Ktschewt s» ch»»tNch einmal in Zürich(Schweiz) Irrlai >» i k» d» ch h«i«» i» g H»tti»««n-Aürich. iilfwinujta sraoe» gegen ftanco. gewöhnliche Briefe nach»er E ch« e i, losten Doppelporto. Der SoMldemoKmt Aentral-Hrgan der deutschen Sozialdemokratie. irvotmetneuts werden bei allen schweizerischen Postbureanx, sowie beim»erlag und dessen bekannten Agenten entgegengenommen und zwar zum to« paust zahlbaren Vierteljahr«prei« Bon: Fr. 2.— für die Schweiz(Kreuzbands Ml. für Deutschland«louderts st. I. 10 sllr Oesterreich(«»Uderts Fr. 2.ö0 für alle übrigen Länder best Weltpostverein»(Kreuzbands Zstseritt Die dreigespaltene Petitzeil e 25«,«.= 20»fg. R? 23. Donnerstag, 31. Mai. 1883. l»i»«»>ie A>r»»e»te»»ist A»nes?r»>e«tell dt»„S-sialdemoKr-t". Da der.Sozialdemokrat' sowohl in Deutschland al» auch in Oesterreich p-rbotm ist. bezw. Perfolgt wird, und die dortigen »ehorden sich alle Mühe geben, unsere Verbindungen nach jenen Ländern möglichst>u erschweren, resp. Briefe von dort an uns «td unsere Zeitung», und sonstigen Sendungen nach dort abjufanaen, so ist die äußerste Vorstcht im Postr erkehr nothwendig und darf keiäe Vorsichtsmaßregel versäumt werden, die«riefmarder über den wahren Absender und Empfänger, sowie den Inhalt Ut Sendungen»u täuschen, und letztere dadurch zu schützm. Haupterforderniß ist hiezu einerseits, daß unsere Freunde so selten al, möglich an den.Soiialdemokrat-. resp. dessen Verlag selbst adresfieen. sondern fich möglichst an irgend eine unverdächtige »dreste außerhalb Deutschland» und Oesterreich» wenden, welche flch dann mit un» in Berbindung setzt; anderseit» aber, da» £!$ y» u�stUch? unverfängliche Zustellung, adresten mitgetheilt werden. In zweifelhasten Fällen empfiehlt stch behuf» größerer Sicherheit K�ommandirung. Soviel an un, liegt, werden wir gewiß weder Mühe noch Kosten scheuen, um trotz aller entgegen- stehenden Schwierigkeiten den.Sozialdemokrat' unfern Abonnenten möglichst regelmäßig zu liefern. Parteigenossen! Vergeht der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Brod und Freiheit! Daß von der bloßen politischen Freiheit Niemand satt werden kann, ist eine so handgreifliche Wahrheit, daß fle selbst dem bornirtesten Dickschädel einleuchtet; wenn aber aus ihr der Schluß gezogen wird, daß die politische Freiheit überhaupt etwas Neben- sächliches sei und von der Arbeiterklasse als Forderung zweiten Ranges betrachtet werden müsse, so ist das ein großer Jrrthum, der leicht verhängnißvoll werden kann. Ohne Brod, d. h. ohne Sicherung der materiellen Existenz, keine wahre Freiheit, ohne Freiheit aber auch kein Brod, das ist unter allen Umständen festzuhalten. Diejenigen Leute, welche die politische Freiheit für eine unter- geordnete Sache haltm, und eS gibt sonderbarer Weise sogar „überzeugte Sozialisten", die das thun, weisen gewöhnlich zur Bekräftigung ihrer Auffassung auf die sogenannten freien Länder hin, wo das Volk nicht besser gestellt sei als in den monarchischen Staaten Europas. Noch weiter gehen die Apostel der Phrase vom„sozialen Königthum" und behaupten frech, daß es der Arbeiter unter dem „Schutz" des MililärstaateS viel besser habe als in den gott- und königSlosen Republiken.„Seht die Lage der Arbeiter in Frankreich, in der Schweiz und Amerika", heißt es,„ist sie etwa besser als die Lage des deutschen, des holländischen, des englischen Arbeiters?" Jedenfalls, Ihr wackeren Volksfreunde, ist sie in den genannten Republiken nicht schlechter als in Euren vielgepriesenen GotteS- gnadenreichen. Einzig und allein die Schweiz macht vielleicht heute eine Ausnahme; aber warum? Weil ihr aus dm sie um- gebenden monarchischen Ländern ein so starker Strom von Ar» beitskräften, denen es in der Heimath„zu wohl" ist, zugeführt wird, daß die schweizerischen Arbeiter schier daran verzweifeln, ihre politische Freiheit im ökonomischen Kampfe auszunutzen. Ebenso klagen die französischen Arbeiter über die übergroße Konkurrenz, welche ihnen die Einwanderung von Arbeitem aus m o n a r ch i- schen Ländern macht, und in Amerika ist es gleichfalls der nicht versiegende Strom von Einwanderern aus den mit„starken" Regierungm gesegneten Ländern, welcher den Kampf der dortigen Arbeiter behufs Hebung oder mindestmS Aufrechterhaltung ihrer Lebmshaltung unendlich erschwert. Die Arbeiter selbst zeigen durch die Wahl der Länder, welche sie aufsuchen, was sie von der Fürsorge ihrer landesväterlichen Regierungen für das Volk halten. Diese landesväterliche Fürsorge ist nämlich ein ganz eigen- thümliches Ding. Sie macht sich überall in erster Reihe in der Sorge dafür bemerkbar, daß der Arbeiter seine Steuern ordnungs- gemäß zahle, insbesondere die Blutsteuer, sie dokumentirt sich femer durch eine außerordentlich zärtliche Ueberwachung deS Arbeiter« auf Schritt und Tritt, auf daß er nicht— seinen Mund„zum Bösen" aufthue oder gar den VerführungSkünstm „pietätloser Demagogm" anheimfalle, denn die landesväterlichen Behörden betrachten die Arbeiter selbstverständlich alS die Kinder deS LandeSvaterS und behandeln sie demgemäß auch wie— Kinder. Wer sein Kind lieb hat, der züchtigt eS, so heißt eS schon in der Bibel. Deshalb hält man auch in Preußen- Deutschland dem Arbeiter beständig die Fuchtel vor die Augen. Da« ist aber nicht etwa nur in politischer Beziehung der Fall, sondern geschieht ganz ebenso aus wirthschaftlichem Gebiete. Die Lohn kämpfe, welche sich heute in Deutschland an verschiedenen Orten abspielen, werden von dm„väterlichen" Behördm geradezu mit Argusaugen überwacht. ES wird dm Arbeitem in jeder Beziehung klar gemacht,� daß man ihre Be- sprechungen behufs Regelung ihrer Arbeitsverhältnisse nur duldet; und unter dem Einfluß dieser„Duldung" leidet die Thaikraft der Arbeiter selbstverständlich ganz bedeutend. Ehre den deutschen Arbeitern, daß sie trotz alledem so fest zu ihrer Sache stehm; wer aber wird bestreitm wollen, daß fle nicht noch viel mergischer austreten und ihre Jnteressm nicht noch viel kräftiger wahren, viel größere Vortheile sich erkämpfen würden, wmn ihnm nicht erfahrungsgemäß bei jeder starken Lebensäußerung die Polizei in den Arm fiele? Nur zum Schutze angeblich. Es stagt stch nur, wessen! /o-r Da werden Sammlungen zur Unterstützung streikmder Genossen schlankweg verboten, gesammelte Gelder ohne Scham ge-konfiS- zirt. Da werden Arbeiterblätter gemaßregelt, Flugblatter, welche die Kollegen vor Zuzug warum sollen, verboten— jeder Tag bietet neue Beispiele solcher polizeilicher Liebesdienste. Und selbst da, wo sie nicht direkt zur Anwendung kommen, lahmt, wie gesagt, das bloße Bewußtsein ihrer Möglichkeit die Thatkrast der Arbeiter. Wer daS Damoklesschwert über seinem Haupte weiß, daS bei jeder starken Erschütterung auf ihn herunterfahren kann, der ist in derselben Lage wie der Sträfling, dem die Bleikugel an den Füßen jede energische Benugung unmöglich macht. Wer hier etwa einwenden wollte, daß ja auch in der fran- zösischen Republik die Polizei in„so fürsorglicher" Weise bei Streiks eingreift, dem sei erwidert, daß Frankreich erstms kaum ein halbes Menschenalter Republik ist, daß es uns ferner nicht einfällt, mit dem bloßen Worte Republik dm Begriff der Freiheit zu verbindm, daß wir vielmehr unter einer Republik ein durch und durch demokratisches Gemeinwesm verstehen, und daß, wenn der französischen Republik auch noch manche Erbstücke aus der Monarchie anhaften, in ihr, wie in a l l e n Republiken unserer Zeit, die Entwicklung auf eine beständige Erweiterung der Volksrechte gerichtet ist, während wir in fast allen Monarchien— nur England macht in gewisser Beziehung eine Ausnahme— eine wachsende Beschränkung der Volksrechte sich vollziehen sehen. Und worin dokumentirt sich, neben der oben geschilderten präventiven(vorbeugenden)„Fürsorge", die„positive" Für- sorge in der Monarchie? � Die mit so vielem Pomp in Szene gesetzte preußische Sozial- reform hat es gezeigt: in Verschlechterungen des be- stehenden Unterstützungswesens. Das Krankenkassen- Wesen wird in neue Formen eingezwängt, Dank deren die Arbeiter von ihren Arbeitgebern noch abhängiger werden als vorher. Wie auf politischem Gebiete mit wachsender Unverschämtheit er- klärt wird, daß daS Recht des Monarchen ein wirkliches Volks- recht nicht verträgt— o daß das Volk diesen Satz nie vergessen möge!— so werden auf wirthschaftlichem Gebiete ganz unverstorm Gesetze zu Gunsten der Arbeitgeber als arbeit er freundliche Sozialreiorm auszugeben— in Oester- rercy wie tu-ptiuBaui7 Statt Brod bietet die Monarchie den Arbeitern Steine. Was aber bietet ihnen die Freiheit? Anscheinend gar nichts; man spricht mit Recht von der„Frei- heit, HungerS zu sterben". Aber die hat der Arbeiter in der Monarchie auch, wie Tausende von Exempeln bezeugen. Die Freiheit ist nicht Selbstzweck, sie ist nur Mittel zum Zweck. Sie ist daS Mittel und zwar da« einzige Mittel, vermöge dessen die Arbeiterklasse ihre wirthschaftliche Emanzipation durchzusetzen vermag. Wie die beste Masse dem nichts nutzt, der sie nicht zu handhaben versteht, so muß natürlich auch der Ge- brauch der Freiheit, der Gebrauch der Volksrechte erlernt werden, aber die Freiheit lernt sich nur in der Freiheit, der Gebrauch des Rechte« nur in der Ausübung desselben. Man bleibe uns daher mit dem Beispiel von Republiken vom Leibe, in denen das Volk keine Rechte hatte, sie haben mit unseren Bestrebungen nichts gemein. In den vorgeschrittenen Ländern deS 19. Jahrhunderts wären sie ohnehin unmöglich. Speziell in Deutschland ist die Bourgeoisie schon längst nicht mehr repu- blikanisch, sondern höchstens konstitutionell. Sie braucht das Königthum, damit eS die Arbeiter im Zaume hält. Es ist nur Eine Republik noch möglich, die demokratische. Und die demokratische Republik ist die nothwendige Vorbedingung zur sozialistischen. Wer daher dem arbeitenden Volke einreden will, daß zu seiner sozialen Befreiung die politische Befreiung nicht unbedingt erfor- derlich sei, der ist entweder ein geflissentlicher Betrüger oder ein unverbesserlicher Träumer. In jedem Falle täuscht er das Volk, dessen politische Bedrücker die Stützen seiner sozialen Widersacher sind. Der Ruf:„Nieder mit de, Bourgeoisie!" ist eine hohle, nichtssagende— nebenbei heute auch sehr ungefährliche— Phrase, wenn er nicht ergänzt wird durch den Ruf:„Nieder mit dem reaktionären Klassenstaat I" Die soziale Frage ist von der politschen untrennbar und, wie eS im ehemaligen Eisenacher Programm mit Recht heißt, ihre Lösung durch diese bedingt. Halten wir daher unverbrüchlich fest an dem Rufe: Brod und Freiheit! Leo. Ein Selbstgemordeter oder Wie man in Preuße« unbequeme Mitwisser beseitigt. Hat ihn der Teufel«der hat ihn der—«ngel de« Herrn geholt? Die«, schrieben wir in voriger Nummer, fragt sich in H-mburg-Altona der Vollsmund in Bezug aus den„einäugigen Wolff", der im Altouaer Gesängniß plötzlich einen Selbstmord begangen haben soll. In wie we,t diese Frage berechtigt, und welche Antwort die richtige, darllber erhalten wir von sehr gut unterrichteter Seite die nachstehende hoch- Vorige Woche tauchte plötzlich in Hamburg-Altona da« Serllcht aus, der„einäugige Wölfl", der seine Strase wegen„Erpressung" in Plötzen see„abgebüßt, sei auf der Rückkehr au« dem Gesängniß in der Näh« von Hamburg durch preußische Polizisten abermals verhaftet, in da« Polizeigesängniß zu Altona gebracht, und dort, anderen Morgen«, t o d t (erhängt) gefunden worden. Da« Gerücht erwies sich in allen Punkten al« r i ch t i g, und sofort wurde e« durch ein andere» Gerücht ergänzt, da« auf den ersten Blick unglaublich erscheint, seine Unglaublich. keit aber verliert, wenn man die Hauptpersonen, die im Spiele siud, kennt. Der Leichnam Wölfl'« soll nämlich in einer Lage gewesen sein, welche die Wahrscheinlichkeit eine« Selbstmordes ausschließt, und im Geficht und an den Kleidern Spuren an fich gehabt haben, die auf einen verzweifelten Kamps hindeuteten. Also ein Mord statt eine« Selbstmorde«. Ein Mord im Gesängniß! E« wäre nicht da» erste Mal. Wer kennt nicht da« tragische Ende de« Pfarrer» W e i d i g, der im Gesängniß zu Darmstadt der bestialischen Rachsucht seines persönlichen Feinde», des Untersuchungsrichter» G e o r g i, zum Opfer fiel?*) Freilich, ein Mord im Gesängniß ist nur denkbar, wenn irgend eine, im Gesängniß selbst in Autorität stehende Person ihre Hand, oder doch ihre Unterstützung dazu leiht. In dem Weidig'schen Fall war e« der Untersuchungsrichter, der im Gesängniß zu Darmstadt unbeschränkte Autorität genoß und den Gefängnißwärter Preuninger, seinen Untergebenen, leicht zum Werkzeug gewinnen konnte. Im Fall Wolff klagt da« Gerücht, oder sagen wir lieber: die Stimme des Volke« den Polizeikommissariu« Engel von Altona al« Mörder an. Volle» Stimme ist Gotte« Stimme— sagt da« Sprichwort; indeß wir Alle wissen, daß da« Sprichwort(wobei G o t t ja nur bildlich für Wahrheit steht) durchaus nicht immer zutrifft. Prüfen wir also I Zunächst handelt es sich um die Beantwortung zweier Fragen: 1) Liegt für einen Mord ein genügende« Motiv vor? 2) Ist Polizeikommissariu« Engel ein Mensch, dem ein derartigerMord zuzutrauen? Was die erste Frage anbetrifft, so wird die Antwort am Besten durch eine kurze Darlegung de« Sachverhalte« gegeben. Der„einäugige Wolff", aus dessen frühere Geschichte wir hier nicht zurückgehen wollen, wurde nach Erlaß de« Sozialistengesetze» zum Ber- rÄber...an Ftlsersti; Sgcke.:, er trat.mit der B e r l i n e.r P o l i ,e i in gleichzeitig zur Rolle de» Agent provocateur. Im Auftrag der Ber- liner Polizei korrespondirte er mit M o st*) und versah dessen Blutwurst- blättchen mit den erwünschten polizeilich-anarchistischen Rinaldiuiphrasen, kurz, er that, wa» der biedere Madai und dessen ebenso biedere Hinter- männer von ihm verlangten. Eine Zeitlang ging Alle» gut. Allmälig jedoch kam die Polizei dahinter, daß die Parteigeheimniffe, welche der„ein- äugige Wölfl ihr zu verkaufen hatte, da« Kausgeld nicht werth waren— Wölfl wurde gedrängt, er solle preiswürdigere Waare liefern, andernfalls man ihn nicht mehr„beschästigen" könne. Damit kam die Polizei indeß nicht weit. Wolff verlegte fich aus die von seinem obersten Thes, dem Herrn Bismarck, häufig angewandte Methode der dilatorischen Behandlung, und al« e» nicht mehr läuger ging, setzte er fich plötzlich aus die Hinterbeine und drohte der Polizei mitEnthül- l u n g e n. Und er war so schlau gewesen, sich Material gegen die Polizei zu verschaffen. Hätte er sich nach irgend einem sicheren Punkt begeben und von da au« unterhandelt, so hätte er gewiß seinen Zweck erreicht. Er beging aber die kolossale Dummheit, an die Ehrlichkeit der Polizei zu glauben— da» ward ihm verderblich. Sobald die Polizei merkte, daß sie betrogen war, faßte sie den Entschluß, sich de«„einäugigen Wolff" um jeden Preis zu entledigen. Derselbe wurde eine» schönen Morgen« unter der Anklage der Erpressung verhastet, nach Berlin geschleppt, und dort von sicheren Richtern hinter verschlossenen Thüren zu einer längeren Gesängnißstrase(zwölf Monaten) verurtheilt. Alle» war für den Moment geregelt. Nur ein» fehlte noch: Wölfl hatte da» in seinem Besitz be- findliche die Polizei schwer kompromittirende Material nicht herausgegeben, und der Polizei war es auch, trotz unzähliger Versuche, nicht gelungen, de« Material« habhast zu werden. Und Wolfs, durch die ihm gewordene Behandlung zur äußersten Wuth gebracht, steigerte seine Drohungen, sich rächen zu wollen. Hatte er Gelegenheit, seine Drohungen wahr zu machen, so war da, ganze Berliner P o l iz e i g e tr i e b e blo«- gestellt, und ein Skandal platzte lo», verglichen mit welchem die S ch m i d t'sche« s f a i r e noch reinlich und anständig war. Doch wie den Skandal verhüten? Wolff war zu wüthend, um sich noch aus Ber- Handlungen einzulassen. Kam er frei, so war mit Gewißheit daraus zu rechnen, daß er seine Drohungen im vollsten Maße verwirklichen würde. Dem einäugigen Wolsf mußte um jeden Prei« die Möglichkeit, seine Drohungen zu verwirklichen, ab- geschnitten werden. Und daß die Polizei in ihren Mitteln uicht wählerisch ist, da, wisse» wir zur«euüge. Bor 14 Tagen war die Strafzeit um. Ueber die Zeit hinau« kouute man Wolff nicht in Plötzensee halten. Mau entließ ihn zur richtigen Stund« und— schickt« ihm einige Kriminalbeamte in Zivil nach, mit der Weisung, ihn nicht blo« genau zu überwachen, sondern mit ihm auch zu verkehren und ihn zu Aeußerungen zu provoziren, welche seme sofor- tige Wiederverhastung ermöglichen würden. Die Weisung wurde befolgt. Wolff, zu aufgeregt, um die nöthige Borficht zu bewahren, kneipte mit seinen freundlichen Begleitern, ließ seiner Zunge freien Laus, und— wurde auf die Anklage hio, eine Majestätsbeleidigung verübt zu haben, verhastet. Nachdem wir die» dargelegt, wird der Leser im Stande sein, sich die Frage 1 selber zu beantworten. Uuzweiselhast steht fest, daß die *) Dieser Georgi, der notorisch am Säuferwahnsinn litt, veranlaßt« Gutzkow in den 40er Jahren zu solgendem Distichon: O unglückliche« Land, wo der Wahnsinn sitzt zu Gericht, Wo mit lallendem Mund Recht der Trunkenbold spricht. **) Most hat neuerding» wiederholt in Abrede gestellt, von Wolff Kor« respondenzen erhalten zn haben. Die Thatsache, daß die Korrespondenzen doch von Wolff herrührten, wird dadurch natürlich n fit umzustoßen. Anmerkui'''r Redaktion. preußische Polizei eiu mächtiges Motiv hatte, den ein- äugigen Wolfs au» dem Wege zu schaffen. Und nun zu Frage 2: Ist Polizeikommissariu» Engel in A l t o u a ein Mensch, dem ein der- artiger Mord zuzutrauen ist? PolizeikommissariuS Engel ist notorisch ein roher, leidenschaftlicher Mensch, ohne alle sogenannten„sittlichen Prinzipien". Sr hat zahlreiche Hand- lungen verübt, welche seine absolute Gewissenlosi gleit beweisen. Er hat ferner bei vielen Gelegenheiten einen entschiedenm Hang zur G r a u- s a m k e i t bekundet, uud ist dabei von einem Servilitäts-Eifer besessen, der ihn sähig macht, ans einen Wink seiner Vorgesetzten jede» Verbrechen zu begehen, ja einem solchen Wink vorzugreifen. Dazu kommt, daß Engel, über den wir gelegentlich eine eingehende Charakterskizze zu bringen gedenken, mit großer, wahrhaft herkulischer«rast ausgerüstet ist, während Wolss sehr schwächlich und federleicht war, so daß seine Er- drosselung und Ausknüpfung einem kräftigen Mann wenig Schwierig- leiten bereitete. Genug— Jedermann, der Engel kennt, wird die Frage 2 mit I a beantworten. „Doch,„so wendet man vielleicht ein," warum einen Mord annehmen, wo für einen Selbstmord so mancherlei Gründe sprechen? Wolff war sehr aufgeregt, die lange Gesängnißhaft hatte ihn natürlich auch physisch geschwächt, seine Widerstandskraft gebrochen— ist e» nicht wahrscheinlich, daß der Aerger, um seine Rache betrogen zn sein, und die Aussicht, auf unbestimmte Zeit wieder in die Gewalt seiner Feinde zu kommen, ihn zum Selbstmord getrieben haben?" Die Annahme hat auf den ersten Blick mancherlei für sich, würde übrigen» die Polizei nicht viel entlasten, denn an Stelle eines direkten skorde» hätten wir einen indirektenMord, das Werk planmäßiger Verfolgung. Wer sich aber die Persönlichkeit Wolff'S vergegenwärtigt, wer da weiß, wie zerrüttet und verkommen der Mensch war, traut ihm nicht die Energie zu einem Selbstmord zu. Werden nicht oene Thatsachen zu Tage gefördert, welche den S e l b st- m o r d beweisen, so müssen wir daher der Bolksstimme Recht geben, welche den Tod Wolss'S auf Mord und nicht auf Selbstmord zurllcksührt, und den PolizeikommissariuS Engel in Altona al» Mör- der bezeichnet. Wir werden die Sache weiter verfolgen! A. i r u k. Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 30. Mai 1883. —„I u Folge e i n e r I u d i g est i o n", wie die Blätter schreiben, ist Herr Madai, der Reichsspitzelminister, vorige Woche vom Schlage getroffen worden. Man denke, welche Gefahr für die Reichs- Hauptstadt im Speziellen und die Reichsherrlichkeit im Allgemeinen! Glücklicherweise befindet sich der Oberschutzengel Berlin» wieder auf dem Wege der Besserung. Für Arbeiter, welche da» Wort Indigestion nicht kennen, bemerken wir, daß es aus deutsch Verstopsung heißt, ein Uebel, an welchem alte Gourmand»— auf deutsch Leckermäuler— meist zu leiden haben. Und Madai ist bekanntlich ein großer Gourmand vor dem Herrn. Die Geldaristokratie Berlins weiß davon zu erzählen. Herr Madai ist auch durchaus kein Antisemit. Er frißt ebenso gern bei reichen Juden wie bei seinen christlich-germanischen Stammesgenossen. Ganz Besonderes soll er im Vertilgen von Hummersalat und Lachsmajon- uaise leisten. ivltylu«tittilg- uut'Pvyn' inr eiüen"„Kranken" haben,' rufen wir zu: Denkt an da« Elend der Ausgewieseneu! Wie manchen Ausweisungsbefehl, der eine brave Arbeiterfamilie in namenloses Elend stürzte, mag der Sybarit unterzeichnet haben, wenn er vollgefressen von einem leckeren Mahle kam! Für ihn und seinesgleichen kennen wir kein Mitleid, sondern nur ein Gefühl: Haß und Verachtung! Neuern Nachrichten zufolge soll Herr Madai sich nicht nur über- fressen, sondern auch sternhagelvoll gesoffen haben. Dies würde aller- ding« den„zeitweiligen Verlust der Sprache" auf die natürlichste Weise erklären. Der Skandal muß arg gewesen sein. Man spricht bereits von Urlaub, von Ruhestand und vom— Nachfolger, Prinz Handjery! Der wäre allerdings der Würdigste für diesen Posten. Feuilleton. Mergangenheit und Hegeuwart des ruskschen Sozialismus. i. In dem in Nr. 20 des„Sozialdemokrat" erwähnten Kalender der „Narodnaja Wolja" befindet sich ein auch für Richlrussen ebenso inter- essauter al» lehrreicher Artikel von P. L a w r o f f„Blick auf die Ver- gangenheit und Gegenwart des russischen Sozialismus". Da uns der beschränkte Raum dieses Blattes leider verbietet, den Artikel wörtlich wiederzugeben, so wollen wir es versuchen, den Lesern des„Sozialdemo. krat" in gedrängter Form den wesentlichen Inhalt desselben mitzutheilen. Lawross geht davon aus, daß in der russischen sozialistisch-revolutio- nären Bewegnng eine Kombination zweier Grnndmomente zu Tage tritt: der Kampf der herrschenden Gesellschaftsklassen gegen den absolu- tistischen Polizeistaat behufs Erringnng politischer Rechte und Freiheiten fällt zusammen mit dem Kampfe der fortgeschrittenen Intelligenzen gegen das Kapital für die ökonomischen Rechte de» Arbeiters. Nach einem Vergleich der geschichtlichen Entwickelung Rußlands mit der abweichenden geschichtlichen Entwickelung des antiken und modernen zivilifirten Europa- erinnert er daran, daß, als 1826 die Dekabristen in Rußland die Rolle der spanischen und italienischen Revolutionäre wiederholen wollten, die Thatsachen bewiesen, daß es in der herrschenden Klasse an jeglicher Orga- nisation mangelte, um die Vertreter des vorgeschrittenen politischen Ge- danken» in ihrem Versuche, der ökonomisch herrschenden Klasse politischen Einfluß zu verschassen, zu unterstützen. Die Thatsachen lehrten auch, daß zwischen den intelligenten Kämpfern für die politischen Rechte und dem arbeitenden Volke Rußland», meist Bauern und Leibeigne, eine Kluft bestand, die eme Wiederholung der Pariser Erhebung von 1789 oder 1830— eine Erhebung de» Volkes unter Leitung der vorgeschrit- teuften Geister— in Rußland unmöglich machte. Die Dekabristen, welche dem Galgen und der Deportation überliefert wurden, hinterließen den aufgeklärten Elementen Rußlands die Verpflichtung, das Alleinherrscher- chum zu bekämpfen, zu untergraben und zu stürzen. Dies war aber nur möglich durch Organisation der oppositionellen Kräfte uud durch Be- seittgung der Kluft, welche zwischen der intelligenten Klasse und den Volksmassen bestand.—— Da tritt der Sozialismus in den Lehren St. Simon'«, Fourier'« und Owens auf die Bühne der Geschichte. Am Ende der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert« erschallen die Worte:„Proletarier aller Länder ver- einigt Euch I", und die Junitage 1849 vernichten für jeden aufmerk- samen Beobachter das Hirugespinnst der Harmonie zwischen Kapital und Arbeit. Der Sozialismus der zweiten Hälfte de» 19. Jahrhundert« konnte nur ein revoluttouärer seiu, eine Organisation der Arbeiterklasse zu einer politischen Partei, welche als Ziel hat den Sturz der ökonomischen und staatlichen Orgauisarion der kapitalistischen Bourgeoisie. Die vorgeschrit- tenen Elemente Rußland» sahen sich in den 40ir Jahren vor die neue Ausgabe gestellt, die mit der von den Dekabristen dem russischen Libera- — Der Maskerade in Moskau, genannt Zzarenkrönung, ist vorüber. Die Ordnungspresse jubelt vor Entzücken, daß dieser k o l o s- salsteHumbugdesJahrhundert« ohne Störung verlaufen ist. E» wäre auch in der That schade gewesen, wenn diese Jammerkomödie, bei der die Gottesgnadenhelden der ganzen Erde entweder„allerhöchstselbst" oder durch irgend einer der speziell für solche Zwecke erfundenen Prinzen — allerdings eine sehr theure Erfindung— vertreten waren, wenn diese Jammerkomödie durch irgend eiu„unliebsame» Ereigniß" unterbrochen wordm wäre. Nein, sie mußte p r o g r a m m m ä ß i g verlaufen, sie mußte der Presse— von den servilen Hofklatschblättern bis zur dem o- k r a t i s ch e n„Frankfurter Zeitung"— Gelegenheit geben, sich in ihrer ganzen Erbärmlichkeit zu prostituireu, sie mußte die Hohlheit, den W a h n- sinn des GotteSgnadenthumS vor aller Welt bloslegen. Durch eme„B a j o n n e t t a l l e e" von vier Reihen Stärke vor seinem „jubelnden" Volke beschützt, an dreiviertelsleeren Tribünen, ans denen obendrein jeder zweite Mann ein Geheimpolizist, an Häusern mit ver- schlossenen oder polizeilich überwachten Fenstern vorbei, schlottert der „Selbstherrscher aller Russen" zur militärisch und polizeilich überwachten Kirche, um sich allerhöchsteigen händig die Krone auf seinen allerdurch- lauchtigsten Schädel zn drücken.„Dieser fichtbare und vergängliche Schmuck Deine» Haupte»," salbadert dazu der Oberpsaff,„ist ein Sinnbild dessen, daß Dich Christus, der König der Ehren, selbst durch seineu Segen unsichtbar krönt zum Haupte de« großen, russischen Volke»." Die Statisten- rolle, die dem„König der Ehren" da zugemuthet wird, ist wirklich außerordentlich ehrenvoll. Anderswo begnügen sich die Pfaffen damit, den Segen„herabzuflehen," hier muß der Sohn Gottes aus Kommando segnen. Weh' ihm, wenn er es nicht im selben Augenblick thut, wo der Zzar sich die Krone aufsetzt l Der Bien' muß! Aber auch Gott der Vater, der eigentlich nicht der Bater ist, wie jeder Bibelkundige weiß, hat sein Amt, er muß dem Kaiser, wenn der- selbe wie ein Kartenkönig Reichsapfel in die linke und Szepter in die rechte Hand nimmt, die A l l e i a h e r r s ch a s t verleihen, und endlich kommt auch da« dritte Drittel der Dreieinigkeit, der heilige Geist, der bekanntlich bei der Jungfrau Maria da» ganze Unheil angerichtet hat, und spendet„als Siegel seiner Gabe" die unentbehrliche heilige Kaiser- schmiere. Bor zwischen und nach diesen heiligen Akten Glockengebimmel- gebammel, mehrere hundert Kanonenschüsse uud Hurahgebrüll au« 30,000 Branntweinkehlen,— läßt sich etwa« Erhabnere«, Imposantere» vorstellen? Unmöglich. Die preußischen Hofkreaturen sind daher ganz un- glücklich, daß eine so„ehrwürdige" Feier nicht auch zu Hause möglich ist. Bei diesen Leuten heißt es nämlich: I« faustdicker der Blödsinn, um so — ehrwürdiger. Nach der Maskerade die Farce. Diese besteht in den in die Welt hin- auStelegrophirten sogenannten Straferlassen. Thatsächlich werden von denselben nur die gemeinen Spitzbuben profitiren. Alle«, was an- geblich deu politischen Berurtheilten sc. zu Gute kommen soll!, ist an zwei Borbedingungen geknüpft, die dem Begriffe der Amnestie schnür- straks widersprechen: Bon den Einen wird„fichtbare Reue" und„gute Führung" verlangt, worüber natürlich die Gouverneure und sonstige Henkersknechte befinden, von den Andern, den Emigranten, ausdrückliche Verpflichtung zur Treue gegen Kaiser und Gesetz. Mit andern Worten: Abschwören der bisherigen Gefinnnnng. Daraus wird sich natürlich kein Mann von Charakter einlaßen. Damit aber auch die große Masse de« Volke« vom Humbug ihren Theil abbekomme, ist auch ein großer Steuererlaß— d. h. keine Herab- setzung von Steuern, sondern ein Erlaß der Zahlung der Steuern rück- stände au« dem letzten Quartal proklamirt worden. Wie ist aber das möglich? wird Mancher deuken; Steuerentlastung, wo doch die Krönung so kolossale Extrakosten— man spricht von 50 Millionen Rubel— verursacht hat? O, die Sache ist furchtbar einfach. Die Staatsdruckerei hat sehr leistungsfähige Maschinen, man gibt daher für den Ausfall neue Kassa- scheine au«, und die Geschichte ist erledigt. Da« Volk weiß ja nicht, iWW-W-kSA dlkr�..�a�KMM'S'e?°.i� fmb doppelt nimmt, was man ihm mit der anderen angeblich schenkt. Und die es merken, dürfen e« nicht sagen. Denn die Presse bleibt geknebelt, von politischen Reformen kein« Spur, auch nicht der Schatten einer Konstitution. Die gehofft und geharrt, find gefoppt und genarrt. Bei der Masse wird der Krönungsrausch schnell verschwunden sein, um so bitterer werden ihre denkfähigen Elemente Elend und Knechtherrschast empfinden. Die Täuschung ist ungestört vor sich gegangen, die Enttäuschung wird ihr folgen, und dann wird von Neuem der Ruf ertönen: Nihilisten vor! „Man hat das Gefühl," sagt das konservative„Deutsche Tage- blatt" bewundernd,„daß es unendlich schwierig sein werde, irgend etwa« in die zu Recht bestehenden Institutionen— das Selbst- herrscherthum ist gemeint— dieses Staate» neu einzufügen." Nun wohl, lismus vererbten Aufgabe, der Beseitigung des Alleinherrscherthnm«, zu- sammeufiel. Die Mehrzahl der russischen Liberalen verschloß die Augen jedoch vor der neuen geschichtlichen Strömung. Jndeffen waren die Elementaraufgaben der neuen Geistesrichtung schon damals— in den 40er Jahren— verstanden und klar aufgestellt von einem Manne, dessen hervorragendes, glänzende» und sympathisches literarisches Talent ihm einen überwältigenden Einfluß auf seine Zeit- genossen verlieh. LebenSgewohnheiten und persönliche Beziehungen fesselten Alexander Herzen noch an die alle Welt des politischen RadikaliS- mns, aber erkannt hatte er e» zur Genüge, daß die„schwächlichen Gesell- schastSsäulen" vernichtet werden müssen, daß die Religion der heran- nahenden Neuschöpfung— nämlich der Sozialismus—„die ganze alte Welt mit ihrem Recht und ihrer Repräsentation, mit ihrer Kirche und ihrem Gericht, mit ihrem gemeinen nnd Zivilgesetzbuch— vollständig verneint"; daß es gerade der Feind„von Rechtswegen" der gegen- würtigen bürgerlichen Ordnung— der Proletarier, der Arbeiter ist, der die Erbschaft der alten Welt anzutteten und einen neuen Abschnitt der Geschichte zu eröffnen hat. Herzen bedauert den Untergang der alten Welt, die ihm Alles gab, an die er mit Taufend Fäden geknüpft war, als er sich aber gezwungen sah, seinen Gegensatz zum russischen Zaren- thum, zu diesem„fortdaneruden Verbrechen", präzisen Ausdruck zu geben, da konnte er nicht anders, al« sich als„unverbesserlichen Sozialisten" zu bezeichnen. Die Aufgabe der ökonomischen Umwälzung war für Rußland als untrennbar von der Pflicht hingegellt, das Alleinherrscherthnm zu hassen, zu untergraben uud zn vernichten. Die im Keime erstickten, an sich schwachen, aber von der Gensdarmeriepolizei in« Ungeheure auf- gebauschten Versuche der Petraschewzy(1849) waren schon mit rein sozia- listischen Befirebnngen durchsetzt. Allerdings hatte dieser Sozialismus viel Verwaudlschast mit den Utopien des 19. Jahrhunderts. In den 50er Jahren ward eine wettere literarische Kraft zum Zentrum einer geistigen Bewegung in Rußland, einer Bewegung, die noch bedeut- samer wurde, weil sie bestimmter und schärfer, al« e» Herzen gethan, den Unterschied der neuen Kulturbewegnug vom europäischen p oli- tischen Liberalismus hervorhob.... Unter den unerbittlichen Schlägen der nüchternen Kritik T s ch e r n i« s ch e w« k Y' s und der höhnenden Sprache des„Swistok" zerfielen die Schattengebilde der liberalen Traditionen. Die russische Jugend der Mittel- und Hochschulen brach vollständig mit ihnen. Die russische revolutionäre Bewegung blieb von der Verführung, den alten ausgefahrenen Weg der Bourgeoifieopposiition zu betreten, verschont. Die politischen Liberalen verloren für immer die Möglichkeit, au die Spitze einer revolutionären Bewegung gegen den Absolntismu« zu treten. E« folgt nun eine kurze geschichtliche Uebersicht der Verhältnisse in Rußland zur Zeit der Internationale. Wir entnehmen derselben folgende Ausführungen: Unter diesen Bedingungen begann die Thätigkeit der revolutionären Elemente des intelligenten Rußland. Sie hatten von den Dekabristen den Haß gegen den Absolutismus, vom Nihilismus des Anfangs der sechziger Jahre die Entschiedenheit übernommen, mit den heuchlerischen Einbildungen de« rein politischen Liberalismus zn brechen; sie erhielten wenn e» so schwer ist, neue» einzufügen, so wird wohl zuerst das Ver- altete ausgeschieden werden müssen. Was nicht biegen will, muß brechen. — Eine Verschwörung gesucht. Wenn der Frühling kommt, schreibt man uns au» Leipzig, schlagen die Bäume au«, uud wenn der Sommer kommt, entdeckt die Leipziger Polizei in dem belagerten Kleinparis Verschwörungen, geheime Organisationen und sonstige Sünden gegen den heiligen Geist de« Sozialistengesetzes— e» ist das eine naturgesetzliche Roth- wendigkeit. Der Frühling bringt die Wärme, welche den Saft in die Bäume treibt, und der Sommer bringt den 29. Juni, an welchem Tage vor zwei Jahren der„Kleine" verhängt ward, und an welchem Tage seitdem er alljährlich erneuert werden muß. Nun ist sonderbarerweise unsere Polizei von der Modekrankheit der polittschen Heuchelei so stark auge- kränkelt, daß sie sich verpflichtet hält, für die Verlängerung de»„Kleinen" „Gründe" vorzubringen. Statt einfach zn sagen: als Werkzeug unserer reaktionären Staats- und unserer reaktionären Stadtbehörden verlängern wir im Interesse der Reaktion den Belagerungszustand, will unsere Polizei partout den höchst überflüssigen und obendrein unmöglichen Beweis erbringen, die Verlängerung sei im Interesse der öffentlichen Sicherheit nothwendig. Es ist da» eine Schwäche, und zwar eine recht lächerliche Schwäche, denn unsere uationalliberalen Bourgeois von der Leipziger TageblatlS-Sorte find so wie so für die Verlängerung, und den anständigen und vernünftigen Leuten wird sie durch keine Polizei- gründe plausibel gemacht. Wie dem indeß sei, wir find jetzt von Neuem in der Periode der„Gründe-Sncherei"; und so haben deuu dieser Tage wieder zahlreiche Haussuchungen und sogar etliche Verhaftungen statt- gefunden.„Belastungsmaterial" ist natürlich nicht entdeckt worden. Man schlägt aber Lärm, uud wird wohl a toutprix einen Prozeß inszeniren, der schließlich— znr Krönung des Gebäude»— in Ermanglung einer juristi« scheu Berurtheilnng die Wethe emer oder mehrerer polizeilicher Ausweis- u n g e n erhalten wird. Denn inzwischen ist der„Kleine" zum zweitenmal verlängert,— und einen anderen Zweck hat die Polizeigeschichte ja nicht.— In der Affaire K ü n tz e l ist von mehreren, nicht zur Partei gehörigen Freunden der Wittwe Küntzel's an da« Ministerium ein Gesuch gerichtet worden, dahin gehend, es möge dem Schwager Küntzel's die Erlanbniß zur Rückkehr nach Leipzig ertheilt werden, damit er für den Unterhalt der Wittwe und ihrer Kinder sorgen könne. Bor sechs Wochen schon ging da« Gesuch ab, uud das„praktische Christenthum" de« Herrn Nostiz- Wallwitz ist so mächtig, daß er bis heute noch keinen Bescheid gegeben hat! Die unglückliche Wittwe, die soeben von einem fünften Kinde entbunden worden ist, mag verhungern! Herr von Nostiz-Wallwitz leidet ja keine Noth.-- — Wunderb are I d e e n v e r b in d un g. Ju Berlin wurde am 24. Mai die zweite„Internationale Hundeausstel« l u n g" eröffnet, und zwar durch den Direktor Dr. B o d i n u S, welcher — wie es im a u t i s e m i t i s ch- k o n s e r v a.t i v e u„Deutschen Tageblatt" heißt— nach kurzem Resums über die Bedeutung de» Hundes mit einem Hoch aus Se. Majestät den Kaiser schloß"--- ???! I — Die Frage der Verlängerung de« Sozialisten- g«setze» sängt jetzt an, in der deutscheu Presse diskutirt zu werden. Und zwar ist e« die n a t i o n a l l i b er a l e Presse, welche da» Thema auf die Tagesordnung gesetzt hat und mit Hartnäckigkeit das Gericht aussprengt, Bismarck habe nicht nur die Verlängerung de« Sozialistengesetze» beschlossen, sondern sich auch dahin geäußert, daß er den Reichstag auf- lösen werde, wenn dieser in die Verlängerung nicht willige. Die dem Fürsten Bismarck nahestehenden Blätter, z. B. die„Nordd. Allgemeine Zeitung" und die„Post", haben zwar die Mittheilung der nationallibe- ralen Blätter für absolut unbegründet erklärt, allein da» Gerücht wttd trotzdem weiter kolportirt. Nun fällt es un« nicht ein, den Dementi« der cn— w wfto**—-i——•„Pvst" Ugcnb ivctdfc%)tbca-| tung beilegen zu wollen, trotzdem dünkt es UN« sehr wahrscheinlich, daß Bismarck in Bezug auf die Verlängerung de« Sozialistengesetze« noch keine festen Beschlüsse gefaßt hat— er hat ja noch ein volle» Jahr Zeit!' Für ihn ist die Frage der Verlängerung de« Sozialistengesetzes überhaupt, keine sehr wichtige, um so wichtiger ist sie aber für die Herren Ratio-\ nalliberalen, welche in den meisten Gegenden Deutschland» nur unter dem Schutze des Ausnahmegesetze'» vegetiren und durch dessen Abschaffung einfach selber abgeschafft würden. Daher der Eifer für die Verlängerung; uud wa» man wünscht, das glaubt man so gerne.„Der Wunsch ist der Vater de« Gedankens", sagt das englische Sprichwort. — Ein„allgemeiner deutscher Handwerkertag" tagte vom 20.-23. Mai in Hannover. Macher und Leiter desselben eine wissenschaftliche Stütze im Arbeitersozialismus der Internationale und standen unter dem frischen Eindruck des revolutionären Heldenthum« der Pariser Kommune. Sie übernahmen die gefährliche und gewaltige Pflicht, Mittelpunkt einer neuen revolutionären Bewegung zu werden. Al« Basis dieser Bewegnng sollte der russische Bauer dienen, in dessen Haß gegen die herrschenden Klassen man ein Element von Klassenbewußt- sein zn finden erwartete, ähnlich dem Klassenbewußtsein, da« im Westen al» reale Grundlage der Arbeiter-Verbindnnzen diente. In den alten Tradi- tionen des großrussischen Gemeindeeigenthums an Grund nnd Boden, in der Solidarität des„Mir"(Kommune) und der„Artel"(genoffenschaft- liche Arbeit«- und Konsumvereine) sahen die revolutionären Sozialisten fertige Elemente sozialistischer Solidarität. Sie beschloffen da« volle Programm des westeuropäischen revolutionären Arbeitersozialismus al» Grundlage ihrer Bereinigung zu nehmen und in ihre Reihen einer- seit» Alles zu ziehen, was der traurige Liberalismus Aufrichtige« und Energisches enthielt; andererseits aber einen möglichst großen Theil der Bauernschaft. Energische Propaganda in den intelligenten Kreisen und im Volke war die erste Ausgabe. Man mußte eine sozialistisch-revolntionäre Literatur orga- nifiren, man mußte in« Volk gehen und ihm das sozialistische Evangelium verkünden. Darüber herrschte Einigkeit unter Allen. Weiter aber be- gannen Meinungsverschiedenheiten, m denen zum Theil die für Rußland eigentlich bedeutungslose Sektirerei sich abspiegelte, die damals eben in der Internationale entstanden war, in denen aber auch die Komplizirtheit der russischen sozialen Ausgaben sich wiederfand, die an sich die Folge war der Rückständigkeit der politischen Verhältnisse de» russischen öffent- lichen Leben», während e« sich doch jetzt um einen Klaffenkamps handelte. Zu gleicher Zeit, al» in Rußland die Organisirung einer geheimen revolutionären Partei die erste Stelle eingenommen hatte, trug der Ein- fluß des b-kunistischen Anarchismus in die sich neuorganifirende Partei Forderungen von„Selbstständigkeit der Person und der kleinen Gruppe" hinein, die kanm jemals mit einem Komplott gegen die gegenwärtig bestehende Ordnung vereinigt werden können. Da nnn die revolutionären Intelligenzen einzig und allein Mittelpunkt einer Parteiorganisation werden konnten, dem Volke aber das Berständ- niß für die den Intelligenzen eigen gewordenen Ideen vollständig mangelte, die revolutionären Ideen der Zeiten Pngatfchew's abgeblaßt waren, der Fetischismus des mythischen Zaren bedeutend verbreitet war und— wa« die Hauptsache war— gar keine Verbindung zwischen den verschiedenen Ortschaften bestand, eine Verbindung, die die Grund- bedingnngen der Organisation einer BolkSpartei ausmacht— so schien es natürlich, die Erwerbung von Wissen(al« Machtmittel de« Kampfe») und die Borbereitung einer Revolution im Volke— zur Aufgabe de« ersten Parteikerne« zu machen. Die Gruppen der„Anarchisten" stellten dem die Behauptung entgegen, daß die revolutionären Instinkte im Volke lebendig seien, daß es„ein Leichte» sei, jegliche Dorfgemeinde zum Aufstand zu bringen", daß da« Wissen ganz unnüthig sei zur Hervor- rufung einer revoluttonäreu Bewegung in einem absolut unwissenden Volte. waren die Herren ZUnftler, bekanntlich die erbittertsten Feinde der selb- ständigen Arbeiterbewegung. Um so spaßhafter war es, daß die Herren, die ihrer eigenen Kraft nicht mehr trauen, einen Wortführer der Berliner Gewerkschaftsbewegung, den Justirer G ö r k i, als Gast einluden, um als Korreferent zur Frage der„Untrennbarkeit der Handwerker- von der Arbeiterfrage" zu sprechen. Ob die Liebenswürdigkeiten, mit denen die Herren den„Vertreter der Arbeiter" überhäuften, auf diesen Eindruck machten, wissen wir nicht, sein Referat wird von dm Zeitungen in einer Weise wiedergegebeu, daß es zu allen möglichen Deutungen Veranlassung bietet, da» aber wissen wir, daß die Arbeiterklasse sich schönstens hüten wird, auf die Herrm, die mit ihrer Weisheit so ziemlich am Ende find, hiueinznsallen. Die Arbeiter haben kein Interesse daran, Bestr-- bungen zu unterstützen, welche die moderne Entwicklung der Industrie aufhalten sollen, eine Entwickelung, die, soviel Uebel sie heute für den Arbeiter im Gefolge hat, den Keim der Erlösung in sich trägt, während die Realisirung der Wünsche der Handwerker nichts anderes wäre als die Verewigung der Knechtschaft der Arbeiter. Aber die Bestrebungm der Handwerter find unrealifirbar, die Eni- Wickelung der Industrie läßt sich nicht aufhalten. Wenn daher der Handwerkertag der These des Freiherrn von Fecheubach zustimmte: „Neubegründung und Sicherung des Mittelstande» oder— Revo- l u t i o n gegen die Ausbeutung an den schaffendm und erwerbenden Kräften," so haben wir nichts dagegen einzuwmden. Das„Entweder" ist ein Ding der Unmöglichkeit, der Mittelstand ist dem Untergang geweiht, darum lustig hinein in'« Oder: Revolution gegen die Aus- b e u t u n g! Schönen Dunk, Herr Freiherr, für diese Alternative. — Staatsanwaltliche Frechheit. Bei der Verhandlung de» Frankfurter Amtsgerichts in der G eis er-F ro h m e'schen Fahrkartenaffaire (am 22. Mai) zeichnete der sunktionirende Staatsanwalt sich durch die Rüpel- hastigkeit seine» Benehmen» au». ES handelt sich in der fraglichen An- gelegenheit bekanntlich um einige, einer Dame gehörende Paketstücke, welche aus die Fahrkarten der beiden genannten Bbgeordnetm von Frank- surt nach Leipzig geschickt wurden, und die, auch wenn sie nicht auf die Fahrkarten genommen worden wären, aus da» Fahrbillet der Dame hin un e n t g e l t l i ch hätten befördert werden müssen. Die Dame ist erwiesenermaßen an dem Borgang ganz u n b e t h e i l i g t. und würde, selbst wenn da» Verfahren Frvhme'S und Geiser'« formell inkorrekt gewesen wäre— von„Betrug" kann selbstverständlich die Rede nicht sein— vollkommen frei von jeglichem Vorwurfe sein. Trotzdem hat der funk- tionirende Staatsanwalt— L a u tz heißt der Bursche— sich nicht entblödet, bei seinen Expektorationen die Dame als„Frauenzimmer" zu tituliren,— eine rohe Flegelei, welche den Maugel an Bildung diese« Gesetzeswächter» und Mustervertteter» der„sittlichen Staatsidee" in grelle Beleuchtung stellt. Freilich, die Dame ist eine Tochter de« Sozialdemokraten Liebknecht, und der biedere Herr Staatsanwalt glaubte sich deßhalb berechtigt, sie zum Gegenstand seiner— Lautzbüberei machen zu dürfen.(Wie wir erfahren, hat Genosse Liebknecht sich beschwerdeführend an die Oberstaat»- anwaltschaft zu Frankfurt gewandt und wird die Sache bis zum Aeußersten verfolgen. Red. d.„Sozialdemokrat.") — Mit den Wahlprüfungen, schreibt man un», soll e» nun rasch vorwärts gehen. Eine Anzahl neuer Kommissionsberichte liegen dem Reichstage vor und sollen demnächst erledigt werden. Die Akten der Wahl im IV. Berlin« rWahlkrei« sind inzwischen von der Staat»- anwaltschaft an die Wahlprüsungskommission zurückgegangen, und kann jeden Tag deren Entscheidung erwartet werden. Daß diese auf B e a n- st a n d u n g lauten wird, steht bereit« fest. K a s s i r u n g kann deßhalb nicht erfolgen, weil— wie früher schon mitgetheilt ward— die Behaust- tung, daß eine größere Anzahl von gültigen Zetteln auf den Namen Bebels nicht mitgezählt worden seien, sich als unrichtig herausgestellt hat. In einigen Fällen ist die« freilich vorgekommen; es ist aber da« Gleiche bei gegnerischen Zetteln vorgekommen— und jedenfalls ist die Zahl der Stimmzettel, die Bebel uuberechtigterweise nicht zugerechnet wurden, zu gering, um feine Minorität in eine Majorität zu verwandeln. Dagegen sind sonstige Unregelmäßigkeiten verübt worden, welche die Be- anstandung, und— nach amtlicher Feststellung der Thatsachen— auch die Uugültig-Erklärung der Wahl im IV. Berliner Wahlkreis nothwendig machen werden. Das Gerede bezüglich der Wahl Stall e's war, wie wir gleich vermutheten, vollständig grundlos. Nachdem der von uns erwähnte Sachverhalt konstatirt werden, hat die Wahlprüfungskommission schon vor l ä n g e r e r Z e i t dem Reichstag die Gültigerklärung der Wahl Stolle'« vorgeschlagen; und der fragliche Anttag ist auch sofort und ohne Debatte vom Reichstage angenommen worden.— — Mit Rücksicht auf die Wahl im 1 3. sächsischen Wahlkreis (Landkreis Leipzig) scheint eine bedauerliche Unterlassungssünde begangen worden zu sein. Auf Erkundigungen hin wird un« nämlich geschrieben, daß ein Wahlprotest garnichteingereicht sei. Ganz sicher ist die« noch nicht, jedoch ist die Hossnung, daß es ander« sei, leider nur eine sehr geringe. Da« Material für deu Protest war recht- zeitig gesaminelt(und e» reichte für 10 Proteste aus— der 13. Wahl- kreis ist bekanntlich die Agitationsdomäne des Sparig I) und einem Ge- nassen zur Bearbeitung rechtzeitig übergeben— dieser ward aber gerade um jene Zeit aus Grund des famosen BelagerungSzustandS-ParagraPhen aus Leipzig ausgewiesen. Und da» mag die rechtzeitige Einreichung verhindert haben. Nachschrift. E« bestätigt sich leider, daß der Wahl-Protest von unserm Genossen im 13. sächsischen Wahlkreis nicht eingereicht worden ist. In der Wahlprüsungskommission des Reichstags weiß man nichts von einem solchen Protest! — Das Krank enkassengesetz wäre um ein Haar an§ 1,.A. (handelnd von der Ausdehnung de» Gesetzes auf die ländliche» Arbeiter) gescheitert. Zwar hatte die Kommission diese Ausdehnung sehr stark ver- klausulirt und fürsorglich so viel Hinterthiirchen verfertigt, daß man ohne Uebertreibung sagen kann: sie habe die Regel bloß festgestellt, um hinten- nach die Ausnahmen zur Regel zu machen— allein immerhin ging die Sache den Herren Junkern wider den Strich, nud, da die Reichsregie- rung die Anwaltschaft für den armen Mann so versteht, daß sie sich ver- pftichtet hält, für Junker und Bourgeois einzutreten, so erklärte Herr Scholz, der gegenwärtige Parlaments-Hansknecht Bismarcks, das Gesetz für unannehmbar, wenn der z 1, A. beibehalten würde. So bot sich eine vortreffliche Gelegenheit, das jammervolle Gesetz in der G-bnrt zu ersticken. Dank den sehlerhasten Arraugemeot« des Herrn Eugen Richter, welcher den Mitgliedern der Fortschrittspartei bei Beginn der Pfingstferien die positive Versicherung ertheilt hatte, vor der dritten Lesung der Gewerbe- ordnnngS-Novelle sei die Anwesenheit nicht absolut nothwendig, waren, bei der entscheidende» Abstimmung am 25. Mai, die Bänke der Fort- schrittspartei leer, und der unbequeme Paragraph wurde mit 136 gegen 134 Stimmen, den Wünschen der Regierung gemäß, au« dem Gesetz e n t- s e r n t. Herr Eugen Ri chter würde emen so groben Fehler nicht haben begehen können, wenn er v on der Tragweite der sogenannten„Arbeiter- gesetzgebung" eine Ahnung hätte. — Diewillkürliche Verhaftung der ReichStagSabgeordueten Dietz, Frohme, Volkmar(nach dem Kopenhagener Kongreß) kam am L6. Mai in der GeschäftSordnungSkommission, vor welche die An- gelegenheit bekanntlich verwiesen worden, zur Berathung. lieber das Resultat derselben heißt e»,„daß die Kommission in Bezug auf die Verurtheilung de» Borgeheus der Polizei e i n st i m m i g sei, und dessen Ungesetzlichkeit nicht bezweifle; in Bezug darauf, wa» gegen die betheiligten Polizei- beamten zu thun fei, herrsche jedoch Meinungsverschiedenheit."— Kurz, «« wird wieder die bekannte Wasch-mir-den-Pelz-und-mach-mich-nicht-naß- Praxis befolgt werden, und namentlich soll Herr Windhorst, die„Perle von Meppen," für diese der Regierung bequemste Lösung gearbeitet haben. Die kleine Exzellenz apporttrt noch willfähiger als weiland Lasker. Da« einzig Gute ist, daß die Sache demnächst an dem Reichstag zur Be- sprechung kommen muß, und dann unsere Abgeordneten in der Lage sind, dieschmachvollePolizeiwirthschaft gebührend an den Pranger zn stellen und nach allen Richtungen hin rücksichtslose Kritik zu üben. — Au« Frankreich. Der Kongreß der„Union ITeckörativs« des Zentrum» der sozialistisch- revolutionären Arbeiterpartei hat seine Sitzungen beendet. Die deutsche Presse hat es für gut befunden, lediglich eine Episode diese« Kongresse», den in Handgreiflichkeiten ausartenden Kampf mit den Anarchisten, ihren Lesern mitzutheilen. So bedauerlich nun auch solche Vorgänge sind, so müssen wir unsere Genossen in Deutsch- land doch davor warnen, nach ihnen den Stand der Arbeiterbewegung in Frankreich überhaupt beurtheilen zu wollen. Das sind Dinge, die überall vorkommen können, und namentlich da sehr leicht Passiren, wo die Parteiverhälwisse noch nicht vollständig geklärt find. Auch im vor- liegenden Falle ist vielleicht ein nicht geringer Theil der Schuld der viel« dentigen Form der Kongreßeinladung zuzuschreiben, auf welche die An- archisten sich berufen durften. Was die Berathungen selbst anbetrifft, so verbietet un» deren Au»- dehnung eine auch nur summarische Wiedergabe derselben. Es wurde auch diesmal der Modus beobachtet, daß zu jeder einzelnen Frage der Tages- ordnung die einzelnen Gruppen meist vorher ausgearbeitete Gutachten abgaben, so daß man von einer eigentlichen Diskussion mit Rede»nd Gegenrede nicht sprechen kann. Einzelne dieser Voten find übrigen« sehr interessant und legen Zeugniß ab von dem Eifer nnd der Sorgsalt, mit der die betreffenden Gruppen die Fragen studirt haben. Andere verrathen allerdings sehr naive ökonomische Anschauungen. Diese Gutachten wurden alsdaun von einer dazu bestellten Kommission zusammengestellt und aus Grund derselben dem Kongresse Resolutionen zur Annahme vorgelegt. Von diesen Resolutionen veröffentlichen wir zunächst die bettess« der „öffentlichen Dienste in Staat und Kommune". Es freut uns, daß der Kongreß der Verführung, sich auf Grund der famosen„Theorie der öffentlichen Dienste" de« Herrn Brousse auf da» Niveau der„Ge- meinnützigen Gesellschaften" zu stellen, nicht anheimgefallen ist, sondern die Grundsätze des revolutionären Sozialismus vorangesetzt hat. Die betteffende Resolution lautet: „In Erwägung, daß die Konkurrenz in jedem Zweige der Produktion und de« Handel» durch den Sieg der Einen und die Niederlage der großen Mehrzahl zur Schassung von Monopolen zu Gunsten Einzelner führt; daß die Gesellschaft in Bezug auf ganze Produktionszweige nicht von der Gnade Einzelner abhängen darf; daß es daher der Gesellschaft obliegt, in ihrer organisirten Form, al« Staat, einzugreifen und das Monopol durch öffentliche Dienstleistungen zu ersetzen, die entweder unentgeltlich oder zum Kostenpreis verrichtet werden; in Erwägung jedoch, daß diese Einrichtung öffentlicher Dienstleistungen unter der politischen Herrschaft der Bourgeoisie immer zum Vortheil der Kapitalisten, sehr oft aber zum Schaden der Arbeiter ausfällt; daß, wenn daher auch in einzelnen Fällen selbst in der heutigen Gesell- schaft die Forderung der Errichtung öffentlicher Dienste geboten erscheint, da» Proletariat die Bourgeoisie von der Herrschaft verdrängen muß; beschließt der Kongreß: die als besondere politische Partei organifirte Arbeiterklasse muß als unmittelbares Ziel die Eroberung der politischen Gewalt im Auge haben, um die Umwandlung der Privatproduktion in gesellschaft- liche selbst beschleunigen und leiten zu können; der Regionalkongreß de« Zentrums drückt den Wunsch au«, daß diese wichtige Frage aus die Tagesordnung des nächsten Jahreskongresses gesetzt und dag dort diskutirt werde, wie und durch wen die öffentlichen Dienste zn organifiren sein werden. Der Schlußpassn« scheint uns den Werth der Bewilligung eines an- ständigen Begräbnisses zu haben. Sehr interessant für unsere Leser dürsten die Beschlüsse de« Kongresse« in Bezug auf die Frage sein:„Die Einwanderung auslän- bischer Arbeiter in Frankreich und die durch sie bewirkte Lohnkonkurrenz." Wir können über die taktvolle Behandlung dieser Frage seitens der von der Konkurrenz der Ausländer recht stark beeinträchtigten Pariser Arbeiter nur unsere hohe Befriedigung ausdrücken. Bis jetzt liegen uns allerdings nur die Gutachten vor. Wir verschieben unseren Bericht, da- rüber, bis uns auch die betreffende Resolution zugegangen sein wird. Am letzen Sonntag, den 27. Mai, als dem Jahrestage der Nieder- metzelung der Kämpfer der Pariser Kommune, zogen die Revolutionäre aller Schattirungen hinaus auf den Pöre-Lachaise, um da« Andenken der Gefallenen zu ehren. Die Gräber wurden mit prachtvollen Kränzen und schleifen geschmückt— auch die Provinz hatte solche geschickt— revolutionäre Ansprachen wurden gehalten,- alle Versuche, Zwistigkeiten zu provoziren, aber energisch niedergehallen. Es mochten im Ganzen 8000 Personen an der Demonstration theilnehmen. Die Polizei war massenhaft aufgeboten, fand aber keine Gelegenheit einzuschreiten. Korrespondenzen. — Berlin, 20. Mai. Der Kampf gegen da» Ausbeutungssystem schreitet tüchttg vorwärts. In einer heutigen bis aus den letzten Platz überfüllten Maurerversammlung wurde einstimmig der Streik beschlossen, welcher morgen schon beginnt und voraussichtlich mit gutem Erfolg. Die Forderung beträgt vier Mark pro Tag.—(Nach den neuesten Berichten ist der Streik bereit» zum größten Theil beendet und wird nur noch partiell sortgesetzt.) — Halle a/S-, 23. Mai. Als Antwort auf die jüngsten polizeilichen Verfolgungen wurde hier am vorigen Sonntag da« folgende vielfach bekannte, aber immer noch treffliche und zutreffende Gedicht in einer Anzahl von mehreren tausend Exemplaren verbreitet: Der Och« und da« Morgenroth. Ein wohlgenährter Bollblutstier Verließ einstmals sein Nachtquartier Sehr früh und ging um'« Morgenroth Spazieren in dem Sttaßenkoth. Da» horngekrönte Haupt gesenkt, Geht er dahin und sinnt und denkt; Denn heutzutage denkt da« Vieh Sogar nnd treibt Philosophie I So trabt er mit bedächt'gem Sinn Zum nahen Fluß, zur Tränke hin; Da, wie er blickt zur Fluth hinein, Glänzt grell de« Frühroths Widerschein. De« Morgenhimmels Glanz und Zier, Sie blenden unfern Bollblutstier; Das Rindvieh ist, wie allbekannt, Dem Rothen nicht sehr zugewandt. Auch unser Och« verfiel dabei In nicht gelinde Raserei; Er brüllt und droht, doch wa« er droht, E« glühet fort da« Morgenroth. Da« war zu viel! In blinder Wuth Stürzt der Gehörnte in die Fluth. Der Ochs ersoff— doch gibt es hie Noch manches Stück von solchem Vieh.-- Die Polizei merkte während der Verbreitung absolut nicht«, so daß dieselbe ohne jede— Ruhestörung erfolgte. Gegen Abend aber sah man sämmtliche Träger der Polizeiwürde, vom niedersten Polizisten hi» zum Polizeirath, besonders aber deu Commissarius Grosse, sich immer wieder verzweiflungsvoll an die Stirne greifen! Wunderbarer Weise fanden sie aber Nicht«! — Meeranr, 24. Mai 1883. Weberstreik ausgebrochen. Anläßlich der schon seit Jahren seitens unserer Fabrikbesitzer beliebten Hungerlöhne fühlten sich die Arbeiter endlich einmal veranlaßt, am 12. Mai in der Fabrik von Straff und Sohn die Arbeit einzu- stellen; die Besitzer derselben gaben jedoch der von den Arbeitern gestellten Forderung von 75 Pfg. pr. Stück schon am 16. d». Mts. nach, und wurde die Arbeit alsbald wieder aufgenommen. Gleichzeitig wurde auch in den Fabriken von E. F. S ch m i e d e r und Kompagnie, L. Thiemeu. Cie. gleiche Lohnzulage angestrebt, da dieselbe jedoch nicht berücksichtigt wurde, so ist am 17. d. M. in beiden Fabriken die Arbeit eingestellt worden. Die uns von den Fabrikbesitzern daraufhin versprochene Lohnzulage von 25—50 Pf. wurde in der am 19. d.M. stattgesundenen Versammlung für ungenügend und der Streik in Permanenz erklärt. Wenngleich die Stimmung unter den Arbeitern al» ausgezeichnet zu bettachten ist, so muß doch berücksichtigt werden, daß dieselben erst kurz vorher eine mehrwöchentliche Arbeitspause durch- gemacht haben und daß die Lage der streikenden Kollegen in Folge der ungünstigen Erwerbsverhältnisse eine sehr traurige ist. Wir wenden uns daher an alle Kollegen mit der Bitte, uns in unserem Stteben nach Berbessernng unserer Lage zu unterstützen, indem wir zu jeder Zeit erbötig sein werden, in gleichen oder ähnlichen Fällen anderen Kollegen gegenüber unseren Verpflichtungen nachzukommen. Die Zahl der Streikenden beläuft sich ungefähr auf 800. Da die schlechten Erwerbsverhältnisse uns in unserem politischen Vor- gehen sehr hindernd im Wege stehen, so bitten wir um die möglichste Verbreitung(hauptsächlich in Amerika!) dieser Ankündigung. Der Lohn der Streikenden belief sich seit zwei und drei Jahren auf sechs, sieben und acht Mark pto Woche!! Meerane, 24. Mai 1883. Mit Gruß! Da« Komite der st r e i k e n d en W e b er: Viktor Friedemann, Karlstraße 30. XL. Alle Gelder bitten wir zu senden an: Hermann Pöhler, Restaurateur, Heinrich straße. Die Redaktion des„Sozialdemokrat" hat sofort nach Eintteffen diese« Berichtes ein Flugblatt angefertigt und an alle ihr bekannten Adressen im Auslande versendet. Diese« Flugblatt schließt mit folgendem Appell, der auch in Deutschland beherzigt werden mag: Genossen allerorts! Wir empfehlen Euch dringend, nach Kräften dem Wunsche unserer braven Meeraner Freunde zu entsprechen. Namentlich aber Ihr, Genossen in Amerika, wollet die Gelegenheit nicht versäumen, Eure Brüder in der alten Welt kräftigst zu unterstützen. Sorgt dafür, daß namentlich die Fachgenossen der Streiken- den brühen von dem Kampf erfahren und alsdann das Ihrige thun. Der Sieg der Meeraner wird der ihre sein, ihre Niederlage aber würde vermehrte Auswanderung und Unterbietung von Arbeit«- kraft und Arbeitsprodukt auf dem Weltmarkt zur Folge haben I Fürchtet auch nicht, daß Eure Unterstützung zu spät kommen werde. Wenn auch selbst bei Eintreffen derselben der obenerwähnte Kampf schon beendet sein sollte, so würde das Bewußtsein, daß sie auf die Unter- stützung ihrer Kollegen, der besser situirten Arbeiter, rechnen dürfen, auf die Arbeiter nicht nur Meerane's, sondern auch der ganze» erzgebirgischen Industrie im höchsten Grade ermuthigend wirken, der Sieg würde be- festigt und allgemein, eine Niederlage aber wieder ausgewetzt werden I Genossen allerorts! Bedenkt, daß ein ausgehungerter Arbeiterstand auch unfähig ist zur Erringung seiner politischen Unabhängigkeit I Denkt an da« Dichterwort: Brod ist Freiheit, Freiheit Brod! Es lebe die internationale Solidarität aller Arbeiter! Zürich, 26. Mai 1883. Die Redaktion des„Sozialdemokrat." — Mainz, im Mai. Zur Antisemiterei. Wenn in einem Haushalt oder Geschäft die Verhältnisse unbefriedigend sind, so greisen Diejenigen, denen man irgendwie eine Schuld zumessen könnte, oftmals zu den lächerlichsten Entschuldigungen. Wie die« im Kleinen der Fall ist, so verhält es sich im Wesentlichen auch im großen Haushalt der Staaten und Völker. Seit Gründung des neuen deutschen Reiches ist Manches an uns vorübergegangen, das zur Entschuldigung für all' die mißlichen Zustände dienen mußte, um dadurch der Aufmerksamkeit des Volkes die Wurzel und Ursache der allgemeinen Misere zu entziehen. Als die Wogen des Kulturkampfes noch hoch gingen und von der Oberfläche des politi« scheu Leben« viele ernste Fragen hinwegspülten, sollte es abwechselnd die schwarze und rothe Internationale sein, die den Frieden im Innern störten und hauptsächlich da« Nichteintreffen des gewünschten Glückes verschuldeten. Die Sozialdemokratie aber mußte mehr als jede andere Partei als Sündenhock herhalten, bis die Zeit der Attentate kam und den Reaktto- nären aller Parteien einen billigen Vorwand zur Geuehmiguna eines Ausnahmegesetze» gab. Die„Aufwiegler" waren dadurch zunächst von der Oberfläche verdrängt, aber die längstgehoffte Zufriedenheit wollte auch jetzt noch nicht Einkehr halten in den Hütten der Armen nnd Be- drängten, deren Lage mit jedem Tage schlimmer wurde und noch wird. An Stelle gerechter und vernünftiger Reformen, die von der Regierung und den herrschenden Klassen als segenbringende Geschenke in Aussicht ge- stellt worden waren, was jedoch kein Arbeiter jemals ernst nahm, trat der Polizeityrann, um jede» Verlangen nach dem Versprocheneu möglichst zu hintertteiben, und jede Kundgebung der Arbeiter zu verhindern. In- zwischen verfielen Stöcker und seine Hintermänner aus die Idee der Anti- semiterei, um dadurch einen neuen Sündenbock für die verderbliche Zeit dem Volke zu zeigen. Die schwarze Internationale hatte ihrjheilweise demokratisches Programm mit reaktionären Forderungen im Sinne un- ferer Konservativen vertauscht, die rothe Internationale war durch Gesetz am öffentlichen Wirken verhindert, notzdem aber herrschte der alte Uebel- stand im ganzen Lande fort und Jedermann sah ein, daß alle« Ver- sprochene eitel Humbug war. Wenn der Teufel in Roth ist, frißt er Fliegen, warum sollte» Stöcker und Konsorten nicht dazu kommen, Me „jüdische Internationale" al« Ursache unserer miserablen Zustände hm- zustellen, um das Volk vom rechten Weg abzubringen und ihre eigene Schuld zu verschleiern? Während an manchen Orten die Antisemiterei bereit« im Abnehmen begriffen ist, indem da« Volk die Lächerlichkeit dieses Windmühlenkampse» eingesehen hat, treten an anderen Orten Leute hervor, die gern die Bewegung wieder anfache» wollen, um mittel» derselben zunächst ein G e s ch ä f t zu machen; denn Prinzip ist solchen Per- sonen bei allen derartigen Dingen nebensächlich...... So hat denn auch Mainz seit drei Monaten sein antisemitische» Wochenblatt, da», nebenbei bemerkt, auch stark konservativ ist. Gründer und Macher ist ein bei der letzten Reichstagswahl au« dem ultramontanen Lager zu der Sozialdemokratie übergegangener Schwärmer, der auch noch einen anderen sogenannten Führer der Partei, nebst zweifelhaftem Anhang, aus seiner Seite vereinigte und eifrig bestrebt war, die Vertrauensleute auf dem Lande zur Kolportage daselbst zu benutzen, was allerding» nicht gelang, denn der gesunde Sinn unserer Leute ist über einen solchen Rummel hoch erhaben. ES ist nur zu wünschen, daß derarttge alsbald der Lächerlichkeit verfallende Manöver nicht dazu führen, die Kräfte und Zeit der Partei zu vergeuden und die wahren Ziele des Sozialismus au« den Augen zu verlieren. Alle anderen Parteien sind uns gegenüber eine reaktionäre Masse und alle Ausbeuter, ob jüdisch oder nicht, sind dem Volkswohl als solche schädlich. Junter und Pfaffen aber sind diejenigen, deren Bestreben mindesten« ebenso schlimm ist, al» da» jüdischer und christlicher Geldprotzen. Junker und Pfaffen, die gerne die Juden au« dem Lande verjagen möchten und stark in Antisemiterei machen, sind um kein Haar besser al« der aus seinen Geldsack pochende Bourgeois. Uebtigen« sollte aber dem Sozialisten nichts ferner liegen, als Antheil zu nehmen an einem Kampfe, der die Verfolgung anderer Menschen, und wie die« bei der Judenverfolgung der Fall ist, hauptsächlich deswegen, weil sie nicht„national"„urgermanisch"-c. seien, bezweckt, alles Dinge, die dem Sozialdemokraten sehr gleichgiltig sind, da er die Proletarier aller Länder und Sprachen, unbekümmert um ihre religiöse Ueberzeugung, soweit eine solche noch vorhanden ist, oder zukünftig vorhanden sein sollte, vereinigen will. Nicht der Jude ist es, wie wir aus der Erfahrung und dem Studium der Sozialötonomie wissen, der wuchert, sondern der Kapitalist. Da« Geld ist der Strick und der Wucherer nur der tenkersknecht der Gesellschaft, um mit Liebknecht zu reden, die den rbeiter und Kleinbürger am Galgen der unorganisirten Bolkswirth- schast zu Grunde richtet. Der Kampf der Sozialdemokratie kann niemals ein einseitiger gegen bestimmte Bevölkeruugselemeute sein, sondern muß gegen alle« gleichmäßig geführt werden, wa« unseren Zielen hindernd im Wege steht. Auch soll man den Teufel nicht an die Wand malen. Deutsche find in allen ganz- und halbzivilisirten Ländern zerstreut und treiben Handel mit den Produkten tropischer Länder; sind dort ansässig und mindestens noch fremder al« der Jude in Europa. Ganz Europa ist entrüstet und bereit, seine Kanonenbote zum Schutze seiner Angehörigen an die Gestade des stillen Weltmeeres und anderen Gegenden zu senden, sobald auch nur im Geringsten dort wohnende Europäer, die die Ausbeutung daselbst doch im höchsten Maße betreiben, von den Bewohnern jener Gegenden und Länder bedroht sind. Deutsche in fremden Ländern sollen un- geschoren ausbeuten dürfen, Deutsche dürfen im Heimathlande selbst an»- deuten, nur wollen Stöcker und Konsorten dieses so einträgliche Ge- schäst ohne jüdische Konkurrenz selbst besorgen. Aufgabe der Sozialdemokratie ist und bleibt, beiden Theileu ohne Unterschied der Taufe, da» Handwerk gründlich zu legen. Ein Proletarier. Nachruf. Am 18. Morgens 7,6 Uhr verschied nach kurzem Krankenlager einer unserer tüchtigsten und bravsten Parteigenossen, der Zigarren- arbeiter Karl Minkwitz, im Alter von 40 Jahren. Wir fühlen uns veranlaßt, im Parteiorgan seiner langen Thätigkeit, wenn auch nicht als Agitator, so doch als tüchtiger Organisator, zu gedenken. Karl Minkwitz stand vom Augenblicke an, als die Sozial- demokratie in Deutschland ihr Banner entrollte, in unseren vordersten Reihen und kämpfte unverdrossen, trotz Belagerungszustand und Polizei- Chikanen, für die Befreiung der Enterbten. Ehre seinem Andenken! Stötteritz-Leipzig, 21. Mai 1883. Die Parteigenossen von Stötteritz. Am Montag, den 21. d. M., verschied an der Schwindsucht unser braver und wackerer Genosse Max Zaumsegel im Alter von 35 Jahren. Derselbe war einer unserer eifrigsten Genossen, es gab keine Propaganda, an der Zaumsegel nicht betheiligt gewesen wäre. Eine Zeit lang war er verantwortlicher Redaktor des Parteiblatte« „Dresdener Bolksbote" und hatte als solcher vielfach unter den Berfol- gungen der Schergen der Gewalt zu leiden. Der Keim zur Schwindsucht, den er, wie so viele Arbeiter, sich durch Ueberanfirengung geholt hatte, wurde dann im Gefängniß weiter ausgebildet. K Bis zum letzten Alhemzuge gehörte Zaumsegel der Partei an, und es gab für ihn, als er im Krankenhaus lag, keine größere Erquickung, als wenn er den„Sozialdemokrat" oder die Reichstagireden unserer Abgeordneten zu lesen bekam. Zaumsegel scheute kein Opfer für die Partei, darum Ehre seinem Andenken! Die Parteigenossen von Dresden und Umgebung. Sprechsaal. Werthe Redaktion! In der letzten„Allerhöchsten Botschaft", welche im Frühjahre dieses Jahres dem„hohen deutschen Reichstag" zuging, wurde besonders betont, daß die preußisch-deutsche Regierung stet« ein„ w a r m e S H e r z für die Arbeiter habe"; wie die«„warme Herz" sich in der Praxi« gestaltet oder richtiger gesagt, wie es praktisch bethätigt wird, dafür nachstehender Beweis. Unterzeichneter wurde auf Grund des s 28 des famosen Ausnahme- gesetze« vom Jahre 1878 am 29. November desselben Jahres aus Berlin und am 31. Oktober 1880 auf Grund desselben Gesetze« au« Hamburg ausgewiesen. Nachdem sich derselbe dann bis zum Januar 1882 unter vielfachen Drangsalirungen und Chikanen bemüht hatte, im „geliebten deutschen Baterland" sich die ihm vernichtete Existenz und Häu«- lichkeit wieder zu schaffen, jedoch stet« kurze Zeit nach seiner Anmeldung bei der Polizei infolge Denunziation der letzteren wieder brodlo« geworden war, war derselbe gezwungen, in Anbetracht der bedauerlichen Lage seiner ihre« Ernährers beraubten Familie beim Berliner Polizeiprästdium um Erlanbniß zu einem, wenn auch nur vorübergehenden, Aufenthalte in Berlin nachzusuchen. Derselbe wurde auch, nachdem man sich nach der Lage der Lage der Familie erkundigt hatte, gewährt und auch, aus er- neute« Gesuch, von Monat zu Monat verlängert. Welche Gründe nun plötzlich zur nicht weiteren Verlängerung de« gewährten Aufenthalte» vorlagen, sind Unterzeichnetem nicht bekannt; ohne daß man ihm einen Grund angab, mußte er nämlich am 30. April, Abends 12 Uhr, den Berliner BclagerungSzustandSrayon wieder verlassen. Er hat nun— freilich wer weiß, auf wie lange?— bereit» wieder Beschäftigung ge- funden. Nun verlangte mau aber bei der polizeilichen Anmeldung einen sogenannten„Berhaltschein" oder ein Führungsattest vom letzten Aufent- Haltsort. Da Schreiber dieses nun aber nicht im Besitz eines solchen „Berhaltscheines" war, wandte sich derselbe behns« Erlangung eine« solchen an den Amtsvorsteher zu Ripdorf bei Berlin und erhielt dann auch folgendes Schriftstück: „Dem Schlosser Carl Rudolph s�sedor S i e g er i st, geboren am 22. Dezember 1839 zu Berlin, wird hiermit auf Ber- langen zum Zweck seines Ausweise« amtlich bescheinigt, daß derselbe vom 4. April 1882 bis den 30. April 1883 hier gewohnt, sich während dieser Zeit gut geführt hat und als bestraft nicht verzeichnet ist. Siegerist ist auf Grund des§ 28 de« Gesetze« vom 21. Oktober 1878 au»dem Bereiche der Stadt Berlin, der Stadtkreise C h a r l o t t e n b u r g und Potsdam und desKreisesTeltow, Niederbarnim und Osthavelland ausgewiesen. Ripdorf, den 17. Mai 1883. Der Amtsvorsteher: B o d d i n. FÜhrungS-Attest für den Schlosser Karl Fedor Siegenst." Hiezu ist noch zu bemerken, daß man sich für dieses„Attest" 1 Mk. 50 Pf. bezahlen ließ. Der Unterzeichnete erlaubt sich nun zu behaupten, daß es mit der „Arbeitersreundlichkeit" eitel Humbug ist; im Uebrigen wird Jeder mit mir der Meinung und überzeugt sein, daß e» zur reinen Unmöglichkeit gehört, auf ein solches„Attest" hin sich eine dauernde Existenz zu schassen. Ich tröste mich einstweilen mit der Hossnung, daß aufgeschoben n i ch t a u s g e h o b e n ist, und werde nickt ermangeln, zur geeigneten Zeit für die mir und vielen anderen meiner Genoffen wiedersahrene Unbill an der dann stattfindenden Abrechnung theilzuuehmen und uuent- wegt zur Fahne zu stehen. Fedor Sigerist. Gens, den 20. Mai 1883. Geehrte Redaktion! Gegenüber einem während meiner Abwesenheit von Lüttich verbreiteten Gerüchte, wonach die Polizei am 2. April bei mir nach gestohlenen Kleiderstoffen gesucht und auch solche gefunden haben soll, sehe ich mich genöthigt, in Kürze den Verlauf der Haussuchung, die an benanntem Tage, 4 Mann hoch, bei mir abgehalten wurde, zu berichten. Dieselbe erfolgte angeblich im Auftrage des Ministers, und zwar auf Grund eines anonymen Briefe», den man bei der Verhaftung eines russischen Stu- deuten gesunden haben will, und in welchen! dieser ausgefordert wurde, sich an den Unterzeichneten zu wenden, behufs Abholung von Sachen, die nicht mit der Post nach Aachen transportirt werden könnten. Man er- kundigte sich, ob ich diesen oder jeuen Nihilisten oder Anarchisten kenne, resp. in Korrespondenz mit ihm stände, kurzum, man suchte nach Dynamit, Höllenmaschinen, Korrespondenzen u. s. w. und schraubte sogar meinen Spazierstock auseinander. Nach 27, stündiger Arbeit nahm man endlich, um nicht leer auszugehen, das Wydener Kongreß-Protokoll und einige Notizen von mir mit. Darauf erfolgte am 20. die Ausweisung de» Beuoffm Schlebach und am 21. die meinige. Die« ist der Gang de r Sache. Die Parteigenossen allerorts, besonder» die in Lüttich, werden wissen, wo solche Gerüchte herstammen und welchen Zweck sie verfolgen; man will die ohnehin traurige Lage meiner hinterlassenen Frau und meiner drei Kinder noch verschlimmern. Ich danke den Lütticher Genossen, Deutschen wie Wallonen, für die Hilfe, die sie sowohl mir bei meiner Abreise, als auch meiner Familie haben angedeiben lassen; ich werde den Opsermuth nie vergessen und mich jederzeit dessen würdig zeigen. Zu kämpfen gibt e« allerwärt«; mit Haß im Herzen gegen das reaktionäre Ausbeutung». und Unterdrückungssystem verließ ich die Meinen, entschlossen, bi» zum letzten Athemzug, zu kämpfen bis die politischen und ökonomischen Fesseln zerschlagen sind. Haltet fest, Genossen allerorts, der Tag der Befreiunng ist nahe, wenn Jeder seine Pflicht erfüllt. Proletarier aller Länder vereinigt Euch! Hoch die soziale Revolution I N. Sauerborn. Thomas Eoan«, Sekretär der Liverpooler Sektion der demokratischen Federation, wünscht mit Mitgliedern der sozialdemokratischen Partei de« Festlandes, die sich etwa in Liverpool befinden sollten, in persönlichen Berkehr zu treten. Ch. I. G a r c i a. Adresse: Th. Evans, 32"Wilbraharn Street, Scotland Eoad, Liverpool. Briefkasten der Expedition: Blanc: Mk. 13,— ä Cto. Ab., am 16/4. erh. und gutgebr. Weitere» bfl.— A. H. H.: Mk. 2l,20 Ab. u. Schst. erh. Mehrbestllg. uotirt. Schst. abgg.— Jud verkaust W'lhur: Fr.— ,60 pr. Ufd. dkd. erh.— C. K. Schlgl.: Mk. 4,60 Ab. Mai bi« Ende Sept. u. Schft. erh.— Roschm. Z. für Agr. Fr. 3.75 Ab. 2. Qu. erh.— Zum Marxdenkmal: Fr. 18,10 ges. bei der Konserenz dtschr. Vereine der Westschweiz in Biel dkd. erh. u. deponirt.— Vom Buchbinderfachverein Bern gespendet Fr. 16,— f. d. Familien ausgewiesener Soz. in Dtschld. d. Ufd. dkd. zugew.— H. L. P. in S.: Mk. 9,— Ab. 2. Qu. erh. Adr. geordn.— Panzerschiff: Mk. 36,— Ab. 1. Qu. u. Bf. vom 25/5. erh. Antw. fort.— Kilian: Mk. 37,80 Ab. 2. Qu. erh. Bf. vom 9/5. eingetr. Jnh. anderseits zuvor behandelt.— Wilhelmshaven: Mk. 16,— h Cto. Athle. dkd. erh.— E. V. E.: Mk. 3,— Ab. 2. Qu. erh. Weit. lt. P.-K.— Rufs. Fpost: Fr. 30,— ä Cto. erh.— Gebr. Hermingh. St. Louis: Fr. 101,25 k Cto. Ab. u. Schrft. erh.— H. B. Ltz.: öwfl. 1,75 f. Schst. erh.— Mrbg.: Fr. 25,49 ä Cto. erh. Bf. erwartet.— A. Heim«, Clyde: Fr. 10,25(2 Doll.) zweite Rate Kongreßfond dkd. erh. Bf. folgt.— Rebus: Mk. 12,— Ab. April und Mai erh. Bfl. Weitere».— Von genauen Rechnern 3 nagelneue Zorn-Nickelchen ä 20— Fr.— ,60 d. Agsd«. dkd. einverleibt.— Rafi: Mk. 50,— ä Cto. erh. Bestllg. w. vorgemerkt.— Ptschm. Wthur: Fr.—,50 f. Schst. durch R. erh.— Stbrg.: MI. 25,— ä Cto. erh. Ab. ic. gutgebracht. Adr. jc. notirt.— Blume-Seesturm: Mk. 9,— ä Cto. Ab. 1. u. 2. Qu. erh. Adr. notirt. Abrechng. a. 29/5. abgef.— Rothkragen o. d. ZiSlar: Mk. 12,— Ab. 2. Qu. f. 4 Expl. erh. Alles im Gang.— Durch Ede von einem Wucherer: Fr.— ,66, für 1 Kipfel aus dem belagerten Jerusalem: Fr. 4,20, die gekränkte Tugend einer Petroleuse: Fr. 2,01, von einer Akrobatengesellschaft Fr.—,95 und Strafe für unzarte Borschläge: Fr. 1,35 erh. und Alle« dem Agfd«. dkd. zugewiesen.— Der Bekannte: Mk. 100,— k Cto. gutgebr. Adr.»c. notifizirl.—-j-j-f Himmel--: Mk. 400,— pr. Akzept v. 21/5. erh. Ausgleich bewirkt.— F. M. Kphgn.: Sdg. v. 26/4. mit Nr. 18 an H. abgeg. Nähere« lt. P. K. vom 30/5. — Maulwurf Gz.: Bf. v. 26/5. trotz total falscher Adr. erh. Nähere« bfl. am 30/5.'— Ch. R. Gens: Fr. 66,—. Ab. 2. Qu. sc. u. Schft. erh.— Pariser Gen.: Fr. 14,60 f. d. nächste Reichstagswahl und Fr. 16,75 f. d. Wahl Bebel'« durch L. H. dkd. erh.— Komm. Arb.- Bld.-Ver. London: Fr. 118,70(Pfd. St. 4,14,4) zur Hamburger Reichs- tagswahl dkd. erh.— W. Hoffmann London: Fr. 25,30(1 Pfd. St.) ä Cto. gutgebracht. Bf. tc. folgt.— Schriftenyerzeichniss der beiden Haupt- Niederlagen sozialistischer Schriften; Expedition des„Sozialdemokrat" und der Tolksbuchhandlnnj� I�Kasinostrasse 3 Hottingen-Zürich. (Schluss.) Otto-Walster, t Am Webstuhl der Zeit. Sozial-polit. Kornau in 3 Bünden complett Lieferungen: Heft 11— 15(Schluss) ü — Eine mittelalterliche Internationale, histor. Novelle — Kranke Herzen. Zwei Novellen. 1. Der Traum im Walde. 2. Die letzten Walzer eines Wahnsinnigen, — Braunschweiger Tage, bist Kornau — Allerhand Proletarier. Eine Hausgescbichte — Kienzi, Drama in 5 Aufzögen Ott, A., Zur Frage des Schweiz. Tabakzolls Petzler, J. A., Die soziale Baukunst, Bd. 1. u.U. brosch. A — Dasselbe, gebunden A Politzer, 8., Behandlung der politischen Gefangenen in Bayern] Pro Nihilo(Arnim contra Bismarck) Prowe, John Brown, der Befreier der amerikan. Neger Protokolle der Kongr. des Schweiz. Arbeiterb. zu Ölten 1873, Winterthur 1874, Basel 1875, Bernl876, Neuenburg 1877, St. Gallen 1879, Ölten 1880 A Alle zusammen Protokoll des Stuttgarter Kongresses 1870 — des Dresdner„ 1871 — des Eisenacher„ 1873 — des Coburger„ 1874 — des Gothaer Kongresses 1876 und 1877 A — des Kongresses zu Wyden 1880 — des Kopenhagener Kongresses 1883 — des Holzarbeiter-Kongresses zu Nürnberg 1873 Programm der sozial. Arbeiterpartei Deutschlands — Desgl. und Organisation d. dtsch. Soz. i. d. Schweiz1 — Programm und Statuten des Schweizerischen Ar- beiterbundcs 1877 Fr. Ct. U. Pf. 3— — 25 1— 2 50 — 20 — 80 1 25 3 50 - 70 — 40 — 10 4— 5— - 10 1— 1— — 10 — 80 — 80 15 75 35 35 35 35 35 25 25 30 1 1 15 60 30 30 30 30 30 20 20 25 1 1 — 30 2 50 Fr. C. Prograrambro schüre.(Was die Sozialdemokraten sind und wollen?)— 5 Rasch, G., Die Preussen in Elsass-Lothringen 3 20 Rohleder, Die Pariser Kommune vor der Deputirten- kammer zu Versailles Rüstow, W-, Cäsarismus Rechenschaftsbericht der sozialdm. Reichstagsabgeordneten 1879 Reden der soz. Abgeordneten Bebel, Freytag, Liebknecht im sächs. Landtag am 9. Februar 1882 über Amtsmissbrauch der Gerichte und Polizei bei Wahlen, Ausführung des Sozialistengesetzes etc. in Sachsen(stenogr. Bericht) M. Pf. — 5 2 60 - 25 2— 25— 20 — 40 Reform oder Revolution? Rekurs der soz. Partei der Schweiz an den Zürcher Kantonsrath gegen d. Verbot d. Weltkongr. 1881— 2 Sack, E., Unsere Schulen im Dienste gegen die Freiheit— 75 — Beiträge zur Schule im Dienste für die Freiheit 1 50 — Gegen die PrügelpäJagogen 1— Schäffle, Quintessenz des Sozialismus 1 50 — dasselbe französisch, übersetzt von K. u. B. Malon 1 50 Schneidt, K., Die natürl. Stellung d. Volksschullehrers— 25 Scholl, K., Die freien Gemeinden u. d. Sozialdemokratie— 15 — 50 — 5 35 25 25 10 25 — Massenaustritt aus der Kirche Schramm, Grundzüge der National-Oekonomie,— 35 Schulze, Der grosse Krach, ein Märchen für grosse und kleine Kinder, broch.— 40 ———— gebunden— 50 Schweizer Arbeiter, wie stellst Du Dich?(Ein vorzüglicher Leitfaden z. soz. Agitation in Briefform— 20 Seidel, Roh., Staatlicher Getreidehandel od. wie kommt das Volk zu billigem Brod? Stiebeling, Dr., Darwinismus und Sozialismus. — Lesebuch für das Volk Stamm, A. Th., Blicke auf das Volkselend — Sozialist. Wahlprogramm Semiten und Arier. Offener Brief an Hofprediger Stöcker von 0. M. 1880 Serno-Solowiewitsch, U. russ. A ngelegenheit. Sozial demokratie, die, vor dem deutschen Reichstag,(1878 Sozialistengesetz) compl. broch. Sozialistengesetz, das neue, vor dem deutschen Reichstag 1880. Verhandlungen nach dem stenogr. Bericht und Gesetz, compl. broch. Sozialdemokratisches Lesebuch Inhalt; Jacoby, Ziele der Arbeiterbewozung, Partei- Programm, Die zehn Gebote im Reich der Gottesfurcht, Das Lied vom Brode; Demokratie u. Sozialismus im alten Griechenland; politisch und anpolitisch Belehrendes, Erzählungen, Gedichte, Biographien etc. etc. Sozialistische Wohltabelle 1867— 82 Sozialistische Theat erstücke: Nr. 1; Ein Schlingel, als Rollen nöthige 5 Expl. Einzeln A — 2 — 60 1 20 — 80 1 20 1 20 — 20 — 15 — 10 - 3o — 30 — 40 20 — 30 1— 1— — 10 — 20 - 20 — 25 2 50 2— 2— — 50 1 60 — 40 — 25— 20 1 Nr. 2:Pre8sprozes8e, als Rollen nöthige 7 Expl. Einzeln A Nr. 3: Ein Opfer, als Rollen nöthige 20 Expl. Einzeln A— Nr. 4: Die Nihilisten, historisches Drama— Nr. 5: Der Deserteur, ein Zeitgemälde— Nr. 6: Max Hirschkuh, komisches Charakterbild aus der Berliner Arbeiterbewegung— Nr. 7: De r S taa t ss t re i oh v. Galg en h au se n od. die Geheimnisse der Familie Hammelkopf zein Sittenbild)— 8 taa ts wirtschaftliche Ab h andlu n ge n, A Heft— Heft I; Inhalt: üeber Erbpacht; Gewlnnbetheiligung der Arbeiter; Zur Staatsoisenbahnfrage; Vermischtes. Heft III: Internationale Arbeitergesetzgebung; Steuern u. Zölle; üeber Gewinnbetbeiligung der Arbeiter; v. Varnbühler: Ein sozialistisches Ideal; Vermischtes. Stiebera Yerdrass, Geheimschrift zur Siehe- rung des Briefverkohrs in und mit Deutschland Tölcke, Zweck und Organisation des AUgem. deutschen Arbeitervereins I. und II. A Tessendorf und die deutsche Sozialdemokratie Tabaksmonopol, das vor dem deutschen Reichstag 1882, stenogr. Bericht Thiesen, Ein Räthsel, oder: Warum war ich in Verbannung 1874— 76? 7— 50 60 80 1 40 1■ - 30 Ob 1 40 I — 25 IW 5 60| — 40 — 50 — 65 25— 20 50 30 40 — 2 5 — 13 15 30 40 25 35 —60—50 Vogel, Verfälschung der Lebensmittel — 40— 1-- Vollmar, G., Der isolirte Staat, eine soz.-ökon. Studie— 25 — Waldverwüstung und Ueberschwemmung— 15 — Der gegenwärtige Stand der Waldschutzfrage— 30 Volksstaatkalender, Jahrgang 1875— 20 Inhalt; Die Hanauer Turner im badischen Aufstände; Rothe Ostern, historisches Oemülde aus dem Bauernkrieg; Wo liegt die Rettung? Aua dem Tagebuch eines Sozialisten-, Zur Land- frage etc. Volksstaa t-F remd Wörterbuch, brochirt Wander, Drei Jahre aus meinem Leben.(Eine Helden- that Stiebers.) 1 50 Werner, F., Der Kladderadatsch, politische Humoreske— 15 Weberstrike, der, zu Crimmitschau 1882— 15 Westerburg, praktisches und geplantes Strafrecht in Deutschland— 25 York, Die industr. Arbeiterfrage(Neues Arbeitsrecht).— 25 35 80 20 15 25 20 60— 50 1 20 — 15 — 15 Zimmermann, R., f Pfaffenpeitsche Zeitgeist, eine Studie über Nationalökonomie, Politik, Kunst, Wissenschaft, Gerechtigkeit. Zukunft, Sozialist. Revue, komplett gebunden — Heft 1 und 2(Vorrath 1200, bssonders zur Agitation geeignet, meist abgeschlossene Artikel enthaltend) — weitere einzelne Hefte 2— — 20 — 20 1 60 — 35 10— — 30 8- 10 50 — 10 — 40 — 5—5 Die durchgehende reduzirten Preise verstehen sich nur gegen Baar- Voraus z a blung. Franko für Rabatt, Bei grösseren Posten für Wiederverkäufer kann Spezial- abkommen getroffen werden. Kleinere Beträge sendet man am besten in Briefmarken jedes beliebigen Landes, grössere in Papiergeld, eingeschrieben, oder per Postmandat an unsere bekannten Adressen, Durch bekannte Vertrauensleute gegengezeichnete Bestellungen geniessan p os td i ebs sich ere Behandlung, unbekannte Besteller müssen wir besonders bedienen. Ausserordentliche Expresssendungen erleiden einen Spezial- z Uschlag auf Kosten der Besteller. Zur Beachtung! In Kopenhagen ist ein Streik der Jigarrenarveiter ausgebrochen. Zuzug fernzuhalten. Näherer Bericht in nächster Nummer. 1 ¥. Anal am Comm. Arbeiter-Bildongs- Verein ■i l> 49 Totteuham Street Tottenham Court Read. Die Wirthsohaft des Vereins ist geöffnet von Morgens 9 bis Nachts 12 Uhr. Wir ersuchen die reise iden Genossen auf unsere Adresse zu achten. Der Vorstand. Hevi'- Work Arbeiter-Portbildangsverein Derselbe versammelt sich jeden Montag in Jean Grosx's Hamburger Hall 176 Ost 3. Street. 1.00(12) Der Vorstand. kt>wtl,ecilche UkscfienschastSbuchdrackkrei Hou-nses-RRrtch.