Sk scheint «»««»»Nch«inwal in Zürich(Schweiz) inht »»ll»S'.>chhan»lun« H»tStna«,«-Aartch. ftaaco gegen fcanco. «-wShnliche Briefe nach der Schweiz losten Doppelporto. Der Slüidüimolmil Jentrat'Hrgan der deutschen Sozialdemokratie. Abonnements werden bei allen schweizerischen Posibureaux, sowie beim Verlag und besten bekannten Agenten entgegengenommen und zwar zum voraus zahlbaren Vierteljahripreis van: Fr. 2.— siir die Schweiz llireuzbands Ml. 8.— siir Deutschland( st. I. 70 siir Oesterreich«louoerts Fr. 2.80 sllr alle übrigen Linder de» Weltpostverein»(Kreuzband) Jnseriiie Die dreigespaltene Petitzei e 25«t».--- 20 Psg. R? 22. Donmrffag, 24. Mai. 18G3. Am» z» sie und Airrlsxciil-eite« de«„S-iiildtnikrit". Da der.Sozialdemokrat' sowohl in Dtatschland als auch in Oesterreich»erboten ist, bezw. dersolgt wird, und die dortigen Pehbrden lich alle Mlihe geben, unsere Verbindungen nach jenen Lindern Ntdalich» zu erschweren, resp. Briese von dort an UN» und»nsere Zeitung», und sonstigen Sendungen nach dort abzufangen, so ist die-lußerste Vorstcht im Postverlehr nothwendig und darf keine LorfichtSmaßregel versäumt werden, die Briesmarder über den Wabren Absender und Satpsänger, sowie den Inhal» ------------**•"*' i' »sr Sendungen zu täuschen, und legiere dadurch zu schützen. Hauptersordernitz ist hiezu einerseiti, datz unsere Freunde so selten al» möglich an den.Sozialdemokrat', resp. dessen Verlag selbst adresflren, sondern sich möglichst an irgend eine unveüdichtige Abreise austerhalb Deutschland» und Oesterreich» wenden, welche stch dann mit un» in Verbindung setzt; anderseit« aber, dast auch na» möglichst unversängliche Zustellungiadresten mitgeiheilt werden. An zweifelhaften Fällen empfiehlt stch behus» grösterer Sicherheit Rekommandirung. Soviel an un» liegt, werden wir gewist weder Müh- noch Koste» scheuen, um trotz aller entgegen- stehenden Schwierigkeiten den.Sozialdemokrat' unser» Abonnenten möglichst regelmästig zu liesern. Fonds zur Unterstützung der Opfer des TozialistengeseheS. Berichtigungen. Pro Januar sind siir Kaffel Mk. 9,7t) quiltirt statt Mk. 1t),—. Ferner siir Berlin VI. b find Mk. 6, St) quittirt statt Mk. St).—. Für Februar sind au« Spremberg Mk. 50,— nachzutragen. Vom Januar bis Ende Februar find dem Unterstützungsfonds noch zugewieseu: Pros. Pfeilroth, Lpzg. 200,—. Berlin, aus 3 Kasernen 145,75. Neustadt a/O. 20,—. Wilhelmshöhe 30,—. Würzburg 10,50. Deutsche Studenten der Revolution 75,—. Holstein 45,—. Dr. G. Brln 37,25. Wien 100,-. Hof 9,—. Alex, russische Grenze 35,-. Frankfurt avl Main 75,—. Aus dem Welfenreich 112,50. Jena 200.—. Leipzig 4,—. Im März gingen ein: Darmstadt Mk. 10,—. Dan-, ig 3,—. Ron«. dorf 10,—. Quedlinburg 2,60. Pforzheim 15,—. Flensburg 10,—. teide 1,—. Desgl. 1,— Gaarden 5,—. Neumünster i. H. 4,—. iel 11,60. Rendsburg 4,—. Schleswig 2,—. Gaarden 10,—. Mee» rane 9,50. Brandenburg 8,—. Königsberg 7,50. Potsdam 8,—. Gaggenau 3,30. Fürth 20,—. Karlsruhe 8,—. Gotha 17,50. Braun- schweig 12,50. Ernstthal 8,— Kölln bei Meißen 8,50. Gera 4,80. Greiz 20,50. Großenhain 14,—. Brandenburg 9,—. Kalk 8,—. Erfurt 15,50. Hamburg 156,—. Waldenburg 7,80. Zeitz 4,80. Forst 30,50. Bielefeld 23,—. Schwerin(für solche, welche am Ostersonntag kein Bier trinken konnten) 4,77. Chemnitz 50,—. Desgl. 15 50. Mittweida 12,50. Hamburg 156,—. H.(durch Löbtau)(1 Doll.) 4,—. Berlin C. S. 9,50. Görlitz 6,50. Breslau 500,—.(JahreSzusammenstellung.) Cassel 10,—. Quedlinburg 6,—. Zeitz 20,—. Halle 20,—. Erfurt, „da» Banner hoch!" 40,—. Verden 17,—. Kassel 10,—. Im April gingen ein: Hamburg 100,—. W. Leipzig 12,—. Kausbeuren 20,—. Königsteele 10,—. St. Johann 8,50. Zwickau 34,50. Pforzheim 9,—. Chemnitz 20,—. Quedlinburg 4,80. Kassel 20,—. Apolda 8,—. Brandenburg 15,—. Greiz 15,50. Rostock 22,—. Königsberg 7,50. Ernstihal 8,—, Lüttringhausea 3,—. Potsdam 7,50. Chemnitz„Wissenschaft" 15,—. Ferner gingen seit letzter Quittung ein: Paterson, Sektion der Soz. Arb.-Partei(Doll. 5,—) Mk. 20,24. W. u. Gen. LUttich(Fr. 3,50) 2,80. Merkurius G. in B. 2,50. M. am Ende Rgckeville 3,—. Vom alten Rebellen in G. 5,75. Von den alten Tannen 3,20. D. Soz. Winterthur(Fr. 1,75) 1,40. Winterthur, v. d. Märzseier d. D. A.- B.-B.(Fr. 17,—) 13,60. New-York, Arbeiter- Fortbildung»«»«»(für die Ueberschwemmten am Rhein) Ertrag des Stiftungsfestes am 25/2.(Dollar 40,—) 162,04. Cesar Thovö in Sursee(Fr.—.30)-.24. W. A. K.= St. I.(Fr. 1,50) 1,20. K. Br. Antw.(Fr. 2,—) 1,60. Paterson, Sekt. d. S. Arb.-Part. Rest d. Sammlung s. d. Ueberschwemmten am Rhein(Dllr. 4,50) 18,24. Luzern Allgem. Arb.-Verein, gesammelt bei der Märzseier(Fr. 6,30) 5,06. Groß-Mogul in Ludwigshasen 10,—. Josephine, verl. Wette (Fr.— ,70)—56. Lodernde Flamme 1,—. Alb. D. Amsterd. Vom rothen Holländer 1,—. Berein„Vorwärts" in Buenos (Fr. 73,—) 58,40. Bon ehemaligen Dresdnern in St Louis(Dllr, 20,26. New.-Jork, Arb. Fortb.-Verein(Dllr. 10,—) 40,52. C. Z. 3,20. A. K. München 1,60. Königsberg d. A. S. 50,—. L. Sch. in E. 5,— Neviges(d. Schaft, verrechnet) 20,—. H. O. Paris(Fr. 3,50) 2,80. E. C.(Fr. 2,—) 1,60. Gen. Antwerpen(Fr. 10.—) 8,—. Forst 100,—. Tischler Tramal Newyork(Doll. 1,—) 4,—. Rochlitz 2,50. F. Amsterdam(Fr. 1,37) 1,10. Zus. Mk. 3482,78. 1,60. - Aires 5,-) M. in Agitationsfonds. Bon einem österr. Silberfeind(ö. st.—,60) Mk. 1,01. B. Bukarest (Fr. 3,—) 2,40. M. am Ende Rockeville 9,16. Winterthur, vom D. Arbeiterbildungsverein(Fr. 7,50) 6,—. Bon einem Rechthaber, Dank einer Rechthaberin(Fr. 1,—)— ,80. Pariser Genossen beim Ausflug nach Champignv„Tod und Vernichtung der Tyrannei"(Fr. 11,30) 9,04. Wellsbord Pa., von der Sektion der J. A. P.(Dllr. 10,—) 40,50. Gesang-Bereiu Pariser Genoffen(Fr. 13,—) 10,40. Bom 1371er 12,—. Bon ehemal. Dresdnern in St. Louis(Dllr. 5,—) 20,25. Brüssel, Part.-Beitr.(Fr. 4,80) 3,34. Gen. Freiburg i. B. 2,—. Genossen Paris(Fr. 100) 80,—. Fürth(DiäteusondS) 10,—. Brille(Fr. 1,70) 1,36. Bon einem nichtsnutzigen Netligast(Fr.— ,50) — ,40. Barba dazu gegeben(Fr. 1,—)—,80. Zus. Mk. 209,96. Antheilfonds-Quittung. Pari«(Fr. 55,—) 44,—, Karlsruhe 12,—. Düsseldorf 16,—. Dresden 20,—. Ronsdors 20,—. Borige Quittung Mk. 2793. 60 Hierzu„ 112.— Zusammen Mk. 2910. 60 Flugschriften-Fonds. Lazar(Fr.—.30)—.24 vom 1871er. 2,— D. demokr.«er. Chaux- desond»(Fr. 1,—>—,80. C. M. in Z.—.50. Anarchistische Phrasen und radikale Konsusion. I. Anarchistische Phrasen. Herr Joses Peukert, Anarchist Londoner Schule und Redakteur der Wiener„Zukunft*, hat stch, wie wir bereits in voriger Nummer mittheilten, in der Enquete-(Untersuchung«-) Kommission des vom österreichischen Abgeordnetenhaus nieder- gesetzten Gewerbeausschusses gegen den Normalarbeitstag wie überhaupt gegen die den Arbeiterschutz betreffenden Anträge der Herren Belcredi-Lichtenstein ausgesprochen. Diese Anträge verlangen nämlich u. A.: 1) Verbot der Kinderarbeit bis zum 14. Lebensjahre. 2) Verbot der Nachtarbeit für Frauen und jugendliche Arbeiter. 3) Verbot der SonntagSarbeit. 4) Einen Normalarbeitstag für sämmtliche Arbeiter von höchstens 60 Stunden pro Woche. Nach übereinstimmenden Berichten der, Herrn Peukert übrigens sehr wohlgesinnten Wiener Tagespresse sagte derselbe ungefähr Folgendes(wir zitiren nach der Budapester„Arbeiter-Wochen- Chronik"): „Die Zeit der Wunder ist noch nicht vorUber, da« zeigt der Umstand, daß man bei Schaffung eines Gesetze« die Arbeiter zu Rathe gezogen hat. Die« sei jedoch nur in der Abficht geschehen, um entweder Jnfor- mationen zu gewinnen oder um sich daraus berufen zu können, man gehe mit Zustimmung der Arbeiter daran, die soziale Frage zu lösen. Wenn man die ernste Absicht habe, die soziale Frage zu lösen, müsse man jedoch ganz andere Maßregeln als die im Gesetze vorgeschlagenen treffen. Die Borlage sei nur ein Palliativmittel, er könne daher(!) auf die vor- gelegten Fragen nicht eingehen. Diese Gesetzesvorlage sei nicht geeignet, auch nur ein Jota zu ändern. Die immer mehr steigende Roth und da« überhandnehmende Elend haben da« Parlament endlich gezwungen, der sozialen Frage in'« Geficht zu sehen. Man sei derselben bisher immer aus dem Wege gegangen. Cr für seinen Theil stehe nicht aus dem Stand- Punkt de« Norm alarbeitStage». DaSläßt sich nichtdurch Gesetze regeln. In jenen Staaten, wo der Normal« arbeitStag gesetzlich besteht, wie in Belgien, in der Schweiz und England, hört er nach und nach ganz auf, da sich der Arbeiter ja doch nicht beschweren kann, weil er sonst ent- lassen wird."—-- „Man muß da» Uebel an der Wurzel ansassen, nur so kann geholfen werden. Jedem Einzelnen muß der Werth seiner Arbeit zu Gute kommen, die Produktionsweise muß umgestaltet werden."--- Was Herr Peukert hier über die Motive der RegierungS- Partei und die Ungeeignetheit der Vorschläge derselben, die soziale Frage endgiltig zu lösen, sagte, fällt uns natürlich nicht ein, zu bestreiten. In dieser Beziehung unterscheiden sich auch seine Aussagen keineswegs von denen der „gemäßigten" Sozialisten. Charakteristisch für seinen„Radikalis- mus" sind vielmehr nur die Schlüsse, die er aus seinen Prä- missen zieht, sowie seine praktische Stellung gegenüber den oben angeführten Vorschlägen. Herr Peukert ist gegen dieselben: 1) weil sie nur Palliativ- mittel find, 2) weil sie nicht durchführbar sind, und 3) weil sie, wenn durchgeführt, auch nichts nützen,„kein Jota" ändern würden. Seitdem die sozialistische Bewegung aus dem Fahrwasser der Seklirerei herausgetreten und zur Bildung sozialistischer Par- teien geschritten worden ist, figuriren auf den Programmen all' dieser Parteien eine Reihe von Forderungen an die bestehende Gesellschaft, die den Bestand derselben an stch durchaus nicht erschüttern, die also keineswegs die soziale Frage„lösen" sollen, sondern die den Schutz der Arbeiter, soweit er innerhalb der heutigen Gesellschaft möglich ist, bezwecken. Sie sind gestellt in der richtigen Erkenntniß, daß erstens alle derartige Maßregeln in der Folge über sich hinaustreiben, und daß zweitens der Arbeiter- stand um so weniger befähigt ist, seine endgiltige Befreiung zu erkämpfen, je mehr seine Widerstandskraft durch UeberauSbeutung gebrochen ist. An sich sind also die Sozialisten nicht gegen Palliativmaßregeln, sie unterscheiden da nur zwischen solchen, welche den Arbeitern wirklich von Vortheil find, und solchen, welche nur den Zweck haben, die Arbeiter vom rechten Wege zu ihrer Befreiung abzuhalten. Herr Peukert ist anderer Ansicht, er verwirft �alle Palliati- mittel, er will daS Uebel„an der Wurzel" angepackt wisse« Nun beruht, wie jeder Sozialist weiß, die Wurzel des Uebei in nichts anderem als in der schrankenlosen Ausbeutung des best» losen Proletariers durch den Kapitalisten. Diese Ausbeutung Z beschränken, ihr Grenzen aufzuerlegen, ist— so sollte man meinen— demnach sicherlich ein Anpacken an der Wurzel,— falsch I sagt Herr Peukert, wie müssen die Produktionsweise um- gestalten. Sehr richtig. Nur schade, daß dazu zwei Faktoren unum- gänglich nöthig find. Ersten« die Macht, dies zu bewirken, und zweiten« eine genügende Entwickelung der Industrie. Ohne die letztere würde selbst die stärkste Macht nichts nutzen. Vom heutigen Staat wird nun wohl selbst Herr Peukert diese Umgestaltung der Produktion weder erwarten noch verlangen, er kann also nur auf die Erkämpfung der politischen Macht durch die Arbeiterklasse rechnen. Nehmen wir nun an, daß wirklich in nächster Zeit in Oesterreich die Sozialdemokratie zur Herrschaft gelangen könnte, glaubt Herr Peukert wirklich, daß sie dann auch sofort im Stande sein würde, die Umgestaltung der Produktion in aller Geschwindigkeit zu bewirken? Das oberflächlichste Studium der wirthschaftlichen Zustände Oesterreichs beweist bereit« daS Gegen- theil. Fgst in ganz Obcrösterreich, im größten Theile Nieder- östcrrcichs, in großen Distrikten Böhmens, Steiermarks sc. fehlen noch alle Vorbedingungen hierzu. Sie würde zu Maßregeln ge- zwungen sein, die, um mit dem„Kommunistischen Manifest" der „Journalisten" Marx und Engels") zu reden,„ökonomisch un- zureichend und unhaltbar erscheinen, die aber im Lauf der Be- wcgung über sich selbst hinaustreiben."— Man muß eben Anarchist sein, um das nicht einzusehen. Ob gegründete Aussicht vorhanden ist, daß die Sozialisten in Oesterreich bald daS Heft in der Hand haben werden, wissen wir nicht. Soviel wissen wir aber, daß, auch ehe dieser von unS Allen gewünschte Fall eintritt, die Arbeiter Oesterreichs durch energisches zielbewußtes Auftreten den herrschenden Klassen manche Konzession werden abringen können. „Wenn zwei Spitzbuben sich zanken", sagt ein altes Sprich- wort, so kommt der ehrliche Mann zu seinem Rechte. Das ist insofernc richtig, als der ehrliche Mann alsdann wenigstens die Gelegenheit erhält, zu seinem Rechte zu gelangen. Er muß sie aber zu benutzen verstehen. Gegenwärtig streiten nun in Oesterreich zwei Spitzbuben, und zwar zwei Erzspitzbuben, mit einander— die„liberalen" und die konservativen Ausbeuter— in der Heftigkeit des Streite? wenden sie sich an den ehrlichen Mann, den Arbeiter, und bieten ihm so Gelegenheit, wenn auch nicht sein volles Eigenthum, so doch einen Theil desselben zu verlangen, und— da tritt ein Mann auf, der sich den einzig wahren Vertreter der Arbeiter nennt, und sagt: Nichts da, Alles oder gar nichts, wir wollen keinen Normal- arbeitStag! Das ist anarchistische oder, wie man eS jetzt nennt,„radikal- sozialistische Taktik"! Nach ihr besteht, wie man sieht, die Kunst der Politik darin, eine gute Situation nicht auszunutzen. Womit hat die deutsche Sozialdemokratie Bismarck den ärgsten Streich versetzt? Dadurch, daß sie ihn beim Wort nahm. Daß sie sagte: Du willst soziale Reformen einführen? Gut! Wir sind dabei. Wir stimmen allen aus wirkliche Verbesserung der Arbeiter gerichteten Vorschlägen zu, gleichviel welchen Motiven sie ent- stammen. Durch diese Erklärung zwang sie den Schnapsbrenner, Sägemüller und Papierfabrikanten Bismarck, Farbe zu bekennen, verdarb sie ihm daS Arbeiterfreund-Spielen auf's Gründlichste. Hätte sie nach Art der Peukert und Genossen geschrieen:„Wir wollen keine Reformen!" so hätte sie Bismarck den größten Ge- fallen gethan und stch selbst die Möglichkeit einer fruchtbaren Agitation in weiteren Volkskreisen unnöthig erschwert. Aber kein schrecklicheres Wort für die Zöglinge der Londoner Revolutionsschule als das Wort:„Reform"! DaS Wort„Re- former" hat bei ihnen«twa denselben Klang, al« bei dem deutschen Spießbürger das Wort: Revolutionär. Und in der That zeugt der Ruf:„Nur keine Reform!" von derselben Un- wissenheit und Beschränktheit, ist er um kein Haar weniger ab- geschmackt als der spießbürgerliche Ruf engherziger Philister: Rur keine Revolution!" So sehr sie sich als Feinde jeder Herrschaft aufspielen, Einer beugen sich die Herren Anarchisten willig, und zwar der schlimmsten: der Herrschaft der Phrase. Wohin diese zu führen vermag, darüber in einem zweiten Artikel. k II. Madikake Ko«fttsio«. Herr Peukert ist aber nicht nur gegen den Normalarbeit«» tag, weil derselbe„nur ein Palliativmittel" ist, sondern auch, weil er 1) nicht durchsllhrbar wäre, 2) auch„kein Jota" ändern würde. In der von ihm redigirten„Zukunft" sucht er, Angesicht« de« Kopf- schütteln», den sein Ausspruch im eigenen Lager erregte, denselben sachlich zu begründen. Sehen wir un» seine„Gründe" etwa» näher an. Borau« aber einige Bemerkungen, zu dem im ersten Artikel zitirteu Ausspruch Peukert'«. Da« kleine Malheur, daß er B e l g i e u al« ein � Land anführt, in dem der gesetzliche Normalarbeitstag sich nicht bewährt schabe, während gerade Belgien bekanntlich da« Land ist, welche» s o g u t �wie gar keinenArbeiterschutz kennt, wollen wir dem„viel- gereisten Mann", der au« eigener Erfahrung urtheilt, nicht weiter anrechnen. Schwamm darüber! Was die Schweiz anbetrifft, so kommen daselbst zwar die Behörden bi« jetzt noch den Gesuchen der Fabrikanten um Ueberzeitbewilliguug vielfach in einer Weise entgegen, die dem Geist de« Gesetze« durchaus widerspricht, da» liegt jedoch an Faktoren, deren Besprechung hier zu weit führen würde, die aber iu keiner Weise gegen einen gesetzlichen Normal« arbeitStag sprechen. Aber selbst im ungünstigsten Falle ist e» für die Arbeiter immer noch besser, wenn die Fabrikanten um Bewilligung 12stüudiger Arbeitszeit eiukomnieu müssen, als wenn dieselben mit ihnen einen 13— 14stündigen Arbeitstag„frei vereinbaren" könneen. Kommt England. In England besteht für Männer überhaupt keine gesetzliche Schranke de« Arbeitstage«, e» kann daher auch nicht die Rede davon sein, daß sie„nach und nach ganz aushöre", wohl aber be> steht für Kinder, jugendliche Arbeiter und Frauen der Fabrikiudustrie ein Normalarbeitstag, oder vielmehr ein Maximalarbeitstag. Wie harte Kämpfe e« die englischen Arbeiter gekostet hat, und wie harte Kämpfe dieselben e« sich kosten ließen, ihn durchzusetzen, ist bei Marx"") nach« zulesen. Dort kann aber Herr Peukert auch den Nachweis finden, daß alles Geheul der Kapitalistenbande über die Uudurchsührbarkeit de» ge« setzlichen Normalarbeitstages eitel Wind ist, und daß derselbe heute nicht ") Als echter Anarchist hat Herr Peukert für die„Journalisten" Marx und Engels, wie er sich auszudrücken liebt, nur die souveräuste Ber- achtung. "") Marx,„Das Kapital", 2. Auflage. Seite 262—308. nur für Frauen und Kinder, sondern mit wenigen Ausnahmen in allen dem Fabrikakt nnterworfenenen Industriezweigen thatsiichlich auch für die Männer besteht. Namentlich in d e n Zweigen der Großindustrie, wo neben den erwachsenen Arbeitern auch Kinder beschäftigt find, hat die gesetzliche Einschränkung der Kinderarbeit auch die Reduzirung der Ar- beitSstunden für männliche Arbeiter zur Folge gehabt. ES fehlt zwar einzelnen Kapitalisten durchaus nicht an der Lust, die Fabrikakte zu um- gehen, aber abgesehen von dem energischen Widerstand der Arbeiter hin- dert fie ein zweiter Faktor daran: der Widerstand ihrer K o n k u r- reuten. An der sogenannten freien Konkurrenz scheitert in der Regel jeder Versuch der Arbeiter, aus dem Wege freier Vereinbarung— ganz abgesehen von dem„freien Kontrakt" de« einzelnen Arbeiter«— die Herabsetzung des Arbeitstages zu erlangen, ist aber der Arbeitstag ein- mal gesetzlich begrenzt, dann hat jeder Fabrikant ein lebhafte« Jutereffe daran, daß s e i n e Konkurrenten diese Grenze nicht überschreiten. Soviel vorläufig über England. Mit seinem Hinweis auf Belgien, England und die Schweiz ist Herr Peukert somit ganz bedeutend aus dem Holzwege. Die in diesen Ländern gemachten Ersahrungen sprechen durchaus für einen gesetzlichen Nor- malarbeitStag. Aber Herr Peukert ist unerbittlich.„Selbst wenn wir diesen Gesetz- entwurf", sagt er,„und die damit verbundeuen Absichten von der opti- mistischesten Seite betrachten, so gehört die ganze Frivolität eines sozio- listischen Charlatans dazu, einen wesentlichen Nutzen für den Arbeiter herauszufinden. Das„freie" Uebereiukommen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer darf nicht gestört werden, ergo find die Herren immer im Stande, die Arbeiter au«„freiem" Willen über die gesetzlich normirte Zeit arbeiten zu laffen, ebensogut wie die Frauen- und Kinderarbeit nicht unbedingt untersagt ist. Es ist ferner eine bekannte Thatfache, daß eine Verminderung der Arbeitszeit auch die Jntenfivität der Arbeitsleistung steigert, wie jede« Handbuch der vergleichenden Statistik nachweist, daß ein Arbeiter, der täglich nur 9— 10 Stunden arbeitet, dieselbe Menge Arbeit leistet, als wenn er 14— 15 Stunden täglich arbeiten muß. „Daraus ergibt sich als sehr einfaches Resultat, daß bei einer konse- quent durchgeführten NormalarbeitSzeit, resp. Verkürzung der üblichen überanstrengenden Arbeitsdauer, nicht mehr Arbeiter Arbeit finden wür- den als heute, da ja der bester ausgeruhte Arbeiter in der kürzeren Ar- beitSdaner daffelbe Quantum leistet als früher bei längerer Arbeitsdauer. Also der wirklich materielle Nutzen dieser Beschränkung ist auf Seite der Fabrikanten, welche noch den Glorienschein der Humanität haben, ihre Arbeiter nur zehn Stunden täglich auszubeuten." Welche Logik! Zunächst wirst der gute Herr„freie Vereinbarung" und„gesetzlich normirte Zeit" in einer Weise durcheinander, daß man wirklich im Zweifel ist, w i l l er nicht verstehen oder kann er nicht verstehen, was ein gesetzlich festgesetzter Normalarbeitstag ist. Die Frauenarbeit ganz zu untersagen, fordert heute kein vernünftiger Sozialist mehr. Ebensowenig als die Möglichkeit intensiverer Arbeitsleistung bei kürzerer Arbeitsdauer in Abrede gestellt wird. Vielmehr haben noch alle Befür- worter de« Normalarbeitstages ganz ausdrücklich auf diese Thatsach« hin- gewiesen. Eine eigentümliche Logik gehört aber dazu, in ihr ein Argument gegen die Verkürzung der Arbeitszeit ausfiadig zu machen. Ist e» wirklich„ganz gleichgültig" für den Arbeiter, ob er 10 oder 14—16 Stunden pro Tag Sklave in der Fabrik ist? Ob er, nach Hause zurückgekehrt, kaum noch Zeit hat, sein Nachtmahl zu genießen, oder ob ihm noch Zeit bleibt, seiner Familie, seiner Ausbildung, seiner Theilnahme am öffeut- lichen Leben mehrere Stunden zu widmen? Bollkommen gleichgültig, antwortet Herr Peukert,„denn", sagt er an anderer Stelle,„wenn da» bloße„Zeitgewinnen genügte, um sich geistig zu erholen, so müssen logischerweise die Arbeiter heute schon, besonder» die Wintermonate hindurch, wo fast durchschnittlich die Hälfte ohne Arbeit ist, die wunderbarsten Forlschritte auf dem Gebiete der geistigen und moralischen Veredelung machen." Wieder eine Probe anarchistischer Logik. Als ob zwischen dem Herum- lungern eine» beschäftigungslosen Proletarier» und den Freistunden etwa de» Pariser, Londoner oder New orker Arbeiter« gar kein Unterschied bestände I Aber die Sache hat noch eine andere Seite. Zugegeben, aber uicht zugestanden, daß die Jntenfivität der Arbeit überall im gleichen Maße zunähme wie die Arbeitszeit verkürzt wird— was aber zum Mindesten einige Zeit erfordert, Verbesserungen der Maschinerie-c. nöthig macht— so ist trotzdem der Bortheil der Arbeit«- tag-Verkürzung auf Seiten des Arbeiter«. Denn der Arbeiter, der nur 10 Stunden pro Tag arbeitet, braucht mehr, hat mehr Leben«- ansprüche als der Arbeiter, der nur von der Arbeit kommt, um zu schlafen und umgekehrt. Er ist aber auch besser im Stande als dieser, seine Ansprüche durchzusetzen. Und sehen wir denn nicht fast überall, daß kürzere Arbeitszeil und höherer Lohn Hand in Hand gehen? Mag Herr Peukert auch die moralische Wirkung der kürzeren Arbeitszeit noch so gering anschlagen, die Fabrikanten haben fie schon oft zu spüren bekommen, und ihr Widerstand gegen den Normalarbeitstag ist nicht zum Mindesten auf die Frage zurückzuführen:„Wie werden„meine" Arbeiter alsdann ihre freie Zeit anwenden?" Aber Herr Peukert hat noch weit mehr Argumente gegen die Ber- kürzung des Arbeitstags. Er weist nämlich als ferneren Grund für seine Anficht daraus hin, daß wenn wirklich in Folge der kürzeren Arbeitszeit mehr Arbeiter gebraucht werden sollten, auch da« noch von keinem Bortheile für die Arbeiter wäre, weil ja alsdann die Produkte entsprechend im Preise steigen, die Konsumtionsfähigkeit de» Volkes nicht gehoben werden würde. Nach dieser Logik müßte da« Feld- geschrei der Arbeiter eigentlich lauten: Lange Arbeit, wenig Lohn! Hätte Herr Peukert fich aber weniger darauf verlegt, radi- kale Phrasen nachzubeten, sondern mehr in den Schriften de« von ihm so wegwerfend abgeurtheilten Karl Marx gelesen, so würde er vielleicht zu der Erkenntniß gelangt sein, daß e« eine alberne, von der Bourgeois- presse geflissentlich verbreitete Lüge ist, daß eine Mehrausgabe für Lohn den Preis des Produktes in gleichem Maße erhöhe. Der Preis de» Pro- dukte« setzt fich nämlich, wa« die guten Leute dabei gerne übersehen, an» drei Elementen zusammen: 1) dem Preis de« Rohstoffes, zu dem noch hinzukommen die Kosten der Abnutzung von Maschinen ic.; 2) dem Arbeitslohn; 3) dem Kapitalgewinn, so daß eine Steigerung de« Arbeitslohne« zunächst nur eine Schmälernng de« Kapitalgewinne« zur Folge zu haben braucht, da die Festsetzung der Preise nicht vom Belieben der Fabrikanten abhängt. Aber selbst wenn fie fich im Preise der Produkte wiederfäude, so würden, wie Genosse Dietzgen im vorigen Jahre einmal vortrefflich nachwies, die Arbeiter immer noch nicht schlecht dabei fahren, da sie eben nur einen Theil der Produkte taufen, während der Rest von den Herren Bourgeois, deren Zahl im Berhältniß ja sehr gering, deren«onsumtionsbedürsniß an Pro- dutten aller Art aber ein sebr große« ist, bezahlt werden müßte. So sehen wir, daß eine Fabrikgesetzgebung mit N-rmalarbeitStag ,c. für die Arbeiterklasse nur von Nutzen sein kann, und begreifen den An«- spruch de« englischen Fabritinspektors R. I. Saunder»:„Weitere Schritt« zur Reform der Gesellschaft sind niemals mit irgend einer Ausficht aus Erfolg durchzuführen, wenn nicht zuvor der Arbeitstag beschränkt uod seine vorgeschriebene Schranke strikt erzwungen wird." Aber die Tragweite einer durchgreifenden Fabrikgesetzgebung ist noch eine weit größere, ihre Wirkung eine im vollen Sinne de« Worte« revo lutionäre. Es fehlt uns der Raum, da« hier näher zu entwickeln, wir beschränken un» daraus, einen Satz au« dem„Kapital" anzuführen, in dem Alle«, was wir ausznsühren hätte», in Kürze zusammengefaßt ist: „Wenn die Verallgemeinerung der Fabrikgesetzgebuug", sagt Marx S. 521 u. ff.,„al» physische« und geistiges Schutzmittel der Arbeiter- kl asse unvermeidlich geworden ist, verallgemeinert und b e s ch l em- n i g t sie andererseits, wie bereit« angedeutet, die Verwandlung zerstreuter Arbeitsprozesse auf Zwergmaßstab in kombinirte Arbeitsprozesse auf großer gesellschaftlicher Stufenleiter, also die Konzentration de« Kapital« und die Alleinherrschaft de« Fabrikregime«. Sie zerstört alle alterthüm- lichen und Uebergangsformen, wohinter fich die Herrschaft de« Kapitals noch theilweise versteckt, und ersetzt fie durch seine direkte unverhüllte Herrschaft. Sie verallgemeinert damit auch den direkten Kampf gegen diese Herrschaft. Während fie in den einzelnen Werkstätten Gleichförmigkeit, Regelmäßigkeit, Ordnung und Oekonomie erzwingt, ver- mehrt fie durch den ungeheuren Sporn, den Schranke und Regel de« Arbeitstage« der Technik aufdrücken, die Anarchie und Katastrophen der kapitalistischen Produktion im Großen und Ganzen, die Jntenfivität der Arbeit und die Konkurrenz der Maschinerie mit dem Arbeiter. Mit den Sphären de« Kleinbetriebs und der Hausarbeit vernichtet sie die letzten Zufluchtsstätten der„Ueberzähligen" und damit da« bisherige Sicherheit«- Ventil de« ganzen Gesellschastsmechanismu». Mit den materiellen Bedin- gungen und der gesellschaftlichen Kombination de« Produktionsprozesse« reift fie die Widersprüche und Antagonismen seiner kapitalistischen Form, daher gleichzeitig die Bildungselemente einer nenen und die U m w S l» zungsmomente der alten Gesellschaft." So Karl Marx. Herr Peukert schließt seinen Artikel mit den Worten, daß Diejenigen, welche„unter der Maske de» Sozialismus" für die Rothwendigkeit der Fabrikgesetzgebung eintraten,„die Verachtung jedes denkenden Arbeiter« verdienen." Wir überlassen es unseren Lesern, selbst zu entscheiden, wa« der sehr von fich eingenommene Herr Peukert„verdient". Nach unserer Anficht da« Zeugniß, wieder einmal einen glänzenden Beweis abgelegt zu haben von der beispiellosen Kons n s i o n, welche die anarchistische Lehre in den Köpfen ihrer Anhänger anzurichten vermag.*) Und auch da» ist ein Ver- dienst, um welche» ihn aber nicht Viele beneiden dürsten. Leo. Sozialpolttische Rundschau. Zürich, 23. Mai 1883. — Ein GedenktagderdeutschenArbeiterbewegung. Am 23. Mai waren e» 20 Jahre, daß in Leipzig der„Allgemeine Deutsche Arbeiterverein" gegründet wurde. Die Hoffnungen, welche der Mann, der diesem Verein den Stempel seines Geistes ausdrückte, welche der große Agitator Ferdinand Lassalle und da« Häuflein Arbeiterdelegirten, da« sich um ihn schaarte, an jenem denkwürdigen Tage gehegt haben mögen, sind in der Folge bitter enttäuscht worden: langsam, nur sehr langsam und unter unendlichen Kämpfen nach innen und nach außen wuchs der Berein heran. Wenn wir aber heute, nach einem Zeitraum, der in der Menschheitsgeschichte kaum al» eine winzige Minute erscheint, einen Rückblick werfen aus da», wa« damals war, und e« vergleichen mit dem, wa« heute ist, wenn wir die deutschen Arbeiter von heute denen der Zeit de« Jahre» 1863 gegenüber halten, dann dürfen wir getrost sagen: Wir haben keinen Grund, an dem endlichen Sieg unserer Sache zu zweifeln, der Fortschritt, den die deutsche Arbeiterbewegung seit jenem Tage gemacht hat, wo ihr ein Ferdinand Lassalle neues Leben ein- hauchte, ist in jeder Beziehung ein bedeutender. Der Gang der Bewegung ist im Lause der Zeit ein anderer geworden, als Lassalle ihn damals vor- zeichnen zu sollen glaubte, ihr Programm, ihr Jdeenkreis hat sich erweitert, aber da« Grundprinzip, auf dem sie sußt, ist noch das Gleiche, von dem auch Lassalle damals ausging. Unverhüllt entrollen wir heute da» Banner de« materialistischen Kommunismus. Vergessen wir aber, indem wir uns der gemachten Fortschritte erfteuen, der Opfer nicht, um deren Preis fie erkauft worden sind. Könnte jemand eine Rechnung ausstellen, welche Summen von Lebensglück, von Gesundheit und Freiheit in den 20 Jahren der proletarischen Bewegung zum Opfer gebracht wurden, könnte er die direkten und indirekten Bei- träge zusammenrechnen, welche die deutschen Arbeiter von ihren sauer erworbenen Löhnen für da« Werk der VolkSbesreiung hingegeben, und zwar freudig hingegeben haben, könnte er eine Liste ausstellen der im Kamps der Partei direkt und indirekt vernichteten Existenzen, der infolge der Ausreibung zu früh Dahingesunkenen, er erhielte Zahlen, die den Meisten von un« unglaublich erscheinen würden. Aber so schmerzlich un» der Verlust so manches der zu früh Dahinge- schiedenen auch berührt hat, so zornig unser Herz auch schlägt, wenn wir der von unfern Feinden um ihr Lebensglück gebrachten Mitkämpfer gedenken, so wollen wir doch kein Klagelied anstimmen darüber, daß wir Opfer bringen mußten, daß wir Opfer sürderhin werden bringen müssen. Nein, kein Klagelied, kein Thränenlied! Feiern wollen wir da« Andenken derer, die im Kampf für unsere große Sache gelitten, erheben wollen wir uns in der Erinnernng an die Braven, die freudig ihr Letzte» für uns« Sache Hingaben, au« ihr Begeisterung schöpfen zu uuserm sernern Wirken. Ohne Begeisterung wird nicht« Große» in der Welt vollbracht, ohne Begeisterung kein Kamps, ohne fie kein Sieg. Was hätte da» kleine Häuflein von Sozialisten im Jahr 1863 erreicht, wenn e« nicht freudiger Begeisterung voll an'« Werk gegangen wäre? Sie half ihnen über alle Klippen, über alle sich ihnen entgegenthürmendcn Hindernisse hinweg. 26 Jahre ununterbrochenen Kampfe« liegen hinter uns. Rüsten wir nns zu weiterem Kampfe, der Sieg muß unser werden! — Sozialistische Arbeiterpartei Deutschland». In ihrer Fraktionsfitzung vom 3. Mai haben die sozialdemotra- tischen Reichstagsabgeordneten beschlossen, gegen da« Krankenkassengesetz in seiner jetzigen Gestaltung zu stimmen. Da nun die dritte Lesung de» Gesetze« ken.e Aenderung von Bedeutung bringen wird, so ist dieser eventuelle Beschluß so gut wie ein end- gültiger. Die Motive dieser Abstimmung sollen in einer schriftlichen Erklärung im Reichstag zur Verlesung gelangen. Der B e r s i ch e- rungSzwaag, dem allerdings die Sozialdemokraten zustimmen, ist lediglich den Arbeiteru auferlegt worden, wodurch da« Gesetz, da die Ber- sicherung auch in starre polizeilich-büreaukratische Formen eingezwängt worden ist, ein Arbeiter. Bevormundungsgesey geworden ist; ferner ist durch da« Gesetz die freie Bewegung der Arbeiter, da» Selsgoverne- ment, vollends vernichtet worden, wodurch der Kassenzwang fich zur Zwangskasse gestaltet; und daneben find zahlreiche Einzelverschlechterungen gegenüber den bestehenden freien Kassen in da» Gesetz ausgenommen worden, welche sozialdemokratischer Seit» bei den Debatten zur Sprache gebracht worden sind, so daß da» neue Gesetz für die Arbeiterklasse Alle« in Allem genommen, nicht allein von keinem Weiche, sondern sogar von ungünstiger Einwirkung auf die ArbeiterverhSltnisse sein wird. Unter diesen Umständen liegt es auf der Hand, daß die Vertreter der Arbeiter im deutschen Reichstage gegen das Gesetz stimmen müssen. An« den Verhandlungen der bevorstehende» dritten Lesung und au» *) Ein 8od.— soll wahrscheinlich findiger Schlaumeier heißen— kommt in einem zweiteu Artikel der„Zukunft" Herrn Peukert zu Hilfe, indem er Rodbertu« anruft, der den Normalarbeitstag durch den Normal werk arbeitstag ergänzt wissen will. Rodbertu« war unzweifelhaft ein bedeutender Denker, aber wenn es sich um da« Au«- sprechen der letzten Konsequenzen handelte, so kam ihm immer der Pom- Wersche Grundbesitzer Rodbertu« in die Quere und veranlaßt« ihn zu allerhand Unfinn. Sein Normal werk arbeilStag würde in der Praxis auf ein ganz gewöhnliche«— Akkordsystem hinauslaufen. Wie wird Ihnen, Herr Anarchist? der oben angedeuteten Erklärung werden die Parteigenossen die Beweg- gründe für diese Abstimmung noch näher ersehen. — Zur Zarenkrönung. Unter dem Jubel von Tausenden und Abertausenden au« allen Theilen seine« Reiches zusammengesuchter Polizei- kreawreu ist Alexander der Dritte am 20. Mai in Moskau eiuge- zogen, unter dem Jubel derselben Kreatnren und durch emen Wall vou Soldaten vor der„Liebe" der übrigen Bevölkerung geschützt, in den Kreml emgezogen, und unter dem Jubel immer derselben Kreaturen wird er sich, wie in der Presse gar erbanlich zu lesen, im Mai in der Uspenski- Ki i che von dem Oberpfaffen seine« Reiches mit Oel einschmieren lassen — sogar in die Nasenlöcher wird ihm da» heilige Fett geschmiert werden— wie man eine Maschine einschmiert, ans daß fie beim Arbeiten nicht- knarre. Diese kaiserliche Schmierkur wird dem russischen Volte zirka 20 Millionen kosten, aber auch die anderen Völker gehen nicht leer au«, ihre Herrscher von Gotte» Gnaden gehen entweder selbst zu der albernen Komödie— denn welcher anständige Mensch hat da« Krönung«-; zeremoniell lesen können, ohne daß ihm vor Eckel über solchen Humbug übel geworden wäre?— oder schicken ihre Vertreter hin, natürlich auf Kosten de»„geliebten" Volke«. Bon allen Staaten Europa'» wird nur die Schweiz bei der Farce nicht zugegen sein. Ehre ihr! Die französische Bourgeoisrepublik hat es fich, d. h. dem Volte,«ine halbe Million � kosten lassen, an dem„feierlichen Akt"„würdig" vertreten zu sein. Eine würdige Republik! Alle«, was unabhängig denkt, hat Moskau verlassen oder verlassen müssen. Nur Sklavenseelen erhielten Einlaß. Und während fie sich in Ehampagner, Schnap» und sonstigen Getränken berauschen, schmachten in den russischen Kerkern, in den Minen und auf den Eisfeldern Sibirien« Tausende der edelsten Söhne und Töchter Rußlands zur Strafe dafür,! daß fie für ihr Volk Brod und Freiheit verlangten. Wenn der Telegraph un« die Kunde bringen wird, daß der Kaiser von Henkers Gnaden die Krone auf sein mordbeladene« Haupt gedrückt hat, dann werden wir Eurer gedenken, Ihr Opfer seiner feigen Grausamkeit, und ein Hoch au»« bringen auf da« baldige Gelingen de» von Euch begonnenen Freiheit«- werke«! — Aus Sachsen, Mitte Mai, wird un« geschrieben: Der Reichs« tag hat bekanntlich eine Anzahl von sächsischen Wahlen„beanstandet" und wird dieselben auch, nach dem in Bezug auf die Wahl Häuel'» mit sehr großer Majorität gefaßten Beschluß, sämmtlich k a s s i r e n, � da da» Wesentliche de« Sachverhaltes genau dasselbe ist: Wegnahme von sozialistischen Stimmzetteln. Um nun die Blamage der sächsischen Regie- rung einigermaßen zu mildern, find die sächsische» Behörden— natürlich hat die Regierung„nicht da» Geringste damit zu lhun," bewahre!— auf das Eifrigste bemüht, die von dem Reichstag angeordnete Untersuchung der in den Wahlprotesten behaupteten„Unregelmäßigkeiten" illusorisch zu machen und womöglich ein der sächsischen Regierung günstige» Resultat herbeizuführen. Zu diesem Zwecke werden— nachdem man die bezüg- lichen Erhebungen skandalös iu die Länge gezogen hat— alle Hebel in Be- wegung gesetzt, um entweder die in den Protesten angegebenen Zeugen zur Zurücknahme ihres Zeugnisse« zu bestimmen oder die Bedeutung der vorgebrachten und nicht zu vertuschenden Thalsachen abzuschwächen. Es sind uns Fälle der krassesten Art zu Ohren gekommen, u. A. daß der konservative Bürgermeister einer erzgebirgischen Stadt alle Mittel der Beredsamkeit, Einschüchterung und— Bestechung(nicht direkt mit: Geld, aber durch Inaussichtstellung großer materieller Vortheile) auf-; geboten hat, um das, allerdings höchst unbequeme, Zeugniß eine» Partei- j genossen in diesem Sinne zu beeinflussen. Selbstverständlich ohne Erfolg. Wir nennen jetzt keine Namen, weil dem Einen oder Anderen Unaa«, nehmlichkeiten schlimmster Sorte erwachsen könnten. Die Sache wird aber zu geeigneter Zeit im R e i ch« t a g zur Sprache gebracht werden. J Die Notizen, welche da« Parteiorgan über da» Privatleben unsere» Herrn Minister« de« Innern, v. Nostiz-Wallwitz, brachte, habe» in unseren offiziellen Kreisen einen gelinden Schrecken erregt,' der fich vergeben« die Maske der Entrüstung vorbinden will.„Welch' schreiendes Unrecht, welche Gemüthsrohheit und Berkommenheit, in die Tiefen de« Privatlebens zu steigen, das heilige Geheimuiß de» Familien- und Privatlebens zu eotweihen und den politischen Kamps mit solchen Waffen zu führen!" so hörten wir Einen von der Gesellschaft mit er- heuchelter Empörung auSrusen. Ei! ei! Seit wann ist denn den Herren da» Familienleben so heilig?■ Haben sie nicht— von Sonstigem abgesehen— allein seit Erlaß de« reaktionären Schandgesetze«, genannt:„Sozialistengesetz" Hunderten und Tausenden braver und ehrlicher Menschen— nicht vornehmer Tage- diebe!— das Familienleben nicht blo» zerstört, sondern geradezu ver- n i ch t et? Und sind denn d i e Herren in der Polemik gegen un« so zart ge- wesen? Haben sie un« nicht die schändlichsten Verbrechen angelogen, nicht die schuftigsten Motive untergeschoben, un« nicht jedes Attentat« auf Anstand und Sitte fähig und schuldig erklärt? Und da will man e« un« übel nehmen, wenn wir einmal ein Exempel statuiren und, den Spieß gegen die Herren umkehrend, fie nach dem Maßstab ihrer eigenen monopolistischen Tugend messen und ihnen durch ein experimsntum in corpore yili(d. h. an ihren eigenen Personen) den Nachweis liefern, daß ihre Tugend, gleich der christlichen Predigermoral, mit den hölzerneu Wegweisern an Straßen die Eigenschasl theilt, zwar den Weg zu z e i g e n, die Tugendhaften" aber uicht veranlaßt, ihn zu gehen. Nein! Nieder mit der Heuchlermaske und heraus mit dem wahren Gesicht I Und die Personen nicht geschont! Der Feind sucht un» um jede» Preis, ohne Skrupel irgend welcher Art zu schädigen und al» Partei wie al« Personen zu Grunde zu richten. Da heißt e» einfach: Aug' um Aug', Zahn um Zahn, und: auf einen Schel- men anderthalb«. Die Herren sollen merke»,, daß fie einen Kamps be- gönnen, iu dem sie nicht die Rolle der Hammer« und wir uicht die Rolle de» Ambosse» spielen. Sie schießen, und wir schießen wieder. Wenn wir besser treffen, so ist da«, weil wir eine bessere Sache haben, und vielleicht auch bessere Schützen sind. Eine Partei, welche geduldig all« Püsse einsteckt, empfängt und verdient immer härtere Püffe. Wir üben da« Naturrecht der Nolhwehr au« und erfüllen obendrein eine heilige Pflicht, indem wir die Schäden und die Fäuluiß der heutigen Gesellschaft iu den Personen der Vertreter dieser Gesellschaft bloslegeu und unbarmherzig geißeln. Da« ist unser gute» Recht, und da» ist echte Moral. „Aber die zynische Sprache �»„Sozialdemokrat"!" Zynische Sprache?! Daß der„Sozialdemokrat" kein Blatt vor den Mund nimmt und da« Ding stet« beim rechten Namen nennt— da» ist nicht ZyuiSmu», da» ist„verfluchte Schuldigkeit", um einen weiland sehr offiziellen, ja sogar königlich preußischen Ausdruck zu gebrauchen. Freilich, in der Schweiz, wo absolute Preßfreiheil herrscht, schreibt man kräftiger, unverblümter, al« da» iu unserem knechtischen Polizeilaud Mode ist— allein warum erscheint denn»lnser Partei- organ in der freien Schweiz? Wir haben da» Sozialisten- gesetz nicht gemacht, welche« un« nöthigt, unser Parteiorgan in der Schweiz erscheinen zu lassen. Man hat unsere Presse in'» Ausland ge- trieben, und wir benutzen natürlich die Waffen, welche da» Ausland un» bietet. In Deutschland würden wir ander, zu schreiben gezwungen sein, al« wir jetzt in der Schweiz schreiben. Weit entfernt, unsere Waffen ab- zustumpseu, hat da» Sozialistengesetz fie also geschärft. Und da» ist eine der verschiedenen segensreichen Wirkungen de« Sozialisten- gesetze»— wohl diejenige, welche unseren Feinden die fatalste ist.— Von dem Verbot d e r S P e ch t' s ch en Vorlesungen, erst auf Grund de» Sozialistengesetze«, dann de» sächsischen BereinSgesetze», war im Parteiorgan schon früher die Rede.„Die Wissenschaft ist nicht für da» Volk"— war der Kern aller VerbotSmotivirnngen. Jetzt ist .g,| auch von der Leipziger Polizei der beabsichtigte Kongreß des deutschen FreidenkerbundeS, zu welchem Specht gehört, zwar nicht direkt verboten, aber nur unter solchen Bedinguugen erlaubt nd worden, daß die Erlaubniß einem Verbote gleichzuachten. Der Kongreß :i- sollte nämlich nicht öffentlich tagen, weil sonst— Sozialdemokraten den !e- Sitzungen und Borträgen beiwohnen könnten! Und„die Wissenschaft ist zn nicht für da» Volk." Komisch ist nur, daß dieselben Patrone, welche en da« Volk von der Wissenschaft fernhalten wollen, mit Borliebe und Eni- rd rüstung von der R o h h e i t de« Volkes reden. Uebrigen» ist die Furcht ki« unserer Reaktionäre vor der Wissenschaft und vor dem Wissen des Volkes en durchaus nichts Neue«. Hatten doch seinerzeit die Sklavenbarone der rt amerikanischen S ll d st a a t e n aus die Verbreitung von Kenntnissen m unter den Sklaven(durch Lesenlehren, Verabreichung von Büchern ke u. s. w.) d i e T o d e« st r a f e g e s e tz t. Der Arbeiter ist Sklave, und !r der Sklave muß in der Dummheit erhalten werden, weil er sonst seine -r Ketten zerbricht. — Ausbeutung. Die Aktiengesellschaft sllr Kammganispinuerei ? in Kaiserslautern hat für das Jahr 1888 einen Reingewinn von 821,539 Mark erzielt. Davon werden nach den verschiedenen üblichen " Abschreibungen an Tantiemen für ein Dutzend AusfichtsrSthc und höhere Beamte 110,191 Mark, an Gratifikation sllr die„guten" Meister und a Arbeiter der Fabrik 25,000 Mark, für die Gesammtheit der Arbeiter aber ganze— 8000 Mark gespendet, notabene in die Fabrik- krankenkasse. Die Aktionäre erhalten für ihr NichtSthun 260 Mark pro n Aktie, d. h. lö'/i Prozent. Diese Zahlen geben ein recht schlagendes Beispiel zu einem uns von " einem Genossen zugeschickten äußerst geistreichen Artikel der sortschritt- 9 lichen„Zittauer Morgenzeitung" über Fortschritt und Sozialismus. In '• demselben heißt e» nämlich u. A.:„D e r K ap i t a li« m u», der be- quemste Sündenbock in den Augen Unkundiger, ist seit langen Jahr- " Hunderten in stetigem Rückgänge geblieben. Die erobernde Kraft de« Kapitalismus ist e i n e Fabel. Unsere Zeit kennt weitaus nicht «ine Anhäufung von Reichthümer», wie sie im Alterthum vorhanden gewesen. Selbst Rothschild'« Vermögen erscheint geringfügig, wenn man an den Ausspruch de» Crassu« denkt, daß nur der reich genannt werden könne, der im Stand wäre, aus seine Kosten da« römische Heer zu unter- halten. Der Rückgang in der Erwerbskrast de« Kapital» zeigt sich auch in der steligen Abnahme de« Zinsfußes." Nicht wahr, genial? Im Zeitalter der Stumm, der Krupp, der Bleich- röder— von den Vanderbilt und Makay gar nicht zu reden— die An- Häufung der großen Reichthümer zu läugncn, dazu gehört ein Muth, wie ihn nur die krasseste„selbsterworbenste" Ignoranz zn verleihen Pflegt. Wie könnte der biedere Artikelschreiber auch sonst aus der„stetigen Abnahme de« Zinsfüße«" einen„Rückgang in der Erwerbskraft des Kapitals" folgern! Al» od Unternehmergewinn und Zinsfuß nicht zwei verschiedene Dinge wären und nicht von ganz verschiedenen Faktoren bestimmt würden! Einem so geistreichen Artitelschreiber kann man es auch gar nicht ver- denken, wenn er schließlich in der Sozialdemokratie„in ihrer äußeren Ausbildung" uichts sieht, al«—„eine Organisation der Arbeitsscheu und eine systematische Hemmung des Fortschrittes." Für die Letztere wollten wir die Verantwortung nöthigenfall« noch übernehmen, was aber die„Organisation der Arbeitsscheu" anbetrifft, so setzt un« diese wirklich in arge Verlegenheit. Wie wir uns die Durchführung de» sozialistischen Prinzips auch denken mögen, immer müssen wir fürchten, daß die Aktionäre der Kaiserslauterer Kammgarn- spinnerei mit derselben sehr, sehr unzufrieden sein würden.„Der Aktionär ist wie bekannt, da« faulste Thier im ganzen Land." daß wir, wo wir nur können, da« Sozialistengesetz umgehen, verletzen und brechen, undnurdieVorsicht dabei brauchen, uu« nicht in den Schlingen desselben fangen zu lassen. Punktum l — Ein Polizeihal— lenser. Der Regierungspräsident von Merseburg, von dem wir oben sprachen, kann seine helle Frende haben an seineu Untergebenen. Halle a/I., welche Stadt in seinem Regierungsbezirk liegt, besitzt bekanntlich ein Polizeikonsortium, zusammen- gesetzt aus Ehebrechern, Spitzbuben und Betrügern, wie keine zweite Stadt im deutschen Reich. Und Einer ragt aus dieser Bande noch um Haupteslänge hervor— der jetzige KriminalkommissariuS.Herr Ernst Grosse! Wir wollen hier nur ein Schandstück diese« Polizei- buben annageln. Bor einigen Tagen begab sich der Herr in die Woh- nuug unsere« braven Parteigenossen G. S ch m i d t, um ungefähr die hundertste Haussuchung seit Jahressrist vorzunehmen. Niemal« war irgend etwa» KonfiSzirliche» dort gefunden worden; denn, nebenbei gesagt, ist dieser Hallenser Polizist auch ein große« Rindvieh. Doch zur Sache. Al« Grosse auf der Hausflurtreppe da« vierjährige Söhnchen de« Schmidt spielend erblickte, schenkte er demselben zwei Pfennige mit dem Ersuchen, ihm zu verrathen, wo der Papa seine Schriftstücke hinlege. Diesem schurkischen Verlangen konnte der Knabe nicht nachgeben, da er immer nur im echten sächsischen Dialekt aus alle schmeichelnden Fragen antwortete:„Ich weeß nich l"— Andern Tag« brachte Schmidt, dem der Knabe den Vorfall erzählt hatte, dem Kommissariu« die zwei Pfennige zurück, die derselbe auch annahm mit der albernen Bemerkung:„Nun, die Zeit wird noch kommen, wo Sie sich nach zwei Pfennigen sehnen." Die Bemerkung, so charakteristisch sie für die Gesinnung dieser Gesellschaft ist, ist übrigen« gleichgiltig, da« Zugeständniß, die Schandlhat verübt zu haben, ist die Hauptsache. Und solche Buben sollen die Gesellschaft retten, solche Familien- schänder sollen die Familie beschützen!! — Eine alberne Notiz geht durch verschiedene Blätter: Die Wahlprllsungskommission des deutschen Reichstags habe die Wahl unsere» Genossen Stolle beanstandet, weil die Stichwahl, au« welcher er mit überwältigender Majorität al« Sieger hervorging, ungesetzlich gewesen, und Stolle schon im ersten Wahlgang gesetzlich gewählt worden sei. Da« letztere ist allerdings richtig; daraus folgt aber nicht die U n< g i l t i g k e i t der Wahl Stalle'«. Die Wahlprüfungskommission konnte um so weniger auf Beanstandung antragen, als ihr, unsere« Wissens, gar kein Wahlprotest vorlag. Hätte ein solcher vorgelegen, und die Kommission sich au« dem angegebenen Grunde für die Ungesetz- lichkeit der Stichwahl im 18. sächs. ReichstagSwahlkrei« aussprechen müssen, so würde keine Beanstandung erfolgt sein, sondern einfach die Kon« statirung der Thatsache, daß Stolle bereit« im ersten Wahlgange gewählt war. — Die Fortschrittspartei sucht au« dem todten Schulze einen Parteiheiligeu zu machen. Wir gönnen ihr diese» Ver« gnügen, das, beiläufig gesagt, nicht« Ueberraschende« für uns hat. Sind doch notorisch in der katholischen Kirche zur Herstellung von Heiligen» knochen(Reliquien) mit Borliebe sogar Eselsknochen benutzt worden. Und zwar sicherlich nicht ohne Absicht und tiefen Grund. Jedenfalls eignet sich Schulze sehr gut zu einem Heiligen; ein Mensch, der noch 20 Jahre nach seinem Tod in Fleisch und Blut auf der Erde herumwandeln konnte, ist sicherlich kein gewöhnlicher Mensch. — Kleine Rundschau. In Berlin wird fortgesetzt ans- gewiesen; neuerdings hat der Tischler Pohl, der in dem samosen Aus- ruhrprozeß freigesprochen werden mußte, von M a d a i den be- kannten Liebesbrief erhalten. Kommt aus Konto.— In Bremen hat die dortige Polizei einen„Berein für Geschichte" und einen„Gesellig- keitsverein" verboten. Wie es scheint, hält man e« in Bremen für staatsgefährlich, wenn Arbeiter sich für Geschichte interessiren. Mehrere Mitglieder des genannten Vereins wurden außerdem wegen„Theilnahme an einer verbotenen Versammlung"(hu!) Zund„Verbreitung verbotener Schriften"(hu I hu!) zu mehrwöchentlichen Gefängnißstrafen verurlheilt. — In Dortmund erhielt bei der dortigen Nachwahl zum Reichstage, bei der der Fortschrittler Lenzmann siegte, Genosse T ö l ck e 696 Stimmen. Diese verhältnißmäßig geringe Stimmenzahl erklärt sich unseres Wissens au« der Thatsache, daß ein Theil der Dortmunder Genossen mit Rücksicht aus bestimmte örtliche Verhältnisse eine Betheiligung an der N a ch w a h l für unzweckmäßig hielt.— In Wiesbaden, wo infolge de« Tode« von Schulze-Delitzsch eine Nachwahl nöthig wird, ist unsererseits Ein« treten in den Wahlkampf beschlossen und bereits mit Rücksicht auf den betr. Beschluß de« Kopenhagener Kongresses der Schreiner Franz I ö st aus Mainz als Kandidat aufgestellt worden. Unseren besten Glückwunsch zum frischen, fröhlichen Kampf.— In Frankfurt a/M. wurde Genosse B e t t e r wegen ganz Polizeiwidriger Einschmuggelung des „Sozialdemokrat" in harmloses Wurstblätter zu zweimonatlichem Ge- sängniß verurtheilt.— In München wurde zur Abwechslung wieder einmal große Haussuchung abgehalten.— In Altona soll sich der bekannte Polizeispion Wolfs angeblich im Gefängniß erhängt haben; im Volksmund heißt es dagegen, daß sich Wolff, der sehr viel wußte, und nach seiner Freilassung aus'« Neue mit Enthüllungen drohte, erhängt worden hat. Ein todter Mann, ein stiller Mann. Ob den Wolff der Teufel oder der Engel de« Herrn geholt hat? In Pari« lagt seit dem 13. Mai der Regionalkongreß der„Födera- tion de« Zentrum«" der sozialistisch- revolutionären Arbeiterpartei. 45 SyndikaiSkammern(Fachvereine) und 42 sozialistische Vereine und Gruppen sind vertreten. Mehreren Anarchisten wurde die Betheiligung an den Debatten versagt. Aus die zum Theil sehr interessanten Be- rathungen kommen wir in nächster Nummer eingeyend zurück. — Belgien. Aus L ü t t i ch schreibt man un»: Die Notiz des „Sozialdemokrat" über die letzten Ausweisungen beruht zum Theil aus irrthümlichen Angaben. Richtig ist, daß von Antwerpen zwei Genossen, Baum und Schlüter, ausgewiesen find, von hier sind aber nicht vier, sondern gleichfalls zwei Genossen, S ch l e e b a ch und Sauerborn, ausgewiesen und aus Brüssel ein Franzose. In diesem noch frei- scheinenden Staate ist jetzt beinahe Alle« möglich; wie Sie au» dem nach- stehenden Bericht über den hier stattgefundenen Kongreß unserer belgischen Genossm erfahren werden. Im Gegensatz zu dem im vergangenen Herbst hier stattgehabten Feste verbot man un« jetzt, beim Abholen der Gesinnungsgenossen, den Bahn- Hossperron mit unfern sechs Fahnen und Musik zn betreten, wa» im Verlaus der sieben Monate wohl staatsgefährlich geworden sein muß. So- dann waren an dem Bahnhofe, sowie den ganzen Weg bis zu dem eine halbe Stunde entseruten Kirchhose, wohin sich der Zug behufs Ovation für die früher hier verstorbenen Gesinnungsgenossen bewegte, eine derartige Menge von Unsicherheitsbeamten, natürlich die Wenigsten in Unisorm, aufgestellt, daß man faktisch keinen Schritt thua konnte, ohne aus diese Spürnasen zn stoßen. Der Zug, welcher sich zusehend« vermehrte, zählte zwischen 2500—3000 Mann. Damit aber die hiesige hohe Polizei auch ihr MUthchen kühlen konnte, verbot dieselbe in letzter Stunde da« angesagte Meeting, resp. den Saal dazu, wa« da» Nämliche bedeutete. Da« Meeting, aus dem auch fremde Redner sprechen sollten, konnte demnach nicht stattfinden. Sehr schön verlies das zu Ehren de« Kongresses veranstalte Conzert nebst Theatervorstellung. Der Kongreß selbst nahm bei zahlreicher Betheiligung einen sehr guten zufriedenstellenden Verlaus. Au« allen größeren sowie au« vielen kleinen Städten Belgien« waren Delegirte eingetroffen, denen sich Deligirte aus Rord-Frankreich anschlössen. Hervorzuheben ist noch, daß bei der Eröffnung de« Konzreffe« zwei Anwesende vor die Thür spedirt wurden, nicht allein, weil sie kein Mandat hatten, sondern weil dieselben zum Horchen, zwar nicht von der Polizei, aber von den P f a f f e n geschickt worden waren. Der erste Gegenstand, der den Kongreß beschäftigte, war der Sassenbestand und dessen Prüfung. Die Propaganda-Kassa zählte 250 Fr., die Reserve-Kasse 1000 Fr. Die Rechnungsablage de» Au«- schußrathe» wurde für richtig befunden. Die verschiedenen durch die Dele- girten vertretenen Sektionen nahmen die Statuten sowie da« Programm an und beschlossen, die Beiträge der Zentralkasse zu bezahlen.(Bemerken»- werth ist, daß mit einzelnen kleinen Abänderungen da» Programm dem deutschen entspricht. Alsdann wurde beschlossen, daß die Zeitung„La S e n t i n e 1 1 e"(die Schildwache) in Vervier» al» offizielles Parieiorgan aber im Besitze der„�.vantAarcks" in Vervier» bleiben solle. Der Ausschußrath wird in allen Städten Komites bilden für die Verbreitung der sozialistischen Presse. Ueber die Frage der Stellung zu den Anarchisten ging der Kongreß zur Tagesordnung über. Die Bereinigung stellt an die Sektionen die Forderung, nicht mehr mit gewissen Persön« li ch leiten zu korrespondireu(?). Brüssel verlaugt, eine große Bewe- gung gegen da« Militärgesetz in'« Werk zu setzen. Al» Sitz de» Zentral- komite» wurde Gent gewählt. Dem Kongreß wohnte auch ein Mitglied der französischen Sozial- demokratie bei, welche» seiner hohen Befriedigung über den Kongreß Au»- druck gab und nnler anhaltendem Beifall den Delegirten Muth zusprach. Genosse A n s e e l e von Antwerpen antwortete ihm. Ferner nahm der Genosse F. Domela Nieuwenhui« au« dem Haag(Holland) an dem Kongresse Theil. Die vortrefflichen Ausführungen dieses Ver- treters der holländischen Sozialisten wurde gleichfalls mit großem Beifall aufgenommen. Der Kongreß wurde Montag Mittag geschlossen, und wird derselbe nach Aller Meinung seine Wirknng aus die Entwickelung der belgischen Sozialdemokratie nicht verfehlen. — Irland. Brady und C u r l e y, die ersten Verurtheilten im Phönixparkprozeß, sind bereits gehängt— die Sympathie, welche die Bevölkerung Dublin« für die„Mörder" bi« zum letzten Augenblick kund« gab, zeigt, bi» zu welchem Grad der Haß gegen die englische Regierung Wurzel gefaßt hat. Selbstverständlich werden die Hinrichtungen nicht» weniger als besänftigend wirken, und dürfte bei der ersten Gelegenheit die blutige Saat, welche die englische Represfionspolitik da ausgestreut, ebenso blutige Früchte zeitigen. Wer Wind säet, dars sich nicht wundern, wenn er Sturm erntet. Wa« natürlich dieselben Leute, die heute den Hinrichtungen der„Verbrecherbande" zujubeln, nicht hindern wird, heuchlerische Thränen zu vergießen, wenn von Seite de« irischen Volke» mit ähnlichen Thaten geantwortet wird. Die gespannte Stimmung, welche in Irland herrscht, geht auch au« der Ausnahme hervor, welche der Brief Leo XIII. an die irischen Bischöfe bei dem noch streng katholischen Volke gesunden hat. Al» echter Vertreter der Kirche, der sich stets auf die Seite der Mächtigen zu schlagen gewohnt ist, al»„M u st e r p a p st" hat der Unfehlbare von Rom der englischen Regierung, die ja„Gott sei Dank" noch zahlung»- s ä h i g ist, den Liebesdienst erwiesen und den irischen Bischöfen an« besohlen, gegen die irische Nationalliga zu wühlen. So lange die Liga in Irland unangefochten dastand, hielt man in Rom klüglich den Mund, jetzt, da sie verfolgt und gehetzt, der Willkürherrschast unter« worfen, da« Werk, für das sie gearbeitet, von Neuem beginnen muß, erfolgt von Rom her der feige Eselsfußtritt. Da« Mitgefühl Leo'« für da« ausgehungerte und geknechtete Volk von Irland war nur Schein, wirkliche» Mitgefühl hat da«„Haupt der christlichen Kirche" nur für die Leiden von Fürsten, deren Thron wackelt, und Ausbeutern, deren Herr- lichkeit zu schwinden beginnt. Seien wir aber nicht ungerecht. Die Pfaffen aller übrigen Konfessionen, Protestanten wie griechische Christen, Juden wie Mohamedaner, find um kein Haar besser. Nun, dieser Brief Leo'« ist vom irischen Volk in der einzig richtigen Weise beantwortet worden— mit Verachtung. Unbekümmert um ihn fährt dasselbe fort, sür die Nationalliga zu wirken, und wie seinerzeit in Italien, steht der niedere Klerus zum Volk, da er sonst seinen Ein- fluß gänzlich verlieren würde. Korrespondenzen. — Barmen, im Mai 1883. Ich muß meinen Bericht mit einer Trauernachricht beginnen. Wir haben den Tod von zwei unsrer besten Genoffen zu registriren: W i l h e l m F e l» und E m i l H ü l l e. Bei dem B-gräbniß de» Ersteren hielt Herr Alex Frank die Grabrede, wa« aber den Pfaffen und der Polizei ein derartiges Aergerniß bereitete, daß man, als Hülle begraben wurde, eine ansehnliche Polizeimacht ausbot, um die Wiederholung eine« so schrecklichen Vorgange« zu verhindern. Und dabei hatte Frank nicht einmal als Parteimann, sondern nur al» Freund ge- sprochen, allerdings, und da» war jedenfalls da« Schlimme, ohne da« Herrgöttlein zu zitiren. Al« der Vater de» Hülle, ein 70jahriger Grei», am offenen Grabe des Sohne« noch einige Worte sprechen wollte, wurde ihm die« von dem Todtengräber in brutalem Tone untersagt. Unsere Frommen sind in der letzten Zeit überhaupt so zelotisch vorgegangen, daß wir ihnen nächstens einmal gründlich aus die Finger klopfe» werden. So z. B. wurde unserm Genossen Winterberg von einem Psafsen gedroht, man werde ihn aus der Gemeinde ausschließen, wenn er seine Kinder nicht taufen lasse, übrigen« eine Maßregel, womit Winterberg sehr einverstanden ist, da ihm die Geschichte dann nicht» kostet. Fromme Vereine schließen wie Pilze au» der Erde, und unsre Chriftlich-Sozialen verschreiben sich alle acht Tage einen andern Pfaffen, damit er ihnen die alte Litanei aus'« Neue predige:„Hütet Euch vor den Sozialdemo- traten, Christus und unser Heldenkaiser sind die besten Freunde der Arbeiter." Dabei haben diese Herren stet» unter ihren Annoncen stehen: „Freie Diskussion"; sobald sich aber ein bekannter Sozialist blicken läßt, drückt sich schreckliches Entsetzen auf allen Gesichtern aus, die Köpfe werden zusammengesteckt, und—„es sind nur noch schriftliche Interpellationen zulässig." Wa« die Angelegenheit Oppenheimer anbelangt, so läßt un« dw- selbe hier ziemlich kalt, und wenn nachgewiesen ist, daß er innere Partei- angelegenheiten an die Presse der Gegner verrathen hat, so ist e» gut, daß er fort ist. Wa» aber die Notiz im„Sozialdemokrat" anbelangt, in welcher gesagt wird, daß von Barmen- Elberfelder Genossen Zustim- mungsschreiben eingelaufen sind, so erlauben wir un«, zu behaupten, daß dieselben nicht von Parteigenossen im engeren Sinne herrühren, da für un« die Sache damals noch nicht genug aufgeklärt war, um un« ein Urtheil erlauben zu können.(Es folgt hier eine Polemik gegen die muthmaß- lichen Verfasser der uu« zugegangenen Zustimmungsschreiben, welche wir im Interesse der sachlichen Diskusston glauben, nicht veröffentlichen zu sollen. Es scheint un« wenigsten« zu weit gegangen, wenn denselben anti- semitische Motive vorgeworfen werden. Ein Sozialdemokrat, der ein Antisemit ist, ist ein Unding., Wir hoffen, dem geehrten Einsender Genüge zu leisten, wenn wir die wesentlichsten Behauptungen hier wiedergeben, nämlich die, daß die Zu- stimmungSschreiben nicht von Genossen herrühren, die sich aktiv an der Bewegung in Barmeu-Elberfeld betheiligen. Die Red.) Was die hiesigen Parteiverhältnisse anbelangt, so können wir damit zufrieden sein. Da« Abonnement aus da» Parteiorgan hat sich im Laufe eine« halben Jahre« verdoppelt und ist in stetem Steigen begriffen, und mit Zuversicht sehen wir der nächsten Wahl entgegen. Wa« die hiesige Polizei anbelangt, so ist zu konflatiren, daß dieselbe jetzt etwas weniger brutal ist, wie früher. Die Elberselder Ohrfeigen haben derselben einen heilsamen Schrecken eingeflößt. Hier haben sich in der letzten Zeit verschiedene Prozesse abgespielt, welche elektrische« Licht aus die moralische Fäulniß unserer Lauts voiös werfen. Wir werden gelegentlich im Interesse Puttkammer« Genauere« darüber bringen. Parteigenossen! Vergeht der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! — Da« Centrum, welches mit dem starken und gestrengen Herrn Reichskanzler spielt wie die Katze mit der Maus, hat durch den Antrag H e r t l i n g s zu der BiSmarck'schen„Sozialresorm" Stellung genommen, und dem allerdings auch so wie so nicht lebensfähigen Wechselbalg— die Hand um die Gurgel gelegt. Möglich, daß das Ceutrum schließlich noch umschwenkt — beim Tabaksmonopol erlebten wir Aehnliches, und zwar auch gelegentlich eine« Antrag« Hertliug— indeß immerhin ist der Beweis geliefert, daß Bismarck für seine„Sozialreform" auf die Unterstützung des Ten- trum« nicht rechnen kann. Charakteristischer Weise richtet der Hert- ling'sche Antrag seine Hauptspitze gegen den S t a a t« z u s ch u ß. Es zeigt die« abermal« eklatant, wie tief die BourgeoiSideen in alle Theile der herrschenden Klasse eingedrungen sind, auch in diejenigen, welche der Bourgeoisie am feindlichsten gegenüberstehen. Wie von dem Centrum, gilt die« auch von dem I u n k e r t h u m, welche» trotz seine« Hasse« gegen die Bourgeoisie doch mit Bourgeoisideen getränkt ist und nach Bourgeoisprinzipien handelt. Au» dieser Thatsache erklärt es sich, warum unsere herrschenden Klassen außer Stand sind, die s o z i a l e F r a g e zu lösen. Sie können sozialistische Schlagwörter zu demagogischen Zwecken erfinden und gebrauchen, unter der Firma de» Staatssozialismu» Staatsräuberei, d. h. Ausplünderung ei nzeln er G es e l ls ch af t« kl a ssen zumNutzen anderer treiben, aber die soziale Frage lösen— nimmermehr. Dazu fehlt ihnen der Wille und die Fähigkeit. — Die Landesvater-Demokratie zehrt noch von der Payer'fchen Rede und ergeht sich in tiefsinnigen Betrachtungen darüber, ob der Berliner Heldengreis zu den„Unterthanen" in einem lande»- väterlichen(landesherrlichen) Verhältniß stehe oder nicht, und welche Machtbefugnisse er nach dem Wortlaute der ReichSversassung denn eigentlich habe. Wir dächten, auf den Wortlaut der Reichsverfassung komme sehr wenig an. Der Heldengreis und die Personen, welche in seinem Namen regieren, haben vorläufig die eine Hand an dem Knopf, der die Staat«- Maschine in Bewegung setzt, und die andere„aus der Klinke der Gesetz- gebung"— sie verfügen über ein paar Millionen Soldaten, Beamte, Richter, Staatsanwälte, Polizisten, Spitzel n. s. w. Da« genügt für den Moment. Angesicht» dieser Thatsache, an der die papierene Reichsverfassung nicht« ändert und sicherlich nicht« ändern wird, Uber den Sinn von Reich«- verfaffungs-Paragraphen oder Artikeln zu streiten, heißt in der That: um de« Kaisers Barl streiten. — Ein netter Verwaltungsbeamter. Wenn die höchsten Regiernngsbeamten in Preußen die Gesetze nicht kennen oder sie ge- flissentlich nicht beachten, wa« kann man dann von den unteren Polizei- orgauen verlangen, al« Unwissenheit, Frivolität uud Bru- t a l i t S t! Der ultrareaktionäre Regierungspräsident von Werse- bürg, der Herr heißt von Diest, hat die von Wörlein u. Co. herausgegebene Druckschrift:„B er h an d l u n g e n über den An- trag Liebknecht uud Genossen betreffend ic. ic., in der Reichstagssitzung vom 11. Januar 1883. Wörtlicher Ab- druck de« amtlichen stenographischen Berichts"— auf Grund de« Sozialistengesetze» verböten. Hierdurch verletzt dieser hohe preußische Beamte die deutsche ReichSversassung in flagranter Weise. Artikel 22 der Verfassung lautet: „Wahrheitsgetreue Berichte über Verhandlungen in den öffent- lichen Sitzungen des Reichstage» bleiben von jeder Ver- autwortlichkeit frei." Das ist doch wahrlich deutlich genug. Die Reichskommisfiou sür die Ausübung de» Sozialistengesetzes hat auch schon mehreremale in ähn- lichen Fällen da« Verbot ausgehoben, so noch kürzlich bezüglich der steno- graphischen Mittheilungen der Verhandlungen über da» Sozialistengesetz selbst, die der Baireuther Regierungspräsident— ebenso dumm oder frivol, wie der Herr von Diest— verboten hatte. Diese Herren nun, die die schlimmsten Gesetzesverächter sind, die aber Hüter de» Gesetze» sein sollen, verlangen nun gar von den Sozialdemokraten die strengste Gesetzlichkeit, von Leuten, die außerhalb de« allgemeinen Gesetzes gestellt worden find I Diese Forderung ist albern, und muß von un« dahin beantwortet werden, — Frankfurt a/M., April 1883. Es dürfte sich wohl im Interesse unserer Sache empfehlen, zeitweilens einen tieferen Blick in das Getriebe der so gern in„Volkswohl" machenden hiesigen„Wasser-Demokratie" zu thun nud die gemachten Erfahrungen zu Nutz und Frommen der All- gemeinheit zu verwerthen. Sie habeu ja in letzter Zeit einige Male Ge- legenheit genommen, dem Moniteur dieser Herren, der sich„Fft. Ztg." nennt, hie und da einen gehörigen Wischer zu versetzen. Wer diese Leutchen aber blas aus der Ferne kennt, der legt ihnen immer noch mehr Be- dentung bei, als sie eigentlich verdienten.— Die Siegespalme der„Heuchelei" hat sich hier am Platze unstreitig ihr größter Stern, Herr L. Sonne- mann erworben, und wollen wir uns daher mit dieser Leuchte etwa« näher beschästigen. Wir glauben kaum, daß es in der Welt ein zweites Exemvlar gibt, das die Kunst der Selbstberäucherung bester versteht als unser Held. Bei jeder Gelegenheit weiß er es vortrefflich anzufangen, vermöge einer „Schenkung" oder eines sonstigen Manövers spaltenlange Lobeserhebungen seiner Arbeiterfrenndlichkeit in seiner Zeitung der staunenden Welt zu machen. Wer erinnert sich nicht des vor zwei Jahren abgehaltenen Lö-jährigen Jubiläums der„Fft. Ztg."? Damals war in allen Zei tnngen zu lesen, der Held de» Tages, Löb S., habe sein sühlende» Herz für die nothleidende Arbeiterklasse wieder einmal auf's eklatanteste bewährt, indem er seinen Angestellten einen Schenkung von 20.000 Mk. gemacht. Wir hielten die Angelegenheit sür Werth, uns genauer darüber zn insormiren. und die gemachten Wahrnehmungen, unter welchen Modalitäten diese Schenkung geschehen, waren dazu angethan, unsere Bewunderung— falls wir solche mitgebracht hätten— bedeutend herabzustimmen. 1) Sind es nicht die 20,000 Mark, welche geschenkt worden, sondern blos die Zinsen von denselben, und auch diese erreichen ihr Ende bei einem seligen Abgang de« Herrn S. in Abrahams Schooß; 2) blos Diejenigen haben Nutznießung von den Zinsen, welche mehr als z e h n Jahre im Geschäfte thätig sind. Trotzdem bereits zwei Jahre seitdem verflossen, schlummert die ganze Angelegenheit noch in der tiefsten Falte des arbeitsfreundlichen Schenkerherzens. Die ganze Far?e erregt bei uns einen solchen Eckel, daß wir über die köstlichen Bedingungen— zehn Jahre im Geschäfte sein u. s. w.— gar kein Wort verlieren wollen. Doch weiter. Wie bei allen Gewerken, waren die Löhne der Buchdrucker. gehilsen in den letzten Jahren durch die Herren Prinzipale— trotz feier- lichst vereinbarten Tarif— erbärmlich heruntergedrückt worden, namentlich bei den Zeitungen. Einen sich merklich machenden besseren Geschäft«. gang benutzten nun die Gehilfen dazu, ihre Prinzipale anzugehen, die alten vereinbarten Lohnsätze wieder zu bezahlen, resp. den Tarif zu halten. Die meisten Prinzipale bewilligten theilweise, mehrere anstandslos die gestellten Propositionen, unter letzteren auch die nationalliberale „Fkft. Presse". Eine arbeiterfreundliche Ausnahme machte nur unser Löb. Wie heißt, Sie wolle bezahlt haben die Nachtarbeit? Gott der Ge- rechte, macht es mir aus das Jahr über dreitausend Mark! Sehen Sie: Demokrat,— Bourgeois!— Humanist— Millionär! Während jeder denkende Mensch einsieht, daß für Nachtarbeit eine'höhere Zahlungsleistung eintreten muß, kann der Geldbeutel des arbeiterfreund- lichen Millionärs diese Einbuße nicht vertragen. Aber der Arbeiter kann, nein, darf die«— auf Kosten seiner Gesundheit, auf Kosten seines Leben«! Ja, ja, wir sagen nicht zu viel. Durch diese kolossale Schinderei, welche bi« tief in die Nacht hinein dauert, ist der Prozentsatz, den die„Fft. Ztg." an Kranken stellt, ein solch' beben- tender, daß, wie wir hören, im Vorstande der hiesigen Buchdruckerkranken- lasse daran gedacht worden ist, Schritte gegen eine solch' unverschämte Ausbeutung der Arbeitskrast zu thuu. Ob der Herr RcichstagSabge- ordnete Löb S. die« thut, um praktische Studien über da« jetzt in Be- rathung stehende Krankenkassengesetz zu machen, wissen wir nicht, doch dürfte es sich empfehlen, daß einer von unseren Abgeordneten, falls Herrn S. da« Gedächlniß in der Hitze de« Gefechtes in diesem Punkte im Stiche lassen sollte, ihm diese seine gemachten arbeiterfreundlichen Ersah- rungen in gefällige Erinnerung zu bringen. Wir könnten da mit ziem- lichem Material dienen. Hiermit zusammenhängend wollen wir noch einen Punkt berühren. Es können jetzt ungefähr sieben Jahre her sein, als sich die staunende Welt ein Stückchen S.'scher Arbeiterfrenndlichkeit erzählen lassen mußte. Auf S.'s Betreiben wurde eine Hauskasse gegründet, zu welcher derselbe einen jährlichen Beitrag von 300 Mk. zu den Beiträgen der Mitglieder zahlte. Die Sache war ja auch, obgleich solche Hauskassen nie unseren Beifall haben finden können, soweit gut, bi» Herr S. Lust verspürte, um die Kon- kurrenz aus dem Felde zu schlagen, Einrichtungen bezüglich telegraphischer Berichte zu treffen und diese Mehrkosten theilweise durch N i ch t b e z a h- lnu g der hier durch bedingten Nachtarbeit auf den Buckel der Arbeiter einfach abzuwälzen. Die» ging nun auch so lange, bis endlich die oben erwähnten Folgen dieser Leuteschinderei in Gestalt eines kolossalen Krankenstandes sich bemerkbar machten, welche in Bälde unter den gegebenen Verhält- nissen entweder den Ruin der Kasse oder eine Mehrbelastung der Mit- glieder bedungen hätte. Könnte aber nun Löb, wenn letztere mehr zahlen mußten, auf der alten Leistung stehen bleiben, ohne daß die Arbeiter- sreundlichkeit ein Loch bekommen hätte? Doch Löb wußte Rath: Die Kasse wurde aus sein Betreiben einfach aufgelöst, uud da« noch vorhandene Kapital qetheilt! Nicht wahr? Praktisch muß man sein, da» ist die Hauptsache! — Trotz der Abmahnungen im Parteiorgan kommt es noch immer nicht selten vor, daß bekanntere Parleigenosseu, nameutlich Reichstagsabgeordnete, Knall und Fall zu Volksversammlungen in irgend einem Theile Deutschland« eingeladen werden, zu denen sie„sofort" oder binnen wenigen Tageu abreisen sollen. Mitunter werden die eingeladenen Genossen sogar, ohne daß dieselben vorher benachrichtigt worden sind, als Redner öffentlich angekündigt. Daß dies ungehörig ist, muß Jeder bei einigem Nachdenken einsehen. Die bekannteren Parteigenossen sind mit derartigen Einladungen so überschüttet, daß es ihnen, selbst wenn sie jeden Tag zur freien Verfügung hätten, ganz unmöglich wäre, jeder Ein- ladung Folge zu leisten. Nun ist aber obendrein unter den Partei- genossen, die hier in Frage kommen, nicht e i n E i u z i g e r, der da« Ab- halten von Versammlungen k. als Geschäft oder al« Privat- vergnügen betreiben könnte. Sie alle find genöthigt, für ihren LebeuS- unterhalt zu arbeiten, die meisten hart zu arbeiten, sie haben also ihre Zeit keineswegs zur freien Verfügung; und der Besuch auswärtiger Versammlungen ist, kotz gezahlter Entschädigung, oft ein recht schweres Opser, da« freilich von der Pflicht geheischt und darum gern gebracht wird. Unter solchen Umständen müssen wir nochmals den dringenden Wunsch aussprechen, mit deranigen Einladungen nicht Knall und Fall zu kommen, uud namentlich niemals eine Versammlung anzuberaumen, ehe man sich eine« Redner« versichert hat. Warnung. Die Genossen in der Schweiz werden vor dem Seiler Gottfried Dieter, zuletzt in Schaffhausen, dringend gewarnt. Derselbe ist in Schaffhausen, wie die dortigeu Genossen melden, nach Berübung eine» Diebstahls durchgebrannt und hat die Züricher Mitgliedschaft unter betrügerischen Vorspiegelungen um 15 Fr. geprellt. Zürich, 23. Mai 1883. Der Landesausschuß. Vou mehreren Orten Süddeutschlaud» wird mir feiten» dortiger Genossen mitgetheilt, daß ein Hochstapler unter Mißbrauch meines Namen» um Unterstützung nachgesucht und auch erhallen hat. Ich mache die Genossen allerorts hieraus aufmerksam mit dem Ersuchen, dem Ganner die gebührende Lektion zu eriheilen. Gera, den 17. Mai 1383. F. K l u t e. Quittung. Für die Ueberschwemmteu am Rhein sind ans Amerika folgende Posten an Unterzeichneten gelangt: New-Dork, Arb. Fortbildungsvercin Dll. 40,—. Derselbe Dllr. 10,—. Lawrence Dll. 15,—. Paterson Mk. 18,24. New.- Dork durch I. Franz Mk. 462,—. A. Bebel. Tasch-n-Ehlffrirappara,, 4 40*' Briefkasten der Redaktion: F. Siegrist, Samebor in Geuf, H. in Halle, C. B. Bukarest, Aachen, Stötteritz: Für diese Nummer leider zu spät. der Expedition: Brieftaube F. M.: Mk. 13,50 Ab.-Rest 1. und 2. Qu. erh. Adr. geord.— Rochlitz: Mk. 2,50 d. Usd. dkd. zugew.— Winterthur Schuhmachergewerlschaft; Fr. 20,— f. d. streikenden Schumacher in Frankfurt a/M. dkd. erh. und weiterbesorgt.— Budapest: bwfl. 10,— Ab. 2. Qu. u. Schft. erh. Sdg. k. fort nach Vorschrift.— Heinrich: Mk. 22,50 Ab. 2. Qu. erh. Bfl. Weiteres.— AhasveruS: Mk. 11,— Ab. 2. Qu. Stbrg. H. u. K. u. Mai/Jnni Gstr. erh. Neuer eingereiht. Zugesagtes mit gutem Humor, willkommen!— I. u. Co. Bueuos-Ayre«: Fr. 12,60 Ab. pr. 33 erh.— A-n: Fr. 3,10 f. Schft. erh.— Die Getreuen in Jever: Mk. 6,— Ab. 2. Qu. erh. Adr. geordn. — Brille: Fr. 1,— pr. Agsd. dkd. erh.— G. Spr. Schtz.: öwfl.— ,70 s. Schft. erh. Weiteres besorgt. Bfl. Weitere«.— Stoffel: Mk. 21,60 ä Cto. Ab. erh. Schft. fort. Adr. notirt.— Rothbart: Mk. 297,— ä Cto. Ab. erh.— Ungenannt für Karl Marx' Denkmal Mk. 3,—. B. Antwerpen: Fr. 4,— Ab. 2 Qu. k. erh. Bs. folgt.— C. O. Fch Mk.— ,80 f. Schft. erh.— R. K. Ronen: Norbert Zoula ist unseres Wissens nicht in der Schweiz und kein Leser des„S." Wenn auf diese Notiz Jemand von ihm Kenntniß gibt, folgt Nachr.— K. Obck. Mk. 8,40 Ab.-Rest 1. Ou. erh. Bf. erwartet.— Blli: Fr. 1,17 f. Schft. erh.—(-i): öwfl. 3,40 Schft. u. Ab. 2. Qu. V. erh. Im Weiteren einverstanden.— Giraffe: Wird bald besorgt.— F. Amsterdam: Fr.—.63 f. Schft. u. Fr. 1,37 pr. Usd. dkd. erh.— 1871 er: Mk. 2— Ab. Mai und Juni f. H. erhaalten. Z. hat nicht bestellt. Bfl. mehr.— -sx-shimmel—---: Mk. 5,— Schft. f. K. erh. s-bd. am 21. abgg.— Weiteres notifizirt.— H. B. Ölten: Fr. 21,55 f. d. streikenden Schuh wacher in Frankfurt a/M. dkd. weiterbesorgk.— Marat Lz.: ötofl. 6,80 Ab. 1. und 2. Qu. erh. Sonst noch nichts. Nachlsrg. bewirkt.— Cpra Bern: Fr. 34,10 erh. Bf. erwartet.— Arger Gest: Ja! Ersatz mit 21 fort. Adr. uotirt.— Bahnfrei: Mk. 1,— f. Eckst, erh. Sdg. fort. — H. N. N.-Iork: Schst. am 21. u. 24 5. fort.— C. Schum. Cincin.: In Stg. Marx„Kapital" nicht aufzutreiben. 3. Aufl. in Arbeit. Wird annoncirt, sobald fertig.— Schorfe: Bf. u. H. am 22/5. hier. Gruß.— C. Horn: Nachr. v. 18/5. erh. Gutschr. bewirkt.— Kommerzienrath; Nota erbeten, aber balo.— Fritz:—,70 Ps. waren also Aursverlust. Sind gutgebracht.— P. S. H. Amsterdam: Fr. 2,50 Ab. 2. Ou. sür 1 Expl. erh.— � J. Penning, Cafe Cot-mopolite, Dykstraat 33. ülllöuül UCtlll» Verkehr für Parteigenossen. Zu kaufen gesucht: Der„Sozialdemokrat" /Redaktion Schweitzer 1865— 70); „Neuer Sozialdemokrat" 1871—76;„Demokratisches Wochenblatt";„V o l k s st a a t";„Vorwärts";„Waage"; sämmtliche in kompletten Jahrgängen. Offerten und Preisangabe an die Expedition de»„Sozialdemokrat".[1,75] Kin junger Kandlnngskommis (Deutscher) der Spezerei- und Kftrzwaaren-Branche sucht in der Schweiz Stellung. Ansprüche bescheiden. Zuschriften snd G. S. an die Expedition des„Sozialdemokrat" erbeten. 1/3 s2,40 Schneider Hambach wird von seinem Freunde P e u k e r t in Gera behuf» einer Mittheilung ersucht, seine Adresse ihm direkt oder der Expedition de«„Sozialdemokrat" einzusenden. 8olmtt0iivemielmi88 der beiden Haupt- Niederlagen sozialistischer Schriften: Expedition des„Sozialdemokrat' und der Y olksbuchhandlnng Kasinostrasse 3 Hottingen-Zürich. (Fortsetzung.) Fr. C. M. Pf. 16— 15 25— 20 Die Gewerbeordnung für das Deutsche Reich nebst Inhalt und Sachverzeichniss mit Erläuterungen Ton Joh. Most, broch. Die Reichsgesetze über Freizügigheit, Rundes- und 8 ta at s an geh ö righ ei t und den Unt erstü t zu ngs- W oh nsi t z, mit Erläuterungen, broch. Die Städte-Ordnung für die 6 östl. Provinzen der preuss. Monarchie vom 30. Mai 1853. Mit Erläuterungen, broch.— 30— 25 Die Verfassung des deutschen Reichs, nebst Anhang: Das deutsche Reichswahlgesetz u. Reglement zu dems., mit Erläuterungen, broch.— 30— 25 Die Verf assungs- Ur k u nd e f. d. preuss. Staat v. 31. Jan. 1850 mit Erläuterungen, broch.— 30— 25 Gesetz zum Schutz der persönlichen Freiheit, über den Belagerungszustand und preuss. Vereins- u. Versammlungsgesetz v. 11. März 1850— 25— 20 Hahn. I. Grundzüge der naturgemässen Heil- und Lebensweise II. Praktisches Handbuch der naturgemässen Heilweise Hasenclever, W„ Erlebtes.(Rüder aus Krieg u. Frieden) Hervegh, G., Erinnerungen, Biographie des Dichters und Freiheitskämpfers — Feldzug Findels gegen die Sozialdemokratie Reppner, A., t Meine S'/Jährige Leipz. Polizeikampagne Hillmann, Die Organisation der Massen — Praktische Emanzipationswinke — Intern. Ärb.-Assoz. 1864— 71, Geschichte, Programm und Thätigkeit Heimen, Wer und was ist das Volk? H. L., Soll die soz. Arbeiterpartei türkisch werden? Hirsch, K., Unsere Parteipresse Handelspolitische Aufsätze(zur Elbzollgesetzgebung) Hausbibliothek. Auslese von"Werken der bedeutendsten Schriftsteller des In- und Auslandes. Preis pro Bündchen 1. Hans Dampf in allen Gasten. Novelle von H. Zschokke. 2. Von der Macht des Gemüthes. Von Immanuel Kant. 3. Hermann und Dorothea. Von Goethe. 4. Egmont. Trauerspiel von Goethe. 5. Phädra. Trauerspiel von Racine. üebersetzt von Schiller. 6. Emilia Galotti. Trauerspiel von Lessing. 7. Der Nachtwächter. Eine Posse in Versen und einem Aufzuge von Th. Körner. 8. Macbeth. Ein Trauerspiel in fünf Auszügen von Shakespeare. Zur Vorstellung auf dem Hoftheater zu Weimar eingerichtet von Friedrich Schiller. 1 50 1 20 2 25 1 80 — 50—40 — 10— 10 —10—10 —50—40 —15—15 —15—15 —25—20 — 10—' 10 —40—35 —15—15 —50—40 —25—20 *) Bebel:„Frau uad Sozialismus", Liebknecht:„Schutz und Trutz", Marx;„Das Kapital" sind erst lieferbar, wenn Extra- Annonce dies kundgibt I T 9, Grazieila. Von Lamartine. 10. üeber komische Sprachfehler. Wortspiele etc. Aus E. J. Weber' s ,,De- mokritos." 11. Die sieben weisen Meister. Ein Volksbuch. 12. Der Scherz, das Epigramm und das Bonmot. Aus E. J. Weber' s ,,Demokrito8.<4 13. Der Prozess um des Esels Schatten. Von Wieland. 14. Die Schule der Frommen. Lustspiel von Karl Immermann. 15. Der Kranke in der Einbildung. Lustspiel von Moliere. 16, üeber die bürgerliche Verbe sse rung d er We i b e r und weibliche Bildung. Von T. G. von Hippel. 17. Marion de Lorm. Drama in 5 Akten von Victor Hugo. Frei bearbeitet von Friedrich Büffer. 18. Der Wildfang. Lust- sp'el in einem Aufzug von Friedrich Rüffer. 19. Der Menschenfeind. Ein Fragment von Friedrich Schiller. 20. Lykurg. Von Plutarch. 21 und 22. Edelsteine deutscher Dichtung. 1. und 2. Heft.(Preis 40 Pfg,= 50 Cts.) 23. Edelsteine deutscher Dichtung. S.Heft. 24. Edelsteine deutscher Dichtung. 4. Heft. 25. Lichte nberg's Vertheidigung zweier Juden. 26. Ein Verbrecher aus verlorner Ehre. Von Friedrich Schiller. 27- Der Mann nach der ühr. Lustspiel von T. G. von Hippel. 28. Peter Schlemihl's wundersame Geschichte. Mitgetheilt von Adalbert von Chamisso. Mit einem Nachwort von Bruno Geiser. 29. Das Volk und die Literatur. Literar- wissenschaftliche Abhandlungen von M. Wittich. 30 und 31. Der Geisterseher. Von Friedrich Schiller. 32—34. Vor fünfzig Jahren. Geschichte der französischen Julirevolution im Jahre 1830 nach Louis Blanc.(Preis 60 Pf.~ 75 Cts.) 35. Ausgewählte Gedichte von Adalbert von Chamisso. Hochverrathsprozess(Breuder und Genossen) der erste vor dem Leipziger Reichsgericht 1881 Jacoby, Job., Ziele der Arbeiterbewegung — ßegräbnissfeier Justizgesetze vor dem sächs. Landtag JOOS, Dr. W-, Die Anatomie der Messe — Die Abendmahlsbulle. Populärer Auszug aus demselben Jahrbuch für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik von Dr. L. F. Richter I. 1879 —————— II. 1880 und 1881 ä Judenfrage, zur, in Deutschland,„Der Wahrheit die Ehre", Beitrag von F. Revel Kautsky, K., Der Einfluss der Volksvermehrung auf den Fortschritt der Gesellschaft — Irland, eine kulturhistorische Studie — Die überseeische Lebensmittelkonkurrenz Fr. C. M. Pf. 1 15 — 10 — 15 — 15 2 50 1 2» — 10 — 15, — 15 2— — 50 2 50 3 75 — 30 — 40 2— 3 00 — 25 1 25 - 65 - 65 1 25 - 30 - 30 - 30 — Internationale Arbeitsgesetzgebung König, Schwarze Kabinette Kiemich, Der Egoismus — Der Nationalitätsdünkel — Die Entwicklung des Menschengeistes KatastrophevonRosenfeld.(Ein Bild deutscher Soldatenschinderei) Komplot der Bakunisten gegen die Int. Arbeiter- Assoziation. Nach dem Französischen von Kokosky— 75 König Mammon und die Freiheit, ein 1 60 1— j — 50 — 50 1— j — 25 i — 25 i — 25 5 —10—10 60 1— - 60 5— — 15 - 15 - 15 - 15 - 15 - 35 - 40 - 15 neues Bilderbuch mit Text — Dasselbe ohne Text, nur Bilder und Reime Lange, F., Die Arbeiterfrage Lassalle, Ferd., Rede über die Arbeiterfrage — Oifenes Antwortschreiben — Arbeiterprogramm — An die Arbeiter Berlins — Erwiederung auf eine Rezension der Kreuzztg. — Arbeiterlesebuch — Indirekte Steuern — Die Wissenschaft und die Arbeiter — Assisen-Rede vor den Geschwornen zu Düsseldorf— 40 — Ronsdorfer Rede(Die Agit. d. Allg. D. Arb.-T.)— 20 — üeber Verfassungswesen, Was nun? Macht und Recht. — Fichte's Philosophie — Herr Julian Schmidt der Literarhistoriker — Fichtes polit. Vermächtniss — Aufsätze(Anhänge zu Bastiat, Arbeiterlesebuch Erwiderung auf die Rezension der Kreuzztg etc.) — Düsseldorfer Prozess 1864 — O. E. Lessing Lehn, Dr., Juristisches Taschenlexikon(Wegweiser) Liebknecht W., Wissen ist Macht u. Macht ist Wissen 80 50 4—: 15 15 15 15 15 20 30 15 30 15 — 25 — 20 1— — 15 20 15 so; 15 — 30 — 30 — 15 — 35 — 35 25 40 15 15 10 10 25 25 10 15 95 2 25 4— — 50 — 50 1— 3 75 — Zu Schutz und Trutz.(Neuautlage)— 30 — Das Briefgeheimniss v. d. deutsch. Reichstage 1878.— 40 —„„--—— 1880.— 10 — üeber die politische Stellung der Sozialdemokratie— 25 — Zur Grund- und Bodenfrage— 65 — Orientdebatte im Reichstage— 35 — Reichstagsrede über Beurlaubung der gefangenen Sozialist. Abgeordneten 1874. — Soll Europa kosakisch werden? — Das Knappschaftskassen wesen vor dem Reichstag — dasselbe vor dem sächs. Landtag 1879. — Die Post- und Telegraphen Verwaltung im deutschen Reichstag 1879 — Die Postdebatte im deutschen Reichstag 1880. — Die Katastrophe im Brückenbergschacht. Interpellation vor dem sächsischen Landtag. 1880 — Die Chemnitzer Wahl v. d. sächs. Landtag. 1880 — Derüntertsützungswwohnsitz v. d. sächs. Landt.1879 — Der Nothstand im sächsischen Erzgebirge — Volkst'remdwörterbuch, broschürt selbstkostend — Dasselbe, gebunden ,, Lissägaray, Oes, hichte der Kommune von 1871 Lommel, Johannes Huss — Jesus von Nazareth Leben und Thaten des Generals Dombrowski, der Kommunekampf, nach Aufzeichn. seines Adjutanten Leipziger Hochverrathsprozess 1872 complett Malon, B., Capital et travail, französische Ueber- setzung von Las salle's„Bastiat-Schulze" Marx, K., Das Kapital. III. Aufl.(In Vorbereitung) — Lohnarbeit und Kapital — Das kommunistische Manifest(von Marx und Engels) im Originaltext — Der Bürgerkrieg in Frankreich(von denselben). Adresse des Generalraths der Intern. Arb.-Assoo. — Inauguraladresse der Internat. Arb.- Association Hignet, Geschichte der franz. Revolution von 1789 bis 1814, eleg. geb. Hebring, Franz, Herr von Treitschke der Sozialisten- tödrer und die Endziele des Liberalismus Most, J., Der Kleinbürger und die Bozialdemokratie — Die Pariser Kommune vor den Berliner Gerichten — Die Bastille am Plötzensee, 2. Aufl. — Die Lösung der sozialen Frage — Die sozialen Bewegungen im alten Rom und der Cäsarismus — Zum Genossenschaftswesen Hotteier, J., Frauen- u. Kinderarbeit in Fabriken und Bergwerken —(Pseud. F. Weissmann) Die Wucherfrage, historisch» kritsch beleuchtet 1 25 Moralt, F. A., Arbeiterkrankheiten und ihre Quellen— 15 Mtthlberger, Dr., Zur Wohnungsfrage, eine soz. Skizze— 25 HemmiDger, A„ Die Freimaurer(eine Gefängnissarbeit)— 25 — Die Nordostbahn. Eine Gründerstudie nebst einem Anhang: Strasseneisenbahnen— 60 Hill, J. Stuart, Produktion auf grosser und kleiner Stufenleiter, mit Anmerkungen v. Tschernisohewski— 30 Mucker-, Pfaffen- und Königsschwindel. (Zur Naturgeschichte der Volksausbeuter). Flugbl. ä— 2 (Schluss folgt.) 25 25 10 20 30 25 35 10 20 50 30 20 35 15 15 10 10 20 20 10 15 50 1 80 20 40 40 — 80 3 00 2_ 11 25 — 15 1 60 9— — 15 25— 20 — 35 — 5 25 5 2 50 2— — 35 — 65 — 65 — 65 — 40 30 50 50 50 35 1-- — 10— 80 10 —15—15 15 20 20 50 25 2 €4itBri|eTii4e Amoffens chaftsbuchdruckerli Hottia�ew-jiirich. ...______ - .....-