en wur bei ein en We tenden 3 ift nicht Erscheint wöchentlich einmal Oin mp Zürich( Schweiz). Verlag der 35, we ofsbuchhandlung aber e find t der al ht wer Mo rheirat tatt, geri fehr g ißen, in. r diet tügung nde we LB Abr fönnen er Me Findel, ift fell noch t wir ürlich en Ma trok randf Stre juvor das fters b Streifen famen gen icht rid nuß Arzt. h.. ich erbe Hottingen Zürich. Joffendungen franto gegen franto. Gewöhnliche Briefe nach der Schweiz foften Doppelporto. № 26. Der Sozialdemokrat 1930dnis d Bentral- Organ der deutschen Sozialdemokratie. Donnerstag, 25. Juni Avis an die Abonnenten und Korrespondenten des ,, Sozialdemokrat." Da der Sozialdemokrat sowohl in Deutschland als auch in Oesterreich verboten ist, bezw. verfolgt wird und die dortigen Behörden fich alle Mühe geben, unsere Berbindungen nach jenen Ländern möglichst zu erschweren, resp Briefe von dort an uns und unsere Zeitungs- und sonstigen Speditionen nach dort abzufangen, so ist die äußerste Vorsicht im Postverkehr nothwendig und darf teine Borsichtsmaßregel versäumt werden, die Briefmarder über den wahren Absender und Empfänger, sowie den Inhalt der Sendungen zu täuschen, und lettere dadurch zu schüßen Haupterfordernig ist hiezu einerseits, daß unsere Freunde so selten Abonnements werden bei allen schweizerischen Bostbureaux sowie beim Verlag und dessen bekannten Agenten entgegengenommen, und zwar zum boraus zahlbaren Bierteljahrspreis von: Fr 2,-für die Schweiz( Kreuzband) Mt 3 für Deutschland( Couvert) f. 1,70 für Oesterreich( Couvert) Fr. 2 50 für alle übrigen Länder bes Weltpoftvereins( Kreuzband). Juferate die dreigespaltene Petitzeile 25 Gts. 20 Pfg. 1885. als möglich an den Sozialdemokrat, resp. dessen Verlag selbst adressiren, sondern sich möglichst an irgend eine unverdächtige Adresse außerhalb Deutschlands und Oesterreichs wenden, welche sich dann mit uns in Verbindung setzt; anderseits aber da auch uns möglichst unverfängliche Zustellungsadressen mitgetheilt werden. In zweifelhaften Fällen empfiehlt sich behufs größerer Sicherheit Refommandirung. Soviel an uns liegt, werden wir gewiß weder Mühe noch kosten scheuen um trotz aller entgegen stehenden Schwierigkeiten den Sozialdemokrat unseren Abonnenten möglichst regelmäßig zu liefern allgemeinen Gesetze der wirthschaftlichen Entwicklung nicht auf bewiesen, was eine gut geleitete Arbeiterorganisation vermag. Parteigenossen! Vergeßt der Verfolgten zuheben vermag, aber sie vermag bis zu einem gewissen Grade Die Leiſtungen der„ Vereinigten Maschinenbauer- Geſellſchaft" und Gemaßregelten nicht! Allg. Wahl- und Unterstüßungs- c.-Fond. Ist nicht schon das bloße Beſtehen einer kampffähigen ArbeiterIm Mai gingen ein: ( Schluß.) R. B. aus B. Mt. 48. P.-G. Ebingen 19 40. B. A. Ottopfennige Gotha 20 vom rothen Generalstab. 2- Lübeck 30Chemnitz II 35 90. Striegau 9-. Würzburg 15 60. Schney bei lightenfels 4- Brandenburg 25. Plauen i/ B. 20. Dresden- Altſt. 67 90. Barmen 41 15. Elberfeld 35- Ernstthal( Sachsen) 19 50. Stuttgart 30 90. Schleswig 2 50. Sorau 4 55. Werbau 11. Iserlohn 10 50. Spremberg 21 Aachen. 11. Durlach 5 50. Fürth i/ B. 10Potsdam 20 Dued Coblenz 6 50. Düsseldorf 21. Minden 161 wenigstens ihre Wirkungen modifiziren. Es ist ein falscher Gesichtspunkt, wenn man die Wirkungen der Gewerkschaften nur nach den in die Augen springenden Erfolgen beurtheilt. Man hat sich auch die Frage vorzulegen: Was haben die Gewerkschaften verhindert? Wie stände es heute, wenn die Arbeiter keine Fachorganisationen hätten? Organisation vielfach genügend, die Fabrikanten vor Maßregeln zurückzuschrecken, die sie unorganisirten Arbeitern gegenüber unbedenklich in Szene setzen würden? In ihrer moralischen Mitwirkung auf die Arbeiterklasse, in der Hebung des Klassenbewußtseins der Arbeiter ist einer der größten, wenn nicht der größte Vorzug der Gewerkschaftsbewegung zu erblicken. Die Fabrikanten wissen das so gut, daß sie, wo sie nur können, die Gründung von Gewerkschaften zu hintertreiben linburg 10-. Nowawes 3 50. Jehoe 20 50. Dessau 5 50. Neustadt a/ H. 10 50. Herford i/ w. 10. Zeiß 5 50. Dhlau 3 50. Neumünster i/. suchen. 10 50. Forft i 2. 100-. ( D) Ungenannt 100. Jserlohn 13 90. Frankfurt a/ D. 13. trat Großenhain 50arm üng ter. In Nr. 16 quittirt zusammen: Mr. 1607 98 Diesmal quittirt: 4637 12 " Zusammen: Mr. 6245 10. Wahlfonds. f. 800 Im März und April gingen ein: er beso Newyork: i/ P. Wenigmann und Schmit's Cigfab.., gesammelt durch D. uni erh( Doll. 25) Mt. 101 28. Paris: von der Fédération du Centre ges. Dank zu den deutschen Reichstagswahlen( Fr. 108 80) 87 04. Ronsdorf 6tifizir ungebrauchtes Wahlgeld. Straßburg i/ E.: 35. A. Chft. Im Mai gingen ein: Newyorker Volkszeitung"( Fr. 947 60) Mr. 758 08( Restbetrag der ließen Sammlung für die Reichstagswahlen). Du. 3. Du Rothba ST. Sp ur An lant, edigt elehnt. fi b- dr. Schließ om 15 . da ift Mr. 14 e Geru ben re te: Wied Zusammen: Mr. 987 40. Agitationsfonds. Im März und April gingen ferner ein: . 2. Nancy 2Rother Gaucho Mt. 1. B. i. Brst.( Fr. 3 90) 3 12. Nectarspitze 1 Rother Kaplan 1 30. Ottopfennige, ges. im Barbaroffa Constanz 6 47. Feldjäger an der blauen Donau 6- M. G. Balaci( Fr. 250) 2. Sch. Gumbinnen 1 80 Rabatt durch Mz. Schwäb. Seiland 10 München 150P.-G. Pößneck Verein Vorwärts( Fr. 86-) 68 80. Im Mai gingen ein: - 75. Buenos- Aires, RiP.-G. Groitsch 11 Kopenhagen P.- Beitr. 1. Du.( Fr. 21-) 16 80. " Auch Einer" in Zürich( Fr. 5 50) 440 durch Sch. Staßfurt 1 50. Busammen Mt. 287 94. ug hei geord de J enswe Die Bedeutung der gewerkschaftlichen Organisation der Arbeiter. III. gt. G Bf. v. zu Schutz und Truß, das ist das Motto, welches Blasch St. 2o eute ob ausgesprochen oder nicht Lou jeder fachgenossenschaftlichen Arbeiterorganisation, die auf der Höhe ihrer Aufabe steht, als Richtschnur dient. Zu Schutz und Truz: zur Mer Bertheidigung und zum Widerstand. Mr. 4 I Not e: W Und was von den Kämpfen um den Lohn gesagt wurde, gilt in nicht minderem Grade von den Kämpfen um die Arbeitszeit. Wie die Kapitalisten ein natürliches Interesse daran haben, die Arbeitskraft ihrer Arbeiter möglichst lange auszubeuten, so haben die Arbeiter selbstverständlich alle Ursache, auf eine möglichst kurze Arbeitszeit bedacht zu sein. Der meist geltend gemachte Gesichtspunkt ist der, daß je fürzer die Arbeitszeit, um so größer die Zahl der benöthigten Arbeiter, um so geringer also das Ueberangebot von Arbeits-. kräften, die Konkurrenz unter den Arbeitern, um so höher also der Arbeitslohn. Das ist indeß nur zum Theil richtig. Der Ausfall, den die Herabsetzung der Arbeitszeit der Produktion bereiten würde, wird in der Regel durch Intensifizirung, d. h. dadurch auszugleichen gesucht, daß von dem Arbeiter in der kürzeren Zeit mehr Leistungen verlangt werden als früher. Weit sicherer ist vielmehr der moralische Nutzen einer kürzeren Arbeitszeit für den Arbeiter. Sie hebt seine physische und geistige Spanntraft, macht ihn widerstandsfähiger und widerstandslustiger. Je mehr Stunden des Tages der Arbeiter sich selbst gehört, umsomehr Zeit kann er seiner geistigen Ausbildung widmen, umsomehr wachsen seine Ansprüche an das Leben, seine Bedürfnisse. Dieser Umstand trägt in hervorragendem Maße dazu bei, daß wir fast überall da die höchsten Löhne finden, wo die Arbeitszeit am kürzesten. Auf jeden Fall ist also die Verkürzung der Arbeitszeit von so hohem Werthe für die Arbeiter, daß es begreiflich ist, wenn sie dieselbe gewöhnlich in die erste Reihe ihrer Forderungen stellen. Man hat, und mit Recht, die Gesetzgebung für die Festsetzung eines Marimalarbeitstages in Anspruch genommen, denn in vielen Industriezweigen sind die Arbeiter bereits heute durch Koalitionen für sie platterdings eine Unmöglichkeit iſt. so gedrückt, daß eine Erkämpfung besserer Arbeitsbedingungen durch Koalitionen für sie platterdings eine Unmöglichkeit ist. Aber schon der Name Marimalarbeitstag deutet darauf hin, daß es sich hier, solange die kapitalistische Gesellschaft besteht, immer nur um die äußerste Grenze handeln kann. Innerhalb des durch die Gesetzgebung zugelassenen Spielraums haben die Gewerkschaften die Aufgabe, die Pioniere der weiteren Entwicklung, die Vorkämpfer weiterer Fortschritte Verrin Die Gewerkschaft sucht nach Kräften als Wahrerin der . Bl. birthschaftlichen, politischen und sozialen Interessen ihrer Angehörigen aufzutreten. Sie sucht überall da aushelfend einzutreten, wo Staat und Gesellschaft den Arbeiter den Zufällen zu sein. te 3 des Kampfes ums Dasein preisgeben. folgt. esandt 100 G Die Arbeitsgesetzgebung macht die Gewerkschaftsbewegung Die Arbeiter fönnen im wirthschaftlichen Konkurrenzkampfe keineswegs überflüssig, sie wird unter den heutigen Verhält nur in dem Maße erfolgreich mit der Unternehmerklasse kon- nissen immer nur ergänzend nachhinken. Noch mehr, ohne eine furriren, als es ihnen gelingt, die Konkurrenz unter sich auf- fräftige Organisation der Arbeiter wird sie vielfach todter So zuheben. Daher steht naturgemäß im Vordergrund der gewerk- Buchstabe bleiben. schaftlichen Aufgaben die Regelung der Lohn verhältnisse rich din und der Arbeitszeit. Wird die Festsetzung des Arbeitslohnes dem blinden Wirken des Gesetzes von Angebot und Nachfrage überlassen, so muß derselbe in der heutigen Geſellſchaft beständig sinken, da in Folge unseres heutigen Wirthschaftssystems das Angebot von Arbeitskräften in der Regel stärker ist als die Nachfrage. Saale Durch fortgesetzte Verbesserung der Maschinerie sucht jeder Unternehmer menschliche Arbeitskraft entbehrlich zu machen, zu sparen. 8 8 " So würde auf dem Arbeitsmarkt ein stetes Unterbieten bon Arbeitskräften stattfinden, wenn nicht die organisirte Arbeiterschaft, wo immer sie es vermag, durch Erkämpfung von Lohntarifen Einhalt gebietend dazwischen tritt. uz Diese Lohnkämpfe der organisirten Arbeiterschaft sind von nicht zu unterschätzender Bedeutung für die Arbeiterklasse. der hat die Berufsorganisation den Zweck, nach Kräften Erſatz zu Ueberall, wo die Gesetzgebung den Arbeiter im Stich läßt, bieten. So sehen wir denn, wie die besten, auf der Höhe ihrer Aufgaben stehenden Gewerkschaften auf ihre Fahne geschrieben haben: Rechtsschutz für ihre Angehörigen; trotz aller angeblichen Fortschritte im Rechtswesen ist der einzelne Arbeiter heute oft außer Stande, sein Recht zu verfolgen. Die Gewerkschaft ist sein natürlicher Anwalt. Technische und sonstige Fortbildung;- mit der wachsenden Ausbildung wächst auch das Selbstvertrauen, der Unabhängigkeitssinn des Arbeiters. Unterstützung der Gemaßregelten, sowie der im Ausstand befindlichen Kameraden; WanderUnterstügung; Unterstützung in Krankheits- und Sterbefällen u. s. w. u. s. m. Mit einem Wort, die Versicherung ihrer Mitglieder, das Wort Versicherung in seiner umfassendsten Bedeutung ge= nommen. Man weist zwar, und nicht nur von Seiten der Gegner der Arbeitersache, gern auf die verhältnißmäßig geringe Zahl erfolgreichen Kämpfe um Lohnerhöhung hin, und es wird feinem vernünftigen Menschen einfallen wollen, zu leugnen, es daß selbst die Macht der bestorganisirten Gewerkschaften die Namentlich die englischen Gewerkschaften haben durch die That Großes ist auf diesem Gebiete bereits geleistet worden. und vieler ähnlicher Organisationen sind weltbekannt, es ist nicht nöthig, hier noch in Einzelheiten einzugehen. Aber die englischen Gewerkschaften zeigen uns auch die Gefahren, welchen die Gewerkschaftsbewegung ausgesetzt ist. Diese Gefahren sind: das Vergessen des großen Ganzen über dem Einzelnen, das Preisgeben der Hauptaufgabe um der Nebenaufgaben willen. Eine wohlgeregelte Unterſtüßungsfasse z. B. ist gewiß von großem Werthe für die Arbeiter, aber sobald sie anfängt, als der wesentliche, ausschließliche Zweck der Organisation betrachtet zu werden, hört diese auf, Kampfesorganisation für die Emanzipation der Arbeiter zu sein; dann thut eine ganz simple Sparkasse die gleichen Dienste. Und so ist es mit jedem anderen Punkte des gewerkschaftlichen Programms. Wird er zum ausschließlichen Zweck der Organisation erhoben, dann ist dieselbe verdammt, sich resultatlos im ewigen Kreise zu drehen. Denn wenn die gewerkschaftliche Organisation Vieles kann, so kann sie doch die Folgen der wirthschaftlichen Entwicklung nicht aufheben, solange sie die Basis derselben, das Produktionssystem, unberührt läßt. Das Produktionssystem der heutigen Gesellschaft, die kapi talistische Produktionsweise mit ihrer Produktionsanarchie, ihren immer intensiver auftretenden Krisen 11. f. w., macht aber alle Errungenschaften illusorisch. Schon während der Krisis zu Ende der siebenziger Jahre stand die Arbeitslosen- Unterstützungskasse der Vereinigten Maschinenbauer vor dem Bankrott*), und neuerdings ist die Zahl der Arbeitslosen dieser Gewertschaft so im Wachsen, daß der Bankrott diesmal unvermeidlich scheint. Die Gewerkschaftsbewegung ist ein unentbehrlicher Faktor im Emanzipationskampf des Proletariats. Aber da jede Gewerkschaft, um eine möglichst große Wirksamkeit entfalten zu können, möglichst viele Genossen des betreffenden Berufes in ihrem Schooß vereinigen muß, so kann sie nur allgemeine Arbeiterforderungen auf ihr Programm sezzen, muß sie sich als Gewerkschaft von dem eigentlichen politischen Kampfe fernhalten. Diesen zu führen, ist Sache der politischen Arbeiter partei, der Sozialdemokratie. Beides sind berechtigte, nothwendige Faktoren der modernen Arbeiterbewegung, sie bilden keinen Gegensatz, sie ergänzen einander. Wenn ein Vergleich gestattet ist, so möchte ich die Gewerkschaften als das Rückgrat der Arbeiterbewegung be zeichnen, die politische Partei dagegen als das lebendige, pulsirende Blut derselben. Die Gewerkschaft, das ist der solide, feste, durch nichts zu erschütternde Stamm, aber ohne Blut fein Leben, keine Bewegung, kein Fortschritt. Wo der feste Stamm wohlorganisirter Gewerkschaften fehlt, da sehen wir blutige Kämpfe resultatlos sich abspielen, wo der Gewerkschaftsbewegung keine energische, vorwärtsstrebende Arbeiterpartei zur Seite steht, finden wir Verknöcherung, Versteinerung, Unfähigkeit zur Aftion. Nur wo beide Zweige der Arbeiterbewegung harmonisch zusammenwirken, kann dieselbe als gesund bezeichnet werden; jeder überzeugte Sozialdemokrat muß ein Freund der Gewerk schaftsbewegung sein, wie jeder aufgeklärte Gewerkschaftler ein eifriger Sozialdemokrat sein muß. In Deutschland und in der Schweiz ist das Gewerkschaftswesen im Großen und Ganzen noch wenig entwickelt. Lasse sich daher Jeder, dem es mit der Emanzipation der Arbeiter ernst ist, seine Förderung angelegen sein. Hier kann ein Jeder, unbeschadet seiner sonstigen theoretischen Anschauung, mitwirken; die gewerkschaftliche Organisation greift der zukünftigen Gesellschaft in keiner Weise vor, aber sie liefert die Basis, auf der sich spätere Gebilde, welcher Art immer, aufbauen fönnen. Es wäre eine beschränkte, unwissenschaftliche Auffassung, annehmen zu wollen, daß auch in alle Zeit die Menschen sich nach Berufen scheiden werden, aber in der nächsten Zeit und in einer etwaigen Uebergangsepoche aus unserer bürgerlichkapitalistischen in eine höhere Gesellschaft wird die Berufsorganisation noch eine große Rolle zu spielen haben. Der erste Schritt zu derselben ist die Organisation der Fachgenossen am gleichen Orte miteinander. Diese lokalen Organisationen vereinigen sich zu nationalen Gewerkschaftsverbänden. Aber damit ist das Organisationswerk noch nicht erschöpft. Wie im heutigen Produktionswesen eine Branche in die andere greift, so daß es oft schwer hält, die Trennung vorzunehmen, so erheischen die Interessen der Arbeiter eine Verbindung der nationalen Fachverbände. Und wie die Produktion heute eine internationale ist, wie wir die Fabrikanten in den entwickeltsten Betrieben internationale Kartelle abschließen sehen, so ist auch die internationale Föderation der Arbeiter organisationen heute keine Frage des Prinzips mehr, sondern nur eine Frage der Zeit. *) Der Gesammt- Kassenbestand fiel von 1877, wo er 275,270 Pf. St. betrug, auf 141,116 im Jahre 1879, d. h. um 134,154 Pf. St.( gleich 2,683,080 M.!) Wozu Staatsanwälte da sind. Vor einigen Wochen hielt der neue sächsische Generalstaatsanwalt Held eine Rede, in welcher er die Pflichten eines Staatsanwaltes auseinandersetzte. Der Staatsanwalt sei der Wächter des Rechtes, und in dieser Eigenschaft habe er die Unschuld zu schüßen, die Schuld zu verfolgen. Die liberale und demokratische Presse schlug Purzelbäume vor Entzücken über diesen staatsanwaltlichen Held und dieses herrliche Staatsanwaltschafts- Jdeal und Staatsanwaltschafts- Programm. Wir äußerten bescheidene Zweifel und wiesen auf die Kluft hin, die zwischen Wort und Handlung, zwischen Theorie und Praxis zu gähnen pflegt. Wir gestehen, daß unsere Zweifel der Begründung entbehrt haben. Wir faßten blos den Begriff Recht damals zu einseitig auf. Was ist Recht? Was ich für Recht halte. Und was halte ich für Recht? Was mir gefällt. Und was gefällt mir? Was mir Vergnügen macht und Vortheil bringt. Also Recht ist, was Vergnügen macht und Vortheil bringt. Da nun die Ansichten über das, was Vergnügen macht, verschieden sind und ebenso über das, was vortheilhaft ist; da ferner ein jeder Mensch sein besonderes Vergnügen und seinen besonderen Vortheil im Auge hat, und dieses sein besonderes Vergnügen und diesen seinen be sonderen Vortheil für sein Recht hält, so folgt daraus, daß es je nach der Verschiedenheit des Vergnügens, des Vortheils und der Menschen auch verschiedene Rechte gibt. Aus diesen verschiedenen Rechten hat nun der Staat und die Gesells schaft ein Normalrecht zusammengesetzt, welches man gemeiniglich das Recht nennt. Sintemalen nun der Staat und die Gesellschaft heutzutage nicht das Volk sind, d. h. nicht die Allgemeinheit der Menschen, sondern nur der herrschenden Klassen, so folgt weiter, daß das Normalrecht, das Recht par excellence, gleichbedeutend ist mit dem, was den herrschenden Klassen Vergnügen macht und Vortheil bringt. Und dieses Recht hat der Staatsanwalt nach der schönen Rede des föniglich sächsischen Generalstaatsanwalts Held zu vertreten. Und dieses Recht vertreten unsere Staatsanwälte denn auch meist mit großem Eifer und eiserner Konsequenz wie ausdrücklich anerkannt werden soll. Die jüngste Zeit hat uns in Deutschland zwei leuchtende Beis spiele gebracht. Zunächst die bereits in voriger Nummer erwähnte Altonaer Affaire: bort Täuschen wir uns nicht, meine Herren Geschwornen, über die Natur des Kampfes, der im März zum Ausbruche tam, der später zwischen der Nationalversammlung und der Krone geführt wurde. Es handelt sich hier nicht um einen gewöhnlichen Konflikt zwischen einem Ministerium und einer parlamentarischen Opposition, es handelte sich nicht um den Konflikt zwischen Leuten, die Minister waren, und Leuten, die Minister werden wollten, es handelt sich nicht um den Parteikampf zweier politischer Fraktionen in einer gesetzgebenden Kammer. Es ist möglich, daß Mitglieder der Nationalversammlung, der Minorität oder Majorität angehörig, sich alles dies einbildeten. Nicht die Meinung der Vereinbarer- die wirkliche historische Stellung der Nationalversammlung, wie sie aus der europäischen Revolution und der durch sie bedingten Märzrevolution hervorging, sie allein entscheidet. Was hier vorlag, das war kein politischer Konflikt zweier Frattionen auf dem Boden einer Gesellschaft, das war der Konflikt zweier Gesellschaften selbst, ein sozialer Konflikt, der eine politische Gestalt angenommmen hatte, es war der Kampf der alten feudalbureaukratischen mit der modernen bürgerlichen Gesellschaft, der Kampf zwischen der Gesellschaft der freien Ronkurrenz und der Gesellschaft des Zunftwesens, zwischen der Gesellschaft des Grundbesizes mit der Gesellschaft der Industrie, zwischen der Gesellschaft des Glaubens mit der Gesellschaft des Wissens. Dort lebt ein Staatsanwalt der Name des Biedermannes ist uns unbekannt, hoffentlich hilft ein freundlicher Leser unserer Unkenntniß ab, damit der Biedermann nicht der Vergessenheit anheimfalle lebt ein Staatsanwalt, der, im Geiste des königlich sächsischen Generalftaatsanwalts Held, den Schutz des Rechts als seine heilige Lebensaufgabe betrachtet. Um dieser Aufgabe nachzukommen, forderte er vor einigen Monaten den Abgeordneten Frohme, der im Reichstag( in der Debatte über den Belagerungszustand) den berühmten Polizeis Engel zahlreicher Rohheiten und Ungesetzlichkeiten angeklagt hatte, zur Beschaffung des Anklagematerials auf. Der anonyme Beschüßer und Rächer des Rechts wollte die Schuldigen oder den Schuldigen, d. h. die oder den Verleger des Rechts, unerbittlich zur Strafe ziehen. Braver Staatsanwalt! Er hat seine Aufgabe vortrefflich erfüllt. Er hat entdeckt, daß die Personen, welche gegen den Polizei- Engel Beschuldigungen erhoben haben, das nur thaten, um das in der Person des Polizei- Engels verkörperte, absolute Recht" des heutigen Staates und der heutigen Gesellschaft zu schädigen oder gar zu zertrümmern. Da allesammt Sozialdemokraten, so sind sie als solche Feinde des Staates und der Gesellschaft. Und so mußte der Beschüßer und Rächer des Rechts denn mit Nothwendigkeit zu dem Schluß gelangen: daß das in der Person des Polizei- Engels verkörperte Recht eine eklatante Genugthuung erhalten muß, und daß dies am zweckmäßigsten durch eine formelle Ehren- Ertlärung( wohl mit Ertheilung der Tugendrose?) an die Adresse des schnöde Verleumdeten und durch Bestrafung der Schuldigen, das heißt natürlich der sozialdemokratischen Ankläger geschieht. Und das von Rechts wegen. Das herrschende Recht ist das Vergnügen und der Vortheil der herrschenden Klassen. Das Vergnügen und der Vortheil der herrschenden Klassen erheischt die Fortdauer des heutigen Ausbeutungssystems. Das heutige Ausbeutungssystem erheischt die Stüße von Leuten à la PolizeiEngel. Wer diese Leute antastet, tastet Staat und Gesellschaft an. Ergo! Beispiel Nr. 2. Der entsprechende politische Ausdruck der alten Gesellschaft, das war die Krone von Gottes Gnaden, die bevormundende Bureaukratie, die selbstständige Armee. Die entsprechende soziale Grundlage dieser alten politischen Macht, das war der privilegirte adlige Grundbesitz mit seinen leibeigenen oder halbleibeigenen Bauern, die kleine patriarchalische oder zünftig organisirte Industrie, die von einander abgeschlossenen Stände, der brutale Gegensatz von Stadt und Land, und vor Allem die Herrschaft des Landes über die Stadt. Hier sind wir in der angenehmen Lage, den Jünger Held's wir meinen den im Sinne des königlich sächsischen Generalstaatsanwalts Held das Recht schützenden Biedermann zu kennen. Er heißt Weichert und hatte in dem Prozeß Stöcker das Recht zu schützen und zu führen. Die alte politische Macht, gottbegnadete Krone, bevormundende Bureaukratie, selbstständige Armee sah ihre eigentliche materielle Grundlage unter den Füßen hinschwinden, sobald die Grundlage der alten Gesellschaft, der privilegirte adlige Grundbesitz, der Adel selbst, die Herrschaft des Landes über die Stadt, die Abhängigkeit des Landvolkes und die allen diesen Lebensverhältnissen entsprechende Gesetzgebung, wie Gemeindeordnung, Kriminalgesetzgebung u. dgl., angetastet wurden. Die Nationalversammlung verübte dies Attentat. war die Hand zu geben, was er ihm mit der andern Hand stiehlt. Wir erinnen gehabt hä nur an die Einführung der Weißbücher. Heute sind die deutsche wicht fän Weißbücher freilich nur eine Karrikatur der englischen Blaubücher, abe Auge hat sie sind doch der erste Schritt zum Mitreden der Bourgeoisie in de zielen ho auswärtigen Politik. Und das hat mit seinen Reizen der dunkle Er got's als theil( Klein- Popo, Lucia Bai, Schnapsausfuhr 2c. 2c.) gethan. Bismard Epoche n Rolonialpolitik ist und kann nur eine bürgerliche sein, sein eigene Schmei Ausspruch: in der Kolonialfrage spielen nicht Geheimräthe, sonder Millionär Handlungskommis die entscheidende Rolle, zeigt, wie sehr er sich desse wollen. N bewußt ist. Biberstam Kehren wir zum Thema zurück, von dem wir ausgegangen. Wir habe jeten, da gesehen, daß der Rechtsboden nichts anderes ist als die vereinbar ihn vor e ( kodifizirte) Anerkennung bestimmter politischer oder gesellschaftliche zeigt das Einrichtungen als zu Recht bestehend. Revolution im politische ihm und Sinne heißt dagegen der Bruch mit dem herrschenden Rechtsprinzi einer rea die Schaffung eines neuen Rechtes. Das revolutionäre Prinzip und de hat, den Rechtsboden schließen einander aus, das Prinzip des letzteren ist eialpolitit absolutes, insofern der Rechtsboden die Sanktionirung des bestehende Rechts bedeutet, dieses aber seiner Natur nach absolute Geltung bean Boltsmaf sprucht. Der Bruch des Rechtsbodens, des legitimen Rechts, heiß Sozialref die Proklamirung der Revolution. Andrerseits sah jene alte Gesellschaft die politische Macht ihren Händen entriffen, sobald die Krone, die Bureaukratie und die Armee ihre feudalen Privilegien einbüßten. Und die Nationalversammlung wollte diese Privilegien tafsiren. Kein Wunder also, daß Armee, Bureaukratie, Adel vereint die Krone zu einem Gewaltstreich hindrängten, kein Wunder, daß die Krone, die ihr eigenes Interesse im innigsten Zusammenhange mit dem der alten feudalbureaukratischen Gesellschaft wußte, sich zum Staatsstreich hindrängen ließ. Die Krone war eben der Repräsentant der feudal- aristokratischen Gesellschaft, wie die Nationalversamm= Iung der Repräsentant der modern- bürgerlichen Gesellschaft war. Es liegt in den Lebensbedingungen der letztern, daß Bureaukratie und Armee aus Beherrschern des Handels und der Industrie zu ihren Werkzeugen erniedrigt, zu bloßen Organen des bürgerlichen Verkehrs gemacht werden. Sie kann nicht dulden, daß die Agrikultur durch feudale Privilegien, die Industrie durch bureaukratische Bevormundung beschränkt wird. Es widerstrebt dies ihrem Lebensprinzip der freien Konkurrenz. Sie kann nicht dulden, daß die auswärtigen Handelsverhältnisse, statt durch die Interessen der Nationalproduktion, vielmehr nach den Rücksichten einer internationalen Hofpolitik geregelt werden. Sie muß die Finanzverwaltung den Produktionsbedürfnissen unterord: nen, während der alte Staat die Produktion den Bedürfnissen der Krone von Gottes Gnaden und der Ausflickung der Königsmauern, der sozialen Stüßen dieser Krone, unterordnen muß. Wie die moderne Industrie thatsächlich nivellirt, so muß die moderne Gesellschaft jede gesetzliche und politische Schranke zwischen Stadt und Land einreißen. In ihr gibt es noch klassen, aber keine Stände mehr. Ihre Entwicklung besteht in dem Kampfe dieser Klassen, aber diese sind vereinigt, gegenüber den Ständen und ihrem gottbegnadeten Königthum. Moralisch, wenn auch nicht körperlich, auf der Anklagebank saß eine der berühmtesten Stüßen des heutigen Staates und der heutigen Gesellschaft ein Mann, aus ähnlichem Holze geschnitzt wie der Altonaer Polizei- Engel, nur in anderer, weiterer und höherer Sphäre für Staat und Gesellschaft wirkend. Von einer Person, welche die Grundlagen des Staats und der Gesellschaft untergraben will diesmal freilich war es nicht ein Sozialdemokrat, sondern blos ein Fortschrittler fragliche Stüße der schmählichsten Verbrechen wider Moral und Gesetz angeklagt worden. Und es gelang dem Ankläger und seinen staatsfeindlichen Helfershelfern auch, zu beweisen, daß nach den gemeinen Moralbegriffen und nach dem Buchstaben des Gesetzes die fragliche Staats- und Gesellschaftsstüße hundertmal gelogen und zum Mindesten einmal einen Meineid geschworen hatte. Ein von gemeiner Moral angekränkelter Staatsanwalt wäre in Verlegenheit gerathen und hätte für die arg bedrängte Stütze des Staats und der Gesellschaft 3uch tha us beantragt. Unser Weichert war aber der Situation gewachsen. Die schönen Worte des königlich sächsischen Genreralstaatsanwalts Held im Herzen, und die einzig richtige Definition des Rechts im Kopfe, schwang er sich empor zu der Erkenntniß, daß die Lügen und der Meineid des Angeklagten im Interesse des Staats und der Gesell= schaft nothwendig gewesen waren, daß der hundertfache Lüg= ner und einfache Meineidige sich um Staat und Gesellschaft wohl verdient gemacht hat, und daß sein Ankläger strafbar sei. Die Richter zeigten sich des edlen Held- Jüngers würdig, folgten seinem Jdeenfluge und brachten das Recht, das wahre, ungeschminkte Recht des heutigen Staates und der heutigen Gesellschaft zur Geltung, indem sie den Ankläger des hundertfachen Lügners und einfachen Meineidigen zu 3 Wochen Gefängniß verurtheilten. Bon Rechts wegen. Sm. bieten Vo mehr als Wenn Staatsma Die pommerschen und mecklenburgischen Junker, welche gegen die um Lache erkennung der Erbansprüche des Herzogs von Cumberland protestirten will, wer haben daher die Logit durchaus auf ihrer Seite, was auch die Bi Tasche zu marck'schen Reptilien dagegen schreiben mögen. Dieselbe läßt sich keiner Weise mit dem Legitimitätsprinzip vereinbaren, und da sie si nicht einmal mit dem Hinweis auf den Kriegszustand, auf das soge man ihn Kriegsrecht 2c. entschuldigen läßt, so qualifizirt sie sich als nichts Andere Bon der als ein Akt revolutionären Rechtsbruch s. Das Königthum von Gottes Gnaden, der höchste politische Ausdruck, der höchste Repräsentant der alten feudal bureaukratischen Gesellschaft, kann daher der modernen bürgerlichen Gesellschaft keine aufrichtigen Bugeständnisse machen. Der eigentliche Erhaltungstrieb, die Gesellschaft, die hinter ihm steht, auf die es sich stützt, werden es stets von Neuem dahin treiben, die gemachten Zugeständnisse zurückzunehmen, den feudalen Charakter zu behaupten, die Kontrerevolution zu ristiren! Nach einer Revolution ist die kontrerevolution die stets sich erneuernde Lebensbedingung der Krone." fchende gr Aber warum so zimperlich? Ist denn Bismarck ein Neuling auf der Hoffent Gebiete der Revolution von Oben? Nichts weniger als das. Man hö nur das Sündenregister, welches Windthorst- zur Zeit Bismard Hausfreund noch im letzten Reichstag unwidersprochen der Rei regierung entgegenhielt. ,, haben wir uns etwa", rief die kleine Exzellenz aus ,,, mit de Auslande verbunden, z. B. mit dem Königreich Ita lien, um die feierlich beschworene deutsche Bundes verfassung über den Haufen zu werfen? Haben w etwa ein Bündniß geschlossen mit dem Bandite führer Garibaldi? Haben wir eine ungarische Legio ... ,, Das öffentliche Ministerium wirft uns schließlich vor, wir wären in dem inkriminirten Aufrufe weiter gegangen als die Nationalversammlung selbst. ,, Einmal habe die Nationalversammlung ihren Beschluß nicht publizirt." Soll ich ernsthaft darauf antworten, meine Herren, daß der Steuerverweigerungsbeschluß nicht einmal von der Gesezsammlung publizirt wurde? Dann habe die Nationalversammlung nicht, wie wir, zur Gewalt aufgefordert, überhaupt nicht, wie wir, den revolutionären Boden be treten, sondern sich auf gesetzlichem Boden halten wollen. Au weiten J Gericht g Gine Hin gehe ich genaue daraus d Darauf at unsere Ep Als di aus Kriegsgefangenen gebildet, die infolgedes1 Rollen p ihren Fahneneid brechen mußten? haben wir bere tigte Ansprüche der Fürsten nach dem legitime Recht in Frage gestellt? Man soll nicht mit Steine werfen, wenn man im Glashause sitt!" Sagen wir statt Banditenführer Rebellenführer Garibaldi, liegt kein Grund vor, weshalb nicht wir Sozialdemokraten unsere Widersachern mit denselben Argumenten entgegentreten sollten. W dürfen Leute uns revolutionäre Tendenzen zum Vorwurf machen, dere ganze Herrlichkeit revolutionären Umtrieben ihre Existenz verdankt! We in einem Glashause sitzt, soll nicht mit Steinen werfen! Ohne die R volution von 1866 kein deutscher Reichstag, kein deutscher Bundesrat kein deutscher Reichskanzler, kein deutscher Kaiser. Und noch immer die Revolution von Oben nicht zu Ende, noch immer werden Kron tonfiszirt und Dynastien gestürzt. Kann man es uns verargen, wen wir das gute Beispiel, welches uns unsere Gewalthaber geben, ni etwa nachmachen behüte! aber wenigstens nicht verab scheuen?! Vorhin stellte das öffentliche Ministerium die Nationalversammlung als ungesetzlich dar, jetzt als geseßlich, jedesmal, um uns als Verbrecher darzustellen. Wenn die Eintreibung der Steuern einmal für ungesetzlich erklärt ist, muß ich die gewaltsame Ausübung der Ungesetzlichkeit nicht gewaltsam zurückweisen? Selbst von diesem Standpunkte aus waren wir daher berechtigt, Gewalt mit Gewalt zu vertreiben. Uebrigens, es ist ganz richtig, die Nationalversammlung wollte sich auf rein gesetzlichem Boden halten, auf dem Boden des passiven Widerstandes. Es standen ihr zwei Wege offen. Der revolutionäre. Sie schlug ihn nicht ein. Die Herren wollten ihre Köpfe nicht riskiren. Oder die Steuerverwei gerung, die bei passivem Widerstand stehen blieb. Sie betrat diesen Weg. Das Volk aber mußte sich in Ausübung der Steuerverweigerung auf revolutionären Boden stellen. Das Verhalten der Nationalversammlung war für das Volk keineswegs maßgebend. Die Nationalversammlung hat keine Rechte für sich, das Volk hat ihr nur die Behauptung seiner eigenen Rechte übertragen. Vollführt sie ihr Mandat nicht, so ist es erloschen. Das Volk selbst tritt dann in eigener Person auf die Bühne und handelt aus eigener Machtvollkommenheit. Wäre z. B. eine Natios nalversammlung an eine verrätherische Regierung verkauft, so müßte das Volt beide fortjagen, Regierung und Nationalversammlung. Wenn die Krone eine Contrerevolution macht, so antwortet das Volk mit Recht durch eine Revolution. Es bedarf dazu der Genehmigung feiner Natio= nalversammlung. Daß die preußische Regierung aber ein hochverräthe risches Attentat versucht, das hat die Nationalversammlung selbst ausgesprochen." Die Revolution von Oben und der sogen. die damaligen Verhältnisse sagt, gilt noch für heute, nahezu vierzig Jahre Rechtsboden. ( Eine zeitgemäße Reminiszenz.) ( Fortsetzung.) Lassen wir zunächst noch einige Stellen aus der Mary'schen Rede folgen: ,, Meine Herren! Die Macht lag zerbrochen in der Hand der Krone; sie begab sich der Macht, um ihre Bruchstücke zu retten. Sie erinnern sich, meine Herren, wie der König gleich nach seiner Thronbesteigung in Königsberg und förmlich sein Ehrenwort verpfändet gegen das Zugeständniß einer konstitutionellen Verfassung. Sie erinnern sich, wie der König 1847 bei Gröffnung des Vereinigten Landtags hoch und theuer schwur, er würde kein Stück Papier zwischen sich und seinem Volke dulden. Der König hat sich nach dem März 1848 selbst in der oftroyirten Verfassung als tonstitutionellen König proklamirt. Er hat diesen abstrakten welschen Zand, das Stück Papier, zwischen sich und sein Volt geschoben. Wird das öffentliche Ministerium die Behauptung wagen, der König habe freiwillig seinen feierlichen Versiche= rungen ein so augenfälliges Dementi gegeben, er habe freiwillig vor ganz Europa sich der unerträglichen Inkonsequenz schuldig gemacht, die Bereinbarung oder Verfassung zu bewilligen! Der König machte die Zugeständnisse, wozu ihn die Revolution zwang. Nicht mehr, nicht minder!" Der Ange zebur Der arme Räder Henter nic C zu b Don un lang war finement Berhältn bemagogi wältigen bis schlie eids. Den E wenigster minden Stöcker" Schlagen. daß er zu geschw jo tönnen taiserlich lich- sozial Zürich, 24. Juni 1885. ber groß ift, wie Sozialpolitische Rundschau. Ein wirklicher Sozialreformer. Turgot, der genia Minister Ludwig's XVI., gilt gemeinhin als Repräsentant des soge Manchesterthums, und thatsächlich war er als Anhänger der phyfiok tischen Lehre ein entschiedener Gegner aller polizeilichen Beschränkunge ren mit Der V sehr woh linquent. von Handel und Gewerbe. Aber diese Gegnerschaft gegen den alte läge Polizeistaat hinderte ihn nicht, die Schäden zu erkennen, welche sozialen Unterschiede, die Scheidung zwischen Besitzenden und Besitzlose über ihn auch bei völlig freiem Verkehre zur Folge haben müssen, und es der mitle interessant, zu sehen, wie er in der Praxis die Einseitigkeiten de den m Theorie zu korrigiren suchte. digen Wir lesen darüber im neuesten Heft der" Revue socialiste"( in de auch sonst interessanten Artikel G. Rouanet's:„ Eine Polemik gegen de 18. Jahrhundert"): ft eine 训 bi mitleidig auf der Es ist be meineidi ba überh Meine Namentlich Turgot hütete sich in den verschiedenen Stellungen, er bekleidete sein Ministerium inbegriffen, seine Thätigkeit seine Theorie anzupassen. Als Intendant von Limoges erließ er während Hungersnoth von 1770-71 einen Erlaß, in dem er verordnete, alle Eigenthümer, gleichviel welchen Standes, ob privilegirt oder ni privilegirt, bis zur nächsten Ernte ihre Pächter und Instleute, die das Red im Monat Oktober gehabt, beibehalten und mit Nahrung ausstatt taiser sollen, sammt Familien Männer, Frauen und Kinder." ( Der Text dieser bemerkenswerthen Verordnung befindet sich in de gesammelten Werken Turgot's Bd. 4. Sie ist datirt: Limoges, de 28. Februar 1770.) Vortr men." Die W einen 31 polize Eleganz gespielt Rur, " Bur selben Zeit", sett Rouanet hinzu ,,, als Turgot so laut Detr vorschrieb, daß die Besizer ihre Arbeiter zu ernähren haben, weil dem der mit ihnen durch besondere Beziehungen" verbunden sind, die sich ,, au die Dienstleistungen gründen, die sie von ihnen zu empfangen pflegen zwei 2 schuf er wirkliche Nationalwerkstätten. So Mary im Jahre 1849. Fast alles, was er hier mit Bezug auf später. Denn wenn auch die Formen, unter denen der von ihm so meisterhaft sfizzirte Kampf zwischen den Vertretern der feudalen und denen der bürgerlichen Gesellschaft sich damals vollzog, sich geändert haben, das Wesen desselben ist nach dieser Richtung hin das gleiche geblieben. Das Bürgerthum hat nur darauf verzichtet, auf revolutionärem Wege seine Bestrebungen durchzusetzen, es sucht sie auf dem Wege des Rompromisses zu realisiren, und deshalb kann auch die Krone auf die offenbare Contrerevolution verzichten, und sich darauf verlegen, das Bürgerthum, wo sie nur kann, um seine, liberalen Errungenschaften" zu prellen. Diese veränderte Kampfesweise verleiht den heutigen politischen Einrichtungen den Schein der Gesetzlichkeit, des Fußens auf dem Rechtsboden. Thatsächlich aber wird dieser Rechtsboden auch heute maßgebenderseits nur insoweit respektirt, als er der Ausdruck der be= stehenden Machtverhältnisse ist. So hat z. B. Bismarck in den letzten Jahren eine Reihe von Befugnissen des deutschen Reichstages wie des preußischen Landtages auf dem Wege bloßer kaiserlich königlicher ,, Erlasse" oder Deklarationen abgeschafft. Wären beide erlauchte Körperschaften nicht so ganz von dem Gefühl ihrer momentanen Schwäche durchbrungen, so hätte es einige artige Verfassungskonflikte gegeben; da aber Reichstag wie Landtag wußten, daß sie heute bei einem solchen Konflikt wenig gewinnen, sondern nur noch verlieren können, so ließen ste fünf grade sein, d. h. Bismarcks persönlichen Willen als Gesetz gelten. Auf der andern Seite aber ist unsere Epoche so eminent bürgerlich, daß Bismarck selbst sich gezwungen sieht, dem Parlament mit der einen al „ Nach Turgot's Ansicht, und ich lege auf diesen, heute nur zu seh in Vergessenheit gerathenen Bunkt ganz besonderes Gewicht, beruhte ba Meineid Recht des Eigenthums auf dem Recht zu arbeiten, welches unse tigen, heutigen Dekonomen zu dem Behufe anrufen, die unbeschränkte Ausbe die Bo tung der Arbeit zu gewährleisten. Aber das Recht zu arbeiten hatte uns, da Ergänzung das Recht auf Arbeit, und Turgot ließ keine Einschränku so ganz dieses Rechtes gelten. Die verheerenden Wirkungen des Industrialismu voraussehend, unterdrückte er die ,, Assoziationen" nicht, wie die orth Lügner Selbft Und zwo doren Dekonomen so oft behauptet haben, aus Haß gegen Alles, wa an die Zünfte erinnert, sondern aus Haß gegen das kapita fällen listische Monopol, dem er das„ unveräußerliche Recht der Arbeite einem fo Löhne vom Staate zu empfangen", entgegenseite. In dieser Beziehu die Mas find die Instruktionen charakteristisch, die er am 2. Mai 1775, ein Ja Lügen 32 f. vor seinem Sturz, an die Intendanten erließ.„ Es sollen alljährlich wären heißt es da,„ den verschiedenen Provinzen Fonds bewilligt werden, des St mit sie die ärmere Bevölkerung in Stadt und Land unterstüßen, inde sie ihr Arbeit anbieten... Das sicherste Mittel, dies Ziel zu erreiche ist die Einrichtung von Werkstätten." Man sieht, es handelt sich hi Urtheil nicht um gelegentliche Aushilfe, sondern um jährliche Kredite, die da der ch verwendet werden sollen, das im Gefolge von Geschäftsstockunge also eine Ueberangebot von Arbeitskräften 2c. auftretende Elend zu lindern. einem Wort, Turgot proklamirt hier das Prinzip der soziale bekannte Beihilfe. " Polizei richsruh Wie wenig werden die Gedanken dieses wohlwollenden Mannes v telegrap den Dekonomen respektirt, die sich auf ihn berufen! Eine Thatsac frater Weil zeigt dies zur Genüge. Turgot hatte seine Nationalwerkstätten dera der Lohn des Arbeiters höhe ist, organisirt, daß, wie er Darts bbs Hill sum& eben Nothwendige; benn, hört av ein famoje Das er nicht auf, zu wiederholen, der Arbeiter muß stets ein weni ein Ei b zuviel" verdienen; ohne dieses zuviel" gibt es kein Wohlbefit das Hör Heut den für den Armen, das strikt Nothwendige bedeutet Leiden. will Herr Raffalowich, gleich seinen Kollegen von der Geſellſchaft fü politische Dekonomie ein großer Bewunderer Turgot's, wie er in de weit Einleitung zu dem Facwett'schen Buche über die Löhne ausführt, und das Einrichtung öffentlicher Werkstätten gelegentlich erheblicher Katastrophe Und No wie Ueberschwemmungen 2c. nur unter der Bedingung gestatten, daß d Boliz Arbeiter in Naturalien entlohnt werden, und daß man ihnen nu Schandi gerade soviel gibt, daß sie nicht Hungers sterben!" Rebeforr des Sto So Rouanet. Wir wollen hier nicht auf die Frage eintreten, ob die Turgot'scheiß se Maßregeln in der Praxis die Wirkung gehabt hätten, die Turgot si Nun von ihnen versprach, auch nicht die Schwierigkeiten erörtern, mit welchen ih Durchführung gerade gegenüber der Entwickelung der Industrie zu fämpfe Si innen gehabt hätte; worauf wir Werth legten, und was hier allein ins Geeutsch wight fällt, das sind die Bestrebungen Turgot's, die Ziele, die er im , abe Auge hatte, die Wirkungen, die er durch seine Maßregeln zn erin de zielen hoffte. Und da können wir sowohl dem warmen Herzen Ture Er got's als auch seinem scharfen Blick für die Nebelstände der damaligen mard Epoche nur unsere volle Hochachtung zollen. eigene Schmeichler haben Bismard mit Turgot verglichen, den Anwalt der onder Millionäre mit dem wirklichen Anwalt der Armen auf eine Stufe stellen deffe wollen. Wenn nicht schon der Umstand, daß Turgot's Reformen an dem Widerstand scheiterten, den ihnen die privilegirten Klaffen entgegenhabe jeten, daß Turgot durch eine Koalition der Volksausbeuter gestürzt wurde, Enbart ihn vor einem Vergleich mit dem Abgott aller Schutzölner schütte, so ftlich zeigt das eine hier zitirte Beispiel, wie groß der Unterschied zwischen che ihm und dem Mann ist, für den die ,, Sozialreform" nur der Deckmantel ringi einer reaktionären Pläne ist, dessen Wirthschaftspolitik nur den Zwed and be hat, den politischen Fortschritt zu hintertreiben, während Turgot's So ift ezialpolitik den 3wed hatte, dem wirklichen Fortschritt auf allen Gehende bieten Vorschub zu leisten, die materielle und intellektuelle Hebung der bean Boltsmassen zu fördern. Welcher Abstand zwischen dem wirklichen heis Sozialreformer, der für den Armen unter allen Umständen ein wenig mehr als das ftritt Nothwendige" verlangt, und dem Sozialreformer ie um Lachen, der die industrielle Sonntagsarbeit nur dann verbieten will, wenn die Arbeiter sich bereit erklären, den Ausfall aus ihrer tirten Bil Lasche zu bezahlen! e ich te fi fogen ndere Wenn man Bismarck, den Wirthschaftspolitiker, durchaus mit einem Staatsmann aus der Zeit Ludwig's XVI. vergleichen will, dann mag man ihn mit dem Finanzschwindler Calonne vergleichen, mit deffen Von der Hand in den Mund"-Politik die heute in Deutschland herrschende große Aehnlichkeit hat. af den Hoffentlich wird sie auch ihr Schicksal theilen! mard Reid ber Ita des 1 10 iter gio effe red ime ine ldi, f nfere W dere ! W ie R esrat ner Rron wen nig rab 885. genial foge Ofiofra funge alte he b es Eine Aus Berlin schreibt man uns: Herr Stöder hat in der zweiten Juniwoche hier in Berlin, dem Schauplage seiner Thaten, vor Gericht gestanden und ist gerichtet worden. Gerichtet und hingerichtet. Hinrichtung wars, wenn es je eine gegeben hat. Auf Einzelheiten gehe ich nicht ein, Sie finden in fast allen hiesigen Zeitungen ziemlich genaue Berichte und werden selbst am besten beurtheilen können, was daraus der Erwähnung im Parteiorgan werth. Mir kommt es vielmehr darauf an, einen kleinen Beitrag zur Naturgeschichte dieses für unsere Epoche so charakteristischen Prozesses zu liefern. Rollen ber gebur Der nic Als die öffentlichen Prozeßverhandlungen begannen, wurden sofort die vertauscht der Kläger Stöder wurde zum Angeklagten, Angeklagte zum Anfläger. Drei volle Tage lang dauerte die Proes war eine langsame, grausame Hinrichtung, zollweise wurde arme Sünder getödtet, wie das in der guten alten Zeit beim Rädern zu geschehen pflegte, wenn nicht durch besondere ,, Gnade" der Senter angewiesen ward, dem Delinquenten gleich zu Anfang das Gezu brechen. Dies geschah hier aber nicht. Es war ein Rädern Don unten herauf man hörte die Knochen knacken, drei Tage lang ward der arme Sünder mit wahrer Wollust, mit grimmigem Raffinement gefoltert, und am Ende des dritten Tags war er todt. Sein Berhältniß zu so del und Nobiling wurde klar gestellt, sein gemein demagogisches Treiben entlarvt, eine Lüge nach der anderen durch überwältigendes Zeugniß ihm nachgewiesen, eine endlose Reihe von Lügen der Nachweis des Mein schließlich der„ Stoß ins Herz" tam bis eid 3. Den Schlag konnte der Hofpfaffe, der bis dahin mit eiserner Stirn wenigstens den Schein des Selbstvertrauens gewahrt hatte, nicht verer brach zusammen, und Stöcker ist todt. Der minden Zeuge Stöcker" hat den Hofprediger und Agitator Stöcker todtgeschlagen. Wenn der mitleidige Staatsanwalt ihn dadurch zu retten suchte, daß er zwar zugab, daß der Zeuge Stöcker unzweifelhaft falsch geschworen" habe, jedoch meinte, das sei kein strafbarer Meineid o tönnen solche Sophistereien an der Thatsache nichts ändern: daß der faiserlich- tönigliche Hofprebiger Stöcker, Gründer und Haupt der christich- sozialen Bartei, Organisator der Judenheze, Hauptleuchte und Stüze großen konservativen Partei eines Meineids überführt ist, wie er trasser meineidig nicht sein kann,- eines Meineids, geschwoten mit vollem Bewußtsein und Vorbedacht. ber Der Vorsitzende des Gerichts, der am letzten Tag unwillkürlich den läger" Stöcker als„ Angeklagten" bezeichnet hatte, fühlte das sehr wohl, jeder Anwesende fühlte es, und vor allem fühlte es der Delinquent. Der schwache Schild, welchen der mitleidige Staatsanwalt loſe über ihn gehalten, kann keinen ernstlichen Sieb vertragen. Alles was der mitleidige Staatsanwalt durch sein beispielloses Plädoyer für en de ben Meineid erreichte, ist, daß er sich selbst zum Mitschuldigen des meineidigen Hofpfaffen gemacht hat. Es st eine Nothwendigkeit, daß die Anklage auf meineid gegen den meineidigen Hofpfaffen erhoben wird, und der Schatten des mitleidigen Staatsanwalts wird dann neben dem meineidigen Hofpfaffen auf der Anklagebank sitzen. in der mit in en, bi feine nd de 2, da er nid Es ist eine Nothwendigkeit, wir wiederholen es. Wird der meineidige Hofpfaffe Stöcker nicht auf die Anklagebank gesetzt, so kann überhaupt im deutschen Reich keine Anklage auf Meineid mehr erhoben werden; denn jeder Angeklagte hätte die das Recht, dem Staatsanwalt und den Richtern zuzurufen: statte taiserlich königliche Hofprediger Stöder hat den Portritt. Erst nach ihm kann die Reihe an mich tomin be 3, be Detr hau legen men." = Der Die Art, wie Herr Stöcker, um den Meineid von sich abzuschütteln, einen zweiten Ewald erfand, und wie diese seine Erfindung die Polizeiliche Approbation und Santtion erhielt, inveil dem der als Zeuge geladene Polizeilieutenant Schöne mit stieberhafter*) Eleganz beschwor, daß in der sozialistischen Bewegung der letzten Jahre wei Agitatoren Namens Ewald in der Berliner Bewegung eine Rolle gespielt hätten, ist nichts als der Versuch einer homöopathischen ur, nämlich der übrigens nicht ungewöhnliche Versuch, einen Meineid durch einen zweiten Meineid zu kuriren, d. h. in einen rich: igen, nicht mit Zuchthaus zu bestrafenden Eid zu verwandeln. Daß usbel die Polizei sich zu dieser homöopathischen Kur hergegeben hat, zeigt uns, daß es ihr mit ihrem heiligen Eifer gegen die Kurpfuscherei nicht ganz Ernst ist. zu feh Ste ba unfer tte al äntun lismu 10 Selbstverständlich wurde der Redakteur, wel her den meineidigen orth Lügner Stöcker einen Lügner genannt, von dem Gerichte bestraft. 3, wa pita rbeite Und zwar erhielt er drei Wochen Gefängniß. Sonst wird in derartigen Fällen meist blos auf Geldstrafe erkannt, aber das Verbrechen, einem kaiserlich königlichen Hofprediger und konservativen Parteiführer ziehu die Maste herunterzureißen und ihn des Meineids und hundertfacher En Jaugen zu überführen, mußte natürlich schwer geahndet werden. Wozu hrlich wären denn die Geseze da, wenn nicht zum Schuß solcher Lumpe, wie en, b des - inde reiche Stöcker und seiner Hintermänner? - f. Hödel und Nobiling ich hi Urtheil festgestellt ie da der tunge also einer n. " 1 das ist jetzt durch gerichtliches haben, als sie die bekannten ,, Attentate" verübten, , christlich sozialen" Partei des Stöcker angehört, welche der preußischen Regierung und Polizei zum Mindesten sehr nahe steht. Als Lehmann- Hödel seinen iale bekannten Sackpuffer in die Luft schoß, wurde dies sofort dem in Friedrichsruhe befindlichen Bismarck mitgetheilt, der umgehend zurückes v telegraphirte:„ Ausnahmegesek gegen die Sozialdemo= hatsad fraten! dera Weil ein Agent Stöcker's, der selber Agent Bismard's öhe ist, ein sogenanntes Attentat verübt,„ Ausnahmegesetz gegen die Sohör zialdemokraten!" Das sieht" bestellter Arbeit" so ähnlich wie eni ein Ei dem andern, und wir haben jetzt ein Recht, zu behaupten, daß hlbefi das Hödel'sche Attentat ein Polizeiattentat war, genau so wie das Seu famose Attentat auf den eidgenössischen Bundespalast. -Heut aft fü rt, б " Das Hödel'sche Attentat reichte nicht aus; es mußte noch ein in de weites fommen, um die Nationalliberalen zum„ Umfall" zu bringen und das Heer der Philister angstvoll zu machen. Nobiling schoß. trophe and Nobiling war ebenfalls Mitglied des Stöcker's en daß Bolizeivereins. In welcher Atmosphäre" die Attentate des en nu Schandjahres 1878 gezeitigt" worden sind, um Buttkamer's ,, elegante" Redeform zu gebrauchen, das kann nach den zeugeneiblichen Feststellungen des Stöcker- Prozesses für Niemanden mehr ein Geheim= ot'sche hiß sein. got si Nun ist aber bekanntlich das Sozialistengesetz ausgesprochener en ihr ämpfe*) Siehe den Kölner Kommunisten Prozeß! 19 " maßen auf Grund der Voraussetzung erlassen wor den, daß Hödel und Nobiling Sozialdemokraten und ihre Attentate" sozialdemokratische Attentate gewesen seien. Daß diese Voraussetzung eine unbegründete war, ist von unseren Ver tretern im Reichseage wiederholt und auf's Schärffte nachgewiesen worden. Allein es fehlte bisher der juristische Beweis, und solange dieses der Fall war, blieb die Möglichkeit offen, daß Bismarck und seine Helfershelfer bona fide gehandelt und wirklich geglaubt haben, die Attentate" seien echt sozialdemokratischen Ursprungs. " Diese Möglichkeit ist jetzt ausgeschlossen. Bismarck und seine Helfers helfer wissen jetzt, müssen jest wissen, welcher Natur jene ,, Attentate" und jene Attentäter" waren, und so wahr sie ehrliche Männer sind, müssen sie eingestehen, daß sie sich geirrt haben, daß sie von der Polizei getäuscht worden sind, und daß das Sozia listengesetz auf Grund einer falschen Voraussetzung erlassen worden ist. Die nothwendige und unmittelbare Konsequenz ist selbstverständlich die Aufhebung des Sozialistengesezes und die Entschädigung seiner Opfer. So wahr Bismarck und seine Helfershelfer ehr liche Männer sind! Oder läßt sich etwas gegen unsere Argumente anführen? Nein da hilft kein Wenden und Drehen: so wahr Bismarck und seine Helfershelfer ehrliche Männer sind, wird die Aufhebung des Sozialistengesetes sofort im Bundesrath beantragt und in einer außerordent lichen Reichstagssession dekretirt. Und wäre es nicht Bismarckbeleidigung, an Bismarck's Ehre und Ehrlichkeit zu zweifeln? Oder sollte es umgekehrt sein? - t. In dem jekt modischen Verdächtigen und Be schimpfen der sozialdemokratischen Abgeordneten ist die ,, Frankfurter Beitung" allen übrigen Blättern weit über". Auf einen von ihr verbreiteten Lügenroman haben wir bereits hingewiesen. Heute sei einiger Berliner Korrespondenzen( aus bekannter Feder) erwähnt, in welchen die Legende aufgetischt wird, Bebel und Liebknecht seien in der Fraktion gewissermaßen falt gestellt worden; die übrigen, namentlich die jüngeren Abgeordneten, hätten das Joch der beiden Genannten abgeschüttelt, einer der Jüngeren, befragt, warum man das gethan, habe die Antwort gegeben:„ Wir züchten keine großen Männer!"; daraus erkläre es sich, daß Bebel und Liebknecht in der vergangenen Session fast gar nicht aufgetreten seien u. s. w. Es ist das erdichtet von A bis 3; und wir würden der Albernheit nicht erwähnen, wenn der betreffende Korrespondent sich nicht sozusagen als Eingeweihter aufspielte, freilich ein gemeines Reporter- Kunststückchen. Thatsache ist, daß die zwei erwähnten Genossen in der legten Session gerade so viel und bei gerade so wichtigen Gelegenheiten geredet haben wie früher; Thatsache iſt, daß die zitirte Aeußerung nicht von einem Jüngern" gegen sie, sondern von Liebknecht im Gespräch mit einem Fortschrittier unter Hinweis auf das Schwaymonopol Eugen Richters gethan wurde ( und wohl auch in etwas anderer Form); und endlich ist Thatsache, daß zwischen den jüngeren" und älteren" Fraktionsgenossen nie der der geringste Gegensatz, nie die geringste Differenz hervorgetreten ist sind die sogenannten Jüngeren" doch auch sämmtlich ältere Parteigenossen. Bei den Meinungsverschiedenheiten, die in der Dampfersubventionsfrage zu Tage traten und andere Differenzen hat es überhaupt in der Fraktion nicht gegeben waten auf beiden Seiten jüngere" und ,, ältere" bunt durcheinander gemischt. Ferner erzählt derselbe Frankfurter Zeitungskorrespondent, die sozialdemokratischen Reden seien in der letzten Session weit schwächer und zahmer gewesen, als in früheren Sessionen, und als Beweis wird angeführt die Belagerungszustandsdebatte, aus welcher diesmal Herr Puttkamer leider" als Sieger hervorgegangen sei. Leider" hat die Frankfurter Zeitung" selbst, unmittelbar nach jener Debatte, genau das Gegentheil, d. h. die Blamage und das Fiasto des Herrn Puttkamer fonstatirt, und leider" hat der brave Frankfurter Zeitungsforrespondent sich auf einer plumpen Züge ertappen taffen. Im Uebrigen haben wir die Thätigkeit unserer Genossen im Reichstag nicht gegen die Sonnemann'schen Preßreptilien zu vertheidigen hieße unsere Genossen beleidigen. das Der alte Lehmann", schreibt man uns aus dem Wupper thale, scheint in jüngster Zeit von einem wahren Begnadigungsfieber besessen zu sein. Merkwürdigerweise sind es jedoch nur die allerniederträchtigsten Lumpen, welche der kaiserlichen Huld theilhaftig werden. Auf die Begnadigung der beiden Elberfelder Fabritpaschas, Dahlhaus und Sohn, welche wegen brutaler Mißhandlung eines Arbeiters zu ein, bezw. zwei Monaten Gefängniß verurtheilt wurden, folgte die des Rons dorfer Steuereinnehmers v. Carnap, welcher die Staatskasse um nicht weniger als 22,000 Mark erleichterte und, nachdem ihn die Milde der Bourgeois- Geschworenen vor dem Zuchthause bewahrt, zu 5 Jahren Gefängniß verurtheilt wurde, wovon ihm durch die kaiserliche Gnade die Hälfte erlassen ist. Neuerdings ist abermals ein Strahl der kaiserlichen Gnadensonne in's Wupperthal gefallen, und zwar traf er diesmal den würdigen Waisenvater Vo ß. Voß gerieth zuerst wegen allerhand unsauberer Manipulationen, die er mit den ihm anvertrauten weiblichen Zöglingen vorgenommen haben sollte, in Untersuchung, mußte aber Mangels genügenden Beweises" dieserhalb freigesprochen werden. Die hochfittlichen Richter konnten, wie es in dem Urtheile heißt, nicht zu der Ueberzeugung kommen," daß Voß seine delikaten Handlungen zur Befriedigung seines Sinnentigels vorgenommen habe". Während der Untersuchung stellte sich jedoch heraus, daß Herr Voß seine Zöglinge während seiner Amtsführung auf das Gemeinste geprellt. So erhielt z. B. jedes die Anstalt verlassende und in Dienst tretende Mädchen aus städtischen Mitteln eine Kleiderkiste. Ehren Voß nun stellte diese Kisten nicht nur der Stadt, sondern auch den Mädchen in Rechnung, und steckte den Ueberschuß in seine weiten Taschen. Wegen dieser und ähnlicher spizbübischer Praktiken erhielt Boß drei Jahre Gefängniß zudittirt. Doch der Herr verläßt die Seinen nicht!" Die pietistischen Freunde des Voß ließen alle Minen springen, und eines guten Tages, nachdem der Biedermann ein Jahr acht Monate seiner Strafe abgebrummt, wurde ihm, wie es im offiziellen Jargon heißt, der Rest seiner Strafe von Seiner Majestät in Gnaden erlassen. 11 D, es ist etwas Herrliches um das Gnadenrecht unseres„ Heldengreises!" m. Der größte Zungendrescher ist und bleibt doch Eugen Richter. 335- in Worten dreihundertfünfunddreißig Reden in einer Seffion und in 100 Sigungen des Reichstags. Das heißt durchschnittlich fast vierthalb Neden per Sizung. Das ist noch nicht dagewesen, und wird hoffentlich auch nicht wieder da sein. Wenigstens nicht, nachdem die Richter'sche Zunge ihre Thätigkeit eingestellt hat. Und was hat dieser Vielredner mit seinen 335 Reden erreicht? Hat er die Macht der Regierung erschüttert? Die Stellung seiner Partei befestigt? Im Gegentheil: die Regierung ist durch die Taktik des Herrn Richter nur gefräftigt worden, und die Fortschrittspartei bietet das Bild kläglichen 3erfalls gleich der ihr nahestehenden" Volkspartei, die auf ihrer legten Konferenz sich selbst für bankrott erklärt hat. Noch 335 Richter'sche Reden, und die Fortschrittspartei wird ganz todt geredet sein. Jetzt ist sie's erst hal b. Merkwürdiger Patriotismus. Aus Thüringen schreibt uns ein Genosse: Ihre Notiz in Nr. 19: Prozent- Patriotismus, oder wie es gemacht wird," in welcher Sie mit Recht die aufdringliche Art und Weise geißeln, mit der man dem deutschen Michel die Bilder seiner Nationalheiligen aufdrängt, erinnert mich an eine sehr belustigende, unfreiwillige Selbstperfifflage, der ich vor einigen Jahren in Erfurt beiwohnte. Ein Händler hatte die Bilder der ganzen allerhöchsten Gesellschaft öffentlich zum Verkauf ausgehängt und pries sie dem Publikum mit den Worten an: Hier Bismard einen Silbergroschen! hier Moltke einen Silbergroschen! hier der Kaiser, der Kronprinz, Prinz Friedrich Karl 2c. 2c. einen Silbergroschen! Es hatte sich schließlich eine große Menschenmenge um ihn versammelt, aber Niemand machte Miene, für den werthvollen Besitz eines dieser Konterfeie den erforderlichen Silbergroschen anzulegen. Da riß endlich dem armen Verschleißer des waschächten Patriotismus die Geduld und wüthend schleuderte er der unbeweglichen Menge die ver= nichtenden Worte ins Gesicht: Ja, hängen seht Ihr sie wohl gerne, aber koofen thut Ihr sie Euch nicht!" Natürlich meinte er die Bilder! Einige Optimisten und Utopisten gaben sich der Hoffnung hin, Herr Stöcker würde, nachdem er der Lüge und des Meineids überführt worden, von seiner Partei fallen gelassen werden. Diese sonderbaren Schwärmer sind durch die ,, Kreuzzeitung" rasch eines Besseren belehrt worden. Sie sagt kurz und bündig: Der Prozeß gegen Stöcker sei ein Buben stück gewesen, und an dem braven Stöcker werde man jetzt erst recht festhalten. Auf Bubenstücke versteht sich die„ ,, Kreuzzeitung" freilich. Man nehme nur den Prozeß Waldeck. Und auf Buben versteht sie sich auch. Tel maître, tel valet. Wie der Herr, so der Knecht. Wie die Partei, so ihre Diener. Und umgekehrt. Aber, ob die biederen Konservativen noch so krampfhafte Anstrengungen machen mögen, ihrem Oberdemagogen die Stange zu halten, er bleibt deshalb doch ein todter Mann. Todt, todt, todt, und wenn sie ihn tausendmal hochleben lassen. Todt, und wenn ihm die Dankadressen duzend weise zugehen sollten. Derartige Manöver täuschen heutzutage Niemand wenn es erlaubt ist, diesen mehr. Der verstorbene Schulze- Delitzsch Mann, der doch wenigstens glaubte, was er sagte, mit einem Stöder in einem Athemzug zu nennen- ist selbst durch das berühmte NationalEhrengeschent nicht vom Tode gerettet worden. Und Lassalle hatte ihn doch nur mit Bezug auf seine Lehre hingerichtet! Er ist todt, der Meineidspfaffe, seine Rolle ist ausgespielt. Nicht der Wille seiner Freunde und Brotgeber, sondern die öffentliche Meinung entscheidet, und diese ist in Deutschland doch noch nicht so korrupt, wie gewisse Leute sich einbilden. - Feldmarschall Manteuffel und Feldmarschall Friedrich Karl haben in diesen Tagen das Zeitliche gesegnet und inspiziren jetzt die himmlischen Heerschaaren, wobei es der Lettere hoffent lich nicht an kräftigen Schimpfworten über den scheußlichen Parademarsch" fehlen lassen wird. Die Freude der Frau des ,, rothen Prinzen", der in Punkto Brutalität der würdige Sohn seines Vaters, des berüchtigten Thalerprinzen", war, über die himmlische Abberufung ihres Gatten soll unbeschreiblich sein. Wir gratuliren! " s. Unsere Notiz über die Vergebung der Dampfersubvention an den Bremer Lloyd ist von einem Genossen, der sich beschwerend an uns gewandt hat, so verstanden worden, als hätte damit ein Vorwurf gegen die Fraktion ausgesprochen werden sollen, die, trotzdem daß Diet das Spiel durchschaut, doch für gewisse Theile der Regierungsvorlage einzutreten bereit gewesen sei. Eine derartige Ansicht lag uns ferne, und wer die Notiz genau liest, wird sich auch überzeugen, daß die Spize sich einzig und allein gegen die Reichsregierung und die sonstigen Macher und Mitmacher des sauberen Geschäfts richtet. Der sozialdemokratischen Fraktion, und insbesondere dem Abgeordneten Diez, gebührt das Verdienst, das Mögliche zur Verhütung des sauberen Geschäftes aufgeboten zu haben. Und es muß weiter festge= halten werden, daß Herr Staatssekretär Stephan( Poststephan) die Behauptung Diet's, die Sache sei bereits mit dem Lloyd" abgemacht, feierlich vor versammeltem Reichstag für gänzlich aus der Luft gegriffen erklärt hatte eine feierliche Erklärung, die jetzt als unwahrheit erwiesen ist. Hofprediger Stöcker scheint für gewisse hohe Herren der moralische Lehrmeister und das Vorbild geworden zu sein. Eine Zuschrift der Abgeordneten Auer, Blos, Geiser und Grillenberger in der gleichen Angelegenheit bringen wir in nächster Nummer. Zur Frage der preußischen Landtagswahlen. Aus Königsberg erhalten wir folgende Zuschrift: ,, Königsberg, 20. Juni. In der Nr. 24 des Parteiorgans vom 11. d. Mts. wird in einer Korrespondenz aus Berlin zur Betheiligung an den preußischen Landtagswahlen aufgefordert. Die Königsberger Ge nossen sprechen sich entschieden dagegen aus und zwar aus folgenden Gründen: 1) Ein Erfolg ist bei dieser Zensuswahl mit Stimmabgabe zu Protokoll absolut ausgeschlossen, und ferner wollen wir dem Spigel thum keine Prostriptionslisten zur Verfolgung der Genossen liefern. 2) Wir fürchten, daß eine Betheiligung an den Landtagswahlen nur mit einem verwässerten Programm stattfinden würde, das auf die speziel preußischen Verhältnisse zugeschnitten ist, um der hochwohllöblichen Polizei zum Einschreiten die wenigste Veranlassung zu geben. 3) Agitiren können wir trotzdem, wir können dem Volk auseinandersehen, warum wir fernbleiben. Außerdem wollen wir unsere Kraft nicht in unnüzem Kampf vergeuden, sondern für die Reichstagswahlen benutzen, bei denen wir mehr Chancen haben, und infolge dessen mehr mit unseren Ideen ins Volt dringen können. 4) In diesem September finden die Wahlen zur französischen Deputirtenkammer statt. Da die Genossen des Auslandes uns in allen Kämpfen stets auch materiell unterstützt haben, fühlen wir uns moralisch verpflichtet, etwaige disponible Gelder lieber für die französischen Genossen, als für eine zwecklose Agitation zu preußischen Landtagswahlen zu verwenden." Aus San Francisco geht uns d. d. 14. Mai noch eine Resolution, die bekannte Fraktionserklärung betreffend, zu. Angesichts der Entwicklung, welche die ganze Angelegenheit inzwischen genommen, werden jedoch unsere Genossen in der Hauptstadt Kaliforniens wohl das mit einverstander sein, wenn wir auch dieses Schriftstück nicht abdrucken, sondern es dem Vorstande der Fraktion zur Kenntnißnahme übers senden. Von den Frankfurter Genossen wird uns mitgetheilt, daß sie auf eine Beantwortung der wegen des Aufrufes gegen sie von Frohme 2c. in verschiedenen gegnerischen Blättern erhobenen Angriffe verzichten, da sie die Sache vor dem Forum, vor welches sie ge hört, zum Austrag bringen werden. Soviel uns bekannt, sind nun auch die letzten nachträglichen Proteste zurückgezogen ein Beweis, daß das Gefühl der Zusammengehörigkeit in unserer Partei doch ein wenig stärker ist, als unsere Feinde gehofft. In verschiedenen Ländern ,, ministerkriselt" es. In Eng land hat Herr Gladstone, nachdem er am 8. Juni im Unterhaus eine Niederlage erlitten, sein Ministerium niedergelegt, und den Konservativen das Feld überlassen. Diese werden wohl oder übel das Staatsruder in die Hand nehmen müssen, soll nicht das großbritannische Reich an der man denke! Ministerlosigkeit zu Grunde gehen. Die Niederlage Gladstones war nur dadurch möglich, daß ein Theil der Liberalen ihren Heros, den grand old man", bei der Abstimmung über die Erhöhung der Brau- und Spritsteuer, mittels deren die Mehrausgaben für die Rüstungen in Asten gedeckt werden sollten, schnöde im Stich ließ. Die großen Brauer 2c. spielen in England eine ähnliche Rolle wie in Preußen- Deutschland die großen Schnapsbrenner. Aber leider kann Gladstone nicht von sich sagen ,,, auch ich bin ein Bierbrauer," und was seine Geniestreiche in der auswärtigen Politik nicht vermocht, das bewirkte sein mangelndes Mitgefühl für diese leidende Menschenklasse. Nicht weil es sich um eine, sondern weil es sich um diese indirekte Steuer handelte, ließen sie ihn fallen. Welcher Triumph für Bis marck! Ihm kann so etwas nicht passiren. In Italien wackelt das Ministerium Depretis Mancini, in Spanien das konservative Ministerium Canovas del Castillo. Ersteres fällt als ein Opfer der Kolonialpolitik, Letzteres der Cholera. Desterreich. Brünn, das mährische Manchester, war in der vergangenen Woche der Schauplatz großartiger Arbeiterunruhen. Die Fabrikanten der großen Textilindustrie wollten die Einführung des elfstündigen Arbeitstages in der Weise bewerkstelligen, daß sie die Pausen von der Arbeitszeit abziehen wollten. Die Arbeiter aber wollten sich das mit Bezug auf die Frühstücks- und Vesperpausen nicht gefallen lassen, und so kam es zur Arbeitseinstellung und, gelegentlich einer Demonstras tion der feiernden Arbeiter, zum blutigen Konflikt mit der Polizei. Die Kapitalistenpreffe faselte sofort von Aufhetzungen durch slavische Agita toren 2c., mußte aber hinterher doch zugeben, daß die Erregung der Ars beiter nicht ganz unberechtigt" gewesen sei. Die Fabrikanten zogen es schließlich vor, durch Vermittelung der Statthalterschaft und des Bürgers meisters mit dem Komite der Arbeiter in Verbindung zu treten, und angesichts der entschlossenen haltung der Letteren tam es zu einem Kompromiß, wonach die wirkliche Arbeitszeit am Mon tag 10, am Samstag 93% und an den übrigen Wochentagen 1034 Stun den, somit im Ganzen 6234 Stunden pro Woche betragen solle und außerdem einige Lohnerhöhungen bewilligt wurden. Jetzt ist Brünn ruhig". Sozialistische Presse und Literatur. Inhaltsverzeichniß von Heft 6 der Question sociale"( soeben erschienen): L'Internationale et les Chinois, Elisée Reclus. Brisson dévoilé, G. Lefrançais. Collectivisme et Révolution, Jules Guesde. La Le quatorzième anniversaire, E. Pottier. révolution dans les mœurs, Cassius. Les Klephtes et les chants populaires de la Grèce moderne, P. Argyriades. Nemesis révolutionnaire. I. Infamies bourgeoises, massacre au PèreLachaise( 24 mai 1885), Gaillard fils. II. Misères sociales, chanson des mineurs, Deckherr. Victor Hugo, Brown. Mouvement socialiste révolutionnaire des Deux- Mondes: la journée sanglante, P. Argyriades. Mouvement socialiste en Italie, Merlino. Hollande, Danemark. Bibliographie, etc.( 32 p.) Heft 6 der, Revue socialiste": Une discussion au 18me siècle, G. Rouanet. Victor Hugo, Almaviva.- Emile de Laveleye et l'économie politique, F. Domela Nieuwenhuis. Nos morts( Amouroux et Cournet), B. Malon.- L'occultisme à Paris, L. Dramard. Les compagnies de chemin de fer, J. Pinaud. L'éducation nouvelle, A. Ottin. La marche triomphale de la république, E. Pottier. Mélanges et documents. Revue économique, des faits sociaux, de la presse, des livres. Sociétés savantes. Divers.( 84 p.) " London Groupe of interAufforderung. Die national tailors and tailoresses" ladet alle Vereine für Schneider und Schneiderinen in Deutschland ein, ihr ihre Adressen, bezw. die Adressen ihrer korrespondirenden Schriftführer zuzusenden. Es handelt sich um wichtige Angelegenheiten, welche die Kollegen in allen Ländern interessiren und einen brieflichen Verkehr erfordern. Briefe von deutschen Kollegen sind zu adressiren an H. Roland, 64 Newman Street, Oxford Street, London W. -Korrespondenzen. " " Barmen, 15. Juni. Die tonfiszirte Leiche. Ein ganz neues Verfahren, die Sozialdemokraten zu verhindern, ihren verstorbenen Genossen die letzte Ehre zu erweisen, hat die sonst nicht gerade durch übermäßige Schlauheit glänzende Barmer Polizei entdeckt fie tonfiszirt nämlich einfach vorher die Leiche. Vor Kurzem starb in der Stadt an der Wupper ein noch junger Parteigenosse; derselbe sollte, da der Tob Mittwochs eingetreten war, am darauf folgenden Sonntag beerdigt werden. Das war allerdings 24 Stunden später, als es sonst die Regel ist, da aber in fast allen Fällen, wo der eigentliche Beerdigungstag auf den Samstag fällt, von dieser Regel abgewichen und die Beerdigung auf den Sonntag verlegt wird, so fand Niemand etwas Auffälliges darin. Selbst die Polizei, welche von Seiten der Barmer Genossen davon in Kenntniß gesetzt wurde, daß man Musik mitzunehmen gedenke, fand anfangs nichts zu erinnern. Am Samstag Nachmittag jedoch erhielt der Anmelder des öffentlichen Aufzugs" ein Schreiben des Oberbürgermeisters, laut welchem der Aufzug und jede Ansammlung auf dem Kirchhofe" sozialistengeseßlich verboten wurde. Das war aber den Herren von der Polizei noch nicht genug, da sie sich ganz richtig sagten: Wenn die Sozialdemokraten keine Musik mitnehmen dürfen, so ziehen sie eben ohne dieselbe, und das inzwischen bekannt ge= wordene Verbot wird eine um so stärkere Betheiligung zur Folge haben. Was also thun, um die verhaßte Demonstration zu vereiteln? Aus dieser Berlegenheit wurde die arme Polizei durch einen Mann der Wissenschaft gerettet. Der Barmer Kreisphysikus Strauß heißt der Biedermann war es, der seine ärztliche Kunst der Polizei zur Verfügung stellte. Herr Strauß begab sich in Begleitung eines Polizeikommissars in die Wohnung des Verstorbenen und erklärte, nachdem er einen flüchtigen Blick auf die Leiche geworfen, dieselbe müsse aus sanitären Gründen sofort aus der Wohnung geschafft werden. Die Bemühungen des Bruders des Verstorbenen, von andern, nicht in Diensten der Polizei stehenden Aerzten ein entgegengesettes Gutachten zu erhalten, blieben erfolglos. Die Herren erklärten zwar sämmtlich, daß ihnen ein der artiges Verfahren in ihrer ganzen Praxis noch nicht vorgekommen, doch sei das Gutachten des Kreisphysikus in dieser Beziehung maßgebend. In der Zwischenzeit war übrigens an dem Trauerhause bereits ein Kommissar mit drei Polizisten und vier Trägern erschienen; die zu dem Zeichenzimmer führende verschlossene Thüre wurde von der Polizei erbrochen, die Leiche aus der Wohnung geschleppt und auf den unten stehenden Leichenwagen gehoben. Dann gings in schnellem Tempo nach dem Todtenhause des Unter- Barmer Kirchhofs. Die Polizisten folgten in einem Wagen. Die Nachricht von dem Geschehenen verbreitete fich wie ein Lauffeuer in den Arbeiterquartieren, und wenn die Polizei glaubte, nunmehr sei das Leichenbegängniß unmöglich gemacht, so konnte sie fich am Sonntag Nachmittag davon überzeugen, daß sie mit ihrem Geniestreich gerade das Gegentheil bewirkte. Eine nach Tausenden zählende Menschenmenge drängte sich um die genannte Zeit vor dem Trauerhause. Von dort bewegte sich der imposante Zug, vorauf die Kranzträger, prachtvolle, mit großen rothen Schleifen geschmückte Kränze tragend, nach dem etwa 20 Minuten entfernten Kirchhofe. Das Bemühen der Polizei, die Thüre zu schließen, scheiterte aufs Kläglichste an dem gewaltigen Ansturme der Massen. Am Grabe wurden dem Verstorbenen die Kränze und die üblichen drei Schaufeln Erde mit kurzen Ansprachen gewidmet. Die Polizei war hiergegen vollständig machtlos. Nach beendigter Feier ging die Menge in aller Ruhe auseinander. " Was die ganze Affäre noch krasser macht, ist der Umstand, daß wenige Minuten von dem Hause des verstorbenen Parteigenoffen entfernt, die Leiche eines Mitgliedes des Patriotischen Verein 3" aufgebahrt lag, bei welchem der Tod noch einige Stunden früher eingetreten war. Trozdem diese Leiche in bedeutend vorgeschrit tenerem Verwesungsstadium sich befand, und ungeachtet der zur Aufbewahrung einer Leiche viel ungeeigneteren Räumlichkeiten wie das Gutachten eines von der Polizei nicht abhängigen Arztes besagt*) die Behörde in diesem Fall kein Hinderniß, den Verstorbenen Sonntags mit Paufen und Trompeten zur letzten Ruhe bestatten zu lassen. Die " Patrioten" stehen ja bei der Polizei allerdings in viel befferem Geruche als die tttSozialdemokraten. fand Nürnberg, 16. Juni. Situationsbericht. Die unlängst durch die Blätter gegangene Nachricht, daß die bayerischen Sozialdemo traten eine Landesversammlung abgehalten haben, auf der sie beschlossen, in die Agitation zu den im Jahre 1887 stattfindenden bayerischen Landtagswahlen einzutreten, hat unsere liberalen und ultramontanen Philister in begreifliche Aufregung versetzt. Und die Herren haben auch allen Grund, sich zu ängstigen, da es durchaus nicht unwahrscheinlich ist, daß es uns gelingt, einige Abgeordnete nach München zu entsenden und da durch nicht nur etwas mehr Leben in die Bude zu bringen, sondern auch einen entscheidenden Einfluß auszuüben. Bekanntlich halten sich in der bayerischen Kammer die beiden Parteien, Liberale" und Ultramontane ziemlich die Waage, so daß die Beschüsse oft nur vom Zufall abhängig find. Dies würde aber sofort anders werden, sobald einige sozialistische Abgeordnete darin säßen. Und der Umstand, daß der baye rische Landtag doch noch ziemlich weitgehende Befugnisse gegenüber den Provinziallandtagen hat, rechtfertigt es wohl, daß die bayerischen Sozialisten Stellung zur Frage nahmen und beschlossen, mit allen Mitteln in die Agitation einzutreten. Das bayerische Wahlsystem ist bekanntlich ein in direktes, jedoch ist es von keinem Steuerzensus mehr abhängig, es genügt, wenn jeder 21jährige bayerische Staatsangehörige überhaupt eine dirette Steuer an den Staat entrichtet und den Verfassungseid ablegt. Es wird sich also für uns darum handeln, die Massen mobil zu machen, und sie zum Schwören" zu organisiren. Im Falle, daß Alles klappt, werden dann von Nürnberg nebst Amtsbezirk vier Sozialdemokraten in den bayerischen Landtag einziehen. Kein Wunder, daß unseren Fortschrittlern" bereits jetzt schon vor dieser Eventualität ,, gruselt". Freilich sind die Verhältnisse nicht überall in Bayern so günstig gelagert, daß ohne andere Beihülfe auf Erfolg gerechnet werden könnte. Die Landesversammlung faßte daher den Beschluß, daß bei den Wahlmännerwahlen überall auf eigene Faust auf Grund eines von dem Landeskomite noch zu entwerfenden Wahlprogramms( das selbstredend nicht mit dem allgemeinen Parteiprogramm tollidirt) zu agitiren set. Stellt sich nach dieser Wahl heraus, daß die Zahl unserer Wahlmänner zu gering, um einen Abgeordneten unsererseits durchzubringen, so soll es gestattet sein, mit Gegnern eine gemeinsame Liste aufzustellen, ohne daß die eine oder andere Partei prinzipielle Konzessionen zu machen braucht. Dies kann natürlich nur da Platz greifen, wo es sich um mehr als zwei Parteien handelt, und wurde dieser Beschluß auch hauptsächlich mit Rücksicht auf München gefaßt. Da dort die Ultramontanen ohne Zweifel die relative Mehrheit erhalten( welche bei der Abgeordnetenwahl genügt), so würden die Nation alliberalen und Sozialisten ohne gegenseitige Unterstüßung bei den sechs in Betracht kommenden Mandaten leer ausgehen. Stellen aber diese zwei Parteien eine gemeinsame Liste auf, so fallen die Schwarzen durch, und Liberale und Sozialisten erhalten je drei Mandate, was nach Lage der Sache jedenfalls das Bessere iſt. Außer den Beschlüssen über die Landtagswahl wurden noch eine Reihe anderer auf die Organisation unserer Partei bezügliche gefaßt, die hier nicht mitgetheilt werden können. Die Versammlung war von 27 Delegirten beschickt und vom besten Geifte beseelt. Hoffen wir, daß die ge faßten Beschlüsse zur Ausbreitung unserer Partei in Bayern von guten Folgen sein werden. *) Es heißt in demselben( wir legen es der Redaktion zur Einsicht bei): Der Unterzeichnete mußte deshalb, wenn von gesundheitsschädlicher Einwirkung die Rede sein konnte, entschieden sich dahin aussprechen, daß die Wohnunng des p. Schmit( des Patriotenvereinlers) zum Aufbewahren einer Leiche bei weitem nachtheiliger war als die des polizeilich abgeholten p. Buchner!" Plauen( im Voigtland). Es stehen jetzt hier gegen 700 Stickmaschinen still. Daraus kann man ermessen, hie schwer die Arbeitslosigkeit auf der hiesigen Bevölkerung lastet. Trotzdem thun wir unsere Schuldigkeit nach jeder Richtung hin, und rüsten uns z. B. jezt auf die bevorstehende Landtagswahl. Am ersten April, dem Geburtstage des großen, unübertroffenen Staatsmannes Bismarck, hatten hiesige Genossen zu Ehren unseres besten Agitators" auf dem Bärenstein- vom Servilismus Bismarckst ein getauft auf einem Baume eine große rothe Fahne mit der Inschrift: och lebe die Sozialdemokratie!" aufgepflanzt, die bis Morgens 8 Uhr, von der ganzen Stadt aus sichtbar, luftig im Winde flatterte. Der Erste, der sie entdeckte, war unser hochverehrtes Stadtoberhaupt, dessen Villa sich in der Nähe befindet. Raum hatte der Brave das staatsgefährliche Banner erblickt, als er natürlich sofort die Polizei requirirte. Diese hatte natürlich nichts gemerkt, sie hatte vielmehr die ganze Nacht vergeblich gelauert, weil sie glaubte, es würde zur Erhöhung der Andacht" wieder ein Flugblatt verbreitet werden. Damit war es aber diesmal leider nichts. Armer Rock stroh mit dem ordensdürftigen Knopfloch! R- r. V- r. Apolda, 9. Juni. Die Affaire Schwennhagen in Han= nover macht sich in ihren Folgen bis hierher bemerkbar. Hr. Schwennhagen ist bei der hiesigen freireligiösen Gemeinde als Sprecher, respekt. als Religionslehrer angestellt. Nach den Vorgängen in Hannover ist er aber vorläufig von diesem Posten suspendirt worden. ,, Er mag sich erst reinigen", haben die Macher der Gemeinde, der freisinnige Herr Hout, Dichter der Freien Gedanken", und der nationalliberale Fabrikant Knoblauch, ausgesprochen und bestimmt. Herr Houzz ist der Handlanger seines Arbeitgebers, des Kommerzienrathes Wiedemann, welcher für die hiesige freireligiöse Gemeinde sozusagen als Papst gilt. Bon was aber soll sich Herr Schwennhagen eigentlich reinigen? Von dem Verdachte, die Wahrheit gesagt zu haben? Herr Schwennhagen ist hier in freidenkenden Kreisen sehr geachtet, was der zahlreiche Besuch bei seinen Vorträgen bewiesen hat, und deshalb herrscht Unzufriedenheit und Mißtrauen gegen die Macher, welche leicht zum Reil werden können, der die Gemeinde spaltet. ,, Er mag sich das heißt soviel als: er mag zum Heuchler werden, erst reinigen" und dies, glauben wir, wird sehr Schwennhagen nicht werden. Bei Hout freilich ist es etwas anders. Wenn man die ,, Freien Gedanken", die Geistestinder des Herrn Hout, mit den Handlungen, dem ganzen Auftreten des genannten Herrn vergleicht, so wird man einen sehr großen Unterschied finden. Und man wird sich fragen, welches ist nun ber wahre Hout? Herr Houzz in seinen Handlungen oder Herr Hout in seinen Gedichten? Die Reinigung" des Herrn Schwennhagen soll auf dem FreidenkerKongreß in Braunschweig stattfinden. Man wird da unwillkürlich an die Reßergerichte erinnert, welche Huß, Galilei 2c. zum Widerruf ihrer Lehren zwingen wollten, nur mit dem Unterschied, daß die Ankläger jener Freidenker fanatische Pfaffen waren, die des Herrn Schwennhagen aber freireligiöse, freidenkende Männer sein wollen. Diese Vorgänge zeigen eben wieder, daß die freireligiöse Bewegung oft dazu dienen muß, für gewiffe Leute freisinnige Deckmäntel zu liefern, unter denen sie ihre reaktionären Absichten und Pläne verbergen. Wir legen der freireligiösen Bewegung im Ganzen keine so große Bedeutung bei, halten die Betheiligung daran für Kräftezersplitterung und sind der Meinung, daß es besser ist, wenn alle Agitationsmittel dazu verwendet werden, die politische und soziale Befreiung des arbei tenden Volkes baldmöglichst herbeiführen zu helfen; die Befreiung von Pfaffen und Aberglauben wird dann von selbst damit gleichen Schritt halten. ( Fortsetzung folgt.) Neuenburg. Wie alljährlich wurde auch diesmal eine Zusam= menkunft der westschweizerischen Deutschen Vereine abgehalten, und zwar am 7. Juni in Yverdon. Nachdem die einzelnen Vereine ihre Situationsberichte abgegeben hatten, welche im Allgemeinen günstig lauteten, wurde nach ziemlich lebhafter Diskussion über die letzten Vorgänge in der deutschen sozialdemokratischen Reichstagsfraktion, resp. die Erklärung" derselben, eine Resolution wesentlich im Sinne des Frankfurter Aufrufes angenommen. " Nachruf. Am 12. Juni starb in Frankfurt am Main nach langem Leiden im noch nicht vollendeten 32. Lebensjahre unser Freund und Genoffe Karl öberg. vor, die Warnung vor dem Brgr. Enßner aufrecht zu erhalten, bezw. ihm die Aufnahme in die Partei zu verweigern. Schaffhausen und Zürich, im Juni 1885. Jm Namen des Schiedsgerichtes: Der Beauftragte. Von D. Fechner, Schneider in Genf, haben wir die in voriger Nummer verlangte Abrechnung nebst Zahlung und Aufschluß über stattgehabte Verzögerung erhalten. Die Expedition des Sozialdemokrat." Briefkasten der Redaktion: J. N. in Moos bei Neukirch- Egnach: Sie scheinen ganz eigenartige Vorstellungen von den Redaktionsverhältnissen unseres Blattes zu haben, wenn Sie aus dem Umstand, daß wir Ihr mehr an Kraftworten als an Thatsachenmaterial reiche Einsendung ni sofort aufgenommen, ohne Weiteres schließen, wir wollten dieselbe über haupt nicht aufnehmen. Begreifen Sie denn nicht, daß bei der Fü von Einsendungen, die wir erhalten, wir naturgemäß diejenigen, weld Tagesereignisse behandeln, zuerst zum Abdruck bringen, bei den übrige aber eine bestimmte Reihenfolge beobachten müssen? Die Schilderung der von Ihnen gerügten Uebelstände würde auch ein paar Wochen späte noch zur rechten Zeit kommen. Genossen in Iserlohn: Für bie Nummer zu spät, daher in nächster. J. S. in Nürnberg: Ro respondenzen in Sachen„ offene Abstimmung" desgleichen. Aber selb verständlich ohne die Ausfälle auf ganz unbetheiligte Dritte. der Expedition: Johannes B.: Mr. 9 Ab. 2. u. 3. D nebst Portovergütung 2c. dkd. erh. Zürich: Fr. 31 62 Ueberreft be Sammlg. f. d. Pariser Schneider den streifenden Schreinern in König berg i/ Pr. bkd. zugewiesen. Appollos: Mt. 6 60 Ab. 3. Du. u. Soft erh. Sdg. fort. Rother Gnom: Mr. 3 20 Ab. 3. Du. u. Porto e Bf. v. 18./6. am 20. beantw. Weiteres erwartet. Der alte Unve befferliche: Nur Mt. 79 60 erh. Desterr. mit 2 Pf. pr. Krzr. gera hoch genug. Bftlg. folgt u. Bf. Alte Tannen: Mr. 12 26. 2. 3. Du. u. Mr. 20 pr. Ufds. dkd. erh. Der alte Rothe: Mt. 16 woch Zür Bolts 加 fran nach d Me Behörden und unjen barf teine der Send Part à Cto. Bldr. u. Schft. erh. Rothe Erde: Mt. 5 f. 2dl. erhalten Warum nicht angeben, welche Nr. zuletzt kam? Angekündigtes willkommen Der Oncel Bräfig: Fr. 2. Ab. 3. Du. erh. Gdt. Stdl.: Mr. 110 Portovergütung erh. H. P. Hfld. Mr. 4 40 Ab. 3. Du. erh. K. Wkdf.: Mr. 3 Ab. 3. Du. erh. Ers. fort mit 25. D. A. M. Mt. 5 80 Ab. u. Schft. erh. Sdg. fort. J. R. Gr.: öwfl. 170 2 3. Du. erh. B. Sch. 2.: Mr. 3 Ab. 3. Du. erh. 100 erh. à Cto. alten Rest erh. A. M. Sch.- Bdl.: Fr. 3 Unte I. H.: M R. H. Ggl.: Fr. 2 Bfab. 3. Du. erh. 26. 3. D Sozia 2. S. Dum P Mt. 8 60 Ab. 3. u. 4. Du. erh. 45 Pfg. pr. Ufds. dkd. verw. 2. beschlif Hörnn. Mr. 4 40 Ab. 3. Du. erh. L. E. Bgdf.: M. 36. 3. Dlarlegt Rother Hahn J.: Mr. 28 10 Ab. 3. Du. 2c. erh. Claus Groth Matilde: Bfe. v. 18. u. 20. hier Kenner Morgenroth: Mt. 12- v. 21./5. p Die erh. Mt. 81 40 à Cto. u. Bf. v. 22. erh. Letterer kreuzte mit unsrigem. Ab. 2. Du. eingestellt. Bf. folgt. Cooperator Chr.: W. am 23.6 mußte, besorgt. Gruß! Declerque und Wiggenhorn Chicago: Am 19./5. avi binatio firte Rimeffe am 25./6. noch nicht hier. Warum? Bttr. Afften Zeitung Fr. 2Ab. 3. Du. erh. Drickes II: Mt. 30 2. C. Jsl.: Eingetroffen. Wird besorgt. Ab. Mai u. Jum treten erh. -r- y. Stockholm Fr. 5 Ab. 3. u. 4. Du. erh. Nazl: Adr. eingereiht. Anzge. W auch di erh. erh. Veilchenstein: Bstllg. fort. Weiteres sobald v. Frd. notifizirt. biel S Beilage besorgt. Dant f. Sig. B. I- VI: Bftllg. folgt. 23. benach liner 2 Bfl. mehr. Duidam: Adr. gelöscht. Bftlg. folgt. Frisch auf Adr. geordnet. Bstlg. fort. h.: Bstllg. notirt. Avisirtes erwarte Bft. Weiteres. Felix: Bldr. waren seit Ostern ausgeboten. Hund di Einwand also verspätet. Roland II: Nachr. v. 16. am 22. beantw. denselbe Wir L Also „ In P. R. Brüffel: Fr. 35 25 Ab. 2. Du. u. Schft. erh. Bitten künft Schluß auf Poftcoupons Namen und Ort der Absendung deutlich zu schreiben Dttg. Mangels dessen verspätet. Foy. Mt. 4 30 Ab. 3. Du. erh. Vw. nach Wunsch. à Cto. Ab. 3. u. 4. Du Dn. Gppg. Mr. 10 85 u. 1. Du. 86 erh. Sg. Ng.: Mt. 4 40 26. 3. Du. erh. Drickes II: Adr. v. 22./6. erh. D. P. Nogs.: Mt. 4 40 Ab. 3. Dum Ba erh. ein Arti H. B. Efd.: Mt. 4 40 Ab. 3. Du. erh. Don bet hobenen Abonnements auf den ,, Sozialdemokrat" tage gef als eine 80 Gedanke organ i werden ausser beim Verlag und dessen bekannten Agenten wohl auf einzelne Monate als ganze Quartale- jederzeit entgegen Frattion genommen bei folgenden Filialen und Verkaufsstellen: Zürich Volksbuchhandlung, Casinostrasse 3, Hottingen. Winterthur Deutscher Arbeiterverein, Haldenstrasse. Aarau E. Gennert, Ziegelrain 705. Basel C. Pinkert, Hardstrasse 99. Bern Restaurant Schmutz, Aarburgerstrasse 52. Deutscher Verein. Chur F. Pflaum, Buchdruckerei Conzett. Zug J. Marbach, im Allgem. Arbeiterverein. Luzern W. Wagner, Hofstrasse 41 a. Genf Deutscher Verein. Streites Reichsta Iamenta Lager a Drgan hochtrab demokra maligen „ Der P Barlame otr hat, ala nachher, ift der Soweit, ganda Lausanne Arbeiter- Leseklub, Café Vaudois", Place de riche St. Imier Deutscher Verein. Liège Café des quatre Nations, rue Chapelle des Cleres. Verviers Charles Picreaux, 20 rue de Luxembourg, Andrimont Amsterdam P. J. Penning, In de Leuw van Waterloo, Water looplein 62. Antwerpen Ph. Coenen, rue Dambrugge 11. Franenfeld Deutscher Verein. fie befte " Thätigte Riponne. un pagandi Biel Rob. Kohl, Deutscher Verein. Schaffhausen J. Zähringer, Mühlenthal. Paris Oscar Greif, rue Roger 17, Montrouge. Kopenhagen K C. Hördum, Römersgade 22 Stuen. Brüssel( bei bekannten Adressen). Debatte das sei hat befc biefelber endgült verzeich Laff tigfte F Deutsch aus, di genüger Standes werden London H. Rackow, 35 Charlotte Street Fitzroy Square W. Mr. Schweitzer, 38 Church Lane, Court Road. Mr. H. Schackwitz, Friseur, 10 Featherstone Str., City Mr. Taube, Edward Street, Soho. lens w in ben sich der Interef J. W. Goedbloed, Tobacconist, 29 Foley Street Cleveland Street. berfelbe Arbeite leinen g überras demotre geftelt Eisenac über ei fegung ausgehe 184 William Street. care of Philad. Tageblatt. 1900 F. W. Fritzsche, 325 Callowhill Street. W. F. Schmidt, Nr. 613 Callowhill Street Rönnte 20 ftellation Geschic den, fe wie gel bebingt mit ift Er war ein treuer, warmherziger Freund der Armen und Unterdrückten, für deren Emanzipation er in seiner Weise mit einem Eifer und einer Selbstlosigkeit wirkte, die ihres Gleichen suchen. Sucht nach Ruhm und Ehren waren ihm ebenso fremd als der Wunsch, eine einflußreiche Rolle zu spielen. Er förderte und regte an, wo er nur konnte, und es genügte ihm, wenn seine Anregung auf fruchtbaren Boden fiel. Er half und unterstüßte, wo seine Hilfe nöthig schien; bedingungslos ohne Rücksicht auf Dank und Anerkennung. In aller Stille, wie er gewirkt, ist er bestattet worden. Ehre seinem Andenken! Zürich, den 23. Juni 1885. 1Jm Namen seiner Freunde und Genossen: Die Redaktion des Sozialdemokrat." Communistischer Arbeiter- Bildungsverein, Tottenham Bropag Street, Tott. Court Road 49. Castleford bei Yorkshire Theobald Völkel, 1 Dentonterrasse ist heut Glasgow A. Schneider, 97 Parlamentary Road. ned ad Bukarest Adolf Hermann, Strada Rozca 3 Dudezcu. John Heinrichs, 175 Orchard Street. H. Nitzsche, 548, 9. Avenue, City. Eine ausführliche Würdigung der Thätigkeit des Verstorbenen bringen New- York Jos. Strauss, 356 East. 19 Street. wir in nächster Nummer. om 16 timmis sis du Erklärung. Die in Nr. 32, Jahrgang 1884, des, Sozialdemokrat" veröffentlichte Warnung von Brgr. Enßner ist nach eingehender Prüfung des Sachverhalts dahin zu berichtigen, daß Enßner bei der gerichtlichen Gegenüberstellung mit seinem Gegner Buser allerdings ein Wort fallen ließ, deffen Tragweite größer war, als er im Moment selbst wohl annahm, daß aber Buser, der obendrein selbst von dem Vorwurf einer denunziatorischen Aeußerung nicht freigesprochen werden kann, ihn durch seine Aussagen dazu provozirt hatte. Es liegt somit kein genügender Grund A. Höhne, care of ,, New- Yorker Volkszeitung einen F Philadelphia Chicago JII. A. Lanfermann, 349 Divisionsstreet. W. Langner, S. W. Alport Str. 692. Cincinnati, O. C. Schumann, 16 Mercer Street. St. Louis, Mo. Gebr. Herminghaus, 1805 Franklin Avenue. Lawrence, Mass. E. Dick, 118 Essex Street. Buenos- Aires Aug. Latzky, Calle de Montevideo 89. Die Expedition des Sozialdemokrat". verlaffe Wie dienen mentar on fe Harmic