rd te he 00 t; : e. be in ie be ett t. 13 I e, er Sr HEE r. r. n in uf r= 11= its ent # 188 h= te te น. it. ig ( t. b. 12 5. es er f. 3= 3. b. FT. 5. ar Ο r. er ť. I. r 4 t. 0 Erscheint wöchentlich einmal in Zürich( Schweiz). Berlag der Borrsbuchhandlung Hottingen Zürich. Poffendungen franto gegen franto Gewöhnliche Briefe nach der Schweiz toften Doppelporto. No. № 43. Der Sozialdemokrat Bentral- Organ der deutschen Sozialdemokratie. Donnerstag, 23. Oftober. Avis an die Abonnenten und Korrespondenten des„ Sozialdemokrat." Da der Sozialdemokrat sowohl in Deutschland als auch in Defterreich verboten ist, bezw. verfolgt wird und die dortigen Behörden fich alle Mühe geben, unsere Verbindungen nach jenen Ländern möglichst zu erschweren, resp Briefe von dort an uns und unsere Zeitungs- und sonstigen Speditionen nach dort abzufangen, so ist die äußerste Vorsicht im Postverkehr nothwendig und barf teine Vorsichtsmaßregel versäumt werden, die Briefmarder über den wahren Absender und Empfänger, sowie den Inhalt der Sendungen zu täuschen, und letztere dadurch zu schützen Haupterforderniß ist hiezu einerseits, daß unsere Freunde so selten Abonnements werden bei allen schweizerischen Postbureaux, sowie beim Verlag und dessen bekannten Agenten entgegengenommen, und zwar zum voraus zahlbaren Vierteljahrspreis von Fr 2 für die Schweiz( Kreuzband) mt 3 für Deutschland( Coubert) fl. 1.70 für Oesterreich( Couvert) Fr. 2 50 für alle übrigen Länder des Weltpoftvereins( Kreuzband). Inserate die dreigespaltene Petitzeile 25 Cts. 20 Pfg. 1884. als möglich an den Sozialdemokrat, resp. dessen Verlag felbst adressiren, sondern sich möglichst an irgend eine unverdächtige Adresse außerhalb Deutschlands und Desterreichs wenden, welche sich dann mit uns in Verbindung setzt; anderseits aber, daß auch uns möglichst unverfängliche Zustellungsadressen mitgetheilt werden. In zweifelhaften Fällen empfiehlt sich behufs größerer Sicherheit Refommandirung. Soviel an uns liegt, werden wir gewiß weder Mühe noch Kosten scheuen um trotz aller entgegen stehenden Schwierigkeiten den Sozialdemokrat" unseren Abonnenten möglichst regelmäßig zu liefern gieriger als der schmutzigste Börsenjobber auf den Profit aus: Varteigenoffen! Vergeßt der Verfolgten sehen, ſo find fie in politiſcher Beziehung ganz ſchofle, hinterund Gemaßregelten nicht! Arbeiter und Konservative. Liberale Blätter flunkerten in den letzten Wochen vielfach mit Berichten, in denen es hieß, daß die Sozialdemokraten in diesem oder jenem Wahlkreise bei den Stichwahlen für den konservatiben Kandidaten stimmen würden. Dahin soll sich der Kandidat unserer Partei in Stettin geäußert haben; auch in Kassel soll biese Absicht proklamirt worden sein. Wir halten diese Berichte für nichts als elende Wahlmanöver, barauf berechnet, uns bei dem oppofitionell gesinnten Theil der Wählerschaft als Bismarck's Handlanger zu verdächtigen. Wie follte ein Berliner Ausgewiesener, wie Priez, dazu kommen, für ein Mitglied der Partei zu stimmen, welche nicht nur unter allen Umständen für Verlängerung des Sozialistengesetzes eintritt, sondern auch sonst den Arbeitern alle ihre politischen Rechte, Koalitionsfreiheit u. f. w. zu verkümmern trachtet? Es ist das absolut undenkbar. Für die Stichwahlen ist für unsere Partei der Beschluß des Kopenhagener, bezw. Wydener Kongresses maßgebend, der da lautet: Bei Stichwahlen, wo Kandidaten unserer Partei nicht in Frage kommen, empfiehlt die Partei den Genossen im Allgemeinen Wahlenthaltung." Unbedingte Wahlenthaltung wollte der Kongreß nicht vor: schreiben, weil er den Genossen für ausnahmsweise Ver: hältnisse nicht ein für allemal die Hände binden wollte. Die Ausnahmen aber, die hiernach die sozialdemokratische Wählerschaft veranlassen könnten, bei Stichwahlen zwischen Geg nern der Partei Stellung zu nehmen, können nie den Konser bativen, Nationalliberalen und ähnlichen Reaktionären zu Gute tommen. Es wird zwar von den Agitatoren dieser sauberen Koalition gerne behauptet, daß, wenn sie uns auch politisch schroffer gegenüberstehen als die Liberalen, sie uns doch wirthschaftlich näher ständen als diese. Das ist aber eitel Spiegelfechterei. 每 Die Herren sind auf wirthschaftlichem Gebiete ebenso die Feinde der Arbeiter als auf politischem. Sie stehen uns auch in dieser Beziehung um kein Haar breit näher als bie Lberalen. Denn wenn fie auch gleich uns den wirthschaftlichen Liberalismus bekämpfen, so ist damit auch Alles erschöpft, was nach irgend welchem Vergleichungspunkt aussteht. Sowohl Motive dieses Kampfes, als auch die Ziele desselben sind verschiedene, direkt entgegengesette. Wir kämpfen im Interesse der Arbeiter, sie im Interesse der Ausbeuter; wir wollen das heutige Ausbeutungssystem beseitigen, sie wollen es verewigen, bie Arbeiter durch Gefeße an die Scholle, an die Fabrik binden; wir wollen ben Arbeitern die Bewegungsfreiheit erst zur Wahrheit machen, sie wollen ihnen auch das bischen davon nehmen, das sie heute noch haben; wir wollen selbstbewußte, vorwärts strebende Arbeiter, sie unterwürfige, zufriedene Knechte; wir wollen burgh Colibarität zur Gleichheit, und in der Gleichheit zur Freiheit, sie wollen durch Privilegien die Ungleichheit und die Unter brückung sanktioniren. Wollten wir, wenn auch aus verschiedenen Motiven, in irgend einer Beziehung dasselbe, dann hätte ein zeitweises Zusammengehen noch einen Sinn, wir wollen aber auf allen Gebieten das Entgegengesetzte wie kann da von einem Zusammengehen auch nur einen Augenblick die Rede sein? ust( pidu dst Nun gibt es allerdings Schlaumeier, die da sagen: Gewiß, das ist ja Alles ganz richtig, Konservative und Sozialdemokraten find Feinde, verhalten sich zu einander wie Feuer und Wasser, aber ohne aber geht es da nicht!- ein ehrlicher Feind ist besser als ein falscher Freund, und wenn die Konservativen bie Sache auf die Spitze treiben, recht so!- um so eher tommt die Entscheidungsschlacht- ergo, Sozialdemokraten stimmt für im Konservative! 20 " Schon im Jahre 1877 pfiff uns der konservative Agitator Tinney in Berlin( der Herr kämpfte damals unter nationalliberaler Maste) diese Melodie.„ Wozu noch die Fortschrittspartei zwischen uns und Ihnen?" rief er aus, stimmen Sie für uns - es handelte sich um die Stichwahl zwischen Klotz und , unserm" Fordenbed, für den damals die„ Norddeutsche" die Trommel schlug und Sie haben den Kampf vereinfacht." Natürlich wurde er mit Hohn heimgeschickt. Und in der That, nichts abgeschmackter als diese Theorie. Was zunächst die ehrlichen Feinde" anbetrifft, so bedauern wir, den braven Konservativen dieses Zeugniß nicht ausstellen zu können. Wie sie im gewöhnlichen Leben sehr viel von ritterlicher Gesinnung und christlichem Edelmuth faseln, dabei aber listige, durch und durch verlogene Bursche, die den Arbeitern in's Geficht schmeicheln, um sie desto mehr über's Ohr zu hauen. Niemand behauptet, daß die Liberalen unsere Freunde sind, sie find unfere Gegner, so gut als die Konservativen, und suchen wie diese unsere Stimmen durch allerhand Manöver zu fangen; daß die Konservativen aber ehrlicher als jene verfahren, ist ent schieden falsch. Wer hat das ehrliche Wort Sozialismus gefälscht, wer unter der Firma Sozialreform seine schmutzigen Sonderinteressen verfolgt? Die Konservat ben! " Man lasse uns daher mit den ehrlichen Feinden" in Ruhe! Tie Theorie vom, vereinfachten Kampf" ist eigentlich zu fadenscheinig, als daß man darüber noch ein Wort verlieren sollte. Dieser Kampf wird kommen uud soll kommen, aber zu seiner Beit, als Produkt der gesellschaftlichen Entwickelung, wenn die Verhältnisse soweit gebiehen sind, daß wir die Chancen des Sieges haben. Gerade darum find wir Sozialisten gegen alle Maßregeln, welche die wirthschaftliche Entwicklung verlangsamen. Und nun sollten wir in dem Wahn, diesen, vereinfachten Kampf" ohne seine Voraussetzungen durchführen zu können, just den Leuten das Ruder in die Hand spielen, welche um jeden Preis die wirthschaftliche Entwickelung aufzuhalten bestrebt sind? Das hieße selbst dazu beitragen, daß die Stunde der Befreiung hinausgeschoben werde. Wohl mög ich, daß die Herrschaft der Reaktionäre zu gewalt. famen Zusammenstößen führte, aber welchen Vortheil hätten wir Sozialdemokraten davon? Wir hätten wiederum von vorn anzu fangen! Um aber in uns keinen Zweifel aufkommen zu lassen über Ueber die Bedeutung der Erstgenannten brauchen wir unseren Lesern gegenüber kein Wort mehr zu verlieren, dagegen dürften einige Worte über die Persönlichkeit Morgan's wohl am Plaze sein. 2. H. Morgan, der vor einigen Jahren gestorben ist, war ein amerikanischer Gelehrter, welcher sich das Studium der ursprünglichen menschlichen Gesellschaften zur speziellen Aufgabe gemacht hatte. Er hatte zu diesem Zwecke mehr als ein Menschenalter unter den noch jetzt im Staat New- York ansässigen Irokesen zugebracht und war sogar in einen ihrer Stämme( den der Senekas) adoptirt worden. ,, An die vierzig Jahre", schreibt Engels, hat er mit seinem Stoff gerungen, bis er ihn vollständig beherrschte. Darum aber ist auch sein Buch( Ancient Society") eines der wenigen epochemachenden Werke unserer Zeit." I. Dies vorausgeschickt, lassen wir nunmehr zunächst die von Kart Rautsty in der ,, Newyorker Volkszeitung" gegebene Zusammenstellung der Entdeckungen Morgan's folgen. spusta in p on, Drei große Entdeckungen sind es, welche die Morgan'schen Forschun gen epochemachend erscheinen lassen: erstens die Ordnung der menschlichen Vorgeschichte nach verschiedenen Kulturstufen; zweitens die Erforschung der ursprünglichen Familienform; drittens die Dar legung des Ursprunges und der Bedeutung der Gentilver fassung. " bine is the Bis auf Morgan ist die Urgeschichte ein ziemlich unterschiedsloses Chaos gewesen. Alles, was nicht der modernen Kultur angehörte, wurde als Wilder" in einen Topf geworfen, und alle Wilden galten unters schiedslos als Belege für die urwüchsigen Zustände des Menschen. Da nun bei den Wilden die verschiedensten Formen der Familie, Ehe und dergleichen sich vorfinden, hatte Jeder, der über die Urgeschichte schrieb, welcher Ansicht er immer auch huldigen mochte, reiche Gelegenheit, Belege für dieselbe aus der Völkerkunde zu entnehmen. In diese Konfusion hat Morgan Ordnung gebracht dadurch, daß er ein Schema der Kulturs entwicklung entwarf, nach welchem es verhältnißmäßig leicht ist, jedem Volk seinen Platz in der Rangordnung der Kultur anzuweisen. Die Grundlage dieser Eintheilung bildet die Produktion der Lebensmittel. ,, Denn", sagt Morgan, die Geschicklichkeit in dieser Produktion ist entscheidend für den Grad menschlicher Ueberlegenheit und Naturbeherrdingten Herrschaft über die Erzeugung von Nahrungsmitteln gebracht. Alle großen Epochen menschlichen Fortschrittes fallen, mehr oder weniger direkt, zusammen mit Epochen der Ausweitung der Unterhalts quellen." Auf die Eintheilung dieser Epochen, Wildheit, Barbarei, Zivilisation, mit ihren Unterstufen, näher einzugehen, würde uns zu weit führen. Wir müßten da das ganze erste Kapitel wiedergeben. ihre guten, ehrlichen Abrichten, wühlen die Reaktionäre jetzt schung, von allen Wesen hat nur der Mensch es bis zu einer fast unre= gegen das allgemeine Wahlrecht, fordern sie Verlängerung der Legislaturperioden im Interesse der Ruhe und Ordnung." Es sei zuviel, alle drei Jahre die Bevölkerung durch die Wahlagitation aufzuregen. Natürlich. Was wir am Wahlkampf schätzen, verabscheuen ste': die Agitation, die Erörterung der Verhältnisse in Staat und Gesellschaft, die politische Erziehung des VolkesAlles ist vom Uebel und muß beseitigt werden. Zudem ist es sehr fatal, alle drei Jahre Versprechungen machen zu müssen, die man nicht hält. Das kann nicht gut enden. Genug. and Hot gi ssdit Wo wir das Thema anpacken, stoßen wir auf unvereinbare Gegensätze. Mögen daher die Arbeiter im Kampfe mit den Liberalen noch so unliebsame Erfahrungen machen, nie darf sie die Entrüstung soweit treiben, für einen Konservativen zu stim: Sie werden da stets noch schlimmer ankommen ganz abgesehen davon, daß es von wenig Selbstichtung zeugte, für einen Mann zu stimmen, der seinen guten Freund"- den Arbeiter mittelst eines niederträchtigen Ausnahmegesetzes men. fnebelt. Wenn die Konservativen bei Stichwahlen zwischen uns und den Liberalen gelegentlich für unseren Kandidaten stimmen, so ist das von ihrem Standpunkt aus ganz in der Ordnung; man kann ihnen daraus keinen Vorwurf machen, denn es gehört zu ihrem System. Sie müssen Alles daran sezen, zu verhin bern, daß die deutsch- freisinnige Partei Site gewinnt, denn die Deutsch- Freisinnigen sind heute unter Umständen regierungs: daher der Zorn. enn aber Sozialbemokraten für Konservative stimmen, so schlagen sie damit sich selbst in's Gesicht, so begehen sie politischen Selbstmord. Das Interesse der Arbeiter erheischt, daß die natio nalliberal- konservative„ Mittelpartei" im nächsten Reichstag um teinen Preis die Mehrheit erlange. Wir wissen, daß unsere Genossen im Reich gar nicht daran benken, ihre schlimmsten Feinde in die Hände zu spielen, aber ſelbſt den Verdacht wollten wir nicht auf ihnen ruhen lassen. troba grustsit sa Die neue Schrift von Fr. Engels, auf welche wir in einer früheren Nummer bereits hinwiesen, ist nunmehr erschienen. Wir halten es daher für unsere Pflicht, unseren Lesern in furzen Umrissen den wesentlichen Inhalt derselben vorzuführen. Die Schrift betitelt sich:" Der Ursprung der Familie, des Privateigenthums und des Staats. Im Anschluß an Lewis H. Morgan's Forschungen." Es war, wie Engels in der Vorrede mittheilt, kein Ge ringerer als Karl Marx, der sich vorbehalten hatte, die Resultate der Morgan'schen Forschungen im Zusammenhang mit den Ergebnissen der von Mary und Engels angestellten materialistischen Geschichtsuntersuchungen darzustellen und dadurch erst ihre ganze Bedeutung klar zu machen." Leider ward er durch den Tod daran verhindert, aber in seinem Nachlasse fanden sich och die von ihm angefertigten Auszüge aus Morgan, versett mit gelegentlichen kritischen Glossen. Unter Zugrundelegung dieser Auszüge nun hat Engels sich an die Durchfüh rung der Arbeit gemacht, die Untersuchungen Morgan's durch die Ergebniffe seiner Spezialstudien über die Urgeschichte der Celten und Deutschen noch bereichert, die geschichtlichen Abschnitte über Griechenland und Rom erweitert, die ökonomischen Ausführungen, die bei Morgan für seinen Zweck hinreichen, neu bearbeitet, und so bietet uns die jetzt vorliegende Schrift eigentlich die Arbeit dreier Denter: Engels, Mary und Morgan. Die zweite große Entdeckung von Morgan ist die der ursprünglichen Familienformen. Sie beruht auf seiner Entdeckung des klassifita. torischen Verwandtschaftssystems. syst sidy bi Der Mehrzahl der Leser der ,, Volkszeitung" dürfte dieses gänzlich unbekannt sein, und doch waren es Bewohner des Staates Newyork, bei denen es Morgan zuerst fand: die daselbst ansässigen Jrokesen. Die einfachste Form des klassifikatorischen Verwandtschaftssystems aber herrschte -soweit unsere Kenntnisse reichen auf Hawaii. Alle Geschwisters finder gelten da ohne Ausnahme als Brüder und Schwestern, und jeder betrachtet alle Geschwister seiner Eltern ebenfalls als seine Eltern. Die Verwandtschaftsbezeichnungen sind noch Bezeichnungen von Genera tionen. Dies von dem unserigen so verschiedene Verwandtschaftssystem läßt sich nur dadurch erklären, daß innerhalb der ersten gesellschaftlichen Einheit, dem Stamm, ursprünglich v Kinder nicht beachtet Freiheit herrschte und die Abſtamiſtändige geschlechtliche wurde. Unde einen solchen Zustand müssen wir in der That als Ur. 3ust and annehmen. Das hawaiische Verwandtschaftssystem setzt indeß voraus, daß ein Fortschritt stattgefunden dahin, daß die Geschlechtsfreiheit beschränkt worden auf die Mitglieder der gleichen Generation, und daß die geschechtliche Verbindung zwischen Eltern und Kindern nicht mehr vorkam. Da aber ein Stamm um so gesunder und kräftiger sein mußte, je mehr die Inzucht aus ihm verbannt war, so wirkt nach Morgan der Einfluß der natürlichen Zuchtwahl dahin, die ursprüngliche Geschlechtsfreiheit immer mehr einzuschränken. Nachdem die Chen zwischen Eltern und Kindern aufgehört hatten, begannen auch die Ehen zwischen Geschwistern allmälig immer seltener zu werden, bis sich die Ausschließung der Geschwister aus dem Kreise der Geschlechtsfreiheit ergab. Ein Mädchen und dessen Schwestern konnten sich nunmehr mit allen Männern verbinden, nur nicht mit den Brüdern von derselben Mutter; es ist klar, daß Anfangs nur die Abstammung von der Mutter in Betracht kommen konnte. So bildeten sich innerhalb des Stammes Gruppen, innerhalb denen Geschlechtsfreiheit herrschte, andererseits mußten sich jetzt aber auch aus diesen Gruppen verschie dene Blutsverwandtschaftskreise herausentwickeln, inners halb welcher der geschlechtliche Verkehr ausgeschlossen ist. Eine Reihe von Frauen( Schwestern) und eine von Männern, die nicht deren Brüder waren, bildeten eine Ehegruppe. Dieselbe Reihe von Frauen sammt ihren Brüdern und leiblichen Kindern bildeten einen Blutverwandtschaftsfreis, innerhalb dessen die Ehe ausgeschlossen war. Dieser Blutverwandt schaftskreis war die Gen 3. Die Zugehörigkeit zur Gens wurde nach der Abstammung weiblicher Linie bestimmt. Der Gatte mußte stets einer anderen Gens angehören als die Frau. Ursprünglich war der Stamm die einzige gesellschaftliche Einheit gewesen. Innerhalb des Stammes gab es teinerlei Unterschiede. Mit der Gens tritt die erste Unterabtheilung des Stammes auf. Innerhalb der Gens selbst aber bildet sich allmälig die Paarungsfamilie, die also nicht Ausgangspunkt der menschlichen Entwickelung, sondern eine verhältnißmäßig spät auftretende historische Erscheinung ist. Die Paarungsfamilie entstand großentheils unter dem Einflusse sich mehrender Cheverbote, so daß für die Gruppenehen bald kein Raum mehr war. Aber der aus der Gruppenehe sich entwickelnde Blutver wandtschaftskreis, die Gens, behielt noch lange die Oberhand über die Familie, innerhalb deren auch die mütterliche Abstammung galt, so daß die Kinder der Mutter gehörten. Die Paarungsehe war auch eine äußerst lose. Bedeutung bekam die Einzelfamilie erst mit der Entstehung des Hirtenlebens. Die Stellung des Mannes wird dadurch eine erhöhte, indeß die der Frau herabfinkt. Bis dahin waren Mann und Weib innerhalb des Stammes gleich und frei, jeder Herr innerhalb des ihm zugewiesenen Kreises. Es ist eine der absurdesten, aus der Aufklärung des 18. Jahrhunderts überkommenen Vorstellungen, sagt Engels, „das Weib sei im Anfang der Gesellschaft Sklavin des Mannes gewesen. Das Weib hat bei allen Wilden und allen Barbaren der Unter- und Mittelstufe, theilweise noch der Oberstufe, eine nicht nur freie, sondern hochgeachtete Stellung.... Die Dame der Zivilisation, von Scheinhuldi- gungen umgeben und aller wirklichen Arbeit entfremdet, hat eine unend- lich niedrigere gesellschaftliche Stellung als das hart arbeitende Weib der Barbarei, das in seinem Volk für eine wirkliche Dame llaäx, tromi, Frau, gleich Herrin) galt und auch eine solche ihrem Charakter nach war." Das wurde anders, als die technischen Fortschritte die Zähmung des Viehs und die Einführung der Sklaverei ermöglich- ten. Der Haushalt gehörte in der Paarungsfamilie der Frau, die Werk- zeuge des Erwerbes aber waren Eigenthum des Mannes. Jetzt wuchsen diese plötzlich mächtig an, wurden zu Reichthümern, indeß der Hausrath der Frau derselbe blieb. Damit wuchs auch die soziale Stellung des Mannes und seine gesellschaftliche Macht: eine Revolution erfolgte, in der das Weib unterlag. An Stelle der Abstammung in weiblicher Linie trat die Erbfolge in männlicher Linie. Das Weib wurde die Sklavin des Mannes! die Monogamie, die Zwangsehe, hielt ihren Einzug, mit der Monogamie aber auch naturnothwendig Prostitution und Ehe- bruch.„Die Männer hatten den Sieg über die Weiber errungen, aber die Krönung übernahmen großmüthig die Besiegten. Reben der Einzel- ehe und dem Hetärismus*) wurde der Ehebruch eine unvermeidliche ge- sellschaftliche Einrichtung— verpönt, hart bestraft, aber ununterdrückbar. Die sichere Vaterschaft der Kinder beruhte nach wie vor höchstens aus moralischer Ue berzeugung, und um den unlöslichen Widerspruch zu lösen, dekretirte der Code Napoleon, Art. 312: das während der Ehe empfan- gene Kind hat zum Vater den— Ehemann. Das ist das letzte Resultat von dreitausend Jahren Einzelehe." sEngels.) Aber bereits zeigen sich die Elemente der Auflösung der alten Zwangs- che, der Monogamie, und des Uebergangs zu einer Eheform, welche der alten Paarungsehe ähnelt, aber höher steht als diese in Folge der in- zwischen erstandenen individuellen Geschlechtsliebe. Bei den Eheschließungen der Bourgeoisie spielt diese noch eine unter- geordnete Rolle. Bei ihr„wird die Heirath bedingt durch die Klassenlage der Betheiligten und ist insofern stets Kon- venienzehe", sagt Engels, und er fährt fort:„Wirkliche Regel im Ver- hältniß zur Frau wird die Geschlechtsliebe und kann es nur werden unter den unterdrückten Klaflen, also heutzutage im Proletariat — ob dies Verhältniß nun ein offiziell konzessionirtes oder nicht. Hier sind aber auch alle Grundlagen der klassischen Monogamie beseitigt. Hier fehlt alles Eigenthum, zu dessen Bewahrung und Vererbung ja gerade die Monogamie und die Männerherrschaft geschaffen wurden, und hier fehlt damit auch jeder Antrieb, die Männerherrschaft geltend zu machen. Roch mehr, auch die Mittel fehlen; das bürgerliche Recht, das diese Herrschast schützt, besteht nur für die Besitzenden und deren Ver- kehr mit den Proletariern, es kostet Geld und hat deshalb armutshalber keine Geltung für die Stellung des Arbeiters zu seiner Frau. Da ent- scheiden ganz andere persönliche und gesellschaftliche Verhältniffe. Und vollends seitdem die große Industrie die Frau aus dem Hause auf den Arbeitsmarkt und in die Fabrik versetzt hat und sie oft genug zur Er- nährerin der Familie macht, ist dem letzten Rest der Männerherrschaft in der Proletarierwohnung aller Boden entzogen— es sei denn etwa noch ein Stück der seit Einführung der Monogamie eingerissenen B r u- t a l i t ä t gegen Frauen. So ist die Familie des Proletariers keine monogamische im strengsten Sinne mehr, selbst bei der leidenschaftlichen Liebe und festesten Treue Beider und trotz aller etwaigen geistlichen und weltlichen Einsegnung. Daher spielen auch die ewigen Begleiter der Monogamie, Hetärismus und Ehebruch, hier nur eine fast verschwindende Rolle; die Frau hat das Recht der Ehetrennung that- sächlich wieder erhalten, und wenn man sich nicht vertragen kann, geht man lieber auseinander. Kurz, die Proletarierehe ist monogamisch im etymologischen Sinne des Wortes, aber durchaus nicht in seinem histo- rischen Sinne." Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 22. Oktober l8S«. Genossen allerorts! Laßt nicht nach in Eurem Eifer, den Wahlfonds unserer Partei zu mehren. Wir werden voraussichtlich sehr viele Stichwahlen und mehrere Nachwahlen haben. Es ist von höchstem Werth für die A r b e i t e r s a ch e, daß unsere Partei möglichst stark im Reichstag vertreten ist. Also thut, was in Euren Kräften steht, unfern Sieg zu sichern. Bis die letzte Nachwahl hinter uns liegt, sei die Parole: Schafft Munition! *) Nach Morgan der neben der Einzelehe bestehende außereheliche geschlechtliche Verkehr der Männer mit unverheiratheten Weibern. Feuilleton. Die Geschwister.*) Eine dramatische Episode aus der Jetztzeit. Von E. Gr. Ort: Berlin. Zeit: Wahlkampf 1884. I. Theil. (Szene: Eine Arbeiterwohnung.) K l ä r ch e n(mit dem Wegräumen der Kleider ihres Bruders beschäf- tigt; sie bürstet einen Ueberzieher und untersucht neugierig das darin gefundene Notizbuch): Ich muß doch sehen, was mein Bruder Hugo in seiner Tasche hat, vielleicht entdecke ich gar die Spur einer heimlichen Liebschaft.(Sie findet zwischen einigen Papieren den Ausschnitt einer Zeitung.) Ah, ein Gedicht! Laß einmal sehen.(Sie fliegt es für sich durch, indem sie sich aus einen Stuhl niederläßt. Dann laut:) Aber das ist ja herrlich! Noch nie in meinem Leben hat ein Gedicht so zu meinem Herzen gesprochen, wie dieses hier.(Sie fängt ganz begeistert an, in deklamirendem Tone zu lesen:) Ich hörte sie sagen: Laß Hoffen und Klagen, Es wird doch immer dasselbe sein! So heute wie morgen bringt Kuminer und Sorgen, Bringt endlose Klage und trostlose Pein! Als die Welt noch junger, in Qual und Hunger, Die Hoffnung, sie stählte uns Herz und Arm. Da führten Gelehrte, in Worten bewährte, Uns gegen das Unrecht und gegen den Harm. Lies in den Geschichten und Ruhmesgedichten Die Namen der Großen, wie sich's gebührt; Dann sieh', wie wir werben und langsam versterben, Inmitten der Freiheit, zu der sie geführt! Wo geschwind und geschwinder der eiserne Schinder, Den wir geschaffen, das Werkzeug treibt; Heißt uns Schätze ergründen und Kurzweil erfinden, Für Andre, daß uns nichts übrig bleibt. In elenden Höhlen versumpfend wir gröhlen, Was wissen wir, ob die Welt ist schön! Wir müssen uns scheu'n, unsrer Brut uns zu freu'n, Sie wird, gleich uns ja, zu Grunde geh'n. *) Die obige, in Wahrheit aus dem Leben geschöpfte und mit natür- lichem Realismus durchgeführte dramatische Erstlingsarbeit einer der Arbeiterklasse angehörenden Parteigenossin dürste sich ganz besonders zur Aufführung bei Wahlfesten eignen. — Die Genoffen in Deutschland werden gebeten, der Redaktion des „Sozialdemokraten" in Kopenhagen, Nörregade 5, ungesäumt Telegramme des Wahlergebnisses zuzusenden. Das dänische Bruderorgan wünscht möglichst rasch das Gesammtresultat überblicken zu können. Auf Wunsch werden die Auslagen vergütet. — Die Wahlagitation, die bisher in den meisten Wahlkreisen in Bezug auf Leben viel zu wünschen übrig ließ— nicht durch die Schuld unserer Genossen, die thun, was sie leisten können, sondern durch die Apathie der Gegner— kommt in der letzten Woche vor der Wahl allerwärts instärkstenFluß. In Berlin folgen Versammlungen auf Versammlungen, aber auch Verbote und Auflösungen ohne Ende. Anderwärts, wie z. B. in Dresden, sucht man die Wirthe zu bestimmen, keinen Saal herzugeben und glaubt man dadurch zum Siege zu kommen. Im Freiberger Wahlkreis, wo der sozialistische Kandidat K a y s e r ausgewiesen ist. wollte Genosse Bebel in zwei Versammlungen für ihn, in Freiberg und Brandt, eintreten. Beide Versammlungen wurden, nachdem sie bereits annoncirt waren, von der Amtshauptmann- schaft verboten,„weil Bebel einer der fanatischsten uno gefährlichsten Agitatoren sei: seinerzeit im Reichstag das Wort gebraucht: Krieg den Palästen, Friede den Hütten, und also auch in der Wahlagitation in ähnlicher Weise wirken werde." An demselben Tage, wo dieses Verbot in Freiberg erfolgte, hielt Bebel eine glänzend besuchte Versammlung in Pirna für Restaurateur Peters, unfern Kandidaten, ab. Wo bleibt da die Konsequenz?! Verflossenen Mittwoch sprach K a y s e r in einer großartig besuchten Versammlung in Leipzig zu Gunsten der Kandidatur Bebel's, mit großem Erfolg. Schließlich erfolgte die übliche polizeiliche Auflösung, nachdem ein Arbeiter Otto gesprochen. In Hamburg werden alle Wahlversammlungen unserer Partei- genossen kurzer Hand verboten und zwar mit Hinweis auf— das H a m b u r g's ch e Vereins- und Versammlungsgesetz. Es geht doch nichts über eine solche— Republik. Im Wahlkreis Sorau-Forst haben unsere Genoffen die Zähl- kandidatur Vollmar zurückgezogen und dafür Genoffe Schwager, Schneidermeister in S o r a u, aufgestellt. Sehr vernünftig. In Zelle haben unsere Genossen den Zimmermann W a r n k e auf- gestellt. Daraufhin wurde derselbe von seinem Prinzipal, bei dem er acht- unddreißig Jahre in Arbeit gestanden, aus der Arbeit entlassen, und zwar auf Betreiben der Herren Nationalliberalen. Hoffentlich werden ihnen die Arbeiter Zelle's am 28. Oktober die richtige Antwort geben. Sympathie-Erklärung. Folgende Resolution ward in der letzten Sitzung des Exekutivraths der englischen„sozialdemokratischen Federation" einstimmig angenommen: „Die heutige Versammlung des Exekutivrathes der sozialdemokratischen Federation wünscht der deutschen sozialdemokratischen Partei ihre auf- richtige Sympathie und ihren besten Glückswunsch zu den kommenden Reichstagswahlen auszudrücken, und bittet ihre sozialistischen Brüder in Deutschland, überzeugt zu sein, daß ihre tapferen Kämpfe für die Sache der Befreiung des Proletariats und für die Stellung der Produklions- mittel unter die Kontrole des gesummten Volkes, von Seiten der eng- tischen Sozialisten mit dem lebhaftesten Interesse verfolgt werden, und daß ihre Wahlerfolge auf die sozialistische Organisation aller Länder im höchsten Grade ermuthigend wirken werden." — Aus P o l iz e i k r e i s e n— auch w i r haben unsere Polizei, nur daß sie etwas geheimer ist, als die„geheime" des Herrn Madai— erfahren wir, daß der Lumpazius Kaltenbach sich richtig, wie wir vermuiheten, erschossen hat. Der Bursche scheint also doch noch ein Fünkchen von Scham- und Ehrgefühl gehabt zu haben, das er freilich bei Lebzeiten sehr gut zu verstecken wußte. Der„Reinfall" des W e i ß, oder richtiger der B e r l i n e r P o I i z e i hat in Berlin unter den Oberspitzeln einen geradezu konsternirenden Eindruck gemacht. Madai hatte einen kleinen Schlaganfall, von dem er sich erst nach 24 Standen erholte, und das edle Pärchen von Hake und Krüger trug sich ebenfalls mit Selbstmordgedanken, die jedoch bei Abwesenheit des nöthigen Fünk- chens Scham- und Ehrgefühl zu unserem Glück nicht über den Bereich der frommen Wünsche hinauskamen. Dümmere konnten ihnen nicht zu Nachfolgern gegeben werden— möglicherweise aber etwas Ge- scheidtere, und das wäre doch nicht gut gewesen. Auch der brave Otto soll sich nicht wenig geärgert haben. Wir glauben es. Trotz seines hochgradigen Größenwahns wird er doch genug Urtheilskraft besitzen, um einzusehen, daß diese sortgesetzten„Reinsälle" seiner Spitzel ihn im In- und Auslande der Verachtung und Lächerlichkeit preisgeben, und zwar in doppeltem Maße— einmal weil durch die Existenz seiner Spitzel- armee der Beweis geliefert ist, daß er selber von der Miserabilität seiner „Schöpfung" überzeugt ist, und zweitens weil seine Spitzelarmee so mi- serabel organisirt ist. Die Dresdener Polizei soll dagegen über den„Reinfall" der Berliner sehr vergnügt gewesen sein. Sie hatte nämlich seiner Zeit wegen des„Reinsalls" ihres Schmidt seitens der Berliner bittere Kein Gott läßt sich rühren; wer soll uns nun führen Heraus aus der Hölle, die uns umloht? Wir sehen nur Lügner, Betrogne, Betrügner, Die Großen sind klein und die Weisen sind todt! Ich hörte sie sagen: Laß Hoffen und Klagen, Die scheerende Klinge verschont nicht das Schaf! Sind wir denn nicht stärker als all' unser Kerker, Sobald die Erkenntniß uns schütlelt vom Schlaf? Komm', uns zu verbünden, die Stunden entschwinden, Und Rettung liegt nur in mir und dir! Die Hoffnung belebt uns und Licht umschwebt uns, In siegender Klarheit marschiren wir! Laß kältere Herzen nur lachen und scherzen Mit flüchtiger Lust, von der Furcht vergällt; Indeß wir erglühend und Leben versprühend Dem Kampfe uns weih'n für die n e u e Welt! Komm', uns zu verbünden, eh' Stunden entschwinden, Die Sache fliegt über den Erdenball! Die Welt erzittert, von ihr erschüttert, Und Freude nur bringt sie für uns All'! (Sie läßt die Hand mit dem Blatte in den Schoost sinken und stützt nachdenklich den Kopf in die andere Hand auf den Tisch.) Ich verstehe nicht Alles, aber es hat mich trotzdem tief ergriffen; ich muß doch Hugo fragen, worauf dieses Gedicht eigentlich hinweist. Die herbe, zum Herzen dringende Klage verstehe ich wohl, aber woher die Hoffnung aus die hier verheißene Rettung?(Sie zeigt bei den zuletzt gesprochenen Worten auf das Blatt.) Albert(ihr Bräutigam, tritt ein, geht freudig lächelnd auf sie zu, begrüßt und küßt sie): Guten Abend, Klärchen. Nun, was ist denn das, Du sitzest ja ganz in Gedanken versunken und siehst dabei so seltsam erregt aus, was ist Dir? Ah, Du hast gelesen! Und ein Gedicht? Laß schauen, was mein Liebchen liest.(Er nimmt das Blatt aus ihrer Hand und schaut ihr, nachdem er es gelesen, fixirend in's Gesicht:) Wo hast Du das her, mein Kind, das klingt ja sehr aufreizend! Klärchen(indem sie aussteht und die Hand nach dem Blatt aus- streckt): Gib her, Albert, ich habe es heimlich aus meines Bruders Notizbuch genommen; es war nicht recht von mir, ich will es wieder hineinlegen. Ich habe übrigens nichts Aufreizendes darin gefunden, nur ein tiefes, mir unbekanntes Leid spricht aus dem Gedicht. Albert: Ich muß mir das doch einmal genauer ansehen. Ei, ei, das scheint mir gar ein Ausschnitt aus dem„Sozialdemokrat"! Sag', Klärchen, hast Du jemals bei Deinem Bruder ein oder gar mehrere Blätter gefunden mit dem Titel„Der Sozialdemokrat"?" Klärchen: Nein, Albert, mein Bruder hält Alles sehr geheim vor mir, und er muß nur zufällig vergessen haben, das Notizbuch aus der Tasche zu nehmen. Albert(schnell): Laß es mich s-hen, Klärchen! Klärchen: Ich habe eigentlich kein Recht, Dir meines Bruders Taschenbuch zu geben. Vorwürfe anzuhören. Und jetzt sind die„schlauen" Berliner so büß „reingefallen". Sie— die Berliner— mögen sich trösten, es war nicht das erst» mal und wird nicht das letztemal sein. Versi ten s — Lehrreiche Beispiele sind mehr werth als die eindruD vollsten Auseinandersetzungen, sagt die moderne Pädagogik, und desHalt sollten wir keine Minute unterlassen, unfern Lesern an guten Beispiele zu zeigen, wie man Eigenthum und Rechte seiner Mitmenschen hochhalt« muß. Gibt es nun erhabenere Vorbilder als unsere Regierenden? G» wiß nicht. Sie seien deshalb auch unsere Lehrer. Da ist vor einigen Tagen der regierende Herzog von Braunschwe)) gestorben, und da er kinderlos war, ist sein legitimer Thronsolger Nl» mand anders als der Herzog von Cumberland, der Sohn und Erbe hel verstorbenen Königs von Hannover. Weil nun aber dieser unglücksellzt Herzog sich nicht dazu entschließen kann, die 1866 erfolgte Annexio» Hannovers durch Preußen als Recht anzuerkennen, selbst nicht um d« Preis der Rückgabe seines„mit Beschlag belegten" Vermögens, darf« auch den Thron von Braunschweig nicht besteigen, und Preußen setzt si? in Positur, schleunigst Braunschweig zu verschlacken. Auch auf das Fürsten' thum O e l s in Schlesien, dessen Besitzer der Herzog von Braunschweig war, und das zu einem großen Theil Allodialgut(d. h. frei veräußev liches Besitzthum) ist, haben preußische Beamte„im Namen der Krone sofort Hand gelegt. Mit einem Wort, Preußen eignet sich, direkt odel indirekt, das ganze Erbe des Herzogs von Cumberland an, setzt sich will' kürlich in seine Rechte, und das Alles, weil derselbe, wie schon gesagt den früheren Raub nicht als„Recht" anerkennen will. Man denke, irgend ein beliebiger Hinz handle in gleicher Weise gegen' über irgend einem beliebigen Kunz, d. h. er jage ihn, weil er seine» (Hinze's) Gegner beigestanden, von Haus und Hof, nehme ihm sein V«' mögen fort und erkläre: Haus und Hof ist jetzt mein, und wenn d» nicht sofort erklärst, daß du auf ewige Zeiten darauf verzichtest, so be> halte ich auch noch dein Geld. Auch was du noch erben solltest, nehmt ich dir sofort von der Nase weg, denn ich bin der Stärkere. Mit welcher Entrüstung würoe alle Welt über diesen gottlosen Hin! herfallen! Und,„heilig ist das Eigenthum! Du sollst nicht stehlen! D» sollst nicht begehren deines Nächsten Haus!" würden salbungsvoll dü Priester Gottes ausrufen, denn—„die Religion muß dem Volke er- halten werden". Jetzt natürlich kein Wort von alledem. Denn der Cumberland wird ja im Staatsinter es se kalt gestellt. Das Heil der Gesammtheit geht über Alles, es ist das höchste Gesetz. Schön, dem Grundsatz huldigen auch wir. Das Heil der Gesam»� heit über Alles. Ihm gegenüber gibt es kein Eigenthumsrecht, kein Erbrecht, kein Herkommen, keine historischen Sonderrechte— es ste? höher als jedes Privatinteresse. Und wenn wir irgend ein Bedenk« tragen sollten, diesen Grundsatz praktisch durchzuführen, wenn wir vor irgend einem historischen Rechtstitel zurückschrecken, vor einem Thro» Halt machen sollten, dann belehre, dann festige uns das gute Bei' spiel, das Preußen uns 1866 gegeben und jetzt, im Jahre des Heili und der Rückkehr zum Christenthum, aus's Neue gibt. Ein Thron weniger. Es ist zwar nur ein kleiner, und es bleiben noch sehr viel übrig, aber es ist doch etwas in so schlechter Zeit. Hoffentlich folgen ihm bald andere— im Interesse der Gesammthe'' den Freu ein Z geb D- «chtr laffei Er! strotz Weni tun P-rs. wir wird Hoffe uns wöge erkläi hervc o r d die tret AI in ei — Sag' an, mein Sohn, woher sind diese Gabe Neben seinen kolossalen Besitzungen soll der Herzog von Braunschweiz noch ein Baarvermögen von hundert Millionen Mark hinter' lassen haben. Wie müssen die erlauchten Vorfahren desselben gedarbt und g«' arbeitet haben, um so große Reichthümer zusammenzu— s p a r e N- Heilig ist das Eigenlhum! — DieWahlthätigkeit der deutschenPolizei ist durch einen sozialdemokratischen Druckfehlerteufel in Nr. 41 in einem Theil der Auflage des Parteiorgans in eine Wohlthätigkeit verwendet worden- Kein übles Spähchen! Und so viel Wahrheit darin. Denn das wich kein Mensch, der im Besitz seiner fünf Sinne ist, läugnen können, da? die Polizei es mit uns außerordentlich gut meint, und daß ihre Thätig' keit gegen uns eine sehr wohlthätige für uns ist. So lang« die deutsche Polizei so arbeitet, werden wir immer Grund haben i» dem fröhlichen Ruf: Hoch unsere Freunde, die Feinde! — Sie sprengen einander nachHerzenslust, die seind' lichen Brüder Deutsch-Freisinnig und Nationalliberal. Die tugendhafte» Seelen, die einst nicht tapfer genug über die bösen, das Versammlung�' recht vernichtenden Sozialdemokraten schmälen konnten, und schon vo» „sprengen" redeten, wenn diese überhaupt meiner ihrer Versammlunge» das Wort verlaugten, springen jetzt mit dem Versammlungsrecht in ein« Weise um, wie es die ärgsten Radaubrüder nicht besser zuwege brächte»- AllerdingS, um der Wahrheit die Ehre zu geben, sind die Nationalltbe' raten in diesem Punkte wenigstens ihren Gegnern an Tapferkeit über, denn— sie haben die Regierung hinter sich. Ihr Meisterstück haben sie in C l a f e l d bei Siegen abgelegt, w» sie in Verbindung mit den Anhängern S t ö ck e r's— mit denen s« auch ein Wahlbündniß geschlossen— nicht nur eine fortschrittliche »Vos näml «dem Haber He «ig ist ni von knech pfleg U. Herr W E Part listen beut: Ilster im 1 das so d> Be, deck wie ' T Nrge san» wah rale sti, wur am jene wes, zuj Kon a dem liste 2 2 Nich fehl Pe die anc kaij wei beü « Albert(drängend und schmeichelnd): Gib her, Kind, ich will spaßes' halber einmal sehen, was Dein Bruder da für große Staatsgeheimnisse hat. Möchte gern seinen Liebschaften auf die Spur kommen; zwischr» Schwägern ist ja das nicht so genau zu nehmen. Klärchen: Zwischen Schwägern? Nun, dann warte, bis D» es bist. Albert(zudringlicher): Gib es mir, süßes Lieb, Du erweisest m« damit einen außerordentlichen Liebesdienst, den ich Dir niemals vek' l gessen werde. Klärchen(sehr energisch): Nein, Albert! Es ist übrigens gar nich' schön von Dir, daß Du mich so drängst, ein Unrecht zu thun. Albert: Aber es ist kein Unrecht, mein Klärchen, ich schwöre es Dir. Du erweisest mir damit einen großen Dienst; es kann sich uw meine Zukunft, um eine Anstellung handeln. Klärchen(gespannt): Wie verstehe ich das? Albert: Mein Kind, das wäre augenblicklich eine zu lange Erklä- rung; gib mir das Notizbuch, und ich erkläre es Dir bei günstiger Gelegenheit.(Indem er sie schmeichelnd umfaßt:) Du darfst aber Deinem Bruder nichts davon sagen, es bleibt ein Geheimniß zwischen uns Beiden. Nun, willst Du? Klärchen(sich aus seiner Umarmung windend und energischer den» zuvor): Nein! Das Buch geb ich nicht her; ich weiß, daß es eine ver- werfliche Handlung wäre, deren ich mich Zeit meines Lebens schämen müßte. Albert(sich vergessend): Im Namen----(dann, sich schnell fassend, sehr ruhig) Nun, wie Du willst.(Nach einer Pause freundlich) Ich wollte Dich ja nur prüfen, mein Schätzchen; hast Dich brav benommen und Deine Prüfung gut bestanden. Leb' wohl, ich muß gehen. Apropos! Sage Deinem Bruder nichts von diesem Scherz, er könnte es anders ausfaffen.(Cr will sie zum Abschied küssen.) Klärchen(schmollend): Ich gebe Dir keinen Kuh, weil Du mich geärgert hast. Albert(stürmisch): Nun, dann nehme ich mir einen. Klärchen(einen Schritt zurücktretend, mit blitzenden Augen): So? Wage es nicht, Albert, es könnte Dich gereuen! Albert(sich ironisch verbeugend): Meine kleine Herzenskönigin scheint heute in gereizter Stimmung.(Militärisch zwei Finger an die Mütze legend, sagt er spöttelnd) Ich bescheide mich; leb' wohl, kleiner Trotz- köpf, wir sehen uns bald wieder.(Er geht.) Klärchen(allein): Albert hat mir heute gar nicht gefallen. Wollte er mich wirklich nur prüfen? Es kam mir gar nicht so vor. Man merkte es ihm an, wie sehr er darauf brannte, meines Bruders Taschen- buch zu durchstöbern. Aber zu welchem Zweck? Ich begreife das absolut nicht. Mein Bruder hat mich schon einige Male vor dem Albert ge- warnt, er fühlt sich immer so abgestoßen von seiner Gesellschaft, � merkwürdig, mir war es heute, als er so in mich drang, auch nicht ganz wohl bei ihm.(Langsam, sinnend, legt sie das Gedicht, das sie noch einmal zu überlesen scheint, in das Taschenbuch.) (Hugo, Klärchens Bruder, tritt ein. Erschreckt sieht er auf seine Schwester, die ihm verlegen das Notizbuch reicht.) Klärchen: Da hast Du, Bruder. es Hu da ha! tro da! ich ges da W zu Mi hii Ui O> D dt m s» es bi h' ei h« N st « böse Bersammlung in bester Form sprengten die Herren schrien und lärmten so lange, bis die Polizei die Versammlung auflöste sondern auch rste das Hotel, in welchem der fortschrittliche Kandidat abgestiegen war, demolirten, und den Bahnzug, in welchem dieser mit seinen Freunden heimfuhr, mit Steinwürfen bombardirten, wobei ein Schaffner schwer verwundet wurde. Und wohlgemerkt, es waren die gebildeten Herren, welche diese Szenen aufführten! uck8: halb elen Iten Ge Das nennt man ordnungsliebendes Bürgerthum. Alle Achtung! 1 Herr Rittinghausen hat sich von seiner Eitelkeit verleiten veig laffen, den Kampf mit uns aufzunehmen. Nun er wird ihn haben. Sonderbarkeiten Nie Er hat ein von den ärgsten Entstellungen und des stroßendes Flugblatt verfertigt, das gebührend beantwortet werden soll. lige Wenn Herr Rittinghausen sich aber sogar dazu versteigt, im Regie: ion rungsorgan( dem Solinger Kreis- und Intell genzblatt) für seine den Person( und Kandidatur) Reklame zu machen, so beweist das nur, daß er wir ihn bisher etwas zu glimpflich beurtheilt und behandelt hatten. Es die Gefich wird nicht wieder geschehen. Ereifern werden wir uns nicht en noffen kennen ihre Schuldigkeit, und Herrn Rittinghausen's Fähigkeit, peig uns zu schaden, ist nicht groß was auch immer sein Wille sein Ber möge. ne" der Fortschrittliches. Oder: Worte und Thaten. Ich will erkläre mit allergrößter Bestimmtheit, daß die aus den jetzigen Wahlen agt hervorgehende deutsch- freisinnige Partei keinen Abgeordneten zu ihrem Mitglied zählen wird, der für die Verlängerung des Sozialistengesetes ein gen em treten wird." Ber Also sprach und versprach Herr Ludwig Löwe am 16. d. M. du in einer( natürlich nicht öffentlichen, sondern blos deutsch freisinnigen) be Wählerversammlung des 4. Berliner Wahlkreises so meldet uns die me offische Zeitung" und auch die Volkszeitung". Herr Löwe war nämlich über die berüchtigten 26" interpellirt worden, welche seinerzeit in deutsch- freisinnig" für die Verlängerung des Sozialistengesetzes gestimmt Du haben. bie er " 1 Herr Ludwig Löwe hat es gesagt, und wir sind überzeugt, Herr Ludwig Löwe sagt nicht absichtlich die unwahrheit. Aber Herr Ludwig Löwe ist nicht die deutsch freisinnige Partei. Sie wird von Anderen regiert, ird von denen mitunter auch Herr Ludwig Löwe in der bekannten HausSeit knechtsmanier des Herrn Eugen Richter geschuhriegelt zu werden Pflegt. mts Und verschiedene Thatsachen stimmen nicht mit den Worten des ein Herrn Ludwig Löwe. eft ten Wir wollen nur drei allerneueste aufzählen. Erste Thatsache: Herr Frieß, Mitglied der deutsch- freisinnigen wor Partei, hat sich vor seinen Wählern für die Verlängerung des Soziaron listengeseges erflärt. lich 3weite Thatsache: Herr von Fordenbeck, ein Führer der eils deutsch- freisinnigen Partei, hat, in Bezug auf seine Stellung zum Sozialiftengeset interpellirt, jede Erklärung abgelehnt: er könne sich nicht och im Voraus binden, das sei gegen die Reichsverfassung, wir hätten nicht das imperative Mandat 2c. Diese verweigerte Erklärung ist genau it so deutlich, als hätte Herr Fordenbeck sich ausdrücklich für die Berlängerung des Sozialistengesezes erklärt. Und Herr Forckenn! beck hat in der deutsch- freisinnigen Partei zwanzigmal so viel zu sagen, eig wie Herr Ludwig Löwe. Eers es rch Dritte Thatsache: Herr Harnisch, Kandidat der deutsch- freisinnigen Partei in Chemnitz, hat in einer geschlossenen Wählerversammlung die Erklärung abgegeben, er werde, falls es zu einer Stichn! wahl zwischen den Sozialdemokraten und Konservativen( Nationallibe= ralen) tomme, für seine Person lieber für die Konservativen stimmen als für den Sozialdemokraten. Diese Erklärung wurde in der großen öffentlichen Wählerversammlung, welche am am 13. ds. in Chemniz stattfand, vom Genossen Sommer, der in jener Versammlung anwesend war, festgenagelt und, nachdem der anwesende deutsch- freisinnige Sprecher, Dr. Kellerbauer, sie hatte zugestehen müssen, vom Referenten Liebknecht mit dem nöthigen ig Kommentar versehen. Der en. ird Daß ge зи ten Daß aber Jemand, der lieber einen Konservativen als einen Sozialdemokraten im Reichstage sieht, auch für die Verlängerung des Sozialistengesetes stimmen würde, liegt auf der Hand. Die Genossen werden sich diese Thatsachen merken! Angenommen und wir nehmen es an Herr Löwe habe 3 nicht absichtlich die unwahrheit gesagt, so hat er wenigstens sehr leichtfertig etwas gesagt, was nicht wahr ist. on gen ter en. bes er, IN про fie he ess ffe gen Du nir er Auch für Deutschland zu empfehlen! Der Chef der Petersburger Polizei, General Gresser, hat vor Kurzem die Besitzer aller Hotels, Restaurants und Theehäuser in Petersburg angewiesen, die Porträts des Kaisers und der Mitglieder der kaiserlichen Familir aus ihren öffentlichen Räumen zu entfernen, weil die Besucher nicht immer sofort beim Eintritt in die Räume und beim Fortgehen die Hüte abnehmen! Wir finden diese Anordnung ebenso human wie zweckmäßig. Human Hugo: Aber Klärchen! Wie kommst Du zu meinem Taschenbuch? Klärchen( verlegen): Ich wollte Deinen Rock abbürsten und fand es in der Tasche stecken.( Schmeichelnd) Nimm es mir nicht übel, lieber Hugo, sondern erkläre mir, was das schöne Gedicht zu sagen hat, was da( sie zeigt mit dem Finger auf das Buch) drinnen liegt.( Erregt.) Ich habe es gelesen und bin ganz hingeriffen davon; während dem Lesen traten mir die Thränen in die Augen. Hugo: Welches meinst Du? Klärchen( nimmt das Notizbuch aus seiner Hand und zeigt ihm cht das Gedicht): Dieses. dodbudete und stable) Hugo: Ah so, den Schrei der Klage".( Ihr streng in's Gesicht schauend.) Hast Du noch etwas in dem Buch oder in meiner Rocktasche gefunden? 11 es m Täs ger Ser ms nn ers en d, ch en 3! rs ich 20 nt Be Ite SE n= ut es nz ch ne Klärchen: Nein. Hugo: Es war eine unverzeihliche Nachlässigkeit von mir, das Ding da( er zeigt auf das Taschenbuch) in meinem Rocke stecken zu lassen. Wenn die Polizei, die ja mit Aufbietung aller Kräfte haussucht, heute zufällig zu mir gekommen wäre und das gefunden hätte, würde sie mich mindestens ein paar Wochen in Untersuchungshaft nehmen, und dann? und dann! Ausweisen, oder erst noch sechs Monate Gefängniß und hinterbrein den bekannten Fremdenzettel, das wäre so der Lohn für diese Unachtsamkeit. Klärchen( ganz erschreckt): Wie Hugo, Dich? Warum?( Flehend:) D bitte, fag' mir, warum? Ich kann doch unmöglich annehmen, daß Du, mein Herzensbruder, etwas Böses thust oder gethan hast, daß Dich die Polizei bedroht! fres tuned slec Hugo( beschwichtigend): Nun, nun, beruhige Dich; heutzutage braucht man nicht gerade etwas Böses zu thun, um mit der Polizei in Konflikt zu gerathen. Sieh, Schwester, das Gedicht hier, das Dir so nahe ging, es ist auch mir nahe gegangen: der„ Schrei der Plage". Klärchen( noch ängstlich): Ja, und was hast Du da begangen? Hugo: Nichts, Klärchen, was Unrecht wäre.( Begeistert.) Aber ich bin zur Erkenntniß gekommen, bin endlich vom Schlafe erwacht! Ich habe mich mit Genossen, mit meinen Mitbrüdern, verbunden und bin eingetreten in den großen Kampf,-in den Kampf für Freiheit, Wahrheit und Gerechtigkeit! Klärchen( freudig zu ihrem Bruder aufschauend): Was hat das aber mit der Polizei zu thun? stof Hugo: Heilige Einfalt, Du! Was das mit der Polizei zu thun hat? Nun, liebe Schwester, für Wahrheit und Recht zu kämpfen ist heutzutage staatsgefährlich und streng verboten; und wer es dennoch wagt, wird gleich einem gemeinen Dieb aus seiner Heimat verwiesen. Klärchen: Ich kann das nicht glauben, Bruder; es kommt mir unmöglich vor.( Nach einer kurzen Pause.) Und wenn es so ist, warum hast Du mir nicht früher dergleichen gesagt? Hugo: Ich wollte Dein unschuldiges Gemüth nicht ängstigen; Du wirst doch noch im Leben früh genug mit Sorge, Noth und bitterer Enttäuschung zu kämpfen haben. Klärchen( entrüftet): Aber, Bruder! Hältst Du mich denn noch für ein Kind? Die Kinderschuhe habe ich schon lange ausgetreten.( Stolz.) Ich bin jetzt neunzehn Jahre alt. weil der General ja ebenso gut die Todesstrafe auf das Nichtgrüßen hätte setzen können, zweckmäßig, weil so den frivolen Petersburgern am unzweideutigsten gezeigt wird, daß sie einen so guten Kaiser wie Alexander III. gar nicht verdienen. Ein Analogon findet dieses Verbot bisher nur im Dalai- Lamismus,*) allerdings mit dem Unterschied, daß in Rußland nicht nur Dalai Lama selbst, sondern auch seine erhabene Familie dem profanen Auge gewöhnlicher Steiblicher entzogen werden soll. Indeß Rußland vertritt ja auch eine höhere Kultur! Deutschland auch, also los mit dem Verbot! Die Ausweisung des Maurer Conrad aus Berlin läßt sich nicht anders erklären, als durch die Annahme, provoka= torischer" Absicht. Conrad hat sich ausschließlich der Fachvereinsbewegung gewidmet, von allen politischen oder Parteibestrebungen sich gefliffentlich fern gehalten. Der Polizei ist das natürlich sehr wohl befannt. Aber sie kennt auch die Popularität Conrad's, und bei der Aufregung, welche durch die Stöcker'sche Bande in Berlin hervorgerufen worden ist, hat der Gedanke gar nichts Ungeheuerliches, daß durch die Ausweisung des so beliebten Mannes unter der Berliner Arbeiterschaft tumultuarische Auftritte, vielleicht ein Putsch veranlaßt werden könnte. Ohne diese Annahme finden wir beim besten Willen in der Maßregel feinen Sinn. Wenn es der Polizei einfach darum zu thun war, ihre Brutalität auszuüben, dann hatte sie für diesen Zweck geeignetere Opfer. Man wird sich erinnern, welche Mühe sich die Berliner Polizei im Sommer 1878 gab, um Straßenkämpfe mit obligatem Massafre zu inszeniren ein Bestreben, das nur durch die Besonnenheit und tüchtige Organisation unserer Genossen vereitelt wurde. Und daß es der Polizei auch jetzt wieder sehr um Putsche, Attentate und sonstige Mittel zur Heraufbeschwörung des rothen Gespenstes zu thun ist, das erhellt genugsam aus der Niederwald Attentats Farce und der Thätigkeit des in der Schweiz abgefangenen Weiß. Recht so! In Hannover ist der„ alth annover's che Volkskalender", herausgegeben von dem hochorthodoxen( welfischen) Pastor Grote, von der dortigen Landdrostei auf die Liste der Bücher gesetzt worden, die nicht im Umherziehen verkauft werden dürfen. Grund: Ein in diesem Kalender enthaltener Artikel ist nach Ansicht des wohlweisen Landdrosten geeignet ,,, in sittlicher Beziehung Aergerniß zu erregen." Da die Gesinnungsgenossen des Herrn Grote im Reichstag in ihrem reaktionären Eifer selbst für das saubere Kolportagegesetz gestimmt haben, so hat der Herr keine Ursache, darüber zu flagen, daß ihm Unrecht geschehen. Von den nationalliberalen Kandidaturen fallen 60 auf bisher deutsch freisinnige, 10 auf bisher volkspartei liche, 10 auf bisher sozialdemokratische und ganze 7, sage und schreibe sieben auf bisher konservative Wahlkreise. Kann etwas die reaktionäre Sippschaft, die unter dieser Flagge ihren Bauernfang betreibt, drastischer kennzeichnen als diese Zahlen?! Ihr Hauptangriff gilt dem doch so zahmen Freisinn", und zwar nicht sowohl weil er ihnen wirklich noch zu freisinnig ist, als vielmehr weil er oben schlecht angeschrieben ist. Eine jammervolle Gesellschaft! Aus Paris geht uns der nachstehende Beschluß zur Veröffentlichung zu: Im Namen und Auftrag der deutschen Sozialisten in Paris erkenut die von der Generalversammlung am 6. Oktober 1884 entsendete Rommission zu Recht und hat folgendes Verdikt gefällt: Der sog. Heinrich( al. Friedrich) Nonne, alias Winter, al. 2c. aus Hannover, ehemaliger Lehramtskandidat in Berlin, wohnhaft zuletzt in Paris, hat durch eine Reihe zusammenhängender Handlungen den Verdacht, in preußischen Polizeidiensten zu sein, nicht nur hervorgerufen, sondern auch bekräftigt, und ist demnach aus der deutschen sozialistischen Partei auszustoßen." Diesem Beschluß sind die bei seiner Fassung maßgebend gewesenen Gründe hinzugefügt, da dieselben aber nur für Diejenigen verständlich sind, welche die Thatsachen, auf die sie sich stützen, genauer kennen, so sehen wir vorderhand von einer Veröffentlichung derselben ab. Von dem Beschuldigten geht uns gleichfalls ein Schriftstück zur Veröffentlichung zu, in welchem er die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen als ungerechtfertigt und den obigen Beschluß( der auch in französischen Blättern zum Abdruck gekommen ist) als in keiner Weise motivirt hinstellt, sich darüber beschwert, daß man ihn der Möglichkeit einer erschöpfenden Vertheidigung beraubt habe, gegen das ihm gegenüber beob= achtete ,, unqualifizirbare Verfahren" protestirt, selbstredend ohne den Anspruch auf fernere Zugehörigkeit zur Partei zu erheben, da an eine gedeihliche Betheiligung meinerseits nach dem Vorgefallenen nicht mehr zu denken ist." ,, Die moralische Verantwortung für diesen übereilten Aft der Verruferflärung," heißt es am Schluß, fällt auf die Kommission zurück. Täuschung, Verdächtigung seitens eines Berliner Polizei*) Allerdings soll es vorgekommen sein, daß mit dem Bild des Kaisers" ein Kultus getrieben wurde, den wir mit Rücksicht auf gewisse Nerven nur als umgekehrten Dalailamismus anzudeuten wagen. Hugo( scherzend): Ach, wie die Zeit verrinnt! Du kommst mir noch immer so vor, wie mein kleines Schwesterchen, das zur Schule geht, und auf das ich als Aelterer gut Acht zu geben habe. Klärchen: Laß den Scherz bei Seite, Hugo! Mir ist heute so ernst zu Muthe, wie noch nie in meinem Leben. Sag' offen, hältst Du Albert einer schlechten That fähig? Hugo: Wie kommst Du denn plöglich auf Albert zu sprechen? Du weißt, daß er mein Freund nicht ist und auch nie werden wird. Ich wünschte, Du hättest ihn nie gesehen. Klärchen( ängstlich): Hugo, sage mir, wenn er wüßte, was Du treibst, könnte er Dir schaden? Hugo: Wenn er ein Polizeispion ist, ja. Und nimm es mir nicht übel, Klärchen, aber Albert kommt mir immer so vor, als ob er auch so ein von der Polizei besoldeter Tagedieb wäre. ( Klärchen, sich auf einen Stuhl werfend und die Hände über das Gesicht gedeckt, ist wie gebrochen.) Hugo: Aber Schwester, was ist Dir?( Er zieht ihr die Hände gewaltsam vom Antlig und blickt sie fragend an.) Klärchen: Ach, Bruder, ich will ich muß Dir Alles sagen, was mir soeben begegnet ist. Ich size mit dem Gedicht in der Hand, ganz in Gedanken vertieft, als plöglich Albert eintritt. Natürlich sah er so fort das Blättchen in meiner Hand, er nahm und las es. Hugo: Er las es? Und was sagte er darauf? Klärchen( schwer Athem holend): Er sprach von Aufreizung, von einer Zeitung, dem„ Sozialdemokrat", und wollte zuletzt Dein Notizbuch durchsehen. Hugo( bestürzt): Unglückselige! Gabst Du es ihm? Klärchen: Rein, Bruder, ich weigerte mich standhaft; und obgleich er bat und schmeichelte, wies ich ihn energisch ab. Hugo: Klärchen, ich danke Dir; es hätte verhängnißvoll für mich werden können. Denn was ich bis heute nur vermuthet, ist jetzt bei mir zur Gewißheit geworden. Albert steht im Dienste der Polizei. Er wollte Deine Liebe, Dein Vertrauen mißbrauchen, um mich und meine Freunde zu verderben. Klärchen( ganz verzweifelt): Ach, Hugo, Hugo, vielleicht täuschen wir uns doch denn zuletzt sagte Albert, er habe mich nur prüfen wollen, und ich hätte meine Prüfung gut bestanden. Hugo: Klärchen, der Sache müssen wir auf die Spur kommen, wenn auch nicht sogleich. Du weißt, morgen ist Wahl, und da habe ich vorderhand genug zu thun. Aber später passe ich auf den Schurken auf, und er soll seinem Lohne nicht entgehen, wenn sich mein Verdacht bestätigt. ( Sieht auf seine Uhr.) Wie, schon halb neun Uhr? Klärchen, ich muß gehen. Klärchen: Ach, bitte, Bruder, nimm mich mit, mir ist so unheimlich zu Muthe. Hugo: Das geht nicht, liebe Schwester, wir haben noch Angelegenheiten zur morgigen Wahl zu regeln. Klärchen( vorwurfsvoll): Glaubst Du denn, ich werde Euch verrathen? Hast Du so wenig Vertrauen zu Deiner Schwester? Hugo: Nein, Klärchen, das nicht, aber es widerspricht unserem Reglement, und ich bin daran gebunden. Also es geht einfach nicht. Damit Du aber siehst, daß ich kein Mißtrauen gegen Dich hege und agenten, gaben ihr diesen verhängnißvollen Entschluß ein, der meine Ehre vernichtet, ohne Rücksicht auf das, was zu meinen Gunsten hätte sprechen sollen: ich habe der Sozialdemokratie viel geopfert, verschmähe es aber jetzt, an das höhere Tribunal der Partei zu appelliren, das jetzt nicht Urtheil fällen kann." Wir selbst haben zu dieser Angelegenheit Folgendes zu bemerken: Natürlich können die Genossen eines Ortes ein Mitglied nicht endgültig aus der Partei, sondern zunächst nur aus ihrer Gemeinschaft ausschließen, damit ist aber selbstverständlich auch die Zugehörigkeit des Betreffen den zur Partei so lange aufgehoben, als nicht von einer für maßgebend erkannten Stelle derselben ein den ersten rektifizirender Entscheid vorliegt. Indem nun Herr Nonne einen solchen zu veranlassen verschmäht, stellt er sich selbst außerhalb der Partei und kann daher nur noch diejenige Berücksichtigung beanspruchen, die man jeder angegriffenen Privatperson gewährt, welchem Anspruch wir durch den theilweisen Abdruck seiner Zuschrift nachgekommen zu sein glauben. In die Sache selbst einzutreten, liegt aber keine Veranlassung mehr für uns vor; sie ist vielmehr für die Partei erledigt. * Die vorstehende Notiz war bereits gesezt, als uns von Herrn Nonne ein zweiter Brief folgenden Inhalts zuging: Paris, 19/10. 84. Zürich. Redaktion des Sozialdemokrat Ich erfahre, daß der ohne jede Autorisation gefällte Urtheilsspruch der Kommission des hiesigen deutschen Klubs in mehreren hiesigen Zeitungen publizirt wurde. Da durch ein solches Verfahren meine Stellung untergraben und ich der Existenzmittel beraubt werde, in einem Augenblicke, wo durch familiäre Ereignisse an meine Thatkraft erhöhte Anfordeungen gestellt werden; und unter Berücksichtigung des Umstandes, daß ich weder in Deutschland noch in England oder sonstwo außerhalb Frankreichs meinen Lebensunterhalt finden kann, so werde ich mich zu meinem Bedauern gezwungen sehen, diese Angelegenheit vor das Gericht zu ziehen, um mich von dem mir angehängten Makel der Spionage rein zu waschen. Weniges, aber in dieser Beziehung wertvolles Material steht mir noch zu Gebote, und kann ich nach dem Geschehenen nicht die geringste Rück sicht walten lassen auf die Interessen anderer Personen, resp. der Partei. H. Nonne." Mit diesem Schritt beseitigt Herr Nonne allerdings alle Zweifel, die noch über seine politische Ehrenhaftigkeit bei uns obwalten konnten. Möge er sein weniges werthvolle Material" verwerthen, wie es ihm beliebt, die Partei hat weder ihn noch irgend sonst einen De nuns zianten zu fürchten. 1989 Belgien. Die sozialistischen Arbeiter von Brüssel und Antwerpen haben, um nicht eine Zersplitterung herbeizuführen und so indirekt den Ultramontanen in die Hände zu arbeiten, in letter Stunde noch ihre Liste zurückgezogen, worauf dann allerdings in beiden Städten die liberale Lifte einen vollständigen Sieg errang. Auch anderwärts sollen die Liberalen große Erfolge gehabt haben. Da die Kommunalwahlen die ersten Wahlen auf Grund des freilich nur sehr dürftig erweiterten Wahlrechtes sind, so haben sie eine treffende Jllustration geliefert zu der Redensart, daß in Belgien jede Erweiterung des Wahlrechtes nur den Ultramontanen zugutekommen könne. Die Zensuswähler haben den Ultramontanen bei den Parlamentswahlen die Schule auss geliefert, die niederen Schichten" haben bei den Kommunalwahlen die Schule gerettet. So steht es jetzt. Denn als Kampf um die Schule stellte sich schließlich der Wahltampf vom vorigen Sonntag dar, zum Schaden der Ultramontanen, die ihren Sieg in der Kammer zu einem fast beispiellosen Vernichtungsfrieg gegen Alles, was Schule heißt, ausgebeutet hatten, und zum Nugen der Liberalen; denn die Schule ist das einzige Gebiet, auf dem diese ihren flerifalen Gegnern gegenüber im Vortheil sind. Die Pfaffen hatten es mit der ,, obligatorischen Volksverdummung" zu eilig, sie mußten erfahren, daß blinder Eifer nur schadet. " In einem in der Boix de l'Ouvrier" abgedruckten und von den in voriger Nummer genannten Arbeiterkandidaten unterzeichneten Flugblatt wird der Beschluß( Zurückziehung der Kandidaturen) u. A. folgendermaßen motivirt: " ,, Aus der Erfahrung wissen wir, daß vom Standpunkt der materiellen Interessen der arbeitenden Klasse die alte liberale Partei ebenso unser Feind ist als die klerikale Partei. ,, Aber heute stehen wir vor einer anderen Frage: Die der Volksschule. ,, Um sie dreht sich die Wahl vom 19. Oktober. Die Stimmen, welche wir erhalten hätten, hätten uns wahrscheinlich nicht den Sieg gebracht, aber möglicherweise genügt, ihn der liberalen Sache zu entreißen. ,, Nun wohl! wir, die wir stets zurückgestoßen worden sind, die wir Du keine Angst haft, will ich Dir sagen, wohin ich gehe. Wir treffen uns in dem Weißbierlokal, Skaligerstraße 104. Du kennst es ja, wir sind schon oft zusammen dort gewesen. Klärchen: Ach ja, das kenne ich gut. Also dahin gehst Du? Hugo: Ja, und die Freunde werden mich schon erwarten, es ist die letzte Rüstung vor der Wahlschlacht; sie soll und wird uns zum Siege führen. Leb wohl!( Er reicht ihr die Hand und geht.) Klärchen( allein, für sich): Also ich soll die Braut eines Polizeispions sein? Eines Spions pfui, wie das Wort häßlich flingt! ( Sinnend vor sich hin.) Albert, den ich wirklich liebte, der mir so oft feine aufrichtige, leidenschaftliche Liebe betheuerte, er soll das nur gethan haben, um meinen Bruder zu beobachten, um ihn womöglich der Verfolgung preiszugeben?( Ganz verzweifelt.) Aber ist es denn wirklich dentbar, daß es so schlechte Menschen gibt, und ist es möglich, daß ich mich so täuschen fonnte?( Sie fährt vom Stuhle empor und geht hastig auf und ab. Bald bleibt sie stehen, ballt die Fäuste und spricht ingrimmig:) Wenn es sich aber bestätigt, daß ich das Opfer eines gemeinen Betruges bin, dann soll er es schon fühlen. Schonungslos will ich ihm seine Nichtswürdigkeit in's Antiig schleudern und ihn voll tiesster Verachtung von mir weisen.( Erschreckt.) Er kommt, ich höre seine Schritte; unmöglich kann ich ihm, mit dem schändlichen Verdacht im Herzen, freundlich entgegengehen. Aber ich will ihn prüfen, ja ich will, ich muß mir Gewißheit verschaffen. Albert( in der Thür, vorsichtig): Guten Abend, süßes Lieb, ganz allein? Klärchen( fühl): Mein Bruder hat einen Gang zu besorgen. Albert( freundlich): Desto besser; da vertreibe ich Dir die Langeweil.( Ist inzwischen näher getreten, schmeichelnd:) Komm', set' Dich an meine Seite, damit ich Dir die böse Laune von der Stirne verscheuche. Klärchen: Ja, ich bin in übler Laune. Ich wollte meinen Bruder begleiten und er wollte mich nicht mitnehmen. Albert( aufhorchend): Warum nicht? Klärchen( zögernd): Ach, er sagte, er habe noch eine vertrauliche Unterredung mit ein paar Freunden in Betreff der morgigen Wahl. Albert( anscheinend gleichgiltig): So, so! Na, wer weiß, vielleicht hat er Dir auch nur ein Märchen aufgebunden und sigt jezt in der Kneipe und spielt Karten. Hat er Dir denn überhaupt gesagt, wo diese angebliche Zusammenfunft stattfindet? Klärchen( Da sich ihr Verdacht mehr und mehr bestätigt, schaut sie forschend auf Albert; sie tämpft mit sich, ob sie das Lokal nennen darf. Endlich zögernd): Gewiß, er hat es mir gesagt..... Stalizerstraße 194. Albert: Also wirklich. Dein Bruder ist doch ein Teufelsferl! Aber was fällt mir denn da ein? Ich muß ja auch noch zu einer Wahlbesprechung. Meine Liebe läßt mich schier Alles vergessen. Jezt hast Du mich zum Glück selbst daran erinnert. Ich darf nicht säumen, die Zeit drängt. Leb' wohl mein Kind, auf Wiedersehen!( Geht schnell ab.) Klärchen( in höchster Bewegung): Jezt schnell ihm nach, damit ich ihn nicht aus den Augen verliere. In diesem Hut und Schleier( indem sie beide hastig anlegt), Alles noch von meinem lieben guten Mütterchen, erfennt er mich niemals.( Ebenfalls sehr schnell ab.) ( Der Vorhang jält.) ftets Zugeständnisse gemacht haben, ohne solche zu erlangen, entschließen| bt uns, im Einverständniß mit dem Verband der Arbeiterligas und den demokratischen Gruppen, zu einem letzten Opfer: Wir treten zurück! ,, Wir wollen den Sieg des Klerikalismus, der von allen Volksfeinden der größte und furchtbarste ist, nicht erleichtern. Wir sehen in diesem Augenblick von unseren gerechtfertigten Beschwerden ab, um nur noch an die bedrohte Volksbildung zu denken, indem wir uns aber für die Zukunft unsere volle Unabhängigkeit und Aktionsfreiheit vorbehalten. Die Wahl vom 19. Oftober muß eine vernichtende Niederlage für die klerikale Partei und eine gewaltige Warnung an die Adresse des reaktionären Ministeriums sein. ,, Sache der Arbeiter aber ist es, in unsere Reihen einzutreten, denn die Zukunft ist Derer, die arbeiten und leiden!" Soweit das Flugblatt. Zu dem Beschlusse der Arbeitervereine trug wesentlich die Vermitte lung des in Brüssel sehr populären radikalen Abgeordneten Janson bei. Auch Dr. Cesar de Paepe hatte in einem Schreiben an die Arbeiter in diesem Sinne auf sie eingewirkt. Es heißt in demselben unter Anderem: ,, Wenn die Unabhängigen( so nennen sich nämlich die Klerikalen) fiegen, so werden wir die in erster Linie Geschlagenen sein. Erstens, weil man trot Allem, was vorgefallen, nicht verfehlen wird, und den Triumph der Unabhängigen in die Schuhe zu schieben; man wird uns sogar, unserer Prinzipien Erklärung zum Trok, als Verbündete oder wenigstens unbewußte Helfer des Klerikalismus hinstellen. Dann, weil die Klerikalen, einmal siegreich, ebenso wie sie es da thun, wo sie bereits die Herren sind, so auch in Brüssel auf die Volksschule schlagen werden. Nun, die Volksschule ist noch weit mehr unsere Sache als die der Liberalen. Ein unwissendes Volk läßt sich von jedem Ausbeuter und Unterdrücker an der Nase herumführen. ,, Noch mehr, wenn die Klerikalen im Stadthaus regieren, dann adieu( auf lange) gewerblicher Unterricht, Handfertigkeitsunterricht in den Schulen, Zuweisung städtischer Arbeiten an Arbeitergesellschaften oder Unternehmer, die den Tarif der Arbeiterorganisationen afzeptiren, adieu Arbeitsbörse und gewerkschaftliche Drganisation der Arbeiter, welche dieselbe zur Folge haben muß. ,, Anfangs der Wahlperiode und sogar noch vor einigen Tagen habe ich anders gesprochen, das weiß ich wohl; aber eine genauere Untersuchung hat mich über die möglichen Folgen unserer Kandidaturen nachdenken gemacht, und ich bitte Euch, gleichfalls noch einmal darüber nachzudenken. Wie Ihr Euch aber auch entscheidet, selbstverständlich bleibe ich der Eure. Ich gehöre zur sozialistischen Demokratie und betrachte mich als solidarisch mit allem, was sie thut, auch mit ihren Fehlern." Dieser Brief schlug durch. Wir maßen uns nicht an, die belgischen Verhältnisse besser beurtheilen zu können, als unsere dortigen Genossen; wenn sich die Dinge in der That so verhalten, wie es hier dargestellt wird, so können wir ihren Entschluß nicht tadeln. Nirgends hat es sich so klar gezeigt, daß eine unwissende Bevölkerung wohl zu Putschen, aber nicht zu einer revolutivnären Bewegung zu haben ist, als gerade in Belgien. Uebrigens vertreten in Belgien die Ultramontanen das krasseste Manchefterthum. Freiheit der Schule," d. h. Freiheit von der Schule, und Freiheit der Arbeit, d. h. Freiheit der Ausbeutung, das sind die Phrasen, mit denen sie die Massen zu ködern suchen! - Rußland. In Odessa ist der russische Sozialist 2. Deutsch wegen Ermordung des Spions Goronowicz zu 13 Jahren schwerer 3wangsarbeit in Sibirien, d. h. zu langsamem Tod, verurtheilt worden. In Deutsch verliert der russische Sozialismus einen höchst fähigen und aufopfernden Kämpfer. Er gehörte ursprünglich der Partei der Propagandisten an und war in den letzten Jahren ein eifriges Mitglied der Gruppe des Tschornyi Peredjel. Deutsch ist identisch mit dem Anfangs dieses Jahres in Freiburg in Baden verhafteten Pseudo- Bulygin. Auf Denunziation eines Kellners hin wurde er verhaftet, weil man verbotene Schriften bei ihm vermuthete; das bestätigte sich nicht, auf Veranlassung des Staatsanwalts von Berg wurde er jedoch so lange in Haft behalten, bis diefer seine Jdentität in Petersburg festgestellt hatte, worauf seine Auslieferung erfolgte. In Petersburg behandelte man ihn ziemlich anständig; die Umstände, unter denen er sein ,, Verbrechen" begangen, waren derart, daß seinen Charakter kein Vorwurf trifft. Zudem war er damals noch minderjährig. In Odessa aber wurde Deutsch schon in der Untersuchungshaft einer solchen Behandlung ausgesetzt, daß er nur einen Wunsch hatte: fich Gift zu verschaffen, um seinem Leben schnell ein Ende zu machen. Aber so gut sollte er es nicht haben. Sie werden ihn langsam hinmartern, wie so viele Tausende vor ihm. Unsere volle Sympathie begleitet ihn. Am 23. Oktober fand in Petersburg wieder einmal eine Verurtheilung en gros statt. 14 Personen, darunter 6 Offiziere, waren des Verbrechens angeklagt, die Verhältnisse in Rußland niederträchtig zu finden; die Offiziere sollen sogar die Absicht geäußert haben, im Falle einer Revolution auf Seiten des Volkes gegen seine Unterdrücker zu stehen. Dafür wurden dieselben zum Tode verurtheilt. Desgleichen die Frauen Vera Filippowa( Figner) und Anna Wolfenstein. Die sechs Anderen wurden zum langsamen Tode im Zuchthaus verurtheilt. Wie es heißt, sind die Offiziere sofort aufgeknüpft worden. Den Frauen gegenüber wird Väterchen möglicherweise eine Begnadigungskomödie aufführen: die Todesstrafe in lebenslängliche Tortur abmildern. In Vera Filippo wa verliert das revolutionäre Rußland eine seiner hingebendsten und umsichtigsten Vorfämpferinnen. Sie ist noch eine der Wenigen aus jener heroischen Generation der Siebenziger Jahre, welche der zarische Terrorismus bisher nicht außer Kampf zu setzen vermochte. Immer wußte sie ihren Häschern zu entfliehen, die Schaar von Geheimpolizisten, welche zu ihrer Ueberwachung abgesandt waren, von ihrer Spur abzulenken, bis endlich Verrath sie ihnen in die Hände spielte. Die Art, wie dieser Verrath ausgeübt wurde, wäre ein lehrreiches Rapitel für die Verehrer des politischen Verschwörerthums, wenn diese Leute überhaupt zu belehren wären. Eine ganze Generation hoffnungsvollster Menschen hat der Czarendespotismus ausgerottet, wann wird endlich ihm der Garaus gemacht werden?! In der Nr. 41 bes" Sozialdemokrat" wird in einer Pforzheimer Korrespondenz Genosse Wantmüller als Renegat bezeichnet und ihm besonders der Vorwurf gemacht, daß er sich über die hohen, 700 M. betragenden Kosten des Lehmann- Denkmals mißbilligend ausgesprochen habe. Korrespondenzen. Aus dem 19. sächsischen Wahlkreis, 18. Oktober. Ein neues Mittel oder vielmehr eine neue Manier, um Versammlungen zu hintertreiben, hat der Bürgermeister von Lößnit entdeckt. Das Mittel ist zwar nicht sehr geistvoll, hat sich aber bewährt und wird nachgeahmt werden. Also besagter Bürgermeister getraute sich nicht, die Versammlung, in der unser Kandidat Liebknecht am vorigen Dienstag sprechen sollte, auf Grund des Sozialistengeſetzes zu verbieten, und er wollte auch nicht zu dem etwas ordinär gewordenen Mittel der direkten Lokalsperre greifen unser Bürgermeister hat offenbar einen Anflug von Driginalität und so verfiel er denn auf etwas noch nie Dageweſenes, eine Art indirekter Lokalsperre, anstatt der direkten. Dem Wirth des Schießhauses, der sein Lokal den Sozialdemokraten versprochen und dies gebührendermaßen der Polizei mitgetheilt hatte, wurde durch den Bürgermeister bedeutet, er der Wirth solle sein Lokal nur geben, am Morgen des Tags der Versammlung solle er aber dem Einberufer erklären, Liebknecht dürfe in seinem des Wirths Lokal nicht sprechen, jeder Andere: Bebel, Stolle, oder wer immer sonst, sei ihm recht. Und das geschah denn auch. Der Wirth ließ am Morgen des 14. den Einberufer kommen und sagte das bürgermeisterliche Pensum her. Aber Liebknecht ist doch der Kandidat! Auf ihn kommt es doch gerade an," wurde ihm eingewandt. Und was haben Sie denn Besonderes gegen ihn? Hat er Ihnen etwas zu Leide gethan?" Der Wirth stotterte: Nein!" blieb aber bei seinem Pensum. Telegraphiren Sie doch an Herrn Bebel! Ich selbst wünsche, daß die Versammlung stattfindet. Nur Herr Liebknecht darf nicht sprechen!" Und dabei blieb er, halsstarrig wie ein Mauleset. " " Ein anderer Referent war in der Eile nicht zu beschaffen, und so hatte man keine andere Wahl, als Abends der sehr zahlreichen Versammlung mitzutheilen, daß der anwesende Referent nicht sprechen dürfe und die Versammlung deshalb vertagt werden müsse. Die Entrüstung war allgemein; das originale Mittel des Bürgermeisters wurde nicht mit Beifall aufgenommen, und wenn der Herr Bürgermeister die Gloffen und Kommentare zu seinem Verhalten gehört hätte, würde er sich überzeugt haben, daß er durch Vereitlung dieser Versammlung uns zehnmal mehr genügt hat, als die schönste und zündendste Rede uns hätte nützen können. Oder er hätte es auch nicht begriffen, denn der Bürgermeister ist ein Herr von", schreibt sich D.( Dietrich?) von Woydt und hat das Pulver nicht erfunden, wenn er auch unbestrittener Erfinder einer neuen Methode zur Vereitlung sozialdemokratischer Versammlungen ist. Herr D.( Dietrich?) von Woydt hat nicht nur das Pulver nicht erfunden, sondern auch nicht einmal das sächsische Vereinsgesetz gelesen, denn sonst müßte er wissen, daß in Sachsen Versammlungen nur angemeldet werden, und es einer Erlaubniß seitens der Behörden nicht bedarf. Der originale D.( Dietrich?) von Woydt hat aber für die, so original von ihm vereitelte Versammlung einen Erlaubnißschein" ausgestellt, der vielleicht gelegentlich zur Illustration der Gesezeskenntniß sächsischer Bürgermeister im Landtag zu Dresden produzirt werden wird. " Die Wähler von Lößnitz werden indeß schon vorher, am 28. Dr. tober, dem Herrn Bürgermeister eine kleine Lektion geben. Zunächst ist der unglückliche Wirth das Opferlamm. Die Genossen werden natürlich keinen Tropfen mehr bei ihm trinken, ihm keinen Pfennig mehr zuwenden; und ausschließlich von den Arbeitern lebte der Mann. Er ist ruinirt; und der Herr Bürgermeister D.( Dietrich?) von Woydt wird ihm nicht helfen. Er könnte uns leid thun, indeß Erempel müssen statuirt werden. Die Wahlbewegung kommt bei uns immer mehr in Fluß. Liebknecht sprach dieser Tage vor zahlreich besuchten Versammlungen in Schne es berg und Delsnit, wo seit sechs Jahren keine Versammlungen abgehalten worden sind; und auch Genosse Demmler von Geyer hat mehrere wohlgelungene Versammlungen abgehalten. Die Gegner sind entmuthigt, und der Hampelmann Ebert hat sich noch nicht hervorgewagt. Stolle, der neulich mit großem Erfolg in Lößniz sprach, wird noch einmal auftreten, und auch Genosse Kaden aus Dresden hat uns mehrere Versammlungen zugesagt. Schlimm, daß Freund Geyer, der im benachbarten( 3schopauer) Kreis kandidirt, durch Krankheit arg_ge: hemmt wird er hatte ebenfalls seine Unterstützung versprochen. Nun vielleicht ist es ihm noch möglich, sein Versprechen einzulösen. Der Sieg ist uns natürlich nicht verbrieft und besiegelt, allein das steht fest, der 19. Wahlkreis, der vor drei Jahren todt war, ist wieder lebendig geworden, und ich hatte recht zu schreiben: Die Partei braucht sich seiner nicht mehr zu schämen. Potsdam, 10. Oktober. Als Kandidat für den Reichstagswahlkreis Osthavelland haben wir Genosse W. Hasen clever aufgestellt. In Anbetracht des Kopenhagener Kongreßbeschlusses haben wir nur sehr ungern von der Aufstellung eines andern Kandidaten Abstand genommen. Die Verhältnisse in unserem Kreise haben uns jedoch dazu ge= zwungen. Wir werden indeß nach Kräften arbeiten, zu Ehren un serer Sache das Möglichste zu leisten. don im Auto Idan shuhs 2. K. J.: M. Wunsch. W. H. A'fihl: Fr. 210 Ab. 4. Du. erh. 4 30 26. 4. Du. erh. H. Rack. London: Fr. 125 pr. W. u. M. i. 2. à Cto. erh. Rother Holldr.: Mt. 3- Ab. 3. Du. und Mr. 6 pr. Wfd. dkd. erh. R. sandte nur 3. Genauerer Bericht betr. Ns. und Erd. wäre uns lieb. Schwäb. Hans: Mt. 8 60 Ab 4. Du. erh. Nachlfrg. fort. Bstllg. notirt. C. H. B16.: Mt. 4- f. Schft. erh. Feuerländer: Mt. 50- à Cto. erh. B. F. noch nicht fort. Marat 2z.: ömfl. 1 70 Ab. 4. Du. erh. Einzelabonnement gesetzlich er laubt, der ganze Rummel eselhafte Streberei. P. T. Paris: Fr. 2 50 Ab. 4. Du. erh. Wsch. Fluntern; Fr. 2- Abon. 4. Du. erh. Olten: Fr. 9 50 v. Allg. Arb.- Ver. pr. Wfds. dkd. erh. Abhl. Bu farest: Fr. 12- pr. Wfd. dkd. erh. Dr. Frizz Tischler: öwfl. 25 pr. Wfd. dkb. erh. Bern: Fr. 67 25 Ab. 3. Du. und Sdg. D. 2c. erh. Erbitte pr. tbd. P.'sche Eklärung i. S. Sch. Hier Genaueres nicht aufzutreiben. Peter in der Fremde: Mt. 6- Abon. 3. u. 4. Du. und Mr. 4 pr. Agfd. dk. erh. W. M. Brl.: Mr. 50 Reft erh. F. N. B.: Mt. 10 50 Abon. 4. Du. u. Schft. erh C. G. Aarau: Fr. 4 20 Ab. Okt. u. Schft. erh. Alte Tannen: Mt. 12. Ab. 3. und 4. Du. erh. Adr. geordnet. 2. Sch. Ech.: Mt. 6 Abon. 3. und 4. Du. pr. Ga. erh. Der alte Rothe: Mt. 42- Ab. 3. Du. 2C. erh. Mr. 5 25 Verl. gutgebr. Dank für Flb. H. U. Dft. Mr. 4 30 Ab. 4. Du. erh. Antwerpen: Fr. 11 25 Ab. 4. Du. u. Schft. u. Fr. 20 90 : wo Bol tr nach Behör und u barff von der v. d. Gen. pr. Wfd. dkd. erh. Bukarest: Fr. 80- pr. Ab. 2c. hier. Bf. eingetr. A. Dth. London: Fr. 39 20( Pfd. St. 1 11 6) pr. H. erh. Sdg. fort. A. der Schwarzseher: Mt. 38 à Cto. Ab. 2. Du. u. Schft. erh.- E. 2. Gp.: Mt. 4 30 Ab. 4. Du. erh.-J. 3. St. Gallen: Fr. 8- Ab. 3. u. 4. Du. erh. St. Gallen: Fr. 9. den Mitgliedern der Schneidergewerkschaft pr. Wfd. dkd. erh.. Rudolf Bleibtreu: Mr. 250 pr. Wfd. dkd. erh. Comm. A. B. V. London: Pfd. Stlg. 1 pr. Ufd. und Pfd. Stlg. 5- pr. Wfd.( und hierbei 9 Sh. ges. durch George in Milner Cabinetmaker Shop), in Summa Fr. 151 60 dkd. erh. W. Hffm. London: Fr. 190 80 It. vorstehenden Spezialqttgn. eingetr. Ab. 4. Du. und N. N. Salzstadt: Mt. 7 Schft. erh. Unsere Ziele" längst hier vergriffen. Feuerofen: Mt. unter E. N. quittirt. Adr. 2c. notirt. Thalweil: Fr. 250 v. E. Klzl. u. 2 dtsch. Gen. pr. Wfd. dkd. erh. W. Pf. B.: Mr. 4 70 Ab. 4. Du. u. Schft. erh. St.: Bf. v. 20/ erh. u. besorgt. G. Dgors. Paige:( Doll. 1 20) Fr. 6 06 Ab. 4. Du. 84 und 1. Du. 85 nebst Schft. erh. Adr. geordn. C. B. Zofg.: Fr. 1 Ab.- Reft erh. Blutroth: Mr. 110, 70 Bfg. u. 50 Pfg. pr. Wfd. dkd. verw. Löschung W.'s war nicht vorgeschrieben, Duttg. später beabsichtigt. Weiteres der Reb. anheimgestellt. Erzelsior: Fr. 1 10 f. Schft. erh. Rückständiges mitgesandt. J. H. W.: öwfl. 3 Ab. 2 Mte. u. Schft. erh. Paterson: Fr. 30 40 v. Adam Rüger( 5 Doll.) und C. Wolf( 1 Doll.) pr. Wfd. dkd. erh. Weiteres besorgt.. Newyork:( Doll. 50) Fr. 253 15 v. Louis Lehms erh. Wofür? Haag: Fr. 62 50 v. Domela Nieuwenhuis im Namen einiger S. D. Freunde in Holland pr. Wfd. bkd. erh. Kopenhagen: Fr. 80 30 Ab. 3. Du. u. Schft. erh. Weiteres nach Wunsch. R. M. Serno.: Fr. 10- pr. ,, Prozeßfond" d. R. F. dkd. erh. Landesausschuß Zürich: Fr. 272 75 pr. Wfd. It. Spezial Duittung erh. Liège: Fr. 17-> pour le Cercle les XV." pr Wfds. dkd. erh. 1 Quittung. Di die n oder und niß t schon diese stan St nissen unser Weise Konfi für jede nichts durch die A trächt Un mater berbr Fr. Cts. Mk. Pf 125 1 eifrig lich Von den Genoffen aus Rumänien M. 40- zur Wahl in Bres lau erhalten zu haben, bescheinigen hiermit dankend Die Breslauer. Durch Unterzeichnete ist zu beziehen: A. Aaberg, Ferdinand Lassalle, Biographie Bebel A., Die mohammedanisch- arabische Kultur periode Brandes Georg, Ferdinand Lassalle, ein literarisches Charakterbild Conzett C., Rettung oder Ruin, Flugblatt zur Massenverbreitung Dasselbe, 100 Stück Nationale und internationale Arbeits- oder Fabrikgesetzgebung Douai Dr. A., ABC des Wissens für die Denkenden Die Verhandlungen des sächsischen Landtages vom 11. Januar 1884 Die Sozialdemokratie vor dem deutschen Reichstag. Erste Lesung des Sozialistengesetzes 1884. 2 Lieferungen Das unterirdische Russland. Porträts u. Skizzen aus der Wirklichkeit Engels Fr., Der Ursprung der Familie, des Privateigenthums und des Staats Flesch Dr. K., Haftpflicht, Unfallversicherung und Normalarbeitstag 1 25 1 omi gloid 2-150 Frohme Karl, Die Entwicklung der Eigenthumsverhältnisse. meitv ſteht 4 3 20 berfüg Sieg 2 2 Un 1 <-80 Ve -10 10 25 30 25 zur 2 20 hin s zu ne leben für sü à 30-25 unter jeden 3 2.50 durch 1.25 und Sache bon 5- 4Deut Ab 513 welche überh der i Sprech wir m heblic in Amerika De Sozic empflehlt sich den Genossen in den Vereinigten Staaten zum Bezug dessen W ( beads, sighedsg tibi disig 3) " Es wird zu denselben Bedingungen geliefert wie von der Schweiz aus. Man schreibe für Rataloge an: A. Höhne, New- York, 184 William Street care of New- York Volkszeitung" einmo mittel And 39) Wir der F went Naruf. ( drums) cu Montag, den 15. September, starb hierselbst nach langjährigem Leiden unser alter Freund und Veteran Anton Mischke. Wir verlieren in ihm einen tüchtigen Genossen. Er kämpfte schon 1848 in Burg bei Magdeburg, von wo er deshalb ausgewiesen wurde, treu und unermüdlich für Freiheit und Recht und hielt bis zur letzten Stunde treu zur Sache. Ehre seinem Andenken! Brandenburg, im Oktober 1884. D 19 Die hiesigen Genossen. add siddi Quiffung. Durch den Landesausschuß der deutschen Sozialisten gingen für den Wahlfond ein: Von F. L. Fr. 100. Von einem Schweizer für die Vorkämpfer der sozialistischen Republik Deutschland 5. S. -15. Für 1 Broschüre 10. Kranich Rapperswyl 50. Deutscher Verein Zürich 40Sam. aus Zürich 5 Deutscher Verein Vevey 100 Deutscher Verein Aarau 22-. Summa: Fr. 272 75. Für den Landesausschuß: E. Beck, Kassier. Ein Beweis, wodurch Wankmüller, der ein alter Genosse ist, sich des Vorwurfs, ein Renegat" zu sein, schuldig gemacht habe, ist nicht erbracht worden und da ich Wantmüller genau tenne, so muß ich gegen diesen Vorwurf, den schwersten, den man einem Genossen machen islado, dar kann, Verwahrung einlegen. Wohl mag Wantmüller heute nicht mehr so thätig sein wie früher, da derselbe aber sieben Kinder hat und schwer und sind s für seine Existenz arbeiten muß, so sollte man einige Einsicht haben und nicht leichtfertig einen Vorwurf erheben, der Wankmüller ebenso wenig trifft wie den Schreiber jener Korrespondenz, denn Wankmüller hat nie auch nur einen Augenblick seine Gesinnung verleugnet. Daß ferner Wankmüller sich über die 700 m. betragenden Kosten des Lehmann- Denkmals mißfällig ausgesprochen habe, kann ihm vernünftigerweise doch nicht als Verbrechen angerechnet werden, wenn das Denjeni gen auch nicht angenehm sein mag, die mit anerkennenswerthem Eifer für dieses Denkmal an einen braven, verdienstvollen, leider zu früh gestorbenen Genossen arbeiteten. Es kann Jemand ein ausgezeichneter Parteigenosse sein und doch glauben, daß 700 M. für ein Grabdenkmal eine etwas hohe Ausgabe ist, namentlich wenn die Hinterbliebenen dieses Geehrten sich nicht der besten materiellen Verhältnisse erfreuen. Es empfiehlt sich, daß die Genossen bei Meinungsverschiedenheiten etwas mehr Toleranz üben und nicht sofort Jeden für einen Verräther erklären, weil er manchmal etwas anders denkt als die zufällige Majorität. Plauen Dresden, den 14. Oktober 1884. A. Bebel. Brieffaften der Redaktion: E. 3. in Brünn: Gewünschtes folgt in der nächsten Nr. M. G. in Genf: Wir sind leider nicht in der Lage, Ihre Frage beantworten zu können Am besten ist es, Sie laffen beim Reichstanzleramt in Berlin, Abtheilung für Aeuße= res, anfragen.d der Expedition: Fr. R. W.: Mt. 3- Ab. 4. Du. erh. FehTendes mit Nr. 41 nachgel. Newyork: Fr. 1530 gesammelt von der, Volkszeitung", pr. Wfd. dkd. erh. J. A. J. Sflg: Mt. 4 30 b. 4. Du. f. Cl. erh.— J. R. W. Paris: Fr. 44 70 à Cto. Schftn. gutgebr. J. Flmr. Paris: Fr. 167 75 Ab. 3. Du. erh. Hans zum Trok: Mt. 5 v. F. A. Schaufelbrgr. und Arbeitern in London zum Wahlfonds drd. erb. Drchsl. durch U. Rsbch.: Fr. 1 20 pr. Wfd. und Fr. 1 20 pr. Ufd. dkd. erh. Oftober 13: Mt. 20 pr. Wfds. dkd. erh. Grüße allseits! F. Sch. Genf: Fr. 125 für Schft. erh. Winterthur: Fr. 44 75 Ab. 3. Du. u. Schft. erh. Desgl. Fr. 6 10 gesammelt beim Abschied eines angehenden Schülers der Moltkeschen Bildungsanstalt dkd. d. Wfd. zugew. Hansdampf: Fr. 18. Ab. 3. Du. erh. 2. Sch. Dt.: Mt. 150 f. Schft. erh. Adr. nach dns Expedition des ,, Sozialdemokrat fridde bomenis und G( 90) Volksbuchhandlung Hottingen- Zürich. Bentralniederlage sozialistischer Schriften dung ( Filiale der Volksbuchhandlung) aller sozialistischen Literatur. Billige Schriften. d med mind Der Unterzeichnete wünscht sein fast vollständiges Lager in sozialistichen Schriften in deutscher und englischer Sprache zum Züricher Kostenpreis zu verkaufen. Einzeln oder im Ganzen. an Personen oder Sektionen, welche darauf reflektiren, wollen sich wenden add 4/4 [ 2.00] Herrmann Nitsche, 548, 9. Ave, New York City. Sozialistische Arbeiterpartei Amerika. Sektion New- Yort. : 0810 Sizung des Zentralkomite s jeden Dienstag Abends 8 Uhr Win welche setzen der M in Lincoln Hall, Ece Allen und Houston Street. Jeden Samfta finden Versammlungen statt. Näheres stehe be New- Yorker Volkszeitung". Zürich 8, 25. Oktober, Abends 8½ Uhr, im Kafe Reßler: Deffentliche Versammlung der deutschen Sozialisten. Tagesordnung: Das Verhalten der verschiedenen Parteien zur Sozialdemokratie im gegenwärtigen Wahlkampfe. Zahlreiches Erscheinen erwartetsg o SH 39 917 Der Lokalausschuß. So Schweizerische Genossenschaftsbuchdruderei Hottingen- Zürich. gegen