4 ie' Mi Erscheint WSch entlich etnmal in Zürich(Schweiz). Acrtag d» >»lk«buchha«»lu«s Hottina«»- Zürich. i?ollsclldullgtll s»»»Io gegen frank» Gewöhnliche Briese ->»ach der E ch w i t z kosten Doppeiport» ialiiemckmt ientral-Krgan der deutschen Sozialdemokratie. ALonnemcnts werden bei allen Ichwe>>erischen Postbureaux� sowie beiw Verlag und dessen bekannten Aienten entgegengenommen, und zwar zum voran»» ahlbar«» Vierteljahripreii von Fr g— für dieSchweizsitreuiband) Mk 3— für Deutschland lüouverti fl, l.70 flir Oesterreich(Couvert) Fr. 2 so fiir alle tidrtgen Länder de» Weltpostvereint(ftreujbanb) Jnftrate die dceigesnaltene Petitjeil« SS St».= 20 Psg. AonnerKag, 29. Januar 1883 4 n en en ib, ist lf Kol» an dl« Abonnrnten und Llorrcspondentrn des„Sofiatdrmokrat." Da der.koiialdemolrai- sowohl IN Dentschlan» al» au« in vesterrei» verbalen>st. b,,w»ersolgt wir» UN» d» dortigen «hbrden stch alle Mühe geben, unser« Verbindungen nach jenen Liinoern möglichst eu eischweren, res» Briese von dort an un» »nd unser» Zeitung»- und sonstigen Speditionen nach dort abjufangen, so ist d>» iluherste V-irsttit Im Postverlehr nothwendstj und �»'1 lein, DorfichtSmaßregel»ersäumt werden, die Briesmarder«ber den wahren Absender und 0"vsrnger, sowie den Znh-lt 'n Sendungen ,u täuschen und lehtere dadurch ,u schiihen Hauptersordernih ist hi-iu einerseit». dah unser« Freunde so selten al» tnbglich an den.e»,i»ldemo«ra«'. resp. deffen Verlag selbst adrestiren, sondern stch möglichst an Irgend«ine underdSchtige Adrest« außerhalb Deutschland» und Oefterrnch» wenden. welche stch dann mit uni in Verbindung seht; anderseil» aber. daH auch an» möglichst unversängliche Zustellung»adresten mitgdtheilt werden. An iweiselhasten Fällen empfiehlt stch behus» größerer Sicherheit gielommandirung. Soviel an UN» liegt, werden wir gewiß weder Mühe noch Kosten scheuen um trotz aller entgegenstehenden Schwierigkeiten den.Sojialdemokrat' unseren Abonnenten möglichst regelmäßig zu liefern Parteigenossen! Vergeßtder Verfolgten und Gemaßregelten nicht! in. 16« eil nd ier nß A. i N l. 'rn en. �r. gt- rh. 5r. tt" nt gm ift Rf. » Ift- rh- in °st lrt. .0 Z«. 6» ib- 5»- flt- 7b 30 in US« rh- JH. rd. Zlb. ion gt- n« Da er« de- s°r Kaiserlich Russische Wirkliche Geheime Tynamiträthe. Jedermann weiß, daß die russische Regierung alle H bel an- !cht, um mit den westeuropäischen Staaten Verträise zu'trnde tu bringen zur AuSliefilung der flüchtigen russischen Reoo- iutionäee. Jedermann weiß ebenfalls, daß eS ihr vor Allem darauf an. kommt, einen solchen Vertrag von England»u erlangen. Jedermann weiß endlich, daß das osfisielle Rußland vor k.inem Alltel zurückschreckt, wenn eS nur zum Ziele führt. Nun gut. Am t3. Januar 1385 schließt LiSmnck mit Nußland ein Uebereinkommen ab, wonach jeder russispe polit s he Flüchtling auigelicfert werden muß, sobald eS R ßlaad bel-ebt, ihn als angehenden Kaisermörder oder Tynamiter an. Am 15. Januar erließ Frau Olga Novikoff einen Aüsr.lf an England in der„Pall Mall Garette". dieselbe F.au Nov ttss, die 1877 und 78, vor und während de« Türkenkriig«. den e len Herrn Gladstone im russischen Interesse so herrlich eiuMsle. England wird hier ermahnt, nicht länger zu dulven, diß Leute d>ie Hartmann, Krapoikin und Stepniak auf englischem Boden konspirirtm,„um unS in Rußland zu ermorden", jtzt, wo doch«.der Tynamit den Engländern»»f den»lz«�-n � brenne; und wa« verlange denn Rußland in Bezug aus r ssiiche Revolutionär« Andere« von Tiigland, als MtS EurlauO in Re,tig auf irische Tynamiter jetzt selbst von Amerika verlangen -nüss.? Am 24. Januar Morgen» wird der preußisch-russt ch« V rtrag >n London publizirt. Und am 24. Jrnuar Nachmittag« 2 Uhr geben in einer Viertelstunde drei Tynamit« Explosionen in London lo», die Mehr Verwüstung anrichten, als alle s'üheren zusammen, und Wenigsten« 7, nach Anderen 18 M nschen verwunden. Diese Explosionen kommen zu aelepen, um nicht die Frage wachzurufen: Wem nützen sie? Wer hat da« m iste Inte>ss an diesen sonst zwecklosen, gegend Niemand im Besonderen gerichteten Schreckschüssen, denen nicht nur untergeordn te Po.izist n unv VourqeoiS, sondern auch Aibeiter und ihre Weiber und Knoer tum Opfer fielen? Wer? Die paar, iheilweife durch engli che d-gierungSbrut-'.'>>iit während ihrer EJesä'gn ßie't zur Ver we s- kur. gstriebrnon Jrländer, die nach der Veimui Huna den ty>amit haben sollen? Oder aber die russische Regierung, die ihrvZweck— den AuSli ferungSvertrag— nicht erreichen kann, oh« einen ganz außerordentlichen Druck aus Regierun, u id Wlk in England auSzuüb.n, einen Druck, der hinr ichen muß, « unsere Partei betrifft, so hat sie selbstverständlich nicht den Beruf, den Agrariern Heerfolge zu leisten und Kastanien au» dem Fe>er zu holen. Den Zänkereien und Rempeleien zwischen den Vertretern de» beweglichen und unbeweglichen Kapital» stehen.wir mit der schaoenfrohen Behaglichkeit de» ehrlichen Manne« gegenüber, der ansteht, wie zwei Sp tzbuben sich prügeln; und mit Donna Anna finoen wir, daß„sie beide"— schlecht riechen. Sie haben beide Recht in Allem, wa» sie von den Anderen sagen; und beide Unrecht in Dem, wa» sie von sich selber sag n. Der agrarische, von philanthropischen, halbsozialistischen Phrasen tri.sende Laidjunkcr, der angeblich zum Wohle de»„armen Manne»" eurch Getreide zöllc da« B'.od künstlich vertheuert und sich auf Kosten de«„armen Maine»" kolossale Mehreinnahmen sichert, ist in Punklo der Siltllchkeit dem schlimmsten Börsenhai ebenbürtig. Und bekanntlich verschmähen die Herren Landjunker ja auch den Börsendiebstahl keineswegs. Wa« nun die Frage der Börsenbesteuerung angeht, so haben wir unS zunächst zu fragen: wa« soll damit bezweckt weiden? Da ist nun die Antwort eine zweifache: Der Staat braucht Geld und die Börse kann e» liesern — also Finanzsteuer. Und: Die Börse ist e>n unmoralisches Institut, stt muß bluten — also Slrassteuer. Weder von dem einen noch von dem anderen Gesichtspunkt« aus können wir Sozialdemokraten für eine Börfensteuer sein, i Finanzsteuern können wir eo ipso, prinzipiell nicht bewilligen, weil da» hieße: dem herrschenden System die Mittel zu seiner Erhaltung und Befestigung zu geben— wa» unsererseits eine selbstmörderische Tollheit und Prinz'pienverrath wäre. Und auch eine Strafsteuer können vir nicht bewilligen, weil in der finanziellen Ausbeutung de« unmoralischen In« stitut» dessen Sanktionirung liegt. Wenn der Staat die Börse a l S unmoralische» Institut besteuert, ahmt er da« Beispiel jene«— natürlich unfehlbaren— Papste» nach, der die Bor« belle besteuerte und stch dadurch zum Schutzpatron der Pro- stituirten machte. Willigte die Volksvertretung in eine Straf« steuer auf die Börse, so wäre sie, durch ihr Votum, die Mit- schuldige der Börse. Sonach ist die prinzipielle Stellung der sozialdemokratischen Abgeordneten zur Börsenstmer klar und deutlich vorgezeichnet. M. In Sachen der Dampfersubvention. Wir erhalten folgende Zuschrift: Der letzten Nummer deS mir zugegangenen„Sozialdemokrat" lag eine mit«ingehender Motivirung versehene Resolution bei, welche die Mit- gliedschaft der deutschen Sozialisten in Zürich in einer ihrer letzten Ver- sammlungen einstimmig angenommen hat. In dieser Resolution wird nun auf das Bestimmteste verlangt,»aß die Vertreter der Sozial- demvkratie im Reichstag die Dampfersubvention aus prinzipiellen wie taktischen Gründen ablehnen sollen. In den Motiven zu dieser Resolution wird dann schlankweg die Dampfersubvention als„eine nothwendige Vorbedingung zur Kolonial- politik" bezeichnet und werden zum Schluß die Genossen aufgesoroert, dahin zu willen, daß„durch geeignet erscheinende Schlußnahmen ein Schritt vermieden werde, der für unsere Partei verhängnißvolle Folgen nach sich ziehen könnte." Da«ch nun einer von denjenigen Abgeordneten bin, welche von An- fang an der Dampsersubvention Sympathien entgegenbrachten und unter bestimmten Voraussetzungen für die Zustimmung zu derselben eintraten, so wird mir wohl gestattet sein, meine Gründe für dies mein Verhalten hier kurz darzulegen. Zunächst möchte ich hier einem fundamentalen Jrrthum entgegentreten, der darin besteht, daß die Züricher Genossen sowohl als auch die Geg- ner der Subvention in der Fraktion immer behaupten: Dampfersub- vention und Kolonialpolitik seien zwei unzertrennliche Dinge, die eine sei Vorbedingung für die andere. Wäre diese Annahme richtig, dann gäbe es, soweit meine Kenntniß reicht, keine Meinungsverschiedenheit in der Partei; denn gegen eine Kolonialpolitik mit ihrem unvermeidlichen Gefolge von internationalen Verwicklungen und Beraubung und Ver- nichtung sogenannter wilder oder halbzivilisirter Völker findet sich in der Fraktion nicht eine Stimme. Aber die Behauptung, daß die Dampfersubvention von der Kolonial- Politik unzertrennlich sei, ist eben falsch, und den Beweis dafür, daß sie falsch ist, bringen die Zürcher Genoffen gleich selbst, indem sie in ihren, im Berhältniß zur Resolution ziemlich lang gerathenen Motiven wohl sehr viele, und wie ich gerne zugebe, beweiskräftige Gründe gegen die Kolonialpolitik, aber nicht einen einzigen Grund gegen die Dampfersub« vention vorbringen. UnS über die Gefahren der Kolonialpolitik aufzu- klären, war aber überflüssig, von den Schäden dagegen, welche die Dampfersubvention im Gefolge haben könnte, steht weder in der Reso- lution noch in den Motiven dazu etwas. Der Umstand, daß die deutschen Kolonialschwärmer auch für die Dampfersubvention eintreten, ist doch noch kein Beweis, daß beide Dinge unzertrennlich zusammengehören. Oesterreich hat subventionirte Dampferlinien, ohne im Besitz von Kolonien zu sein, Bismarck aber wollte mit der Uebernahme der Samoa-Jnseln Kolonien gründen, ohne daß damals von Postdampfersubventionen d»e Rede war. In nothwendigem Zusammenhang stehen also beide Dinge durchaus nicht; daß sie trotzdem mit einander verquickt werden, geht mich, der das Eine will, das Andere aber nicht, nichts an. Ich hege Sympathien für die Dampsersubvention, weil ich in derselben ein Mittel erblicke, den Austausch der Güter unter den Völkern der ver- schiedenen Welttheile zu fördern, den Verkehr zu heben und dadurch die Werke des Friedens zu stärken. Dampferlinien, welche den interozeanischen Verkehr vermitteln, sind Kulturträger so gut wie Eisenbahnen und Telegraphen, und wenn die deutsche Nation an dem Welthandel und Weltverkehr theilnimmt, so kann sie sich auch der Pflicht nicht entschlagen, bei diesem Weltverkehr einen Theil der Verkehrsmittel auf ihre Kosten zu beschaffen. Der Einwurf, daß andere Nationen diesen Verkehr bereits vermitteln, ist genau soviel werth, als wenn man gegen die Suboentionirung der Gotthardbahn durch das Reich darauf hiugeiviesen hätte, daß ja die Oesterreicher über den Brenner bereits ein« Eisenbahnverbindung mit Italien hergestellt hatten. Ein weiterer Grund gegen die Suboentionirung ist der, daß behauptet wird, die Kosten derselben stehen in keinem Berhältniß zu dem Umfang unseres Post- und Waarenverkehrs mit jenen Ländern, nach denen die projektirten Linien gehen sollen. Darauf ist zu erwidern, daß die Grenze der Entwicklung des Ver- kchrs mit Ostasien, Australien und Afrika sich heute kaum ahnen, viel weniger feststellen läßt. Sicher ist, meiner Ueberzeugung nach, nur, daß dieser Verkehr schon im Laufe der nächsten Jahrzehnte sich kolossal steigern wird. An diesem Verkehr nun betheiligt und auch offiziell vertreten zu sein, daran hat auch die deutsche Arbeit ein gewaltiges Interesse, und des- halb sympathisire ich mit der in Frage stehenden Vorlage. Ein Grund gegen die Annahme der Dampsersubvention soll auch sein, daß bei diesem Unternehmen die Schiffsrheder Profit machen werden. Dieses ist nun unbedenklich zuzugeben. Will man sich aber auf diesen Standpunkt stellen, dann muß man auch gegen jeden Eisenbahn- und Kanalbau sein, dann darf kein Schulgebäude mehr aufgeführt, es darf überhaupt nichts mehr gearbeitet werden. Denn wo heute, bei der kapitalistischen Produktionsweise, gearbeitet wird, fällt für die Unternehmer Profit ab.> Auch dieser Einwurf ist also hinfällig. Trennt man also die Dampfersubvention von der Kolonialpolitik los und betrachtet sie als Sache für sich, so wird man zugeben müssen, daß sich derselben wohl Seiten abgewinnen lassen, welche auch einen sozial- demokratischen Abgeordneten bestimmen können, wenn die nothwendigen Bürgschaften nicht fehlen, für die Subvention zu stimmen. Unter keinen Umständen aber ist diese Frage von so hochgradiger Bedeutung, daß von deren Entscheidung, wie die Zürcher Genossen be- fürchten, für unsere Partei„verhängnißvolle Folgen" sich ergeben könnten. Gewiß ist es höchst erfreulich, wenn unsere Genoflen im In- und Auslände der Haltung unserer Abgeordneten mit kritischem Blicke folgen; falsch aber ist es und zu keinen guten Folgen kann es führen, wenn man über den Unistand, daß man in einer bestimmten Sache nicht Recht bekommen hat, gleich den Kopf so sehr verliert, daß man glaubt, die Partei als solche werde bei Anlaß so unbedeutender Differenz- punkte schwer Schaden leiden. Die sozialistische Arbeiterpartei ist keine Sekte, in der die Mitglieder auf den Buchstaben eingeschworen werden, sondern eine politische Partei, innerhalb der in untergeordneten Punkten für verschiedene Meinungen Raum sein muß und auch ist. Würde also die Fraktion in ihrer Mehrheit für die Subvention stim- men, was heute noch nicht feststeht, da ja noch Niemand wissen kann, in welcher Gestalt die Vorlage schließlich die Kommission verlassen wird, so können die Genossen im In- und Auslande überzeugt sein, daß dies nur geschieht nach reiflichster Ueberlegung und nachdem wir die Ueber- zeugung gewonnen haben, daß das Unternehmen der allgemeinen Kultur- entwicklung und damit auch dem Interesse der arbeitenden Klasse dienen wird. Am 23. Januar l88S. 3. A. Da der„Sozialdemokrat" in dieser Frage in« Großen und Ganzen denselben Standpunkt einnimmt, der in der Resolution der Züricher Parteimitgliedschaft entwickelt wird, die obigen Ausführungen sich somit auch gegen ihn richten, so seien uns einige Worte der Erwiderung gestattet. So wenig in den„Motiven" der Züricher Resolution der Beweis erbracht ist für den Zusammenhang zwischen der DainpfersubventionS- vorläge und der Koloniaipolitik, so wenig ist im Vorstehenden ein be- weiskräftiger Einwand gegen diesen Zusammenhang erbracht worden. Aber wir glauben, die Mitgliedschaft Zürich durfte ihrerseits von dieser Beweisführung absehen angesichts des Eingeständnisses sämmtlicher osfi- zieller und offiziöser Befürworter der Subvenlionsvorlage und angesichts der Veröffentlichungen des deutschen sog.„Weißbuches", aus denen hervor- geht, daß die Bismarckische Koloniaipolitik von langer Hand vorbereitet worden ist, und zu dem Schlüsse berechtigen, daß die Schaffung der neuen subventionirten Dampferlinien keineswegs nur der Hebung des fried- lichen Verkehrs mit den überseeischen Ländern bestimmt ist. Selbst wenn wir wirklich die Dampfervorlage getrennt von der Kalo- nialsrage betrachten, so drängt sich uns unabweisbar die Frage auf: Wozu die Subvention? Hat sich die deutsche Handelsmarine nicht bisher ohne Staatshülse entwickelt, war oder ist die Gefahr vorhanden, daß diese Entwickelung durch Verweigerung der geforderten 80 Millionen ausgehalten oder gar abgeschnitten werden würde? Die Antwort lautet: Mit nichten. Weder hat die deutsche Rheder« diese Unterstützung ver- laugt, noch hat sie sie, von den direkt Betheiligten abgesehen, mit beson- derer Freude begrüßt. Deutschlands überseeischer Händel und Verkehr hat sich ohne Subvention entwickelt, und kein einziges Anzeichen deutet darauf hin, daß er sich nicht auch ohne Subvention weiter ent- wickeln würde. ES handelt sich daher auch nicht um die Frage, ob einige Rheder Profil niachen sollen oder nicht, sondern darum, ob ihnen auf Kosten des Reiches, d. h. der S t e u e r z a h l e r des Reiches, so und so viele Millionen zwecklos oder wenigstens ohne Roth in den Schooß geworfen werden sollen.*) Der Vergleich der Danrpferlinien mit den Eisenbahnen ist kein stich- haltiger. Ein sehr gewichtiges Moinent, das bei Letzteren in Betracht kommt, fällt für erstere fast ganz hinweg: der Personen- und Güter- Lokalverkehr; dagegen fällt der Faktor, welcher auch den Eisenbahnen gegenüber oft schon Gegenstand der Klage gewesen ist: die Schaffung ungesunder Tarifverhältnisse insolge des Konkurrenz- kaiilpjes der großen Linien, beiin Seeverkehr doppelt in's Gewicht. Mehr als bei den Eisenbahnen kann man hier des Guten zu viel thun. ES handelt sich serner auch gar nicht um die Frage, ob ein Handels- verkehr Deutschlands mit Ostasien, Asrika und Australien wünschens- Afrika Werth ist oder nicht,— so viel wir wiffen, besteht derselbe schon heute, und zwar in recht«rfreulichein Umjange— sondern darum, ob wir die Hand bieten sollen zu Maßregeln, die geeignet sind, diesen Verkehr in unnatürlicher und ungesunder Weise zu forciren, das heißt mit Gewalt Krisen heraufzubeschwören. Selbst soweit sie sich von der Kolonialpolitik trennen läßt, erscheint die Dampfersubventionsvorlage nur als ein weiteres Glied in der Kette der Bismarck'schen„Wirthschastsreformen", deren Tendenz darauf hin- ausläuft, überall den Staat als Wohlthäter erscheinen zu lassen, und mittels der Slaatshülfe(Schutzzölle) industrielle Verhältiuffe zu z ü ch- t« n, jür die der technische Ausoruck Schmutzkon kurrenz nur zu sehr am Platze ist. Diesem System entspricht der Widerstand gegen den Normalarbeitstag ic. durchaus. Den Schutz gegen Ausbeutung, den die ♦) Es fehlt uns leider der Raum, auf die in dieser Beziehung sehr instruktiven Vorgänge in der Sitzung der Dampfersubventionskommission vom 23. Januar einzugehen, wo Herr Meier vom„Norddeutschen Lloyd" kurzweg erklärte, daß wenn gewisse Anträge ang-nommen wür- den, die dem„Lloyd" nicht paßten, er die Vorlage mit ganz anderen Augen ansehen und noch auf Manches aufmerksam machen würde, was er jetzt, so lange Aussicht vorhanden sei, daß der Lloyd die Linien erhalte, nicht thun wolle!" (S. Hainburger„Bürgerztg." vom 25. Januar.) Feuilleton. Z>as Mahlmanifest der deutschen SojialdemoKratie zu den Wahlen vom 28. Oktober 1884. (Schluß.) Was Sozialreform ist, das geht mit genügender Deutlichkeit auS dem bisher Gesagten hervor. Was aber versteht die Reichsregierung dar- unter? Drei Maßregeln, von denen die zwei ersten mit Ach und Krach der Gesetzgebung einverleibt worden sind, und die dritte noch in nebel- hasier Ferne schwebt: die Krankenversicherung, die Unfall- Versicherung und die Altersversorgung der Arbeiter. Wer unseren Darlegungen mit Aufmerksamkeit gefolgt ist, sieht auf den ersten Blick, daß diese drei Maßregeln den Kern der sozialen Frage, d. i. die Art der Erzeugung und Bertheilung des „Nationalreichthums", gar nicht berühren und sich nur aus dem Gebiete des A r m e n w e s e n s bewegen. Die jetzt schon dein Staat und den Gemeinden aufliegende Pflicht, für die Erwerbsunfähigen zu sorgen, wird mit Bezug auf einen Theil der Arbiiter neu geregelt,— das ist Alles. Sozialreform ist das nie und nimmermehr. Am Schluß der letzten Reichstagsseffion hat der Reichskanzler, gewiffer- maßen zur„Krönung des Gebäudes", das„Recht auf Arbeit" prollamirt. Als er sich von den Gegnern bedrängt sah, zog er sich jedoch sofort aus das p r e u h i s ch e L a n d r e ch t zurück, das he.ßt, wie der Abgeordnete Windthorst ihm unwidersprochen vorhielt: aus das Recht der Armenunter st ützung, welches glerchbedeutend ist m.t dem „Recht auf das Arbeitshaus". Und der Reichskanzler hütete sich wohl, der Aufforderung der sozialdemokratischen Abgeordneten nachzukommen und einen Gesetzesentwurf zur Verwirklichung des Rechts auf Arbeit einzubringen. Nicht einmal zum Normalarbeitstag und zur Anbahnung einer internationalen Fabrikgesetzgebung, den bescheidensten Ansängen der Sozialreform, hat die Reichs legierung sich entschließen können. Es versteht sich von selbst, daß wir ge, en die sogenannte„Sozial- resorm" der Reichsregierung protestiren mußten. Was die unter der Schweiz— die gar keine Handelsmarine hat!— ihren Ar- beitern angedeihen läßt, trotzdem ihre Industrie in hervorragendem Maße Exportindustrie ist, diesen Schutz erklärt man den deutschen Arbei- tern nicht gewähren zu können, dagegen schützt man die deutschen Groß- grundbesitzer, die deutschen Großindustriellen direkt und indirekt, damit sie nur ja in der Lage sind, aus dem Weltmarkt alle Konkurrenten unterbieten zu können. Die Rückwirkungen solchen Unterbietens sind zu bekannt, als daß wir sie hier noch anzuführen brauchten. Das sind, meinen wir, Gesichtspunkte, die in Betracht zu ziehen sind, selbst wenn die Kolonialpolitik gar nicht in Betracht käme; und wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir die„Bürgschaften", von denen oben die Rede ist, auch in dieser Richtung suchen. Nun wird aber einmal die Dampfersubvention mit der Kolonialpolitik von deren Befürwortern ver- quickt, und da scheint es uns von Seiten eines entschiedenen Gegners der Letzteren doch ein bedenkliche« Versahren, zu sagen: Ja, was andere Leute damit bezwecken, ist mir gleichgültig, ich trenne die Subvention von der Kolonialsrage, und stimme für sie, weil»c. sc. Gewiß, wir sind keine Sekte, sondern eine politische Partei. Aber gerade deshalb ziemt es sich für uns, die Fragen, die an uns heran treten, in ihrem Zusammenhange zu erörtern, und es einein grundsatzlosen Eklektizismus zu überlassen, sie einzeln herauszugreifen und lediglich nach dem Gesichtspunkt der momentanen Nützlichkeit zu beur theilen. Dieser Eklektizismus ist noch der Ruin aller politischen Par- teien gewesen, die sich ihm hingegeben haben. Selbst wenn unsere Gegner den Zusammenhang der Dampfersubven tion mit der Kolonialsrage leugneten, hätien wir die Pflichl, zu unter- suchen, ob die plötzliche Fürsorge der R-ichsregierung für die Handels- marine nicht gewisse abenteuerliche Unternehmungen zur treibenden Ur- fache hat. Aber dieser Zusammenhang wird allseitig zugestanden. Außerdem ist ja auch ganz klar, daß, wenn einmal der Hang zu Kolonialerwerbungen besteht und von der Reichsregierung unterstützt wird, ihm diese Dampsersubvention bedeutenden Vorschub leisten muß. Aus alledem ziehen wir den Schluß, daß, wie die Dmge liegen, un- sere Partei unter keinen Umständen für die Dampfersudvention eintreten kann. Daß sie an und für sich einer Förderung des Verkehrs unter den verschiedenen Nationen nicht feindlich gegenübersteht, ist selbstver- ständlich. Da sie aber nicht i» der Lage ist, zu verhindern, daß die Schaffung der neuen Dampferlinien Zwecken Vorschub leistet, die sie entschieden verwirft, so hätte sie— falls wirklich der Beweis für die son- stige Bedürfnißsrage erbracht wäre— sich inindestens der Abstimmung zu enthalten, im Uebrigen aber gegen jede Ausgabe auf Kosten des Volkes zu stimmen, deren Nutzen und Nothwendigkeit nicht über jeden Zweifelhinauserwiesenist. Dies unser Standpunkt. Im Uebrigen können wir nur unserer Genugthuung darüber Ausdruck geben, daß sich endlich auch ein Freund der Dampsersuboentron im Parteiorgan vernehmen ließ. Wir haben das längst gewünscht, denn nur dann wird der„Sozialdemokrat" seiner Ausgabe entspreche» können, wenn bei Meinungsdifferenzen innerhalb der Partei jede der disserirenden Richtungen ihre Ansichten im Partelorgan entwickelt. Sozialpolitische Nirndschau. Zürich, 28. Januar 1885. — Die Ergebnisse der Drei Kaiser-Verschwörung in Skiernewice kommen nach und nach immer deutlicher an den Tag. Was sich jeder Unbefangene vorher sagen konnte, ist jetzt offen- kundig; es hat sich um nichts anderes gehandelt als um«ine Erneue- rung und Befestigung der alten Rückoersicherung der Repräsen- tanten der europäischen Reaktion gegen ihre geliebten und beglückten Unterthanen. Als erste Frucht dieser„herzlichen Beziehungen", uin uns »ach berühmten Mustern auszudrücken, verkündete der„Deutsche Reichs- und Preuhliche Staatsanzciger" vom 22 Januar den Wortlaut eines zwischen Preußen und Rußland abgeschlosse»«» Ausli«f»r»ngs- Vertrages, nach welchem di�Regienrngen dieser beiden Länder sich freundnachbarlich ihre politischen Verbrecher, insbesondere aber alle Diejenigen auszuliefern versprechen, welche sich gegen die betreffen- den gekrönten Häupter oder deren Angehörige vergang.n haben, sei es auch nur durch eine siinple Beleidigung, und gleichviel ob die Betreffenden wegen dieser scheußlichen Verbrechen verurtheilt oder auch nur angeklagt sind. Dieser Vertrag steht natürlich im hellen Widerspruch mit der d e ut s ch e n Reichsverfassung, denn wenn er auch nur für Preußen ab- geschlossen ist, so gehört Preußen vorläuftg noch zum deutschen Reich, und in diesem bedürfen Verträge mit auswärtigen Mächten zu ihrer Giltigkeit der Genehmigung des Reichstages. Es handelt sich also nicht nur um einen Fußtritt gegen alle bisher üblichen politi- schen Rechtsdegriffe, sondern nebenbei auch um einen Fußtritt in's Ge- ficht des Reichstages. Wenn die Herren Reichotägler noch einen Funken von Selbstgesühl hätten, so müßten sie diesen Vertrag für null und nichtig erklären, aber—„wie kann man Trauben lesen von den Disteln!" — S. Die Kolonialpolitik hat im deutschen Reichstag anläßlich des Marine-Etats eine ziemlich eingehende Besprechung gefunden, nach- dem sie vorher nur flüchtig gestreift worden war. Bekanntlich hatte Bismarck im Juni vorigen Jahres ein sogenanntes „Programm" seiner sogenannten Kolonialpolitik aufgestellt, welches dar- aus hinauslies: das deutsche Reich solle in gar keiner Weise politisch und miiitärisch engagirt werden— es handle sich nicht um Eroberungen, sondern blas darum, die deutschen Faktoreien und Handlungstreibenden zu schützen. In derselben Rede war aber auch die Rede davon, daß die O st indische Kompagnie dem Reichskanzler als Muster vorschwebe. Firma„Sozialreform" eingebrachten Maßregeln betrifft, so machte, von sonstigen Mängeln abgesehen, schon deren polizeilich-bureau- k r a t i s ch e r Charakter es uns unmöglich, sür sie zu stimmen, nachdem alle unsere Verbefferungsversnche an dem Widerstand der klerikal-konser- vativen Majorität, der die Elsässer und Polen sich zugesellten, gescheitert waren. Gegen Ende der Legislaturperiode— offenbar in der Absicht, einen wirksamen„Wahlrus" zu gewinnen— wurde nrch die Frage der „ K o l o n i a l p o l i t i k" in die Arena des Parteitampses geschleudert. Wie dem Handwerker durch Innungen, dem Bauer durch Kornzölle, so soll dem Handill und der Industrie durch„Kolonialpolitik" aufgeholfen werden. Nun ist uns freilich niemals bestimmt gesagt worden, was man mit Kolonialpolitik meint, allein das Eine ist gewiß: zu einer Kolonialpolitik gehören Kolonien, und solche Landstriche, deren An- nexion oder Eroberung, wie die der englischen und sonstigen Kolonien, dem„Mutterland" einen bedeutenden Waarenexport ermöglichen würden, sind nicht vorhanden, und die noch her-enlosen Landstriche versprechen nur einen sehr fraglichen Nutzen. Damit soll nicht gesagt sein, daß wir ernsthaften Bestrebungen zur Hebung des deutschen Exporthandels abhold seien— aber der modernen„Ürberproouktion" ist durch solche Palliativ- mittelchen nicht abzuhelfen, und wer wirkliche Abhilfe will, so wie wir es verlangen, muß dem Produktionssystem selber zu Leibe gehen. Nun noch ein Wort über den vielberufenen„Antrag Ackermann", welcher in Ergänzung des Jnnungsgesetzes den Jnnungsmerstern das LehrlingSprivrleg sichern und dadurch die Zwangsrnnungen und den Jnnungszwang einichmuggeln sollte. Wir bekämpften natür- lich den Antrag, freuten uns rndeß über die Annahme, weil so die Hand werker Gelegenheit bekommen, sich durch die Praxis von der Thorheit der Zunit- und JnnungS-U.opiftcreien zu überzeugen. Schaden macht klug. Der Aar der modernen Großindustrie läßt sich nicht wieder in das mittelalterliche Ei einsperren, dein er seit Jahrhunderten entschlüpkt ist; und die innungsschwärmenden Meister werden bald merken, daß Lehrlinge halten und lohnende Arbeit und Aust äge haben zweierlei ist. Es wäre ru bedauern, wenn der Ackerrnann'sche Antrag noch schließlich an einem Korinsehler scheiterte, wie in Aussicht gestellt ist— die Radikalkur der Zunstichwärmerei wäre dadurch hinausgeschoben. Hier sei noch auf den flagranten Widerspruch hingewiesen, daß die Und von besagter Ostindischer Kompagnie weiß jeder Quartaner, daß I) gar nicht kolonisirt; und 2) sehr, sehr viel erobert und sehr, str viel Kriege veranlaßt hat. Das„Programm" des Herrn Reichskanzlers hatte also von Anfach an ein gewaltiges Loch, ja mehrere; und es gehörte eine unzewöhnliP Dons von Raivetär dazu, um das„Programm" ernst zu nehmen. Die Art uno Weise, wie im vergangenen Sommer und Herbst dit ögenannte„Kolonialpolitik" an die große Glocke gehängt und im go» vernementalen Sinne ausgenützt ward, liefert für sich einen genüg-rndtf Beweis, daß die Koloniaipolitik nicht Zweck ist, sondern blos Mittel zur Erreich mg gewisser gouoernementaler Zwecke— gleichviel ob dem G-diet der äußeren ooer der inneren Politik oder auf beiden. Die Vorkommnisse in Kamerun zogen den Schleier hinweg, der die Koloniaipolitik noch nothdürftig bedeckt hatte. Es war auf eininal klar: 1) daß die gerühmten Landerwerbunge« ohne die Zustimmung der dortigen Völkerschaften erfolgt waren; 2) das die erworbenen Ländereien ohne Blutvergießen nicht behaupte! werden können; und endlich 3) daß, wenn sie überhaupt in deutsche» Besitz bleiben sollen, das deutsche Reich für die sogenannte Kolonial' Politik ganz bedeutende, in ihrer Ausdehnung ganz unberechenbare Opse> zu bringen genöthigt ist. Hiermit war das„Prograinm" Bismarck's in tausend Fetzen zerrissen und ohne die chauvinistische Hundswuth, an der ja jeder deutsche Philistel mehr oder weniger akut leidet, würde die Majorität des deutschen Reich»' tags aus die Nachricht aus Kamerun hin die famose Dampfbarkaff« des Zukunftsgouverneurs von Kamerun unmöglich haben bewillige»! könne». Unter der Einwirkung des Chauvinismus wurde der Posten fast ohn« Debatte bewilligt. Bei Berathung des in Folge der Kolonialpolitik erhöhten Marine» Etats kam es, wie gesagt, zu einer ziemlich eingehenderen Debatte übel Kolonialpolitik. Und zwar zu einer, wenn auch b.i Weitem nicht er- chöpfenden, doch sür die dabei betheiligten Parteien sehr charakteristische» Debatte. Die Konservativen und Nationalliberalen stieße« natürlich patriotische Jauchzer aus; der Mühe, für ihren„Standpunkt" Gründe zu entdecken, entzogen sie sich natürlich— aus Patriotismus Das Zentrum drückte sich, durch den Mund seiner Redner, völliZ korrekt aus; die Kolonialpolitik werde dem deutschen Volke keine Vor- theile bringen, höchstens einigen begünstigten Individuen; die Kolonial' Politik werde uns Verlegenheiten und Opjer jeglicher Art bereiten; da» Bismarck'sche„Programm" sei bereits überschritten worden. Die nothwendige Konsequenz dieser Auffassung war, daß das Zentral» gegen die Mehrforderungen zu Gunsten der von ihm so scharf vet' urtheilten Kolonialpolitik stimmte. Das Zentrum stimmte für die Mehrforderungen. Die Fortschrittspartei war etwas konsequenter in der Jn> konsequenz. Sie bedauerte die Vorgänge in Kamerun; erklärte sich prii» Zipiell gegen die Kolonialpolitik, praktisch aber sür eine Kolonialpolitik, die sich im Rahmen des Bismarck'schen„Programms" vom vorige» Juni bewegte, fand es nicht erwiesen, daß dieses„Programm" von ve« Regierung überschritten worden sei, und stimmte für die Mehrsot' derungen. Die Sozialdemokraten, in deren Namen Hasencleve« prach, verurtheilten dre Kolonialpolitik im Allgemeinen und Besondern! und sie stimmten daher selbstverständlich gegen die Mehrsorderung,>»>« ie denn als prinzipielle Gegner des herrschenden Systems gegen de» ganzen Etat stimmen werden. Bei dieser Gelegenheit sei noch erwähnt, daß die R e g i e r u n g s' Vertreter in dieser Debatte den Z u s a m m e n h am g o e« Kolonialpolitik mit der Dampfersubvention au! das Schärf st e betonten— eine Offenherzigkeit, für welche wi» im Interesse der Klärung aufrichtig danken. Die Reichsregierung muß es doch wissen! Zipiell im Ai politil Nu! Diszi, stellen darlas Abgec halt hinges soziail genr stimm nau i lano Ichen" von S Nu; »erschs — In der Debatte über die Börsenbesteuerung oec trat K a y s e r den Standpunkt der Sozialdeinokratie. Er führt« au», daß unsere Abgeordneten einer solchen Besteuerung, wie überhaupt jevest neuen Steuer gegenüber sich ablehnend verhalten müssen, und daß nia» höchstens dann->n° vorwiegend die ausbeutende Klaffe treffende Steue«! sanuiontren könne, wenn dafür vorhandene Steuern, die»»! sonders schwer aus dem„armen Manne" lasteten. ,. B. die S a l z( st e u e r ic., in gleichem Betrage abgeschafft würden, woran natürlil nicht zu denken ist. — Das schmachvolle Verfahren der Karserliche« Werftbehörden in Wilhelmshaven kam am Dienstag>>» Reichstag zur Sprache. Genosse M e i st e r legte den— unseren Lejerff bekannten— Sachverhalt kurz dar, und interpellirte den anwesende« Marineminister Caprivi. Dieser leugnete nicht, daß Arbeiter, wetch sozialdemokratische Stimmzettel vertheilt, oder der Bertheilung beschuldigt worden, aus der Arbeit entlassen worden sind, erklärte das ader fü« korrekt, und verwies dabei auf den fchon in früheren Jahren bekaniü gewordenen Paragraph der Werstordnung, nach welchem jeder Arbeite« der einem sozialdemokratischen Berein angehört, entlassen werden soll- Dieser schmachvolle Paragraph oatirt aus dem Jahr der Schande 1878 Bon Meister wurde dem Herrn Caprivi entgegnet, daß die Geinaßregelte« ja gar kemem sozialdemokratischen„Verein" angehört hält n, sonder« einfach wegen Ausübung ihres vornehmsten Slaatsbürgerrechts: de» Wuhlrechis, gematzregelt worden sind. Eme F-che Antwort des Herr»! Caprivi, der etwas von joziatdemokratischem„Gift" sagte, zog iR»! eine Züchtigung Seitens des Genossen Bebel zu, der dem i»rrn Marinemuilsler klar machte, daß das sozialdemokratische«yst dur-»««» Mittel der Gewalt von der Armee und Flotte ferngehalte--oxrden. lann. temer Oeffei Zwar fein s> war. tung, Zu vi« bemok einige; «ne e Nachtl siiid 0 ium e Nichts kraten Jnler das i! viele Allein welch« »N de verde sozial; «end, ordne gelon sicher! Weichs sie h- gen t dl büne, Weil darül «enr Der Kreis steckt. Tasck Bis» einer form Fürs 6ch de» Reick in d Alte ein; in g Jnd ängs ganz ten b e i burs soll in* hat» soll veri — Die sozialdemokratische Fraktion hat in Bezugs die Kolonialsrage bekanntlich mit Einstimmigkeit den>e, slhluß gefaßt, die von Fürst Bismarck inaugurlrte Kolonialpolitik pn, ihre wer in 1 lag de« Frc rüs; ged end det, So den vor Lei «p-v e i ni Zw un un W, au' dr< bei nei kei Innungen, d. h. eine Beschränkung der Großproduktion, von densel! Leuten gefordert werden, welche nach Kolonien schreien und sür Deutß tand den Weltmarkt beanspruchen, der nur durch Kräftigung de Großproduttion zu erobern ist. Wähler Deutschlands! In Vorstehendem haben wir uns eingehend über da« Wesen der je? Alles deherrschenden sozialen Frage ausgesprochen und Euch in de« Stand gesetzt, ein Urtheil zu bilden. Es bleibt uns jetzt blos noch wenig zu sagen. Unser Prograinm ist einfach: wir wollen eine gerechte und ver nü n stige Regelung der wirthschaftlichen Verhält' Nisse durch den Staat, und da diese ungeheure soziale Umgt staltung nicht durch den Willen eines Einzigen, nuht durch Utas« vo> Oden herab delretirt werden kann, sondern des freien, begeisterten Z» saininenwlrkens der Botksmassen dedarf, so sind wir zugleich für äff Forderungen der Demokratie. Di« politischen und soziale« Fragen sind sür uns untrennbar. Sozialismus ohne Dem» kratie wird Kasernen- und Polizeisozialismu» Demokratie ohne Sozialismus ist Manch« st erthui« Getreu unseren Grundsätzen haben wir stets»m Reichstag nach Kräft» das Wohl des Volkes zu fördern gesucht. Prinzipiell Gegner des Herl schenven Staatssystems, mußten wir diesem die Mittel zu seiner Existe» und Kräftigung verweigern, indem wir gegen jegliche»est Steuer, gegen das Tabaksmonopol und jedesmal g e g r den Gesammt-Etat stimmten. Prinzipielle Gegner alle Ausnahmegesetze, durch welche das Fundame« aller gesunden staallichen Entwicklung:„Gleiches Recht für Alle" duril brachen wird, haben wir die Abschaffung aller Ausnahm« g e s e tz e, auch der gegen unsere Feinde gerichteten, besürwortet, u» gegen die Ausnahmegesetze jeder Art gestimmt. Prinzipielle Gegner jeder Beschränkung der Freiheit, jeder Ungere« tigkeit und jeder sozialen. Kurpfuscherei, mußten wir außer den sch« erwähnten Maßregeln die GewerbeordnungS-Novelle, welche Handel u» Wandel der Po.izeigewalt überliefert, mit Nachdruck delämpien; u« konnten dem Dynamitgesetz nicht zustimmen, das eine juristische Ui-Ij heuerlichkeit ist und odenbrem den kompetensten Autoritäten zi Lä seinen Zweck vollständig verfehlt. he/"»k Man klagt uns der„reinen Negation" an. Mit Unrecht. Wir h»hin« kr de« leh de« B« di< st" M L M et 5> tt t* :f! Ii- Ii} >f il- ai in erst ßipiell ju bekämpfen. Dem entsprechend sprach auch Hasenclever 9 im Austrage der Partei bei Berathung des durch die samose Kolonial- Politik emporgeschraubten Marine-Etats. nl Run geht aber durch die Presse eine Nachricht, welche geeignet ist, die st Disziplin der sozialdemokratlichen Fraktion in ein zweifelhastes Licht zu stellen i wir meinen die Nachricht, bei der Abstimmung über die Dampf- W barlasse des Gouverneurs von Kamerun habe ein sozialdemokratischer * bibgeordneter für die Vorlage gestimmt, der Rest sich e n t- halten. Dies wird als Beweis der Uneinigkeit und Zerfahrenheit hmgesitllt. Die Wahrheit ist: jene Nachricht ist falsch; es hat kein sozialdemokratischer Abgeordneter an jener Abstimmung theil- genommen— eine Thatsache, die sich daraus erklärt, daß die Ab- Piinniui g früher erfolgte, als die Fraktion betreffs ihrer immerhin ge- »au zu erörternden Stellung zur Kolonialfrage zu einer Entscheidung gelangt war. Prinzipielle Uebereinstimmung herrschte von An- sang an mit Bezug aus diese Frage; was die Gegner von„stürmi- lchen Debatien" im Schooße der sozialdemokratischen Fraktion reden, ist von A bis Z erfunden. Nur in Bezug aus die Dampsersubvention sind Meinungs- verschiedenheilen zum Ausdruck gekommen. — Das A t t e n t a t s f i e b e r hat sich auch im R e i ch S t a g e bemerllich gemocht. Durch eine Verfügung des Bureau's ist nämlich die �rffenllichkeit der Verhandlungen wesentlich beschränkt worden, und i«ar dadurch, daß künftighin der Zutritt nur noch gegen Karten erlaubt sein soll, was früher nur bei besonders sensationellen Sitzungen der Fall war. Entschuldigt oder beschönigt wird diese Maßregel mit der Behaup- iung, daß der freie Zutritt„mißbraucht" worden sei. Es hätten sich »u viele Zuhörer oder Zuschauer eingedrängt; und speziell den sozial- bemokratlschen Abgeordneten wird— allerdings nur unter der Hand in ftnigen Winkclblältern— der Vorwurf gemacht, sie hätten wiederholt tiue größere Anzahl von Parteigenossen aus die Tribüne gebracht, zum Nachtheil oder doch zur Unbequemlichkeit des übrigen Publikums. Das stnd aber Flausen. Daß die Sozialdemokraten zu dem Tribünen-Publi- bum ein bedeutendes Kontingent gestellt haben, ist richtig; das ist jedoch Nichts Tadelnswerthes, sondern gereicht im Gegentheil den Sozialdenio- kralen nur zur Ehre, weil es beweist, daß unter ihnen das politische ömerqie reaer ist, als bei den Anhängern der andern Parteien. Auch bas rst richtig, daß die sozialdemokratischen Abgeordneten verhällnißmäßig viele Besucher aus die sogenannte Abgeordneteinribüne eingeführt haben. Nllein die» erklärt sich aus dem schon hervorgehobenen regen Interesse, welches die Sozialdemokraten an öffentlichen Dingen, und namentlich an den Reichstagsverhandlungen nehmen. Außerdem muß auch bemerlt werden, daß sich sehr häufig Mitglieder anderer Parteien an die sozialdemokratischen Abgeordneten um Einlaß gewendet haben und noch wenden, weil diese im Ruf stehen, zugänglicher zu sein, als die Abge- ordneten anderer Parteien. Und daß unsere Vertreter in dieseir Ruf sselommen sind— und nicht mit Unrecht— das gereicht ihnen doch sicherlich nicht zur Unehre. Jedenfalls hatten sie das Recht, Besucher, welche auf die Zuhörertribüne zu gehen wünschten, dahin zu führen', ja, sie hatten als wahre Volksvertreter sogar die Pflicht, denn die Sitzun- tzen de« Reichstags sinv öffentlich, und die Bürger oes deutschen Reichs sind zum Zutritt auf die Tribünen berechtigt. Eine Unzuträglichkeit sür das hör- und schaulustige Publikum— durch Uedersüllen der Tri- bünen— ist aber niemals eingetreten, und konnte nicht eintreten, weil Beamte an dem Eingang der Tribünen stationirt sind, welche darüber zu wachen haben, daß keine Uedersüllung staltfindet, und welche in, Falle der Uebersullung die Neuankommenden zurückzuweisen hatten. Äenug, alles zur Beschönigung jener Maßr.gel Gesagte ist eitel Flunkerei. Der wahre Grund ist in dem Altentatsfieber zu suchen, das in gewissen Dreisen graffirt, und speziell dem„Eisernen" Kanzler in den Gliedern steckt. Man wird sich erinnern, daß das Herausziehen eines weißen Taschentuchs durch einen Tribünenbesucher vor einiger Zeit dem Fürsten Bismarck die komischsten Beklemmungen verursachte uno ihn sogar zu «inem heftigen, entichieden von turnerischer Begabung zeugenden Angst- sprung bestimmte. Und den Lesern wird außerdem bekannt sein, daß Fürst Bismarck sich in den Reichstag nur in Begleitung eines ganzen Schwarmes von„Geheiinen" wagt, deren konsisziite Gesichter auf de» Tribünen, in den Couloirs und in der nächsten Umgebung des Reichstags stets ein untrügliches Zeichen sür die Anwesenheit des Eisernen in den heiligen Reichsiagsballen ru fein pflegt. Neuerdings hat daS Altenlatsfieder wieder beträchtlich zugenommen,— wobei allerdings auch ein BlSchen Komödie mit im Spiel« ist. Man stellt sich bedroht, um in gewiffen Kreisen den Glauben an eine Gefahr zu erwecken. Jnd.ß hier ist entschieden auch wirkliche Angst vorhanden. Denn einen ängstlicheren, sür seine Haut mehr desorgten Mann gibt es nicht im ganzen deutschen Reiche, als unseren sogenannten„Eisernen". � Zum Rumpf-Attentat. Wenn man den Zeitungsnachrich- ten Glauben schenken darf, so hätte der Gensdarm in Hockenheim bei Mannheim mit der Verhaftung des sonderbaren Handwerks- burschen in der That einen„glücklichen Griff" gethan. Der Verhasiete soll Julius Lieske heißen, aus Zossen bei Berlin gebürtig sein und in Basel, wo er längere Zeit gearbeitet bat. sich als Anarchist ausgespielt haben. Nach einigen Blättern soll er selbst geständig sein, nach anderen soll ihn sein eigener Bruder bezichtigen, er habe das Altentat an Rumpf verübt. Wir geben diese Mitlheilungen unter aller Reserve wieder. — Das Begräbniß des Rumpf gestaltete sich zu einer, in ihrer Art großartigen Demonstration. Daß Leichenbegängniffe zu im- posanten Kundgebungen des öffentlichen Geists und des VollsgewiffenS werden, ist nichts Seltenes. Aber der Regel nach liegt das Imposante in der Massen betheiligung. Hier bei dem Begräbniffe des Rumpf lag das Imposante im Gegentheil i in der Massen enthalt» ng. Trotz des Ungeheuern Aussehens, welches das Attentat aus den Rumpf in Frankfurt gemacht hatte, trotz der angeblich so außerordentlichen Ent- rüstung der Frankfurter Bürgerschaft über das Attentat und ihrem angeblich so außerordentlichen Respekt sür das Opfer des Atteiitals, und endlich trotz der dringendsten Einladungen zur Theilnahme an dem Beet »>- et S- (t ttj oll •er us. oei IflH uef i ei* ii* eil De# 3 S tefc te# er# :r#j rn in n ;e# ti eti K 4 % detaillirle Arbeitergesetze vorgeschlagen, die den Ansang einer wirklichen Eozialreform gebildet hätten,— sie sind, als von uns kommend, von den übrigen Parteien zurückgewiesen worden. Auch zu solchen Gesetzes- vorlagen, die wir vollständig verfehlt halten mußten, arbeiteten wir Verdesserungsanträge aus— sie wurden regelmäßig von den übrigen nb»et�t)»»r. Wl-,(„Miibe.«i und bakübec nicht Wir sind die einzige Partei, welche die Sozialreform ernst nimmt; allen übrigen Parteien ist die Sozialreform nur Mittel zum Zweck. Wo immer die Gelegenheit sich bot, traten wir im Reichstag für das unterdrückte Recht ein, forderten Bestrasung der Willkür, Enlichäeigung unschuldig Verfolgter, Errichtung von Garantien für die Freiheit der Wahl. Wenn unsere Anträge und Interpellationen— z. B. der Antrag aus kriminelle Bestrafung der Polizeibeamten, welche im Frühjahr 188!! drei Abgeordnete verhastetrn oder„sisiirten", und die Interpellation betreffs des an die russische Regierung ausgelieserten Ruffen Bulyghin — vielfach nicht zur Verhandlung kamen, so ist auch dies aus die Geg- nerschast der übrigen Parteien zurückzuführen, welche die Arbeiterpartei keinen Einfluß gewinnen lassen wollen. Keine Arbeitergesetzgebung ohne die Sozialdemo- krati«! Das Gute— leider ist es blutwenig—, das in den Arbeitergesetzen der verflossenen Legislaturperiode steckt, ist der Sozialdemokratie ent- lehnt, und was ihr nicht entlehnt ist, wird von keinem klardenkenden deutschen Arbeiter für gut gehalten. Dieser Erfolg einer unterdrückten, geknebelten Partei liefert den besten Beweis, daß der Satz der Physik: keine Kraft geht verloren, auch sür die Politik gilt; keine Kraft geht verloren, sie erzielt stets eine ihr ent- sprechende Wirkung. Und bisher waren wir nur ein kleiner Bruchtheil des Volkes. Die Masse hielt sich uns fern, weil sie uns nicht kannte. Was würde erreicht werden, wenn die Masse des Volkes ihre Freunde von ihren Feinden zu unter- scheiden wüßte! Wähler Deutschlands! Laßt Euch nicht berücken durch Eure Gegner! Laßt Euch nicht be- -rücken durch die Parteien der Vergangenheit: die Kon- gräbnisse des Rumpf— fand sich kein einziger Bürger oder Arbeiter ein; es waren nur Beamte— Beamte und nichts als Beamte, welche dem Sarg folgten, und welche ihm folgten, weil sie mußten. Als Zuschauer figurirten blos„Louis" und Dirnen! Die würdigen „Stützen" der durch Rumpf vertretenen„Ordnung"! Dieses vollstän- dige Fehlen des Bürger- und Arbeiter-Elements, dieser ausschließlich offizielle und zeremonielle Charakter des Leichenbegängnisses spricht be- redter und eindrucksvoller als irgend eine Demonstration es vermocht hätte, daS Urtheil des Volks aus.' Das Gewissen des Volks hat protestirt gegen das schmachvolle System, unter dessen schuldbeladenen und ehrlosen Vertretern der getödtete Mann einer der schuldbeladensten und ehrlosesten war. Das Schweigen der Völker ist die Lehre der Kö- nize! sagte einst der bürgerliche Liberalismus. Wir sagen: das Fehlen des Volks bei dem Begräbniß des Polizeiraths Rumpf bedeutet die Verurtheilung durch das Volk des in diesem Rumpf ver- körperten Schand-Polizeisystems. Wie man uns miltheilt, sind die obersten Polizeibehörden, und wohl auch noch höhere Leute außer sich über diese demonstrative Haltung und Ent halung der gesammten Einwohnerschaft Frankfurts. Ein sehr vor- nehmer Polizeibeamter hat in seiner Wuth sich zu der Aeußerung ver- stiegen, die Frankfurter Bürger hätten durch ihr Benehmen sich zu mo- ralischen Mitschuldigen des Mörders gemacht. Nun— von den Mitschuldigen des„RumpftödterS" wollen wir hier nicht reden; tausendmal verächtlicher sind uns die Mitschuldigen des Rumpf. Und noch verächtlicher als die Mitschuldigen sind uns die- jenigen, welche den Rumpf gemacht, d. h. ihn großgezogen und angestellt haben. Christliche Philanthropie. Das niederträchtige Versteck- spiel, mittelst dessen bei der Debatte über den Hertling'schei- Antrag die Schweiz als Sündenbock für die in Deutschland beliebten Verbrechen an der Arbeiterklasse herhalten Mußte, hschen wir bereits in unserem letzten Leitartikel gekennzeichnet. Hier noch ein Beispiel. Herr Ackermann, der in keiner von seinen Reden sein Christen- thum hervorzuheben unterläßt, der eine Säule ist der Frommen im Lande Sachsen, dieser Herr Ackermann trat mit heiligem Feuereifer für die— Kinderarbeit ein. „Gehen Sie einmal nach Plauen in dem sächsischen Voigtland", rief er aus,„und sehen Sie sich an, wie hoch entwickelt, wie im Ausschwung die Industrie der S t i ck m a s ch i n« n ist. Wir haben in einem langen und schweren Kampfe mit der Schweiz ge- legen. Die Plauen'sche Jnvustrie ist aus diesem Kainpfe siegreich hervorgegangen; sie hat die Schweizer Konkurrenz überwunden, sie gilt jetzt mehr als die Schweizer Waare. Aber die Schweizer ver- wenden ihre kleinen Kinder, obgleich die Gewerbeordnung die Kinder- arbeit bis zum 14. Jahre ausschließt; sie können jedoch zu diesem Geschäft die Kinder nicht entb. hren, und die Behörden geben darum Dispensation, und die kleinen Kinder mit den kleinen Fingern Hefteln und fädeln ein wie bei uns so in der Schweiz, Nun wollen Sie der Plauen'schen Industrie das auf einmal verbieten? Die Plauen'sche Industrie ist dann konkurrenzunfähig gemacht. (Sehr wahr l rechts.) Es schadet diese Arbeit auch den kleinen Kindern gar nichts, sie können ohne alles Bedenken und ohne all« Gefahr sür ihre Ge- sundheit sechs Stunden lang zu solchen kleinen Dingen verwendet werden. (Sehr richtig! rechts.)" Schamloser kann man die Thatsachen nicht verdrehen. Nicht die Dis- pensationen der schweizerischen Behörden zwingen die frommen sächsischen Fabrikanten, nach dem Muster ihres Heilandes auszurufen: Lasset die Kindlein zu uns kommen— in die Fabriken! sondern umgekehrt, die Praktiken der sächsischen Ausbeuter sind es, welche die Dispensationen in der Schweiz herbeiführen. Es fällt uns nicht ein, für die Schweizer Fabrikanten eine Lanze brechen zu wollen, jedoch der Wahrheit die Ehre: in Punkts Ausbeutung kommt das gute Betspiel von Deutschland! Ader diese Arbeit„schadet ja den Kindern gar nicht!" Selbstverständlich! Sie ist ihnen im Gegentheil höchst zuträglich. Was gibt es Gesündere« sür ein Kind von 12 Jahren, als Tag für Tag sechs Stunden in Spinnereien, Stick-reien rc. die Arbeit des Einfädelns und Anhestens zu verrichten! Augetrihmer können sie ihre Jugend gar nicht verbringen. Es ist ja die f* Hochherzigkeit, wenn die Herren nicht ihren eigenen Kindern diesen Jeiloertreib reserviren, son- dern ihn den Kindern der Armen überlassen! Wie sagt doch gleich Lasargue in seinem„Recht aus Faulheit"? Die Materialisten werden es ewig bedauern, daß es keine Hölle gibt, in welche man diese Christen, diese Philanthropen, diese Henker der Kindheit spediren kann!" — Die schweizerischen Arbeiter sind die Antwort auf die im Reichstag gesallenen Redensarten über ihre Stellung zum Normal- arbeilstag rc. nicht lange schuldig geblieben. Am letzten Sonntag fand iin Saale des alten Schützenhauses in Zürich eine glänzend besuchte allgemeine Arbeiterversammlung statt, die nach Anhörung eines vortrefflichen Referates des Pros. S. V ö g e l i n über Internationale Fabrikgesetzgebung und Erweiterung der schwei- zerischen Fabritgesetzgebung(Ausdehnung der Vorschriften betreffend die Kinderarbeit auch auf das Kleingewerbe rc.) neben den von Herrn Prof. Vögelin im Sinne feines Referats beantragten Resolutionen folgende aus der Mitte der Versammlung beantragte Resolution einstimmig annahm: „Gegenüber den im deutschen Reichstage bei Berarhung der Arbeiter- schutzgesetzgebung(Anträge Herlling rc.) g-fallenen Aeuherungen, daß die schweizerischen Arbeiter, die ansang« dem elsstündigen Normalarbeitstag zugejubelt hätten, ihn später verflucht haben sollen, erklärt die heute im allen Schützenhaus stattfindende allgemeine Ardeiterversammlung, daß diese Behauptung in keiner Weise den Thatsachen entspricht. „Tie Arbeiterschaft der Schweiz betrachtet»ach wie vor den gesetzlichen Muximalarbeitstag als eine unter keinen Umständen auszugebende Er- rungenschast, dessen Weiterausvau n»r durch den Umstand erschwert wird, .------—... � M.... s„ B... v............. Ichtcs e rv a t r o e n und das Zentrum, welche die heutige Gesell>chast bekämpfen, ihre Fundamente aber» cht angreisen, aus ihren Mißständen Vortheil ziehen, und dem„kleinen Mann" die unmögliche Ruckkehr in die Vergangenheit, in's Mittelalter als Rettungsmittel vor- gaukeln. Laßt Euch nicht berücken durch die Parteisn der Gegenwart: die Liberalen aller Lchattirungen, Deutschfreisinnige, Fortschrittler, VolksparteNer, welche auf dun Bocen der heutigen Gesellschaft stehen, und die ungerechte Geselljchaslsordrung der Gegenwart mit all' ihren wesentlichen Mängeln und Ungeiechiigkeiten aufrechtzuerhalten bestrebt sind. Gebt Eure Stimmen der Partei der Zukunft: der Sozial- d e»i o k r a t i e, welche mit gleuter Energie gegen die Parteien der Vergangenheit wie der Gegenwart Front macht und aus dem Wege der organischen Fortdildung und Foitertwicklung eine, die Interessen Aller zur vollsten Gettu-'g bringende Staats- und Gesellschasisordnung herbeiführen will— kurz der Partei, wilche eine bessere Z u k u n s t vorbe- reitet, und der darum die Zukunft gehört. Wähler Deut chlands! Wir haben in ruhigen Worten zu Eurem Ver- stände geredet. Neun Zehntel vonEuch haben ein Lebens- interesse daran, daß Staat und Gesellschaft so re- formirt werden, wie wir es verlangen. Diesen neun Z-Hnteln rufen wir zu: Gebt unseren Kandidaten Eure Stimmen, sie sind Cure Kandi- baten! Gebt nicht Euren natürlichen Gegnern die Stimme, die als Vertreter der d. sitzenden Klasse die heulige Staats- und Gesell- schastSordnung zu erhalten ein Jnlecesse haben und Euch durch allerlei Blendwerk zu täuschen suchen. Man wird das„ r o t y e Gespenst", dieses letzte Mittel bankerotter Politiker, berausbeschwöre». Laßt Euch nicht ins Bockshorn jagen. Ge- spenfter gibt's nur iür die Duiniiie». Wir haben nie den revolutionäre,� Charakter unserer Partei verleugnet und werden es nie thun. Aber ge- rade weil wir Revolutionäre sind, das heißt dre gründliche Ausrottung der vorhandenen Miß st ände, dieradi- kale Umgestaltung der heutigen Produktionsverhältnisse wollen, sind wir piuizipieUe Gegner von Putschen und sonstigen G e w a l t t h ä t i g k e> t e il, die in einem Kulturlande wie Deutschland keine» Sinn habe». Wir Häven unsere Feinde gezivungen, die Lösung der sozialen Frage daß die industriellen Nachbarländer der Schweiz, namentlich das deutsche Reich, bisher einem derartigen Arbeiterschutz sich ablehnend gegenüber- gestellt haben. „Sie drückt bei dieser Gelegenheit ihr lebhaftes Bedauern darüber aus, daß die deutsche Reichsregierung auf die im Frühjahr 188l von Seite des schweizerischen Bundesrathes an sie ergangenen Anfrage, ob dieselbe einer internationalen Vereinbarung in Bezug aus die Arbeitergesetzgebung geneigt sei, verneinend geantwortet hat. „Sie fordert die Arbeiter aller Länder, insbesondere die Genoffen Deutschlands, aus, unablässig foctzusahren im Kampf sür Durchführung aller für den Arbeiterjchutz nothwenvigen Maßregeln." Wohl bekomm' s, verehrte Herren Buhl und Kompagnie! — Kapitalistische Geständnisse. Wie in der kapitalistischen Gesellschaft jeder Fortschritt auf dem Gebiete der Technik zunächst dazu dienen muß, die Ausbeutung der Arbeiter zu steigern, dafür hat in der Reuhslagssitzung vom 14. Janüar der konservative Abgeordnete Lohren einen diastischen Beweis geliefert, als er über die Zunahme der R a ch t a r b e i t der Frauen in den Fabriken sprach. Der eine Grund, der daiür angeführt wird, sagt er,„ist die Ueberpro- dultion, und oer andere besteht darin, daß man jetzt das elektrische Licht eingeführt und die Nacht zum Tage gemacht hat. Wie begeistert haben naive Gemüther nicht die großartig« Errungen- schuft der Neuzeit, das elektrische Lucht, begrüßt, rhren Segen sür die Menschheit gepriesen!— pah, sagt der kapitalistische Ausbeuter, elektrr» sches Licht? Famos! Da kann ich ja meine Maschinen auch Nachts ar- besten lassen. Also tummelt Euch, ihr Nichtsnutze von Proletariern, die ihr bisher ganze Nächte hindurch gefchlasen oder sonstige Allotria ge- trieben habt; heran, jetzt hat dieser Unfug ein Ende, jetzt werdet ihr euern Schlaf hübsch nach den Bedürfnissen der Fabrik einrichten! O, es ist ein herrliches Ding um den— Fortschritt! — Aus dem Lande der Niedertracht und Heuchelei — um leicht erklärlichen Jrrthümern vorzubeugen, ertlären wir, daß wir hierunter den Kaiserstaat Oe st erreich verstehen— kommt uns eine Nachricht, die an Erstaunlichkeit ihres Gleichen sucht. Die Regie- rung hat— man höre!— beim Reichsrath ein Ausnahmegesetz gegen die Sozialdemokratie eingebracht! In Oesterreich ein Ausnahmegesetz! Als ob dieses zusammengestoylene und zujauimen- geh—«iratete Reich, mit seiner ungeheuerlichen Versassung ohnehin nicht ein« Anomalie, eine Ausnahme von allem gesunden Menschenverstand wäre! In Oesterreich, wo Dank dem famosen Zeitungsstempel, der noch famo- seren Zeitungskaulion und dem allerfamosesten„objektiven Aeqahren" die Regierung das Mittel in der Hand hat, auch das zahmste Arbeiter- blatt tovt zu machen, Ausnahmeparagraphen gegen die sozialistische Presse! In Oesterreich, wo Bereine und Versammlungen längst der brutalen Willkür der Polizei preisgegeben sind, Ausnahmeparagraphen gegen so- ziattstische Vereine und Versammlungen! Man saßt sich unwillkürlich an die Stirn und fragt sich, ob denn so etwas auch nur möglich sei. Natürlich, es ist möglich— was wäre in Oesterreich unmöglich? Und zudem, sehen wir nicht, wie die heutigen Slaatsweisen in Oester- reich in jeder Beziehung Bismarck nachzuäffen sich bemühen? Wie Franz Joseph sich dadurch auszeichnet, daß er seinen erlauchten unv theuren „Bruder" in Berlin in Punkte Milstäridiotise noch übertrifft, so Graf Taaffe in Punkts Genialität den großen Kanzler. Alle Regierungskunst- stückchen des Letzteren werden von Herrn Taaffe mit wahrer Virtuosität imilirt und so auch das Sozialistengesetz. Eine wörtliche Abschrist tonnte man allerdings leider nicht brauchen, die hätte gegen den Statu» quo in Oesterreich zu wenig abgestochen, ja eher noch als eine Verbesserung ausgesehen, wo also diese Gefahr sich zeigte, da wurden schleunigst neue Paragraphen geschmiedet. Als solch' eine spezielle österreichische Blüthe präsentirt sich uns der § ll des ersten Artstels. „ff 11. Die Theilnahme an einem Vereine, welcher in Gemäßheit der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen und Vorschriften gebilvei worden ist, jedoch den im ff 1 angeführten Bestrebungen dient, begründet sür den Theilnehmer, welchem dieser Umstand bekannt war, eiir Vergehen und ist mit st r e n g e m A r r e st von drei Ml o» a- ten bis zu zwei Jahren, womit Geldstrafe von 1 fi. bis zu 50» fl. verbunden werben kann, zu bestrasen." Ferner: „Art. II. ff 4. Das Vergehen der Weiterverbreitung einer verbotenen oder mit Beschlag belegten Druckichrist und das Vergehen der Veröffentlichung des Inhaltes der Druckschrift(ff 24 des Preß- gesetzes) sind, wenn die Weiterverbreitung aus Grund dieses Gesetzes verboten worden ist, mit strengem Arrest in der Dauer von sechs Monaten bis zu drei Jahren, womit Gelostrase von 100 fl. bis zu 500 fl. verbunden werden kann, zu bestrafen. ff 5. Gegen Denjenigen, welcher sich im B e s i tz e von Druckschriften, die den im ff 1 angeführten Bestrebungen dienen, unter Umständen befindet, welche aus seine Absicht, sie zu verbreiten, hinweisen, und nicht glaubhast zu machen vermag, daß er diese Absicht nicht habe, ist die auf die Weiterverbreitung der Druckschrist festgesetzte Strafe zu verhängen." Und schließlich: „Art. IV. Gegen Personen, welche sich die Agitation für die im Artikel I, ff 1 dieses Gesetzes bezeichneten Bestrebungen oder die För- derung solcher Bestrebungen zum Geschäfte machen, dann gegen Personen, welche wegen Zuwiderhandlungen gegen Bestimmungen die,eS Gesetzes, oder die wegen strasbarer Handlungen, welche mit den im ff 1 des Ar- tikels I bezeichneten Bestrebungen im Zusammenhange stehen, rechts- kräftig verurtheilt worden sind, kann die Stellung unter Polizei- a uff ich t mit den Wirkungen des Gesetzes vom 10. Mai 1873, R. G. Bl. Nr. 108, auf die Dauer von drei Jahren verhängt werden." Die erwähnten„Bestrebungen" lauten nach deutschem Muster: „Soziali st ische, auf den Umsturz der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung gerichtete Be- strebunge n." als oberste Aufgabe des Staates anzuerkennen; wir werden auch ferner- hin mit unseren Feinden fertig werden. Im Jahre 1878 heftete man, zur Erreichung reaktionärer Zwecke, die bekannten Attentate an die Rockschöße der Sozialdemo- k r a t i e. Heute weiß Jebermann, daß Hödel ein geistig und törper- lich verkommener Mensch war, bei dem von politischer Ueberzeugung keine Reve sein konnte; und daß N o b i l i n g, ein ehrgeiziger Streber, der vor seiner That sich selbst als Nationalliberaler bekannte, ohne die tendenziöse Ausnutzung Hödel'» nie an ein Altentat gedacht. Während der jüngste» Debatten über das Sozialistengesetz— da« ist bezeichnend — wagte kern Redner die Soziatbemokratie mit jenen Attentaten und gewissen späteren„Anarchisten"- Streichen in Verbindung zu bringen. Dessenungeachtet ist das Sozialistengesetz mit ziemlicher Stimmen- Mehrheit verlängert worden. Sogar 28 Mitglieder der deutschsreisinntgen Partei uno ei» großer Theil des selbst unter Ausnahmegesetzen stehen- den Zentrums haben sür die Vertängerung gestimmt. Wie erklärt sich das? Thatsache ist: Jedermann im Reichstage weiß, daß da« Sozialistengesetz die beabsichtigte Wirlung nicht hat, nicht haben kann, aber Jet ermann»n Reichstag fürchtet die wirtliche Sozial- r e f o r m, welche von der Sozialdemokratie allein verfochten wird. Mit Ausnahine der sozialdemokratischen Abgeordneten sind im Reichstage nur Vertreter der besitzenden und herrschenden Klasse, die ihrer sozialen Stellung nach Gegner der Sozialresorm und der konsequenten Demo- kralie sein müssen. Wer also die Sozialreform will, wer durch die wirkliche So- z i a l rejorm eurer sozialen Katastrophe vorbeugen will, uno wer da nicht will, daß durch politische Ausnahme- gesetze und zweiselhaste soziale Experimente unser Vaterland zu Grunoe gerichtet werde, der stimme bei der deoorstehenoen ReichstagSwayl für die Kandidaten der Sojialdemokratte! Im September 1884. Die Vertretung der deutschen Sozialdemokratie. Nach diesen Proben kann man sich vorstellen, wie das gleichzeitig ein- gebrachte„Tynamit-Geletz" lautet. Es ist natürlich ziemlich fraglich, ob die Gesetze in dieser echt Habs- bnrgisch-brutalen Fassung durchgehen werden, denn es fehlt in Oester- reich zur Zeit an einer nationalliberalen Partei, aber auf jeden Fall muß die edle'/bsicht nach Gebühr gewürdigt werden. Wer die Verkältnisse in Oesterreich einigermaßen kennt, wird leicht erkennen, welchen Zweck dieses schöne Gesetz in Wirklichkeit verfolgt. Gegen wirkliche„Ausschreitungen" hat die Polizei schon heute mehr als aus- reichende Vollmachten, aber was man treffen will, das ist die p o l i- tische Bildung der Arbeiter. Diese fürchtet man, sie hat man stets mit allen Mitteln zu hintertreiben gesucht, weil man sehr gut weiß, daß ein politisch denkendes Proletariat sich nie und nimmermehr zu Handlangern der reaktionären Politik der Hab burger hergeben wird. Wir haben schon in einer früheren Nummer angedeutet, daß sich in Wien «ine Annäherungzwischen den verschiedenen Fraktionen der Arbeiterbewegung anbahne, und Ihatsächlich haben eine große Anzahl ehemaliger Anhänger der„Zukunft" ihre Geneigtheit zu einer Vereinigung dokumentirt. Natür- lick hat auch die Repirrung von der Sache Wind bekommen, und das erklärt ihren Eifer, ein Gesetz einzubringen, das die Bildung einer star- ken und zielbewußten sozialdemokratischen Partei verhindern und Anar- chisten züchten soll, ein Gesetz, das die energischeren Elemente unter den Arbeitern zur Verzweiflung treiben inuß und die Verzweiflung ist, wenn sie auch ihre eigene Logik hat, die Feindin jeder gesun- den Logik. Was kümmert sich ein Taasse um einen Putsch, um einen erschossenen Polizisten! Das gibt nur Gelegenheit, die Macht der Polizei zu vermehren und— die Opposition im Schach zu halten! Sei's drum! Ist aber das Gesetz geschmiedet, dann, Ihr Peukeit, Ihr Matzinger, Ihr Baudisch, heißt es nach Oesterreich gehen, heißt es zeigen, daß es Euch Ernst ist mit Eurer Taktik der„That"! Wir werden sehen, waS ihr ausrichtet. — Aus dem„verkommenen Frankreich". In Paris standen vergangene Woche verschiedene Redner aus den bekannten Ar- beitslosen-Versammlungen unter der Anklage der Aufreizung zum Auf- rühr ic. vor Gericht. Als Belastungszeugen warer auch verschiedene Journalisten vorgeladen, die alsVertreter der Presse in jener Versammlung anwesend gewesen waren. Die Herren lehnten aber sämmt- lich jede Zeugenaussage ab unter der Erklärung, daß sie Dolmetscher der öffentlichen Meinung, nicht aber Denunzianten seien. Und fast die ganze Presse von Paris, selbst die Organ? der RegierungSpar- teien, wie„Journal des Debats" rc., zollt ihnen Beifall. Man vergleiche damit das Verhalten der deutschen Presse in analogen Fällen, und man wird einsehen, was für eine große, g r r o ß e Nation wir jetzt sind. — London war am 24. Januar wieder einmal der Schauplatz eines Dynamitattentates, und»war hatten es die dunklen Ehren- männer diesmal aus das im Westminsterpalast gelegene Parlaments- gebäude(die Räume des„Unterhauses") abgesehen. Die Wahl just des Tages, wo das Unterhaus dem Publikum zur Besichtigung offen st. ht. kennzeichnet den Geist der Altentäter, die von einigen reklame- süchtigen Journalisten in Amerika sofort als nnchrhmenswerthe Helden hingestellt worden sind. Jeder vernünftig denkende Mensch wird aber nur dem Nrtheil zustimmen können, welches Friedrich Engels in der an anderer Stelle abgedruckten Zuschrift Über diese„Heldenthaten" fällt. Wir begrüßen diese Kundgebung eines Mannes, dessen revolutionäre Ge- sinnrrng keinem Zweifel unterliegt, mit besonderer Befriedigung. Sie wird nach verschiedenen Richtringen hin ihre Wirkung nicht verfehlen, womit wir natürlich nicht sagen wollen, daß die professionellen Dynamit- fchr eier selbst sich durch sie bekehren l-ffen werden. Diesen gegenüber ist ein Appell an die Vernunft absolut zwecklos. Ueber das Attentat selbst werden unsere Leser das Nähere wohl schon durch die Tagespresse erfahren haben. Soweit bis jetzt weitere Nachrichten vorliegen, hat die englische Poli- zei nur erst einen Verdächtigen verhaitet. Wie anders würde die ve»t che Polizei eingegriffen haben. Ma r vergleiche die mehr als hun- dert Verhaftungen in Frankfurt a. Main! Korrespondenzen. Hamburg, Ansang Januar. Ein an kulturgeschichtlich intereffanten Begebentreilen reiches Jahr liegt hinter uns. Wer Augen hatte, um zu sehen, Ohren,»m zu hören, und ein wenig Auffassungsgabe, hat sein W ssen um ein Bedeutendes vermehren kknuen. Betrachtet man als Politiker die Vorgänge im großen deutschen Reiche: einerseits die Schaffung eines Kranken- und Unfallversicherungsgesetzes. die Verlängerung des Sozialistengetetzes, und anderseits die statt rehabte» Reirbstagswahlen, so hat man gleich das getreue Spiegelbild des deutschen Volkswillens. Die Schöpfer vorbenannter Gesrtze und die Verlängerer des Sozialisten- geietzes sind gr ößlentheils vor tun Pforten deS Reichstages geblieben, e n Zeichen, daß das Volk anders denkt als die Freunde der Regierung. Welche Anstrengungen man regierunasseitig macht, welche Mittel»ran gebraucht, um die wirklich oppositionell,» Elemente zu unterdrücken, spe- ziell hier in Hamburg und Umgegend, werde ich versuchen, in Folgendem zu schildern. Mancher unserer Genoffen in Deutschland wird denken, daß hier in Hamburg das Sozialistengesetz recht loyal gehandhabt wird, und wir unsere großartigen Ersolge der gerechten Handhabung der Ge- setze Überhaupt zu verdanken haben. Dem ist nicht so, denn Haussuchun- gen, Konfiszirung von Schriften, Bei böte von Versammlungen, Verhaf tungen m d Ausweisungen waren so stark wie nur sonst irgendwo an der Tagesordnung. Wir haben zwar hier ein Vereins- und Versamm- lungegesetz, nach welchem uns frei steht, gewerkschastliche und politische Vereine z» bilden und Lfseniliche und Miiglieder-Versammlungen abzu- Hilten; dieses Gesetz wirb aber ohne jeden zulässigen Grund von der Behörde ignorirt. Denn daß man hier Fachvereine duldet, die nach der polizeiliche» Pfeife tanzen müffen, ändert doch an der Sache nichts. Nun, dem Reichswahlgesetze hat man auch keine Beachtung geschenkt, man verbot uns unsere Versammlungen im Voraus, und für die schrist- liäie Ausfertigung des Verbots schwindelte die Behörde uns noch etwa 8 Mark ab', ebenso erging es uns mit der Gründung eines Vereins, der den Zweck haben sollte, Stellung zur Reichstagswahl zu nehmen. Daß mau uns unsere Flugblätter konsiszirte, d.h. die man erwischte, ist ja selbstverständlich; daß man aber Genossen, die Plakate für unsere Kandidaten anklebten, verhastete und sie aus Grund eines Gesetzes von Achtzehnhundert und krug l?« zu 3 Tage» Gefängniß verurtheilte, verdient wohl eine öffentliche Brandmarkung. Gerade wie in Hamburg experi- mentirte man in Altona, nur mit dem Unt rschied, daß in letzterem Ort die Polizei noch brutaler und erbärmlicher gegen die Genvffen vorging. Es ist auch natürlich, denn es herrscht dort ja der berühmte Exmaurer- geselle Engel, der in der Verfolgung und Peinigung der Sozialisten eine besondere Ehre— das größte Ver- gnügen sieht. Auch die wackern Altonaer haben bei der Wahl ge- antwortet. Es sei noch erwähnt, daß hier an den Wahltagen T.rusende von Stimmzeltelvertheiler n a»tgcschrieben wurden, die nachher zur Fest- stellung ihrer Personalien aus's Stadthaus geladen worden sind. Wo- mit die Behörde diese» rechtfertigen will, weiß ich nicht, wohl aber weiß ich, daß es ein Skandal ist, die Genoffen bei der Ausübung gesetzlicher Handlungen zu belästigen und sie hinterher noch besonders aus der Ar- beit zu reißen und zu sistir,». Hoffentlich werden unsere Abgeordneten die Schurkerei unserer Behörde im Reichstag gehörig rügen. Zum Schluß wollen wir noch der Ausweisungen die in letzter Zeit stattfanden, gedenken. Hamburg scheint es namentlich auf„Aus- l ä n d e r" abgesehen zu haben, denn es sind in wenigen Wochen etwa IS ausgewiesen worden, während in Altona und Harburg auch Deutsche unfreiwillig zum Wanderstab greisen mußten, nur weil sie— lästig wurden. Charakteristisch ist der Ausspi uch de« Harburger Bürgernleisters dem Genossen Baerer gegenüber. Als dieser ihn nämlich fragte, warum er eigentlich ausgewiesen werde, antwortete derselbe:„Ich kann nichts dafür. Wenn ich etwas zu sagen hätte, wären Sie nicht ausgewiesen, da ich nur Gutes vonJhnen weiß; nun, ich werde Sorge tragen, daß Sie bald wieder zurück können!" Also aus Kommando muß der Bürger- Meister ausweisen! Ihr seht also, G-«offen, daß wir a»ch nicht aus Rosen gebettet sind: trotzdem unterlassen wir es nicht, uns immer fester zu organisiren, und Gelder zu sammeln zur Unterstützung für die Gemaßregelten und deren Familien und zur Agitation, und— wir haben große Erfolge! Diese aber haben wir lediglich der Rührigkeit unserer hiesigen Ge- »offen und Niemand anders zu verdanken. Geislingen. Wenn ich mir erlaube, den Raum des Parteiorgans auch einmal in Anspruch zu nehmen, so kann es leider nicht geschehen, um von Erfolgen unserer Paitei an hiesigem Platze zu reden, sondern um die Verhältnisse zu schildern, unter denen wir hier wirken müssen. Es existiren hier zwei größere Geschäste: eine Maschinenfabrik mit zirka 200 und eine Metallwaarenfabrik mit zirka 700 Arbeitern. Da außer den genannten Etablissements keine oder nur unbedeutende Ge- schäfte derselben Branche vorhanden sind, so ist der Arbeiter, sobald er aus einem derselben entlassen wird, gezwungen, sein Bündel zu schnüren, was ja immerhin, besonders für den verheiratheten Arbeiter, mit großen Kosten verbunden ist. Diese Umstände sind es nun, welche es ermög- lichen, daß die Arbeiter hier in einer wahrhaft sklavischen Weise behan- delt und besonders in politischer Beziehung vergewaltigt werden, und zwar geschieht das insbesondere in der Metallwaarenfabrik. Klingt es nicht geradezu unglaublich, wenn man hört, daß Arbeiter, welche es wagen, das gewiß zahme„Schwäbische Wochenblatt" zu lesen, oder der Zentral-Krankenkasse der Tischler beizutreten, unerbittlich entlassen wer- den, sobald dieses Verbrechen bekannt wird? Dabei steht das Denun- ziantenthum in höchster Blüthe, denn auf die Dauer korrumpirt jeder Druck, und ein Parteigenosse, der sich hierher verirrt, hat die Wahl, entweder seine Prinzipien im tiefsten Schrein des Herzens zu bewahren oder sich schleunigst nach anderer Stellung umzusehen, denn— kaum gedacht, wird der Agitation ein End' gemacht; ehe er sich dessen versieht, ist er von einem der vielen Speichellecker denunzirt und kann sich trollen. Und als einige Tage vor der Reichstagswahl die Kunde von der Grün- dung der glorreichen„neuen Arbelterpar'ei" mit den berüchtigten 1500 Unterschristen von Plagwitz aus in die Welt gesandt wurde, da war es diese Speichelleckerbande, welche auf Wunsch ihrer Brodherren auch ihre „freie Meinung" nicht mehr länger von den Sozialdemokraten„knechten" lassen wollte und eine Versammlung z» diesem Zwecke abhielt. Aber zum Zeichen, daß die Sozialdemokratie trotz aller Gewaltthat nicht aus- gerottet werden kann, flatterte am Morgen des Wahltages hoch oben vom Pavillon des Helfenstein eine große rothe Fahne, weithin sichtbar und verkündend, daß die Sozialdemokratie schließlich doch triumphiren wird, und als greller Schein in die Nacht der politischen Finsterniß hin- einleuchtend. Und kurz nach der Wahl hat nun auch den Chef dieser säubern Bande, den Oberwerkführer K n o r r von der Metallwaarenfabrik, das Schicksal ereilt; denn während dieser Erzschurke ider Oberschweißhund des großen Deutschparteilers Hägele, welcher Direktor im genannten Zuchthause ist) eine Gesinnungstyrannei ausübte, die ihres Gleichen sucht, hat er gleichzeitig das Geschäft in einer Weise betrogen, daß endlich sogar der Aufsichtsrath der Vereinsbank in Stuttgart, welcher das Geschäft gehört Lunte roch, eines schönen Tages die Sache untersuchte und den Herrn Oberwerksührer zum Teufel jagte. Und nun sperrten unsere national- servilen Philister Maul und Nase auf. als sie hörten, daß der von ihnen angebetete Biedermann, den sie auch als Geineinderath erwählet hatten seit langer Zeit gefälscht und betrogen hatte, trotzdem sich sein Einkommen jährlich auf 7-8000 Mark belief; wie er zweierlei Bücher führte und die Arbeiten der Filiale Wiesensteig sich doppelt auszahlen ließ, indem er auch mehr Arbeiter verrechnete, als dort beschäftigt sind, und diesen obendrein weniger bezahlte, als er angab! Ja, sogar Gelder von der Unsallversicherung behielt der Lump, diese Säule der Ordnung sür sich, anstatt selbe an die Arbeiter auszuzahlen! Jedenfalls wurden diese Schurkereien schon lange betrieben, und man muß sich daher fragen, wie konnte dieses dem Direktor des Geschäftes verborgen bleiben? Jndeß, Herr Hägele hatte Wichtigeres zu thun er hatte Wahlagitation für den Sozialistenfresser Fischer in Augsburg'lsei- nes Zeichens Bürgermeister) zu betreiben, wobei Knorr seine rechte Hand war und allerdings in Hetzerei und Unverschämtheiten Großes leistete Und als der Schurke entlarvt war. da half man ihm noch zur Flucht- getreu dem Sprichwort von den großen und kleinen Dieben wartete man mit dem Erlaß eines Steckbrieses so lange, bis man Nachricht hatte, daß Knorr wohldeyallen.r Ameura angelangt sei— nach 20 Tagen erst wurde Schanden und t�hren halber ein Steckbrief hinter dem Ardeiterschinder und Betrüger erlassen. Eine Krähe hackt der andern die Augen nicht aus, und ein Tropf hilft dem andern. Knorr wäre freilich schon längst für's Zuchthaus reif gewesen, denn er hatte schon vor mehreren Jahren den früheren Eigenthümer der Metallfabrik den mittlerweile verkrachten Straub, um eine namhafte Summe betrogen zu welchem Zwecke er einen falschen Eid schwor. Und das war der Mann, der eine Tyrannei ausübte, die kaum ihres Gleichen findet der die Arbeiter noch in andern Geschäften denunzirte, und es durchzusetzen wußte, daß ihm unbequeme Arbeiter auch aus der Maschinenfabrik entlassen wurden— mit einein Wort, Alles, was nicht nationalservil war hatte diesen Hallunken zu sürchten. Thatsache ist ferner, daß er im Geschäft eine Hundspeitsche führte, womit er zeitweise Lehrlinge so- wie auch Arbeiter traktirte. Wahrscheinlich wird diese Hundspeitsche nun- mehr als Reliquie und theures Andenken an den Freund Knorr im Archiv der nationaliniserabeln Partei aufbewahrt, als Symbol der Arbeiterfreundlichkeit dieser Partei. Zu Nutzen und Frommen unserer Genoffen in Amerika will ich nun auch den gegen Knorr erlazsenen Steckbrief folgen lassen, vielleicht trefft «in Genosse einmal mit dem Schurken zusammen, für welchen Fall ich ihm denselben zur geneigten Berücksichtigung empfehle. „K g l. L a n d g e r i ch r U l m. Steckbrief. Gegen Hermann Knorr, früherer Werkführer der württembergischen Metallwaarenfabrik in Geislingen, ist wegen Betrugs Untersuchungshaft verhängt. Es wird ersticht, ihn zu verhaften und in das hiesige Amts- gerichtsgefängniß einzuliefern. Knorr ist 4g Jahre alt, etwa l,72 M groß, korpulent, hat blonde Haare, blonden Schnurr- und Knebelbart ble-che Gesichtsfarbe und blaue Aigen. Bei seiner Entweichung am 28. vorigen Monats von Geislingen aus angeblich nach Amerika trug er dunkeln Anzug und war von seiner etwa 19 Jahre alten Tochter begleitet. Den 15. Dezember 1884. Ter Untersuchungsrichter: Landrichter Schuster." Den Arbeitern Geislingen's aber rufe ich zu: Einen Tyrannen seid ihr loS, die Tyrannen aber sind giblieben. Rafft euch auf, damit man von euch nicht sagen wird: Sie rerdienten ihr Loos, sie wollten Sklaven sein! RotherZwiebel. Sprechsaal. In Sachen der Dempfersubvention. Aus Nr. 2 des Parteiorgans ersehen wir, daß die sozialdemokratische Fraktion des Reichstages in Sacher, der von der Regierung geforderten Dampsersubvention getheilter Meinung ist. Diese Angelegenheit beschäf- tigte uns nun am Sonnabend, den 10., und Sonnabend, 17. Januar, bei Gelegenheil unserer regelmäßigen Zusammenkünfte, und wurden die Unterzeichneten beaustragt, das Resultat unserer eingehenden Berathungen in Form einer Resolution der soziildemokratischen Fraktion sowie dem Parteiorgan zur Veröffentlichung zu übersenden. Die Dampsersubvention ist von der Regierung gefordert, um angeblich dem Handel nach den überseeischen Ländern Vorschub zu leisten, im Wesentlichen aber hängt diese Frage mit der im Vordergrund stehenden Kolonialpolitik eng zusammen. Nun meint der Artikel in Nr. 2 des„Sozialdemokrat", daß diese Frage keine Prinzipiensrage sei und der Kopenhagener Kongreßbeschluß deshalb nicht in Anwendung zu kommen habe, welcher die geschlossene Abstimmung zur Pflicht mache. Wir sind dagegen der Meinung, daß die Frage der Dampsersubven- -tion sehr wohl von prinzipieller Bedeutung ist, denn durch dieselbe wird das heulige Produktions- und Ausbeutungesystem gestärkt, resp. der Kampf des Proletariats verlängert. Nun läme noch der sogenannte Borschlag zur Güte, d. h. wenn die Regierung zum Ausgleich ebenfalls an Arbeitergenossenschaften Staats- Hilfe in der ungefähr gleichen Höhe bewilligen würde rc. Abgesehen davon, daß die Regierung und die gesetzgebenden Körper- schaften wohl schwerlich zu einer derartigen„Hilfe" Ja und Amen sagen würden, meinen wir, daß die Vertreter des klassenbewußten Proletariats eine derartige Forderung an«ine die Arbeiterklasse so unterdrückende Regierung nicht stellen dürfen; sie würde nur einem Theil der Klaffe aus Kosten des andern eine günstigere Position schaffen. In Anbetracht nun, daß die in Szene gesetzte Kolonialpolitik nur darauf berechnet ist, dem Volke Sand in die Augen zu streuen und ei von dem richtigen Wege, seine Interessen zu vertreten, abzulenken; baß es eher nothwendig ist, die Konsumtionsfähigkeit im eigenen Lande zu erhöhen, anstatt den Wilden Produkte zu senoen, die sie nicht bedürfen; daß von jeher die von sämmtlichen Kolonialmächten ausgestreute sogeil. Kultur und Zivilisation nur die Sklaverei lin allen Formen) und Aus- rottung der überseeischen Völkerschaften zur Folg- gehabt hat; daß die Kolonialpolitik leicht zu kriegerischen Verwicklungen führen kann; halten es die am 17. Januar in Paris versammelten Sozialisten deutscher Zunge für die Pflicht der deutschen R-ichstagsabgeordn-ten, geschloffen gegen die Dampfersubventioi, zu stimmen, da dieselbe nichts Anderes ist als ein Stuck Kolonialpolitik. Grimpe. ThieS. Trapp. OckmUaug. Für die streikenden Arbeiter von S ch n i e w i n d und Schmidt in Elberfeld sind folgende Beiträge eingegangen: Solinger Gewerkschaft Mk. 100—. Aug. Langenberg Mk 8—. Bandler in Limbach bei Chemnitz Mk. 8 G. Sr. in München Mk. 3 30. G. G- Eck. in Beuthen in Niederschlesien Mk 10—. Aas R. msch-iv Mk. 26 SO und Mk. 30 80. Aus Hückeswagen Mk. 6—. Von Genossen in der Schweiz Franken 20—. Der Streik dauert fort! Partei-Archiv. Für das Partei-Archiv gingen ein: Von V. durch V., München: 32 diverse Broschüren und Flug' blätter. „ I. K., S ch a f f h a u s e n: 3 diverse Protokolle über General« i Versammlungen der Gewerkschaft der Schuhmacher. 2 Verbotsbegründungen. „ N. R., Hamburg: 1 Wordennig as Hinnerk un Kürschan ap Fehinarn över de Socialdemokraten snackt. Vom Baron: H. Rochefort,„La Lanterne" 1874 Nr. 7—12. 14 diverse Broschüren. „Rundschau"(Reichenberg) 1878 und 1870 sinkomplet). „Gewerkschafter". Organ für die wirthschastl. Interesse» Oesterreichs. 1877 sinkomplet). „Die Gleichheit" 1874' 1876 und 1877 sink.). Diverse Nummern von:„Wahrheit".„Fachzeitung der Metall« arbeiter Oesterreichs",„Volkssreund",„Arbeiterfreund".„Pro« letarier,, und„Zukunft". Um weitere Einsendungen ersucht Die Archivverwaltung. I Auf mehrfache Anfragen erwidern wir zunächst, daß dies Partei weder mit dem stnä. teohn. et liter. Seydler dl» Mesnil aus Ostpreußen, noch mit dem früheren Holzbildhauer, Feuerversicherungsagenten und jetzigen Agenten in Kautschuck-! stempeln M. Manuebach aus Köln, etwas zu thun hat. -—---<1 Brieftasten der Redaktion. Nova: Die„Novelle" konnten wir«ege» Raummangels bisher leider nicht bringen; vielleicht findet sich in einer der nächsten Nummern Platz dafür. Jedenfalls wird sie erheblich ge- kürzt werden müssen, da ihr die eigentliche Point- fehlt. Die„Miß« stände" sollen in nächster Nummer verarbeitet werden. Darmstadt, Mannheim, München, Staßsurt, Bromberg, c. mußten' gleichfalls für die nächste Nummer zurückgelegt werden. der Expedition: Ntzr. Paris: Fr. 2 50 Ab. 4. Qu. irrig auf Wfd. gebucht, da Bf. mißverstanden. Nunmehr Ab. geordnet.— Bäff: Bericht erh. und besorgt. Rest werden Dkr. belasten.— Gracchus W.: Mk. 54 10 Ab. 4. Qu. erh. Ggrchg. ic. notirt.— Weimar: Mk. 315 gesammelt bei den Gemeinderathswahlen im Herbst 1884 pr. Aid. dkd. erh.— S. Wgdf.: Mk. 4 30 Ab. I. Qu. 35 erh.— Adalbert: Mk. 405— ä Cto. Ab. und hievon Mk. 8 80 pr. 2 dir.