Erscheint >eln zu«»>ich.«tlich einmal Tie B« nicht, i chh!"» in DeU roßen i Zrehen, msprü Zürich(Schweiz). Berfag der «bo>r»buch Handlung Hottiagen-Zürich. Der oisfteF. v°»se»d»iige- �chen HS 9tB«n f tonlo : Svrlli BewZhnliche Briese »ach der Schweiz losien «kam tzs Dopp.lporto T Spn dem mit de »vo's ne Bea ialiiemckrat >entrat-Argan der deutschen SoziatdemoKratie. Abonnements «erden bei allen schweizerischen Postbureau;, sowie beim Verlag und dessen belannien Agenten enigegengenommen, und zwar zum voraus, ahlbar«« Vierieljahrbpreiz von Fr 2— fLrdieSchweiz MI 8— sur Deutschland sCoavcrt) fl. 1.70 sllr Lesterreich sCouvert) Fr. 2 so sstr alle übrigen Länder del Weltpostvereins lkreuzband). ? n sei ui e die dceigeipaltene Petitzeile 25®z.= 20 Psg. 22, Jonncrstag, 29 Mai »8«» Avis an die Abonnenten«nd Korrespondenten des„Koziatdemokrat." 'türm qv.„ � Da der.kozialdemolrat- sowohl>n Deutschland a» auch In Oesterreich v-rboten ist b-zw.»ersolgt wird und die dort.gen i fle" e»*"— � Miih- geben, unser. L-rbindung.n nach j.nm Ländern mSglichft �nschw«m.�� UN« ...... JJi unsere Zeitung,, und sonstigen Speditionen»ach dort abzufangen, so ist die äugerfie Vorsicht im Postverkehr nothwendig und rsten z Wne«orfichtpmaßregel versäum, wer».», die Bri.-fmarder über deu wahren Absender und Empfänger, sowle den Inhalt »ch er Sendungen zu täuschen und letztere dadurch zu schützen Hauptersorderniß ist hiezu Ilner,«lt», daß unser« Freunde so selten Ich ieben Niederls al« tnägllch an den.Sozlaldemolrat', resp dessen Verlag selbst abressiren, sondern sich möglichst an irgend eine«nverdächtig« Adresse außerhalb Deutschlands und Oesterreichs wende», welche sich dann mit uns in Verbindung setzt! anderseits aber. daß auch uns möglichst unverfängliche ZustellungSadressen mitgelheilt werden. In lweiselhasten Fälle» empfiehl« sich behuf« größerer Sicherheit Relommandirung. Soviel an un« liegt, w-rdön wir gewiß weder Mühe noch Kosten scheuen um trotz aller entgegen- stehenden Schwierigkeiten den.Sozialdemokrat' unseren Abonnenten möglichst regelmäßig zu liesern wurde iZn Mrteigeuoffen! Vergeht der Verfolgten en, "ZllN und Gemaßregelten nicht! lte es Mit I der j ir dan> ich nal» Reklame und Wirklichkeit. � Geheimniß der BiSmarck'schen Politik ist die Reklame. >wie d'�i � to.rb t)on ben g�ingfügigsten Dingen '0 großes Aufheben gemacht, wie in Preußen-Dcutschland, wenn e ls i oßüf nur geeignet sind, den deutschen Reichskanzler in's glänzendste __ zu stellen; in keinem Lande ist der Unfug, die unbedeutendsten Maßregeln mit den hochtrabendsten Worten zu verherrlichen, eingerissen als in Deutschland, dem Lande der Denker. Wir wollen gar nicht von Bismarcks äußerer Politik reden; a wäre eS ja Hochverrath, die Unfehlbarkeit des größten Staats- ranncs unserer Zeit anzuzweifeln. Man braucht nur auf die Geschjchie seiner inneren Politik einen Rückblick zu werfen, um iU skhen, wie von Jahr zu Jahr das Mißvcrhältniß zwischen pomphaften Etikett und dem jammervollen Inhalt sich erschieß w y o r notirt�, -bl. Fr« dem ii Weigert, igte-j büreaukratisch-polizeistaatliche Balgerei mit der katholischen ic. fiutd'tche ward pathetisch Kulturkampf getauft, die Schutz- » rei Zu Gunsten der großen Land-, Eisen- und Baumwoll- »b buaten— Schutz der nationalen Arbeit, die ,zka, PiA?��ung der Steuern unter Schonung der Schnapsbrenner— : M. ifüZ' r'hfchaft8refornt, die Verhunzung des Hilfskassen- csetzeS und des HaftpflichtgefetzeS— Sozialreform, und als leuesle weltgeschichtliche That wird mit Pauken- und -rompetenschall ausgerufen: dieVerkündigung deSRcchtS mf Arbeit., In der That, eine bedeutungsvolle, eine weltgeschichtliche >That*, dieses große Wort, das der große Kanzler so gelassen ausgesprochen hat. Man braucht nur die erste beste deutsche Zeitung vorzunehmen, und man wird mindestens einen Artikel, �ne Notiz über das Recht auf Arbeit darin finden. Denn »wenn die Könige bauen, haben die Kärner zu thun"— auf ueudeutsch: wenn der Kanzler eine Phrase hinwirft, so haben die jjchorsamen Denker Deutschlands ein Evangelium darin zu er- Bicken. Und als Evangelium tischt man dem Volke jetzt das ...»Recht auf Arbeit- auf. Nlyel Leider, leider aber leben wir in einer Zeit, wo namentlich in °kn unteren, den„ungebildeten- Volks klaffen der Un- Zlaube immer mehr um sich reißt,— man will nicht bloS hören, u>an will auch sehen. Man traut der Reklame nicht mehr, o» verlangt Beweist. Und, gedrängt durch den fatalen An- der sozialistischen Abgeordneten, steht sich Bismarck'« Leib- �gan, die„Norddeutsche Allgemeine-, genöthigt, den Schleier, über dem großartigen Präsent an die Arbeiterklasse lag, �was mehr zu lüften, die„Vedute", um mit einem, ob der �kgeisterung über das Recht auf Arbeit ganz aus dem Häuschen (toathenen Mitarbeiter der Münchener„Allgemeinen- zu reden, �was weiter aufzuziehen, und siehe da! es wird sichtbar-- — nein lassen wir am besten die„Norddeutsche- selbst reden: »Hiernach— daß nämlich in England, wo das„Recht °uf Arbeit- längst praktisch geübt wird,„Arbeitsfähige, welche 'hnen zugewiesene Arbeit nicht übernehmen, in ein A r b e i t s- na-K fl 0*)cr e'n G efängniß transportirt werden-—„hier- b»-n' kern Arbeitsfähigen, welcher kein« Arbeit hat, zwar as Recht zu, von der Gemeinde, zu welcher er gehört, Arbeit Zu fordern, aber die Gemeinde ist nicht verpflichtet, ihm «ne besondere technische Arbeit(Handwerk) anzuweisen, welche ...-—« Arbeits. Steine» M.________ den dafür an» waeffenen Lohn zu gewähren, oder Verpflegung. Diese beiden ' jjsti Grundsätze find nützlich für beide Theile: für dm Arbeiter, in. » h" S'S"1 Hunger schützen, für die Gemeinde, indem sie lUN lur die Gewährung einer bescheidenen Verpflegung eine Arbeitskraft verwerthet. Praktisch und faktisch sucht sich der k Ei« fceit{r. sehr bald eine ihm mehr zusagmde Arbeit(!). Diese ' Grundsätze find in dem neuen englischen Armengesetz von 1834 "'cht geändert, sie stehen seit 1601, mithin 283 Jahre, in Kraft, 0hne daß sich aus ihnen sozialdemokratische Parteim oder Revo- utionen mtwickelt haben. Im Gegmtheil, fie haben derm Eni- "ehung verhütet. Wenn die hitzige Phantasie eines Louis Blanc "US jenem„Recht auf Arbeit- etwas ganz anderes gemacht hat, Nämlich„die Organisation der Arbeit resp. von Arbeitswert- statten für ganz Frankreich-, st ist doch jmer verständige und nützliche Grundsatz für solche unverständige Worte nicht verant- Oltlich zu machen, sondern es ist nur die französtsche Nation Zu beklagen, daß fie jenen seit Jahrhunderten destehenden nütz- �chen Grundsatz so thöricht verdrehen ließ.- So wörtlich die„Norddeutsche Allgemeine-. ndS S jereS «ne veionoere tecynssche Arbeit(Handwerk) anzuwei « vielleicht erlernt hat, sondern ihn lediglich al» 'rast, sei es durch Ausbessern der Wege, Zöpfen, Holzhauen k. zu verwenden und den schv Also aus England, dem Lande des„herzlosen Manchesterthums- kommt uns das Heilt Das„Recht auf Arbeit" ist nicht etwas NeueS, bisher noch nie Dagewesenes, echt Bismarck- Hohen- zollern'sches, sondern eine uralte, seit dreihundert Jahren prakti- zirte Geschichte!— nun, ein jämmerlicherer, schimpflicherer Rück- zug als dieser, ist unS, soweit unsere Kenntniß reicht, noch nicht vorgekommen. Beiläufig, England gilt zwar als das Heuchelland par excel- lence, indeß so verheuchelt, eine Maßregel der Armmgesetzgebung „Recht auf Arbeit" zu taufen, war man dort doch nicht. DaS Recht auf Arbeit als Forderung ist und bleibt französischen Ursprungs, und zwar ist sein Vater Fourier, in dessen Phalansterium eS sich verwirklichen sollte— Fourier war klug genug, das Phalanstere, die Organisation der Arbeit alS Vor- bedingung vorauszusetzen. Seine Nachfolger, die fcied- liebenden Philister der„Demokratie pacifique". verbreiteten diese Phrase ihres ungefährlichen KlangeS wegen, und die Pariser Ar- beiter ließen sie sich bei ihrer absolutm theoretischen Unkenntniß 1848 aushängen, weil sie„so praktisch", so wenig uto- pistisch", so„ohne Weiteres realistrbar" aussah. Wie sie von der herrschenden Gesellschaft damals realisirt wurde, ist bekannt genug. Aber lassen wir die Genealogie der Phrase, nehmen wir die Sache, wie die Norddeutsche, d. h. Bismarck sie versteht, nehmen wir England, wo dieser„nützliche und verstandige Grundsatz" richtig erfaßt wurde, sehen wir zu, wie sich das Ding in der Praxis macht. Natürlich tritt das„Recht auf Arbeit" dann in Wirksamkeit, wenn es allgemein an Arbeit fehlt, in Zeiten der Krisen. Eine der letzten großen Krisen war die KristS von 1366/67. Anfang 1867 besuchte ein Korrespondent des„Morning Star" die Hauptfltze des Leidens und in seinem ausführlichen Berichte') heißt es u. A.: „Im Osten von London, den Distrikten von Poplar, Millwall, Greenwich, Deptford. Limehouse und Canning Town befinden sich mindestens 15,000 Arbeiter sammt Familien in einem Zu- stand äußerster Roth, darunter über 3000 geschickte Mechaniker. Ihre Reservefonds find erschöpft in Folge sechs- oder achtmonat- licher Arbeitslosigkeit. „Ich hatte große Mühe, zum Thor des Workhouse(von Poplar) vorzudringen, denn eS war belagert von einem auS- gehungerten Haufen. Er wartete auf BrodbilletS, aber die Zeit zur Vertheilung war noch nicht gekommen. Der Hof bildete ein großes Quadrat mit einem Pultdach, baS rings um seine Mauern läuft. Dichte Schneehaufen bedeckten die Pflastersteine in der Mitte de» Hofe«. „Hier waren gewisse kleine Plätze mit Weidengeflecht abge- schlössen, gleich Schafhürden, worin die Männer bei besserem Wetter arbeiten. Am Tage meines Besuchs waren die Hürden so verschneit, daß Niemand in ihnen sitzen konnte. Die Männer waren jedoch unter dem Schutz der Dachvorsprünge mit Maca- damifirung von Pflastersteinen beschäftigt. Jeder hatte einen dicken Pflasterstein zum Sitz und klopfte mit schwerem Hammer auf den frostbedeckten Granit, bis er 5 Bushel davon abge- hauen hatte. Dann war sein Tagewerk verrichtet und- erhielt er 3 Pence(30 Pfennige) und ein Billet für Brod. „In einem anderen Theil deS HofeS stand ein rhachitischeS kleines Holzhaus. Beim Oeffnen fanden wir eS gefüllt mit Männern, Schulter an Schulter gedrängt, um einander warm zu halten. Sie zupften SchiffStau und stritten mit einander, wer von ihnen mit einem Minimum von Nahrung am längsten arbeiten könne, denn Ausdauer war der point d'honneur. In diesem einen Workhouse allein erhielten 7000 Unterstützung, darunter viele Hunderte, die sechs oder acht Monate zuvor die Höchsten Löhne geschickter Arbeit(l) in diesem Lande verdienten. Ihre Zahl wäre doppelt so groß gewesen, gäbe eS nicht so viele, welche nach Erschöpfung ihrer ganzen Geldreserve dennoch vor Zuflucht zur Pfarrei zurückbeben, so lange sie noch irgend etwas zu versetzen haben." Nicht wahr, ein sehr verführerisches Bild? Die Verpflegung ist allerdings recht„bescheiden", die Arbeit für einen geschickten Mechaniker, einen geübten Ziseleur nicht sehr einladend, indeß „faktisch und praktisch sucht sich der Arbeiter sehr bald eine ihm mehr zusagende Arbeit.- Wir wollm'S meinen. Die Norddeutsche braucht nur noch da« Geheimniß zu lösen, wie und wo er sie in Zeiten der Krists findet. „Ausbessern der Wege, Steineklopfen, Holzhauen,"— alles Arbeiten, die bei dem heutigen Stand der Technik längst schon durch Maschinen verrichtet werden könnten, wenn die menschliche Arbeit nicht immer noch zu so billigem Preise für diese er- müdende, geisttödtende Arbeit zu haben wäre, daß die Einfüh- rung von Maschinen noch nicht rentirt. ES ist die kolossalste Verschwendung von Arbeitskraft, die da noch immer un- verfroren praktizirt wird. *) Zitirt von Karl Marx: folgende. Das Kapital, 2. Auflage Seite 698 und be- die g«- die In der That. die heutige kapitalistische Gesellschaft zeigt mit jedem Tage deutlicher, daß sie ein Hinderniß der allgemeinen Entwickelung geworden, daß sie den Fortschritt, statt ihn zu be» fördern, aufhält, daß ihre eigenen Produktionsmittel ihr reitS über den Kopf gewachsen find, daß ihre Beseitigung, Umwälzung der Produktionsweise, eine Rothwendigkeit worden. Und diese nothwendige soziale Revolution sollte durch Auffrischung der englischen Armengesetze, durch Arbeitshaus und Arbeitskolonie, diese in der heutigen Gesellschaft einzig mögliche Verwirklichung des„Rechtes auf Arbeit", verhütet werden können? Verhütet werden bei einer sozialistischen Arbeiter- bewegung, die durch kein Ausnahmegesetz niederzuhalten ist? Wahrlich, um auf eine so geniale Idee zu kommen, muß man in der That der größte lebende Staatsmann, muß man der große, der gewaltige Bismarck sein. Aber, er hat das Wort einmal gesprochen, und nun soll er mit der Sprache herausrücken, was er sich dabei gedacht. Die deutschen Arbeiter werden sich von ihm nicht hinter's Licht führen lassen— an ihrer Zähigkeit gehen seine diplomatischen Kunststücke in die Brüche, ihrer Gewitztheit gegenüber hilft keine noch so pomphafte Reklame. Der naturwissenschaftliche Materialismus. Aus einem Vortrage Paul Lafargue's. II. Die Entwicklung des Menschen scheint wie die jedes anderen orga- nischen Wesens nur eine Wiederholung der Entwicklungsphasen der Thiere zu sein, die ihm in der Reihenfolge vorausgingen, oder, was auf das- selbe hinausläuft, die niederen Thierarten sind nur Entwicklungsphasen der höheren Arten*), gleichwie Sklaverei, Hörigkeit und Lohnsystem nur Phasen der sozialen Entwicklung sind. Je größere Fortschritte die Wissenschaften machten, um so mehr hörten der Glanz der Himmel und die Schönheiten der Natur auf, den Ruhm Gottes zu verkünden-, nur die Mißgeburten verkündeten noch seine All- macht,„Die Mißgeburt", schrieb der Exatheist Chateaubriand stolz in seinem„Geist des Christenthums",„ist eine Probe von diesen Gesetzen des Zufalls, der nach dem Atheisten die Welt in's Leben gerufen haben soll. Gott hat sie zugelassen, um uns zu zeigen, was eine Schöpfung ohne ihn ist." St.-Hilaire hat Gott auch diesen dürftigen Beweis für seine Allmacht geraubt, indein er nachwies, daß die Mßgeburt keine außerhalb der Naturgesetze stehende Erscheinung ist, sondern einfach ein Wesen, bei dem sich nicht alle Umformungen, die zum normalen Typus nöthig sind, entwickelt haben, ein Wesen, das in seiner Entwicklung stehen geblieben. Während die Enibryologie den Entwicklungsgang der Thiere enthüllte, zeigte das Studium der entwickelten Organismen, daß welche Form ein Organ auch habe, es stets aus den gleichen Elementen zusammengesetzt sei, wenn auch in einer Weise modifizirt, daß sie oft nicht zu erkennen sind. So ist die Schale des Hummer sein Skelett; er lebt i n demselben, statt um dasselbe herum konstruirt zu sein; die Tasche deS Känguruweibchens ist eine sehr tiefe Hautsalte, der Rüssel des Elephanten ist eine außer- ordentliche Verlängerung seiner Rase, das Horn des Rhinozeros ein ge- waltiger Haufen miteinander verwachsener Haare. Schon Aristoteles hatte bemerkt:„da die Feder für den Vogel das nämliche ist als die Schuppe für den Fisch, so kann man die Federn mit den Schuppen, und ebenso die Knochen mit den Gräten, die Nägel mit dem Horn, die Hand mit der Scheere des Krebses vergleichen. Auf diese Art sind die Theile, aus denen die Thiere zusammengesetzt sind, dieselben und doch verschieden."-*) Diese neuen Theorien stießen die Theorien von der Gottheit um und schufen eine neue Lehre, die Oken folgendermaßen sormulirt hat:„Der Mensch ist nicht geschaffen worden, er hat sich entwickelt." Sobald man eininal die Annahme eines schöpsenden Gottes verwarf, mußte man, um die Erscheinungen des Lebens zu erklären, auf die Thätigkeit der Kräfte der Materie zurückgreifen, die Erschaffung der Pflanzen und Thiere und ihren Ursprung der Wirkung(der Thäftg- keil) der kosmischen—) Umgebung, der„uingebenden Welt", wie G. St.- Hilaire sagte, zuschreiben. Mit einem Gott Schöpfer konnte man sich leicht, ohne jedes Kopfzerbrechen, über Alles klar geworden. Da waren die Menschen geschaffen worden, um die Wanzen und Flöhe mit Blut zu mästen, die Arbeiter, um die Müssiggänger zu mästen, die Miether um der Miethsherren willen ic. tc. Die materialistische Theorie wirst diese ebenso billigen wie über- zeugenden Erklärungen über den Haufen. Die modernen Naturforscher machen zwar in puncto Servilität den Pfaffen starke Konkurrenz, aber sie erfreuen sich nicht jener gesegneten UnwiffenHeit, die den frommen Leuten gestattet, frisch und fröhlich den größten Blödsinn zu proklamiren; und so müssen sie mühsam die hauptsächlichsten natürlichen Faktoren der organischen Entivicklung erforschen, ohne behaupten zu dürfen, die Ursache aller dieser Erscheinungen angeben zu können. Charles Darwin gebührt die Ehre, mehrere dieser Faktoren entdeckt zu haben. Darwin hatte den Vortheil, in dem klassischen Lande der Züchter zu leben; er bemerkte, daß die Hausthiere zahlreichen Variationen unter- worfen waren, die sobald sie die Aufinerksamkeit eines Züchters erregten, sorgsam gehegt und gepflegt wurden, Huxlei führt ein klassisches Beispiel an: Die Hammel von Maffachusets hatten den Teufel in den Beinen, keine Hecke war zu hoch, als daß sie nicht darüber hinwegsprangen, und vie Farmer verzweifelten fast daran, sie einpferchen zu können. Eines Tages warf ein Schaf einen Widder mit sehr kurzen Beinen. Jetzt habe ich das Mittel gegen die Launen- haftigkeit meiner.Hammel, rief der Besitzer. Cr zog diesen kurzbeinigen *) Serres sagt in seiner„Vergleichenden Anatomie des Gehirns", daß die Fische in Bezug auf viele ihrer Organe die permanenten Embryone der höheren Klaffen sind. ♦♦) Aristoteles, Naturgeschichte der Thiere. ***) Kosmisch von Kosmos, das Weltall. Widder mit Sorgfalt auf, bediente sich seiner als Zuchtwidder, und nach einigen Jahren hatte er nur noch kurzbeinige Hammel, denen die Springlust ihrer Vorfahren vollständig abging. Die Nachbarn machten es ihm nach, und heute gibt es in Amerika eine Rasse Dachshammel, wie es bei uns Dachshunde gibt. Gleiche Erscheinungen gibt es bei den wilden Thieren. Bei dem Wurf einer Wölfin oder eines Kaninchenweibchens sind nicht alle Jungen gleich, fie unterscheiden sich mehr oder minder von einander; das gefräßigste z. B., das am längsten an der Mutter saugt, wird am schnellsten stark und geschickt, den Gefahren, die es bedrohen, zu entfliehen, und sich die Nahrung, deren es bedarf, zu verschaffen. Es hat mehr Aussicht als die anderen, das Alter der Reife zu erreichen, sich fortzupflanzen und die Vielsraß-Eigenschast, die seine Ueberlegenheit ausmacht, zu vererben. Die wilden Truthähne find erschreckliche Marschirer, die Truthenne legt enorme Distanzen zurück, gefolgt von ihrer glucksenden Familie. Die Küchel, die zu schwach sind, um den Marsch auszuhalten, bleiben auf dem Wege liegen und sterben, während die jungen Puter mit Knie- kehlen von Stahl aushalten und ihre Eigenschaften fortpflanzen. Die Natur ist weder moralisch noch gut noch intelligent— ihre blinden Kräfte unterdrücken unbarmherzig die Schwachen und lassen nur die Starken leben. Die kleinsten Veränderungen eines Organs, welche einem Thier einen Vortheil über seine Konkurrenten verschaffen, werden erhalten und pflanzen sich von Generation zu Generation fort und entwickeln sich: auf diese Art kann man die stählernen Klauen des Löwen, seine An- griffswaffe, und die reiche Mähne, die gleich einem Schilde seine Brust schützt, erklären. Viele Thiers nehmen die Farbe der Gegenstände an, in deren Umgebung sie leben, das Chamäleon ist grün wie das Laub der Bäume, die Laus weihlich wie das behaarte Fell; diese Aehnlichkeit der Farbe ist ein Schutz gegen ihre Feinde. Die Vogelweibchen, die während des Brütens unbeweglich bleiben müssen, würden von den Raubvögeln bald bemerkt werden, wenn sie das glänzende Gefieder ihrer Männchen hätten. Und so weiter, u. s. w. Es gibt also eine natürliche Auswahl unter den Thieren: die begabtesten, ihrer natürlichen Umgebung angepaßtesten sind es, die im Kampf um's Dasein triumphiren. Die natürliche Auswahl weicht von der k ü n st l i ch e n, die der Züchter vornimmt, darin ab, daß der Mensch, wenn er bei einem Thiers eine Eigenschaft wählt und entwickelt, nur an den Nutzen denkt, den sie ihm bringt; oft opfert er ihr das Thier auf. So ist z. B. das bei dem Hausschwein entwickelte Fett diesen selbst schädlich. Die natürliche Auswahl dagegen bewahrt nur die dem Thiers nützlichen Eigenschaften. Weil eben die Naturkräfte unintelligent sind, sind ihre Resultate intelligent. Aber in der Natur wirken intelligente Kräfte: überall, wo es Wahl, Bestimmung gibt, ist auch intelligente Thätigkeit vorhanden. Die Schmet- terlinge, die auf einem Felde oder Beete herumflattern, suchen die Blumen aus, auf welchen sie sich niederlassen wollen; und es ist ein wahres Glück für uns, daß sie denselben Sinn für Farbe haben wie wir. Denn sie sind es, welche die glänzende Färbung der Pflanzen erhalten und entwickelt haben: indem sie nämlich von Blume zu Blume flattern, tragen sie den Samen derselben weiter und befruchten sie so, und man hat beobachtet, daß es die lebhaftest gefärbten Blumen sind, die von den ge- flügelten Zwischenträgern vorzugsweise besucht werden. Auch die Vögel haben einen sehr entwickelten Schönheitssinn; wenn die Männchen um ein Weibchen werben, präsentiren sie sich vor ihnen mit ihren schönsten Federn. Die Affen, die in der Reihe der Thiers dem Menschen als Vorfahren am nächsten stehen, präsentiren den bewundernden Blicken ihrer Angebeteten ihren von einem farbig glänzenden Glorienschein umgebenen After. Herr Cousin, wo wird das Schöne, dieses Attribut Gottes, sich noch einnisten? Pflanzen und Thiere hätten sich nicht entwickeln können, wenn sie nicht diese Eigenschaft voller Mysterien— unbegreiflicher als die der Reli- gionen— besäßen: die Vererbung, die es ihnen ermöglicht, die erwor- benen Eigenschaften fortzupflanzen. Jedes organische Wesen ist ein Akku- mulator(Anhäuser) der Eigenschaften seiner Vorsahren; es ist ein Kon- servativer, der sogar die Organe, deren Gebrauch er verloren hat, erbt, erhält skonservirt) und fortpflanzt. Die natürliche und geschlechtliche Auswahl, diese geniale Entdeckung Darwins, vermag jedoch nicht über alle Erscheinungen des Lebens Aufschluß zu geben; eine ganze Anzahl werden durch sie nicht berührt. Darwin war vor Allen bereit, dies anzuerkennen. Ich will nur ein Beispiel an- führen: das außerordentlich biegsame Sprachorgan des Papagei dient ihm in keiner Weise; die erstaunlichen Fähigkeiten desselben zeigen sich erst, wenn das Thier in Gesellschaft von Menschen geräth. Um gewisse Erscheinungen bei den organischen Wesen im Zusammen- hang zu begreisen, muß man das Gesetz der„Ausgleichung sbalanesmont) der Organe", welches Saint-Hilaire das Gesetz der„Abhängigkeit(Subordination) der Organe" in Betracht ziehen und das Cuvier folgender- maßen formulirte: „Jedes organische Wesen bildet eine Gesammtheit, ein einziges und geschlossenes System, dessen einzelne Theile mit einander zusammenhängen und durch gegenseitige Rückwirk, ng zur gleichen Thätigkeit mitwirken. Keiner dieser Theile kann sich verändern, ohne daß die andern sich nicht auch verändern." Beispielsweise kann die Form der Zähne eines Thieres sich nicht ver- ändern, ohne mehr oder minder bedeutende Modifikationen nach sich zu ziehen: der Kiefer und der sie bewegenden Muskeln, der Knochen des Schädels, mit denen sie in Verbindung stehen; der Knochen und Muskeln des Halses, der Beine; der Art der Ernährung des Thieres und folglich auch der Länge und Form seiner Eingeweide— mit einem Wort: aller Theile des Körpers.— Wahrscheinlich ist die Bildung von Organen, wie der Sprechapparat des Papagei, eine Folge der Umwandlung seiner Pfoten, seiner Flügel und aller anderen Organe, die sich den äußeren Lebensbedingungen anpassen mußten. Wenn jedes organische Wesen ein System bildet, dessen einzelne Theile so eng verknüpft sind, daß kein einziges angetastet werden kann, ohne daß die anderen nicht mitbetroffen würden, so bildet die kosmische Um- gebung mit ihrer Fauna, d. h. ihren Thieren, und ihrer Flora, d. h. ihren Pflanzen, ein weites und unabgegrenztes System, dessen Theile jedoch mit einander eng verknüpft sind. Die kosmische Umgebung kann sich nicht ändern, ohne auf die Thiere und Pflanzen, die sie bewohnen, zurückzuwirken, und umgekehrt können sich die Thiere und Pflanzen nicht verändern, ohne auf die kosmische Umgebung zu reagiren. Die Wal- düngen üben z. B. einen merklichen Einfluß auf die Temperatur eines Landes, die Menge Wassers, die es aufnimmt, und die Bildung seines Pflanzenbodens aus. Darwin hat auf die Rückwirkungen hingewiesen, die unendlich kleinen Wesen und außerordentlich trivialen Ursachen ge- schuldet sind. Würmer, welche Erde effen, arbeiten Pflanzenerde aus und geben sie der Oberfläche zurück, indem sie in ihre fadenförmige Exkre- ment« die Kiesel einhüllen, die dieselbe wieder bedecken. Die Liebe, welche die alten Jungfern in den Dörfern für die Katzen haben, die die Feld- mäuse fressen, welche die Stöcke der Bienen und Hornissen fressen, die, wenn sie auf Beute ausschwärmen, den Samen der Pflanzen forttragen und zur Besruchtung und Vermehrung der Pflanzen beitragen— diese Liebe wirkt indirekt auf die Feuchtigkeit der Atmosphäre ein: so schaffen, wie die umgebende Welt ihre Flora und Fauna bestimmt, Pflanzen und Thiere auf's Neue die kosmische Umgebung, die ihnen Leben gegeben. Und angesichts dieser Zeugniffe für die Rückwirkung der lebenden Wesen auf die kosmische Umgebung behaupten die Oekonomen, daß die Menschen die Gesetze ihrer ökonomischen Umgebung nicht beeinflussen können ihr eigenstes Produkt! Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 28. Mai 1884. ierge und herauskommt— eine — Eskreisendie neue Steuer. Die Freude der Nationalliberalen, mit thcilnehmen zu dürfen an dem großartigen Werk der Sozialreform, die weder sozia- listisch noch überhaupt eine Reform ist, die Freude, nunmehr wieder positiv wirken zu können, ist ihnen bitter vergällt worden. Als Nachtisch auf den angenehmen Braten der Verlängerung des Sozialisten- gesetzes präsentirt ihnen Bismarck jetzt eine Schüssel Obst, die sauer, sehr sauer ist: einen Entwurf auf Abänderung des R e i ch s st e m p e l- steuergesetzes, ein Machwerk, das in jeder Zeile den Haß oder bester die E i f e r s u ch t des pommerschen Krautjunkers gegen das „mobile Kapital" athmet— gegen das fundirte Kapital hat er nichts einzuwenden, und so läßt er auch das Geschäft in Koupons frei. Im Uebrigen aber geht der neue Entwurf noch über das hinaus, was vor drei Jahren der feudal-konservative Heißsporn von W e d e l l forderte. Das damals angenommene Stempelsteuergesetz hat den er- warteten Goldregen nicht eingebracht, der„Giftbaum" war bei dem ein- fachen Schlußscheinstempel zu billig davon gekommen, und da haben denn Bismarck und„seine Leute" einen neuen Entwurf zu Stande gebracht, daß nicht nur die Börse, sondern die ganze kapitalistische Geschäftswelt quietscht— nein, laut aufschreit. Prozentuale Steuer Vio pro Mille von Kauf und Verkauf, ob im Inland oder im Ausland abgeschlossen, und vor Allem Eintragung aller der Steuer unterliegenden Geschäfte, auch mündlich abgeschlossener, in an das Steueramt zur Kontrole einzureichende Register— obligatorische Schnüffelei. Die armen, armen Nationalliberalen! In Heidelberg und in Berlin haben sie sich für eine höhere Börsensteuer erklärt, was ebenso billig war, wie ihre Schwärmerei für die Sozialreform, denn die Börsen- männer sind gewiegte Kasuisten, die sich mit jedem speziell auf die Börse zugeschnittenen Gesetz abzufinden wissen, und nun heißt es plötzlich: Börse hin, Börse her, Geld will ich haben, und zwar viel. Wer also mit mir gehen will, muß bewilligen, wer nein sagt, ist nicht regierungs- fähig, der kann sich trollen. Die größere Logik ist hier selbstverständlich aus Bismarck's Seite. Das Geschrei der Nationalliberalen, daß der neue Entwurf„mit einem Versuch, die Auswüchse des Börsengeschäftes, das eigentliche Spekula- tionsgeschäst, zu belasten, gar nichts mehr gemein"*) habe, ist einfach lächerlich. Ein solcher Versuch wird und muß immer scheitern. Ehe die Herren nicht beweisen, daß die außerhalb der Börse von Nicht börsianern abgeschlossenen Geschäfte an sich reinlich und zweiselsohne sind, daß es z. B. ehrenhafter ist, gelegentlich ganze Hopfenernten aufzukaufen, um die Preise zu treiben, als in italienischer Rente zu spekuliren, ehe sie nicht genau angeben können, wo der„Giftbaum" aufhört und die gesin- nungstüchige Geschäftseiche anfängt, werden sie sich mit ihrer m o r a- tischen Börsensteuer immer nur blamiren. Geschäft ist Geschäft, sagt Bismarck, Ich will meinen Rebbes haben. So sitzen sie nun in der Klemme. Annehmen mögen sie nicht, wegen ihrer guten Freunde in der Geschäftswelt, und wenn sie ablehnen, so entzieht ihnen Bismarck seine Huld, Bennigsen und Miquel kommen nicht in den Staatsrath, und auch der Spießer, auf deffen Stimmen ihre pathetischen Reden berechnet waren, läßt sie im Stiche, denn der Spießer empfindet gegen die Börse, an der er so gerne spekuliren möchte und doch nicht kann, den vollen Haß sittlicher Entrüstung. So sitzen die armen Nationalliberalen wieder einmal in der unange- nehmsten Position der Welt— zwischen zwei Stühlen. Lassen wir sie da sitzen. Für unsere Partei ist die neue Vorlage natürlich unannehmbar. Einmal ist unser Kamps gegen den Kapitalismus himmelweit verschieden von dem spießerhaft bornirten Haß gegen das mobile Kapital, und zweitens bewilligen wir einer Regierung, die uns ächtet, uns verfolgt und zu ruiniren trachtet, überhaupt keine Steuern— nichts! — Solidarität. UnsereParteivertreter imReichs- tage haben an die Genossen in Amerika folgenden Aufruf gesendet: „An unsere Parteigenossen in den Vereinigten Staaten. Parteigenossen! Wir wenden uns heute mit einer Bitte an Euch. Ihr seid durch die verschiedensten Ursachen, nicht wenige von Euch durch das Sozialistengesetz, dieses Proskriptionsgesetz im schlimmsten Sinne des Worts, dessen Verlängerung soeben auf's Neue geplant wird, aus der Heimath vertrieben worden. Nichtsdestoweniger verfolgt Ihr mit Interesse die Vorgänge in Eurem ehemaligen Vaterlande und kämpft heute in der neuen Heimäth für dieselben Ideen, für die Ihr einst Seite an Seite mit uns gestritten und gelitten habt. Denn unsere Ideen sind überall die gleichen und führen zur Befreiung der Arbeit und zur Völkerverbrüderung. Aber dieses Ziel kann nur erreicht wer- den, wenn der Kampf hierfür in jedem Lande nach den ihm eigen- thümlichen Bedingungen geführt wird. Im deutschen Reiche sucht man uns, wie Ihr Alle wißt, durch Aus- nahmegesetze und Gewaltmaßregeln aller Art zu Boden zu werfen und zu vernichten. Aber die Partei hat den Ansturm der Feinde siegreich zurülsgeschlagen. Wohlorganisirt und guten Muthes steht sie im Feld, neues Terrain erobernd, das alte aber vertheidigend und dabei stets der guten Regel gedenk, daß die beste Vertheidigung der Angriff ist. Dies erkennend, suchen unsere Feinde die alten Fesseln auf's Neue uns anzulegen. Das Sozialistengesetz soll verlängert und im Weige- rungssall der Reichstag aufgelöst werden. Heute wie immer von der Ansicht ausgehend, daß eine Umwandlung der bürgerlichen Gesellschaft in die sozialistische nur möglich ist, wenn in dem durch den allgemeinen Auflösungs- und Zersetzungsprozeß wohl vorbereiteten Boden unsere Ideen sich einwurzeln können, und daß, wie die Erfahrung bewiesen hat, die Reichstagswahlen eine treffliche Gelegen- heit zur Verbreitung unserer Ideen bilden, sind wir entschlossen, mit aller Energie in den Wahlkampf einzutreten. Die politische und wirthschaftliche Lage ist günstig. Die Angehörigen der mittleren Schichten(Kleinbürger, Bauern, weite Kreise in den sog. höheren Kreisen) sind mit den bestehenden Zuständen unzufrieden, weil sie ihren Untergang als selbstständige Existenzen vor Augen sehen und begreifen, daß ihr Emporsteigen zu höherer Lebensstellung unter der rasch wechselnden Konkurrenz immer schwerer und immer hoffnungsloser wird. Dagegen tritt die Arbeiterklasse immer selbstbewußter auf und schöpft sogar die Kraft aus den sog. sozialreformerischen Plänen der Reichs- regierung, ohne sich über die Unzulänglichkeit und Zweideutigkeit dieser sogenannten Reformen zu täuschen. So treten wir fest und entschloffen in den Wahlkampf ein. Aber dieser erfordert Mittel, bedeutende Mittel, und unsere Kräfte sind durch den Kampf und die Verfolgungen auf das Stärkste in Anspruch ge- nommen. Parteigenossen in den Vereinigten Staaten! Wir wenden uns jetzt an Euch, uns zu helfen und beizustehen. Der politische Kampf legt Euch nicht die Opfer auf, unter deren Last man uns zu erdrücken sucht: Ihr seid im Stande uns zu unterstützen und Ihr werdet uns unter- stützen. Schafft Mittel so viel Ihr könnt und schafft sie— rasch!— Wenn diese Zeilen vor Eure Augen kommen, kann das Schicksal des Reichstages bereits entschieden sein, können wir vor den Neuwahlen stehen. Damit aber keine Zersplitterung und ungleiche Verwendung der ge- sammelten Mittel eintrete und auch keine behördliche Konfiskation vor- komme, bitten wir die Gelder ohne Ausnahme an die Expedition des„Sozialdemokrat" in Hottingen-Zürich zu senden. Ueberzeugt, daß Ihr eingedenk der Wichtigkeit des Kampfes, den wir im deutschen Reiche für den Sieg unserer Ideen kämpfen, unserer Aufforderung freudig folgen werdet, rufen wir Euch zu: Frisch auf an's Werk I Deutschland, den 20. April 1884. Mit sozialdemokratischem Gruß und Handschlag! Die sozialdemokratische Fraktion des deutschen Reichstages Bebel. Bios. Dietz. Frohme. Geiser. Grillenberge r. Hasenclever. Kräcker. Liebknecht. Stolle. Vollma r." Die Parteileitung der sozialistischen Arbeiter Nordamerikas, an welche der vorstehende Aufruf gerichtet war, veröffentlicht denselben in der „New-Aorker Volkszeitung", begleitet von folgendem Appell an„s ä m m t- liche Sektionen der Partei, sowie an alle Genossen und Freunde unserer Sache im Land e." „Die sozialdemokratische Fraktion des deutschen Reichstages hat uns heute den nachstehenden Ausruf zur Unterstützung des Wahlkampfes in Deutschland zugehen lassen. *) Münchener Allgemeine vom 25. Mai. Indem wir denselben allen Freunden unserer großen Sache it breiten, sind wir uns bewußt, daß dieser beredte und nachdrüt Appell unserer deutschen Genoffen keiner Befürwortung bedarf, vir den Herzen ihrer Brüder in Amerika einen allgemeinen und Nachhall Widerhall zu finden. Wir wiffen, daß die Opferwilligkeit der kla bewußten deutschen Arbeiter hier zu Lande nicht zurückstehen wird hl jener, welche die Jrländer so oft ihren kämpfenden Landsleuten gl haben. Und unsere Genoffen in diesem Lande haben ein doppelt starkes W zu dem Kriegsfond der deutschen Arbeiterpartei beizusteuern. Sie horchen damit nicht nur dem Gefühl der Solidarität der Anhängli an die ehemaligen Kampf- und Leidensgenossen; nein, mehr als' sie fördern die Arbeiterbewegung im Allgemeinen, indem sie die posten derselben stärken. Wir ersuchen nunmehr alle Parteigenoffen und Freunde, unverzö mit der Organisation von Sammlungen zu beginnen und hierbei gedruckten Sammelbogen, welche mit dem Stempel des Exekutivko« versehen in aller Kürze an die Sektionen und Genossen versandt wei zu benützen, sowie eingehende Gelder an den Unterzeichneten zu se« New-Dork, den 7. Mai 1884. Das National-Exekutiv-Komite d« Sozial. Arbeiterpartei. W. L. Rosenberg, Sekr., III Clinton P New-Dork-City." Angesichts der vielen Beweise von Anhänglichkeit an die in der math kämpfenden Brüder, die unsere Brüder in Amerika bereits gelegt, wäre jeder Zweifel daran, daß sie dem an sie gerichteten Ai in jeder Weife nachkommen werden, eine Beleidigung. Sie wb thun, was in ihren Kräften steht, um unserer gemeinsamen S einen möglichst großen Erfolg zu sichern. A M u 9 SS e s ti Ii g � 3rae vlesen wir in legten Walen st»d. i wtz ei falsci tu tö ist ve lel R« ge su sir kei «! da eri — Rußlands Schergen. In der That, wenn die B e v i e n- einmal in der ganzen Welt aussterben, wird man sie in Deutsch' immer noch schockweise haben können. Das hat sich neuerdings i# einmal recht deutlich gezeigt. Mitte März reiste ein Ruffe, der in der Schweiz studirt, nach De» land. Cr hatte einige in Deutschland nicht verbotene Brosch- bei sich— Exemplare der russischen Ausgabe von Engels'„Entwick des Sozialismus von der Utopie zur Wiffenschaft" ic. In F r e i b> im Breisgau stieg er im dortigen„Hotel zum Freiburi Hof" ab und— wurde sofort verhaftet! Der Kellner I die Schriften bei ihm gesehen und ihn schleunigst der Staatsanwalts! wie man sagt, für ein entsprechendes Trinkgeld, denunzirt. Namen dieses diensteifrigen Burschen werden wir, sobald er uns getheilt, zur verdienten allgemeinen Berücksichtigung kannt geben. Bulygin, dies der Name des Ruffen, schrieb sofort seiner in Z« lebenden Frau, die seinen Brief auch richtig n a ch a ch t T a g e n(!) erh Sie besorgte sofort einen Rechtsanwalt, um die Angelegenheit Mannes zu führen. Die Sache mußte sich ja schnell erledigen, denn!• hatte der Untersuchungsrichter durch einen vereideten Uebersetzer 1 Inhalt der Schriften erfahren, als er erklärte, es liege kein Grund i Anklage zu erheben. Aber man hatte die Rechnung ohne den Staatsanwalt gel Dieser Ehrenmann zog den Prozeß mit aller Gewalt in die Li machte immer neue Verdachtsmomente geltend, bis— nun bis sein Ansang an geplanter Streich geglückt war. Unter dem Vorwan! müsse die Identität des Verhafteten feststellen, hatte er denselben p graphiren lassen und die Photographie nicht nur nach Zürich, so nach Rußland, an sämmtliche Regierungsämter schickt. Sofort fand sich auch ein strebsamer Kollege, der in Bui > tve Ri sät ric Fr Ho Fö un; Nel M. ner mu wü »B I mo tij als so übe Eni bar such - U ' in der„ ..«Die flößen S ( Daher) sondern welch. en i'vilisirp «Merika 1871, b, «en Ru über in „einen gefährlichen Nihilisten" rekognoszirte, und hinterdemRüiffniß-1 des Advokaten— ja unter absichtlicher Täuschung? � selben— wird Bulygin bei Nacht und Nebel aus Freidurg ss herrsche,, und, wie die Zeitungen jetzt berichten, an die russische Grenze tr» fix portirt, mit anderen Worten: an Rußland ausgeliefert. blutgieri Wie gut die Gesellschaft wußte, daß sie einen S ch u r k e n st r e' werfen> verübte, beweist die Heimlichkeit, mit der sie die Sache beä'pathie f Daß Väterchen seine Spitzel im Auslande unterhält, wußten wir liiüiG esetz hier aber handelt es sich nicht um russische, sonder» u„> d e u t sl Spitzelei— ein d e u t s ch e r Staatsanwalt hat sich ff? willig zum niedrigsten Schergenamte des halbasiatisss Despoten hergegeben, ein Mann, der das Recht schützen soll, den 5 langer der brutalsten Polizeigewalt gespielt. Einer solchen Nied'j t r a ch t ist nur eine Bedientennatur fähig, ein Exemplar erbärmlichen Kriecher, die vor allen Höfen scharwenzeln, heute vor ei" Napoleon, morgen vor einem Alexander auf dem Bauche liegen und 1 im redif ein Ordensband oder um eine Pension betteln, gleichzeitig sich dabei' folge veno ch mit ihrem„Patriotismus" brüsten. ans das Solche Zierden der Nation verdienen daher auch, daß man ihneflj Nicht tu gebührende Werth schätzung zu Theil werden läßt— des g�. Privatqe Beispiels halber. Die Leute müssen wissen, weshalb und wieso ft sremdem Ehrenmann zu seinen Orden und Titeln gekommen.> Der Mann, der sich freiwillig zum russischen Spitzel hergab,&' etwa»d von Berg und ist Oberstaatsanwalt am Landgeri? der Hau F r e i b u r g i m B r e i s g a u! V tron Unsere — Ein Bourgeoisblatt über Volksjustiz. Niel«» �len 2 ist gewaltthätiger, grausamer, blutgieriger, als der gute Bürger,! Mann der Ordnung, notabene wenn er seine Ruhe, seine Ordnung i sährdet glaubt. Das hat sich in der Geschichte häufig genug er«!- und läßt sich noch alle Tage beobachten— in Deutschland, wo der f Bürger sich durch Polizei und Armee hinlänglich geschützt wähnt, d dings weniger deutlich als anderwärts, hier ist der Spießbürger streng t sitzlich" und betrachtet es schon als unerh.ört, wenn eine außer? der Gesetze gestellte Partei das Wort gesetzlich in logischer Konseq? aus ihrem Programm streicht. Wie der Spießbürger aber über Gesetze und Gesetzlichkeit denkt,««j nicht das Schooßkind der Machthaber ist, dafür bringt in ihrer letz Nummer die„New-Aorker Volkszeitung" ein klassisches Exempel. lls amerikanisches Bruderorgan reproduzirt da nämlich einen Artikel' „Illinois Staatszeitung", eines der angesehensten bürgerlichen OrF Nordamerikas, über Lynchgerichte, in dem dieselben in einer Weise* herrlicht werden, wie es sonst nur in anarchistischen Organen der? zu sein pflegt:—- „Die besten Strafgerichte, welche wir hierzulande Hai 0i,e* sii sind die Lynchgericht e", schreibt das genannte Blatt. A me� K den sogenannten ordentlichen Gerichten wissen die Herren Mi« Semeine sich so trefflich abzufinden, wie Mephisto mit der Polizei. A dessen die Triumphe, welche der Bandit James gefeiert hat. t mit dem Richter Lynch ist nicht zu spaßen. Die Rechtspflege, er übt, ist schneidig und sicher. Bei ihm haben die nichtswür»' Hallunken von Verbrecher-Anwälten, die dem Teufel das Ohr schwatzen können,„nix to seggen". Und ebensowenig verbre! freundliche Gouverneure mit ihrer Begnadigungsgewalt, i kurzen Prozesse folgt die Vollstreckung des Strafurthells auf> Fuße, und in neun auf zehn Fällen lautet das Urtheil auf T o d." Es folgt nun der Hinweis auf einen solchen prompten Akt „Volksjustiz"— Ausknüpsung zweier Raubmörder—, woraus das Ost der spießbürgerlichen Ehrbarkeit fortfährt: Das war ein gutes und schönes Stück Arbeit.— Wenn in e? solchen Falle Zeitungen in einem weinerlichen Tone winseln, solche freie, kraftvolle Bethätigung des natürlichen Rechtsgesi doch„eigentlich" auch ein Verbrechen sii, so ist das ein«! ächtliche Heuchelei. Denn sie wissen recht gut, daß diese Art Selb st hülfe die einzige Möglichkeit bietet, dem Geltung zu schaffen." steht fü! I Kredit q mternat schwöret «icht ge Selegten �schüft «Sas ta wand n Nimmt, aus n,el Neuer% kommt, Schoi foul schast a >»äht 'alle Ich lin Man «ituati sind dr .- L einige Paris «uz de: «dunkl- sich an sohlen a' Sriindli wurden vi»ciiuiiy ju. r Wer aber entscheidet, was„Recht" ist? Natürlich die„guten Bürss isunsia die„ehrlichen Leute" he sich ijriuyen ueuie. a. 1"j „Warum soll man", heißt es kurz Nächher,„die gewaltsame■)«r k lehnung gegen einen Kaiser oder König als Heldenthat pre'. ,U(9> aber die Auflehnung gegen eine„Mehrzahl" von Mördern? m~ Hallunken als Verbrechen verdammen? In der nackten Thatst, �«ri b daß diese Hallunken eine Faust voll Wahlzettel mehb JsSsM! die Urne haben werfen können, als die ehrlichen Leute, steckt? keine Kraft selig zu machen alle Diejenigen, die solche Band>» f/ußt Herrschast für ächte und rechte„Volksherrschaft" halten!" schweiv diil u« hali kl- D h i A Sit -glii ls �rzil -bei >ko> w« s-h d« > P >er its Äi w« S e nl tl-h M D-i< asch' vilkl i b> u r r iltsl l! ns ng it n b nb � ——„Unsere sogenannten ordentlichen Gerichte haben die leere und todte Form der Rechtspflege an die Stelle des sachlichen Rechts gesetzt und sind dadurch zu Freistätten für die gräulichsten Verbrecher geworden. Da ist es denn im höchsten Grade erfreulich, daß gelegentlich einmal der gesunde Rechts- sinn des Volkes zur Geltung gelangt und an Stelle der ver- rotteten, ihrem ursprünglichen Zwecke völlig entfremdeten,„gesetz- lichen" die natürlicheStrafrechtspflege setzt. Wie ge- sagt: unsere gerechtesten Gerichte sind die Lynchgerichte." Zweifelsohne, sagen wir mit der„Rew-Aorker Volkszeitung", steckt in diesen Ausführungen ein Stück gesunden Menschenverstandes, wenngleich wir in dem Aufknüpfen irgend eines Spitzbuben von Seiten einer er- degten Masse keineswegs einen Akt höherer Gerechtigkeit erblicken, sinte- Walen wir überhaupt keine Verehrer der Pädagogik des Aufknüpfens Jwö. Aber das ist eben das Bezeichnende für den Geist des Spießbürgers, daß er sein Bischen„gesunden Menschenverstand" beständig an der falschen Stelle anwendet. „Wenn es gerecht ist", sagt die New-Iorker Volkszeitung" sehr richtig,„einen Verbrecher, der einen oder zwei Menschen ge- tödtet und dem gegenüber die bestehende Gerichtspflege ohnmächtig ist, zu lynchen, ist es dann nicht hundertmal gerechter ebenso zu verfahren mit einem Verbrecher, der hunderte von Menschen- leben vernichtet, und zwar nicht aus Roth, sondern aus Gier nach Reichthum und Faullenzerei? Namentlich wenn einer solchen Bestie gegenüber die bestehenden Gerichtsinstituttonen noch viel machtloser sind als im Falle eines„gemeinen" Verbrechers? Als solche Bestten sind z. B. jene Minenbesitzer zu betrachten, welche aus„Sparsam- keitsrücksichten", mit vollem Bewußtsein, und obschon sie alle die existtrenden Vorsichtsmaßregeln kennen, diese nicht anwenden und dadurch jährlich Hunderte von Menschen direkt und mit kaltem Blute ermorden. Wie treffend klingt es gerade von diesen Verbrechern, wenn die„Jll. Staatsztg." sagt, daß„sie es selbst sind, welche die Richter und Vollziehungsbeamten wählen!" Denn sind es nicht that- sächlich die großen Jndustriemonopole, die unsere Legislaturen, Gerichte und Verwaltungsbehörden dirigiren? Und wie derb- richtig klingt gerade in diesem Zusammenhang die entrüstete Frage unserer Chicagoer Kollegin:„Kann man von solcher Hallunkenbande eine Vollstreckung des Strafgerichtes erwarten?" „Was würde aber die Jllinoiserin sagen, wenn auch in solchen Fällen die Angehörigen der Ermordeten oder deren Leidensgefährten und Mitarbeiter zum einzigen„gerechten Gericht" ihre Zuflucht nehmen würden? Was sie sagen würde? Sie würde Zeter und Mordio schreien, sie würde Pech und Schwefel, Milizen und Kanonen auf die„gemeine Mörder- und Kommunistenbande" sdenn Kom- munisten sind in solchen Fällen ja stets dabei!) herabbeschwören, sie würde keine Ausdrücke finden, die stark genug wären, um diese „Beschimpfung des Gesetzes" gebührend zu brandmarken. Und doch wäre in solchen Fällen, gegen kapitalistische Massen- Mörder angewandt, das Lynchen weit leichter zu rechtser- t i g e n, ja es wäre öfter in der That das„einzig gerechte Gericht", als in Fällen von Einzelverbrechen, bei denen oft weder die Schuld so klar und empörend vorliegt, noch die Person des Schuldigen so Uber allen Zweifel erhaben, noch vor Allem die Abwesenheit jedes Entschuldigungs-, resp. Erklärungsgrundes so überzeugend nachweisbar ist, und bei denen nur zu oft Brutalität und persönliche Räch- sucht den Ausschlag geben." gawiß. Und wer da meint, daß die gutgesinnten Bürger tinirr a P' UU"«im, uup uic auiyc|imuen Bürger IM '""»sirten Europa anders denken als ihre Brüder im korrumpirten IS??1'0-' öcm rufen wir die Aufhetzereien der Versailler Presse von c. J' bie Verherrlichung des Maimassakres, dieser Lynchjustiz en gros, � Jiuf vi m. r r.__ i 9tuf der guten Bürger nach "w- ill Utilht* unz noi )er t. eng iße> nsei Versailler Presse von M Lynchjustiz en gros, „■, dem Scharfrichter, das Geschrei zu milde Behandlung der Verbrecher u. s. w. u. s. w. in's Gedächt- "L. alles Dinge, die derselben Denkart entspringen. hetrfA �pwßburger bilden überall die Kerntruppen der Reaktion, der st«"£"ch-nden Gewalt gegenüber sind sie feige und unterwürfig; nehmen blut* l-" Volkserhebungen Theil, so bilden sie die grausamsten und t'! tterf«rifn- Twente, wie sie wiederum die ersten sind, sich zu unter- be�vatbi- wir historische„Kreuziget sie!" einzustimmen. Jhre Sym- - e s e s n � oerhebungen ist im Grunde ebenso un--"-"--- u t(J . f fj, Ueber den jüngsten amerikanischen Krach lesen wir wrjjw der„New-Dorker Volkszeitung": „Die jetzige Krisis in den Vereinigten Staaten begann mit einer bloßen Handelskrisis— eine finanzielle war damit nicht verbunden. ar n Daher dauerte die finanzielle Spekulation nicht nur ungeschwächt an, r � sondern sie wurde dadurch nur gesteigert. Eine Menge Kapitalien, welche un« in, rechtmäßigen Produktenaustausch beschäftigt gewesen waren und in- be> � folge des verminderten Handels nicht verwendbar blieben, warfen sich .»us das Börsenspiel in Papieren, welches eine nie erlebte Höhe erreichte. >neiU Nicht nur professionelle Papiermakler, sondern Bankpräsidenten und :ä f, Privatgeschäfte betheiligten sich an dem gewagtesten aller Spiele, oft mit - I""' fremdem, anvertrauten Gelde. J„Die„New-Z)orker Volkszeitung" war fast die einzige, welche seit b-?'twa zwei Jahren nachwies, wohin dies führen müsse— nämlich, daß ri«der Handelskrisis auch eine Finanzkrisis folgen müsse. Und jetzt ist sie b->, trotz Allem, was unsere kapitalistischen Gegner abzuleugnen suchten. j Unsere warnende Stimme ist fruchtlos verhallt, und heute wird von iiieBs"'Uen Seiten ganz dieselbe Reihe von Gründen ins Feld geführt, mit ser,' welchen wir unsere Ansicht verfochten."--- ——„Eine finanzielle Krisis kann man verkleistern, verhüllen, ab- fchwächen, denn die Macht des mobilen Kapitals ist ungemein groß. Es st°ht für alle Geldkönize geradezu Alles auf dem Spiele, wenn der Kredit gänzlich erschüttert wird."--- ,---„Aber durch alle Finanzmanöver und wechselseittge Hilfe der fdternational verbündeten Geldkönige wird die Hanvelskrisis nicht be- fchworen, der Absatz nicht vermehrt, die Kaufkraft der verarmten Völker bicht gestärkt den großen Unternehmungen keine Verzinsung ihres fest- toi S-Iegten Graßkapitals geschaffen, das Vertrauen zur Wiederkehr flotter l-ki!?°ichästs,eiten nicht berechtigt, der Unternehmungsgeist nicht neu delebt. Pias kann der nothdürftiz wiederhergestellte Kredit helfen, wenn Nie- '»and in regelmäßigem Handel ihn benutzt, weil der Absatz immerzu ab- Nimmt, und die Produktion gezwungen brach liegen muß? Die Zeit, aus welche der Kredit für alte Schulben verlängert wird, lauft ab, ehe n°u°r Absatz im Großen geschaffen ist, und wenn der endliche Zahltag kommt, ist dasselbe Uebel— die finanzielle Panik— wieder da. Je e hat öfter sich bag wiederholt, desto mehr Firmen gehen zu Grunde, desto 1 Mehr Kapitalisten verarmen, desto mehr schrumpft Vertrauen und all- Mms istmeine Zahlungsfähigkeit zusammen. Schon jetzt wanken die sämmtlichen Pacificbahnen, die I a y �ould'schen Wabashbahnen und alle Fabriken, welche aus deren Kund- fchast angewiesen sind. Eine neue gute Ernte in Amerika, Während die europäische nicht minder gut auszu- lallen verspricht, würde das Uebel nur noch ver- ' ch l i m m e r n." Man sieht, unser Newyorker Bruderorgan stimmt in Beurtheilung der Situation mit uns überein. Und die seitdem eingetroffenen Nachrichten find durchaus nicht geeignet, es Lügen zu strafen. — Liebknecht in Paris. Vorige Woche hielt sich Liebknecht kinige Tage in Paris auf, und sofort waren die preußischen Reptile in Paris bei der Hand, ihren Brodgebern zu zeigen, daß sie nicht umsonst aus dem großen Topf,„Welsenfond" genannt, gefüttert werden. Die «dunklen Gestalten, so man im profanen Deutsch Spitzel nennt, hefteten fich an seine Sohlen— oder richtiger, versuchten sich an seine sohlen zu heften, womit sie indeß wenig Glück hatten, denn Liebknechl kam aus Deutschland, wo man den„Umgang mit Spitzeln" »ründlich zu erlernen Gelegenheit hat. Die armen„Fünfmarkjungens" wurden also von Zeit zu Zeit auf's Eleganteste„versetzt", wie der fiunstausdruck lautet, und in solchen Momenten der Verblüffung wußten fi- sich keinen anderen Rath, als sich„ g e h e i m e Konferenzen". Porkongresse und dergleichen zu konstruiren, oder vielleicht auch von irgend einem Spatzvogel— deren es in Paris viele geben soll— aufbinden zu lassen und an die Gesandtschast zu rapportiren. Pon da wanderten diese Berichte auf dem bekannten, durchaus nicht Ungewöhnlichen, d. h. gemeinen Wege in die Redaktionsstube der„Kölnischen Zeitung", des nationalliberalen W e l t b l a t t e s, dessen sich die preußische Regierung jedesmal bedient, wenn es sich um eine Extra- ichweinerei handelt. 3Ü(«' ne H TN 1 hatst. melj'J eckt and" Diesmal war allerdings weniger das Borstenthier als das langohrige Grauthier in Frage; die brave„Kölnische" tischte ihren Lesern ein paar Extraeseleien auf, die im„Lande der Denke r" aber sofort geglaubt wurden. Es fällt uns nicht ein, das Geschwätz ernsthaft zu nehmen und unsere Leser mit einer„Widerlegung" der Reporter-Enten zu langweilen. Mehr intereffiren dürfte sie, was Liebknecht auf dem Fest unserer engeren Genossen in Paris über die Situation in Deutschland gesagt. Wir lassen daher den Bericht der„Weser-Zeiwng" über Liebknecht's Rede, der, wie man uns mittheilt, im Großen und Ganzen richtig ist, hiermit folgen: „Nachdem Liebknecht als Gegner des Personenkultus jede Ovatton zum Voraus ablehnte, stattete er Bericht ab über die Verhältnisse im„sogenannten" Vaterlande. Wegen des Wortes„Vaterland" mußte er sich entschuldigen: er that es mit dem Hinweis darauf, daß wir doch irgendwo geboren seien und nach dem Sprichworte, daß jeder zuerst vor seiner Thüre kehre, mit der revolutionären Arbeit in der Heimath beginnen müßten. Das Sozialistengesetz habe fördernd auf die revolutionäre Bewegung gewirkt. „Als ich, so fuhr der Redner fort, vor drei Jahren zum letzten Male in Paris vor Ihnen sprach, konnten wir noch üble Folgen von dem Gesetze befürchten. Damals waren zwar in den Fabrik- zentren die Arbeitermassen bei der Fahne geblieben und hatten sich nur um so enger geschaart; in den Gegenden aber, wo unsere An- Hänger vereinzelter lebten, schwebte die Parteiorganisation in der Gefahr der Auflösung. Seitdem sind unsere Besorgnisse zerstreut worden. Wir verdanken es theils der eigenen Taktik, theils den Fehlern unserer Gegner, daß wir sogar einen glänzenden Aufschwung der Bewegung zu verzeichnen haben. Wenn Minister v. Puttkamer behauptet, daß die Sozialdemokratie an Ausdehnung verloren hat, so schlägt dies den Thatsachen einfach in's Gesicht. Die Sozial- demokratie hat an Breite gewonnen, wie dies die wachsende Stim- menzahl bei den Wahlen�beweist. Sie hat aber auch neue Tiefe und Kraft erlangt, weil das Sozialistengesetz sie von allen unmännlichen Elementen befreit und ihr, die vor 1878 zu gemüthlich(sio!) geworden war, neue Kampfeslust eingeflößt hat. Es war daher keine Prahlerei, als ich im Reichstage erklärte, daß das Polizeigesetz nur zu unserem Vortheil ausgeschlagen sei. Die politischen Fehler unserer Gegner würden allerdings nicht hingereicht haben, die Bewegung Zinporzubringen, wenn nicht die wirthschastliche und gesellschaftliche Krisis, die einerseits durch das Ueberwiegen des Angebots über die Nachfrage die Arbeiternoth her- vorbringt, anderseits den Mittelstand dem Großkapital opfert, die Vorbedingung zur Vorbereitung des Sozialismus geboten hätte. Der Reichskanzler hat die Nothwendigkeit dieser Bewegung erkannt. Deshalb versucht er sie seiner dynastisch-junkerlich-polizeilichen Polittk durch eigene sozialreformatorische Pläne dienstbar zu machen? Was ist aber die Kranken- und Altersversicherung, wie er sie versteht? Nur eine Erweiterung der bestehenden Armenordnung, die schon jetzt in den betreffenden Fällen, wenn auch in anderer Weise ein- greifen muß. In der Hitze der Debatte hat nun der Reichskanzler das Recht aus Arbeit proklamirt. Das Recht auf Arbeit? Das ist ein Unsinn unter jetzigen Verhältnissen, selbst abgesehen von der Frage, ob wir nicht statt seiner mit meinem Freunde Lafargue das„Recht auf Faulheit" proklamiren sollten. Sie, meine Freunde, stehen auf wissenschaftlichem Boden und wissen, daß das Recht auf Arbeit nur verwirklicht werden kann durch eine vollkommene Umgestaltung des Produktionssystems und somit der Gesellschaft. Das Recht auf Ar- beit wollen, heißt den Kommunismus, die soziale Revolution wollen. Das ist es, was wir selbst bezwecken; daher auch unser Antrag im Reichstage, daß die gesetzlichen Mittel zur Verwirklichung des theo- retisch anerkannten Rechtes gewährt werden. Wir freuen uns, daß der Reichskanzler mit eigener Hand den Keil in die alte Gesellschaft eintreibt und die Revolution vorbereitet. Revolution oder Reform? Eins schließt das Andere nicht aus und beide ergänzen sich. Unter Reform verstehen wir die allmälige Verwirklichung sozialistjicbep Von mancher Seite wirst man uns vor. daß wir uns zum Parla- mentiren herbeilassen. Auch ich habe früher über den Parlamenta- rismus anders gedacht als heute und werde vielleicht auch über's Jahr wieder anders denken. Doch das ist nothwendig, weil wir auf dem politische» Schachbrett nach der Taktik des Gegners die unse- rige wählen, Zug für Zug auf seine Züge antworten müssen. Jetzt können wir nicht anders als parlamentiren, um unserer Partei Zeit zum Wachsthum und zur Organisation zu lassen. Der Gedanke an einen gewalsamen Umsturz ist unter heutigen Verhältnissen Wahnwitz. Der Feind ist noch zu mächtig, er darf noch auf die bewaffnete Macht pochen. Und wenn wir den offenen Krieg prollamiren, so hat er Recht. Diejenigen, welche er mit den Waffen in der Hand ergreift, in'Numero Sicher oder, was richtiger wäre, in's Irrenhaus zu stecken. Im umgekehrten Falle würden wir es ebenso machen.'Mit Ehrerbietung begrüßen wir die Helden, die in Rußland durch die That gegen die Tyrannei protesttren; in Deutschland aber sehen wir jetzt kein Ziel in der Gewaltthat. Wir müssen uns stärken, uns organisiren und iin Uebrigen uns aus die Zersetzung der Gesellschaft verlassen, die durch die Politik des Reichs- kanzlers befördert wird." Nach einer Ermahnung an die Deutschen, im Interesse der sozialen Bewegung Frieden mit den Franzosen sd. b. den französischen A r- b e i t e r n!) zu halten und lieber einen Schimpf einzustecken, als Krakehl zu machen, schloß der Redner mit der Prophezeiung der nahenden sozialen Revolution." � Soweit der Bericht der liberalen„Weser-Zeitung", den unsere Leser da wo er Liebknecht's Worte zu ironisiren versucht(Entschuldigung sur den Gebrauch der Worte„Vaterland",„Schimpf einstecken" w.) leicht selbst korrigiren können. Eine Berichtigung unsererseits bedarf nur der Passus, der Liebknecht sagen läßt, wir müßten jetzt„parlamentiren". Das zu erklären ist Liebknecht nicht eingefallen, sondern er sprach nur von der Nothwendigkeit der Theilnahme am Wahltampf und der Thätig- keit unserer Partei im Parlamente. Diese ist nothwendig und nicht erst heute, sondern seit Jahrzehnten von uns innegehalten worden— zum großen'Nutzen der Arbeiterbewegung, des Sozialismus. Zwischen ihr und Parlamenttren ist aber ein gewaltiger Unterschied. Wir stehen dem Gegner im Parlament nicht aus gleichem Boden gegenüber, etwa als je nach Umständen Opponirende und Paktirende— und das ist die Bedeutung des Wortes: Parlamentiren—, sondern kritisch-revolutionär. Versuche. uns von diesem Standpunkte abzudrängen, sind wiederholt angestellt worden, aber sie haben gerade in Liebknecht einen unbeugsamen Gegner gefunden. — Staatshilfe. Wir haben schon wiederholt darauf hingewiesen, wie grundverkehrt es ist, in der Staatshilfe und überhaupt in dem Eingreifen des Staates in das wirihschaftliche Getriebe ein Stück Sozia- lismus zu erblicken. Diese Auslegung des Sozialismus ist eine Fälschung der Manchesterleute und ist später ron den Staatssozialisten mit großer Genugthuung aufgegriffen worden, weil sie Beiden als vortreffliches Mittel der Reklame dient: die Einen wollen aus diese Art jede ihnen unbequeme Staatseinmischung als zum Kommunismus führend verdäch- ttgen, während die Andern die Flazge des Sozialismus gerne aufhissen, wo es gilt, die milchende Kuh bei Staates zu gewissen höchst unsozia- listtschen Sonderintereffen zu melke». Wir sehen es daher stets mit Bedauern, wenn von Soziallsten diese Vermischung der Begriffe noch gefördert wird, wenn selbst heute noch die Staatsemmischung als etwas a» und für sich bereits Lobenswerthes bettachtet wird. Und leider kommt das noch immer vor. So fanden wir jüngst in einem deutschen Arbitterblatt eine Notiz, in welcher die „Goldene 110" deshalb angegriffen wurde, weil sie nicht für die von Bismarck geplante Dampferjubventiin sei, und wo es dann hieß, daß der betreffende Entwurf u. A. schon deshalb zu befürworten sei, weil er auf dem Prinzip der Staats Hilfe beruhe, und weil behufs gründ- lichen Bruches mit den Ueberliefemngen des Manchesterthums, sowie weiterer Nutzanwendung desselben im Interesse der Arbeiter ein solches Prinzip entschieden gepflegt werden muß. Ein falscherer Gesichtspunkt für Arbeiter ist nach unserer Anficht gar nicht möglich. Danach liegt also, wenn Bismarck zu irgend einem Zweck Staatsmittel an irgend eine industrielle Gesellschaft verpufft, bereits ein „Bruch mit dem Manchesterthum" vor. Als ob diese„Staatshilfe" nicht so alt wäre a s der Staat selbst! Und als ob das Manchesterthum der alleinige, der schlimmste Feind der Arbeitersache wäre! Als ob die ver- schwommene Phrase der Staatshilfe mit ihrer entnervenden Wir- kung auf die Arbelterklasse nicht mindestens ebenso gefährlich für die Arbeiter wäre als die Verkündigung des laisser faire' Mit solchen Redensarten soll man heute vorsichtiger sein als je! k a n d i d a-t u r e n. Lauenburg- Mölln: I. A u e r. Schwerin;Harburg: I. Auer, Schwerin: Forst- S o r a u: G.« o l l m a r, München; Cottbus-Spremberg: Max K a y s e r, Dresden." — S ozialistischePresseundLiteratur. Aus Palermo erhalten wir die ersten Nummern eines neuen Arbeiterblattes- II i�odo operario«(die Welt der Arbeiter). Wir begrüßen den neuen Mitstreiter freundschaftlichst und wünschen ihm besten Erfolg.— „Plus de Frontiöres!"(Keine Grenzen mehr) par Luoian Pernjean Em mit Leidenschaft geschriebener Protest gegen alle Nationalitäten- Verhetzung, gegen die patriotische Phrase, wie sie diesseits und jenseits des Rheins noch immer im Schwung ist. Der Verfasser, Sozialist und Revolutionär, befürwortet die Gründung einer„Arbeiterliga für den internationalen Frieden." Wir kommen auf seine wohlgemeinten Vor- schlage noch zurück. 'T,..? ester reich-Ungarn. Der Wiener Reichsrath hat also wirklich den eilf stündigen Maximalarbeitstag angenommen— sreulch mit soviel Wenns und Abers, daß thatsächlich der zwölf- st ünd ige Arbeitstag herauskommt. Bei dem heutigen Stande der Jndusttie keineswegs den„gesellschaftlichen Bedürfnissen entsprechend" — acht Stunden wäre schon zu hoch. Der Vortheil für die Arbeiter - einige Fabriken in Böhmen und Mähren vielleicht ausgenommen— wüte also so ziemlich illusorisch, während die übrigen Bestimmungen der von der konservativ-klerikalen Mehrheit zusammengedrechselten„Gewerbe- ordnungsnovelle" geradezu ein Schlag in's Gesicht der Arbeiterschaft sind, so namentlich die Wiedereinführung der Arbeitsbücher ic. Von welchem Geist die Herren beseelt sind, zeigte sich u. A. bei Be- rathung des Z 4, der die Sonntagsruhe betrifft. Da ließen, wie der Brünner„Volksfreund" schreibt, die Herren, die von den Verhält- nissen der Arbeiter keine blasse Idee haben, ihr Licht leuchten, Jeder, wie es seiner Partei am zweckdienlichsten ist, nicht aber wie es den be- theiligten Arbeitern von Vortheil sein könnte. Der Abgeordnete Pflugel erklärt die Sonntags-„Heiligung" für nothwendig, um dem Anarchismus und Sozialismus entgegenzuarbeiten. Es sei nothwendig, daß der Arbeiter schon um 12 Uhr Nachts Ruhe habe, um„gekräftigt" dem— Morgengottesdienst beiwohnen zu können. Abg. Ruß befürchtet, daß wenn der Arbeiter ain Samstag um Mitternacht den Lohn erhält, er mit demselben in das Wirthshaus und erst früh nach Hause gehen wird, was soviel sagen will, als ob Abg. Ruß verlangen möchte, daß die Bergarbeiter aus den Gruben überhaupt niemals hinauskommen, und wenn schon, daß ihnen kein Lohn verabfolgt wird.§ 7 desselben Gesetzes lautet: Die Verwendung von Frauen und Mädchen zu Arbeiten in der Grube kann von der Bergbehörde in solchen Fällen gestattet werden, wo eine derartige Verwendung bisher gebräuchlich war. Mein Liebchen. was willst du noch mehr!" In Budapest ward der Redakteur des anarchistischen„Radikal", H. Prager, wegen Preßvergehen zu 14 Monaten Staatsgefängniß, «00 fl. Geldstrafe und Zahlung der Kosten verurtheilt. In Agram erhielten die Arbeiter WolfgangHischeundFranzSrnec wegen Majestatsbeleidigung, Hochverrath u. s. w., begangen durch Verbreitung von Flugschriften— der erstere sechs, der zweite fünf Jahre schweren Kerkers. — Frankreich. Die am vorigen Sonntag, wie alljährlich, zu Ehren der Maigesallenen auf dem Friedhose Pöre Lachaise statt- gehabte Demonstration ist in durchaus würdiger Weise verlaufen. Vor- mittags war wegen schlechten Wetters der Besuch nur schwach, Nach- mittags dagegen um so stärker— mindestens zehntausend Arbeiter fanden sich ein, die Gräber der Vorkttinpser für Aufforderung hinausliefen, für die gemeinsame Sache, das„Erbe" der Gefallenen, unablässig sortzuarbeiten und über Programm- und Organi- sationsdifferenzen nie das gemeinsame Ziel zu vergessen. Am gleichen Tage erstattete C l e m e n c e a u im Cirque Fernando seinen Wählern Berichr über seine Thätigkeit im Parlament. Ob es Ab- ficht war, daß diese Berichterstattung mit dem Gedenktage der Kommune- streiter zusammenfiel, wo also ein Theil, und zwar der radikalste, der Wähler vom Montmartre nicht anwesend sein konnte, wollen wir dahin- gestellt sein lassen. Jedenfalls hatte dieses Arrangement große Mißstim- mung hervorgerufen und verlief die Versammlung daher j'ehr stürmisch; es wurde dem radikalen Deputirten voin'Montmartre ein neuer Be- weis geliefert, daß die Sozialisten in seinem Wahlkreis eine Macht sind, mit der gerechnet werden muß. — Belgien. In Belgien fanden letzten Sonntag allgemeine Wahlen zu den Provinzialräthen statt, zum ersten Mal nach dem neuen Wahl- gesetz, welches Allen, die ein gewisses Examen abgelegt, das Stimmrecht gewährt— der Wahlzensus ist in Belgien bekanntlich sehr hoch. Unsere Genossen haben sich nur in B r ü s s e I am Kampfe betheiligt und als Zählkandidaten— denn an einen Erfolg war gar nicht zu denken— Eharles Delsosse, Zeichner, Cäsar de Paepe, Arzt, und Desiröe Van den Dörpen, Schriftsetzer, aufgestellt. Wie viele Stimmen sie erzielten, ist uns bis Redaktionsschluß noch nicht bekannt. In Gent haben unsere Genossen den Beschluß gefaßt, weiße Stimmzettel abzugeben, nicht als Prolest gegen das Wählen überhaupt, sondern gegen den Wahlmodus, der bei dem jetzigen Stand der Dinge eine Vertretung der Arbeiter unmöglich inacht. Bei den Wahlen selbst trugen die Kleri- kalen den Sieg davon. Nächsten Sonntag(Pfingsten) findet in Gent die Einweihung des neuen Gebäudes der Genossenschastsdäckerei„ V o o r u i t"(Vorwärts) statt. Dieses Institut, das mehr als 1700 Mitglieder zählt, hat sich unter tüchtiger Leitung unserer Genossen in wahrhast großartiger Weise ent- wickelt und verdient wohl eine nähere Beschreibung in unserem Blatte. Es ist leine Schulze'sche Produktiv'Genossenschaft, um welche es sich da handelt, auch kein Experiment zur Lösung der sozialen Frage vermittelst Konsumverein, sondern ein praktisches Unternehmen, das seinen Mit- gliedern für den Selbstkostenpreis ein vorzügliches Brod liefert, gleich- zeitig aber ein vortreffliches Mittel der Arbeiter-Organisation ist. Von dem Geiste, der die Leiter des„Voruit" beseelt, mag die That- fache Zeugniß ablegen, daß vor einiger Zeit der Verwaltungsrath ein- stimmig den Beschluß gesaht hat, den Ueberschuß ihres EmweihungS- festes dem Wahlsond unserer Partei zu widmen, außerdem einen unserer Abgeordneten einzuladen, am Feste theilzunehmen. Dieser Einladung wird wahrscheinlich Genosse Hasenclever folgen. Wir aber senden von hier aus dem„Vooruit" unseren besten Gruß und Glückwunsch! — England. Wie englische Sozialisten über Gor- d o n's, des vielgepriesenen Helden, Mission im Sudan denken, ergeht aus folgenden Stellen eines Briefes, den E. Belfort Bax, Redak- teur von„To Day", an die Redaktion der„Justice" gesandt: „Obwohl aus begreiflichen Gründen kein Politiker es ausspricht, ficht die Thatsache doch fest, daß Gordon weder mehr noch weniger ist als ein Verräther— ausgesendet(und daran zu zweifeln liegt kein Grund vor), den östlichen Sudan durch„friedliche Mittel" zu räumen, was er, wenigstens soweit Khartum in Frage kommt, durch seinen personlichen Einfluß zu können vorgab. Jetzt zeigt es sich, daß seine geheime Jnstruk- tionen dahingingen, sein Bestes zu thun, um eine Wiedereroberung deS- selben vorzubereiten— mit all' seiner salbungsvollen Prahlerei von einer göttlichen Mission ist er jetzt aus die Erienntniß der Thatsache herausgekommen, daß„die Vorsehung auf Seiten der großen Bataillone ist", und bemüht sich daher. die göttliche Absicht durch Kanonen und Bajonnette zu befördern. Hierin wird er natürlich von der gesammten K a n a i l l e der Jingoxresie") unterstützt, anderSpitze die„Times". Was würde eine englische Expedition nach dem Sudan vedeuten? Möglicher- weise ein Protektorat oder selbst eine Annexion mit ihrem Heer von besoldeten Beamtenposten. Fast sicher eine Eröffnung des Landes sur *) Mit Jingo bezeichnet man in England die nationalen Schreier. 1 brittisches Kapital und Unternehmungen, Eisenbahn nach Khartum, un- beschrLnkte Mission, billige Baumwolle und schlechten Spiritus, und als Schlußstein der Segen des Fabriksystems, wie er bereits in Tantah und anderen Orten Niederegyptens eingesührt ist. Ueber die schrecklichen Wir- kungen dieses Systems aus eine an dasielbe nicht gewöhnte Rasse— Schrecken, die bei Weitem die der Haussklaverei hinter sich lassen, über welche kapitalistische Philanthropen so gerne Heulmeiern,— genügt das Zeugniß des egyptischen Korrespondenten der„Daily News". „Welche Sympathie können Sozialisten, selbst solche, in denen der alte Adam des Jingoismus noch nicht ganz abgestorben ist, mit einem Manne wie Gordon haben? Ich wäre begierig, es zu wissen. Er mag in Gefahr sein. Was kümmert das uns? Er war weder verpflichtet, das Mandat von der Regierung anzunehmen, noch, wenn er es annahm, für ein von seinem angeblichen verschiedenes Ziel zu arbeiten. „Weit entfernt, irgendwie um das Schicksal Gordon's besorgt zu sein, sollte somit nach meiner Ansicht jeder ausrichtige Sozialist lieber wünschen, daß die tapferen Sudanesen Khartum nehmen mögen, ehe die englische Regierung ihren Mandatgebern, den oberen und Mittelklassen, nachgibt und eine Expedition ausschickt, die mindestens Tausende kostbarer Leben kosten dürfte— Leben, von denen jedes einzelne, so obskur es sein majj, sicherlich für irgend Jemanden so viel werth ist, als das des Gordon s — und deren Endresultat Schwindel, Grausamkeit und Unterdrückung sein wird."— So Belfort Vax... Hätte unter ähnlichen Verhältnissen ein deutscher Sozialist so geschrie ben, so wäre ein Gezeter über Vaterlandslosigkeit, Mangel an Patrio tismus ic. losgegangen, und wohlmeinende Freunde hätten uns zuge rufen, in keinem anderem Lande ist so etwas möglich als in Deutschland In anderen Ländern sind auch die Sozialisten national! Nun, wie man sieht, sind auch in anderen Ländern die Sozialisten nicht national, sondern vor Allem— Soziali st en! Korrespondenzen. — SPremberg. Wir glauben, es wird wohl keinen Genossen im ganzen Reiche, der unsere Volksvertretung einigermaßen kennt, überrascht haben, als die Zeitungen die Nachricht brachten, das Sozialistengesetz sei aus 2 Jahre verlängert.„Liegt gar nicht drinn!" sagt der Berliner— haben ja alle Parteien, ob freisinnig, ob klerikal, ein lebhaftes Interesse an diesem Gesetze, wie das Parteiorgan schon vor einem halben Jahre schrieb. Nun, wir wollten es den Herren gar nicht so übel nehmen, wenn sie nur nicht erst den Mund bis an die Ohren zu so wuchtigen Reden auf- gerissen hätten: da schreit Herr Richter, da kräht Herr Hänel, da singt Herr Windthor st— wenn man sich aber die Sache nur halb- wegs ansieht, so ersieht man sofort, daß die schönen Reden, welche die Herren gehalten haben, nur den Zweck hatten, ihrer Partei einen billigen Ruhm zu verschaffen; an-ine Kaffirung dieses Gesetzes dachte keiner dieser Ehrenmänner, auch nicht Einer! Schon die Verweisung an die Kommission wäre vollständig überflüssig gewesen, wenn nicht in diesem Jahre die Wahlen stattfänden, wenn nicht alle Parteien bei denselben mit uns zu rechnen hätten. Aber glauben die Herren etwa, daß wir ihre Pfiffe und Kniffe nicht durchschauen? Wir werden sie bei chren Wahlreden gebührend empfangen.. � �- Wie gesagt, das Alles wußten wir schon lange, doch konnte es uns nicht abhalten, daß wir diesmal schon nicht bei Zeiten nach einem ge- eigneten Kandidaten für die bevorstehenden Reichstagswahlen Umschan hielten; zu diesem Zweck- hatten wir, wie alljährlich. e,ne Kon- serenz der Niederlausitzer Genossen einberufen, an welcher die Städte Spremberg, Cottbus, Forst, Sorau, Sommerfeld, Triebel und Muskau durch 25 Vertrauensmanner vertreten waren und auf deren Tagesord Spremberg wie sä r" �'A' ,tnnl?;„o-MB denielden Kandi- J.UU« _ r------#,0 vft:(2-*•***' wtnjvww» dwitiv»' baten auszustellen. Dieser BeschlllßPiKrflck' /tvoch später wieder umgestoßen � Vs/>? i f vtS\ UiUVU UUsJUs�M�»»--vy v| v*,*. vt p•»vupvv jp-wv*/ lycivt-*. v pt-il werden, weil sich kein geeigneter Lokalkandidat fand, und steht die Sache nunmehr so: Cottbus-Spremberg stellt Max K a y s e r auf, während im Wahlkreis For st- Sorau Georg Vollmar kandi- diren wird. Was nun die Wahl selbst betrifft, so wäre es möglich, daß wir in Forst-Sorau diesmal init unserem Kandidaten zur Stichwahl kommen, während wir in Cottbus-Spremberg noch nicht soweit vorgeschritten sind. Namentlich ist der Kreis Cottbus noch sehr zurück; derselbe liegt mitten in der wendischen Walachei, wo die Bauern noch auf einer sehr niedrigen Kulturstufe stehen und noch nicht einmal begreifen, was Wählen heißt. Diese werden einfach von ihren Gutsbesitzern zur Wahlurne getrieben, den Stimmzettel haben sie schon durch den Vogt oder Schulzen bekomnien. Es werden hier noch Jahre vergehen, bevor auf die Spreewäldler zu rechnen sein wird. Im Allgemeinen steht die Partei hier gut organisirt da, namentlich hat Cottbus in letzter Zeit gute Fortschritte gemacht. Im vorigen Jahre konnte Genoffe Hasencleoer schon in Cottbus in einer öffentlichen Volksversammlung referiren— das erste Mal, daß einer unserer Abge- ordneten von dort Einladung erhalten hatte. Unsere Spremberger Orga- nisation ist schon älteren Datums, wir sind schon, wie man zu sagen pflegt, mit allen Hunden gehetzt. Hausdurchsuchungen(bei denen natür- lich nichts gefunden wird), Versammlungsauflösungen ic. sind uns gar nichts Neues mehr. Dafür haben wir auch einen Bürgermeister, welcher W i r t h heißt, Premierlieutenant war und des guten Saftes nicht zu wenig genießt, auch Schulden und junge Mädchen liebt und deshalb auch zum'Amtsanwalt ernannt ist— kurz und gut, ein Mann wie ein Licht, nur schade, daß es---. Ein andermal mehr. Petermann. — Plauen i. Boigtl.(Sachsen). Nachruf. Am 12. April ver- starb im KS. Lebensjahre unser alter Genoffe Carl August Wolf. Derselbe war ein Veteran unserer Partei hier am Ort und war seit II Jahren in der Bewegung thätig. An seiner Beerdigung nahmen gegen 70 Genossen Theil, von einer Demonstration hatten wir aus lokalen Gründen Abstand genommen. Ehre seinem Andenken! — Bielefeld. Am 2. Mai starb plötzlich nach kaum zweitägigem Leiden in Folge einer Darmentzündung unser bewährter Genoffe Baumeister Bruno im Alter von 42 Jahren. Die Beerdigung fand am Sonntag den 4. t>. Mts. unter zahlreicher Betheiligung statt. Trotz ungünstigster Witterung folgten zirka tausend Personen dem Sarge, in der großen Mehrzahl Genoffen, jeder mit einer rothen Blume geschmückt. Drei mächtige Lorbeerkränze mit großen rothen Schlesien, von den Genoffen Bieleseld's, Hersord's und Minden's gestiftet wurden hinter dem Sarge hergetragen und mit einigen Widmungsworten am Grabe niedergelegt. Die Geistlichkeit war natürlich nicht vertreten; still, wie sie gekommen war, zog die Menge wieder von bannen, ein Jeder mit dem Bewußtsein, daß die Sache des arbeitenden Volkes an dem Verstorbenen einen braven Freund und Mitstreiter verlorern hat. Er war ihr treu bis in den Tod! EhreseinemAndenken! D. — München. Am 23. Mai haben wir wieder einen braven Genossen zu Grabe geleitet: den Schneider Michael Zieglmayer aus Münchsmünster. Er war der Trefflichsten Einer in den Reihen der Kämpfer für die Arbeitersache. Die Genossen waren in Masse er- schienen, um dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Sein An- denken wird noch lange in uns fortleben! Berichtigung. In der vor einiger Zeit aus München ge- brachten Warnung vor dem pp. Seiler hat sich ein Jrrthum ein- geschlichen. Seiler ist nicht 30, sondern 50 Jahre alt. — London, 18. Mai. Am 2K. März wurde von den Anarchisten eine Volksversammlung nach ihrem eigenen Lokale einberufen, in welcher Mendel über sozialistische Prinzipien und anarchistische Taktik sprechen sollte. Von unserer Seite waren nur Wenige anwesend. Da das Lokal nur 60—70 Personen saßt, wäre es wohl Unsinn gewesen, uns an dieser „Volksversammlung" offiziell zu betheiligen. Nachdem Mendel die Anhänger der deusichen sozialistischen Partei als seige Denunzianten und ihre„Führer" als Schlaf- mützen hingestellt, ergriff Herr P e u k e r t das Wort, setzte seine Affaire mit Genosse Grillenberger auseinander, wobei er sich reinzuwaschen und Grillenberger als Polizeispion hinzustellen versuchte, und erklärte sodann Folgendes: Endlich ist der Tag gekommen, wo wir mit diesen Leuten(uns) nichts mehr zu diskutiren haben: nur die physische Gewalt ist ss, die wir anzuwenden haben; alle uns zu Gebote stehenden Mittel müssen angewendet werden, um sie zu vernichten! Die nachfolgenden Redner Trunk, Stenzleit und Mendel stimmten natürlich ein und die Versammlung, mit Ausnahme Einiger, applaudirte ihnen. Zum Schluß wurde eine Aufforderung erlassen, an die Mitglieder von Tottenham Street, daß es jetzt noch Zeit sei, sich der anarchistischen Partei anzuschließen. Die neueingeschlagene Taktik zu verwirklichen, wurde nun am Sonn- abend, den 10. Mai, der erste Versuch gemacht. Es war ungefähr 20 Minuten nach 12 Uhr Nachts, als vier Mitglieder vom anarchistischen Klub in unseren Klub eindrangen und eingeführt zu werden verlangten. Als der Portier ihnen erklärte, daß laut unserem Statut nach 12 Uhr Niemand eingeführt werden könne, fitigen sie an, unsere Genoffen mit allerhand Grobheiten und Schimpfreden zu überschütten, und erklärten, daß sie das Lokal nicht gutwillig oerlassen würden. Aus mehrmaliges Ersuchen unserseits, das Lokal ruhig zu verlassen, antworteten sie, wir sollten es versuchen, sie herauszuwerfen, wenn wir nicht zu seige seien. Da riß uns natürlich die Geduld, und in wenigen Minuten waren sie an die Lust gesetzt. Die Thüre wurde verschloffen und die Ruhe war für eine Viertel- stunde wiederhergestellt, als auf einmal das Thor erbrochen wurde und 15— 20 Mann, mit derben Knütteln bewaffnet, in das Lokal eindrangen. Aus die Frage, was sie wollten, schrieen sie: Alles schlagen wir todt, Keiner darf raus, und fingen an, ihre Knüppel in Bewegung zu setzen. Obgleich das Lokal wegen des schönen Wetters nur schwach besucht war, so fanden sich doch Leute genug, um diesen erbärmlichen Knüppelhelden energisch entgegenzutreten. Schon beim ersten Angriff hatte sich die Hälfte der Angreifer wieder auf den Hof begeben, wo sie sich mit Losreißen der Bretter und Einschlagen der Fenster begnügten. Nach einer Viertel- stunde harten Kampfes mußten sie sich mit zerschlagenen Köpfen wieder entfernen, wobei drei oder vier so übel zugerichtet waren, daß sie den Ausweg nicht mehr finden konnten: Draußen auf der Straße standen ungefähr 50 Ntann in Reserve, die sich jedoch, als sie die blutigen Köpfe erblickten, schleunigst zurückzogen. Von den Nachbarn war unterdessen die Polizei geholt worden, welche über die Ursache des Skandals Erkundigung einzog. Und wenn Beschwerde einläuft, so werden sich diese Leute noch zu verantworten haben. Von unseren Genoffen haben nur Wenige Schmarren davongetragen, jenen aber ist ihre Taktik gegen Arbeiter theuer zu stehen gekommen. Die deutschen Arbeiter werden wissen, wie sie sich gegen diese Leute zu verhalten haben. drck. Partei-Archiv. Für das Parrei-Archiv ginge« ferner ein: 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31. 32. 33. 34. 35. 42. Zweite Sendung mit fortgeseßter Liste von I o h. PH. Becker. Nr. 23.„Rechte auf Arbeit" von M. Heß. 1863. „Offener Brief an das Komite des Deutschen Arbeitervereins in Leipzig" von Rodbertus. 1863. „Zur Arbeiterfrage." Laffalle�s Rede am 16. April in Leipzig. nebst Briefen von P. Wuttke und Dr. Lothar Bucher. „Das Junkerthum und die preußische Presse" von F r i e d r R e u s ch e. 1863. Vier Exemplare eines Gedenkblattes an Karl Marx. 18. März 1883' Ein Aufruf der Sektion Basel der Internationalen Arbeiter- Assoziation. 7. März 1869. „Die Internationale Arbeiter-Assoziation und die Arbeits- einstellung in Genf 1868" von I o h. PH. Becker. „Die Internationale Arbeiter-Affoziatton und die Arbeiter- bewegung in Basel im Winter 1868—69" von I o h. PH. Becker. Ein Päckchen von 100 Briefen verschiedener Freunde und Parteigenossen. „Polen, die Diplomatie und die Revolution", von I o h. P h. B e ck e r. V „Vierter Jahresbericht des Generalraths der Internationalen Arbeiter-Assoziation von 1867—68", im Manuskript. „Reglement de la Feddration des travailleurs en Suisse." „Bericht und Vortrag über das Laffalle'sche Programm", von Dr. Louis Büchner. 19. April 1863. 36, 37 und 38, Drei Protokollbücher nebst Rechnungsberichten der Muttersektion der Internationalen Arbeiter-Assoziation in Genf. 39, 40 und 41. Drei Kassenbücher der obengenannten Mutter- sektion. Ein Buch kurzer Auszüge und Numerirung der dem Zentral- komite der Sektions gruppe deusicher Sprache der Intern. Arbeiter-Assoziation vom In- und Auslande zugegangener Briefe. Beschluß einer Versammlung in der Schweiz niedergelassener Deutscher(in Biel, 26. März 1848), sich an der republi- kanisch-revoluttonären Bewegung in Deusichland thatkräftig zu betheiligen und zu diesem BeHufe ein Streitkorps zu organisiren. Diesem Beschluß angebogen ist ein Bericht der „Schweizerischen Nationalzeitung"(Basel) über diese Ver- sammlung und ein in derselben Versammlung von meinem freunde Prof. L. S e e g e r verfaßtes und vorgetragenes � Gedicht„Rache!". Fünf Exemplare„Brudergruß an die Arbeiter in Wien und ganz Oesterreich." 14. Januar 1868. „Der deusiche Hunger und die deusichen Fürsten." „Russische politische Flüchtlinge in West-Europa." „Hecker's Abschied"(von ihm selbst gedichtet). Ein Helden- müthiger Stoßseufzer. „Association internationale des travailleurs. Compt du Cercle(Gesellschaftshaus), Operations du 19 Avril au 1s Aoüt 1871. „Club international des etudes sociales de Londros." Reglement. Nachträglich ein Päckchen, enthaltend Briefe von M. Bakunin, Wilh. Bracke, Äugest Geib, Prof. Rochholz, H. Rochesort, A. Naquet, depute de la chambre franyaise, Dr. Ludwig Büchner, Emil Massard, Redakteur der„Egaltte" in Paris.(Von fast«llen diesen Persönlichkeiten folgen noch viele Briefe allmäl g nach.) Von A. H. von Jhmis:„Revue eocialiste." Heft 1— 10, 12 und 13. 1880. Bon G. Lötz in London: 1 L. Becker:„Lassalle und seine Ver- kleinerer. I Dr. L. Büchner:„Her, Laffalle und die Arbeiter." ♦) 43. 44. 45. 46. 47. 48. 49. 50. *) Das�Uebrige erwünscht. Tank und Gruß! Von V. in München: Biblioteczka Proletaryatu I. und II. Proletaryat 1— 4. 5 polnische sozialistische Flugblätter und Gedichte. Von L. in Zürich: 1 Schopenhauer:„Parerga und Paraw pomena." Die Archivverwaltung. Briefiasten der Redaktion: Bogenschütze: In Punkts der f— ürsichtig« Brüder denken wir wie Sie. Wir verlangen von Niemanden, daß er m* dem Kopfe durch die Wand renne, aber bei dem Versteckspielen, wie ei namentlich in B. beliebt wird, hört in der That Verschiedenes auf. I» Uebrigen vide E. von Hartmann' s„erzieherische Wirkung."— Fr. R. i» Chicago: Bericht empfangen und zur Kenntniß genommen. Ihr hat! in der That einen schweren Stand— um so anerkennenswerther Eufl Leistungen. Nur so weiter, und alle Anschläge werden an Eurer Festigkei zu Schanden werden. Solche Rohheiten sind nur ein Zeichen der Schwäche; eine starke Sache bedarf dergleichen Mittel nicht.— I o h PH. Becker, Gens: Die betr. ganz interessante Einsendung wird ii nächster Nummer erscheinen. Besten Dank vorläufig.— St. Louis Auf ein bloßes Schimpfwort antworten? Nein, Bester, das gibts nicht Wir lassen das Veilchen im Verborgenen blühen. der Expeditron: A. Schdr. Glsgw.: Fr. 226 80 eingewechselte am 24/5. dkd. erh.— Arb.-Ver. Daves: Fr. 10 25 pr. Agfd. u. Bu Fr. 4 45 beim Abschied von G. pr. Whlfd. gesammelt, sowie Fr. 4 für die streikenden Weber in Böhmen sind dem Landes ausschuß zugegangen. Besten Dank!— Heinrich: Mk. 40— Ab. Qu. ic. erh. Bfl. am. 27. 5. Weiteres.— Neckarspitze: 35 kr.(73 Ct4 f. Schft. erh. Bstllg. folgt mit dem Andern. Ueberschuß is nich! � Feuerhannes: Mk. 6— Ab. 2. Qu. erh.— Excelsior: Fr. 3— Dfd. und Fr. 3— s. d. böhm. Streiker dkd. erh.— St. Jmier: ii da d, 9,— Ab. 2. Qu. d. V. erh. Weiteres für„Arbst"., G. R. das.: Fr. 1 Schst. und Fr. 3— Locle V. E. erh. und abgeliefert.— Peter 60— ä Cto. ic. Ab. erh. Auszg. am 24/5 fort. Bfl. Weiteres.- Rother Voigtl.: Mk. 41 20 Ab. 2. Qu. erh. Adr. geord. Bf. fort. T. v. M.: Mk. 37 80 Ab. 1. Qu. erh. Gegrchg. gutgebr. Nachr. duck S. sr. Z. mündl.— E. V. E.: Mk. 3— Ab. 2. Qu. erh. Addr. i weg.— Rundmacher: Mk. 195 ä Cto. Ab. ic. erh. Gewünschtes fei — Lodernde Flamme: Mk. 3— Ab. 2. Qu. und Mk. 2— pr. Ust dkd. erh.— Johannes B.: Mk. 6— Ab. 2. u. 3. CUi. und Mk. 2 pr. Ufd. dkd. erh.-- r: Fr. 14— Ab.-Rest I.Qu.J,. Ab. 2. Qu. si — Ahasverus: Mk. 34 60 Ab. 4. Qu. und 4 Einspänner laut Afst» erh.— Alte Garde R.: Mk. 90— Ab. 1. u. 2. Qu. erh.— s-sphii mel--: Mk. 117— baar Ab.-Cto. u. Ggrchg. gutgeb.— Nr. 65 Mk. 4 30 Ab. 2. Qu. erh.— F. Rammenst. Chicago:(Doll. 1—) 3 5 06 pr. Wfd. dkd. erh. Weiteres dkd. notifizirt.— C. Michel und Bach, Chicago:(Doll. 3—) Fr. 15 18 dkd. erh.— I. Ky. Xeick Fr. 1 75 f. Schst. erh. Sdg. fort.- H. I. Frst. Br.: Fr. 2 50 2. Qu. und Briefm.-Paket dkd. erh.— Swbd. Z.: Fr. 2 10 Ab. Qu. erh.— St. Jmier: Fr. 5— pr. Wfd. v. d. Gen. dkd. erh. W. Leutritz Eau- Claire(Doll. 1—) Fr. 5 06„zum bevorstehend Kampf für unsere gute Sache" dkd. erh.— Torftasten. Mk. 19—® 2. Qu. und Rest erh. Weiteres bfl.— Moritz: Mk. 23 40 Ab. 2. C erhalten. Alles besorgt.— Freiburg i Schl: Mk. 15— pr. Dsd. erhallen.— H. Ntzsche, N.-Aork:(Doll.30—) Fr. 151 90 Ab. ic. erh. Bfl. mehr.— Neu-Haven:(Doll. 10—) Fr. 50 65 f v. I. Bollensänger pr. 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Te Nsti chts un!