zu ein motra 1832. breche Gen eth un Szür nde b Tittli Rapi Leben defin eder 18 es et en ntfur Walb utag ung Ee I v Jele näg 3 gef e Erscheint wöchentlich einmal in Zürich( Schweiz). Berlag ber Boltsbuchhandlung Hottingen Zürich. Poftfendungen franto gegen franto. Gewöhnliche Briefe nach der Schweiz kosten Doppelporto. № 28. Der Sozialdemokrat Zentral- Organ der deutschen Sozialdemokratie. Donnerstag, 9. Juli Avis an die Abonnenten und Korrespondenten des„ Sozialdemokrat." Da der Sozialdemokrat sowohl in Deutschland als auch in Defterreich verboten ist, bezw. verfolgt wird und die dortigen Behörden fich alle Mühe geben, unsere Verbindungen nach jenen Ländern möglichst zu erschweren, resp Briefe von dort an uns and unsere Zeitungs- und sonstigen Speditionen nach dort abzufangen, so ist die äußerste Vorsicht im Poftverkehr nothwendig und darf teine Borsichtsmaßregel versäumt werden, die Briefmarder über den wahren Absender und Empfänger, sowie den Inhalt der Sendungen zu täuschen, und letztere dadurch zu schützen Haupterfordernis ist hiezu einerseits, daß unsere Freunde so selten Parteigenossen! Vergeßt der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Der Prozeß Lieske. Es gibt noch Geschworne in Deutschland. Anfangs voriger Woche, in den Tagen vom 29. Juni bis Juli, spielte sich vor dem Schwurgericht in Frankfurt am Main der Prozeß gegen den Schuhmacher Julius lies te ab, welcher angeklagt war eines TodtschlagsEnts bersuchs( bei seiner Verhaftung in Hockenheim), sowie, und dies bildete den Hauptgegenstand des Prozesses, der Ermordung des Frankfurter Polizeirathes Rumpff. Der Prozeß endete, wie unsere Leser bereits wissen werden, damit, daß Lieste beider Verbrechen für schuldig erklärt und zum Du. Tode( für den Todtschlagsversuch zu 4 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust) verurtheilt wurde. 03 II tt. aud ärz Die Art und Weise, wie diese Verurtheilung zu Stande arspi tam, sowie der ganze Verlauf des Prozesses sind für die hrbs Rechtssprechung im heutigen Deutschland im höchsten Grade charakteristisch. b! geor gt. Da wir aus leicht begreiflichen Gründen bisher von den fb.Nachrichten, welche die Presse über diese ganze Angelegenheit ufar berbreitete, keine Notiz nahmen, so halten wir uns verpflichtet, zunächst eine kurze Zusammenstellung der erwiesenen That er: lachen folgen zu lassen. . 30 Bfg. d.: Abonnements werden bei allen schweizerischen Postbureaur, sowie beim Verlag und dessen bekannten Agenten entgegengenommen, und zwar zum voraus zahlbaren Vierteljahrspreis von: Fr 2- für die Schweiz( Kreuzband) Mt 3,-für Deutschland( Couvert) fl. 1.70 für Oesterreich( Couvert) Fr. 2 50 für alle übrigen Länder bes Weltpoftvereins( Kreuzband). Juferate die dreigespaltene Petitzeile 25 Gts.= 20 Pfg. 1885. als möglich an den Sozialdemokrat, resp. dessen Verlag selbst adressiren, sondern sich möglichst an irgend eine unverdächtige Adresse außerhalb Deutschlands und Oesterreichs wenden, welche sich dann mit uns in Verbindung setzt; anderseits aber, daß auch uns möglichst unverfängliche Zustellungsadressen mitgetheilt werden. In zweifelhaften Fällen empfiehlt sich behufs größerer Sicherheit Rekommandirung Soviet an uns liegt, werden wir gewiß weder Mühe noch Kosten scheuen um trok aller entgegen stehenden Schwierigkeiten den Sozialdemokrat" unseren Abonnenten möglichst regelmäßig zu liefern und zwar in einer Weise, aus der weniger Raffinement wie handlung geführten Beweis dahin, daß er der Mörder Unerfahrenheit hervorgeht. Ferner tritt im Laufe der Verhandlungen zu Tage, daß Lieske ein ziemlich heftiger Mensch; sein Jähzorn spielt ihm manchen üblen Streich. Aber zu einem Geständniß vermögen ihn weder die Zeugenaussagen, noch die Kreuz- und Querfragen des Vorsitzenden zu veranlassen. Mit einem Wort, ein thatsächlicher Beweis für Lieske's Schuld ist nicht erbracht, die Verurtheilung ist auf den bloßen Indizien beweis hin erfolgt, und zwar auf einen überaus schwachen Indizienbeweis, wie er uns schwächer noch selten bei einem Prozeß vorgekommen. Auch nicht der Schatten eines Beweises für die Thäter schaft. Sämmtliche Indizien,*) insoweit sie verläßlich sind, sprechen nur für den Verdacht der Mitwirkung, der Komplizität( Mitschuld). Man kann aus dem Prozeß den Schluß ziehen, daß Lieske um die geplante That vielleicht gewußt hat, wir halten es- hauptsächlich nach seinem Benehmen bei der Verhaftung nehmen bei der Verhaftung für nicht ausgeschlossen, daß er ihr in irgend einer Weise Vorschub geleistet haben fann. Aber auf solche Wahrscheinlichkeiten kann man fein Schuldurtheil gründen, am wenigsten ein Todesurtheil. Das Leugnen Lieske's, aus welchem von Oberflächlichen gewesen sein muß." Also nach dem Todesurtheil wird erst der Beweis der Schuld, ergänzt"! Ein schönes Zeugniß das für die Richter und Geschwornen, die auf einen der„ Ergänzung" bedürftigen, d. h. unvollständigen Beweis hin einen Menschen zum Tode verurtheilt haben! Und welches Zeugniß für die Logik und Psychologie des Skribenten der„ Frankfurter Zeitung"! Daß ein unschuldig zum Tod Verurtheilter in Wuth gerathen, auf seine Mörder die Rache herabrufen könne, erscheint diesem merkwürdigen Psychologen unmöglich. Wir halten es einfach für natürlich bei jedem energischen Menschen, der nicht unter dem Schlage zusammenklappt wie ein Taschenmesser. Hätte Lieske das Bewußtsein der Schuld gehabt, so würde er, soweit unsere psychologische Kenntniß reicht, das Urtheil weit resignirter hingenommen haben. Kurz: ruhig und objektiv geurtheilt, kommen wir zu dem Schluß: Die Verurtheilung Lieske's ist ein Justizmord! Und wie immer man über die That, deren Lieske beschuldigt ist und über die Persönlichkeit Lieskes denken mag, gegen diesen Justizmord zu protestiren, ist Pflicht eines Jeden, dem der Sinn für Gerechtigkeit noch nicht erstorben ist. Sozialpolitische Rundschau. seine Schuld gefolgert worden ist, erklärt sich vollständig durch die Annahme, daß er um die geplante That gewußt hat und die Thäter oder den Thäter nicht ans Messer liefern wollte. Die Handwunde, aus der man soviel gemacht hat, spricht unseres Erachtens umgekehrt für die Unschuld Lieske's. Denn die Wunde war an der linken Hand; er kann sich also, da er nicht„ links" ist, die Wunde nicht beim Einstoßen des Dolches oder festigen Thatinstruments zugefügt haben. Die Vermuthung der Anklage, er habe mit der linken Hand Rumpff gepackt und sie bei dem Stoß unvorsichtig getroffen, entbehrt jeder Wahrscheinlichkeit. Der Stoß ging in das Herz, er war mit außerordentlicher Sicher Barteien. Es zeigt sich dies in wahrhaft klassischer Weiſe jetzt bei GeAm 13. Januar dieses Jahres, Abends 8 Uhr, wird der Polizeirath Rumpff im Vorgarten seines Hauses sterbend auf .3. gefunden. Es stellt sich heraus, daß Rumpff vermittelst eines Iten. scharfen Instruments erstochen worden sein muß. Jede irgend ie zuverlässige Spur der muthmaßlichen Thäter fehlt; die Aussagen der Passanten des betr. Quartiers, welche des Mor- heit geführt, und hat der Thäter Rumpff mit der Linken des oder der Theilnahme an demselben verdächtige Personen gepackt, dann doch allem Vermuthen nach an der p. Det befor ( dur 6. ver gesehen zu haben behaupten, widersprechen sich in einer Weise, b. daß die Polizei nur noch die Hoffnung hat, den Attentäter durch Verrath ausfindig zu machen, und daher den Preis auf seine Habhaftmachung auf 10,000 Mt. erhöht. ( 1 Ja $. Ab. Natilb Beiter 3. D Du. Gg Ab. Na B Da wird am 19. Januar in Hockenheim bei Mannb. heim ein Handwerksbursche unter Umständen verhaftet, die auf ein„ schlechtes Gewissen" schließen ließen er hatte, als laufe der Gendarm die Legitimationspapiere für zweifelhaft befand, Je die Flucht ergriffen und im Fliehen auf seine Verfolger geBreu schossen; es ergibt sich bald, daß diese Papiere in der We b That nicht die seinigen waren, und ferner, daß er bis am Tag des Attentates in Frankfurt gewesen, daß Julius Lieske dies der richtige Name des Handwerksburschen in der b. Schweiz Mitglied eines anarchistischen Vereins gewesen; es finden sich„ Zeugen", die gravirende Aeußerungen von ihm N. gehört haben wollen, und nun konnte nach Ansicht aller komt. 8 petenten Polizeigrößen Niemand anders als Lieske der Mörder um die Verfolgung der Staats- und Gesellschaftsfeinde hochverdienten" Beamten sein. Kaum hat sich herausgestellt, daß Lieske ein Schuster ist, so entdecken Sachverständige sofort, amme worüber der Vertheidiger mit Recht sich lustig machte, daß die Wunde terdes Rumpff zweifelsohne mit einem zweischneidigen Messer, கு. G. wie es Schuhmacher gebrauchen, erzeugt worden; und da Lieske auf der Außenfläche der linken Hand eine Verlegung aufweist, die von einer Schnittwunde herrühren kann, so wird weiter geschlossen, daß er sich diese Verlegung höchst wahr scheinlich bei Ausübung des Attentates zugezogen. ces no . Af t. St erh. Sts. des Sp " Wenn wir gerecht sein wollen, so dürfen wir zugestehen, daß auf alle diese Anzeichen hin die Einleitung einer Untersuchung gegen Lieske sachlich gerechtfertigt war. Gurgel. Das hatte einen Sinn, indem es den Mann wehrlos machte und am Schreien hinderte, während es ganz sinn inforrett ausgedrückt" Los gewesen wäre, Rumpff an der Brust zu packen der Stelle, wo die linke Hand hätte sein müssen, um beim Stoße getroffen zu werden. an Im Publikum war die Ansicht auch allgemein, daß die Schuld Lieske's nicht erwiesen sei. Und recht gut deckt die " Frankfurter Zeitung" die Schwäche des Schuldbeweises auf. Aber der Sonnemann'sche Moniteur kommt schließlich doch zu dem Resultat, daß Lieske schuldig gewesen. Und zwar wie und wodurch? Durch Lieske's Benehmen nach der Verurtheilung!**) Man höre nur: „ Nach dem Spruch zeigt sich seine Natur in markantester Weise. Er sieht, daß er verloren, daß sein System( des Lengnens) ohne Erfolg gewesen, da kehrt er den Anarchisten hervor, droht dem Staatsanwalt mit der Rache seiner Genossen und triumphirt höhnisch über das an Rumpff begangene Verbrechen. " So war er es doch! hört man aus den Reihen des erregten Publikums; und dieser Ausruf ist bezeichnend. Er bekundet das Gefühl der vollen Erleichterung, der Ueberzeugung, daß dem Angeklagten doch Recht ge= schehen sei. So kann unter dem Eindruck des Todesurtheils Bestie erwacht in ihm und ergänzt den in der Vernur ein Schuldbewußter sich geberden und äußern. Die *) Unter Indizien versteht man in der Jurisprudenz Thatsachen, von denen aus auf die Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit irgend einer fraglichen Handlung geschlossen werden kann. M **) In dem Bericht der B. C. Korrespondenz heißt es darüber: ,, ieste springt, nachdem er den Spruch vernommen, erregt auf und schreit, leichenblaß, zu den Richtern hinüber: Ich stehe nicht zurück. Sie stellen mich als Mörder dar, ohne Beweise, ich verlange solche; wie Nun, die Untersuchung ist eingeleitet worden, sie hat über oren. fünf Monate in Anspruch genommen; aber trotzdem ein ganzes Heer von„ Zeugen" aufgetrieben wurde, trotzdem Rumpff's uz Nachfolger," Herr von Hacke," höchsteigenhändig" in die Schweiz können Sie mich ohne Beweise zum Tod verurtheilen! Hierbei schlägt reifte, um Lieste's anarchistisches Vorleben zu ermitteln, hat Sozi weder die Untersuchung noch die öffentliche Verhandlung ein erhebliches neues Moment zu Tage gefördert. -). en fl tät b Auf die Einzelheiten der Verhandlung einzugehen, ist hier nicht der Ort, soweit sie von typischem Interesse, gehen wir an anderer Stelle darauf ein; im Uebrigen hat die Tagespresse, für welche dieser Prozeß ein gefundenes Fressen war, lo ausführliche Berichte gebracht, daß wir auf eine Rekapitu lation sicher verzichten dürfen. Als charakteristisch heben wir nur hervor, daß sich Lieske durchgängig auf's Lengnen legte, und zwar ohne olte Rücksicht auf die Tragweite der abgeleugneten Thatsachen. Er lengnete, Anarchist zu sein, leugnete den Aufenthalt in bestimmten Ortschaften, den Verkehr mit bestimmten Personen furz, bestreitet so ziemlich Alles, was ihm nicht bewiesen wird, ich er donnernd mit der Faust auf die Bank. Präsident: Ein aufrichrichtiges, reumüthiges Geständniß wäre beffer gewesen. Wenn Sie ges sagt hätten, daß Sie verführt und verleitet waren, so wäre das allein strafmildernd gewesen. Lieste( zu den Richtern gewendet mit lauter Stimme): Wehe Euch, Euer Bluturtheil wird Euch nicht lange überleben, Eure Namen werden dereinst an dem Schandpfahl prangen.( 3um Staatsanwalt:) Sie verurtheilen keinen mehr, das ist das letzte Todesurtheil, was Sie fällen.( Er will auf die Bank schlagen, doch springen Schuhleute und Gerichtsdiener auf, ihn zu fassen.) Präsi dent: Bitte, laffen Sie ihn; teine Gewaltthätigkeit. Indem Lieske hinausgeführt wird, bricht er in ein lautes, krampfhaftes Gelächter aus und ruft mit kreischender Stimme: Ha, ha, ha! Der Rumpff ist kaput, der Rumpff ist todt! Auf dem Korridor bricht er zusammen und muß auf dem Wege zu dem unten am Plaße harrenden Wagen, der ihn in das Gefängniß zurückbringen soll, geführt werden. Indem er in den Wagen steigt, ruft er laut zu der Menge, welche zu Tausenden den Plaz umsäumte, hinüber: Werft Dynamitbomben! Rasch wurde er nun in den Wagen geschoben und man vernahm keine weiteren Aeußerungen mehr. 8ürich, 8. Juli 1885. wir meinen die Die Moral auf den Kopf gestellt gewöhnliche Moral der gewöhnlichen Leute die gemeine Moral auf den Kopf gestellt, und wir haben die Moral der herrschenden legenheit des Stöder Prozesses. Von den Leistungen des Staatsanwalts und der Richter haben wir bereits gesprochen: wie der Meineid gerechtfertigt, und der Ankläger des Meineidigen verurtheilt wurde. Nachzutragen haben wir nur noch eine köstliche Redewendung des Herrn Staatsanwalts. Als Herr Stöcker den Meineid beging, hat er sich nur sagte der Herr Staatsanwalt. Ein Meineid ist also ein inkorrekter Ausdruck". Auf diese Art verflüchtigen sich alle Verbrechen richtige Definition finden. Probiren wir einmal. Ein Meineid ist ein inforretter Ausdruck. Ein Diebstahl ist ein inkorrekter Griff. Ein Mord ist ein inkorrekter Hieb, Stich oder Schuß. Eine Nothzucht ist eine inkorrekte Liebeserklärung. Und so fort ins Unendliche. Hat man so die gewöhnliche Moral des Plebs, der Kanaille, glücklich verflüchtigt, so gelangt man zur wahren Moral, zur Moral der herrschenden Klassen, indem man einfach das Gegentheil von Allem, was die gewöhnliche Plebs- Moral for dert, als höchsten Moralkoder aufstellt, und den berühmten Satz: der Zweck heiligt das Mittel, zum Leitstern nimmt. man muß nur die Der Staatsmann, der am meisten fügt, betrügt, stiehlt, raubt, mordet, ist der größte, der beste Staatsmann. Der Monarch, der meineidig wird, thut eine Gott wohlgefällige That. Der Hofpfaffe, der lügt, unterschlägt und Meineide schwört, verdient es, von seiner Partei zum Heiligen gemacht zu werden. Schade, daß er protestantischer Hofprediger ist, sonst würden wir bei der nächsten Heiligsprechung in Rom einen heiligen Stöcker" bekommen. ,, Heiliger Stöcker, bitt' für uns!" würde dann das Gebet des armen Teufels lauten, der, aus falschem Ehrgefühl oder aus sonst einem sehr menschlichen Grunde es abgeleugnet hat, die Nacht bei einem Mädchen gewesen zu sein, und der deshalb wegen Meineids zu Zuchthaus verurtheilt werden soll. Freilich, der heilige Stöcker wird ihm wenig nüßen, denn die Stöcker Moral ist nicht für den Plebs. Ja, Bauer, bas ist was Anderes! heißts da. Und dem armen Teufel von Plebs wird der heilige Stöcker ebenso wenig nügen, wie dem kleinen Spitzbub die Berufung auf den großen Staatsmann und Monarchen, die ganze Länder gestohlen haben. Ja, Bauer, das ist was anderes. Es gibt zweierlei Moral, wie es zweierlei Recht und Gesetz gibt. Eine Moral für das Volk, für den Plebs, für die Kanaille. Und eine Moral für die Gewalthaber, für die herrschenden Klaffen, für die oberen Zehntausend. es ges Und zu den letzteren gehört Stöcker. Stöcker hat gelogen schah für die gute Sache. Der Zweck heiligt das Mittel. Es lebe der heilige Stöcker! Stöcker hat unterschlagen. Er hat für die gute Sache unterschlagen. Der Zweck heiligt das Mittel. Es lebe der heilige Stöcker! Stöcker hat einen Meineid geschworen. Er hat es für die gute Sache gethan. Der Zweck heiligt das Mittel. Es lebe der heilige Stöcker! So, wenn auch nicht genau dem Wortlaut nach, aber ganz genau dem Sinne nach argumentiren und demonstriren die konservativen Zeitungen, die edle ,, Kreuzzeitung" an der Spite und der konservative Professor Wagner hat diese einzig wahre Weltanschauung in ein förmliches System gebracht. Er erklärt Jeden für einen verstockten Lumpen, der nicht an die Tugend und Heiligkeit Stöckers glaubt; und damit man auch über die praktische Bedeutung und Tragweite nicht im Unklaren sei, ruft die Kreuzzeitung" in die Welt hinaus:" Das kann uns Allen passiren!" Das heißt: Jeder von uns betrachtet das Lügen, Unterschlagen und Meineide Schwören im Dienste der guten Sache für ein Gott wohlgefälliges Werk, für moralisch" in der höchsten Potenz, und ist auf dem besten Wege zur Heiligkeit Stöckers. " Und damit hätten wir denn auch endlich einmal eine richtige, authentische Definition des praktischen Christenthum 3". Es lebe der heilige Stöcker! Es lebe Stöcker, der neue Luther des„ praktischen Christenthums"! Stöcker's Karriere ist noch nicht zu Ende, und wer weiß, bis zu welchen Konsequenzen sich noch die in seiner Person verkörperte Moral der herrschenden Klaffen entwickeln wird. Wir werden dem interessanten Entwicklungsprozesse mit Aufmerksamkeit folgen, und den Gegnern ge= legentlich das Resultat unserer Studien mittheilen. Die Lohnkämpfe, welche sich zur Zeit in Deutschland abspielen, haben in vielen Beziehungen als flärende Ereignisse" gewirkt. Insbesondere dadurch, daß just diejenigen, welche sonst die Arbeiterfreundlichkeit gepachtet zu haben vorgeben, die sonst nicht laut genug gegen das moderne Ausbeutungssystem deklamiren können, sich jetzt als die erbittertsten Gegner der Arbeiterforderungen herausstellen, in der Praxis die enragirtesten Vertreter des Ausbeuterthums sind. Kein Blatt hat heftiger gegen die streikenden Arbeiter Partei ergriffen als die„ Norddeutsche Algemeine", das Leiborgan des grrroßen Sozialreformers, und fast in allen Berichten über den Verlauf von Streifs finden wir den Sat: Am heftigsten widersetzten sich den Forderungen der Arbeiter die Innungsmeister. In Berlin, in Dresden, in Königsberg überall spielen die Herren Jnnungsmeister die gleiche Rolle, muthen sie den Arbeitern zu, sich willenlos ihren Bedingungen zu fügen. Und die biedere Norddeutsche" ließ jüngst, anläßlich des Streits der Berliner Maurer, folgenden, angeblich aus juristischen Kreisen stammenden reizenden Wink mit dem Zaunpfahl vom Stapel: Wenn nach den Zeitungsberichten bei den sich täglich mehrenden Streits die Behörden die nicht streikenden Arbeiter gegen den Terrorismus ihrer Kameraden durch polizeiliches und strafgerichtliches Einschreiten zu schützen suchen, so thun sie nur ihre Pflicht. Wer aus Rücksicht auf seine nothleidende Familie den Muth zum Fortarbeiten findet und Muth gehört dazu der hat den berechtigsten Anspruch auf den nachdrücklichsten behördlichen Schuß. Die bestehenden Strafvorschriften, die noch nicht durch eine gegen die Nichtbetheiligung am Streit gerichtete Strafbestimmung ersetzt worden sind, bieten dazu eine vollkommen ausreichende Handhabe. Daß die Bezeichnung des Fortarbeitens als Verrath an der gerech= ten und Beschlüsse, wonach die Fortarbeitenden a us den berkameraden ausgestoßen werden u.s.w., unter die Strafvorschrift des§ 153 der Gewerbeordnung fallen, ist so selbstverständlich, daß es nicht erst noch des Hinweises auf die Rechtsprechung des früheren Obertribunals bedarf. Das Strafmaß des§ 153 geht zwar nur( 1) bis zu drei Monaten, allein es greifen zu gleich die allgemeinen Strafvorschriften über Mißhandlung, Ehrverlegung und Bedrohung mit Strafen bis zu 2 und 3 Jahren Gefängniß Plaz. Bu einer wirksamen Handhabung dieser Strafvorschriften genügt es aber nicht, die Erze= denten zu ermitteln, unter Anklage zu stellen und dann nach Monaten vielleicht erst nach Beendigung des Streiks, zur Bestrafung zu bringen, vielmehr bedarf es dazu vor Allem der unschädlich machung der Thäter, d. h. ihrer sofortigen Verhaftung und ihrer Aburtheilung in kürzester Frist. Wo nicht durch Fluchtverdacht, wird durch Kollusionsgefahr die Verhaftung gerechtfertigt sein, denn wer sich nicht scheut, auf die Willensbestim mung seiner Mitarbeiter durch Bedrohungen 2c. einzuwirken, der ist auch der Einwirkung auf die Zeugen verdächtig. Daß die Behörden demgemäß verfahren werden, ist um so weniger zu bezweifeln, als sich dieses Verfahren bei früheren Streits als ein durchaus praktisches bewährt hat. Wie gesagt, dieses wunderbare Elaborat soll aus juristischen Kreisen" stammen, was wir nicht bezweifeln wollen, da der Verfasser an Unkenntniß der Geseze nichts zu wünschen übrig läßt. Die allgemeinen Strafvorschriften", d. h. das deutsche Strafgesetzbuch, kennen nämlich weder den Begriff der Mißhandlung, noch den der Ehrverlegung, noch den der Bedrohung, sondern Körperverlegung, Beleidi gung und Bedrohung mit strafbaren Handlungen, die sämmtlich, außer wo es sich um schwere Körperverlegung handelt, Antragsvergehen sind, d. h. nur auf Antrag der Beleidigten, Verletzten oder Bedrohten verfolgt werden können. ,, Einer der Hauptzeugen, der Tapezierlehrling Ludwig Schmidt, 14 Jahre alt, war am 13. Januar Abends im Sachsenlager beim Abladen eines Kanapees thätig, und zwar zwei Häuser von dem Rumpffschen entfernt. Er hörte einen Schrei, worüber er erschrack, und dann ein Thürzuschlagen. Bald darauf sei einer über die Straße gegangen, und zwar habe er in höchster Eile den Grüneburgweg zu erreichen ge sucht. Der Mann habe eine Kappe aufgehabt und dunkle Tuchkleidung getragen, welche an den Ecken des Rockes abgerundet gewesen zu sein schien. Lieste fönne er indeß nicht als den Mann rekognosziren, der über die Straße geeilt sei." Zweiter Tag. ,, Zuvörderst wird Herr Amtsrichter Schurmann vernommen. Er wohnte zur Zeit des Rumpff'schen Mordes im Sachsenlager Nr. 9. Zwei Tage vor der Mordthat verließ er kurz nach 62 Uhr Abends die Stadt und begab sich nach seiner Wohnung. In den Gärtnerweg einbiegend kam ein Mann, der ihn sehr scharf ansah, auf ihn zu und frug nach dem Gutleutehof. Er gab ihm Auskunft, und da der Unbekannte, welcher mit Lieste nicht identisch ist, sich verdächtig benahm, so betrachtete er ihn sehr genau. Die großen Hände des Menschen waren ihm aufgefallen und die Kleidung. Er trug nämlich, obgleich es Sonntag war, Arbeitskleider, einen grauen, ins Gelbliche gehenden Rock und ebensolche Beinkleider. Auf Befragen des Anwalts bestätigt der Zeug nochmals, daß der Mensch auf ihn einen ,, unheimlichen Eindruck" gemacht habe." So wenig aber der Jurist der Norddeutschen" vom Recht versteht, um so beffer scheint er sich auf das praktische Christenthum zu verstehen. Drei Monate Gefängniß sind ihm für Arbeiter, die den Verräthern an der allgemeinen Sache ihren Verdruß zu erkennen geben, noch zu wenig, solche Verbrecher an der herrlichen Staats- und Gesellschaftsordnung sollten gleich auf Jahre hinaus hinter Schloß und Riegel. Das ist eine Arbeiterfreundlichkeit, die in der That nur Der zu begreifen vermag, der in die Mysterien des biblischen Einmaleins eingeweiht ist. Und diese Arbeiterfreunde sind dieselben Leute, welche nicht laut genug über das ,, herzlose Manchesterthum" herziehen können. Nun, Manchesterleute sind die Herren nicht, das ist richtig, aber was die Herzlosig feit anbetrifft, so können sie es mit dem verranntesten Freihändler aufnehmen. Ja, der konsequente Anhänger des laisser faire erkennt doch wenigstens den Arbeitern dieselben wirthschaftlichen Rechte zu, wie den Unternehmern; diese neumodischen Sozialreformer aber wollen statt freier Arbeiter nur willenlose Werkzeuge, sie sind die Blüthe des Ausbeuterthums. " 1 ,, Als der Oberstaatsanwalt Dr. Schmieden mit dem Präsidenten spricht, bemerkt Lieske zu dem Präsidenten: Es ist hier eine öffentliche Verhandlung." " Jawohl!" antwortet Herr Dir. Leykauff( Präsident): Der Herr Staatsanwalt sagte mir, daß sich eine Zeugin beim Polizeipräsidenten gemeldet, die einen verdächtigen Menschen im Sachsenlager bemerkt und wichtige Mittheilungen zu machen habe. Ihr Gewissen lasse thr keine Ruhe. In einigen Arbeiterblättern wird noch immer mit Vorliebe vom Kampf gegen das Manchesterthum, als dem Hauptkampf der Arbeiterklasse, ge= sprochen, die Gegnerschaft gegen die Arbeiterforderungen schlechtweg als ,, manchesterlich" bezeichnet. Das ist unserer Ansicht nach ein Fehler. Das Manchesterthum, wenn wir die Anhänger der Theorie vom freien Spiel der wirthschaftlichen Kräfte" so bezeichnen wollen, ist nur ein Theil des Ausbeuterthums, und im Moment nicht einmal der gefähr lichste. Den Kapitalismus, das kapitalistische Ausbeutungssystem, oder wie Herr von Puttkamer seinerzeit ganz richtig sagte, die kapitalistische Produktionsweise bekämpfen wir, den Kapi talismus vertritt aber die„ Norddeutsche" mindestens ebenso fanatisch wie die freihändlerische Tante Voß, der Zünstler so gut wie Herr Eugen Richter. Ueber den Prozeß Lieske haben wir uns im Leitartikel bereits geäußert, wir laffen hier noch einige besonders charakteristische Stellen aus dem Verhör folgen.*)( Wir folgen dem Berichte der " Frankfurter Zeitung.") Die Vernehmung der Frau Leopoldine Camphausen wird beschlossen und sie erzählt: " Es war am 12. Januar Abends, als ich mit meiner Tochter durch die Fichardstraße, Sachsenlager nach dem Opernplage gehen wollte, um bei Schreiber etwas zu kaufen. Es war um 8 Uhr. Ich sah am Rumpffschen Hause einen Mann, der sich duckte, und etwas zu suchen schien. Ich ging auf der anderen Seite. Er stand an der Mauer und that, als ob er nach der Thüre suche. Ich sagte zu meinem Kinde:„ Sieh' mal, das ist ein Stromer!" Jch stand ein bischen; da kehrte er sich um und sah ängstlich um sich. Ich ging nun hinüber und trat, da ich Gummischuhe trug, fest auf. Er drehte sich rasch herum und machte in demselben Augenblicke: Hm! Hm!" Er trat heraus und schoß an mir vorbei, oder vielmehr, er ging auf mich zu und dann auf die linke ( östliche) Seite der Straße. Mein Kind rief: Mama, tomm', der Mensch thut uns noch etwas." Wie ich weg war, sah ich ihn wieder in das Rumpff'sche Haus treten. Er schlich abermals am Thor herum. Ich ging rasch wieder zurück und sah, wie er am Schlüsselloch stand. Ich ging heran und sagte:„ Jetzt werde ich schellen." Da trat er vorwärts und ging davon. Er lief wieder nach dem Nebenhause. Er war dunkel gekleidet, hatte eine hohe seidene Müge auf mit einem Schilde. Es war in der That eine seidene Mühe, ich sah's, als er vorbeischoß. Erster Tag. ,, Borsigender: Geben Sie zu, in Frankfurt gewesen zu sein? Lieste: Ja! Ich leugne es nicht mehr. Vors. Sie stellten es aber sehr härtnäckig in Abrede, und zwar in einer Weise, welche mir nie vorgekommen ist. Lieste: Wenn man einen solchen Untersuchungsrichter hat, leugnet man sicherlich, und dann leugnet ja jeder Angeklagte!" Dieser Satz zeigt, wie wenig man berechtigt ist, aus dem Leugnen Lieske's einen Schluß auf dessen Schuld oder Unschuld zu ziehen. Lieske hält sich für verpflichtet, Alles ohne Unterschied abzuleugnen, was ihm nicht unwiderleglich bewiesen wird. Herr Physikus Dr. Bagge, der hierauf vernommen wird, sagt aus, daß die Wunde Stumpff's eigentlich viermal tödtlich gewesen sei und äußerst scharfe Ränder gezeigt habe. Der Herzbeutel, die große Schlagader 2c. seien verlegt gewesen und in Folge dessen hätten starke Blutungen stattgefunden. Die Durchbohrung des Herzens und das Anschneiden der Aorta hätten mehr als genügt, um den Tod herbeizuführen. Der Stich müffe mit einem sehr scharfen Instrumente geführt worden sein. Ein zweischneidiger Dolch brauche es indeß nicht gewesen zu sein; doch habe man im ersten Augenblick daran gedacht, daß ein solcher wohl angewendet worden sei. Vorsitzender: Ist es der Mann? Betrachten Sie sich denselben einmal. ... Dr. Fester( Bertheidiger Lieske's): Der Sachverständige foll doch einmal geäußert haben, die Ermordung Rumpff's könne mit einem Schustermesser nicht vollbracht worden sein. Beugin( geht heran und sagt):„ Es ist derselbe Mensch!"( Große Sensation.) Er war aber etwas schmäler. Bors. Heute ist er blaffer wie gewöhnlich. 3eugin: Die Augen sind dieselben. Das erste Mal hat er mich so bös angesehen. Vors: Sie sagen also, soweit man ihn erkennen kann, ist es dieselbe Persönlichkeit. Dr. Bagge: Mit dem ,, vorliegenden" Meffer, weil das zur Ermordung verwendete wohl ein weniger gekrümmtes ge= wesen sein dürfte... " Angefl.( fichtlich verwirrt, ringt nach Worten, stolpert in der Nede und bemerkt, während eine leichte Röthe sein Gesicht überfliegt):", I ch habe Sie nicht gesehen, wie wollen Sie mir benn ge= sehen haben?"( Sensation.) Während Kreisphyfitus Dr. Will brandt, der Lieste im Gefängniß behandelt, behauptet, daß die spindelförmige Wunde desselben den Eindruck mache, als sei sie mit einem scharfen Messer hervorgebracht worden", sagt Dr. Weil aus Zwingenberg, der Lieske seinerzeit verbunden hat, er habe ihm bemerkt, er müsse auf einen sehr scharfen Gegenstand gefallen sein. Das sei auch möglich. Die Wunde brauche nicht von einem Schnitte herzurühren. Er habe fürzlich einen ähnlichen Fall gehabt." *) Eine sehr interessante Rorrespondenz über den Prozeß tam leider für diese Nummer zu spät. Sie folgt in nächster Nummer. Vors: Sie waren doch gar nicht in dem Rumpff'schen Hause.( Jronisch.) Sie konnten die Frau dann ja auch nicht gesehen haben. Zeugin: Ich glaube ihn bestimmt wieder zu erkennen. Angel.: Besinnen Sie sich genau. Aber ganz genau. Vors.: Können Sie Ihr Kind holen? Zeugin bejaht dies und entfernt sich zu diesem Zwecke." ( Das Mädchen bestätigt die Aussage der Mutter, rekognoszirte Lieste aber nicht.) Wir sind gespannt, den Namen dieses fürchterlichen Attentäters Brewe erfahren. eine ben Bekämp Es D Sic transit gloria! Dieser Tage ist in einem Berlin Wahrhe maison de santé, d. h. auf deutsch in einem Irrenhaus, der eh sein, da malige Reichstagsabgeordnete Valentin gestorben. Valentin? Vale das eir tin? Wer ist Valentin? werden die jüngeren unserer Leser fragen. Ied unserer raschlebigen Zeit tauchen berühmte Männer" mit fabelhaft sollte Geschwindigkeit auf und unter. Der Held von gestern ist heute v der Bildfläche verschwunden und morgen vergessen. Herr Valentin w seinerzeit ein vielgenannter, ja man fann wirklich sagen ein berühm nosse Mann. Der nationalliberalen Partei angehörig, war er während d Blüthezeit des Nationalliberalismus eine Säule seiner Partei, eine Stü Bartei des nationalliberalen Parlamentarismus, eine parlamentarische Größ richten. und mehr noch eine parlamentarische Institution. Frantfi war kein Redner unseres Wissens hat er nie eine Rede gehalte richtige Aber er war der fleißigste Antragsteller des Reichstags: allerdings zu brin es immer derselbe Antrag, den er stellte, und ein sehr kurzer Antra großen blos fünf Worte:" Ich beantrage Schluß der Debatte gewis Wenn der nationalliberalen Majorität die Debatte über irgend ein achtei Gegenstand lästig wurde, gab man Herrn Valentin ein Zeichen, und die Was eilte sofort mit einem seiner Anträge, die er gedruckt stets auf Lage gungstr hatte, zu einem der Schriftführer, der den in das Spiel eingeweiht folchen Präsidenten verständigte. Dann erfolgte die stereotype Ankündigung Es ist Schluß der Debatte beantragt von dem Abgeordneten Valentin Brinzip Die Abgeordneten, welche sich zum Wort gemeldet hatten, wußten daß ihr Schicksal besiegelt war. Wir erinnern uns nur eines einzi Falls, wo der Antrag Valentins nicht durchgegangen wäre und war nicht die Schuld des braven Schlußanträglers, sondern einer fluß au wißigen Wespe, die sich eines Tags Herrn von Forckenbeck auf Nase setzen wollte. Herr von Forckenbeck hat zwar eine Nase, die aussieht, als hätten hundert Wespen hineingestochen, trotzdem genirte i inneren die gefährlich sausende Wespe, er fuhr mit der Hand nach der bedrohte gehört Nase und machte so unwillkürlich das verabredete Schlußantragszei Valentin, der die Geberden seines„ Chefs" genau beobachtete ,, ,, Der Gehülfe Krah aus der Herberge zur Heimath gibt an, daß Lieske dort mit zwei Leuten verkehrt habe. Nau sei auch dagewesen, ob er aber mit dem Angeklagten verkehrte, wisse er nicht. Die zwei Leute, mit denen Lieske zusammenkam, verschwanden nicht nach dem Morde, wohl aber, wie Kraz sagt, nach der Verhaftung Nau' 3. Vors.: Wie waren die Kopfbedeckungen der beiden Leute? Zeuge: Der Eine hatte eine hohe seidene Mütze auf.( Vergl. oben Aussage des Lehrling Schmidt!) Der Zeuge Joseph Valentin Burkhardt deponirt, daß Lieske öfters in der Heimath verkehrte und daß die von Krah erwähnten Bekannten Nau's kurze Zeit nach der That verschwanden. Auch dieser Zeuge sagt aus, daß Lieske eine Müge trug. Dr. Fester: Sie hatten den Unbekannten am Clesern Hof stehen gesehen? Beuge: Allerdings! Dr. Fester: In der Gesellschaft des Nau? 3euge: Nau? Nein. " Dr. Fester: Burckhardt sagte in der Voruntersuchung, er habe den Mann, den er vor dem Clefern Hof gesehen, sofort mit dem Rumpffschen Mord in Verbindung gebracht. Burckhardt, ist dies so? 3euge: Ja!" Hauptmann v. Praberg, welcher am 12. Januar Abends gegen 3/410 Uhr einen Freund an den Main- Neckar- Bahnhof begleitete, be= merkte er, wie sich zwei Leute im Dunklen herumdrückten. Es fiel ihm auf. Plötzlich kam noch ein Dritter, ein schmächtiger, blasser junger Mann, welcher den Beiden zurief:" Ce n'était rien aujourdhui!" nachdem ihm vorher zugerufen worden:„ Etes- vous là?" benuger Garde der Ar Bügel, Reil in baten b tong Korrup Wie übermi spricht. ein Pudel die Geberden seines Herrn, stürzte, da er aus der Heftig weit der Bewegung auf die Dringlichkeit schloß, nach dem Bureau, und Herr Forckenbeck, der gerade nicht präsidirte, eine Ahnung hatte, war Schlußantrag richtig gestellt. Zum Unglück hatte sich aber Herr v Bennigsen, der Staatsmann" der staatsmännischen Partei, unserer Wort gemeldet, und war über den Schlußantrag ganz sprachlos vor sich an idarfit staunen. Eine Aufklärung erfolgte, Herr Valentin erhielt eine Nase u sein Schlußantrag wurde abgelehnt das erste und letzte Mal. Spezereihändler Funt, der auf dem Grüneburgweg sein Geschäft betreibt, verabreichte am Abend des Mordes zwischen 7 und 8 Uhr etwas an zwei junge Leute, die um 9 Uhr wiederkamen. Einer fiel ihm durch sein verstörtes Wesen auf. Er konnte sich nur mühsam aufrecht erhalten und mußte sich bemeistern, um stille stehen zu können. Der Eine trug eine hohe, braune Tuchmütze, der Andere einen breitkrämpigen Hut. Lieste ist teiner der Beiden." Vergleicht man diese Aussagen mit einander, so findet man bereits eine wahre Sündfluth von Widersprüchen; gerade diejenigen Zeugen, auf deren Aussagen besonderes Gewicht zu legen ist, sagen in einem Lieske entlastenden Sinne aus. 1 sich von selbst versteht, waren es regelmäßig nur ,, Reichsfeinde", 3 trumsleute, Elsässer, Polen und vor Allem Sozialdemokraten, welche präzis arbeitenden Redeguillotine des Herrn Valentin zum Op fielen, oder wie der Kunstausdruck lautete ,,, valentinirt" wurden. Nun, Herr Fordenbeck ist nicht mehr Präsident des Reichstags ,, nationalliberale Herrlichkeit hat ein trauriges Ende genommen, und Valentin ist im Frrenhause gestorben. Und da gibt es noch Leute, we die Nemesis in der Geschichte leugnen. Es gibt freilich verschied Arten der Nemesis wie es verschiedene Arten der Unsterblichkeit g Und die Nemesis, die einen armen Schächer wie diesen Valentin ftraft, hat natürlich ein anderes Gesicht und andere Waffen als die mesis, welche die großen Verbrecher der Weltgeschichte, entweder in eignen Person, oder in der Person ihrer Kinder und Kindeskinder, stets in ihren Werken und Schöpfungen abstraft. Für den Einen Peitsche mit Schellen oder auch Narrenkappe, für den Andern flammende Schwert und die Schlangenpeitsche der Rache. . Unter den angeblich gravirenden Stellen der Most'schen ,, Freiheit" wird auch folgende Brieffaften- Notiz zitivt: 2. in B.: Möge es ges lingen!" Vors.: Das ist doch recht verdächtig.( Es soll wohl heißen: Lie ske in Basel.) Lieste: Es gibt in Berlin genug Lehmann's; das ist gar nichts. Beweise! Beweise! Das sind keine. Das ist gar nichts. Herr Valentin war nur ein fleines Sünderchen, allein Strafe sein, und er ist an so große Niedertracht angeschmiedet, daß ihm die Unsterblichkeit sichert freilich Unsterblichkeit à la Valentin. Soviel für heute. Ueber die Zeugen" Nau und Hüber ein andermal. Da Letterer, wie man uns aus Frankfurt schreibt, sich durch Vorzeigen von alten Briefen des Genossen Wiemer in's Vertrauen der dortigen Parteigenossen einzuschleichen sucht, so sei hiermit ausdrücklich vor ihm gewarnt. Wiemer steht mit über schon lange außer jedem Verkehr, dagegen ruht auf Hüber, ganz abgesehen von seinem Verhalten in diesem Prozeß, der Verdacht intimen Verkehrs mit der Frankfurter Polizei. In wieder E Bewen fenbet N ü b Vor bi laffung haft fähi Bentne 11 21 gern Schult So Pra Lohna Hutme Der fabr deut den E bungs durch Fürm DON thr aus d 8. Den persönlichen Differenzen, die jüngst zwij einzelnen Parteigenossen zum Ausbruch kamen, ist von einem Theil fernerstehenden Genoffen eine Bedeutung beigelegt worden, die zu jen Vorkommnissen in gar keinem Verhältniß steht. Der unbefangen Dien theilende mußte sofort die Ueberzeugung gewinnen, daß weder das P gramm noch die Organisation der Partei bei diesen Differenzen enga war, und daß, soweit es sich nothwendig erweist, die Partet genügen Mittel zu wirksamem Einschreiten habe. Woher nun jene Ueberschäz Sta der der fraglichen Differenzen? Wir glauben nicht fehl zu gehen, wenn antworten: Viele unserer Genossen haben sich durch die gegne uns m schen Blätter irreführen lassen, denen leider in unse Kreisen mitunter ein viel zu großer Werth beigelegt wird. Die gegneri Presse hatte ein lebhaftes Interesse daran, die Differenzen im 103 demokratischen Lager" aufs Aeußerste aufzubauschen, und sie that nach Kräften fie handelte theils in der sehr natürlichen Absicht, schlecht zu machen und in unsere Reihen Verwirrung zu bringen- the in der sehr natürlichen Absicht, die Aufmerksamkeit von den tausend ernsthafteren Differenzen in ihren eigenen Heerlagern abzulenken. sämmtlichen gegnerischen Parteien finden wir jetzt Hader, 3 und Zeichen der Zersegung. Die biederen Herren Volkspa teiler sind in vollster Auflösung begriffen, und hätten sich auf letzten sogenannten Parteitag beinahe geprügelt; die Konservativ Staat haben ihren Stöcker, der ihnen schwer im Magen liegt; in der Fo durch schrittspartei Bank und gegenseitige Eifersucht der Führer der Zentrum spartei Razbalgerei zwischen Windthorst und Sch Temer- Alft, welch letterer glücklich aus seiner Fraktion herausgebi worden ist. Wahrhaftig, wenn man diese traurigen Bilder betrad dann versteht man, welch gefundenes Freffen die Polemik zwischen ein unserer Genossen den gegnerischen Parteien und der gegnerischen Pr gewesen ist. Und dann versteht man auch, welche guten Gründe gegnerische Presse hatte, aus der Mücke einen Elephanten zu machen, Differenzen rein lokaler oder persönlicher Natur zu prinzipiellen Ge sägen, zu einer ,, unheilbaren Spaltung" zurechtzulügen. Unsere Genoffen sollten wirklich der gegnerischen Preffe gegen mehr auf der Hut sein. Ganz zu entbehren ist dieselbe ja für uns n Und man muß auch die Meinung der Gegner kennen lernen. wäre ein großer Fehler, wollten wir gar keine Blätter anderer Part lesen. Wir verfielen dann in den Fehler unserer Gegner, die un Presse und Litteratur hartnäckig ignoriren, dafür aber auch in B auf alles, was uns betrifft, durch eine Ignoranz glänzen, die ihnen Weise Kampfe mit uns ebenso nachtheilig als uns nüßlich ist. Ein bedenklicher Fall. Als am 29. Juni, Abends 6½ Uhr, Lieste aus dem Gerichtsgebäude in einer Droschke abgefahren wurde, blickte derselbe, wie die Blätter berichten, nach der linken Seite, als suche er Jemanden. Kaum hatte sich die Droschke in Bewegung gesetzt, heißt es weiter, als ein Mann den Hut hoch hob und„ Hoch! hoch!" schrie. Noch hatte er den Hut nicht aufgesetzt, als ihn ein Schuhmann schon im Genice hatte und in den Hof des Leinwandhauses führte, von wo er in das Untersuchungsgefängniß abgeführt wurde. 1100 festige ficherm schwer ausfe es do In immer in eir fender find E Einer noch Ler, i Lona und Lage und Der Den E rener führt Aber man soll die gegnerischen Blätter stets mit dem Bewu sein lesen, daß es gegnerische Blätter sind. Hinsichtlich der angebli Thatsachen, die sie bringen, müssen wir aufs Aeußerste mistro sein, denn die Thatsachen werden stets gefälscht, wo das ParteiKlaffeninteresse es rathsam erscheinen läßt. Und was die Urthei die Schlußfolgerungen betrifft, so kann man mit Sicherheit samte nehmen, daß dieselben tendenziös gefärbt und unrichtig sind. Liest man die gegnerischen Blätter nicht mit dem äußersten Mißtra und der wachsamsten Kritik, so ist man unrettbar verloren, und ge unvermerkt in den Bann ihrer Anschauungsweise. " in di hier Rom müffe gelaf Beini beme Schein jeben zur faßte schlu nur Wir wollen hier die Erfahrung eines alten Parteigenoffen mitthei der die gegnerische Presse so gut tennt wie Einer, und was sie schnache auf seinen wahren Werth zurückzuführen weiß. Er hatte in einer schen Zeit eine Gefängnißstrafe von drei Monaten abzufizen; und rend dieser drei Monate bekam er keine andere Zeitung zu lesen als seitdem selig entschlafene Deutsche Allgemeine Zeitung" des noch im in seiner Art fortschreibenden Professor Biedermann. Als unser noffe aus dem Gefängniß zurückkam, war er seinen eigenen Worten völlig außer Stand, die Verhältnisse zu begreifen. Ich kenne ja ,, Deutsche Allgemeine"; ich suchte mih möglichst von ihrer schiefen, drehten Auffassung zu emanzipiren, legte bei den ,, Thatsachen" hier Kom strich dort ab, wies die Urtheile und Schlußfolgerungen ganz zurück, suchte mir so ein richtiges Bild der Dinge zu konstruiren. Es war unmöglich; ich merkte bald, daß ich die Welt durch die Brille des Biedermann ansah, und furz, ich muß erst all den Quark, den hinunterwürgen mußte, wieder ausscheiden, mich wieder gründlich o tiren, ehe ich im Stand bin, die Menschen und Dinge wieder so zu se wie sie sind. Ich hätte es nie geglaubt, daß man durch die Prefs verwirrt und verdummt werden kann, und ich freue mich, die Erfah gewissermaßen als Versuchsthier gemacht zu haben, obgleich es kein gnügen war." Drei Monate nichts als Biedermann und doktrinären Nationaliber mus! das ist freilich die raffinirteste Dual, die je ersonnen worden für einen vernünftigen Menschen. Es mag ja Meni geben, die sich wohl dabei gefühlt hätten, wie es Menschen gibt, die & weld stehe geich säen die woll den zu h & Gun gen aber ters Brechwein genießen. Genug aus den gegnerischen Blättern spricht eine der unfrigen diametral entgegengesetzte Weltanschauung; sie sind in Bekämpfung unserer Partei rüdsichtslos und fennen feine Schranken ber Jerline Wahrheit und des Anstands. Man darf also von vorneherein überzeugt ser eh sein, daß sie über unsere Partei niemals objektiv urtheilen, sondern nur Vale das einzige Biel haben, die Sozialdemokratie möglichst en. lecht zu machen, und ihr möglichst zu schaden. Das elhaft follten die Genossen doch beachten! ute vo in w Die in voriger Nummer erwähnte Zuschrift der Hanauer Geühm nossen lautet: end d " Es sei uns gestattet, anläßlich der zwischen einigen Vertretern unserer Sti Bartei zu Tage getretenen Differenzen einige Worte an die Genossen zu Grötighten. Das Partei Organ bringt Erklärungen für und wider die It. Frankfurter Manifeftation; und unseres Dafürhaltens ist dies auch der ehalte richtige Ort, um Differenzen, die eben unvermeidlich sind, zum Ausgleich gs w zu bringen. Nur wäre zu wünschen, daß die streitenden Parteien der Antra großen Sache, der sie dienen, immer eingedent sein möchten und einen atte gewissen Anstand, eine ehrliche Kampfesweise, beob ein achten! entin er v auf die Szeid d diese Was uns im höchsten Grade bedauerlich erscheint, und bei überzeu Lag gungstreuen Parteigenossen durchaus nicht vorkommen darf, ist: bei weihtolchen Meinungsdifferenzen liberale Zeitungen als Rampfplatz zu igung benutzen, und zum Gaudium der Gegner unser hohes und edles Prinzip zu diskreditiren. Wenn auch nicht zu fürchten ist, daß die alte en Garde deshalb abfallen könnte, so haben wir doch immer mit dem Groß einzig ber: Armee zu rechnen, und dieses haben wir nicht so in Zaum und ind Bügel, als daß die gegnerische Presse unter allen Umständen ohne Einfluß auf dasselbe bleiben müßte. Es ist dies eine Kampfesweise, die den Reil ins eigene Fleisch treibt; und alte, erprobte Kerntruppen, alte Soldaten der Revolution sollten doch stets dessen eingedenk sein und einen irte inneren 3wist, wenn er vorkommen sollte, dahin verlegen, wo er hin brohte gehört: vor das Forum der Partei, vor den Parteitongreß! Jede andere Kampfesart führt zur Desorganisation, zur Korruption und Ohnmacht. Denn: Einig sind wir Alles! ent eftig weit sind wir nichts! Dies die Ansicht der Hanauer Genossen." Wie schon gesagt, wir glauben, daß dieser Aufruf der Meinung der überwiegenden Mehrheit unserer Genossen in Deutschland durchaus entspricht. Auch wir können uns ihm nur anschließen. Wer die Gegner unserer Sache zu Richtern über die eigenen Genossen aufruft, vergeht vor sich an den fundamentalsten Grundsägen der Partei und verdient die schärffte Rüge, denn er stellt sich damit außerhalb der Partei. In der Zuversicht, daß gewisse Vorkommnisse der letzten Zeit sich nicht 3 wiederholen werden, mag es bei diesen allgemeinen Bemertungen sein Bewenden haben. te, ind war r D i, 3 afe Iche n Op gs, no h , wel chiebe it gi tin die in r, ten rn b fe m m bi fendet uns ein Genosse folgende überaus lehrreiche Der Klassenstaat als Arbeitgeber. Aus Erfurt Bekanntmachung. " In Folge Verfügung der Kgl. Eisenbahn- Direktion vom 4. d. M. Nr. 9938 A wird hiermit das diesseitige Arbeitspersonal zur genauen Beachtung in Kenntniß gesetzt, daß Mittheilungen über vorgekommene Unfälle und deren Ursachen von Arbeitern an Private nicht gemacht werden dürfen. Erfurt, 4. Juli 1885. Der Wertmeister: Zimmermann. Zum Anschlag im Montirschuppen." Borstehende wörtliche Abschrift wurde wahrscheinlich in Veranlaffung des Falles angeschlagen, daß ein Schmied durch mangelhafte Einrichtung eines Krahnes dauernd arbeitsun fähig geworden ist. Es geschah dies bei Bearbeitung eines mehrere Bentner schweren Maschirenentheils. Um aber nicht zu verhun gern, muß der Verunglückte auch noch klagen, trotzdem ihm keine u jen Schuld aufgebürdet werden kann. wisch heil Ben W as p enga nügen enn nter unfer So sorgt der Staat für die ohne Schuld in seinem Dienst Berunglüdten! Praktisches Christenthum! Aus Vom Schlachtfelde des Klassenkampfes. chah Stadtilm in Thüringen wird eine Arbeitsaussperrung der Hutmacher gemeldet.„ Ursache der Maßregelung," schreibt man uns von dort,„ ist, neben unserem Widerstand gegen einen bedeutenden Lohnabzug, unsere Weigerung, aus dem Unterstützungsverein deutscher Hutmacher auszutreten. nerif = fogi at bi endm en. 31 a f ihr tiv Der Fabrikant, der diese Forderung an uns stellt, ist der Hutfabrikant Miller, Borsigender und Gründer des hiesigen the eutsch freisinnigen Vereins, sowie Landtagsabgeordneter für the den Stadtilmer Wahlbezirk. Miller, der in letterer Eigenschaft sehr salbungsvolle Reben von Freiheit und Arbeiterwohl hielt, liefert burch seine jetzige Handlungsweise eine treffende Jllustration zu denselben. Fürwahr, sehr arbeiterfreundlich, wenn ein Fabrikant seine Arbeiter, bron denen mehr als die Hälfte Familienväter sind, aus dem Grunde auf die Landstraße setzt, weil sie auf ihr elementarstes Staatsbürgerrecht nicht Verzicht leisten wollen! Hofft Herr Miller etwa, durch solche Abschiebung unbequemer Elemente" seinen Einfluß zu be= festigen und sich für die nächste Wahl eine größere Stimmenzahl zu fichern? Dann dürften er und seine deutschfreisinnige Brüderschaft sich schwer täuschen, denn wenn sie auch zehnmal das sozialistische Brutneft ausfegen"( wie fich die Herren ausdrücken), mit ihrer Herrlichkeit geht es doch zu Ende!" Fo 01 rer; Sch ebiffe trad eini Pr de en, Ge genü 15 11en. Barte un Be nen mu ebli tro etz u hei heit er Btra ger thei In Königsberg dauert der Streit der Schreiner noch immer fort, und zwar wird mit einer Er bitterung gekämpft, wie nur je in einem Konflikt zwischen Kapital und Arbeit. Die Ausdauer der streitenden Arbeiter ist gradezu bewundernswerth; alle Manöver der Meister find bisher an der Entschloffenheit der Arbeiter zu Schanden geworden. Giner uns zugegangenen Korrespondenz über den Streit entnehmen wir noch folgende Mittheilungen: Mitte Juni haben die Meister ein Flugblatt an alle streitenden Tischler, sowie auch an das Publikum verbreitet, in welchem Erstere in allen Tonarten ersucht werden, sich doch ja von ihren Führern abzuwenden, und den väterlichen Rathschlägen der Meister zu folgen; in unverfrorener Weise heißt es da, daß die Führer auf Kosten der Streifenden herrliche Tage leben, feinen Sinn mehr für deren Wohl haben, und so wünschen und ihr Theil dazu beitragen, daß der Streit noch recht lange andauere. Der hier ganze Wisch ist darauf berechnet, Zwiespalt und Uneinigkeit unter ben Streifenden zu verbreiten. Die Kommission, bestehend aus erfah renen Männern, ließ es an einer kräftigen Entgegnung nicht fehlen, und führte Thatsachen an, die gerade nicht zu Gunsten der„ väterlichen Sorgs samteit" der Meister sprachen. Die Entgegnung muß den Edlen stark in die Knochen gefahren sein. Tags darauf las man nämlich in allen erscheinenden Blättern, daß in Folge der Entgegnung der GesellenRommission von Verhandlungen mit derselben ganz abgesehen werden müsse, weil die den Meistern schuldige„ Achtung" vollständig außer Augen gelassen sei. Das flingt recht gruslich; der Arbeiter von heute soll, sch nachdem er mit Füßen getreten ist, sich wahrscheinlich noch bei seinen Beinigern dafür bedanken. Die Herren Meister und ganz besonders bemerke ich, die Herren Innungsmeister" scheint, eine unfehlbare Wirkung ihrer Bekanntmachung versprochen, jedenfalls glaubten sie, die Streifenden würden nun in hellen Haufen zur Arbeitstätte gelaufen kommen; aber weit gefehlt einstimmig faßte die am Abend abgehaltene Versammlung der Streitenden den Beja schluß, der Aufforderung der Arbeitgeber nicht nachzukommen, sondern nur dann die Arbeit aufzunehmen, wenn eine Vereinbarung der Gesellenhier Kommission mit den Meistern stattgefunden habe. d als fer Cen en, id, par 5 o hatten sich, wie es Genossen! Wer den ostpreußischen Charakter kennt, wird wissen, mit welcher Bähigkeit eine einmal gefaßte Meinung verfolgt wird, und so stehen denn die Streifenden nach neun wöchentlichem Kampfe einig und ben geschlossen da, unbekümmert der Versuche der Meister, Zwietracht zu säen; und obgleich die Unterstützung für die ganzen neun Wochen für uje die Verheiratheten 29 und für die Unverheiratheten 22 Mark betrug, wollen dieselben doch lieber noch länger Entbehrungen tragen, als jezt ahden Meistern nachgeben und zur Arbeitstätte gehen, ohne etwas erreicht reff ein den enf zu haben. Genossen! Ihr seht, der Streik währt noch fort; soll derselbe zu bera Gunsten der Arbeiter ablaufen, so ist schnelle Hülfe unbedingt dringend geboten; wohl sind die Opfer, die bis jetzt gebracht wurden, groß, aber bedenkt, was im Verhältnisse zu denselben auf dem Spiele steht! Die g Und Ihr, Genossen des Auslandes, zeigt den Streifenden, daß die Solidarität keine Grenzpfähle kennt, zeigt den jetzt noch 230 Streifenden, daß Ihr den Werth der gewerkschaftlichen Bewegung erkennen gelernt habt und sie wie die politische zu unterstützen versteht; und die Königsberger werden stets wissen, auf welchen Plaz sie hingehören! Aus dem Soldatenleben im Frieden. Aus dem Braunschweigischen erhalten wie folgenden Beitrag zu diesem Thema: Auch ich erlaube mir, Ihnen Einiges aus neiner Militärzeit, die ich beim 3. hannoverschen Infanterie- Regiment Nr. 79 in Hildesheim abdiente, mitzutheilen. Im Allgemeinen sind dort die Verhältnisse genau so, wie sie vom 15. und 60. Regiment geschildert worden sind. Die Behandlung der Mannschaften ist eine brutale, und die Verpflegung unter aller Kritik. Ohrfeigen, Stöße und Fußtritte werden von den Unteroffizieren in ausgiebigster Weise ausgetheilt, nicht zu gedenken der gemeinen Schimpfwörter. Das kennt der Soldat gar nicht anders. Einige Fälle verdienen hier besonders erwähnt zu werden. Der Unteroffizier Riemenschneider der 2. Kompagnie ließ seine Rekruten einst des Nachts aufstehen, befahl ihnen, die Hemden auszuziehen, die Seitengewehre umzuschnallen, die Helme aufzusetzen, und ließ sie so Gewehrgriffe machen. Einmal wurde dieser Unteroffizier mit drei Tagen Mittelarrest bestraft, weil er einem Rekruten eine Hand voll Schmuz ins Gesicht geworfen hatte. Erst als er eines Tages ihm zur Auszahlung von Marschver pflegung anvertraute Gelder unterschlug, bekam er vier Wochen Arrest und seine Entlassung. Der Sergeant Bunkenburg der 5. Kompagnie schlug einmal den Musketier Backhaus derart an den Kopf, daß das Innere des Dhres stark beschädigt wurde. Das Gehör war eine Zeit lang ganz verschwunden, und Backhaus mußte mehrere Wochen im Lazareth zubringen. Der Sergeant aber wurde nicht bestraft, trotzdem die Sache durch die Lazareth Angestellten aur allgemeinen Kenntniß getommen war. Der Unteroffizier Steinopf der 6. Kompagnie schlug einmal bei strenger Kälte, wo unsereinem pie Finger gefroren sind, dem Musketier Lungard beim Gewehrgriffe Wagen mit einem Seitengewehre den Daumen entzwei, so daß derselbe, nachdem mehrere Wochen im Lazareth daran herumgequacksalbert war, abgenommen werden mußte. Lungard wurde dann entlassen, aber ohne die geringste Entschädigung. Der Unteroffizier bekam 10 Tage gelinden Arrest! Der Unteroffizier 3 eymer der 8. Kompagnie schlug einst den Musketier Zente derart um den Kopf, daß das Blut gegen die Fensterscheiben spritzte und die Ohren vom Blut ganz schwarz unterliefen. Als Tags darauf der Feldwebel den Zenke fragte, wovon seine Ohren so schwarz seien, antwortete er, die seien ihm einmal erfroren! Das sind nur einige Fälle, die aber durchaus nicht vereinzelt dastehen. Die Unteroffiziere suchen sich einander in hündischer Kriecherei vor ihren Vorgesetzten, sowie in brutaler Behandlung der Mannschaften förmlich zu überbieten. Ein Vergnügen", welches sie den Mannschaften besonders gern bereiten, besteht darin, daß sie beim Einüben von Gewehrgriffen die ganze Abtheilung oder einzelne Leute oft eine Viertelstunde lang auf den Zehenspigen stehen lassen, und im Winter auf den Zimmern dicht bei eigens dazu glühend gemachten Ofen die Mannschaften auf Fußspiken stehend mit gebeugten Knieen allerlei Иebnngen mit dem Gewehr oder einem Schemel machen lassen, bis die gequälten Soldaten zusammenbrechen. Befreit sind hiervon nur reiche Bauernjungen, die mit den Unteroffizieren fleißig kneipen gehen. Einer, der Bebel wählt! Die Sammlung für die französischen Genossen hat einen über Erwarten günstigen Erfolg gehabt. Es hat sich bei dieser Gelegenheit so recht deutlich gezeigt, wie tief das Gefühl der internationalen Solidarität in die Kreise unserer Arbeiter gedrungen ist, und wie vollständig sich dieselben von dem verrohenden Einfluß des Chauvinismus emanzipirt haben. " Wie man uns aus Paris schreibt, sei es dort in einigen Kreisen übel vermerkt worden, daß wir nur für eine bestimmte Gruppe" die Sammlungen veranstaltet haben. Wir können das faum glauben. Natürlich können wir nur mit Denen in Verbindung sein, die sich mit uns in Verbindung setzen; jedenfalls kann uns nichts ferner liegen als der Gedanke einer Einmischung in die inneren Parteiverhältnisse der französischen Sozialisten. Wir wollien et fach unseren Brüdern in Frankreich unsere Sympathie befunden, unsere Antipathien gehören ausschließlich unseren gemeinschaftlichen Feinden: den herrschenden Klassen. So fassen übrigens auch unsere Gegner die Sammlungen auf.„ Sie machen sich keine Vorstellung", schreibt ein französischer Genosse ,,, welchen Eindruck die aus Deutschland gekommenen Wahlgelder hier hervorgebracht. Die reaktionären Blätter gerathen darüber ganz aus dem Häuschen. Wie? Die deutschen Arbeiter unterstützen ihre französischen Kameraden in ihrem Wahlkampfe? Guter Gott, wohin gehen wir? Das ist der Tod des Chauvinismus! Das Glockengebimmel des Patriotismus wird nicht mehr dazu taugen, die Köpfe der Arbeiter zu umnebeln!" Die guten Leute haben Recht, solche Akte der Solidarität tödten den bornirten Nationalitätsdünkel und arbeiten dem Sieg des Internationa lismus vortrefflich vor." Zur Aufklärung über die verschiedenen Fraktionen der französischen Sozialisten bemerken wir noch: Soweit die Sozialdemokratie in Frantreich überhaupt organisirt ist, lassen sich drei Hauptgruppen unterscheiden: 1) Der sozialistische Arbeiterverband von Frankreich( sogenannte Possibilisten); 2) Die Partei des revolutionären Zentralkomites( Blanquisten); 3) Die Arbeiterpartei( sog. Marristen oder Guesdisten). Die zwei erstgenannten Organisationen sind zur Zeit in Paris zweifelsohne stärker als die dritte, die in der Provinz ihre Hauptstärke hat.( Ihr Parteivorstand hat seinen Sig in Reims). Anhänger dieser Partei haben uns in unserem Wahlkampf zu unterstützen gesucht; sie haben jetzt, wo sie vor dem Wahlkampf stehen, an unsere Hülfe appellirt, und dieselbe ist ihnen nach Maßgabe unserer Kräfte geworden. Eine Parteilichkeit liegt also da in keiner Weise zu Grunde. Uebrigens werden die Blanquisten und die Arbeiterpartei im bevorstehenden Wahlkampfe vielfach zusammengehen, in Paris selbst haben sie bereits eine entsprechende Union geschaffen. Und was die Leute vom Arbeiterverband anbetrifft, so haben diese gewiß keine Ursache, sich zu beschweren, nachdem ihr Nationalkomite vor zwei Jahren bei Gelegenheit der von ihm einbe rücksichtsvoll rufenen internationalen Konferenz unsere Partei so ignorirte. Wir tragen es dem Verband übrigens keineswegs nach, denn wir wissen, we m diese Taktlosigkeit zu verdanken war. Aus Eßlingen schreibt man uns: Der Prozeß Geiser gegen den bereits in Nr. 6 des Parteiorgans näher von uns bezeich neten Emil Kölle kam am 30. April vor dem hiesigen Schöffen gericht zur Verhandlung. Dieselbe mußte aber vertagt werden, da der traurige Mensch Kölle naiv genug war, die eidliche Vernehmung zweier Zeugen zu beantragen, von denen er die inkriminirten Mittheilungen erhalten haben wollte. Die Zeugen wurden eidlich vernommen, aber dem Angeklagten nüßten sie nichts, denn die Aussagen dieser Zeugen ( zu denen auf Antrag des Rechtsanwalts Geiser noch ein weiterer kam) lauteten nahezu einmüthig auf das genaue Gegentheil der von Rölle ausgestreuten Beschimpfungen, so daß derselbe als vollendeter Lügner und Verleumder dastand. Die zweite Verhandlung fand am 25. Juni statt und lautete das Urtheil ( wir hätten fast nicht so viel erwartet, denn es fungirten zwei alte Bauern als Schöffen) auf 14 Tage Gefängniß, Tragung sämmtlicher Kosten und Publikation des Urtheils in den hiesigen 3eitungen. Das Benehmen Kölles war in diesen beiden Verhandlungen ein noch weit frecheres als bei dem Ka stenbauer'schen Prozeß, wo er als Zeuge anwesend war. Er erklärte unter Anderm nach dem Verlesen der drei Zeugen Protokolle, daß ihn diese Aussagen gar nicht Wunder nähmen, denn wer, wie er, die Praxis der Sozialdemokraten kenne, der wisse, daß diese eher einen Meineid schwören, als daß sie die schwarzen Thaten ihrer Genossen zugeständen, selbst wenn sie auch wüßten, daß dieselben wahr sind( wenn er das vorher schon so genau wußte, so ist nicht recht einzusehen, warum der Esel obigen Beweisantrag stellte); daß in dieser Partei ein Terroris mus ohne Gleichen herrsche; daß Geiser ihn höchst wahrscheinlich gar nicht angeklagt hätte, wenn er nicht von Zürich aus dazu gezwungen worden wäre(!!) und vieles Andere mehr, was aufzuführen der Mühe nicht werth ist. Wenn es noch Einzelne gab, die Kölle nicht genau kannten und dem nach weniger abfällig beurtheilten als er in Wirklichkeit verdient, so mußten auch diese durch seine weiteren jüngsten Gemeinheiten, die Alles, was auf diesem Gebiet geleistet werden kann, weit hinter sich lassen, eines Besseren belehrt werden. Sie lassen ihn als vollkom= menen Schurken erscheinen. An die Prinzipalität seines Geschäfts richtete dieses Subjekt nämlich ohne jede Veranlassung Denuns ziationsbriefe und trug sich freiwillig als Angeber aller im Geschäft vorkommenden Vergehen der Arbeiter an. Sein Prinzipal Boley( Volksparteiler) war aber an ständig genug, den Elenden, statt ihn als Verräther zu benüßen, sofort zum Teufel zu jagen( gewiß eine Rarität!) und ihm obendrein noch 100 Mart Vorschuß, die er seinerzeit an Rölle geleistet, zu schenken. Er wollte also die Dreckseele um jeden Preis aus seinem Geschäft haben. Jetzt ist der Kerl arbeitslos. Die Eßlinger Parteigenossen aber wollen sich vor diesem Individuum in Acht neh men, das bereits gedroht hat, jeden ans Messer zu liefern, dem er irgendwie beikommen könne! astime in Zur Frage der preußischen Landtagswahlen erhalten wir aus Berlin folgende Erklärung: ,, Nach reiflicher Ueberlegung und vorgängig gründlicher Durchberathung erklärt die durch Delegirte sämmtlicher Wahlkreise gebildete Konferenz der Berliner Genossen im Namen der Letzteren Folgendes: In Erwägung, daß unser Programm uns verpflichtet, das allgemeine gleiche und direkte Wahlrecht mit geheimer Stimmabgabe zu erstreben, daß das preußische Dreiklaffen Wahlgesetz aber in keiner Beziehung diesen Forderungen auch nur im mindesten entspricht, und auch nicht die entfernteste Aussicht vors handen ist, innerhalb dieser Körperschaft selbst, durch geeignete Vertreter, eine Verbefferung dieses reaktionärsten aller Wahlsysteme herbeizuführen; in weiterer Erwägung, daß bei diesem verwerflichen System obendrein durch eine besondere Wahlkreis Geometrie unsere Hochburgen, der vierte und sechste Reichstagswahlkreis, zerstückelt werden, und wir daher, ohne einen prinzipienwidrigen und schmachvollen Kompromiß mit rechts stehenden Par teien einzugehen, einen nennenswerthen Erfolg nicht erzielen dürften; in fernerer Erwägung, daß wir diesem Wahlsystem, indem wir unter demselben wählen, eine unsrer unwürdige Anerkennung zollen und der Regierung eine Handhabe zur Beschneidung des allgemeinen gleichen und direkten Wahlrechts geben würden, da sie mit Recht sagen könnte: Seht, die Sozialdemokraten erkennen dieses, selbst schon vom Reichskanzler ad absurdum geführte Sy stem durch ihre Betheiligung für richtig an, und daß wir dann wieder einen Schritt weiter in den Sumpf des Parlamentarismus gethan hätten, um füglich bei den Genossen das bischen Sympathie, welches sie noch für die Betheiligung an den parlamentarischen Kämpfen haben, vollends zu ersticken; in schließlicher Erwägung, daß angesichts der Thatsache, daß jedes Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses 15 Mark Diäten pro Tag erhält, wir uns des Ger dankens nicht erwehren können, daß wir uns eventuell eine Pflanzstätte der Prinzipienverleugnung und eine Züchtungsanstalt für Berufsparlamentarier schaffen könnten( unser Prinzip ist uns heilig und unsere Vertreter Ehrenmänner, aber der Mensch ist ein Produkt der Verhältnisse, und nachher dürfte es zu spät sein!), daß wir vielmehr einen Stolz darin sezen, unsere Vertreter unabhängig vom Säckel der Steuerzahler und von der Hand der Regierung zu wissen in Erwägung alles dessen, und um unsre Kraft und Geld für bessere Gelegenheit aufzusparen, erklären sich die Berliner Genossen hiermit ganz entschieden gegen eine Betheiligung an der preußischen Landtagswahl! Berlin, den 28. Juni 1885. Die Berliner Genossen. NB. Gelegentlich, und im Hinblick auf einen jedenfalls in nächster Beit stattfindenden diesbezüglichen Prozeß, machen wir noch einmal auf den früheren und seinerzeit( Frühjahr 1884) im vorliegenden Organ vers öffentlichten Beschluß aufmerksam, nach welchem alle diejenigen, welche nachweisbar anarchistischer Propaganda huldigen, und infolge dessen sich eine Ausweisung oder sonst irgend eine Maßregelung zuziehen, feinen Anspruch auf Unterstügung unsererseits haben. D. D. Ein großer Unterschieb. Einige Zeitungen hatten berich tet, daß als Prinz Friedrich Karl zusammenbrach, ob vom Schlage oder von einem Revolverschuß seiner Gattin getroffen, lassen wir dahin gestellt er nur noch die Worte habe stammeln können: ,, Gott sei mir Sünder gnädig." Daraufhin fühlt sich ein prinzlicher Speichellecker veranlaßt, eine Berichtigung in die Welt zu setzen, dahingehend, daß der Prinz nur gesagt habe: Gott sei mir gnädig!" Das ist sehr wichtig! Ein Prinz kann zwar sehr viel sündigen, ein Sünder wird er aber darum doch nie, weder im Diesseits noch im Jenseits. Es heißt zwar, vor Gott sind alle Menschen gleich, aber das ist durchaus nicht anders zu verstehen als das berühmte: Alle Preußen sind vor dem Geseze gleich." Fromme Leute glauben an Beides und fühlen sich in ihrem Gewissen gar nicht beschwert, wenn ein Prinz, ein preußischer Prinz, also ein Preuße reinster Sorte, ungestraft Nothzucht treiben, seinen Kammerdiener erstechen, mit einem Wort, auf das Strafgesetzbuch pfeifen darf, ste werden daher auch eine Erklärung dafür finden, weshalb ein Prinz auch vor ihrem Herrgott fein Sünder sein kann, geschweige denn ein ge meiner Sünder. So ein Prinz von Gottes Gnaden ist eben in jeder Beziehung ausgezeichnet. Der große Fürstenstreit, von dem Herwegh in einem seiner letzten Gedichte spricht, war kein bloßer Traum, er war eine Prophezeiung. Dichter sind eben bekanntlich Propheten. Die Vers wirklichung hat schon begonnen zunächst drüben in der ,, neuen Welt", deren Klima den Fürsten weniger zuträglich scheint als das der alten. Wie die letzten amerikanischen Zeitungen uns melden, ist König Kalakaua von den Sandwichinseln nach Washington gereist, um die Aufnahme seines Königreiches in die Vereinigten Staaten zu erwirken. Die Krone ist ihm lästig geworden, er will lieber Bürger der Vereinigten Staaten sein als König der Sandwichinseln; und so beantragt er denn für sein Königreich die Proklamirung der Republik. Die Vereinigten Staaten werden ihm den Gefallen wohl thun, und wenn nicht, je nun, so wird er vermuthlich so gescheidt sein, die Republik auf eigene Faust zu proklamiren oder, wie ein( allerdings sonst bei sehr verschiede nen Anlässen gebrauchter Ausdruck) lautet: zu oftroyiren. Die Republik ottroirt durch einen König! Das ist wenigstens neu und originell. Ein umgekehrter Staatsstreich! Ein Staatsstreich, nicht zur Knebelung, sondern zur Entfesselung und Bethätigung der Volkssouveränetät! Ob das Beispiel bald Nachahmung finden wird? Das käme darauf an. Möglich wäre es schon. Von den europäischen Völkern hängt es ab, das Klima der alten Welt ebenso ungesund für Monarchen zu machen wie das der neuen Welt. Und wären wir einmal so weit, dann würden auch wir Europäer streikende Fürsten zu verzeichnen haben. Der eine oder andere unserer Monarchen dürfte doch vielleicht so gescheidt sein, wie der biedere Kala kaua, und bei den übrigen könnte man ja ein bischen nachhelfen. -In Pforzheim referirte am 27. Juni Gen. Grillenbers ger in außerordentlich stark besuchter Versammlung mit großem Erfolg über die Frage der Arbeiterschuhgesetzgebung. Es wurde einstimmig beschlossen, die Petitionsbewegung zu Gunsten der Arbeiters schutzgesetze mit aller Energie zu unterstützen. Frankreich. In Lyon hat die Arbeiterpartei bei einer Nachwahl zum Gemeinderath im Quartier der Croix- Rousse einen Sieg errungen. Ihr Kandidat, der Arbeiter Bartolino, wurde mit 2525 Stimmen gegen den Kandidaten der Radikalen gewählt, der nur 2205 Stimmen erhielt. Dagegen siegte in Paris bei der Nachwahl für den verstorbenen Amour our im Arbeiterquartier Charonne der Kandidat der Radikalen, Patenne, mit 2102 Stimmen über den Revolutionär Eudes, der 1575 Stimmen erhielt. Im ersten Wahl. gang hatte Eudes mit 1510 Stimmen die relative Mehrheit, der Kans didat der Arbeiterpartei, Heppenheimer, hatte 272 Stimmen er halten. Wie es scheint, haben die Mitglieder der Arbeiterpartei sich bei der Stichwahl enthalten oder gar für Patenne gestimmt, der allerdings Auch Arbeiter ist und eine Reihe vor Arbeiterforderungen in sein Programm aufgenommen hat. In Lyon stehen die Seidenweber im Lohnkampf. Wie nöthig es ist, daß dieselben sich aufraffen, geht aus der Thatsache hervor, daß in einzelnen Fabriken der Lohn bis auf 1½ Franken pro Tag herabgedrückt worden ist. An anderer Stelle finden unsere Leser eine Duittung des Abgeordneten Hasenclever über bei ihm eingegangene Beiträge zum Wahlfonds der französischen Genossen. Außer diesen Summen sind bereits 890 Mark ( 800 von den Hamburgern, 50 von den Leipzigern und 40 von den Rostockern Genoffen) eingegangen und an das Sekretariat des Wahltomite in Paris abgeführt worden. Dasselbe schreibt uns: Werthe Genossen: ,, Paris, 22. Juni 1885. Wir bestätigen Euch den Empfang der Summe von 890 Mark für Wahlpropaganda. Wir sind beauftragt, Euch die brüderlichen Grüße des Wahlkomites der Arbeiterpartei zu übermitteln und Euch zu sagen, wie hocherfreut die französischen Sozialisten darüber sind, daß ihre Brüder in Deutschland, der Schweiz, Amerika und in anderen Ländern ihnen zu dem bevorstehenden Wahlkampf ihren moralischen und materiellen Beistand leihen. Der Kampf des Proletariats gegen die Kapitalistenklasse darf sich nicht auf den engen Rahmen einer Nation beschränken, er muß international sein, wenn das Proletariat fiegreich sein soll. Die Sozialisten aller Länder haben über Euren letzten Wahlfieg gejubelt, und wenn auch die französischen Sozialisten diesmal auf einen dem Euren gleichen Erfolg nicht hoffen dürfen denn sie besitzen weder Eure Organisation, noch Eure Geschlossenheit und obwohl der neue Wahlmodus( Listenskrutinium) ihnen ungünstig ist,*) so werden sie doch beweisen, daß selbst nach dem Massakre von 1871 und dem Versailler Schrecken der revolutionäre Sozialismus in Frankreich seine Anhänger nach Tausenden und Abertausenden zählt. Mit brüderlichem Gruß und Handschlag! Für das Wahlkomite: Jules Lépine, Sekretär. Josseline, Raffier. *) Nach demselben wählen die Wähler eines ganzen Arrondissements die demselben zukommende Zahl von Abgeordneten, so daß der einzelne Wähler eine ganze Lifte abzugeben hat. Dieses System soll das Ueberwiegen der Kirchthurmsinteressen verhindern, was gewiß Niemand tadelt, sein Fehler besteht darin, daß es erfahrungsgemäß die großen Parteien" in jeder Weise auf Kosten der neuen Parteibildungen begünstigt. Korrespondenzen. " Kottbus( Niederlaufig), im Juni. Nach langem Winterschlafe sind auch wir nun in der Lage, etwas von uns im Parteiorgan hören zu laffen. Seit dem Attentatsjahre bis 1883 war hier fast jede Bewegung verschwunden, wenn es auch immerhin noch Genossen am Orte gab. Dieselben hatten eben jede Fühlung nach auswärts verloren, waren auch zum Theil von übermäßiger Furcht befallen. Im Sommer 1883 änderte sich jedoch die Situation; es fanden sich Genossen, die die Agitation für unsere gerechte Sache energisch in die Hand nahmen, und wir können mit dem erzielten Erfolg zufrieden sein. Sprechen wir zunächst von den Versammlungen, die wir bis dato haben abhalten können. Den Reigen eröffneten wir nach sechsjähriger Pause am Todtensonntag 1883 mit einer Arbeiterversammlung, in welcher Genosse asenklever über das Krankenkassengesetz sprach. Anfangs Juli 1884 sprach Genosse Kayser über das Thema„ Recht auf Arbeit", und am 11. Mai d. J. sprach Genosse Kräfer über den Arbeiterschutzgesetzentwurf der Sozialdemokratie. Alle drei Versammlungen waren sehr stark besucht, ein Zeichen, daß der Arbeiter politisch aufgewacht ist. Die letzte Versammlung wurde auf Grund des bekannten Paragraphen des Schandgesetzes aufgelöst, obwohl Genosse Kräfer sich in seiner Rede auf ganz gesetzlichem" Boden befand. Grade in dem Augenblicke, als Kräfer nach 1/ 2stündigem Vortrage den Arbeitern flar zu machen suchte, daß es nothwendig sei, nur Vertreter ihrer Interessen in den Reichstag, Landtag und in die Kommunalvertretungen zu ent senden, sprang der Polizeiinspektor Schönburg, wie von der Viper ge= stochen, auf, und wie schon gesagt, die Versammlung war ,, aufgelöft". Wahrscheinlich wollte Schönburg sich als Staatsretter einen guten Namen nach oben hin machen. Er soll nämlich schon tüchtige Rüffel erhalten haben, weil er es nicht verhindern kann, daß die Sozialdemokratie zum Entsezen aller Spießbürger mit jedem Tage hier an Boden gewinnt, und daß wir überall, wo sich die Gelegenheit bietet, für unsere Sache Propaganda zu machen wissen. In seiner blinden Wuth, uns auszurotten, greift er zu den geistreichsten Mitteln; so z. B. wurde auf sein Betreiben ein Genoffe aus dem Kriegerbund ausgeschlossen, weil derselbe die letzte Versammlung einberufen hatte; in einem anderen Falle hat der brave Polizeiinspektor das ganze Bureau nebst Einberufer unter Anklage stellen laffen, und hatten die Betreffenden am 9. Juni Termin. Sie sollen sich gegen das Versammlungsgesetz und gegen das schurkische Oktobergesetz vergangen haben. Man darf auf den Ausgang dieser schrecklichen Anklage gefaßt sein. Mit Haussuchungen hat uns die heilige Hermandad viermal bedacht, und zwar vor der Wahl; das Resultat war aber immer gleich Null. Am 12. Mai wurden zwei Genossen unter Ausschluß der Deffentlichfeit zu je acht Tagen Haft verdonnert; sie hatten das schreckliche Verbrechen begangen, am 5. Oftober in Kalau Aufrufe zur Reichstagswahl zu verbreiten. Im Monat Februar wurden drei Genossen vom hiesigen Schöffengericht zu je 20 M. Geldstrafe und Tragung der Kosten verurtheilt; sie hatten sich dasselbe Verbrechen zu Schulden kommen lassen, und zwar je einer der Attentäter in Vets chau, Drebkau und hier in Rottbus. Und das nennt man Rechtsgleichheit! Die acht Tage Haft diktirte die Strafkammer mit der ausdrücklichen Motivirung, daß Geldftrafen nicht genug gewürdigt werden." Nun, uns ist es recht, das Eine ist so erbärmlich wie das Andere; es kommt Beides aufs Kerbholz. Von der Wahl selbst kann ich schweigen, indem ich auf das aufmerksam mache, was Spremberg schon berichtet hat. Nur das will ich bemerken, daß uns kurz vor der Wahl zwei Versammlungen verboten wurden; trotzdem hatten wir ein Resultat, mit dem wir uns nicht hinter den Ofen zu verstecken brauchen, und bis zur nächsten Wahl werden wir den Boden gründlich weiter bearbeiten und tüchtig Samen ausstreuen, damit wir eine gute Ernte halten können. Am Palmsonntag hatten wir die traurige Pflicht, einen Genossen zur legten Ruhe zu begleiten. Es hatten sich 6-700 Genoffen eingefunden, und fast durchgängig mit rothen Blumen im Knopfloch. Voran wurde ein Kranz mit großer rother Schleife getragen, am Grabe wurde der Kranz im Namen der Kottbuser Sozialdemokraten niedergelegt. Diese Frevelthat hatte der betreffende Genosse mit 15 M. Geldbuße zu fühnen! " Die Genossen werden erlauben, daß ich nun noch einige Streiflichter auf unsere Gegner fallen lasse. Im August vorigen Jahres hielt der schwarze Kremer in einer öffentlichen Versammlung des Patriotischen Vereins" einen Vortrag, in welchem ganz besonders unsere Vertreter beschimpft wurden. In der Diskussion wurde den Herren aber gründ lich auf die Finger geklopft, so daß sie es vorziehen, keine öffentliche Sigung mehr abzuhalten. Die Deutsch Freisinnigen haben sich zu einem ,, Liberalen Verein" zus sammengeschaart und hielten 14 Tage vor Ostern eine öffentliche Versammlung ab; Redner war der alte Eberty. Der Vortrag wurde zur Diskussion gestellt, und ein Genosse meldete sich zum Wort; als er jedoch die Frage, ob er liberaler Wähler sei, verneinte, wurde ihm bedeutet, daß er nicht sprechen dürfe. Sofort verließen alle Genossen, gegen 300 Mann, unter Hochrufen auf die Sozialdemokratie das Lokal; und wie viel Liberale blieben zurück? Sage und schreibe 30 Mann! Diese verdugten Gesichter mußte man sehen. Etwas Lehre scheinen fie doch angenommen zu haben; sie hielten nämlich am 1. Juni wieder eine öffentliche Versammlung ab, in der sie uns die Diskussion gewährten; es waren von der ganzen Bande wieder nicht mehr am Platz wie höchstens 30 Mann. Das können wir den Herren versichern, daß es ohne uns hier keine Versammlungen gibt; überall da, wo wir es für nothwendig halten, sind wir auf dem Plane, um für unsere Sache Propaganda zu machen. Jm vorigen Sommer hielten wir in einem benachbarten Dorfe ein Scheibenschießen ab; wir hatten zur Sicherheit, damit uns kein Malheur paffire, vier Gendarmen zur Bewachung mit; hinterher wurde aber vom Landrath v. Funke das Scheibenschießen im hiesigen Kreise verboten, auf daß wir uns nicht im Schießen üben können. Uns kann es recht sein; je mehr Wind sie säen, um so mehr Sturm werden sie ernten. Und nun noch ein Wort an die Genossen hier, und ganz besonders an die, welche Mitglieder des Krieger- und Veteranenvereins sowie des Kriegerbundes sind. Eure Pflicht ist es, in diesen Vereinen zu agitiren und Genoffen zu werben für die kommende Volksbefreiung, damit jeder Arbeiter sich klar wird, wohin er gehört, wenn das heutige morsche Gebäude zusammenstürzt. Wenn auch bei Eurer Fahnenweihe der erste Bürgermeister von Kottbus Euch zuruft: Tretet ein in Reih und Glied gegen die Hydra des offenen Aufruhrs"! so rufen wir Euch zu: Tretet ein in Reih und Glied, um Eure Unterdrücker und Ausbeuter zu bekämpfen, und haltet fest zu denen, die heute schon für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit fämpfen. Genossen, agitirt in den Fabriken, im Familienkreise, auf den Spaziergängen und in den Vergnügungsvereinen, so ist der Sieg unser! Bemerken will ich noch, daß am 10. v. Mts. der Anarchist Paul Schulze, Buchbinder, zuletzt in Genf, hier in Rottbus auf Requisition der Berliner Polizei von seinen Eltern fort verhaftet wurde. Er war seit dem 11. Mai d. J. hier anwesend. Der rothe Frit. München, 27. Juni. Unser letter Brief in Nr. 21 hat die BaschiBozuks und Polizeipaschas in der Weinstraße außerordentlich geärgert. Sie rächten sich nach Wanzenart durch eine Reihe erfolgloser Haussuchungen bei ,, amtsnotorischen" Genossen. Unser Vertreter für München, Georg Vollmar, hat in zwei Versammlungen, hier und im Vororte Schwabing, doch seinen Rechenschaftsbericht erstattet. Gar lieblich anzuschauen waren die uniformirten Kom miffäre, die in den Pausen mit verständnißinnigem Grinsen sich gegenseitig über die Nichtigkeit ihrer Existenz trösteten und sich die Finger wund schrieben, damit ja kein Wörtchen von Vollmar's Reden ihnen verloren ging. Die Versammelten drückten in einstimmig beschlossenen Resolutionen Vellmar ihren Dank für sein Verhalten im Parlament aus und forderten ihn auf, in derselben Weise weiterzuarbeiten. Mehrere Genossen erhielten für ihre Theilnahme an einer luftigen Kneiperei auf dem Hackerkeller bei Grillenberger's Anwesenheit Strafmandate. Sie sollen durch Hochrufen und Singen groben Unfug ver übt haben". Warum haben sie nicht Ludwig von Bayern oder Bismarck den Varzinesen oder Wilhelm den Hühnersuppengenährten, den Ehrenworthalter Rastatter Angedenkens und privilegirten Heldengreis mordspatriotisch angehocht?! In der heutigen Nummer findet sich eine Bekanntmachung betreffend der Unterstützungsfrage. Wir sind nämlich hier, an dem Durchgangspunkt nach Desterreich und der Schweiz, besonders stark in Anspruch genommen. Quittung. Zur Unterstügung der französischen Sozialisten bei den bevorstehen Kammerwahlen habe ich folgende Summen zur Weiterbeförderung halten: Aus Hannover Mt. 50 Bon X. 50. Giebichenstein 15 Halle 20 Berlin 100 Forst N/ L. 50. Halberstadt 10-. G feld 30- Raffel 20- B. 30 Magdeburg 25 Riel 30Gaarden 20In Summa: 450 Mark= 553 Francs. Ich habe diese Summe im Sinne meiner Auftraggeber nach Par an die Adresse: Mr. Jules Lepine, Graveur, gesandt. Den Geb spreche ich meinen Dank aus. Mit sozialdemokratischem Gruß! Halle a/ S. 1. Juli 1885. W. Hasenclever, Mitglied des deutschen Reichstags Erklärung. Die Münchener Genossen machen hiedurch bekannt, daß nur an Diejenigen eine Unterstüßung verabfolgen, welche mit ei ausreichenden Legitimation seitens bekannter Bertrauensleu versehen sind. München, 27. Juni 1885. Die Münchener Genossen Aufforderung. Der Sattler Emil Brachwiz aus Potsdam, gegenwärtig Ropenhagen, wird aufgefordert, seinen Verpflichtungen im Do munder Wahlkreise ungesäumt nachzukommen. Die Dortmunder Genossen woch Zü Bolts fram nach b Behörden und unser darf teine der Send Barr Oskar Vieweg, Chemnizerstraße, in Burgstädt( Sachsen), wird aufgefordert, ungesäumt unserem mehrfach vergeblic brieflichen Verlangen betreffs der ihm anvertrauten Parte gelder an bekannte Adresse nachzukommen. Die Vertrauensleute in 3üri hatten Briefkasten der Redaktion: E. M. in Schwerin: Mstpt. erhalten, brauchbar. Besten Dank. Bäff: Aufsatz von Brutus demnächst. Korrespondenzen aus Greiz, Elbing, Limbach, Mersebur Rio de Janeiro 2c. in nächster Nr. GewerE fie anlä Ale duktion mit dem Preise f hältn beinahe begriffem erreicht. „ Das duttin sich h ordnu ein ich wer Das der Expedition: Ferd.: Bf. c. v. 29. u. 6. Hier. Bereits en Preise d disp. Cottbus: Mt. 25 f. d. franz. Wahlen u. Mt. 25- pr. Rother Frig: Mt. 67 40 à Cto. Ab. erh. Bstlg. 2c. n Vorschrift. Maulwurf Gz.: Mr. 150 à Eto. Ab. 2c. erh. Mit Weiteres. Kostet 50 Cts.. Strafporto, da 17 statt 15 Gram Heiliges Kanonenrohr, wie oft noch?!- J. J.: Fr. 1 30 Porto W. Brffl. erh. Manuel: Mt. 3- Ab. 3. Du. erh. Beilage beso X. R. Sch. G.: Mt. 13 20 Ab. 3. Du. erh. Dncel: Mr. 8 60 3. Du. erh. u. besorgt. M. C. in H.: M. 4 40 6. 3. Du. u. Pf. pr. Afds. dkd. erh. Ja. Gruß dem„ Badereisenden".- H. D. Pa Fr. 5 25 Ab. 3. Du. u. Schft. erh.-r- Mt. 6- Ab. 3. Du. Frisch auf Lgz.: Mt. 22 Ab. 3. Du. u. Schft. erh. Bftlg. fo ungewö Armer Konrad Gldg.: Mt. 6 Ab. 3. Du. erh. B. in B mangel drd. erh. Zu wünschen wäre, daß die Genossen an anderen Orten dies ins Auge fassen und ihre Leute gehörig legitimiren. Zu tadeln ist es aber, wenn man die Münchener, nachdem sie aus freien Stücken einen nicht in der Bewegung Stehenden unterstützt haben, weil er von den Genossen einer anderen Stadt empfohlen ist, auf ihre Anfrage, was weiter geschehen solle, einfach ohne Antwort läßt. Wir meinen einen Fall aus Elberfeld, wo der angefragte Vertrauensmann auf einen dringenden Brief aus München nicht mit einer Zeile zu antworten für nöthig hielt. Das trägt wahrhaftig nicht dazu bei, das Solidaritätsgefühl zu stärken! Daß der König Ludwig von Bayern bankerott ist, wird immer offenkundiger. Vielleicht rafft sich die Kammer zu einem Entschlusse auf und verlangt Einsicht in den Stand der Dinge. Vielleicht! Die Gypsköpfe sind zu feige, es wird wohl nig werden. Der mannstolle Bajuvaren tönig beschenkt seine männlichen Geliebten mit geschnitten Zimmereinrich tungen im Werthe von 38,000 bis 40,000 Mark. Er läßt nur noch Chevaurlegers, die an militärisches Kommando gewöhnt sind, um sich sein. So befriedigt er seine viehischen Lüfte am bequemsten; er erweist sich Gefälligkeiten von hinten Der Schweiß des arbeitenden Volkes, die Blutstropfen der Steuerzahler, sie krystallisiren sich zu pracht. vollen Geschenken für königliche Dirnen männlichen Geschlechts. Wann wird dieser Unhold zu seinem tollen Bruder Otto als gleichberechtigter Narr gesperrt? Ehrenmichel trieb sich in der vorigen Woche schnüffelnd in Annweiler ( Rheinpfalz) herum. Sein Gönner, der Millionen- und Länderdieb Bismarck, deffen Leibhusar er sonst war, badet ohne ihn in Kissingen; viel leicht erfindet er dort neue volksbedrückende Steuern. Warum schlägt er feinen Spigel Schutzzoll vor? Die Ansicht der Redaktion, daß das Industrie proletariat die Kerntruppe der Sozialdemokratie bildet und bilden wird, billigen wir natürlich auch. Unsere Anregung in Nr. 21 hatte nur den Zweck, die BauernAgitation, von der in unseren Kreisen überall gesprochen, für die aber so gut wie nichts gethan wird, ein wenig in Schwung zu bringen. Genoffe Marimin Ernst wurde wegen Vergehen gegen das Preßgesetz( angebliche Herstellung von Druckschritten mit falschem Impressum) auf die Denunziation des Schurken Martin Deuerlein zu zwei Monaten Gefängniß verurtheilt. Deuerlein hatte, als er entlassen wurde, aus Rache denunzirt, aber bereits seit er in Arbeit bei Ernst war( zwei Jahre) ,,, vorläufig" Material gesammelt. Er scheint von Anfang an im Dienste der Polizei gestanden zu haben. Schönlant erhielt in Mainz wegen Beamtenbeleidigung 12 Tage Gefängniß aufgebrummt, außerdem regnet es Geldstrafen. Das ist recht erheiternd! Zwei Genoffen haben wir in diesem Jahre durch den Tod verloren: den Zeitungskolporteur Hammerl, und vorgestern den Schreiner Ruppel. Wir werden den Wackeren, die treu für die Arbeitersache gewirkt haben, stets ein gutes Andenken bewahren. Wir Ueberlebenden wollen unsere Pflicht thun, und bis zum letzten Athemzuge kämpfen für die Befreiung des Proletariats. Bogenschütz e. Aufruf. Aus Mailand geht uns vom Komite der Jtalienischen Arbeiterpartei ein Aufruf zu an die Genossen in Deutsch= land und der Schweiz, zur Unterstütung der Hutmacher in Monza, die seit Ende mai im Ausstand liegen. Die Zahl der Streifenden ist 800( in 5 Fabriken). Ursache des Streiks war das Verlangen der Prinzipale an die Arbeiter, aus dem Arbeiterver= band auszutreten. Alle Sendungen sind zu adreffiren: Al Comitato Centrale del Partito Operajo Italiano, Mailand, Via S. Vittore al Teatro 3. Kadruf. Am 17. Mai verstarb hierselbst unser braver Genosse Emil Mörik, Schneider aus Eutritsch bei Leipzig, an der Proletarierkrankheit, genannt Schwindsucht. Mörig war nicht blos ein braver, thätiger Genoffe, sondern auch ein wirklich guter Mensch, er war eben deshalb von seinem Heimathsorte, resp. aus dem Belage bezirk Leipzig auf Grund des famosen Sozialistengesezes als einer der Ersten mit ausgewiesen. Er ist bis zum letzten Athemzug thätig gewesen und ganz besonders rege bei dem letzten Wahlkampfe. Mörig war während seines fünfvierteljährigen Aufenthaltes hier= selbst bei allen, die ihn kennen gelernt, beliebt worden, und rufen wir ihm ein tiefgefühltes Ruhe sanft!" nach. Genossen aus Breslau, Freiburg und vielen anderen Orten unseres Wahlkreises gaben ihm das letzte Geleite. Ehre seinem Andenken! Die Genossen H im Wahlkreise Reichenbach Neurode i/ Schl. öwfl. 10. Qual O erh. Ab. 3. Du. u. Schft. beglichen u. Fr. 1 pr. Af dfd. verw. D. benachr. W. Sch. Lp.: Mt. 4 40 6. 3. Du.. erh. A. Schw. 3.: Fr. 4 80 Ab. 3. u. 4. Du u. Schft. erh. N. Hb. Vr guten Mr. 3. Ab. 3. Du. erh. Marat: öwfl. 170 26. 3. Du. Spezieller Bericht wäre angenehm. C. W. 3ch.: Fr. 2 26. 3. D Ab. 3. Du. nach Vorschrift gebu als ein erh. Veilchenstein: Mr. 100Ggrch. gutgebr. Adr. gel. Bfl. mehr. A. G. Bschg. Mt. 3- Ab. Ab. Du. erh. Bf. am 2/7. beantw. C. Attbg. Mch. Mr. 3 Du. pr. Schz. erh. R. H. 4: Mt. 4 30 b. 3. Du. erh. Bf. an hier. Arb.-V. Zug: Fr. 9 Ab. 3. Du. erh. R. R. 2hr.: 3 Ab. 3. Du. erh. Ch. Sp. Hdg.: Mt. 3 R. St. Mz.: Mr. 3 Ab. 3. Du. erh. wünsch Wir und w bestritt duftrie jeinen Ab. 3. Du. erh. und S Schwäb. Hans: Mr. 5 Ab. 3. Du. u. Schft. erh. M. 3. Jbk.: öwfl. 1 70 26. 3. Du. e p. S. G.: Mt. 6- Ab. 3. Du. erh. Ersatz mit 27. Glückstad Kauf& Wec E. 2. Ng.: Mt. 4 30 26. 3. Du. e pr. Ufd. dkd. verw. J. H. Kbg.: öwfl. 1 80 Ab. 3. Du. erh. Der Bekannte: Mt. 10 den V à Eto. durch F. erh. Oncel: Auch 2. hatte zuvor Aehnliches berich Uebrigens gleichfalls besorgt. Mr. 1 R. St. Ata.: Mt. 3 1 berhält Und bon Ab. 3. offenbe erh. C. Kfe. Bbg.: Mt. 4 20 Ab. 3. Du. erh. Rothe Deffau zu viel Mr. 12 Ab. 3. Du. erh. u. Mr. 5 d. Ufds. dkd. zugew. 500): Mt. 3 Ab. 3. Du. erh. Notiz weiterbesorgt. Nachr. i. Weiter erwartend. Rother Oberhesse: Mr. 6 Ab. 3. Du. erh. Bestell besorgt. Dittersbach: Mt. 9 à Cto. Ab. erh. Adr. geord. Appollo Mt. 4 30 Ab. 3. Du. D. P. erhalten. B. I- IV.: Mr. 300- à scheinu Ab. 2c. erh. Extra- Bstlg. fort am 4/7. R. H. Pbg.: öwfl. 2- getroff 3. Du. u. Schft. erh. Adr. geordn. Ers. 2c. fort. Dtschr. Ver. Bie Mr. 34 50 Ab. 2. Du. durch M. erh. Ein Rother Btgh.: Mr. 4 Ab. 3. Du. erh. Dank. für Beil. Du. erh. Der Nordische: Mt. 3 Ste Ab. Schafts R. hilfe fi fumtio pr. Ufd. dkd. erh. P.-G. Kellinghusen: Mt. 5E. 2. Mt. 6 Ab. 3. u. 4. Du. erh. Ihr Staatsanwältchen natürlich nicht seine Bestellung bei dieser Adresse", sondern bei ein wir m xbeliebigen Po ft marder gemacht. Billig und ,, berufsgemäß".- 2. Jln.: Mt. 22 19 Ab. 3. Du. u. Schft. erh. Bstlg. demnächst. Rbg.: Mt. 8 40 Ab. 3. u. 4. Du. erh. J. Zugest Dtsch. Ver. Genf: Fr. 32 Unt à C Bugest à Cto. Ab. 2. Du. erh. C. A. B. V. 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Weiteres nach Wunsch. 50 " Da Die ordnu 11 aufhör fogena ein fl die E unfere Gro pr. Ab. 1885 u. à Sto. Schft. 2c. gutgebracht. Weiteres n Wunsch. Bf. 2c. folgt. W. Adf. Bern: Fr. 10 05 Ab. 3. Du. u. Sto. Schft. 2c. gutgebr. Weiteres it. Aufftlg. notirt. Bfl. Mehr. d. Eider: Mt. 200 à Cto. Ab. 2. Du. 2c. erh. Adr. geordnet. wünschtes kommt. Nazl: 20 Pf. Strafporto u. P.-K. erh. Waru legten Eingang nicht gemeldet? Hansen: Mt. 14 40 Ab. Du. u. Schft. erh. u. Ggnrch. Stadtkreis Köln a/ Rh.: Mt. 150 mäßig pr. Brstr. und Mr. 139 16 durch bekannte Hand à Cto. erh. 2. Oflagen glatt. Gesuch. furrer Kamp Ein tomm allein Gro Lagerist, Verkäufer oder Expedient. Einfache Buchführung und Korrespondenz kann er au leiften. ist od Da nicht Für einen tüchtigen, gelernten Droguisten, 19 Jahre alt, geschult und attestirt, des Englischen in Wort und Schrift mächt suchen wir baldigst Stellung als Die Genoffen in England, wo er zur Zeit ist, sowie alle sie ihr wärts sind gebeten, thunlichst Handreichung zu thun und hierher dieser berichten. Die Expedition des, Sozialdemokrat." rung