oh« od« 9 d« loß« Ha»! dei I UN! -gan» d d« hell« 'geht chlen c 9- i d« SN. Krscheiut WSch.ntlich tiuttttl w Zürich(Schweiz). Dertag d«r �»lttbuihhandlung Hottt»g«n> Zürich. KoSsendungen franko gegen franko EewihnNche Briese »ach der Schweiz kosten Doppelporto. Der ÄMldeiiiolimt Jentral-Krgan der deutschen Sozialdemokratie. Aöonnements werden bei allen schweizerische» Postbureanl, sowie beim Verlag und dessen bekannten Agenten intgegengmommen, und zwar zum voran» z ahlbaren vierteljahriprei» von! Fr»— siirdieSchwetzlttreuzband) Mi für Deutschland(Sondert) fi. l.70 fllr Oesterreich(Sondert) Fr. S so für all« übrigen Länder de» Weltpostvereins(«reu, band). ? ilserate die dreigespaltene Petitzeil« 2i St». ■ ü» Psg. N: 13. Donnerstag, 10. April. 1884. Avis an die Abonnenten«nd Korrespondenten des„Sozialdemokrat." _ Da der.Lozialdemokrat' sowohl m Deutschland al» auch in Oesterreich verboten ist. bezw. verfolgt wird und die dortigen «Horden fich alle Muhe gebe», unsere Verbindungen nach jenen Ländern möglichst zu erschweren, rejp Briefe von dort an un» »»o unsere Zeitung»- und sonstigen Speditionen nach dort abzufangen, so ist die äusterste Vorsicht Im Postverkehr nothwendig und »ors keine Vorficht»mastregel versäumt werden, die Briefmarder über den wahren Absender und Empfänger, sowie den Inhalt Sendungen zu täuschen, und letztere dadurch zu schützen Haupterfordernitz ist hiezu einerseits, datz unsere Freunde so selten al, möglich an den.Soztaldemolra,- resp besten Verlag selbst adrestiren, sondern sich möglichst an irgend eine unverdächtig« Adresse autzerhalb Deutschland» und Oesterreich» wenden, welche fich dann mit UN» in Verbindung setzt; anderseiti aber datz auch UN» möglichst unversangliche Znst-llungSadr-sten mitgetheilt werden. In zweiselhaften Fällen empflehli sich behlls, grötzere, Sicherheit R-lommandirung. Soviel an UN» liegt werden wir g-witz weder Müh- noch«osten scheuen um trotz aller entgegen. stehenden Schwierigkeiten den.Sozialdemokrat' unseren Abonnenten möglichst regelmätzig zu liefern t f.! r nf f du n h« :n. » du Haber t nul aillir de t". Parteigenossen! Vergeht der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Uuseru Abonnenten in der Schweiz zur gef. Kenntniß, daß wir diejenigen bisherigen Abonnenten, welche die Annahme unseres Blattes seit Beginn dieses Quartals nicht ablehnten, auch für das Kaufende Quartal als Abonnenten vortragen und Loo«N ach nähme sofort nach Ausgabe von Nr. 15 erheben aeril�erden, sofern die betreffenden Abonnementsbeträge elchehlicht schon eingesandt wurden. »g Frisch auf zum Kampf! }Ui:* Macht Euch zum Kampf bereit, Genossen, jeder Augenblick kann Euch unter die Massen rufen. er. I Die Zeit des gegenwärtig bestehenden Reichstags ist zwar «och nicht abgelaufen, aber jeden Augenblick kann feine Auflösung —-krfolgen. Das Ausnahmegesetz gegen uns muß, wenn überhaupt, »och vor Ablauf der Reichstagsperiode verlängert werden; lehnt der jetzige Reichstag die Verlängerung ab, so ist seine Auflösung Zhre�" kürzester Zeit sicher. -na' Bismarck braucht daS Sozialistengesetz und hat zu diesem oollt-Bchufe, da auf seine Reden Niemand mehr etwas gibt, bereits ' h-?�en®'khelm Stimmung machen lassen. e alii Osterftrien des Reichstage» werden dazu benutzt, mit den- ilistekfcmgen Parteien und Personen, deren Stimmen ausschlaggebend sind tischender sein können, hinter den Koulissen einen politischen �Mchacher abzuschließen, bei dem das Sozialistengesetz den Preis t a r c' et, den Bismarck fordert. genns Lasse sich Niemand durch das Geschrei täuschen, das die Be- alenNressenden— das Zentrum und ein Theil der„Freisinnigen" ehre«' zwischendrein vor den Koulissen anstimmen. Es hat nur den Zweck, die blöde Menge zu täuschen, die Situation zu verwirren rzfeie�der verwirrt erscheinen zu lassen. �Cm Augenblick, wo gewisse parlamentarische Größen dem ��ublikum pathetisch erklären, daß sie keineswegs gewillt find, die l. erh�ängerung deS Gesetzes in der bisherigen Form zu bewilligen, oo.-JDird vielleicht von ihren Bevollmächtigten heimlich mit Bismarck * dkdvÜ®ertra0 abgeschlossen, wie es gemacht werdm soll, daß daS *Wfd. �ungsgesetz doch in seiner jetzigen Schönheit erhalten bleibt. H. H Und warum sollte nicht gerade in diesem Vertrag die Auf. ligen�sung des Reichstag? eine Rolle spielen? f' tu®an �enfe"ur, welchen Vortheil eS bringt, mit dem Glorien- deS Kämpfers für freies Recht in den Wahlkampf einzu- f hinein l Hinterher finden sich für so gewiegte Staatsmänner z lauwie Windthorst z. B. immer noch Gründe genug, zu stimmen, Adckie es das Geschäft erfordert. rh»st deshalb sogar wahrscheinlich, daß, wenn überhaupt ein Rnivaudel abgeschlossen wird, er auch in diesem Sinne ausfallen t. Qu�trd. . Qu> Und wird er n i ch t abgeschlossen, wird die Verlängerung des _ Sozialistengesetzes nicht so bewilligt, wie Bismarck fie.. braucht, tun so ist die Auflösung sicher. Also Auflösung und Neuwahl fast auf jeden Fall. Soweit Bismarck'» Arm reicht, arbeiten daher seine Leute ?>it Macht auf„gute Wahlen" loS, im Stillen zwar, aber desto io. �stematischer. Die Beamtenmaschinerie, die seit den Verstaatlich- '»gen um Zehntausende, Hunderttausende vermehrt worden � ist durch die famosen kaiserlichen Erlasse gehörig eingefuchst dtzrden— sie wird bei den Wahlen ihre Schuldigkeit thun. Das Zentrum hat den Kulturkampf, der zu„versumpfen" �»hte, neu aufgewühlt, und seine Geistlichen bearbeiten die Zossen auf's Neue mit dem Schreckruf: Man will Euch wegen �»res Glaubens unterdrücken I Die„Freisinnigen" machen Rundreisen und suchen den politi- «kn Bauernfang ou gros zu betreiben. Kurz, überall sehen wir unsere Gegner fich zum Kampf rüsten � daher ergeht auch an un» der Ruf: Frisch auf zum Kampf! Jllnter welchen Umständen wir in den Wahlkampf eintreten den, wissen wir nicht, daß wir ihn aber aufnehmen, darüber "nn bei un» unter den heutigen Verhältnissen gar keine Frage 'chr herrschen. �Va« man von der Ausübung de» Wahlrechtes gesagt hat, � die deutsche Arbeiterbewegung in neue„revolutionäre" Bahnen d lenken: daß durch sie nämlich die soziale Befreiung der Arbeiter herbeigeführt werde, daS kann man, wie die Erfahrung �kigt, mit noch größerem Rechte von jenen Gewaltmitteln sagen, 'Ache an Stelle deS Wahlkampfes treten sollten. ch- Die soziale Befreiung der Arbeiterklasse kann so wenig das Werk einer einseitigen Bethätigung ihrer Kräfte sein, als sie das Resultat eineS Kampfes von einem Tag, einer Woche, einem Jahr sein kann. Da gilt eS den Kampf auf der ganzen Linie zu führen, einen harten, energischen, ununterbrochenen Kampf. Den Kampf auf wirthschaftlichem Gebiet: in den Gewerkschaften, den Fach- vereinen u. f. w.; den Kampf auf politischem Gebiete: bei den Wahlen für Gemeinde-, Landes- und Reichsvertretung; dm gesetz- lichen sowie, wenn dieser unmöglich gemacht wird, den ungesetz- lichen; den friedlichen sowie, wenn derselbe aufgezwungen wird, den gewaltthätigen Kampf. Ein Universalrezept für diesen Kampf gibt eS nicht. Welchen nächstm Zweck aber müssen alle Kampfmittel haben, von denm die Sozialdemokratie, die Partei des arbeitenden Volkes, Gebrauch macht? Sie müssen die Kraft der Arbeiterklasse vermehren, ihre Energie, ihr Selbstvertrauen. Und das ist der Zweck, weshalb unsere Partei in den Wahlkampf eintritt. Darum legen wir weit mehr Werth auf die Zahl der Stimmen, die wir erhalten, als auf die Zrhl der Vertreter, die wir in den Reichstag ent- senden. Freilich auch die Thatsache, daß sie im Reichstag eine Anzahl Vertreter sitzen hat, die ihre Interessen mit Energie ver- fechten, ist, wie die Erfahrung gezeigt, von unschätzbarem Einfluß auf die Haltung der Arbeiterklasse. Wenn noch ein Zweifel darüber möglich wäre, ob die Ausübung des Wahlrechtes für die Arbeiter von Nutzen sein kann, so haben das die Wahlen von 1881 bewiesen. Das unerwartet glänzende Resultat, welches die Sozialdemokratie im Oktober jenes Jahres erzielte, war das Signal zu einem neuen Aufschwung der deutschen Aibeiterbewegung. Die Arbeiter faßten wieder Muth und die Gegner bekamen Respekt odr der Festigkeit der anscheinend niedergeworfenen Partei. Deutlich hat es sich gezeigt: Jeder Sieg unserer Partei ist ein Sieg der Arbeiterklasse als solcher— jede Niederlage würde eine Niederlage der Arbeiterklasse bedeuten. Deshalb wäre eS Verrath an der Arbeitersache, nicht in den Kampf einzutreten. Aber daran denkt kein Mensch in Deutschland. Wir treten in den Kampf ein, wir benutzen ihn, um unsere Macht zu stärken, um unsere Gegner, unter welchem Banner sie auch immer kämpfen mögen, zu schwächen. Wir nehmen den Kampf auf, um überall dem Betrug«nt- gegenzuwirken, den liberale oder konservative, christlich.soziale oder „demokratische" Volksverführer an den Arbeitern zu verüben suchen. Die alten Parteien, die Parteien der Ausbeutung— denn daS sind fie sammt und sonder«— vom Demokraten Köhl bis zum christlich-konservativen S t ö ck e r— bieten alle ihreKräfte auf, die Arbeiter durch Versprechungen aller Art in ihr Lager zu ziehen. DaS gilt es zu verhindern. Der Sozialismus liegt sozusagen auf der Straße, jede Partei macht heute in Sozialismus, Bismarck schimpft sich den Sozial« reformer p-rr oxvellenoö— es gilt, ihnen Allen die MaSke vom Gesicht zu reißen. Unter der MaLke von Sozialreformen sucht man neue Fesseln für die Arbeiter zu schmieden, zu den politischen Ketten sollm noch wirthschastliche kommen— die einfache Hungerpeitsche genügt nicht, man will eine doppelte flechten, die neunsträhnige, wenn eS geht! Hier muß ein kräftige? Veto eingelegt werden, nicht von einzelnen Arbeitern, nein von der gesammten Arbeiterschaft. Und die» kann nur geschehen durch die Abgabe eines sozialdemo- krstischen Stimmzettels. Welche Pläne außerdem noch im Hintergrunde schlummern mögen: Vermehrung der Lasten, de» politischen Drucke?, Beschrän- kung der Volksrechte, und was Bismarck sonst noch auf seiner Liste haben mag— es ist von höchster Wichtigkeit, daß daS arbeitende Volk eine entsprechende Anzahl von Vertretern im Reichstage habe, die unter allen Umständen, unerschrocken und ohne Rücksicht, weder auf Throninhaber noch auf Thronnach- solger, ihre Stimme erheben. Ja, wir müssen nicht nur möglichst viele Stimmen, wir müssen auch möglichst viel Vertreter im Reichstage haben. Wir müssen zeigen, daß wir nicht nur nicht an Anhängern eingebüßt, sondern vielmehr an solchen gewonnen, sehr viel gewonnen haben. Man hat zur Vertheidigung des Sozialistengesetze» gesagt, daß wenn eS allerdings unsere Partei nicht vernichtet hat, die? auch gar nicht bezweckt gewesen sei, aber e» habe wenigstens die Ausdehnung unserer Partei verhindert. ES gilt, unseren Feinden auch diese letzte Ausflucht zu nehmen, eS gilt zu zeigen, daß das Sozialistengesetz auch diese Aufgabe nicht erfüllt hat. Deshalb noch einmal: Frisch auf zum Kampf! Ihr, Genossen in Deutschland, vollendet, wo es noch nicht ge- schehen, Eure Organisation zum Wahlkampf; rüstet Euch, soweit eS Euch möglich ist, mit allen Mitteln aus, welche dieser Kampf erheischt: mit geistigem und materiellem Rüstzeug. Schwerlich wird es Euch ermöglicht werden, eine genügende öffentliche Agitation zu entfalten, deshalb richtet Euch auf die private, auf die Agitation vow'Mund zu Mund ein. Verschafft Euch Broschüren zur Propaganda, zur Aufklärung der Massen, knüpft, wo Ihr nur könnt, Verbindungen an, kein Ausflug, kein Spazier- gang, der nicht der Agitation gewidmet wäre. Organifirt, pro» pagirt, agitirt unablässig, unermüdlich, jeder Tag verdoppele Eure Energie, bis die Stunde der Entscheidung schlägt,— der Entscheidung auf Jahre hinaus. Und Ihr, Genossen im Ausland, an Euch tritt da» Pflicht- gebot, Alles zu thun, was Ihr vermögt, Eure Brüder im Reich in ihrem Kampf zu unterstützen; Ihr, die Ihr Euch frei bewegen, ftei versammeln könnt, benutzt diese Freiheit, materielle Kampfmittel für Deutschland aufzubringen. Keine Versamm- lung, kein Fest, keine Unterhaltung, bei der nicht für den Wahl- kämpf in Deutschland gesammelt wird! Ihr werdet auch noch auf andere Weise Euren kämpfenden Brüdern in der Heimath von Nutzen sein können, werdet ihnen in zurückkehrenden Kollegen Kampfgenossen zusenden, Eure eigenen Verbindungen in geeigneter Weise für unsere Sache ausnutzen können,— das Wesentlichste aber, waS Ihr thun könnt, bleiben doch die Sammlungen. Namentlich Ihr, Genossen in Amerika! jetzt gilt es zu zeigen, daß Ihr noch treu und fest zur Fahne steht. Nur wenn wir Alle unsere ganze Kraft einsetzen, wird der Sieg uns werden. Unsere Gegner ge- bieten über alle äußeren Machlmittel, sie haben die Presse zu ihrer Verfügung, sie haben Geld, sie haben Aemter, mit denen sie ihre Agenten belohnen, fie verfügen über Zwangsmittel, mittel» deren sie die Massen einschüchtern können. Wir haben nicht? von Alledem. Die Partei der Armen hat nur winzige Mittel zu ihrer Verfügung, unsere thätigsten Anhänger müssen gewärtig sein, ihre Stellung zu verlieren, unsere Organe find verboten, der Arbeiterpresse hat aran ein Schloß vor den Mu»d gelegt. Nur ein Mittel haben wir im Kampfe vor ihnen voraus: die Begeisterung! Und die Begeisterung wird un» zum Siege führen! Frisch aus zum Kampf! Der Streik im Bodenbach-Auffiger Jndustriebezirk. Wir erhalten folgende Zuschrift: Wien, den 30. März. Es waren wenig erfreuliche Nachrichten, welche Ihnen in letzter Zeit von hier zugegangen sind: erst das Ueberwuchern des Anarchismus und die Propaganda der Raubmordtaktik, dann der Zusammenbruch der anarchistischen Organisationen in Wien und der Rückschlag desselben auf die gesammte hiesige Arbeiterbewegung— Alles das gab der Ansicht Raum, daß die Elemente des zielbewußten, ausdauernden Klassenkampfes in Oesterreich zur Zeit nicht vorhanden seien. Erfreulicherweise wird diese Ansicht sä absurdum geführt durch das neueste Lebenszeichen der Arbeiterklasse Oesterreichs, den großen Weber- und Spinner- streik in Nordböhmen, der von einer bewunderungswürdigen Ausdauer und einem hochentwickelten Solidaritätsgefühl zeugt. Der Thatbestand ist folgender: Vor ungefähr drei Wochen hatten die Arbeiter der P r e i d e l' schen Spinnerei in Rebstein in Folge von Maßregelungen einiger Kollegen die Arbeit niedergelegt— natürlich unter Stellung einer Reihe von Forderungen, welche ihre erbärmliche Lage etwas bessern sollten. Die österreichische Bourgeoisie ist eine der niederträchtigsten Ausbeuter- klaffen, sie kann höchstens noch mit der belgischen oder italienischen ver- glichen werden— die Unternehmer in der Textilindustrie Oesterreichs gehören aber hinwiederum zu den niederträchtigsten ihrer eigenen Klasse, wie die Aufdeckung der Weber- und Spinnerverhältr.isse m Brünn durch die Arbeiterenquete im vorigen Jahr sattsam bewiesen. Gesetzlich ist der Arbeiter so gut wie gar nicht geschützt, man kann sich also denken, daß die Arbeiter in Rebstein genügend Anlaß zu Beschwerden hatten und daß sie weitgehende Forderungen stellen mußten, um nur einiger- maßen menschenwürdige Zustände zu erzielen. Die Ausbeuter bekamen Angst, es könne ein Sieg der Arbeiter in der Preidel'schen Spinnerei auch weitere Arbeiterkreise zu ähnlichen For- derungen ermuthigen— die Fabrikanten des ganzen Bezirks beschlossen daher, Preidel zu unterstützen. In der„Tetschen-Bodenbacher Zeitung" vom 12. März veröffentlichten sie den Beschluß. Aber wenn sie sich der Erwartung hingegeben hatten, dieser Beschluß werde die Arbeiter zu Paaren treiben, irrten sie sich. Die Arbeiter Nordböhmens sind nicht länger willenlose Sklaven, die sich ruhig ducken, sie sind Männer voll von Klassenbewußtsein; anstatt eingeschüchtert zu werden, wurden sie durch die Einmüthigkeit der Fabri- kanten erst recht entflammt, und die Antwort auf die Solidaritätserklä- rung der Ausbeuter war die Solidaritätserklärung der Ausgebeuteten: in allen Fabriken, deren Besitzer Preidel unterstützten, wurde die Arbeitniedergelegt. Es ist also ein Streik nicht blos um Lohnerhöhung, um Arbeitsver- kürzung; seine eigentliche Ursache ist das hochentwickelte S o l i d a r i- tätsgefühl. Die Preidel'schen Arbeiter stellten die Arbeit ein, weil mehrere ihrer Kollegen gemaßregelt waren; und weil man die Preidel- fchen Arbeiter maßregeln wollte, folgten die übrigen. Nehmen wir dazu die besonnene Haltung der Arbeiter gegenüber den Provokationen der Fabrikanten, denen die Regierung gleich einige Kompagnien Infanterie zum Schutze beigestellt hatte; betrachten wir weiter die Kühnheit und Ausdauer, ohne Organisation, ohne Mittel einen so aus- gedehnten Streik zu beginnen und jetzt durch bereits vier Wochen durch- zuführen, dann müffen wir gestehen, daß dieser Streik Alles, was über die Unreife und Verkommenheit der Arbeiter Oesterreichs gesagt wird, glänzend widerlegt. Durch diesen Streik beweisen aber die Arbeiter Nordböhmens auch, daß sie nicht auf die Fahne des Anarchismus schwören, welcher den Streik ebenso wie jede andere Form des Klassenkampfes verwirst, um diesen durch den individuellen Kampf zu ersetzen. Nach wie vor kämpfen fie unter unserem gemeinsamen Banner, dem Banner der Sozial- vemokratie. Die Grundursache des Streiks ist die Solidarität— deswegen mahnt er auch an die Solidarität, die zwischen den internationalen Sozialisten überhaupt, besonder« enge aber zwischen denen Deutschlands und Oester- reichs besteht. Nur durch Anlehnung an die deutsche Sozialdemokratie, durch Theilnahmc an deren Erfolgen kann die Sozialdemokratie Oester- reichs dem Pesthauche ber Korruption entgehen, der sich im Lande der Niedertrocht o» jede Erscheinung des öffentlichen Lebens sesielt. Ich hoff« daher, daß es nur dieses Hinweises bedarf, um angesichts der kolossalen Schwächung, welche unsere Organisationen in Folge der anarchistischen Wühlereien erlitten, die deutschen Genossen zu veranlassen, ihren böhmischen Genesse» nach Krtisten beizustehen. Sie werden dadurch nicht nur inbiratt den Webern und Spinnern in Deutschland eine Auf- befferung ihrer Lage ermöglichen, sie werden auch zur Kräftigung, ja ich möchte fast sag«, zur Wiederbelebung der sozialdemokratischen Arbeiterbewegang in Oesterreich ihr Theil beitragen. In dieser Bezieh- ung ist der Streik»,n großer Bedeutung. Worauf es heute ankommt, ist, daß die Arbeiterklaffe Oesterreichs dem in jeder Form, in welcher er auftritt, gleich schädlichen Pcffimismus— sei es als Anarchismus, sei es als Jndifierentismus— entriffen werde, daß sie Selbstvertrauen in ihre eigene Kraft, d. h. in ihr« eigene Kraft als Theil der großen Arbeiter- bewegung de, Neuzeit faffe. Bon diesem Gedanken ausgehend, wage ich es, meinen Appell an die Leser deS„Sozialdemokrat" ergehen zu lassen. C e r v e n y. Indem wir uns den Ausführungen des werthen Einsenders voll und ganz anschließen, wiederholen wir hiemit auf das Nachdrücklich st e unseren, bereit« in voriger Nummer ergangenen Appell um möglichste Unterstützung des Streikes in Nordböhmen. Genossen! Eure Opferwilligkeit wird allerorts stark in Anspruch genommen, aber wir hoffen, daß wo eS möglsth ist, einen Beitrag, und sei er noch so rmmm, für unser« Brüder jenseits der schwarz-weiß-rothen Grenzpfähle aufzubringen, Ihr dies thun werdet. Im Vertrauen aus die Hilfe der Gesammtarbeiterschaft ward der Streik unternommen, laßt diese Hoffnung nicht zu Schanden werden! Die Opfer, die Ihr spendet,»erden nicht vergebens sein. Der Sieg der Streitenden wird«in Sieg der G e s a m m t a r b e i t e r- schaft, ihre Niederlag« ein Schlag für die Gesammt- Arbeiterbewegung sein. Und was Ihr thut, das thut schnell, ohne Säumen. Schnelle Hilfe, doppelte Hilf«! Ihr, Genossen in Deutschland,, sendet Eure Spenden an die bekannten Vertrauensadressen, es ftt dafür gesorgt, daß das Geld in die richtigen Hände kommt. Die Genossen im Ausland« aber mögen ihre Beiträge an unsere Expedition senden; dieselbe wird die schleunigste Uebermittelung an die Streikenden in die Hand nehmen. Die Redaktion des„Sozialdemokrat". Nachschrift. Ein uns in letzter Stunde zugehendes Zirkulär betont noch einmal, daß hitchfte Eile geboten ist. Von der sicheren Erwartung ausgehend, daß unser Appell bei den Genossen allerwärts lebhaften Widerhall finden wird, haben wir, um Zeit zu sparen, einstweilen aus unserer Kasse 200 Mark den Streikenden überwiesen. Die Verwaltung des„Sozialdemokrat". Aus einem sozialistischen Katechismus. N a ch d e r„I u st i c e". Was versteht man unter Reichthum? Alles, was den Bedürsniffen der Aienschen dient und in irgend einer Weise zur Annehmlichkeit und Verschönerung des Lebens beiträgt. Wodurch wird der Reichthum geschaffen? Durch nützliche Arbeit in ihrer Anwendung auf Naturprodukte. Nenne mir einige Beispiele nützlicher Arbeit! Pflügen, säen, spinnen, weben, schmieden, zimmern u. s. w. Nenne mir auch einige Beispiele unnützer Arbeit! Eine Grube graben, mit der Absicht, sie sofort wieder zuzuschütten; «inen Weg bauen, der nirgends hinführt; Menschen in absolutem Nichts- thun erhalten durch Versorgung mit Nahrung, Kleidung ic. ohne jegliche Gegenleistung ic. ic. Was versteht man darunter, wenn man sagt, ein Gegenstand besitze Werth? Daß er Eigenschaften hat, die ihn den Menschen angenehm oder nützlich machen oder eine gewisse Menge allgemein nützlicher Arbeit verkörpert. Wie unterscheiden die Oekonomen diese beiden Bedingungen? Durch die Ausdrücke Gebrauchswerth und Tauschwerth. Sind dieselben jemals identisch? Man kann sie überhaupt nicht mit einander vergleichen. Bitte, zeige mir an einem Beispiele, wie du das verstehst! Der Hunger eines Nothleidenden, der in einen Bäckerladen tritt, übt keinen Einfluß aus den Tauschwerth des Brodes, der vielmehr durch die Menge Arbeit bestimmt wird, die zur Herstellung deffelben aufgewendet wurde. Welchen Gebrauchswerth hat eS für ihn? Einen unendlich großen, da es für ihn eine Frage auf Leben und Tod ist, ob er sich welches anschaffen kann oder nicht. Welchen Gebrauchswerth hat es für Andere? Sein Gebrauchswerth ist gleich Rull für einen fettbesoldeten Stadt- oder Landrath, der sich den Magen übergeffen hat, aber sein Tauschwerth ist stets der Gleiche. Gibt es keine Ausnahme von dieser Regel? Wenn der Bäcker ein Monopol— das heißt allein das Recht oder die Möglichkeit— hat, Brod zu backen, so kann er einen viel höheren Preis für daffelbe ansetzen, als nach der aufgewendeten Arbeit gerecht- fertigt wäre. Kommt dergleichen oft vor? Jeder Monopolist verfährt so, man betrachtet das als selbstverständlich. Welches find die Hauptmonopolisten? Man kann dieselben in zwei Klassen eintheilen: die Grundherren be- sitzen das Land, die Kapitalisten die modernen Arbeitsmittel, Maschinen u. s. w., als Monopol. Wie sichert sich der Grundherr seinen Profit? Indem er dem Landarbeiter entweder in Form von Pacht einen Theil von dem abpreßt, was derselbe erzeugt, oder ihm nur einen Theil des Werthes seines Produktes als Tagelohn auszahlt; unterwerfen sich die Arbeiter dem nicht, so verjagt man sie von Haus und Hof. Wie macht es der Kapitalist? Er preßt von den besitzlosen Arbeitern einen Antheil von Allem ab, was sie an Werth geschaffen, widrigenfalls er ihnen die Produktions- mittel vorenthält und sie so außer Arbeit setzt. In welcher Weise vollzieht sich dieser Handel? Der Kapitalist bewilligt dem Arbeiter in Form von Lohn ungefähr ein Viertel von dem, was derselbe durch seine Arbeit geschaffen, und nimmt die übrigen drei Viertel für sich und seine Klaffe in Beschlag. Wonach regelt sich der Betrag, den der Arbeiter erhält? Der Arbeiter erhält geradesoviel, als nothwendig ist, ihn und seine Familie am Leben zu erhalten. Wie wird dieser Betrag festgestellt? Durch die Konkurrenz der Arheiter unter sich und die Unterbietung auf dem Arbeitsmarkt. Ist er unveränderlich? Er wechselt je nach dem Stande der gewerblichen Verhältniffe und ist auch je nach der Geschicklichkeit des betreffenden Arbeiters verschieden, aber er hat stets die Tendenz, auf das Niveau der allernothwendigsten Lebensmittel der Arbeiterklasse zu sinken. Das ist ein volkswirthschaftliches Gesetz. Wie heißt dieses Gesetz? Das eherne Lohngesetz. Wie kann man dasselbe beweisen? Indem man ausrechnet, was diejenigen an Nahrung und Kleidung verbrauchen, welche dieselben produziren. Gibt eS ein unparteiisches Zeugniß für seine Richtigkeit? Alle Gelehrten, welche diese Frage studirt haben, sind darüber einig. Welche Beweise führen sie dafür an? Sie erklären, daß die arbeitenden Klaffen beständig von Krankheiten infolge mangelnder Ernährung heimgesucht werden, daß„die Armen be- ständig an einer Krankheit leiden: Entkräftung." Was schlagen die Sozialisten zur Abhilfe dagegen vor? Sie verlangen, daß die arbettenden Klassen ihre eigenen Prinzipale werden. Welche Wirkung würde das haben? Die Klaffen, welche heute faullenzend die Früchte der Arbeit Anderer genießen, würden von der Erde verschwinden, da jeder verflichtet sein würde, gesellschaftlich nützliche Arbeit zu verrichten. Durch welches Zwangsmittel? Sie würden vor der Alternative stehen, zu verhungern, sobald die Arbeiter sie nicht mehr für nichts und wieder nichts mit Nahrung, Klei- dung, Obdach, Luxus versorgten. Sind die„oberen Klaffen" nicht als Organisatoren der Arbeit von Nutzen? Diejenigen, welche die Arbeit organisiren, sind ihres Lohnes werth, obwohl heute der Lohn meist ein viel zu hoher ist, nur die absoluten Nichtsthuer sind die Feinde der Arbeiter. Sind zum Beispiel Aktienbesitzer als Arbeitsorganisatoren von Nutzen? Sie lassen fast durchgängig Andere die Arbeit organisiren, und des- halb würde das, was die Aktiengesellschasten heute leisten, ebensogut ver- richtet werden, wenn die Aktieninhaber verschwinden würden. Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 9. April 1884. — Die Bismarckkrisis ist noch immer nicht ausgetragen und gibt daher den Zeitungen Stoff zu allerhand bunten Kombinationen. Bismarck soll mit Puttkamer in Punkto Kulturkampf total überwarfen sein, so daß wenn Wilhelm Bismarcks Entlassungsgesuch aus dem preußischen Ministerium nicht genehmigt, Puttkamer demnächst„fliegen" wird, und was dergleichen Gerüchte mehr sind. Sicher ist, daß Bismarck, wie wir bereits in letzter Nummer sagten, sich in dem„Kulturkampf" gründlich festgefahren hat. Deshalb will er die„aufreibende" innere Politik gern fahren lassen und sich nur noch dem Aeußeren widmen, wo es weniger„Reibungen" gibt. In der Diplomatie sind die Lorbeeren allerdings billiger. Außerdem„wackelt" der alte Wilhelm wieder einmal bedenklich. Und da ihm leicht einmal etwas Menschliches passiren kann, so ist es Keffer, man baut bei Zeiten vor, d. h. eine goldene Brücke für„unfern Fritz". Wir nehmen von dem Zeugs nur deshalb Notiz, um zu zeigen, wie noch heute im neunzehnten Jahrhundert über die Köpfe des Volkes hin- weg mit seinen Rechten und Interessen Schacher getrieben wird. Denn daß hinter den Kouliffen stark ge- und verhandelt wird, ist eingestandene Thatsache. — Kapitalistische Geständnisse. In Stuttgart, der Hauptstadt des Schwabenländchens, fand am 81. März eine Landesver- sammlung der württembergischen Industriellen und Gewerbetreibenden statt, welche einen Verein zur Förderung der Arbeiter- Versorgung fwie nett!) konstituirten. Der Zweck des Vereins soll sein: „an der Ausführung des Krankenkassengesetzes und der damit in Verbin- dung stehenden Gesetze" sowohl zum Wohle der Arbeiter fnatürlich!), als auch im Interesse des Friedens zwischen Arbeitern und Arbeitgebern mitzuwirken. 259 Firmen der Großindustrie und 32 Gewerbevereine des Landes haben sich bereit erklärt, dem Verein beizutreten. Jeder Bezirk des Landes ernennt je einen Vertreter der Großindustrie und der Ge- werbevereine, die das Landcskomite bilden, zu dem noch Industrielle aus den benachbarten Theilen Badens und Bayerns kooptirt werden können. In Stuttgart wird ein Bureau errichtet, das den Industriellen in den erwähnten Fragen mit Rath an d-z Hand gehen soll. Die ganze Orga- nisation wird solange bestehen, bis die genannten Gesetze zur Ausführ- ung gekommen sind. Seitens des Vereins wird denjenigen Industtiellen, die nach dem Rahmen des Gesetzes in der Lage sind, Betriebs- krankenkassen zu gründen, gerathen, solches zu thun, da aus diese Weise sich immerhin noch ein ge- wisser Einfluß aus die Arbeiter ausüben lassen werde, f!!) Man geht dabei davon aus, daß in den Ortskrankenkaffen die Arbeiter gar zu sehr den sozialdemokratischen Umtrieben fhul) ausgesetzt sein werden. Der in der Versammlung anwesende württembergische Be- vollmächtigte zum Bundesrathe, Regierungsrath Schicker, kon- statirte, daß die Bildung solcher Vereine, wie der hier zu Stande gekommene, ganz im Sinne der verbündeten Re- gierungen sei!"— Alles, was unsere Abgeordneten zur Kritik der Fabrikkassen im Reichs- tage und in Arbetterversammlungen gesagt, wird hier in dürren Worten zugestanden. Die Kranken- ic. Versicherung soll als Mittel einer Organisation der Unter nehmer dienen, um einen„gewissen" Einfluß auf die Arbeiter ausüben, d. h. den Arbeitern jede selbstständige Orga- nisation unmöglich machen zu können. Und das ist„ganz im Sinne" der verbündeten Regierungen, letztere eine Umschreibung für B i s m a r ck— wie aus dessen Reichstagsreden ersichtlich. Herr S ch i ck e r hat hier aus der Schule geplaudert. Die„Arbeiterfreundlichkeit" des großen Sozialrefor- mers zeigt sich in immer deutlicherem Lichte. Der Zufall will, daß in derselben Nummer deffelben Blattes, dem wir den obigen Bericht entnehmen, der Nr. 93 der Münchener„Allge- meinen", ein Artikel über die Unfallversicherung steht, in welchem ein Herr A. Peez aus Wien die österreichischen LZruderladen als Muster empfiehlt. Da heißt es denn auch: „Jene Mängel"(daß nämlich die Bruderladen der Freizügigkeit der Arbeiter nicht Rechnung tragen rc.)„treten indeß auch heute schon wett zurück gegenüber den Vorzügen dieser Kassen. Dieselben liegen vor Allem in dem schönen Verhältnisse gegenseitigen Vertrauens und freundlichen Zusammenwirkens zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer! Gerade jene absolute Unzugänglichkeit des letzteren für die wohlwollendsten Bestreb- ungen des erfteren, welche zugleich das hauptsächlichste Ziel des Agitators und die Verzweiflung des Prinzipals ausmacht, wird durch die Bruder- lade verhütet, und hiemit ist der Weg zu allem Guten gebahnt. Wesent- lich begünstigt wird dieses Verhälwiß durch die Thatsache, daß der Ar- beiter die Bruderlade als Arbeitervermögen ansieht. Insofern fühlt er sich als„Besitzender", als„Kapitalist". Er bewacht seine Kasse mit Argusaugen und gestattet keine mißbräuchliche Ausbeutung derselben, wodurchdemschlimmen Uebel freiwilliger oder auch leichtfertig selb st verschul- deter Unfälle, welches Uebel die ganze Unfallver- sicherung zu verwirren droht, wesentlich vorge- beugt wird." O Pferdefuß, wie deutlich schaust du hervor! Aber noch eine schöne Seite haben die Bruderladen, die„rationelle": vernunftgemäße Höhe der Unfallrenten. „Im deutschen Reiche", sagt Herr Peez,„sind dafür im großen Ganzen 66'/,, in Oesterreich 80 Prozent des Jahresgehaltes in Aussicht genommen. „Diese Beträge, denen wahrscheinlich das Normale der Staatsbeamten als Anhalt diente, passen nicht für die Industrie, mögen nun die Einzahl ungen vom Arbeiter oder Arbeitgeber fwaS ich geldlich, aber nicht mo- raiisch, für gleichgiltig halte) geleistet werden. Die österreichischen Bruder- laden geben bisher Renten im Belaufe von durchschnittlich 20—25 Pro- zent des Jahreslohns, das machte per Kopf eine Rente von 70 Gulden. Der Betrag ist klein, aber er war bisher ausreichend, um den Mann zwar das Unglück immer noch empfinden zu lassen, aber doch gegen Roth zu sichern— der Invalide lebte auf dem Lande, empfing oft Rawral- Unterstützung, erhielt kleine Hilfen von Angehörigen und suchte sich nach Möglichkeit noch sonst etwas zu verdienen." Welche Musterinstitute, diese Bruderladen! 70 Gulden, d. h. 120 Mk. Jahresrente, 3 3Pfennige proTag,— das ist allerdings der Gipfel der V e r n u n f t! Da wird sich der Arbeiter hüten, sich, was er sonst schändlicherweise zu thun pflegt, zum Vergnügen,„aus Zur," die Knochen zermalmen, die Haut mit glühendem Eisen verbrühen, die Gliedmassen abrädern zu lassen, und was dergleichen Volksbelustigungen mehr sind Da wird er sein Unglück zwar noch empfinden, aber doch durch„mild Gaben" ein Dasein fristen können, wie es sich ein— Handelskammer sekretär nicht besser wünschen kann. Herr Peez versteht das, er sprich aus Erfahrung. Nicht minder deutlich haben sich die süddeutschen Baumwollinteressentei auf ihrer gleichfalls am 31. März zu Stuttgart abgehaltenen Gen« ralversammlung ausgesprochen. Dort wurde eine Resolution beschlösse« die den Zweck hat: „die gesetzlichen Faktoren um Festbaltung an der Regierungsvor läge betr. die Ueberweisung der innerhalb dreizehn Woche« sich erledigenden Unfälle an Krankenkassen, sowie betreffen! das Umlageverfahren zu bitten, 3) sich entschiede« gegen jede zur Wahrung undStellung d-rRecht« der Arbeiter geplante Einrichtung zu erklären, durch welche die Arbeiter in besonderer Organisation fArbeiteraus schüssen) den Arbeitgebern gegenübergestellt werden, 4) sich dagege« für Theilnahme der Arbeiter an der Verwaltung der Genossenschaft« unter Voraussetzung einer, wenn auch minimalen, Beitragsleistuni derselben auszusprechen, 5) um Aufnahme einer Bestimmung z> bitten, wonach die Genossenschaften zwar berechtigt, aber n i ch> verpflichtet sein sollen, solchen Arbeitern, welche wiederhol gegen bestehende Schutzvorrichtungen gehandelt haben, im Fall einer dadurch herbeigeführten Verunglückung volle Entschädigung z« gewähren." Hier kann von keinem Pferdefuß mehr die Rede sein, hier zeigt sit der Ausbeuteregoismus in seiner brutalsten Nacktheit. Haß gegen dd Arbeiter, Verhinderung jeder selbstständigen Regung derselben, d a s is die Triebfeder dieser süddeutschen Biederineier, sammt und sonders An Hänger der Bismarck'schen„Sozialreform". In der Reichstagskommission zur Berathung des Unfallgesetzes war« einige der schreiendsten Härten des Entwurfes fallen gelassen worden- «s ist 10 gegen 1 zu wetten, daß der Reichstag sie, gestützt auf dies kompetenten Stimmen, wiederherstellen wird. In Deutschland gehört es jetzt zum guten Ton, auf das herzlose Man chesterthum zu schimpfen— ohne Hineinziehen des„Gemüthes" geht ei ja nicht. Nun, der rücksichtsloseste Manchestermann ist uns noch lieb« als diese zuckersüßen Sozialreformer. Der Manchestermann heuchelt wenigstens nicht, er faselt nicht von staatlicher„Fürsorge für die EiW erbten". Die aber, welche gemüthvoll von diesen schönen Dingen reden- sie haben dabei nichts Anderes im Auge als Polizeimaßregeln gegen di>i Arbeiter, und Staatshilfe, reelle Staatshilse, für die Enterb e r, für dfl beklagenswerthe Klasse der Ausbeuter der Arbeit! M— Fortschrittliche Feigheit. Wie unseren Lesern bekannt- wurde der fortschrittliche Abgeordnete Richter(Bunzlau) voriges Iah von deutschen Richtern der Majestätsbeleidigung für schuldig befunde« und nicht blos zu einer Gefängnißstrafe, sondern auch zum Verlust sein« Ehrenämter, also auchZdes Reichstagsmandats, verurtheilt. Der Proze erregte seiner Zeit gerechtes Aufsehen. Die angebliche Majestätsbel« digung war nämlich vor fünf Jahren in einem Privatgespräch unte vier Augen verübt, und vor dritthalb Jahren durch einen Pfaffen, de Besitzer der Hälfte besagter vier Augen, dem Staatsanwalt denunzi« worden, aus Rache dafür, daß Richter(nicht zu verwechseln mit sein« loyalitätswüthigen Namensvetter Eugen) bei der letzten allgemein« Wahl als oppositioneller Reichstagskandidat aufttat und auch siegte. Richter(Bunzlau) ist eines der anständigsten Mitglieder der Foü schrittspartei; es war eine Ehrenpflicht für die Fortschrittsparte sofort nach Bestätiguug jenes schmachvollen Urtheils ihn wieder al Kandidat aufzustellen. In ähnlichem Falle thaten dies die Sozialdein« traten, und Bebel, dem 1874 sein Mandat wegen sogenannter Majestät! beleidigung aberkannt wurde, erhielt bei der Wiederwahl einen Zuwach von etlichen tausend Stimmen. Das war in der Ordnung. Der ungerechte Spruch engherziger Richt« war durch ein imposantes Volksgericht aufgehoben und v« urtheilt. So zu handeln, fällt den Herren Fortfchrittlern nicht ein. schämen sich ihres braven Parteigenossen. Der Majestätsbeleidig« paßt nicht in die Gesellschaft serviler Kronprinz- Demokraten, die dynastischer Hundetreue unterthänigst ersterben(den drastischeren Äa druck des Neuen Wintermärchens hier nicht zu gebrauchen", und so> er denn schnöde auf dem Altar des feigen Fortschrittsopportunisnu« geopfert worden. Richter(Bunzlau) wird von der Fortschrittspartei nicht wieder a» gestellt! Die Niederträchtigkeit der Herren Fortschrittler ist dabei u so größer, weil die Denunziation Richter's, wie schon angedeutet, noft risch blos deshalb erfolgte, weil er die fortschrittliche Kandidatur«> genommen hatte. Ohne seine Kandidatur und Wahl würde die, fch» aus dem tollen Delirium- tremens-Jahr 1878 datirende„Majestät beleidigung" gar nicht zur Kenntniß der Staatsanwaltschaft gekomm« sein. Ein Theil der Wähler Richter's(Bunzlau) soll über die ihm seit« der Parteileitung gewordene Behandlung aus» Aeußerste empört u> entschlossen sein, ihn dennoch auszustellen. — Bismarck und Payer Hand in Hand. Der schwäbist Volksparteiler, der im Reichstage mit so heiligem Eifer den föderativ Charakter des deutschen Reiches betonte, wird seine helle Freude Hab ob deS neuesten Bismarck'schen Erlasses im Bundesrath. Da die„deutß freisinnige" Partei der Richter, Bamberger nnd Genossen in ihrem P« gramm auch die Forderung eines verantwortlichen Reicht Ministeriums hat— eine konstituttonelle Spielerei!— so b Bismarck dem Bundesrath eine Erklärung zugehen und dieselbe' „Reichsanzeiger" publiziren lassen, in welcher er diese Forderung« unvereinbar erklärt„mit der Summe von verttagsmäßigen Recht« welche die verbündeten Regierungen gegenwärtig im Bundesrathe üb« Diese„vertragsmäßigen Rechte" der Einzelregierungen müssen in v- Ewigkeit konservirt werden, soll das deutsche Reich nicht„seinem Vers und seinem Untergang entgegengeführt" werden, sie sind erhaltenswek denn es ist ja bereits das„dem deutschen Volke für seine Nation« Geltung erforderliche Maß von Einheit gewonnen" worden. Zärtlicher kann sich sicherlich selbst der demokratischste Volkspartei nicht für die Konservirung der anderthalb Dutzend deutscher Throne n' Dhrönchen aussprechen, als es Bismarck hier thut und es aus gut« Gründen thut, denn diese von ihm gehätschelten Partikularregierung« sind ihm stets zu Diensten, wenn es gilt, einen Streich gegen die Voll rechte zu führen, die Steuerschraube strenger anzuziehen. Sobald sie n ihren Antheil am Raube erhalten, sind sie für jeden Verrath an ih«! Angehörigen zu haben— die wahren Reichshausknechte.; Das kümmert aber die guten Volksparteiler nicht. Wenn nur b föderalistische Prinzip gewahrt bleibt! Denn der St. Föderal« mus gehört ja auch zu den unveräußerlichen Heiligthümern' „Demokratie"— was kommt es darauf an, ob er das Mittel I Unterdrückung jeder wirklich demokratischen Bestrebung ist! — Abgeblitzt. Das internationale Spitzelthum in einem Zustande hochgradiger Aufregung. Aus dem Feldzug g« das Asylrecht der Schweiz kann nämlich nichts werden, weil besag Spitzelthum mit einer so kolossalen, wahrhast„polizeiwidrigen", in Deut land freilich polizeimäßigen Ungeschicklichkeit„gearbeitet" hat, daß Schweiz den Spieß umdrehen und ihrerseits als Ankläger gegen das in t e r n a ti o n a l e S p i tz e l t h u m und dess Nährväter auftreten kann. Der„verbrecherische Anarchismus"— soweit er in Wirklichkeit nachweisen läßt,— ist unzweifelhaft von dem international S p i tz e l t h u in gehegt und gepflegt, ja geradezu erzeugt wort Dafür liegen genügende Beweise vor. Herr Puttkamer wv das schon zur Zeit der ersten Debatte über das Sozialistengesetz, dv seine geduckte Haltung. Bekam er damals schon manches Unangenehme zu hören— fpfl wird er vielleicht noch Unangenehmeres zu hören bekommen. Genug,! internationale Spitzelseldzug ist vorläufig mißglückt, und die Urh«J dieser traurigen Eampagne sind von der öffentlichen Meinung urtheilt. Selbst in bürgerlichen sozialistenseindlichen Kreisen kennt man allgemein an, daß die Polizei in der letzten Zeit eine traurige Rolle gespielt hat, und daß namentlich der Versuch, die dei Sozialdemokratie mit jenem„verbrecherischen Anarchismus"(d. h. raubmörderische».sogenannten AnarchiSinus) zu identifiz� kläglich gescheitert ist. • Jndeß die öffentliche Meinung läßt sich bis zu einem gewiffen Grade ja künstlich machen. Bismarck ist jetzt genöthigt, va banque zu spielen. Und die einzige Möglichkeit für ihn, das Spiel wenigstens momentan zu gewinnen, besteht darin, die Geister zu verwirren, und in ähnlicher Weise die Sinne der Volksmassen zu be- thören, wie dies 1878 geschehen ist. Warum sollten wir nicht demnächst wieder einige Attentate bekommen? Bon den 1878er Attentaten hat Bismarck sechst halb Jahre gezehrt und gelebt— um ein paar Iährchen weiter zu leben, wird er sich's schon Einiges kosten laffen sgeht's doch nicht aus seiner Tasche!) Und für ein paar Tausend Reptil-Thälerchen läßt sich ein halb Dutzend Attentate verfertigen. Jedenfalls ist es gut, wenn wir uns und das Publikum auf derartige Ueber- raschungen vorbereiten! An Versuchen zu Attentaten hat's bekanntlich in letzter Zeit nicht gefehlt— immerhin ist's möglich, daß einmal ein Versuch gelingt. E s laufen noch sehr viele Schmidt und Friedemann herum! — Glück auf den Weg! Der von Bebel in seiner Rede vom ■20. März gekennzeichnete„Revolutionär" F r i e d e m a n n hat sich nach Mexiko eingeschifft. Erst spielte er die gekränkte Unschuld, als er aber merkte, daß der Wind von einer ganz anderen Richtung her wehte als er glaubte, als die Schweizer Behörden Miene machten, einmal den Spieß umzukehren, und die Hetzagenten, welche Bismarck und Kompagnie in der Schweiz unterhalten, sich etwas näher anzusehen, da verduftete «r schleunigst. Wahrscheinlich hat ihn sein Spezialgönner, auf den wir nach wie vor ein wachsames Auge haben, rechtzeitig gewarnt und mit dem nöthigen Reisegeld oersehen.— Run, das soll ihm wenig helfen. Wir haben absichtlich uns bisher mit der Affäre Friedemann nicht befaffen mögen; oder wollten und wollen unfern guten Freunden Bis- marck und Puttkamer die Ueberraschung nicht verderben. Alles zu seiner Zeit! � Aus der guten Gesellschaft. Junge Dirnen, alte Betschwestern, das ist ein uraltes Sprichwort; aber so alt ist, so wahr ist es auch. Und es gilt nicht nur für Individuen, es 8>lt für ganze Klassen, ganze Gesellschaften. Den Beweis liefert uns m drastischster Weise die moderne bürgerliche Gesellschaft. Je mehr sie ■fühlt, daß ihr die Kräfte ausgehen, daß es mit ihrer Herrlichkeit zu Ende geht, um so lebhafter fühlen ihre Repräsentanten das Bedürsniß für das Ueberirdische, das„Transzendentale". In den höheren Kreisen ist man heute, im Jahrhundert Darwins, gläubiger als je; es gehört zum guten Ton, fromm zu fein. Die Pariser „Haute-Volöe" hat sogar, wie der„Figaro", das Organ der verhei- ratheten und unverheiratheten Halbwelt, mittheilt, für die Art, die Fastenzeit zu begehen, ein ganzes„System" ausgeklügelt, das es dieser Bande ermöglicht, ihre Frömmigkeit recht demonstrativ zur Schau zu �agen. Denn je mehr die Republik die Priester„verfolgt", d. h. den Pfaffen das Herrschen unmöglich macht, um so heiliger der Eifer Herzoginnen, Gräfinnen, Baronessen— und welche Titel diese D— ämchen noch führen Man höre nur. In den ersten Wochen der Fastenzeit geht die Geschichte noch an, da begnügt man sich mit dunklen Toiletten und so weiter. Das dauert bis Mittfasten, wo eine„Erholungspause" gemacht wird, die— doch , jetzt müssen wir wörtlich zitiren. „Zu Mitfasten allgemeine Erholung, die für tausend Thorheiten auf dem Gebiete des Luxus, der Eleganz und der Gastronomie ausgenutzt wird. Allein schon Tags darauf besucht man nur noch die Armen und Stiefkinder des Glücks(die man das ganze Jahr über b e st o h l e n hat). Statt in das Bois de Boulogne geht man in die Kirche. Amethyste und Perlen werden in das Etuis zurück- gelegt. Kein Theater mehr, kaum noch ein Konzert; keine Blumen auf dem Hute oder am Busen; dichte Schleier und auf dem Haar ein Wölkchen von Asche— nicht doch, von grauem Puder, der mit Myrrha und Benzoe parfümirt ist. Jetzt ist der Augenblick der bekannten Betbücher gekommen, die ein Vermögenwerth sind, der Rosenkränze aus k o st b a r st e m G e st e i n, das man in den weißen Händen flimmern läßt, da man Hals und Arme damit nicht schmücken darf. Der kleine Salon wird in ein B e t z i m m e r verwandelt, die Terrakoten, die Bronzen, die Genrebilder machen einer Gnadenmutter Platz, vor deren Füßen man die Blumen hinstreut, die nicht niehr getragen werden oder als Zierde dienen dürfen. An dieser heiligen Stätte liest man die Evangelisten und die Bußpsalmen und zersticht sich grausam die Hände beim Nähen für arme nackte Kinder(alberne Spielereil). Da empfängt man die intimen Freundinnen und die gut gewillten Männer(!), die man auf diesem liebenswürdigen Wege nach Damaskus zu Gott führen möchte. Manchmal kommt der Abbe von..., welcher die Beliebtheit des Professor Caro theilt und vor einer Gruppe hübscher Weltdamen einen geistlichen Vortrag hält. Ein großes Glück, ein großer Vorzug, die höchste Auszeichnung, welche bei denen stillen Neid erregt, in deren Salon dieser Chrysostomus, ein Aus- bund von chic, die frohe Botschaft nicht zu bringen versteht. E r ist es, der den Speisezettel macht, wenn man gezwungen ist, ein Diner zu geben, er, der darüber wacht, daß auch gehörig gefastet wird, aber in einer sehr duldsamen Asketik(!) das Menu mit Seeungeheuern, Erstlingsgemüsen aus dem Ge- wächshaus, tropischen Früchten, Fasanen und Schildkröteneiern und anderen Seltenheiten aufputzt. Kommt dann die Charwoche, so tauchen die frommen Schönen ganz unter. Man zieht sich zu irgend einer geistlichen Genoffen- schaft„olan"(?) zurück, hüllt sich sieben Tage lang in das Gewand der Novizen und empfängt in dieser Tracht, die oft kleid- famer i st, als eine Amazone von Redfern, seine Freunde am Gitter des Sprechzimmers. Man stellt Betrachtungen an, fastet, schläft auf hartem Lager, wandelt in den grünen Gängen des Klostergartens auf und ab und verläßt diese freiwillige Zurückgezogenheit gestärkt, erfrischt, verjüngt, voller Lust für die Mühen eines neuen Lenzes." Wem ekelt es nicht bei der Schilderung dieser lüsternen Frömmigkeit ihrer„duldsamen Asketik"? Asketik heißt Kasteiung— welche infame ieucheiei ftettt nicht in dieser duldsamen Kasteiung! Man„fastet" �ritlmgsgemüse aus dem Gewächshaus, tropische Früchte, Schildkröten- sser und„andere Seltenheiten", und schließlich nimmt man moralische Brechmittel— wie die Römer der Kaiserzeit es mit ihrem überreizten Gaumen machten. So treibt man es in P a r i s. In W i e n, wo es gegen keine ßottlose Republik zu demonsttiren gilt, wo noch ein großer Theil des »Plebs" den Pfaffen nachläuft, befriedigt man das„transzendentale Bedürsniß" durch den spiritistischen Schwindel— die„vierte Dimension". Man macht in Geistreichigkeit, und da der Gesellschaft der Geist fehlt, so müssen die Geister den Mangel ersetzen. Kein besseres Geschäft heutzutage als Geisterbeschwörer. Wird solch ein Schwindler ent- �arvt, dann ist er sicher, trotzdem von seinen hochadlichen Gönnern und Gönnerinen mit Geschenken überhäuft zu werden. Der Humbug reißt nachgerade so stark ein, daß sogar den Psaffen ob der Konkurrenz bange wird. Dafür finden sich aber Professoren, Philo- lophÄ,, die ihn„wissenschaftlich" in Schutz nehmen. Nicht nur in Wien, wndern sogar auch in dem gelehrten und aufgeklärten Leipzig, Ein Mitarbeiter der„Münchener Allgemeinen", der über das Buch des Erzherzogs Johann,„Einblicke in den Spiritismus" schier aus dem Häuschen ist und in dem„hohen Verfasser", der ein spiritistisches Medium w eine— obendrein ziemlich plumpe— Falle lockte und alsdann ent- hüllte, schon einen Geistesriesen erblickt, kommt am Schlüsse seiner Artikel iü folgender Bettachtung: „Es fehlt der„zivilisirten" Menschheit eine sittliche Aufregung und Bethätigung, die hoffnungsvolle Arbeit an der Verwirklichung eines Ideals. Sie langweilt sich offenbar. Große, die ganze Gesellschaft ergreifende Ereignisse fegen solche Hallucinationen weg, wie ein kräftiges Ge- witter die B e r g e s n e b e l." . Den letzten Satz haben wir unterstrichen. Er stimmt ganz mit unfern Ansichten überein. Und daß dieses„kräftige Gewitter" möglichst bald eintrete, dafür zu wirken, ist unsere höchste Genugthuung. — Berühmte Namen oder Lokalkandidaten. Unter diesem Motto schreibt uns ein Genosse: In unserer Partei reißt leider die Sucht immer mehr und mehr ein, die paar Reichstagsabgeordneten, welche wir haben, an allen Ecken und Enden als Kandidaten aufzustellen— zum allergrößten Schaden der Partei. Wenn es sich um einen Wahlkreis handelt, wo jede Aussicht auf Erfolg von vorneherein ausgeschlossen ist— nun, da läßt sich ja nicht gerade viel sagen; immer vorausgesetzt, daß kein geeig- neter Kandidat sich im Wahlkreise selbst befindet. In letzterem Falle werden aus Minderheiten gewöhnlich in ein paar Jahren Mehrheiten. Was soll man aber dazu sagen, wenn einzelne bekannte Freunde in mehreren, ja in einer ganzen Anzahl von Wahlkreisen aufgestellt werden, welche wir für gut und eroberungsfähig, ja vielfach für sicher halten müssen? Soeben lese ich z. B., daß einer unserer Abgeordneten, dessen Wahl in dem Kreise, den er jetzt vertritt, doch einigermaßen sicher ist, in einem ebenso guten Wahlkreise aufgestellt worden ist. Dadurch schädigt man beide Wahlkreise und nimmt unserer Agitation die Energie; denn jeder Wähler sagt uns:„Der wird ja doch da oder dort gewählt." Ebenso kann der Kandidat selbst sich nicht um alle seine Wahlkreise kümmern, wodurch uns oft die besten Wahlkreise verloren gehen. Ich erinnere nur an verschiedene sächsische Wahlkreise. Wenn nun ein Kandidat in zwei Kreisen gewählt worden ist, oft erst durch Stichwahlen, dann geht der Wahlkampf von Neuem los: nochmals Stichwahlen und schließliches Resultat— Durchfall. Man denke nur an Mainz. Sollte denn unsere Partei so arm an geeigneten Kandidaten sein? Ich sage entschieden: Nein! Ebenso muß ich bestreiten, daß unsere Reichstagsabgeordneten so dar- auf erpicht sind, daß jeder in einem halben Dutzend der besten Wahl- kreise aufgestellt werde. So haben wir mit unseren guten Wahlkreisen keineswegs leichtsinnig zu verfahren. Nicht zu vergessen ist bei dieser Frage, daß wir vorigesmal in einigen kaum beachteten Kreisen durch Aufstellung geeigneter Kandidaten, welche im Wahlkreise wohnen, geradezu überraschende Erfolge erzielt haben. Woran liegt es also, daß so wenig Lokalkandidaten ausgestellt werden? Diese Frage will ich in kurzen Worten beantworten, und gleichzeitig meinen Freunden aus dem Arbeiterstande damit tüchtig den Kops waschen. Es ist— offen gesagt— die gegenseitige Eifersucht der Arbeiter unter einander. Ueberall gibt es einige tüchtige Leute, welche leidlich unab- hängig sind und sich zu Kandidaten sehr gut eignen und die Kandidatur auch annehmen. Allein da heißt's:„Was sollen wir denn mit Dem— der kann auch nicht mehr wie wir. Nein, wir wollen einen berühmten Kandidaten!" Ein solcher Fall liegt z. B. in einem Wahlkreise vor, welcher für einen Lokalkandidaten ziemlich sichere Aussicht auf Erfolg hat. Auch ein Kandidat ist da, der sich bereits seit Jahren als Stadtoerord- neter bewährt; dennoch wird von einer Anzahl Genossen(ohne daß die größere Menge gefragt wird oder gefragt werden kann) ein gänzlich fremder Kandidat ausgestellt, welcher einen sicheren Wahlkreis hat und natürlich noch in einem halben Dutzend von Kreisen aufgestellt werden wird. Beide Kandidaten sind sehr gute Freunde von mir, ich kenne auch die Lage des betreffenden Wahlkreises genau— besser vielleicht wie beide Kandidaten— und ich stehe nicht an, ein solches Verhalten im Allge- nieinen, und hier im Speziellen, als eine enorme Schädigung der Partei zu bezeichnen. Noch ist es Zeit. Suche jeder Kreis z u e r st nach einem Kandidaten, welcher im Kreise oder in der Nachbarschaft ansässig ist oder der sich ihm ausschließlich widmet. Man sehe auf geachtete Namen, zuverlässige Gesinnung und möglichste Unabhängigkeit der Stellung. Solche Kandr- baten, welche, ohne gerade fertige Redner zu sein, auch mal„einen Ton sprechen können", finden sich überall. Wenn's nach mir ginge, würde ich überhaupt dekrettren: Kein Genosse darf in zwei guten Wahlkreisen kan- didiren. Was erreichen wir durch die gegenwärtigen Verhältnisse? Die alte Garde wird überall aufgestellt, und junger Zuwachs fehlt zumeist. Daß unsere bewährtesten Genoffen in allererster Reihe berücksichtigt werden müssen, das wird Niemand oerkennen; aber die in guten Kreisen massenhaft erfolgend- Aufstellung derseloen und immer derselben Per- sonen ist entschieden ein geistiges Armuthszeugniß unserer Partei. Auch ein Lokalkandidat. — Die Stichwahl im 2. Meininger Kreise hat trotz ko- loffaler Wahlbeeinflussungen doch noch ein außerordentlich günstiges Re- sultat für unsere Sache ergeben: 4 8 3 9 sozialdemokratische Stimmen gegen 8306 liberale Ordnungsbrei- Stimmen. Damit ist die höchste Stimmenzahl, welche unsere Partei je in diesem Kreise erhielt, erreicht worden. Weit höher aber als diesen, an sich nicht hoch genug zu veran- schlagenden Erfolg schätzen wir die Wiederbelebung der Arbeiterbewegung in diesem Kreise. Und es wäre ein Unrecht, wenn wir das Verdienst verkennen wollten, welches der Kandidat selbst sich durch Annahme der von vorneherein aussichtslosen Kandidatur und rastlosen Eifer für die Agitation erworben. Ihm und seinen Wählern ein Bravo!f 's— Anarchistisches. Von den in B u d a p e st verhafteten Anar- chisten ist ein Theil gegen das V e r s p r e ch e n, sich von jeder staatS- gefährlichen Bewegung fernzuhalten, freigelassen worden, darunter die „Revolutionäre" Falkas, Szabo und Bokros. Ueber letzteren schreibt die„Arbeiterwochenchronik": „Es ist dies derselbe B o k r o s, bei welchem seinerzeit auch„zufällig" die Papiere des in Prag zu zwölf Jahren Kerker oerurtheilten Schuh- machers Fischer gefunden wurden, und der ein Intimus des„Ehren- mannnes" K o v a c s gewesen ist, welcher bekanntlich auch aus dem Rahmen der„Ungarländischen Allgemeinen Arbeiterpartei" gegangen wurde und sich in letzterer Zeit mit dem dankbaren Handwerke des Festarrangements für den vergessenen Kompatrioten Tancsis befaßte, und dembetreffs erst kürzlich ein an das patriotische Gefühl axpellirendes Zirkular erlassen wurde." Ueberhaupt erscheinen verschiedene der Radikalsten der Radikalen Plötz- lich in einem ganz wunderbaren Lichte. So meldet ein Telegramm, daß der Redakteur des„Radikal", Herr A l b i n S ch e f f l e r, der nicht genug Schmutz auf die„Verräther" Bebel, Liebknecht k. werfen konnte, der mit dem Brustton heiligster Ueberzeugung gegen die„Stimmzettel- sozialisten" donnerte, vor dem Untersuchungsrichter als Kronzeuge fungirt habe. In der That, eine sehr gemischte Gesellschaft, diese Revolutionshelden. — Streiks. In Berlin streiken 850 Arbeiter der Nähmaschinen- fabrik F r i st e r u. R o ß m a n n. Ursache: L.o h n r e d u k t i o n. Ein uns zugesandtes Flugblatt des Stteikkomites fixirt die Forderungen der Arbeiter folgendermaßen: 1) Wir fordern den alten Lohnsatz, und daß die Tischler denselben Lahn erhalten, den sie vor 14 Tagen erhalten haben. 2) Die Direktion verpflichtet sich schriftlich, kein Kommissionsmit- glied nach etwa beigelegtem Streik zu maßregeln. 3) Verlangt die Kommission seitens der Meisterschaft eine bessere Behandlung als bisher, resp. daß diejenigen, welche die Kommission namhaft gemacht, zu entlassen sind. und schließt: Kollegen! Mitarbeiter! Wir fordern nur, was dem Arbeiter zukommt: menschlichen Verdienst and menschliche Be- Handlung. Die große Zahl, die heute die Arbeit niedergelegt, ha- bewiesen, daß wir im Recht sind, daß Niemand ohne das Roth- wendigste leben kann. Kollegen! Mitarbeiter! Wir lassen uns durch nichts schrecken und hoffen auf Euch. Einer für Alle! haben wir auf unsere Fahne geschrieben, und Alle für Einen! das haben wir bewiesen. Darum hoffen wir, daß Ihr uns nicht vergeßt. Alle schriftlichen Mittheilungen sind an den Vorsitzenden der Kommission, Herrn Niemanscheck, Rixdorf, Ziethen- st r a ß e 3 2, zu richten. Unser Kassirer, Herr Koch, wohnt Oranienstraße 198, v. II. Alle arbeitersreundlichen Zeitungen werden um Veröffentlichung oder Notiznahme gebeten! In Dresden streiken die Arbeiter derSiemens'schen Glas- fabrik-— 500 an Zahl— um 10 Proz. Lohnerhöhung und Herab- setzung der Arbeitszeit; in Leipzig die Maurer um 10 stündige Arbeitszeit und 35 Pf. Lohn pro Stunde. Zu diesem Stteik bemerkt ein Korrespondent der Berliner„Volkszeitung": „Lohnt es denn überhaupt, nachdem in Leipzig Einigung über den Lohn pro Stunde erzielt worden, wegen der Arbeitsdauer zu streiken? Die Meister verlangen offenbar die elfte Arbeitsstunde nur, weil ihnen an schleuniger Fertigstellung der in Angriff ge- nommenen Bauten liegt und sie werden ganz aus eigenen Stücken tn Verkürzung der Arbeitszeit auf 10 Stunden willigen, sobald die Bauten fertig sind. Nun ist es in der ganzen Welt Brauch, daß man mehr arbeitet, wenn zu viel zu thun ist, und umgekehrt. In diesem Falle leiden die Arbeiter dadurch keinen Schaden, da sie die elfte Stunde be« zahlt erhalten." Wie schlau!„Offenbar" ahnt dieser Pfiffikus gar nicht, welches Jntereffe für die Arbeiter besteht, daß die Bauten nicht so schleunig fertig gestellt uud sie nicht so schleunig auf's Pflaster geworfen werden können als es den Meistern wünschenswerth erscheint; wie wenig es im Jnter- effe der Arbeiter liegt, zeitweilig sich zu überarbeiten um hernach müssig herumzulungern; daß 10 Stunden Arbeitszeit gerade genug ist, mehr wie genug, für Einen, der seinen Lebenszweck nicht darin sieht, sich vieh- mäßig abzuarbeiten. Oder er sieht es doch ein und will es nur nicht einsehen— aus guten Gründen. Wir haben nämlich gegründete Ursache anzunehmen, daß der Ein- sender dieser Notiz Niemand anders ist als der von uns mehrfach ge- kennzeichnete Herr Doktor Heinrich Fränkel. Korrespondenzen. — Plagwitz-Leipzig. Am 24. Februar d. I. wurde der im hie sigen Krankenhause verstorbene Genosse L o u i s M e tz e aus Lindenau beerdigt. Metze war einer unserer thätigsten Genoffen, und er hat es verdient, daß sein Name hier in Ehren genannt werde. Das Leichen- begängniß unseres Genoffen war äußerst feierlich, es waren gegen 400 Personen, Männer und Frauen, erstere zum Theil mit rothen Rosen im Knopfloch, die unserem Genoffen die letzte Ehre erwiesen. Dem Zuge voran, dicht hinter dem Sarge, wurde ein mit großer rother Schleife gezierter prächtiger Lorbeerkranz, von den Parteigenossen Leipzigs und Umgegend gewidmet, getragen. Als nun der Zug das etwa 15 Minuten entfernte Kleinzschocher er- reicht hatte, wo sich der Friedhof befindet, trat der dortige Ortspfarrer L o h s e in Begleitung des Küsters und einer Anzahl Schulkinder(Chor- knaben) auf die den Zug eröffnenden Leichenträger zu, hieß sie anhalten, die Bahre absetzen und verlangte, daß die„auffallenden rothen Schleifen und Blumen" entfernt würden. Diesem Verlangen entsprach jedoch kein einziger der Leidtragenden, infolgedessen das Pfäfflein sammt seinem Gefolge Kehrt machte, und somit unser Genosse zwar ohne allen kirch- lichen Nimbus, aber in einer desto würdigeren Weise beerdigt werden konnte. Einer der Anwesenden sprach einige Worte des Abschieos und einige Sänger vervollständigten die Feier durch ein erhebendes Lied. Von Seiten der Groitzscher Genossen(14. Reichstagswahlkreis) war gleich- falls ein Kranz gespendet, welcher nebst dem der Leipziger, sowie den „auffallenden" rothen Blumen der Erde mit übergeben wurden. Diese an und für sich unschuldige Feier gab der hiesigen Pfaffensippe Ver- anlaffung, gegen eine Anzahl hiesiger bekannter Sozialvemokraten Straf- antrag zu stellen, und zwar heißt es in dem Mandate, welches dieselben zugestellt erhielten, wie folgt: „Durch das Tragen ves zu einem Trauergeleite durchaus nicht passenden Abzeichens, hat sich..... einer mit der Würde und Sitte eines christlichen Begräbnisses und den Gefühlen(siehe unten) der kirchlich gesinnten Mitglieder der Kirchgemeinde unvereinbaren Verhaltens schuldig gemacht." Daß nun hwrbei auch eine Anzahl Leute denunzirt wurden und be- straft werden sollen, die gar nicht dabei gewesen, ja überhaupt seit Jahren nicht mehr, einige sogar n i e zu uns gehört, thut nichts zur Sache: der Jude wird verbrannt! Den beleidigten Gefühlen der kirchlich Gesinnten und speziell dem ultraorthodoxen Herrn Pastor Lohse fühlen wir uns übrigens veranlaßt, folgendes, worüber man gern, ach wiegern! den Mantel christlicher Un- verfrorenheit decken möchte, vor Augen zu führen: Unweit Eures„Gottesackers" uns Eurer Kirche, Ihr Heuchler, be- findet sich ein Laden, dessen Besitzer, der Schuhmachermeister Große, vor einigen Monaten ein 13 jähriges Schulmävchen, welches einer Be- stellung wegen von ihrer Mutter zu ihm geschickt wurde, geschändet hat. Das Kind, das zu diesem Akt, der nicht ohne Folgen blieb, gezwungen wurde, erzählte die Geschichte weiter, und so erfuhr auch die liebliche Gattin dieses Lüstlings davon. Dieses Musterexemplar einer„christlichen Hausfrau" begibt sich in die Wohnung der Eltern jenes Mädchens, stellt Letzteres ob seines Nichtschweigens zur Rede, und schlägt vor den Augen der Mutter auf's Brutalste auf das Mädchen los. Die Mutter will das nicht zulaffen, vergreift sich an der„frommen" Schusterin, und wird nun, nachdem letztere, um ihrer Frechheit die Krone aufzusetzen, noch Strafantrag gestellt, mit 10 Mark bestraft. Große selbst läuft zur Stunde noch frei herum, trotzdem der Staatsanwalt die Sache schon seit Wochen in Händen hat. Zum Verwundern ist das keineswegs, denn Lohse und Große sind dicke Freunde; außerdem sind beide Kirchenvor- stände, und solchen„Größen" gegenüber drückt die von Gott verordnete Obrigkeit gern ein Auge zu, wenn's irgend möglich ist, und überdieß— dem Volke muh die Religion erh alten werden! Ein Gläubiger. — Stollberg t. S., 15. März. Ein Stimmungs- uud Situationsbericht. Hier ist man wieder auf der Suche nach einem Bürgermeister. Das Amt trägt 4000 Mark, aber es scheint, daß dieser Gehalt nicht recht konvenirt, denn ein Assessor in F., der bereits zugesagt, hat wieder abgelehnt. Für gewisse Beamten-Kategorien ist eS somit unstreitig recht schön auf dieser Welt, die wiederum für Viele ein wahres Jammerthal ist. Vor ungefähr 12 Jahren starb hier der alte Bürgermeister Augustin. Er war ein Mann von größter Einfachheit: treu, fleißig und ehrlich im Amte und von gutem Bürgersinn. Unter seinem Regiment hatte zwar nicht alles Henkel und Stiel; aber die Steuerzahler wurden doch nicht so ausgeplündert wie jetzt. Sie brauchten kaum den zehnten Theil der jetzigen Abgaben zu zahlen. Da verschaffte sich der tugendhafte Hermann, jetzt Bürgermeister in Großenhain, ein Scheinfortschrittler, Geltung, und ward zum Vater der Stadt auserkoren, sein Hauptwortführer war der Baumeister und jetzige Landtagsabgeordnete U h l m a n n. Uhlmann wußte geschickt den guten Vätern der Stadt allerhand Operationspläne plausibel zu machen, womit das Ansehen der Stadt und das Wohl der Bewohner gehoben werden sollte, und so wurde denn das Städtchen mit 6000 Einwohnern zur Mittelstadt aufgeblasen, äußerlich durch den Bau neuer Sttaßen, Eisenbahn, hohen Kirchthurm, Realschule, Gasbeleuchtung und dergleichen herausgeputzt, wobei Uhlmann sein Schäfchen ins Trockene brachte. Da aber der Aufschwung des Städtchens ttotzalledem ein kaum nennenswerther war, kamen unsere genialen Maulhelden auf einmal auf den Trichter: zum gewerblichen Aufschwung müsse man aus der Mitte der Bürgerschaft der Stadt einen Vertreter in dem sächsischen Land- tage haben, und Uhlmann's einziger Wunsch, dort seine Mitbürger ver— treten zu dürfen, ging in Erfüllung. Uhlmann freilich, das weiß Jeder, ist der gewerbliche Aufschwung— den er ja durchaus nicht schaffen kann— jedes Andern Schnuppe; er hatte den Weiterbau der Eisen- bahn im Auge, wobei für ihn dann ein gutes Stück Geld mit abgefallen wäre, wie er sich ja auch beim Verkauf des Bahnhof-Areals als Speku- laut zu erkennen gab, wobei sein guter Pattiotismus gerade so viel wog, wie der des schäbigsten Schacherjuden. Nach Einführung der Realschule glaubten der Direktor derselben, Dr. Gelbe und der Realschuloberlehrer Lösche, daß sie nun mit ihren Kollegen Stollberg glücklich machen würden und daher im Verein mit Uhlmann die erste Geige da spielen dürften. Es ließ sich also Lösche in einen der beiden Militärvereine hier aufnehmen und sich da— natürlich nur um seinen kameradschaftlichen Sinn zu bekunden und zu fördern— zum Vorsteher wählen; auch in's Stadtverordnetenkollegium ließ er sich wählen. Da konnte er bei allen öffentlichen Festen und Aufzügen als Führer glänzen, und damit ihm ja Niemand etwas am Zeuge flicken konnte, wurde er auch noch geheimer Redakteur des„Stoll- derger Anzeiger". Beiläufig bemerkt: Lösche bezieht als Realschuloberlehrer 3,300 Mark Gehalt und als Redakteur KOO Mark. Die Thätigkeit eines Realschul- oberlehrers kann somit keineswegs so anstrengend sein, daß eine Ge- haltsaufbefferung derselben, wie solche der Dr. Straumer im Landtage befürwortet hat, begründet erscheint, denn sonst hätte ja z. B. Lösche neben seiner Berufsthätigkeit an der Realschule nicht die viele freie Zeit zu seinen Privatpassionen und zur Besorgung eines so einträglichen Rebengeschästes als Geheim-Redakteur. In seinen Händen befand sich bis jetzt immer die gewiß zeit- raubende Geschäftsführung bei Wahlen der Ordnungs- oder Reichs- partei. Jetzt nun allerdings kommt die Bürgerschaft allmälig zur Einsicht. Die von hochbesoldeten Beamten und ihrem Anhang leichtfertig hingeworfene Phrase vom geschäftlichen und gewerblichen Aufschwung geht nicht in Erfüllung. Die hohen Lasten bleiben nicht nur, sondern sie v e r m e h r e n sich. Beispielsweise ist gar nicht abzusehen, was das Städtchen in einer Zeit von 10 oder 20 Jahren nur an Pensionen zu zahlen hat. Stoll- berg glänzt nur mit seinem Budget. 6400 Einwohner, davon ungefähr 2000 Steuerzahler, haben jährlich 83,000 Mark aufzubringen, Schulgeld natürlich noch extra! Und damit man ein richtiges Bild bekommt, will ich hinzufügen, daß neben den Spenden privater Wohlthätigkeitsvereine das Städtchen IS, 000 Mark für seine Armen aufbringen muß. Außer- dem stellt es aber auch noch ein schönes Kontingent solcher, die zwar keine Armenunterstützung erhalten, aber auch keine Abgaben bezahlen können. Die Namen derselben werden schon seit Jahr und Tag in allen Wirthshäusern ausgehängt, und der Besuch öffentlicher Lokale ist ihnen verboten. Sind unter ihnen auch einzelne, die ehrlos denken und aus bösem Willen nicht bezahlen, so ist es doch der übergroßen Mehrheit derselben bei den gedrückten Arbeitslöhnen und sonstigen Familienverhältnissen absolut unmöglich, Abgaben tc. zu entrichten, und diese nur zu Bedauernswerthen müssen nun als Sündenböcke für den rein verrückten Dünkel unserer Bratzer und Windmüller herhalten. Hier, wo mindestens die Hälfte aller Lohnarbeiter Beschäftigung auswärts suchen müffen, wo der Handwerker und Handelsmann zum großen Theil auf Kundschaft der angrenzenden Ortschaften rechnen muß, in denen jetzt jedoch ein Kon- turrent nach dem andern austaucht, wo man Chemnitz nicht nur als Erwerbsquelle aufsucht, sondern durch den Bahnverkehr allmälig alldort seine Einkäufe an Lebensbedürfnissen und Kleidern macht— hier kann man mit Fug und Recht sagen, ohne sich als Prophet aufspielen zu wollen, daß mit einem solchen Budget dem Städtchen der Strick um den Hals gezogen ist, und daß es zwar als Mittelstadt fortvegetiren wird — denn zu einem vernünftigen Umkehren fehlt unfern„Vätern" doch der Muth daß aber eine Aufbesserung der erwerblichen Verhältnisse aller menschlichen Berechnung nach bei den heutigen Zuständen ein Ding der Unmöglichkeit ist. Haben wir heuer schlechten Geschäftsgang, so hat die Einschätzungs- Deputation nächstes Jahr wirklich ein hartes Stück Arbeit zu verrichten. Den ersten Beweis von einer besseren Erkenntniß der Gemeindean- gelegenheiten hat die Bürgerschaft damit abgelegt, daß sie bei den letzten Stadtverordnetenwahl den Oberlehrer Lösche aus dem Kollegium wieder ausmerzte. Ein triftiger Grund hierzu war der: Der schöne Bürgermeister Her- man», der auch oberster Beamter der Sparkasse war, hatte auf ein Hausgrundstück in Chenmitz gegen 20,000 Mk. aus der Sparkaffe ver- borgt. Das Hausgrundstück wurde nun aber zwangsweise subhastirt und Hermann verbummelte den Subhastationstermin. Es ging dieses Haus- grundstück dadurch für einen lächerlich billigen Preis an einen anderen Käufer über, und die Sparkaffe Stollberg war— bezahlt. Hermann machte sich aus dem Staube, und sein Nachfolger, der jetzt gleichfalls gewesene Bürgermeister S ch u r i g, wollte seinem Vorgänger der Spar- kassengeschichte wegen— bekanntlich hackt eine Krähe der andern die Augen nicht aus— nicht zu Leibe rücken; zum Schein führte er mit noch einigen Stadtvätern jahrelangen Prozeß, faßte dabei natürlich die Kuh beim Schwänze an, verklagte den neuen Käufer, daß er zu billig gekauft hätte; und, wie vorauszusehen, war das Ende vom Liede: Die Stadtgemeinde hatte noch die Prozeßkosten zu bezahlen. Lösche nun war es gewesen, der im Stadtverordneten- Kollegium Hermann und Schurig unterstützt hatte. An ihren Früchten hat man sie nun endlich erkannt! Ich hätte zwar auch im Punkte der Sauerei gegen den einen und andern dieser noblen Herren nach Material zur Verfügung, aber das will ich vorderhand noch auf Lager behalten. Auch eine Kritik über das Uhlmann'sche Eisenbahnprojekt behalte ich mir vor. Nun aber zu ernsteren Dingen. Mitbürger in Stadt und Land! Unsere wirthschaftlichen Verhältnisse können nicht die bleiben, welche sie jetzt sind; sie spitzen sich international immer mehr auf Sein oder Nichtsein zu, und die Revolution vollzieht sich in dieser Hinsicht vor aller Augen; wem daher für die Zukunft ein Gesellschaftszustand von unbeschränkten Herren einerseits und politisch und wirthschaftlich Geknechteten ander- seits nicht behagt, der hat keine Wahl: der muß ins Lager der Sozial- demokratie, deren Endziel folgendes ist: Eine geordnete genoffenschaft- liche Produktion an Stelle der jetzt wilden Privatproduktion, sodah jeder seinen Theil Arbeit leisten muß, aber auch Jeder den vollen Ertrag seiner geleisteten Arbeit empfängt, das heißt an allen gesellschaftlichen Lebens- und Genußmitteln berechtigten Antheil hat.") Wenn es daher bei Land oder Reichstagswahlen noch Arbeiter, Klein- meister, kleine Handel- und Gewerbtreibende, kleine Oekonomen, kleine Beamte und dergleichen giebt, die blind jeden Andern, aber nur keinen Sozialdemokraten wählen, so beweisen diese damit, daß sie ihre eigene Klassenlage noch nicht erkannt haben, denn das Jntereffe aller der Vor- erwähnten erfordert es, nur— sozialdemokratisch zu wählen. Möge sich dieses die Wählerschaft Stollbergs bis zur nächsten Reichstagswahl reif- lich überlegen! Habt Ihr noch nicht gehört, daß auch die geistigen oder Kopfarbeiter immer mehr und mehr beschästigungslosjwerden? Das Alte befriedigt eben große Schichten der Bevölkerung nicht niehr, Stillstand gibt es nicht, greifen wir deshalb zu einem befferen Neuen. Sozialismus ist in seinen äußersten Konsequenzen nichts anderes als die Verwirklichung deffen, was das praktische Christenthum zu sein behauptet: der wahren Liebe und Achtung für seine Mitmenschen. Wollen wir daher den Ausbau neuer glücklicher Verhältnisse herbeiführen, so muß praktischer Sozialis- mu« und der sozialdemokratische Staat unser alleiniges Endziel sein. Wer aber hierzu mit dem Kopfe schüttelt, der trete hervor, damit er etwas Befferes nenne! Noch eins. Man klagt allgemein über schlechten Geschäftsgang. Sonst waren hier immer die Lohnweber die Aschenbrödel im Verdienst, jetzt wollen diesen nun die Strumpfwirker dieses beklagenswerthe Vorrecht streitig machen. Die Hausindustrie im Strumpfsach leidet fast unglaublich unter Lohnreduktion. Aus Maschinen, von denen eine 1100, 1200 und 1400 Mark kostet, verdienen die Arbeiter bei angestrengtester Thätigkeit noch v— B Mark wöchentlich, inklusive Spulerlohn; und Mancher, der 300—600 Mark angezahlt hat auf so eine Maschine, kann die kontraktlichen Ratenzahlungen nicht innehalten, und wenn der Maschinenlieferant Gebrauch von dem abgeschlossenen Kontrakt und seinem Eigenthumsrecht macht, so verliert derselbe seine meistens vom Munde abgedarbten Anzahlungs-Marke. Daß sich solche Zeiten auch noch ganz besonders die F a k t o r e zu Nutzen machen, liegt in der Natur unserer Verhältnisse, und erst kürzlich sagte in Th. ein Faktor zu einem seiner Arbeiter:„Ich brauchte noch nicht weniger zu geben, aber ich muß mich nach den Andern richten." Das ist bezeichnend. Mag das Geschäft nun gehen wie es will, die Hausindustrie kennt in diesem Fach, so lange sie Arbeitsmaterial vom Faktor oder dem Arbeitsgeber erhält, keine Grenzen in Arbeitszeit und Produktion. Da tröstet sich nun mancher Hausindustrieller damit, daß die Hausindustrie dem Fäbrikbetrieb jetzt Konkurrenz mache, weil erstere ja neben dem geringen Verdienst auch noch das Kapital für Maschinen und Arbeitsräume selbst aufbringt, auch Direktoren, Aufseher, Werk- meister, Dampfkraft und dergleichen unnöthig macht; aber das ist ein gewaltiger Jrrthum. Man muß ins Auge fassen, daß solch knapper Verdienst nicht zum Leben reicht, geschweige denn kontraktliche Verbindungen oder Repara- turen anMaschinen zu regeln; dann sind die Löhne in den Fabriken ja auch sehr weit herabgedrückt sind, und wo ein Fabrikarbeiter zwei oder drei Maschinen bedient, kann ein Hausindustrieller nur mit einer Maschine arbeiten. Dann ziehen die Faktore— wahre Vampyre— sich ein Röckchen an und die zu solchen Zeiten mitgefertigte Lagerwaare muß selbstverständlich die Prozente für das Risiko derselben dem Arbeit- geber tragen. Die Faktore unterbieten sich um die Arbeitsaufträge beim Arbeitgeber, und es müffen sodann schon längere günstige Konjunkturen ein- treten, ehe ein normalmäßiger Arbeitslohn für die Hausindustriellen wieder eintritt. Daß die Hausindustrie aber trotzalledem, und noch dazu in einer Gegend wie hier daher nicht sogleich ganz aufhört, ist selbstverständlich, und es ist den Strumpfwirkern, welche Maschinen haben, anzurathen, daß sie sich durch Bildung' einer Lohnwirkergenoffenschast auf breitester Grundlage einigen und den Faktoren dadurch das Handwerk legen. Dadurch z. B., daß durch unbeschränkte Haftpflicht aller Mitglieder die etwas Mehrbesitzenden den Aermeren mit aufhelfen, wird dem Maschinenlieferanten wie dem Arbeitgeber für die verabfolgten Garne und dem Kapitalverleiher für das etwa zu erborgende Betriebskapital zur wöchentlichen Lohnauszahlung Sicherheit geboten und den Faktoren die Arbeit entzogen. Je größer die Genossenschaft an Mitgliedern und Maschinen, desto größere Arbeitsaufträge sind dann zu bewältigen. Es wäre dann Aufgabe aller Mitglieder, gute brauchbare Maare zu liefern, sich eine thätige Geschäftsführung, einen einsichtsvollen Aussichtsrath und eine gewissenhafte Kontrolkommission aus ihrer Mitte zu wählen und für Ausdehnung ihres Prinzips zu sorgen. Dann werden die Faktore überflüssig und es ließe sich noch Manches regeln, was dem allgemeinen Wohl entspricht. Thalheim sollte hier den Anfang machen. P. T e x t o r. — München. sVerspätet.) Wir haben im Parteiorgan zweier braver Genossen zu denken, welche der Tod aus unserer Mitte gerissen. Es sind dies der Schloffer I. Haushofer und der Schuhmacher I. G r o l l. Beiden ward seitens ihrer Kameraden ein ehrenvolles Begräbniß zu Theil, bei welchem natürlich die Hochlöbliche nicht fehlen durfte, die sich mit gewohnter Liebenswürdigkeit ihrer Aufgabe entledigte. Genosse S ch ö n l a n k ist vom Münchener Schöpsen-— pardon. Schöffengericht wegen eines gelegentlich der bekannten Sendlinger Säbelaffäre ausgebrachten höchst polizeiwidrigen Hochs auf die Sozialdemokratie zu 20 Mark Geldbuße, eventuell 2 Tagen verknurrt worden. Die Verhandlung war ein Muster von neudeutscher Rechtspflege. Der biedere Präsident gestattete weder Angeklagten noch Entlastungs- zeugen über den eigentlichen Verlauf der Affäre sich auszusprechen. Als B e lastungszeuge fungirte eine weiße Blouse, der H a f n e r g e s e l l e Hobmeier, der hiemit der allgemeinsten Hochachtung gebührend em- pfohlen sei. Im Auftrage der Münchener Genossen: Bogenschütze. An unsere Leser! Da diese Nummer des Charfreitags wegen einen Tag früher fertig- gestellt werden mußte, mußte die Auslandsrundschau diesmal fortbleiben. Achtung! Aus Cincinnati, Ohio, 13. März 1884, erhalten wir folgende Zuschrift: An die Redaktion des„Sozialdemokrat"! Ungefähr 1200 Cigarrenarbeiter sind hier von den Fabrikanten aus- gesperrt, weil sie sich einen Lohnabzug nicht ruhig gefallen lassen wollten. Da nun die hier bestehende starke Organisation der Arbeiter in unserer Branche den Herren Ausbeutern schon lange ein Dorn im Auge war, so werden dieselben nichts unversucht lassen, um den Arbeitern eine Niederlage beizubringen und so deren Organisation zu brechen. Wir warnen daher unsere Kollegen in Deutschland und der Schweiz, wenn versucht werden sollte, durch Versprechun- gen und Vorspiegelungen Leute hieher zu locken, darauf einzugehen und sich als Werkzeuge der Ausbeuter gebrauchen zu lassen. Im Auftrage der Cigarrenmacher-Progreffiv-Union Nr. 20: Theodor Schuhmacher, korrespondir ender Sekretär. Partei-Ärchiv. Quittung. Für das Partei-Archiv gingen ferner ein: Von S., Dresden: i Pulkrabek:„Das Ei des Kolumbus." 1 A. E n st: Mein Briefwechsel. 27 Stück Flugblätter, Gedichte, Plakate u. f. w. aus den Jahren 1848/49. 1 H. Vogel: Cholera und Staatshilfe. 32 Heft« Meyer:„Die Wacht an der Mosel",„Berliner Revue." 32 Nummern„Die Waage" aus dem 3., 4. und 5. Jahrgang. Eine große Zahl von Zeitungen und Zeitungsausschnittten. Eine größere Zahl von Flugblättern aus dem Anfang der Partei- Agitation in Deutschland. Eine Anzahl Statuten von Arbeitervereinen. Von I. R., Oberstraß: 1 G. A. D e m m l e r:„Der Dom zu Schwerin. Von K. K. Riesbach: 1 Bocislwm mad piain. 1 Oesterreichischer Arbeiter-Kalender 1884. 1 Poverty and Iis remedy. 1 Mutual Co-operalion. 3 Flugblätter. D i e Archivverwaltung. Briefkastnl ») Ob dieses politisch-sozial-ökonomische Gleichheitsprinzip Aller, die menschlich Angesicht tragen, nun früher oder später auf dem Wege der Reform oder blutigen Gewalt sich verwirklichen läßt, hängt nicht etwa von den sogenannten Führern der Sozialdemokratie ab, sondern viel- mehr davon, wie und wann die ausgebeutete und nothleidende Be- völkerung in Masse zu ihrem Klassenbewußtsein kommt und welche Stellungnahme die jeweiligen Machthabenden hierzu einnehmen. der Redaktion: I. Dtzg.:„Hegelianismus" dkd. empfangen.— Vater B— r. in G e n f: Besten Dank für Uebersendung der„Explosion". Randbemerkung sehr richtig! Die Blase dürfte bald platzen.— der Expedition: Willy: Alles beachtet.— I. Sch. Gz.: öfl. 1 70 Ab. 2. Qu. erh.— Pickelhaube: Fr. 153—(30 Doll.) k Cto. Ab. ic. erh. Bfm. hier nicht reklamirbar. Waren an Tschr. adressirt. Weiteres brieflich.— L. H. Buffalo: Fr. 15 30(3 Doll.) f. Schst. Ab. 2. Qu. u. f. w. erh. Fdsquittung später.— Onkel: Mk. 28 80 und Ggrchng. pr. I. Qu. gutgebr. Neubestellg notirt.— Pforzheim: Mk. 15— pr. Diätfds. v. d. P. Gen. dkd. erh.— Bl. Seesturm: Mk. 3— Ab. 2. Qu. erh.- Rothe Fahne: Mk. 18— Ab. I. Qu. erh. Bfl. Weiteres. - Rathenow: Mk. 13— pr. Dtfds. v. d. P. G. dkd. erh.— F. Z. Biel: Fr. 33 50 Ab. I. Qu. erh. durch Bk.- C. Sch. Bern: Fr.10- gesammelt für's Lehmann-Denkmal, nebst Mk. 3— v. O. dkd. erh. Adr. Gt.M. uns unbekannt.— Lukas: Mk. 6— pr. Schst. und Mk. 7— pr. div. Fonds dkd. erh.— W. W. Schbsch.: Mk. 3— Ab. 2. Qu. erh.— I. V. Nueva Helvetia: Fr. 5— Ab. 2. u. 3. Qu. erh. Gruß!— Mtg. Rr.: Mk. 3— Ab. 2. Qu. erh.— I. Strauß N.-York: Fr. 60 75(Doll. 12) k Cto. Abon. ,c. erhalten.— Maul- wurf Gz.: Mk. 72— 1. Qu. erh. Adr. notirt. Bfl. mehr.— Blanc: Mk. 30— pr Frd. k Cto. erh.— Epilog: Mk. 150— ä Cto. erh- Adr. vorgem.— E. L. N.: Mk. 4 30 Ab. 2. Qu. erh.— R. Lidge l Fr. 10— ä Cto. Ab. 1. Qu. erh. Alles in Ordnung.— H. P. Hbg.: Mk. 3— Ab. 2. Qu. erh.— C. L. Ustrß.: Fr. 4— Ab. I. u. 2. Qu. erh.— Adelbert: Mk. 150— ä Cto. erh. Gegenrchng. Mk. 23 80 gutgebr. Weiteres besorgt.— E. B. L.: Mk. 3— Ab. 2. erh.— W. W. Luzern: Fr. 37 60 Ab. 1. Qu. u. Schft. nebst Beigabe erh. Bstllg. folgt.— D. V. Bern: Fr. 37 50 Ab. 1. Qu. erh.— O. R. Chbg.! Mk. 3— Ab. 2. Qu. erh. Mk. 3 40 pr. Dfds. dkd. verwendet.— A. I. Sflg.: Mk. 11— Ab. 2. Qu. u. Schft. erh.— E. B. Z.: Fr. 1— f. Photgr. erh.— P. G. Montr.: Fr. 2— Ab. 2. Qu. erh. — A. Froschauer a. N.: Mk. 4 30 Ab. 2. Qu. erh.— Salzstadt R.: Mk. 6— Ab. 2. Qu. erh.— Rintheimer Genossen: Mk 5— pr. Diätenfds. dkd. erh.— H. F. Zch.: Fr. 4— Ab. 2. Qu. erh.— W. H. M.: ö. fl. 3— Ab.& Cto. 2. u. 3. Qu. erh.— F. F. Stbg.: Mk. 3— Ab. 2. Qu. u. Mk. 3— pr. Dtfds. dkd. erh.— B. Bkrst. t ö. fl. 3— Ab. 2. Qu. u. Schft. erh. Rest siehe spätere Fdsquittg.— I. Sch. Kst.: ö. fl. 8— f. Schft. erh.— A. Lansrm. Chicago: Fr. 202 55(40 Doll.) ä Cto. erh. Sendg. an Dedq. natürl. nur unter Ihrer Garantie.— Philadelphia: Fr. 75—(15 Doll.) v. Mitgliedern d. Metallarb.-Union pr. Ufds. durch G. Fiedler dkd. erh.— B. K. Hr.: Mk. 3— Ab. 2. Qu. erh.— H. Rtzsche N.-Dork: Fr. 151 90 ä Cto. Ab. ic. erh. Bücher v. Dtz längst ausgewiesen. Sollen fort sein. Weü teres folgt. Neuauflage„Frau" in Arbeit.— Rosa Beck: Mk. 55— ä Cto. Ab. zc. erh. Weiteres notirt.— Fallstaff Lhafen: Mk. 50— pr. Ufds. dkd. erh.— Fr. K. Wkdf.: Mk. 3— Ab. 2. Qu. erh.— L. I. I?.: Mk. 390— k Cto. Ab. ic. erh.— Nische Zch.: Fr. 6- f. Bidr. erh.- E. Sch. Nstdt: Fr. 2,- Ab. 2. Qu. erh.— F. Schr. Gent: Fr. 2 55 Ab. 2. Qu. u. Schft. erh.— Heinrich: ö. fl. 5— ä Cto. Ab. ic. erh. Alles beachtet.— P. T. Paris: Fr. 2 50 Ab. 2. Qu. erh. 14 war fort.— Stbrg.: Mk 50— Ab. April u. ä Cto. alter Rest gutgebr. Bfl. Weiteres.— Rebus: Mk. 6— ä Cto. Ab., erh. Gewünschtes bfl.— Carlo: Mk. 55— k Cto. Ab. tc. erh. Adr. notirt. Bf. fort.— Silesia:'Mk. 50— ä Cto. 83 erh. Adr. geordnet.) — Hlbr. a. N.: Mk. 5— Ab. 2. Qu. erh. Weiteres nach Wunsch.—| A. M. Hbg.: Mk. 4 30 Ab. 2. Qu. erh.— HteHv- York Arbeiter-Fortbildnngsverein Derselbe versammelt sich jeden Montag in Jean firon's Hambvger Hall 176 Ost 3. Street. 1.00(19) Der Verstand. Syziattstische Arveiterpartei Amerika. Sektion New-Aork. Sitzung des Zentralkomites jeden Dienstag Abends 8 Uhr in Lincoln Hall, Ecke Allen und Houston Street. Jeden Samstag finden Versammlungen statt. Näheres siehe „New-Dorker Volkszeitung". Sein bestaffortirtes Lager sammtlicher bekannter deutscher und engtischer sozialdemokratischer Schriften empfiehlt zum Verkauf [1.00] Herrmann SUtzsche, 548, 9. Ave, New-York City. �bonnsmsnts aiit den„Sozialdemokrat" werden ausser beim Verlag und dessen bekannten Agenten— sowohl auf einzelne Monate als ganze Quartale— jederzeit entgegengenommen bei folgenden Filialen und Verkaufsstellen: Zürich Tolksbachhandlnng, Casinostrasse 3, Hottingen. Winterthnr Dentscher Arbeiterverein, Haldenstrasse. Basel Dentscher Terein.! Bern Restaurant Schmntx, Aarburgerstraase 52. Dentscher Terein. Chur F. 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