Orscheivt tinmal in Zürich(Schweiz) »til.i «» lt»bnchhandl>ns H»t»ingtn-Z»rich. iraaeo gegen franco. Gewöhnliche Briefe nach der Schweiz kosten Toppelporto. Der MaldeMkrat Amtrat-Argan der deutschen Sozialdemokratie. Abonnements werden bei allen schweizerischen Postbureaux, sowie beim Verlag und dessen beiannten Agenten entgegengenommen und zwar zum voran» zahlbaren VirrMjahrSpreis Bon; jjt. 2.— fllr die Schweiz süreuzbands M>. 2.— sllr Deutschland«louBert) sl. I. 70 für Oesterreich«louvertf gir. 2.S0 sllr alle übrigen Linder de» weltpostberein»< Kreuzband, Jllseratt Die dreigespaltene Petitzn e 25«t». 20 Psg N: SU. Jomicrstag, 7. Juni. 1883 >n« n feit ifenstnita iife Imtffnfettitii fet»„SasiaUt«« fetal", Da der.Sozialdemokrat' sowohl in Deutschland all auch in Oesterreich verboten ist, bezw. verfolgt wlrd, und die dortige» »ehbrden fich all« Mühe geben, unsere Verbindungen nach jenen Lindern möglichst zu erschweren, resh. Kries« von dort an unl und unsere ZeiiungZ. und sonstigen Sendungen nach dort abzufangen, so ist die iutzerste vorficht Im L�.'erkehr nothwendig und darf keine vorstchtlmastregel versiumt werden, die Briefmarder»der den«ahren Absender und Arthfänger, sowie den Inhalt de, Sendungen zu tiuschcn, und letztere dadurch zu schlltze». Haupterfordernitz ist hiezu einerseitl, daß unsere gireunde so selten all möglich an den, Sozialdemokrat', resp. deffen Verlag selbst adresfiren. sondern fich möglichst an irgend eine unoerdichtige Adresse ausserhalb Deutschlandl und Oesterreichl wenden, welche stch dann mit unl in Verbindung setzt; anderseits aber, dass auch unl möglichst unverfängliche Zustellungladressen mitgetheili werden. In zweifelhaften Fällen empfiehl« fich behusl grösserer Sicherheit Rckommandirung. Soviel an unl liegt, werden wir gewiss weder Mühe noch Kosten scheuen, um trotz aller entgegen» strheuden Schwierigkeiten den.eozialdemolrat' unfern Abonnenten möglichst regelmässig zu liefern. Parteigenossen! Vergeht der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Eine geistreiche Definition. „Die Sozialdemokratie repräsentirt das unpraktische Unchristcn- thum, die Fortschrittspartei das praktische Unchristenthum, der Liberalismus das unpraktische Christenthum, und der seiner Auf- gäbe sich bewußte Slaal(oer Herren Madai, Bismarck und Stöcker) das praktische Christenthum." So orakelte am 24. Mai der famose Hofprcdiger Stöcker in der Berliner Pastoralkonfercnz. Wo die Begriffe fehlen, da stellen Worte und Phrasen sich ein. Mag sein, ja sogar wahr- scheinlich, daß Herr Stöcker die obige Definition für sehr geist- reich und sehr scharfsinnig hält, sie ist aber, bei Lichle betrachtet, der blanke Unsinn und der reine Gallimathias. Gallimathias nach dem bekannten kaleidoskopisch> arithmetischen Schüttel-Rezept von »Das ist die Roth der schweren Zeit, Das ist die schwere Roth der Zeit, Das ist die Zeit der schweren Roth, Das ist die schwere Zeit der Roth! Betrachten wir das Wortgemengsel etwas genauer. Also die Sozialdemokraten find»unpraktische Unchristen".»Un- ch risten", das geht, dagegen wollen wir keine Verwahrung einlegen. Aber»unpraktisch", nimmermehr. Weder politisch, noch sozial»unpraktisch". Politisch sind die Sozialdemokraten so wenig„unpraktisch" gewesen, daß sie.pfeifend" de« von seinen Urhebern und auch von Herrn Stöcker für sehr»praktisch" ge- haltenen Sozialistengesetzes Herr geworden find und der, von denselben Herren ebenfalls für„praktisch", und zwar„praktisch par exoellenoe" gehaltenen deutschen, und speziell Berliner Polizei „pfeifend" gar manche riesige Nase gedreht haben und jortgesetzt drehen. Und sozial find die Sozialdemokraten so wenig„unprak- tisch", daß die Herren Stöcker und Konsorten eS für nölhig erachtet haben, aus„praktischen" Gründen diesen„unpraktischen" Leuten ihre„unpraktischen" Ideen und Vorschläge theilweisc zu ihrem — der Herren Stöcker und Konsorten— praktischen eigenen Gebrauche zu stehlen— wobei den„praktischen" Herren aller- dings das Malheur passirt ist, welches gewissen, durch ihren eminent praktischen Diebssinn und Nachahmungstrieb ausgezeich« neten Thieren zu passtren pflegt: sie verstehen eS nicht, mit dem gestohlenen Gut umzugchen, und schneiden orang-utangartig sich in die unpraktischen Fmger. Möglich, daß Herr Stöcker die rechtmäßigen Besitzer des gestohlenen GuteS deshalb für„un- praktisch" hält, weil er nichts mit demselben anzufangen weiß. Doch weiter. Die Fortschrittler sind„praktische Unchristen".„Unchristen" — mag sein, obgleich die Herren aus Leibeskräften dagegen pro- »estiren und X la Virchow sogar die Harmonie zwischen Religion (Christenthum) und Wissenschaft behaupten. Aber„praktisch"? Nimmermehr. Worin belhätigt die Fortschrittspartei ihr„prak- tisches" Wesen? Etwa auf politischem Gebiet, wo sie in Einem Athem ihre brünstige Hohenzollern-Vergötterung und ihre demokratische Gesinnungstüchtigkeit betheuen und sich vollkommen unfähig gezeigt hat, ihr politisches Ideal, das parlamentarische Regiment, gegenüber dem persönlichen Regimmt zur Geltung zu bringen? Oder auf sozialem Gebiet, wo sie sich zur Schlepp- trägerin des bankerotten Manchesterthums gemacht hat und aus dem wüsten Chaos deS laisnezi faire nicht herauskommen kann? Der Herr Hofpreoiger hat von der Fortschrittspartei entschieden eine zu gute Meinung. Von den Fortschrittlern wendet der Herr Hofprediger sich zu den Liberalen. Sie sind, seiner famosen Definition nach, „unpraktische Christen". Hier, wir gestehen es, hat Herr Slöcker uns eine kleine Ueberraschung bereitet. Welchen Grund hat er, den„Fortschritt" vom„Liberalismus" zu trennen? Wir hatten bisher immer gedacht, der Fortschritt sei nur eine Spielart des Liberalismus, den er, namentlich auf wirthschaftlichem Gebiete, weit konsequenter verttete, al« die übrigen Bruchstücke der liberalen Partei. Jndeß, Herr Stöcker ist Hofprediger, er ist„praktisch" und muß eS ja wissen. Der Liberalismus und der Fortschritt sind verschiedene Dinge — sagt Herr Slöcker. Und der Liberalismus ist christlich! Auch dies ist uns bisher unbekannt gewesen. Wir hatten immer gemeint, der Liberalismus sei seiner innersten Natur nach durch und durch materialistisch, auf irdische Ziele gerichtet, unreli- g>öS, unchristlich. Der Herr Hofprediger versichert das Gegentheil, und der Herr Hofprediger muß es ja wissen. Und wir wollen dem Herrn Hojpredigcr um so eher glauben, als wir im Himmel nicht zu Hause sind und eS uns auch an einem Adreßbuch oder Wohnungsanzelger für den Himmel fehlt, aus dem wir erfahren, a>er dort zu Hause ist. Aber daß diese„christlichen" Liberalen„unpraktisch" sein sollen— das können wir dem Herrn Hofprediger nicht glauben. Die Liberalen sind eminent praktische Leute. Sie sind so praktisch, daß sie alle ihre Ideale und Prinzipien, weil sie„unpraktisch" geworden find, leichten und freudigen Herzens auf dem Altar der praktischen Nützlichkeit und Rechnungsträgerei geopfert haben, und— unbeschadet der Stöcker'schen„Christlichkeit"— keine höheren Götter oder Götzen kennen, als die praktische Nützlichkeit und Rechnungsträgerei: den politischen Opportunismus, der ihnen gestattet, von der Hand in den Mund zu leben, und die soziale Ausbeuterei. Und nun zu der vierten und letzten Kategorie deS Herrn Hof- Predigers, zu der Kategorie, welche er für stch selber angefertigt hat. Die Herren Stöcker, Madai, Bismarck und Kon- sortcn vertreten den„sich seiner Aufgabe bewußten" Staat: das „praktische Christenthum". Gut. Wenn es christlich ist, zu lügen und zu heucheln, Judenhatz zu treiben, Sozialdemokraten zu jagen wie wilde Thiere, in schamlosester Weise die Sonder- und Standesinteressen zu kultiviren, das goldene Kalb unter Psalmsingen zu umtanzen, in der einen Hand ein Gebetbuch, die andere in der Tasche des„armen Mannes"— wenn das »christlich" ist, dann sind die Stöcker, Madai, Bismarck und Konsorten unzweifelhaft Christen. Wenn es„praktisch" ist, den Handwerkerstand durch eine Rückkehr in die mittelalterliche Zunft- organisation retten zu wollen, einen Windmühlenkampf gegen die moderne Industrie und Maschinen zu führen(siehe den Han- nover'schen Handwerkertag), das gestohlene sozialistische Werkzeug mit der nämlichen Geschicklichkeit zu handhaben, wie der Orang- utang ein listig weggestibitztes Rasirmesser— wenn das praktisch ist, dann sind die Herren Stöcker, Madai, Bismarck und Kon- sorten auch prakiisch. Und wenn die Vereinigung dieses christlichen und praktischen Wesens zum»prm'.tscheii Christen" machi, dann sind die Herren Stöcker, Madai, Bismarck und Konsorten »praktische Christen" und ist der„sich seiner Aufgabe bewußte Staat" dieser biederen Herren die Inkarnation, die Verkörperung des„praktischen Christenthums." Sela! Die Fliegen und die Spinnen. Aach ferm Lrausiilisllie» fet«„Zn<.at". I. Ihr kennt e« Alle, da» rundbluchige Insekt mit behaartem, klebrigen Körper, da» an finsteren PlSzen, möglichst fern vom Lichte de» Tage», sein mörderische» Netz ausspannt, in welchem die arme unvorsichtige oder leichtsinnige Fliege sich sängt und den Tod findet. Diese« häßliche Unthier mit runden glasigen Augen, mit laugen vorn gekrümmten Beinen, die so vor- tresslich geeignet find, da« Opfer zu packen und zu ersticken, diese« Uu- lhier ist die Spinae. Seht, wie sie kalt und unbeweglich in ihrem Winkel sitzt, wenn sie aus die Beute lauert, die fich ihrem Machtbereich nähern soll, oder wie sie mit infernalischer Geschicklichkeit da« todtbringende Gewebe anlegt, welches die schwache Fliege ausfangen und ohne Gnade fesseln soll! Da» abscheuliche Thier wendet viel Zeit, oft sehr viel Zeit daran, sein Netz nach allen Regeln der Kunst zu vervollständigen; damit ihm die Beute auf keinen Fall entwische. Da wird erst ein Faden ausgeworfen, dann zwei, drei— immer mehr. Sie zieht Quersädeu, verbindet sie durch neue Quersädeu, damit die Anstrengungen ihrer Opfer, selbst in der höchsten Todesangst, da«-Netz nicht zu zerreißen, e« kaum zusammenzu- ziehen im Stande seieu. Endlich ist da» Aespinnst fertig, die Falle ist gestellt, ein Ausweichen kaum möglich— die Spinae zieht sich iu ihre Höhle zurück und wartet, bi» eine flatterhaste Fliege, durch Hunger gebcieben, herankommt, nach Nahrung sucht. Sie braucht nicht lange zu warten, die Fliege kommt bald auzeflogeu Und während die Aermste so hin und her sucht, stößt sie plötzlich auf die vor ihr ausgespannten Fäden, sie verwickelt sich bestürzt in ihnen, sie sucht fich zu halten uud— e« ist auf immer um fie geschehen. Kaum fieht die Spinne ihr Opfer gefangen, so verläßt sie blutgierigen Blicke» und mit gekrallten Psoteu ihren Schlupfwinkel, mehr oder minder langsam nähert fie fich der Beute— fie hat nicht nöthig, sich zu beeilen, da» scheußliche Thier weiß sehr gut, daß da» unglückliche Jasekt, einmal gefangen, ihm nicht entgehen kann. Immer näher kommt fie, mit ihren glotzigen meergrünen Augen mißt fie ihr Opfer und beraubt e« seiner Bernunft. Ueber und über zittert die Flieg« vor Angst, denn fie steht die Gefahr, die ihr droht, fie sucht fich au, den Fäden, die fie umgeben, herau«zuwinden, fie will fliehen und erschöpft ihre Kraft in verzweifelnden Versuchen. Aber vergebliche» Mühen, unuützi» Anstrengen I Da» Gewebe ver- wickelt fich immer mehr, und die Spinne kommt immer uäher. Bei jeder Bewegung, welche die Fliege macht, um fich au« dem Gespinnst herauszuarbeiten, in dessen dünnen und so zweckmäßigen Maschen sie fich gefangen hat, find e» mehr Fäden, die fich um fie herumlegen: immer neue Netze umgeben fie. Endlich fällt fie keuchend und erschöpft, ohne Widerstandskraft, in die Macht ihre» Feindes, ihre« Befieger», der ent- fetzlichen Spinne! Und uuu streckt da» scheußliche Unthier seine haarigen Pfoten nach ihr au», packt sie und drückt fie zusammen. Daun beginnt e» an dem zitternden Körper seiner schwacheuBeute zu saugen, einmal, zweimal, drei- mal, ganz nachdem e» Lust und Appetit hat. Wenn e« für den Augen- blick seinen Durst nach Blut gestillt hat, so verläßt e« sie, ohne fie voll> ständig getödtet zu haben. Daun kommt e» wieder und saugt von Neuem, geht wieder fort und kehrt zurück, bis die unglückliche Fliege ganz vertilgt ist, bi» sie weder Blut noch nährende Säfte in fich hat. Und es dauert lange, oft sogar sehr lange, bi« da» arme Insekt ganz todt ist. So lange aber der gierige Bam ppr in dem Körper oder dem Leichnam seine» Opfer« noch einen Atom Lebenskreft herauszuziehen findet, ver- liert er dasselbe nicht au« dem Auge. Er athmet fein Leben, schlürft seine Kraft, trinkt fem Blut und läßt erst von ihm ab, wenn nicht», absolut u i ch t» mehr in ihm ist. Dann wird die arme Fliege, todt, ausgesogen, leichter al« ein Strohhalm, au» dem Gespinnst herausgeschleudert. Der erste Windhauch nimmt sie mit sich, und Alle» ist vorUber. Die Spinne aber kehr« gesättigt und befriedigt in ihre Höhle zurück; sie ist mit fich und aller Welt zusriedeu und findet, daß e» heutzutage die rechtschaffenen Menschen immer noch zu Etwa» bringen.---— Diese Fliege, die man aussaugt und tödtet, diese Fliege, die man ver- tilgt und von deren Blnt man lebt, da» seid Ihr, Proletarier in Stadt und Land! Ihr, geknechtete Völker, Ihr geistigen Arbeiter, Ihr Industrie- arbeiter, Ihr zitternde junge Mädchen und schwache unterdrückte Frauen, die Ihr Eure Rechte nicht zu fordern wagt, Ihr, unglückliche Opfer de» Militär«, mit einem Wort, Ihr arme Ausgebeutete insgesammt, die man weit von sich schleudert, wenn ma n au» Euern Adern nicht« mehr zu ziehen vermag, Ihr, die Ihr die gesammte Produktion ,da» Herz, der Verstand, die lebendige Kraft de» Laude« seid, und denen man nicht» bewilligt al» da» Recht, hübsch artig und in aller Stille in einem Winkel elendiglich zu verenden, während Euer Blut, Euer Schw eiß, Euer Mühen, Euer Sinnen, Euer Leben e« gewesen ist, mit dem Ihr fie krästig gemacht und gemästet habt, fie, Eure Herren und Unterdrücker: die widerlichen Spinnen. Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 6. Juni 1883. — Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands. Au« Berlin, 1. Juni, schreibt man un«: In dm letzten vierzehn Tagen waren unsere Abgeordneten fast sortwährend an Berlin gebunden, da zwei dritte Berathungen von sozialökonomischen Gesetzen im Reichs- tage stattsanden; nämlich die Beralhuug de« Krankenkassen- g e s e tz e s und der G e w e r b e u o v e l l e. Wie sich die Fraktion zum Krankenkassengesetz verhallm hat, geht au« der abgegebenen Erklärung her- vor. Die Gewerbenovelle richtet sich bekanntlich gegen die Gewerbefreiheit und führt sast auf allen Erwerbsgebieten zu direktester polizeilicher Be« schräukung. Die Fragen lagen in allen Fällen bei der Berathnng der- art klar, daß unsere Genossen fich nicht bemüsstgt fühlten, in die Debatten emzugreisen. Bon derartigen Dingen sagte Lassalle schon vor 20 Jahren, daß man über dieselben nicht mehr zu diskutiren, sondern einfach abzustimmen habe. Einer besonderen Abmachung bedurfte e« deshalb auch in der Fraktion nicht, wie sich dieselbe bei den einzelnen Abstimmungen ver- halten solle. E« galt einfach gegen die polizeiliche Allgewalt einzutreten, ganz unbekümmert um die praktischen Erwägungen in unbedeutenden ökonomischen Fragen. Daß die Fraktion in allen Fällen geschlossen stimmte, obwohl e« stch nicht um prinzipielle Fragen handelte, bedarf hierbei kaum der besonderen Erwähnung. Bon nun an wird für unsere ReichStagSabgeordneten iu Bezug auf ihre parlamentarische Thätigkeit etwa« mehr Ruhe eintreten, da nur noch der Antrag betreff» der Verhaftung von Frohme und Dietz, da« Militär- penfionsgesetz und die Eudabstimmung über den Etat von Wichtigkeit für unsere Partei sein dürsten. Dann werden unsere Abgeordneten auch wieder eine größere agitatorische Thätigkeit entfalten können. Uebrigm« haben auch in der letzten Zeit in ganz Deutschland zahl- reiche Zusammenkünfte unserer Genossen, an denen sich verschiedene Ab- geordnete betheiligten, stattgesunden; außerdem find mehrere derselbe» in größerm Volk«- und Arbeitervers ammlungen, die in Berlin, Erfurt tc. stattfanden, ausgetreten und haben dort ihre Anstchten über die sozial- reformatorischen Vorschläge der deutschen ReichSregiernng, die fie selbst- verständlich verurtheillen, kundgegeben. — Mit21KgegenS9Stimmen ist da» Krankenkassen» gesetz iu dritter Lesung vom Reichstag angenommen worden, da« heißt gegen die Stimmen der Fortsch rittler, der Mehrzahl der Sezesfionisten, einiger Wilder und der S o z i a l d e m o k r a t e n. Die Vertreter unserer Partei molivirten ihre Abstimmung durch folgende vom Genossen Dietz verlesene Erklärung: „Meine Herren, meine politischen Freunde und ich haben e« für unumgänglich nothwendig erachtet, unsere Abstimmung zu diesem Besetze mit einer Erklärung zu begleiten. „Da« Gesetz, betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter, ent- spricht al» Ganze» und in seinen Theilen durchaus nicht den Anforde rungeu, welche die Arbeiterklasse an ein solche» Gesetz zu stellen b e r e ch t i g t ist. Nach vielen Richtungen hin be- deutet e» sogar eine Verschlechterung de« gegenwärtigen Zustande«. Die Beschränkung de» Gesetze« aus Lohnarbeiter, wodurch ihm der Stempel eine» Klassen- uud Au«nahmegesetze» auf- gedrückt wird; insbesondere die aus da» Drängen der Reich«- regierung ersolgte Ausschließung der ländlichen Arbeiter, deren Gleichstellung m�fe�n Industriearbeitern ein einsache» Gebot der Gerechtigkeit die Beibehaltung der Fabrik!'�sen, die ihrer Natur nach ein Mittel der Unterdrückung in den Händen der Kapitalisten sind;, die prekäre Stellung, in welche die bestehenden freien Kassen der Arbeiter gebracht werden; die Beschränkung des BersiigungSrechteS der Kassen- Mitglieder über das Kassenvermögen; endlich der polizeilich büreankratische Gesammt« ch a r a k t e r de« Gesetze«, dessen Verbesserung durch eine Reihe organischer Anträge wir vergeblich erstrebt haben, machen e« unmöglich, in dem Gesetz betreffend die Kranken- Versicherung der Arbeiter eine für die Arbeiterklaffe heilsame Maß- regel oder gar die Anbahnung einer ernsthaften Sozialresorm zu erblicken. Nach reiflicher Abwägung de« Für und Wider werden wir dayer gegen da« Gesetz stimmen." Diese bündige Erklärung der Vertreter der Arbeiterklasse gegen da« BiSmarck'sche Krankenkassengesetz war den„arbeiterfreundlicheu" Herren von der Rechten sehr unangenehm, weil sie ihnen da» Spiel ver- darb. In ihrem Grimm begingen sie die Dummheit, die Berechtigung zur Abgabe einer solchen Erklärung vor Eintritt in die Tagesordnung und vor der Abstimmung, in Zweifel zu ziehen, und kamen dadurch in Konflikt mit deui von ihnen selbst gewählten Präsidenten, der ausdrücklich die Genehmigung ertheilt hatte, und sich da» Recht, in Zukunft ähnlich zu verfahren, energisch vorbehielt. Thatsache ist, daß der konservative Levetzow die Redesreiheil des Hause« weit besser respektirt, als seine liberalen Vorgänger ttaurizen Andenken«. Mit den vereinigten Real- ttonären(Konservative, Zentrum, Nationalliberale) stimmten für da« reaktionäre Pfuschwerk auch die Volk«parteiler, Elsaß-Loth- r i n g e r und P o l e n, Die Volksparteiler thaten e« offenbar nur, um nicht als Schwanz der Fortschrittspartei zu erscheinen, geriethen aber ans der Charybdi« in die Scylla und machten sich zum Schwanz der N;a ti.onalliberalen. Mehrere, denen die Sache etwa« zu bla- mabel war, drückten sich während der Abstimmung, z. B. Retter. Was die Elsaß-Lothringer und Polen anbelangt, s o waren sie bei dieser wie bei anderen Gelegenheiten(namentlich bei Berathung der Gewerbeordnungsnovelle) diefügsamenHandlanger der Bi«- m a r ck'schen Reaktion. Wir ersuchen diejenigen unserer Freunde und Genossen, welche Verbindungen mit der auswärtigen, beson- der« mit der französischen Presse haben, dies erbärmliche Treiben an den Pranger zu stellen, damit das Ausland, wo die betreffenden Leute sich eine« gewissen Nimbus der Volksthüm- lichkeil erfreuen, dieselben in ihrer wahren Gestalt erblicke. — Zur Naturgeschichte der BolkSpartei. Obige Notiz war bereit« geschrieben, al« uns die„Frankfurter Zeitung" vom 1. d«. zu Gesicht kam, welche über die Krankenkassengesetz-Abstimmung folgende offenbar von der Verlegenheit diktirte Bemerkungen macht: „Es ist recht wenig, wa« diese« Gesetz bietet, und daß die land- wirthschaftlichen Arbeiter darin fehlen, verringert den Werth diese« ersten sozialistischen(!) Schrittes am allermeisten. Es ist aber doch etwa«, und diese Erkenntniß hat auch die Vertreter der Volks- Partei veranlaßt, im Gegensatz zu der Haltung ihrer liberalen Freunde für das Gesetz zu stimmen. Der Umstand, daß Viele«, was sie in demselben gern erreicht hätten, nicht erreicht worden ist, kann sie nicht abhalten, das Wenige, wa» übrig geblieben ist, namentlich gegenüber den Halbheiten des Gesetze« von 1876(Hilf«- kaffengesetze«) auszunehmen(auszuschlagen?). Die Sozial. demokraten nahmen genau denentgegengesetzten Standpunkt ein. Sie ließen vor der Abstimmung eine Er- klärung abgeben, die im Wesentlichen daran« hinausläuft, daß sie da« Gesetz ablehnen, weil dasselbe nicht Alle« enthält, wa» sie darin sehen möchten." Da« Letztere ist nicht richtig, wie ein Blick auf die Erklärung der sozialdemokratischen Abgeordneten zeigt. Herr Sonnemann, von dem die Notiz herrührt, hat einfach geflunkert. Nicht weil das Gesetz nicht Alle» enthält, wa« unsere Partei darin sehen möchte, ist da« Gesetz von unseren Abgeordneten verworfen worden, sondern weil e«, Alle» in Allem, mehr de» Schlimmen als de« Guten enthält! Wäre das Umgekehrte der Fall gewesen, so würden unsere Abgeordneten für das Gesetz gestimmt haben. Wollten sie, wie Herr Sounemann unterschiebt, bloß für solche Gesetze oder Gesetzesparagraphen, Anttäge tc. stimmen, die den Prinzipien der Sozialdemokratie voll- kommen und bi« in d i e K o n s e q u e n z en entsprechen, so würden sie überhaupt nie in der Lage sein können, ein bejahende« Bowm im Reichstag abzugeben. Herr Sonnemann weiß aber sehr wohl, daß speziell beim Krankenkaffengesetz die sozialdemokratischen Abgeordneten s U r alle Anträge und Amendement« gestimmt haben, welche eine Ver- besserung der Gesetzesvorlage bezweckten, und daß sie selber sogar eine Feuilleton.*) Kandwerksburschenlied. Von Georg Weerlh(1846). Wohl um die Kirschenblüthe Da haben wir logirt, Wohl um die Kirschenblüthe In Franksurl einst logirt. E« sprach der Herbergsvater: „Habt schlechte Röcke an!" „Du lausiger Herbergsvater, Da« geht Dich gar nicht« an! „Gib uns von Deinem Weine, Gib uns von Deinem Bier; Gib uns zu Bier und Weine Auch ein gebraten Thier." Da kräht der Hahn im Spunde— Da» ist ein guter Fluß. E« schmeckt in unsrem Munde Al« wie Uriniu«. Da bracht' er einen Hasen Ju Petersilienkraut, Vor diesem tobten Hasen Hat e» un» sehr gegraut. Und al« wir waren im Bette Mit unsrem Nachlgebet, Da stachen uns im Bette Die Wanzen früh und spät. Da« ist gescheh'n zu Frankfurt, Wohl in der schönen Stadt, Das weiß, der dort gelebet Uud dort gelitten hat. Dieses Gedicht unsere» Freunde« Weerth habe ich unter dem Nachlaß von Marx wieder ausgesunden. Weerth, der erste und bedeutendste Dichter des deutschen Proletariats, war von rheinischen Eltern in Detmold ge- boren, wo sein Vater geistlicher Superintendent war. Al« ich mich 1848 in Manchester aufhielt, kam Weerth al» KommiS'einer deutschen Firma *) Fortsetzung und Scbluß de« Feuilleton«:„Vergaugenheit uud Ge- geuwart de» russischen Szialism»«" folgt in nächster Nummer. ei ue Reihe solcher Anttäge eingebracht hatten, für die sie selbstverständlich stimmten. Daß Herr Sonnemann die von den vereinigten reaktionären Parteien (beuebst der Bolkspartei als Schwanz) durchgesetzte Maßregel für eine sozialistische hält oder doch ausgibt, zeigt un« mit dankeuswerther Klarheit, von welchem Stoff der staatsmännische„Sozialismus"(mit obligater„Sozialresorm") ist, welchen Herr Sonnemann für seinen und seiner Gefolgschaft politischen Hausgebranch sich zurechtgemacht hat, uud vermittel« dessen er hier und da an abgelegenen Orten Arbeitersängerei zu treiben versucht. � Anläßlich der dritten Lesung der Gewerbeordnungsrück wärtsrevidirungsnovelle nahm der Abgeordnete S t o l l e die Gelegenheit wahr, den Beweis der Wahrheit für seine bekannte Aeußerung über die O f f i z i e r« m o r a l zu erbringen.„E« ist nicht wahr," schreibt man uns darüber,„daß er, wie einige Blätter mittheilten, vom Präsidenten am Ausreden gehindert worden sei. Die Thatsachen, um welche es sich handelte, sind vielmehr so schmutziger Natur, daß ein Eingehen in die Einzelheiten au« Geschmocksrücksichten unmöglich war, und Genosse Stolle, nachdem er die Richtigkeit seiner Behauptung festgestellt hatte, sich be- gnügeu mußte, die Beweisstücke auf den Tisch de« Hause» niederzulegen. Die starklnngigen Junker, die das erstemal so laut gebrüllt, waren ganz kleinlaut geworden. Kein Ruf der Entrüstung! Kein Wort de« Pro- teste» l Gegen Thatsachen läßt sich eben nicht« machen!" Soviel für heute. Wir kommen auf die Sache zurück. — Eine kleine Erinnerung. Es find schon viele, viele Jahre her, da lebte in einer Stadt am Rhein ein gar gottessürchtiger Herr, der Sprosse eines uralten Adelgeschlechte«. Dieser fromme Mann war von seinem König eingesetzt worden al« Statthalter über eine ganze Provinz, um die Bewohner derselben zur Tugend und frommen Sitte anzuhalten, und er waltete seine« Amtes mit großem Eifer. In dem großen Schlosse aber, in welchem seine Amtswohnung sich befand, wohnte in der oberen Etage der Bruder de« regierenden König«, damals ein gar lebenslustiger Herr, der sich durch seine besondere Vorliebe für Kartätschen auszeichnete, weshalb man ihn auch den Kartätschenprinzen nannte. Obwohl auch sehr gottessürchtig, war er doch gar nicht mit dem von seinem Bruder eingesetzten Statthalter zufrieden, und bald herrschte bittere Feindschaft zwischen diesen Säulen de« Staates, die sich leider auch aus die Ehefrauen derselben— Beides Muster weiblicher Tugend— übertrug. Wenn z. B. die Frau Slatthalterin erfuhr, daß die Prinzessin, welche die Blumen sehr liebte, in da« Treibhau» gehen wollte, um sich an den frisch aufgeblühten Knospen zu erfreuen, dann lief sie mit einer Scheere in der Tasche schleunigst voraus und schnitt sämmtliche Blüthen ab. O, im Adel Mein ist noch echtes Christenthum und holde Weiblichkeit zu finden! Schließlich mußte mitten durch den Garten ein Zaun gezogen werden, damit die beiden Damen sich nicht eine« schönen Tage« vor Liebe in die— Arme fallen möchten. Aber auch die Männer spielten einander manchen Stteich. Hatte da z. B. eine« Tage« der Statthalter eine Verfügung erlassen, daß nur noch an drei Tagen im Jahre dem Volke die sündhafte Lustbarkeit de» Tanzes erlaubt sein solle. Was that darauf der Prinz? Am ersten Sonntag nach Erlaß dieser Verfügung gab er in der oberen Etage des Schlosses einen großen Ball, zu dem er aus der ganzen Umgegend die Widersacher des Statthalter« einlud. Den ganzen Abend, bi« tief in die Nacht hinein, hörte dieser zu seinem Berdrusse die Klänge gottloser Walzer und unchrist- sicher Polka» ertönen. Da sich feine Gäste sehr gut amüsirl halten, so gab der Prinz noch manchesmal so lustige Gesellschaften. Dieses liebenswürdige Verhälwiß dauerte so lange, bis der König, der kinderlos war, vor lauter romantischer Liebe zu Gott und zum Branntwein so überschnappte, daß er nicht einmal mehr seinen Namen zu kritzeln vermochte und infolge des Verluste« dieser Ferttgkeil, die einzige, die für einen König unerläßlich ist, für regierungsunsähig erklärt wurde. Der Prinz übernahm die Regentschaft des Lande« und— der Oberpräsident der Rheinlaude, Herr von Kleist-Retzow, ward in Ungnaden entlassen.») *) Damals sagte der Prinzregent in seinem Programm vom 8. No- vember 1888: „In beiden Kirchen muß mit allein Ernst den Bestrebungen eutgegen- getreten werden, die dahin abzielen, die Religion zum Deck- mantel poliliischer Bestrebungen zu«lachen... Alle Heuchelei, Scheinheiligkeit, kurzum alle« Kirchenwesen zu egoistische» Zwecken ist zu entlarven, wo es nur möglich ist." Heute wird offiziell die Religion zum Deckmantel politischer Be- strebt, ngen gemacht, und wer die Scheinheiligkeit am besten auszuüben versteht, wird— Exzellenz. E« sind eben nicht blas„junge Huren", die alte Betschwestern werden. nach Bradford, und wir verbrachten viele heitere Sonntage zusammen. 1845, als Marx und ich in Brüssel wohnten, übernahm Weerth die kon- tinentale Agentur seine« Handlunghauses und richtete es so ein, daß er sein Hauptquartier ebenfalls in Brüssel nehmen konnte. Nach der 1848er Märzrevolutton fauden wir un» alle in Köln zur Gründung der„Neuen Rheinischen Zeitung" zusammen. Weerth übernahm das Feuilleton, und ich bezweifle, ob je eine andere Zeitung ein so lustige« und schneidige» Feuilleton hatte. Eine seiner Hauptarbeiten war:„Leben uud Thaten de« berühmten Ritter» Schnapphahnski", die Abenteuer de« von Heine im Atta Troll so benamsten Fürsten Lichnowski schildernd. Die That- fachen sind alle wahr; wie wir sie erfuhren, darüber vielleicht ein ander- mal. Diese Schnapphahnski-Feuilleton» find 1849 bei Hoffmanu u. Campe gesammelt al« Buch erschienen und noch heute äußerst erheiternd. Da aber SchuapphahnSki-Lichnowski am 18. September 1848 mit demprenßi- scheu General von Auerswald(ebenfalls Parlamentsmitglied) die den Frankfurter Barrikadenkämpfern zuziehenden Bauernkolonueu spioniren ritt, bei welcher Gelegenheil er und Auerswald von den Bauern ver- dientermaßen al» Spione todt�eschlagen wurden, richtete die deutsche Reichsverweserschaft eine Anklage gegen Weerth wegen Beleidigung de« todten Lichnowski, und Weerth, der längst in England war, bekam drei Monate Gesängniß, lange nachdem die Reaktion der„N. Rh. Ztg." ein Ende gemacht hatte. Diese drei Monate hat er denn auch richtig abge- sesseo, weil seine Geschäfte ihn nöthigten, Deutschland von Zeit zu Zeit zu besuchen. 1850/51 reiste er im Interesse einer anderen Bradforder Firma nach Spanien, dann nach Westindien und über fast ganz Südamerika. Nach einem kurzen Besuch in Europa kehrte er nach seinem geliebten West- indien zurück. Dort wollte er sich da» Vergnügen nicht versagen, da« wirkliche Origmal de« Loui« Napoleon III., den Negerkönig Soulouque aus Hain, einmal anzusehen. Aber er bekam, wie W. Wolff, 28. August 185«! au Marx schreibt,„Schwierigkeiten mit den Quarantäue-Behörden, mußte fem Projekt ausgeben und sammelte auf der Tour die Keime zu dem(gelben) Fieber, da» er mit nach Havana brachte. Er legte sich nieder, eine Gehirnentzündung ttat hinzu uud— am 30. Juli— starb unser Weerth in Havana." Ich nannte ihn den ersten und bedeutendsten Dichter de« deutschen Proletariat«. In der That find seine sozialistischen und politischen Ge- dichte denen Freiligrath'« an Originalität, Witz und namentlich an sinn- lichem Feuer weit überlegen. Er wandte oft Heine'jche Formen an, aber nur, um sie mit einem ganz originellen, selbstständigen Inhalt zu erfüllen. Dabei unterschied er sich von den meisten Poeten dadurch, daß ihm seine Gedichte, einmal hingeschrieben, total gleichgiltig waren. Hatte er eine Abschrist davon an Marx oder mich geschickt, ließ er die Verse liegen und war oft nur schwer dazu zu bringen, sie irgendwo drucken zu lassen.. Nur während der„Neuen Rheinischen Zeitung" war da« ander«. Warum, zeigt folgender Auszug eine» Briefe» von Weerth an Marx, Hamburg, 28. April 1851: „Uebrigens hoffe ich Dich Ansang Juli in London wiederzusehen, denn ich kann diese xrasbopporo(Heuschrecken) in Hamburg nicht länger er- ttagen. Es droht mir hier eine glänzende Existenz, aber ich erschrecke davor. Herr von Kleist-Retzow blieb, was er war, ein starrer Mucker und Reaktionär. Aber Gott verläßt die Seinen nicht. Am 25. Jahrestage seiner Entlassung erhielt er, wie die Blätter gerührt berichten, von seinem König und Kaiser huldvollst die«Ernennung zum wirklichen Geheimen Rath mit dem Titel Exzellenz. Ob der Frage der polizeilichen Tanz- verböte hatten sie sich verfeindet, und wegen seines mannhaften Eintretens für die Wieder einfübruag derselben, sowie für sein Wirken für die Herr- schaft der himmlischen und irdischen Polizei überhaupt, wurde dem Pom- merschen Junker diese außerordentliche„Gnadenbezeugung" zu Theil. Ein schöne« Beispiel von der Rückkehr eine« Königs zur besseren Einficht, deren wir gleich erhebende nur in der heiligen Schrift finden. Wer kennt nicht die Geschichte von David und Salomo, von denen e« im alten Siede heißt: „Der David und der Salomo, Da« waren arge Sünder, Der David und der Salomo, Die machten viele Kinder. Und al« sie nicht mehr konnten so, Bon wegen hohen Alter«, Da schrieb die Sprüche Salomo, Und David seine Psalter«. Dichten ist nicht Jedermanns Sache, dazu gehört immerhin Talent, aber selbst der bescheidenste Geist kann sich zu den Worten aufschwingen: „Die Religion muß dem Volke erhalten bleibe n." — Bourgeois moral. Al« auf seinem Bureau die Depesche von dem schrecklichen Untergang des Dampfers C i m b r i a einttaf, da lief der Kommi» der Hamburg- Amerikanischen Packetfahrtgesellschaft N. T. E n g e l schleunigst zu dem Bankier A. I. G r S p e(, und machte ihn auf die— schöne Gelegenheit, ein„Geschäftchen" zu machen", aus- merksam; denn die übrige Welt wußte noch nicht«. Gräpel ließ sich das nicht zweimal sagen und fixte sosort an der Börse verschiedene Aktien der Hamburg-Amerikanischen Packetsahrtgesellschaft— der Gewinn sollte später zwischen beiden Biedermännern getheilt werden. Der saubere Plan gelang, groß aber war hinterher die tugendhafte Enttüstung der von Gräpel geleimten Börseng— rößen. Der Staatsanwalt erhob auch Anklage, aber siehe da, da» Landgericht erklärte, es fände keine Schuld au Engel,„kein Engel sei so rein" als er, und lehnte die Verfolgung ab. Infolgedessen hatte sich vor siebenzehn Tagen da« Oberlandes- gericht Hamburg mit der Sache zu befchäfsigen, aber auch diese» er- kannte, daß weder Engel noch Gräpel sich einer strafbaren Hand- lung schuldig gemacht. Allerdings habe Gräpel durch die Unterdrück- ung der wahren Thatsache bei den Käufern eineu Jrrthum unter« halten, aber von einer Pflicht, seine Kenntniß des„Ciinbria"-Unfalles dem vermittelnden Makler mitzutheilen, könne keine Rede sein, denn, heißt es wörtlich weiter,„wenn schon der Grundsatz, daß Treu uud Glauben den kaufmännischen Verkehr beherrschen sollen, durchaus richtig ist, so kann doch nicht zugegeben werden, daß um deshalb e« nun auch verboten sei. einem Dritten ein Gc« schäst anzubieten und dabei ihm eineThatsache vorzueut- halten, d eren Ke un t n i ß ih n v o n d er E ing e h u n g de» Geschäfts abhalten würde. Die Aufstellung einer solchen Ber- pflichtung würde fast j e d e n(O, weiser uud gerechter Richter I) H a n- delsgewinn der strafrechtlichen Ahndung unterzüglich machen, da derselbe größientheil« gerade von der Berwerthung über le gener Kenntnisse von Thatsachen beruht" Diese« Erkennmiß sollte man in Gold fassen lassen mit der Umschrift: Heilig ist das Eigenthum! Klassischer al« an diesem Beispiel• kann die Moral der heutigen BourgeoiSgcsellschast gar nicht gekennzeichnet werden. Hamburg gilt nämlich noch al« ein besonder«„respektabler" Handelsplatz, die Hamburger Kaufleute halten noch sehr viel aus„Ehr- b a r k e i t" und in der oberen Gesellschaft Hamburg»,»u der natürlich auch die Richter gehören, ist man noch außerordentlich religiös, Hamburg gehört zu den am wenigsten„verjudeten" Börsenplätzen Deutsch- land«. Wa« in Hamburg Recht ist. da« ist in Berlin, Frankfurt, Wien jc. sicherlich unantastbar. Nichts Ehrenhaftere» al» aus einem Unglücksfall, der die philisterhaften GesühlSmenschen auf's Tiefste erschüttert, jeden möglichen Profit zu ziehen. Eine Depesche eine Swnde früher erhalten, sie dem Pnblilum verschweigen, heißt über- l e g e n e r e Kenntniß von Thatsachen haben. Warum eine solche„Ueber- legeuheit" nicht ausnützen? Selbstverständlich ist diese Manipulation nicht neu. Hat doch bekanntlich Roihsch'ld seine„überlegene" Kennwiß von der Schlacht bei Waterloo in gleicher Weise tausmänuisch verwerlhet. Und Rothschild'« Name glänzt durch alle Laude. In Rothschild'« Palais in Paris lungerte erst neulich wiederum ein ganzer Haufen von Herzögen, Grafen, Priestern, Gelehrten, Künstlern, die Botschafter sämmtlicher europäischer Groß- staaten, kurz die„Cröme" der„guten" Gesellschaft, und schrie so un- Jeder Andere würde mit beiden Händen zugreisen. Aber ich bin zu alt, um ein Philister zu werden, und jenseit der See liegt ja der ferne ��Jch' habe in der letzten Zeit allerlei geschrieben, aber nicht« beendigt, denn ich sehe gar keinen Zweck, kein Ziel bei der Schriftstellerei. Wenn D u etwa« über Nationalökonomie schreibst, so hat da, Sinn und Versand. Aber i ch? Dürftige Witze, schlechte Späße reißen, um den vater- ändischen Fratzen ein blöde» Lächeln abzulocken— wahrhastig, ich kenne nichts Erbärmlichere»! Meine schriftstellerische Thätigkeit ging entschieden mit der„Neuen Rhemischen Zeitung" zu Grunde. „Ich muß gestehen: so leid e« mir thut, die letzten drei Jahre für nicht« und wieder nicht« verloren zu haben, so sehr freut e» mich, wenn ich an unsere Kölner Residenz denke. Wir haben un« nicht»ompro- mittirt. Da» ist die Hauptsache! Seit Friedrich dem Großen hat Nie- wand da« deutsche Volk so sehr ou canaille behandelt wie die„Neue Rheinische Zeitung.". v. „Ich will nicht sagen, daß die« mein Verdienst war; aber ich bin dabei gewesen.... „O Portugal! O Spanien! fieben ober acht Gerechte seien doch gewiß die Betrogenen gewesen, aber weit gefehlt! Auch sie find nicht betrogen worden, denn e« war ihnen bekannt, baß die anderen zu niedrig einzahlten und sie hatten— wenn auch vergebens häufig dagegen protestirt. Auch die Arbeiter, die in- folge der niedrigen Einzahlungen zu niedrig unterstützt wurden, sind nicht betrogen worden, kurz Niemand auf der weiten Welt ist von den �Herren Erkens unb Konsorten in gewinnsüchtiger Absicht in einem Jrthum, ober doch nicht in genügend erwiesenem Jrrthum erhalten worden, und was verlangt der Mensch mehr? Die bürgerliche Moral ist nicht verletzt, denn alle Zeugen au« der Bourgeoisie— Einer immer achtbarer al« der Andere— richteten ihre Aussage zu Gunsten der rechtschaffenen Herren Erkens und Sohn ein, und die amtliche Moral ist auch gerettet, denn Erkens ist von Rechtswegen freigesprochen worden. Vorfitzen- der des GerichtShoses war der LandgerichtSrath Schwenbler. Wir wünschen allen Genossen, die wegen Bismarckbeleibigung, Majestäts- beleidignng und ähnlicher schwerer Verbrechen angeklagt werben, ebenso kluge, vorsichtige und objektive Richter! die Schundromane ist jedoch bei den Herren nur politische Heuchelei, es ist ihnen nicht um sie zu thnn, sondern um die Unterdrückung der wirklich aufklärenden Zeitschriften. Die„schöne Elvira", welche Herr Stöcker mit seinem bekannten heuchlerischen Pathos in's Feld führte, macht dem Pfaffenthum keine Seele abspenstig, wohl aber andere Schriften, die er nicht nannte. Unfern Staubpunkt in dieser Frage haben wir bereit« de« Oesteren dargelegt: Wenn wir aus Einem Gebiete für freie Konkurrenz sind, so ist e« bas ber geistigen Produktion. Wir fürchten da keine Konkurrenz, so gering unsere Mittel auch sind, in dem Geschrei der Windthorst, Stöcker und Konsorten aber liegt nur da« Gestänbuiß, baß das Volk von ihren in Millionen von Exemplaren verbreiteten Traktaten, Erbauungsschriften xc.t nichts wissen will, daß dieselben nicht einmal die Konkurrenz mit der„schönen Elvira" aushalten. — Herr Eugen Richter, der sich in letzter Zeit, nachdem er seitens seiner Fraktion einen tüchtigen Rüffel bezogen, eine« anständigen Benehmens gegen die Sozialdemokratie befleißigt hatte, ist nenerdings wieder in seine alten Gewohnheiten zurückgefallen. Unter diesen unan- ständigen Gewohnheiten sind zwei besonder« unanständige: Ersten«, da« Schimpfen aus abwesende Gegner; und Zweiten«, da« Reden hinter verschlossenen Thüren mit obligater Mund- todtmachung der anwesenden Geger. Und gerade diese beiden unanständigsten Praktiken hat Herr Richter sich wieder zugelegt. Sonnabend, den 26. Mai, ging er„aus Agitation" nach Hamburg, um für den fortschrittlichen Rabe(der beiläufig weder ein weißer, noch ein weiser Rabe ist) durch einen der bekannten Vorträge Stimmung zu machen. Diesen seinen Vortrag hielt Herr Engen Richter hinler verschlossenen Thüren. Nur gegen Karten wurde der Eintritt gestattet, und mit den Karten hatte man fürsorglich ein paarmal gewechselt, um die Nachahmung durch sozial- demokratische Uebelthäter zu verhindern, und außerdem die peinlichsten Vorsichtsmaßregeln getroffen, um zu verhüten, daß von den Worten Engen« auch nur eine» durch Eindringen in ein sozialdemokratische« Ohr der Gefahr unbequemer Kritik ausgesetzt werden könne. Und nachdem Herr Richter sich von der Wirksamkeit der fortschrittlichen Polizeimaß- regeln Überzeugt hatte, fühlte er einen so gewaltigen Heldenmnth, daß er den abwesenden Kandidaten der abwesenden Sozialdemokraten in heftigen Ausdrücken angriff, welche ihm später von einigen seiner eigenen Parteigenossen Vorwürfe einbrachten. Gleich nach beendigter Rede entfernte sich Herr Engen Richter in größter Eile, um seine Rückfahrt in die Haupt- und Residenzstadt Berlin noch am selben Abend anzutreten— es wäre ja möglich gewesen, daß schließlich au« irgend einem verborgenen, der Aufmerksamkeit der fort- schrittlichen SicherheitSkommissarien entgangenen Eckchen ein Sozialdemo- kral hervorsprang und den lapseren Eugen meuchlings(mit Zungen- oder anderen Dolchen) überfiel. ES ist Zeit, daß die Freunde Richter'» diesem Herrn eine zweite Lektion ertheilen und ihm da» von den Herren Fortschrittlern seinerzeit so be- wunderte und gefeierte Wort T a d d e l' S zurufen:„Da» schickt sich nicht!" Warten wir ab! — Der Abgeordnete Kräcker wurde in der ReichStagSsitzung vom 30. Mai plötzlich von schwerem Unwohlsein befallen, welches seine sofortige Ueberführung in's Elisabeth- Krankenhaus nothweudig machte. Es stellte sich heran«, daß ein Fall von Darmverschlingung vorlag, also das Leben de» Kranken in größter Gefahr schwebte. Zum Glück war die Verschlingung noch keine vollständige, und der raschen, umsichtigen ärzt- lichen Hilfe und der sorgsamen Pflege gelang es, eine günstige Wendung herbeizuführen, so daß unser braver Genosse im Augenblick, wo diese« geschrieben wird— Feitag, 1. Juni— ganz außer Gefahr war und — nach Aussage der Aerzte— schon im Lause dieser Woche(vor dem 9. d. M.) die Krankenanstalt wird verlassen können. Die» zur Rektifi- kation der verschiedenen in die Zeitungen übergangenen Notizen. — Die Leipziger Polizei in tausend Nöthen! Der Juni hat begonnen, schreibt man uns aus Leipzig, Ende de« Monat« muß der Belagerungszustand verlängert werden, und noch hat die Po- lizei kein Material! Material, Material, ein Königreich für Material! seufzt unser Bretschneider, und der arme„Grünäugige" läuft keuchend herum, sucht, sucht und sucht vergeben«, greift, greift und greift vergeben«, macht sogar„kühne Griffe" ä la Gagern und greift ver- geben«, greift in'« Blaue. O tragische« Schicksal! Neulich glaubte er den Richtigen gegriffen zu haben, und siehe da, der Richtige war der Unrichtige und mußte nach ein paar Tagen entlassen werden. Natürlich wird der Mann dafür, daß er n i ch t der Richtige war, ausgewiesen, allein da» ist kein„Material" kein„Grund" für die Verlängerung de«„Kleinen", am wenigsten ein „zureichender Grund", den doch von Rechtswegen, wie die Philo- sophie lehrt, ein jedes Ding haben muß. Da nun die bösen Sozialdemo. kraten so boshaft sind, sich nicht erwischen zu lassen, und kein Material und keine Gründe zu liesern, so wird der Bretschneider noch bis zum Ende de« Monat« seufzen, der Grünäugige noch bi« zum Ende de« Monat» keuchen, und am Ende de» Monat» die Polizei sammt Kreis- und AmtShauptmannschast sich entschließen müssen, den„Kleinen" zu ver- längern ohne Material nnd ohne Gründe. O Dn unglückliche Polizei! — JnSachende« gehängten„einäugigen Wolfs" ist in verschiedenen Zeitungen die Notiz gebracht worden, der Mord oder Selbst- mord sei in Ottensen erfolgt. Diese Notiz, welche an» einer Polizei- quelle stammt und offenbar nur darauf berechnet ist, den Verdacht von der richtigen Fährte abzulenken, ist vollkommen unwahr. Der Mord oder Selbstmord hat in Altona stattgefunden, im Machtbereiche de» Engel. Durch solche Manöver können die schweren Verdachtsmomente, die gegen den sauberen Kumpan oorliegeu, nur noch vermehrt werden. — An« Frankreich. Wir bringen zunächst noch die bereit« früher erwähnte Resolution de» Regionalkongresse« der sozialistisch- revolutionären Arbeiterpartei, welche von der Einwanderung der Ausländer in Frankreich und die dadurch hervor- gerufene Lohnkon kurrenz handelt, zum Abdruck. Sie lautet: „In Erwägung, daß die Natur e» gewollt(?) hat, daß die Völker, sobald sie aus einem gewissen Standpunkt der Zivilisation angelangt sind, sich vermischen und in die Menschheit ausgehen; „In Erwägung, daß die Kreuzung der Rassen einer der mäch- tigsten Faktoren de« politischen, wirthschaftlichen und sozialen Fort- schritte» ist; In Erwägung, daß die großen Arbeiterwanderungen ein sehr fruchtbare« Mittel sozialistischer Propaganda sind; „empfiehlt der»c. Kongreß der sozialistisch-revolutionären Arbeiterpartei, folgende Forderungen zu erheben: „Al s en d g Ü lti g e« Z i el: bie Nationalisirung*) de« Grund und Boden», der Gebäude, der Arbeitsinstrumente ec., und zweiten« die Organisation der Produktion und der sachgewerblichen Gruppen, gemäß den Prinzipien de« wissen- schastlichen Sozialismus. „Als Mittel zur Erreichung desselben: die Ab- schaffung de» Gesetze» wider die Internationale und alle ähnliche Zwecke verfolgenden Bereine; die Förderung immer lebhafterer Be- ziehungen zwischen den sozialistischen Parteien der verschiedenen *) Wir halten diese« Wort für besser al» Verstaatlichung. Anm. der Red. Nationen', deren Leiter und Organe wie zwischen den Gewerk- schasten; die Errichtung von Fachvereinen in allen Städten und für jede Bernfsgruppe; die Aufstellung von obligatorischen Tarisen von Seiten der Fachvereine; die Bestrasung aller Derer, welche unter dem von ihnen akzeptirten Tarif arbeiten lassen. Die Errichtung von Bezirksarbeitskammern, zusammengesetzt au» Vertretern der Arbeiter- vereine:dieBervollkommnungunserermechanischen Betriebsmittel, damit der Answaud an menschlicher ArbeitSkrastimVerhältnißzumProdnktgeringer werdeund so nnsereJndustrie im Stande sei, d er Konkurrenz and er er Länder Widerstand zu leisten; Herabsetzung der Arbeitszeit; Ernennung von in Bezug aus Handel nnd Industrie besser unterrichteten Konsuln; die Entsendung von Arbeitern aller Berufe ans mindesten« ein Jahr in'» Ausland mit dem Austrage, über Alle«, was ihre Fachgenossen interessirt, Bericht zu erstatten; Ausdehnung unsere« auswärtigen Handels; Organisation einer Propaganda unter den ausländischen Arbeitern, die in Frank- kreich arbeiten, um sie für die Prinzipien der Arbeiterpartei zu gewinnen und sich ihrer für die internationale sozialistische Propa- ganda zu benutzen." Diese Resolution entspricht in ihren wesentlichen Punkten dem Bericht de« Cercle international socialiste, eine« Verein«, der sich an« Sozia- listen aller Nationen zusammensetzt und energisch, und wie man sieht mit Erfolg, gegen den Chauvinismus zu Felde zieht.— Der Regionalkongreß der Anhänger der R o a n n e r Richtung wird am 17. Juni eröffnet werden und soll bis zum 24. Juni dauern. Die Tagesordnung besteht ans vier Punkten, deren wesentlichste folgende beide sind:1)DieArbeitSkrisen,ihreUrsachenundHeil- mittel: a) die Monopole, Gas, Posten, Telegraphen tc.; b) die Projekte betreffs der Wohnungsfrage; o) Gesetze über die Gewerkschaft»- shudikate; ck) Gesetze über die Dauer de» Arbeitstages; e) die Einwanderung fremder Arbeiter; k) die Betheiligung an städtischen Arbeiten, die Unterfliitzungsfrage-c., sowie die Palliativmitttel Überhaupt.— 2)StudiumderTageSordnungdesRegionalkongresseS von Roubaix: a) Der Stand der produktiven Kräfte; b) die Lage der einzelnen Industriezweige; c) Preise der Wohnungen und Leben«- mittel; ck) die Mittel der Propaganda. Hoffen wir, daß auch dieser Kongreß zur prinzipiellen Klärung der französischen Arbeiter- und Parteiverhältnisse sein Theil beitrage.— Unter den Hasenarbeitern, Schiffszimmerern?c. von Marseille und Havre ist eine Bewegung im Gange, eine gewerkschaftliche Organisation aller auf die Marine bezüglichen Berusszweige in'« Leben zu rufen. Glück auf dazu! Die Pariser Gewerkschaften, welche die internationale Kolonialau»- stellung in Amsterdam beschicken(bekanntlich hat sowohl die National- Versammlung al» auch die Stadt Pari» ansehnliche Subventionen, und zwar bedingungslos, den Arbeitersyndikaten zur Verfügung ge- stellt, was sich die christlich-konservativen Apostel de»„sozialen Königthums" hinter die Ohren schreiben mögen), haben einen sehr ausführlichen Fragebogen entworfen, der den Delegirten zur Erledigung mitgegeben werden soll. Die Fragen betreffen in politischer Beziehung die Verfassung und Gesetzgebung Holland« mit Bezug auf die Rechte und den Schutz der Arbeiter, in ökonomischer Beziehung die Organi- sationen der holländischen Arbeiter(Assoziationen, Hilsskassen, Gewerk- schaften, sozialistische Vereinigungen), dieBeziehnngen zwischen Kapital und Arbeit, die Zustände ans den Arbeitsplätzen, Vergleich holländischer Arbeitsräume mit sranzöfischeu der entsprechenden Industrie, die technische Entwickelung der Produktionsweise in Holland?c. Diese Fragestellung, sowie auch namentlich die Detailfragen zeigen, wie trefflich die Arbeiter ohne jede Reglementirerei von oben her ihre Angelegenheiten zu behandeln wissen. — Rußland. Ein würdiger Sch muck. Unter den r u s s i- schen Kron-Jnsignien befirwel sich an der Spitze de« russischen Reichsszepters der sogenannte Orlow-Diamant. Derselbe wurde von einem Armenier in Indien einem Götzenbilde— welchem der Diamant al« Auge eingesetzt war— gestohlen, nach Rußland gebracht und der Kaiserin Katharina um ein Adelsdiplom und 40,000 Rubeln verkauft. Da« ist wirklich ein passender Schmuck für den edlen Sprößling der Banditenfamilie der Romanow'«, deren ganze Geschichte nichts ist al« eine fortgesetzte Kette von Raubmorden und Brandstiftungen. Fast der ganze Familienreichthum dieser erlauchten Gesellschaft ist direkt g e- stöhlen, der übrige Theil ist dem Volke gesetzlich ausgepreßt worden. Und wie da« russische Reich zusammengeraubt und zusammengestohlen wurde, davon weiß Polen ein Liedlein zu singen. Sehr erbaulich ist die Ansprache„Väterchens" an die Vertreter der Landgemeinden, von denen viele aus eine Revision der Land- regnlirung hofften, in der ihnen der von den Adligen bei der Emanzi- palion gestohlene Grundbesitz zurückerstattet würde.„Folgt dem Rathe", sagte er ihnen,„und der Führung Eurer Adelsmarschälle— d. h. der Diebe und Räuber— und schenket keinen Glauben den unsinnigen Gerüchten über Landvertheilung und unentgeltliche Erweiterung de« Grundbesitze« und dergleichen. Solche Gerüchte werden durch unsere Feinde verbreitet. Jede« Eigenthum, auch da« Eurige, muß unantastbar sein. Gott gebe Euch Glück und Gesundheit!" Da« kost't nischt, antwortete der Berliner auf einen so stammen Wunsch. „Jede« Eigenthum, a u ch(I) da« Eurige, muß unantastbar sein." Da fehlt blo« noch der Zusatz: Ganz besonder» aber da» g e st o h l e n e. Ob die Bauern von dieser Ansprache sehr erbaut gewesen find? Schwerlich. Vergnügter werden aber sicherlich die Adelsvertreter gewesen sein, al» „Väterchen" nach dieser Adfertignng der Bauern sich ihnen zuwandte: „Gott möge un« ein friedliche» und ruhige« Leben gewähren!" Ruhe und Frieden, die wünscht sich jeder Raubvogel, um seine Beute ungestört zu verzehren, sagte schon Goethe. Wer's mit den Raubvögeln hält, schließe sich dem frommen Wunsche an, wir wünschen und hoffen, daß nunmehr der Tanz erst recht losgehen möge. Keine politischen Reformen, keine ökonomischen Reformen, eine Gnadenkomödie, die ein wahrer Hohn aus den Begriff der Amnestie ist— man müßte am russischen Volte verzweifeln, wenn e« sich da» stillschweigend gefallen lassen wollte. Aber zum Glück deuten alle Vorzeichen auf da« Gegentheil hin. Die Unruhen in Petersburg sam Krönungsabend sind un» ein gute« Omen. — Sozialistische Presse und Literatur. Nunmehr ist anch die Abhandlung„Lohnarbeit und Kapital" von Karl Marx in russischer Uebersetzung erschienen, und zwar in der „Freien russischen Druckerei" in Gens. Die Herausgeber leiten die Broschüre mit einem sehr warmen Nachrufe an den verstorbenen großen Vorkämpfer der modernen Arbeiterbewegung und einer Würdigung seiner wissenschastlichen wie politischen Wirksamkeit ein. Zum Schluß heißt e» dann; „Aber wie in der ganzen übrigen zivilisirten West liegt die tiefere Erkenntniß der großen Bedeutung der von Marx entwickelten Theorien, die allgemeine Geltung seiner Lehren, auch in Rußland eigentlich noch vor un«, in der Z u k u n s t. Sogar unter den Sozialisten ist heute die Zahl derer eine verhältnißmäßig geringe, welche die tiefe Bedeutung der Grundprinzipien de» großen Lehrer« ganz erfaßt haben. Und doch kann ohne das Slndinm der Lehren de» Schöpsers de« modernen wissen- schaftlichen Sozialismus, ohne volles Verstäudniß für den von Marx in seinen Werken so klar nachgewiesenen K l a s s e n k a m p f in der modernen Gesellschaft keine richtige Arbeiterbewegung— wir sagen mehr, kein rechter Schritt aus dem Wege zur Besreinng be« Proletariats gemacht werden. Und darnm schließen wir uns voll und ganz dem Wunsch der Uebersetzer de« kommunistischen Manifeste« an, daß die russische Arbeiter- — Die„glänzenden Erfolge" der famosen Arbeit»- kolonie Wilhelmsdors, dieses Musterinstitut« christlicher Sklaven- züchterei, die nämlich in nicht« Anderem bestehen, als in einer Konsta- tiruug der bekannten Thatsache, daß es den meisten„Vagabunden" keineswegs an Arbeitslust, sondern nur an Arbeit« gelegenheit fehlt, diese glänzenden Erfolge haben eine wahre Wuth nach Gründung solcher Kolonien hervorgerufen, wa« ein neuer Beweis für die Rath- und Kopflosigkeit der herrschenden Klassen gegenüber der Arbeitersrage ist. Ohne zu prüfen, stürzen sie sich auf Alle», wa» den Ruf hat, zu nützen, und lassen sich daher von jedem Quacksalber anschmieren. Daß sie mit noch so vielen solcher Kolonien weder die Arbeitslosen-, noch die „lästige" Vagabnndensrage lösen, sehen diese weisen Leute nicht ein, denn nicht« ist ihnen verhaßter, al« irgend einer Frage ans den Grund zu gehen. Alz echte Eklektiker stürzen sie sich nach dem Grundsatz:„Nützt e« nichts, so schadet e« nicht«" von einem Experiment in's andere, bi« sie eines Tage» nicht nur den Schaden, sondern anch noch den Spott dazu haben. E« muß übrigen« scstgehalten werden, daß die Herren schon deshalb für die„ArbeitSkolonien" eingenommen sind, weil sie ihnen Gelegenheit geben, unter der Maske der Wohlthätigkeit, der sozialen Fürsorge, de» praktischen Christenthums, und wie die schöneu Phrasen sonst noch lauten, eine Art Zuchthäuser zweiter Klasse in'« Leben zu rufen, die sich von den Zuchthäusern erster Klasse nur dadurch unterscheiden, biß der Arbeiter e« in ihnen in jeder Beziehung schlechter hat und namentlich rechtloser dasteht al» der Insasse der ersteren. — W ie man die Söhne de« Volkes mordet. In Ulm machte am 12. Mai ein Militärsträsling einen Fluchtversuch; er wurde aber von der Wache, die zweimal Feuer gab,„angeschossen" und starb nach wenigen Tagen im Lazareth. So melden die Blätter und fügen noch hinzu, der Unglückliche habe ausgesagt, er habe sich in der Donau ertränken wollen. Und damit ist die Neugier de» Publikum» befriedigt. Kein Wort darüber, welche Motive den Aermsten zur Verzweiflung getrieben. Freilich; man kennt sie zur Genüge, diese Motive, welche die Militärsklaven in den Tod jagen. Aber man spricht nicht gern darüber, e« mangelt ja„gottlob" nicht an Kanonenfutter für unser herrliche« KriegSheer, denn langmüthig über alle Massen ist— da« Volk. Leider! — Die Lohnbewegung inDentschland ist noch immer in kräftiger BorwärtSentwicklung. In Berlin liegen fast sämmtliche Bau- gewerke, sowie die Holzarbester und die Tabakarbeiter im Lohnkamps, in Köln streiken die Schreiner, in M i t t w e i d a(Sachsen) die Stuhl- arbeitet, in Frankfurt a/M. dauert der Streik der Schuhmacher bei Otto Herz& C o. fort, kurz, es regt sich im deutschen Proletariat. Die Ausbeuter versuchen mit allen Mitteln der gemeinsten Jntrigue die Arbeiter, und seien deren Forderungen noch so mäßig, zur Unterwer- snng zu zwingen, aber bi« jetzt find ihre Bemühungen fast überall an dem festen Zusammenhalt der Arbeiter gescheitert. Eine besondere In- samie verdient hier zur allgemeinen Kenntniß gebracht zu werden, als Beitrag zum Thema„Brod und Freiheit": Die deutsche Bangewerk«- Zestnng, da« Organ der Prinzipale, denunzirt in seiner Wuth über die „unverschämte" Forderung der Arbeiter die Führer der Berliner Ge- werkschastsbewegung al«„sozialistische Agitatoren", wie in der jüngsten Manrerversammlung mit Entrüstung konstatwt wurde— denn wa« da« in Berlin heißt, weiß man. Nun, alle Denunziation wird den Herren nicht« helfen, so lange die Arbeiter fest zusammenhalten. — Geständnisse einer schönen Seele.„I ch mö.chte am liebstengar keineKolportagevonDruckschristen", sagte Herr Windthorst in der ReichSlagsdebatte vom 30. Mai. Dieser Ausspruch verräth ganz unzweideutig, worauf es den Herren Klerikal- konservativen im Grunde ankommt: Gar nicht lesen soll da» Volk, und namentlich nicht da« Landvolk. Denn die Kolportage verbieten, heißt für große Distrikte das Lesen, außer in der Bibel, überhaupt verbieten. Der Bauer, der Tagelöhner geht nicht in die Stadt, sich ein Buch kaufen, er ist gewohnt, daß man es ihm in'« Hau« bringt. Kein Zweifel, es ist viel Schund in der Kolportageliteratur enthalten, aber selbst der ärgste Schund der profanen Literatur ist immer noch besser al» die religiösen VerdummnngStraktätchen. Da« Gejammer über literatur sich zur Aufgabe stellen möge: die Popularisirung der Werke von Marx uud Engels." Korrespondenzen. — Kalk bei Köln a/R., Mai 18S3. An jedem Ort, wo sich nnr Sozialdemokraten finden, die irgend welche Thäligkeit entwickeln, finden sich auch stets reaktionäre Heißsporne, die es als ihre besondere Auf- gäbe betrachten, die Sozialdemokratie und was drnm und dran hängt, aus'« Niederträchtigste zu bekämpfen. Sie dichten unserer Partei alles Schlechte nnd Unvernllnstige an, während sie vom Gegentheil überzeugt find. Höchst charakteristischer Weise find diese Gegner aber meist Leute, die dasjenige, was sie uns vorwerfen, selbst vu gros betreiben, vor allem das Kapitel der„freien Liebe". Einen solchen Gegner erlauben wir un« heute im„Sozialdemokrat" festzunageln und den Parteigenossen hiermit vorzustellen. Eduard Maria Schreiner heißt der Biedermann und ist Apotheker in Kalk, Stadtrath, Präsident de» Kalter Turnvereins, Präsident des Katholischen Bürgervercin«, Mitglied de« Kirchenvor- stände«, de« katholischen Srziehnngsvmins, Waisenvater, und Ehrenmitglied des hiesigen Gesangverein»„Lorelei" Zc. jc. Im letzteren Per- ein ist er auch Hauptmitglied des Festkomite« für die 2. Fahnenweihe, und als solcher hielt er vor Kurzem einen Vortrag über Festorgani- sation und über— Sozialdemokratie. Anlaß dazu war jedenfalls der Umstand, daß ihm knrz vorher eine Nummer unseres Blatte« zugeschickt worden war, in welchem der Artikel über„die fromme Bourgeoisie" enthalten war, und sürwahr! besser war der Artikel nirgends angebracht, als eben bei unserm Herrn Schreiner. Es stimmt dies ja auch mit dem Urtheil de« diesigen Kaplans Krause überein, der die Apotheke des Herrn Schreiner als ein„frommes Haus" zu bezeichnen pflegt. Wa» der genannte Herr nun in seinem Vortrage über die Sozial- demokratie zu Tage förderte, waren hauptsächlich die Phrasen, die wir ja täglich von unseren Gegnern in Heitungen und Vereinen hören, das bekannte, meist von der Bosheit diklirte Lügengewebe. Besonder« verschnupfte e« den Herrn Schreiner, daß die Sozialdemo- kraten der frommen Bourgeoisie immer ihre freie Liebe so unmanierlich aufdecken, da«„entsittliche" die Jugend, die von so etwas fern gehalten werden müßte. Und weiter sprach der Herr noch von„Religion, Moral nnd guter Sitte". E» muß hier noch konstatirt werden, daß sich Nie- mand im Gesangverein Lorelei fand, der den Muth hatte, den Herrn zurechtzuweisen uud gegen ihn aufzutreten. Nun gehört aber das Kapitel der freien Liebe zu den Hauptpassionen de« frommen stadträthlichen Apotheker« Schreiner. In seinem„stammen Hause" geht e» wirklich sehr„fromm" her, das muß man sagen.„Liebet Euch untereinander", ist die herrschende Devise. Herr Schreiner mit dem Dienstmädchen uud seine Frau mit dem Provisor. Wie oft leidet nicht der fromme Mann an Nachtwandeln auf das Schlafzimmer de» Kindermädchens I Und einen„schlechten Geschmack" hat der Herr Schreiner nicht, er hält nur hübsche Dienstmädchen. Den letzten Akt seiner freien Liebe verübte er an dem jetzigen Kindermädchen, einer halb aufgeblühten Knospe von 15 Jahren, der Tochter einer armen Wittwe. Die Frau des Herrn Schreiner war verreist, der Herr, von romantischen Frühlings- gesühlen geplagt, zieht sich eines Abends nackt au« nnd läßt sich von dem jungen Mädchen mit Parfüm einreiben, wobei er sich viel„Freies" und Frommes erlaubte und feme Un-genirtheiten mit einer passenden Unterhaltung begleitete. Er sprach dem Mädchen von Nächstenliebe, von MondscheingefUhlen und Geschenken. Nacht« überfiel er sie im Bett, und was da geschah, kann man sich denken, obschon da« Mädchen nicht mit der Sprache herausrückt. Dieser Attaquen hat Schreiner natürlich mehrere auf das Kind gemacht. Das ist doch gewiß recht waisenväterlich gehandelt! Zur Ehre de« Mädchens sei angeführt, daß es den Dienst verlassen wollte, aber die von der Reise zurückgekehrte Frau Schreiner legte sich in'« Mittel, und da« Mädchen blieb. Frau Schreiner gönnt eben ihrem Manne die Freude— diese Nachsicht beruht eben auf Gegenseitigkeit. Zur Ergänzung des Vorstehenden verdient noch bemerkt zu werden, daß Herr Schreiner jeden Sonntag Morgen zur Kirch- geht, in Pro- Zessionen die Kaplanschlippe trägt und beständig da« Wort im Munde sührt:„Religion muß sein". Selbstredend gehört Herr Schreiner der ultramontanen Partei an, und die 2. Wählerklasse hat sich da» besondere Verdienst erworben, ihn in den Stadtrath zu wählen. Nun sind wir doch gewiß zu der Frage berechtigt, wie nehmen sich im Munde solcher Leute die Worte„Moral",„Religion" und„gute Sitte" au«? Kann man wohl in solche„stomme Häuser" ein ordent- liches Mädchen vermiethen? Und zuletzt— Turnverein und Bürger- verein, wie gefällt Euch Euer Präsident? An uns, Ihr Parteigenossen von Kalk und Umgegend, liegt e«, die Vereine, in denen Herr Schreiner eine Rolle spielt, zu meiden, oder dem Herrn mindestens gehörig aus den Mnud zu klopfen. Der korrnmpirende Einfluß solcher scheinheiligen Biedermänner wird aber nur endgültig beseitigt durch„die Revolution mit ehernen Sandalen und wild wehendem Lockenhaar". Anacharsi« Tloots. Meerane, 24. Mai 1883. Zum Weberstreik, lieber den Verlans der in den hiesigen Webereien erfolgten Arbeitseinstellungen ist vorläufig Folgendes mitzntheilen: Die am 12. d. M. in der mechanischen Weberei von Straff nnd Sohn ersolgte Arbeitseinstellung wurde bereit« am 16. d. dadurch beendet, daß die von den Arbeitern aufgestellte Forderung einer Lohnerhöhung von 25 Prozent bewilligt wurde; da die gleiche Forderung an sämmtliche Fabrikbesitzer gestellt, jedoch nur von der Firma Strubel und Müller vollständig, von der Firma Gebr. Schmieder theilweise, von den Firmen C. F. Schmieder u. Tie., sowie L. Thieme u. Eie, gar nicht berücksichtigt wurde, so wurde in beiden letzteren Fabriken am 17. Mai die Arbeit von sämmtlichen Arbeitern eingestellt. Die Firma L. Thieme u. Cie. änderte ihren Lohntaris dahin, daß aus sämmtliche Artikel eine Lohnzulage von 14— 25Proz. gemacht wurde, wobei bemerkt werden muß, daß die höhere Zulage hauptsächlich aus solche Artikel ersolgte, mit deren Herstellung am wenigsten Stühle beschäftigt wurden. Die Arbeiter erkannten jedoch die Zulage um so weniger an, al« die Forderung, Arbeit auf zwei Stühlen ent- sprechend der aus einem Stuhle zu zahle«, welche Einrichtung bereit« in anderen Fabriken besteht, nicht berücksichtigt wurde. Doch gelang es den Herren Fabrikbesitzern, unter Mitwirkung der Polizei(!) wenigstens so viel Arbeiter heranzuziehen, daß die Fabrik in Betrieb ge- setzt werden konnte, welche Manipulation hauptsächlich dadurch gelang, daß auch gleichzeitig einige Arbeiter aus der C. F. Schmieder'schen Fabrik hierbei Verwendung fanden. Dadurch wurde die Organisation der Arbeiter durchbrochen und die Abficht, die Forderung der Arbeiter voll- ständig durchzusetzen, vereitelt. Die Firm C. F. S ch m i e d e r n. Cie. hatte gleichfalls eine Lohn- znlage von 20 Pf. auf glatte und 50 auf karirte Waare pro Stück be- willigt; die Arbeiter, welche 50 Pf. aus glatte und 75 Ps. auf karirte Waare verlangten, gingen jedoch aus diese Forderung nicht ein; alle bisher geführten Verhandlungen waren vollständig erfolglos, und wurde in gestriger Versammlung durch geheime Abstimmung mit 202 gegen 4 Stimmen d i e W i« d er a u s n a h m e d e r A r- beit verworfen und weitere Verhandlungen vorläufig abgebrochen, da die Herren Schmieder bei ihrer Ansicht verharren, sich von den Arbeitern„keine Vorschriften" machen zu lassen. Die Zahl der noch streikenden Arbeiter beträgt zwischen 400 und 500, da gleichzeitig auch sämmtliche mit Neben- und Borarbeiten beschäftigte Arbeiter zum Streik gezwungen wurden, sowie noch 50—60 gemaßregelte Arbeiter au« der Fabrik von L. Thieme u. Cie. arbeitslos find. Wir richten daher an alle unsere Kollegen die Bitte, uns in unse rem Bestreben zu unterstützen. Hoffentlich wird unser Hilferuf nicht ungehört verhallen, nmsomehr, da doch berücksichtigt werden möchte, daß die Meeraner Arbeiter stets treu znr Fahne ge- halten haben und durch den seit Jahren fortwährend flockenden Geschäfts- gonq und die dadurch bedingten traurigen ErwerbSverhältniffe sich in sehr gedrückter Lage befinden. Der durchschnittliche wöchentliche Verdienst beträgt kaum sechs bis sieben Mark!! Es werden auch von unseren hiesigen Kollegen die riesigsten Anstrengungen gemacht, die streikenden Arbeiter zu unterstützen, denn davon ist jeder Arbeiter überzeugt, wenn die Streikenden zum Nachgeben gezwungen werden, ist auf lange Zeit jede Bewegung hier lahmgelegt; deshalb wird auch mit solcher Hartnäckigkeit gekämpft. Wir möchten daher an Sie da« Ersuchen richten, einm Auszug aus Borstehendem zur Veröffentlichung zn bringen und die Anregung zur Unterstützung von auswärt« zu geben, worauf wir hauptsächlich ange- wiesen find, denn e» find alle Anzeichen vorhanden, daß die Arbeitsein- stellung eine sehr langandauernde werden wird, wenn nicht die Arbeiter durch ihre gedrückte Lage zum Nachgeben gezwungen werden. Etwaige Unterstützungen bitten wir an Restanrateur Herman Pöhler, Heiurichstraße, sowie Zuschriften an Friedemann, Albanstraße 30, zu richten. Mt Gruß und Handschlag! Das Komite der streikenden Weder. — 1. Jnni. Die Streikangelegenheit steht noch wie vorher. Die Stimmung unter den Arbeitern ist, wenngleich die Roth eine allgemein vorherrschende ist, noch dieselbe. Gestern erst fand wieder eine Verfamm- lung statt, in der die Ausrechterhaltung de» Streik« einstimmig beschlossen wurde. Da nun die Streikenden hauptsächlich auf Unterstützung von auswärts angewiesen find, so bitte ich Sie, werlhe Genossen, Ihr Möglichstes thnn zu wollen, daß eventuell Gelder sofort aus tele- graphischem Wege hierher gelangen. Unser Fabrikpascha beabsichtigt, wie mir jetzt gemeldet wird, einen Staatsstreich auszuführen, um die Arbeiter auf irgend eine Art und Weise in die Fabrik zu locken. Ich werde mich jedoch weiter darum bekümmern und Ihnen darüber Bericht erstatten. Wir werden alles Mögliche ans- bieten, dem edlen Bestrebeen entgegenzuwirken, und durch Verbreitung Ihres Flugblattes, sowie durch Ausbezahlung der Unterstützung vom künfttgen Montag an wird auch die Stimmung der Stteikenden so ge- hoben werden, daß das Manöver der Fabrikanten keinen Eindruck erzielen wird. Wir hoffen bestimmt, diesmal zu siegen. Werner. (Diese beiden Korrespondenzen waren bereits gesetzt, als uns im letzten Augenblick Berliner Blätter zugehen, nach denen der Streik durch ein den Arbeitern günstiges Kompromiß beendet sei. Da wir von Mee- rane selbst keine Nachricht erhalten haben, so vermuthen wir, daß wir es hier mit dem oben avifirten„Staatsstreich" zu thnn haben. Jeden- fall« ersuchen wir unsere Genossen, nicht eher mit den Samm- lnngeneinzuhaltenbi« derStreikvondemArbeiter- tomite al» beendet erklärt wird. So lange daß nicht der Fall, gilt unser hiermit erneuter Rns: Lasit die Meerauer nicht im Stich! — Vffenback»Dieburg, 26. Mai. Borigen Sonntag fand zu Diebnrg im„Gasthau» zum Ochsen" eine allgemeine Wähler- Versammlung statt, welche sehr zahlreich besucht war und dadurch besonderen Werth erhielt, daß die Parteigenossen an« 10 umliegenden Orten zusammengekommen waren. Genosse Liebknecht erstattete über seine Thätigkeit al» Abgeordneter unseres Kreises den Wählern Bericht nnd legte in fast 2 V,-stündiger Rede die Verderblichkeit de« heuttgen System» klar, dabei gleichzeitig die Mittel angebend, durch welche eine Besserung möglich sei. Leider gestattet es der Raum des„Sozialdemokrat" nicht, näher ans den Vorttag einzugehen, doch wollen wir bemerken, daß derselbe allseits mit größter Aufmerksamkeit verfolgt wurde. Unter dem lebhaftesten Beifall der Versammlung schloß der Redner seinen Vorttag, der sicher für unsere Sache gute Früchte tragen wird. Außer in Dieburg hielt Genosse Liebknecht auch noch in Bürgel am Samstag eine äußerst zahreich besuchte Versammlung der Wasser- beschädigten ab, in welcher die Lage derselben besprochen wurde. Ein Komite nahm die eingelaufenen Beschwerden entgegen und erledigte die- selben in entsprechender Weise. Am Sonntag besuchten wir dann noch einige Orte unseres Kreise», in denen wir Uberall mit großem Enihn- fiasmu» aufgenommen wurden. So wurde die zweitägige Anwesenheit unseres Vertteter» in bester Weife ausgenutzt. T. v. Main. — Kopenhagen, im Mai 1883. Wie bereit« mitgetheilt, ist unter den Z i g a r r e n a r b ei t e r n hier ein Streik ausgebrochen, und will ich die Ursachen davon hiermit den deutschen und anderen Kollegen mittheilen. Die Kopenhagener Zigarrenfabrikanten haben, um dunkle Deckblattfarben zu erzielen, eine eigenthümliche Behandlung de« Blatttabaks eingeführt, nämlich eine zweite Fermentation(Gährung). Bekanntlich muß aller Tabak, bevor er in den Handel kommt, erst einen Gährungsprozeß durch- machen, dnrch welchen er seine ursprünglich grüne Farbe verliert und eine braune, resp. gelbe Farbe annimmt; da nun die gelbe Farbe nicht beliebt ist, so ist irgend ein Schwindelmeier aus die Idee verfallen, diese hellen Tabake einer zweiten Fermentation zn unterwerfen. Die sehr naß aufgesetzten Tabake werden in einem eigenartig konstrnirten Kessel der Einwirkung heißer Wasserdämpfe ausgesetzt, infolgederen sie eine fahle, braungraue Färbung annehmen. Jeder Zigarrenarbeiter weiß, welch' schädlichen Einfluß diese Methode aus den Tabak ausübt; bleibt er nur wenige Minuten zu lange im Kessel, so ist er ganz verdorben und fällt beim Anfassen auseinander; aber selbst wenn die Fermentation gelingt, ist der Tabak mürbe und gehaltlos, so daß die Arbeiter ihre liebe Roth haben, wenn sie au« diesem Schunde eine einigermaßen gute Arbeit her- flellen wollen. In der Li ch t in g e r' schen Fabrik nun wurde fast nicht« andere« al« sermentirter Tabak verarbeitet. Die Preise variiren zwischen 6 uud 12 Kronen für Formarbeil, 11 und 15 Kronen für Handarbeit(1 Krone gleich Mk. 1,12); in Folge de» äußerst schlichten Material« und der an sie gestellten Fordernngen ge- hörten die dort beschäftigten Arbeiter zu den schlichtest filuirten in unserem Fache. Anfang« diese« Monat» kam der Meister mit einer Sorte Zigarren, für welche früher 10 Kronen bezahlt worden, nnd erklärte, daß es nur 9 Kronen in Zukunft für dieselben gebe; die hiervon betroffenen Arbeiter weigerten sich indessen, hierauf einzugehen, nnd wurden daraufhin ent- lassen. Herr L. befahl nun dem Meister, verheirathete Leute auszusuchen, am liebsten solche, welche viele Kinder hätten, diese würden schon noch arbeiten; der gute Mann hatte indessen die Rechnung ohne den Wirth gemacht. In einer am selben Abend abgehaltenen Versammlung des Tabakarbeiterverbandes„Enigheden" wurde beschlossen, daß die Arbeiter der L.'schen Fabrik die Arbeiter niederlegen sollten, fall« nicht eine Lohn- erhöhung von 1 Kr. pr. Mille bewilligt würde. Die» unterblieb natürlich, und so legten sämmtliche Arbeiter, einige 70 an der Zahl, die Arbeitnieder.« Fall« der Streik keine größeren Dimensionen annimmt, wa« aber zn befürchten ist, so ist Hoffnung ans einen Sieg vorhanden; indessen müssen die deutschenKollegen denZuzug flrengsteo» fernhalten, da man nicht wissen kann, was die nächste Zeit bringt. Mit Gruß!?. t. K. Nachdem diese Korrespondenz bereit« im Druck gegeben war, ging un« noch vom Vorsitzenden de» Cigarrenarbeilerverein« Einigkeit, Ge- nossc E. Hyller, direst eine Zuschrift über den Streik zu, in welcher zum Schluß die Kollegen allerort» ersucht werden, die Strikrndr« zu unterstützen und Zuzug fernzuhalten! Hyller« Adresse ist: Kopenhagen, Römer»gade22, Stuen. Warnung. Der Zigarrensortirer C. Hardt au« Altona, auf dessen Denun- ziation hin am 11. Mai 6 Genossen zu verschiedenen Gesängnißstrasen vernrtheilt wurden, handelt zweifellos im Austrage der Polizei, denn selbst auf einen Meineid kommt e» ihm vor Gericht nicht an; und trotzdem er wegen Meineid denunzirt ist, befindet er sich noch auf freiem Fuß. Ja, noch mehr: dieses von der Polizei honorirte Subjekt ist an einem anderen Orte aufgetaucht und hat sich, nicht ohne Erfolg, den dortigen Parteigenossen genähert. Ich lasse daher sein Signalement folgen, indem ich verspreche, über den hier stattgehabten Prozeß nächsten» einen in ver- schiedener Beziehung hochinteressanten Bericht einzusenden. �Signalement: Hardt ist etwa 23— 24 Jahre alt, mittelgroßer Statur, blasser Gesichtsfarbe. Im Gebiß fehlt vorne ein Zahn, infolge- dessen H. etwas lispelt. Er spricht ausgeprägten Hamburger Dialekt. Haar ganz hellblond, kor; und flruppig. Bart fehlt. Hardt rühmt vorwiegend feine Geistesfähigkeiten und spielt sich gerne als Parteischriststeller auf. Bremen, den 29. Mai 1883. A. Zinnober. Briestasten der Redaktion: Freund in Pari«: Brief und Kreuzband dankend erhalten. Weitere« gelegentlich brieflich.— Preußischer L an d ra th, Mecklenburg, München, Planen i./B. u. s. w.: In nächster Nummer. der Expedition: L. F. Pest: ö fi.—.30 f. Schft. erh.— Der Alte vom Berge: Fr.—,35 f. Schft. erh. Graß von Allen an die Au«- reißer!— Nordlicht: Mk. 43,—(Fr. 53,—) k Cto. erh. Bf. erwartet. — Alte Tannen: Mk.—,45 f. Schft. erh.— Der alte Rothe: Mk. 1,95 f. Schft. erh.— P.-Gen. Suhl: Mk. 4,85 d. Ufds. dkd. zugew.— I. K. D.: Mk.-.60 k Cto. Ab. erh.- Maulwurf Gz.: Mk. 71,80 Ab. 2. Qu. u. Schft. erh.— Beilchenstein: M. 100,— si Cto. Ab. 1. Qu. erh. Bfl. Weiteres berichtet.— P.Gen. Greiz: Mk. 8,73 d. Ufds. dkd. zugew.— Rnndmacher: Mk. 120,— si Cto. Ab..2. Qu. u. Mk. 7,— f. Schrft. erh. — Lodernde Flamme: Mk. 2,— pr. Usd. dkd. verw.— Stbg. i/S.: Mk. 1,— f. Porto erh. Weitere» folgt.— H. B. Liege: Fr. 9,50 Ab. Mai erh. Anfrage am 26/5. bfl. erledigt.— I. G. Lbck: ö. fl. 7,20 f. Schft. erh. Sdg. abgg.— M. u. Z. Z.: Fr. 1,50«b. 2. Qu. erb.— L. H. Buffalo: Fr. 1,70 s. Schsl. erh. Sdg. am 5/6. abgg.— Buffalo: Fr. 8,40 von vier Schaskoppspielern pr. Usd«. dkd. erh.— Wgnr. Luzern: Fr. 6,— Ab. Mai n. Juni erh.— Bmr. Mannh.: Fr. 2,— pr. Usd» dkd. erh.— P.-Gen. Itzehoe: Mk. 14,— pr. Agsd. dkd. erh.— Himmel- blau: Werthzeichen wollen Sie vom ersten VezugSquell requiriren.—| Wilh. Seckendorf Lawrence: Fr. 10,10(2 Doll.) pr. Agsd. d. E. dkd. erh.—' Z. Rtbr: Mk. 6,— Ab. 2. Qu. erh. Adr. geordnet.— Russ. Post: Fr. 17,75 k Cto. erh.— T. Büren: Fr. 1,12 f. Schft. p. N. erh.- K. Wtz. Krien«: Fr. 3,20 Ab. bis Ende Aug. p. N. erh.— P. a. a. a.: Fr.—,35 f. Bldr. p. N. erh.— Ein guter Junge: Mk. 13,50 Ab. 2. Qu. erh. Alles rechtzeitig abgg.— Badener: Mk. 72,35 Ab. 1. Qu. u. Schft. in Baar erh. Mk. 68,80 in Ggrechng. gutgebr. Auszug folgt. Weitere« bfl.— P. D. Alxdr.: Fr. 2,50 Ab. 1. Juni bis Ende Aug. erh.— Pommer n. Gen. Limeira: Bf. v. 30/4. erh. Weiteres aus Z. erw. Ersatzlfrg. am 7/6. abges. Allseit» herzl. Grüße!— W. Walter Milwauke: Fr.—,75 f. Schft. erh.— Berrina: Bf. v. 3/6. hier. Alle» beachtet.— K. T— en Z.: Nachr. v. 12/5. am 5/6. hier. I. W. unseres Wissen abgereist. Ab. kostet Fr. 2,50 p. Qu. Sdg. in vorgeschr. Perioden. Lissag. dtsch kostet Fr. 4,80 mit Porto. Engl. Marken oder Posteinzahlg. angenehm. Gruß!— fft Himmel--: Mk. 12,— Ab. Sch. u. M. pr. je 2. u. 3. Qu. erh. Wollen sehen.— Agst: Mt. 39,— si Cto. ein- getroffen.— Züricher in Thalweil: Fr.—,80 pr. Agsd. dkd. erh.— Rother Hau«: Mehrbstllg. war dnrch schristl. Mißverständniß auf später vorgemerkt. Jetzt geordnet. Für die streikenden Weber in Meerane lTachse«) find bei uns eingegangen: Vom Allg. Arb.-Verein Ölten: Fr. 5,— Arb.- Berein Zug: Fr. 10,—; Glasersachverein Zürich: Fr. 10; vom Dtsch. Verein Winterthur: Fr. 26,75 gesammelt; Dtsch. Ioz. Chur: Fr. 7,35 anläßlich einer Diskussion gesammelt; gesammelt bei der gesel- ligen Zusammenkunst der Deutschen Bereine Zürich, Horgen, WädeuS« weil, Brülliverein Thalweil: Fr. 20,—, was wir hiermit dkd. quittirea. — Rasche Hilfe ist zur siegreichen Durchführung de« Kampfe« dringend geboten. Fr. 375,— haben wir Bis auf Weitere« am 4/6. telegraphisch zur Auszahlung bringen lassen. Soeben ist(in B r o s ch ü r e n f o r m) erschienen und durch uns zu beziehe»: Protokoll des Kongresies der deutzchen Sozialdemokratie z« Kopenhagen 1883. Preis: bei Einzelbezug SO Pfg.(25 St«.), bei größeren«-,Ngrn ent- sprechender Rabatt.— NurgegenBaarvorauSzahlung. In zweitet Auflage find erschienen: Z>ie Enlwicktung des Soziatismus von der Utopie zur Wiffenschaft. Nebst Anhang: Die Warst. Von Friedrich Engel». Pr-i«: Bei Einzelbezug für die Schweiz und Ausland: 40 Et«. „„ für Deutschland: 35 Psge. Gegen Baar. Borauszahlung. Kki größer cm Kcittge cntsprechcaöer Nsbatt. Ferner: lSpitzelbroschüre). Die deutsche Geheimpolizei im Kampfe mit der Sozialdemokratie. Kkteißöölt und«uthöUullgeu auf Grund authentischen Materials zusammengestellt. Nebst einem Anhang: Die Herren Spitzelfänger. Prei«: Bei Einzelbezug gegen Baar: 30 Ps.(35 TtS.) Auf größere Posten bedeutender Rabatt. Weitere» für Deutschland bekannt. Mucker-, Massen- und KönigsschVindel. Zur Naturgeschichte der VolkSauSbeuter. (l. Die fromme«onrgeoiste. 2. Die loyale Bonrgeoiste) Preis bei Massenbezug nnr gegen BaarvorauSzahlung: Für die Schweiz per Expl. 2 Ct«. franko für Rabatt. Für'» Ausland per 2 Expl. 5 Ct«.„„„ Für Deutschland per Expl. 2 Psg.„„„ Einzelexemplare per Brief 5 Pfg. und 10 Pfg. Porto. Eipeditiia»es.F,,i»l»t»«»rit" SslKsbitztzi»»!», titti»ie»-Ziirich. Samstag, den 9. Juni, Abends 8 Uhr, im Cafd Kessler: Geschlossene Versammlung der deutschen Sozialisten. Da sehr wichtige Parteiangelegenheiten zui Verhandlung kommen, sind die Parteigenossen aufgefordert, sämmtlich zn erscheinen. Der Lokalaniso huss der deutschen Sozialisten. e4loeij«:i(4t»»>>»si«nlchast»bachl>ru«erel Ootlinjn-Striib.