18' ftttf Jtofl ltg«! IV. '««• fo« ch u.fi . i: BÄ S.» ari� °Z -» b-» i-bs ar> ?erll z a' Sit! u.> :c. -ch 8 orgf| Ael« mds !. Ä e: 3 n i O. frrt > rei 50 8 «ir it. Hwi8 . u- . M '°i cbc 3 m'— -& Ab., Ukij Ä Qu. u. el Schul- Parii erh.' b?. .so p; richb zöoik ng ''*. Pete S2S -rweb 3:' S All- ;en. att. att. Pari» eiter indli 3. . K 2. O Adre 55? Me� — ö ankft Erscheint W»ch»«t,,ch in Zürich(Schweiz). Nerkag d» >»lr»»«chha«»l»»g Hottlugen»Zürich. KlßsHtaBlt» ftanlo jenen ftanta chewlhnliche Briefe »ach der L ch« e i» losten Doppelporto. Kr SoMliiemokmt Kentrat-Krgan der deutschen Sozialdemokratie. Köolmemcnts werben bei ollen fchwel,erlf»«» Poftbureeux. sowie beim Verlag und besten bekannten Agenten entgegengenommen, unb zwar ,n« vor« ee» g ostl bore« Vierteljahriprei« von: Fr t— fllr blekchwet,d, das kann für Niemanden mehr ein Geheimniß sein." ,.Zum Schluß wird verlangt, da jetzt der„juristische Beweis" geliefert ' �«ß die Attentate keine sozialdemokratischen gewesen seien, so soll- die Aufhebung des auf Grund der gegentheiligen Annahme "Offenen Sozialistengesetzs beim Bundesrathe beantragen und in einer �ferordentlichen Reichstagssession dekretiren laffen. r au�.�ur beiläufig sei, für weniger mit den Verhältniffen bekannte Leute, "derkt, daß ein für die Sozialdemokraten u. s. w. unangenehmes Attentat stets als„Polizeiattentat" gilt. Noch weiter geht das„Deutsche Wochenblatt" sNr. 20 vom 21/6. 85), Tin es behauptet, es sei in dem Prozesse durch eidliches Zeugniß kon- iirt worden, daß Hödel und Nobiling nicht der sozialdemo- '»tischen, fondern der christlichsozialen Partei angehört hätten. „AZas die genannten Sozialistenblätter bezüglich Nobiling's sagen, ist �»sach unwahr. Der Gerichtshof hat, wie oben dargethan, die Annahme f' gerechtfertigt erachtet, daß Nobiling niemals Mitglied der christlich- sialen Partei war. „ In Betteff Hödel's ist es allerdings erwiesen, daß er Mitglied der �ttstlichsozialen Partei war, es ist aber nicht mit einer Silbe davon J* der Verhandlung die Rede gewesen, ob Hödel der sozialdemokratischen , ü�'iei angehört habe. Das Münchener Blatt nimmt den Mund " j"'igens viel z u voll, wenn es sagt, Hödel habe nicht der -- Maldemokratischen Partei angehört. Hödel ist durch einen auf den Mai datirten Beschluß des Zentralvorstandes aus der sozialdemokra- «$en Partei ausgeschlossen worden; da muß er doch wohl bis dahin Psglied gewesen sein. Das„Deutsche Wochenblatt" hat gewiß sagen wollen, Hödel sei zur fit des Attentats nicht mehr Mitglied gewesen. Auch das ist falsch. ® Hödel verhaftet wurde, fanden sich bei ihm auch Mitgliedskarten ldemokratischer Vereine, außerdem ist seine Ausstoßung aus ..''Partei erst am ll.Mail 878, wenige Stunden ' JjG dem Attentat, beschlossen worden; daß man das Dekret «„«diiin? Dage zurückdatirte, ist. wie wir nachweisen können, nur " frommer Betrug, berechnet auf das leichtgläubige Publikum. 3 scheint uns nach Alledem doch recht zweifelhaft, ob wirklich der irs i v „juristische Beweis" erbracht sei, daß ie Attentate keine sozialdemokra- tischen gewesen seien Die von den sozialistischen Blättern an den„Pro- zeß Stöcker" geknüpften Folgerungen sind, was Nobiling anbelangt, an sich hinfällig, in Betreff Hödel's werden sie es dadurch, daß seine Zu- geHörigkeit zur Sozialdemokratie zur Zeit des Attentates durch Zeugen festgestellt werden kann. Welchen Eindruck die im„Soiialdemokrat" angeführten Gründe der Sozialisten für Aushebung des Gesetzes im Reichstage machen werden, läßt sich bei der Parteizusammensetzung schwer voraussagen, die Regierung wird sich durch dieselben schwerlich imponiren laffen." Dies der Reptilartikel. Zunächst sei in Bezug auf Nobiling zugegeben, daß aller- dingö dessen formelle Zugehörigkeit zur Stöcker'schen Polizei- Partei juristisch nicht festgestellt worden ist. Zeuge Grüneberg konnte hier nicht den Beweis so schlagend führen wie im Falle Hödel's. Dagegen ist die Thatsache, daß Nobiling weder zur Zeit seinerThat noch jemals vorher der sozialdemo- kratischen Partei angehört oder ihr auch nur nahe gestanden hat, durch massenhaftes und unwiderlegliches Beweismaterial festgestellt. Es ist bewiesen, daß Nobiling, solange er in Dresden war, der nationalliberalen Partei, also einer ebenso gouvernementalen Partei, gls es die Stöcker'sche ist, angehört hat. Und es ist durch den bekannten, von Liebknecht im Reichs- tag verlesenen Brief des Arztes Lewin, welcher Nobiling im Gefängniß behandelte, authentisch und über jeden Zweifel festgestellt, daß sich Nobiling auch n a ch seinem Attentat in einem nationalliberalen Jdeenkreis bewegte und im Glauben an den liberal-fortschrittlichen Mythus vom„liberalen Kronprinzen" sich einbildete, durch Tödtnng des absolutistisch gesinnten Kaisers würde dessen liberaler Sohn an das Ruder gebracht, und da- mit der Sache des Liberalismus ein Dienst geleistet. An der Echtheit des NobilingPcyen Atlentates ist niemals gezweifelt worden. Nobiling hat ans den Kaiser geschossen, scharf geschossen, und hat ihn getroffen. Sein Attentat ist aber für die Erkenntniß der Politik und Absichten der Regie- rung, insbesondere Bismarck's, ohne jegliche Bedeutung, weil diese Politik und diese Absichten gelegentlich des Hödel- Attentates bereits sonnenklar zu Tage getreten waren. „Ausnahmegesetz gegen die Sozialdemokraten" lautete die famose Depesche Bismarck's an das Staatsministe- rium, unmittelbar nachdem er die Nachricht von dem söge- nannten Attentat des Stöckerianers Hödel erhalten hatte. Des Stöckerianers Hödel. Daß Hödel christlichsozial war, daß er Mitglied des Stöcker'schen Vereins war— das ist aktenmäßig festgestellt. Da beißt keine Maus einen Faden ab, und wenn alle deutschen Reptilien sammt ihrem Chef sich auf den Kopf stellen. Und wie gesagt, für die Erkenntniß der Absichten und der Politik des Junkers Bismarck ist das Nobiling'sche Attentat ganz irrevelant. Zwei Stunden, nachdem Hödel geknallt — wir sagen ausdrücklich nicht: geschossen, denn daß er ge- schössen, ist nicht bewiesen und höchst unwahrscheinlich— war diese Erkenntniß bereits in vollstem Maße gewonnen. Und der Urheber des sogenannten Attentats, welches die Attentatspläne des Junkers Bismarck enthüllte, war der Stöckerianer Hödel. Um diese Thatsachen kommen die Reptilien und kommt ihr Chef, Junker Bismarck, nicht herum— sie mögen sich wenden und drehen, wie sie wollen. Und sie begreifen auch die für sie und das Sozialistengesetz vernichtende Tragweite dieser Thatsache, die in dem Fieberwahnsinn des Schandjahres 1878 dem deutschen Volke nicht zum Bewußtsein kommen konnte, die— Dank dem Sozialistengesetz— fünf Jahre lang mit einem Schleier bedeckt ward, und die erst jetzt, durch den Prozeß Stöcker, dem größeren Publikum zur Kenntniß gebracht worden ist. Die Reptilien, die sich auf's Fälschen nicht minder gut verstehen wie auf's Lügen, suchen in ihrer Roth die fatale Thatsache zu fälschen. „Hödel war zwar Mitglied der Partei Stöcker, und sein Name findet sich in ihrer Mitgliederliste— aber er war nur zum Scheine Mitglied; im Herzen war er noch Sozial- demokrat, er gehörte sogar noch zur Zeit des Attentates der Sozialdemokratie an, die ihn erst nach dem Attentat aus der Partei ausschloß"— so lügen und fälschen die Rep- tilien. Nützt ihnen nichts! Daß Hödel dem Stöcker'schen Verein angehörte, ist aktenmüßig und durch gerichtliches Urtheil fest- gestellt. Daß Hödel vor dem Attentat kurze Zeit im Leipziger Arbeiterbildungsverein gewesen war und das sozial- demokratische Leipziger Lokalblatt„Fackel" als Kolporteur mitvertrieben hatte, ist niemals geleugnet worden. Aber der Leipziger Arbeiterbildungsverein stand jedem Arbeiter ohne Unterschied seiner Parteistellung offen, und die Expedition der„Fackel" fragte ihre Kolporteure nicht nach ihrem politischen Glaubens bekennt- niß. Dagegen ist aktenmäßig festgestellt, daß lange vor dem„Attentat" Hödel wegen Betrügereien die Kolportage der„Fackel" entzogen worden war, daß die Expedition der„Fackel" öffentlich vor ihm gewarnt, und daß auch die Leipziger Parteimitgliedschaft schon vor dem „Attentate" öffentlich vor ihm gewarnt hatte. W e i t e r ist festgestellt, daß Hödel schon Wochen vor seiner Ab- reise nach Berlin als Agentder„Christlich-Sozialen" aus einer Ar b eit ervcrsammlung in Stötteritz bei Leipzig hinausgewiesen und. nur durch die Intervention Liebtnecht'S vor einer durch ihn provozirten Züchtigung bewahrt worden war. Die Ausflucht, Hödel's Ausstoßung aus der Partei sei erst nach dem Knallversuch desselben beschlossen, aber mit Rücksicht auf das leichtgläubige Publikum zurückdatirt worden, macht der Unverschämtheit des biederen Reptils alle Ehre, leider aber nicht seiner Geschicklichkeit. Ans diesen„frommen Betrug" fällt selbst der Leichtgläubigste nicht hinein. Die Thatsachen liegen zu klar zu Tage. Die Ausstoßung Hödel's ist publizirt in der Nummer der„Fackel" vom 12. Mai, die am 11. Mai— und zwar, wie in der„Fackel" ausdrücklich her- vorgehoben ist, 6 Stunden vor dem Attentat— gedruckt wurde. Das„Attentat" erfolgt am 11. Mai— nein Reptil, hier heißt es entweder ordentlich oder gar nicht. Wenn schon geschwindelt werden muß, dann hättest Du gleich sagen sollen, die Unterschlagungen Hödel's, seine Angriffe im„Leip- ziger Tageblatt", seine Ausstoßung ic. seien abgekartetes Spiel gewesen. Da läge wenigstens Logik drin, geglaubt hätte es freilich auch Niemand� Genug— die beiden Attentäter des Jahres 1878 ge- hörten Regierungsparteien an; und Hödel, aus dessen „Attentat" Junker Bismarck die Nothwendigkeit des Sozia- listengesetzes herleitete, war zur Zeit der That Mitglied des der Bismarck'schen Polizei sehr nahe st ehe n- den Stöcker'schen Vereins. Ohne Hödel kein Nobiling. Ohne Hödel kein Sozialistengesetz! Und ohne Attentatsschwindel und Sozialistengesetz konnte Junker Bismarck nicht weiterregieren. Fassen wir zusammen: Junker Bismarck brauchte das Sozialistengesetz. Um das Sozialistengesetz zu ermöglichen und das deutsche Volk in das nöthige Angstfieber zu werfen, bedurfte man eines Attentates, oder mehrerer Attentate, dje natürlich gut„frukti- fizirt" werden mußten. Die nöthigen Attentate wurden geliefert und gehörig„fruk- tifizirt." Das Sozialistengesetz wurde damit begründet, daß die beiden Attentäter Sozialdemokraten und ihre Attentate sozialdemokratischen Ursprungs seien. Es ist aber aktenmäßig, durch gerichtliches Urtheil festgestellt, daß das für die Politik und die Absichten des Junkers Bismarck entscheidende Attentat von einem Mitgliede der„christlich- sozialen" Partei, d. h. einer P olizeip artei, verübt wurde, während das zweite notorisch von einem Mitglied einer g ou- vernementalen Partei herrührte. Für Jeden, der überhaupt denken kann, folgert hieraus, daß das Sozialistengesetz auf Grund falscher und ge- fälschter Thatsachen geschmiedet worden ist. Und weiter folgert hieraus, daß, wenn die Urheber des Sozialistengesetzes bei Erlaß desselben in gutem Glauben gehandelt, d. h. wirklich gedacht haben, Hödel und Nobiling seien Sozialdemokraten, sie jetzt, so wahr sie ehrliche Leute sind, das Sozialisten- gesetz aufzuheben haben. Aus dem Schraub st ock dieser Thatsachen und dieser Argumentation lassen wir die Urheber des Sozialistengesetzes nicht heraus. Und wir werden unseren Vortheil zu benützen wissen. Deß dürfen sie versichert sein! Der Adel in Mecklenburg und die Bauern. Vorwort. Ein Gegner der Sozialdemokratte machte mir gegenüber die Bemer- kung, wir führten stets England und Frankreich ins Gefecht, wir möchten doch deutsche Verhältnisse in den Bereich unserer Betrachtungen ziehen. Das veranlaßt mich, einen Mecklenburger von Geburt und Kenner der dortt- gen Verhältnisse, einmal einen Versuch in dieser Richtung zu wagen, und zwar mit Benutzung von M. Wiggers:„Der Vernichtungskampf wider die Bauern." Mecklenburg, ungefähr so groß wie das Königreich Sachsen, aber fast fünfmal schwächer bevölkert, ist so recht das Land der Freiheit und Un- abhängigkeit— des Adels, das Ideal der Krautjunker aller Länder. Die eigenartige Voltsvertretung(Landtag) machte es möglich oder ist ein Beweis dafür, daß der Adel eine Macht gewinnen konnte wie sonst nirgends. Aus Veranlassung mecklenburgischer Junker traten bald nach den sogen. Freiheitskriegen„Ädelsvereine" ins Leben, deren Statuten nach Wig- gers solgende Paragraphen hatten: tz l befürwortet das Recht der Erstgeburt; für die nachgebornen Söhne geistliche Würden. f§ 2. Forderung ritterlicher Eigenschaften u. s. w. § 3. Wiederbelebung der patriarchalischen Verhältnisse zwischen Grund- adel und Bauern. Heranbildung einer ergebenen Generation von Land- leuten mittelst verpflichtender Begünstigungen. Z 4. Gewöhnung des Volkes an das bestimmte Hervortreten des Adels an die Spitze der Nation. Burgartiqe Wohnungen. Wohl- thätigkeit, aber nicht vom Einzelnen, sondern vom Verein(als Maßregel der Klugheit, namentlich in Bezug auf den gefahrdrohenden Stand der Proletarier, heißt es in den Motiven.) § S. Verbesserung der materiellen Verhältnisse des Adels, event. auch Verbindung mit wohlhabenden Bürgerstöchtern! U. s. w. u. s. w. Daß die vom Adel so sehr empfohlene Prügelstrafe auch in den Städten ihre Anhänger gefunden, geht aus der Thatsache hervor, daß sie im vorigen Jahre s1834) in Stavenhagen, einer kleinen Stadt, wie- der eingeführt wurde— im Armenhause. Liebknecht schildert in seiner„Grund- und Bodenfrage" den Raub des englischen Adels; der mecklenburgische steht demselben in keiner Beziehung nach, wie seine Geschichte beweist. I. Mecklenburg war ursprünglich von Wenden bewohnt, und zwar bis in die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts, wo dieselben von deutschen Ansiedlern theilweise verjagt, theilweise zu Gefangenen, zu Sklaven, gemacht wurden. Die Neuansiedelung geschah unter verschiedenen Nor- men, doch scheint es, als ob das Feudalsystem vorherrschend gewesen ist. Der Edelmann wurde vom Fürsten, der Bauer vom Edelmann„be- lehnt". Wie historisch nachgewiesen, war das Gehöft des Bauern, ver- kauf- und verschulvbar, ein erbliches Lehen. Daneben gab es aber auch freie Bauern; ja wir wissen, daß einige Gemeinden ein eigenes Siegel führten, sowie eine eigene Gemeindeverfassung mit Gerichtsbarkeit be- saßen. Die Gehöfte der Ritter waren klein; dieselben ließen sie von den wendischen Sklaven bearbeiten, sie selbst vergnügten sich mit Fehden und — Wegelagerei, und erhoben vom Bauern eine geringe Abgabe. Damals waren sie eben noch relativ bescheiden. Allmälig steigerten sie jedoch ihre Ansprüche. Dies äußerte sich zunächst in vermehrter Räuberei. Nicht nur daß die Ritter Kaufmannszüge angriffen, nein, sogar stark befestigte Städte hatten von ihnen zu leiden. 1392 begab sich der mecklenburgische und märkische Adel zur See, sie wurden„Vitalienbrüder". Die Chronik hat uns eine ganze Reihe von adligen Namen aufbewahrt, deren Träger sich bei diesen Raubzügen be- theiligten. Wir treffen da z. B. die Namen Manteuffel, Moltke, K a r d o r f f u. s. w., ein Beweis, daß der Apfel nicht weit vom Stamme fällt. Die Heldenthaten ihrer Ahnen begeistern noch heute die mecklen- burgischen Adligen, wenigstens vor einigen Jahren rief ein Mitglied des Landtags, mit der Faust auf den Tisch schlagend, aus:„Wir sind stolz darauf, daß unsere Vorfahren das Faustrecht geübt haben." Die oben erwähnten freien Bauern waren, wenn sie nicht stark genug waren, dem wegelagernden Adel einen kräftigen Widerstand zu leisten, gezwungen, sich unter den Schutz eines Ritters zu stellen. Zw ihrem Verderben, denn der Ritter gab sie nicht wieder frei, als die Wegelagerei durch kräftiges Eingreifen der Städte beseitigt war. Als der Adelssippe in der Wegelagerei ein„standesgemäßer" Erwerb genommen war, versanken die Herren in Schulden. Namentlich waren die sehr reichen Klöster ihre Gläubiger. Deshalb begrüßten sie die Re- formationsbewegung mit Freuden; sie bot ihnen Gelegenheit, sich ihrer Schulden ohne Zahlung zu entledigen. Damals wie heute bestand der Landtag aus sämmtlichen Ritterguts- besitzern(Ritterschaft) und den Bürgermeistern der Städte(Landschaft), die letzteren jederzeit willige Kreaturen der ersteren. So schreibt mein Gewährsmann, Moritz Wiggers*): „Mit kühnem Griff eignete der Adel sich die Klöster als sein aus- schließliches Eigenthum an. Eine Familienkaste, welche sich der„einge- dorne" Adel nennt, hat noch jetzt den alleinigen Genuß der Kloster- guter mit einem Areal von 8 Quadratmeilen und einem Werthe von ebensoviel Millionen; nur ein kleiner Brosam ist der, aus den Bür- germeistern der Städte bestehenden Landschaft zugeworfen, um ihren Einspruch gegen die widerrechtlichen Anmaßungen des Adels zu beseiti- gen. Fast 400 reiche und arme adlige Fräulein ziehen aus jenen Gütern eine jährliche Summe von 120,000 Mark, außerdem verschaffen dieselben verschiedenen adligen Rittern und deren Günstlingen reich dotirte Stellen. Mit dem Gelde des Bürger- und Bauernstandes sind die Klöster ge- kauft" u. s. w. Soweit Wiggers. Ich brauche wohl nicht erst zu sagen, daß der Adel steuerfrei war, und daß Fürst und Adel Hand in Hand gingen. 1572 hatte der Fürst 400,000 Gulden Schulden; der Adel bewilligte ihm mit großer Koulanz eine hohe Steuer, dagegen drückten Durchlaucht beim Raub der Kloster- güter beide Augen zu. Doch zurück zu den Bauern. Mit der nach Aufhören der Wegelagerei eintretenden Sicherheit der Zustände wuchs die Wohlhabenheit des Bauern. Der Ritter gerieth in Schulden. Da wurde das römische Recht eingeführt. Einige im Solde des Adels stehende Rechtslehrer traten auf, erst schüchtern, allmälig dreister und erklärter: der Bauer habe eigent- lich gar kein Eigenthumsrecht auf Die Hufe. Nachdem so gewissenlose Rechtsverdreher den Boden geebnet hatten, begann der Junker seine Bauern zu„legen", d. h. er nahm ihnen einfach das Ihrige. Jetzt such- ten und fanden die Bauern ihr Recht bei den Gerichten. Doch nicht umsonst hatte der Adel„die Klinke der Gesetzgebung" in der Hand. Der Landtag erlieh ein Gesetz, wonach derjenige Bauer, der nicht urkundlich sein Eigenthumsrecht nachzuweisen im Stande, vertrieben werden könne. Schriftliche Kontrakte existirten aber nirgends. Der Bauer war dem Junker auf Gnade und Ungnade überwiesen. Der Fürst drückte wiederum zwei Augen zu, denn er bekam eine Million Steuern bewilligt zur Deck- ung seiner Schulden. Der Adel begann nun die Bauern zu„legen". Der Bauer wurde nicht etwa vertrieben, der Ritter„nahm sich seiner an" und machte ihn zum— Leibeigenen. Nach dem dreißigjährigen Krieg nahm auch der Fürst einige herrenlos gewordene Dorfschasten in seinen Privat- besitz. 1654 wurde das Entlaufen der Leibeigenen bei sehr harter Strafe verboten. Die Deserteure werden in der Verordnung mit„meineidige Buben" bezeichnet. Der Gutsherr bekam vollständige Polizeigerechtigkeit vom Landtage bewilligt, er durfte nach Belieben prügeln oder in den Block legen. Im Jahre 1628 gab es nach Wiggers in Meklenburg 14,300 Bauerngüter, heute nur noch 1,200„ Aus Brasilien. Also 13,100 Bauerngüter hat der Adel gestohlen, nicht mit einem Male, nein, das„Legen" währte bis in das 13. Jahrhundert hinein! Ungefähr 1730 kam ein Herzog ans Ruder, der, entweder aus Mitleid mit den Bauern oder aus Furcht vor der überhandnehmenden Macht des Adels, dem„Legen" der Bauerngüter Einhalt zu gebieten versuchte. Herzog Karl Leopold wollte jedenfalls wirklich die Bauern beschützen, aber der Adel intriguirte in Wien, und die kaiserlichen Exekutionstruppen zwangen den Herzog, den Kampf aufzugeben. Eine Anhänglichkeit an das„angestammte" Fürstenhaus gab und gibt es noch heute nur dann beim Adel, wenn dasselbe seine Sonderinteressen vertritt. (Ein'Kapitel für Auswanderungslustige.) Der„Sozialdemokrat" hat schon öfter Gelegenheit gehabt, über die sozialen Verhältnisse in den Vereinigten Staaten, dem Norden und Zen- trum von Amerika, zu berichten; weniger über den Süden. Und doch lohnt es sich gewiß der Mühe, auch einmal über hiesige Zustände zu *)„Der Vernichtunzskampf wider die Bauern." schreiben. Kommen doch aus Deutschland jährlich Hunderte und Tau- sende nach hier, dem großen Kaiserreich Brasilien, in der Hoff- nung, durch die Auswanderung ihre materielle Lage zu verbessern! Denn da es drüben durch die Tagespresse sattsam bekannt ist, daß die Geschäfts- Verhältnisse Nordamerikas sehr faul sind, so kommen Viele nach hier, weil sie glauben: Bis nach Brasilien ist es sehr weit, nach dort gehen nicht so Viele wie nach den Vereinigten Staaten, und die Industrie ist da nicht in dem Maße entwickelt als in Europa und Nordamerika. Das ist richtig und auch nicht richtig! Allerdings steht hier die Industrie noch in den Kinderschuhen, und die Handarbeit hat vor dem Maschinen- betrieb den Vorrang; da jedoch Brasilien durch die Dampferverbindungen Europa sehr nahe gerückt ist, und die große Masse der Bevölkerung drü- ben, bei den niedrigen Löhnen, in ihrem Bedarf auf das Nothwendigste beschränkt, nur den kleinsten Theil von dem konsumirt, was sie produ- zirt, so sucht der Fabrikant und Kaufmann sich durch den Exvort zu helfen. Und da ist denn Brasilien ein Land, mit dem„noch ein Ge- schäft zu machen" ist. Speziell der deutsche Import hat sich seit mehreren Jahren sehr gehoben, und zwar ist dies hauptsächlich der großen Billigkeit der deutschen Fabrikate zuzuschreiben. Alles nur Denkbare wird importirt: Werkzeuge und Waffen, Maschinen und Eisenwaaren, alle Erzeugnisse der Textil- und Papierbranche, Möbel, Kleidungsstücke, Schuhwerk und die verschiedenartigsten Lebensmittel, z. B. bairisch Bier, Sauerkraut, Kartoffeln, nebst dem dazu gehörigen— Häring! Trotz des sehr hohen Eingangszolles, den die Regierung auf alle Waare legt, der Transport- und sonstigen Unkosten kann die hiesige Industrie nicht mit der ausländischen konkurriren, und wird durch letztere fast erdrückt. Die jetzige große Geschäftslosigkeit wird noch erhöht durch die traurige Finanzlage des Landes. Hat doch der Kaiser erst jüngst, bei der Eröffnung der Depu tirtenkammer, in der Thronrede, wenn auch verblümt, erklärt: d a ß d e r Staat am Bankrott st/ht. Nun zur Auswanderung selbst. Das beste Geschäft bei derselben machen die Agenten und Dampfer- gesellschasten. Die Verpflegung nach hier im Zwischendeck ist so schlecht, als sie nur sein kann, sie hat viel Aehnlichkeit mit einem Viehtransport, und ich könnte darüber ein besonderes Kapitel schreiben, wenn es nicht der Raum des Blattes verböte. Die meisten Deutschen werden nach der Kolonie Donna Francisca transportirt, um Land zu bauen, und davon ist nun vor- züglich dem deutschen Industriearbeiter abzurathen. Man glaube ja nicht den schönen Vorspiegelungen der Agenten über das „Wunderland"; Wunder hat es nie gegeben, und auch hier geht Alles sehr natürlich zu. Hier Land zu bebauen, dazu taugen höchstens die pommerschen Bauern oder die Polaken, Leute, die mit ihren„Heimat- lichen Ochsen" groß geworden sind und die der Strom der Zeit nur einmal im Leben an der Stirnlocke erfaßte: als sie ihre Heimat verliehen, um auszuwandern. Menschen, die gar keine geistigen Bedürfnisse kennen, das sind die besten Ansiedler. Wenn sie Glück haben, d. h. wenn ungünstige Witte- rungsverhältnisse und das Ungeziefer ihre Felder verschonen, können sie es nach vielen Jahren langer, schwerer Arbeit zu einem kleinen eigenen Anwesen bringen. Die hiesige Regierung befördert jahraus jahrein eine Menge deutscher Handwerker dorthin. Da die Kolonie aber sehr damit überfüllt ist, müssen dieselben zufrieden sein, wenn sie mit Erdarbeiten rc. beschäftigt werden. Die meisten, wenn sie noch etwas Geld haben, sind dann froh, wenn sie nur wieder fort können; und das ist nicht so leicht. Das Reisen hier zu Lande ist sehr kostspielig und mit Schwierigkeiten ver- Kunden, von denen man drüben gar keine Ahnung hat. Brasilien, 14— 15 Mal so groß als das deutsche Reich, hat nur eine gute, fahrbare Landstraße, die von Joinville nach Sao Bento führt. Eisenbahnen gibt es nur wenige, für die Größe des Landes unbedeutende Strecken. Will man nach einer andern Provinz, dann muß man mit dem Küstendampfer fahren, und nach dem Innern auf dem Esel reiten. Ebenso werden die Effekten befördert. Der in den Küstenstädten, speziell hier in Rio bleibende Deutsche hat es gewöhnlich nicht viel besser. Die meisten Schwierigkeiten bereitet ihm zuerst die Unkenntniß der portugiesischen Sprache. Auf feine Landsleute kann er sich hrer nicht verlassen; es gibt auch hier viel weniger Deutsche als in Nordamerika. Es sind hier in den Küstenstädten portugiesische Arbeitgeber, die solche neue Ankömmlinge gern annehmen, da es hier wohlbekannt, daß die Deutschen tüchtige Arbeiter sind. Da steht denn so ein armer Allemäo(spr. Allemong, Deutscher) am Kratzbock, natürlich für den. nied- rigsten Lohn, von früh 6 bis 10 Uhr. Dann ist V« oder 1 Stunde Frühstück. Dann geht es bis 5 oder 6 Uhr Abends, wo dann Mittag oder Abendbrod gegessen wird. Diese Lebensweise, nur zwei Mal essen und nur eine Pause während der langen Arbeitszeit, kommt den Meisten sehr schwer an, zumal in den heißen Monaten November bis März, wo das Thermometer bis 45° Reaumür steigt, bis die Temperatur durch ein Gewitter grell abgekühlt wird. Da ist es in den, dem Kleinbetrieb entsprechenden kleinen Arbeitsräumen oft unerträglich. Der Ankömm- ling bekommt dann gewöhnlich fürchterliche Diarrhöe, den rothen Hund, eine juckende Hautkrankheit, und hat mit jahrelang anhaltender großer körperlicher Mattigkett zu kämpfen, die ihm das Arbeiten sehr erschwert. Wie überall im heißen Klima, so sind auch hier die Deutschen meist leber- oder magenkrank; von den Fiebern gar nicht zu sprechen. Eine geregelte Arbeitszeit gibts hier nicht, und kann man z. B. Sonn- und Feiertag so gut wie jeden andern Tag den Maurer auf dem Gerüst oder den Arbeiter an der Maschine arbeiten sehen. Der Ausbeutung ist hierin der weiteste Spielraum gelassen, da von einer gewerkschaftlichen Organisation, Fachverein oder dergleichen nicht eine Spur vorhanden ist. Ebenso traurig steht es mit dem Kranken- resp. Unterstützungswesen. Die Regierung tyut hierzu gar nichts, und die wenigen Privatkassen leisten nicht viel. Verunglückt ein Arbeiter, dann ist es immer„seine Schuld"; den Prinzipal verklagen wäre lächerlich. Erstens können hier nur vermögende Leute prozessiren. Gewerbegerichte und Haftpflicht- gesetze sind unbekannt, und Ausländer bekommen einem Brasilianer gegen- über fast niemals Recht, auch wenn sie lange im Lande und der Sprache mächtig sind Die Arbeitslöhne werden meistens monatlich gezahlt, wie alle Zahlungen hier, in Papier oder Kupfer; Silber ist feiten. Gold sieht man nur im Schaufenster der Geldwechsler. Oft genug wird der Arbeiter betrogen, ohne daß er etwas dagegen thun kann. Die Werk- zeuge muß sich der Arbeiter selbst halten. Der Verdienst beträgt pro Tag für Handwerker: Tischler, Schlosser, Sattler rc. 4— 8 Mark, beson- ders tüchtige in einigen Branchen, z. B. Goldarbeiter, Uhrmacher rc. 10—12 Mark. Das erscheint viel, ist aber für hiesige Preis- Verhältnisse nicht mehr, als drüben gezahlt wird. Die Wohnungsmiethe frißt fast den ganzen Ver» dienst. Es kostet: Ein kleines leeres Zimmer sür einen ledigen Mann 16—30 Mark; Bett, Möbel rc. muß sich jeder selbst halten. Ein Logis für eine Familie von 3—4 Personen 40— 90 Mark monatlich pränume- rando. Nun zum Lebensunterhalt: Fleisch ist billig. Schwein-, Hammel-, Kalbfleisch das Kilo 1,40—2 M., Rindfleisch 0,80—1 M., Brod, nur Weißbrod, von der Größe eines Dreipfennigbrodes 3 Pf., Butter, nur sogenannte Kunstbutter, pr. Kilo 3,60— 5 M., Kartoffeln pr. Kilo 40— 45 Pf. Bier kostet die Flasche, deutsches 2 M., hiesiges 40—80 Pf. Doch ist letzteres viel schlechter, da die Brauer, bei dem hohen Eingangszoll auf Malz statt dessen Zucker nehmen. Wein taugt nicht viel, meistens importirt. Ein Frühstück oder Mittagbrod kostet je I M. Billiger kann man höchstens in den schmutzigen Negerkneipen essen. Wäsche braucht man sehr viel, weil nian immer in weißer Wäsche gehen muß. Das Waschen ist billig, z. B. ein Oberhemd 40—60 Pf. Ein Anzug, ange- messen, aber nicht fein, 150 M. u. s. w. Die hier angegebenen Preise sind durchschnittlich genommen für hier. Im Innern des Landes sind sie niedriger, aber dann auch die Löhne entsprechend. Ob verheirathet oder ledig, ist in Bezug auf den Lebensunterhalt ziem- lich einerlei. Die Brasilianer ziehen es vor, meistens in sogenannter wilder Ehe zu leben; die Zivilehe besteht hier nicht, obwohl schon oft Anläufe dazu gemacht sind. Die Verkuppelung durch den Pfaffen, deren es hier eine Menge gibt, ist mit viel Schreiberei und Geldkosten ver- knüpft, daher werden zwei Drittel aller Kinder unehelich geboren. Der Eingewanderte, will er bleiben, muß sich an das hiesige Leben gewöhnen, und muß sich manches Angenehme, manches Vergnügen ent- gehen lassen, was ihm drüben neuen Lebensmuth verlieh. Das Leben ist für Deutsche, besonders ledige, hier sehr eintönig. Wenn man es richtig überlegt, ist oft dib Auswanderung blos eine schlechte Veränderung. Der Arbeiter oder auch Handlungskommis verlO drüben den Kratzbock, um hier nach Strapazen und unter vielfach u« günstigeren Verhältnissen an einen anderen zu treten, an dem er sich � noch weniger Helsen kann. Das ist die erhoffte Verbesserung. Wer drübo sein Brot hat und nicht hinausgetrieben wird, soll lieber da bleiben,»■ er wenigstens weiß, was er hat, und unermüdlich arbeiten dafür, d»! baldigst solche Zustände eingeführt werden, wie sie die Sozialdemokrale erstrebt. Zustände, die zuerst in den Kulturländern der alten Welt ew geführt, auch für hier eine bessere Zukunft voraussetzen. Dadurch kaie seine oder seiner Kinder Lage gebessert werden, nicht aber durch � Auswanderung. Brasilien ist ein schönes und reiches Land, und aus d» ungeheuren Strecken unbewohnten Landes können noch viele Million" Menschen leben. Doch müßte sich erst ein riesiger Umschwung vollzieh� Damit hat es aber noch gute Weile. Das Klima bliebe aber dann iw zu überwinden. Also nicht auswandern! Möchten doch die deutschen Arbeiter, speziell meine lieben Parül genossen, diese Mahnung beherzigen! Mit sozialdemokratischem Gruß! Rio de Janeiro. E. Weiland Sozialpolitisch� Rundschau. Leopold I der„eneri durchaus m„Der j Vorwurf spiel Low Und d, widmet d iichkeit ni „Schmutz demselben „Der Denn er m dE T norrverfei •e hatte glicht, un' N«ns nid ,„Mit! Achtet, i "sirer z, «an sein ,„Aber der keusc °uch den siiiät, ge Beschickt/ Ein J geben." sinen Hl Hallunle r «ach� Frecheit, 3" Belq «ürde i Dafür — Deutschland, die fromme Kinderstube. In Hag in Westfalen sind vor einigen Tagen die fünf Vorstandsmitglieder! „Liberalen(fortschrittlichen) Vereins" zu Voerde, und der Redakte� der„Hagener Zeitung" wegen Bismar ck-Beleidigung von Hagener Strafkammer, die Ersteren zu je 500 Mark Geldstra der Letztere zu 300 Mark Geld st rase verurtheilt worden. Di«! d«s hö'q (»erglen «ndere! Preußen 7" welk Ochsten Zürich, 22. Juli 1885. — Der Chemnitzer Monstreprozeß gegen die auf d< Rückkunft von dem Kopenhagener Kongreß Anfangs A: 1882 verhafteten Delegirten ist in ein neues Stadium getreten. Landgericht Chemnitz hat den von dem Mitangeklagten Viereck für Voruntersuchung beantragten Zeugenbeweis abgelehnt, die Voruvt« suchung geschlossen, die Anklage endgültig erhoben und das Hauptversah veröffentlicht. Man ist also entschlossen, die Sache zu beschleunigen. Wofür wir bisher nur einen Indizienbeweis hatten, ist jetzt durch Mittheilung aus absolut authentischer Quelle zur positiven Gewiß!, erhoben: der Prozeß ist vonBerlin aus in Szene geses worden; die sächsische Regierung, von jeher zu jeglicher Handlang" arbeit bereit, hat sich zu dem schmutzigen Dienst hergegeben, und Chemnitzer Landgericht zur Verfügung gestellt, von wel man hofft, daß es dem zu Berlin und Dresden in seine— Gesinnuip tüchtigkeit gesetzten Vertrauen werde Ehre machen. Die Prozeßverhandlung wird nach den Gerichtsferien, die Mitte tember endigen, wahrscheinlich im Laufe des Oktober beginnen und gere Zeit in Anspruch nehmen, da das sür die Voruntersuchung abgb lehnte sehr umfängliche Beweisversahren nun beim Haupltermin finden muß. Dieses Beweisverfah-en zielt dahin, durch das Zeug"' bekannter Leiter und Agitatoren anderer Parteien den Beweis liefern, daß die Form und Art der Agitation und politischen Thäb keit— von der Verschiedenheit des Ziels abgesehen— bei den W gen Parteien wesentlich die g l e i ch e ist wie bei den Sozialdemokrat� und daß alle diejenigen Akte und Handlungen, in welchen die Anklas einen Verstoß gegen die famosen§§ 128 und 129 des Reichsstrasgesck buches(von geheimen Vereinen mit geheimen Oberen handelnd, und Vereinen, die gesetzliche Maßregeln durch ungesetzliche Mittel entkrästp wollen) erblickt, von allen übrigen Parteien, notorisch: der Fortschritt partei, Volkspartei, konservativen Partei und dem Zenttum, eben! begangen werden wie von der sozialdemokratisch� Partei— und zwar aus dem einfachen Grunde, weil ohne die! Akte und Handlungen eine politischeThätigkeitübe' Haupt nicht denkbar i st. Diese Thatsache ist so selbstverständlich, und obendrein so bekannt, d> der Chemnitzer Prozeß sich uns sofort als ein Tendenz prozl in des Wortes schlimmster Bedeutung kennzeichnet. Nicht die Akte u« Handlungen, aus denen unsere politische Thätigkett sich zusamme> setzt, und die nicht unter das Sozialistengesetz fallen, sind Gegensta> der Anklage, sondern die„T e n d e n z" unserer Partei. Nur, weil dt! Tendenz den heutigen Gewalthabern unbequem ist, haben sie �... Kreaturen beauftragt, Akte und Handlungen, die durchaus nichts Ung nich setzliches an und in sich haben, auf die Anklagebank zu bringen. Es*'* also alle Kriterien des Tendenz Prozesses vorhanden. Die Angeklagten werden natürlich nicht versäumen, dies in das m5i lichst helle Licht zu stellen, und eine Rollenvertauschung zu� werkstelligen, dergestalt: daß die Ankläger vor dem Forum öffentlichen Meinung aus die Anklagebank gesetzt werdet wl l�tzt nid Ichließer bessere ber Bri Soda ittiien i «.Sch "gen, I des *"9 so "m 10 üiachiä Pfenn dem S waschen Liebe Zähren Mutter Zu schr Bilti komme: er br Dies öunker z r u n g dsfizlell dhnehi, 'ussi wenn! chesteri ve». jju ouv; yjiuv*. utvuwycuv juuiucu.,«'f Prozeß ist wirklich im höchsten Grade charakteristisch für die Versumpft!'* bie Wi Sa Meist i ssi So Auc des öffentlichen Lebens in Deutschland. Man höre nur: Am 2., 13. und 14. März hält der Reichskanzler im Reichst»? Reden, in welchen er auf die Mythologie zurückgreift und sich— es f' nur die Quintessenz des Ganzen angeführt— folgendermaßen ausdrüv Der deutsche Völkerfrühling, der Gott Baldur, der Inbegriff des Gut" war in Deutschland hereingebrochen, nachdem wir ihn uns auf blutig' Schlachtfeldern erkämpft hatten; leider findet aber auch bei uns der b-' Loki(d. i. der Inbegriff des Bösen) immer seinen Hödur(d�kstg� Sinnbild der Finsterniß und der verstandeslosen blinden Gew»� der Baldur tödtet.„Mit dem täppischen blöden Hödur mei> ich die fortschrittliche Wählerschaft und speziell die � Kreises Hagen; denn die Wähler, die Sie(indem sich der ReichskanzU an den Abgeordneten Richter wandte) wählten, wußten wahrlich nm was sie thaten."— Durch diese Worte fühlten sich die Mitglieder � fortschrittlichen Vereins zu Voerde beleidigt und faßten in ei"� Generalversammlung e i n st i m m i g die folgende Resolution: „Der„Liberale Verein" erblickt in den beleidigenden und schimpfenden Aeußerungen des Reichskanzlers— insbesondere der Anwendung des Ausdrucks„täppischer Hödur"— in fcid1 Rede vom 14. März auf die fortschrittlichen Wähler den Ausdr" einer ebenso unberechtigten Kritik als bedauerlichen Anmaßung legt gegen derartige Insinuationen für seinen Theil entschied� die S bekam folgt. r°ptili me u Meise Mitth, "N bei Cessio L.' Nm Verwahrung ein." umvei Diese, gegenüber den Worten des Reichskanzlers geradezu lahme" mchtic solution wurde brieflich an den Reichskanzler gesandt und außerdem! iU ths der„Hagener Zeitung" veröffentlicht; es folgte prompt der vom Reith' kanzler gestellte Strafantrag, und der Staatsanwalt— S ch e i b U ist der Name dieses edlen Strebers— beantragt gegen jedes d( fünf Vorstandsmitglieder sechs Monate, und gegen den ä dakteur drei Monate Gefängniß! Und es fanden sich Richter, welche der That in einer so überaus zahmen Zurückweisung einer unverschämt Beleidigung eine strafbare Handlung erblicken! In diesem Urtheil, der Möglichkeit dieses Prozesses, in der Thatsache, daß er M einen Sturm der Entrüstung erregt, zeigt sich die Gesu kenheit, der Niederträchtigkeit des deutschen Bürgerthub" In keinem andern Lande wäre so etwas heute möglich. Das erste Erforderniß eines gesunden öffentlichen Lebens ist das R" der freien Kritik, Preß- und Redefreiheit. Dafür ist aber dem deutsch Bürgerthum alles Verständniß abhanden gekommen. Feiges Ducken N> oben ist die Parole. Als Prinz Friedrich Karl gestorben war—? Mann, dessen stallmäßige Rohheit allgemein bekannt, von dem jed Kind weiß, daß er seine Frau prügelte wie seine Hunde, sie an d Haaren durch die Zimmer zu schleifen pflegte, wenn sie sich seinen Wi� schen nicht willenlos fügte— da war ein„liberales" Berliner Blatt, d> Mosse'sche„Tageblatt", elend genug, von dem gesegneten Fam l i e n l e b e n des Prinzen zu schreiben. Schmach und Schande über jämmerliche Lakaienseelen! Man kann dem deutschen Volke nicht oft genug das Beispiel vorhält«! wie in andern Ländern die Presse von ihrem Recht und ihrer PflU Gebrauch zu machen weiß. In England hat die„Pall Mall Gazet" bei ihren neulichen Enthüllungen über den schändlichen Mädchenhank sich nicht gescheut, die vornehmen Kunden der betreffenden Unterhändp so deutlich zu bezeichnen, daß Jeder sie sofort herauskannte. Der Pr" von Wales ist in der Presse ohne Scheu als Stammgast der saube" Q) u, Frau Jeffreys bezeichnet worden. Und nachdem sich herausgestellt, d< r nc fallve w-s. . Wi ZUN; Eessic x »achte «n di o°gon Ab Nug. pratti «8t t �ute einsch »ung. "«ich ßelegl Zu , In lorgu «us; Nächs »Otjl würt Noth, ha» *) 1,0, tu' '«l» t-w m h w ,fW ionrt eh» art» ib. rläjfl Seopolb IL, der König von Belgien, zu den Abnehmern der„Wnare" 1""i--�krgischen Frau" gehört, geniren sich die radikalen Blätter Belgiens ) c durchaus nicht, ihren Landesvater als das zu bezeichnen, was er ist. M„Der König", schreibt die„Boix de l'Ouvrier",„wird sich von dem ■wrwurf der Mitschuld zu reinigen haben, wo nicht, mag er das Bei- Ipiel Louis Philipp's befolgen und anderwärts verfaulen." und der„National belge", das Organ der belgischen Republikaner, r«-** dem„allerhöchsten" Herrn verschiedene Leitartikel, die an Deut- a*"'chis zu wünschen übrig lasten.„Salixaud II.", auf Deutsch: »«chmutzkerl der Zweite", ist einer duser Artikel überschrieben, und in demselben heißt es: «Der Vater(Leopolds II.) respektirte wenigstens noch die Kinder. et �en Purpurmantel in die Schlafzimmer von Couriisanen und n bflr Dreck des Stalles schleppte, so konnte man ihm wenigstens nicht "�werfen, Kinder, die er im Ausland gekauft, beschmutzt zu haben. Und hatte wenigstens den Muth seiner Verkommenheit. Er genirte sich und wenn er sich als verkommen zeigte, so zeigte er sich wenig- l�cht als Tartüffe. »Mit dem Sohn ist es anders. Er ist fromm, nimmt das Abendmahl, Ntet, und versäumt keine Gelegenheit, sich als Zivilisirer und Evange- �"er zu zeigen. Er ist das Muster eines Familienvaters— wenn "Meinen Lobhudlern Glauben schenken dürste. »Aber es gibt eine Kehrseite. Dieser eifrige Puritaner, dieser Mann Menschen Sitten legt, sobald er allein ist, mit seiner Generalsuniform den Tugendfirniß ab.— Nachdem er Morgens die Hostie gefrüh- ™t, genießt er Abends ein halbreifes Kind, das man ihm aus London Beschickt." 6in deutsches Blatt— wir glauben, es war die„Frankfurter Zei- �"9"— bezeichnete die Artikel des„National" als„nicht wiederzu- Beden." Fn der That, wie könnte«in biederes deutsches Blatt es wagen, wen Hallunken Hallunken zu nennen, wenn der HaUunke ein gekrönter »»aunie ist! 'j-'r wollen uns nicht einmal zum Echo der Anklagen des„National" ,"chen, da sie auf Gerüchten beruhen. Aber wir wiederholen, Preß- .'�heit, die nicht mißbraucht werden kann, ist keine Preßfreiheit. Belgien denkt kein Mensch an die Verfolgung des„National", was "*de ,m ähnlichen Falle in Deutschland geschehen? Dafür können wir uns mit Heine trösten i Deutschland, die fromme Kinderstube, Ist keine römische Mördergrube! SS, *1 «P» N ir dlt iintef Ä (et inge ) w -Ich« unzi ,—„Und alle haben Betten!" Diese Worte, mit dem Tone höchsten Erstaunens ausgerufen von einem Regierungspräsidenten �gleiche„Rundschau" in voriger Nummer), ist mehr wie irgend etwas Öderes bezeichnend für die Lage des ländlichen Proletariats in Ost- �ußen. Daß die Landsklaven nicht aus harter Erde, sondern in Betten 77 welcher Art, davon schweigt die Geschichte— schliefen, schien dem Ochsten Beamten der Provinz schon als der Gipfel des Wohlstandes. i,u 0)01 DOr 40 Jahren, wird Mancher sagen. Gewiß, wir schreiben ta, n'tht 1840, sondern 1 8 8 5. Wer aber aus dem Zeitunterschied IMeßen sollte, daß heute die Verhältnisie der Landarbeiter in Ostpeußen elsere seien als damals, den mag folgender, uns im Original vorliegen- "r Brief eines siebenzigjährigen Taglöhners auf der königlichen Domäne .�»bargen(Kreis Stallupönen, Regierungsvezirk Gumbinnen) an in Elberfeld beschäftigten Sohn eines Andern belehren: „S o d a r g e n, 28. Juni 1885. Lieber Sohn! .. Ich ergrerfe die Feder, an Dich zu schreiben, und Dich zu benach ']Qe,l, wie es mir geht. Ich bin bei den kleinen Kälbern, da muß A des Morgens um 3 Uhr aufstehen; dabei muß ich den ganzen *"8 so arbeiten, daß mir der Rücken nicht trocken wird. Des Abends "m ig Uhr komme ich zu Bette, dann bin ich so müde, daß ich des �>chls nicht schlafen kann. Mein Lohn beträgt täglich zehn Pfennige und das Essen bekomme ich auch da. Schlafen lhue ich bei dem Stellmacher in der Kammer, für die 10 Pfennige muß ich mich waschen und bekleiden. . Lieber Sohn, Du kannst Dir denken, wie es mir in ineinen alten Lyhren geht, ich bin doch da alt und grau geworden,*) und von der Mutter weiß ich nichts, denn die soll so schlecht und krank sein; ch kann �"'cht einmal aus ihrem Sterbebett besuchen, denn ich habe gehört, iii(.?' ichwer trank ist, sie ist in Pillupönen. Weiter weiß ich"nichts Dich Dein Vater. «ilte um baldige Antwort. Für die Mutter habe ich gar nichts be- mmen, denn der Menz(das der Name des Pächters. Die Red.) sagt, D �""chtdie alten Weiber nicht zu ernähre n." -vieser Brief spricht ganze Bände. Cr lehrt uns, warum die Herren runter das Krantenversicherungsgesetz nicht auf die L a n d b e v ö l k e- �..."8 ausgedehnt wissen wollen; was es mit der Redensart der Istzlellen„Sozialreformer", auf dem Lande werde für den Arbeiter tute* gesorgt, auf sich hat. Die Herren fürchten, daß die unter- u s s j s ch«» Zustände auf ihren Gütern zur Sprache kommen würden, ®«nn das Gesetz zur Berathung käme; die lugendhasten Feinde des Man- Mterthums scheuen bei sich zu Hause die Staatseinmischung W noch mehr, als der Fabrikant das Fabrikgesetz und der Kaufmann � Waarenlontrole. Und die heutigen Staatslenker haben für dieses "T". Schamgefühl das rührendste Versländniß. Die Herrschaften sind eben ?"'st selbst Grundbesitzer oder hoffen es zu werden, und im Uebrigeu n Sobargen königliche Domäne! Auch ein Beitrag zum vielberühmten Staatssozialismus. j."~"3ßenn D u gelogen hast, und man glaubt Dir nicht, s o � 8 e w i ed e r, und l ü g e solange, bis die Leute sich an jd j A6 Lug« gewöhnt haben, und sie g l a u b e n,— das ist das . J �'annte Rezept der methodischen Lügner und wird von unseren deutschen }e.~,Ul?je5IeP'ilien, trotz zahlreicher Mißerfolge, mit unverdrossenem Eifer de- � cht. Wie unsere Leser sich erinnern werden, beeilten die deutschen Preß- .Julien sich nach Schluß der Reichstagsseffion, welche den Humbug und " Unehrlichkeit der Bismarck'schen„Sozialresorm" in so eklatanter kanj£ ?nl5 ier P eiiP nd ere isdrv chied- ne �">se an den Tag gebracht,„aus bester Quelle", d. h. auf a in t l i ch e �"theilungen hin zu versichern, die Regierung arbeite aus Leibeskräften ?? der„Sozialreform", und dem Reichstag werde in seiner nächsten Zession der Entwurf des lang verheißenen Altersversorgung s- Besitzes vorgelegt und damit„das Gebäude der Sozialreform" gefönt werden. Nun brauchen wir hier nicht das hundertmal Gesagte zu wiederholen 7� nämlich daß die Altersversorgung ebenso wie die Kranken- und Un- 5»,'®Jl»ersichenmg mit der Sozialreform— das Wort in seineni Tätige», allein richtigen Sinne genommen— nicht das Mindeste vein' ZU thun hat, sondern sich ausschließlich auf dem Gebiet des Armen- Res-? Uesens bewegt. . Wir haben es mit der einfachen Thatsache der Behauptung zu �Un; und als die Preßreptilien unmittelbar nach Schluß der letzten Zession diese Nachricht verbreiteten, erklärten wir sofort: sie lügen! Und gelogen haben sie. Als sie ihre Lüge in die Welt setzten, "achte die Reichsregierung, dachte speziell Bismarck mit keinem Gedanken an die Altersversorgung, und auch nicht die ersten Vorarbeiten hatten ""gönnen. Aber an einmaligem Lügen hatten die Preßreptilien nicht ge- ""g. Es mußte weiter gelogen werden. So warteten sie denn„aus drastischen Gründen" 7 bis 8 Wochen, während deren sie damit beschäf- waren, andere Lügen zu erfinden und in Kurs zu bringen, und Pute trompeten sie wieder lustig ins Land hinaus:„Es wird in den 'nschlägigen Refforts fleißig an den Unterlagen für das Altersversor- LUngsgesetz gearbeitet, und der betreffende Gesetzesentwurs wird dem "Pichstag gleich nach dessen Zusammentritt zur nächsten Session vor- B"'egt werden. Zum zweitenmal behauptet— zum zweitenmal gelogen. . In den einschlägigen Ressorts wird an den Unterlagen zum Alterver- jargungsgesetz nicht gearbeitet, und wenn es der Reichsregierung aus diesem oder jenem demagogischen Grunde einfallen sollte, in der •Jachsten Reichstagsseffion den Entwurf eines Altersversorgungsgesetzes "»rzulegen— woran jedoch einstweilen gar nicht zu denken ist—, so Mrde der Entwurf ganz unreif und unbrauchbar sein, weil die Mhwendigen Vorarbeiten sehr umfangreicher Art sind und jetzt über- u p t nicht mehr so weit gefördert werden können, .') Der >ute! Arbeiter ist schon über 33 Jahre auf dem um die Fertigstellung eines richtig ausgearbeiteten Entwurfs vor Beginn der nächsten Seffion zu ermöglichen. Kurz, die Reptilien haben zum zweitenmal unverschämt gelogen— was sie natürlich nicht hindern wird, in einigen Wochen dieselbe Lüge wieder aufzutischen. —„Auf friedlichem Wege" betitelt sich eine Schrift, die Herr Michael Flürschheim, Mitbesitzer des Eisenwerkes Gaggenau, vor zwei Jahren publizirte, uns in welcher der volksparteiliche Fabr kant der staunenden Weit als Neuigkeit miuhellte, daß die soziale Frage oa- durch„auf friedlichem Wege"„gelöst" werden könne, daß man duich Verstaatlichung des Grund und Bodens der Sozialdemokratie den Wind aus den Segeln nehme. Nach dem Muster Henry George's und seiner Vorgänger gab Herr Flürschheim die Bodenrente preis, um d n Kapital- prosit zu retten. Das ist Herr Flürschheim, der Theoretiker. Der Praktiker Flürschheim scheint ein noch erprobteres Mittel oer„friedlichen Lösung" zu praktiziren: die Hungerkur, das Hinauswerfen der„unzufriedenen Elemente" auf die Landft.aße. Herr Flürschheim ist„Demokrat", und sein Kompagnon Bergmann ist Nationallideraler— Beiden sind die Sozialisten in ihrer Fabrik ein Dorn im Auge. Daher hinaus mit ihnen! „Die Mahregelungen unserer Genoffen iin Eisenwerk Gaggenau," schreibt man uns aus Rastatt,„fordern immer neue Opfer. Nach- dem erst kürzlich drei Sozialisten aus gedachter Fabrik hinaus chikanirt worden, sind in neuerer Zeit wiederum zwei Arbeiter aus keinem andern Grunde mit der Entlassung bedacht worden als wegen ihrer sozialistischen Gesinnung. Den» Einen gestanden die Herren ausdrücklich zu, bah«n geschäftlicher Beziehung absolut kein Grund zur Kluge gegen ihn vorliege. Freilich hatte er das Staatsverbrechen begangen, als Vertreter der nicht- bürgerlichen Gemeindesteuerzahler in die Gemeindeverwaltung gewählt zu werden, während der offizielle Kandidat der Eisenwerke durch- siel. Die Kündigung folgte der Wahl aus dem Fuhe, wurde aber zwei Tage nach der Wahl zurückgenommen, angeblich mit Rücksicht auf die Familie des Gemahregelien, thatsächlich aus Furcht vor der unausbleiblichen Riesenblamage. Aufgeschoben ist ja nicht auf- gehoben. Der zweite Gemahn gelte, Genosse rmck, ist bereits von hier abgereist; sein glücklicher Kollege kann so lange bleiben, bis sich ein passender Grund gesunden, ihn„auf friedlichem Wege" loszuwerden. Wir aber werden bewundernd an dem Beispiel des famosen Verehrers von Henry George zu lernen suchen, wie man„humanitäre Demokratie" betreibt. O Ihr tugendhaften Philanthropen, Ihr hochherzigen Demokraten! Auf „friedlichem Wege" predigt Ihr Sozialreform, und durch Eure Thülen tragt Ihr Haß und Verachtung in die Reihen der Genarrten, treibt Ihr sie wider Willen in die Armee der gefurchteten Revolution! Da» ist Euer einziges Verdienst. Es soll Euch unvergessen bleiben!" — Herr von Puttkamer, der jetzt in der Welt herumreist, war neulich auch in Kiel und konnte die Gelegenheit nicht unvenutzl lassen, den P o l i z i st e n, weiche seinerseits die Verhaslung der vom Kopenhagener Kongreß zurückkehrenden sozialdemokratischen Abgeordneten bewerkstelligt hatten, seine besondere Anerkennung auszusprechen. Nach der bekannten vom Reichstag fast einstimmig angenoinmenen Resolution war diese Verhaftung ein ungesetzlicher Akt und e»ne flagrante Verletzung der Reichsverfassung. Herr von Puttkamer, preußischer und Reichs- Minister des Inneren, oberster Wächter des Ge- setzes, erblickt also in einem ungesetzlichen Akt und einer Verletzung der Reichsverfassung eine verdienstliche und lobenswerthe Hand- lung. Wir wundern uns nicht darüber; wir entrüsten uns nicht dar- über, werden's uns aber merken und seinerzeit die Nutzanwendung machen. — Ermordet— mit hoher obrigkeitlicher Zu st im- m u n g. Der große Maurer streik in Berlin hat bereits ein Men- fchenleben gefordert, und ein zweites schwebt zur Zeit in der höchsten Gefahr. Beide Opfer sind auf Seiten der Streikenden zu suchen, Die Hetzerei der Regierungspresse, voran der„Norddeutschen Allgemeinen". gegen die im Ausstand befindlichen Arbeiter hat ihre Früchte getragen: die gegen das Interesse ihrer Brüder fortarbettenden Maurer spielen, statt sich ihre» VerrathS zu schämen, die Uebermürhigen, da sie wissen, daß sie nicht nur unter polizeilicher Obhut stehen, sondern auch in ihrem Thun und Treiben von oben beschützt werden. Nur so sind die Brutaliläten zu erklären, die sich in der vergangenen Woche in Ber- lin abgespielt und, wie gesagt, bis zu Mord und Todtschlag geführt haben. Das erste Opfer ist der Maurer Heinrich Fasset, Mitglied der Streikkommission, der wegen seines überaus ruhigen Charakters allge- mein beliebt war. Fasse! war am 15. Juli, als er erfahren, daß auf einem Bau in der Pallisadenstraße die Arbeit wieder ausgenommen wor- den, dorthin gegangen und hatte den detreffenden Arbeitern in durchaus sachlicher Weise Vorstellungen wegen, ihres unkollegialifchen Verhaltens gemacht. Die Schutzkmder der Polizei aber liehen sich auf nichts ein, sondern bedrohten Fasset in unzweideutigster Weise, verfolgten ihn, als er sich entfernte, mit Schimpfworten, uns schließlich versetzte einer der- selben, der Rtaurer P ö st, dem unglücklichen Fasset vor einem Budiker- Keller einen so gewaltigen Sloß, daß Fasset kopfüber hinunterstürzte und sich derart verletzte, daß er binnen wenigen Swnben eine Leiche war. Und die Polizei? Sie sistirte einige ganz undetheiligte Kollegen des Ermordeten, während sie den Mörder laufen lieh; ihre Organe aber, voran die christlich-konservative Presse, suchten den Vorfall zunächst so darzustellen, als habe ein Streiker einen„braven, ruhig von der Arbeit heimlehrenden Arbeiter" erschlagen, und als sich das Gegentheil heraus- stellte, würbe der Mantel„christlicher Liebe" über die Mordthat gedeckt. Unter solchen Umständen muhte den Nichtstreikern natürlich der Kamm schwellen, und so besann sich zwei Tage später, als auf einem Bau in der Neuen Roßstraße 16 ein Wortwechsel zwischen Streikenden und Nicht- streikern sich entspann, einer der. tzteren keinen Augenblick, sondern schlug mit einem eisernen Spaten mit voller Wucht auf seinen Widersacher ein, so daß derselbe mit einer klaffenden Wunde am Kops sosort ohnmächtig zusammenbrach und in die königliche Charite geschafft werden mußte, wo sein Zustand als sehr bedenklich bezeichnet wird. Von einer Verhaftung des betreffenden Todtschlägers ist in den uns zugegangenen Blättern bis jetzt noch nichts zu lesen. Wie dem aber auch sei, auf jeden Fall sind die Polizei und ihre Organe mindestens für den zweiten Todtschlag verantwortlich. Ist es schon total ungesetzlich, daß die Polizei sich beim Streik von Anfang an auf Setten der Meister und ihrer Subjekte stellte, so spricht die Hanblungs- weise derselben in der Angelegenheit des ermordeten Arbeiters Fasset allen Begriffen von Recht und Gerechtigkeit Hohn. Es ist die reine Herausforderung zur Gewalt. Man oergegenwärtige sich nur, welcher Lärm angestimmt worden wäre, zu welchen Maßregeln man sofort geschritten hätte, wenn ein streikender Arbeiter einen Verräther an der gemeinsamen Sache erschlagen hätte. Zum Mindesten hätte man das ganze Streikkomite verhaftet. Dadurch, daß die Polizei kaum die Hand rührte, um die an Faffel verübte Gewallthat zu sühnen, hat sie die Schuld an dem zweiten Morde verübt, sie unv ihre Organe sind es, die dem zweiten Mörder die Hand geführt. Im Vollbewußtsein ihres guten Gewissens hat die Polizei die korporative Betheiligung an der Beerdigung Fassels auf Grund des Sozialistengesetzes verboten. — Wen man heutzutage begnadigt. Dem Hallunken Henry Prerreau, genannt Tourville, der im Jahre 1877 seine Frau, um ihr Vermögen zu erben, von einem Abhang des Stilfsser Jochs herabgestürzt hat, und der deshalb zu achtzehn Jahren Kerkers verurtheilt worden war, ist von Franz Joses, dem Habsburger, jetzt der Rest der Strafe, mehr als die Hälfte(!!) in Gnaden erlassen worden. Prerreau gehört eben zu den großen Schurken! — Schon wieder ein„amerikanisches Duell". In Berlin erschoß sich am 4. Juli der 24jShrige Herr von Prittwitz und Gaffron, Sekondelieutenant bei den schlestfchen Leibkürassieren. Sofort fanden sich diensteifrige Federn, welche das Märchen von einem ameri- kanischen Duell auftischten. In Wirklichkeit ist die Ursache des Selbst- mordes eine echt deutsche, eine preußisch-deutsche! Der besagte junge Mann hat allerdings an den Oberstlieutenant von Tresky einen Brief gerichtet des Inhalts, daß er es nicht mit seiner Ehre vereinbar halte, noch länger unter den Lebenden zu weilen; das Warum ist aber in nichts Geringerem zu suchen als in einer ihm von einem Hohenzollern- spröhling in der Besoffenheit verabfolgte Ohrfeige. Ein preußischer Offizier darf keine Ohrfeige auf sich sitzen lassen, er darf sich aber ebenso wenig an einem königlichen Prinzen vergreifen, und aus diesem Dilemma wußte der in allen Vorurtheilen seines Standes erzogene Mensch keinen andern Ausweg, als sich zu erschießen. Kann man sich etwas— Preußischeres denken? — Ein Genosse schreibt uns: „Die Zerfahrenheit im Lager der französischen S o z i a l ist e n wird in der letzten uns zugekommenen Nummer des „Sozialist"(Newyork) an der Hand eines„von einem eingefleischten Bourgeois" herrührenden Berichtes besprochen. Die Redaktion sagt dazu: „Wir sehen aus diesem Bericht, daß es hauptsächlich die Frage ist, wie man sich mit dem Parlamentiren verhalten soll, was die französischen Arbeiter spaltet. Die„Arbeiterpartei" namentlich gründet ihre Taktik auf„parlamentarische Betheiligung", sieht sich ab r oft durch die Beschlüsse der Bourgeois im Parlament oder Munizipalrath zurückgestoßen. Die„Anarchisten" wollen absolut von keinem Parlament und keiner Wahl etwas wissen. Die„Marxisten" stehen dazwischen, sie gebrauchen die Wahlen als Agitations mittel und das Parlament als Tribüne, fallen aber aus der Rolle, wenn sie sich viel um die Gesetz m ach erei kümmern oder gar Dampfer subventioniren wollen, oder mit den Feinden kompromisseln, des nationalen Schiffbaus wegen." Es ist uns nicht bekannt, daß die Marxisten"— wie sie sich übrigens nicht nennen— in Frankreich sich jemals zu derartigen Praktiken ver- stiegen hätten, schon aus dem einfachen Grunde nicht, weil sie gar keine Gelegenheit dazu hatten. Insoweit etwa die betreffenden Worte ein Seitenhieb auf die d e u t s ch e sozialdemokratische Reichstagssraktion sein sollen, sei blos kurz bemerkt, daß das Ziehen der richtigen Grenzlinie auf dem Gebiete des Parlamentarismus, vorderhand eine ungelöste Frage, außerordentlich schwierig ist, und daß z. B. dieselben Genossen, welche einem Theil der deutschen Fration einen Vorwurf daraus machten, daß sie sich der D a m p f e r s u b e n t i o n gegenüber nicht ganz ablehnend verhielten, es seinerzeit durchaus natürlich fanden, daß die Fraktion für Gotthardbahn-Subvention eintrat, die auch vor Allem der Bourgeoisie zu Gute kommt. Ein Unterschied ist ja selbstverständlich vorhanden, aber kein prinzipieller. So leicht es ist, sich t h e o r e t i s ch über die Taktik zu einigen, so schwer ist es, in den einzelnen p r a k t i s ch e n F r a g e n zu einhelliger Auffassung zu gelangen. Wo hört der erlaubte Parlamentarismus aus? Das ist eine Frage, die stets nur aä hoc, von Fall zu Fall, entschieden werden kann. Wer das nicht zugeben will, muß auf den Parla- mentarismus überhaupt verzichten— wodurch die Sache ja sehr vereinfacht wird. Ob aber zum Vortheil der Partei— das ist eine andere Frage. Als Beispiel, wie unmöglich eS ist, eine feste Grenzlinie zu ziehen, wollen wir noch erwähnen, daß eine auswärtige Mitgliedschaft, welche die Haltung der sozialdemokratischen Fraktion vielleicht am heftigsten angegriffen hat, es der Frektion zum Vorwurf macht, daß sie keinen Antrag auf Abschaffung des Sozialistengesetzes eingebracht hat. Nun ist es gerade ein dahingehender An- trag, der seinerzeit von d:r Fraktion als eine zu große Kon- zession an den Parlamentarismus bei Seite gelegt ward. Man sieht, wie verschieden die Auffassungen sind: was dem Eine» „radikal" erscheint, erscheint dem Anderen„zu parlamentarisch"— und umgekehrt. Die Redaktion des„Sozialist" fährt fort: „Die Lehre von der Klassenherrschaft ist das einzige Mittel, die Arbeiterklasse in eine besondere, geschlossene politische Partei zu konzentriren. Fühlen wir uns als eine besondere Klasse,— wozu die Wirklichkeit uns nolsvs volens macht, ob wir�s fühlen oder nicht— dann werden wir auch die Geduld haben, mit unserem Reformdrang zurückzuhalten, bis das Klassenbewußtsein in einer hinlänglichen Zahl erstarkt ist, um mit revolutionärer Gewalt nicht die kleine» Kinkerlitzchen, sondern die große Klassenreform(soll wohl heißen Sozialreform, den» die Klassen wollen wir nicht reformiren, sondern abschaffen. Red. des„Sozialdemokrat") durchzusetzen. Das vorherige Parlamentiren, das Schwatzen um Kleinigkeiten, das freundliche Entgegenkommen gegenüber dem Feind, der sanguinifche Glauben an die Möglich- keit einer Vereinbarung mit der feindlichen Klasse stört und trübt das Klassenbewußtsein unserer eigenen Leute. Darin hat der Anarchismus Recht. Bedauerlich ist nur, daß er den guten Sinn seines Rechtes durch maßlose Uebertreibung in Unsinn verwandelt." Hier ist ein Jrrthum. Nicht der Anarchismus behauptet das; er verwirst jede parlamentarische Thätigkeit. Behauptet wird das von der sozialdemokratischen Partei, die stets und zu allen Zeiten, und zwar ausnahmslos,„das freundliche Entgegenkom- men gegenüber dem Feind" verurtheilt und den„sanguinische" Glauben an die Möglichkeit einer Vereinbarung mit der feindlichen Klassen als eine kindische Illusion hingestellt hat. Der Aehnliches ausdrückenoe Beschluß desKopenhagenerKongresses wurde e i n st i m m i g gefaßt. Die Redaktion des„Sozialist" hat sich offenbar durch gewisse, in der Hitze des Gefechtes fallen gelassene Aeußerungen zu der Annahme ver- leiten lassen, innerhalb der Sozialdemokratie Deutschlands oder auch nur innerhalb der deutschen sozialdemokratischen Reichstagssraktion herrsche Neigung zu einem Kompromiß auf dem Gebiete der Sozialreform. Wir glauben nicht fehlzugehen, wenn wir sagen, daß in der deutschen Sozialdemokratie n i ch t E i n e r sich befindet, der einen solchen Kam- promiß für möglich hält. Daß hie und da sympathische Worte bezüglich einiger Regierungsmaßregeln oder Regierungsversprechungen gefallen sind, ändert an dieser Thatsache nichts. Es waren das Eingebungen des Moments, Redewendungen— wie am besten daraus erhellt, daß st» zum Theil von Genossen ausgingen, welche zu den leidenschastlichsten Feinden des herrschenden Systems gehören. Doch lassen wir das. Und fügen wir zum Schluß noch hinzu: Die Zerfahrenheit der französischen Sozialdemokratie, mlt welcher der „Sozialist" sich in dem von uns theilweise zitirten Artikel beschäftigt, hat ihren Grund wesentlich in der Neigung, für Alles absolute Grundsätze auszustellen, oder richtiger, praktische Fragen, in denen Verschiedenheit der Auffassung natürlich und unvermeidlich ist, zu Prinzipienfragen aufzubauschen, für welche es nur eine Ent- scheidung gibt, wenn nicht der Boden der Partei verlassen werden soll. Die Folge eines derartigen Versahrens ist, daß, weil Jeder über daS absolut Richtige in praktischen Dingen anderer Meinung ist, Jeder den Anderen für einen schlechten Partetgenossen oder gar Ber- räiher hält. So kann keine Einheit und keine Organisation erzielt werden. Die deutsche Sozialdemokratie hat erkannt, daß Einheitlichkeit der Auffassung nur möglich ist in Bezug auf die allgemeinen Prin- z i p i e n, daß aber in Bezug auf einzelne praktische Fragen dem freien Ermessen Spielraum gelassen werden müsse— wir meinen selbst- verständlich solche praktische Fragen, welche nicht das Parteiinter- esse unmittelbar berühren und bei denen es nur eine Auffassung geben kann. Wir haben ein festes Programm. Wer auf dem Boden desselben steht, gehört zur Partei. Wer nicht, nicht. Findet es sich, daß das Programm erweitert oder verengert werden muß— je nachdem— nun, so wird das geschehen. Unsere Taktik wird jedoch immer dieselbe bleiben, falls wir nicht„zerfahren" wollen:„Einheit in den Prinzipien, Disziplin im Handeln, Freiheit im Denken und Trennung prak- tischer Fragen von Prinzipienfragen. Durch diese Taktik sind wir groß und stark geworden. Durch sie ist das demagogische Hervordrängen ehrgeiziger Streber, worunter die französische Sozialdemokratie so schwer zu leiden gehabt hat, verhindert worden. Und der gesunde Sinn der Genossen wird uns diefe vernünsttge Taktik auch erhalten. Im Moment, wo die französischen Genossen sie auch für sich an« nehmen, wird es mit ihrer„Zerfahrenheit" ein Ende haben. C. _ Die Umdrehung der Moral und des Rechts, wie die heutigen GeseMchafts- und Stantsverhältnisse sie mit sich bringen, hat zu ihrer nothwendiaen Ergänzung auch die H m d r e h u n d e s Ehrbegriffe Ein Denunziant ist ein S ch u f t, ein ehr- loser Bube— so u> theilt jeder ehrliche Mensch, der Ehrgefühl im Leibe hat. Falsch! sagt der Vertreter der heutigen Weltordnuna, nenne er sich Staatsanwalt. Offizier oder Minister— falsch! ins D.nunziren ist nicht blos eine verdienstliche Handlung, es ist eine Pflicht, und zwar eine Pflicht, deren Erfüllung um so mehr Ehre macht, als das gemeine Vorurtheil sich gegen sie auflehnt und ihre Ausübung daher erschwert. In dem Nachspiel welches der bekannte Prozeß gegen den fortschrittlichen Abgeordneten Richter�Mühlräditz soeben vor den schlesitchen Gerichten gehabt hat, nahm die Staatsanwaltschaft mit wüm schenswerther Entschiedenheit diesen Standpunkt ein. Herr Richter war bekanntlich während der Wahlbewegung des Jahres 1881 von irgend einem beliebigen konservativen Hallunken, der den Sieg des sortschri t- lichen Kandidaten verhindern wollte, wegen einer angeblich fünf Jahre vorher verübten sogenannten Majestätsbeleidigung denunzirt worden. Die Majestätsbeleidigung wurde auch glücklich vermittelst etlicher Eide gerichtlich festgestellt, und Richter mußte— nachdem der Prozeß durch den Reichstag eine Zeit lang sistirt gewesen war— im Sommer vorigen Jahres auf sechs Monate ins Gesängniß— nach Plötzensee— wandern. Von der feigen Fortschrittspartei war er dabei, wie wir seinerzeit mit theilten, schmählich im Stich gelassen worden: sie gab ihn vollständig preis und stellte ihn auch bei der letzten Reichstagswahl nicht wieder auf. Aber seine persönlichen Freunde hielten ihn fest, und als er am 8. De- zember vorigen Jahres au« dem Gesängniß entlaffen ward, bereiteten sie ihm einen herzlichen Willkomm, und bei dieser Gelegenheit sprach die „Breslauer Morgenzeitung" in einem Referat von einer„verruchten Denunziation", deren Opfer Richter geworden. Durch dieses Referat fühlte sich der Denunziant, Amtssekretär I ä ck e l in Mühlräditz— den Namen des Burschen muß man sich merken— beleidigt, er stellte gegen den Redakteur der„Morgenzeitung" Strasantrag, und die Staatsanwalt- schaft ging gegen den Angeklagten auch scharf ins Zeug; der Staats anwalt— leider ist er bis dato anonym geblieben— erklärte: der Denunziant habe sich wohl verdient gemacht nicht blos um das Vaterland, sondern auch um die Fortschrittspartei, der er Gelegenheit gegeben, sich von einem unsaubern Element zu reinigen! Er beantragte 400 Mark Strafe. Der Gerichtshof erkannte nur aus 100 Mark. Der Herr Jockel, Amtssekretär in Mühlräditz, der sich nach staatsanwaltschaftlichem Ehrbegriff„um das Vaterland wohl verdient gemacht hat", ist und bleibt aber nach dem Ehrbegriff aller ehrlichen Leute ein Schuft. — Die Reaktionsprefse müht sich jetzt im Schweiß ihres Angesichtes ab, den Beweis zu liefern, daß der Rumpftödter— ob nun Lieske oder ein Anderer, gleichviel— doch eigentlich aus dem Sumpfe der Sozialdemokratie hervorgewachsen sei, und also an unseren Rock- schößen hänge. Nun, wir haben keine Lust, diesen Burschen beweisen zu wollen, daß sie der Wahrheit und dem gesunden Menschenverstand srech ins Gesicht schlagen— das weiß das Gesindel, ohne daß wir es ihm zu sagen brauchen. Uns kommt es nur darauf an, den RumpstöVer an die richtigen Rockschöße zu hängen, oder besser ausgedrückt, die Rock- schöße zu zeigen, an denen er wirklich hängt. Und das sind, wie Lieb- knecht bei der letzten Debatte über den Belagerungszustand dem Herrn Putlkamer zuries: Die Rockschöße der Herren Put tkamer, Bis- marck und Genossen— kurz, der Urheber des Sozia- Ii st engesetze s. Diesen Herren werden wir nicht erlauben, die Ver- antwortlichkeit für die von ihnen provozirten Verbrechen von sich abzu- schütteln. Wir wiederholen, was wir gleich nach der Franlfurter That sagten: Wer für den Rumpf verantwortlich, ist auch für den Rumpftödter verantwortlich! — Es geht vorwärts! Wir lesen in der„New Aorker Volks- Zeitung": „Der letzte(siebente) Jahresbericht des statistischen Bureaus von New- Jersey enthält diesmal die große Zahl von 8794 Antworten von Lohnarbeitern auf die Fragen, welche ihre Lebenslage und ihre Wünsche betreffs Verbesserung derselben sind. Diese Antworten sind nach Orten und Geschästszweigen abgesondert mit- getheilt. Ist es nun schon ein großer Fortschritt, daß so viele Lohn- arbeiter überhaupt die Fragebogen des Bureaus beantwortet haben, wäh- rend in den ersten Jahren nach Errichtung des Bureaus nur wenig über 1000 Emxsänger dieselben beantwortet hatten: so ist der Fortschritt in der Erkenntniß der Antwortenden betreffs ihrer Klassenlage noch er- freulicher. Eine im Verhältniß viel größere Anzahl der Antwortenden als früher findet, daß die Organisation der Arbeiter das Meiste beige- tragen hat, ihre Lage zu verbeffern, wo sie verbessert worden ist, und daß sie nöthig sei, um dieselbe auch künftig noch weit mehr zu verbessern „Organisation hat viel für uns gethan."„Intelligente Organisation ist die Ursache unserer Fortschritte."„Ich bemerke, daß diejenigen, welche das größte Jntereffe an ihrer Organisation nehmen, sich am schnellsten verbessern."„Wenn alle Arbeiter sich in eine große Organisation ver- binden wollten, würde ihre Gewalt, sowohl politisch wie sozial, viel größer sein."'„Wir wollen die Organisation aller Handwerke."„Wir sind der Organisation viel schuldig und verbessern uns,"— so lautet dieselbe Ansicht in Hunderten von Variationen. Ungefähr ebenso zahlreich sind die Bemerkungen, daß Achtstunden-Arbeit das wichtigste Mittel zur Ver- besserung der Arbeiterlage sei.„Wir verlangen acht Stunden als ein Tagwerk und nicht mehr."„Ein Achtstundengeletz würde die faulen Zeiten(Sauregurkenzeit) abkürzen."„Ein Achtstundengesetz her!"„Acht Stunden per Tag und bessere Löhne würden uns Gelegenheit zur Ver- besserung geben." Und so fort in allen möglichen Wendungen. Dann folgen an Häufigkeit in der Reihe der Forderungen A b s ch a f f u n g derKinder- und Beschränkung der Frauenarbeit— die letztere meist mit der anderen verbunden, daß die Löhne der Frauen gleich hoch wie die der Männer sein sollten. Mehrfach kehrt die Bemerkung wieder:„Was wir wollen, ist Gerechtigkeit, keine Philanthropi e."„Lohnarbeit ist im besten Falle Sklaverei." Die Forderung des Verbotes desJmports fremder Lohn- arbeiter ist äußerst stark vertreten, woraus hervorgeht, daß auch im Staate New-Jersey die Italiener, Slowaken und Polen den Eingeborenen argen Mitbewerb machen. Sehr häufig erscheint die Forderung des Schulzwanges bis zum vollendeten 14. Jahre, der allgemeinen Einführung von Abendschulen, technischen Schulen und freier Volks- büchereien. Der Mangel an Intelligenz unter den Lohnarbeitern, beson- ders aber unter ihren Frauen, wird sehr allgemein beklagt. Als Grund der Nothwendigkeit eines verkürzten Werktags wird angeführt, daß jetzt in acht Stunden so viel oder mehr geleistet wird als früher in zwölf oder mehr.„Handwerker erhalten nicht einen gerechten Antheil an den Vortheilen, welche der verbesserten Maschinerie entstammen." Merkwürdig viele Antwortende verlangen Zwangsgesetze gegen den Verkauf geistiger Getränke; doch wird häufig zugestanden, daß überall, wo die Lebenslage verbeffert worden sei, die Nüchternheit sehr zugenommen habe!" — Aus einem süddeutschen Luxusbade wird uns geschrie- ben:„Wenn ich hier längere Zeit aushalten müßte, würde ich das Gallenfieker bekommen. Es ist wahrhastig nicht mitanzusehen, wie die Ausbeutersippe es versteht, das dem Volke geraubte Geld zu verprassen. Hier fließen wöchentlich tausende von Mark in die Taschen der reichen Hoteliers, bis der faule Leib gemästet ist, während zu Hause die Untergebenen mit wahren Hungerlöhnen abgespeist werden. Ich könnte hunderterlei der gemeinsten Streiche anführen, welche diese Bauernsänger hier verüben, aber ich würde mich zu sehr dabei aufregen. Wann endlich kommen die Arbeiter zu der Ueberzeugung, daß sie es sind, welche alles Gut und Geld schaffen und dabei in bitterster Roth leben I Korrespondenzen. Versammlung nur durch einige kleine Plakate und, eines Versehens hal- ber, in keiner Zeitung bekannt gemacht war, war der ziemlich große Saal im Kaisergarten bis auf den letzten Platz gefüllt. Schaarenweise waren die Arbeiter erschienen, um das Evangelium des Sozialismus zu hören, und der Beifall, welcher dem Redner schon während seines Vortrages und besonders am Schlüsse deffelben gespendet wurde, bewies, daß seine Worte zum Herzen gedrungen waren. Gegner meldeten sich nicht zum Wort. Auf den anderthalbsiündigen Vortrag selber einzugehen, wäre überffüffig, nur bemerken will ich, daß Genosse Godau in richtiger Wür- digung der Elbinger Verhältniffe vornehmlich bemüht war, den Boden für den Sozialismus zu ebnen, indem er das ganze heutige Wirthschafts- system in seinen Konsequenzen zergliederte und kritisirte. Auf die ver- schiedenen politischen Parteien übergehend, bewies Redner den Zuhörern, wie sich die Parteien aus Klassen entwickelt haben und nichts weiter als Klaffenvertretungen seien.„Uns Arbeitern und unserer Partei, der sozialdemokratischen Arbeiterpartei, sind alle andern Parteien nur eine reaktionäre Masse," dieses betonte Redner ganz besonders und ermahnte die Arbeiter, dieser Thatsache stets eingedenk zu sein, wenn andere Par- teien mit Versprechungen an sie herantreten würden, welche auf den ersten Anblick etwas Verlockendes haben. Der Gesammteindruck, den die Versammlung und ihr Verlauf machte, war eben der, daß auch in Elbing ein günstiger Boden für den Sozialis- mus vorhanden ist; die Vorbedingungen sind eben überall dieselben, der Boden ist überall gut, es fehlt nur hin und her der Säemann, ihn zu bearbeiten.— Genosse Godau hat uns das Versprechen gegeben, daß, bis sich hier genügend Kräfte entwickelt haben, die Königsberger Ge> «offen dafür sorgen werden, daß die Bewegung in Elbing und in der Provinz in Fluß kommt. Elbing, 29. Juni. Vergangene Woche fand hier eine große Volks- Versammlung statt, in welcher Genosse Godau aus Königsberg über die Lage der Arbeiter reserirte. Trotzdem das Stattfinden der Limbach in Sachsen. Da wir das Parteiorgan noch nie recht in Anipn ch genommen, so sei es mir erlaubt, die sozialen und wirthschaft- lichen Verbältnisse in unserer industriereichen Stadt etwas näher zu be- leuchten. Was die Industrie betrifft(es werden namentlich Handschuhe und Strümvse fabrizirt), so wird genau die Bismarck'sche Theorie be- folgt: die Arbeiter sind gezwungen, Tag und Nacht und einen Theil vom Sonntag zu arbeiten, wenn sie sich nur einigermaßen menschlich ernähren wollen. Natürlich kümmert es die Herren Fabrikanten nichts, wenn sich die Arbeiter für einen Spottlohn von früh bis Abends abschinden; wenn ihnen nur reichlich Geld in die Tasche fließt. Der Großbetrieb greift immer mehr um sich, die Fabriken wachsen jetzt wie Pilze aus der Erde. Wohin aber diese hastige Art und W ise, wohin derartiges Arbeiten führt, hat sich bald gezeigt, denn wir haben jetzt Getchäftsstockung über Geschäftsstockung; trotzdem sind die Fabrikanten fast durch die Bank wüthende Gegner jedes Normalarbeitstages, weil sie eben fürchten, sel- biger schädige ihre Ausbeuterherrlichkeit. Wollen nun die Arbeiter solchen Zuständen gegenüber einigermaßen Stellung nehmen, so ist sofort der Büttel des Kapitals, die hohe Poli- zei, zur Stell? und legt ihnen, wo es nur angeht, Steine in den Weg. Vor Jahressrist wurde hier ein Fachverein der Manufakturarbeiter gegründet, nach kurzem Bestehen ward er vom Stadtrath wieder aufgelöst und der Vorstand noch obendrein mit zirka 100 Mark Strafe wegen angeblichen Vergehens gegen das Vereinsgesetz belegt, was wir in erster Linie unserem hochpatriotischen, vor Bismarck und Kompagnie sich im Staub windenden Bezirkshauptmann verdanken. Dieser Held ist einer der eifrigsten Sozialistentödter und-fresser im ganzen Umkreis, hat aber bis dato stets das Gegentheil von dem bewirkt, was er wollte. Er steht eben nicht ein, daß er mit all seinen Maßnahmen, als da sind: Haus- suchungen, Auflb'ung von Vereinen, Vertreibung aus Vereinslokalen rc. nur die Aufmerksamkeit von Leuten auf uns lenkt, die früher uns fern standen, und somit für uns Propaganda macht, was sich auch beim letzten Wahlgang ganz deutlich gezeigt hat. Was dieser Musterbeamte überhaupt für em Mensch ist, erhellt daraus, daß seit seinem zweijährigen Hiersein die Schutzleute, Nachtwächter, Straßenmeister und alle sonstige städtische Beamten fortwährend wechseln, weil eben nach ihrer Auslage die Chikanirung von ihm eine zu tolle und unverschämte ist. Auch maßt sich der Herr an, von Politik etwas zu verstehen, das Gewäsch aber (wahrscheinlich ein Abschreibsel aus einem Reptilienblatt), welches er in einer öffentlichen Versammlung im kaufmännischen Verein über„soziale Reformen der Neuzeit" vor zirka 40 Mann zum Besten gab, hrt just das Gegentheil bewiesen; was da gesagt wurde, hat sich jeder denkende Arbeiter schon längst an denSchuhsohlen abgelaufen. Doch genug von diesem Herrn; der Raum dieses Blattes ist doch zu kostbar für ihn. Was hier die Verhältnisse der Partei betrifft, so sind dieselben als ziemlich gute zu bezeichnen, trotzdem es hier und da noch nicht so ist wie es sein sollte und sein könnte. Jndeß der Ausdauer und dem ein- müthigen Vorgehen der hiesigen Genossen wird es gelingen, alle Schmie- rigkeiten zu überwinden. Der Boden für unsere Partei gestaltet sich zusehends besser, namentlich infolge der Wirkungen der sogenannten Bis- marck'schen Sozial Reform, eigentlich Sozial-Pfuscherei, ä la Krankengefetz u. s. w. In erster Linie haben wir natüilich das stete Wachsthum un- serer Partei, genau wie an andern Orten, der höheren Behörde und den Fabrikpaschas zu danken, denn es fehlt in den hiesigen Fabriken an den aufreizenden Bestrafungen, Lohnabzügen, Arbeitsentlaffungen wegen Ueber- tretung der Fabrikordnungen ,c., wahrhastig nicht. Als Beweis, wie kühl sich unser Bürger- und Arbeiterstand gewiffen Volksverdummungsaktionen gegenüber verhält, mag folgende Thatsache dienen. Für die famose Reichsbettelei des großen Otto, genannt Fürst Reichskanzler, sollte eine Extravorstellung im hiesigen Theater stattfinden, und zwar waren die sonst tarifmäßigen Preise, zur Lockung des Publi kums, auch noch um ein Viertel ermäßigt; aber zum Schreck fand statt der erhofften Massenbetheiligung— da fast bei jeder gewöhnlichen Vorstellung das Theater überfüllt war— Massenenthaltung statt. Es waren erschienen: das vollständige Musikchor, und genau ge- zählt 25 Mann, in erster Linie die oberste Elite unserer Stadt, der Rest meistentheils Weiber, weshalb zum Leide der Anstifter, ob der Direktion, will ich dahingestellt sein laffen, die Vorstellung nicht stattfinden konnte, und die verblüfften Besucher ihr Geld wieder zurückerhielten. Natürlich wurde die Blamage und der Reinfall der Otto-Verehrer vom hiesigen „Tageblatt" vollkommen verschwiegen, wäre aber ein Reinertrag erzielt worden, so wäre selbstverständlich die Sache so hoch wie möglich ausge- bauscht worden, und die Philister wären ob ihres günstigen Ersolges einander wonnetrunken in die Arme gefallen. Zum Schluß noch eine Ermahnung. Genosien! Lassen wir es an Agitation und Aufklärung nicht fehlen, wo es auch nur sein mag, denn es muß sich jeder Genosse zur Pflicht machen, unsere Ideen bei jeder Gelegenheit der großen Masse des Volkes immer tiefer einzuprägen, um unsere Gegner immer mehr und mehr mit Hülfe der Wissenschaft und der modernen Entwicklung aus dem Felde zu schlagen.: Eßlingen. Wir haben den Fortgang zweier wackerer Genossen zu beklagen, nämlich der Genoffen Georg Westermaier und Franz Siegle, öfterer wanderte nach Brasilien(Porto-Alegre) aus, Letz- terer sucht sich in Europa eine anderweitige bessere Heimat. Wer die Beiden kannte, wird wissen, welche Kraft wir an denselben verloren haben. Wie sie mit Muth und Ausdauer in den Kampf gegen die kapitalistische Macht eingetreten sind, beweist ihre Thätigkeit bei der letzten Reichstagswahl. Wir rufen ihnen noch ein letztes Lebewohl zu, mit der Mahnung, wenn auch weit von uns, doch der Brüder in Deutschland eingedenk zu bleiben, und für die Emanzipation des Proletariats unent- wegt weiter zu kämpfen. Die Genoffen des V. württembergischen Wahlkreises. Aufruf. London, Juli 1 885. Wir wenden uns heute an unsere Gesinnungs- genoffen allerorts, ihre Unterstützung zu erbitten für einen der thätigsten Vorarbeiter für Verbreitung sozialistischer Prinzipien unter der englischen Arbeiterschaft. Zwar ist der Name des Tischler Adam Weiler we- niger in die Oeffentlichkeit gedrungen, weil Weiler selten oder nie eine offi- zielle Stellung bekleidete, er war aber doch gerade derjenige, welcher es stets am besten verstand, die Massen zu gewinnen und, ohne seinen sozi»- listischen Prinzipien Eintrag zu thun, sich in den verschiedensten Arbeiter- vereinen Einfluß zu verschaffen, sowie den Boden zu bearbeiten für sozia- listische Organisation und Propaganda. Schon von Gründung der Internationale an thätig, und sich stets das kommunistische Manifest als Richtschnur nehmend, bekämpfte Weiler mit Erfolg alle föderalistischen, bakunistischen oder anarchistischen Bestre- bunxen in England. Wir verdanken es in großem Maße seinem uner- müdlichen Wirken und seiner Ueberzeugungstreue, daß wir jetzt hier London den Kern einer wiffenschastlich soff'listischen Arbeiterpartei besif9 Auf dem Trades Union-Kongreß in Bristol wirkte Weiler unter h fälliger Aufnahme für einen gesetziichen Normalarbeitstag, vom rein st!* listischen Standpunkte aus; auf einem späteren Kongresse für die nalisirung des Grund und Bodens, und wiederum akzeptirte ein spät Kongreß eine von Weiler eingebrachte Resolution, dahingehend, ei gesetzlichen Normalarbeitstag von acht Stunden zu verlangen für Arbeiter in Staatswerkstätten und für die Arbeiter solcher kapitalistiV Gesellschaften, die staatlicher Genehmigung bedürfen, wie Eisenbahn* u. s. w. Durch zehnmonatliche Krankheit ist Adam Weiler nun mit seiner ff milie in die Lage versetzt, die Unterstützung seiner Mitarbeiter anzuw! men, oder»er gewöhnlichen Hülse, welche eine kapitalistische Gesellschrst ordnung dem abgerackerten Lohnsklaven zukommen läßt, anheimzusallä Das Letztere eintreten zu laffen, wäre eine Solidaritätsverletzung d sozialistisch gesinnten Arbeiter, es ist daher auch schon seit einst Zeit ein Komite thätig, welches, durch verschiedene Umstände veranlag erst heute das Parteiorgan in Anspruch nimmt, um unseren Genossin Deutschland und im Ausland Gelegenheit zu geben, einem so thätig« Vorarbeiter für die sozialistische Agitation die nöthige Anerkennung I> kommen zu lassen. Für das Komite: M. End er ich. ks.TVd London, Kilburn Park Boad 191. Wir können dieses Gesuch nur aufs Wärmste unterstützen. Unter d Unterzeichnern des uns eingesandten Aufrufes finden wir nicht nur t Mitglieder des Londoner Gewerkschaftsrathes(Zentralkomite der Londo» Gewerkschaften), die Komites der verschiedenen Branchen der Holzarbeit Mitglieder beider Richtungen der englischen Sozialdemokratie, sonst auch die unter deutschen Genossen wohlbekannten Namen Fr. Eng« F. Leßner, C. Hoffmann, H. Rackow, C. Varenholz rc. rc. Weiler,)« unter den schwierigsten Umständen seine ganze Kraft ausgeopsert, genäl die Achtung Aller, die ihn kennen gelernt und wirken gesehen.. Wir* suchen alle diejenigen, die für einen wirklich verdienten Genoffen etwas übrig haben, das ihrige zu thun, und erklären uns zur Verna» lung von Beiträgen gern bereit. Die Redaktion und Administration des„Sozialdemokrat". »»ch- Züi »•in fron «> »-» 1 JÜ 'fittbfr {«b uns, {•st Irin "t Teilt Par Aufforderung. Die Glasergehülfen in Zürich stehen mit den Arbeitgeber in Unterhandlung betreffs Einführung eines einheitlichen Lohntarifs»« einer zehnstündigen Arbeitszeit. Wir forden die Kollegen allerorts aa Zuzug fernzuhalten. Der Glaserfachverein in Zürich. Erklärung. Auf die Aufforderung in Nr. 23 des„Sozialdemokrat" erklären wi» daß der Sattler Emil Brachwitz aus Potsdam(Ausgewieseas aus Berlin) sich bereit erklärt hat, seinen im Dortmunder Wahlkreis in parteigenössiilchem Vertrauen eingegangenen Prioatverpfli) tun gen nachkommen zu wollen. Die Dortmunder Genossen. Partei-Archiv. Fra Platz c liger Zwar i dazu k stister das E gewese Die sich ar uns fj Zu las! niß A Für das Partei-Archiv gingen ein: Von Schulze, Dresden: 1H. B. Oppenheim, Vermisch* Schriften. 1 Verhandlungen der konstituirenden Versammlung für Preuße» Bd. VII. Jnsdiskrettonen. Bd. I. Rußlands soziale Gegenwart. Reden und Trinksprttche Friedrich Wilhelm IV. von Preuße» Sozialismus und Christenthum. Aus dem Dänischen. Etienns Vaoherot, La Dernocratie. 6 diverse Hefte Bochefort, La Lanterne. „„„„ Le Diable ä quatre. 1 Proudhon, De la justice dans la Bevolution et dana PEglis» Lieferung 2—12. „ A. Neumann, Elberfeld: 1 Aktenstück(Anklageschrift)' „ I. W. Sch., Unterstraß: 1 A. Clement, Die Weltlehre Gottthums. Theil 1—8. 1 Neues Testament.(Kommunistisch-religiöse Abhandlungen.) Um weitere Einsendungen ersucht Die Archivverwaltung. Briefkasten Gen. von Chemnitz: F Hill« hochve stattfa von ff außer! Die r Borkä störun behvr! ergehe ein w So Poliz« jedoch ward, und l Grab grab Deleg Teno« Vffe der 2 Und i Treih. iege i Arte der Redaktion: F. Pttg. in Brdbg., nächster Nummer. der Expedition: Cattlina: Fr.—50 f. Schft. erh.— Btt Ostn.: Mk. 10— Ab. 3. Qu. k. erh.— Dr. Hj. De. Stkhlm.: Fr. 2 5« Ab. 3. Qu. erh.— Hanau: Mk. 100— pr. Ufds. dkd. verwendet. Claudius: In Bfk. 29 quitt. Mk. 100— nach Vorschrift verw. Adr.:*! geordnet. Bfl. Weiteres.— Rother Peter: Bf. v. 15./7. erh. Beil. st bog j sorgt.— I. L. Mz.: Mk.- 70 f. Schft. erh. Bstllg. war bereits unter- wegs.— Jos. Strauß N.-Dork: Fr. 50 05 ä Cto. erh.— Kz. Sttg.i 1 Mk. 8 60 2 Ab. 3. Qu. SB. u. Sch. erh.— F. W. postlg. Hg.: Mk. 50 f. 1 Expl. erh.— Verrina: Mk. 19 30 Ab. 3. Qu. erh. Bfl. mehr.-"«stluis F. Stk. St. Gall.: Fr. 2 10 Ab. 3. Qu. erh. Bf. abgg.— A. Lesekl lich„ Lausanne; Fr. 23 50 Ab. 3. Qu. u. Schft. erh. Bstllg. fort.— I. Mb* dx» c Zug: Fr. 9 35 pr. Mr. ä Cto. Ab. erh. u. gutgebr.— M. Schl. SSfM f«— Mk. 5— pr. Ab. 3. Qu. u. ä Cto. 4 gutgebr.— H. M. SB.: öwfl' 5™ 1 80 Ab. 3. Qu. pr. Mz. erh.— Dr. H. Br. Pontr.: Fr. 4 50 Ast»-ijun 3. u. 4. Qu. erh. 05 Cts. f. N. Z. 7 a. d. Vbhdlg. bez.— C. L. Stgu.! dirte Mk. 3— Ab. 3. Qu. erh.— Rother Exekutor: Mk 35 01 Ab. u. Schf* ZFakl erh. Bfl. Weiteres.— Schneekoppe: Mk. 21— Ab. 3. Qu. u. Schft mV erh. Bstllg. u. Adr. besorgt.— Panzerschiff: Adr. v. 17./7. hier u. ein» j. � gereiht.— v. d. Eider: Mk. 25— ä Cto. gutgebr. Bstllg. ic. folgt.-1 I. H.: Mk. 150— Ab. 2. Qu. gutgbr. Weiteres besorgt. Bfl. mehr- Zeitn Gd. berichtete allerdings derart.— Der Alte v. Berge: Fr. 11 04 3. Qu. R. T. Sch. erh.— Sauhirt: Mk. 20—& Cto. Ab. 3. Qu. je- erh. Adr. ic. vorgem.— fft Himmel——; Sdg. am 18. erh. Rbz. ha! endlich sich herbeigelassen. Sch. je. besorgt u. notirt.—„Ausnahmsweist vernünftig"— geschrieben oder gelesen? Möchte wissen für künftig, was von Beidem der Fall gewesen.— Die Rothen i. H. s Mk. 60— ä Cto. erh. Weiteres erwartet.— Rothe Erde 671: Mk. 3 Ab. 3. Qu. erh.— W. Gflg. Silistr.: Fr. 2 90 Ab. 3. Qu. u. Schft erh., Fr. 2 10 pr. Agfds. dkd. verw. Meineidspfäffisches existirt nicht � Separatabdruck.— v. E. Enge: Fr. 2— Ab. 3. Qu. erh.— I. Zch.: Fr. 2— Ab. 3. Qu. erh.— «« unsere Korrespondenten. Wir bitten in jedem Brief u. s. w. stets deutlich anzugeben, welch« Briefe, Sendungen u. s. w. bis zu Abgang eingetroffen waren- Bei Adretzänderungen,«dreßlöschungen und dergleichen ist unbedingt Vorkehrung zu treffen, etwa Laufendes in sichere(Hand zu leiten. 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