeige. Solowiess wagte e« nicht, fie zu erwidern. Er fuhr gleich zum Gouver- ueur und erstattete ihm Bericht, natürlich einen verlogenen. Sofort wurde ein Kriegsgericht eingesetzt, in welchem Solowiess die Rolle de« Prokurator« spielte; er log nach recht» und nach link«, indem er die Geschichte von der Ohrfeige dem Gerichte erzählte und verlangte, daß man den Tschedrin zum Tode verorthcile. Da« Gericht schenkte ihm Gehör und sprach thatsächlich ein Todesurtheil au«. Diesmal gelang es Solowiess aber nicht. Sämmtliche Gefangene, die der Szene mit der Ohrfeige beigewohnt hatten, verlangten den Gou- verueur zu sprechen und erzählteu ihm, wie e» hergegangen. Derselbe fand, daß Tschedrin den Tod nicht verdient habe, widerrief da« Tode«- urtheil und ließ den Berurtheiltcn nur einige Tage im Karzer sitzen. GinigeWocheu nach diesemEreiguisse wurdeSolo- wiesf zum Befehlshaber Uber die zu den Zwang«- arbeiten verurtheilten Verbrecher ernannt. Nunmehr hat seine Macht keine Grenzen, jetzt kann er obne Kontrole nach seiner Willkür die ihm anvertrauten Opfer peitschen, hungern und martern lassen. r, r � �» Er ist gegangen, andere ebenso schändliche Menschen find geblieben. Attentat, sondern auch die Hinrichtung Hödel'« als„historische Thatsache" angeführt war! Auch da» gefällt den Herren nicht, daß die Verlänge- rung de« Sozialistengesetze» durch den Reichstag im Kalendarium ange- geben wurde. Die Herren schämen sich also, wie es scheint, dieser „Ordnungsthaten" und wollen nicht haben, daß das Volk hierüber auch nur einen Buchstaben zu lesen bekomme! In Konsequenz hievon müßten natürlich auch alle Zeitungen verboten werden, welche über solche „nnliebsame" geschichtliche Ereignisse irgend welche Mittheilungen machen. Aber Konsequenz— wo ist die bei deutschen Polizeiseelen zu finden, und gar erst Gerechtigkeit! Diese« 18,000 M.-Stllckchen ist wirklich stark und seiue Berllber brauchen fich wahrhastig nicht darüber zu wundern, daß die deutschen Arbeiter eifrigst nach gebrauchten Galgenstricken suchen — neue find zu gut für da« Gesindel—, um die ganze LauSbubokratte dran auszuknllpfen. Daß die sogenannte„freifiunige" Presse draußen im Reiche über diese„loyale" Handhabung de« Knebelungsgesetze« kein Wort verliert, ist selbstverständlich. Ist fie ja doch in Wirklichkeit feelenvergnügt darüber. Ja, hätte diese enorme GeschSstischädiguug, welche die Verleger diese« Kalender« betroffen, sich auf einen ihrer Koterie erstreckt, da wäre die Sache natürlich ander». Eine„Gercchtigkeit»"auSllbung, wie fie oben geschildert, ist jedoch immer ihre 13,000 Mark werth, da ja da« geknechtete und gereitpeitschte Volk durch diesen Fall wohl wieder um soviel an Erkenntniß zunehmen wird. — Zum Fall Unglaube schreibt man un« au» Leipzig: Der „Sozialdemokrat" vom 15. März hatte recht. Unglaube mußte nach neuntägiger unschuldig verbüßter Untersuchungshaft am 14. d. Mt». frei gelassen werden, weil fich absolut kein Auhalt zu einer Anklage bot. So war also der ganz« in Szene gesetzte Apparat unnütz und überflüssig und die bei der Haussuchung und im Polizeiverhör vorgekommenen Bruta- litäten bleiben echte Polizeistückcheu, wie man sie von den„Wächtern der Gesetze" nur verlangen kann. Die Mutter Unglaube'«, eine zweiundsechzigjährige Frau, wurde, weil fie sich da» Durchcinanderwerse» ihrer Wirthschafl nicht wollte ge- fallen lassen, vom alten Döber angefahren,„man werde sie mitnehmen und ausweisen". Der Bube Hohlfeld erklärte der alten Frau, weil fie die gewünschten Aussagen sich nicht erpressen ließ, sie sei eine noch frechere Lüguerin als ihr Sohn und drohte ihr mit Einsperren. Aber diese Mittel zogen nicht. Da« stärkste aber ist, daß al« Unglaube nach mehr als LKstündiger Polizeihast— gesetzlich mußte er binnen 24 Stunden an die Staat»- anwaltschaft abgeliefert werden— dem Gerichtsgefängniß zugeführt wurde— und sich dort einer gründlichen Reinigung unterziehen lassen mußte, weil er in der Polizeihaft eineMengeUngezieser ausgelesen hatte. Da« Leipziger Polizeigesängniß ist ein aner- kannter Schweinestall, in dem kein anständiger Mensch zwölf Stunden zubringen kann, ohne nicht eine Masse Ungeziefer oder irgend eine au- steckende Krankheit davon zu tragen. Unser vermuckerter Oberbürger- meister und sein gleichgestnnter Stadtrath haben für alle möglichen Laxu»- zwecke Geld in Hülle und Fülle. Handelt es sich darum, dem Psafsen- thum eine Brücke zu bauen, fehlt es auch nirgend«, aber für ein an- ständige« Polizeigesängniß und die nöthige Reinlichkeit hat Klein-Pari« weder Mittel, noch Bedürfniß und Sinn. Da da« Gericht gegen Unglaube nichts machen konnte, so wurde die übliche Polizeirache genommen. Unglaube wurde Mittwoch den 20. diese« Monat« vor Hohlseld geladen und ihm dieAuSweisungSordr« behändigt. Unglaube'« Antwort war:„So, jetzt haben Sie mich neun Tage unschuldig in Untersuchungshaft gehalten, dafür werde ich jetzt ausgewiesen. Einem Menschen seine Existenz zu ruiniren, da« ist Ihre ganze Kunst, da« ist Alle», was Sie können»" Hohlfeld antwortete: er fei nicht wegen Verbreitung verbotener Schriften ausgewiesen, sondern wegen Sammlungen, daß man ihn wegen Verbrei- tung von Schriften nicht fassen könne, hätte sie(die Polizei) gewußt, man habe nach etwa» Anderem ge- sucht. Damit hat Hohlseld zugestanden, daß die ganze Anklage gegen Unglaube Schwindel war, daß man mit Absicht ihn unschuldig in« Gesängniß gesteckt, wissmd, daß man nichts machen konnte. Und da da« ganze Manöver mißglückt ist, man das Gesuchte— der Teufel mag wissen wa« e« war— sich nicht fand, erhebt man die allerdümMste Beschuldigung, nur um einen Vorwand zu baben, Uaglaube die Existenz vernichten zu können, man beschuldigt ihn,„gesammelt zu haben". So handeln Schurken und Buben, aber nicht Männer, die al« Wächter der Gesetze in erster Linie an die Beachtung der Gesetze gebunden sind. Angenommen, Unglaube habe gesammelt, wa« er bestreitet, dann thut er die« für die Familien der Ausgewiesenen und eine solche Sammlung ist gesetzlich erlaubt. Unglaube ist also seiner Existenz und feiner Hei- math einer gesetzlichen Handlung wegen beraubt worden. Wir wieder« holen, so handeln Schurken und Buben und unser einziger Wunsch ist, daß der Tag bald komme, wo der verdiente Lohn all' dieser Bübereien ausgezahlt wird. Arbeiter von Leipzig und Umgebung, prägt Euch die Namen der Menschen tief in« Gedächtniß ein, die heute in frevlem Uebermuth, die in ihre Hand gelegte Gewalt mißbrauchend, frivol die Existenz Jener vernichten, von denen fie annehmen, daß sie zu Eurem Besten handeln! Seid am Tage der Abrechnung auf dem Posten! — Au» Leipzig, den 23. März, schreibt man un»: Ganz wie ich'« vorausgesehen hatte: Unglaube mußte au« der Uatersuchungshast entlassen werden, weil absolut nicht» gegen ihn vorliegt— die Polizei, bezw. Kreis- und AmtShauptmannschast hat ihn aber ausgewiesen. Von unserer Polizei wundert uns nicht« mehr; fie ist durch da« Berliner Borbild, durch die Ordre» au» Dresden und durch die Instruktionen unsere« nationalliberalen„Ring«" derartig korrumpirt, daß kein anderer Gedanke mehr obwaltet, al« der: fich in Berlin, Dresden und bei der einheimischen Leipziger Sippe einen rothen Rock zu verdienen. Auf die Niedertracht ist eine Prämie gesetzt: und so wird die Nieder- tracht förmlich gezüchtet. Wer irgendwie anständig ist, und sich nicht zur schmutzigsten Arbeit hergibt, und bei ihr nicht den nöthigen Eiser entwickelt, wird zurückgesetzt und hat keine Aussicht auf Beförderung. Nur was man im gewöhnlichen Sprachgebrauch„ehrlose Ge- s i n n u n g" zu nennen pflegt, ebnet den Weg zu Geld, Würden und Ehren. Unsere gute„Seestadt" ist in dieser Beziehung ein treuer Spiegel der gesammteu bürgerlichen Staat»- und Gesellschaftsordnung— ein klassischer Mikrokosmus, der die Schandwirthschaft und Infamie de» MikrokoSmu« Klassenstaat in-schönster Bollendung zeigt. Die Nieder- tracht regiert— und erheischt von ihren Jüngern und Werkzeugen ehrlose Gesinnung. Da« ist logisch. Und da e« im Interesse der Herr- schenden Niedertracht liegt, daß sie sich selbst al« die wahre Moral hin- stellt, und die ehrlose Gesinnung für ehrenhaste Gesinnung ausgibt, so ist e« auch ganz logisch, daß die ehrenhaste Gesinnung von der herrschenden Niedertracht für ehr l o s e Gesinnung erklärt wird. Indem da« Reich»- gericht, die oberste und höchste Arroganz der in Deutschland herrschenden Niedertracht, den F e i n d e n der herrschenden Niedertracht„ehrlose Ge- sinnung" unterschiebt und fie zu Zuchthaus verurtheilt, Hindell es sonach mit untadelhaster Logik und Konsequenz.— Doch zur Sache. Also Unglaube ist schuldlos— da« Gericht hat absolut nicht« Straf- bare« entdecken können, es hat ihn, weil er schuldlos ist, au« der Hast entlassen und die Untersuchung einstellen müssen: die Polizei weist Un- glaube au«, ruinirt ihn wirthschaftlich. Warum? Weil Unglaube Sozialdemokrat ist. Ein anderer Grund existirt nicht. Die Sozialdemokratie soll eingeschüchtert, den Genossen sä ocnlos demonstrirt werden, daß die„schneidigste Waffe de« Sozialisten- gesetze«" noch immer schneidig ist. Und da muß denn von Zeit zu Zeit ein Exempel statuirt, auf dem Altar de« Klaffen- und Polizeistaat« eine Existenz geopfert werden. Gestern Dieser, heute Jener, morgen ein Andrer. Daß der Manu schuldlos, daß da« Gericht mit Hülfe de» ganzen Spitzelapparats ihm nichts hat anhaben können: der Polizei ist e« gleichgültig, fie braucht keine Schuldigen, sie braucht blo» Opfer. Und wurde e» den Herren Lasker und Konsorten, den liberalen „Geburtshelfern" de« Sozialistengesetze«, bei Berathung dieser Quintessenz der herrschenden Niedertracht nicht deutlich genug gesagt, gerade darin liege da« Wesen und der Vortheil des Sozialistengesetze«, daß e« ermögliche, die„Gott sei bei un»" Umstürzler von Sozialdemokraten auch ohne juristische Beweist an da« Messer zu liefern? Mit anderen Worten, daß gegen die bösen Gesellschaftsseinde von Gesetz und Recht nicht die Rede sein könne, und einfach da« Recht de» Stärkeren, da» Faustrecht, die brutale Gewalt und Willkür gelte!— Doch wozu mich ereifern. Ob Ausnahmegesetz, ob gemeine« Recht— da« Gesetz und Recht der heutigen Gesellschaft ist da» Gesetz und Recht der Herr» schenden Niedertracht.— Uebrigen« ist die Ausweisung Unglaube'« schon deshalb nicht über- raschend, weil sein Name aus der— S p ari g'sche n P r o skr ip tion»- liste steht. Herr von Nostiz-Wallwitz, unser biederer Minister de» Innern, und sein« biederen Beamten und Helfershelfer, die Kreis- und Amtshauptleute Graf Münster und Platzmann, haben zwar— auf Ehre I— die Proskriptionsliste de« Sparig nicht eingehändigt bekommen— allein aber indessen sie haben au« ihr doch einige staatsmännische und staatSretterische Weisheit geschöpft. Apropos, Herr von Nostiz-Wallwitz war dieser Tage hier, und die Herren Platzmann und Graf Münster haben die„Erlaubniß" erhaltm, in der auf den 10. April diese« Jahre« anberaumten Prozeßverhandlung Sparig contra Perl« al« Zeugen auszutreten. Die Herren werden wohl dem Sparig ein Tugendzeugniß ä la Nostiz-Wallwitz, mit obligatem Wortspiel, ausstellen! Warten wir ab I— Das Gesuch de» jüngeren Künzelist endgültig abgeschlagen worden.„Kein zureichender Grund." Daß die Wittwe Ernst Künzel'« sammt ihren fünf Kindern am Hungertuch nagt, und, wenn die„Reichs- gerichiskorrespondenz" nicht fortgesetzt wird, verhungern oder der Stadt- armenkasse zur Last fallen muß— das ist„kein zureichender Grund." Die Wittwe und die Waisen de« Sozialdemokraten mögen verhungern oder verlumpen— da« kümmert die Orgaue der herrschenden Niedertracht nicht.-- Und e« gibt Angst- und Klugmeier, die un« verargen, daß wir empört sind Uber die gegenwärtige Ordnung der Dinge und ihre Bertreterl — Aus Dresden den 22. März schreibt man un«:„Die Sozia- listenjagd ist in der heutigen reaktionären Zeitströmung nicht blo» ein lohnende», sondern auch ein sehr leichte« Handwerk— ein Handwerk, da» im wahrsten Sinne de» Wortes einen„goldenen Boden" hat, was von dem ehrlichen Handwerk nicht mehr gesagt werden kann. Unser Hr. Gerichtspräsident M a n g o l d t hat da« erfahren. Der Mann hat rasch Karriere gemacht, und durch die Leichtigkeit, mit der er die Ber- urtheilung von Sozialdemokraten erwirkte, sich in den Ruf eine« guten Juristen gebracht. Sehr mit Unrecht. Hr. Mangoldt ist ein Streber, wie er im Buch steht, servil, glatt, bis zu einem gewissen Grade eut- schieden talentvoll, allein al» Jurist höchst mittelmäßig. Da« hat sich dieser Tage bei der reichSgerichtlich en Prüfung eine» nicht politischen Pro- zesse« gezeigt, in welchem Hr. Mangoldt als verurtheilender Richter fun- girt hatte. Da« von dem großen Sozialistentödter und vermeintlichen großen Juristen Mangoldt sormulirte Erkenntniß ist soeben vom Reich«- gericht ausgehoben worden, weil Hr. Mangoldt in allen Punkten der Motivirung sich die ärgsten juristischen Fehler hatte zu Schulden kommen lassen I Wie gesagt— e« war ein nicht politischer Prozeß. Wäre e« ein politischer gewesen, so würde da« Reichsgericht Alle» in Ordnung gesunden haben, und der brave Mangoldt wäre ein großer Jurist geblieben! — Au» Mailand erhalten wir folgende Adresse zur Beförderung an den Kommunistischen Arbeiter-Bildungsverein in London, die gleich- zeitig der deutschen Sozialdemokratie inSgesammt gilt: „Die zur Feier des Jahrestages der Pariser Kommune von 1371 brüderlich versammelten Mailänder Sozialisten vereinen sich mit Euch, Gesinnung«- und Kampfgenossen, bei der Nachricht von dem Tode Karl Marx' in dem Schmerz um den gemeinsamen Verlust, indem sie die Versicherung abgeben, daß die Grundsätze de» großen Vorkämpfers, der das infame Gesetz der kapitalistischen Gesellschaft bloslegte, niemal« ver- blassen werden, und daß wir unsere ganze Kraft aufwenden werden, um die Ideen, die er während seine» Leben» so machtvoll unterstützte und verfocht, zu verwirklichen. Wir benutzen diese traurige Veranlassung, um aus'« Neue die Solidarität und den Brudersinn zu bekräftigen, die un« Arbeiter aller Länder ver- binden, und grüßen Euch mit dem Ruf: E« lebe die soziale Revolution Hoch die allgemeine Gleichheit. Mailand, den 18. März 1383. Im Namen der Versammlung: (Folgen 10 Unterschriften.) — Au« England. Ich ersuche die Redaktion de»„Sozialdemo- krat" um wörtliche Aufnahme de» folgenden Berichte«: Dienstag, den 20. März, fand eine große Versammlung de« demo- kratischen Zentralvereins von Marlybonn statt, um einen Bortrag unseres Freunde» H. M. Hyndmann Uber„Trade« Union«, Malthufianis- mu» und andere angebliche Heilmittel zur Beseitigung der schlechten Lage der arbeitenden Klassen" anzuhören. Herr Hyndmann begann mit dem Hinweis auf den Tod unsere« leider dahingeschiedenen Karl Marx, und widmete in höchst beredten Worten dem Andenken diese« großen Manne» einen ergreifenden Nachruf. Nach Schluß de« Vortrage« erhob sich Herr Herbert Burrow» und sprach, während die Versammlung tiefe« Schweigen beobachtete: Freunde, e« ist angemessen, daß wir diese Gelegenheit ergreifen, um Fräulein Marx unser Beileid Uber den großen Verlust auszudrücken, den sie soeben erlitten hat, und gebe ich Herrn Stewart Glennin da« Wort. Herr Glennin(beantragte daraus eine Resolution zu beschließen, dahingehend, „daß die Versammlung dem Fräulein Marx zu dem Verlust ihre« großen Vater« ihr ausrichtige« Beileid ausdrückt, und ihrem tiefen Schmerz über den Tod eine« so ausrichtigen Freunde« und so ausgezeichneten Vertreter« der Sache de« Proletariat« ausspricht." Nachdem noch Herr Adam Weiler diese Resolution befürwortet hatte, wurde sie unter feierlichem Stillschweigen einstimmig angenommen. Sämmtliche Anwesende hatten sich von den Plätzen erhoben und da« Haupt entblößt.— In Belfast(Irland). standen letzten Donnerstag und gestern sechs Männer vor Gericht unter der Anklage„Verschwörung gegen die Königin und Mordversuch aus einen Landlord", und wurden schuldig gesprochen. Am Montag wird gegen sieben weitere verhandelt werden. Aber e« wäre eine Lüge, hier von Gericht und Gerichtsverhandlung zu reden. Die Geschworenen find sämmtlich vorher gewonnen, und wenn selbst ihr „Allmächtiger Herrgott" al« Entlastungszeuge aufträte, ihr Spruch würde trotzdem lauten:„Schuldig, o Herr." So wurde zum Bei- spiel bewiesen, daß einer dieser Männer an demselben Tage in G l a»- g o w(Schottland) auf Arbeit war, an dem er, wie der Belastung»- zeuge Dussey beschwor, in Irland gewesen sein soll; aber die Jury erkannte, daß er schuldig sei. Möge der Herr mich davor bewahren, je vor einer Jury von Irischen Landlord« al» Angeklagter zu stehen! Eh. I. G a r c i a. Korrespondenzen. — Minden(Westphalm). Endlich, nach sllnf Jahren, hatten die Wahlkreise Minden und Herford, in denen die Abgeordneten Stöcker und Kleist-Retzow gewählt wurden, da« Vergnügen, Volksversammlungen abzuhalten. Den Anfang machte Herford am 21. Januar. Tage«. Ordnung: Stellungnahme zum Antrag Ackermann. Referent sollte T. Grillenberger sein, der allerding» nicht erschien, leider zum Schaden der allgemeinen Beförderung der sozialistischen Idee in einer Wüste, wo nur hie und da sich eine Oase befindet; nnd wir find der Meinung, daß, wenn man etwa» verspricht, man auch für defien Ausführung sorgen muß.*) Die Versammlung selbst verlies sehr gut; e» waren Nenossen von nah und fern gekommen, und zwar sech« Stunden weit zu Fuß, um mal wieder die Freude zu haben, etwa« vom falschen und wahren Evan> gelium zu hören. Sämmtliche Redner erklärten sich gegen den Antrag. Namentlich wie» Genosse H e g e m a n n au» B i e l e f e l d die SchSd- lichkeit der Arbeitsbücher nach und zeigte, daß durch dieselben nur die Vagabunden vermehrt werden. Die Versammlung beschloß einstimmig, die bekannte Berliner Petition anzunehmen und dem Reichstage zur Kennlniß zu übermitteln. Nachdem die Versammlung geschlossen war, blieben wir noch eine gute Stunde beisammen, und unter dem Gesang der Marseillaise verließen die Auswärtigen den Bahnhof. Am folgenden Sonntag den 28. fand in Minden Versammlung statt, in der Reich«» tagsabgeordneter K r ä k e r und Genosse Kerl au» Bremen zur größten Zufriedenheit Aller die Tagesordnung erledigten. Leider war diese Versammlung nur von 2— 300 Arbeitern besucht. Die Ursache ist in verschiedenen Umständen zu suchen. Erstens muß hier Alle» mit großem Pomp und Geschrei in Szene gesetzt werden. Zweiten» glaubt hier kein Mensch, daß die angekündigten Redner wirklich erscheinen, nach- dem der Arbeilerkandidat F. W. Frick 1877 nicht erschienen war, um seine Kaudidalenrede zu halten, während zu der von un» einberufenen Versammlung selbst Bauern 3— 4 Stunden Weg« gekommen waren; da« hat stark beigetragen zum Rückgang der hiesigen Bewegung. Drilteu« sind schuld die hiesigen miserablen Arbeitslöhne, die zum direkten Ber> hungern zu hoch und zum Sattcssen zu niedrig sind und eine un» geheure Scheu vor den Kapitalhyänen und der Polizei, die wie überall n>it maßloser Frechheit und Gemeinheit gegen die Arbeiter vorgehen, er- zeugt haben. Aber doch hoffen wir, daß die Zeit der Ablösung nicht mehr ferne sein wird. Am Sonntag den 4. und Sonnabend den 10. tebruar fanden in Vlotho Versammlungen statt; in beiden referirte enosse Kerl au» Bremen zu aller Zufriedenheit, wobei sehr viele Seitenhiebe für gewisse VolkSsreunde ausgetheilt wurden. In diesen drei Versammlungen wurde nicht petitionirt, sondern protestirt, denn wir haben von einem unbarmherzigen Inquisitor, der gegen die Freiheit arbeitet, nicht» zu erbitten,— die Bitte würde doch vergebens sein— sondern wir fordern unser gute« Recht. Wenn man auch un- serm Protest kein Recht zu Theil werden läßt, so schließen sich die Ein- zelnen doch zusammen, um immer mehr Streiter zu werben— trotz alledem und alledem. Darum Genossen, nur mnthig vorwärt», damit auch wir unfern eleganten Abgeordneten hinauStteiben können. — Tchwäbtsch-Gmüud, 19. März. Du lieber„Sozialdemokrat", Du wirst gewiß recht erstaunt sein, auch einmal Etwa« von un» zu hören, nachdem wir so lange stillgeschwiegen! Anlaß zu dieser Korrespon- deuz gab uns der gestrige Tag, der 18. März, den wir Genossen ge- meinsam in einem außerhalb der Stadt gelegenen Gasthause feierten. Gesang, Deklamationen und kleinere Ansprachen, der Bedeutung de» Tage» angemessen, wechselten miteinander ab. Es wurde unserer wackeren Mitbrüder, die ihr Leben für die Freiheit geopfert, in pietätvoller Weise gedacht, ebenso aber auch ein Hoch ausgebracht aus unsere Parole: Frei- heit, Gleichheit, Brüderlichkeit! Wir haben mit dieser kleinen, nur im engeren Kreise gehalleneu Feier gewiß gezeigt, daß wir trotz Ausnahme- gesetzen und trotz Ehikauen aller Art un» nicht von unserem hohen Ziele abbringen lassen und nnverrückt unserer gerechten Sache treu bleiben. Was wir sonst in letzter Zeit hier gearbeitet, ist freilich nicht gerade viel Nennenswerthe». Bedauerlicherweise machen sich auch viele Genossen einer nicht zu entschuldigenden Lauheit schuldig, die wir aber am gestrigen Tage uns fest vorgenommen haben auszumerzen, damit sie einem regeren feurigeren BorwärtSstreben Platz mache. Am 5. Januar hatten wir hier eine Arbeiterverfammlung, in der wir gegen den schmachvollen Antrag de»„liebenswürdigen" Ackermann betr. Einführung der Arbeitsbücher öffentlich Protest erhoben. Genosse Löben- berg aus Stuttgart hatte da« Referat übernommen und konnte denn auch die einstimmig angenommene Stuttgarter Petition mit gegen 1000 Unlerschriflen versehen von hier abgesandt werden. Gewiß ein schöner Erfolg! Unser„erzreichstreuer" Reichstagsabgeordneter Frhr. v. Wöll- Warth war hiebet auch anwesend; zu seinem Bedauern wurde ihm aber dermaßen heimgeleuchtet, daß er nach kurzer Zeit den Saal verließ, der Versammlung wuthentbrannt zurufend:„Wenn'« zur Abstimmung über diese Frage im Reichstag kommt, werde ich nur allein nach meiner Ueberzeugung handeln, ob für oder wider muß ich mir erst überlegen, übrigens haben Sie mich ja doch nicht gewählt!" An Naivität läßt dieser Ausspruch gewiß nichts zu wünschen übrig; wa« aber das„Wählen" anbelangt, mag der„gute" Wöllwarih nicht so ganz Unrecht gehabt haben. Genug für heute! Bald soll mehr folgen. Wir aber fahren auf dem alten Wege weiter und können nicht« sehnlicher wünschen, als daß der Tag der Erlösung recht bald für un» komme. Manuel. — Genf, 20. März. Wie überall, veranstalteten auch hier die sozio- listischen Vereine(Deutscher Arbeiterverein, I-a jeune Suiage, Polen, Russen ic.) letzten Sonntag«ine Märzfeier. Zwischen 1S00— 2000 Personen fanden sich zu dieser Volksversammlung ein. Etwa 100—200 Bourgeois kamen auch, um zu vernehmen, wa»„Sohu Travailleur" ihnen erzählen wollte, während die Aristokraten, um ihre Liebe für den Arbeiter zu beweisen, einigen— wie sich der Genfer ausdrückt—„vo�oua* (Lumpenbuben) soviel Bier bezahlten, bi« dieselben besoffen genug waren, um sich für die Störung der Versammlung verwenden zu lassen. Unnöthig ist, zu sagen, daß die Absicht der Herren Aristokraten erfüllt wurde. Die Genfer Arbeiter jedoch, die in der Mehrzahl noch nicht einmal Sozialisten find, fanden unsere Anssührungen, namentlich die unsere» Genfer Senoffen H e r i t i e r, so der hiesigen Lage entsprechend, daß sie die Ruhestörer und deren Verführer handgreiflich More« lehrten. Die Herren Aristokraten und„radikalen" Bourgeois waren nun in der Lage, ihren Mulh zu beweisen. Rück- und Fortschrittler wurden aus einmal sehr„radikal". Da ihnen die Thüre zu eng war, schlugen sie einige Kreuzstöcke ein und flüchteten sich durch die Opfer ihre«„radikalen" Muthe». Sogar der Redakteur de« konservativen„Journal de Geneve" hat, nach der ebenfalls konservativen„Tribüne de Geneve", gleichfalls diesen Weg genommen. Währenddem ich dies« Korrespondenz schreibe, gelangt die„Gazette de Lausanne" i» meine Hände. Daß der Bericht diese« Blatte», wie der aller anderen BvurgeoiSzeitungen lügenhaft ist, brauche ich nicht erst zu sagen. Wa» aber befriedigend sür un« ist, ist da» Eingeständniß am Schlüsse de» Bericht«: „Ich für meine Person bin in die Versammlung eingetreten, im Glan- den, einer Faschingsposse beizuwohnen. Ich erkläre, daß die Fasching». poffe verhängnißvoll ist und daß ich nicht mehr lache." Bravo! Die Bourgeoisie Hai Angst. Wir haben natürlich die Gelegenheit benutzt, der Versammlung eine Kondoleuzadresse an die Hinterbliebenen unsere« Vorkämpfer» Karl Marx vorzulegen, welche einstimmig angenommen wurde. Der Erfolg unserer Versammlung ist enorm. Jede Gruppe ist durch ueue Mitglieder verstärkt worden. Alte Borurtheile sind gebrochen und unserer Sache wurden neue Anhänger gewonnen. Ueber die Reden be richte ich heute nicht«, da wir in den nächsten Tagen einen weiteren Bericht folgen lassen, nm den Lügen der Bourgeoispresse entgegenzutreten. Abends waren etiva 150 Revolutionäre beiderlei Geschlechts und aller Nationen im Cafe Veyral gemüthlich versaminelt und feierteu bei diesem Anlaß den 76. Geburt«tag unsere» anwesenden Veteranen Johann P h i l i p p B e ck e r.-K- — London, 19. März. Am letzten Sonntag feierten wir hier unser Revolutionssest, den 18. März. Unser sehr geräumige« Klub Lokal war bi« zum letzten Platz gefüllt, und sogar Viele halten sich eingefunden, *) Richtig- Aber man vergesse doch nicht, wie unsere Abgeordneten mit Arbeiten überhäutt sind. die eigentlich im Kampfe an unserer Seite stehen sollten, die aber seit Jahr und Tag sich darin gefallen, durch Phrasen und Klatsch Zwie- tracht in unsere Reihen zu säen. Denn e» war laut geworden, daß Genosse Liebknecht, der zum Begräbniß von Marx herübergekommen war, anwesend fem würde. Die Feier wurde durch Quartett- Gesang unseres Säugerchor« eröffnet, woraus Genosse Liebknecht in kurzer aber kerniger Rede aus die Bedeu- tung unserer Feier hinwies. Er wies nach, daß mit Dynamit und dem bloßen im Munde sühreu de» Worte»„Revolution" noch lange nichts gethan sei, sondern daß an einen wirklichen Sieg unserer Sache nur erst zu denken fei, wenn da« Proletariat auch verstände, nach dem Siege zu handeln und zu organi- firen. Alle bisherigen Revolutionen seien ganz gescheitert oder doch nur halbe gewesen, weil die Organisation de« Proletariat« und da« Wissen gefehlt habe. E« sei eben da« größte Verdienst unsere» verstorbeuen Karl Marx, daß er un« von der Phrase emonzipirt und an deren Stelle eine wissen» schastliche Grundlage geschaffen habe. Desbalb sollen aber auch wir die Phrase bei Seite lassen, statt dessen aber arbeiten und vorbereiten, damit, wenn wir vor die Entfideidung gestellt werden, wir nickt wieder halbe, sondern ganze Arbeit verrichten und die nächste Revolution nicht wieder eine Täuschung sei. Die im Ausland lebenden deutfcken Sozialisten sollten doch endlich zu der Ueber, eugnng kommen, daß sie vom Ausland an» wenig direkten Einfluß ans die Parteientwicklunq im Vaterlande b-ben könnte«, da ibncn eben da» tägliche Zusammenleben mit den Genossen abgehe. Dagegen könnten wir viel thun zur Unterstützuna der Partei, namentlich auch durch Ausbildung neuer Kräfte, die dann später in Deutschland etwa» Tüchtige« leisten könnten, und dazu hätten wir bier auf dem klassischen Boden der modernen Industrie die beste Gelegenheit. Mit einem:..E« lebe die soziale Revolution!" schloß Liebknecht und machte dem Bürger L o n g n e t Plab, welcher e« übernommen hatte, in französischer Sprache speziell über die Pariser Kommune zu sprechen, wa« Liebknecht nachher in« Deutsche Ubersetzte: Revolutionen, sagte Brg. Longuet, lassen sich nickt machen, sondern find elementare Ereignisse. So war e» auch die Pariser Kommune von 1871. Ausgebrochen, ohne daß eine feste Organisation de» Proletariat» vorhanden war, ohne einen bestimmten Plan für das..Nachher", ohne die nöthige Aufklärung in den Massen, mußte ste notbwendiger Weise auch ohne den verübten Berrath scheitern, sie mußte nmsomehr scheitern, als sie gerade zu einer Zeit ausgebrochen, wo der eingedrnnaene Feind im Lande stand und den Versailler Mordboben e» ein Leichte» war, der Masse einzureden, daß die Kommnnard« Feinde der Republik seien, da sie durch ihr Vorgehen verhinderten, den Fehtd au» dem Lande zu treiben. Solche« aber war nur möglich, weil die Masse unklar war Uber Zweck und Ziel der Kommune, ste betrachteten sie al« feindlich. Da» sei aber gerade der Nachtbeil solch' gescheiterter und besiegter Ausbrüche, daß der Sieger dann gewöhnlich dem besiegten Proletariat nach echter Barbaren-Weife einen derartigen Aderlaß beibringe, daß da« Proletariat, als Körper genommen, genau so lange Zeit zu seiner Erholung gebrauche, wie da» Individuum, welche» emen starken Blutverlust gehabt habe. Diese Erholung trete in Frankreich jetzt erst, nach Verlauf von zwölf Jahren ein, doch hoffe er, daß anch sür Frankreich die Zeit nicht mehr fern sei, wo da« französische Proletariat zielbewußt wieder auf den Plan treten werde. Zielbewußt nnd dann auch mit Erfolg. Während bei anderen Nationen zwischen Erkenntniß und That häufig eine lange Spanne Zeit liegt, sei bei der französischen Nation zu er- warten, daß diese Spanne nur eine kurze sein werde. Hoffentlich werden bi» dahin anch die Schranken gefallen sein, die jetzt noch durck die Nationalitäten aufgerichtet find. Wye la Commune! Vive la Revolution sociale! waren seine Schlußworte, in welche die Anwesenden be- geistert einstimmten. Nach diesem sprach l�och Genosse R a ck a w, der al« eigentlicher Fest- redner aus der Tagesordnung stand, auf vielfachen Wunsch in kurzen. energischen Worten zur Versammlung. Er glaubte, nachdem bereit» von den Borrednern de» Längeren ans die Revolutionen eingegangen war, hierauf verzichten zu können, nnd beschränkte sich darauf, den Ver- rath zu kennzeichnen, der im März 1843 am Berliner Bürgertbum ver- übt worden war. verübt von einem schwarz roth gold umgürteten König, angesichts der 200 Leichen, die als Opfer de« Kampfes für Freiheit und Reckt gefallen waren, und noch blutend au» ihren Wunden am ver- rätherischen König»orübergettagen wurden. Er führte dann ferner au«, daß der Kampf de« Proletariat» nicht au«- gefochten wird auf dem Parquet-Boden der Salon», auch nicht auf dem glatten Boden des Parlament«, sondern daß un» ein härterer, ein schwererer Kampf bevorstände, denn die herrschenden Klassen werden ihre Vorrechte nicht aufgeben, sondern wir werden dieselben bezwingen müssen, um alle Klassenherrschaft auszuheben. Hüten wir aber un», daß wir diesen Kampf nicht voreilig und vor- witzig beschleuuigen, er wird kommen, er muß kommen mit elementarer Gewalt. Bi« dahin haben wir unsere Ausgabe in der Aufklärung der Massen zu suchen, damit wir dann im Stande find, wirksam einzugreifen, den Sieg auszunutzen und den Eckstein zum Bau der„Sozialen Repu- blik" zu legen. Wir haben dafür zu sorgen, daß un» dann die Massen nicht al« ihre Feinde, sondern al« Freunde bettachten. Der un» bevorstehende Kampf wird ein harter sein, schlimmer nnd ingrimmiger wie je ein Kamps zuvor war. Bisher wurden alle Kämvfe mehr oder weniger nur um politische Rechte geführt, unser Kamps wird aber vorwiegend ein sozialer sein, wir werden schneidend eingreise» müssen, in ver» meintliche, tiefeingewurzelle, individuelle Interessen, unser Kampf wird mehr wie alle vorangegangenen ein Prinzipien-Kampf sein, und deshalb werden sich die Klassen unversöhnlich gegenüber stehen, und e« wird nur eine Parole sein: Sieg oder Tod. Allen Rednern lohnte reicher Beifall, wa» zeigte, daß sie im Sinne der Versammelten gesprochen hatten. Die anwesenden Gegner(Mostianer) wagten keine Störung, obgleich eine solche beschlossen und organisirt war.— Man wollte Liebknecht interpelliren, hatte aber wahrscheinlich, angesichts der Massen, den Mulh verloren, unser Fest zu stören. Nachdem Rackow geendet, sprach noch Liebknecht einige Wort« zum Abschied, in welchen er hauptsächlich betonte, daß noch kein deutscher Sozialdemokrat da« Parlament al« den endgültigen Kampsplatz angesehen habe, wir alle haben in der Anwesenheit der Sozialdemokratie in den verschiedenen BertretnngSkörvern immer nur ein gutes Agitationsmittel gesehen, e» wäre aber gewiß unser aller Wunsch, daß der letzte Kampf gewissermaßen nur da» Siegel, der Schlußstein zum vorangeganqenen geistigen Kampf sein möge. Nachdem sich unsere Gäste verabschiedet, blieben die Versammelten noch bi« zur späten Stunde in gemütilicher Unterhaltung zusammen; und verlief da« Fest in der schönsten Weise. Wir werden noch lange an den 17. und 18. März 1883 denken. -c. r.» Dan?e«wort Den zahlreichen Genossen von nab und fern, die mich zu meinem 75. Geburtstag(19. März) beglückwünschten, namentlich den zur März- feier in Zürich versammelt gewesenen 1000 Sozialdemokraten sage ich herzlichsten Dank. Wenn die mtt gewidmeten Wünsche auf Gesundheit nnd lange» Leben sich erfüllen, so werde ich da« mir dabei gespendete Lob für meine bi«- herige Wirksamkeit zum Wohle der Menschheit durch fernere« rastlose« Streben in vollerem Maße zu verdienen suchen und jedenfalls bi« an mein Ende bleiben Euer Genf. 22. März 1883. Joh. Ph. Becker. Parteigenossen! Vergeht der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Brieffasten der Redaktion: Novize in Linz: Ihre Idee ist, obwohl nicht ganz neu, dennoch der Erörterung werlh, und wird Ihr Artikel, mit Rücksicht auf den Raum unsere« Blatte« etwa» gekürzt, demnächst er- scheinen. Glückauf I— Hannover, Mannheim, Iserlohn, Mainz, A---n und O. L.: erhalten. Wird demnächst drankommen. der Expedition: B. Bkrst: Fr. 7,10 f. Schft.. Fr. 2,50 Ab. 2. Qu. u. Fr. 3,— pr. Agsd. dkd. erh. Sdgd. abgg. Werden im Wei- teren sehen.— Von Ttr. Bern: zur Lausanner Fahnenweihe gesammelt für'«„r. i" Fr. 11,70 am 1./3. dkd. abgel.- A. B. Pari»: Fr. 175,40 Ab. 1. Qu., Fr. 8,30 Schft. u. Fr. 1,50 Arbst. 1. Qu. erh. Mehrbest. notirt.— D. N. Haag: Fr. 1,90 f. Schft. erh.— H. O. Pari«: Fr. 2,50 Ab. 1. Qu. erh. Addr. notirt.— Di. H.: Fr. 1,60 f. P. erh. —„L." Dds.: M. 25,— k Cto. Ab. erh. P. ic. geordnet.— Blitz: Sdg. eingetroffen. Tausch folgt dkd.— C. P. H.: M. 3,— Ab. März bi» Ende May erh.— Dr. W. A.; M.—.40 f. Schft. erh. Sdg. abgg. 22/3.— Ferd.: Bs. v. 20/3. erh. M. 14,20 k Cto. gutgebr.— M. am Ende Rockvill«: Fr. 11,45 P.-B. dem Agsd«. u. Fr. 3,75(M. 3.—) d. Usd. dkd. zugew. Fr. 2,50 Ab. 2. Qu. erh. Tl. abges. u. an B. geschr.— I. H. Brüssel: Verschreiben Sie sich von der Buchhandlung F. Kortkamp Berlin den stenogr. Bericht der betr. Sitzung, lesen und beurtheilen Sie dann, welcher Sinn„einerseits" wirklich hinein- gelegt,„anderseits" herauSgehumbugt wurde. Weitere» demnächst. — Gracchus W.: Bf. v. 22. erh. Gut!— Vom Rebellen i. G.: M. 5,75 pr. Usd. dkd. erh. Frühere« m Nr. 11.— Alte Tannen: M. 3,20 pr. Usd«. u. M.-,80 f. Schft. erh. Sdg. abgg.— P. G. Dresden: M. 200 Cto. Athle. dkd. erh.— Der Bekannte: öw. fl. 7.10 f. Schft., Porto o. Ab. bi« Ende 2. Qu. glatt. Rother Hans: M. 30,— Baar und M. 11,— Ggr. Ab. Jan. u. Febr. gutgebr. Nota u. Mehrbstllg. besorgt. — Jtzh.: M. 3,40 pr. Ab. 2. Qu. u. Chffst. erh.- M. P. R.: M. 23,40 Ab.-Rest 1. Qu. u. pr. 2. Qu., sowie M.—.80 f. Schst. erh. Sdg. fort.— Schmiedeisen: M. 15,— alter Ab.-Rest erh. Neube- stellung eingereiht. Avisirte» erwartend.— fff Himmel---: Wmrku. erst am 27. erh. Deshalb Sdg. erst am 29/3 möglich.— W. S. W'thnr: Fr. 15,— Ab. 1. Qu., Fr. 1,75 N. W.. Fr. 2,90 a Cto. Schft. per Baar u. Ggrchng. erh.— Dtsche. Soz. W'thur.: Fr. 1,75 d. Usd«. dkd. zugew.— Dtsch. Arb.-B. B. W'thur: Fr. 17,— Ertrag einer Sammlung zur Märzfeier per Usd». u. Fr. 7,50 Extrasteuer pro 4. Qu. für Agsd». dkd. erh.— B. Gt«. Basel: Fr. 10,— ä Cto. alter Rest erh.— Bernstein G. i. B.: Mk. 10,40 ä Cto. Ab. 2. Qu. u. Schst. erh. Bs. folgt.— Bon einem Rechthaber Dank einer Rechlhaberin: Fr. 1,— f. d. Agfd«. erwettet.— Luciu«: Mk. 100,23 Ab. u. Schft. jc. erh.— A. Fortb.- Ber. New-Aork: Fr. 202,55(Doll. 40,—) Ertrag d. Stiftungsfest vom 25/2 f. d. Üeberschwemmten am Rhein dkd. erh. u. sofort nach Vorschrift weiterbesorgt.— F. A. S. Hoboken: Fr. 35,— k Cto. erh. Aufstllg.:c. folgt.— Mitgliedschaft W'thur: Fr. 9,60. P. B. 1. Ou. an K. abgel.— Otto Vorwärt« au« Jammerthal: Mk. 51,30 a Cto. Ab. u. Schft. erh. Adr. vorgem.— L. P. Pari»: Fr. 67,13 ä Cto. Schst. erh. Bfl. Weitere».— Gen. Pari«: Fr. 11,30 vom Ausflug nach Thampigny d. Agfd». dkd. zugew. Motto später in der FdSgltg.— A— n: Fr. 2,40 f. Schft., sowie P.-K. dkd. erh. u. beachtet.— Bayr. Hiesel: Mk. 15,— Ab. 1. Qu. ic. erh. O. geordnet.— A. H. H.: Mk. 3,— Ab. 2. Qu. erh.— O. F. Genf: Fr. 6,40 f. Schst. erh. Sdg. abgg.— C. T. Ssee.: Fr.—.30 pr. Usd«. dkd. erh.— Spiegelberg jr.: Mk. 1,— für Schft. erh.-- h.: Mk. 86,— ä Cto. Ab. u. Schst.:c. erh.— P. G. Karlsruhe: Mk. 12,— Cto. Athle. dkd. erh.— Zinnober: Bstllg. vom 22. erh. Kassa erwünscht.— W. Pf. H.: Mk. 4,30 Ab. 2. Qu. erh. Adr. notirt.— B. d. Eider: Mk. 33,— Ab. 1. Qu. erh. Mehrbstllg. notirt.— S. S.: Alle» erhalten u. besorgt. Weitere« wird erwarttt.— P. R. H.-. N.: M. 5,- Ab. 2. Qu. erh.- W. fl. K. St.- I.: M. 3,80 Ab. u. Schst. erh. M. 1,20 dkd. p. Ufd. verw.— I. Sch. Gz.: öwfl. 1,70 Ab. 2. Qu. erh.— Borwärt» BnenoS-Ayre»: Unser Avi» vom 1./2. wahrscheinlich uach Abgg. Ihrer 2 Bse. vom 25/2. borten eingetroffen. Enthielt Alles Nähere. Bfl. Weiteres. Warnung. Wir Berliner Parteigenossen warnen hiermit vor dem notorischen Lump und Spitzel, Tischler August Sebent, wohnhaft Hierselbst, Oderbergerstraße 2. Wir haben lange gezögert, ehe wir un« hierzu enl- schlössen haben; da derselbe aber schon seit der letzten Reich«tag«wahl verdächtig ist und die Anzeichen eines Berrath» seinerseits sich in letzter Zeit auffallend vermehrt haben, so haben wir keinen Grund mehr, ihn weiter zu schonen. Wir find leider in der unerquicklichen Lage, in nächster Zeit noch eine solche Warnung erlassen zu müssen; aber e» muß einmal tabula rasa mit dieser Gesellschaft gemacht werden. �miiVmrio Zureiseuden Parteigenossen zur Nachricht, daß da» �UUsumu SofaI bt8 6j{fjgen sozialistischen Arbeiter. LeseklubS sich im Cafe Helvetia, nie Chenau de Bourg, befindet. Neuestes Flugblatt. (Kleinoktavformat.) Mucker-, Pfaffen- und Königsschwindel. Zur Naturgeschichte der B olk»au«beuter. (1. Die fromme Bourgeoisie. 2. Die loyale Bourgeoisie.) Prei« bei Maffenbezug nur gegen Baarvorauszahlung: Für die Schweiz per Expl. 2 Cts. franko für Rabatt. Für'« Ausland per 2 Expl. 5 Tl».„„„ Für Deutschland per Expl. 2 Pfg..„„ Einzelexemplare per Brief 5 Pfg. und 10 Pfg. Porto. Besten« empfohlen I VoUlzdocdbaildloilx Hottingen. Expedition de»„Sozialdem." Abonnements-Einladung. M» dieser Rummer beginnt ein neue» Quartalsabonnement auf den„Eozial- demolrat". Wir ersuchen unsere Brnossen und Freunde sllr die Bewinnnng neuer Abonnenten unablssfia thätiq zu sein. Weder da» Abonnement auf de»„«ozialdemokra«-- doch da«««»fehlen desselben tft la Teutschland ferafdar, sondern ledtgllch dt«»trette verbreltuna. et ist d«»h»lb Pflicht»I« Interesse jede» Parteigenossen, auf'» eifrigste I u r die Verbreitung de».«ozialdemoirav» >u Wirten. Da der.Sozialdemokrat' in Deutschland bekanntlich auf»rund de»«u»nahmegesetze»»erboten ist, so muh die Verbreitung setbstoerständlich mtt größter Vorsicht geschehen i letztere angewandt, ist die Sache übrigen» durchaus ungeiahrlich und leicht au»sührbar. Da» bloße«bonnement ohne»eiterver- brettung ist aeseßltch erlaubt. Der„Sozialdemokrat" wurde vom letzte» Partetkongreß einstimmig »NM einzigen»kstztellen Organ»er sozialistischen«rbeiterpartei Deutsch- la»»» erklärt. Der vorauszahlbare Abonnemenitprei» de».Sozialdem.' beträgt viertelst. für Deutschland und Oesterreich Z Mark(l st. 70 kr.), wofür da» Blatt wöchentlich al»»erschlossener Pries versandt wird! für die S ch w ei z 2 Fr., für all« übrigen Lände, de» welipoftverein» 2. yr. üO«t».(nutet Band). Dieser Prei» t a nn in d es s en, n a m« n tl i ch>» D« u t s ch l a n d, bedeutend ermäßigt werden, wenn sich die Senossen eine» Orte» zum Bezug im Kroßen vereinigen. Wenn unverdächtige Empfang»- abteilen gewählt werden nnd damit stet» gewechselt wird, wenn serner die geheime Perthe-.lung an die abonnirten»enosten»orfichtig geschieht: dann ist die Se fahr der«nidetung beim«esammtbezug weit gertnger wi, bei den«rieffendungen. Bi» zu IS Ezemploren können in Doppelbrief übermittelt werden; bei grdßeren Be- stellungen ist die Zusendung in Paltet vorzuziehen. Bei Bezug von zehn Siimplate» an ist der Prei» per Quartal»us Vi. 1. 80. franko in» Hau» festgesetzt, und ist der Betrag mvnallich mit SO Pf. im Borau» einzusenden. Sämmtliche Sendungen werde» gut»erp-ltt, n'.pl in der Schweiz, sondern in Deutschland ausgegeben. »striesmarken aller Länder werden sür voll angenommen; größere Beiträge in Papier- geld mittelst eingeschriebenem Pries oder Post»Einzahlung. Da nicht unbedeutende Posten durch ungenügende» Krankiren entstehen, so mache» wir daraus aufmerksam, daß einsache Briefe(bi» lö Gramm» nach der Schwei, SO Pfg., resp. 10 preuzer i. ffi. tosten, bei schwereren Briefen i« 14 Gramm weitere SO Pfg., resv. 10 preuzer. 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