Erscheint w ö ch entlich einmal in Zürich(Schweiz). Aertag der Bolktbuchhandlung Hottingen-Zürich. PoSst»dllllgt» i'oni» gegen franko Sewöhnliche Briese «ach der Schweiz lasten Doppelporto. Der MaldeMkrat Jentrat-Hrgan der deutschen Sozialdemokratie. Abonnements werden bei allen schweizerische» Postbureaux. sowie beim Verlag und dessen belannien Azenten entgegengenommen, und zwar zum voraus zahlbar«» VierieljahrSpre!» von Fr 2— für dieSchwciz(Kreuzband) Ml 3— für Deutschland i&ouverl) st. 1.70 für Oesterreich Fr. 2 50 für alle übrigen Linder de» Welipostderein»(Kreuzband). Zllstlllte die dceigelbaltene Petitzeil« 25 Ct». � 20 Psg, N- SO. Donnerstag, 6. Dezember 1883. Avis an dir Abonnenten und-Korrespondenten des„SoziatSemokrat." Da der.Sozialdemokrat' sowohl ,n Deutschland al» auch in Oesterreich»erboten ist, bezw.»erfolgt wird und die dortigen Behbrden stch alle Mühe geben, unsere Verbindungen nach jenen Ländern mSglichst zu erschweren, reib Briefe von dort an UN» und unsere Zeitung», und sonstigen Speditionen nach dort abzufangen, so ist die äuherste Vorficht Im Postderlehr nothwendig und darf leine Vorstchtimahregel versäumt werden, die Briesmarder über den wahren Absender und Empfänger, sowie den Inholt der Sendungen ,u täuschen, und I-Hter- dadurch zu schuhen Hauptersorderniß ist hiezu einerseit», daß unser« Freunde so selten l' � bii"n®"ta8'"bft adrestiren. sondern stch mäglichst an Irgend ein. unverdächtig. � außerhalb De tschiaud) und Oesterreich» wenden, welche stch dann mit un» in Verbindung seht; anderseits aber daß auch un» möglichst unversangliche ZustellungSadrestcn mitgeiheilt werben. In zwciselhaften Fällen empfiehlt stch b-hus» größerer Sicherheit Rekommond rnng. Soviel an un» liegt,.werden wir gewiß weder Mühe noch Kosten scheuen um trotz aller-ntgege». stehenden Schwierigleiien den.Sozialdemolrat' unseren Abonnenten möglichst regelmäßig zu liesern Parteigenoffen! Vergeßt der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Der Sozialismus und das Eigenthum. ES ist wohl nicht zu weit gegangen, wenn wir sagen, daß der Sozialismus der geschworene Gegner des heutigen, des bürgerlichen EigenthumS ist. Und doch gibt eS sicherlich keinen Sozialisten, der den räube> rischen Ueberfall, dessen Schauplatz jüngst Stuttgart war, und der angeblich im Interesse des Sozialismus unternommen wurde, nicht auf das Entschiedenste veruriheilte. Ist das nicht im höchsten Grade unlogisch? Liegt in dieser Beurtheilung eines Vergehens gegen die heutigen falschen Eigen- thumSanschauungcn nicht ein großer Widerspruch? Wer diese Frage aufwirft, dokumenlirt damit nicht etwa, daß er ein schärferer Logiker als die Sozialisten ist, konsequenter als diese denkt, er zeigt nur, daß er die sozialistische Kritik des Eigenthums nicht begriffen hat, daß er nicht weiß, um was es sich bei dem Kampfe der Sozialisten wider daS bürgerliche Eigen- thum eigentlich und in entscheidender Instanz handelt. Ehe wir jedoch auf diese Frage selbst eintreten, möchten wir eine andere untergeordneter Natur erledigen. So hoch wir die Rücksicht auf das allgemeine Rechtsbewußtsein auch stellen, für so wichtig wir es auch halten, daß unsere Partei ihr Verhalten so einrichte, daß sie die große Masse des Volkes nicht ohne Roth wider sich errege, so können wir doch diesen Grundsatz nicht als unter allen Umständen maßgebend anerkennen. Wir dürfen uns nicht zu Sklaven der sogenannten öffentlichen Meinung machen, wir müssen vielmehr den Mulh haben, gleich unfern Vorkämpfern, ihr, wo es darauf ankommt, zu trotzen, im gegebenen Moment dem allgemeinen Vorurtheil die Stirne zu bieten. Ein solcher kühner Bruch mit dem Altherkömm- lichen kann, so gefährlich er in der Regel ist, zu Zeiten zur erlösenden That werden. Wir werden solchem Vorgehen selbst da unsere objektive Anerkennung nicht versagen, wo wir es für unklug, für in opp or tu n halten. Der Erfolg entscheidet nur für die Wahl des Moments, nicht für die Güte der Sache. Ein Huß, ein Savonarola werden uns stets verehrungS- würdig bleiben, ob sie auch mit ihren Angriffen wider die Kirche „zu früh" kamen und deshalb auf dem Scheiterhaufen endeten, anstatt gleich Luther,„hochgeachtet und geehrt", im Bette zu sterben. Ein John Brown, der auf eigene Faust den Kampf wider die Sklaverei aufnahm, ist darum nicht minder unserer Bewunderung werlh, weil er den Erfolg nicht für stch hatte. Also auch der Umstand, daß das Stuttgarter Raubaltentat mit der herrschenden Rechtsarschauung nicht nur unserer Feinde, sondern auch der großen Masse des Volkes in direktem Wider- spruch steht, kann, so wenig wir ihn unterschätzen dürfen, in letzter Instanz für unS maßgebend sein. Nein, weshalb wir und jeder Sozialist es unbedingt verur theilen, ist die Thatsache, daß es mit den Grundsätzen des So- zialismuS selbst, mit unserer eigenen Rechtsanschauung in direktem Widerspruch steht, weil eS durchaus unsozialistisch, antisozialistisch ist. Wer auch immer die Helden dieses UebersallS gewesen sein mögen, sie stehen auf jeden Fall der heutigen, der bürg er- lichen Gesellschaft viel näher als der sozialistischen. Der moderne Sozialismus bekämpft das bürgerliche Eigenthum, aber er bekämpft nicht sowohl seine juristische Form, al» seinen sozialen Inhalt. Tie Gesetze, die Hinz und Kunz eS ermög- lichen, irgend welche Summe von Werthen ihr eigen zu nennen, find ihm ziemlich uninteressant, solange gesellschaftliche Einrichtungen bestehen, die e« Hinz und Kunz ermöglichen, durch Ausbeulung ihrer Nebenmenschen Reichthum zu erwerben, beziehungsweise ihren Reichthum zur weiteren Ausbeutung ihrer Nebenmenschen zu benutzen. Er setzt seine Kritik bei der Wurzel an und fragt nicht, gleich dem Metaphystker, waS i st daS Eigen- thum, sondern wie entsteht das Eigenthum? Und diese echt materialistische Frage führt ihn auf die Untersuchung der jeweiligen Produktionsverhältnisse. Der moderne wissen» schaftliche Sozialismus hat erkannt, daß die juristische Form deS EigenthumS stets dessen materiellen Produktionsbed in gun- gen entspricht, die mächtiger sind alS alle geschriebenen Gesetze, die über alle Dekrete, ob dieselben von russischen Autokraten oder von ftanzöstfchen Revolutionären erlassen würden, spotten. Und an der Basis ist der Hebel anzusetzen, nicht aber an der Spitze! Seitdem die Produktion durch die Vervollkommung der Technik aus der individuellen eine gesellschaftliche geworden ist, während ihre Leitung unter den herrschenden EigenthumSverhälinissen im Wesentlichen eine individuelle geblieben ist, macht stch dieser Gegensatz zwischen dem individuellen Eigenthum und dem gesell- schaftlichen Charakter der Produktion immer empfindlicher fühlbar, und infolgedessen auch daS Bestreben, die Eigenthumsverhältnisse den Produklionsverhältnissen anzupassen. Wir möchten dies die objektive Seite der sozialen Frage nennen. Ihre iubj klive Seite ist der Kampf zwischen den Produzenten, natürlich den wirklichen, nicht den nominellen, d. h. der Arbeiterklasse, und den Eigen thüm er n. Der Versuch, die Produktionsver- Hältnisse in die alten Eigcnthumsverhältnisse eirnuzwäign, ist reaktionär, das Bestreben, die letzteren den ersteien anzupassen, revolutionär. Dies ist, beiläufig gesagt, der Maßstab für alle sozialen und sozialisirenden Projekte. EL gilt also, den gesellschaftlichen Charakter der Produktion durch Umwandlung der Produkiionsmittel und Pioouktionskräfte aus Privateigenthum in ge sellschaftiches Eiqenlhum zur vollen Geltung zu bringen, und durch eine entsprechende gesell- schaftliche Auslauschweise zu ergänzen. Damit ist dem Piivat- eigenlhum, soweit es ab.rhaupt schädlich, der Lebenssiden that- sächlich abgeschnitten. Ob und wie es dann nach rechtlich weitervegetirt, ist eine sehr glcichgiltige Sache. Die Äiftzähne: Mittel der Knechtung und Ausbeutung zu sein, sind ihm aus- gebrochen. DaS Bestreben der Sozialisten kann also nur und aus- schließlich darauf gerichtet sein, den gesellschaftlichen Charakter dtzr Produktionsmittel und Produkt-onS'räfie zum allgemeinen Bewußtsein zu bringen. Wenn nun aber Jemand unter dem Vorwand, daß er das Privaleigenihum nicht anerkenne, einen Einbiuch verübt, so negirt er dimit nur das Privateigenthum des X, 3) oder Z, nicht aber das Prioateigen- thum an sich und in seinem Verhältniß zur Produktion. Er erweckt somit beim Volk die Vorstellung, als sei es ihm nur um eine andere Verlheilung deS Jgigenlhums, um das m-t Recht verrufene Theilen zu thun. Und das Volk hat Recht, wenn es vom Theilen nichls wissen will; dasselbe ist antisozialistisch, ist durch und durch reaktionär. Die Karl Moor und Schinder- Hannes zc., die durch Raub?c. die Ungerechtigkeiien dieser Erde ausgleichen wollen, machen sich in Romanen und auf der Bühne sehr hübsch, in der Praxis sind es erbärmliche Subjekte, die in's Zuchthaus oder in's Narrenhaus gehören. Wrr Sozialisten greifen das Eigenlhum an, weil es dem Raube sein Dasein verdankt, wir erklären damit den Raub, selbst in seiner indirekten Ausübung, für verwerflich; wie würden wir unserer eigenen Lehre, der von uns propagirten Rechisanschauung in'S Gesicht schlagen, wenn wir den Raub als Mittel zur Be> seiligung des Raubes proklamiren wollten! Der Spitzbube ist kein Sozialist, es ist noch mehr Individualist als jeder beliebige Aktionär irgend einer beliebigen Aktiengesellschaft. Ebensowenig Sinn wie als Protest gegen das Privateigenthum hat der Raub alS Mittel zur Kräftigung irgend einer revolutio- nären Partei.„Wenn die französischen Arbeiter", sagt Friedrich Engels in seiner Vorrede zum„Deutschen Bauernkrieg",„bei jeder Revolution an die Häuser schrieben: Mort aus voleurs! Tod den Dieben! und auch manche erschossen, so geschah daS nicht aus Begeisterung für daS Eigenthum, sondern in der rich- tigen Erkenntniß, daß man vor Allem sich diese Bande vom HalS halten müsse. Jeder Arbeiterführer, der diese Lumpen alS Garde verwendet oder sich auf sie stützt, beweist sich schon da- durch alS Verrälher an der Bewegung." Warum? Weil die Brüder von der laxen Moral in jeder Organisation zersetzend wirken müssen. Sie sind stetL zum Verrath geneigt, käuflich und feige. Wo entehrende Verbrechen, zu welchen Zwecken immer, praktizirt werden, hören Treu und Glauben von selbst auf. Die Spitzbuben, die sich über ihr nächstes Interesse hinaus Wort halten, gehören gleichfalls in das Gebiet der Fabel. Mit Dieben und Gaunern vermag man vielleicht eine Aktiengesellschaft zu gründen, nimmermehr aber eine kommunistische. Der Sozialismus bedarf zu seiner Durchführung eine zur politischen Herrschaft befähigte Arbeiterklasse, denn die Arbeiterklasse ist die naturgemäße Vertreterin des revolutionären Sozialismus. Wer daher den Sozialismus will, der muß auch dafür sorgen, daß die Arbeiter diejenigen Eigenschaften sich erhalten, welche zur politischen Herrschaft nölhig sind: Erkenntniß, Selbstdisziplin, Entschlossenheit und Thalkraft. Durch ihre Hunger- und Abracke- runzspraxis thut die Bourgeoisie ihr Möglichstes, die Arbeiter- klasse zu entnerven, wer ihr dabei Hilfe leistet, indem er das Lumpenlhum als berechtigten Faktor in die Arbeiterbewegung einzuführen sucht, ist der schlimmste Feind, ist der verächtlichste erräther an der Arbeitersache. Briefe über Logik. 2. Serie. 2. Brief. Im ersten Theile meiner logischen Korrespondenz war besonders zu betonen, daß der Menschengeist kein Unikum ist, sondern mit Allem gemein- chastlich an der Weltnatur partizipirt. Dasselbe ist auch von der Oeko- nomie hervorzuheben, obgleich es auf den ersten Blick überflüssig scheinen mag. Die Produktion der Güter ist eine so alltägliche hausbackene An- gelegenheit, daß es Niemand einfallen kann, sie vom gesammten Welt- Zusammenhang trennen zu wollen. Und doch ist die Anschauung, welche die Weltdinge als getrennte betrachtet, so vorurtheilssest eingenistet, daß der Zusammenhang der Oekonomie mit anderen Disziplinen und der gesammten Weltgeschichte von den namhaftesten Schriftstellern der Branche außer Acht gelassen wird, zum großen Schaden für die Erhellung des Objekts. Wie unsere Spießbürger die Sittlichkeit vergangener Zeit und ent- legener Völker nicht zur Sittlichkeit zählen wollen, wie sie ihre spieß- bürgerliche Moral als Sache par excellence hinstellen, neben welcher andere Arten der Sitte nur Unsitte sein sollen, wie sie demnach das von Hegel eingeführte„historische Moment" verkennen, so war Marx, der Schüler Hegel's, Derjenige, welcher das historische Moment besonders in die Oekonomie einführte. Adam Smith und die ganze liberale Schule thut und glaubt, als wenn die antike und moderne Sklavenwirthschaft oder die feudale Lehens- und Zunftwirthschaft oder irgend eine andere wirthschaftliche Art gar nicht zur Wirthschaft zähle und der freie Konkurrenzbetrieb eine so himmelhohe Erhabenheit sei, daß er mit Allem, was vor ihm gewesen und nach ihm kommen könne, in keinem Vergleich, in keinem Verhältniß, in keiner Kategorie stehe. Den Konkurrenz- Oekonomen ist die moderne Kapitalwirthschaft e i n Ding, mit dem alle wirthschaftliche Vernunft an- fängt und aufhört. Die Kapitalwirthschaft ist gemäß dieser unhistorischen Anschauung nicht geschichtlich erwachsen, sondern hatte ein verborgnes Dasein von Anbe- ginn der Zeiten, das endlich von einem Schlaukopf entdeckt wurde und nun für alle Zukunft leuchten wird wie das ewige Licht. Götzendiener zollen einein Stück der Welt die Verehrung, die der Welt in Summa gebührt. Die Nationalökonomie hat die Konkurrenzwirthschaft ver- göttert. Ich erinnere daran, daß wir hier von der Volkswirthschaft erst in zweiter Linie sprechen, in erster handelt es sich uns um die Denkkunst. Wir haben darüber soweit verhandelt, daß Du mich verstehen wirst, wenn ich dieselbe als„Kraft der Kategorienbildung" definire. So komme ich denn aus die in der Oekonomie so bedeutungsvolle Lohnkategorie zurück. Jede Anstrengung findet sich durch ihren Erfolg belohnt und ist derart das Wort Lohn in sehr weitem Sinne gebräuchlich. Des Fischers Fisch und des Jägers Wild sind in dieser Weise allerdings Löhne. Die ökonomische Wissenschaft aber bedarf einer präziseren Sprache, einer speziellen Eintheilung. Sie will die Wirthschaft eines Nomaden und auch die eines Kleinmeisters und besonders die kleinmeisterliche Wirthschaft der jüngeren Vergangenheit vom kapitalistischen Großbetrieb unterschieden wissen. Sie ist deshalb genöthigt, die Arbeit, die sich lohnt, von der Lohnarbeit zu unterscheiden. Mehr oder minder lohnt alle Arbeit, aber die eine lohnt sich selbst, während die andere vom Kapitalisten gelohnt ivird. Ohne Kapitalisten gibt es keine Lohnarbeiter. und ohne diese sind jene nicht verständlich, und ist der ökonomische Be- griff des Kapitals nicht faßbar. Beide Kategorien gehören zusammen. Ueber das Dinstinguiren(Unterscheiden) im Zusammenhange und über das Zusammenhängen des Distinguirten orientirt zu sein, ist das, was H. George mangelt. Ganz trefflich führt er in seinem ersten Kapitel; aus, wie die Frage nach der Ursache jener paradoxen Erscheinung, welche bekundet, daß die Armuth wächst, trotz der steigenden Kunst in Erzeugung des Reichthums, wie diese Frage mit der nationalökonomischen Frage identisch ist: „Warum trotz aller Ver größerung der Produktivkraft dennoch der Arbeitslohn die Tendenz hat, auf ein Minimum zu sinken, welches kaum das nackte Leben des Arbeiters fristet." Nachdem er so das Problem klar stellt, trübt er die Antwort, indem er freie Arbeit, die sich lohnt, durcheinanderwirft mit knechtischer Lohn- arbeit, welche den beträchtlichsten Theil ihres Produkts an das Kapital abgeben muß. Zwar führt die geknechtete Arbeit einen freien Titel, da der Arbeiter kein Leibeigener, sondern„freier" Verkäufer seiner eigenen Kraft ist. Aber solche Freiheit, die sich verkauft, produzirt keine lohnende, sondern eben Lohnarbeit. Die mangelhafte Unterscheidung bringt den Autor schon im ersten Kapitel auf Nebenwege. Er zankt mit den Kapitalherren und ihren Literaten nicht darum, daß sie die Sklaverei der Lohnarbeit befürworten, sondern wann und wo der Knechtslohn hoch oder niedrig sei, ob bei großer Kapitalzusuhr oder bei kleiner, ob in alten Ländern oder in neuen Kolonien. Solche Fragen sind wohl interessant für die Wissenschaft, primo lovo*) aber sind Franzen und Quasten vom Mantel zu trennen, Nebendinge von der Hauptsache. So will es die Logik, die oberste Regentin auf wissenschaftlichem Terrain. Erst ist die generelle Sklavennatur der Lohn- arbeit zu begreifen, dann läßt sich diskutiren, ob in Berlin oder Pots- dam der beste Lohn zu holen. Uns liegt wenig daran; doch hält Henry George sich in einer Weise damit auf, welche beweist, daß er den ökono- mischen Springpunkt verkennt. Der Arbeiter betrachtet seilen Lahnherrn als Denjenigen, der ihm das Fett von der Suppe wegnimmt. Die Advokaten des Kapitals möchten diese„gehässige" Denkungsart beschwichtigen. Sie lehren, wo viele Fonds seien, werde auch viel Lohn gezahlt, der magere Lohn sei Folge mangel- hast vorhandener Fonds. Den ZPiren will H. George sich nicht auf- binden lassen, und fällt dann auf einen anderen herein. Nämlich: Weil in Kalifornien hohe Löhne mit hohen Zinsen, und allgemein in„schlechter Zeit" geringe Löhne mit geringen Zinsen gleichzeitig sind, schließt er auf Harmonie zwischen Kapital und Arbeit. Eine gewisse Brüderlichkeit findet da allerdings statt: der Arbeiter hat mit seinem Kapitalisten das gemein- schastliche Interesse an„guter Zeit". Wenn die Herren prosperiren, lüftet sich die Last des Knechtes. Aber deshalb bleibt die Knechtschaft doch vor wie nach. Ob die Zeit gut oder schlecht, Lohn und Zins hoch oder niedrig, es bleibt der Lohnarbeiter der geprellte Theil. Das Zusammenfallen hoher Zinsen mit jhohenILöhnen zeugt weder �*) In erster Linie. von viel, noch von wenig vorhandenem Kapital, sondern von hoher Ausbeute, sei es durch Gunst der Natur oder Konjunktur. Da zahlt eine Kapitalistenart der anderen, der Borger dem Dgrlecher einen Theil des- jenigen, was die Arbeit produzirt. Wenn dabei auch ein größeres Brock- chen für den Arbeiter abfällt, so erweist doch die beschränkte gute und ausgedehnt schlechte Konjunktur, daß die gtr.ze Kapitalwirthschast sich überlebt hat. H. George sucht, wo die Armuth herkommt; und sie kommt nicht von den kleinen und wird nicht beseitigt von den hohen Löhnen, sondern derart höchstens verschärft oder gemildert. Tie Armuth kommt von der Lohnarbeit. Auch wird der Reichthum nicht erzeugt von hohem oder niederem Zinsfuß, sondern von„Zinsen", die der Verfasser von„Pro- greß und Poverty" noch gar nicht zu kennen scheint, die nicht den Namen Zins, sondern Mehrwerth führen. Zinsen zahlen sich die Kapitalisten unter einander; aber Mehrwerth, der aus der Lohnarbeit gepreßte, ist der Kern der ganzen Konkurrenzwirthschaft. H. George begreift die menschlichen Arbeiten, den Getreidebau, die Rindviehzucht, Bauen, Weben, Schneidern zc. als Theilung der einen sozialen Arbeit, der politisch-ökonomischen und internationalen. So- gar das Kapital nennt er an mehreren Stellen seines Buches„eine bloße Form der Arbei t." Um jedoch zu einem speziellen Berständ- niß der verschiedenen Arbeitsformen zu gelangen, speziell zu derjenigen des Kapitals, möchte ich Dich anleiten, erst die Arbeit noch weiter zu generalisiren. Nicht nur die werthvollen Kapitalien, auch Sonnenstrahlen, Regenwasser, werchlose Urwälder zc. sind zuletzt Arbeit, wenn auch nur Natnrarbeit. Sie nennen sich ja Werke der Natur, und Werk ist Arbeit. Derart läßt sich Alles generalisiren, bis zuletzt die ganze Welt ein einziger Schwamm ist. Jedoch ist anderseits wohl zu beachten, daß zu näherem Berständniß die Generalisation auch spezialisirt sein will. So unendlich wie die Welt- Einheit ist die Welt-Differenz. Wir haben bereits gesehen, wie die gekaufte Lohnarbeit von freier Arbeit differirt, und wollen nun auch zusehen, wie die Form der Arbeit, die Kapital heißt, sich unterscheidet. „Weil Löhne mit Geld bezahlt werden und in vielen Operationen be- zahlt werden, bevor das Produkt fertiggestellt oder benutzt werden kann, deshalb wird von den Oekonomen unterstellt, daß der Lohn von einem Kapital bezogen wird, welches vorher existirt, und sozusagen die Arbeit nicht beschäftigt werden kann, ohne daß vorher Kapital angesammelt wurde."...„Daß die Arbeit nicht beschäftigt werden kann, bis ihr Ertrag aufgespeichert vorliegt(Kapital ist nach hergebrachter Definition aufgespeicherte Arbeit) ist zu sinnlos, um davon zu sprechen"— sagt H. George. Die landläufigen Oekonomen machen allerdings aus dem Kapital eine ewige Kategorie, dem unser Autor entgegensetzt, daß der erste Fischer seinen Fisch mit bloßen Händen gefangen und der erste Jäger sein Wild mit einem Steinwurf erlegte— also Produkte rein mit Arbeit, ohne vorgethanes Werk, ohne Kapital, ohne Angelruthe, ohne Flitzbogen erzeugt wurde. Das jedoch war keine Lohnarbeit und auch keine rechte Arbeit, die sich lohnte, wenigstens nicht im zivilisirten Sinne des Wortes. Im historischen Moment der Gegenwart gehört zu aller Arbeit, gleichviel ob sie lohnt oder gelohnt wird, Kapital, aufgespeichertes Produkt ver- gangener Arbeit, die der gegenwärtigen als Instrument, als Mittel dient. Kapitalien sind und heißen die Arbeitsmittel, die konkurrenzfähigen Arbeitsmittel der gegenwärttgen Geschichtsperiode. Der Arbeitsprozeß, den der Urfischer und Urjäger ohne Kapital und Lohnarbeit vollzogen, ist unterdessen eine so komplizirte Sache geworden, daß schwer zu sagen ist, ob der Arbeiter den Kapitalisten oder der Kapitalist den Arbeiter belohnt. Wer den größten Theil empfängt, ist Matador, und also die Sprache berechtigt, entgegen Henry George, das Kapital als die Quelle des Arbeitslohnes zu behaupten, obgleich dann auch wieder die Lohnarbeit die Quelle der stetig wachsenden Kapitalien ist. Beides gehört zusammen und sind nur als Momente oder Theile eines Wesens zu diftinguiren, wie Hunde und Katzen als Hausthiere. Das jedoch ist nur der heutige Sachverhalt und nicht der ewige. Um die gegenwärtige Wirthschaft zu verstehen— Verstand, Begriff, Denkkunst ist ja unser stehendes Thema— will die aufgespeicherte Arbeit, die todte, die der lebendigen als Mittel der Produktivität dient, als eine Sache erkannt sein, die wenn auch nicht von Ewigkeit, so doch viel älter ist als jener„ursprüngliche Zustand, welcher nach Adam Smith der Aneignung des Grund und Bodens und der Ansammlung der Kapitalien vorherging." Bevor es Kapital und Kapitalisten gab, und auch wenn sie längst vom Sozialismus weggefegt sind, i st a u f g e- speicherte Arbeit verwandt worden und wird als Mittel verwandt werden, die Arbeit produktiv zu machen. Die Jndianerhorden, die Pyramidenbaucr, die römischen Sklaventteiber, die Feudalbarone und Zunstbürger wirthschafteten mit ausgespeicherter Arbeit, aber es waren keine Kapitalisten. Der veränderte Sachverhalt nöthigt den logischen Denker, die Arbeitsmittel der fteien Konkurrenz, die sich selber lohnen und dem Lohnarbeiter kaum das nackte Leben fristen, mit dem Spezialnamen„Kapital" charakterisiren. In der Barbarei, da hätte H. George Recht, bedarf die Arbeit kein Kapital, keine vorgethane Arbeit, da gräbt sie den Boden ohne Spaten, wühlt ihn mit einem Baumast um. Aber in der Zivilisation ist die Sache anders. Wir wollen in zivilisirter Weise arbeiten. Uns reicht kein Baumstamm aus. Selbst Spaten und Pflug sind überwundene Uten- silien. Die Gesellschaft in ihrer heutigen Form bedarf massenhaft ausgespeicherte Arbeit. Sie bedarf Kapital. Ohne das würde die Lohn- arbeit nicht lohnend sein. Insoweit haben die Kapital-Oekonomen Recht, ist Kapital die Voraussetzung der Lohnarbeit. Wenn auch die Sozialisten dem Kapital feind sind, sind sie doch keine Feinde aufgespeicherter Arbeit. Sie eben verstehen, daß dieselben nur in den Händen der Kapitalisten, nur solange Kapitalien sind, als sie die Arbeit in die Form der Lohnarbeit pressen. Ich schließe mit dem logischen Ergebniß: Wenn die Untersuchung nach den Ursachen des Reichthums und der Arbett zu einem klaren Resultat führen soll, müssen die verschiedenen Formen der Arbeit, der Arbeits- mittel und Gese llschastszustände generalisirt und zugleich auch spezialisirt, spezialisirt und zugleich auch generalisirt werden. I. Dietzgen. Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 5. Dezember. — Die Zeiten ändern sich. Bekanntlich hat die Stuttgarter Polizei, sofort nachdem Kumitsch ergriffen war, in die Welt hinaustele- graphiren lassen, daß der Raubmörder ein S o z i a l d e m o k r a t sei und gestanden habe, daß er das Geld für sozialdemokratische Zwecke hätte rauben wollen. Mit dieser niederträchtigen Verläumdung hat die edle Hermandad der schwäbischen Residenz jedoch kein Glück gehabt— denn mit Ausnahme einiger grundreaktionärer und grundgemeiner Zeitungen haben sämmtliche Blätter durch Klammerbemerkungen in dem betreffenden Telegramm die Mittheilung für unglaubwürdig erklärt. Als Bismarck sein berüchtigtes Telegramm nach der Hödel'schcn Sack- puffer-Afiaire in die Welt schickte, um das Sozialistengesetz vorzubereiten, wagte die Presse nicht den leisesten Zweifel auszudrücken; und als dann später nach der Schießerei des verrückten Nobiling durch Bismarck und seine bezahlten Kreaturen die infamsten Lügen und Verleumdungen gegen die Sozialdemokraten kolportirt wurden, da nahm fast die gesammte deutsche Presse— außer der sozialdemokratischen Presse traten nur zwei oder drei Blätter dem infamen Schwindel entgegen, und diese zwei oder drei obendrein nur in höchst zaghafter Weise— da nahm fast die gesammte deutsche Presse die Produkte der offiziellen Falschmünzerei für baare Münze und half die Sozialistenhatz inszcniren(der die strafende Nemefis seitdem eine Judenhaß hat folgen lassen, durch welche mancher der Hetzer von damals in die Reihen der Gehetzten versetzt worden ist). _ Zndeß, der Krug geht so lange zu Wasser bis er bricht. Seitdem hat die Polizei und der offiziöse Telegraph so schamlos in Verleum- dungsdepeschen gearbeitet, daß dieselben in dem Publikum jeden Anspruch auf Glaubwürdigkeit eingebüßt haben. Man glaubt keinem Telegramm mehr, das seine Spitze gegen die Feinde der Polizeiwirthschaft richtet. Die Stuttgarter Polizei mit ihrem Lügentelegramm hat es erfahren müssen und auch die deutschen Spitzel in London müssen es erfahren, die mit ihrem künstlichen Tynamit-Attentat in die Grube gefallen sind, welche sie der Sozialdemokratte graben wollten. Genug— die Polizeimacht ist zwar durch das Sozialistengesetz be- gründet worden, allein die Polizeimacht erstreckt fich nicht mehr so weit, daß sie den Polizeilügen Glauben erzwingen kann. — In der europäischen Politik wird mit auffallendem Eifer die Friedensschalmei geblasen. Wilhelm hat der Deputation des Abge- ordnetenhauses die trostreiche Versicherung gegeben, daß er und seine Regierung mit Rußland wieder ein Herz und eine Seele seien, woran wir beiläufig gar nicht zweifeln. Schade nur, daß in der Politik Sympathien und Freundschaftsbezeugungen nicht mehr werth find, als der Eid des ersten besten Gottesgnadcnheldcn auf das sechste Gebot, auf Verfassungen oder dergleichen. Wilhelm wird sich ja wohl noch an 8« erinnern! Und auch mit Frankreich steht plötzlich Alles aufs Beste. Mit einem Wort, alle Welt will Frieden, denn— das Kaiserreich ist der Friede! Nur hinten, noch weiter als„in der Türkei", in Hinterindien, wird es wohl demnächst losgehen. Der Habsucht einer Handvoll Spe- kulanten und Ausbeuter zu Lieb hat die französische Bourgeois- Republik einen Konflikt mit China angezettelt, der bereits so- weit zugespitzt ist, daß ein b l u t i g e r K r i e g fast unvermeidlich er- scheint, sollen die Chinesen nicht einen großen moralischen Erfolg davontragen, der sich bald in Vergewalttgungen von Europäern über- setzen würde. Auf jeden Fall müssen die Söhne Frankreichs darauf gefaßt sein, im Interesse des Geldsackes ihr Leben dahingeben zu müssen. Im Innern belustigt sich die französische Regierung einstweilen damit, Soziolistcnverhastungen vorzunehmen und unbequeme Ausländer auszuweisen, ob dieselben der französischen Republik auch noch so große Dienste erwiesen. Tie englische Regierung ist durch den Sieg des falschen Propheten— als ob es auch ächte Propheten gäbe!— im Sudan über General H i ck s in die angenehme Lage versetzt worden, entgegen ihrem Versprechen Egypten weiter besetzt zu halten, ohne daß sie zu be- fürchten braucht, von ihrem Rivalen des Wortlruchs geziehen zu werden; Eine Dotation für den Mahdi! In Spanien ist noch immer Preußens Fritz der Held des Tages, wenn«f» nämlich den deutschen Depeschen Glauben schenken will! Mit welcher Begeisterung der zukünftige Kaiser von Deutschland in Madrid aufgenommen wurde, geht aus den krampfhaften Bemühungen der Offiziösen hervor, nachzuweisen, daß es schon ein riesiger Erfolg ist, daß die Madrider den„erlauchten Gast" nicht direkt ausgepfiffen haben. Ohne Erfolg geht es nun einmal nicht, bei Fürsten sowenig wie bei Seiltänzern. .— Was die Polizei thut, und was'sie nicht thut, haben wir schon früher bei verschiedenen Gelegenheiten an drastischen Beispielen demonstrirt. Jetzt ist es in der Reichshauptstadt Berlin mit solcher Drastik und Deutlichkeit zu Tag getreten, daß sogar die liberale Presse genöthigt ist, sich in ähnlicher Weise auszusprechen, wie wir es früher gethan, und daß sogar die preußische Regierung Schritte thun will, zwar nicht um den schmählichen Unfug zu beseitigen, aber doch um ihn zu vertuschen. In dem famosen Prozeß D i ck h o f f, der beiläufig nach jeder Rich- tung hin, sowohl vom juristischen wie vom sozialen Standpunkte be, trachtet, ein großartiger Skandal ist, hat sich herausgestellt, daß dieselbe Berliner Polizei, welche hunderte von Spitzeln zur Ueberwachung der Berliner Sozialdemokraten hat, in jede Volksversammlung ihre Nase steckt, und nach ganz Teutschland ihre„Geheimen" zur Förderung der po litischen Reaktionszwecke ausschickt, die gemeinen Verbrecher vollkommen unbehelligt gelassen, und durch freundliche Duldung eine förmliche Schule von gemeinen Verbrechern, Schwindlern jeder Art, Einbrechern, Raubmördern zc. herangezogen hat. Wo hier die Grenzlinie zwischen passivem Gewährenlassen, und aktiver Begünstigung liegt, kann natürlich nicht genau festgestellt werden. That- fache aber ist, daß es sich nicht blos um passives Gewährenlassen handelt. „Ein politischer Verbrecher"— sagte einst der Direktor der Bastille von Plötzensee—„ein politischer Verbrecher ist schlimmer als ein Eigen- thumsverbrecher". Das Wort war mehr als eine individuelle Brutalttät, es war einzynischesProgramni.einGlaubensbekennt- niß: der unverfälschte Ausfluß der herrschenden Bourgeois- Weltan- schauung. Ter gemeine Eigenthumsverbrecher greift das Privateigenthum, das Fundament des Bourgeois- und Klassenstaats, nur im Detail an, und gefährdet es nicht als„Institution", wenn er auch dem einzelnen Eigenthümer Schaden zufügt. Allein der politische Verbrecher, der heutzutage in neunundneunzig von hundert Fällen ein Sozial- denrokrat ist, bekämpst das Eigenthum als Ganzes, lehnt sich aus gegen die Institution des Eigenthums, und bereitet, indem er das Fundament der heutigen Staats- und Gesellschaftsordnung„untergräbt", deren„Umsturz" vor. Es liegt auf der Hand, daß ein solcher Mensch in den Augen der Bourgeoisie und ihrer Agenten ein viel schlimmerer Verbrecher sein muß, als der gemeine Eigenthumsverbrecher, der Be- trüger, Spitzbube, Räuber, Einbrecher und Raubmörder. Es ist daher ganz natürlich, daß die Berliner Polizei ihre gesellschasts- und staats- retterische Thätigkeit mehr gegen die bösen Sozialdemokraten richtete, als gegen die Tickhoff und Konsorten, und es für wichttger hielt, Arbeiter- Versammlungen durch ihre Anwesenheit zu stören, als die gemüthlichen Zusammenkünste der Tickhoff und Konsorten im Berliner Rathskeller. Genug— unter der Nase der Berliner Polizei und unter dem Schutze des Soziali st engesetzes organisirte das Berliner Verbrecherthum sich ungenirt und unbelästigt— die Sicher- heits polizei ging in der politischen Polizei auf. Politische Polizei ist nämlich der wohlklingende Name, den die Spitzelei und Spionage sich zugelegt hat. Das liberale Bürgerthum ist durch die Enthüllungen des Dickhofiprozesses erschreckt worden; es hat begriffen, daß die dunkeln Ehrenmänner des Berliner Rathskellers nicht zu so außerordentlicher Blüthe hätten gelangen können, wenn die Berliner Polizei durch ihre „politische" Thäiigkeit nicht so sehr in Anspruch genommen wäre; und so hat sich denn die bürgerliche Angst vor den Polizeischützlingen 4 la Dickhoff in Entrüstung über die Polizei verwandelt, welche die Dickhoff und Konsorten gezüchtet hat. Und sogar unser guter Freund, der Tugendbold Puttkamer, Minister des Inneren, hat sich der Ueberzeugung nicht verschließen können, daß die Berliner Polizei durch und durch umgestaltet werden muß. Selbstverständlich denkt er dabei nicht an eine Abschaffung oder Verminderung der politischen Polizei. Im Gegentheil. Die polittsche Polizei wird in nächster Zeit noch beträchtlich verstärkt werden— die Verlängerung des Sozialistengesetzes bringt das mit sich— aber man muh, zur Beruhigung der Bürger, auch die Sicherheitspolizei vermehren. Und geschieht letzteres in ausreichendem Maaße, dann wird das Bürger- thum bald wieder zufrieden, und hat nicht das Geringste mehr gegen die „polittsche" Polizei einwenden. Von einem der dunklen Ehrenmänner i la Dickhoff„gelisiauert" zu werden, ist für ein braves Bourgeois- gemüth keine angenehme Aussicht, allein ein Sozialdemokrat ist, vom Bourgeoisstandpunkte betrachtet, ein schlimmerer und gefährlicherer Ver- brecher als Dickhoff und Konsorten. Das sollen wir nie vergeffeu, wie unsere Freunde es nie vergessen!' — Von zwei erfreulichen Wahlerfolgen unserer Partei haben wir heute zu berichten. Aus Solingen schreibt man der„Südd. Post":„Bei der am 29. November m dem benachbarten H ö h s ch e i d stattgehabten Wahl zum Gemeinderath wurden trotz des daselbst beliebten 18 Mark-Zensus und trotz der öffentlichen' Stimmabgabe zwei bekannte Sozialdemokraten, Federmefferschleifer C. W. I Fuß zu Unterkattenberg und Scheerennagler E r n st Moll zu Kotterhammer, in den Stadttath gewählt. Höhscheid ist eine Stadtgemeinde, welche über 10, 000 Einwohner zählt, die auf nicht weniger als 108 besondere Ortschaften und Höfe vertheilt wohnen." In Mittweida in Sachsen errang bei der am 28. November stattgehabten Ergänzungswahl zur Stadtverordnetenversammlung die sozialdemokratische Liste einen glänzenden Sieg. Unter den Gewählten befindet sich u. A. der mich in weiteren Kreisen bekannte Webermeister Fischer, allgemein der rothe Fischer genannt. — Die Bismarck'sche„Sozialreform" löst sich vor un- seren Augen in blauen Dunst auf. Obgleich in der„kaiserlichen Botschaft" des vorigen April außer der Unfallversicherung auch die A l t e r s v e r« s o r g u n g positiv versprochen war, ist die Altersversorgung stillschwei- gend ack acta gelegt worden, was natürlich kejne Verletzung des kaiser- lichen Worts einschließt, denn in der kaiserlichen Botschaft war nicht ge- sagt worden, daß das Versprechen auch gehalten werden solle. Und das arme Unfallgesetz kann nicht leben und nicht sterben; das' heißt„nicht sterben" nur in dem Sinne, daß die Preßsöldner des biederen Otto es, um die Dehors(den Schein) zu wahren, in einem legendenhaften Schein- leben erhalten. Der Zweck der kaiserlichen April-Botschaft ist erreicht, der Reichstag in den April geschickt, der zweijährige Etat faktisch durchgesetzt— was, hat die Lockspeise noch für Werth, wenn der Fisch gefangen ist? Unter I dem Fisch verstehen wir natürlich den Reichstag, nicht die deutschen> Arbeiter, die ja zum großen Leidwesen des biederen Otto nicht auf den Leim gegangen sind. Die einmüthig ablehnende Haltung der deutschen j, Arbeiter hat der Sozialreform jeden p r a k t i s ch- d e m a g o g i s ch e n Werth genommen. Sie sollte die deutsche Sozialdemokratie ent- waffnen, und die deutschen Arbeiterbataillone unter die Fahne des bie- deren Otto locken— das ist nicht gelungen: die deutsche Sozialdemo- I kratie dreht dem biederen Otto eine Nase, und die deutschen Arbeiter drehen ihm den Rücken. Wohlgemerkt nur insofern, als sie ihre Ver- achtung unzweideutig zu erkennen gegeben haben. Im politischen Kampf drehen sie ihm nicht den Rücken, sondern bieten ihm und seiner Sippe die Stirn und die Spitze. Also die Sozialresorm hat für den biederen Otto keinen praktischen Werth mehr, und er hat dies selber auf das Handgreiflichste kundgethan, indem er den einzigen Mann in der Reichsregierung, der von Arbeiter- gesetzgebung etwas versteht, soeben mit dem üblichen Kanzlertritt bedacht und aus dem Amt„hinausgebissen" hat. Die Maßregelung Loh- m a n n' s bedeutet eine„neue Aera" der Bismarck'schen Sozialreform: der Aera der Heuchelei ist die des offenen Schwindels gefolgt. — Bourgeoislogik und Arbeiterlogik. Der„Sozial- Korrespondenz" schreibt man aus G ö r l i tz:„In diesem Sommer ist in dem Holzgeschäft auf der Weichsel der Arbeitermangel zeitweise so groß gewesen, daß an der Hauptabladestclle der Weichsel, In Schulitz, der Taglohn Mk. 18— 2l betrug, während sich der niedrigste Lohn auf Mk. 3—4 stellte. Leider haben sich die Arbeiter diese Gunst der Kon-/ junktur nicht dienstbar zu machen verstanden. Statt sich in einer Woche Mk. l 10— t20 zu verdienen, zogen sie es vor, wenn sie mit zweitägiger Arbeit soviel wie sonst in einer Woche verdient hatten, während der übrigen Wochentage das Erarbeitete zu vergeuden, ohne zur Arbeit zu- rückzukehren, ehe der letzte Pfennig verjubelt war." „Tie Richtigkeit dieser Böhmert'schen Notiz angenommen"— bemerkt die Hamburger„Bürgerzeitung" sehr treffend dazu—„ist es selbstverständlich, daß wir es verurtheilen, wenn die Arbeiter ihren Lohn„ver- geudet" haben. Aber klug haben sie gehandelt, daß sie nur so lange arbeiteten, bis sie einen Normalwochenlohn zusammen hatten. Wären sie dem Rath« des großen Nattonalökonomen Böhmert gefolgt, dann würden sie fich in drei bis vier Wochen überarbettet haben, um dann zirka volle acht Wochen arbeitslos zu sein, während sie jetzt die ganze Zeit gearbeitet haben, allerdings nur kurze Zeit in der Woche. Ten Wochenlohn erhielten sie über 10—12 Wochen vertheilt, während sie sonst denselben in den ersten 3—4 Wochen bei zerschundenem Körper wahrscheinlich genau in derselben Höhe erhalten haben würden. Die Leute haben dort gewiß noch niemals von einem Normalarbeitstag gehört und schafften sich instinktiv eine Normalarbeitswoche, wobei sie jedenfalls gut gefahren sind. Wer Augen hat, zu sehen, der sehe!" — Gar nicht so unrichtig. Vor kurzem debattirte man in der„Hamburger B ü r g e r s ch a st"— so betitelt sich nämlich die Vertretung der Republik Hamburg nach dem Grundsatz Iuous a non lucencko; Bürgerschaft, weil sie keine Vertrettmg der Bürgerschaft, sondern fast ausschließlich eine Vertretung der Hamburger Blastbürger ist— also diese erlauchte Körperschaft debattirte kürzlich über oder richttger gegen die Einführung des allgemeinen Wahlrechts, bezw. die Erleichterung der Erwerbung des Hamburger Bürgerrechts. Da erhob sich nun u. A. ein D r. R o a ck und sprach die inhaltsschweren Worte z „In einem kleinen Staate wie Haniburg sei das Eindringen der Sozial- demokraten in die gesetzgebende Versammlung viel gefährlicher als z. B. in Preußen. Er nehme keinen Anstand, zu sagen, daß er unter den Arbeitern viele vernünfttge, anständige, der Belehrung zugängliche Leute gesunden habe, aber er habe immer das Gefühl, welches die Schiller'sche(!) Zieme so treffend ausdrückt:„Sieht man ihn einzeln, i st —„NurLumpe si n d b e s ch e i d e n". Die E n t schäd i gungs- anspräche seitens der von dem Erdbeben auf Jschia Be- t r o f s e n e n, schwanken, schrieb jüngst die„Franks. Zettung",„zwischen Ueberttiebenheit und rührender Bescheidenheit. Die Kirche vertritt erstere Richtung durch das Verlangen von etwa 800,000 Lire Schaden an den 23 Gotteshäusern der Insel; sie zeigt dadurch wieder einmal, daß ihr Magen noch immer gut ist. Genügsamkeit findet sich in den Bitten k l e i n e r L e u t e, die um 20 oder 30 Lire für Verlust eines Pfluges, eines Bettes oder sonsttgen Haus- raths petittoniren." Von Rechtswegen ist jede Lire, welche die Kirche von dem gesammelten Geld für sich beansprucht, unverschämter Raub. Dreiundzwanzig Bei- anstalten aus dieser kleinen Insel! Und alle diese dreiundzwanzig Bet- anstalten haben das entsetzliche Unglück nicht abwenden können! Das sollte man den Pfaffen zur Antwort geben, wenn sie ihre gierigen Arme nach dem Gelde ausstrecken, das für die armen Opfer der grausigen Katastrophe gesammelt wurde. Aber diese Schmarotzer wissen sich überall vorzudrängen; und wenn sie für ihren„guten Magen" von dem Konnte nicht genug erhalten, so kann man sicher sein, daß sie den armen r ü h- rend bescheidenen Proletariern das Wenige, was diese erhalten, noch abzapfen werden—„zur größeren Ehre Gottes". lebet klug und nerftünbig; sieht man in corpore sie, steckt ein Sozialbemokrat bri n." Der biebere Musterbourgeois hat vollstänbig Recht. Einzeln ist ber Arbeiter nichts, ba ist er ber Belehrung, will sagen Beeinflussung zugangig; er vennag gegen sie nicht aufzukommen. Vereint mit seinen Genossen aber fühlt er bie Bedeutung seiner Klasse, wirb er sich seiner Rechte bewußt, und der klassenbewußte Arbeiter muß naturgemäß über kurz ober lang zum bewußten Sozialbemokraten werben. Was viele Arbeiter heut nicht einsehen wollen, ber Bourgeoisinstinkt sieht es klar; er wittert in jebem Arbeiter einen geborenen Feind ber Bourgeoisherrlichkeit. Vereint sind bie Arbeiter Alles, ftnb sie bie Träger des sozialdemokratischen Gedankens, die Pionire des Reiches der Freiheit, Gleich- heit und Solidarität. In diesem Sinne, und nicht etwa aus Verehrung der Vereinsspielerei war es, daß Johann Jacoby seinen unvergeßlichen Ausspruch that:„Die Gründung des kleinsten Arbeitervereins wird für den künftigen Kulturhistoriker von größerem Werthe sein, als— der Schlachttag von Sadowa!" — Aus Sachsen wird uns Ende November geschrieben: Die säch- sische Regierung, welche sich— in der Person des Hrn. Nostiz-Wallwitz— bei jeder ögentlichen Gelegenheit als von ganz besonders inbrünstiger Liebe jür ven armen Mann beseelt hinstellt, scheint es förmlich darauf angelegt zu haben, die H e u ch e l e i und den Schwindel der söge- nannten„Soztalreform" ad ooulos zu demonstriren. Es gibt keine Re- gierung in ganz Deutschland, die mit größerer Bosheit und berechneterer Willkür die soziale emoiratische Partei verfolgte und zu unterdrücken ver- suchte; und es gibt keine Regierung in ganz Deutschland, die, wo es sich um sozialpolitische Maßregeln und Gesetze handelt, von so kleinlichem, illiberalen Ge.ste beseelt wäre. Es hat sich dies jetzt wieder einmal recht deutlich gezeigt. Auf dem Gebiete des Knapp schaftskassen- wesens herrschen in Sachsen, wie überall sonst in Deutschland, die trostlosesten, skandalösesten Zustände. Nicht nur, daß das Kassenver- mögen der Arbeit, r nicht genügend gesichert ist, steht es auch thatsächlich unter der Bei waltung der Werkbesitzer(Arbeitgeber), denen es in Folge dessen gelungen ist, die Knappschaftskassen zu einem ihrer wirksamsten Machthebel zu machen. Der' Bergarbeiter,«elcher irgendwie mißliebig geworden ist, kann willkürlich aus der Kasie hinausgeworfen werden, und verliert dadurch jedes Anrecht auf das von ihm Eingezahlte. Es ist der reine, naate Raub, wie er vom Straßenräuber nicht reiner und nackter geübt werden kann. Die Furcht, bei der geringsten, den HH. Grubenbesitzern unangenehmen Handlung, und wäre es nur ein freies Wort, aus der Kasse geworfen, seines mühsam„ersparten" Gel- des(denn die Knappschaftskasse ist faktisch eine Sparkasse) beraubt zu werden und aller Ansprüche für die Zukunft verlustig zu gehen, hängt wie ein Damoklesschwert über jedem Bergarbeiter. Seit 2l) Jahren sind die sächsischen Bergarbeiter in Bewegung, um eine bessere Organisation der Knappschaftskassen zu erwirken. Sie haben petitiouirt, agitirt, organisirt. An dem hartnäckigen Widerstand und der bureaukratischcn Impotenz der Regierung scheiterte Alles. Zögernd, wider- willig bequemte sie sich dann und wann zu einer winzigen Konzession, die nie beiriebigte und stets zu spät kam. Jetzt zwang das Reichskran- kenkassengesetz zu einer Neuregelung der Knappschaftskassen, die, so weit sie der Kranke uunterstützung dienen, dem Reichskrankenkassengesetz ange- paßt werden müssen. Ein besserer Anlaß für eine durchgreifende Re- form deS gesammten Knappschaftswesens war nicht zu denken. Die Re- gierung hätte die Majorität des Landtags hinter sich gehabt, die in der vorigen Session bekanntlich einen dahin zielende» Beschluß gefaßt hatte Allein Hr. Nostiz- Wallwitz ist zwar in der Theorie ein gewaltiger Ar, beiterfreund vor dem Herrn, aber in der Praxis behandelt er den Ar, beiter als ein untergeordnetes Wesen, das, nach dem famosen Luther'- schen Rezept, Haferstroh und Prügel haben muß. Der Gesetzentwurf, welcher dem Landtag bald nach seinem Zusammentritt vorgelegt ward, ist ein so jämmerliches Machwerk, daß sogar das elende Reichskranken- kassengesetz liberal daneben erscheint. Am 2K. November— Montag— beschäftigte sich die zweite Kammer mit dem Ding, und da wurden denn von den sozialdemokratischen Rednern der Gesetzentwurf und die Regier- ung gar übel zerzauset, so daß man schier Mitleid bekommen konnte. Hr. Nostiz-Wallwitz wollte sich erst in vornehmes Schweigen hüllen, wurde jedoch aus seinem Bau getrieben und mußte die empfangene Züchtigung quittiren. Das Schlimmste für ihn war, daß in der ganzen Kammer nicht Einer war, der seinen unglücklichen Wechselbalg in Schutz nahm. Selbst der weiß-westliche geheime Hofrath und öffentliche Bauchrutscher Ackermann fand an dem Machwerk verschiedenes sehr Wesentliche auszu- setzen und empfahl eine gründliche Abänderung. Und da wundert sich diese regierende Verkörperung bureaukratischer Impotenz und Bornirtheit, daß die Arbeiter nicht zufrieden sind. In die Einzelheiten der Debatte gehe ich nicht ein— es kam mir blos darauf an, diese neueste Rechtfertigung des Kopenhagener Beschlusses (mangelnder Wille und Unfähigkeit zur Sozialreform) zu konstatiren. — Im Wahlreise Forchheim- Kulmbach(Oberfranken) fand Montag eine Nachwahl zum Reichstage für den Fortschrittler Herz statt, der sein Mandat niederlegen mußte, weil er zum Land- gerichtsxath befördert worden war. Eine Wiederaufstellung hat der Herr abgelehnt, und er hat gut daran gethan, denn im Reichstage hat der Herr sein Versprechen, gegen die Kulturtampfsgesetze zu stimmen, nicht gehalten, und im bairischen Landtag hat er sich auch als Gegner des allgemeinen Stimmrechtes erklärt. Jndeß, was nachkommt, ist nur selten etwas Gutes: der neue Kandidat der Fortschrittlelr, ein Mühlen- besitzet Limmer, hat ein Programm ausgestellt, so nichtssagend, so Waschlappen, daß selbst die„Frankfurter Zeitung" erklärt, sich für eine solche Taktik nicht erwärmen zu können." Unter diesen Umständen ist es um so erfreulicher zu begrüßen, daß unsere dortigen Genossen in den Wahlkampf eingetreten und durch Ausstellung P h. W i e m e r s als Kandidaten dafür gesorgt haben, daß den Wischwaschliberalen ein Mann entgegentrat, der ihnen gehörig zu dienen vermochte. An einen Sieg war natürlich vorderhand nicht zu denken, indeß ward wenigstens der politischen Versumpfung kräftigst entgegengewirkt. — Eim demokratisch- ultramontanes-nationak- liberales Kompromiß hat die Stadtverordnetenwahl in M a i n z gezeitigt. Und diese schöne Gesellschaft hat dann auch über die Landi- baten unserer dortigen Genossen den Sieg davon getragen. — Anarchistisches. Ueber den von uns bereits früher gekenn- zeichneten Anarchisten Clemens Schütz erhalten wir aus Wien einige nähere Wittheilungen, aus welchen die grenzenlose Ver- logenheit dieses Patrons hervorgeht. Der Brief, in welchem er der Polizei seine Dienste als Spitzel anbietet, ist so abgefaßt, als sei Schütz ein Anhänger der sozialdemokratischen, d. h. der„g e m ä ß i g t e n" Partei, und um diesen Eindruck noch zu verstärken, hatte Schütz die Frechheit, sich aus zwei hervorragende Mitglieder dieser Richttmg zu berufen. Wäre der Brief in falsche Hände gerathen, so mußte er den Eindruck machen, als handele Schütz im Auftrag der„Gemäßigten". Diese Taktik ist neuerdings System bei den Herren geworden, und bei ihrem Treibe» bietet ihnen die Polizei allen nur denkbaren Vorschub. Bezüglich des Stuttgarter Raubattentats liegen neuere Nachrichten nicht vor. Der Schreiner K u m i t s ch soll bereits rekognoszirt sein. Ob er sein» Genossen angegeben oder nicht, darüber hüllt sich die Statt- garter Polizei vorderhand in tiefes Schweigen; zweifelsohne versucht sie, ganz besonders schlau vorzugehen, nachdem sie den Begleitern des Kumitsch in Pforzheim so umsichtig das Entwischen ermöglichte. Wes Geisteskind Kumitsch ist, erhellt aus den Worten, mit denen er Grillenberger in St. Gallen gegenübertrat, als dieser an der Hand der Geschichte den Blödsinn von der gewaltsamen Revolution, der sogenannten„einen großen Sozialrevolution", welche mittels Dynamit gemacht werden soll, widerlegte.„W o s geht uns Geschichte an", rief er mit Pathos aus,„dös wornjosrüher andere Verhöltnisse; wos Wissenschaft, is jo Olles Schwindel, hilft uns nix als Dynamit und Petrol." Nach solchen Leistungen müssen wir unbedingt aus mildernde Umstände für Kumitsch plädiren. Er ist zweifelsohne nicht der Hauptschuldige, diese sitzen vielmehr weit vor'mSchuß im Sichern. Kumitsch ist nur das Werkzeug gewesen, die gewissenlosen Anstifter wer- den auch diesmal frei ausgehen, wie auch die Anstifter der M e r st a l- linger Affäre frei ausgegangen sind. Und diejenigenAkteure hinter den Koulissen, die dafür sorgten, daß die M e r st a l- linger Affäre für gewisse Leute so überaus günstig ver- lief, daß verschiedene der Betheiligten selbst davon überrascht waren, sind die wahren Schuldigen bei dem Stuttgarter R a n b a n f a l l! Als kleinere anarchistische Ich— erze können wir es bezeichnen, daß in Nürnberg jetzt das Bündniß zwischen Fortschrittlern — und zwar Fortschrittlern Nürnberger Kouleur!— und A n a r- ch i st e n so weit gediehen ist, daß der„Fränkische Kurier" — eines der arbeiterfeindlichsten Blätter— jüngst ein von den dortigen Anarchisten verfaßtes Flugblatt voll der infamsten Angriffe gegen Grillenberger(um so infamer, als unter dem Druck des Sozialisten- gesetzes auf die darin ausgesprochenen Verdächtigungen nicht einmal ge- bührend geantwortet werden kann, was die Verfasser natürlich wußten) als Beilage brachte! Das Erzbourgeoisblatt hätschelt die biederen „weitergehenden" Sozialisten nach Kräften. In Brünn spielte sich jüngst ein ähnliches Schauspiel ab. Dort ward in einer von den K a t h o l i k e n einberufenen Versammlung einem Sozialdemokraten das Wort entzogen, unter stürmischem Beifall der— Anarchisten. Der in N i Z z a erscheinende s a z i a l r e v o l u t i o» ä r e„Reveil des Travailleurs" entnahm jüngst unserem Blatte den Bericht über die Agitatton Palin's in Schweden, natürlich ohne Quellenangabe. Sonst war die Uebersetzung ziemlich getreu, bis aus das kleine Versehen, daß bei dem Satze, daß Palm den Sozialismus in Deutschland und Däne- mark kennen gelernt, dem Uebersetzer das Deutschland in der Kehle stecken blieb. Wir bitten aber unsere Leser, nicht etwa glauben zu wollen, daß gemeiner Chauvinismus dabei die Hand im Spiele habe — durchaus nicht. Der Uebersetzer ist gar kein Franzose, sondern ein harmloser Deutschrusse, der es den deutschen Sozialisten nicht verzeihen kann, daß sie nicht so revolutionär sind wie er— in Nizza. — D i e Katze läßt das Mausen nicht. In der letzten Num- mer des„ P r o l e t a i r e" beschäftigt sich Herr B r o u s s e in einer Polemik wider ein Zirkulär der Pariser Sozialisten Roanner Programms, in welchem die„internationale Konferenz" einer scharfen Kritik unter- worfen wird, wieder einmal mit unserer Partei. Daß es da ohne einige Verdrehungen nicht abgeht, ist j. Gstverständlich. So muß u. A. die „Berliner Freie Presse" als Beweis herhalten, daß unsere Partei nicht revolutionär sei, weil sie im Attentatssoininer 1878 die„Egalit" aus Anlaß einer revolutionären Adresse derselben Reptil genannt habe, sodann eine Notiz des„Vorwärts" aus derselben Zeit, daß unsere Partei gegen Putschversuche und„Revolutionsmacher" ist, und schließlich die Thatsache, daß die„Führer der Sozialdemokratie mit Energie Hödel und N o b i l i n g verleugneten." Letzteres Faktum ist unbestreitbar, nur hätte Herr Brousse sich nicht auf die„Führer" zu beschränken brauchen, die ganze Partei hat diese Attentäter einstimmig desavouirt. War doch sogar das letzte ösfent- liche Auftreten des heute zu den weiland Ansichten des Hrn. Brousse bekehrten I. M o st in Deutschland ein entschiedener Protest gegen die Jdentifizirnng Hödels mit der Sozialdemokratie!(Am 2 6. Mai 1 878 ward M o st in einer Volksversammlung in Chemnitz verhaftet, in welcher er Hödel als einen Idioten hingestellt und die Zugehörigkeit desselben zur Sozialdemokratie als ein lächerliches Polizeimanöver bezeichnet hat). Was wir damals gethan, thun wir auch heute noch, wir erkennen weder Hödel noch Nobiling als unsere Genossen an, und zwar aus dem ganz einfachen Grunde, weil sie solche nicht gewesen sind. Desgleichen beurtheilen wir beide Attentate noch heute ebenso wie damals, wie wir auch damals schon offen für das Attentat auf einen T r e p o w, für die Hinrichtung eines M e s e n z o w uns erklärten. Es gehört also eine starke Dosis von Verlegenheit— um nicht mehr zu sagen— dazu, das Verhalten unserer Partei gegenüber Hödel und Nobiling auf eine Stufe mit dem Verhalten eines Broadhurst gegenüber den revolutionären Jrländern zu stellen. Herr Brousse beweist wieder einmal, daß, wenn er auch nicht mehr Anarchist ist, er doch die metaphysische Denkweise der Anarchisten beibehalten hat. Das zeigt sich auch in der Beurtheilung der Vorwärtsnotiz. Diese war eine Antwort auf eine reptilische Anzapfung. Die Reptilienpresse hatte sich der betr. Adresse der Franzosen bemächtigt, um der deutschen Sozialdemokratie ein Bein zu stellen, sie wollte sie für die damals aus- geschriebenen Wahlen fruktifiziren, und der„Vorwärts" trumpfte sie gehörig ab, indem er— was Herr Brousse verschweigt— ausdrücklich erklärte:„wir haben nicht den Muth, die Adresse von uns zu weisen, wohl aber haben wir den Muth, sie nicht von uns zu weisen", und in vortrefflicher Weise nachwies, warum die Franzosen ein Recht hätten, so zu schreiben, und weshalb die deutsche Sozialdemokratie die Revolutionsmacherei verschmähe, wohingegen damals ganz andere Leute ein Interesse daran hatten, daß Blut fließe. Die Nottz der„Berliner Freien Presse" erklärt sich daraus, daß ihr die fragliche Adresse zuerst in der oberoffiziösen Berliner„Post" zu Ge- kommen war, welche dieselbe bereits für ihre Zwecke verarbeitet hatte. Wer die Situation— wenige Tage nach dem Attentat— in der unsere Partei sich damals befand, aus eigener Erfahrung kennen gelernt, wer Zeuge war der infamen Verleumdungen, die damals wider unsere Partei ausgeheckt wurden, wird es begreifen, daß der Gedanke an ein repti- tilisches Kukuksei sehr nahe lag. Eine unter solchen Umständen ge- schriebene Notiz als Beweisstück für die prinzipielle Stellung unserer Partei anzuführen, dazu gehört eine ganz besondere polittsche Schule, deren Geheimniß wir indeß Herrn Brosse gern überlassen. — Aus England. D i e Auflösung der kapitalisti- f ch e n Gesellschaft.!.— ,,H ornbleLondon!" Schreckliches London!„Tbc boms» of tbe Poor!' Das Heim der Armen! Diese und ähnliche Themata sind immer noch auf der Tagesordnung und werden auch wahrscheinlich noch eine geraume Zeit eine Rolle spielen, damit allen denkbaren Parteien und Portei'chen die nöthige Gelegenheit gegeben wird, ihren Unverstand oder ihren bösen Willen dem großen Publikum vorzutragen, damit ja die Arbeiterklasse von der richtigen Bahn abgelenkt werde. Letzteres ist das Hauptmotiv, warum alle nur denk- baren noch so einfälttgen sogenannten Mittel und Wege zur Abhilfe der Wohnungsnoth vorgeschlagen werden. Mit ganz wenig Ausnah- men findet man in den Zeitungen die abgeschmacktesten Ursachen für das grauenhafte Elend der großen Masse der Arbeiter und Arbeiterinen an- geführt, dagegen habe ich in den Arbeiterversammlungen, in welchen ich zugegen war, die treffendsten, besten, ganz und gar sozialistischen Erklärungen und Vorschläge vernommen. Auch haben die Arbeiter endlich eingesehen, daß sie sich nur auf sich selbst zu verlassen haben, daß die Zeiten vorüber sind, auf sogenannte Größen zu rechnen sie haben ein- gesehen, daß die großen Fragen der Zeit nicht so gemüthlich und fried- lich, wie man es ihnen vorredet, gelöst werden können, daß die Fragen zwischen Kapital und Arbeit keine Gemüthssragen sind, und daß von keinen Kompromissen mehr die Rede sein kann. In einem liberalen oder auch bis zu einem Grad radikalen Vortrag machte dieser Tage in Lon- don ein Priester— keiner von der Hochkirche!— eine der besten Be- merkungen über die christliche Religion. Derselbe sagte, diese Religion. die über 18 Jahrhunderte besteht, habe nichts ausgerichtet, als was wir eben vor uns sehen. Das sei ein schreckenerregender Zustand, und es sei die Hauptaufgabe der Führer der christlichen Religion, den christlichen Sozialismus zu propagiren. Christus sei der erste Sozialist gewesen, und das wahre Christenthum sei der Sozialismus. Er ersuche deshalb die nicht christlichen Sozialisten, sich zu dem christlichen Sozialis- mus zu bekennen.— Die christlichen Religionsführer haben also 1883 Jahre gebraucht, um nichts zu erreichen; deshalb ist es an der Zeit, daß sie sich in den Ruhestand begeben, und das Feld den u n ch r i st- lichen Soziali st en wenigstens für 50 Jahre überlassen; und wenn in dieser Zeit die Sozialisten und Kommunisten keinen besseren Zustand, das heißt: wahre Freiheit, wahre Gerechtigkeit und voll- kommene Gleichhett eingeführt, wenn sie sich darin unfähig gezeigt ha- den, dann und nur dann sollen die christlichen Helden wieder die Mensch- heit beglücken. Aber so lange, wie eben gesagt, bitten wir diese Herren, sich mit den Herren Kapitaliften zusammen in Ruhestand zu versetzen. Dies muß denselben ja sehr angenehm sein, va sie dann keine Berank- wortung mehr bei dem lieben Herrgott abzulegen hoben. Bei der Unklarheft, welche sich gerade in der hiesigen Presse mit wenigen Ausnahmen breit macht, ist die seit Januar hier erscheinende Monatsschrift ,,Progross�(Fortschritt) um so freudiger zu begrüßen. Herausgegeben wird dieselbe von G. W. Foode; ihr gegenwärtiger Leiter ist!»r. Ed. B. Aveling(ebenfalls ein bekannter Atheist und Anhänger von Darwin und Häckel), da sich G. W. Foode im Gefängniß befindet. Letzterer ward bekanntlich wegen Religionsläfterung zu 1 Jahr verurtheilt, welche Strafe erst in drei Monaten abgelaufen sein wird. Diese Zeit- schrift ist die beste, die ich bis jetzt gesehen, und hat jedenfalls eine gute Zukunft. Man findet darin Abhandlungen von unserer Freundin Miß E l e o n o r M a r x, der jüngsten Tochter unseres leider viel zu früh gestorbenen Karl Marx, sowie von Friedrich Engels, und Marx's Schwiegersohn Paul Lafa�rgue, auf welche ich nächstens zurückkom- men werde. Vorläufig will ich besonders aufmerksam machen auf eine Antwort, welche Fräulein Eleonore Marx einem gewissen Mr. E. B a d f o r d zu Theil werden ließ, der in der November-Nummer des„Progress'' einen Artikel veröffentlicht hatte, betitelt„tiiv Attitüde of Plnlosophy to- warde Religion"(die Stellung der Philosophie gegenüber ber Religion). Der genannte Herr ist ein sehr vorgeschrittever Denker und ich glaube behaupten zu können, ebenfalls Atheist, er scheint aber vorzuziehen, seine Ansicht nicht vor der Welt auszusprechen, sondern sich hinter allen möglichen Namen u. s. w. zu verstecken und diejenigen zu verurtheilen, welche offen für den Atheismus eintreten. Er spricht sich gegen die Berurthei- lung von Food und Ramsey aus, hütet sich aber in derselben Zeit sehr, sick) mit jenen ganz einverstanden zu erklären. Er hält es für über- flüssig, offen seine atheistischen Ansichten zu verbreiten, wie jene Männer es gethan, die jetzt dafür zu leiden haben. Ebenso sucht er an Dar- w i n herum zu mäkeln und legt großes Geivicht darauf, daß Darwin sich niemals offen erklärt habe, wie er über Religion und GotteSglauben denke. Es gefällt ihm nicht, daß Darwin, als er einstens gedrängt wurde, sich darüber auszusprechen, gesagt haben soll:„E r h a b e n i e- mals Zeit gehabt, darüber nachzudenke n."(Meiner Ansicht nach konnte derselbe keine passendere Antwort geben.) Nach Darwin kommt er auf die Nihilisten Rußlands zu sprechen und gibt zu, daß die- selben Recht hätten, die Mittel und Wege anzuwenden, von welchen diese oft Gebrauch gemacht, und spricht sich im Ganzen genommen einverstan- den mit ihnen aus. Am Schluß seines Artikels läßt er aber nochmals seinen Aerger aus gegen die Atheisten, welche offen und mit Energie ihre Ansichten der ganzen Welt gegenüber vertreten. Diesen Herrn nun hat Frl. Eleonor Marx so ausgezeichnet abgefertigt, daß ich glaube, der- selbe wird es vorziehen, sich ruhig zu veryalten. Sollte er jedoch dies nicht thun, so können wir überzeugt sein, daß es ihm nächstens viel schlimmer ergehen wird. Am Schlüsse ihrer Antwort sagt unsere brave Freundin, daß Mr. Badford's Hoffen und Streben dahin geht,„daß kein Aiensch eine eigene Ansicht haben soll, ehe er 40 Jahre alt ist; ferner sagt sie,„wenn unsere Kinder nicht mehr wie Gefangene in die Kirchen geführt werden, wenn in den Schulen die Bibel nicht mehr gelesen wird, wenn kleine Kinder nidst länger in der schrecklichen Einsamkeit und Langeweile zu leben haben, wenn sie nicht mehr demoralisirt und furchtsam gemacht werden mit den abscheulichen Lügen von ewigen Strafen und von der Hölle, wenn ihnen gelehrt wird, daß die griechische und römische Mythologie, Buddhaismus und Fetischismus, Christenthum und Mohamedanismus, romantische Dichtungen sind, wie die von Grimm und Andersen, und daß die einzigen wirklichen Thatsachen, welche wir wissen, die Ergebnisse der Wissenschast sind— dann, wenn alles dies unfern Kindern gelehrt wird, dann werden wir damit einverstanden sein, es ihnen in irgend einem Alter zu überlassen, sich nach freiem Willen zu entscheiden, für welche von diesen„Religionen oder Mythologien" sie sich erkläreen. Aber bis dahin dürfen wir nicht aushören, offen zu sein, selbst dann nicht, wenn es die Nerven der Gegner angreift— oder — was viel schwerer fällt— denjenigen wehe thut, die wir von Herzen lieben,— wir wollen fortfahren, entschieden zu sein, und sogar aus dem offenen Marktplatz rusen, daß wir von eurem Christengott oder euren „agnostischen" Göttern nichts wissen wollen!" Zum Schluß dieses Briefes sei noch bemerkt, daß auch der größte Mann seiner Zeit, der Atheiftenpapst Charles Bradlaugh, über Nüttel und Wege sich vernehmen läßt, dem fürchterlichen Elende ein Ende zu machen, die Lohnfrage, die Arbeiterfrage, überhaupt die soziale Frage zu lösen. Woche für Woche wiederholt er in seinem Organ, daß nur die Lehre deS Pfaffen M a l t h u s, welchem er nachbetet, das einzige Mittel ist! Werdet weniger! das ist die Lehre, die er den Hungernden und ausgebeuteten Arbeitern gibt und unaufhörlich in seinem Organ „National Reformer" wiederholt, in welchem er in einer Weise sich selbst anbetet, daß selbst viele seiner Anhänger empört darüber sind und erklären, daß es unmöglich sei, ein solches Blättchen noch länger zu lesen, und immer wieder erklärt, er sei kein Sozialist, kein K o m- m u n i st und auch ja kein Revolutionär! Die sozialistische Arbeiterpartei kann sich hierzu von Herzen gratuliren, dieselbe hat nichts dadurch ver- loren, sondern im Gegentheil sehr viel gewonnen. F. L., ein alter Kommunist. — Sozialistische Presse und Literatur. Oester- reichischer Arbeit er- Kall ender für 1884, herausgegeben von Jos. B a r d o r s. Redigirt von E. I. D o l e s ch a l l. Mit dem Bildniß unseres großen Vorkämpfers Karl Marx versehen, präsentirt sich uns in sauberer Ausstattung der neueste Kalender unserer öfter- reichischen Genossen. Neben den üblichen Kalendernotizen, verschiedenen, für die Arbeiter besonders wichtigen Verfassungs- und Gesetzesbestimmungen, sowie einem Verzeichniß der Arbeitervereine in Oesterreich- Ungarn finden wir darin eine sehr reichhaltige sozialpolitische Rundschau auf das Ja'hr 188 2/ 83, eine biographische Skizze über Karl Marx, einen Artikel Sozialismus und Kultur, worin nachgewiesen wird, wie tief der Mustermensch der kapitalistischen Produktionsweise, der französische Parzellenbauer, in der Kultur steht, und wie die ganze Menschheit so tief sinken müßte wie er, wenn nicht der Sozialismus rettend eingreife, sowie einen für einen Arbeiter- Kalender ganz besonders zweckentsprechenden Aussatz:„Was und wie soll der Arbeiter lesen?" Ohne dem darin Gesagten durchweg zustimmen zu wollen, können wir doch dem Grundgedanken dieses Auf- satzes nur zustimmen, und halten es für einen ganz besonders glücklichen Gedanken, den Lesern einen Fingerzeig für die Auswahl der sozialistischen Schriften an die Hand zu geben. Eine Erzählung aus dem Arbeiter- leben:„Gerettet" aus der Feder des beliebten Volksschriftstellers C. Lübeck, kommt dem Bedürfniß nach Unterhaltung des Gemüths aufs Glücklichste entgegen. Wir wünschen dem Kalender die weiteste Verbreitung. Aus der Buchhandlung von Henry Oriol, U rne Bertin-Poiree, Paris, erhalten wir von befreundeter Seite folgende Schriften, deren Besprechung wir uns noch vorbehalten: Gabriel Dsvills, Le Capital de Karl Marx, regume et accotnpagnd d'un aperyu gur le gocialigme gcientifique(324 Seiten) 3 Franken. Juleg Ouegde, Le collectivigme au collfege de France. 20 Centimes. H. B r i g g a o, Besame populaire du Socialigme. 25 Centimes. Jean Dormoy, Rapporte et rssolutiong deg congrfeg ouvrierg de 1876 k 1883. 40 Centimes. Diese Schriften, sowie Paul Lafargue's„Droit ä la paregge" bilden Theile der von der obigen Firma, deren Inhaber selbst Sozialist ist, herausgegebenen sozialistischeu Bibliothek. Korrespondenzen. Zürich. Die hiesige deutsche Parteimitgliedschaft veranstaltet auch Heuer wieder am e r st e n Weihnachtsfeiertage(in der Konzerthalle zum „Pfauen") eine Abendunterhaltung, mit welcher eine Gaben- verloosung zu Gunsten des deutschen Unterstützungsfonds verbunden ist. Der unterzeichnete Lokalausschuß wendet sich daher an die Opfer- Willigkeit der hiesigen Genossen und deren Frauen mit der Bitte, durch Schenkung von Verloosungsgegenständen es zu ermöglichen, daß auch diesmal wieder den Familien unserer verfolgten deutschen Genossen ein recht stattlicher Beitrag zur Steuerung ihrer drückendsten Roth zugewendet werden kann. Gaben sind an L. T a u s ch e r, Kasinostraße 3, Hottingen, oder an I. Beck, Kuttelgasse 3, Zürich, gest. einzusenden. Der Lokalausschuß der Parteimitgliedschaft Zürich. — Nowawes. Am 28. Oktober hielt die Fortschrittspartei Hierselbst eine Versammlung ab, in welcher der Reichstagsabgeordnete Dr. G r e v e referirte. Dieser Herr erinnerte mich wegen seines weinrothen Gesichts lebhaft an die Idylle:„Ochs und Morgenroth", und auch sein Verhalten war sehr dazu geeignet, diese Erinnerung hervorzurufen. Ich bedauerte nur, daß die Versammlung fast gar nicht von unfern Genossen besucht war, sie hätten sich da recht gut amüsirt, gleichzeitig wären aber auch die Sympathien, welche noch einige für diese erbärmliche Partei haben, völlig geschwunden; und diejenigen, welche diese Partei bei der Landtags- wähl unterstützt haben, würden ihre Gutmüthigkeit jedenfalls bitter bereut haben. Nachdem nun Dr. G r e v e zuerst dem bekannten schwarzen C r e m e r, welcher unfern Kreis im Landtage vertritt, einige Seiten- hiebe versetzt hatte, ging er gegen den Sozialismus in's Feld. Er meinte, der Sozialismus sei das beliebteste Agitationsmittel des Fürsten Bis- mark, derselbe habe ihn jedoch nicht erfunden, er sei vielmehr schon vor 1789 von dem Franzosen Simon(wohl St. Simon? der aber schrieb erst 1802) gepredigt worden. Aus den Schriften des englischen National- ökonomen(Smith?) ginge hervor, daß nur die Arbeit einen Warth habe, welche der Arbeiter mit seiner Hände Arbeit schafft, folglich gebühren ihm auch alle Rechte im Staate. Demnach habe bei den Sozialisten, so „witzelte" Dr. Greve, ein Schweinehirt mehr Werch, als ein Menschen- erzieher. Was meinen nun die Genossen zu diesem Herrn? Ich meiner- seits halte ihn für einen großen Lump. Sind denn nicht gerade die Arbeiterbildungsvereine, welche der Polizei ein Dorn im Auge sind, von Sozialisten gegrimdet worden, und beruht nicht gerade der Sozia- lismus auf wissenschaftlicher Grundlage? Dies beweist zur Genüge, daß bei den Sozialisten auch der geistige Arbeiter in hoher Achtung und Werth steht. Ferner meinte Dr. Greve, daß sich die sozialdemokratische Partei von den Staatssozialisten nur durch das Theilen unterscheide. Erstere wollten alle materiellen Produkte unter die Arbeiter vertheilen, Überhaupt sei das Theilen bei ihnen die Hauptsache. Als ihm hier ein Genosse zurief, daß dies nicht wahr sei, meinte er, daß er dies von un- seren Genossen, mit welchen er im Reichstage zusammensitze, speziell von Hasenclever und Liebknecht, aus persönlichen Unterhaltungen, in welche er sich mit denselben eingelassen, entnommen. Nachdem Dr. Greve ge- endet, ergriff der frühere Reichstagsabgeordnete Wöllmer das Wort; der- selbe meinte, Dr. Greve hätte nicht etwa, wie es von dem Zwischen- rufer wahrscheinlich aufgefaßt worden sei, die sozialdemokratische Partei beleidigen wollen, überhaupt habe er fast ausschließlich von Staatssozia- lismus gesprochen. Er lWöllmer) hoffe, daß die Schranken, welche einen freien Meinungsaustausch unmöglich machen, bald fallen mögen, damit er das Vergnügen habe, sich mit den Sozialisten in einen offenen Rede- kämpf einlassen zu können. Es sei zu bedauern, daß ein Gesetz dies unmöglich mache, denn dadurch würden dieser Partei, welche man tödten möchte, nur neue Anhänger zugeführt, und so gewännen Theorien, die sich nie verwirklichen lassen, immer mehr Macht. Bei völliger Rede- sreiheit sei es möglich, die Versechter der sozialistischen Ideen von ihrem Unsinn zu überzeugen und sie der Freiheit und Wahrheit liebenden Fort- schrittspartei zuzuführen, welche allein selig mache. B..e. — Elberfeld, Mitte November. Bor einigen Tagen hatten wir das Vergnügen, Herrn Max Hirsch als Commis-Voyageur für seine Ge- werkvereinskassen zu bewundern. Da wir von vornherein wußten, daß eine starke Betheiligung seitens der Anhänger der Fortschrittspartei nicht zu erwarten war, so hatten wir uns des Herrn erbarmt und erschienen ziemlich zahlreich. Unsere Taktik bewährte sich; nachdem Herr Hirsch zur Erbauung seiner ungefähr 30—40 Anhänger geredet, trat ihm unserseits zunächst Genosse D a st i g in sehr geschickter Weise entgegen, und wies auf die Bevormundung der Arbeiter durch die Herren Fort- schrittler und die Gewerkvereinskassen hin, wie man in Breslau sogar so weit gegangen sei, einen Revers einzuführen, der die Aufnahme von Sozialdemokraten in die Gewerkschastskassen verbietet; auch kritisirte er scharf die Abgabe von 10 Pfg. pro Alitglied an den Zentralvorstand, wosür nian dann Häuser baue und die Belehrungen von den Herren Aufsichtsräthen bezahle, daß die wirklich freien Hilsskassen das umsonst besorgen, ist selbstredend; auch sind diese noch nicht im bankrotten Zu- stände, wie die Jnvalidenkassen der Gewerkvereinler. Dann sprachen Genosse N e u m a n n und Harms, welch letzterer den Herren Fort- schrittlern den Schafspelz gründlich herunterriß, worüber die Herren, die sich auch„Radikale" nennen, sehr bös wurden. Unserm derzeitigen Vertreter sank fast der Muth; er versicherte immer wieder, daß er für die Arbeiter sei und auch gegen das Sozialisten- gesey stimme; er verwunderte sich nur, daß man ihn und seinen Anhang stets bekämpfe, während er es doch lieber sähe, wenn die Sozialisten und die Fortschrittler sich nur bei den Reichstagswahlen bekämpften. Ja schade, daß die Arbeiter sich nun einmal nicht zum Fortschritt bekehren wollen! Wie die Arbeiter denken, zeigte sich in einer zwei Tage später statt- gehabten Versammlung, in welcher Reichstagsabgeordneter Grillen- b e r g e r über das Krankenkassengesetz referirte. Da konnte man so recht sehen, daß die Arbeiter noch Interesse für ihre Sache beweisen, und es hat gewiß Grillenberger angenehm berührt, eine solche stattliche Zahl von Anhängern vor sich zu sehen, vor denen er sein Programm entwickeln konnte, wir aber können sagen, daß diese 1500 Genossen sicher wieder neuen Muth gefaßt haben, für die' Sache des arbeitenden Volkes zu kämpfen, welche dereinst siegen muß und wird. Daß wir von der hiesigen Presse möglichst schlecht unterstützt wurden, ist selbstredend; fanden es die meisten doch kaum der Mühe werth, einen wahrheitsgemäßen Berid)t zu bringen. Nur unsere biedere„Elberfelder Zeitung" machte diesmal eine rühmliche Ausnahme. Die sonst so farblosen„Neuesten Nach- richten" brachten, sehr bezeichnend, nur einen kurzen Bericht, und schätzte dieses„stets wahrheitsliebende Blatt" die in der Versammlung An- wesende'n auf 600!!!*)— Daß uns diese Lügenberichte nichts schaden i*) Selbst die nationalliberale Elberfelderin sprach von 1500 Per- sonen. können, wissen wir ja, wir werden uns bei späterer Gelegenheit darnach zu richten wissen.'— Seit den Tagen Fränzel-Rotax ist es hier mit unseren Staatsstlltzen noch immer nicht in Ordnung, und obschon man von oben herab mit Schmerzen sich das eingesteht, möchte man anderseits gewisse kranke Glieder am Gesammtorganismus gern retten. Wir hatten hier einen Waisenhaus-Direktor, der es verstand, in recht christlicher Weise seine Pfleglinge zu erziehen; er war daher der Stolz und die Freude aller seiner Vorgesetzten. Dieser saubere Direktor hatte in seinem Amte mit einem über ihn gestellten Curatorium zu arbeiten, was ihn manchmal unangenehm berührt haben mag. Namentlich ver- droß es ihn, von einem Curatoriumsmitglied mehr belästigt zu werden, als er für nöthig hielt, und der brave Gottesmann sann aus Mittel, sich zu rächen. Der Zufall wollte es nun, daß der gute Waisenvater diesem Curatoriumsmitglied eine christlich erzogene Waise als Dienstmädchen übergab, und diese keusche Jungfrau, unter der würdigen Leitung des frommen Direktors erzogen, erzählte, nachdem sie ein Jahr in besagtem Dienst zugebracht, dem Waisenhausvater und der Mutter, daß sie nicht länger da wohnen bleiben könne, denn der Miethsherr belästige sie häufig mit unsittlichen Attentaten. Das war ein Fressen für unfern biedern Direktor, er hatte nichts Eiligeres zu thun, als diese Aussage dem Vater der Stadt mitzutheilen, der nun sofort veranlaßte,�daß Herr L e h n i n g von seinen Ehrenämtern zurücktrat, um weiterer öffentlicher Blamage zu entgehen. Nach Verlauf von einem Jahr ließ nun dieser Lehning sich für die Handelskammerwahl als Kandidat aufstellen, und dieses sollte verderbenbringend für ihn werden. Wäre der Herr weniger eifrig auf seinem Posten gewesen, oder hätte er nicht gegen das hier dominirende Pfaffenthum losgelegt, so würde er heute noch im Curatorium des Waisenhauses sitzen; aber er war ein Fortschrittler, der sich unangenehm gemacht, an ihm mußte ein Exempel statuirt werden. Daß Herr Lehning unser Freund nicht ist, brauche ich wohl nicht zu sagen, trat er doch immer gegen die Sozialdemokraten auf. Bei der Handelskammerwahl nun wurden die Aeußerungen des Frln. Bandlin ausgenützt, und Lehning stand vor der Alternative, sie als zu- treffend anzuerkennen, oder er mußte dagegen austreten, was er auch that und den Oberbürgermeister, den Konsul Döring und Kaufmann Wolf, sowie die Bandlin wegen Beleidigung verklagte. In erster Instanz wurden die Bandlin, Döring und Wolf verurtheilt, während der Vater der Stadt freigesprochen wurde. Da es aber den genannten Herren durchaus nicht paßte, mit Fräulein Bandlin verdonnert zu sein, so gingen alle drei gegen das Urtheil an, und wurde nun das erste Urtheil auf- gehoben, die Verklagten freigesprochen und dem Kläger alle Kosten auf- gehalst. Das Gericht erkannte, daß die Bandlin wohl eine sittlich gesunkene Person sei, aber man könne doch nicht annehmen, daß sie die Unwahrheit gesagt; außerdem sei das Gericht der Ansicht, daß Kläger das ihm zur Last Gelegte wohl gethan haben könne. Dieses Urtheil mit seinen weiten detaillirten Ausführungen delikatester Art brachte nun der Vater der Stadt in unfern städtischen Anzeiger, es war ihm eine hohe Genug- thuung, seinen größten Feind niedergeschmettert zu haben. Unsere lieben Mucker(?) aber fanden es nicht hübsch, daß diese schmutzige Geschichte in einem öffentlichen städtischen Blatt gestanden, sie waren entrüstet darüber, daß man derartiges den Unmündigen zu unterbreiten wagte, und be- riefen eine große Volksversammlung ein, in welcher von 2100 Personen Protest erhoben wurde gegen das Vorgehen des Oberbürgermeisters— ja man beschloß, den Protest an die Regierung und an das Ministerium zu schicken. Darob ist nun wieder unser guter Vater der Stadt voll- ständig aus dem Häuschen, er will nun einen Gegenprotest zirkuliren laffen, wenn es ihm nicht Mittlern eile wieder leid wird, was am besten wäre, er brauchte sich wenigstens nicht noch weiteren Kummer zu bc- reiten. Sehr schön ist übiix>r.s, wie er in seinem Protest von rothen Radikalen, halbwüchsigen Burschen, sozialistischen Agitatoren und Sozial- demokraten spricht. Aber lieber Vater der Stadt, was sind die meisten Einwohner der Stadt anders als gerade Sozialdemokraten? Was soll die Drohung heißen, die Regierung werde gebeten, da Abhilfe zu schaffen? Etwa Abhülfe zu schaffen, indem man Elberfeld den kleinen Belagerungs- zustand anhängt? Glaubt Herr Jäger dann sicherer als Fränzel, Rotax, Härter vor uns zu sein? Warum hat Herr Jäger nicht die Atotax'sche Geschichte weiter untersucht, oder glaubt er, seinen Freund, den Amtsrichter, schonen zu müssen? Herr Weidehaie könnte Ihnen ja heute noch Aufklärung über manches geben, auch über die Häuser an der Paradestraße, wo der- selbe häufig des Morgens noch gegen 4 oder 5 Uhr gewesen ist, wahr- scheinlich um die Akten zu studiren für die Sistirungen, welche des Morgens 9 Uhr beginnen sollen, meistens aber unterbleiben mußten, weil der Ämtsrichter noch nicht zurechnungsfähig war. Auch über Freund Mehls- heimer, früher hier Amtsrichter, jetzt irgendwo königl. preußischer Notar, könnten die Akten M a n k c l in Barmen vielleicht manches aufweisen. Wie war es doch, lieber Vater der Stadt, mit dem früheren Beigeord- neten Bohnstedt, jetziger Bürgermeister von Iserlohn? Warum wurde diese Affaire so stille abgemacht? Wie wäre es, wenn die Annale« über unseren sonst so tüchtigen Beigeordneten Dietze veröffentlicht würden? Oder glauben die Herren, wir wüßten nicht, was vorgeht? Es ist nattirlich schnell gethan, unbequeme Leute als halbwüchsige Burschen zu bezeichnen und die Regierung um Abhülfe zu bitten! Mag die Regie- rung nur Abhülfe schaffen, wir wollen ihr das Material dazu liefern. Unsere Sache ist nicht die Lehnings, aber man sieht, wie mit Nieder- tracht und Gemeinheit vorgegangen wird, wenn es sich um polittsch unliebsame Gegner handelt. Wenn wir nun unserem guten lieben Vater der Stadt auch nicht mehr passen sollten, so geht der Sozialismus noch lange nicht unter. Nieder mit der Reaktton! Hoch die Sozialdemokratie! Apropos! Ist es wahr, daß Herr Beigeordneter E r n st für die „sittlich gesunkene" Dame 600 Mk. gesammelt hat? Alle Achtung! Wahrscheinlich für die treu geleisteten Dienste! Der rothe Argus. Ei?lärung. Betreffs der in Nr. 34 des Parteiorgans quittirten(anfänglich zum Meeraner Streik bestimmten) Gelder erklären sich die letzterwähnten fünf Orte ebenfalls damit einverstanden, daß dieselben zu Wahl- zwecken verwendet werden sollen. Die Genossen in Meerane. Warnung;ur Vorsicht. Seit Anfang d. I. hat ein Russe angeblich Namens Kurbanoff in der Schweiz, Oesterreich, Deutschland, Belgien ic. mehrfach Partei- genossen erfragt und Unterstützung erhalten. Kurbanoss will Kaufmann aus Kasan sein, 3 Jahre Zwangs- arbeit abgemacht haben, aus Sibirien entflohen, die oben erwähnten Staaten legitimationslos zu Fuß durchreist haben und deshalb mehrfach polizeilich bedrängt worden sein. Zuletzt von den Genossen in Köln und Verviers unterstützt und weiterempfohlen(!?), wollte er angeb- lich nach Brüssel und Antwerpen gehen, um daselbst Arbeit zu suchen. Auf mehrseitige Recherchen in russischen Kreisen und bei deren Vertrauensleuten erfahren wir nun aber, daß Kurbanoss auch dorten durchaus unbekannt, also auf keinen Fall ein politisch V e r f o l g t e r ist. Als solcher hätte er unbedingt russischerseits Empfehlungen oder Beziehungen erlangen und nachweisen können. Kurbanoss macht keinen ungünstigen Eindruck, pflegt statt nach sonstiger Hilfe stets nach Arbeit zu fragen, hat indeß Vertrauensleute in einigen Orten und unter Umständen ausgekundschaftet, die ihn als Schwindler— wenn nichr als Schlimmeres— verdächtig erscheinen lassen. Von sozialistischen Dingen und Verhältnissen hat er keinerlei Verständniß, ist also nach Alledem unbedingt kein Parteigenosse. Die Genossen allerorts mögen also nach diesem Sachverhalt sich K. gegenüber richten. Derselbe ist ca. 35 Jahr« alt, großer Statur und trägt schwarzen Vollbart. Briefkasten der Expedition: O. Fchr. Genf: Fr. 41,40 für Schft. erh. Bstllg. abgg.— W. W. Luzern: Fr. 39,— Ab. u. Schft. erh.— H M. Olbg.: Mk. 6,— Ab. 4. Qu. erh.- I. P. l. Chesnois: Fr. 5.— Ab. 4. Qu. 83 u. 1. Qu. 84 erh. Fr. 1,— pr. Ufds' dkd. verwendet.— 7/9. 27: öwfl. 12,— pr. Agfds. dkd. verw.— O. R. Chbrg.: Mk. 4,30 Ab. bis Ende März 84 erh.— Der Bekannte: Mk. 150,— ä Cto. erh. Ggrchg. gutgebr.— H. B. Liege: Zahl war undeutlich von Ihrer Hand. Also?— A. B. Gßn.: Mk. 3,20 Ab. 4. Qu. u. Schft. erh.— H. I. Brüssel: Fr. 2,50 Ab. 4. Qu. erh.— E. Dr. W.: öwfl. f. Schft erh. Weiteres folgt geordnet.— Hansdampf: Fr. 12,— 4 Cto. nebst Zusage erh. Rechnen auf Worthalten.— A. K. Ölten: Adr. geordnet. 20 Cts. für Ersatzporto verwendet.— Pantaleon: Mk. 107,— pr. 2. Qu. längst geordnet, Jrrthum im Auszug, Weiteres besorgt.— Die Rothen in H. H.: Alles lt. Bf. v. 29 II. in Ordnung.— Ffld.: Fr. 13,50 Ab. 4. Qu. erh. P.-Gen. Frauenfeld: Fr. 4,— pr. Ufd. erh.— Wblgr. Ffld.: Fr. 10,— Cto. Vkbhdlg. ausgefolgt.— Fliegender: Mk. 50,— erh. und hievon für G. Mk. 8,—, für O. Mk. 12,— pr. 83 verwendet. 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Besonder» bearbeitet vom Berfasser der„M a r l", erschien soeben in unserem Verlag da« neueste„B a u e r n f l u g b l a t t": Der deutsche Bauer. Was war er? Was ist er? Was könnte er sein? Preis bei Maffenbezug nur gegen Vorauszahlung, ebenso wie bei Mucker-,'Usaffen- und Königsfchwindet. (L Die fromme Bourgeoifie. 2. Die loyale Bonrgeoiste) Für die S ch w e i z per Expl. 2 Ct». franko für Rabatt. Für's Ausland per 2 Expl. 5 El«.„„„ FürDeutschland per Expl. 2 Pfg... Einzelexemplare per Brief 5 Psg. und 10 Pfg. Porto. Beide Flugblätter eignen sich zur Agitation und Auf» klärung in allen Gesell schastSkreiseu und ergänzen sich zu diesem Zweck vorttefflich. Tolksbnchhandlang und Expedition des„Soz." Hottingen-Zürich. vorzügliche Weihnachtsgeschenke für Krauen und Mädchen empfehlen wir: Fr. Et«. MI. Pf. 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Eine Hausgeschichte— 70— 55 — Rienzi, Drama in 5 Aufzügen— 40— 35 Ferner empfehlen wir als Weihnachtsgeschenk für Linder vorzüglich geeignet König Mammon und die Areiheit. Sozialdemokrattsches Bilderbuch mit Text. Preis: 1 Fr.(80 Pf.) Dasselbe ohne Text mit Bildern und Reimen: 60 Cts.(50 Pf.) Zu beziehen durch: GllptbiliiR be» n$»)taltmikr(t" P»Ib»b»chtz»»bliii H-iiisge». Zürich. 4? OH ffump Den Parteigenossen zur Nachricht, daß das Vereinslokal �uwfuuuz beg jzrftritrt-�ffccrubs sich jetzt im„Cafe Vaudois", place de la Riponne, befindet.— ,76 'T'ii r-i r> K l&nut&r, den 8. Dezember, A.benda 8 Uhr, im BUXLOH. Cafs Kegster: Oeffentliche Versammlung der deutschen Sozialisten. Tagesordnung: Das Programm der deutschen Sozialdemokratie. Referent: Bgr. Bernstein. Jedermann ist eingeladen. Der Lokalaogsohai* der deatsohen Sozialiften. . H»»»»>< Arbeiter-Fortblldongsverein Derselbe vergammelt»ich jeden Montag in Jean Grosz's Hamburger Hall 176 Ost 3. Street. 1.00(16) Der Vorstand. •knoia«:6att46u4)lru4't|! potttNgl«« strich.