***- iit »irt 9«f An- <3t> ich! >W0 ein -tev »en> vor eff« Srscheint Wöchentlich einmal in Zürich(Schweiz). Derlag der Noirtbuchhandlei«« Hattingen»Zürich. Kokseudunzell franko gegen franko Gewöhnliche Briese »ach der K ch w e i j losten Doppelporto Der SoMIdemckrat Zentrat-Argan der deutschen Sozialdemokratie. KLs::ne:ucn(li werden bei«llen schwei>erlsche» Postbureaux� sowie deim Verlag und dessen belannten Aieuten entgegengenommen, und jwar jum voraus| ahlbar«» ViertelsahrSpreiz von Fr 2— sürdieSchweizlKreuzband) Ml 3— sUr Deutschland lCouver«) st. 1.70 sür Oesterreich(Couvert) Fr. 2 S0 sllr alle Übrigen Ljnder bei Weltpostverein« lkreuzdand). ?»ser»tt die dceigespaltene Petitzeil» 25 Cts. 20 Psg. � a. Zlonnerstag, 22. Januar 18SS iain oew ths- rgch rast' Avis an die Abonnenten und Aorrespondenlen des„Sosiatdemokrat." Da der.Eozialdemolrat' sowohl in Deutschland als auch in Oesterreich verboten ist. bezw»ersolgt wird und die dortigen «Hörden fich alle Mlihc geben, unsere Verbindungen nach jenen Lönoern möglichst zu«ischweren, resp Briese von dort an UN» >nd unsere Zeitungs» und sonstigen Speditionen nach dort abzusaugen, so ist d„ öusterste Vorsicht Im Postberlehr nothwendlg und �»rs leine Vorsichtsmaßregel versäumt werden, die Briesmarder Uber den Wöhren Absender und Empfänger, sowie den Juhrlt der Sendungen zu täuschen und letzter« dadurch zu schätzen Hauptersorderniß ist hiezu einerseits, daß unser» Freunde so selten als inöglich an den.Sozialdemolrat- resp dessen Verlag selbst adressiren, sondern sich möglichst an irgend»ine unverdächtige Adresse außerhalb Deutschlands und Oesterreichs wenden, welche sich dann mit uns in Verbindung setzt; andirsett« aber daß auch UN» möglichst unversängliche ZufiellungSadresscn mitgetheilt werden. In Iwcisclhastei, Fällen empfiehlt sich behuss größerer Sicherheit Relomnmndiiuiig. Soviel an un« liegt, werden wir gewiß weder Mllhe noch itost'ii scheuen um trotz aller entgegen- stehenden Schwierigleiten, den.Sozialdemolrat' unseren Abonnenten möglichst regelmäßig zu liesern Parteigenossen! Vergeßtder Verfolgten und Gemaßregelten nicht! An unsere Parteigenossen und Freunde im Ausland. Genossen und Freunde! Nls wir im Sommer des vorigen Jahres an die Genossen im AuS- lande, namentlich in den Vereinigten Staaten, die Bitte richteten, uns bei dem damals bevorstehenden Wahlkampfe zu unterstützen da wußten wir wohl, daß wir keine Fehlbitte thaten, allein daß Ihr unserem Aufrufe in dem Maße, wie es geschehen ist, entsprechen würdet,— barauf waren wir nicht vorbereitet. Der Erfolg hat unsere kühnsten Hoff- nungen übertroffen. Wahrhast glänzend hat das Solidaritätsgefühl sich bewährt, welches die Sozialdemokratie erfüllen und verbinden muß, wenn sie ihr Ziel erreichen will. Genossen und Freunde! Wir danken Euch! Ihr habt es begriffen: es gibt nur eine Sozialdemokratie. Im Jahre >8st4 war Deutschland das Schlachtfeld sür die gesammte Partei. Das wußtet Ihr, und Ihr habt uns, den durch ein unerhörtes Proskriptions- lieletz Geknebelten, im Wahlkampf brüderlich zur Seite gestanden. Und bie Soiialdemokratie in Deutschland hat sich bemüht, das Vertrauen und die Sympathie, welche Ihr uns entgegengebracht, durch ihr Handeln iu rechtfertigen. Genoffen und Freunde! Das Gefühl der Solidarität, das Ihr so schön bethätigt habt, hat Euch nach crfochtenem Sieg zu unverdientem Lob unserer Leistungen begeistert. Wir haben einfach unsere Schuldigkeit gethan s und seid über« ieugt, wir werden auch fernerhin unsere Schuldigkeit chun! Durch Euer Eintreten aber— inden« auch die Sozialdemokratie des Auslandes zu unserem Wahlsiege mitgeholfen hat— ist dieser zu einem Cieg der Geiammtpartei: der Sozialdemokratie aller Länder geworden. Nochmals habt Dank! Wenn immer es gilt, könnt'Jhr auf uns zählen, wie wir auf Euch tihlen. Mit sozialdemokratischem Gruße! Im Namen der sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands: Die Partei-Vertretung: Auer. Bebel. Bios. Bock. Dietz. Frohme. Geifer. Grillenberger. Harm. Hasenclever. Heine. Kayser. Kräcker. Liebknecht. Meister. Pfannkuch. Rödiger. Sabor. Schuhmacher. Singer. Stolle. Viereck- Vollmar. Wiemer. ner- ter' sie» e nt elch« Iren- lingt Mk. 7 30 Mk - i -ige' i. 2- 7- Ab Ab. IkW 81«. »rat wäb. rtig. Zch-t l. u. Ab. ,rgt. trg.t erh. 3- Ab. !llg.! fflt erh. traf1 .10) St- Ab. Sind erh. Ers. erh., .Ab- 1- Ab. imel> ilien egen �ebr. ckligsi_______»_____ i. Ä Allg. Wahl- und Nnterstützungs- ic.-Fonds. dam(Fortsetzung.) Non> Im Oktober gingen ein: Ab. Porto Alegre:(34 Mill, 500 Reis) Mk. 62 32 durch C. Gr. ge- erd. i sammelt wie folgt:(Carl Grimm 2 Millreis, M n Kleber 2—, F. S. 1&—, 31. M. 2-, K. T. Reichelt 1—. Theo. Kolleck 1-, I. Sch. 1—, I. Klapper 1 500, Gotfritz Mots 2—, H. H. 1—, N N. 2—, H. Vrücker 2—, P. Wallig 1—, Carl Silly l—, W. Wiesner I 500, tz. Grupe 2—, L. Lauer 1 Heinr. Becker 2—, A. Vogel 1—, ». Sch. 1 500, H. H. 1—). Uhle. Rsb.(Fr. 1—)«0 Psg. Ein- »ahme sür 2 Probeheste. Zürich(Fr. 75—) Mk. 60- durch d. Landes- Ausschuß(von Luzifer III Fr. 7—, G. K. Zürich Fr. 5—, Ungenannt 50 Bruder Leim. Zürich 1—, B. M. S. 6 N. N. 1-. K. Ko. N. W. 2 50, K. F. 2 50). E Fr. Mk. 53—, K. F. Mk. 2 10 eide pr. Schltr.). Chicago(lO Doll. 50) Mk. 41—, pr. Chicago er Irbeiterztq., gesandt durch Spies. Chicago(Doll. 2—) Mk. 10 C.Michel u. L. Bach. Xenia(1 Doll. 3 Cts.) Mk. 4 15 v. Jakob Kany. Zürich (Fr. 151 50) Mk. 12120 vom Landesausschuß, Beiträge der Deutschen «ereine ic. Wimbledon Mk. 5— v. H. Dalchow. Zürich(Fr. 60 50) 48 40 v. d. Dtsch. Bereinen der Schweiz pr. Zirkulär ges. pr. Landes- «usschuß. Paris(10—) 8— am 5. Sept. z. Gedenktag unserer Mutter von Max u. Bodo. Sängerklub zur Abschiedsfeier Brasserie Ziesel, Paris ) g—. Paris(80—) 64— vom Leseklub. St. Gallen(9—) 7 20 v. d. Mitgldrn. d. Schneidergewkschst. London Mk. 2 50 v. Rud. Bleibtreu. Bukarest(54 50) 43 60 v. d. P.-Genosien. Antwerpen(20—) 16— v. d. Genossen das. Bukarest(12-) 9 60 v. Abhl. Dr. Fritz Tischler(öwfi. 25—) 41 60. Ölten<9 50) 7 60 v. Allg.«rb.-Verein. __ Nother Holländer 6—. Winterthur(6 10) 6 88 gesammelt b. Abschied eines angehenden Schülers der Moltksschen Bildungsansialt.„Zum 15. Oktober" 20—. Drechsel. Zürich, pr. U.(I 20)— 96. London 5 Hans zum Trotz f. d. Wahlen v. F. A. Schaufelberger und seinen Arbeitern. New Yorker Volkszeitung(1530—) 1224—. London. Komm. (Pf. St. 5—) 100—, und hierbei 9 Sh. ges. durch George i. Millners »abinetmaker Shop. Paterson(Doll. 5— u. 1) v. Adam Rüger u. Carl Wolf. Blutroth 1 10. Thalweil(Fr. 1 50) v. E. Klötzler und (Fr. 1—) v. 2 dtsch. Gen. Mk. 2—. Zürich(150 75) 120 60 v. Landes- «usschuß lt. Spezqttg. in Nr. 43. 84. Haag<62 50) 50— von Dom. Nieuwenhuis i. Namen einiger sozd. Freunde(.Holland. Liöge(17—) 13 60 Iv cercle les XV. Vevey(100-) Dtsch. Ver. U Aarau(22—) - Dtsch. Ver. i. S. 97 60 pr. Landesaussch. Zch. Zürich 2- v. Onkel vräsig„wenig aber von Herzen". Rem York(1500—) 1200— Rat.- Ex.-Com. S. Arb. P. 6. Rate. Rsb. L. Hoffm.(1-)— 80. London (Pf. St. 6-) 120 96 v. K. Arb. B. Per. Chicago(Doll. 3 20) 12 96 > Uh« Gruppe Südwestieite I.». A. pr. Spieß. Manchester(Pf. St. 1—) 20— Prof. Schorlemer. Zürich(10 j 8— A. B. C.(5—) 4—. fieh«C. Rother Gaucho(1-)- 80. A. B. C.<5-) 4— f. d. streikenden lrimmilschaver. Chicago(Doll. 2 92 abzgl. 2 Cts. Porto) 8 61 v. Gen. _«u! l ges. a. Liste 429. Bäff.— 70. Reuchatel(Fr.— 50)- 40 I. Pönitz Ueber�chilß v. d. Depesch. Von einem soz. Holländer Ayvaille(5 65) 4 52. Locle(2-) 1 60 I. Lutz. Brüssel(18 25) 14 60 v. d. P.-Gen. «. 'ß- Hottgn.(5—) 4— v. C. Aa. Preßburg iöwfl. 6—) 9 98 Ergebniß einer Kollekte v. d. Gen. Buenos Ayres(Fr. 95—)' 76— von einem Frde. d. soz. Sache durch Ltzky. Zug(3—) v. I. M. u. A.(1—) i. 3 20. Chur(15—) 12— v. Dtsch. A. B.-V. durch Dsm. Im November gingen ferner ein pr. Wfd.: Dt'che. Soz. Chur(Fr. 15-) Mk. 12-„Glück auf!". Vesuvstock Schweden(5—) 4—. Gent, von den vläm. Gen.(75—) 60—. Durch Schi,(von einem Filz Zch. Fr. 2—, M. R. 5—, Luzifer III 5—, Krauter 2— v. d. Heidelbergern 100—, J.R.Steinmetz 150, gesam melt durch I. R. 1 50: zusam. 117—) 93 60. Landesausschuß Zch. Bck. (306 65) 245 32. Dr. Fritz Tischler Wien(öwfl. 25—) 41 20. Hastedt von den Rothen 50—. S.-D. Club Vorwärts St. Paul(Doll. 10— durch Mzlr.) 40 52. Oesterr.-Ungar. Arb.-Verein in Paris(Fr. 50- 40—. Von den Gen. B. Gladbach 710. Amsterdam durch Schtzr.(20- 16— Glück auf zu den Slichivahlen. Paris Nr.(2 50) 2— Glück auf zum Sieg. H. B. durch E. H. Lisge 7 24. Glasgow Dtsche Gen.(13 Sh.) 13—. W. M. R. Jura bernois(3—) 2 40. Vom fliegenden Holländer 51 90) 41 52. St. Gallen für die Stichwahlen durch Witt(16—) 12 80. Zürich Ungar ungenanntes(10—) 8—. London C. A. B. V.(4. Rate Pfd. Stlg. 4--) 100 80. London Csrclo do propagande socialiste (Pfd. Stlg. 1—) 20 18. Budapest(öwfl. 24 57) 40 57 mit einem„Hoch auf die gemeinsame Sache" v. d. Gen. durch I. Gent v. d. vläm. Gen.(Fr. 240—) 192-. Paris Leseclub bischer. Sozialisten(100—) 80—. Dtscher Ver. Burgdors(8—) 6 40. Turin von 6 P.-Gen. f. d Stichwahlen mit herzlichem Glück auf!(10—) 8—. H. Oberstraß(10—) 8—. Wahlverein der Schlesier Newyork durch Rsbch.(Doll. 50—) 202 52. Dtsch. Ver. Neuchatel(Fr. 9 20) 7 36 ges. bei der Robert Blum- Feier durch Schze. Antwerpen(14—) 1120 v. d. P.-Gen. Chicago Gruppe„Freiheit" I. A. A. durch Mttlchr.(Doll. 49 45) 199 48. Landesausschuß Zürich Bk.(Fr. 95 10) 76 08. Amsterdam v. d. P.-' (Liste 00 fl. 5 29 f. d. kaiserliche Botschaft. Liste 0 fl. 6 25. Liste 1 fl 3 95. Liste 2 fl. 12 25 v. d. Berliner Maurern in Amsterdam mit einem„Hrch dem VI. Berl. Wahlkreis!" Liste 5 fl. 150. Reinertrag von einer Vorstellung fl. 3 56, in Summa fl. 32 80 Holl.) 55 60. Lüttich von Schulze Müller u. Cie. f. d. Stichwahlen(Fr. 15—) 12—. P. G. Purmerend(9 75) 7 80. Winterthur Dtschr. Ver. Ertrag einer Annonce im„Landbote" durch Ptichm.(23» 23 40. Newyork v. N. E. C. der S. A. P. v. N. A.(VII. Rate Fr. 750-) 600—. Weisheit Zch. für unentgeltliche Rechtsprechung(10 80) 8—. Basel». d. Schneidern durch Lz.(10—) 8—. Paris o. Dtschen. � du.ch Sch.(125-) 100— Winterthur von einer Tischgesellschaft des Dtschn. Ver. bei Häsler ges. (l 20)— 96. Konstanz, von Arbeitern aus einem hiesigen Geschäft 1 68. Newyork vom Wahlverein der Schlesier(2. Rate durch H. Doll. 40—) 162 04. Landesausschuß Zürich v. div. Mitgliedsch. u. Ver. d. Schweiz (102 10) 81 68. Holyoke v. d. Textilworkers-Progressiv Union dch. Bkfn. (Doll. 5—), v. d. S. A. P. Holyoke(Doll. 14 25, abzügl. Porto in Summa Doll. 19—) 76 96. 12 deutsche Arbeiter in Schweden durch Sbrdt.(14 Kronen) 15—. Gent von den vlämischen Gen.(Fr. 60—) 48—. Paterson Ernst Thurm(Doll. 5—) 20 24. Cincinnati, Kollekte des Herwegh Männerchor(Doll. 24 55) 98 20. F. St. Hottgn.(Fr. 1—) — 80. E. Echtz. Htr. 1—. Newyork N. E. C. d. S. A. P. v. N. A. (8. Rate 1500-) 1200—. Zürich Prof. S. V.(5—) 4—, R. Lang. stud. med. Zch.(1—)— 80. Winterthur Restbetrag der Annonce im „Landb."(3 90) 312. W'thur v. K. ges. bei Abschiedsfeier zweier Gen. (6—) 4 80. Ges. durch Bühler das.(— 90)— 72. Im Dezember gingen ein: Kopenhagen, gesammelt von Wiese in der Hofmöbelfabrik Hansen, Köngens Nytorv(Fr. 15—) Mk. 12—. Desgl. gesammelt durch Vagi, Kophgn.(3—) 2 40. Allgem. Arb. Ver. Ölten(5—) 4—. Marburg a/L. 3 20. Dtsch. Ver. Zch.(84 80) 67 84. Pest, ges. v. d. A.-W.-Chr. (öwfl. 3 03) 4 96. G. E. M. Hirsldn.(Fr. 10—) 8—. Bukarest(durch Lhm. 43. Papiersch., vorbehaltlich Coursverlust voll quittirt in Nr. 50 1884) 34 40. Kopenhagen von den Gen.(100 Kronen) 106 66. London C, A. B. V.(Pf. St. 2— und hierbei 10 Sh. für H. W. dch. S.) 40 32 und(weitere Pf. St. 2—) 40 32. London». d. ungar. Sekt. des C. A. B. B. durch Arpad Molnar(Pf. St. 1—) 20 16. Rother Kaplan in Rd.— 70. Gießen P. Gen. 30—. Newyork durch Bolksztg. ges. Rest der Smmlgn.(Fr. 776 25) 621—. Jnsgesammt quittirt in Nr. 3 und 4: Mk. 20,00507. 0. Im Juli gingen ein: Kopenhagen(100 Kronen) Mk. 106 66 v. d. Gen. Im September gingen ein: Antunovac(öwfl. 1 30) Mk. 2 16 v. R. Ptz. Im Dezember gingen ein pr. U Dsd.: Görlitz Mk. 50—. Aachen 30—. Arnstadt 40—. Gaarden 50—. Wien(öwfl. 14—) 23 14. Zeitz 25—. Forst i/L. 100—. Ulm 50—. Hastedt Bremen 20—. Nürnberg 100—. Berlin 10—. Rostock 7125. Schwerin 24—. Kiel 100—. Bukarest, rothe Töpfer 5»— Frankfurt am Rain 30—. Pforzheimer Renegaten 16 20. Jnsgesammt: Mk. 900 41. UnterstützungS-Fonds. Im November gingen ein: Johannes L. Mk. 2—. Neckarspitze 1—. Chur v. d. Mitgliedschaft des Dtschn. A.-B. Ver.(Fr. 5—) 4—. Bautzen P.-G.»20. Itzehoe Mk. 3 50. Im Dezember gingen ein: E. C. in Zürich durch N.(Fr. 4—) 3 20. Deutsche in Belgien für Bismarck(4) 3 20. Dr. W. C. 1 40. N. K. 12(1 25) 1—. Chem- nitz 1 3—. Halle 8—. Liegnitz 30—. Ronsdorf 7 50. Dortmund 45—. Brandenburg 25—. Hamburg 257—. Jnsgesammt quittirt in Rr. 3 und 4: Mk. 2381 29. Agitationsfonds. Im Juli gingen ein: C. v.«kst.(Fr. 4 40) Mk. 3 52. Kopenh«gen(13—) 14 4» P.-Beitr. 2. Qu. H.Z. Bernek(5—) 4—. Im August gingen ein: v. G. H. der Geächtete v. Berge Mk. 2—. v. einem sog. Berl. Fortschrittler durch B. 5—. P. a. a. a.(Fr.—75)— CO.(Streik. Crimmitschauer). Winterthur Schuhm.-Gew.(20—) 1«—. Ch»r Collabrtr. (—25)—20. Wsthur Dtschr. Ver. P.-Beitr. 1. u. 2. Qu.(50—) 40— Edelweiß 2 32. R. M. in S. durch R. F.(10—) 8—. Flensburg P' B. 25—. Nieder 170. Winterthur Schneidergewerkschaft(10—) 8—' (Crim. Streik.) M. Schulz(16—) 12 80. D. V. s. d. Crim. Streik. (l2—) 9 60. Im September gingen ein: London(Fr. 6 25) Mk. 5—. Nachtrag v. A. Hhm. 82/83 ges. f. d. streikenden Sachsen. Neckarspitze 1—. B. Bkst.(4 55) 3 64. Im Oktober gingen ein: Von einem holländ. Sozialdemokraten(Fr. 4 28) Mk. 3 42. Olden- bürg i/O. 4— v. d. P.-Gen. Chicago(Fr. 9 97) 7 97 W. Langner. Im November gingen ein: Kopenhagen(Fr. 15 90) Mk. 12 72 Parteibeitr. 3. Qu. 84. H. Stolp (— 40)— 32. Im Dezember gingen ein: Neckarspitze Mk. 1—. Michel Gehret München— 25. Edelweiß 2—. Jnsgesammt: Mk. 194 46. Antheilfonds-Quittung. Hainichen i/S. Mk. 8—, welche den Weg durch 2 Prozeffe und nach Amerika nahmen. Ausgaben folgen in nächster Nummer, Vom Wettrennen mit Hindernissen. Das Weltrennen im deutschen Reichstag u m die Gunst deS armen Mannes— was nicht gleichbedeutend ist mit z u Gunsten des armen Mannes— hat mit Berathung des Antrages Hert- ling seinen fröhlichen Anfang genommen. Drei Tage dauerte das erste Rennen— ein veritables Weit- rennm mit Hindernissen. Nichts lehrreicher als die Lektüre dieser Debatten. SSmmtliche Redner, oder um beim Bilde zu bleiben, sämmtliche Renner präfentirten sich als Vollblut-Arbeiterfreunde. Mit wahrem Feuer- eifer stürzen sie sich— die Lohren, die Ackermann, die Buhl» die Göler, die Baumbach, die Bismarck ot tutti guanti— in die Arena und schildern die Leiden der Arbnter so ergreifend, daß man meinen sollte, ihnen blute das Herz vor Jammer. Nein, sagen wir unS, dieser Schimmel— Verzeihung, Herr Hofrath I— dieser Ackermann meint es wirklich gut, wir haben ihm Unrecht gethan, das nächste Mal treten wir bei der Wahl mit Pauken und Trompeten für ihn ein, ihm gebührt der Ehrenpreis. ... Da bemerken wir plötzlich, wie unser Schimmel— nicht doch, unser Ackermann sich umdreht und für die Kinder« arbeit in Fabriken—„solche Arbeiten können nur gemacht werden von kleinen, zarten Fingern"(Stenogr. Bericht S. 634)— und gegen den Normalarbeitstag in« Zeug geht. Der muthige Renner ist an ein Hindern iß gerathen, über welches er nicht hinwegsetzen konnte, und diese? Hinderniß heißt: Klassen» EgoiSmuS. Wir sagen nicht Klassen int er esse, weil die verschiedenen Red» ner verschiedene Gruppen der herrschenden Klasse und somit auch deren besondere» Interesse vertreten. Für diese besonderen Interessen im Gegensatz zum allgemeinen Klass.ninteresse der Besitzenden gebrauchen wir hier zum Unterschiede das Wort EgoiSmuS. Man wird e» daher auch begreifen, warum Herr v. Schor- lemer-Alst, der„Bauernvater", seinen bürgerlichen Milbe- Werbern um etliche Nasenlängen vorausbleiben konnte; dem „Bauern" ist der industriell e Rormalarbeititag ziemlich gleich- giltig.„Aber"— wo ein Hinderniß ist, fehlt natürlich nie das berühmte aber—.alle« Da» unter Aufrechterhaltung de» Giundsatze», daß nach dem Gottesgesetz das Eigenthum unan» tastbar ist und seine jetzige Vertheilung— Herr v. Schorlemer ist Großgrundbesitzer!— eine rechtliche." Am weitesten zurück blieb von allen Rednern im Hause der weltberühmteste aller„Anwälte de« armen Manne?", der größte aller Sozialreformer: Freund Bismarck. Man ist nicht um- sonst auch Schnapsbrenner, auch Papierfabrikant, auch Säge- mühlenbesitzer I So kraß wie er, verrieth keiner der Herren den AuSbeuterstandpunkt. Selbst Herr Stöcker legte keine so krasse Ignoranz in Sachen der Arbeiterfrage an den Tag, als der „Herkules de» 19. Jahrhundert»". Wir würden wirklich ein Unrecht gegen ihn begehen, wollten wir seinen genialen Ausspruch, mit welchem er den Maximal«rbeit»tag abihat, nicht seinem vollen Wortlaut nach abdrucken. „Ein Maximalarbeitstag hat die Gefahr/ daß nun ein jeder Arbeitgeber fich berechtigt hält, bi» auf da» Maximum heraufzu- gehen, auch der, welcher es früher nicht gethan. Wenn es heißt: 14 Stunden— was ich für einen ungeheuerlichen Arbeitstag und für unzulässig halte— dürfen nicht überschritten werden", so wird auch der Arbeitgeber, der bisher nur 10»der 12 Stun- den arbeiten ließ, fich sagen: bi» 14 Stunden kann ich gesetzlich gehen! Darin liegt die Gefahr für eine Maximalbestimmung." Natürlich liegt sie darin nicht, da« zeigt ein Blick aus die Zustände, wie sie heute sind. Das Schönste aber ist, daß kein Mensch von einem 14standi>en Maximalarbeitstag gesprochen ! - hat. Ebensogut hätte Bismarck auf den 24standigen Maximal- arbeitstag exemplifiziren können. DaS hätte den Effekt sogar ,.och erhöht. Von gleich tiefer Einsicht fol die Arbeitsverhältnisse zeugt der hierauf folger de AuSspiuch, daß „ein NormalarbeitSiag nothwendig einen Normallohnsatz bedingt, sonst laufen wir Gefahr, daß, wenn Sie den Ar- beitSta� um durchschnittlich 20 Prozent heruntersetzen, der Lohnsatz unaushalisam, ohne daß die Regierung eS hindern kann, ollmälig oder schnell ebenfalls um 20 Prozent fällt." Diese Geistreichigkeit hat'e vor dem großen Kanzler der Ratio- nalliberale Buhl aufgetischt und sich dabei auf Rodber>uS berufen. Nun gestehen selbst die Lerehrer von RodbertuS zu, daß die Ab- Handlung über den Normalarbeititag feine schwächste Schrift ist, für Bismarck wird er aber gerade hier Autorität. Was kümmert eS ihn, daß die Tbatsachen genau da« Gegentheil beweisen, daß der Lohn da am höchsten ist, wo die Arbeitszeit am niedrigsten ist, er ble>bt doch der grrroße, grrroße Sozialreformerl Als drittes Argument muß das Steckenpferd der Freihändler herhält, n: die Exportindustrie. „Die Konturrenz im Jnlande kann durch allgemeine Bestim- mungen beschränkt werden; aber die Spitze unserer Industrie ist die Exportmdustric; lassen Sie die Exportindustrie konkurrenz» unfähig werden mit dem Auslände, und unsere ganze Industrie wird darunter leiden; die Möglichkeit, die Arbeiter zu beschäftigen, wird sofort erheblich zurückgehen, wenn die Exportindustrie ge- schädigt und nicht mehr mit dem btSherigen Erfolge zu arbeiten im Stunde ist." So Bismarck. Darauf antworten die„BaSler Nachrichten", eine? der her- vorragendsten liDernlett Blätter der Schweiz, in ihrer Nummer vom 17. Januar: „Alle Bedenken, welch- der deutsche Reichskanzler hier ausgesprochen, wurden auch seinerzeit in der Schwerz erhoben. Aber der Normal» arbeitstag hat sich hier durchaus nicht als unausführbar erwiesen, und die Beschwerden, die seit den sieben Jahren seiner Einführung gehört worden, waren ohne Belang. Gerade die schweizerische Industrie ist reine Exportindustrie, aber nicht die Einführung des Normalarbeitstages, sonvern die hohen Zollschranken, mit denen sie sich überall umgeben sieht, haben einen nachtheiligen Einfluß auf sie geäußert. Die Löhne sind unter dem Normalarbeitstag wie vor demselben von den durch die Mode und andere Elemente bedingten Schwankungen des Waarenpreises aus dem Weltmärkte abhängig gewesen, aber der Normalarbeitstag, der die Produktionskraft des Arbeiters nicht ver- kürzte, sondern erhöhte, spielte dabei keine Rolle. Die Durchführung des Ziormalarbeitstages läßt hie und da in der Schweiz noch zu wünschen übrig, wenn jedoch Fürst Bismarck meint, daß hier die Gesetze nicht so streng gehandhabt werden wie dies unter der strammen Kontrole des Polizeistaats geschehen würde, so übersteht er, daß bei uns die Arbeiter selb st dieKontrole üben und Ueberschreitungen des Fabrikgesetzes durch die Presse und in i h r e n öffentlichen Versammlungen zur Kenntniß der Behörden bringen. „Der Normalarbeitstag, sagt Fürst Bismarck, sei gefährlich, weil er die Arbeitsgelegenheit verringere. Das Gegentheil sollteeher zu erwarten sein. Durch die geringere Arbeitszeit, wenn sie nicht durch raschere Arbeit eingebracht würde, müßten ja mehr Menschen in demselben Fabritationszweig Beschäftigung finden, und die Ardeitsge» legenheit sich demnach mehren. Freilich gestattet diese humanitäre Neue- rung nur in Ausnahmssällen Nachtarbeit. Aber wird diese dein Arbeiter nock besonders bezahlt, wo w'e in Obersranken nach den Angaben des Herrn v. Hertling die Arbeitszeit eine IKstündige ist? Wäre es nicht besser, wenn von diesen 16 Stunden 5 auf einen andern unbeschäftigten Arbeiter kommen? Und ist es nicht besser, daß die durch das Gesetz ver- ringerle Arbeitsgelegenheit für Frauen und Kinder den Männern zu Gute kommt? „Bleibt sreilich die heillose Konkurrenz, die jede Unternehmung, und sei sie noch so gut, sehr bald untergräbt. Fürst Bismarck sollte ein inleruationales Fabrikgesetz zu Stanoe bringen, er vermag vicl dazu. Das wäre für den Fortschritt auf dem Wege des praktischen Christenthums noch mehr werth als ein internationales Gesetz über die Erwerbungen herrenloser, d. h. von Wilden bewohnter Länder. Das Feuilleton. Z>as Mahlmanifest der deutsche« Sozialdemokratie zu den Wahlen vom 28. Oktober 1834. (Fortsetzung.) Ja, zu der W i s s e n s ch a s t. Die Wissenschaft lehit uns— uingekehrt wie die biblische Schöpsungs- gcschichte— daß die Menschheit langsam und in mühevollem Ringen sich aus der Thierheit emporgehoben hat; daß durch die Gcsammlarbeit, die gesellschaftliche Arbeit der Menschen, das Kulturniveau stetig steigt; daß die Herrschast des Menschen über die Ziatur, und seine Fähigkeit, Leveiismittel und Reichthümer zu schaffen, beständig»n Wachsen begriffen ist; daß die menschliche Arbeit immer produktiver, das Menschen- geschlecht als Ganzes betrachtet immer reicher wird. Wer das in Zweifel zieht, der lese die erste beste Kulturge chichte, und das erste beste Hand- buch der Statistik. Die Kulturgeschichte wird ihm de» unaufhaltsamen Kulturfortichiitl, die Statistik die unaushaltsame Vermehrung des söge- nannten Nationalreichthums aller Kullurvöller zeigen. Leider ko»in>t die Vermehrung des Nationalreichthums nicht gleichmäßig der gesammten Nation zu statten, sondern bloß einem verhältnißmäßig kleinen Theil. Hand in Hand mit dem National- r e i ch t h u m geht die M a s s e n a r m u t h. Die ungeheure Mehrzahl des Volks lebt in dürftigen Verhältnissen, zum Theil im Elend— nur eine Minderheit lebt in Wohlstand und Reichthum. Und gerade das arbeitende, den Nationalreichthum schaffende Volk ist zur Armuth verurtheilt. Blickt nur um Euch und Ihr werdet finden, daß der berühmte Ratio- nalökonom John S t u a rfl Will recht hatte zu sagen:„In der Heu- wer am Meisten arbeitet, und das tigen Geselllchasl hat das Wenigste, i Rleiste, wer am Wenigsten ardeilet." Es fragt sich nun, od die jetzige Art der Vertheilung des Arbeitsertrages aus irgend einem göttlichen oder Naturgesetz be- ruht. Mit Nichten. Wer an einen Gott glaubt und durch Faiiatismus nicht in seiner Denkfähigkeit beeinträchtigt ist, muß begreisen, daß eine so ungerechte Vertheilung sich mit der Annahme eines allgerechten und und allgütlgen Gottes nicht verträgt— ein Mensch, der nach ähn- lichen Gruiidsätz>.n gemeinsam Erworbenes vertheilen wollte, wurde nnl dem Strafrichter Bekanntschaft»lachen. Von einem ewigen Naturgesetz kann ebenso wenig die Rede sein. Diese ungleiche Vertheilung ist einfach ein Unrecht, das in der iupitalistffchen Produktion seine Wurzel hat. Wir sahen schon vorhin, daß es in der Natur der kapitalistischen Produktion liegt, die Kiemen ausjubettten, niederzuwerlen und zu Gunsten der Großen zu expropriiren. Diese Elgenschajt äußert sich in dem Konkurrenzkampse; sie äußert sich aber ganz besonders in dem Prozesse der Produktion selb st, in dem Ardeitsverhältniß. Die Arbeitsmittel(Kapital, Maschinen-c.) sind heutzutage in den Händen Weniger; die große Masse des Volkes ist gsnöthigt, gegen Lohn diesen Wenigen ihre Arbeitskraft zu verkaufen. Nun erhält av-r der llohnarbeitcr in seinem Lohn kein volles Aequivalent (Gleichwerth) der von ihm geleisteten Arbeit, ein— im einzelnen Fall »iliunler sehr geringer— Theil der Arbeit bleibt unbezahlt, Eine thun und das Andere nicht lassen, das wäre unser Wunsch und Rath in diesem Falle." Wir haben diese Ausführungen vollinhaltlich wiedergegeben, um an ihrer Hand verschiedene, von den deutschen Arbeiterfreunden aufgetischte Einwände gegen den NormalaibeitSlag zu widerlegen. ES war namentlich Herr Buhl, der, gestützt auf eine Abhand- lung deS Herrn Gustav Cohn, weiland Prof.ssor der Ratio- nalötouomie am Poly echnikum in Zürich, die Schweiz aufma-- fchiren ließ als Bew is gegen den NormularbeitStag. Wir haben besagten Cohn in Nr. 43 unsere« BlattrS vom Jahrgang 1882 ins Gebet genommen, al« dieser Erz-Streber auf dem Kongreß der Kaihedersozialisten gegen den internatio- nalen NormalarbeiiStag losgegangen war. Leider haben wir seine später erschienene Abhandlung über dieses Thema nicht zur Hand, aber schöne Dinge müssen darin stehen. Zunächst erzählt Herr Buhl, daß der NormalarbeiiStag nach den Berichten der kompetenteste» Le ichterstatter in der Schweiz „hintennach, als eine sinkende Konjunktur eintrat, als die Preise zurückgingen, von den Arbeitern selber direkt ver- flucht worden ist." Selbst wenn dem so wäre, so wäre daS kein Beweis gegen den NomalaibeitStag, sondern höhlten« dafür, daß die Schweiz allein ihn nicht durchführen kann. Aber dem ist nicht so. AlS im Winter 1879-80 einige aargauische Fabiikanten unter Hin- weis auf die Erhöhungen de« deutschen Zolltarif» eine Bewegung zu inszeniren versuchlen auf Erhöhung des Normalarbeitstages um eine Stunde, da stußen sie auf den allgem inen Widerstand der Arbeiter, und die Agitation fiel in'S Wasser. Die Schweizer Arbeiter, H rr Buhl, stucken über ganz etwas Anderes als den NormalarbeitSiag. Sie fluchen über die nieder- tiächlige Schmutzkonkutrenz, die in Deutschland und Oesterreich an der Tagesordnung ist, über das System von Schutzzöllen und AuSbeuterfreiheit, welches sich Schutz der nationalen Arbeit nennt und die wohlthätige Folge hat, daß Tausende von deutschen und österreichischen Arbeiten in die Schwei; g hen, wo der von den— Arbeitern veifluchte NormalarbcitSiog besteht. Die kompetentesten Berichterstatter über die Wirkung deS Nor- malarbeiiStageS sind die Arbeiter selbst. Nun, unS ist es wieder- Holl Passnt, daß Arbeiter auS Sachsen und Schwaben, die in der Schw-iz arbeiten, wenn daS Gespräch auf ihre Lage kam, im Laufe der Unterhaltung bemerkien:„Ja, die Verhältnisse sind hier miserabel, aber wir arbeiten doch lieber hier als in Deutschland, hier haben wir wenigstens den elfst Indigen Ar- beitst ag." Klagen über denselben sind uns dagegen noch nie zu Ohren gekommen. Nun s igen die Buhl, die Lohren, die Ackermann, die Bismarck: Seht doch, wie oft der No malarbeitsta, in der Schweiz über, treten w'rd, wie oft die Regierungen Ueberzeit bewilligen, eigentlich besteht er kaum. Und in dieser Beziehung scheint ihnen Herr Cohn mit ganz besonderem Eifer„Material" verschafft zu haben. Aber auch daS ist Flunkerei. Zunächst wird wohlweislich verschwiegen, daß eS sich bei dieser Ucberzeiib willigung fast ausschließlich um die Erhöh ing von 11 auf 12 Slundm handelt. Wie. viele Aibeiter aber würden in Teutschland aufjubeln, wenn ihre Schinder erst bei den Be Hörden darum einkommen müßten, wollten sie die Erlaubntß haben, zeitweise 12 Stunden mbeiten lassen zu dürfen! Ferner würden die Behölden den Fabrikanten gegenüber weit weniger nachgiebig sein, wenn sie nicht das gute Beispiel von Deutschland täglich und stündlich vor Augen hätten I Außer- dem sind die Schweizer Aibeiter so erbitterte Feinde deS NormalarbeitSiag S, daß sie schon seit längerer Zeil damit umg.hen, den Lokalbehörden die Kompetenz zur Ueberzeitbewillig mg und diese unbezahlte Arbeit bildet den Mehrwerth, durch welchen der Besitzer der Arbeitsmittel, überhaupt die besitzenden Klassen, sich aus Kosten des arbeitenden Volkes bereichern. Aus der Thatsache, daß eine kleine Minderheit von Menschen das Monopol d e r A r b e i t s m i t t e l hat und mit dessen Hilfe die nicht im Besitz der Arbeitsmittel befindliche Majorität in das Joch des Lohnverhältnisses und damit in wirthschastli.che Abhän- g i g k e i t zu bringen und wirthschastlich auszubeuten ver- mag— auf dieser Thatsache beruht die ungerechte Vertheilung des Nationalreichthums— eine Bertheilung, die um so ungerechter ist, als der einem Jeden zufallende Theil im umgekehrten Verhältniß zur Arbeitsleistung steht. Die Arbeit— das ist kein sozialistischer Satz, das sagt die Nationalökonomie, seit es eine National- ökonomie gibt— die Arbeit ist die Quelle alles Reich- t h u m s. In Folge der ungerecht.» Vertheilung des Nationalreichthums haben die arbeitenden Klassen, die den Reichthum hervorbringen, kaum das zu des Lebens Nothdurft Ausreichende, während die nicht arbei- tenden Klassen, die Andere für sich arbeiten lassen, im Ueberfluß schwimmen. Zur Abhilfe des Nebels gibt es nur eilt Mittel: die Beseitigung der Ursache, das heißt die Abschaffung des Systems der Lohnarbeit und Ersetzung desselben durch die genossenschast- l i ch e A r b e i t, in der wir schon da« einzige Mittel zur Rettung der Handwerker und Bauern erkannt haben. Wird die nationale Arbeit in großen sozialistischen Assoziaticnen auf Rechnung der Gesammthert(des Staats! geleistet, so ist die Klasse der Unternehmer und Kapitalisten ü b«: f l ü s s i g, der nationale Reichthum kann gleichmäßig vertheilt werben, und die furchtbare Kluft zwischen Reich und A r m ist ausgefüllt. Wir sagten: „Produktion auf Rechnung deS Staats"— dies darf jedoch keine solche sein, daß der Staat die Privatunternehmer blos bei Seite schiebt, um selbst an ihre Stell S zu treten und die Arbeit auszubeuten, wie das beim TabakSmonopol beabsichtigt war, und beim staatlichen Berg- und Hütten- betrieb und bei den Staatseisenbahnen geschieht. Das ist fiskalischer Betrieb, der himmelweit verschieden ist vom sozialistischen Be- trieb im Interesse der Gesammtheit. Wir wollen die sozialistische Organisatiou der Arbeit durch de« Staat, der durch und durch demokratisch werden muß, so daß der Gegensatz zwischen Staat und Volk verschwindet. Kein Zweifel, die Durchführung der Assoziation ist ein schwieriges Werk; sie ist nicht möglich, ohne daß der Staat mit seiner ganzen ökonomischen und intellektuellen Macht sich aus die Lösung dieser Ausgabe wirst, allein der Preis ist der gi ößten Opfer werth. Dem Guten, wel- ches geschaffen wird, kommt an Größe nur gleich das Schlimme, dem vorgebeugt wird. Seit Jahren wandelt das rothe Gespenst durch Europa, ver- breitet Schrecken, lähmt die gesunde Entwicklung. Von Zeit zu Zeit eine furchtbare Katastrophe— blutige Klassenkämpfe wie in Lyon und zweimal in Paris,— unblutige Klassenkämpfe, fast ebenso verderblich, Ardeitseinstellungen, Arbeiteraussperrungen: das sind die ominösen Erscheinungen, in welchen sich die Krankhaftigkeit der Heu- tige» Gesellschajtsorganisation äußert. Wer mit aufmerksamem Blick dem bisherigen Gang der Dinge gefolgt ist, der muß auch zu der Ueber- zeugung gelangen, daß, weil der Klassengegensatz sich mehr und mehr au» den Händen zu nehmen und den Fabrikinspektore» zn übertragen, weil die Ersteren erfahrungsgemäß zu fch unter dem Einfluß der Fabrikanten stehen. Auf dem schwei- zerischen Arbeiterlag im September 1883 wurde einstimmig in diesem Sinne resolvirt, und just vor einigen Wochen hat dai AktionSkomite deS ArbeitertageS im Bunde mit dem ZentratkoariK de« GrüilivereinS wiederum Schritte in diesem Sinne gelha». Veifluchte Kerle daS, diese auf den Normalarbeilslag fluchende« Schweizer Arbeiter! Wie heißt eS oben in dem Artikel der „BaSier Nachrichten"?„Bei unS üben die Arbeite? selbst dit Kontrole." Und nun kommen wir zu einem Argument, daS in seinei GroieSkheit wahrhaft unerreicht ist. Den nationalen NormalarbeitStag kann man nicht einführe» mit Rücksicht auf die internationale Konkurrenz. Schön, so schafft internationale Vereinbarungen auf d esem Gedieh rufen die Anhänger des NormalarbeitStageS au». Und wie lautet darauf die Antwort? „Sie werden auch nun nimmermehr eine internationale Ver- einburung über einen No milarbeiistag zu Stande bringen. Die Schweiz hat den Versuch gemacht, er ist aber mißglückt, und man muß den Gedanken gänzlich aufgeben." So zu lesen auf S. 635 des amtlichen stenographischen Berichte«. E« ist ein Führer der Konservativen, der daS sagt, dtt Hofrath Ackermann. Also der Versuch ist„mißglückt". Sehr richtig. Aber war« u«.. ist er„mißflückt"? Weil, als im Frühjahr 1331 der schweize- rische BundeSralh durch seine d plomatijchen und Konsulats-! Agenten bei den verschiedenen Regierungen vertraulich eine Vor«! anfrage ergehen ließ, ob und inwieweit sie überhaupt" geneigt' seien„zu einem internationalen U.bereinkommen betreff nd die Arbeit in den Fabriken"— um je nach dem Ausfall der Ant>! Worten beurtheilen zu können, ob überhaupt weiter vorzugehe» sei— damals eben die meisten Regierungen, voran die be- reit« stark in„Sozialreform" machende preußisch- deutsche, keine andere Antwort hatten als ein kateaorische« Nein!*) j D a liegt der Hase im Pfeffer. Die Herren spielen auf ihr« Art Versteckens. Normalarbeitstag einführen? Geht nicht. Selbst die Schweiz kann ihn nicht in seiner ganzen Strenge durchsetzen.! Internationale Vereinbarungen zum Arbciterschutz anregen? Geht n cht. Selbst die Schweiz ist seinerzeit damit abgeblitzt. Dit Schweiz, die Schweiz und immer wieder die Schweiz! Sit muß den bequemen Vorwand abgeben für den Mangel an eigenem gutem Willen. Aber zum Glück sind andere Leute auch noch da, und diese werden nicht dulden, daß da« diplomatische Versteckspiel weiter, gelrieben wird. Kein Zweifel, eine internationale Fabrikgesetzgebung stößt bei dem heutigen Stand der Dinge auf gewiffe Sch oierigkeiten.! Aber wer verlangt denn eine bis ins kleinste Detail gehende Reglemenlirung? Eine Veren barung allgemeiner Grundsätze,— ein Maximalarbeitstag, Verbot der Kinderarbeit, Verbot gewisser geiundheitsichädlicher FabrikalionSartcn— und für die Dmch<: sührung weiden die Arbeiter schon Sorge tragen. Ein englisches Sprichwort sagt: wo ein Wille ist. da ist auch ein Weg. Aber unsere Herren Wettrenner wollen nicht. Die Hindernisse, an denen ihre Arbeitersreundtichkeit strauchelt, sind wecer von der„Natur", noch überhaupt von anderen Faktoren ausgestellt worden als von den liebenßwürdigen Parforcereiter» selbst. ES ist der nackte Klassen- und Kliquen-EgoiSmuSl *) Vergleiche„Bericht des eidgenössischen Handels- und Landwirth- schafts-Departements im Jahre 1881" S. 26/27. Mit Üachder kanzlet bereitui dm t Mang — in 1 Und hervoro Ein Em d-s K° dam h Pltigen tieni . Für denkbar waren Wersen »ath> lurückzr derer S Unter Kvionir Üler d «offen Peßen »inisrisl Mens dem B der die sobald Gerecht «eit eir Wandel «US! i «ortgen Der Fort dem A «rnstho dvlant -Schw Denn hübsch sogar Spa der er, «Ntgegr Zu Nedetei Damp die D- Glüa wird s verdei inzwrs, Frage »»Mine Es der h. Oppos Nreder- Die wenn Unier fojort vertag wieder Art di Mein» tag m Nach c An »offen Em tusstoi (18.- Die zuspitzt, auch dem entsprechend der Klassenkamps einen immer heftigeren Charakter annehmen muß, so daß— wenn nicht der Quell des Uedel« bei Zeiten verstopft wird— uns Katastrophen bevorstehen, verglichen mit denen die Junischlacht und der Verzweiflungskampf der Pariser Kommune nur Kinderspiel waren. Daß solchen Katastrophen vorgebeugt und dem Volke endlich einmal die Bahn friedlichen Fortschritts zu Wohl- stand, Bildung und Freiheit eröffnet werde, das ist auch ein Interesse der oberen Klassen, die dadurch der Gefahr eines allzerstörenden AuS- bruchs vulkanischer, durch Roth und empörtes Rechtsgesühl angefachte« Leidenschaften entgehen. Die Durchsührung des Prinzips der Assoziation sichert also nicht nur eine gerechte Vertheilung der Güter, sie sichert auch die Gesellschaft vor sozialen Katastrophen. Wir haben gezeigt, daß die Behauptung, ein gleichmäßiger und allge- meiner Wohlstand sei nach göttlichen und Naturgesetzer. unmöglich, vor der Kritik nicht Stich hält, und bloß der Ausfluß beschränkter Selbstsucht ist, die sich hinter Gott und„ewige Naturgesetze" versteckt. Aus der vorstehenden Darlegung erhellt auch, daß der Vorwurf, wi« Sozialdemokraten wollten einem Theil des Voiles aus Kosten des an- deren eine bevorzugte Stellung geben, durchaus unbegründet ist. Treu unserem Wahl-pruch: Gleiches Recht für Alle! fordern wir für Keinen ein Recht, das wir nicht auch jedem Anderen zu« erkennen, und geht unser ganze« Bestreben darauf hinaus, die j e tz t bestehende und dem Gemeinwesen zum größten Nachtheil gereichende' Ungleichheit durch zweckmäßige Staats- und Gesellschastsernrich- tungen zu beseitigen. Wer uns andere Bestrebungen unterschiebt, verleumdet uns. Die Beseitigung der sozialen Schäden aus dem Wege der Gesetzgebung nennt sich S o z i a l r e s o r m. Es gibt kerne Partei mehr, welche die Nothwendigleit der Sozialresorm leugnete, keine, die sie nicht in ihrem Programm hätte. Und da auch die Reichsregierung die Sozialresorm sür ihre vornehmste Ausgabe erklärt hat, so sollte man meinen, es herrsche in Bezug auf diesen Punkt die vollständigste Einmüthi. keit. Dem ist aber nicht so. Jeder versteht unter Sezialreform etwas An- deres, und alle konservativen und liberalen Parteien, welche sie im Munde führen, haben nur ihre Partei- und Sonder-Jateressen im Auge. Die Sozialresorm ist zum Modewerkzeug der Soztaldemagogte geworden. Sozialdemagogie ist es, wenn großgrundbesitzende Junker nebst der übrigen konservativen Gesellschaft, narydem sie das Volk Jahr» hunderte lang in Lerbeigenschaft gehalten, aus der es gegen ihren Willen erlöst werden mußte, und von der es noch heute nicht völlig erlöst ist, sich als die wahren, sozusagen geboren.»„Anwälte des armen Mannes� ausspielen, der ihnen sür ein elendes Linsengericht dazu verHelsen so», daß sie ihre alte, herrschende Stellung im Staat wieder einnehmen S oz i a l d e m a g o g i e ist es, wenn liberale(uno fortjchriltlichch Großproduzenten(Fabritanten u. s. w.), welche von der Ausbeutung de« „lteinen Mannes" leben und ohne diese Ausbeutung nicht bestehen könn» ten, von plötzlicher Zärllichkert für den„armen Mann" erfaßt werden, und ihm das Himmelreich aus Erden versprechen. Jnoein wir jede dieser verschiedenen Parreien der Kritik der anderen üb.rlassen, wenden wir uns der Reichsregierung zu. Sie hat feierlich die Sozialreform versprochen. (Fortsetzung folgt.) «rbeit «ndttrh Arbeit An klerika »inzigt L o y r R e tz «rbert teyter- »isje, Aul Bemei Di« hielter dab.i Die j S ch u bereot schen Nrchl Bei Zeitui lieber! »der- »or g heimei etwas im G Dre i Schwr brefen Bei wie g höchst jung, Set! 14 Tr sagten Ra hier ö Abgeo Nitz b Wer! pouze «ine Adgeo und Ii lation- ")' unser, winde »um( Hühl» Hertel 1 rn lch od' >i, bat an an. ort d« die na X» lÖN) liet: i»t« »er- Vit and Le- da ua ize- IIS- ior-� eigt bil ln> he« be-� Ich-! he» !htt! lbst »e».- m Die sitl Zel iese ter� ten.! nve sser ich- ifr icht. »tii ire# lern nsl trtM :ren Kell che» -'s« eufl» !ohl< reff« iuS- cht«» nur vor Ige- vor t er! -eckt. wir an- Creu für zu- etz» :nde rich- i. UrtJ dl« rem or« el keit. An- i» uge. gte nker ahr- -Uen iel" so». ich-) bei inn» den, Ete* hat Aus dem Reichstag. Berlin, 13. Januar. Mit der R e i ch s t a g S o p p o s i t i o n hat es nicht lange vorgehalten. Nachdem noch am Freitag— S. Januar— die Majorität dem Reichs- Kanzler in Sachen der Afrika-Erforfchung fund Annexionsvor- Bereitung) eine kräftige Ohrfeige applizirt hatte, kapitulirte sie am folgen- den Tage f Sonnabend, 10. Januar) auf Gnade und Ungnade, und sprang— zwar nicht in den Pott des Heine'fchen Gedichts, aber doch — in die Dampfbarkaffe des Gouverneurs von Kamerun. Und was hat diesen plötzlichen Gesinnung!- und Situationswechsel hervorgebracht? Ein paar Hektoliter Blut, die in Kamerun vergoffen worden sind. Ein Ereigniß, welches die fchlimmsten Prophezeiungen der Gegner >eä Kolomalschwindels bestätigte und deffen Gefährlichkeit und Barbarei handgreiflich an den Tag legte, hat. statt zur schärfsten und end- tfltigen Berurtheilung dieses schmachvollen Schwindels, zu besten Sank- b' o n i r u n g durch den Neichstag geführt. Für Menschen mit gesundem Menschenverstand wäre das einfach un- denkbar gewesen— denn daß die Gegner der Kolonialpolitik Heuchler «aren und nur eine Maske trugen, die sie bei erster Gelegenheit ab- werfen wollten, das nehmen wir nicht an. Das Wunder ist blos pathologisch zu erklären und auf jenen Krankheitszustand iurückzuführen, der trotz feiner französischen Benennung mit ganz befon- derer Heftigkeit in Deutschland grastirt und Chauvinismus heißt. ttntet den paar Heltolitern Blut, die in Kamerun auf dem Altar der siolonialpolitik vergoffen wurden, befanden sich nämlich auch ein paar Slüer deutschen Blutes; und wenn deutsches Blut im Ausland ver- kosten ist— im I n 1 a n d darf jede Schildwache deutsches Blut ver- k'eßen und den c-vis gerrnanus*) zufammenknallen, ohne daß ein chau- wniftifcher Hahn darnach kräht— dann sagt wohl der gesunde Menschenverstand, daß man Diejenigen bestrafen muß, welche an dem Blutvergieß-n Schuld find— also in diesem Fall Bismarck, «er die Sache eingefädelt hat—. allein der Chauvinismus sagt: sobald deutsches Blut gefiosten ist, hört jeder Zweifel in Bezug auf die Eerechtigkett oder Ungerechtigkeit, die Zweckmäßrgkeit oder Unzweckmäßig- ikit einer Sache auf— das flagranteste Unrecht wird in Recht ver- wandelt, die schuftigste Räuberei wird zum„heiligen Krieg" oder Kreuz- «ug-, und um das deutsche Blut zu„sühnen", muh fortgeraubt und sortgemordet werden. Der Chauvinismus erwies sich in diesem Falle so mächtig, daß die vvrtschrittspartei jeden Versuch einer Opposition aufgab und bem Abgeordneten Bamberg er, der sich gegen die Kolonialpolitik zu ernsthast engagirt hat, als daß er, ohne allzugroße Blamage, kirchheim- boiandiren tonnte, das Reden verbot, was dem tapferen «Schwartenhais" übrigens gar nicht so unangenehm gewesen fein dürfte. Denn er liebt ja die R ü ck z ü g e— und hier war ihm ja der Rücken hübsch gedeckt, und die noch größere Feigheit feiner Kollegen gab ihm sogar den Schein eines gewissen melancholischen Heroismus. Spaßhafterweise war Herr W i n d t h o r st,„die Perle von Meppen", «er einzige Oppositionsführer, welcher der chauvinistischen Austaffung entgegentrat; indeß auch e r streckte bald das Gewehr. Zu bedauern ist nur, daß die sozialdemokratischen Abgeord- lebeten, in Folge der Meinungsdifferenzen, welche bei Behandlung der Dampsersubventionsvorlage sich geltend machten, nicht dazu kamen, in die Debatte einzugreifen. Es war eine vortreffliche Gelegenheit. Zum Elück ist sie nicht unwiderbringlich verloren. An den M a r i n e- E t a t wird sich eine eingehende Kolonialdebatte knüpfen; auch andere Anlässe werden sich noch bieten, und es ist mit Bestimmtheit zu erwarten, daß inzwischen unsere Genossen in der Kolonial- und Dampsersubventions- Frage zu einer einheitlichen Auffassung und einheitlichem Vorgehen ge- «ommen sein werden. Es hat sich wieder einmal glänzend gezeigt, daß die auf dem Boden per heutigen Gesellschaft stehenden Parteien einer prinzipiellen Vpposilion unfähig sind und nur von selbstsüchtigen oder anderen "iederen Motiven geleitet werden.— Die Etatsberathungen schleichen langsam im Schneckengange dahin: wenn es so fortgeht, oder nicht fortgeht, wird der Etat vor Diärz Unier Dach und Fach gebracht werden können. Es besteht die Absicht, sofort nach Erledigung des Etats den Reichstag auf einige Monate zu vertagen, oamit der preußische Landt a g, der seit dem 13. Januar wieder fitzt, eine Zeit lang allein tagen und sein Pensum ohne Kollision wit dem Reichstag erledigen kann. Die das wünschen, find freilich der Meinung, schon spätestens Mitte des nächsten Monats werde der Reichs- tag mit dem Etat fertig sein, eine Berechnung, die sich aller Vermuthung Nach als falsch erweisen wird. An den Etatsberathungen haben zu verschiedenen Malen unsere Ge- noffen sich betheiligt, namentlich Stolle, Vollmar und Heine. Ein kiäftigeres Eingreifen unsererseits machte sich nöthig bei Dis- tufsion des Hertling'fchen Antrags am letzten Schwerinstage <13. Januar). Dieser Antrag fordert: 1) die Abschaffung der Sonn- und Feiertags- «rbeit, 2) die Einschränkung der Kinder- und Frauenarbeit, und endlich 3) einen„Maximalarbeitstag erwachsener männlicher Arbeiter." An diesen Antrag reihen sich verschiedene andere, von konservativer, klerikaler und nationalliberaler Seite gestellte Anträge, die fämmtlich den einzigen Zweck haben, Arbeiterfreundlichkeit zur Schau zu stellen. Herr Hoyren will Abschaffung ver Nachtarbeit weidlicher Personen, Kleist- R e tz o w und Korpatschek Beschränkung der Kinder- und Frauen- «rbeit; Buhl und Stöcker: ersterer statistische Erhebungen, le�terer Gutachten von Fabrikinspektoren über die Fabrikoerhält- nifse, Arbeitszeit k. Auf die Debatte werden wir zurückkommen. Für heute nur wenige Bemerkungen. Tie reaktionären Herren Antragsteller, soweit sie zum Worte kamen, hielten ein förinliches Kirchthurmwettrennen der„Pyilanthröpfelei". Und pab-i faß ihnen allen die Angst vor der Soziald.mokratie im Nacken. Die ganze Debatte, an der sich als Vertreter der Sozialdemokratie Schuhmacher und Auer betheiligten, bildete einen zwar nicht immer bereot-n, aber doch sehr wirkungsreichen Kommentar zu dem Bismarck- schen Wort, daß ohne die Sozialdemokraten die Sozialreform Nicht auf die Tagesordnung gekommen wäre. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß die Nachricht verschiedener Zeitungen, der skandalöse Spitzelunfug in Berlin, speziell die Uederwachung der sozialdemokratischen Abgeordneten, habe nachgelassen »der gar aufgehört, nicht auf Wahrheit beruht. Es wird nach wie «or gespitzelt, nur mit etwas weniger Plumpheit als vorher. Die„Ge- Heimen", wache früher zu öffentlich waren, haben Auftrag erhalten, etwas„geheimer" zu bleiben— das ist Alles. Die Zahl der Spitzel hat im Gegentheil zugenommen, und sie wird noch täglich vermehrt. Die Hinrichtung des Rumpf wird zur Neuanstellung eures ganzen Schwarmes von„Geheimen" führen— das herrschende System kann diesen Spitzelunfug nicht entbehren. Beiläufig hat Herr von Madai, der körperlich ebenso reduzirt ist wie geistig, und im Verkehr mit Individuen des anderen Geschlechtes höchst eigenthümlichen Angewohnheiten huldigt, seine junge Frau srelatio jung, verglichen mit dem alten Sünder von Gemahl) zu einem Selbstmordversuch gedrängt, welcher die Skandalchronik seit 14 Tagen beichösiigt und in den angedeuteten Gewohnheit-n des be- jagten Gefellschastsretters und Moralbefchützers seine Erklärung findet. Nachschrift. Seit der R u m p f- A f s a i r« ist die S p i tz e 1 e i hier ärger als je vorher. Vor den Wohnungen der sozialdemokratischen Abgeordneten sind Kerle postirt, deren Galgenphysiognoinien das Geheim- Nitz dieser Nichtgeheimen„Geheimen" auf hundert Schritte verrathen. Wer mit den sozialdemokratischen Abgeordneten verkehrt, ist in Gefahr, polizeilich„sistirt" und bis auf's Hemde visitirt zu werden, wie dies in einem Falle bereit« geschehen ist. Und die für die sozialdemokratischen Abgeordneten beftui mten Briese und Pakete kommen jetzt meist verspätet und mituiiter in einem Zustande an, welcher auf stieberische Manipu- kationen schließen läßt. Sobald einige Fälle genügend konstatirt find, ♦) Deutscher Bürger; hier ironisch zu verstehen. Wenn man nämlich unsere Nationalservilen hört, so hat das„ciyis gerrnanus sum" heut Uiindestens dieselbe Bedeutung als sein.rzeit das siolze c.vis rom nus »um(Ich bin ein Bürger Roms!)— was beiläufig ein sehr zweifelhafter Kuhm ist, denn jeder Schuljunge weiß, was für ein Räuiergesindel diese Herren Römer waren. Anin. der Red. werden die sozialdemokratischen Abgeordneten wahrscheinlich im Reichs- tage eine Interpellation an die Reichsregierung richten. Offenbar glaubt Herr Madai, den die Angst vollends verrückt gemacht zu haben scheint, die sozialdemokratischen Abgeordneten hätten den Lumpazius Rumpf erstechen laffen. Nun— Leute, die er mit Polizeigeldern großgezogen hat, könnten ihm vielleicht aus die richtige Fährte Helsen. Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 221. Januar 188S. — Zum AttentatRumps, welches wir bereits in voriger Nummer mitgetheilt, wird uns aus Berlin unterm 1 5. Januar geschrieben: Das Telegramm, welches die Ermordung des berüchtigten Polizeirathes Rumpf m Frankfurt meldet, bat in den hiesigen ofiizrellen Kreisen und auch im Reichstag ein ungeheures Aussehen erregt. Dieses Ereigmß gibt der Polizei k o m ö d i e, welche sich im Prozeß Reinsdorf enthüllt hat, einen tragischen Hintergrund und Abschluß, weicher den Herren von der Polizei äußerst fatal ist. Denn daß dieses Ereigniß auf politische Motive zurückzuführen ist und daß bei der Pol>ze>kon>öoie, die in dem Prozeß Reinsdorf gipfelte, der Polizeirath Rumpf hmter den Koulissen eine sehr hervorragende Rolle gespielt, kann nicht dem mindesten Zweifel unterliegen und wird keinem Zweisei unterzogen. Als die Nachricht von dem Niederwald-Altentat bekannt wurde, beobachtete die deutsche Polizei und was drum und dran hängt, eine wahrhaft philosophische Gemütysruhe, die von der jetzigen Ausreg- ung seltsam absticht. Uno doch handelte es sich damals um das Heden des beutichen Kaisers und einiger Dntzend Fürsten und sonstiger Hoch- Würdenträger- während es sich jetzt blos um das Leben eines simplen Poilzeaalhes handelt, der von seinen eigenen Patronen und Spießgesellen Alles nur nicht geachtet wurde. Woyer dieser Kontrast? Die Aniwoit lautet— und sie ward früher schon einmal unter ähn- liehen Verhälinissen gegeben: Das eine war ein falsches, das andere ist ein wahres Attentat. Es gibt eben zweierlei Attentate: die nachgemachten und die echten. Das Niedeiwald-Alteutat war ein nachgemachtes, em Polizei- Alternat; und an Polizeirath Ruiitpf ist ein echtes Attentat verübt worden. Der Gönner, Macher und Brodgeber des„Zeugen H o r s ch", der Heckevater der agi-nrs provocatours, der mit dem anarchistischen Feuer gespielt und anarchistisches Wasser aus die Mühle der Bismarck schen Reaktion geleitet, ist von dem anarchistischen Feuer verbrannt, von dem anarchistischen Wasser weggeschwemint worden. Das ist Logik der Thatsachen, Nemesis, oder wie sonst man es nennen mag. Was seinerzeit von dem Mörder des irischen Polizeischusts C a r e y gesagt ward, das gilt auch von dem Mörder des Franksurter Polizei- raths Rumps: man mag über die That an sich urtheilen, wie man will, sie vom moralische» uno po itischen Standpuntt noch sosehr verurihetien, ein menschliches Interesse kann auch der strengste Beurthester der That dem Thäter nicht ver sagen, und der strengste Beurtyeiler, ge- höre er an, welcher Partei er wolle, wird sich innerlich sagen müssen: Hier liegt kern gemeiner Mord vor, sondern ein Alt wilder Gerechtigkeit; und der Mensch, gegen welchen er sich richtete, war em moralisch Verworfener, war em Verbrecher, der, wenn überhaupt Strafe verdient sein kann, die schwer st e Strafe verdient hat. Was die Sozialdemokratie betrifft, so kommt sie bei der Sache überhaupt nicht in Frage; sie ist für den Mörder so wenig veranlibortlich wie für den Gönner, Macher und Brodgever des„Zeugen H o r s ch"; wer für den Rumps veranlwortlich ist, der ist auch für den Ruu.pstödter verantwortlich. Herr Puttkamer mag sich d-s hinter die Ohren schreiben. — Natürlich wird die Fruktif izirung des Attentats mit größtem Elser betrieben. Mit derselben„affenartigen Geschwindigkeit", weiche den biedere» Otto bestimmle, gleich aus die Nachricht der Hödel'- schen Sackpufferer hin bruhheitz nach Berim zu telegraphiren:„Aus- nahmegesetz gegen die Sozialdemokraten!" soll jetzt der„kleine" Belagerungszustand über Frankfurt und Umgegend verhängt werden. Um die„Umgegend" handelt es sich. Was ist„Umgegend"? Der Begriff ist sehr dehnbar— so dehn bar wie das Puitkainer'sche„sofort"— und ließe sich mit einiger Mühe bis Mannheim") und andern ähnlich entsermen Gegenden ausdehnen. Darin liegt die Schwierigkeit nicht. Die Schwierigkeit liegt wo anders. Nämlich darin, daß die ausgedehnte„Umgegend" nicht ganz unter der preupischen Pickelhaube steht. An Mannheim speziell den- ke» wir hierbei freilich nicht, dam die b a d i s ch e Regierung ist, wie mäningtich bekannt, seit das unglückliche Baden im Jahre 1849 der preutzifche» Standrechtelei verfiel, em willenloses Werkzeug der preußi- schen Politik. Aber die n i ch t p r e u ß i s ch e„Umgegend", die man mit dem„Kleinen" beglücken möchte, ist leider nur zum kleinsten Thei! b a o, s ch. Der größere, wert größere Theil gehört zum G r o ß h e r- zogthum Hessen: man deute nur Ossenbach, Mainz, Darm- stavt! Wie herrlich, wie schön, wenn über all' diese Städte nebst „Umgegend" der Belagerungszustand verhängt würde! Der Erfüllung die. es preußisch bismarck'schen Polizei-Ideals stellt sich nur ein Hinder- niß»i den Weg: die hessische Regierung, die sich bisher nicht dazu hergeben wollte, die Rolle des preußischen Polizeibülteis zu spielen. Auch zetzt sträubt sich die hessische Regierung. Sie will nicht einsehen, dap sur eme noihwendige Folge der Bismarck'schen Polizei- Politik die Hälfte der hessischen Staatsbürger bestraft werden soll. Od die hessische Regierung bei ihrem Widerstande verharren wird, bezwetseln wir allerdings. Die preußische Regierung hat seinerzeit den Widerstand des Hamburger Senats und der sächsischen Regie rung gebrochen; die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß sie auch den der h e s f i s ch e n Regierung brechen wird. Vorläufig steht die That- sa e fest, daß die preußische Regierung den Belagerungszustand über Frankfurt und Umgegend zu verhängen beabsichtigt und ohne Her- eiiizieyung der Umgegend aus den Belagerungszustand für Frankfurt kernen Werth legt. Sonst wäre im Moment, wo wir dieses schreiben, der Belagerungszustand bereits verkündet. Daß die Polizei ms Biaue hmein Verhaftungen vornimmt, ist selbst- verständlich, denn wer ist heutzutage nicht verdächtig? — In der Debatte über den Hertling'fchen Antrag wurde ver Standpunkt der Sozialdemokratie von degi Genossen S ch u- machet und Auer vertreten. Schuiuacher, der schon am ersten Tag der dreitägigen Debatte zum Worte tam, ist ein Rheinländer, mit den rheinischen Arbeits- und Parteiverhältrnssen auf's Genaueste vertraut, und eignete sich deshalb ganz besonders dazu, der theoretischen Arbeiter- sreuntlichlett des Zentrums, das im Rheinland ja seine Wiege hat, den Spiegel der Praxis vorzuhatten. Es gelang ihm dies auch sehr gut, wie er denn überhaupt entschieden einen sehr günstigen Eindruck machte. Daß Auer, der am dritten Tage sprach und aUe Parteien zu kritisiren hatte, sich seiner Ausgabe mit Geschick und Erfolg entledigte, brauchen wir unseren Lesern nicht zu sagen. Dre BelagerungszustanvSdedatte wird wohl erst in 1 4 Tagen stattfinden; als Fraktionsredner werden Singer und Frohme austrestn, und Liedknecht als dritter Redner, falls die Debatte sich ausdehnen sollte. In den vor der Vertagung noch zu erwartenden Debatten wird Hasenclever über Kolonialpolitik, Bebel über Getreidezölle, und bei der dritten Lesung des Etats Liebknecht in der Generaldebatte ") Der Schuß, den der mysteriöse Handwerksbursche am 19. Januar in Hock>nheim bei Mannheim auf den Gensdarmen abgab, der ihn verhaften wollte, gäbe ja einen prächtigen Vorwand. So wurde sich auch die Eile irtiären, mit der das Wols'sche Telegraphenbüreau das detreffende Ereigniß der Weit kundgab. Ahm. des Setzers. und Volkmar zu dem Posten des famosen„zweiten Direktors" sprechen. — Die sozialdemokratische Fraktion hat in Bezug aus die Kolonialfrage den einstimmigen Beschluß gefaßt,„der von Fürst Bismarck inaugurirten Kolonialpolitik prinzipiell entgegenzutrete n." Mit Mehrheit wurde ein Amendement ange- nommen, dahin gehend: die löst.ggg Mark, welche für die Wissenschaft- liche Erforschung Asrika's gefordert werden, zu bewilligen, weil, trotzdem Fürst Bismarck diese„wissenschaftliche Erforschung" mit seiner Koloninlpolitik in Zusammenhang gebracht hat, für die Wissenschast doch Bortheile zu erwarten seien. — Ein empörender Fall von Soldatenschinderei, schreibt man uns aus Dresden, ist von hier zu melden. Die Rekruten der dritten Kompagnie des Leibgrenadierregiments Nr. 100 hatten Turnen. Der Rekrut Zachmann aus Seiersbors bei Zittau soll die betreffende Uebung nicht zur Zufriedenheit ausgeführt haben, d. h. er konnte es eben nicht anders; vielleicht hatte er nie zuvor einen Turnapparat gesehen, vielleicht hinderten ihn seine wenig schmiegsamen Glieder.— Genug, der Vizeseldwebel Vogel und der Unterossizier Dem ml er packen den Zachmann und ziehen und stoßen ihn mit Aus- Wendung aller Kraft durch die Sprossen der schrägstehenden Leiter! Da- bei hat der Unglückliche so schwere Verletzungen erlitten, daß e r— fünf Tage nach der Uebung!— am 14. Dezember im Lazareth starb. Der„Fall" soll den höheren Vorgesetzten„sehr unangenehm" gewesen sein, und man hat, nach den Versicherungen unserer Gewährsmänner in den Kasernen, alles Mögliche aufgeboten, die Geschichte zu vertuschen. Das ist bis jetzt leider auch gelungen! Im Publikum weiß man noch nichts davon. Der Vater des Zachmann hat offiziell die Mittheilung erhalten, daß sein Sohn„an einer Lungenentzündung" plötzlich gestorben sei! Der erschreckte Vater kommt nach Dresden, um sich von dem ihm Unglaublichen zu überzeugen.„Ja, er ist todt", heißt es,„Lungenentzün- dung." Dabei bleibt es. Keiner der Kameraden wagt es, dem Vater die Sachlage darzustellen. Und was nutzte es auch? Das ärztliche Zeugniß konstatirt Lungenentzündung, und wehe Dem, der etwas Anderes be- haupten wollte! Dieses Zeugniß deckt die Mörder des Zachmann so sicher vor jeder Verfolgung, wie die Erde das unglücklich« Opfer militärischer Grausamkeit deckt! — In der preußischen Armee ist der Gehorsam un» beschränkt, verkündete kurz angebunden der Kriegsminister B r o n- sa r t von Schellendors in der Reichstagssitzung vom 17. Januar. Damit sagt er uns natürlich nichts Neues, aber gut ist es doch, wenn der wahre Charakter des modernen Militarismus so unverhüllt ans kompetentem Munde proklamirt wird. Das übt einen heilsamen Einfluß auf gewisse, zu Konzessionen und Komp>omissen geeignete Gemüther. Darum halten wir es auch für zweckmäßig, die Worte EugenRich- t e r s hier folgen zu lassen, auf welche der obige Ausspruch als Ant- wort erfolgte. Der recht herabgestimmte Führer des deutschen Freisinns halte nämlich gesagt: „Ich warne vor der Annahme, als ob es in der Arme einen abso- luten Gehorsam gebe; dieser gftt nur in militärischen Dingen; darüber hinaus hört der Gehorsam aus. Von absolutem sklavischem Gehorsam könnte man etwa in Bezug aus die russische Armee sprech.n." Dieser Vordersatz giot dem Ausspruch des Herrn von Schellendorf erst seine rechte Bedeutnng.„In der preußischen Armee herrscht der absolute sklavische Gehorsam!" Das heißt er soll herrschen und herrscht auch, so weit die Macht der Herren reicht. Zum Glück ist dafür gesorgt, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen! Wie sangen doch die deutschen Soldaten im 1870er Feldzug? Eine Kugel kam geflogen, Gilt sie mir oder gilt sie dir? Herr Bronsart von Schellendors hat den Feldzug mitgemacht, er wird auch wohl wissen, was dieser Vers zu bedeuten hatte! — Die Berliner Geheimpolizei hat ihre schon weltbekannte Frechheit und Unverschämtheit durch eine neue That in Erinnerung ge- bracht. Während der Reichstag in den Ferien war, drang ein Geheim- Polizist zweimal in die Woynung Bebels und schnüffelte dort nach irgend wachem„staatsgesährlicheni" Material. Das erste Mal unmittelbar vor den Feiertagen drang der Kerl ein, indem er das ihm die Borsaalthüre öffnende Dienstmädch-n bei Seile schob, direkt in Bebels Zimmer trat und dort sich in allen Ecken und Winkeln umsah; das zweite Mal kurz nach Neujahr, wo ihm die Wirthin selbst öffnete. Auch diese schob er bei Seite, trat trotz ihrer energischen Protestalion wieder in Bebels Zimmer, musterte die Akten und Bücher, hob dieselben aus, ob etwas zwischen denselben verborgen liege, und hatte auf die Drohung der Wirthin: sie weroe um Hülse rufen, wenn er das Geringste wegnehme, nur die freche Antwort: er wisse, was er thue, und er werde weg- nehme», wenn er finde, was er suche. Nachdem er das Gesuchte nicht gefunden, auch noch den im Zimmer aufbewahrten Hanokoss.r Bebels in die Höhe gehoben und zu össnen versucht hatte, verließ er mit kurzem Gruß eilig das Logis. Die Ausregung, in welche die Wirthin durch dies brutale Verfahren gebracht worden war, verhinderte diese, sich den Menschen genauer anzusehen, so daß sie nicht im Stande ist, eine genaue Personalbeschreibung zu geben, die zur Feststellung der Persönlichkeit des frechen Burschen führen könnte. — Umstürzler wider Willen. Unsere Regierung, schreibt man uns aus Sachsen, arbeitet, entsprechend ihrer Vergangenheit, fleißig für die Ausbreitung der Sozialdemokratie, oder, um im Style des Sozialistengesetze« zu sprechen,„sie wirkt für die Förderung sozial- demokratischer, sozialistischer, kommunistischer, aus den Umsturz der be- stehenden Staats- und Gesellschaftsordnung gerichteter Bestrebungen." Hat da im vorigen Landtag unsere sogenannte Volksvei tretung be- schloffen, daß künftig in Landgemeinden von über 4000 Einwohner für die Wayl des Geineinderaths statt der Wahlrechtsoestimmangen der Land» gemeindeordnung diejenigen der revidirten Städteordnung eingesüyrt werden könnten, und die Regierung beeilte sich, diesem zuzustimmen. Was dieses bedeutet, sei hier kurz ausgeführt. Nach der Lan0.>enielnde- Ordnung hat jeder über 21 Jahre alte selbststänoige Ortseinwohner, wenn er im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte ic. ist, Stimmrecht; nach der Städteordnung aber muß er über 2ö Jahre alt fem und imiibestens drei Mark direkte Staatssteuer zahlen. Der einfache Vergleich lehrt, daß das Wahlrecht für die Landgemeinden viel freisinniger ist, als für die Städte. Eine merkwürdige Einrichtung, da ma» wohl ohne Uedertreumng sagen kann, daß die Slädlebevöikerung durchschnittlich intelligenter ist als die Landbevölkerung. Freilich ist Mit dieser höheren Intelligenz der Nachtheil verknüpft, daß diese sich politisch geltend macht und zwar öfter in einem Sinne, der den oberen Klassen nicht vehagt. Zwar hat man dem einen Riegel vorgeschoben, invem destimmt wurde, daß in den Städten mindestens die Hälfte, aus dem Lande dreiviertel der Ge- meindevertreter Ansässige(Grundbesitzer) sein müssen, aber das ge- nügte nicht, die gefürchtele Opposition überall fern zu halten. Rament- lich waren es die durch unser modernes Jnoustriesystem in den letzten Jahrzehnten sich rissig enlioickanden Landgemeinden mit zahlreichem Jndustrie-Proletariat, durch welche die sozialdemokratische Oppo>itlon in die sonst so friedlichen Gemeinderathsstuden drang. So be|chioß unser Landtag natürlich, trotz aller Opposition der sozialdemokratischen Abgeordneten, wenigstens die Landgemeinden von über 4000 Einwohnern möglichst vor diesem Uebel zu schützen. Eine ganze Anzahl solcher Land- gemeinden haben das Mlnisterium ersucht, von diesem Beschluß Geb, auch machen zu dürfen, und sind stets und bereitwilligst m diesem Sinne de- schieden worden, wie immer die Majorität der bisher ivaylberecht.gt gewesenen Ortsemwohner dagegen protestirte. Das geschah erst türzlich wieder in Pieschen bei Dresden. Zu ver 47,000 Mk. betragenden Steuerlast der Gemeinde in den letzten Jahren zahlen die llnansässigen 27,000 Mk., die Ansäst igen nur 20,001) Mk. Letztere haben aoer 12 Ver- treter im Gememd-rath,' wo die große Mehrheit der Einwohner, weil unansässig, nur 4 desitzt, sicher eine schreiende Ungerechtigkeit. Durch die Aenderung des Wahlrechts sind mit einan Feoerzug 500 Mann ihres Wahlrechts verlustig, die übrigen, unge,ähr 1000, müssen sich da»„Bürgerrecht" erst erkaufen, und da dies Laufereien und Ko gen macht, und die meisten Arbeiter lehr arme Teufel sind, so weiden auch von diesen viele ausgeschlossen bleiben. ES liegt auf der Hand, daß solch' reaktionäre Gewaltakte, wodurch frühere Rechte genommen werden, weit mehr böses Blut machen, als die Weig rung, reaktionäre Einnch- tungen im fortschrittlichen Geiste um,»gestallen', und die weitere Wirkung ist, daß die Sozialdemokratie gestärkt rind nicht ge- schwächt wird. Vorläufig sammelt sich das Gift in Gestalt tiefer Unzufriedenheit unter der Oberfläche, bis der nöthige Hochdruck erzeugt ist und der Kessel platzt. Möge diese Explosion recht bald kommen. — Noch einige Antworten ausdenAdressenschwindel der Bismärcker, In Meerane fand am 3, Januar eine von unseren Genossen einberufene Volksversammlung zur Besprechung der 20 000 Mar? Ass"re statt, Tielelbe war glänzend besucht, Schulter an Schulter standen die Arbeiter, und der Versuch der Bismärcker, die Ver- sammi na bei der Bureauwabl zu sprengen, fiel kläglich in'S Wasser. Genosse Ebcrlein wurde zum Versitzenden, Genosie Steinert zum Stellvertreter gewählt, Genosie Stolle referirte und trat energisch für den Reichstagsbeschluß ein, unter slürmilch''m Beifall der Versammlung, Der Stadtrath Neinhold versuchte mit großem Pathos für die Bismärckerei einzutreten, wurde aber von den Genosien Stolle, Müller und Cuno glänzend abg> führt. Zum Schluß nahmen, wie die„Frankfurter Ztg." schreibt, die Versammelten, die nicht nur im Saale unten bis draußen aus den Treppen dichtgedrängt saßen und standen, als auch rings auf den oberen Gallerten mit allen gegen etwa ein halbes Dutzend Stimmen folgende Resolution an: „Die heute, am 3. Januar, in Meerane, Kaiserhof. tagende, von mindestens 1500 Personen besuchte öffentliche Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen ihres Referenten. Herrn Stolle, einverstanden, und in Folge desien auch mit der Abstimmung unseres Reichstags-Abge- ordneten Herrn Auer in Angelegenheit der bekannten 20,000 Mark-For- derung. Sie beaustragt daher, diese Zustimmung Herrn Auer in der Form einer Adresse zu übermitteln und für genügende Gelegenheit zur Unterzeichnung der Letzteren Sorge zu tragen," Auch in Berlin hat trotz des neuerdings dort wehenden scharfen Windes eine grobe Arbeiterversammlung in Sachen der abgelehnten 20,000 Mark stattgefunden. Sämmtliche Redner sprachen in energischer Weise gegen den Adresienschwindel, und folgende Resolu- tion wurde e i n st i m m i g angenommen: „Die heute tagende Volksversammlung erklärt sich gegen die von Seiten der Konservativen in's Leben gerufene Adresien Demonstration und spricht ihre Zustimmung zu der Stellung der Majorität des Reichs- tage» über die Abstimmung vom 15 Dezember vorigen Jahres aus." In der — Spottet ihrer selbst, und weiß nicht wie. Berliner„Volkszeitung" vom 8. Januar lesen wir: „Ueber die Fesilichkeilen. welche in der bevorstehenden Karnevals- Saison am kiesigen Hofe statifivden werden, wird Folgendes offi- ziell mitgetheilt: Nach dem Kapitel des Ordens vom Schwarzen Adler am 17. d. M, und der am nächsten Tage sich direkt anschließenden Feier des Krön ungs- undOr« densfestes folgt am 22. Januar zunächst bei den kaiserlichen Majestäten Kour und Konzert in den Festräumen des hiesigen Schlosses"... Wir hoffen auf keinen Widerspruch seitens unserer Leser zu stoßen, wenn wir die Ansicht aussprechen, daß eine passendere Eröffnung der Maskeradensaison als durch das Kr önungs- und Ordensfest gar nicht denkbar ist. Nur immer hübsch logisch! — Wozu die Religion dem Volke erhalten werden muß! sLesefrüchte aus den jüngsten Reichstagsvcrhandlungen.) Freiherr vonHertling sZentrum):„Ich bin vor allen Dingen der Weinung, daß nach den Maßrabmen und neben den Maßnahmen des Staates den erzieherischen Einflüssen der großen sittlichen Faktoren des Lebens, ror Allem der Kirche, Raum bleiben muß, weil nur sie im Stande ist, innerlich aus die Arbeiter einzuwirken, weil nur sie die Quellen zu erschließen vermaa, aus denen zuletzt die Zufriedenheit der Arbeiter mit ihrem Loose stammt; nur die Religion vermag den armen Arbeiter mit seinemLoose auszusöhnen." (Sitzung vom 14, Januar 1885.) . Kommentar nicht nöth'g. Abg. S t ö ck e r:„Wenn wieder einmal Kriegsgefahr entsteht, dann gibt nur der religiöse Geist Freudigkeit zum Kämpfen und zum Sterben."(Sitzung vom 17. Januar.) Soldaten brauchen also gar nicht zu wissen, warum man sie auf die Schlachtbank führt.„Gott" will es, das muß ihnen genügen! — In Milwaukee(Nordamerika) ist vor einiger Zeit eine Frau gestorben, die es wohl ver ient hat, daß der„Sozialdemokrat ihr einige Worte des Nachrufs widmet. Mathilde Franziska Nnneke war die Gattin eines im Jahre 1849 zum Volke übergetretenen preußi- schen Offiziers, der unter Johann Phil, Becker im badischen Aufstand mitkämpfte. Als treue Begleiterin ihres Mannes unterzog sich Frau Anncke gern allen Strapazen des Feldzngs. Nach dem unglücklichen Ausgange desselben gingen Beide zunächst nach Straßburg, wo sie mit Moritz Heß und dessen Frau drei Monate blieben, und zogen dann mit diesen gemeinsam nach Zürich, Aber auch in Zürich war ihres Bleiben« nicht, man le te damals den deutschen Flüchtlingen in der Schweiz viele Schivieri keilen in den Weg, und so siedelten sie bald nach Amerika üb-r. Dort machte Anneke den Kamps gegen die Süd(sklaverei)staaten mit, und lebte dann in Cbicogo, Bei dem großen Brande in Chicago kam er um, und seit jener Zeit lebte Frau Anneke in Milwaukee, wo sie mit ihrer Tochter ein Institut für junge Mädchen errichtete. Sie soll sich mehrsach mit Glück als Schriftstellerin versucht haben; ihre letzte literarische Thäligkeit waren wohl ihre'm„Anzeiger des Westens" er- schienenen„Erinnerungen". Ehre ihrem Andenken! — Sozialistische Presse und Literatur.„Der So- z i a l i st, Zentral Organ der Sozialistischen Arbeiterpartei von Nord- Amerika. Herausgegeben vom Nntional-Exekutiv Komite." Was wir zur Beurtheilung dieses neuen Mitstreiters sagen könnten, besagt sein Trtel. Seit Langem hab>n die Genoffen drüben die Schaffung eines Zentral-Orgons angestrebt und zu diesem Zweck Beiträge gesammelt, und daß sie neben den Sammlungen>ür den Wahlfonds unserer Partei einen Preßsonds zusanimenbrachten, der die Existenz dieses Organs auf längere Z.it garantirt, zeugt nicht nur für ihren Opfermuth. sondern ist auch für die Bedürsnißsrage entscheidend, Redakteure dieses neuen Blattes sind die Genossen Dretzgen und Rosenberg. Außer Beiträgen von diesen enthält die erste Nummer einen recht bemcrkenSwertben Artikel aus der Fever Dr. Stiebeling über, bezw. geaen die einseitige Auslegung des Wortes Gewalt bei Anführung des Marx'schen Ausspruches:„Die Ge- walt ist der Geburtshelfer jeder alten Gesellschaft die mit einer neuen schwanger geht." Ferner einige interessante Korrespondenzen, sowie den eigentlichen offiziellen Theil: Verzeichniß der Sektionen, der Agenten-c. Wir begrüßen unfern Kampfgenossen auf's Wärmste und wünschen ihm lange Lebensdauer und gedeihliches Wirken. lioru» tsovialiato,?>rris, 12, vuv du CroiftBant. Diele neue Revue erscheint unter der Redaktion von Benoit Malon. Sie will „weder das Organ eines Mannes, noch einer Sekte, noch selbst einer Partei" sein, sondern in weitherzigster Weist allen Forschern auf dem Gebiete des Sozialismus offen stehen, sie verlangt von ihren Mitarbei tern nur, daß sie ihr„Untersuchungen und Gedanken, nicht aber Schimpfe reien bringen, und dem katholischen Papst den albernen Anspruch auf Unsehldarkeit überlassen". Das erste Hejt, 96 Bogen groß Oktav, bringt einen Einleitungsartikel aus der Feder Malons, Artikel von G. R o u a n e t: die wirthschaftliche Krisis, L. Dramard: Transsormismus und Sozialismus, L. Ber- t r a n d: Die wirthschaltliche Entwickelung in Belgien und ein Gedicht von E. P o t t i e r: Die Gölter des Waldes. Korrespondenzen, Vermischtes und Dokumente, Revue sozialer Ereignisse, Berichte über wissenschaftliche Vereive und Vorlesungen, die aus den So'.ialismus Bezug haben, Revue der sozialistischen Presse, Bücher'chau. Verschiedenes. Man sieht, ein sehr reichhnliiger Prospekt. Wir wünschen der li. vuo Soeialil-to besten Erfolg, I-. L e r t r a n d, Essui Sur le Salaire.(BruxelleB, bureau de la Voix-.e l'Ouvrier, 3, rue de la Banque). Diese„Studie über den Lohn", welche unstr unermüdlicher Freund Bertrand nunmehr in Buchform erscheinen läßt, ist zireifelsohne eine sehr verdienstvolle Arbeit, Sie bietet dem Leser ein reiches statistisches Thatsachen und Material, und erörtert in klarer und präzistr Sprache die verschiedenen Lohntheorien: Naturallohn, Geldlohn, Lohnfonds, Zeit- lohn, Stücklohn, das Verhältniß des Lohnes zu Eigenthum und Rente, zum Profit, zur Bevölkerungsbewegung, die Wirkung der Streiks auf den Lohn, und schließlich das sogenannte eherne Lohnaesetz. Letzteres wird in der von Lassalls aufgestellten Formulirung bekämpft. Sobald es der Raum unseres Blattes gestattet, werden wir das betreffende, sehr interessante Kapitel zum Abdruck bringen. Korrespondenzen. Bremen» 14. Januar. Bei der Bürgerschaftswahl haben wir fünf Kandidaten— theilweise mit erheblichen Majoritäten— durchgebracht. Mit zwei stehen wir noch in Stichwahl. Eine der- selben steht sehr günstig. Dieses außerordentliche Resultat hat uns schon jetzt viele neuen Kämpfer zugeführt und alte Freunds, die sich ichon halb und halb zur Ruhe gesetzt, aus's Reue zu unseren Fahnen gerufen, Es ist das ein weiterer Beweis für die Fruchtbarkeit und Raturnoth- wendigkeit der Theilnahme an allen Wahlkämpfen, zu denen Arm und Fuß reichen. Erst im Feuer exerzieren lernen, dann kämpfen. Bremensis. vtnmbinnen. In den Zeitungen lestn wir, daß ein Lieutenant in Pest eine anständige Frau auf offener Straße unziemlich anredete, bis in ihre Wohnung verfolgte, dort von dem Gatten derselben aber ener- gisch ausqewiestn wurde. Der gekränkte Offizier holte sich Soldaten von der Wache, bewaffnete sie mit Ruthen, drang in das Haus des Mannes, der„ihn beleidigt", und ließ ihn züchtigen, bis polizeiliche Hülfe herbeigeholt war. Untersuckung ist eingeleitet. Wie wird die Strafe lauten?—?— Dabei fällt uns ein ähnlicher Fall ein, der vor längerer Zeit in unserem Städtchen paffirte. Ein Lieutenant redete eine Frau aus dem Handwerkerstände'stuf offmer Straße in später Abend- stunde in unanständiger Weise an. Der Gatte, der mit einem Freunde in der Nähe stand, eilte hinzu, wurde mit gezogenem Schwerte emvfan- gen; es gelang ihm aber, den wilden Sohn des Mars zu entwaffnen. Das Ehepaar ging heim, der Lieutenant requirirte von der Wache Sol- daten, führte sie zu der Wohnung des Paares und ließ, da ihm der Einaang verwehrt wurde, die Hausthüre in einem Hause, in dem auch der Staatsanwalt wohnte, mit Kolben einschlagen. Natürlich verhinderte die Polizei weitere Ausschreitungen. Anklage wurde erhoben, und be- stand die Strafe, so viel uns bekannt, darin, daß der Attentäter in eine noch kleinere Garnison versetzt wurde. Solch' kühner Mann bekommt aber sicher eine reiche Frau und— hat sie schon. Ein solch' gemeines Attentat hat nämlich mit der besondern Ehre des Offiziers nichts zu thun. Sprecbsaal. Die von der Mitgliedschaft der deutschen Sozialisten in Zürich gefaßte Resolution in Sachen der Dampfersubventionsvorlage lautet: Resolution. „Die Versammluna der deutschen Sozialisten in Zürich vom 10. Januar hat in Berathung der im deutschen Reichstag eingebrachten Dampfers ubventions-Vorlaqe sich einstimmig dahin erklärt, daß aus prinzipiellen wie taktischen Gründen diest Vorlage von der Sozialdemokratie im Reichstage abzulehnen sei. Diese Gründe sind: Die Damvfersubvention ist nur eine der nothwendiqen Vorbedingungen zur Kolonialpolitik, Nach den Zollkriegen, in denen eine Nation die Fr Igen der heutigen Produktionsweise auf die andere abzu- mästen sucht, ist für die heutigen Staats- und Wirthschaftßpolitiker die Gründung überseeischer Kolonien das letzte Auskunfts- mittel aus der Anarchie der gegenwärtiaen wirthschaftliche» Zustände. Während im Lande alle Magazine überfüllt und Tausend« von Arbei- tern zur Erwerbslosigkeit verdammt sind, sucht man dieser Uebervro- duktion damit einen Ausweg zu bahnen, daß man„wilden" Völker- schasten Bedürfnisse angewöhnt. aus welche die arbeitenden Klassen im eigenen Lande infolge niedergedrückter Löhne und Erwerbslostflkeit Verzicht leisten müssen, unbekümmert um die verhängnißvollen Folgen solcher „Zivilisation" für die Opfer derselben. Alle aus dieser beabsichtigen Kolonialpolitik sich ergebenden u n v e r- meidlichen Opfer an Gut und Blut müssen bei dem in Deutsch- land herrschenden Systein der indirekten Steuern fast ausschließlich von der arbeitenden Klaffe getragen werden. Für alle diese Opfer erhalten die Arbeiter nur das leere Ver- sprechen auf künftigen Arbeits, ufluß, der aus diesem Raubzug zur Erschließung günstiger Beutefelder sfür die Bourgeoisie) angeblich resultiren soll— ein Versprechen, das schließlich bei den Schutz- zöllen, bei unproduktiven Ausgaben wie für Kasernenbauten, bei allen Verschwendungen der privilegirten Klasten-c. gegeben werden kann, und ein Arbeits zufluß, der auch im günstiqsten, hier aber für lang- Zeit hinaus höchst unwahrscheinlichen, Fall immer nur nach Maßgabe des ehernen Lohnaeletzes in Betracht kommen kann, Ein solch' widersinniges Schachergeschäst ober widerspricht der Würde der Partei und schließt auf der anderen Seite eine Anerkennung de« henticen Systems der Beraubung der arbeitenden Klaffen um ihren Arbeitsertrag in sich, die den Interessen der Partei zuwiderläuft. In dieser ganzen Politik erkennt die Sozialdemokratie als klaffen- bewußte Vertreterin der Arbeitenden und Unterdrückten aller Nationen nur eine Verschleppung der Lös ungdersozialenFrage. an welcher Verschleppung theilzunehmen, unsere Vertreter im Reichstage nicht berufen sind. Solange das infame Ausnahmegesetz besteht und wir unterdrückt und rechtlos sind, sollten unsere Abgeordneten für keine Forderung der Re- gierung stimmen, welche nicht direkt unserem Programm, das beißt den Jntereffen der Arbeiterklasse enffpricht. Zu positivem Schaffen auf dem Gebiete der Arbeitergesetzgebung bieten sich viel bessere Gelegenheiten dar, als das Eintreten für eine Maßregel, die vollständig auf dem schwindelhaftem heutigen Produktionssystem beruht. Aus der Dampfersubvention ist also weder eine Förderung der Arbeiter- interessen, noch auch eine Milderung der aus der Klaffenlage für die Arbeiter hervorgehenden Uebel zu ersehen: ebenso gehört die bei dieser Frage angeblich waltende Harmonie der Fabrikanten- und Arbeiter I n t e r e s s e n wie bei allen anderen Wirthschaftsfragen der herrschenden Klasten in das Reich der Fabel." Genosten in Teutschland! Wir glauben nach Alledem. daß es für unsere Partei von höchster Wichtigkeit ist, in dieler Frage Stellung zu nehmen und die Gründe, die wir in dieser Resolution zum Ausdrucke gebracht, zu prüfen. Wenn Ihr mit uns der gleichen Ansicht seid, so bewirkt durch die Euch geeignet erscheinenden Schlußnahmen, daß ein Schritt vermieden werde, der für unsere Partei verhängnißvolle Folgen nach sich ziehen könnte. Mit sozialdemokratischem Gruße! Die Mitgliedschaft der deutschen Sozialisten in Zürich. Folgende Mitgliedschaften haben zu obiger Resolution ihr« Zustimmung erklärt: Aarau, Biel, Chur, Emmishofen, Frauenfeld, Genf, Lausanne, Luzern, Neuenburg, Rheinfelden, Schaffhausen, Vevey, Dverdon, Zug. Erklärung. Die Verhaftung und der Prozeß der Achtzehn im Jahre 1832, bekannt als die„ St e i n h ä u s e r- A f f a i r e", hat den„Sozialdemokrat" mehrfach beschäftigt. In Nr. 33 vom 10. August 1882 findet sich sol gende Rundschau Notiz: „Ein entlarvter Schurke. Aus München wird uns geschrieben, daß sich der in der Korrespondenz in Nr. 31 des„So- zialdemokrat" angedeutete Verdacht bewahrheitet. Der Denunziant, der 18 unserer Genoffen auf Monate hinau« ins Gesängniß geliefert hat, ist ein Verräiher aus den Reihen der Arbeiter selbst. Er heißt W i l k e und ist Spenglergehils«. „Da ihm in München der Boden unter den Füßen etwas seh' heiß geworden ist, fo dürfte Wilk- im Augenblicke, da wir die« niederschreiben, die Stadt an der J ar bereits oerlaffen haben. Die Genossen seien daher auf diesen Burschen aufmerksam gemacht. „Nähere Angaben folgen demnächst," Herr Wille ist dadurch der Denunziation schuldig erklärt worde». Nach einer mehrmaligen genauen Untersuchung des Thatbestandes, vor Allem auf Grund der im Verlause von zwei Jahren gemachten Ersah- rungen und in Folge von hinzugekommenen Informationen hat sich ergeben: Der dem P. p. Wilke gemachte Vorwurf, daß er dir Achtzehn verrathen habe, läßt sich nicht aufrecht erhalten. Dies zur allgemeinen Kenntniß! Die Münchener Parteigenossen. wi< Zi '»»l> j*« An alle sozialistischen Schrif. steller. Vom 1. Januar 1885 ab wird in Newyork „Per Sociatig" Central-Partei-Organ der Socialistilchen Arbeiter-Partei von Nord-Amerika wöchentlich einmal erscheinen,„Der Socialist" soll unter Anderem auch wissenschaftlichen Weiterbildung des Sozialismus dienen und ea der Sammelpunkt werden, von dem aus die Vertreter unserer Prinzipien rückhaltlos ihre Stimmen für die Erlösung des Proletariats erschalle» laffen können. Wir ersuchen alle schriftstellerischen Kräfte unserer Richtung dringend, sich an diesem Unternehmen durch geeignete sozial ökonomische und sonst radikabwiffenschastliche Artikel zu betheiligen, und bemerken, daß ein ent-\ sprechendes Honorar für die Mitarbeiter ausgesetzt ist. Prospekte durch die Redaktion des„Sozialdemokrat". Das National-Exekutiv Comite der S. A. P.: I W. L. Rosenberg, 194 E. 7th Str. Newyork, City. Drhvrd »>d»n >»-! fr «er Cr, Pai An unsere Korrespondenten. Wir bitten in jedem Brief u. s. w. stets deutlich anzugeben, welch« Briefe, Sendungen u. s. w. bis zu Abgang eingetroäen waren. Bei Adreßänderungen, Adreßlöschnng-n und dergleichen ist unbedingt Vorkehrung zu treffen, etwa Laufendes in sichere Hand z» leiten. Alle Adreßmeldungen bitten wir in D e u t s ch- u n d Lateinschrift(behufs Kontrole) d e u t l i ch st zu schreiben. Eipeditilill des Ssslaldemskrat. K J-i l'hi. i M bi ! Ittlioni Briefkasten der Redaktion: K. L. Aar,:„Aufruf" ist nicht ganz gelungen. I „Entscheide Dich" ist unzweifelhaft besser und kommt baldigst' zum Ab- druck. Besten Dank I— Hamburg, Eßlingen, Schaffhause» (C. H.), Bromberg, Paris Bern,: In nächster Nr. der Expedition: Svitzb-rq: Mk. 29 60 Ab. 4. Qu. 84 und Ii 1. Qu. 85 u. Schft. erh. Mk, 15 40 vr, Ufd. dkd. notirt. Ktzb. V. hier nicht auszutreiben. Senden neueste Gedichtsammlung.— Landesausschuß! Zürich: Fr. 300— pr. Ufd. in Baar und Verlagsrchg. dkd. erh,-- Kleiner Szdkt. 40 Pfg, f. Porto erh. Wenden Sie sich direkt an A. Hasenclever, R e i ch s t a g s a b g e o rd n e t e r in Berli» (Reichstag), Adr. so genügend,— R. K. H, aS,: Mk. 6— Abon. 1.� Qu. erh. Adr. geändert. Brieftückseite durch Beileben mit Markenrändern: nicht qelchützt.— Bekannter in Bslu: Mk, 6— Ab. I. Qu. erhalten. Paris Dtschr, Arb-Ver.: Fr. 100— pr. Wfd., Fr. 120 pr. Ufd,, Fr.! 80— für Oesterreich und Fr. 30. I. Ph. B. dkd. erh. Alles besorgt. Adr. pr. April vorgemerkt.— �euerländer: Mk. 100— h Cto. erh. i Bstllg. notirt. Weiteres besorgt. K's Zttl. in unserer Hand. Kostet Fr.! 10—.„Hol ihm-- Rest-Sdg. Lu. noch nicht da?— A, B Ha:! Mk. 2 60 Portozulchlaq pr. 1. Qu. erh. Ob„Philadelphia Tageblatt"! noch existirt und Parteiorgan ist, wiffen wir nicht.— Adslbert: Mk. 350— ä Cto. erh. u. abzql. Mk. 28— für 6 dir. ic. gebucht. Warum' bestellt Rtlg. nicht bei uns?— Cp. I.: Mk. 33— pr. Ab, u, Schft. nach Vorschrift verw. Bstllg. fort. Bfl. Weiteres.— Rosa Beck: Mk. 50— ä Cto. Ab. erh. Soll nur noch 1 dir. Bf. gehen oder 2?—». Lthl. E.: Fr. 5 40 Ab. 1. Qu. 85 erh,— Manuel: Mk. 1 50 f. Schft. erh. Sdg. folgt.— H. B. Schumla: Fr. 3— Abon. 1. Qu. zc. erh. Oesterr. Papiergeld künftig erbeten. Der saubere Finn stänkert in Berlin in„höherem Interesse" in der Zimmerergewerkschaft. Post und Polizei werden seine Adresse schon wissen.— E. H. Brl.; Mk. 3— Abon. 1. Qu. erh.— K. P. Bgdf.: Mk. 3— Ab. 1. Qu, erh.— Klrt. Zch.: Fr. 21 50 dir. Ab, Efld, pr. 85 erh.— M. u. Z. Zch.: Fr. 7 5» Ab. 1. Qu. erh.— Schbtz. Z.: Fr.3 75 Ab. 1. Qu. A. erh.— Ig. Sflg.: Mk. 4 40 Ab. 1. Qu. I. K, erh.- H- Ptdm.: Mk. 21— Ab. 1. Qu. erh. Weitere? dkd. vermerkt.— Der Alte v. Berge: Fr. 18 6» Ab. I. Qu. Sch, T. R. erh. und Fr. 6- pr.„N. Z." an Vbhdlg. ab- gel.— L. H. Fthl,; Mk. 3- Ab. 1. Qu. erh.- H. D. Paris: Fr. 2 50 Ab. 1. Qu. erh.— L. M. Hbg.: Mk. 4 30 Ab. 1. Qu. erh.— Atfr. W'thur: Fr. 2—«b. 1. Qu. erh.— Sipe, U'straß: Fr. 2— Ab. 1. Qu. erh.— S. G, Mbg.: Mk. 5— f. Schft.»c. erh. Sdg. flqt. — A. A. Hschb.: Mk. 9 60 Ab, 1. Qu. erh.— Antwerpen: Fr. 8 7t Ab. 1. Qu. u. Sch erh. Bf. folgt.— Rother Donnerkiel'. Mk. 1 3» Portozuschlag erh. Bis 3 schon fortgewesen.— G. M. W.: Nur in dieser Fassung, aus taktischen Gründen. Adr. ,c. notifizirt.— Besuv- stock: Fr. 5— Ab. I. u. 2. Qu. gutgebr.— Liöge B. B.: Fr. 20— j & Cto. Ab. erh. Bf. fort.— I. M. Btz,: Mk. 3- Ab. 1 Qu. erh. Adr. eingereiht.— Lodernde Flamme: Mk. 3— Ab. 1. Qu. und Mk. 1— pr. Ufd. dkd. erh. Reklamiren Sie doch da, von wo gelfrt. wird. H. M. Stg.: Mk. 4 30 Ab. 1. Qu. erh.— Gänseleber: Mk. 55— Ab. 4. Qu. erh. Einsp. folgt.— Exzelsior: P.«. erh. Auf dem Geldkoupon steht nichts als Ihr Name. Weiteres nach Borschrift gebucht. Sdg. flgt.— G. Lk. Cognac: Fr. 10— Ab. pr. 1885(1 Jahr) erh. Katalog folgt. — C. Sch. Hlt.: Wk. 3— Ab. 1. Qu. erh.— Grb. Zch,: Fr, 2— Ab. 1. Qu. erh.— London. C. A.-B.-B.: Mehrbstllg. folgt. Spätesten« Ende Januar bitten sestes Abonnement ,c. kundzugeben.— Blanc: Da bleibt nur öfsentl. Warnung. Gslbr. schrieb auch, aber ohne jede wettere Notiz.— Ferd.: Bs. v. 19. erh. Erwarten umgehend Genaueres be- treffend Ver. sÄ Je) Äffte! Nu Rußlo Slüchi ihn a An Enzlc die 1! Hnrn Hnglo die � kvnspi wo di dren»! Revol «Nüsse An in Lo Un Alert« wehr wenig Di wachv diesen Cchre Aoun tum! d. gie Ei« Saufmann» 23 Jahre alt, Parteigenasse, mit allen Komptoirarbeiten vertraut, lite- rarische und politische Aufsätze zu machen im Stande ist, sucht unter be- scheidenen Ansprüchen, am liebsten bei einem Parteigenossen, geeignete Stellung auf einem Bureau oder dergleichen. Offerten unter 2 100 nimmt entgegen Die Expedition des„Sozialdemokrat." Wilhelm Schütz» Tischler au« Bützow in Mecklenburg, aus Berlin und Hamburg ausgewiesen, wird ersucht, seinem Schwager in St. Louis seine Adresse einzusenden. Adresse: HugoTischler, 1114 North 14 Street. St. Louis(Missouri) Amerika. AB. Wir ersuchen alle befreundeten Blätter um Weitergabe dieser Aufforderung. Sozialistifch« Kröeitkrpartri Amerika. Sektion Rew-Nork. Sitzung de« Zentralkomites jeden Freitag Abend« S Ahr in Lincoln Hall, Ecke Allen und Houston Street. Jeden Samstag finden Versammlungen statt. Näheres stehe „New-Porker VolkSzettung", besonders Freitags und Samstags. lut. h'Nfl ihra ob« jolt Ji« öf fitzen Ali Nahm< der n Wb, Ausla stäche! Käme Macht Münz« Georc «uch wie ff iulctzt hartni W- iichen die E ftohre Uistoi I'aris Agent ttnb d «Ä stellen ist me Geld De sticth. die M schicht, Destel