in 18 en De cer et 1 el Cer ng id 57 b Den Cer Erscheint wigentlich einmal in Zürich( Schweiz). Berlag der Boltsbuchhandlung Hottingen Zürich. Boksendungen franto gegen franto Gewöhnliche Briefe nach der weiz token Doppelporto. W: W. S. Der Sozialdemokrat BENE Zentral- Organ der deutschen Sozialdemokratie. Donnerstag, 21. Februar Avis an die Abonnenten und Korrespondenten des„ Sozialdemokrat." Da der Sozialdemokrat sowohl in Deutschland als auch in Defterreich verboten ist, bezw. verfolgt wird und die dortigen Behörden fich alle Mühe geben, unsere Berbindungen nad jenen Bändern möglichst zu erschweren, resp Briefe von dort an uns und unsere Zeitungs- und sonstigen Speditionen nach dort abzufangen, fo ift die äußerste Vorsicht im Poftverkehr nothwendig und darf keine Borfichtsmaßregel verfäumt werden, die Briefmarder über den wahren Absender und Empfänger, sowie den Inhalt der Sendungen zu täuschen, und legtere dadurch zu schützen Haupterfordernis ist hiezu einerseits, daß unsere Freunde so selten 4 Abonnements werden bei allen schweizerischen Boftbureaur, fowie beim Berlag und deffen bekannten Agenten entgegengenommen, und zwar jum voraus zahlbaren Bierteljahrspreis von Fr 2 für die Schweiz( Kreuzband) mt 3 für Deutschland( Couvert fl. 1.70 für Desterreich( Couvert) Fr. 2 50 für alle übrigen Länder bes Weltpoftvereins( Kreuzband). Juferate die dreigespaltene Petitzelle 25 Cts. 20 Pfs 1884, als möglich an den Sozialdemokrat, resp. deffen Berlag felbft adreffiren, sondern fich möglichst an irgend eine unverbätige Adresse außerhalb Deutschlands und Oesterreichs wenden, welche fich dann mit uns in Berbindung seht anderseits aber, bak auch uns möglichst unverfängliche Zustellungsabreffen mitgetheilt werden. In zweifelhaften Fällen empfiehlt fi behufs größerer Sicherheit Refommandirung. Soviel an uns liegt, werden wir gewiß weder Mühe noch kosten scheuen um trot aller entgegen ftehenden Schwierigkeiten den Sozialdemokrat unseren Abonnenten möglichst regelmäßig zu liefern TO Parteigenoffen! Vergeßt der Verfolgten baß ein Theil der Arbeiter fich schließlich aus Berzweiflung| Siftischen Führern und Organiſationen zerstört iſt und allgemeine und Gemaßregelten nicht! Parteigenoffen! Der Zusammentritt des Reichstags nöthigt die Vertreter unserer Partei, auf längere Zeit in Berlin anwesend zu sein. Ein solcher Aufenthalt fostet Geld. Und obgleich die Ental schädigungen auf das Aeußerste bemessen sind, so daß jedem io einzelnen unserer Vertreter noch materielle Opfer auferlegt werden, die vorhandenen Mittel reichen nicht zur Deckung der Kosten. ger пр 15 S irt be bat ra Tes für Del Ref fter ein nto uni Wir richten deshalb an Euch die Aufforderung, unverzüglich Sammlungen für den Diätenfonds zu veranstalten und die Beträge an die Parteivertretung einzusenden. Ueber die eingesandten Gelder wird im„ Sozialdemokrat" quittirt. Parteigenossen! Wir erwarten, daß Ihr Eure Pflicht thut! " Die Redaktion und Expedition des„ Sozialdemokrat". Die Situation in Desterreich. Aus dem Lande der Niedertracht. Sie erwarten woht nähere Nachrichten von mir über die hiefige Situation? Nun, wir durchforschen die auswärtigen an Blätter, um zu erfahren, wie es bei uns zugeht. Die Wiener Zeitungen dürfen keinerlei Nachrichten über irgend welche Dinge nfbringen, die vielleicht mit der anarchistischen oder sozialistischen Bewegung hier im Zusammenhange stehen könnten, eine Maß dr regel, bie ben gewünschten Erfolg hat, die Maffen zu beun Fee ruhigen, ftatt zu beruhigen. Die abenteuerlichsten Gerüchte burchschwirren die Luft es ist aber unmöglich anzugeben, was an denselben Positives ist. Das Einzige, was fest steht, Das Einzige, was fest steht, erh ist die Jämmerlichkeit der beiden Parteien im Reichsrathe bei ber Berathung des„ Ausnahmegefeßes", welches, beiläufig gesagt, bon ben Liberalen" zur Zeit des Bürgerminifteriums nicht nur gefchlaffen, sondern auch schneibig" gegen die renitenten Son Tschechen in Anwendung gebracht worden ist. Jest machten mfie viel in moralischer Entrüftung über bas reaktionäre" Gesez, weil dasselbe auch gegen sie angewendet werden könnte, und griffen die Regierung auf's Heftigste an, weil sie tein D. Sozialistengeset vorgelegt hatte- bieß der Kern in ihrer Ausführungen, ber natürlich mit Freiheitsphrasen entsprechend drapirt war. Sie mußten fich vom reaktionären Ministerpräft benten sagen lassen, daß er ihren Vorschlag, ein Klaffengesetz gegen bie Arbeiter speziell zu schaffen, von sich weisen müsse. Damit sei natürlich nicht gesagt, daß der Taaffe ein Mann mich der Freiheit" ift. Taaffe hat bie Aufgabe, den alten absolutistischen Polizeiftaat, wie er bis zum März 1848 bestand, wieber aufzurichten, und das Parlament vollständig zur Jafage maschine herabzuwürdigen. Die Gelegenheit, ein Ausnahmegeset gegen bie oppofitionelle Hauptstadt burchbrüden zu können, kommt in ihm wie gerufen. dr erh it " H Das alte Willkürregiment bleibt also fortbestehen, ja es fortbestehen, ja es wird bestärkt, und damit auch der Boben neu gebüngt, bem ber Anarchismus entsproffen ist; dieser selbst ist freilich momentan entwurzelt. Herr Taaffe hat allerdings genau, wie sein Borbilb, in Berlin auch von pofitiven Maßregeln zur Bekämpfung bes Sozialismus, in erster Linie vom Unfallversicherungsgeset gesprochen - baburch läßt sich jedoch Niemand täuschen, am allerwenigften wird damit die Dentweise beseitigt, die den Anarchismus gezeugt hat. Was diesen großgezogen, war die Polizeiwillkür, das Raf Spielen mit der Arbeiterbewegung, ihre systematisch betriebene Korruption burch Spigeln und Agents provocateurs, und ander feits ber Mangel an Bethätigungsfreiheit. Die Freiheit bes Wortes war allerdings in ben lezten Jahren eine für österreichische Verhältnisse, wo man gewöhnt ist, einen sehr bescheidenen Maßstab anzulegen, ganz bebeutenbe; man durfte viel mehr reben und schreiben, als in den letzten Jahren ber liberalen Mera ber Fall gewesen. Aber es ist eine liberale Phrase, in der Preßfreiheit allein die Heilung aller politischen Uebel zu sehen. Die ausgedehntefte Preß- und Rebe: freiheit wird eine Bartei nicht vor theilweiser Bersumpfung retten, wenn ihr bie Möglichkeit der Bethätigung fehlt. Diese Möglichkeit der Bethätigung, diese Möglichkeit, Erfolge zu erteh zielen, hat die beutsche Sozialdemokratie in dem allgemeinen Wahlrecht; bieses ist es gewesen, was sie vor dem Anarchismus bewahrt hat. Uns fehlt dieses Recht, uns fehlt die Möglichkeit, auf diesem Wege Erfolge zu erringen; kein Wunder, t. B. Uh einer Partei zuneigt, die ihm Erfolge in nächster Zeit verspricht, einer Partei, die sich den Anstrich gibt, als sei fie im Stande, dem Thatenbrange des nach Erlösung ringenden Prole tariats Gelegenheit zur Bethätigung zu geben. Deshalb wird bie Hinneigung der österreichischen Arbeiterschaft zu blanquiftisch terroristisch- anarchistischen Bestrebungen fortdauern, so lange, bis wir das allgemeine Wahlrecht errungen haben. Von diesem Wege zur Bekämpfung des Anarchismus ist es jedoch sehr still im Parlament gewesen. Auf beiden Seiten bes Hauses rief man einmüthig nach der Polizei, und diese ist es, ber bie Alleinherrschaft in Wien zugefallen ist. Es hieße Eulen nach Athen tragen, wenn ich auseinandersehen wollte, baß sie die Situation benutt, um in Brutalitäten förmlich zu schwelgen. Ueber breihundert Personen hat sie ausgewiesen, weihundert verhaftet, unzählige Familien bem größten Elend preisgegeben! Und daneben bauert bas System ber Korrumpirung der Arbeiter fort. " Die Polizei hat Alle verhaftet, von benen zu vermuthen war, baß sie in irgend einem, wenn auch noch so entfernten Zusam menhange mit Stellmacher geftauben sein könnten fogar entschiebene Anhänger der Partei Wahrheit" find in Haft genommen worden blos einer nicht: Herr Peutert. Diesem hat man Zeit gegeben, auszureißen, um sein Amt als Agent provocateur in der Schweiz weiter fort zu üben. Als bie Nachricht von der Rebe, bie bieser anarchistische Landsknecht in Winterthur gehalten, nach Wien kam, soll Herr Taaffe schmunzelnb ausgerufen haben:„ Der Kerl ist nicht mit Golb zu bezahlen!" W Was haben wir nun von der Zukunft zu erwarten? Die österreichische Arbeiterpartei befindet sich in einer Krifis. Der Zauber der bisherigen anarchistischen Organisation auf die Maffen ist gebrochen, seitdem die Agitatoren derselben, statt bie Arbeiter, wie sie versprachen, zu raschem Siege zu führen, schleus nigst bei dem ersten Anzeichen von Gefahr nach allen Seiten zerstoben find. Die Männer ber That" haben sich ruhig auf gesetzlichem Wege" abschieben lassen, ja eine ganze Reihe der felben, hat, ohne ausgewiesen zu sein, den Boden ver laffen, ber heiß zu werben begann. Die Aussicht, daß es binnen wenigen Tagen losgeht, wie man allgemein nach dem Schuffe auf Blöch glaubte, ist verschwunden und damit das Butrauen zu den anarchistischen Führern. Ob der sogenannten, gemäßigten" Sozialdemokratie baraus Nußen erwachsen wird? " , Wir wünschen es, glauben es aber nicht. Das Ausnahmegeset richtet sich nicht blos gegen den Anarchismus, wie Taaffe auf sein Ehrenwort erklärte, sondern gegen die Arbeiters bewegung überhaupt. Die Verhaftungen und Ausweisungen treffen uns ebenso wie die Anarchisten treffen uns ebenso wie die Anarchisten vide Schwarzinger und Gebl, ben Obmann des slavischen Vereins„ Bolnost", ber bte Anarchisten stets anf das Erbittertfte bekämpft hatte. Auch unsere Versammlungen werden verboten, auch unsere Vereine, unsere Presse sind gefährdet: der Wahrheit" wurde bereits die Suspendirung angedroht. bie Suspendirung angebroht. Die Sozialbemokratie wird so burch das Ausnahmegeses noch viel ärger getroffen, als der Anarchismus, da fie auf die offene Propaganda und nicht auf Verschwörungsspielerei fich stützt. In der Beziehung haben die Herren Peutert und Konsorten ihr Ziel erreicht. Es hat allen Anschein, als sollten die Dinge denselben Berlauf nehmen, wie sie ihn bereits einmal, im Anfang der flebziger Jahre genommen. Damals herrschte dieselbe Hoffnungsfreudigkeit unter ben Massen, auch damals glaubte man, die Sozialdemokratie Defter= reichs werbe den Bruberparteien die Fahne der Revolution voraustragen: aber ber Kampf und ber Sieg ließen auf sich warten, bas Strobfeuer erlosch, da die hochgesteigerten Erwartungen fich nicht erfüllten und eine allgemeine Apathie der Massen folgte. So fürchten wir, daß auch diesmal für die österreichische Arbeiterbewegung eine Periode des Stillstandes, des Begetirens naht, Dant ber anarchistischen Taktik, welche überall bies Resultat zur Folge haben muß, da sie schließlich in nichts Anderem besteht, als in ber fyftematischen Korruption der Einzelnen und ber systematischen Anftachlung der Selbstüberschäßung der Maffen. Der Anarchismus ist ein Rausch, der für den Moment den Ers griffenen das Gefühl kolossaler Stärke gibt, um sich in Kahens jammer aufzulösen. Dieser politische Kazenjammer herrscht jest in Desterreich. Nur eines könnte unferes Erachtens die Massen in Desterreich wieber aufrütteln und ihnen wieder Selbstvertrauen und Aus bauer verleihen: bauer verleihen: ein glänzender Ausfall Reichstagswahlen in Deutschland. der Wir haben uns stets nur als einen Theil der deutschen ber wir auch naturgemäß Sozialdemokratie betrachtet, angehören; ihre Erfolge haben stets auf uns zurüdgewirkt. Ich habe oben erwähnt, baß nur bas allgemeine Wahlrecht ber Hinneigung des öfterreichischen Arbeiters zum Terrorismus und Anarchismus ein Ende machen könnte. Diese Hinneigung bleibt fortbestehen, wenn auch das Zutrauen zu ben bisherigen anarTheilnahmslosigkeit einzureißen beginnt. Diese Hinneigung hat auch früher bei uns bestanden, site ist jedoch stets unterbrückt worden burch den Einfluß bes allgemeinen Wahlrechts in Deutschland. Die Siege unferer Genossen in Deutschland betrachten wir auch als unsere Siege; aus ihren Erfolgen schöpfen auch wir Muth und Zuversicht zu weiterem Kampfe. Und so dürften bie kommenden Reichstagswahlen für Defterreich von ebenso hoher Bedeutung sein, wie für Deutschland selbst. Wir hoffen von ihnen, daß fie ber sozialdemokratischen Bewegung auch in unserem Lande neue Kraft und neues Leben verleihen, daß fie den Kazenjammer des Anarchismus überwinden werden, daß diese wahrhafte Propaganda ber That" ben Proletarier Desterreichs wieder zurückführen wird in die " Bahnen bes zielbewußten Klaffenkampfes ohne Jllufionen und ohne Schwäche, des Kampfes um politische Rechte, und um die soziale Stärkung der Arbeiterklasse als Vorbedingungen bes Sieges ber Revolution! " Briefe über Logik. II. Serie. 3. Brief. Lieber Eugen! Wenn ich die Werke der Natur, Wiese, Wald, Berg und Thal, Erde und Waffer als Naturarbeit darstellte, also unter dem Begriff Arbeit" zusammenfaßte, mag Dir das auf den ersten Blick als übertriebene und extravagante Begriffsoperation erschienen sein. Doch ift diese scheinbare Extravaganz erfordert, nicht nur um überhaupt bas Dehnungsvermögen unseres Begriffsorgans zu erläutern, sondern auch zu nationalökonomischer Erhellung. Die spezifisch menschliche Arbeit, wovon die Dekonomie einzig handelt, sollst Du als Theil, d. h. als Eintheilung des gesammten Weltzusammenhangs erkennen, weil das erfordert ist, um die differenten Formen oder Arten der Arbeit in ihrem gattungsmäßigen Zusammenhange und zugleich in ihrer Trennung oder Unterscheidung zu erfaffen. Bekanntlich wird von der Naturwissenschaft Alles auf Bewegung rebusirt. Licht, Töne, Wärme, Stoff und Kraft, alles ist Bewegung. So berechtigt sie dazu ist, so berechtigt ist die Dekonomie, Alles als Arbeit zu faffen. Alles ist Bewegung, alles ist Arbeit. Auch ist alles Natur. Alles ist groß, alles klein, alles warm und alles kalt, vergänglich und ewig zugleich. Alles ist eben Alles; es ist das All oder Universum, wovon jeder Theil universal ist, jeder Theil die General Natur des Ganzen und das Ganze die General- Natur eines jeden Theiles hat. Wir haben es in dem ersten Theile dieser Briefe öfter abgehandelt: Der Be= griff des Universums ist der Kardinalbegriff der Logit. Es, das Universum, ist der Inbegriff aller Dinge. Wir haben es öfter abgehandelt, das Unterabtheilen oder Unterscheiden der universalen Einheit ist der logische Springpunkt. Es lehrt: du sollst keinen Unterschied übergroß machen, du sollst keinen überschwänglichen, keinen metaphysischen Unters schied glauben. Alles ist unterschieden, aber nur so mäßig, daß die Natur von allem in allem enthalten, daß, burschikos ausgebrückt, alles ein einziger Schwamm ist, im Verstande auch Unverstand und im Unver ständigsten immer noch Verstand steckt. Also in solchem Sinne ist die ganze Welt eine Arbeit und die mensch liche nur ein spezieller Theil der univerfalen. Es wäre logische Bes schränktheit, das Objekt der Dekonomie nicht bis in die Puppen" gene ralisiren zu wollen; es wäre tonfus, bei solcher Generalisation es be wenden zu laffen und nicht zur Unterabtheilung, nicht zur Spezifikation fortzuschreiten. Die menschliche Arbeit ist eine Unterabtheilung, die wieder untergetheilt ist in Sklavenarbeit, Frohnarbeit und Lohnarbeit. Leştere ist derjenige partikuläre Theil, der uns speziell interessirt, den ich, der Logit wegen, Dir im Zusammenhang mit dem Univerfum zeige. Die Arbeit der Konkurrenzgesellschaft theilt sich in freie Arbeit, die fich selbst lohnt und meist von Nichtsthuern geleistet wird, und-in freie Arbeit"( mit Gänsefüßchen), die sich nicht lohnt, sondern gelohnt wird und Lohnarbeit heißt. Daß so von der Arbeit, die sich selbst lohnt, gesagt wird, sie sei vers richtet von Nichtsthuern, flingt paradox und ist doch verständlich, wenn Du aufmerkst, wie vom Ertrag der nationalen Arbeit die effektiven Arbeiter per Kopf einen erbärmlichen und die Industrieritter einen solch' riefigen Antheil davontragen. Bunächst jedoch laß uns absehen von den Unterabtheilungen der Kons Furrenz- Arbeiten und im Auge behalten, daß sie mit aller menschlichen Arbeit und mit der Natur zusammenhängt, davon Theil oder Ab theilung ist. Es ist das besonders um deswegen hervorzuheben, weil ökonomische Konfusionsräthe, wenn später vom Werthe die Nebe ist, diesen natürlichen Zusammenhang als Mittel gebrauchen, um unsere Werththeorie tonfus zu machen, welche namentlich von Marg in glänzender Weise largelegt wurde. Arbeit schafft Produkte. Naturarbeit schafft wildwachsende Bäume, Gräfer, Sonnenstrahlen und andere kostenlose Dinge, während Menschen arbeit( natürlich mit Hilfe der Natur) werthvolle Produkte schafft. So gibt es denn keine reinen menschlichen Arbeitsprodukte, sondern all' unsere Arbeit muß sich mit dem Naturmaterial gleichsam chemisch verbinden. Derart gewinnt die menschliche Arbeit materiale Form und läßt sich aufspeichern. Aufgespeicherte Arbeit nimmt in der Detonomie einen hohen Stang ein, besonders weil sie als Mittel dient, die lebendige Arbeit immer ergiebiger zu machen. Die Eintheilung der menschlichen Arbeit in gegenwärtige, lebendige und vergangene, todte, aufgespeicherte ist eine logische Operation, die jur ökonomischen Erhellung dient. Die todte Arbeit liegt nicht nur in materiellen Stücken umher, sondern hat auch geistige Formen. Die Ers rungenschaft an größerer Einsicht in den Naturprozeß, die verbesserten Arbeitsmethoden 2c. 2c. ist alles aufgespeicherte Arbeit. Du darfst nicht glauben, daß zwischen geistiger und förperlicher Arbeit kein Unterschied sei, aber auch nicht glauben, derselbe sei so exakt, daß man irgend ein materielles Stück Arbeit haben könne, das nicht mit dem Geiste verquickt, oder irgend eine intellektuelle Einsicht, die nicht stofflich geworden. Nicht nur Papier und Druckerschwärze, auch alle Instruktionen, welche der Meister dem Lehrling mündlich ertheilt, sind aufgespeicherte Arbeiten unserer Vorfahren. Meine Logit, lieber Sohn, die in der ersten Serie den Zusammenhang von Geist und Bein behandelte, handelt in diesem zweiten Theile vous geistigen und körperlichen und anderweitigen A r b e i t s- Zusammen- hange, den sie in Gattungen und Arten, in Abtheilungen und Unter- abtheilungen trennt und theilt, um das Ganze als ein Ungetheiltes dar- zustellen. Mit der Arbeit hängt auch der Reichthum zusammen. Die Natur ist weder reich noch arm. Wenn wir von Ländern sprechen, die von Natur reich seien, ist damit nur möglicher Reichthum gemeint. Länder wie Rußland und der Westen der Vereinigten Staaten besitzen viel Natur- Vermögen und wenig ökonomisches, sie besitzen wenig aufgespeicherte Arbeit. Wer Brombeeren pflückt, arbeitet, auch wenn er die Beeren un- mittelbar in den Mund steckt. Solche Arbeit ist eine unproduktive. Jndeß ist sie nicht so ganz unproduktiv, weil sie das leistet, was schließ- lich Zweck aller Arbeit ist, sie nährt, labt, ergötzt den Arbeiter, sie stillt sein Bedürfniß. Der Brombeerenpflücker wird produktiv, wenn er rascher oder mehr pflückt, als er konsumiren mag. So schafft er an einem Tage Nahrung für zwei, also Vorrath für den kommenden Tag, er speichert auf. Die Aufspeicherung, die Füllung seiner Tasche mit Beeren, die am nächstfolgenden Tage als Nahrung dienen, macht es ihm möglich, diesen folgenden Tag der Jagd eines Rehbockes zu widmen, der ihm Unterhalt für 8 Tage gewähren wird. Um einen Rehbock zu jager., muß man etwas in der Tasche haben. Vielleicht, ja! läßt sich der Bock schießen, bevor sich Hunger einstellt. Aber das wäre unberechen- bare Ausnahme. Die Regel fordert vorgethane, ausgespeicherte Arbeit im Sack. So also speichert sich mit Hilfe produktiver eintägiger Beeren- pflückerei ein Bock auf, der 8 Tage vorhält, der dann als Mittel dienen mag, weitere Vorräthe anzuhäufen, zu bauen, zu weben rc. ic. Du siehst, die ausgespeicherten Werthe enthalten aufgespeicherte Arbeit. �it» Ankmttstzmn nnn NeicktKuni oder Arbeitsvrodukten if Die Anhäufung von Reichthum oder Arbeitsprodukten ist ein ökono- misches Erfordedniß, um aus barbarischer Arbeit, die von der Hand in den Mund lebt, zivilisirte Arbeit zu machen, die ein„menschenwürdiges Dasein" verleiht oder wenigstens verleihe,» könnte. Alle Arbeit ist pro- dllltiv, jedoch ist die allerproduktivste die menschenwürdigste. Die höchste Produktivkraft unserer Arbeit ist wesentlich eine historische Errungenschaft. Wir sehen vom Anfang der Geschichte die produktive Kraft der Arbett beständig wachsen, so daß niemals die Welt eine solche Arbeitskraft, eine solche Ergiebigkeit gekannt hat, wie diese ist, welche uns heute in Erstaunen setzt. Diese wachsende Produktivkraft ist nur möglich durch riesig aufgespeicherte, vorgethane Arbett, durch modern« Arbeitsmittel. Lohnarbeit ist nur möglich, wo die Arbeit produktiv ist, wo sie mehr leistet als kostet, mehr produzirt als konsumirt, wo sie mehr hervorbringt, als zum Unterhalt des Arbeiters erfordert ist. Zur Lohnarbeit gehört die Produktion von W e h r w e r t h. Der Arbeiter, der nicht mehr Beeren pflücken kann, als er zu seiner Nahrung bedarf, kann nicht für Lohn arbeiten, kann seinem Käufer keinen Mehriverth schaffen. Lohnarbeit ist nur möglich zufolge historisch erworbener Produkttvität. Ich bitte Dich nun, Deinen H. George,„Fortschritt und Armuth", nochmals zur Hand zu nehmen und das erste Kapitel nochmals zu durch- lesen, wenn nöthig auch ein drittes Mal, weil hier schon die Mängel vorhanden sind, welche sich in den späteren Kapiteln beständig wiederholen. H. George vermag die Verhältnisse der freien Konkurrenz, die Verhält- niffe der heutigen Wirthschaft nicht hinreichend zu durchschauen, weil er sie nicht hinreichend zu trennen weiß, weder von dem Betrieb ä la Robinson noch von der Zunftwirthschaft und dem Kleinbettieb, aus dem sie sich geschichtlich entwickelt. Dem Amerikaner mangelt das Ergebniß der deutschen Philosophie, die Logik, welche die Phasen der Geschichte ttennt, ohne den Zusammenhang zu zerreißen. I. Dietzgen. Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 20. Februar 1884. — Die Armee. Je mehr die soziale Nothwendigkeit und die innere Kraft der Bourgeoisie schwindet, desto mehr sucht diese nach äußeren Stützen ihrer zusammensinkenden Herrschast. Daher die-rpachseude„Re- ligiösität" in den Kreisen der Besitzenden, daher die wachsende Ohnmacht des Liberalismus gegenüber der Kirche, daher auch seine wachsende Vor- liebe für die Armee. Die Kirche und die Armee sind ebenso unent- behrliche Rüstzeuge der modernen Gesellschaft geworden. wie sie die des anoien regime, des verfloffenen sozialen und politischen Systems, gewesen sind. Für unser„herrliches Kriegsheer" schwärmen heute nicht nur Konservative und Nationalliberale, sondern auch Fortschrittler und„Demokraten": keinem von ihnen fällt es ein, für das Milizsystem einzutreten oder es auch nur zu erwähnen,»vas sie wollen, ist blos eine etwas geänderte Organisation des stehenden Heeres, die es billiger macht. Die ganze Ärmeesrage ist für sie aus einer eminent p o l i- tischen zu einer reinen G e I d s r a g e herabgesunken, zu einer Geld- frage in doppelter Beziehung. Einestheils sinden die bürgerlichenDemokraten, daß man denselben Effekt billiger erzielen kann als bisher, anderseits aber finden sie es entsetzlich, daß dem Adel allein das Recht zustehen soll, seine Feuilleton. Pas Kaus Witteksbach. Ein Beitrag zur Naturgeschichte der Könige. l. Ludwig ll. Motto: stine ira et studio. (Tacitus.) Solange byzantinische Zustände bestehen, solange wird es auch Geheim- geschichten geben. Derjenige Historiker, der seine Pflicht, ein treu abge- spiegeltes Bild der Thatsachen zu liefern, erfüllen will, ist heute, unter dem Drucke der rohen Gewalt, gezwungen, sein Wissen im Auslände zu publiziren. Was der großen Masse des Volkes noch fehlt, ist die Kennt- niß der Dinge, wie sie sind. Haben sie einmal die monarchische Komödie erkannt, wissen sie, daß dieser König da nur ein Dlrosch ist, fällt die andächtige Scheu, dann beginnt unsere Saat zu reisen. Das Haus Wittelsbach, vor Allem sein Chef, König Lud- wig II., ist es, dem wir heute»msere Ausmerksamkett zuwenden wollen. Ludwig II., den die feile Preffe, den das ganze Ordnungsgesindel als Helden, als Kunstfreund, als Staatslenker preist, ist in Wirklichkeit ein Wahnsinniger. Er ist, um den Kunstausdruck der Irrenärzte zu gebrauchen,„erblich belastet", das heißt, in seinem Geschlecht sind beretts Geisteekranke gewesen, und diese furchtbare Erbschaft lastet auf ihm und dem Volke. „Und wär' er nicht ein solch' hoher Patton, Säß' längst er im Jrrenhause!" wie es im„Neuen Wintermärchen" heißt. Ludwig I., ein boshafter Ty- rann, dem zum Nero nur die Macht fehlte, war bereits nahe an der Grenze des Wahnwitzes. Der Bruder des jetzigen Bayernkönigs, Prinz Otto, sitzt in seinem Schlosse zn S ch l e i h h e i m, ein gefährlicher, tobsüchtiger Irre, der seine Wärter mißhandelt und seinen prinzlichen Schädel an den gepolsterten Wänden seiner Zimmer vergeblich einzuren- nen versucht: Fürstensöhne haben den Vorzug, als Wahnsinnige eigene Narrenhäuser zu besitzen und ihren aus dem Schweiß des arbeitenden Volkes destillirten Gehalt weiterzubeziehen. „Unser" Ludwig nun, nach seinem ganzen Thun und Treiben beurtheilt, ist so toll wie sein Bruder, aber aus Gründen der„Staatsraison" darf er eS nicht fein. Denn mit ihm fiel« eine ganze Armee von Schmarotzern, mit seiner Entmündigung würde die augenblicklich herrschende Hof- und Regierungsklique verschwinden, un» einer anderen Platz zu machen denn die Opposition am bayerischen Königshofe ist nicht besser. An ihrer Spitze steht Prinz Luitpold, der sehnsuchtsvoll auf das Thrönlein lauert uud mit allen Mitteln gegen seinen„gesalbten" Venvandten kämpft. Wenn zwei Spitzbuben sich in den Haaren liegen, so plaudern sie ihre Geheimnisse leichter aus. Und so ist, durch verschlungene Kanäle, allmälig eine solche Fülle von Thatsachen über den„jungfräulichen König" uns bekannt geworden, daß wir nur einige, gutverbürgte, recht prägnante Fälle anführen wollen. Professoren und Huren sind stets für Geld zu haben, hat ein gekrönter Söhne aus Kosten des Volkes als Offiziere zu versorgen: wenn das Volk schon so viel zahlt, wollen wir doch auch unseren Antheil mit an deffen Ausbeutung haben; die B e v o r z u g u n g der Adeligen muß aufhören! So rufen Richter und Genossen, und sie rufen es um so lauter, je mehr die Ueberproduktton an Intelligenz steigt, je schwerer es der Bourgeoisie wird, ihre Söhne zu versorgen. Die bürgerliche Demokratie känipft heute nicht mehr gegen das stehendeHeer, sondern nur um ihren Antheil an demselben. Die„Frankfurter Zeitung" kämpft diesen Kampf natürlich mit, und als gefundenes Freffen schlachtet sie in einer ihrer neuesten Nummern einen Artikel der Münchener„Allgemeinen Zeitung" aus, in welchem der Militärschriststeller v. Wickede gegen das Mißverhälwiß zwischen der Zahl der adeligen und der bürgerlichen Offiziere in der Armee zu Felde zieht. Eine Stelle in diesem Artikel interessirt auch uns, sie handelt von dem wachsenden Einflüsse dei Streberthums in der Armee: „Diese Herren", sagt Wickede von den Sttebern,„die gewöhnlich aus den Kreisen des armen Hosadels nicht allein in Preußen, son- dern auch in vielen norddeutschen Kleinstaaten stammen, suchen ihre Erfolge möglichst auf den Parquets der Höfe und streben durch elegante Toiletten, theure Pferde und vornehm sein wollendes Benehmen zu exzelliren, wie fi« sich gewöhnlich auch mehr als Tänzer für Prinzessinen, Arrangeure von Festen, Veranstalter opulenter Diners oder Soupers, als durch irgendwie militärische Tüchtigkeit auszuzeichnen pflegen. Im Generalstab, wo wirkliche Kenntniffe und Verdienste verlangt werden, sind diese eleganten Streber nur äußerst selten zu finden, desto mehr trifft man sie als Adjutanten von Prinzen und anderen Fürstlichkeiten oder auch bei den Stäben der Divisionen und Brigaden, die theilweise im Frieden als Sinekuren zu betrachten sind. Da es derartigen Offizieren an einer gehörigen Portton Dreistigkeit selten zu mangeln pflegt, sie oft sehr intriguant und eifrig bemüht sind, ihre angeblichen Vorzüge möglichst glänzen zu lassen, so erreichen sie zum Nachtheil des Heeres leider nur zu häusig ihren Zweck, werden im Avancement durch verschiedene Versetzungen be- günstigt, auch mit dem sogenanten„Suppen-" oder„Hosorden" dekorirt und ihren ungleich tüchtigeren Kameraden von der Linie vorge- zogen. Gerade unter diesen äußerlich zwar oft glänzenden, innerlich aber hohlen und minder brauchbaren Offizieren trifft man die eifrigsten und thätigsten Gegner des Gintritts der Bürgerlichen in die Offizierskorps der Armee an. Durch den so unmäßig gesteigerten Luxus in Allem und Jedem und den immer zunehmenden Materia- lismus auch in den Reihen der Offiziere hat leider die Zahl dieser„Streber" und vornehmen„Salon-Osfi- ziere" sich im letzten Jahrzehnt ganz bedeutend vermehrt. Die eigentliche Kriegstüchtigkeit des HeereS wird zwar im Großen und Allgemeinen nicht wesentlich von ihnen ge- schädigt(?), denn dazu ist ihre Anzahl doch zu gering wie ihr Ein- fluß zu unbedeutend und die noch überwiegend befferen Elemente in den Offizierkorps halten ihnen das Gegengewicht, im Einzelnen stiften sie aber oft vielen Schaden an und versperren besonders Offizieren ohne Geburt, Vermögen und Familienprotektton ein schnelleres Avancement und eine Würdigung ihrer Fähigkeiten. Glücklicherweise ist, wie allgemein bekannt, der Kronprinz von Preußen ein entschiedener Gegner aller dieser süffisanten, äußerlich eleganten, amnahenden und aus ihre aristokratischen Namen oder einflußreichen Protektionen pochenden Offiziere, behandelt sie stets mit verdienter Nichtachtung, geißelt ihr Wesen mit scharfem Spott, und so darf man mit Recht hoffen, daß ihre Zahl in Zukunft wieder abnehmen und ihr böser Einfluß geschwächt wird." Dieses Klagelied läßt uns natürlich sehr gleichgilttg. Der Kampf um Offfziersstellen und„Suppenorden" geht das Proletariat nichts an, er ist«in häuslicher Zwist der Besitzenden. Ob derjenige, der den„gemei- nen Soldaten" anschnauzt und schuhriegelt, und derjenige, der das nach seinem Rechte ringende Proletariat mit blauen Bohnen regalirt,«in Adeliger oder ein Bürgerlicher, ein Leser der„Kreuzzeftung" oder der Fronkfurterin ist, das kann uns zieinlich glfichgiltig sein. Ein anderer Umstand ist es� der uns von Wichtigkeit erscheint, ein GestaNdniß, wie es dem mißvergnügten Herrn v. Wickede wider Willen entschlüpft ist: die e i n st so st r a in m e preußische Armee ist in der Zersetzung begriffen. Nicht die militärische Tüchtigkeit entscheidet über die Stellung in dem Offizierkorps, sondern das unwiffende anmaßllche Streberthum. Das ist eine Thatsache, und wenn Herr v. Wickede sich beeilt, aus„patriotischen" Gründen hinzuzufügen:„Die eigentliche(!) KriegStüchttgkeit des Heeres wird zwar im Großen und Allgemeinen(l) nicht wesentlich(!) von ihnen geschädigt", so deutet er durch niese lahme Verklausulirung nur die Verlegenheit an, in welcher er sich befindet. Die Größe der hohenzoller'schen Monarchie beruht aus zwei Stützen: einer tüchtigen Bureaukratie und einer tüchttgen Armee. Beide sind heute untergraben. Bismarck selbst hat nach Möglichkeit gearbeitet, jeden tüchtigen Chä- rakter von den höheren Posten zu beseitigen und seine Kreaturen haben Kollege des Wittelsbachers einmal gesagt. Es ist richttg. Denn in alten Tonarten wird der gläubigen Welt von bezahlten Knechten durch Wort und Schrift verksipdet, daß„Seine Majestät ein gewaltiger, originaler Geist", daß er„ganz sicher ein Genie" sei. Alfl solches suche er die tiesfie Einsamkeit auf; nur um in der großarttgen Ruhe der Gebirgs- natur tiefsinnige Betrachtungen über des Volkes Wohl anzustellen, ver- grade er sich in seine Schlösser. DaS ist. eine Lüge, eine der Millionen von Lügen, welche dem be- thörten Volke von den schlauen Herrschenden erzählt werden. Ludwig rfl leidet an hochgradigem Verfolgungswahn- sinn, dessen Hauptsymptom eben diese Scheu vor den Menschen, die drückende Angst vor eingebildeten Gefahren ist. Auf dieser Thatsache ruht die ganze Macht der geriebenen Oberparasiten, die in den Minister- sefseln sich breit machen. Die in wunderbarer Reinheit ausgebildete Mqnje(Wahnsinn) des Königs wird dazu ausgebeutet, ihn von jeder Berührung mtt Anderen als seinen Günstlingen und deren Lakaien, vom Rath bis zum Bedienten herunter, fernzuhalten. Die verbrecherische Thätigkeit dieser„Stützen der Ordnung und Sittlichkeit" nährt geradezu den schon hoch genug emporlohenden Wahnwitz des Königs. .Er lebt den größten Theil des Jahres fern von München, auf ein- samen, sorgsam geschützten Schlössern er verkriecht sich in die abgelegensten Zimmer; von seinen Zwangsvorstellungen gepeinigt, die ihn überall Feinde sehen lassen, hastet er Nachts ruhelos umher. Ist er in München, so haust er abgesperrt in der Residenz, nur in geschloffenem Wagen und in rasendem Galopp durchsaust er den Hofgarten, in dem während der Anwesenheit des Königs überall die Pickelhauben der Gensdarmen zu sehen find. Denn seine Mnister haben ihm„zum Schutze gegen die Sozialdemokraten", man höre und staun«, diese Bewach- ung alfl nothwendig nachgewiesen. Nicht zufällig ist es, daß seine ver- trautesten Räthe stets höhere Polizeibeamte und Staatsanwälte gewesen sind.•:. P e ch m a n n, der frühere Minister des Innern, ist heute Chef der Polizei. F e i l i tz s ch, der jetzige Minister, ein tückischer Lump, der allem Anschein nach ebenso im Solde Preußens steht, wie fern würdiger Genosse N o st i z- W a I l w i tz in Sachsen, war Polizeidirektor. Sein Kabinets- fikretär(ein Vertrauensposten comme il faul) wird der Polizeirath Pff i st e r, Dirigent der politischen Polizei, ein rücksichtsloser, kein Mittel scheuender Streber. Pfister, der Sohn eines armen Lehrers, heute durch eine Geldheirath mehrfacher Millionär, Besitzer des Börsenbazars, zeichnet sich durch Bruralttät und Grausamkeit bei der Sozialistenhatz aus; aber er hat noch andere liebenswürdige Eigenschaften aufzuweisen. Sein eigener Schwager S ch m e d e r e r, den er um sein Erbtheil ba stöhlen, kann ein Liedchen von seiner Verwandtenliebe singen. Die Psister'schen Millionen sind neben dem Polizeicharakter dieses Burschen das Hauptmotiv zu seiner Berufung gewesen. Denn der König leidet an einer tollen Verschwendungswut h. Er will Lud- wig XI V. nachäffen, hat Millionen vergeudet und steckt ttef in Schulden, so tief, daß er gar nicht mehr Besitzer seiner Schlösser, sondern nur noch der A s t e r m i e t h e r des Baron Hirsch ist, der allerorten seine Siegel hat anlegen lassen. Der Landeskönig der Schuldsklave des Geldkönigs— ein köstliches Bild! es ihm nach unten nachgemacht. Von der Bureaukratte wurde dai deutsi System auf die Armee überttagen. Die Offiziere, welche die große« Ü'cht Schlachten geschlagen haben, sind im Aussterben, und was nachkommt, öas< das ist ein Trupp von Komödianten, nicht von Soldaten. Armee und Hund Bureaukratie Preußens eilen mit Riesenschritten einem Zustande der Galgi Korruptton, der Zersetzung entgegen, wie er bereits einmal, am End« des vorigen und am Anfange dieses Jahrhunderts daselbst bestanden.— und wie er durch die Schlachten von Jena und Auerstädt und deren»ensn Folgen so grell beleuchtet worden. Die Hoffnung, der Kronprinz werde> a t( diesem Niedergange Einhalt gebieten, ist eine illusorische. Er wäre dazu der- nicht im Stande, selbst wenn er es wollte(bekanntlich ist von eine» wontl Willen bei ihm überhaupt nicht die Rede). Mag er die bürgerliche» den 5 Offiziere den aristokratischen gleichstellen, die einen verstehen das Streber- konsei thum ebenso gut, wie die anderen, und der Byzanttnismus ist zu tief der k eingewurzelt(wie auch die„demokratische" Presse beweist). Es ist die»Daß allgemeine Korruption der herrschenden Klassen, von der auch die währ! Armee ergriffen worden ist, und der sie sich nicht mehr entziehen kann. Dort, Ein zweites Jena naht, wenn der Bau, den die keiner Hohenzollern aufgerichtet, uicht schon früher zu- menti sammenbricht. inRl huldi, — Der Krieg mit Amerika. Der„große" Landwirth vo« ks sei Varzin ist schon seit Langem nicht gut auf die amerikanische Republik zu Die! sprechen, deren landwirthschaftliche Konkurrenz den Ertrag seines zusam- flellui menge— sparten Vermögens zu schmälern droht. Der Reichstag hat ihm"ach< freUich landwirthschaftliche Zölle aller Art bewilligt und die Praxis der und Zollbehörden hat ein Weiteres gethan: aber die amerikanische Konkur- F o l renz ist zu mächtig, um nicht alle diese Hindernisse zu beseitigen. Daher schuni die Wuth des Reichskanzlers, die sich, da er den Vereinigten Staate« demo! nicht so wie dem„Erbfeind" jenseits des Rheins nach Laune den Krieg aollko erklären kann, in Flegeleien und Beleidigungen der ver- demo! schiedensten Art äußert.- ö e m Die letzten Tage haben uns nicht weniger«ls drei Proben dieser? o s i „genialen Diplomatie" gebracht. Am 14. Februar brachte die„Nord- fition deutsche Allgemeine" einen Artikel gegen die Vereinigten Staaten, der sind> an Unverschämtheit nichts zu wünschen übrig ließ; dann erschien im Elemi Berliner„Fremdenblatt" ein Artikel gegen den amerikanischen Gesandte« i" lei in Berlin, in welchem diesem ganz unverblümt Mangel an Ehrlichkeit Di« vorgeworfen wurde; und endlich beleidigte der„eiserne" Kanzler direkt rine; das Repräsentantenhaus ver Union, indem er eine Kundgebung desselben'st eir zu Ehren L a s k e r' s, welche dem Reichskanzler zur Uebermittlung an"»ch den Reichstag zugegangen war, einfach zurücksandte. gsschl« Wir schwärmen bekanntlich nicht für Laster, wir sind auch der Ansicht, daß der gesetzgebende Körper der Vereinigten Staaten etwas Vernünstigerei 3 hätte thun können, als anläßlich des Todes eines bereits politisch Tobten an J'*1® den deutschen Reichstag eine Adresse zu senden; aber darum handelt es sich 1 ff nicht, sondern um die Beleidigung, welche Bismarck durch die brüske Zurückweisung der Adresse einer befreundeten Nation ganz grundlos™enb angethan, um den Mangel auch nur äußerlichen Anstandes, den er da- iunge! durch an den Tag gelegt. Daß der Akt auch eine Demüthigung für den deutschen Reichstag ist, kommt nur so nebenher in Betracht; der ist an— Fußtritte schon gewöhnt, und er nimmt sie ruhiger hin wie der Reichs- I Hund, der doch mitunter knurrt. Darum klagt auch die liberal« Press« dys n nicht, aber die Lümmelei gegen eine befreundete Nation, die erscheint ihr Ziemli denn doch zu stark, und es überläuft sie ein Gefühl der Scham, dem sie denn auch in verschiedenen Leitartikeln schüchtern Ausdruck gibt übrig« Aber, meine Herren Liberalen, habt Ihr diese Lümmelei nicht großge- Berge zogen? Habt Ihr nicht unzähligemale rühmend an Eurem großen Otto Die S hervorgehoben, daß er recht„urgermanisch" grob, ohne jede Spur von besseri „wälscher" Sitte sei? Habt Ihr ihm nicht zugejauchzt, so oft er stch ein« Punkl Unanständigkeit gegen das französische Volk erlaubte! Ihr habt jede Berat seiner Flegeleien gegen die Sozialdemokratie in den Himmel erhoben, Tager Ihr habt es bewundernd erzählt, wie er als Student Leuten, die ihi« welche nicht gefielen, mit Biergläsern den Schädel zerschlug? Er lhut jetzt nichts Vorth Schlimmeres, als er damals gethan. Bismarck'« Gemeinheit ist stets bis erkenr an die äußersten Grenzen gegangen, und Ihr habt dafür gesorgt, das Wo diese Grenzen recht wette sind, daß er Alleinherrscher Deutschlands nach meiste Innen und nach Außen ifl und FußtrEte. uyo Wasserstrahlen austheile« soffall kann, wie' es ibm beliebt.- l iche kann, wie es ihm beliebt. liche Der Amerikaner brauchen wir uns natürlich nicht anzunehmen, di« trägst, deutschen Ardeiter. Bismarck hat den Bereinigten Staaten aus auch i Laune und Prositwuth den Krieg erklärt, zwar nur den Zollkrieg, Fußtr aber dieser wird, wie jeder andere, auf Kosten der Arbeitel daver geführt. Zuerst hat er die Preise der Lebensmittel in die Höhe geschraubt, Stim: jetzt macht er jede Verständigung mit der großen Republik unmöglich Volks und provozirt dieselbe'dazu, oer deutschen Industrie den amerikanischen schritt Markt zu verschließen, das heißt: Taufende von A r h e s t e r«"> S, brodlos zu machen!.' heftig Erhöhung der Lebensmittelpreise und gleichzeitig Einschränkung bei sächsis Arbeitsgelegenheit, also Hünger und Elend für unzählige Arbeiterfamilien, Schi das beschwört Bismarck, Dank seiner Allgewalt,' leichtsinnig herauf—(M Ü MW»" M ed(der aus Habsucht. Aus Habsucht verkausten im vorigen Jahrhundert Wenn Ludwig II. vernünftig wäre, würde er sicher ob dieser Mach! des Kapitalismus noch Sozialist! Die kostbaren Bauten, die er aufgeführt hat und deren Inneres märchenhaft schön ausgestattet ist, haben ungeheure Summen verschlungen. , Der König hat nicht iveiterbauen können, und es haben in Folge desse« zahlreiche A r b e i t e r e n t l a s s u n g e n stattgefunden. Nicht blos das Großkapital, auch das Ha'ndwerk wird vom König angepumpt. El hat für sein Bett sich einen goldenen Vorhang von einem München«« Meifler machen lassen, den er noch heute schuldig ist: ein Zentner Göll steckt in demselben. Die Bedienten erhatten ihren Lohn oft erst vierzehs Tage nach dem Ersten— es ist ffejn Geld in der Kasse! Ein gewöhnlicher Sterblicher wird bei solcher Verrücktheit unter Kurate gestellt, und der Fürst? Die Münchener„Patrioten" haben in ihres Klub darüber berathschlagt, aber sie wagen es natürlich nicht, gegen de» K ön ig vorzugehen! r Wie es, um unsere Diagnose zu beenden, mit dem Verstände Lud wig's II. aussieht, mag der eine Ainstand beweisen, daß erde» viehischsten aller Laster, der Päderastie, fröhnt Nur junge Diener Wörden angestellt und der gekrönte Lüstling.noth züchtigt seine Reitknechte. Die, welche ihm nicht zu Willen sind, werde« sofort entlassen; die anderen werden glänzend entschädigt. So hat ei« Jockey 30,000 Mark als Schweigegeld erhalten. So ivtrthschaftet mal mit deinen Steuern, bayrisches Volk! Die wilde Brunst des Königs is Nicht zu stillen! Wie sonst Maitreffen, so werden hier männliche Geliebt gehalten.-?! Ein anderer Beleg für den Cäsarenwahnsinn ist die Thatsache, dal ein Diener, der in Ungnade'siel, vor dem König nur in schw'a-rze! Maske erscheinen darf. Ganz Ludwig der Vierzehnte! Höchst wahrscheinlich, nach dem Krankheitsbild zu urtheilen, leidet de« König an allgemeiner sortschreitendey Lähmung. B« reits sind bei ihm Sprachstörungen eingetreten, ex kann nur noch lalle« Und— o wunderbare Ironie de« herrschenden Systems I— die U» gebüng des Königs darf auch nicht zu ihm sprechen. Der Verkehr wir schriftlich vermittett. Di« solchen Kranken eigenthümliche Freß- und Sau! lust ist auch Ludsvig eigen. Er pertilgt ungeheuerliche Quantitäten Fleisö und ist. ein Gewohnhettstrinker, der die seinen Liqueure flaschenweif trinkt. Seine riesige Gestalt gleicht einem Faß, so sehr hat er sich an gemästet! Eharatteristisch sind auch die Begnadigungen, die er ausspricht. Äcrad die gemeinsten, raffinittesten Verbrecher begnadigt er, in stiller Mitfreud- an Tücke und Gewaltthätigkeit; denn sein Charakter ist durchaus ve« darben. Ludwig II. ist bankerott an Körper, an Geist, a> Sittlichkeit! Wann wird das bayrische Volk über den König de« Konkurs verhängen!?! Bajuvarier. mt, das deutsche Fürsten ihre Unterthanen zur Bekämpfung Amerikas, aus HabBen fucht betriegt jetzt der Zäsar des neuen deutschen Reiches Amerika, um bas Elend des deutschen Volkes in Geld umzusehen: im vorigen Jahrund hundert nannte man das die Scheußlichkeiten eines Systems, das zum der Galgen reif ist, heute nennt man es: Sozialreform. Ende Den, eren Das Zentrum und die Demokratie. Eine der bemerlenswerthesten Erscheinungen der letzten Zeit ist das Hervortreten einer erbe katholisch demokratischen Opposition in den Kreisen der Zentrumswähler, wie dies u. A. die jüngst vom Dortmunder ultraDazu nem montanen Verein an das Zentrum gerichtete Mahnung, sich nicht mit den Konservativen einzulassen, bekundet hat. Darob arges Entsetzen in chen ber: konservativen Kreisen. Es ist ein wahres Vergnügen, zu lesen, wie z. B. tief ber konservative ,, Reichsbote" über diese ,, betrübende" Thatsache wimmert. bie ,, Daß das katholische Volk", schreibt er, je länger der Kulturkampf die währt, immer mehr demokratifirt wird, wie jest wieder gelegentlich der ann. Dortmunder Adresse an das Zentrum sich herausgestellt hat, unterliegt die keinem Zweifel. Das Zentrum hat seit Jahren große Noth, diese Elemente darniederzuhalten. Der Westphälische Merkur" schreibt, es herrsche in Rheinland- Westphalen eine politisch- raditale Unterströmung. Das Volk huldige im Allgemeinen schwerlich(?) politisch- radikalen Grundsägen aber von es sei erbittert über die firchenpolitischen Maßnahmen der Regierung." t 31 Die Heilung des freffenden Uebels sucht Bruder Stöder in der Herjam ftellung des firchlichen Friedens. Der neue Luther" verlangt den Gang ihm nach Canossa! Uns ist es natürlich sehr gleichgiltig, was die katholischen über die ber und protestantischen Pfaffen untereinander ausmachen ชิ น= fur Folgen des kirchlichen Friedens" dürften sie sich jedoch einer Täuaher schung hingeben. Die Anficht, daß Verhegungen einer Bevölkerung aten demokratische Gesinnungen einträufeln könnten, ist zwar eines Hegapostels rieg vollkommen würdig, sie ist jedoch ebensowenig originell als richtig. Der ver demokratische Zug in den katholischen Rheinlanden bestand schon vor dem Kulturkampf. Das Zentrum hat ihn nicht durch seine Dp= iefer position geschaffen, sondern es hat ihn vermöge seiner OppoFord fition für sich ausgenugt. Die demokratischen Elemente der sind das größtentheils Arbeiter, also im Grunde demokratische im Elemente hören mit dem Augenblicke auf, dem Zentrum Heeresfolge bten zu leisten, als dieses aufhört, oppositionell zu sein. hkeit und es Die jetzige demokratische Opposition in den katholischen Kreisen ist nur irett eine Folge des Liebäugelns des Zentrums mit der preußischen Regierung, elben ist eine Folge der Vorbereitungen des" Friedens". Sie würde gan noch eine ganz andere Stärke erlangen, wenn dieser Frieden wirklich geschlossen würde. ficht, geres n an Mögen also nur Staat und Kirche Frieden machen, wir haben dabei nur zu gewinnen, wie es überhaupt historische Nothwendigkeit ist, daß jede Veränderung des Bestehenden in letzter Linie uns, 3 sich der revolutionären Partei, zu Gute kommen muß. Jede Wendung Bisüste marc's, ob nach rechts oder nach links, agitirt für uns, und ebenso jede blos Wendung des Zentrums. Mögen also ihre diplomatischen" Verhandda lungen ihren Fortgang nehmen. den t an eichs ßge Otto Die reaktionäre Masse. Jm sächsischen Landtage wurde am 11. und 12. ds. Mts. das neue Knappschaftskaffengesetz berathen, Breffe das nach dem ursprünglichen Regierungsentwurf den Bergarbeitern so t ihr ziemlich alle die spärlichen Rechte vorenthielt, welche das die Knapp= dem schaftstassen bekanntlich ausschließende Reichskrankenkassengesetz den gibt. übrigen Arbeitern gewährt. Unsere Genossen stellten sich im Interesse der Bergarbeiter von vorneherein auf den Standpunkt des Reichsgesetzes. Die Kommission brachte auch nach dieser Richtung hin verschiedene Vervon befferungen an, blieb jedoch in vielen, zum Theil sehr wesentlichen eine Punkten hinter dem Reichskrankentassengesetz zurück. Bei der zweiten jebe Berathung des sächsischen Gesetzesentwurfs an den beiden genannten oben, Tagen stellten nun unsere Genossen im Landtag eine Reihe von Anträgen, ihm welche sämmtlich darauf hinausliefen, den Bergarbeitern solche Rechte und tichts Vortheile zu sichern, wie das Reichsgesetz sie den übrigen Arbeitern zubis erkennt. daf Wohlan: nicht ein einziger dieser Anträge fand die Majorität, die nach meisten wurden entweder gar nicht unterstützt oder erhielten außer den Seiler sozialdemokratischen keine einzige Stimme. Für den Antrag auf wöchentliche Lohnzahlung erhob sich sogar Niemand( außer den Andie tragstellern), so daß derselbe gar nicht zur Abstimmung kommen konnte. die Und dabei behauptet diese Sippe, wir erregten Hinzufriedenheit! Ser die Die sächsischen Kammerfortschrittler haben nun aus auch von ihrem Partei Oberpascha, Herrn Eugen Richter, einen frieg Fußtritt bekommen den Eselstritt kann man nicht sagen, da der Kaite daver nicht der eines Löwen en ist, sondern eines nur in puncto der caubt, Stimme ihm etwas ähnlichen Thieres. Herr Eugen hat in öffentlicher öglich Volksversammlung zu Plauen erklärt, außerhalb der iſchen ichrittspartei ſei ein solches Monstrum, wie der Schred ſche Ambas Antrag tern in Sachen der Steuerrestanten, einfach unmöglich. Einen noch heftigeren und empfindlicheren Fußtritt haben die Herren aber in der det sächsischen Kammer selbst erhalten. Als nämlich am 12. ds. der Antrag tilien Schreck zur Berathung fam, erklärte der fonservative Referent uf( Müller Coldi y) die einschneidendsten Bestimmungen des Antrages ndert( der ein förmlicher Gesetzesvorschlag ist) für zu reaktionär! Das fehlte noch! Selbst den Konservativen zu reaktionär! Grausamer konnten diese Fortschrittler nicht gezüchtigt werden. A Macht Bei Berathung des Etats des Innern im sächsischen Landtag kam auch die Affäre Schmidt vor. Der Regierung wurde meres nichts erspart; und es ging sehr stürmisch her. Herr v. Nostiz- Wallwit ingen war in argen Schwulitäten. Doch er war ja der Majorität sicher, und deffen da mochte die Moral" zum Teufel gehen! 5 δασ Wir berichten in nächster Nummer über die interessante Sigung, die Gauch sonst manches Bemerkenswerthe bot. chenetsispind Golt s lizal Genosse Mag Regel ist nach zehntägiger Haft wieder enterzehn lassen worden, weil sich die gegen ihn erhobene Anklage als durchaus haltlos erwiesen hat. Dieselbe war so hienloser Art, daß dies jedem nur urate einigermaßen vernünftigen Menschen von vorneherein klar sein ihren mußte. War da ein Plakat( ein Viertelbogen groß) am Dresdener Rathen de haus am hellen Mittag aufgeklebt worden, auf welchem eine tonfuſe Aufet mat " forderung an die Parteigenossen" geschrieben war, die Steuern zu Lud verweigern, Unterzeichnet war es:„ Das geheime Erefutiv- und Verbeschwörungs-(!) Komite." An demselben Tage waren in die Briefkästen hnt der Stadt Zettel geworfen worden mit der Aufschrift:„ Nur Blut kann noth unsere Rache fühnen. Das sozialistische Erekutiv- Romite. Dergleichen verder Unsinn fonnte nur von der Polizei ernst genommen werden. Sie ließ at eit die Handschrift des Plakats und der Bettel mit der Kegel's vergleichen wieso tam sie auf den? und der schwachverständige amtliche igs if Schriftenvergleicher that ihr den Gefallen und erklärte mit Gewißheit", daß Kegel der Verfasser der geheimnißvollen Schriftstücke sei. Daraufhin wurde dieser verhaftet und, wie erwähnt, zehn Tage lang in aft δα gehalten, obgleich er ein Alibi nachweisen konnte und die Handrze schriften nur von einem amtlichen Schriftenvergleicher, nicht aber von einem normalen Menschen für gleich betrachtet werden Det de tonnten ba Beliebt ie Um 07.01 Bo Die Sache würde, wenn Alles ehrlich zugegangen wäre, auf eine lallen Dummheit schließen lassen, wie wir sie selbst der fächsischen Polizei nicht zumuthen können.„ Herr, einen Schurken könnt Ihr mich schimpfen, r wir den Dummtopf verbitt ich mir!" sagt der Mohr im Fiesto". DenSau selben Gaunerstolz trauen wir auch der sächsischen Polizei zu, und sie Fleiſ wird es sicher für schmeichelhafter halten, wenn wir die Verhaftung enweis Reger's nicht ihrer Dummheit, sondern ihrer Niedertracht zuich an schreiben. Diese Verhaftung ist unseres Erachtens ein gemeiner Racheatt, Gerab wie sie in Sachsen nichts Ungewöhnliches sind. Die Sozialdemokratie ist tfreud den Herren unangenehm geworden, sie hat sie wüthend gemacht, und da is ver sie nicht im Stande sind, ihr im offenen Geisteskampf die Stirne zu bieten, so greifen sie irgend einen Sozialdemokraten heraus, um an ihm t, a thr Müthchen zu fühlen. Die Verhaftung Kegel's ist eine Handlung ohnmächtiger Wuth, nichts weiter. g der ter. A Die bairische Kammer hat die Anträge der Herren Keßler und Genoffen auf Beschränkung der Verehelichungsfrei heit angenommen, und zwar haben Klerikale und Libe rale in bunter Reihe einmüthig für dieselben gestimmt. Ein schamloseres Stück von Klaffengesetzgebung ist kaum denkbar. Der Pfaffe Malthus würde darüber erröthen, denn er sähe sich übertrumpft. Der Proletarier wird dem Zuchthäusler gleichgestellt und für Beide das Menschenrecht schnurstracks hinwegdekretirt zum Schuße des Privat eigenthums! wie der Freiherr von Hafenbrädel fagte. Also eine so scheußliche Einrichtung ist Euer Privateigenthum, daß es zu seiner Erhaltung der vollständigen Selbstentäußerung des Proletariers bedarf? Wahrlich, der Uebermuth des Pfaffen- und Junkerthums und die Erbärmlichkeit des Liberalismus ist eine hochgradige, daß ein derartiges Gesetz zu Stande kommen konnte. Dasselbe gibt der Gemeinde das Recht des Einspruchs gegen die Verehelichung unter anderen Fällen auch: Biff. 3: wenn der Mann oder die Braut zu einer Zuchthausstrafe oder wegen Verbrechens oder Vergehens gegen die Sittlichkeit oder wegen Diebstahls, Unterschlagung, Betrugs, Hehlerei, Fälschung, Gau felei oder innerhalb der unmittelbar vorhergehenden drei Jahre wegen Arbeitsscheue, Landstreicherei oder Bettels verurtheilt worden ist und seit Abbüßung oder Nachlaß der Strafe drei Jahre noch nicht verfloffen sind." Biff. 5: ,, wenn der Mann oder die Braut innerhalb der unmittelbar vorhergehenden drei Jahre öffentliche Armenunterstüßung beansprucht oder erhalten hat. " Und so weiter. Ein reizendes Stück, Sozialreform". Nur auf eine Bestimmung haben die Herren Gesetzgeber vergessen: Wer Geldb hat, kann sich so viel Frauen halten, als er bezahlen kann." Doch nein, diese Bestimmung eigens zu erlassen, ist nicht nothwendig, sie hat bereits Gesetzeskraft erlangt als Gewohnheitsrecht. Daß zur Vertheidigung einer solchen Vorlage der haarsträubendste Blödsinn und die frasseste Unwissenheit aufmarschirten, ist selbstverständlich. Alles wurde jedoch überboten durch den Patrioten" Walter, der pathetisch ausrief: " " Wenn wir zugeben, daß die Menschen sich fort und fort vermehren, dann werden gewiß die Sozialdemokraten schließlich das Uebergewicht bekommen." Daß die Sozialdemokraten das Uebergewicht bekommen, wenn die Menschen sich vermehren, das glauben wir auch aber wir glauben faum, daß die Vermehrung der Menschheit von der Erlaubniß des Herrn ,, Volksvertreters" Walter abhängt. So wie die Sozialdemokraten ver mehren sich auch die Menschen im Allgemeinen, wenn's nicht auf gesetz lichem Wege geht, auf ungefeßlichem; um also der Vermehrung der Menschheit und der Sozialdemokratie Einhalt zu thun, bleibt für Herrn Walter nichts anderes übrig, als sämmtliche Proletarier kastriren zu lassen. Der Gedanke muß den bajuvarischen Patrioten um so sympa thischer sein, als sie von ihren großentheils landwirthschaftlichen Be schäftigungen her gewöhnt sind, auch ihre anderen Lastthiere kastriren zu lassen, damit sie nicht ungeberdig werden und ruhig ziehen. Also versucht es! Es ist das einzige Mittel, Euch der Sozialdemokratie zu erwehren. Juristische Seiltänzerei unserem Genossen Frohme ist von der Kasseler Regierung im Jahre 1879 die Befugniß zur Verbreitung von Druckschriften genommen worden. Jm verflossenen Jahre nun ließ er im Selbstverlage sein Buch über die Entwickelung der Eigenthumsverhältnisse" erscheinen, jedoch durch andere Personen vertreiben; vorher hatte er bereits Subskriptionslisten versandt. Grund genug, um wegen Uebertretung des Verbots der Kasseler Regierung angeflagt zu werden! Das Frankfurter Landgericht hat denn auch in der Verhandlung am 15. Februar entschieden, daß der Verlag einer Verbreitung des Buches gleichkomme; fernerhin, daß je de Ver breitung einer Druckschrift dem Angeftagten verboten sei, auch die von Subskriptionslisten oder Quittungsformularen! Da ist es ihm sicher auch verboten, irgend Jemandem seine Visitenzu überreichen. D weiser Daniel! tarte in Hasid. hön zu bid the sid Polizeiweisheit. Die Polizeiverwaltung von Ragnit hat das fernere Erscheinen eines daselbst herausgegebenen, in lithauischer Sprache geschriebenen Blattes mit der Motivirung verboten: sie verstehe es nicht und könne es daher nicht zensuriren. Nun, wenn in Deutschland einmal alle Publikationen verboten werden sollen, welche die Polizei nicht versteht, dann wird unsere Nationalliteratur ziemlich dürftig ausfallen. dsnappini mondjiciul day a 17 nistin 008 Desterreich. Die Grtreme berühren sich. In zwei sehr verschiedenen Gesellschaftsschichten grasstrt jetzt der moderne Aberglaube, der Spiritismus: unter den Arbeitern Nordböhmens und der hohen und höchsten Aristokratie und dem of in Wien. Die Arbeiter können zu ihrer Entschuldigung die Unbildung vorbringen, in der man sie aufwachsen ließ, sowie die entsetzliche Ueberarbeit, die, verbunden mit der mangelhaften Ernährung, das Gehirn blutarm macht, nervöse Zustände herbeiführt und Visionen und efstatische Erscheinungen begünstigt. Endlich den Umstand, daß die Gebildeten", nämlich die Fabrikanten es find, welche diese neue Heilslehre" bei ihnen eingebürgert haben.sid mdi mi od gorsjaid Ueberarbeit und mangelhafte Ernährung dürften jedoch an der Hof der Habsburger faum vorkommen. Wenn die höchsten Herrschaften trotzdem dem Unsinn huldigen, so kann man die Erklärung mur darin suchen, daß sie über gewöhnliche Menschen erhaben, also unmenschlich gescheidt sind und daher für vierdimensionale Geister ein Verständniß besitzen, welches uns ordinären" Menschen völlig abgeht.il siam dIn der That ist der österreichische Hof seit mehreren Jahren, namentlich in Folge der Bemühungen des Baron von Hellenbach, das Stelldichein von schlauen Betrügern, Medien genannt, welches die diversen Majestäten, Erzherzöge, Fürsten 2c. weidlich zu schröpfen verstehen am Geldbeutel nämlich. esce Es gleicht dies Treiben ganz dem, welches im vorigen Jahrhundert ,, unmittelbar vor der französischen Revolution, in Frankreich herrschte wir erinnern an Eagliostro, der noch 1785, vier Jahre vor Ausbruch der Revolution, am französischer Hofe vergöttert wurde. mad Nur von Zeit zu Zeit dringt über das finnlose Treiben der Beherrscher Desterreichs eine Kunde in weitere Kreise: nämlich stets dann, wenn irgend ein Gaukler sein Taschenspielerstückchen nicht ganz geschickt gemacht hat und als Betrüger entlarot worden gewöhnlich, nachdem er die hat, hochsten Herrschaften“ Jahre lang an der Raſe herumgeführt Eine solche Entlarvung" ist auch fürzlich wieder vorgekommen, wie die Blätter voll Bewunderung für den Habsburger melden. Das Beste bei der ganzen Geschichte ist der Umstand, daß das entlarvte Medium" polizeilich ausgewiesen wurde: Herr Graf Taffe glaubt doch nicht, daß auch Attentate auf den gefunden Menschenverstand unter das Ausnahmegesetz fallen? Da könnte es in den höchsten Regionen recht stille werden. uitos d bur sd, astit mi slisdr Unser wackeres österreichisches Bruderorgan, der Brünner, Volksfreund" bringt an der Spize seiner neuesten Nummer folgende Erklä rung", die wir angesichts der Wichtigkeit der Vorkommnisse in Defterreich vollinhaltlich bringen: stdo idhin nizo Die sozialdemokratische Arbeiterpartei Defterreichs, die sich im Oktober 1882 auf dem in Brünn abgehaltenen österreichischen Arbeitertage auf Grund des auf demselben angenommenen Programmes konstituirt hat, sieht sich in Anbetracht der in Wien sich mehrenden, von gewiffenlosen und wahnwißigen, im Solde der Reaktion stehenden Fanatikern lausgeführten anarchistischen Attentate veranlaßt, feierlichst dagegen zu protestiren, als hätte dieselbe auch nur das Geringste mit denselben gemein. stima ,, Die sozialdemokratische Arbeiterpartei hat seit allem Anfang die anarchistischen Fanatiker bekämpft, weil ihre Kampfesweise jedes fittliche und moralische Moment entbehrt; weil sie in demselben nichts weiter erblickte, als nur eine verbesserte Form des Jahrtausende währenden Kampfes, den die Verbrecherwelt aller Schattirungen gegen die Gesellschaft führt und der auch, obwohl reich an persönlichen Siegen", bis heute die Gesellschaft nicht im Geringsten ökonomisch verändern konnte, und wodurch die Bestrebungen der ehrlichen Arbeiterschaft im großen Maße geschädigt werden, da durch das tolle Treiben der Anarchisten die Arbeiterschaft in den Augen der verschiedenen Gesellschaftsklassen als eine Räuberhorde erscheint. ,, Der anarchistischen Tattit, die in Desterreich von einer gewissen Seite gebätschelt und groß gezogen wurde die diesbezüglichen Enthüllungen bleiben der nahen Zukunft vorbehalten ist es zu danken, daß wir heute bereits vor der Frage des Seins und Nichtseins der öffentlichen Propaganda für sozialistische Jdeen stehen. gegen die Interessen des arbeitenden und nothleidenden Volkes handelten, steht über allen Zweifel erhaben, sowie auch, daß sie vorfäßlich zu Ausnahmsmaßregeln provozirten, um dadurch gegen die ehrliche Sozialdemokratie und die unter ihrer Fahne kämpfende Arbeiterschaft einen Vernichtungsschlag zu führen. Viele von jenen, die unter den gegenwärtig bestehenden Ausnahmezuständen zu leiden haben, find als Opfer anarchistischer Verführung zu betrachten und es treffe die Urheber, die im vollen Bewußtsein ihrer Handlungen stets zu ,, Thaten" aufforderten, die Verachtung aller denkenden und ehrlichen Arbeiter." Das ist eine entschiedene Stellungnahme, die unsere vollste Zustimmung findet. Frankreich. Die allgemeine Aufmerksamkeit wird im jetzigen Augenblick von den Enthüllungen Clemenceau's in Anspruch genommen. Angesichts der Unverschämtheit, mit der die Oppor tunisten den Radikalen vorwerfen, sie gefährdeten die Republik, erklärt und beweist jetzt der Führer der äußersten Linken in seinem Blatte, der „ Justice", daß, als man im Mai 1873 vor der Verschwörung der Monarchisten gegen die Republik stand und zu befürchten war, Mac Mahon werde einen Staatsstreich inszeniren, die radikalen Elemente in ber Kammer wie im Volke es waren, deren entschlossene Haltung die monarchistischen Verschwörer erschreckte und von ihrem Vorhaben abftehen ließ. bunda 29d Was sich 1873 vorbereitete, es war dasselbe, was sich 1871 abſpielte: ber bewaffnete Proteft der radikalen Republikaner gegen die monarchische Verschwörung. Und doch, wie verschieden das Urtheil über die beiden Proteste! Dieselben Politiker, welche nicht genug Worte des Abscheues gegen die Erhebung der Kommune finden können, ja, welche zum großen Theil möglichst dazu beigetragen haben, diese Erhebung niederzuwerfen, fie streiten sich jetzt um die Ehre, an der Vorbereitung der Erhebung theilgenommen zu haben, die Gambetta und Clemenceau 1873 im Schilde führten, und die, so wie die der Kommune, von Paris hätte ausgehen und so wie diese sich gegen den Versuch einer monarchischen Restauration hätte richten sollen! Aber freilich, der Aufstand der Kommune von Paris im Jahre 1871 führte zu der Herrschaft des sozialistischen Proletariats und das ist ihr Verbrechen" in den Augen der erwähnten ,, republikanischen" Politiker. Aber, wäre es 1873 zu einer monarchischen Schilderhebung und, als deren Folge, zu einem gegen sie gerichteten Aufstand in Paris gekommen, wäre das Resultat ein anderes gewesen, wie 1871? hätten auch anfangs die Herren Gambetta und Clemencau die Fäden in der Hand gehabt, sie wären ihnen entglitten, und es wäre die Leitung der Dinge so wie 1871 in dem Maße von den bürgerlichen auf die prole= tarischen Elemente übergegangen, als die Lage eine ernstere wurde. Es gibt heute nur eine Klasse, die bereit ist, mit ihrem Herzblute die demokratische Republik zu vertheidigen; das ist das arbeitende Proletariat. Dieses Proletariat ist aber heute überall ein sozia= listisches wenn auch noch nicht überall bewußt. Nur das Proletariat hat heute den Willen und die Macht, die demokratische Republik, wo es gilt, zu vertheidigen oder zu erobern. ind Nur als sozialistische Republiken können also die bestehenden Republiken sich erhalten, nur der Sieg des Proletariats wird den Monarchien den Garaus machen. Jede wirklich republikanische Bewegung muß heute ebenso naturnothwendig zu einer proletarisch- sozias listischen werden, wie jede proletarische naturnothwendig eine republitanische ist. ochilg d Der siebente französische Nationaltongreß wird zu Rou baig vom 29. März bis 7. April d. J. stattfinden. Die Tagesordnung ist folgendermaßen festgestellt: 1. Soziale Statistik( 3ahl der Produktivkräfte, Stand der Industrie, Bahl der Unternehmungen und der Arbeiter, Höhe der Löhne Fabrikordmungen, Preise der Lebensmittel und Wohnungen 2c.). 12. Die politische Lage. 3. Die Veränderungen, die in der Organisation der Partei vorge nommen werden müssen, um sie wirksamer zu gestalten. 4. Die Entwicklung der Parteipresse und der anderen Agitationsmittel. 927909il 09 35. Die Arbeiterpartei vor, während und nach(?) der Revolution. 6. Die internationale Arbeitsgesetzgebung; die Länge des Arbeitstages; die Konkurrenz der auswärtigen Arbeiter; das Verbot der Nachtarbeit; der internationale Kongreß zur Behandlung dieser Fragen. Die Fragen sind alle bedeutungsvoll und bedeutungsvoll ist auch die gegenwärtige Lage Frankreichs. Das arbeitende Proletariat scheint berufen, daselbst bald eine entscheidende Rolle zu spielen, denn die ökonomische und politische Situation spißt sich immer mehr zu. Um so wichtiger werden die Beschlüsse von Roubaix sein und um so wichtiger die Aufnahme, die sie bei den Maffen finden. Möge es gelingen, einen Schritt weiter zu thun in der Organisirung einer Arbeiterpartei, die mit allen den kleinbürgerlichen Ueberbleibseln gebrochen hat, welche vermöge der revolutionären Tradition in Frankreich noch so stark sind. Unsere französischen Brüder fönnen unserer wärmsten Sympathien sicher sein. England. Herr Brad laugh, der gegenwärtig in einer Reihe von Vorlesungen den Sozialismus zu ,, vernichten" sucht, ist moralisch gezwungen worden, die Herausforderung mehrer unserer englischen Genoffen auf Veranstaltung einer öffentlichen Disputation über den SoziaJismus anzunehmen. Diese Diskussion wird jedenfalls ebensosehr für unsere deen Propaganda machen, als den bereits im Schwinden begriffemen revolutionären Nimbus des großen Atheisten" vollends vernichten. sds? Ein Glaubensbekenntniß. Wir finden in der Ar= beiterstimme" folgendes kurze und kernige Sprüchlein, das hiermit auch unseren Lesern mitgetheilt ſei: an Mein Glaubensbekenntniß. 1) Ich glaube an den Sozialismus oder a die Erlösung der Menschheit aus den Fesseln des Kapitals. 2) Ich glaube an das Aufhören der modernen Ausbeutung des Menschen durch den Menschen und an die Gemeinsamkeit aller Interessen des gesellschaftlichen Lebens. 3) Ich glaube auch an die Beseitigung der Militär- und Klassenherrschaft als Tyrannen des Lebens, denn was einen Anfang hat, muß auch G. F." ein Ende haben! Amen. did pidish Die jüngste Eigenthumsbestie. Wir lesen da in einem Blättchen einen Angriff auf den Kommunismus, der sehr ergöglich wirkt. Unter Anderem wird diesem vorgeworfen, daß er den Fortschritt unmöglich mache, da die Mehrheit des Volkes aus„ Kaffern" bestehe, die in einer sozialdemokratischen Gesellschaft keine Gelder(!) für neue Entdeckungen und Erfindungen bewilligen würden. " Als Columbus mit seinem Amerika- Projekt auftrat", heißt es da, ,, lachte ihn nicht blos die Mehrheit", sondern das ganze Volk aus. Glücklicherweise fand er wenigstens einen Menschen, der ein nicht gar so dickes Brett vor dem Hirn siten hatte, und dessen Privatmiftet es ihm gestatteten, dem fühnen Entdecker wenigstens drei elende Schiffe zur Verfügung zu stellen. Hätte Kolumbus in einer sozialdemokratischen Geſellſchaft geleßt, so wäre ſein Projekt durch Volksbeschluß" freilich begraben worden, Privat hilfe nicht möglich gewesen und Amerika wäre vielleicht noch auf Jahrhunderte hinaus unentdeckt geblieben! Profit Mahlzeit, Ihr Herren Sozialdemokraten"!" So der geistreiche Artikelschreiber. Wer ist nun dieser Eigenthumsfanatiker, ber für das Privatkapital so schwärmt, daß er sich nicht scheut, uralten und längst widerlegten oder vielmehr nie ernsthaft genommenen Kohl aufzuwärmen, nur um dem Kommunismus einen Hieb zu versehen? Ist es ein Schüler von Roscher oder Schulze- Delitzsch oder Bastiat? Ist es ein Bourgeoisblatt, welches diesen Unsinn schreibt? Nein, es ist die anarchistische Freiheit" des Herrn Most in ihrer Nummer vom 26. Januar d. J. Herr Most ist, um einen seiner eigenen so geschmackvollen Ausdrücke zu gebrauchen, die jüngste Eigenthumsbest i e". Das ist übrigens nur konse quent von ihm. Der Anarchismus, dieses Geistesprodukt unzufriedener und wild gewordener Kleinbürger, ist nur eine auf die Spike getriebene Idealisirung der modernen Gesellschaft, und der Kommunismus" der Anarchisten besteht blos in der Freiheit" der Geldfabrikation für Jedermann. " 1 ,, Daß die" Führer" der Anarchisten durch ihre Thaten bewußting, od tem bond his sisi(* zmin1 shaloms Korrespondenzen. — Glaucha«, 12. Februar. Wir gemiithlichen Glauchauer halten uns für verpflichtet, infolge der Landtagsrede, welche der Landtags- abgeordnete G« l b k- aus Jesau bei Glauchau in der zweiten sächsischen Kammer am N. Januar d. I. gehalten hat. eine Berichtigung zu bringen. Wir lassen zunächst die„geistreiche" Rede des Abgeordneten nach dem stenographischen Bericht hier folgen.*) Aber, lieber Leser, zuvörderst müssen wir noch bemerken, daß dieser Gelbke Großgrundbesitzer und Landwehroffizier der reitenden Kavallerie ist. sonst könntest Du glauben, dieser Gelbke wäre seiner Rede nach ein Jesauer ungebildeter Ochsenjunge. Wg. Gelbke: Meine Herren! Ich habe um das Wort gebeten, lediglich um auf«ine Aeußerung des Herrn Abg. Liebknecht zurück,»- kommen. Ich werde mich auch gegen den Herrn Vertreter der Sozial- demokratie von parlamentarischen Flegeleien') fern halten. (Lebhafter Widerspruch auf Seiten der Sozialdemokraten.) Der Herr Liebknecht sagt: Alle Arbeiter, insoweit st- denken können. sind Sozialdemokraten-- Präsident: Ich habe anzunehmen, daß der Ausdruck„Flegelei" keiner Person dieser Kammer galt. (Abg. Bebel: Ist aber eine solch«!) Abg. Gelbke: Also alle Arbeiter, soweit sie denken könnten, find Sozialdemokraten. Gegen eine derartige infame-- (Stuf Seiten der Sozialdemokraten: Infam! Infam!) Unterstellung muß ich zunächst meine Arbeiter in Schutz nehmen, ei sind keine Revolutionäre, meine speziell nicht(ach du allmächtiger Strohsack!) und gewiß die vieler Arbeitgeber hier in der Kammer eben- falls nicht.(, Ueberhaupt konstatire ich, daß jeder ehrliche Arbeiter in einer Viertelstunde mehr für die deutsche Bolkswirthschaft und die deutsche Votkswohlfahrt thut, als sämmtliche Sozialdemokratenführer in ihrem ganzen Leben durch alle ihre Tiraden gethan haben.') Was haben sie geschaffen? Unzufriedene Menschen'), weiter nichts-- (Abg. Bebel: Da« ist auch Etwas!) Was haben sie durchgesetzt? Ein einziges Gesetz, das Sozialistengesetz! Weiter nichts! Ich wiederhole und betone dies noch einmal, meine Arbeiter(Herr Gelbke, du meenst gewiß deine Kühe!) nehme ich gegen derartige Unterstellungen in Schutz. Ich leide keinen Revolution� bei mir, denn ich habe über Revolutionäre meine ganz speziellen Ansichten! (Abg. Bebel: Sie dulden also keine?) Sorgen Sie, daß nicht durch eine ausgedehnte Redefreiheit, die in Redefrechheit ausartet, Ihnen sammt Ihren absurden und unlauteren Zielen plötzlich der Boden unter den Füßen schwinde. (Abg. Liebknecht: Möge es krachen!') Präsident Dr. Haberkorn: Ich mißbillige den Ausdruck „Redefrechheit". Wenn solche vorkommt, werde ich da sein und mir sie nicht gefallen lassen. Abg. Gelbke: Ich habe das insofern gemeint, meine Herren: wenn wir hier fitzen, um die Geschäft« des Landes zu führen, und der Herr Abg. Bebel nimmt sich heraus, ein verbotenes, von ihm edirte« Buch Sier öffentlich zu empfehlen und einen billigeren Preis für dasselbe in lussicht zu stellen, daß das allerdings an den Ausdruck streift, den ich mir gestattete, zu gebrauchen. (Abg. Bebel bittet umS Wort zu einer persönlichen Bemerkung.) Abg. Bebel: Meine Herren! Der Abg. Gelbke hat in seiner ungefähr fünf') Minuten lang andauernden Rede drei stark beleidigende Ausdrücke gegen unS gebraucht. Er hat von„Flegeleien", von„in- famer Unterstellung" und von„Redefrechheit" gesprochen, und dabei hat er sich gleichzeitig als Anftandsapostel aufgespielt. Ich glaube, ich würde mir und meinen Parteigenossen Etwas v«rgeben, wenn ich hier weiter ein Wort gegen einen Mann sprechen wollt«, der allen ge- sellschaftlichen Anstandsgefühles bar') ist, wie er durch diese Wort« ge- zeigt hat. So lieber Leser, jetzt weißt Du, wer und was Gelbke ist. Das An- der« denke selbst. Uebrigens, ein jeder Glauchauer Schuljunge hätte eine anständigere Rede gehalten als dieser Flegel. dl. G. Anmerkungen. ') Wir haben die Ehre, diesen Gelbke fast tagtäglich entweder reiten oder fahren zu sehen, und es ist oft gesehen worden, daß er kraft seiner Flegelei über junge Kornfelder geritten ist. Also wer ist ein Flegel? (Gelbke ist ein großer Flegel.) ') Gelbke's Arbeiterpersonal, womit er so wichtig thut, möge hier in langer, langer Reihe folgen. Harr« aus, lieber Leser: S Ziegelstreicher, 1 Kutscher und— nun— und eine alte Frau zum Reinigen, und wer weiß, ob da nicht noch fünf und ein halber echte Revolutionäre sind? ') Aber, Herr Gelbke, das hättest Du unter neun Tagen nicht aus- reden sollen; die große Hälfte der Jesauer Bauern haben es oftmals öffentlich ausgeplaudert, daß Gelbke von der Oekonomie gar nichts ver- steht und auch jetzt in seinem ganzen Leben der Oekonomie noch nicht einmal so viel genützt hat, als ein ganz gewöhnlicher revolutionärer Ackersmann in 7'/, Minuten zu thun pflegt. Wie eS mit seiner Oeko- nomie steht, zeigt auch deutlich fein Viehbestand, da in Folge seiner Dummheit seine Kühe stets zeitig mit dem Tode abrücken muffen. ') Der Arbeiter Schmutzler, welcher bei Gelbke alt und gleichzeitig Krüppel geworden ist und dann auf's Pflaster geworfen wurde; wie steht eS da mit der Zufriedenheit? Und mit Deinen Ziegelstreichern werden wir auch noch zu sprechen kommen, und werden sehen, wie es bei diesen mit den zuftiedenen Löhnen steht.(Darüber ein an- dermal.) ') Auch wir sagen, möge es krachen, aber recht bald. ') Uns will es gar nicht in den Kopf, daß die Rede fünf Minuten gedauert haben soll, der Schrift angemessen höchsten« zwei Minuten. Es sei denn, er Hab« vor lauter revolutionärer Angst gestottert. ') Bravo! — Pößneck. Um die Mittel ihre Zwecke zu erreichen, ist bekanntlich die Klerisei niemals in Verlegenheit gewesen. Auch der hiesige Ober- pfarrer ist fleißig bemüht, stets neue Beweise für die Richtigkeit dieses SatzeS zu liefern. Mit Argusaugen überwacht er seine Heerde und sobald«in Schäfchen Gefahr läuft, sich zu„verirren", ist er sofort mit seinem Troß, in Form von Kirchendienern, Hebammen und dergleichen, auf dem Posten, um unter Anwendung jeglicher Mittel den„Verirrten" wieder auf den „rechten Weg" zu bringen. So hat dieser echte Seelenhirte einem hiesigen Arbeiter, welcher mehrere feiner Kinder nicht hatte taufen lassen, mit seinem Troß so lange zu- gesetzt, bis Letzterer, um nur Ruhe im Hause zu haben, drei seiner Kinder, wovon zwei schon«in saar Jahre all, zugleich in die Kirch« führen und taufen ließ. Für diese Komödie wurde dem Diakonus von höchster Stelle der Titel Superintendent verliehen. Am letzten Neujahrstag hielt ein hiesiger Genosse Hochzett, und da er kein Verlangen nach der Kirche und ihrem„Segen" verspürt«, so glaubte er, nachdem er dem Gesetz Genüge geleistet, auf dieselbe»er- zichten zu können. Hierin sollte er sich jedoch verrechnet haben. Andern Tag« schickte der erwähnte ZionSwächter sofort einen Troßknecht mit der nöthigen Weisung zu dem Arbeitgeber, bei welchem der betr. Genosse seit drei Wochen in Arbeit steht, und dieser, ein beschränkter Mensch, welcher deshalb in diesem Falle auch keine weiter« Beachtung verdient, wußte nicht« anderes zu thun, als den Arbeiter rufen zu lassen und ihm zu erklären, daß, falls er sich nicht auch in der Kirche trauen lasse, er enttaffen sei. Um nun jetzt hier in der schlechtesten GeschäftSperiode nicht sofort wieder arbeitslos zu werden, hat sich denn auch der Gemäß- regelte noch einmal in der Kirche trauen lassen und der Pfaffe hatte seinen Zweck erreicht. Keineswegs dürste jedoch diese Unverschämtheit dazu beigetragen haben, den Betreffenden in seinem Glauben an die Kirche und ihr Dogma zu stärken, da derselbe jetzt in Kürze nun auch noch in aller Form au« der Landeskirche ausscheiden wird. Für jenen sauberen Schwarzkittel, welcher seines behäbigen Bäuchlein« und seines ziemlich großen Magens wegen hier allgemein nur mit dem *) Dieser Bericht, der noch mehr de« Interessanten enthält, ist bei Dietz in Stuttgart in Separatausgabe erschienen. hübschen Beinamyr„der Freßhacksch" bezeichnet wird, würde eS jedoch sehr dienlich sein, wenn ihm einmal das Zivilehegesetz und Staatsbürger- recht mit„handgreiflichen" Lettern recht deutlich auf den Rücken ge- schrieben würden, wobei ja auch der fette Korpus mit einigen Aus- rufungszeichen und Gedankenstrichen bedacht werden könnte. — Mainz, Ende Januar.(Situationsbericht.) Seit unserem letzten Berichte haben hier viele Versammlungen stattgefunden; ebenso hat sich die Partei bei der am 24. November stattgefundenen Wahl be- theiligt und scheint es daher angezeigt, auch wieder einmal im„Sozial- demokrat" darüber zu berichten. Im Laufe des Sommers sprachen die Genossen Vollmar und Grillenberger in sehr zahlreich besuchten Versammlungen, ersterer über die Thättgkett des Reichstages in Bezug auf die Arbeitergesetzgebung und letzterer über das neue Krankenkassengesetz. Die mit vielem Beifall aufgenommenen Referate haben ihre Wirkung bei den Arbeitern und Kleinbürgern nicht verfehlt und macht die Sozialdemokratie in allen Kreisen der Bevölkerung wesentliche Fortschritte. Zahlreiche Versammlungen auf dem Lande haben zur Gründung vieler Filialen der freien HilfSkassen geführt und viele Arbeiter über die Ge- setzesmacherei der herrschenden Klassen aufgeklärt. Am 7. November sprach Liebknecht in einer sehr großen Versamm- lung über Luther unid seine Zeit. Der mit vielem Beifall auf- genommene Vortrag stellte den Lutherschwindel in's rechte Licht und be» faßte sich eingehend mit der deutschen Bauernbewegung und Luther's Stellung zu derselben. Der reaktionäre Charakter des vielgepriesenen Mannes wurde scharf beleuchtet und dargethan, daß«r eher Schlimmes als Gutes über das deutsche Volk gebrach: habe. Die hiesige Presse schwieg den Vortrag todt, wahrscheinlich um das damals noch nagelneue Bündniß der Ultramontanen mit den„Demo- kraten" und Rattonalliberalen durch keinen Mißton zu trüben. Di« Sozialdemokratte hat sich nämlich in Mainz eine solch' achtunggebietende Stellung errungen und den Gegnern, vom Sonnemännlichen Demokraten bis zum schwärzesten Ultramontanen oder verbissensten nationalliberalen Kulturkämpser, solche Angst eingejagt, daß sich diese ganze reakttonäre Maffe jetzt offiziell gegen uns vereinigt hat, trotzdem die Herren sich bei der letzten Reichstagswahl in der erbittertsten und schmutzigsten Weise bekämpften. Es ist ihnen dadurch für diesmal noch gelungen, ihre Sitze im Stadtverordnetenkollegium zu behalten, jedoch behauptete sich die Sozialdemokratte als die relattv stärkste Partei, trotz der Allianz aller Parteien gegen uns, und trotzdem daß infolge der reaktionären Bestimmungen des Wahlgesetzes der größere Theil der Arbeiter sich an der Wahl nicht betheiligen konnte. Die Sozialdemokratie kann mit dem Resultate sehr zufrieden sein. „Doch des Lebens ungemischte Freude Ward keinem Irdischen zu Theil!" Und so kam es auch hier. Ein sogenannter Achtundvierziger, der sich dann und wann in der Partei herumtreibt und auch mit einzelnen Ge- nossen auf sehr vertrautem Fuße steht, hat in Gestalt eines„Offenen Briefes"«ine Schmähschrift gemeinster Art gegen verschiedene an der Agitatton betheiligte Personen gerichtet. Diese Schmähschrift fand aller- dings bei Freund und Feind die gebührend« Würdigung und wurde so- fort von Jedermann als ein gemeiner Racheakt bezeichnet. Herr Reichel, so nennt sich der Verfasser derselben, ist ein Jndividuust, das heute mit den Sozialdemokraten liebäugelt, morgen mit den Stöcker'schen Juden- Hetzern, dann bei den nationalliberalen Bismarckanbetern des Mainzer Turnvereins sich einnistet, kurz in allen Farben schillert, ohne Charakter, ohne Prinzip, ein Jntriguant, vor dem ich alle Genossen warne. Zum Schluß will ich noch erwähnen, daß in fast allen Orten des Wahlkreises Mainz-Oppenheim gute Verbindungen bestehen und die Zeit bis zur nächsten Wahl noch fleißig benutzt werden wird, um Mainz-Oppenheim der Sozialdemokratte wieder zurückzuerobern. Mit sozialdemokratischem Gruß und Handschlag! Der Rothe. — Gießen, im Februar. Nachruf. Am 28. Dezember 1883 starb hier unser Genosse Schriftsetzer Franz Gottschaldt aus Gera nach fünf vierteljährigem Krankenlager an Kehlkopfleiden. Zirka 300 Parteigenossen folgten seinem Sarge. — London, im Februar, iöie Londoner Genoffen haben beschloffen, in diesem Jahre eine allgemeine März feier am Grabe unseres dahingeschiedenen Lehrers Karl Marx zu veranstalten; und folgenden Aufruf in englischer Sprache verfaßt, an sämmtliche Verein« resp. KlubS versandt: An die Arbeiter aller Nationalitäten Londons! Bürger! Der 18. März, der Jahrestag der Revolutton, rückt heran, jener Tag, bei dessen Nennung die Brust des Arbeiters sich höher hebt! Ruft dieser Tag doch in ihm die Erinnerung«ach an die Brüder, die ge- kämpft, gelitten, und geduldet haben, die ihr Herzblut hingegeben, um die Befreiung des Proletariats von Despotte und Kapitalherrschast zu erzwingen. Bisher vergeblich! Während eine feil« Söldnerschaar die Revolution im Blut« erstickte, und Tausende und Abertausende in den Kerkern ver- schmachten ließ, sah die leider noch indifferente große Maffe schweigend zu, wie ihre Brüder hingemordet wurden, durch Verrath, Meineid und Wortbruch besiegt. An uns liegt es nun, daß wir uns die Frag« vor- legen: Hat die Reaktion ihr Ziel erreicht? Wir sagen nein! Denn den besten Beweis dafür legt ab die heilige Allianz der Fürsten, die gemeinschaftlich die Verfolgung aller edel- denkenden Menschen betreibt und vor keinem Mittel zurückschreckt, welches ihren Zwecken dienlich ist. Und angesichts dieser Thatsachen sollten die Arbeiter die Hände in den Schooß legen? Mit Nichten! So weit die heutig« Zivilisatton reicht, sehen wir organisirte Arbeiter sich regen, mit dem ausgesprochenen Willen, das Joch»u zerbrechen, welches seit Jahrtausenden auf ihnen lastet. Wir sehen sie mit Begeisterung der Tage gedenken, an welchen ihre Väter, ihre Brüder den Kämpf wagten für ihre Rechte. So hat denn auch der unterzeichnet« Verein fem Komite beauftragt, Schritte einzuleiten, um auch dieses Jahr der Erinnerung der Märztage die Feier zu geben, welche ihr gebührt. Wir wollen an diesem Tage der Kämpf« gedenken, die unsere Väter, unsere Brüder durchgemacht. Wir wollen aber auch an diesem Tag« unserer Kämpfer gedenken, die vor und nach den Kämpfen der Revolutton auf den Schlachtfeldern der Organisation und Agitatton und unter dem Druck der Despotie zu Tode gehetzt und verfolgt, theils im Exil, theilS im Vaterlande zu Grund« gerichtet worden sind. Wir glauben daher, daß wir die Feier am Besten dadurch begehen, wenn wir am Sonntag den 18. März durch eine Demonstratton am Grab« unseres großen Denkers Karl Marx der Welt zeigen, daß das Prole- tariat nicht nur versteht, seine Todten zu ehren, sondern gewillt ist, ihrem Vorbilde zu folgen. Wir ersuchen daher alle gleichgefinnten Vereine und Gruppen Londons, sich an dieser Demonsttation in Masse zu betheiligen und daS unterzeichnete Komite zu benachrichtigen, ob und inwieweit sie sich zu be- theiligen gedenken. Sollte es wünschenswerth erscheinen, mit uns besonder« Rücksprach« über die betteffend« Feier zu nehmen, so ersuchen wir, sich an da« unterzeichnete Komite zu wenden. Mit sozialdemokrattschem Gruß und Handschlag! London, im Februar 1884. Der Kommunistisch« Arbeiterbildungsverein 43 Tottenham Street, Tottenham Court Road: Das Komite: H. Dröge. A. Hochheim. G. Lemke. H. Wilds ield.». Blum. Die neue Wacht am Rhein. Schlechte Verse eines jungen Zukunftsdichter i. Es braust ein Ruf wie Donnerhall, Wie Schwertgeklirr und Wogenprall, Er braust durch eine deutsche Stadt, Drin Einer Wurst gestohlen hat. Ein Bäcker war's, der sich zum Brod Mal wünschte eine Blutwurst roth, Mal wünschte«ine fette Blutwurst roth. Doch hat er leider wenig Geld. Da ging er denn, der edle Held, Zu einem Fleischer in das Haus Und mauste eine Wurst sich'raus. Doch ach das Unglück nochte bald, Es nahte in der Magd Gestall, Es nahte in der dicken Magd Gestalt. Sie kam daher von ungefähr Und sah die Blutwurst fett und schwer In unsres edlen Bäckers Hand, Der noch damit im Hausflur stand. Sie stürzt auf ihn, er wurde bleich, Sie faßte Wurst und Bäcker gleich. Sie faßt' die Wurst mttsammt dem Bäcker gleich. Man rief herbei die Polizei; Doch unser Bäcker kühn und frei Schwur bei sich, seiner selbst bewußt: „Die Wurscht ist rein wie meine Brust! „Ich Hab sie im Vorübergehn „Rur wollen'mal bei Licht beseh'n, „Rur wollen'mal bei Tageslicht beseh'n." Es stand der Bäcker vor Gericht. Da stand er fest und wankte nicht. Er blieb bei semer Rede stehn: Er Hab' die Wurst nur angeseh'n. Der Staatsanwalt rief endlich laut: „Ich hab'S mit meinem Geist durchschaut, „Ich Hab'S mit meinem scharfen Geist durchschaut. „Der Bäcker ist eine Ehrenmann, „Der keine Wurst nicht mausen kann. „Er stillt mit Bier den deutschen Durst, „Liebt Sauerkraut mit deutscher Wurst. „Alldeutschland blank und in Zivil, „Es wünscht sich solcher Söhne viel, Es wünscht sich solcher würd'gen Söhne viel!"" Des Fleischers Klage wies man ab, „Weil's nicht genug Beweise gab!" Doch den geprüften Ehrenmann, Den armen Bäcker, nahm man dann Sofort in Dienst beim hohen Staat; Da ist er thätig früh und spat, Da ist er thätig früh und Abends spat. Er ward seitdem und ist noch heut Der biedern Bürger Stolz und Freud', Er steht in Huld bei hohen Herr'n, Es hat ihn der Gerichtsrath gern, Doch jeder Wühler zittert bang Und bebt(!) bei seines Namens Klang, Und bebt bei seines bloßen Namens Klang. Solang ein Tropfen Blut noch glüht, Noch Kikelhayn den Degen zieht. Und dieses Ritters Namen klingt, Solang man auch im Städtchen singt: „Es leb' der Bäcker brav und rein, „Lieb Vaterland magst ruhig sein, „Solang noch solche wack're Männer dein! Au unsere Genossen in der Schweiz. Wir ersuchen die Vertranensmänner allerwärts, sofort an die Expe' dition der„Arbeiterstimme" zu berichten, wann und»< Versammlungen stattfinden, in denen P e u k e r t als Referent auftrit oder von denen, wie in Bern, dies zu vermuthen steht. Gegenüber de> systematischen Berläumdungen dieses Herrn und semer anarchistisches Gesellschaft ist die bloße Berichtigung in unserer Presse ungenügend. — In«opetthagen ist ein Weberstreik ausgebrochen. Zu zu! fernzuhalten. --- Brieffasten der Redaktion: G. F. Zürich: Sie machen uns auf eine« Arttkel im„Menschenthum" aufmerksam, in welchem die„Herren Sozi» listen pur excellence" angegriffen werden und behauptet wird, eif Revolution würde blos einen Wechsel in den Personen der AusbeutS und Ausgebeuteten zur Folge haben. Auf solchen Quark uns einzulassen wäre, namentlich angesichts de« beschräntten Raumes unsere« Blattes höchst überflüssig. Nicht überflüssig aber erscheint es uns, darauf Hinz« weisen, daß das Blatt, in welchem dieser Blödsinn steht, das O r g a> des„Deutschen Freidenkerbundes" ist und von Herr« Dr. Specht redigirt wird. Wir Sozialisten haben kaum Ursache, um für ein derartige«„freies Denken" in der Wesse zu begeistern, wie diel noch manchenorts geschieht. der Expedition: Ruprecht: Mk. 60,— ä Cto. Ab. u. Schst gutgebr., frühere Quttg. im Satz verstümmelt.— Rother Maulwurf Mk. 13,— Ab. 1. Qu. u. ä Cto. erh. Adr. zu 7 beigelegt.— Roland Mk. 2,— Ab. 2. Qu. für I. K.«rh. Alles fort.— Ein Rother Ghsn. Mk. S,10 Ab. 1. Qu. u. Schst. erh.— Rother Schwarzer: Mk. 4,� Ab. bis Ende April erh. Ihr Vorschlag ist unpraktisch, da weniger sicher Schneller geht's nicht.- W. H.«gr.: Fr. 1.30 Ab.-Rest 4. Qu. erh Schwab Heiland: Mk. 8,10 Ab, 4. Qu. Porto u. Gegenrchng. gutgebr Sonstiges wird besorgt. Adr. 4 am 14/2. gelöscht.— Roland Mk. 40.— u. S0,— ä Cto. Ab. ic. gutgebr. P. K. u. Bfe hier. Mehrbestllg. t( folgt. Adr. notirt.— Hansen: Mk.«,— Ab. 1. Qu. pr. Gzrchng. Rr.> gutgebr.— Johannes L.: Mk. 3,— Ab. 1. Qu. erh. Fehlendes folg» Weiteres pr. Red.— Rew-Haven: Fr. 60,85(Doll. 10,—) von mehrere» Zigarrenarbettern von Osterweis Shop pr. Agfd. dkd. erh.— Rothe» voigtländer: Mk. 37,20 Ab. 1. Qu. u. Rest«rh. Gewünschte« längs vergriffen. Adr. geordnet.— Felix: Mk. 70,— Ab. 4. Qu. 83«rh. Nr. 681: Mk. 4,40 Ab. 1. Qu. erh.— W. D. jr. D.: Mk. 2.—«b big Ende März erh.— Marat L».: ö. fl. 6,— f. Schft. tc.«rh. Sdg folgt.— Bruno: Mk. 110.— ä Et». 4. Qu. erh. Gegenrchng. gutgebr Dbrg. Rmyre: Mk. 10,20 pr. Ab.-Rest 83 u. Ab. 1. u. 2. Qu. Sä sowie Schst. erh., Mk. 6.30 pr. Ufd«. dkd. gutgebr. Anfrage briesi beantw.— Der»errückte Politzer aus München: Mk. S,— u. ö. fl. 1H pr.«gfdi. dkd.-rh.«fl. Weitere«.— L.«. I.: Mk. 3.- Ab. 1. Qu «rh.- Schwarzer Taugenichts: Mk. 38.3» Ab. u. Schft. erh., Mk. 1,1» pr. Ufd«. dkd. verwdt. Adr.»c. nottrt.— München: Mk. 3,—«b 1. Qu. v. Dr. Chronik u. Mk. 1,10 pr. UfM. vom Dicken dkd. erh. Kopenhagen: Fr. 10,70?. Beitrg. pr.«. Qu. u. Fr. 3,30 f. Schst «rh. Postt>orfchuß dorthin unthunlich. Sdg. folgt.— Schaufler: Fr. 4,50 f. Schft. erh.- L. Sch. E.:«k. 3,- Ab. 1. Qu. erb.- Kruzifix. Mk. 240,— ä Cto. Ab.«rh. Gegenrchng. gutgebr.— vbdf. Fr. 2,— Ab. 1. Qu. erh.— A H. New-Pork: Mehrbestllg.«. Schft folgen. Avisirte« erwart. Weiteres fort.— Di« gemüchlichen Piels thater: Mk. 1,50 dkd.«rh.— Georg: Mk. 330.— ä Cto. Ab. ,c. gutgebr Mk. 1,50 gehen davon ab für d. g. P.— Der Bekannte: Aber M. ha» hat doch den Ersatz erh.? Sendungen nun laufend an neueste Adr. � Sindbad d. Seefahrer: Wird besorgt, vezügl.„Erklärung" würde ver- wirrend wirken. Derarttgei ist in der That in unseren Reihen„noch nie dagewesen".— Aug. Heim« Palmyra: Senden für Fr. 8,-� P.-Mk. u. quittiren dkd. Fr. 5,10 p». Ufd«.«. ä Cto. Fr. 7.20.(Sa 3 Dll.— Fr. 15,30)._______- Sozialtstische ArSeiterpartei Amerika. Gektto« Rew-Pork. Sitzung de« Zentralkomites jeden Dienstag Abends« Ah« in Lincoln Hall, Eck« Allen und Houston Street. Jeden Samstag finden Versammlungen statt. Näheres steh» „Rew-Dorker Bolkszeitung". ««wei,ertl»,»n>»ffnilch»iw»»»»n>4erei