Klschewt • tinmal Zürich(Schweiz) »trlti »ti«»»n— ,80. Genossen in Bevey s. Schrmier in Stuttgart(Fr. 12,—) 9,60. Winterthur v. Bers. ges.(Fr. 18,25) 14,60. Ben. Kopenhagen. Parteibeitr.(Fr. 10,70) 8,56. Verein„Borwärt»", BueuoS-Aire«(Fr. 58,—) 46,40.„Hallenser" in C. 3,—. Th. B.«n Tastlefort(Fr. 2,50) 2,—. Deutsche Schreiner in Biel, f. d. streikenden Schreiner m Stuttgart(Fr. 6,50) 5,20. R. Meyer. Newy°rk(Doll. 5.-) 20.24. B. demselben, Ueberschuß v. Biergeld(Doll. 3,75) 15,20. B. in Bkrst. 2,68. G. i. Z.(Fr.-,20)-,16. Gen. Brüssel, Part-ib-itrag (Fr. 4,60) 3.63. A.n, Wien(fl.—,25)-,42. B. einem Ntchtsozialisten (st. 5.-) 8,40. Freiburg i/B. D. B. 1,60. Tannenberg.„Tod und Ver- nichtuug der Tyrannei" 10,—.„Bon einem alten jungen Ehepaar (Fr. 10,-) 8,—.«eu.Pari,, Parteibeitr.(Fr. 50,-) 40,-. Zusammen: Mr. 377,30. Flugschristen-Fonds. St. G.(Fr.—.50) Mk.-.40. Zas- Mk.—.90. Allgemeiner Wahlfonds. Deutsche Soz. Zürich(Fr. 8.52) Mk. 6.81. Mercurm» G. in v. für iel 2,—. Parieigen. Pforzheim, sür die Kieler Stichwahl 20,. s- c- Zürich.„Zur Bekämpfung Hänel'S(Fr. 1,25) 1.—. Deutsche Gen. Newyork d. Barve f. Hamburg(Doll. 60,—) 243,04. Grojje» rothe« otf bei Bremen 10,—. Lawrence, Pfeifeuklub„Hoch Hamburg! (Doll. 11,74) 47,56. Do. Arbeiterverein(Doll. 5,—) 20,24.„Trau Basel" (Fr. 1,—)—,80. Deutsche Genossen Newyork d. Garve für Hamburg (Doll. 64,39) 262,80. Parteigen. Oberrad 5,10. Zus. Mk. 619,35. Antheilfonds-Q-uittung. Mainz Mk. 40,—. Karlsruhe 4,- Zus. Mk. 44,-. Nationalreichthum und Volksarmuth. Nach welchen Kulturländern wir immer blicken, welche Statistik wir immer zur Hand nehmen mögen— EineS tritt unS überall entgegen: ein rapides, progressives Steigen des Ratio- nalreichthumS, d.h. der Gesammtproduktion der Völker. Der englische Bourgeoisminister Gladstone brach darüber einst in Verzückung aus und meinte— es war 1875 —„in den letzten 25 Jahren sei mehr Reichthum erzeugt war- den als in den vorhergehenden Jahrhunderten seit Julius Cäsar." Der verzückte Bourgeoisminister hat sicherlich nicht übertrieben; und in den 8 Jahren seit 1875— sügen wir hinzu— ist sicherlich soviel produzirt worden wie in den letzten anderthalb Jahrzehnten vorher. Und trotzdem werden die Völker nicht reich. Trotzdem nimmt im Gegentheil die Massenverarmung zu, und wird der Nationalreichthum für daS Volk zur Nationalarmuth. Und doch ist der Nationalreichthum eine Wirklichkeit, die Statistik, welche sein beständiges Anschwellen verkündet, keine Fälschung. Wohin geht der Nationalreichthum? Dieselbe Statistik, welche uns da? Steigen des Nationalreich- thumS zeigt, gibt uns auch Äntwor: aus diese Frage. AuS dem Manifest der demokratischen Föderation englischer Sozialisten ersahen die Leser des Parteiorgans, daß die jähr- liche GesammtproduktionGroßbrittannienS, in Geld ausgedrückt, 1,300,000,000 Pfund Sterling, das heißt auf deutsches Geld zurückgeführt, 26,000,000,000— in Worten: sechSundzwanzigtausend Millionen Mark beträgt. Wohlgemerkt: die Jahresproduktion. Davon könnte die englische Nation bis auf den letzten Mann, die letzte Frau und daS letzte Kind doch wahrhaftig gut leben, im vollsten Sinne ein menschenwürdiges Dasein führen. Rechnen wir nur! DaS „Vereinigte Königreich' sGroßbrittanien) hat in runder Summe 30 Millionen Einwohner. Die Summe des erzeugten WertheS dividirt durch die Zahl der Einwohner ergibt den Antheil, der bei gleichmäßiger Vertheilung auf den Kopf kommt. Wohlan: 26.000.000.000: 30,000,000---- 866�/,— auf den K o p f, kommt also ein JahreSantheil von 866 Mark und 66 Pfennige und auf die Familie von 5 Köpfen das Fünffache: 4333'/, Mark daS Jahr. Jedermann wird zugeben, daß dies für eine Familie, wie auch für den Einzelnen, vollauf ausreicht. Die Vertheilung ist nun aber nicht eine gleichmäßige. Von diesen 1300 Millionen Pfd. Stlg. oder 26,000 Millionen Mark jährlich beziehen, wie die Statistik unS lehrt, die Groß- grundbesitzer, Großfabrikanten, Großhändler und Kouponschneider vorweg den Löwenantheil, nämlich 1,000,000,000, in Worten: tausend Millionen Pfund Sterling oder zwanzig- tausend Millionen Mark. Man nennt diese Glücklichen auch die„oberen Zehntausend"(tde uppor ton tbousanä), weil ihrer in ganz England, Irland und Schottland(dem„Vereinigten Königieich") ungefähr so viele Familien sind; also, die Frauen und Kinder mitgerechnet, ungefähr 50,000 Köpfe. Die übrigen 30 Millionen weniger 50,000 empfangen den Rest von 300 Millionen Pfund Sterling oder sechstausend Millionen Mark. DaS Rechenexempel gestaltet sich jetzt ganz anders. Statt 26,000 Millionen Mark mit 30 Millionen Köpfen haben wir 20,000 Millionen mit 50,000, und 6000 Millionen mit 30 Millionen weniger 50,000 zu dividiren. Das Resultat ist: Die„oberen Zehntausend" erhalten pro Kopf(Frauen, Männer und Kinder): 20,000,000: 50,000 40,000 Mark, waS auf die Familie von 5 Köpfen ein jährliches Einkommen von 200,000 Mark ausmacht. Und die 30 Millionen weniger 50,000 erhalten per Kopf: 6.000.000,000: 29,950,000=- 200'/, Mark (einige Pfennige weniger) oder etwa 1000 Mark für die Familie von 5 Köpfen. Die„oberen Zehntausend' beziehen sonach pro Kopf genau zweihundertmal so viel als die Masse des Volkes. Und diese Masse deS Volkes, die übrigens auch noch wirthschaftlich sehr verschiedmartige Elemente enthält, begreift in sich diejenigen, welche die eigentliche Arbeit verrichten und den Na- ti onalreichthum erzeugen, wohingegen„die„oberen Zehntausend" nicht produktiv arbeiten, sondern ihr„Einkom- men" der Arbeit dieser bei der Theilung so stiefmütterlich Be- dachten verdanken. Kurz: Der Nationalreichthum ist für daS nicht- arbeitende Volk, und das arbeitende Volk empfängt davon blos so viel, als nöthig ist, damit eS den Nationalreichthum für das nichtarbeitende Volk schaffen kann. Das nämliche Verhältniß wie für England besteht für alle übrigen Kulturländer. In England ist die Statistik bloS mehr ausgebildet— in den anderen Ländern sucht man solche fatale Thatsachen diskret zu verhüllen. Genug— die Ungleichmäßigkeit des National- reichthums ist unseren Gegnern sehr wohl bekannt. Und ebenso haben sie auch in ihrem Adam Smith gelernt, daß die Arbeit die Quelle alles ReichthumS ist(d. h. des Reichthums, mit welchem die politische Oekonomie es zu thun hat). Nichts desto weniger behaupten sie die Gerechtigkeit und Ver« nünftigkeit der herrschenden Gesellschaftsunordnung und verfolgen Jeden als einen frevelhaften Umstürzler, der die Ungerechtigkeit dieser Zustände hervorhebt und für die Herbeiführung besserer Zustände wirkt. Wir haben soeben gesehen, wohin der„Nationalreichthum' geht. Aber wie erklärt es sich, daß er neben den Taschen seiner Erzeuger vo rb e i fließt? Die Antwort auf diese Frage gibt uns die wisssenschast- liche, von den Fälschungen und Jrrthümern der Bourgeois- Oekonomen gereinigte politische Oekonomie(Nationalöko- nomie), deren Begründung daS unsterbliche Verdienst von Karl Marx ist. Dem arbeitenden Volke fehlen die Arbeits- instrumente, welche daS Monopol und das unwiderstehliche Machtmittel der herrschenden Klassen sind. Das aus dieser That- fache entspringende Lohnverhältniß bringt es aber mit stch, daß das arbeitende Volk, welches seine Arbeitskraft verkaufen muß, über das Aequivalent deS Lohne» hinau» arbeitet,— mehr Arbeit leistet, als ihm Lohn bezahlt wird. DaS Produkt dieser unbezahlten Mehr» arbeit ist der Mehrwerth, welcher dem Besitzer der Arbeits- instrumente zufließt.„Dieser Mehrwerth"— sagt Friedrich Engels in der biographischen Skizze, die er Marx 1878 im Braunschweiger„Volkskalender" widmete—„ dieser Mehrwerth, der zumeist vom Kapitalisten angeeignet wird, vertheilt sich im weiteren Verlauf auf die gesammte Kapitalistenklasse und bildet den Grundstock, aus dem Bodenrente, Profit, Kapitalanhäufung, kurz alle von den nichtarbeitenden Klassen verzehrte oder auf- gehäufte Reichthümer entspringen." Die zwanzigtausmd Millionen Mark, welche die„oberen Zehn- tausende' in England jährlich sich aneignen, find der Mehr- Werth, den die arbeitenden Klassen Englands über den ihnen gezahlten Lohn hinaus produziren und um welchen sie von den nichtarbeitenden Klassen betrogen werden. Wer dieS in'S Auge faßt, begreift sofort, daß jede„Sozial- reform", die nicht auf Abschaffung deS heutigen Lohnarbeitsystem» und auf die Erhebung der Arbeitsinstrumente zu Gemeineigen- thum hinausläuft, den Kern deS UebelS unberührt läßt und bestenfalls ein werthloses Palliativmittel ist. Der Sozialismus in der Armee. E« leuchtet selbst im Heere schon, Man ist vor Staunen stumm, Trotz Sub- und Ordination Hell da« Petroleum. Zahllo», wie es in der Arbeite rmarseillaise heißt, ist unserer Feinde Schaar: Klasseninteresse, Borurtheil, Unwissenheit, kurzsichtigkeit, Gleich« gllltigkeit und geistige Trägheit setzen dem Bordringen des SozialiSmu« emen Widerstand entgegen, der geradezu unbesiegbar wäre, wenn un« nicht ein Verbündeter zur Seite stünde, dem alle diese mächtigen Wider« sacher weichen müssen, der sie alle, einen nach dem andern, siegreich au» dem Felde schlägt. Dieser tressliche Bundesgenosse, der«bendrein zuver- lässiger ist al« irgend ein anderer, heißt: die Macht, oder wenn man will, die Logik der Thatsachen. Wäre der SozialiSmu« nur em ideale» Gebilde schwärmerischer Phantasie, ein gerräumtes Reich der Glückseligkeit, so wäre e« keine«- weg« undenkbar, daß, so groß die Zahl seiner Anhänger auch sein möchte, sie schließlich iu ihrem Kampf gegen die obeugeschilderten Mächte erlahmen, auf die Verwirklichung ihre« erhabenen Ideal« hossnung«lo« verzichten müßten. Aber der SozialUmu» de» 19. Jahrhundert» ist kein Erzeugniß dichterischer Phantastik, sondern er ist da« Resultat wissenschaftlicher Forschung, er fußt nicht auf kühnen Spekulationen, sondern aus der nüchternen Beobachtung de« thatsächlichen Gange» der Dinge, und weil dem so ist, so ist er auch nnbesieglich. Gegen die Logik der Thatsachen kann Niemand auskommen. In der Sagenwelt der Völker begegnen wir bevorzugten Helden, denen keine feindliche Waffe etwa» anhaben kann; machtlos prallen alle Ge- schösse an ihnen ab. Beim SozialiSmu» wird die Sage zur Wahrheit, keine Waffe der Gegner vermag ihn ernsthast zu schädigen, ja noch mehr, die gegen ihn gerichteten Waffen kehren im Lauft der Zeit ihre Spitze wider seine Feinde, die dieselben geschmiedet. Wen» wir di: Projek!- durchmustern, welche unsere Gegner au». gctistelt haben, und noch austisteln— kein Tag ohne solche? Projekt—, um der drohenden sozialen Revolution vorzubeugen, so werden wir finden, daß fie durch die Bank nicht andere? find al? Berballhornifirung sozialistischer Forderungen, korrumpirter, verkrüppelter Sozialidmu?. So find z. B. die famosen Arbeitskolonien im Prinzip nicht? andere? al? ein schamhaste? ZugestSndniß an den Sozialismu? und in der Praxi? Dank ihrer schönen Ausführung, die in der bestehenden Gesellschaft aber kaum ander? sein kann, ein Beweis von der Nichtsnutzigkeit der heutigen Ausbeutergesellschaft. Die stärkste Waffe aber, welche unsere Gegner, die herrschenden Klassen, gegen uns zu befitzen vermeinen, von der sie sich Rettung versprechen, wenn alle Stricke reißen, da? ist bekanntlich die Armee, da? stehende Heer. Gegen Demokraten, Helfen nur Soldatm. Diese Worte der 1848er Reaktionäre find heute, wo e? außerhalb der Sozialdemokratie überhaupt keine Demokrateu gibt, Losungswort aller gutgesinnten Anhänger der bestehenden Ordnung.„Mehr al? äußere Feinde haben wir dm inneren Feind zu fürchten", sagte Moltke vor einigen Jahren, und offen oder geheim stimmt ihm unser ganze? Bürgerthum zu. E? weiß, warum e? gutwillig immer weitere Millionen für dm Militarismus, der ihm im Grunde recht zuwider ist, opfert. Da? Heer soll ihm al? Gegendienst da? heilige Ausbeutungssystem aufrechterhaltm Helsen. Welcher gottvolle Witz der Weltgeschichte ist es daher, wenn dem ge- fürchteten gehaßten Gegner Sozialismus plötzlich au? den Reihen der Armee ein Sukkur? wird, wie er ihn sich kaum besser wünschm kaun l Wäre es nicht für die Vertreter der herrschenden Klasse„um die Haare sich auszuraufen"? Und von einem solchen Sukkur? haben wir heute zu berichten. Wir meinen nicht etwa die Thatsache, daß bei der Ausdehnung der allgemeinen Wehrpflicht ja auch unsere Kämpfer in der Armee herangebildet werden— dieser Umstand wird al? unvermeidlich angesehm und in der stillen Hossnun g getragen, daß bei der dreijährigen strammen Drillung die Proletariersöhne da? Denken verlernen. Nein, der Sukkur?, dm wir heute im Auge haben, kommt uns au? den maßgebendstm Kreisen der Armee; im hohen und höchsten Osfiziersstand sitzen unsere guten Freunde, die wir hiermit auf's Wärmste begrüßen. Sie haben nur wenige Schritte noch zu thun, um gaoz die Unsrigen zu werden. Man lese nur folgende Notiz, die seit einigen Wochen ihren Laus durch die ganze deutsche Presse macht. „Ju Osfizierkreisen ist seit langer Zeit schon die Einrichtung einer großartigen Genossenschaft unter den Offizieren der deutschen Armee und Marine geplant, nach dem Vorbild einer gleichen in England bestehenden Einrichtung. Unter den Auspizieu de? Generallieutenant? Grasen von Lehndorfs, de? Generalquartier meister? Grafen von Waldersee, de? Major? im Generalstabe der 19. Divfion von P o d b i e l? k i und de? Premierlieutenant? de? 1. schlesischen Grenadier- Regiment? Nr. 10 von Wedell, welche an der Spitze stehen, ist ein Prospekt erschimm, der die Ziele dieser Genossenschaft auseinandersetzt. Dieselbe wird unter dem Namen„Deutsche? Offizier- Ver- einshau? der Armee und Mariue" demnächst in? Leben treten. Vor Allem wird beabsichtigt, die Bedürfnisse des Haushalt? und der Wirthschafl der Theilnehmer durch eigene Materialien zu be- friedigen, welche ohneZwischenhändler angekauft und in eigenen Magazinen aufbewahrt werden; damit in Verbindung steht die Einrich- tung von Werkstätten sür Schneider, Schuhmacher, Sattler und andere Handwerker, welche Garderobe und andere Bekleidung?- stücke u. s. w. zu niedrigeren Preisen, al? üblich find, herstellen, da erweislich bei diesen Handwerkern die Offiziere meisten? besouder? hohe Preise zahlen müssen. Den Mittelpunkt de? Unter- nehmen? soll da? Bereinshan? bilden, welche? in Berlin entstehen wird, und zwar mit einer so großartigen Einrichtung, daß alle Ossiziere, sowie O s f i z i er? f a m i l ie n, die sich vorübergehend in Berlin aufhalten, gegen verhält- nißmäßig geringe Vergütung die Annehmlichkeit eine? samiliärenZusammenleben? genießen, welche da? Vereinshau? etwa nach Art der' größeren Casino? bieten wird. E? werden nicht nur Offiziere der Linie, sondern auch der Reserve und Landwehr, sowie auch inaktive Offiziere und deren Familien an den Einrichtungen Theil nehmen können. Zu dem Ende zirkulirt gegenwärtig der vorbesagle Prospekt zur Zeichnung von Antheilscheineu sür das Unternehmen. Dieselben werden im Nenn- wertbe von 10 Mark ausgegeben, und kann Jeder eiue beliebige Meuge zeichnen, nach deren Berhältniß auch seine Dividende sich berechnet. Dabei ist die Einrichtung getroffen, daß der Preis für diese Antheilscheine in beliebiger Ratenzahlung entrichtet werden kann. Daß da? Unternehmen zu Stande kommt, scheint eiuem Zweifel nicht mehr unterworfen zu sein, da voraussichtlich mehr Kapital gezeichnet werden wird, al? zur Begrün- dung der Genossenschaft erforderlich ist. Die Konstituirung derselben wird wahrscheinlich noch im Lause diese? Jahre? vor sich gehen." Man beachte wohl, wir haben es hier nicht mit einem gewöhnlichen Konsumverew zu thun, neben den Krämern sollen Hotelier? und selbst- ständige Handwerker aller Art— auch ein Beitrag zur Hand'- werkerfrage I— von den gut ch r i st l i ch- k o n s e r v a t i v e n Herren kaltgestellt, mit einem Wort, da? produzirende und handeltreibende Kapital in seiner wohlberechtigten Lusbeuterpraxi? beeinträchtigt werden. Ad ocnIob wird dem Volke, das die Sache nicht begreisen will, der Nutzen de? gemeinsamen Wirthschaften? vordemonstrirt. Billiger und besser gedenken die Herren Offiziere ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familien in dem großeu Vereinshau? zu bestreiteu. Was hat man nicht noch vor wenigen Jahren in der Presse de? Denkervolke? sür ein Geschrei über die„Bebe l'schen Waschküchen" w. erhoben? Bis in Kreise hineiu, von denen mau einige? Verstäuduiß sür den wirthschastlicheu Zug der Zeit hätte voraussetzen dürfen, riß mau die seichtesten Witze darüber. Heute ist man sogar in preußischen Osfizierskreisen von dem Nutzen gemeiuschastlicher Wirthschaft überzeugt. „Es gibt eine Nemesis in der Geschichte. Da? Institut, welche? al? da? vorzüglichste zur Bekämpfung de? Sozialismus angesehen wird, da? in letzter Instanz die einzige, da? letzte Bollwerk der herrschenden Klaffen gegen den Ansturm der Sozialisten bilden soll, gibt ein Beispiel von dem Vortheil sozialistischer Organisation, wie man es sich schöner nicht wünschen kann." Also schreibt uns über diesen Gegenstand ein Freund unsere? Blattes. Schöner Sozialismus, der aus Aktien iu Szene gesetzt wird, wird man einwenden. Mag seiu, antworten wir; wir haben ja Eingang? schon gesagt, daß unsere lieben Freunde von der Armee noch einige Schritte zu thun haben, um ganz die unsrigen zu werden. Aber der erste Schritt ist gethan, und es ist nur der erste Schritt, der Ueberwindung kostet. Wenn der Profit der Sattler, Schneider ic. al? unberechtigt und überflüssig hingestellt wird, warum nicht einen Schritt weiter gehen, und überhaupt der Profitmacherei den Garaus machen? Wenn den Herren Offizieren der Muth dazu fehlt, so mag ihr Bei- spiel die Arbeiter anfeuern, da? gute Werk zu vollenden. Warum soll der Sozialismus nur sür die privilegirte Klaffe der Offiziere gut sein, und nicht sür da? Volk? Also noch einmal; nur voran, ihr wackeren Pioniere, Ihr Podbielsli und Lehndorff, Ihr Waldersee und Wedell— wir folgen Euch I q--i- * Gros Waltersce ist der vorauibezeichnete Nachfolger Moltke'?; wer etwa meint, daß der Reichskriegsminister Bronsart von Schellen- d o rf ein schlechterer Sozialist sei al? der zukünftige Thef de? General- fiabs, der irrt sich. Dieser Herr steht uns noch viel näher. „Der Staatssozialismu? macht U eb er schüsse, der Stadtsozialismu? Unterschüsse" kalauerte Herr Stöcker jüngst in einer idiotischen Rede über den„wahren und den falschen Sozialismus", und kaum hatte er geendet, al? Herr Adolph Wagner nach ihm auf die Tribüne sprang und begeistert erklärte: Herr Stöcker„könne auch Professor der National- ökonomie sein". Wir haben nicht? dagegen einzuwenden,— die Herren sind einander werth, denn sie verstehen beide von Sozialismus nicht die Bohne. Da? Kriterium de? Sozialismus darin zu suchen, daß eine ge- meinnützige Einrichtung U e b er s ch ü ss e macht, ohne nur die Frage zu erheben, wo denn diese Ueberschüsse herkommen— bei den preußischen Bahnen stammen fie bekanntlich au? der hundsmiserablen Bezahlung der Arbeiter und niederen Beamten,— dazu gehört eiue Unwissenheit, die den Titel Professor vollkommen rechtfertigt. Der Kriegsminister aber ist eiu wirklicher Sozialökonom. In einem jüngst von ihm ergangenen Er- laß über da? K a u t i o e n w e s e u bei den Truppen heißt es nämlich: „Al? leiteude Norm ist festzuhalten, daß diejenige Kantiue ihrer Auf- gäbe am vollkommensten entspricht, welche bei und in Erfüllung ihre? Zwecke? möglichst geringe Ueberschüsse liefert. Die Ueberschllffe haben zunächst zur Bildung eine? angemesseuen Reserve- fond? zu dienen; die dann noch verbleibenden Ueberschüsse find in dem ausschließlichenJnteresse der Unteroffiziere und Mannschaften zu verwenden, so daß fie möglichst direkt und gleichmäßig den Be- theiligten wieder zu Gute kommen. Die alljährliche Berthei- lnng der Ueberschüsse bis zur Entlassung der Reserven erscheint daher am zweckmäßigsteu." Bon kapitalistischer Denkweise keine Spur. Herr Bronsart v.Schellendorf offenbart vielmehr eiue höchst verdächtige Sympathie für da?„Theileu". Wir können seiner Verfügung nur unfern vollen Beifall schenken. Jede? Ding in der Welt hat seine zwei Seiten, so auch da? Riesen- ungeheuer, Militarismus genaunt. Er hat heute in Preußeu-Deutschlaod eine Ausdehnung gewonnen, daß er oachgerade Selbstzweck geworden ist und seine eigenen Wege wandelt, unbekümmert um die Gesellschaft, der er angeblich dient. Und da muß denn diese kolossale Körperschaft, dem Gebote der Selbsterhaltung folgend, den Untergang de? heutigen Staat? beschleunigen. Seine Ansprüche wachsen in einer Weise, daß der wirthschastliche Bankrott unvermeidlich ist, er entzieht der Ge- sellschaft, die er schützeo soll, die Lebenskraft. Auf der anderu Seite aber bereitet er dem Kommunismus, der die heutige Gesellschaft ablösen wird, die Wege-. Er treibt zur Konzentrirung, zeigt au sich selbst den Vorlheil der Organisation auf großartigstem Maßstabe und lehrt den Nutzen der Unterordnung unter ein gemeinsame? Ganzes. Zum Kom- munismu? fehlt ihm, wenn e? so fortgeht, eine? schönen Tage? nicht? mehr, al? die Anerkennung und Durchführung de? Grundsatze? der Gleichheit. Und sür diese werden wir sorgen. Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 11. Oktober 1883. — Al? Einleitung zu unserer heutigen Rundschau können wir unseren Genossen die angenehme Mittheilung machen, daß auch zum diesmaligen Quartalwechsel der Abonnentenstaud de? Parteiorgan? eine ansehnliche Erhöhung erfahren hat. Seit dem Kopenhagener Kongreß ist nunmehr die Anflage desselben um mehr al? 1500 Exemplare gestiegen. Gleichzeitig theilen wir noch mit, daß auch die zweite, stark erhöhte Auflage von Fr. Engel?„Entwicklung de? Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft" nahezu vergriffen ist, so daß, um keine Unterbrechung in der Versendung eintreten zu lassen, die dritte Auflage bereit? fertiggestellt ist. Genossen! Diese glänzenden Resultate ehren Euch und uusere Sache in gleichem Maße! — Im Vordergrund der politischen Ereignisse der letzten Tage stehen zweiselsohue die Borgänge in F r a n k r e i ch, die an den liebevollen Empfang de? spanischen Königlein? seitens de? Pariser Volke? anknüpfen. Wir haben absichtlich nicht schon in voriger Nummer über diese Demonstration geschrieben, weil unsere Leser Uber die T h a t« fache ohnehin unterrichtet sind, während uns ein abschließendes Urtheil über den Geist derselben für nn? nicht möglich war, ehe wir über die Stellung der Arbeiterpresse, beziehungsweise der Arbeiter org an isa- t i o u e n zu derselben Auskunst erhalten. Kein Zweifel, die Demonstration war ausgesprochen deutschfeind- l i ch. Dürfen wir un? jedoch darüber wundern? Hatte nicht kurz vor- her die„Norddeutsche Allgemeine", die al? das Sprachrohr Bismarck'? gilt, in geradezu provozirender Weise die Franzosen gereizt? Man ver- gesse nicht, daß die Franzosen die Besiegten sind, also da? Recht haben, emp findlicher zu sein al? die Sieger, und daß sie außerdem den Verlust zweier Provmzeu zu verzeichnen haben, deren Sympathien noch heute Frankreich gelten. Und mag mau der Enthüllung de? Niederwald-Deuk- mal? welche Deutung immer geben, in Frankreich wurde da? Denkmal in diesem Moment al? eine Drohung aufgefaßt. Unter solchen Um- ständen mußte die Ernennung Alsouso'? zum Oberst eines in Straßburg liegenden Uhlanenregiment? und die Annahme diese? Ehrenposten? seitens Alfonso'S von den Frauzosen als eiue beabsichtigte, gegen sie gerichtete Demonstration empfunden worden, auf welche fie aus ihre Weise aut- warteten. Soweit nun die radikalen Elemeute de? Volke? von Pari? in Betracht kommen, war diese Gegendemonstration nicht gegen da? deutsche Volk, sondern gegen da? o s s i z i e l l e Deutschlaud, gegen da? Deutschland, welche? den Hort der monarchischen Reaktion in Europa darstellt, ge- richtet. E? ist die Republik, welche sie von der monarchischen Kon- spiration bedroht sehen, und sie find entschlossen, dieselbe mit äußerster Energie zu vertheidigen. Darüber herrscht selbst unter den ftanzöfischen Arbeitern nur eine Stimme, daß die republikanische Verfassung Frankreich? trotz aller Mängel ein Gut ist, da? sie sich nicht entreißen lassen dürfen. Ihr Pfeifen galt dem Feinde der Republik; denn daß Alfonso, der kurz vorher die aufständischen spanischen Republikaner hatte niederschießen lassen, lieber heute al? morgen der Republik den Hals umdrehen, bezw. umdrehen helfen möchte, liegt aus der Hand. Alle«sst- ziellen und offiziösen Redensarten, die da? Gegentheil bezeugen sollen, sind eitel H u m b u g. Wir vermögen daher absolut nicht in da? Verdammuugsurtheil ein- zustimmen, welche? die gutgesinnte deutsche Presse sofort über die Franzosen gefällt hat. Politisch klug oder richtiger diplomatisch war da? Auspfeifen vielleicht nicht, aber da? französische Volk und speziell die Pfeifer find nun einmal nicht die Leute der kühlen Ueberleguug. Sie folgen ihren Impulsen, und wenn sie infolge dessen manche Dummheit begehen, so haben sie auch schon ohne lange Ueberlegung sehr viele Stückchen ausgeführt, sür die wir ihnen nur dankbar sein können.„Nehmt Voltaire den Geiz, und er vermag vielleicht nicht mehr hinabzusteigen iu die Seele Marope's", sagt Diderot in„Rameau's Resse",— nehmt den Frauzosen die Leidenschaftlichkeit, möchten wir im gleichen Sinne sagen, und fie stürmen vielleicht weder Bastill« noch Tuilerieu, führen kein 1789, kein 1792 auf, die dem feudalen Pluuder iu Europa den Garau? machten. Jede? Volk hat seine Individualität und muß nach ihr beurtheilt werden, und so hoch wir die kühle Ueber- legung auch zu stellen gewohnt find, verachten wir darum nicht die revolutionäre Leidenschaft. Goethe sagt in eiuim Sinngedicht, daß von Zeit zu Zeit„goldeue Rücksichtslosigkeiten" auch ihren Werth haben. Rücksichtslos war e? von den Frauzosen, einen König— denke, deutscher Philister, eiuen König!— am hellen Tage auszupfeifen, ihn mit Spoitliedern zu begrüßen,— ob e? zweckmäßig war, darüber läßt sich eben streiten. Durch diese Demonstration haben sich die Franzosen der Möglichkeit beraubt, Allianzen zu schließen, sagt man.„Wir wollen gar keine Allianzen mit den monarchischen Regierungen, antworten die radikalen„Schreier" — um mit der„Franks. Zeitung" zu reden—, wir legen einzig uud allein Werth auf die Allianz der Völle r". Sehr uvstaatsmänuisch, aber wer weiß?— vielleicht behalten diese unverbesserlichen Träumer schließlich doch Recht! Jedenfalls haben wir keioen Grund, ihnen Unrecht zu geben. Nach unserer Anficht find die Tumultuanten vom 29. September weit weniger sür den Frieden gefährlich al? die henchlcrischeu Süßholzraspler Ferry und Konsorten, die mit allen Monarchien gemeinsame Sache machen möchten. Mit einem Wort, al? Protest gegen die monar- chische Reaktion lassen wir die Demonstratiou gern gelten, al? Ausfluß chauvinistischer und rassenfeindlicher Gesinnung könnten wir fie nur ver- urtheilen. Ju der sozialistischen Presse Frankreich? begegnen wir nicht einer Stimme, welche sich im anderen Sinne äußerte, und in den Bersamm- lungen, welche seitdem stattgefunden haben, ist gleichfall? dieser Stand- Punkt festgehalten worden. Am prinzipiellsten drückt sich iu dieser Beziehung Jean Alle- mane im„Proletaire" in einem Artikel„Sozialismus und Ehauviui?- mu?" aus: „Wir find kalt geblieben", sagt er,„gegenüber dem Empfang, der dem Sohne Marfori'? bereitet worden ist, denu in diese Demonstration mischte sich eiue weit stärkere Dofi? von Ehauvinismu? und Rassenhaß al? von republikanischer Entrüstung. E? war mehr der Uhlan, den die große Masse auspfiff, al? der Unterdrücker unserer spauischeu Brüder. Nicht der König wurde angegriffen, die Späße der Menge gingen gegen den preußischen Oberst." Er vergleicht dann da? Verhalten der Polizei gegenüber diesen Demonstranten mit der Art und Weise, wie die Ordnungsheldeu gegen die Arbeiterdemoustrationen vorzugehen pflegen, und schließt: „Dem steigenden Wachsthum der Partei, welche an Stelle de? blinden Rassenkampfes den logischeren der Klassen setzen will, ihrer offenen und bündigen Erklärung, daß die Völker, da fie die gleichen Interessen haben, solidarisch vorgehen müssen, setzt die bürgerliche Oligarchie den Thauvi- nismu?� entgegen und appellirt an den nationalen Haß; und bezahlte Blätter heulen Tag für Tag Unglücklichen, die morgen vielleicht weder Nahrung noch Obdach haben, vor, daß sie sich dazu hergeben sollen, Menschen auszurotteu, die gleich ihnen nur ein Verbrechen begangen haben: einer Handvoll Prahlhänsen zu erlauben, sich der öffentlichen Gewalt und de? allgemeinen Reichthum? zu bemächtigen." Das sind Au«sUhrungin, denen wir nur unfern vollen Beifall zollen können. Der blanquistische„Hepublicam socialiste du Centre" und die in allen Ruarcen de? Revoluliouarismu? schillernde„LataiUo" Lissagaray's sehen iu der Demonstration, die fie rückhaltlos billigen, ein„Erwachen de« revolutionären Geistes" in Pari?, einen Protest gegen den mit den Orlea- nisten liebäugelnden Opportunismus. Im chauvinistischen Sinne wird fie dagegen von der kleinbürgerlich-radikalen Presse an?« gebeutet. In diesen Kreisen, au? deuen in Deutschlaud der Antisemitismus seine Anhänger rekrutirt, finden auch in Frankreich die nationalen Hetzer ihr gläubige? Publikum. Die Opportunisten haben den Vorfall dazu ausgebeutet, den ihnen unbequemen Kriegsminister Thibaudin zu stürzen, weil er durch sein Fernbleiben von dem offiziellen Empfang Alfonso'S die Demonstranten „ermuthigt" habe. Da? ist natürlich eitel Flunkerei, findet aber den vollen Beifall der„Frankfurter Zeitung, desselben Blattes, da? entrüstet darüber ist, weil seinem Besitzer au? einer ziemlich ähnlichen Ursache die Fenster eingeworfen wurden. Ueberhaupt hätte sich die liberale und„demokratische" Presse ihre Eni« rüstung lleer den„Mangel an Takt" sc. der Franzosen sparen können. Der Servilismu? ist eben noch nicht überall so eingeftessen wie in Deutschland. Auch haben die tugendhaften deutschen Liberalen ehedem über deu Empfang, den man sürstlichen Gästen schuldet, ander? gedacht. Wir brauchen gar nicht bis zum„tollen Jahr" 1348 zurückgreisen, wir erin- nern nur an da? Verhalten de?„sreifinuigen" Bürgerthum? in den Kon- fliktsjahren. Besonder« muthig war e« freilich nicht, aber an„Unzartheit" ließ e? nicht« zu wünschen übrig. Al« z. B. der preußische Kronprinz, jetzt die Wonne der Liberalen, Anfang« der sechsziger Jahre eine Rundreise durch Ostpreußen machte und das fortschrittliche Städtchen Gum- binnen besuchte, wurde ihm folgender Streich gespielt, über den sich alsbald da? ganze Land, soweit e? liberal, höchlich ergötzte. Fritzcheu? Wagen war eben in die Hauptstraße eingefahren, al? plötzlich au« einer Nebengasse vor ihm sich« M i st w a g e n eiobogen, so daß der„könig- Gast", wollte er nicht umkehren, gezwungen war, hinter diesen apetitt« lich duslendeu Fuhren langsamen Schritte? nachzufahren. Ein gran- dioser Witz, nicht wahr? Unserem G-schmacke sagt allerding« die ftau- zöfische Grobheit mehr zu. Man weiß doch, woran man ist. Alfonso hat e« a u ch begriffen und sich schleunigst„spanisch" gedrückt. Dann hat der offizielle diplomatische Apparat eine Zeit lang gespielt, und jetzt ist„Alle? wieder gut".„Man" erblickt in der franzöfischeu Republik nach wie vor den Feind, und zwar nicht wegen de« Chauvi- nismu?, sondern weil fie den„turbulenten" Massen e« ermöglicht, sich zu Soßern. Da« hat die„Norddeutsche Allgemeine" jüngst mit dürren Worten durchblicken lassen. Wir haben keme Ursache, ihr in dieser Beziehung Heeressolge zu leisten. — Ein zweifelhaftes Kompliment. Mit der Ernennung Alphouso'S zum Thes de? 15. Uhlanenregiment? wollte man nach Dar- stellung der Offiziösen dem erlauchten Gast eine ganz besondere Ehre er- weisen. Denn sein Vorgänger war Niemand Geringere? al« der jüngst verstorbene— Prinz Karl von Preußen. Nachfolger de« berüchtigten Thalerprinzen zu werden, ist allerding« eiue ganz besondere Ehre. Zieht man jedoch die Heldenthateu in Betracht, die sich Madrid von Monsieur Alphon« erzählt, der seinen Namen nicht mit Unrecht trägt— Alphon« bedeutet in Pari« bekanntlich so viel wie in Berlin L° u i«— so wird man gesteheu, daß diese Ehre kemeu ihrer Unwürdigen getroffen. Und trotzdem in Pari« aus- gepfiffen. — E« kracht. Scharfe Beobachter unserer ökonomischen Entwicke- lung haben da? Herankommen einer neuen ökonomischen Krise voraus- gesehen. Die Nachrichten, die au« Amerika eintreffen und in England bereit« bedenkliche Wirkungen erzielten, scheinen diese Voraussetzung zu bestätigen. Im dritten Quartal diese? Jahre? kamen in den Bereinigten Staaten 1803 Fallimente vor, die zusammen einen Ausfall an Forderungen von 52 Millionen Dollars ergaben, in demselben Quartal de? Vorjahre? wurden 1300 Fallimente mit eiuem Aussall von nur 19 Millionen Dollar« angemeldet. Ein Vergleich dieser beiden Quartale ergibt, daß eiue Steigerung der Bankerotte sür da? letzte Quartal um nahezu fünfzig Prozent, aber eine Steigerung der Passiven um 100 Prozent statt- gesunden hat. E? find also vorzugsweise g r o ß e Bankerotte, welch« da« 3. Quartal 1883 aufzeigt. Die Zahl der Fallimente in deu ersten drei Quartalen 1883 betrug n den Verewigten Staaten 6,640 mit 118 Millionen Dollar» Passiven gegen 4397 Falliment» mit 69 Millionen Passiven in dem gleichen Zeit- ranm de» Borjahr». Da» englische Kanada, der nördliche Grenzstaat der Bereinigten Staaten, zeigt ebensall» ein bedenkliche« Wach«thum der Bankerotte. In den ersten neun Monaten de» vorigen Jahre» gab e» 537 mit 5 Millionen Passiven, in den ersten neun Monaten diese» Jahre» aber Uber 1000 mit Uber 11 Millionen Dollar» Passiven. Diese zahlreichen Bankerotte find die Wirkunz der sich in Amerika immer fühlbarer machenden Ueberproduktion in einer ganzen Reihe von Judustrien uud sie Üben nothwendig ihren Rückschlag aus Europa und speziell auch Deutschland au», da» bekauutlich nach den Bereinigten Staaten stark exportirt. Arbeitslosigkeit und Arbeiterentlassuugeu werden hiernach nicht ausbleiben, sie find bereit« in einer Anzahl Industrien eiugetreteu und weitere werden folgen, k» stehen fUc die Arbeiter schlimme Zeiten bevor, aber unser Trost ist, daß diese neue Krise auch iu den Unter- uehmerkreisen verheerend wirkt, und die Erkenutniß von der absoluten U n ha lt b ar k ei t unserer Zustände sich immer mehr v er b r ei t e t u n d s o daSletzte StUndleiu der bürgerlichen Welt beschleunigen hilft. — Die großen Spitzbuben. Die fortschrittliche„Min- dener Zeitung- brachte am 6. Juni d». J«. folgende interessante Kor- respondenz au« dem FUrstenthnm Schaumbnrg- Lippe: „Wer da hat, dem wird gegeben-, dieser Satz findet auch aus die hiesige fürstliche Kammerkasse Anwendung bezüglich der Ueberuahme der durch unser Land führenden Theilstrecke der Eisenbahn seitens de» preußischen EisenbahnfiSiu». Die Ueberuahme ist allerding» auch von der Genehmigung de» preußischen Landtag« abhängig, doch wird diese ohne Zweifel erfolgen. Diese Strecke wurde seinerzeit für etwa 4'/. Millionen Mark gebaut und wurde diese Summe durch Aktien, welche nach und nach eingelöst wurden, flüssig gemacht. Hätte der Betrieb pekuniär schlechte Erfolge erzielt, so würde die Rentkammer nicht versäumt haben, etwaige Verluste durch die Aktie» decken zu lassen, während die aufgekommene bedeutende Rente immer der Rentkammer, resp- Kammerkasse oder dem Privatvermögen de« Fürsten zu Gute gekommen ist. Bei der Schichtung de» Vermögen« der Rentkammer im Jahre 1869 in dieKammer- uud L a n d e» k a s s e(!) ist die letztere bezüglich der Eisenbahnen leer ausgegangen — mit anderm Worten: der Fürst hat die Eisenbahnen für sich genommen, o h n e d e m S t a a t e ir g en d w i e Entschädigung zu gewähren,(l!) Daß der Eisenbahnver- kauf ein brillantesBeschäftist, erhellt daran», daß der preußische EiseubahnfiSku« anfänglich 6 Millionen Mark für die Strecke geboten hat und nun schließlich doch die Forderung von 13 Millionen Mark zahlt, wovon 8'/, Millionen Rein- gewinn findl- Allerding» ein brillante« Geschäft, dieser notorische Diebstahl! Denn jede andere vez eichnung für die sürstliche Manwu- lation ist schmachvolle Beschönigung. Der gewissenloseste Börsengauner treibt die Aufsaugung de« BolkSschweiße« nicht schlimmer, al« e« hier geschehen. Dazu aber schweigen die antisemitischen Tugendwächter, denn e» handelt sich ja um christlich-germanische Spitzbuben, und auch die Fortschrittler würden sicherlich schweigen, wenn der edle Fürst von Schaumburg-Lippe ein konstitutioneller Die—«er de« Staate» wäre. 8'/, Millionen Mark Reingewinnst— woher kommen die nun eigentlich? Der preußische Staat zahlt sie, aber wißt Ihr, wer da» ist? Da» sind die Arbeiter, denen nach allen Richtungen hin der Lohn abgezwackt wird, denen mau die Arbeitszeit erhöht, die mit einem Wort doppelt und dreifach ausgebeutet werden. Die A r b e i t e r müssen die Millionen aufbringen, die der preußische Staat dem Fürsten von Schaumburg in die Tasche stcclt. Preußen thut'S gerne, Generosität ist eine angenehme Sache, wenn andere die Kosten bezahlen, und der Fürst wird e« an Gegendiensten nicht fehlen lassen. Wenn e« sich darum handelt, dem deutschen Volke eine neue Last aufzubürden, ihm irgend ein Recht zu verkümmern, da gilt im Bundesrath jede Stimme. O, die deutschen Fürsten find nicht umsonst über Nacht die„besten Träger de« Reichsgedankens" geworden! Und da» Volk, ach, wie schnell ist da« beruhigt! Der Fürst von Gotte» Gnaden braucht nur von seinen Millionen den hundertsten Theil für irgend einen„wohlthätigen" Zweck zu spenden, und die servile deutsche Presse, die in hysterische Weinkrämpse Uber den unhöflichen Empfang verfiel, den die aus'« Aeußerste gereizten Pariser dem gikrönten Sohn der tugendhaften Jsabella bereiteten, fingt in allen Tonarten da» Lob eine« so freigebigen Fürsten� und wo er sich nah», da fliegen ehrerbietig die Hüte von den Köpfen: Hoch unser gnädiger Herrscher, hoch der Wohlthäter de« Volke«! Die klemen Spitzbuben hängt man, die großen-- wir wollten froh sein, wenn man sie wirklich einmal„laufen" ließe. — Die Ueberproduktion an geistigen Arbeit«. kr ästen, an der Deutschland seit Jahren leidet, nimmt noch immer zu. So wird neuerdings wieder über die enorme Steigerung der Zahl der angebenden Juristen geklagt. Die Zahl der im Justizdienü beschäf- tigten Referendare hat sich seit dem Jahre 1875 mehr al« verdoppelt, wie folgende Zahlen beweisen: 1875: 1883 1876: 2326! 1877: 2709! 1878: 3004! 1879: 3226 i 1380: 3590! 1881: 3791; 1882: 3928. Daß diese Unmasse „Rechtsgelehrten" iu keinem Berhältniß zur Nachfrage nach solchen steht, liegt auf der Hand. Aber wohin mit ihnen, uud wohin mit dem immer stärker anschwellenden Nachwuchs? In allen anderen höheren Berusskreisen wird nicht minder Uber zu starke» Angebot geklagt, und vom Ausland tönt es fortwährend: Sendet uns keine Gebildeten, wir sind zur Genüge versehen. So muß sich mit der Zeit ein Proletariat von „Sludirten" heranbilden, dessen Lage im Berhältniß ebenso ttübe sein wird, wie die de» Proletariat» der physischen Arbeit, während e» durch seine na- turuothwendige Käuflichkeit unser öffentliches Leben zu vergiften droht. Schon heute übt diese» Mißverhältniß aus unsere akademische Jugend die korrnmpirendst? Wirkung au»: unsere Studenten sind bereit» Stellenjäger. — Der brave Otto scheint iu seiner„Sozialreform" ein Haar gefunden zu haben. Wie sein Schmutz- uud Leibblatt, die„Norddeutsche Allgemeine", in einer Polemik mit der„Germania- ausgeplaudert hat, stößt er im Schooße seine« eigenen Ministerium« auf allerhand Schmie- rigkeiteu(„Friktionen"), und zwar so. daß er schon mit seiner„Demission" drohen zu müssen geglaubt hat. Da« sieht gerade so au», al» wolle der «Herkules de« 19. Jahrhundert»" sich um die„Sozialresorm" herum- drücken uud die Schuld de« elenden Fiasko« auf Andere wälzen. Denn daß seine K o m m i« ihm ernsthafte Opposition machten, nachdem er jeden halbweg» selbststäudigen„Kollegen" herausgebissen hat, das glauben wir nie und nimmermehr. Freilich, der„Herkules de» 19. Jahrhundert«" ist ein Kavalier und ein treuer Diener seine« Herrn, und er hat nicht blo» sein eigene« Wort, sondern auch d a« seine« kaiserlichen Herrn feierlich für die„Sozialresorm" verpfändet- allein, aber, indessen— da« Doppeldudget, da» mit jenen feierlichen Wortverpsäuduugen ergattert werden sollte, ist glücklich im Kasten und „Ehre ist ein französische« Wort", pflegen die russischen Adeligen zu sagen. die ja geistige Zwilling, brüder unserer preußischen Junker sind. Wie dem nun sei— mit der„Sozialreform" will'« nicht vorwärt» gehen- selbst die„verdünnte Waffersuppe". die un» versprochen ward, ist nach Ansicht der arbeitersreundlichen Machthaber noch zu gut für da« Volk. Unseren Otto aber kennen wir. — Herr von Madai laborirt zwar an einer Gehirnlähmung, allein man hält ihn doch für gescheidt genug, um noch auf ein paar Monate Polizeipräsident von Berlin spielen zu können. Wir glauben, daß sein gelähmte« Hiru sogar für eine viel höhere Stelle ausreichen würde. Da nun außer dem Hirn de» Herrn Madai, da» wenig oder gar nicht in Frage kommt, auch noch andere Körpertheile de» Manne» krank sind, die für da» Polizeipräsidentenamt unentbehrlich find, so soll Herr Madai vom 1. Januar oder spätesten« vom 1. April an endgiltig seiner Funktionen enthoben und, mit Ruhm und Ehre beladen, in den Ruhe- stand versetzt werden. Für un» Sozialdemokraten ist die Sache höchst gleichgiltig! wir find so an die H i r n l o s i g k e i t unserer Gegner ge- wöhnt, daß ein gelähmte» Hirn un« gar nicht auffallen und höchstens als eine kleine Abwechslung iuteressiren kann. — Ei! Ei!„Man nehme dem(Sozialisten-) Gesetz den odiösen(ge- hässigen) Charakter al» Ansnahmemaßregel gegen eine einzelne Partei und verschärfe entsprechend die betreffenden Paragraphen de» allgemeinen Strafgesetzbuche»"— also zu lesen in der neuesten Nummer de»„Christlich- sozialen Korrespondenzblatte«". Wir glauben'« gern, daß e« Herrn Stöcker und seinen Hinterleuten lieber wäre, wenn der„Sozialdemokrat" in Zukunft unter der Guillotine deutscher PreßkaebelungSgesetze erschiene. Wenn sie sich mit ihrer Spekulation nur nicht verrechnen! Spaßhast ist e» aber doch, wie nach fünfjähriger Daner de« infamen Sozialistenvertilgungsgesetze» diese Herren mit ihrer Weisheit auf den H— änel gekommen sind. Und noch spaßhafter ist e», daß sie da« HSnel'sche Rezept deshalb empfehlen, um der„fortschrittlich-jüdischen Presse" an den Kragen zu können. Der beste Witzbold ist und bleibt doch die Welt- geschichte. �— Ein rachsüchtiger Mensch. Im„Leipziger Tageblatt" vom 2. Oktober finden wir folgende Korrespondenz-Notiz au» S ch n e e- berg, 30. September: „Gestern wurde der frühere Hufschmied, jetzige(!) Steinbrecher Illing, ein arbeitsscheuer Mensch, in der Schießhalle de» hiesigen Schützenhause« erhängt aufgefunden. Ihm war am Mittwoch vom Pachter ein Obdach versagt worden und au» Rache erhängte er sich iu dessen Räumlichkeiten, in die er durch ein offenes Fenster gelangt war." Also der erhängte„jetzige" Steinbrecher Illing verübte an dem Pächter de» Schneeberger Schützenhauses, der so inhuman gewesen war, ihm ein Obdach zu verweigern, den raffiuirten Racheakt, daß er— nicht den Gegenstand seiner Rachsucht, sondern sich selbst aufhängte I Um sich an einem Andern zu rächen, rächte er sich an s i ch I Der Blödsinn und die Ignoranz de« grammatiklosen Skribenten werden nur von seiner GemüthSrohh eit erreicht, die einen Unglücklichen sofort zum „arbeitsscheuen Menschen" stempelt. Da» äs mortui» uil nisi bsns, mit dem man so gern Attentate auf die historische Wahrheit beschönigt, ist solchen bemitleidenswerthen Opfern der Gesellschaft gegenüber sicherlich am Platz. Ja, wäre Illing ein vornehmer Mann gewesen, der sich ent- leibte, weil B. schmachvolle Kassendefekte an» Licht kamen, wie z. B. neulich ein Großwürdenträger in Rußland, dann würde die Skribentenseele unzweifelhaft von Mitleid uud Entschuldigungen über- geflossen sein. — Lufttreibtorpedo» sollen die neueste Erfindung unserer M o r d k u l l u r sein. Vermittelst Ballon« soll e» nach dem System eine« Ingenieur R o d e ck aus Charlottenburg möglich sein, Dynamit iu Quantitäten von 10-20 Zentnern in belagerte Festungen k. zu schleudern. Die Sache klingt etwa« mysteriös, wird aber vou der Presse ziemlich ernsthast diskntirt. Wie dem nun auch sei, soviel steht fest, daß wenn der edle Plan realisirbar wäre, unsere modernen StaatSlenker keinen Augenblick anstehen würden, denselben praktisch zu verwerthen. Und warum sollte man auf dem Lande verschmähen, wa« man ans der See so erfolgreich anwendet? Etwa au« HumanitätSrücksichten? Lächer- lich l E» ist eine der schönsten Errungeuschaften der Neuzeit, daß e» möglich ist, durch Torpedos ein ganze« Schiff mit Hunderten von Menschen zum sofortigen Versinken zu bringen. Für ihre Zwecke ver- schmähen die Gewalthaber da» Dynamit al« Zerstörung»- und Vernichtungsmittel keineswegs, da ist e» nothwendig, nützlich und an« genehm— verwerflich, unmoralisch, ja bestialisch ist die Anwen- dung de» Dynamit» aber, wenn sie im Dienst der Freiheit erfolgt, al» Mittel im Berzweiflungskamps der Unterdrückten gegen ihre Unterdrücker. Wem sollte diese Logik nicht einleuchten! — Die Statistik der sächsischen L a n d t a g« w a h l e u ist hochinteressant. Zunächst ist zu konstatiren, daß die beideu Regierung«- blätter,„Leipziger Zeitung", wie„Dresdner Journal", nur höchst uuzu- verlässige Ziffern angegeben haben, wa» jedenfalls seine„guten Gründe" hat. Und zweitens ist zu konstatiren, daß bei der letzten Wahl in den städtischenWahlkreisen, trotzdesZensu», diesozial- demokratische Partei die.meisten Stimmen gehabt hat— mehr al» die Konservativen und mehr al» die Fortschrittler und Nationalliberaleu— eine Thatsache, welche die„guten Gründe" der RegieruugSorgane in helle» Licht stellt. Wir hoffen, in der nächsten Stummer genaue Zahlen mittheilen zu können. Auf dem Lande dagegen hatten die Konservativen entschieden da» Uebergewicht. Die Dinge stehen so, daß sich mit Bestimmtheit voraus- sagen läßt: e» wird nicht mehr lange dauern, so werden in Sachsen bei der LandtagSwahl(und bei der Reichstagswahl erst recht) nur noch zwei Parteien ernstlich in Frage kommen: die Sozial. demokraten und die Konservativen. Wer die Artikel ge- lesen hat, welche wir vor Kurzem über die sächsischen EinkommenSstener. Verhältnisse brachten, und wer überhaupt die hohe wirthschaftliche Entwicklung Sachsen« kennt, wird ein solches Resultat nur natürlich finden. — Wenn der Herzog fällt, muß auch der Mantel fallen— dachten die Hannoveraner, Berrina'» Worte umdrehend— und ließen den nationalliberalen Kandidaten in Bennigsen'» Wahl- krei« durchfallen. Die Natioualliberalen find außer sich über die „Perfidie der Fortschrittspartei", die im Bunde mit allen möglichen Reichsseinden der einzigen ächt st-atSmänuischen Partei ihren klassischen Wahlkreis entrissen haben. Run— darin thun die Herreu Nationalliberalen den Fortschrittlern Unrecht. Nicht diese haben dem nationalliberalen Rumpf den Bennigsen- Wahlkreis entrissen, sondern die Erinnerung an die jämmerliche Hand lungSweise de» Waschlappen-Staatsmann» Bennigsen und die Erkenutniß, daß eine Partei, die einen solchen Menschen zum Führer gehabt hat uud ihn al» solchen noch verehrt, nicht werth ist, daß man einen Stimmzettel für sie in die Wahlurne lege— da« find die Faktoren, welche den Fall der„nationalliberalen Hochburg" herbeigeführt haben. Da» Gezeter und Gepolter der Herren Nationalliberalen ist also einfach abgeschmackt.— Waren e» etwa die F o r t s ch r i t t l e r, welche ihnen neulich bei der sächsischen LandtagSwahl die„Hochburg" Leipzig entriffeu und einem K° n s e r v a t i v e u in die Hände spielten? Wenn die Leutchen doch endlich begriffen, daß sie abgewirthschastet haben und nicht» Bessere« thun können, al» sich in die Stille de» Privatleben« zurückzuziehen, wo sie wenigsten» gegen die öffentliche Verachtung geschützt wären. — KleinereNachrichtenvomdeutschenKriegsschau- platz. Genosse K r ä ck e r hat seine drei Monate„abgebrummt" und genießt wieder der herrlichen deutschen„Freiheit". Auch Liebknecht hat seine vier Wochen Hast abgesessen, ist aber bereit» aus'« Neue wegen Beleidigung de« schuftigen Denunzianten Nebel und de» säubern Post-Leo n h ar d t zu vier Wochen verdonnert worden. In Leipzig sind die Genossen Hofmann und Posselt wegen.Verbreiten» sozialdemokratischer Schriften", der erstere zu drei Monaten, der letztere zu drei Wochen Haft verurtheilt worden.— Genosse F e h l i n z in Altona ist mit noch vier Genossen, wie wir in letzter Stunde er. fahren, au» dem dortigen Bereiche de»„Kleinen" ausgewiesen worden. I» verschiedenen Orten Deutschland» haben in den letzten Wochen wieder Flugschriften- Verbreitungen stattgefunden. In Zittau und Umgebung verbreiteten die Genossen unser bekannte» Flugblatt„Mucker-, Pfaffen- und König, schwindet" mit bestem Erfolge.„Der Inhalt ist der bekannte blutdürstige"-c., bemerkt ein Berichterstatter der Berliner„Volks- zeitung" dazu. Wunderbarl In dem ganzen Flugblatt ist von Blut keine Rede. Unsere M ü n ch e n e r Freunde haben anläßlich de« Oktoberfeste» ein sehr geschickt geschriebene« Flugblatt in 60,000 Exemplaren, namentlich au die iu München anwesenden Laudleute, verbreitet. So wogt der Kamps auf der ganzen Linie. — Am 12. November tritt der sächsische Landtag zusam- men; e» werde» sich daher vou diesem Tage an unsere Genossen Bebel, Liebknecht uud B o l l m a r die Dauer der Session über in Dresden aufhalten, wohin alsdann Briese»c. zu richten find. Wir bitten die Genossen, die« zu beachten, damit Verzögerungen, die durch Nachsendungen entstehen, möglichst vermieden werden. — U e b e r den Kongreß der s o zi a l ist i s ch- r e v o lu t i o- nären Arbeiterpartei Frankreichs, der vorige Woche in Pari» tagte, werden wir in nächster Nummer berichten. Für heute nur soviel, daß ca. 125 Vereine und Verbände durch etwa 100 Delegirte vertreten waren. Da» Pariser Element überwog bei Weitem. In der Frage der Einwanderung ausländischer Arbeiter nach Frankreich wurde von keiner Seite der prinzipielle Boden verlassen, sondern lediglich die soziale Seite der Frage erörtert und auch in diesem Sinne Stellung genommen. — Anarchistische». Wir haben wieder ein rechte» Lumpen- stll ckch en zu berichten, aber nicht von Gegnern ausgehend, sondern vou Leuten, die sich als Sozialisten geriren. Vor einigen Wochen brachte der„Fränkische Kourier" in Nürnberg, eine» der giftigsten arbeiterfeindlichen Blätter, die wir in Deutschland haben, einen gemeinen Angriff auf G r i l l e n b e r g e r, und zwar au» Buckau-Magdeburg. Darin wurde gesagt: Hasenclever habe dort vor einigen Monaten für Grillenberger unter den Sozialisten Geld gesammelt, weil Grillenberger vor dem Bankerott stehe. E» seien infolge dessen auch 56 Mk. zusammengekommen. Hinzugefügt wurde noch, daß der Zweck der Sammlung jedenfalls auf Täuschung beruhe, da Grillenberger gar nicht bankerott werden könne, weil er schon vor Jahren den ManisestationSeid geleistet habe. Eine dem sauberen Blatte von Grillenberger zugesandte Berichtigung nahm dasselbe erst nach wiederholter Aufforderung und nachdem e« durch scharfe Angriffe der„Fränk. Tagespost" und durch eine Zuschrift eine» Rechtsanwalts dazu gezwungen war, auf, aber nicht ohne gehässige Be- merkungen. Die Hauptfrage aber ist: wie kommt eine solch' niederträchtige Notiz, die offenbar au« Parteikreisen stammte, in den„Fränk. Kourier"? Die darüber angestellten Untersuchungen ergaben Folgende«: In Buckau wohnt seit einiger Zeit der au» Berlin ausgewiesene Schuhmacher Krause. Krause ist wie alle Ausgewiesenen und deren Familien von der Partei entsprechend unterstützt worden, und wurden für seine Familie auch die Mittel zur Uebersiedelung nach Frankfurt beschafft, obgleich und trotzdem Krause sich dort nicht besonder» parteisreundlich benommen, sondern al« Anhänger Most'» allerlei Störungen und Stänkereien iu der Partei angezettelt hatte. In Frankfurt wurde Krause in den Streik der Herz'schen Schuhwaarenfabrik verwickelt und nach dessen Beendigung, al» einer der Führer, nicht mehr in Arbeit genommen. Er siedelte nach Buckau über, wohin er auch alsbald seine Familie nachkommen lassen wollte. Für letzteren Zweck wandte er sich an Grillenberger um Unter« stützung. Dieser war nach erfolgter Rücksprache mit den maßgebenden Genossen genöthigt, zu erklären, daß die Partei unmöglich für die in Folge von Streiks Gemaßregelten eintreten könne, daß die« vielmehr Sache der Gewerksgenosfen sein müsse. Aus wiederholtes Drän- gen erhielt Krause 30 Mark. Die» hat ihn gegen Grillenberger, der nur handelte, wie die Pflicht ihm vorschrieb, erbittert. Krause setzte sich mit seinem Freund, dem gleichfall« au« Berlin an» gewiesenen Drahtweber C. Meyer in Nürnberg, in Verbindung, bei dem er aus Grillenberger tüchtig schimpfte. Für Meyer, der in Nürnberg seit längerer Zeit einer kleinen Anarchistenklique angehörte, die gegen Gr. hetzt und intriguirt, waren die Briefe Krause'S ein gefundene» Fressen, und e» ist erwiesen, daß die gemeine Notiz indem arbeiterfeindlichen„Fränkischen Kurier" von T. Meyer ausging, d er sich damit als ein vollkommener Lump entpupt hat. Wenn die Feindschaft gegen eine bestimmte Richtung iu der Partei oder die Antipathie gegen bestimmte Personen auch noch so groß ist, so dürfen diese Stimmungen n i e soweit gehen, daß die Träger derselben den offenen Feinden der Partei iu die Hände arbeiten, oder daß sie wie im vorliegenden Falle, gar die gegnerische Hilse in Anspruch nehmen. Wer da« thut, der stempelt sich zum Lumpen, mit dem die Partei und die Parteigenossen nicht» mehr zu thun haben. Meyer hatte sogar die Unverschämtheit, in einem Briefe an seinen Freund Krause, dessen authentische Abschrist in unseren Händen ist, neben Grillenberger auch dessen Frau in der gemeinsten Weise anzugreifen, und deren Verhältnisse in einem Lichte darzustellen, die Jeder, der die Verhältnisse kennt, al» Lügen und schamlose Entstellungen erkennen muß. Wie in der Partei Viele wissen, ist nicht für Grillenberger gesammelt worden, sondern e« wurden bei einer Anzahl Partei- genossen Darlehen ausgenommen für da» Geschäft, in dem Grillenberger thätig ist, und da« durch die gemeine Art, wie vorige« Jahr der in seinem Verlag erschienene Kalender beschlagnahmt wurde, schwer g e- schädigt worden war. Diese Darlehen find durchaus nicht» Ehren- rührige», sie werden allmälig zurllckbezahlt, wie thatsächlich innerhalb weniger Monate nicht unerhebliche Summen zurückbezahlt worden sind. Nachdem die Herren Meyer und Krause in solcher Weise ihre Rache genommen, werden die Parteigenossen wissen, wie sie sich solchen Patronen gegenüber zu verhalten haben. Meyer hat speziell von den Nürnberger Parteigenossen zweihundert Mark an Unterstützung erhalten, zum Dank dafür liefert er den ausgesproche- neu Feinden der Partei lügenhaftes Anklagematerial gegen den Vertreter der Nürnberger Parteigenossen. Kanu man die Nichtswürdigkeit weiter treiben? Korrespondenzen. — Leipzig, im Juli. Zunächst will ich Ihnen mittheileu, daß die Durchhechelung de» sc. M e y e doch etwa« genützt hat, indem sich der- selbe eine Zeit laug nicht hat sehen lassen. E» wird ihm in Zu- kunst wohl die Lust vergehen, die Arbeiter zu beschimpfen. Da e» nun probatum est, wenn solche Strolche hin und wieder vor da» Forum der öffentlichen Meinung geschleppt und abgethan werden, so will ich heute wiederum zum Gerichtstag rufen. Der Delinquent ist ebenfalls au» der Gegeud von Halle, sein Name ist B a ck s ch, er bekleidet die Stelle eine« Werkführers in der Rud. Sack'schen Fabrik. Dieser Mensch leistet schon seit Jahren Große« in Korruption und Infamie, doch will ich nur daraus eingehen, was ich gesehen, so lange ich daselbst beschäftigt war. Ich kam vor einigen Jahren nach Leipzig, Krankheit und längere Ar- beilslostgkeit hatten mich heruntergebracht und ich gab mir redlich Miihe, Arbeit zu erhalten. So kam ich auch in die Rud. Sack'sche Fabrik, fragte an und wurde abgewiesen, was mir alle Hoffnung nahm; ich sah im Geiste schon, wie ich als„Vagabund" aus einem Gesängniß ins andere geschleppt und so ruinirt wurde. Die Krifi«, welche herrschte, ließ mich davon absehen, Leipzig zu verlassen, ich hielt mich noch einige Tage auf und kam schließlich wieder nach Plagwitz in eine Restauration. Mein krankhaftes Aussehen mochte Mitleid erregen, ich erhielt einige Zehr- Pfennige, man fragte mich, ob ich denn bei Rud. Sack keine Arbeit erhalten könne, und nannte mir noch einige andere Firmen. Da sagte ein Gast, welcher bisher geschwiegen hatte:„Bei Sack kommen Sie so nicht an, da miissen Sie dem Werlsllhrer etwas in die Hand drucken, das kenne ich, am liebsten etwas Blankes"(aber daran fehlte mir»), er nannte mir den Namen eine« daselbst beschäftigten Arbeiters, welcher nebenbei einen stolzen Beinamen führt, und hier erfuhr ich, daß sich die Sache schon machen lasse,„nur dürfe ich mir's nicht so merken lassen". Einige Tage darauf halle ich Arbeit. Für mich begann nun eine Zeit der tiefsten Erniedrigung, ich wurde zu einem Zirkel zugezogen, welcher fast ausschließlich au« jungen Leuten be> stand, die alle aus diese Weise Arbeit erhalten hatten. Werksührer und Agenten spielten hier die Hauptrolle. Mir wurde begreiflich gemacht, daß ich nicht undankbar sein dürfe, und so war es kein Wunder, daß bei der ersten Zahlung mein Wochenlohn draus ging. Nicht lange, so kam der Geburtstag des Backich, in desien Werkstatt tüchtig gebettelt und ausgepreßt wurde, und wehe dem, der sich nichts auspressen ließ, er hätte sofort die Arbeit verlassen können. Es wurde ein theuerer Regulator nebst anderem Kram getaust und diesem B e t t l e r geschenkt; dies hinderte jedoch nicht, daß kurze Zeit darauf eine Reduktion der Akkordpreise eintrat, so daß die Arbeiter bald merkten, was die Uhr ge> schlagen hatte. Man hätte meinen sollen, die Arbeiter wären dadurch gescheidt geworden, doch Niemand wagte es, gegen diese Korruption aus- zutreten, und fort und fort wurden zahlungsfähige Leute für deu Werk- führer geworben. Das nächste Jahr wurde von den Agenten Backsch's eine Versammlung einberufen und den Leuten gesagt, daß Backsch eine goldene Kette brauche(warum denn keine eiserne?); trotzdem einige Oppo- sition laut wurde, setzten die Agenten des Backsch ihren Wille» durch, und andern Tag« ging das Erpreffen von Neuem los. Doch mit des Geschicke« Mächten Ist kein ew'ger Bund zu flechten, Und da» Unglück schreitet schnell. Diesmal kam e» in der Gestalt eines anonymen Briefe» an Herrn Rud. Sack, worin sich eine Frau beschwert haben soll, daß ihrem Mann der Lohn auf diese Weise gestohlen würde. Herr Sack ließ Backsch kommen, setzte ihm da»„Ehrenhafte" seine« Benehmens auseinander und erklärte ihm, daß er solche Bestechungen nicht dulden könne, verbot ihm auch, die Kette zu tragen. Trotzdem die Agenten des Backsch alle Anstrengungen machten, blieb es dabei, wie Herr Sack entschieden hatte. Backsch aber brüstet sich noch heute mit dem erpreßten und erstohlenen Schweiß und Blut der Arbeiter. Aus diesem Wege war nun nicht« mehr zu machen, da» sah Backsch bald ein, darum wandle er sich der Privatkorruption zu. Bei ihm ar- beitete ein junger Schlosser, Namen» Greulich, und dieser erhielt die schöne Aufgabe, sllr Backsch die Gelder resp. Steuern einzutreiben. Eine« Montags kam Greulich nicht zur Arbeit, gegen acht Uhr kam ein Nebenarbeiter und erzählte dem Backsch, daß am Sonntag ein Mensch bei ihm gewesen sei, welcher dem Greulich 1l) Mark habe geben müssen, um bei Sack in Arbeit zu treten. Da er nun keine Arbeit erhalten, habe er die 10 Mark zurückverlangt. Greulich aber habe ihm gesagt, er hätte das Geld dem Werksührer Backsch gegeben. Weiter habe der Arbeiter erklärt, daß, wenn er sein Geld nicht wieder erhalte, er sich an Herrn Sack wenden wolle. Die Bestürzung war groß, indeß weiß ich nicht, welche Beschwichtigungen gemacht worden find. Greulich kam Mittwoch« und gab sein Arbeitszeug ab, er verließ die Arbeit. Ob wohl Jemand gewußt hat, weshalb Greulich die Arbeit so plötzlich aufgab? Ich sah, daß hier die Fäulniß unaufhaltsam vor sich gehe, und schüttelte den Staub von den Füßen; da«, was ich bisher gesehen, war zu skandalös, um noch länger dort zu bleiben. Daß sich noch nicht» geändert hat, geht au« den Mittheilungen früherer Kollegen hervor. So wurde mir vor langer Zeit neben verschiedenen anderen Vor- kommnissen erzählt, daß Backsch einen Bäckergesellen als Schlosser ein- gestellt habe; al« Backsch das Arbeitsbuch verlangte, wurde ihm eine große Wurst gezeigt und unter da» Pult gelegt, darob soll der gute Mann so erschrocken(gewesen sein, daß er nur noch ein freund- liche« Lächeln für den Antretenden hatte. Ackermann kann sich mit seinen Arbeitsbüchern begraben lassen, bei un» wird die Sache viel glatter abgemacht. Wer aber noch an der Wahrheit de» Gesagten zweifeln sollte, der möge diejenigen fragen, welche da« Pult Backsch's umstehen. I-ast dut not Isagt sei noch erwähnt, daß ein Schlosser, Namen» Schnake, durch den Backsch'scheu Agenten mit dem pölzen Beinamen zum zweiten Mal angebracht wurde. Diesmal müssen lidoch größere Schwierigkeiten zu überwinden gewesen sein, denn Schnake kam nicht etwa mit einem blauen Auge oder einer Wurst davon, nein, er schenkte der Frau Backsch einen hübschen Tisch und erfreute sich, wie genannter Bäcker, der Gunst de« Gemahl«. Wie tief muß Korruptiou und Niedertracht wurzeln, wo solche Zustände Platz greisen können! Wie tief muß ein Mensch gesunken sein, um vor die Augeu seiner Vor- gesetzten zu treten, und Ehrlichkeit, Treue u. s. w. zu heucheln! Unter- scheidet sich ein Mensch, welcher die ihm unterstellte» Arbeiter aus obige Art aussaugt durch etwa« andere« von einem Vampyr al« durch seine Gestalt? Gesagt muß aber werden, daß sich noch mehrere Werksührer ans diese Art beschmutzt haben; doch gibt es unter den letzteren auch ehreuwerthe Männer. Den Kollegen, welche mir die obigen dankenswerthen Mit- theilungen gemacht, den besten Dank. Ich hoffe, sie werden mir zu ihrem eigenen Wohl auch ferner an die Hand gehen. Denn, wenn dereinst die letzte Fessel bricht, Verhalle dumpf der Schurken bange« Flehn: „Geh nicht mit unfern Sünden in« Gericht I" Wir aber werden zu Gerichte gehen. Der Wächter au der Pleiße. — Chemnitz, im September. Trotzdem längere Zeit nicht« von un« verlautete, haben wir dennoch nicht auf der Bärenhaut gelegen, sondern ohne Unterlaß für die große Sache der Sozialdemokratie gewirkt. Im August fanden sich eine» Sonntag« gegen 1500 Proletarier zum t weck gemüthlichen Beisammensein« in einem Wäldchen zu Rabenstein bei hemnitz zusammen; da sich hierzu auch Freunde au» Ernstthal, Limbach, Luogwitz u. s. w. einsanden, so mochte irgend«in Spaßvogel die heilige termaodad davon benachrichtigt haben, denn al« die große Masse an« hemnitz ankam, hatten sich die Staat«retter de« gesammten Bezirk«(uni- formirt und in Zivil) schon in großer Zahl eingesunden. Aber die Ge- uosseu ließen sich im Arrangement von Vergnügungen trotz Dazwischentreten« der bepickelhaupten Schnüffler nicht stören, sondern errichteten ein Raritätenkabinet, einen Schnellphotographiesalou(Bilder zum sofor- tigen Mitnehmen) u. s. w., und urkomisch war», die zornigen Gesichter dieser vor Wuth und Aerger beinahe platzenden Helden anzusehen. Abend«, al« eine große Anzahl der Theilnehmer per Bahn nach Chemnitz zurückfuhr, brachten dieselben gleichzeitig unfern„ReichsauSländer" und Genossen Kühn, welcher mehrere Monate in Nürnberg zugebracht halte, wieder mit nach unserem Schlotheim; hier wurde der„Reich«au«länder" au« Sachsen" am Bahnhos mit großer Begeisterung empfangen, und e« fehlte auch nicht au obligatem Rothseuer u. s. w. In einer der ersten Schneiderversammlungen, wo Kühne referirte, waren(jedeusall» zur Bewachung) nicht weniger al» 30 Trabanten de» Polizeikünstler« S i c b d r a t h anwesend; letzterer Held patrouillirte per- sönlich die Umgegend auf»nd ab. Eine weite Bersammlimg de» Verein» zur Belehrung über Volt»- und Weltwirthschafl, in welcher Kühn über „Meine Au«weisung und da» sächsische HeimathSgesetz vom Jahre 1834" sprechen sollte, wurde mehrere Tage vorher verboten, und zwar auf Grund§ 5 de» sächsischen Verein«, und Versammlungsgesetze«. Nun zur Hauptsache, zur LandtagSwahl. Bereit» Ende August hielt Genosse Stolle eine große Versammlung bier ab, Tagesordnung in derselben war„da« Krankeutassengesetz". Nachdem Stolle unter stürmischem Jubel der großartigen Versammlung seinen Bortrag beendigt hatte, betrat Genosse V o l l m a r, welcher auf der Durchreise begriffen zusällig anwesend war, die Tribüne. Die Anwesenden, welche wohl mehr oder minder wußten, daß Bollmar zum Landtagtkaudidaten unseres Kreises defignirt war, gaben ihrer Freude darüber m lebhaften Beifalls- bezeugungen unverholenen Ausdruck. Unsere hiesige gegnerische Presse, welche bi» zum letzten Tag vor der Wahl unsere Thäligkeit todt zu schweigen versuchte, schwieg auch über diese Versammlung. 48 Stunden vor der Wahl begann unsere eigentliche Thätigkeit, oder wie ein hiesige» Blatt schrieb,„MaulwursSarbeit": die Vertheilung de« Wahlflugblalte«. Innerhalb einer Stunde war die Hauptarbeit besorgt; darob bei un» große Freude, bei den Gegnern verblüffte Gesichter. Die Polizei, welche noch in den Federn gelegen, begann nachher ihre Hetz, leider vergeblich. Dem Flugblatt, welches zwar sehr scharf, aber durchaus sachlich gehalten war, war preßgesetzlich nicht beiznkommen, eine polizeiliche Beschlag- nähme hätte nichts genützt, da die Verbreitung so rasch vor sich gegangen war, daß keiner der Verbreiter hatte angehalten werden können. Unser früherer Vertreter, der berühmte„Roth", DurchfallSkaudidat von 1381 und Ordnungsretter xw excellence, welcher von Seiten der Gegner wieder aufgestellt war, bekam in genanntem Flugblatt seine wohlverdienten Hiebe. Die Gegner, welche vom Judenfresser bis zum Demokraten für den„humanen", freisinnigen, ehrenhaften Volksvertreter„Roth" öffentlich in den Zeitungen die Reklametrommel gerührt hatten, waren nach Bekanntwerden des Wahlresultats wie vor den Kopf geschlagen: ein Bündniß von mindestens sechs Parteien und dennoch nur 1181 Stimmen; während der„r o t h e"„schnei- d i g e und u n d e u t s ch e" Bollmar, wie sie ihn in ihrer Presse nannten, es auf 2 5 2 4 Stimmen gebracht hatte— trotz Zensuswahlrechl«. Al» die Sozialisten Abend» in einer öffentlichen Versammlung ihrer wohlverdienten Freude den gehörigen Ausdruck zu verleihen versuchten, wurde die Versammlung von dem schon mehrmals im„Sozialdemokrat" gekennzeichneten Wachtmeister„Wurstbeckert" aufgelöst. Ein Thetl der der Genossen, welche später noch in einem größeren Restaurant beisammen waren, wurden auch da noch polizeilich überwacht. Hierbei sollen feiten» unserer Genoffen einige Schnurren erzählt worden sein, in Folge dessen man Genossen S i g r i st verhastete; Genosse R i e m a n n, welcher in obigem Lokal später erschien, wurde sofort bei seiner Ankunft verhaftet und zu Arrest gebracht(beide Heldenthaten verrichtete der Wurst- b e ck e r t) und am andern Tag ohne jede» Verhör au» der Hast ent- lassen, während Genosse Siegrist, augeblich wegen Fluchtverdachts, noch sechs Tage in Untersuchung fitzen mußte und nur infolge energischer Intervention seinerseits seine Freilassung durchsetzte. Bei Siegrist soll die Anzeige auf„Beamtenbeleidigung und nächtliche Ruhestörung" (der Vorsall pasfirte Abend»'/»lO Uhr), bei Riemann aus„Beamten- beleidigung und groben Unfug" lauten; nun, sollte e» zur gerichtlichen Verhandlung kommen, so dürfte dieselbe meine« Erachten» nach höchst humoristisch verlausen, denn beide llebelthäter haben sich in keiner Be- ziehung gegen irgend einen Paragraphen unser« umfangreichen Strafgesetzbuche» vergangen. Beider Genossen Pflicht wird e» sein, obgenannten Wachtmeister„Wurstbeckert" wegen Mißbrauch der Amtsgewalt und widerrechtlicher Freiheitsberaubung beim Staatsanwalt zu denunziren. Unserm Kriminalwachtmeister Becker t, welcher, wie e» den Anschein hat, in die Fußtapfen de» sich 1379 zu Tode gestorbenen Polizeiinspektor» Tariu« zu treten gedenkt, gebe ich den wohlmeinenden Rath, vor allen Dingen erst seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, und dann, wenn ein schnellwirkendes Gift nicht von Nöthen, erst später in Sozia- listenhatz zu machen. Die« würde auch die Karriere eher beschleunigen, als alle Gesuche um höhere Anstellung— vielleicht ist in der Hölle für ihn ein Wachtposten vakant! Zum Schlüsse rufe ich namentlich den hiesigen Genossen noch zu, haltet fest an dem Prinzip der Sozialdemokratie, sorgt dafür, daß Chemnitz bei jeder Wahl, sei e» zum Reichs- oder Landtag, nur Sozialisten wählt, vergeht nicht, unserer besten Waffe, dem„Sozialdemokrat", immer neue Abonnenten zuzuführen und denkt bei Zeiten an Vermehrung unsere» Wahlsonds, welcher jedenfalls in Folge der LandtagSwahl ziemlich ge- litten haben wird. C o r n e d. Parteigenossen! Vergeht der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Sprechsaal. Höchst a M., 9. September. Der„Sozialdemokrat" bringt in Nr. 32 im Leitartikel:„Liberale Zu- kunftspolitik" eine treffende Abhandlung über die Mythe vom„liberalen Kronprinzen". Wenn jedoch aus die Frage, ob„unser Fritz" im ersten Halbjahrhundert seines Lebens schon etwa» Nennenswerthe« geleistet habe, der„Achtundvierziger" mit einem Ausspruch Joseph'» II.:„Absolut gar nicht» l" antwortet, so kann dem kein Sozialdemokrat zustimmen. Ist dem„Achtundvierziger" unbekannt geblieben, daß der„liberale Kronprinz" sein Meisterstück im Regieren mit einem Henkerstreiche abge- legt hat?! Ich glaube e« nicht, vielmehr scheint dieser alte Genosse der Meinung zu sein:„Da» war noch gar nicht», es muß erst en gros gehenkelt werden, um gegen den Kartätschenprinzen, yulgo Kaiser,„liberaler" zu erscheinen I" Wie dem nun auch sei, daß Fritz etwa« geleistet hat, und w a» er geleistet, wollen, können und sollen wir nicht vergessen, vielmehr da« blutige Bild de», wa« man auch sonst über ihn denken mag, todesmuthigen Hödel immer wieder an'« Licht ziehen, hatte doch diese» Bild da« schuftige Ausnahmegesetz zur Folge, indem man dasselbe in einen sozialdemokratischen Rahmen brachte. Darum „Vergeht die theuren Todten nicht, Bi» deren Boten„sie" laden zum Gericht." Vergeht ihn nicht, der im Angesicht de« Tode» die erste Regierung»- Handlung de»„liberalen" Kronprinzen mit Hohn hinnahm! Der Tag wird kommen, wo an» dieser blutigen Saat schwere Ernte ausgehm wird. D. r. T. Wir haben dieser Einsendung die Ausnahme nicht versagen wollen, müssen aber doch gegen die darin beliebte Auslegung der Worte unsere» Mitarbeiter« Verwahrung einlegen. Man lese nur den betreffendeu Artikel nach uud man wird mit un» der Anficht sein, daß e» sich für den„Acht- uudvierziger" lediglich darum handelte, die Antipathie de«„liberalen" Kronprinzen gegen BUmarck zu erklären, die im Wesentlichen darauf beruht, daß dieser demselben absolut keinen Einfluß auf die Staatsgeschäfte gewährt, sowie zu zeigen, daß„unser Fritz" weder den Muth noch die Fähigkeit besitzt, seinem„Liberali«mu»" durch irgend eine T h a t Ausdruck zu geben. Gerade da» Beispiel, welche» der Einsender anführt, beweist die». Die Hinrichtung(Hödel'« erfolgte seinerzeit xar oräro du rnufti, u.'.d der Kronprinz spielte dabei nicht die Rolle de« Mufti, sondern die de» Mit- schuldigen au» Schwäche, oder wenn man will, au» Feigheit. Die Redaktion. Briestaftm der Redaktion: R. Kr. in B n d a p e st: Besten Dank für den Glückwunsch. Die Zahlen, aus welche Sie anspielen, find ohne Zweifel sehr lehrreich, doch find wir leider nicht im Stande, die Zahl der be- schästigteu Arbeiter, ans die es vor Allem ankommt, zu ermitteln. Sicher ist, daß sie nicht im Verhältniß zur Produktion gestiegen ist. Einer unserer Reichstagsabgeordueteo, der in allem Uebrigen mit unserer Darlegung der Angelegenheit Ritting Hausen vollkommen einverstanden ist, ersucht un« um Richtigstellung eine« Jrrthum», welcher sonst möglicherweise Anlaß zu einer falschen Auffassung der Sache geben könnte.„Allerding« hat Ritlinghausen nach erfolgtem Beschluß der Fraktion keinen Widerspruch mehr erhoben, allein vorher hatte er erklärt, daß er sich durchaus nicht abhalten lassen werde, nach seiner eigenen Auffassung zu stimmen. Von zwei Seiten war ihm darauf bemerkt worden, daß nach Kougreßbeschluß die Fraktion geschlossen abzustimmen habe und daß Derjenige, welcher sich der Entscheidung der Fraktion nicht füge, sich außerhalb derselben stelle. Hieraus antwortete Rittiughausen nicht« mehr, erklärte aber nächsten Tag« im Reichstag, daß er abweichend von seiner Fraktion für da» Gesetz— den deutsch- spanischen Handelsvertrag— stimme." * ** Nach Thüringen.— K. in G.: Sie sind sehr stark im Irr- thum, wenn Sie meinen, die Partei habe die Pflicht, für Klute ein- zutreten. Klute hat nach Erlaß de« Ausnahmegesetze« in W. ein kauf- männische« Geschäft errichtet, da» ihn leidlich nährte; er kam aber später in diesem Geschäft durch eigene Schuld zurück und ging schließlich zu Grunde. Detail» wollen wir in Rücksicht auf Klute nicht bringen, können aber versichern, daß die W.'er Genossen Kl. nach Kräften unterstützten und er schließlich unter Umständen von W. weg mußte, welche den W.'schen Genossen recht unangenehm waren. Die Partei kann also in keiner Weise verpflichtet werden, für Kl. einzutreten, der sich obendrein in den letzten Jahren von jeder Parteithäligkeit fernhielt. Unterstützen ihn die Genossen einzelner Orte, so ist da» deren Privatsache. Ferner irren Sie, wenn Sie meinen, e» würden namentlich Abgeordnete der Partei au» Parteimitteln unterstützt und anderen Hilfsbedürftigen vorgezogen. Dies ist nicht wahr. E« gibt nicht einen Parteivertreter, der solche Unterstützungen bezöge, obgleich mehrere derselben einen schweren Kampf um'« Dasein führen und sich in einer ganz proletarischen Lage befinden. B. der Expedition: Rasi: Mk. 50,— letzter Rest Ab. 2. Qu. erh. Auszug pr. 3. Qu. uebst bfl. Beantwortung Ihrer Anfragen abgeg.— A-n: Fr. 2,80 f. Schfl. erh.- Freiburg i/L.: Mk. 1,60 pr. Agsd. dkd. erh. vom Stillvergnügten.— Ch. Hrdm. Kopenhagen: Fr. 40,63 Ab. 3. Qu. u. Porto erh. Mhrbstllg. ab 41 nachgeliefert.— I. Strauß, N A.: Fr. 75,95 h Cto. Abon. und Schst. erh.— W. Sch. Lille St. d. F.: Fr. 5,— f. 2 Ab. 4. Qu. erh. Bebel und Lbku. wurden am 26. März 1872 wegen angebl.„Borbereitung zum Hochverrath" verur- theilt. Nähere« siehe„Leipziger Hochverrathsprozeß 1872", zu beziehen durch un«. Preis Fr. 3,75 franko.— H. Srdn. Obrstr.: Fr. 2,— f. Ab. 4. Qu. erh.— Roderich: Mk. 3,10 pr. Ab. 4. Qu. u. Ersatzlfg. erh. Letztere mit 41 fort.— Rother Boigtländer: Mk. 3,60 Ab.-Rest P. pr. 4. Qu. 82 90 Pfg. f. Schrft. und 50 kr Cto. erh. Wenn nicht Ordnung kommt, müssen M. und P. gesperrt werden.— H. B. W. a. Rr.: Mk. 5,60 Ab. 4. Qu. u. Schst erh. Adr. notirt.— Huß: Mk. 3,— Ab. 4. Qu. erh. Schweizer Postkarten gelten ab Deutsch« land hierher nicht.— Rgr. W'thnr: Fr. 2,80 in Baar, Fr. 12,20 in Ggrchg., also Fr. 15,— pr. 3. Qu. in Summa erhalten.— Tannenberg: Ml. 10,— pr. Agsd. lt. Spezialqttg. dkd. erhalten.— P. R. H. a. N.: Mk. 5.- Ab. 4. Qu. erh.- Blaschke: öwfl. 3,40 Ab. 4. Qu. erh.— I. H. Httgn.: Fr. 2,— Ab. 4. Qu. erh.— M. Am Ende, Rockville: Fr. 5,06 f. Schst. erh. Sdg. fort. B. hat aus zweimalige» Schreiben nicht« hören lassen.— E. K. Gbswl.: Fr. 4,80 Ab. 4. Qu. u. Schft. erh.— R. Kr. Bpst.: öwfl. 1,— f. Schft. erh. Weitere« dkd. notifizirt.— G. L. Cognac: Fr. 5,— Ab. 1/10 83 bis 1/4 84 erh.— A. L. B.: Mk. 30,— Ab. 3. u. 4 Qn. erh.— Frau Lvtr. Z.: Fr. 2,— Ab. 4. Ou. erh.— I. V. Haag: Fr. 10,— Ab. bis Ende 3. Qu. 84 erh.— C. B. Anvers: Fr. 2,— Ab. 4. Qu. und Fr. 2,— p. Ufd. dkd. erhalten.— Gracchus W.: Mk. 30,— Ab. 3. Qn. in Baar und Mk. 15,— in Gegrchg. gutgebracht. Bstllg. solgt.— Dtschr. Verein Zürich ic. durch Wtt: Fr. 6,— Ab. 4. Qu. erhalten.— R. K. H.: Mk. 34,— k Cto. gulgebr. Bfl. mehr.— I. Z. St. Ballen: Fr. 4,— ä Cto. Schft. erh.— W»h. Zch.: Fr. 2,— Ab. 4. Qu. erh.— Binger- mann: Fr. 2,— Ab. 4. Qu. erh.— F. Wchld.: Mk. 1,— Ab. Sept. erh.— Rothkragen a. d. CiSlar: Mk. 9,— Ab. 4. Qu. erh. Adresse geordnet. Mk. 15,42 pr. Ufd. dkd. verw.— I. G. Olbn.: Ml. 3.— Ab. Qu. über B. erh.— Dtschr. Ber. Genf: Fr. 67,50 Ab. 3. Qu. erh. - E. St. Lzu.: Mk. 3- Ab. 4. Qn. erh.- K. K. in H.: Mk. 3,— Ab. 4. Qu. erh.— Sldy D.: Fr. 4,50 f. Schft. erh.— E. MscheZ.: Fr. 20,— k Cto. Schft. erh.—-s-l-s-himmel---: Mk. 20,— ä Cto. d. E. M. erh. u. gutgebr.— Danton M.: Sind Sie denn nicht bei Trost? Wir chiffriren nicht zum Zeitvertreib! Uebrigen« scheinen Sie vor lauter Beheimnißkrämerci zeitweilig Pelzhandschuhe ans dem„Pfiff" zu tragen.— Blanc: Mk. 20,— ä Cto. erh. Weitere» bfl. Schst. unterwegs.— Morgeuroth Gl.: Bf. v. 8/10. hier.— Jörg: Mk. 3,— Ab. 4. Qu. f. K. erh.— Hebert: Fr. 4,— Ab. 3. u. 4. Qu. erh. Vi'ir-ir-Vi l&IQStag, den 13. Oktbr. Abends 8 Uhr, im„Cafä Zj U.1 iL/ XI. Kessler, Stüssibofstatt Oeffentliche Versammlung der deutsohen Sozialisten. Tagesordnung: Vortrag Ton Bürger Keinthal aus Wien über Die Ziele der Sozialdemokratie. Jedermann ist eingeladen. Der Lokalansso hnss der deutschen Sozialisten. "Rfirifh Glaserfachverein. 4iuxiu| Den BerusSgenosscu zur Mittheilung, daß sich vom I.Oktober an unser Werewskokar«nd Aröeitsnachweis im Restaurant Glaser, Rindermarkt 18, befindet. 120 Der Vorstand. ölttldl Sonntag, den 21. Oktober, Nachmittag« 4 Uhr, im A- uz Cafd des quatre nations: Heffeatliche Versammlung deutscher Sozialisten. 160 Tagesordnung: Verschiedeue Parteiangelegeuheiteu. Sämmtliche hiesige, sowie in der Umgegend wohnende Genossen werden zu zahlreichem und pünktlichem Erscheinen eingeladen. Im Austrage: Br. Durch die Unterzeichneten ist zu beziehen: Billige Ausgabe."MW Die Krau in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Von A. Bebel. Die Schrift, die 224 Seiten Großoktav umfaßt und gut au»- gestattet ist, kostet bei Bezug von mindesten« süuf Exem- plaren Mk. 1,30— ifct- 1,90 netto; bei weui ger al» fünf Exemplaren 2 Mk.— Fr, 2,30 netto. Nur gegen Baarvorauszahlung. Porto extra. Der Kapitelinhalt der Schrift ist folgender: Seite 1: Einleitung. S. 5: Die Frau in der Vergangenheit. S. 36: Die Frau in der Gegenwart. Der Geschlechtstrieb. Die Ehe. Ehehemm- und- Hindernisse. S. 59: Weitere Ehehemm- und-Hindernisse. Da» Zahlenverhälmiß der Geschlechter; seine Ursachen und Wirkungen. S. 77: Die Prostitution eine nothwendige soziale Institution der bürgerlichen Welt. S. 89: Die Erwerbsstellung der Fran. Ihre geistigen Fähigkeiten. Der Darwinismus und der Sozialzustaud der Gesellschaft. S. 116: Die rechtliche Stellung der Frau, ihre Stellung zur Politik. S. 129: Staat und Gesellschaft. S. 149: Die Sozialifirung der Gesellschaft. S. 192: Die Frau in der Zukunft. S. 195: Jnternatioualität. S. 198: Ue'bervölkerung. S. 215: Schluß. «Fpetilu« de,„SiziiUtmikrit" liUfkichkirilui Hoitizgea-Zärich.