intrt* btaj'l mnir : ab� agitw ßt H-- ig«?» >nb da� mt f agert itg. Krscheint Wöch tntlich einmal in Zürich(Schweiz). Aerkag der »»l»»buchh-«»l»»g Hot>i»g«n> Zürich. V-stseabullgt» gegen sr»»i». Sewdhnliche Briese »»ch»er kchwet, loste» Doppelporto. Der SoMldeinoKrat Aentrat-Hrgan der deutschen Sozialdemokratie. Kvonnements werden bei allen!chwe>ierische» Postbureour � sowie beim Verlag und dessen b-lannten Agenten entgegengenommen, und jwar ,um vor« u», ahlbare« Lierteljahrbprei» von: Fr 2,— sllr die Schweiz< Kreuzbands Ml S— siir Deutschland(Souvery st. 1.70 sstr Oesterreich< Fr. 2 S0 sstr alle Übrigen Linder de» Weltpostverein»(Kreuzbands. Zasrrate die dreigespalten« Petitzeil« 2S St».— 20 Psg. Jtä. 39. Donnerstag, 24. September 1883. ■V Avi« an die Ationnenten und �orrespondcnlen de,„Soziatdemotrat."-MM sowohl m D»-«schl-nd°l, anch in Oesterreich»..»otn. ist, bezw. dnsolg, wird und die dortigen, al« mbgltch°n den_,.... ?'b' 0eb««. unsere Verbindungen nach jenen SMndern mbglichst zu erschweren, resp Briese von dort an UN»\ Adresse austerhalb D-uts-blandi und K.Ä5.J*? ü.?° selbst adrestiren. sondern stch mSglichft an Irgend«lue unv.rd«»«.. s,N Zeitung«- und sonstigen Speditionen nach dort-bzusangen. so ist die Su st erste vorstcht Im Postveriehr nothwendig und j auch un, inSglichst unveriänaliche �ngellun�d. N u' � dann mit un» in B-rbindung setz, f anderii'II�blr d?» JJ,«i"' Vorst«,, mastregel»ersstum, werden, die«ricsmarder über den Wabren Absender und EmpsSnger, sowie den Inhalt\ kicherhei««eloininandiruna SobW»n un« n. f"l 8 �■ 1 �"den. Iii zweifelhasten Fällen«mpftehl, stch beduf, or»d..Ä �düngen zu täuschen und letz.-., dadurch zu schützen Hauptersordernii ist tzi.zu einersei... d°i uns... freund, so sel.en � stehenden Schw�gleN-n d�.«oziäldÄ �tz �-Ä,?,� »dl»« Weit� ihag� r°: Ä stgeo» «mw> m.** Ä4 mt.stfj » bl die«"Jl Ab.*[ Wahl-I Ab.' :ig au' Duw gutfln Klar« >er ij, f-sg Dfb. er? f. 4* De ß1, ihlt trq M l4,1 m* te; A g-f°L . All«k fei: N 50 m )-r-U genrOHj : K.' loife fb. e» er-S � tär if z un)«1 fa :ich Wj 4 ouä mager? teueflf Liegen eines Unfalls an der Maschine konnte �ie vorliegende Nummer erst 2 Tage später er- deinen. Unseren ausländischen Mrief- und Kreuzband- Abonnenten zur Wachricht. Alle Einzelabonnements, welche vor Ablauf September nicht erneuert sind, werden mit Nr. 40 gesperrt. Bei Bestellung durch Vertrauensleute benach- �chtige man dieselben also rechtzeitig. Vorausbezahlung muß festgehalten werden. Conto-Jnhaber belasten wir, wenn Abstellung nicht Anfang Oktober erfolgt, auf nächstes Quartal. Abonnements für die Schweiz werden mit Nr. 40 Dachgenommen. Die Elpedition des„Soiialdemokrat". -n» j. m -js 6, bitt� laffurt l r ch' it." sozial fg 8eitt<� Zrozeff Wide� oerdeiis tet» Kapitaliftische„Naturschranken". Die famose Enquete über die Sonntagsarbeit geht ihrem Ende entgegen, und die Offiziösen weisen triumphirend darauf �i», daß das Resultat derselben kein anderes ist, als waö ihr ?err und Meister bereits vorher verkündet. So wi! lisch ms- !verth es sei, daß der Sonntag ein Ruhetag für den Arbeiter s�i, so ständen einem gesetzlichen Verbot der Sonntagsarbeit ßoch so viele Bedenken entgegen, würde die strikte Durchfiih- lung des Verbots init so vielen Nachtheilen für die Industrie, und damit für die Arbeiter, verbunden sein, daß es besser sei, °as kleinere Uebcl des jetzigen Zustandes der Dinge aufrecht in erhalten, zumal ja doch die Sonntagsarbeit glücklicherweise »immerhin die Ausnahme" sei, al� mit dem Gesetz die Schranken Anstoßen zu wollen, welche die Natur der Dinge der Regu- "rung und Reglementirnng der Arbeitsverhältnisse gesetzt habe. Und was wir heute von der Sonntagsruhe zu hören be- kommen, wird man uns morgen vom Maximalarbeitstag, vom Arbeiterschntz überhaupt sagen. Immer und immer wird man Uns mit dem Einwand kommen, daß die Verhältnisse der Industrie solche Eingriffe der Gesetzgebung in ihren Betrieb uicht vertragen, und entweder die Konkurrenz des Auslandes oder die technischen Anforderungen des Betriebes als„Natur- ichranken" ausspielen gegen die von den„Agitatoren" verlangten Arbeiterschutzgesetze. -Originalität ist nie die starke Seite unserer Gegner gewesen, Und auch diesmal sind ihre Ausreden nichts weniger als neu. Was die deutsche Reptilien- und Ausbenterpresse heute gegen oie Arbeiterschutzgesetzgebung ins Feld führt, das ist Alles oereits vor dreißig oder vierzig Jahren von der Fabrikanten- Dresse Englands gegen die damaligen ersten Versuche auf dem Gebiete der Fabrikgesetzgebung ins Feld geführt worden. Kein Schlagwort der heutigen Agitation, das nicht damals schon gefallen wäre, keine Unheilprophezeihung, die nicht Ubch damals gemacht worden wäre und— nicht eintraf. In der That, es gibt nichts ErmuthigendereS für den Verfechter oer Arbeitersache, als die Kapitel nachzulesen, in denen Karl �arx in seinem noch lange nicht genug gewürdigten„Kapi- ili" die Kämpfe schildert, welche in England, dem Musterland 0er kapitalistischen Produktion, um und gegen die Fabrik- Gesetzgebung geführt worden sind. Nichts Ern. Dgenderes und nichts Belehrenderes. Er U'ird fast auf jeder Seite brauchbares Material für den Kampf Segen unsere Widersacher finden; das Buch ist ein wahres Arsenal von schneidigen Waffen, dessen Reichthum noch lange kkicht erschöpft ist. Hören wir z.B. Marx über die sogenannten technischen �alur schranken, die sich angeblich gesetzlichen Pausen des kegulirten Arbeitstages entgegenstellen. In dem herrlichen Kapitel des ersten Bandes:„Maschinerie und große Industrie" kommt er in dem Abschnitte:„Uebergang der modernen Manu- mktur und Hausarbeit in die große Industrie" auch auf dieses Schema zu sprechen, und wir glauben, es kann nichts Zeit- gcmäßercs und keine schlagendere Antwort auf die Auslassungen oor Handelskammern ic. über die Unzulässigkeit eines Verbotes Dsr Sonntagsarbeit geben, als das zu veröffentlichen, was -�arx hier ans der Geschichte der englischen Fabrikgesetzgebung anführt. Er sagt auf Seite 500:*) *) Wir ziiiren nach der zweiten Auflage. „Mit dem Schlendrian de« unbeschränkten Arbeitstag«, der Nachtarbeit, und freier Menschenverwllstung, gilt jede« naturwüchsige Hinderniß bald für eine ewige„Naturschranke" der Produktion. Kein Gift Der« tilgtUngezieser sicherer, alSdaSFabrikgesetz solche „Naturschranke o". Niemand schrie lauter über„Unmöglichkeiten", al« die Herren von der Töpferei. 1864 wurde ihnen da« Fabrik- gesetz oktroyirt und alle Unmöglichkeiten waren schon 16 Monate später verschwunden.„Die" durch da» Fabrikgesetz hervorgerufene„ver- besserte Methode, Schliff durch Druck statt durch Verdunstung zu machen, die neue Koustruktion der Oefen zum Trocknen der frischen Waare u. s. w. sind Ereignisse von großer Wichtigkeit in der Kunst der Töpferei und bezeichnen einen Fortschritt derselben, wie ihn da« letzte Jahr- hundert nicht aufweisen kann... Die Temperatur der Oefen ist be- trächrlich vermindert, bei beträchtlicher Abnahme im Kohlenkonsum und rascherer Wirkung auf die Waare"(Bericht der Kinderarbcits-Kommission 1864, S. 96 und 127). Trotz aller Prophezeiung stieg nicht der Kostenpreis de« Erdengut«, wohl aber die Produktenmasse, so daß die An«- fuhr der 12 Monate von Dezember 1864 bis Dezember 1865 einen Werlhüberschuß von 133,623 Pfd. St. über den Durchschnitt der drei vorigen Jahre ergab. In der Fabrikation von Schwefelhölzern galt e» als Natu r- gesetz, daß Jungen, selbst während der Hinunterwürgung ihre« Mittag- mahl«, die Hölzer in eine Phosphorkomposition tunkten, deren giftiger Dampf ihnen in da« Gesicht stieg. Mit der Nothwendigkeit, Zeil zu ökonomisire», erzwang der Fabrikakt(1864) eine„äipping machino" (EintauchungSmaschine), deren Dämpfe die Arbeiter nicht erreichen kön- nen*). So wird jetzt in den noch nicht dem Fabrikgesetz unterworfenen Zweigen der Spitze»Manufaktur behauptet, die Mahlzeiten könnten uicht regelmäßig sein, wegen der verschiedenen Zeitlängen, die verschiedene Spitzenmaterialien zur Trocknung brauchen, und die von drei Minuten aus eine Stunde und mehr variiren. Hierauf antworten die Kommissäre der„Ciiiickrsn's Ernployrnent Cornm."(Kinderarbeit- Kommission): Die Umstände find dieselben wie in der Tapetendruckerei. Einige der Hanptsabrikanten in diesem Zweig machten lebhaft geltend, die Natur der verwandten Materialien und die Verschiedenartigkeit der Prozesse, die sie durchlaufen, erlaubten ohne großen Verlust keine Plötz- liche Stillsetzung der Arbeit sllr Mahlzeiten.... Durch die sechste Klausel der sechsten Sektion de« Factory Act's Extension Act(Erweiterungsgesetz zum Fobrikgesetz 1864) ward ihnen eine sechsmonatliche Frist vom Erlassungsvatum de« Rl.i an ciiigeränmt, nach deren Ablauf sie sich den durch den Fabrikakt spezifizirten Ersrischungspauscn fügen müßten. Kaum hatte da« Gesetz die parlamentarische Sanktion erhalten, al« die Herren Fabrikanten entdeckten:„Die Mißstände, die wir von der Einsührung de» Fabrikgesetzes erwarteten, sind nicht ein- getreten. Wir finden nicht, daß die Produktion irgendwie g e l ä h m t i st. In der That, wir produziren mehr in derselben Zeit"(Bericht der Fabrikinspektoren, 31. Okt. 1865, S. 22). Mau sieht, da» englische Parlament, dem sicher Niemand Genialität vorwerfen wird, ist durch Erfahrung zur Einficht gelangt, daß ein Zwangsgesetz alle so- genannten Naturhinderniffe der Produktion gegen Beschränkung und Regelung de« Arbeitstags einfach w e g d i k t i r e u kann. Bei Ein- führung de« Fabrikakts in einem Industriezweig wird daher ein Termin von 6—18 Monaten gestellt, innerhalb dessen es Sache der Fabrikanten ist, die technischen Hindernisse wegzuräumen. Mirabeau'«:„Impossiblo I Ke me ckit jamais cet imböcll de mot!"(Unmöglich! Man bleibe mir mit diesem dummen Worte vom Leibe!) gilt namentlich für die moderne Technologie." So Marx, und wir denken, die deutschen Arbeiter haben alle Ursache, sich diese Worte einzuprägen. „Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg", dieses englische Sprichwort müssen wir unseren Gegnern immer wieder ent- gegenhalten. Ihr ruft uns zu: Unmöglich! Bleibt uns mit diesem dummen Wort vom Leibe. Wer unmöglich sagt, sagt, daß er nicht will. Ihr sprecht von„Naturschrankcn"? Kein Gift vertilgt Ungeziefer sicherer, als das Fabrikgcsetz Eure „Naturschranken." Also keine Ausflucht, Ihr Herrm. Deutschland, die milchende Kuh Bismarcks. Motfc>:„Da« Mädel hieß einst Germania, ---,.. Jetzt ist sie preußische Hure." „Da« neue Wintermärchen." E« war einmal ein großer Mann, der hieß Otto. Derselbe hatte, wie da» bei großen Leuten selbstverständlich, eine große Seele, sowie, was bei großen Leuten wenigstens nichts Unerhörtes, viele Schulden. Da sllr große Geister die kleinlichen Rücksichten nicht in'« Gewicht fallen können, warf sich unser Otto entschlossen dem Ehestand in die Arme und bezahlte mit der Mitgift eine» Fräulein von Putt kamer(eine reichere Cousine Puttkamer hatte ihn leider ausgeschlagen) die dringendsten Posten. Aber der Friede dauerte nicht lange: bald war Alle« wieder beim Alten, und der künftige Retter Deutschland«— wenn von einem großen Mann die Rede ist, so kann bekanntlich kein anderer gemeint sein, al» der grrrößte aller Sozialreformer— konme sich vor feinen Gläubigern nicht retten. Zum Glück fand er in diesem kritischen Augenblick einen hohen Göu- ner in dem späteren Herrn von Bleichröder, der mit seiner seinen Bankiernase die große Seele de» damals noch kleinen Otto roch, die Schulden desselben auf Spekulation bezahlte und eine ewige Freundschaft mit ihm schloß, die später mit Hülfe der glorreichen Kriege so nette kleine Milliouenprofitchen nebst dem Adel de« Namen« und unzweifel- hast auch der Seele für ihn abwerfen sollten. Auch für Bismarck legten die heiligen Kriege den Grundstein zu seinem kolossalen Vermögen. Da« Blut der Gefallenen floß in Form von Dotationen in seine Tasche. Der große Mann war ein„gemachter Mann". Bon da an, wie da» so häufig geschieht, daß au« lustigen Leuten Heilige werden, kam bei ihm der Umschlag. Seine alte Eigenschaft, Thal er ♦) Die Einführung dieser und andrer Maschinerie iu die Schwefelholz- sabrik hat in einem Departement derselben 23t) junge Personen durch 32 Jungen und Mädchen von 14—17 Jahren ersetzt. Diese Ersparung von Arbeitern wurde 1865 weiter geführt durch Anwendung von Dampfkrast. I zu nehmen, wo er sie kriegen konnte, behielt er bei, aber— er lernt sie auf die hohe Kante zu stellen. Für die meisten armen Teufel ist da« beim besten Willen keine leichte Sache: wenn man aber mit Hülfe Bleichröder'« Kanzler eine« mächtigen Reiches geworden ist und die Klinke der Gesetzgebung in der Hand hat, fallen eine Menge Schwierig- leiten sich zu„arrangircn" fort. Ein Beispiel au» neuester Zeit mag dafür zeugen. Jedermann weiß, wie Herr Schwenninger zum Entsetzen aller guten Menschen und trotz ihre« sanften Widerspruche« zum Professor in Berlin gemacht wurde. Widerspruch zu finden, ist für den großen Otto ebenso unan- genehm wie für alle anderen Leute, er mußte also rein den Narren an dem neugebackenen Professor gefressen haben oder-- nun vielleicht erleuchtet folgender Vorfall da» Dunkel. Vor zwei Jahren ungefähr trug die Frau de« Geheimrath« Struck in Berlin aus Scheidung an. Ihr Mann wurde vom Gericht al» schul- diger Theil erkannt und sollte ihr Alimente zahlen, die er jedoch für zu hoch erklärte, da seine Einnahmen uicht so bedeutend seien, al» man annehme. Auf den Einwand de« Advokaten der Frau, daß Struck ja Hausarzt bei Bismarck sei, gab dieser an, nie einen Groschen dafür von dem großen Otto mit der großen Seele erhalten zu haben. Da da« nicht wahrscheinlich klang, denn damals hatte Otto schon seine Dotationen in der Tasche, und war kein armer Teusel mehr, zog man Erkundigun- gen ein, und erhielt zur Antwort: Bismarck habe geglaubt, seine Frau habe den Arzt bezahlt! Und damit hatte die Sache ein Ende. Dem Dr. Schwenninger verschafft man eine Professur und ver- setzt ihn in die Lage, zweihundert Mark für jede Konsultation zu verlangen anstatt fünfzig, die er liquidirie, ehe er Professor war,— und Bismarck ist ihm gegenüber quitt. Die Berliner Professoren aber sind dem Beispiel de« bekannten Mannes gefolgt, der wüthend sein Schwert au» der Scheide zieht, sich Spitze und Schneide besieht, und es ruhig wieder einsteckt. Außer seinem körperlichen Wohlbefinden hatte Bismarck noch eine andere Sorge. Bekanntlich sind ihm zwei Söhne erblüht. Der eine besitzt alle schlechten Eigenschaften seine« Vater» und nicht« vou dessen— Genie, der andere hat zwar auch die schlechten Eigenschaften geerbt, aber mit ihnen ein Stück„Genialität". Infolge dessen lebte er mit einer Fürstin C a r o l a t h(ob mit oder ohne Wissen von deren Mann, bleibe dahingestellt) einen Winter über in Venedig unter dem Ztamen Gras und Gräfin Schöneich oder Schönthal, und entführt sie— später! Der Fürst Tarolath ließ sich scheiden, und Herbert Bismarck erklärte: er heirathe die Fürstin Tarolath oder niemal«. E» mag wohl zu unlieb- samen Szenen zwischen Bater und Sohn gekommen sein, und um den- selben ein Ende zu machen, ließ Bismarck dem Fürsten Carolath nicht» Geringeres al« einen Gesandtschaftsposten anbieten, wenn er so freundlich sein wolle, sich mit seiner Frau wieder auszusöhnen. Wozu ist denn auch da« deutsche Reich da, wenn e« nicht solche kleine Annehm- lichkeiten bieten sollte, wie das Abfinden mittelst guter Plätze? Fürst Carolath jedoch, der weder Energie noch Verstand besitzt, aber ein Ehren- mann ist, schlug den Posten, dem er in keiner Weise gewachsen wäre, au«. Der Mann hatte eben keine große Seele. Herbert ist ein lieber böser Junge, und vielleicht weil er mit seinem Taschengelde nicht recht auskommt(worüber man sich bei einem zukünf- tigeu Kauzler nicht wundern könnte), vielleicht auch um ein Pflaster auf seine Herzenswunde zu legen, wurde im letzten Winter die Direktor- Posten- Komödie in Szene gesetzt, und hinterher die schm— eichelhaste Peter«-, nein, Bismarckpfennigsammlung, die den Grundbesitz Otto'« um 3 Prozent vermehren sollte, und den Sammlern so reichlich Orden, Titel, Avancement«, huldvolle» Lächeln rc. sc. eingetragen hat. Hat doch sogar der frühere Minister F r i e d e n t h a l glühende Kohlen aus da» Haupt Bismarck'» gesammelt und sich an die Spitzt de« Bettel-— nein, Sammelkomite« gestellt, obwohl Letzterer ihn in einer offenherzigen Stunde mit dem Titel:„Jüdischer Hoscnsch....." beehrt hatte. Friedenthal wußte eben genau, wie man die Gunst de« Fürsten Bismarck stch erringt: „Zu viel kann man wohl haben, Doch hat man nie genug." So wurden denn, natürlich zum Heil des„armen Mannes," die neuen Gelreidezölle im Reichstag durchgedrückt, die zufällig auch da« Einkom- men Bismarck'« um 40,(XX) Mark jährlich erhöhten. Und wa» wird jetzt kommen??? Die gesetzgebenden Körperschaften treten ja nächsten« wieder zusammen, um ihre Stimmen und Hände zum Melken de» deutschen Reiche« zu leihen. Doch nein, gerecht muß man sein. Da hat Bismarck sich vor einiger Zeit einmal mit einem Charlottenburger Arbeiter sehr huldvoll unter- halten und ihm zum Abschied zehn Pfennige geschenkt. Ganz Char- lottenburg war bewegt von der Güte und Großmuth unseres Kanzler». Deutscher Michel, deutscher Michel, die Geschichte wird einst lehren, wie sehr du dich am Narrenseil hast führen lassen. Vindex. — �AA/XsA/W-- Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 28. September I88S. s. Wir machen die deutschen Genossen nochmals auf die französischen Wahlen aufmerksam. Wahlen erheischen Geld, und unsere Brüder in Frankreich, die hei der vorigen Reichstagswahl uns so treu zur Seite gestanden, rechnen jetzt auch auf unsere Hilfe. Die deutschen Arbeiter haben schon namhaste Beiträge zum Wahlsond der Brüder in Frankreich ge- liesert; allein es wäre sehr erwünscht, wenn noch mehr gegeben würde. Wir sind überzeugt, keine Fehlbitte zu thun, wenn wir an die deutschen Sozialdemokraten nochmals den Ruf ergehen lassen: Steuert bei zu dem Wahlfond der französischen Sozialisten! — Die skandalösen Polenausweisungen aus Preußen werden ununterbrochen fortgesetzt, und die Rücksichtslosigkeit, mit der die Herren Regierungs- und Landräthe dabei zu Werke gehen, das Elend, welches sie über die Opfer der neuesten Bismarck'schen Laune verhängen, ist so himmelschreiend, daß selbst reichstreue liberale Blätter nicht umhin können, hier und da schüchterne Bedenken über die Zu- lässigkeit und vor Allem Zweckmäßigkeit solchen Vorgehens laut werden zu lassen. Damit, und mit einer etwas schärferen Verurtheilung von Seiten der oppositionellen Presse ist die Sache für das„öffentliche Ge- wissen" in Deutschland abgethan. Diese stumpfsinnige Hinnahme einer mit allen Grundsätzen der Menschlichkeit in Widerspruch stehenden Maßregel kennzeichnet mehr als alles Andere den Grad der Versumpftheit des politischen Lebens, welches die glorreiche Aera Bismarck in Preußen-Deutschland zu Stande gebracht. In jedem anderen Lande würde sich Alles, was noch ein Gefühl für Menschlichkeit und Gerechtigkeit in der Brust hat, zum leidenschaftlichen Protest gegen solche Barbarei erheben, in Tausenden von Volksversamm- lungen würde man gegen eine solche Purtfizirungspolitik, welche den deutschen Namen überall im Auslande mit Schmach bedeckt, als unwür- dig zurückweisen— in Deutschland nichts von Alledem. Stumpfsinnig resignirt nimmt man die Sache hin. Die Regierung thut ja doch, was sie will, das ist der stets wiederkehrende Refrain, mit dem man das schlechte Gewissen beruhigt. Es ist ein Skandal. Aber, wir sind eine grrroße Nation, wir haben ein herrliches Kriegs- Heer, Panzerschiffe, Torpedoboote, Krupp'sche Kanonen— mit einem Worte, wir sind eine Weltmacht geworden, und wehe Dem, der es wagt, unserem Appetit nach Kolonien entgegenwirken zu wollen! Er wird es zu fühlen bekommen, was es heißt, mit einer grrroßen Nation anzu- binden. Wir stehen glänzend da in der Welt. Das wiegt Alles auf. So ist's. Nach Außen beglissen und nach Innen besch--, wie ein derbes Sprichwort sagt. — Halb Revolution, halb Staatsstreich, so kann man die Umwälzung bezeichnen, die sich vergangene Woche auf der Bal- kanhalbinsel vollzogen. Die Bulgaren der Provinz Ost-Rumelien haben den Generalgouverneur Gavril Pascha Chrestovich gestürzt und den Fürsten Alexander von Bulgarien als Landesherrn ausgerufen. Dieser hat die neue Würde auch eiligst angenommen und sich als„durch Gottes und des Volkes(— wirklich?—) Willen" Fürst von Nord- und Süd-Bulgarien proklamirt. Soweit wäre alles in schönster Ordnung— angeblich ist bei der ganzen Geschichte auch nicht ein Tropfen Blutes geflossen— wenn nicht die Türkei und der„Berliner Vertrag" von 1878 da wären, durch welch letzteren dieser mit nachahmungswerther Ge> schicklichkeit inszenirte und ausgeführte„Befreiungsakt" einen ganz netten Riß macht und einen noch netteren zu veranlassen droht. Daß Verträge nicht dazu da sind, gehalten zu werden, weiß heutzutage jeder, und daß der Berliner Vertrag keine Ausnahme machen werde, dürften sich seine Macher gewiß nicht verhehlt haben. Die Frage, wor- auf es ankommt, ist nur die, ob es im Interesse dieser Macher, oder im Interesse welcher der Macher es liegt, daß ihr Machwerk schon jetzt durchlöchert werde. Und berücksichtigt man, daß Herr Alexander von Battenberg erst vor 14 Tagen in Franzensbad mit dem russischen Mi- nister Giers konferirt hat, so weiß man auch, was die Glocke geschlagen und was man von der offiziösen Nachricht zu halten hat, daß in russi- schen Regierungskreisen das Vorgehen des Fürsten„nicht gebilligt" wird. Diese Kreise liegen wahrscheinlich auf dem Monde. Rußland, das in Zentralasten soeben einen Bissen verschluckt hat, den es erst wieder verdauen muß, um von Neuem auszuholen, fängt eben wieder an, auf dem Balkan zu mogeln; das ist so seine traditionelle Politik. Da in England ein Tory-Ministerium am Ruder ist, sieht es sich veranlaßt, den Schein etwas mehr zu wahren als zur Zeit, wo Gladstone in Bulgarischen Greueln machte. Zudem hat der Berliner Vertrag noch«in Gegenstück zu der nicht türkischen und nicht bulgarischen „Provinz" Ost-Rumelien geschaffen: die bosnische Frage. Grade im jetzigen Moment, wo Franzi„zufällig" zum ersten Mal bosnischen Boden betreten und sich von dazu bestellten bosnischen Führern hat anhochen lassen, würde die offene Zustimmung Rußlands zu den Borgängen in Sophia und Philippopel eine Erlaubniß für Oesterreich sein, die Okku- pation Bosniens in Annexion zu verwandeln. Daher Rußlands mora- lische Bedenken. An dem Stande der Dinge wird durch sie nichts geän- dert, es ist eine vollendete Situation geschaffen, und wenn die Türkei den Versuch macht, mit Waffengewalt wiederzuholen, was ihr genommen, was thut das? Auf jeden Fall werden ihre Kräste festgelegt, und für die schlimmste Eventualität gibt es ja noch„macedonische Greuel". Was kommt es den Herren in Petersburg auf etwelches Blutvergießen an? Ebenso wenig wie ihrem„Düpe" oder Komplicen in Berlin. — Wie weit die politische Entwickelung in Deutsch- land noch zurück ist gegenüber der der Weststaaten Europas, da- für hat jüngst die„Frankfurter Zeitung" wieder einmal einen überaus drastischen Beweis geliefert. In seiner Morgennummer vom 18. Sep- tember schreibt das Hauptorgan des vorgeschrittensten Flügels des deutschen Bürgerthums bei Besprechung des Clemenceau'schen Programms wörtlich Folgendes: „Verweilen wir einen Augenblick bei dem neuesten Produkt der Pariser politischen Weisheit. Das Manifest hat von dem früheren Programm Einiges gestrichen, enthält aber immer noch etwa hundert Forderungen, deren Verwirklichung, wenn sie überhaupt möglich ist, mindestens tausend Jahre in Anspruch nehmen würde." „Mindestens tausend Jahre." Das müssen sicherlich haarsträubende Utopien sein, zwischen deren Aufstellung und Verwirklichung—„wenn sie überhaupt möglich ist"— eine Spanne Zeit verfließen soll, größer als die Epoche, innerhalb deren die Deutschen aus kräftigen Halbbar- baren, die sie noch zur Zeit der Karolinger waren, zu den gesitteten Philistern des glorreichen zweiten Kaiserreichs von Bismarcks Gnaden wurden. Hören wir also: „Im politischen Theile des Programms wird u. A. verlangt: Ausarbeitung einer Verfassung durch eine konstituirende Nationalversamm- lung, die eigens zu diesem Zwecke zu berufen ist; Abschaffung des Senats und der Präsidentschaft der Republik; Bestätigung der Verfassung durch Volksbeschluß, d. h. durch Plebiszit. Einzige und permanente Volks- Vertretung, die jährlich zu einem Drittel zu erneuern ist; vollständige Unterordnung der Exekutive unter die Legislative. Die Richter werden gewählt und ihr Mandat ist unwiderruflich. Bürgerliche Gleichstellung der Frau mit dem Manne; Gleichstellung der unehelichen mit den ehe- lichen Kindern. Autonomie der Gemeinden; Rückkehr des Departements der Seine unter das gemeine Recht. Besoldung aller Wahlfunktionen. Im wirthschaftlichen Theile wird verlangt: Progressive Steuern auf Kapital oder Einkommen, je nach dem Falle; spezielle Steuern auf unproduktives Kapital; Unterdrückung des Erbrechts der Seitenlinien und progressive Besteuerung der direkten Erbfolge und der Schenkungen unter Lebenden. Stufenweise Reduktion der öffentlichen Schuld. Neun- stündiger Arbeitstag in allen staatlichen oder vom Staat ab- hängigen Werkstätten. Staatsverstcherung gegen Unfälle der Arbeiter, gegen Invalidität, Feuer, Hagel und Ueberschwemmungen. Berufung eines internationalen Kongresses zur Herstellung einer internationalen Arbeitsgesetzgebung." Dreiviertel dieser Forderungen sind in der Schweiz, wie männiglich bekannt, bereits verwirklicht und werden dort nicht einmal von den Reaktionären mehr bekämpft, die übrigen, wie die bürgerliche Gleichstellung der Frau mit dem Manne, die Unterdrückung des Erbrechts der Seitenlinien k. werden längst in der Tagespreffe erörtert und sind anerkanntermaßen mit dem Bestände der gegenwärtigen Staats- und Gesellschaftsordnung keineswegs unvereinbar— für die„Franks. Ztg." aber bedarf es zu ihrer Verwirklichung„mindestens tausend Jahre". Ja, das leitende Organ der bürgerlichen Demokratie Deutschlands nimmt keinen Anstand, gleich darauf von diesen„zum Theil„unpraktischen oder gefährlichen Forderungen" zu sprechen. Welch eine Demokratie, der selbst diese im Grunde so harmlosen Forderungen gefährlich erscheinen! Welch begeisternde Perspektive eröffnet sie dem deutschen Volke! — Aus Sachsen. Das sozialdemokratische Programm für die Landtagswahlen ist diesmal schärfer präzisirt als bei früheren Wahlen, was darin seinen Grund hat, daß diesmal die Agitation, weil in den meisten Wahlkreisen Versammlungen stattfinden konnten, eine viel ausgedehntere war als früher, und die Forderungen eingehend entwickelt werden konnten. Ich will die Hauptpunkte hier folgen laffen, wie sie in den meisten Wahlaufrufen ausgestellt sind. Nach einer Darlegung der Aufgaben und Befugnisse des Landtags und nach einer allgemeinen Skizzirung unseres Stre- b e n s wird von dem jeweiligen Kandidaten gesagt: „Insbesondere wird er eintreten: Für Einführung des all- gemeinen Wahlrechts zu Gemeinde- und Landtags- wählen, für Vereinfachung und gerechteVert Heilung des Steuerwesens durch Reform der progressiven Einkommen- steuer und Beseitigung aller übrigen Steuern in Ge- meinde und Staat, für gerechte Vertheilung der Armenlast durch Erhebung des G e s am mt a r m e n w e s e n s zur Staats- fache, so daß nicht mehr, wie das jetzt der Fall ist, vielfach die ärmsten Gemeinden die höchsten Armenlasten zu zahlen und z. B. die Leipziger Landgemeinden die Arbeiter, welche die reiche Bourgeoisie der Stadt Leipzig noch mehr bereichern, in ihren alten Tagen zu ernähren haben; für Ersparniß im Staatshaushalt, aber Ersparniß am richtigen Ort, d. h. oben, nicht unten, für bessere Besoldung der unteren Staatsbeamten(Eisenbahn-, Gerichtsbeamten:c. k.) und der Arbeiter im Dienste des Staates, für Hebung der Volksschule, Unentgeltlichkeit des Unterrichts und Reform des gesammten Unterrichtswesens, dergestalt, daß die Möglichkeit höherer Bildung den Söhnen der Armen ebenso geboten wird wie denen der Reichen, und daß nicht länger, wie bisher, die Reichen ihre Kinder auf Kosten der Armen erziehen können, die für die höheren Blldungsanstalten beizusteuern haben, aber durch ihre Armuth verhindert sind, ihre eigenen Kinder in dieselben zu schicken, für R e< form des Dissi d e nt e n g e s e tz e s nach dem Grundsatz der absoluten Gewissensfreiheit, und für Regelung des Knappschaftswesens in dem Sinne der Gerechtigkeit und der Selbstverwaltung. Außerdem wird unser Kandidat mit aller Kraft dahin wirken, die sächsische Regierung zu veranlassen, daß sie im Bundesrath die Wünsche und Forderungen des gesammten Volkes zum Ausdruck und seine Interessen zur Geltung bringt; daß sie insbesondere wirke a) für Abschaffung des Ausnahmegesetzes, durch welches die größte Partei unseres Landes schwer ges chädigt wird, b) für Beseitigung des Militarismus und Ersatz des stehenden Heeres d u r ch ei n V o l k s h e e r; o) gegen die gewiß nicht segenbringende Zoll- und Steuerpolitik des Fürsten Bismarck, welche darauf ausgeht, die Lebensmittel gründlich zu ver- t h e u e r n und die Großen(Grundbesitzer, Großfabrikanten u. s. w.) aus Kosten der Kleinen(Arbeiter, Handwerker und Bauern) zu b e r e i ch e r n." Das Programm bedarf keiner Erklärung. Besonders hingewiesen sei blos auf den das A r m e n w e s e n betreffenden Punkt. Die bisher nur von einzelnen Abgeordneten befürwortete Erhebung des Armen- wesens zur Staatssache ist hiermit von den sächsischen Genossen als Parteiforderung aufgestellt. Es versteht sich, daß es sich hier nicht um eine theoretisch-prinzipielle Forderung handelt, denn in einer sozia- listischen Gesellschaft kann es selbstverständlich keine Armen geben, und folglich auch keine Armenunterstützung. Aber unter den jetzigen Verhält- nissen ist die Frage eine eminent praktische. Und das ist gewiß, daß wie die Dinge liegen, eine gerechte Vertheilung der Armenlasten blos dadurch erzielt werden kann, daß das Armen- wesen zur Staatssache gemacht, und die Armensteuer in die eine pro- greffive Einkommensteuer einverleibt wird, welche, unserem Parteipro- gramm gemäß, sämmtliche Staats- und Gemeindesteuern ersetzen soll. — Die sächsischen Landtagswahlen haben für unsere Partei ein günstiges Resultat geliefert. Zwei sozialdemokratische Man- date waren erloschen und drei sozialdemokratische Mandate wurden erkämpft. Leipzig-Land, wo Liebknecht vor sechs Jahren nur mit relativer Majorität gegen zwei andere Kandidaten gewählt worden war, ging an die vereinigten Ordnungsparteien verloren; dafür wurde Chemnitz-Land(Geyer) und ein Dresdener Bezirk(Kaden) er- obert, während Zwickau-Land in unseren Händen verblieb(Stolle an Stelle Puttrichs). Das Stimmverhältniß war durchweg ein befriedigen- des— natürlich wenn man den Zensus in Betracht zieht. In Leipzig- Land hatten wir fast doppelt so viel Stimmen wie vor 6 Jahren. Daß der Kreis uns diesmal verloren gegangen, kann den Kundigen nicht überraschen. Der Zensus lichtet überall unsere Reihen, auch da, wo die bestbezahlten Arbeiter wohnen, und der in Frage kommende Kreis ent- hält zum Theil rein bäuerliche Ortschaften. Vielen unerwartet kam aber das Resultat von Chemnitz-Stadt. Daß der Kandidat der vereinigten Ordnungsparteien mehr als doppelt so viel Stimmen auf sich vereinigte, als unser Kandidat, das war manchem überraschend. Und doch ist es sehr natürlich. In der Stadt Chemnitz hatten wir bei der letzten Reichs- tagswahl zwar die Majorität, jedoch keine sehr beträchtliche. Unsere mas- sige Majorität verdanken wir den umliegenden, ausschließlich von Arbeitern bewohnten Ortschaften. Wenn man nun bedenkt, daß der 3 Mark-Zensus unsere Gegner gar nicht berührt, und auch in einer Stadt wie Chemnitz gut die Hülste unserer Reichstagswähler trifft, und wenn man weiter bedenkt, daß eine große Zahl von Arbeitern keine sächsischen Staatsangehörigen sind, während sich unter unfern Gegnern vergleichsweise nur sehr wenig„Fremde" befinden, so hört das Ergeb- niß auf, etwas Ueberraschendes zu haben. Jedenfalls hat die Sozialdemokratie alle Ursache, sich des Gesammt- resultates zu freuen: sie zieht stärker in den Landtag ein, als sie ihn verlassen hatte. ».„Der König marschirte den Hügel hinauf, und marschirte wieder hinunter"— fo heißt es in einem alten englischen Volkslied, das eine nicht geschlagene Schlacht verspottet. Wie jenem König, so erging es den lustigen und traurigen Rittern der söge- nannten neuen demokratischen Partei, die am 13. dieses Monats gen Hamburg zogen, um Musterung zu halten und sich in feierlichem „Parteitag" als Partei zu konstituiren. Sie marschirten in die Stadt hinein und marschirten wieder hinaus. Nur mit dem Unterschied, daß ihr Herz beim Hinausmarschiren betrübter oder weniger gespaßig war als bei dem Hineinmarschiren. Es sollte ein Programm entworfen werden. Wie kann man sich eine Partei ohne Programm denken. Ebenso gut einen Verein ohne Fahne. Ein Programm macheu— nichts leichter als das. So leicht, daß jeder der lustigen und traurigen Ritter von der neuen demokratischen Partei mindestens ein halbes Dutzend Programms auf Lager hatte. Also ein wahrer embarra» de richesse». Das war schon schlimm. Jndeß die Herren haben ja sämmtlich Ueberfluß an freier Zeit, und so wäre dieses Hindernih allmälig überwunden worden. Es fand sich aber unglücklicher Weise ein Stein des Anstoßes, oder sagen wir lieber ein Apsel der Zwietracht, welcher den lustigen und traurigen Rittern ver- hängnihvoll wurde, und ihr erhabenes Werk zum Scheitern brachte, be- vor es„epochemachend" werden konnte— wie die lustigen und trau- rigen Ritter mit der, allen großen Reformatoren und Entdeckern eigenen Zuversicht erhofft hatten. Dieser Stein des Anstoßes oder Apsel der Zwietracht, nannte sich soziale„Frage" oder, genauer präzisirt,„Normal- arbeitstag". Und die Katastrophe trug sich zu wie folgt: Der Hamburger demokratische Verein oder Klub hatte sich in der sozialdemokratischen Luft Hamburgs der Thatsache nicht verschließen können, daß es auf der zivilisirten Erde so etwas Aehnliches gibt wie eine soziale Frage; und demgemäß brachte er aus dem„Parteitag" einen Antrag ein, dahingehend— auf den Wortlaut kommt es ja nicht an— daß die„neue" Partei auf eine Lösung der sozialen Frage hinwirken müsse, und daß sie insbesondere auch für den Normalarbeitstag einzu- treten habe. Dieser Antrag fiel wie eine Bombe in die sonst so friedliche und ge- müthliche Gesellschaft— denn eine Gesellschaft wars, auch in dem heiter geselligen Sinne des Worts. Waren doch die lustigen und traurigen Ritter allesammt gen Hamburg geeilt mit der mehr oder we- Niger ausgesprochenen Absicht, dort ein paar vergnügte Tage zu verleben. Es ißt und trinkt sich ja gut in der Stadt der wohlgenährten Hammonia, und man braucht kein Heine zu sein, und keinen C a m p e zu haben, um in Hamburg gut„schlampampen" zu können. Und so war denn der Friede unserer Gesellschaft, wenn auch grade nicht der gesellschaftliche Friede, gestört— es kam zu hitzigen Kämpfen, so hitzig, wie sie unter gemüthlichen Leuten nur vorkommen können, und das Ende vom lustigen und traurigen Lied war, daß die bösen Ham- burger den Normalarbeitstag höher schätzten, als die neue Partei, und mit grausamer Verbissenheit erklärten, sich von ihr trennen zu müsse» beziehentlich ihr nicht beitreten zu können. Und da gabs dann zues» verblüffte, dann betrübte Gesichter. Einige wollten die Sache traM nehmen; indeß sie erinnerten sich bald, daß sie nach Hamburg nicht g» kommen waren, um sich zu streiten, sondern um sich und ihre Mitmensch» zu amüsiren— so machten sie zu guter Letzt gute Miene zum bos» Spiel,— wer den nöthigen Verstand dazu hatte, schnitt ein ernst» Augurengesicht; die andern lächelten vergnügt nach dem Sturm, uis ein fröhlicher Versöhnungs-, ich wollte sagen Trennungs schma»' sämmtlicher Betheiligten feierte die Sprengung der„neuen" Part» Leichenschmaus« sind ja von sprichwörtlicher erheiternder Wirkuch und so können wir uns denn auch nicht wundern, daß dieser p ol>' tische Leichenschmaus: den fröhlichsten Verlauf nahm. Als w» beim zehnten Glas war, fielen die feindlichen Brüder einander gerüp in die Arme, und gingen dann, so gut sie gehen konnten, gerührt a»* einander, nachdem sie sich gelobt, noch recht oft mit einander zu„schlau pampen". Und so endete der„Parteitag" der neuen Partei und d» neue Partei. Gott habe sie selig, und möge sich recht bald ein Säi>S» finden für diese neue Jobsiade. s—„Der Sozialdemokrat HerrFrohme hat die Aeußerung getha» Liebe zur Menschheit könne nur haben wer von Vaterlandsliebe erfüllt!» „Ein sozialdemokratisches Blatt schließt daraus, daß Herr Froh»» selbst nicht frei von Vaterlandsliebe sei, und macht ihm bittere Vorwür» deswegen. Und dieses Blatt, das einem Manne Vaterlandsliebe vorwir'- erscheint in der Schweiz, in Zürich. Pfui, was für ein Gesindel sich in der freien Schweiz eingenistet seit den Tagen des Tell, seit den» des Winkelried!" Dieser tugendhafte Erguß ist wörtlich entnommen der neue?» Nummer des—„Kladderadatsch". Es ist dieser Parodie auf alles, was Witz heißt, würdig. Von d» fettgewordenen Lohnschreibern des Millionärs Hoffmann, die nichts deres können, als im ewigen Einerlei Bismarck anwedeln und den Splitül im fremden Lande zum Balken umlügen, die nach echter Schmarotzt art die Schwachen verhöhnen und vor den Mächtigen bauchrutschen, ¥ über die Polenausweisungen mit einem nichtswürdigen Kalauer hinwt gehen, von Leuten, die zu den Zeiten des Tell denselben als ein Ra� mörder beschimpft, sich über einen Winkelried auf einen Wink von ob» lustig gemacht hätten, von Burschen, welche die freien Institutionen d» Schweiz nur nennen, um sie zu denunziren, von diesen ehrenwerth» Vaterlandsfreunden wollen wir begeifert sein. Und nicht, d a ß � uns anzapfen, veranlaßt uns, von ihrem Geschreibsel Notiz zu nehm«» sondern die Art, wie sie es thun. Die Jammerkerle sind so all» Witzes baar, daß sie nur noch nach Muckerart heuchlerisch die Aug» verdrehen können. Wir sind nicht so beschränkt, daß wir über ein» guten Witz auf unsere Kosten nicht gelegentlich selbst mitlachten— ist aber nichts als die platteste Plattheit der arroganten Impotenz, für diese haben wir nur e i n Gefühl, das der mitleidigen Verachtull? — Auch die„Kleine Press e", das HauSknecht-Organ der„Frtf� furter Zeitung", fühlt sich in ihrer Nummer vom 13. September d» müssigt, über diejenigen herzuziehen, die an dem Frohme'schen Vor»» über die„spezifisch-deutsche Arbeiterbewegung" Kritik zu üb» wagten. Das speziell zu dem Zweck gegründete Blatt, der Sozialdea» kratie in der Domäne der Franlfurterin den Garaus zu machen, schU" den betreffenden Artikel mit folgenden Worten: „Soviel steht fest, daß Herr Frohme gut thut, eine derartig Gegnerschaft in der eigenen Partei nicht ernst zu nehmen. Die Leutch» bemühen sich selbst ja redlich, unmöglich zu werden. Nun, vorläufig beurtheilt man in der deutschen Sozialdemokratie Möglichkeit oder Unmöglichkeit der Genossen noch nicht danach, ob' sich der Patronage der Macher der Volkspartei erfreu» oder nicht. — Mit Bezug auf die Frage der„Besteuerung der fremdes B i e r e in Berlin" theilt man uns mit, daß die Aeußerung Görcki'e seine Kollegen, d. h. die übrigen sozialdemokratischen Stadtverordnet» hätten seinem Vorgehen in dieser Frage zugestimmt, auf einem JrrthU> Görcki's beruhte, wovon sich dieser inzwischen auch überzeugt hat. Uebt gens hat auch Görcki eingesehen, daß die Gesichtspunkte, von denen! bei Beurtheilung der Biersteuer ausging, mit unserem Programm ni zu vereinbaren seien, und ist demgemäß von seiner ersten Auffassu" zurückgekommen. Damit ist die Angelegenheit selbstverständlich für uns erledigt. — Polizeistaatlich-Jnquisitionelles. In Preuß/ müssen bekanntlich alle Vereine, welche sich mit Fach- ic. Angelegenheit� befassen, der Polizei das Verzeichrnh ihrer Mitglieder einreichen, und' gewissen Zeiträumen ergänzen. Wozu diese Maßregel dient, das w» in Preußen jedes Kind, und dem Ausländer braucht man nur zu sagt daß das Vereinsgesetz, welches sie vorschreibt, ans der Aera Manteusk datirt, dann weiß er auch Bescheid Aus irgend eine Art— das P i e ist vorläufig„Amtsgeheimniß" sind wir nun in den Besitz so eines Mitgliederverzeichnisses gelaNZ nachdem dasselbe bereits behördlicherseits zu den Akten gelegt war.» ist dies das Mitgliederverzeichniß desSchneider-Falb Vereins zu Frankfurt am Main, eingereicht am K. Oktobt 1884. Auf demselben finden sich folgende Bemerkungen: Vom 10. Oktober— drei Tage nach Empfang: „Herrn Polizeirath Dr. Rumpff mit dem er! Ersuchen um Markirung der bekannten Sozial demokraten.(Name unleserlich.— Hergenhahn?) Vom 13. Oktober: „Nach Markirung mit Bleistift, jedoch ohne G* währ, daß die übrigen Mitglieder ebenfall Soziali st en, ergeben st zurück. Dr. Rumpfs." Daran erkennen wir den pflichttreuen Beamten. Ohne Gewähr. V biedere Horsch-Erzieher hätte offenbar am liebsten alle Mitglieder d' bedenklichen Vereins— ein Fachverein, wie jeder Arbeiterverein übs Haupt, ist in Preußen ja stets„bedenklich"— als Sozialisten markirt Aber Rumpff wußte, daß er damit den Werth der einzelnen„M» kirung-n", der ja in der Besonderheit steckt, abschwächen würde, i» begnügte sich daher damit, einige„notorische Umstürzler" durch energifl Bteistlftstriche als sehr gefährlich, einige andere durch schüchternere Stri« und ein angehängtes Fragezeichen als gefährlich und den Rest generali� als verdächtig zu bezeichnen. So handelt eine gewissenhaft und g' orientirte Behörde.. Und nun wandert die Liste zum Präsidenten zurück, der am 1 4. O' tobet die Verfügung erläßt: „1. Bescheinigung zu ertheilen. jj. ad acta.. Die Bescheinigung wird, wie ein weiterer Vermerk besagt, am 15.£ tober an den Vorsitzenden des Fachvereins abgeschickt, und das Verz» niß, mit dem Aktenzeichen 883» l versehen, den Akten einverleibt.' es von da in unseren Besitz gelangt, und unter welchem Aktenzeichen nun bei uns ruht, das bleibt, wie gesagt„Amtsgeheimniß". Genug, wir haben an diesem Dokument wieder einen sprechenden� weis dafür, wie die moderne Inquisition, genannt politische Polizei, Staate der Ausklärung„arbeitet" — Gut gegeben. Dem spanischen General Salamanca,> aus Anlaß der Karolinen-Annexion einen ihm deutscherseits verliehe» Orden zurückschickte, wird in der deutschen Presse jetzt allerlei Schlecht nachgesagt. Ein Korrespondent der„Kölnischen Zeitung" nennt ihn Gemisch von Habgier und Hochmuth", Die, welche ihn kennen, ha» nur„ein Lächeln der Verachtung". Seine eigene Mutter hätte, um s» Unersättlichkeit anzudeuten, gesagt,„er sei kein Kind, sondern ein Ba« wurm." T»zu bemerkt die demokratische„Züricher Post": „Sonderbar, daß all' Das erst jetzt bekannt wird: oder hat>» sich denn gar nicht näher erkundigt, bevor man diesem„Bandwurm" t Orden umhängte?" *) Die Schönheit des Stils:„ohne Gewähr, daß" anstatt„ohne � währ, daß nicht" setzen wir auf Konto des Patrioten. Wer sein lieb hat, züchtigt es, heißt es in der Bibel, und in sklavischer Anlehn» an dieses Bibelwort mißhandelt Niemand die deutsche Sprache ärger» die Pächter der patriotischen Gesinnung. muff» !.Ä icht S- lenschK . bösii ernsÄ n. u»> « ixvtm p ol> iSffl«1 gerüh>t rt-»» W0 ind d« SSnzil zetha» üllti» ° h- rwur? rwirst el t deiu> euest� on dt> >ts-»' Splitt« ara� en, t1"! iiut Rl n of len dü zsrth« abf lehm« o aW Aug-« ein'' -K nz, � chtunt .Fr-'Z der t' gortr� >u üb«' Ude»? rtiS� itie H ob fl rfteui tnb'j Ibrcti'H ;bnet«) \nm Ueb« m niO lsaff»" uß' mhe>� und z ls nie- . sag- nteuss iß"" >elam ar- I FaZ Otto» - e' Iti fall N-' »er b� a übez irkirt- M 'e. Ä ergiffl ©ttiifl etali'1 nd fll t. D 15.4 teni chen Jen l »ei. N >n„e häü m s« i m 3i Nif n" f >ne n Jl-j ehn>Z »er ,®er ganze Ordensschwindel kann nicht besser gekennzeichnet werden, >»« durch Annagelung solcher„Widersprüche". llebrigens haben die deutschen Preßreptile auch noch andere Ursachen, «on der„Habgier des Generals Salamanca" nicht viel Aufhebens zu «lachen. Im Hause des O t t o p f e n n i g s soll man nicht vom— Bandwurm reden. ~~ Früchte der kapitalistischen Aera.„Es wird ferner »«Meldet, daß ein Jute-Händler in Dundee einen Posten Jute nach ualcutta exportirt hat oder zu exportiren im Begriff steht, da zur Zeit u> dem Hafen Indiens Mangel und in Dundee Ueberfluß an Jute, und Preis derselben dort niedriger ist als in Calcutta, ihrem Ursprungs- Vsen." ttf» jüngst zu lesen in der„Daily News." .»Das ist die Organisation der Arbeit"— bemerkt dazu die„Justice", wir diese Notiz entnehmen—„für die wir(die arbeitende Klasse) «m Kapitalisten drei Viertel vom Produkt unserer Arbeit zahlen, und wn zu behaupten gestatten, wir könnten sie selbst nicht besser besorgen." ~ Neu-Chinesische«. Die Direktion der Berlin-Magdeburger msenbahn hat, wie die„Berliner Bolkszeitung" mittheilt, in gewissen hllzen Extra-Tonpes für Kadetten eingerichtet, und zwar Leblich, um diese unschuldvollen Lämmer vor dem—„Anhören von Wen u. s. w. zu bewahren." »Anhören von Zoten u. s. w."— setzt da« sortschrittlich-demokratische �lalt hinzu—„in diesem„u. s. w." liegt der Hase im Psesser. Wir würden die Sache sllr harmlo» oder lächerlich hallen können, wenn sie "lhl in der That eine symptomatische Bedeutung hätte und sich als ein weitere« Glied in der Kette jener Bestrebungen der Militär- bonei darstellte, welche mit steigendem Erfolge daraus gerichtet sind, die «rwee von dem Bolle zu isoliren und sie gewissermaßen zu einem Staat Staate auszubilden. Denn im Busen der Eiseubahndirektion ist dieser Gedanke schwerlich ausgekeimt; er ist ihr selbstverständlich von den wüitärischen Instanzen in da» verständnißinnig aufhorchende Ohr ge- °">sen worden. Gegen die Absonderung de« Osfizierkorp» von der Bür- S'rschast, gegen die Absperrung de»selben in Kasino'«, die s e l b st g u t "eberisch gesinnte bürgerliche Mitglieder nicht ?ehr gern ausnehmen, soweit dieselben nicht Reserve- Offiziere gegen die bedenklichen Seiten der einseitig militärischen Erziehung w> Kadettenhäusern, Unterosfizierschulen u. s. w. u. s. w. ist im Reichste wie in der Presse so viel Vernünftige«, Wahre», Unwiderlegliche« .Besprochen worden, daß wir uns eine Auseinandersetzung füglich ersparen Mnen. Die Mililärpartei weiß, wa« sie will; sie verfolgt ihr Ziel �hgsam aber mit unerschütterlicher Zähigkeit, und sie wird e« erreichen. *'{ kleinliche Maßregel der Kadetteiicoupö« ist ein wenn auch unbedeu- seader, doch immerhin weiterer Schritt aus diesem Wege. Gradezu komisch !n aber der Hinwei« aus den nothwendigen Schutz vor Zoten. Zunächst Jft e» eine dreiste Beleidigung de« Publikum», wenn man der dritten �°sse eine besondere Borliebe für Zoten aus den Hal« redet: wir wissen ««cht gut, daß man grade hier am allerwenigsten davon belästigt wird. �'e zweite Klasse ist in diesem Punkte weit leistungsfähiger. Und wa» Kadetten betrifft, so ist ihre Seele doch wohl nur in den seltensten 'iällen ein von keinem Hauch au« uureinen Sphären getrübter Spiegel. ■®>r erinnern un« au» unserer Schülerzeit ganz genau, wie wir ahnung»- Jeft Tertianer Mund und Nase aufsperrten, wenn unsere ehemaligen in Kadettenkorps versetzten Kameraden aus Urlaub kamen und uns vou ihren Berliner Abenteuern und Fahrten erzählten. Im Punkte der Wissenschaft hielten wir dieselben zwar nicht für voll, aber in der Leben»- «rsahrung und der Frühreife im Genießen waren sie uns weit über, »Nd es wäre, damals wenigsten», vielleicht ganz dienlich gewesen, wenn »ie>a un» vor der Berührung mit de» Kadetteu geschützt hätte... Mögen aber auch seit der Verlegung de» Institut« nach Lichterfelde die Ber- Hältnisse gebessert haben und im Kadettenkorps nicht nur offiziell— da» »ersteht sich ja von selbst— sondern bi« in die Falten aller der jungen »Nd jüngsten Seelen hinein eitel Frömmigkeit und lautere Sitte Herr- "Heu, so wird doch der Kadett in keinem Eisenbahncoupä der Welt auch »Ur annähernd solche Redensarten zu hören bekommen, wie sie auf dem "erzierplatz von zahlreichen Unteroffizieren als eine Art Sport kultivirt Verden. Jeder militärisch geschulte Deutsche wird da» ohne Weitere» iugcben, und un« stehen noch heute die Haare zu Berge, weun wir un» «er zarten Floskeln erinnern, die in unserer heimischen Militärschwimm- "nftalt im Schwange waren. Also mit diesem Behüten vor Zoten ist e« nicht«; da» ist eine sehr durchsichtige Maske, hinter der sich ganz »udere Absichten bergen. Die Jsolirung der Armee, jedenfalls »>enigstens de« Osfizierkorp» und des UnteroffizierkorpS, schreitet stetig »orwärt«; von einem Volke in Waffen ist allenfalls nur noch 'm Kriege die Rede, und die Militärpartei aller Länder beginnt sich °en Böllern gegenüber eben so solidarisch zu fühlen, wie etwa der ultramontane Klerus."... So die„Bolkszeitung", und sie hat durchaus recht. Man will in «•eu-Thina mit Gewalt eine besondere Kriegerkafie haben, jede Be- «%ung aber der zukünftigen Helden— denn Helden sind sie alle, jeder preußische Offizier ist ein Held— mit dem gemeinen Plebs gefährdet »en militärischen Geist, der ihnen aus der Kadettenschule eingepaukt wird, »>>e für den Priesterzögling jeder Verkehr mit der profanen Außenwelt »>>M Hebel ist, bi« er al« himmlischer Lieutenant ein so erhabenes Wesen Beworben, so durchdrungen ist von seinem göttlichen Beruf, sich so ein« »ieiß mit seinen„Kamaraden" in Christo, daß er gegen alle Vertraulich- 'eit mit den gemeinen Erdgeborenen geseir ist. E» ist in der That hier die dort dasselbe System, und um so ergötzlicher ist e» daher, zu sehen, die da» neu-chinefische Mandarinenthum bei der katholischen Kirche ganz »affelbe entrüstet verurtheilt, wa« e« bei der preußischen Armee begeistert preist. Uebrigen», so treffend die„Bolkszeitung" da« System gekennzeichnet, l° rathlo» scheint sie der Frage gegenüber zu stehen, wa« gegen dasselbe Jjr thun. Sie schließt ihre Notiz nämlich mit folgenden Worten:„Die Wahrheit von Leopold von Hoverbeck» Ausspruch, daß der Kampf mit »er kommunistischen und ultramontanen Weltanschauung für da» frei- siunige Bllrgerthum eine verhältnißmäßig geringfügige Sache sei, ver- Blichen mit dem Kamps gegen den Militarismus, drängt sich uu» immer »eullicher auf, und so verdienen auch die anscheinend unbedeutendsten Symptome de« sich hier vollziehenden Scheidungsprozesse» unsere Beachtung." Nun, wir wollen die Frage der kommunistischen Weltanschauung bei Seite lassen, und fragen wir: Warum ist der Kampf gegen den Mili- tarismu« für da»„freisinnige Bürgerlhum" ein so schwerer? Und die Antwort lautet: Weil da»„sreisiunige Bürgerthum" dem MililariSmu» leibst immer wieder Vorschub leistet, weil es mit ihm nicht grundsätzlich »rechen kann und will. E» geht ihm mit dem Militarismus so, wie »em preußischen Staat mit dem Ultramontauismus. Es würde ihm alle Sünden, alle» Zopsthum verzeihen, wenn der Militarismus sich nicht, Brade wie der Ultramontanismus, als selbständige Macht ausspielen wollte. Daher der Haß und die, wie wir gern anerkennen, famose Kritik. Früher, «l» man noch glaubte, mit am Ruder zu sitzen, ließ man dagegen sünf Brade sein und stimmt« selbst für die samose Lichteufelder Kadetteu- Anstalt. — Kein Resultat hat die samose SonntagS-ArbeitS-Enquete ge- habt— so schreiben mit schlecht verhehlter Besriedigung die Organe de» Fürsten Bismarck und de« Herrn Eugen Richter, die in dieser Frage ja brüderlich Arm in Arm marschiren.„Kein Resultat!"— während die Handels- und Gewerbekammeru, sowie die Fabrikanten sich fast ein- stimmig für Fortdauer der Sonntagsarbeit aussprechen, sind die Arbeiter Broßeniheil« gegen die Sonntagsarbeit. Bei diesen gegensätzlichen, ein- ander widersprechenden Voten wird die Regierung nicht leicht zu einer Entscheidung gelangen." Da» glauben wir gern. Und wir glauben de» Weiteren, daß die Regierung die» negative Resultat gewollt hat. Die Handel»- und Gewerbekammern und die Fabrikanten über die Frage der Sonntags- arbeit befragen, hieß von vorneherein: wir w o l l e n nicht die Abschaf- fung der SonntagSarbeit. Nächsten» wird der biedere Otto, nachdem er in zwei„kaiserlichen" Botschaften die Sozialreform feierlich aus K a i s e r w o r t versprochen, »ie Handel«- und Gewerbekammern und die Fabrikanten wohl darüber abstimmen lassen, ob sie die Sozialresorm wollen. Natürlich werden sie üein I sagen, und der biedere Otto kann dann vor den Reichstag treten Und erklären: Ich habe die Sozialresorm versprochen und durch den Kaiser versprechen lassen, allein da» Volk will die Sozialreform nicht — Volkesstimme ist Gottesstimme, und al» Mann, der die Stimme de» Volk« als höchste Instanz achtet, muß ich mich unterwerfen. So wird» kommen. Wenn auch nicht wörtlich, doch der Sache nach. O Schwindel, dein Name ist Bismarck! m. Da» Arbeiterschutzgesetz könne der sozialdemokratischen Sache schaden, hat man verschiedentlich geäußert. Wenn der Reichstag et angenommen habe, würden alle Arbeiter befriedigt sein, und sich von der sozialdemokratischen Bewegung abwenden. Nun— die Aengstlichen mögen sich trösten. Es ist keine Gefahr. Ersten» nimmt der Reichstag da» Arbeiterschutzgesetz nicht an; und zweiten« würde e» uns agitatorisch auch gar nicht» schaden, wenn er e» annähme. Die Arbeiter wissen doch sehr wohl, daß die» nur der sozialdemokratischen Agitation zn danken wäre; und überdies sind di« Verhältnisse derart, daß die sozialen und wirthschaftlichen Mißstände, au» denen die sozialdemokratische Bewegung entsprungen ist, nach wie vor bestehen und die Arbeiter vorantreiben werden. Jede Kon- zession an dieArbeiterwirduuter den obwaltenden Verhältnissen zu einer neuen Wa se in den Händen der Arbeiter. — Der Werth politischer Eide hat sich dieser Tage wieder herrlich bewährt. Die bulgarischen Beamten in Ost-Rumelien haben, wie der Telegraph meldet, dem Fürsten Alexander bereits den Treueid geleistet. Und das im selben Moment, wo sie dem Sultan eidbrüchig geworden. Natürlich sind sie alle gute Christen— so wahr ihnen„Gott helfe". — In Spanien ist unter den Arbeitern die Vermuthung ausge- taucht, die d e u t s ch e Sozialdemokratie sei nicht einig in ihrer B e r u r t h e i l u n g des Aktes der Seeräuberei, welchen Bismarck soeben an den„Karolinen" verübt hat. Wir wollen hier die Frage nicht erörtern, ob S p a n i e n ein„Recht" aus die „Karolinen" hat oder nicht. Wir wollen blos konstatiren, daß die deutsche Sozialdemokratie jeden Länderraub aufs Entschie- denste verurtheilt, und daß sieheutegenauaufdem- selben Standpunkt st eh t, wie zur Zeit, da sie gegen die„Annexion" von Elsaß-Lothringen protestirte. Aus einem uns zugegangenen Briese scheint zu erhellen, daß unter den spanischen Sozialisten die Meinung verbreitet ist, die Haltung der sozial- demokratischen Reichstagsfraktion in der Dampsersubventions- frage habe die Billigung der Bismarck'schen Kolonialpolitik involvirt. Das ist eine durchaus unrichtige, wohl durch mangelhaste Berichte her- vorgerufene Auffassung. Die Majorität der Fraktion, welche die Dampfer- suboention nicht a limine— d. h. von vornherein, ohne Diskussion— ablehnen wollte, that dies einzig aus praktischen Gründen, weil ihrer Ansicht nach unter gewissen Bedingungen möglicherweise Vortheile für die Arbeiter erwachsen könnten. Eine Billigung der Bis- mar ck's chen Politik wurde von keinem sozialdemokra- tischen Abgeordneten weder ausgesprochen noch be- a b s i ch t i g t. Und die Bismarck'sche K o l o n i a l p o l i t i k, aus der dieser neueste Akt der Seeräuberei entsprungen ist, hat seitens der Fraktion ein st immige Verurtheilung gefunden. Die spanischen Genossen mögen sich also beruhigen: die deutsche Sozial- demokratie ist heute, was stel87l>und 1871 war, und sie wird sich niemals zum Werkzeuge der schmachvollen Politik eines Bismarck hergeben. — Betreffs des Genossen R.-A. Puttrich wird uns geschrieben:„Ihre Mittheilung, daß der bisherige Landtagsabgeordnete Puttrich vollständig erblindet und körperlich ganz hinfällig sei, beruht glücklicherweise nicht aus Wahrheit. Wohl war der hartgeprüfte Mann längere Zeit krank und mußte sich auch einer schmerzhaften Auzenopera- tion unterziehen, die leider erfolglos blieb. Allein eine zweite Opera- tion ist zum Glück besser verlausen; und ich kann jetzt die erfreuliche Mittheilung machen, daß die Sehkraft wenigstens eines Auges nicht zerstört ist, so daß Puttrich, der bekanntlich Rechtsanwalt und Notar ist, seinen Berussgeschäften sich widmen kann. Auch sonst hat der Gesundheitszustand Puttrich's sich wesentlich gebessert; so daß derselbe vielleicht bei einer späteren Wahl wieder als Kandidat zur Verfügung stehen würde." Desto besser!_ — Aus Holland liegen unS erfreuliche Nachrichten vor über großartige Demonstrationen der dortigen Arbeiterschaft zu Gunsten des allgemeinen Stimmrechts.' Am Freitag Abend durchzog ein Zug von gegen zehntausend Arbeitern mit Fahnen und Emblemen, unter ihnen die Sozialisten mit rothen und schwarzen Fahnen und die Marseillaise singend, die Straßen Amsterdams und löste sich erst auf, als um Mitternacht die Dele- girten der Amsterdamer Arbeitervereine nach dem Haag abreisten, wo > Sonntag die eigentliche Hauptdemonstration stattfinden sollte und, wie der Telegraph berichtet, auch in glänzender Weise statt- gesunden hat. An zweitausend Delegirte der sozialistischen und Arbeiterver- eine hatten sich in der Residenzstadt an» Tage der Parlamentserössnung ein- gesunden, um der Forderung der Arbeiter nach ihrem politischen Ele- inentarrecht gebührenden Ausdruck zu geben. Fest und entschlossen traten die Männer der Arbeit für ihre Sache ein. Ihr Zug durch die Stadt war ein imposanter und nöthigte selbst den Gegnern Respekt ab; ihre Reden auf dem Meeting waren kräftig und unverblümt, und die Reso- lution, in welcher sie der Forderung ihrer Mandataren Ausdruck gaben, ließ an Entschiedenheit nichts zu wünschen übrig.„Es ist das letztemal, daß wir um das Wahlrecht petitioniren, wenn Ihr es absolut nicht gut- willig geben wollt, so werden wir es uns erkäinpfen," dies ihr Inhalt. Die Gegner machen ihrem Verdruß über das muthige Auftreten un- serer holländischen Freunde dadurch Lust, daß sie die alberne Verdäch- tigung aussprengen, dieselben handelten im Auftrage Bismarck's! Diese feige Ausflucht zeigt so recht ihr schlechtes Gewissen. Als ob unsere Genossen nicht seit Jahren für das allgemeine Wahlrecht kämpften. Der kolossale Aufschwung aber, den die Bewegung in der letzten Zeit gen om- men, ist neben der rastlosen Thätigkeit unserer holländischen Freunde, voran der unermüdliche Domela Nieuwenhuis, der großen Arbeitslosigkeit zuzuschreiben, die in Holland herrscht.„Die Roth ist außer- ordentlich", schreibt uns ein dortiger Genosse,„es ist mir ein Räthsel, wie es im Winter werden soll. Es gährt an allen Orten." Was sagen dazu die deutschen Kolonialschwärmer? Holland, das in Java eine der reichsten Kolonien besitzt, und Nothstand! Diese That- fache sollte doch verschiedenen dieser Leute endlich die Auge öffnen. — Frankreich. Das„Proletariat", das Organ der Richtung Joffrin Brousse, zieht in seiner neuesten Nummer sehr heftig gegen die sozialistisch-revolutionäre Koalition los und macht sich namentlich deshalb über die von derselben ausgestellte Kandidatenliste lustig, weil die darauf figurirenden Personen sich gelegentlich sehr heftig bekämpft und beschimpst haben. Es zitirt zu diesem Zwecke Angrisse von Guesde auf Rochesort und umgekehrt ic. ic. Wir wollen hier nicht auf die Frage der Zweck- Mäßigkeit oder Unzweckmäßigkeit der sozialistischen Koalition, wie sie sich jetzt gestaltet hat, eintreten— um darüber abzuurtheilen, stehen wir, offen gestanden, den Verhältnissen zu fern, im Prinzip aber können wir den Gedanken des Zusammengehens aller, auf dem Boden des Klassenkampfes stehenden Sozialisten ohne Rücksicht auf die persönlichen Zwistigkeiten nur freudig begrüßen, und stimmen voll und ganz Jules Guesde zu, der in der Sonntagsnummer des„Cri du Peuple", offenbar als Antwort aus die Veröffentlichungen des„Proletariat", sich folgendermaßen ausläßt: „Man hat uns gesagt:„Hütet Euch I Eure Liste vereinigt Männer, die sich bekämpft, geschmäht und verleumdet haben. Nie wird da« ar beitende Volk ein derartige» Beisammenstehen von Männern begreifen, die gestern und vorgestern noch Gegner waren I" „Gerade das G e g e n l h e i l ist wahr, wie da» durch die kürzlich voll zogene Bereinigung bewiesen ist, und wie e« weiterhin bewiesen werden wird durch die Abstimmung vom 4. Oktober. „Der moderne, steuerzahlende, srohnbare, der kapitalistischen Produktion und dem Handel zehntpflichlige Fabrik- und Komptoir-Sklave würde e« vielmehr nicht verstehen, wollten wir ihn die Folgen tragen, ihn die Kosten zahlen lassen sür unsere persönlichen Zwiste— um nicht zu sagen Duelle; er würde e« nicht verstehen, wenn unter dem Borwand em- psangener oder auSgetheilter Schläge da» Terrain, aus dem der große Klassenstreit zum AuSlrag kommt, irgend einem Genossen de« grnen . Kampfe» verschlossen werden sollte. „Nie wird die Masse, die nichts hat, während sie Alles produzirt, der der industrielle Fortschritt tagtäglich den Bissen Brod beschneidet, indem er die Arbeitslosigkeit verdoppelt, nie wird sie zugeben, daß, bevor ihre Leiden verringert, ihr Leben gesichert, ihre Emanzipation nach schwerem Kampfe verwirklicht ist, ihre Helden, welche den Anspruch erheben, in der Avantgarde zu marschiren, mit ihrem„Ich"— dem„hassenswerthen" Ich Pascals— kommen, und es in einen Stein des Hindernisses, in ein Element der Niederlage verwandeln. „Zuerst müssen wir die Masse ihrem Elend entreißen, sie von ihren Zwangsarbeiten befreien. Später werden wir dann das volle Recht und die volle Muße haben, unsere Privatstreitigkeiten wieder auszunehmen — wofern solche noch vorhanden sind....„Weder Delescluze, noch Rigaud, noch Varlin oder Duval, oder irgend einer unserer heroischen Vorkämpfer von 1871 hatten den„gleichgearteten Schädel", noch blickten sie durch dieselbe Brille; aber das hinderte sie nicht, am 11. Februar aus der gleichen Liste zu figuriren, durch das Thor gemeinsamen Wahl- ganzes in das Stadthaus einzuziehen, gemeinsam sich dem Feuer der Versailler auszusetzen und ihr Blut in den gleichen Strom fließen zu lassen. Was sie söderirte, wie es uns heute k o a l i r t, ist, um mit Blanqui zu reden,„das Joch des Kapitals", das zerbrochen werden muß vou den zur Herrschaft gelangten Nichtkapitalisten." So G esde, und seine Worte werden sicher nirgends lebhafteren Wi- derhall finden als in Deutschland. Verdankt doch grade die deutsche Sozialdemokratie ihre großen Erfolge dem Begraben aller persönlichen ic. Differenzen, sobald es sich um den Kampf gegen den gemeinsamen Gegner handelt. — Wir lesen serner im„Socialiste": In einer Dienstag den 15. September, Rue Boulard, abgehaltenen Wahlversammlung gab der Bürger L a f a r g u e folgende Erklärung ab: „Zum zweiten Mal befinde ich mich gegenüber Vertheidigern der Liste des sozialistischen Arbeiterverbandes— gestern im 5., heute im 14. Arron- diffement— und ich habe konstatirt, daß sie, anstatt die Radikalen an- zugreisen, gegen die revolutionären Sozialisten losziehen, daß sie, anstatt uns aus dem Boden des Prinzips zu bekämpsen, über unsere Persön- lichkeiten nörgeln und, einer nach dem andern, Waschsrauengeschwätz über Rochesort, Lissagaray, Goull« zum Besten geben. Dieses Versahren ist schmachvoll, es»st Sozialisten nicht würdig, die sich als der Sache der Revolution ergeben erklären:— nie werben wir uns soweit erniedrigen, unsere Gegner mit derartigen Waffen zu bekämpsen, nie werden wir uns dazu herbeilassen, das Geschäft der Bourgeoisie dadurch zu besorgen, daß wir gegen Sozialisten losgehen. W>r haben stets die Einigung ge- wollt und wollen sie noch; ich für meinen Theil verpflichte Mich, von der Liste der sozialistisch-revolut>onären Koalition zurückzutreten, und meinen Platz einem Kandidaten des sozialistischen Arbeilerverbanoes ab- zutreten." Drei weitere anwesende Kandidaten, die Bürger Bergerol, Blanche und Cocheri, erklärten sofort unter dem einmüthigen wiederholten Applaus, daß sie, wie Lasargue, die Einigung wollten und dereit seien, ihren Platz an Kandidaten des sozialistischen Acbeiterverbandes abzu- treten.— Auch wir rufen bravo, bezweifeln aber, daß das Anerbieten ange« nommen werden wird. — In England rührt sich's. Die Chikane-Maßregeln der Polizei gegen die sozialistische Agitation haben, wie vorauszusehen, just das Gegentheil von dem bewirkt, was sie sollten. Ein Freund un- seres Blattes schreibt uns darüber: „Ich komme soeben von einer Versammlung unter freiem Himmel, bei ber ein Halbbutzend sozialistischer Sprecher verhastet worden sind. Gewisse Plätze in London sind durch längst feststehende Gewohnheit als Versammlungsorte unter freiem Himmel anerkannt. Sie wur.en seit Jahren von religiösen Sekten, Freidenkern, Temperenzlern, überhaupt Allen benutzt, welche aus die arbeitende Klassen wirken wollen. Die Sozialisten, welche sich natürlich besonders an diese wenden, haben in letzter Zeit begonnen, ebenfalls solche Plätze zu benutzen. Wo aber die erwähnten Sekten ruhig sprechen konnten, da wurden die Sozialisten von der Polizei, der Stütze des Kapitalismus, angegriffen und in der liebung der anerkannten Redefreiheit gehindert. Einer der erwähnten Plätze ist in Li m e h o u s e, im Ostende Lon- dons. Hier wurde vor acht Tagen ein Sozialist, John Williams, verhastet, weil er daselbst sprach. Da er schon vorher dasselbe„Ver- brechen" begangen, wurde er diesmal ins Gesängniß gesandt. Darauf hieß es die richtige Antwort geben, die Redefreiheit der schustigen Po- lizeiwillkür gegenüber ausrecht halten. Dies ist heute(2i). September) geschehen. Zehntausend Arbeiter versammelten sich auf dem beanstandeten Platze. Die Polizei versuchte Ansprachen an die Versam- melten zu hindern. Aber die Ansprachen wurden gehalten. Kaum war ein Mann verhaftet, so nahm ein anderer seine Stelle ein. Zwölf Reden wurden gehalten. Eine Zeit lang hielt die Menge in vollkommener Ordnung die Polizei blos durch ihre dichtgedrängte Masse ab, zu den Rednern vorzudrängen. Es gelang den Polizisten schließlich, durch ein plötzliches Manöver einige ver Redner zu ergreifen, aber die Bersamm- lung dauerte fort und neue Redner traten auf. Um 1 Uhr endete die Versammlung. Das einzige Haus in der betreffenden Straße, welches kein Magazin ist, ist ein Wirthshaus. Da diese in London Sonntags um 1 Uhr öffnen, hatten wir beschlossen, etwas vor dieser Zeit die Ver- sammlung zu>chließen, um ja keine Verkehrsstörung heroorzurusen. Die Menge zerilreute sich in größter Ordnung, trotzdem die Polizei nicht umhin tonnte, einen Mann, der em Banner trug, in brutalster Weise zu verhaften. Die Versammlung war vom besten Geist beseelt und »ahm die sozialistischen Ausführungen mit Begeisterung auf. Wir werden nächsten Sonntag an demselben Platze sprechen und uns schließlich Redefreiheit erzwingen- Der heutige Tag aber oerdient bemerkt zu werden, nicht nur als Niederlage der Polizei, sondern auch als einer der ersten Tage, an demdie junge Sozialdemokratie Englands zu den Massen gesprochen ha l." Wir rufen unjern englischen Genossen zu ihre,» Kamps sür das freie Wort ein herzliches Glück auf! zu. Sie lieferen uns ein treffliches Bei» spiel, wie unabhängig denkende Männer handeln müssen, um ihr Recht der Willkür gegenüber zu wahren. — England.(Vom Trades-Union-Kongreß.) Die Beschlüsse, welche der Gewerkschastskonkreß am Schluß seiner Berathungen faßte, zeigen, daß die in letzter Nummer erwähnte Trelsall'sche Rede in der That noch keinen„Sommer"»lachte, sondern lediglich als ein aus eine vorhandene Gährung in den Köpfen hindeutendes Zeichen der Zeit zu betrachten ist. Der Körper der englischen Gewerkschaften ist eben zu schwerfällig, als daß er ohne gewaltige Erschütterungen in neue Bahnen gelenkt werden könnte. Die wesentlichsten der gefaßten Beschlüsse betreffen: das Verbot der Beschäftigung von Mädchen unter 14 Jahren in gewissen Branchen der Eisen- und Stahlindustrie; Vermehrung und Prüsung der Sanitäts- Inspektoren; Hinzuziehung von Arbeitern als Beisitzer zu allen behörd- lichen Kommissionen, wo Arbeiterfragen zur Verhandlung kommen; An- stellung von aktiven Bergarbeitern als Sub-Gruben- Inspektoren; Einführung einesacht st ündigenMaxi« malarbeitstages in alle»Staats-, Gemeinde- u. s. w.« Werkstätten; Durchführung des Achtstundenarbeits- systemS überhaupt(wobei indeß nicht gesagt wird, ob durch Gesetz oder durch bloße Agitation): unentgeltlicher Arbeitsschulunterricht; Ertheilung des Stimmrechts an alle selbständigen Frauen; Protest dagegen, daß in verschiedenen Gemeindeschulen, unter dem Vorwand körperlicher Ausbildung der Knaben, ein militä- tärisches Drillsystem und jetzt im Anschluß an dasselbe Bildungen von Kadettenkorps vorgenommen würden, in der schlau berechneten Absicht, nach und nach den Boden sür das verderbliche Wilitär-Aushebungssystem des Festlandes vorzubereilen. Ein- Resolution, die aus Oesfnung der Museen am Sonn- tage abzielte, wurde mit ziemlich erheblicher Majorität abgelehnt, namentlich waren es di« schottischen Delegirten, die mit äußerster Energie gegen dieselbe eintraten. Einstiinmig wurde dagegen eine Resolution angenommen, welche fordert, daß die Museen, Galerien ic. an bestimmten Wochentagen bis 10 Uhr Abends geöffnet sein sollen. Wir glauben, daß es einseitig wäre, diesen Beschluß ausschließlich auf kirchliche Rücksichten zurückzuführen, die ja zweiselsohne noch bei den englischen, und namentlich bei den schottischen Ardeitern eine Rolle spielen. Bei vielen Delegirten mag auch der Gedanke maßgebend gew sen sein, daß es bedenklich sei, ein Loch in das Prinzip der strengen Sonn« tagsruhe zu reißen, das für weitere. den Arbeitern keineswegs nützliche Durchlöcherung präjudiziell wirken könnte. „Wir wollen den festländischen Sonntag nicht", das ist der Refrain, der in allen Reden der Gegner der elfteren Resolution wiederkehrte, und schon daraus geht hervor, daß man, wie bei den Schulbataillonen, sich scheut, dem Teufel den kleinen Finger herzugeben, in der Furcht, er könne sich schließlich die ganze Hand holen. Und, offen gestanden, wir können es den englischen Arbeitern nicht verdenken, wenn sie weder für unseren Militarismus, noch für unsere Sonntagsarbeit schwärmen. Korrespondenzen. Chemnitz, 8. Sept. Gestern sollte Frau Guillaume-Schack hier in der„Stadt London" ihren zweiten Bortrag halten, und zwar stand aus der Tagesordnung: die Bildung«ine« Arbeiterinnen- B e r e i n«. Da» war staatsgefährlich. Der Gründung eine« Arbeite- rinnen-Berein« mußte auf jeden Fall vorgebeugt werden, und so verbot die Hochwohllöbliche die Versammlung aus Grund de» Sozialisten-Ber- tilgungSgesetze«. Wäre dieselbe nicht so ganz vernagelt und hätte zum Vorwand genommen, daß möglicher Weise die Rede auf die Wahlen hätte kommen können, von denen die Frauen in Sachsen bei Leib« nicht» wissen, und um die sie sich noch weniger kümmern dürfen, so hätte da» Verbot noch einigermaßen zum„System" gepaßt, aber ans Grund de» Sozialistengesetze» eine Versammlung zu verbieten, in der eine Frau über die Lage ihrer Schwestern und die Mittel zur Besserung reseriren sollte, da hört denn doch verschiedene» auf. De« Pudels Kern liegt aber wohl darin, daß schwerlich ein anderer Ort gesunden werden dürste, wo die Frauen in den Fabriken so niederträchtig behandelt werden als hier. Jede« Stück Vieh hat e« besser al« eine hiesige Fabrikarbeiterin. Da sorgt der Herr doch dafür, daß e« sein Futter und sein gesunde» Leben hat, die Fabrikarbeiterin dagegen hat von früh 6 Uhr bis Abend« 7 Uhr in einer Luft von 18— 20° Hitze zu arbeiten, der ganze Raum ist voll Oelgeruch, denn kein Fenster darf geöffnet werden, und dann muß sie im Winter in die Kälte hinan», und vielleicht eine Stunde Wegs machen, ganz gleich wie die Witterung ist, ehe sie nach Hause kommt. Und die Nahrung den ganzen Tag über? Nun, sie besteht in einem Stück Brot und schwarzen Kaffee, denn weiter langt der Verdienst nicht. Das Elend ist unbeschreiblich, man braucht sich nur die Arbeiterinnen anzusehen, um alle Leiden in ihren Gesichtern zu lesen. Doch schlimmer al« alle« ist die Behandlung. Vor 2 Jahren rafften die Arbeiterinnen der Aktienspinnerei den letzten Mnth zusammen und matten Streik, weil sie die Art der Behandlung nicht mehr er- tragen konnten, aber sie waren gar nicht vorbereitet, und trotzdem die Arbeiter halsen, so gut sie konnten, wurde nicht« erreicht. Die Fabrik- Herren kommen nach wie vor nach Themnitz, legen Fabriken an, und wenn sie Geld genug haben, gehen sie nach Berlin, leben da herrlich und in Freuden und lassen weiterhin die Arbeiterinnen, die da« Verbrechen be- gangen haben, nicht als Töchter von Fabrikherren geboren worden zu sein, in der verpesteten Chemnitzer Fabriklust für den eigenen Luxus und den ihrer Familie Sorge zu tragen. Geht eine Arbeiterin zu Grunde, sind ja genug andere Hände zu haben. Menschenfleisch ist so— billig. Daß aber unter diesen Umständen die Fabrikherren große Angst haben, die Arbeiterin könnte sich einmal weigern, weiterhin ihre Haut zu Markte zu tragen, damit all' die gnädigen Herren und ihre Frauen noch etwa« mehr Luxu« treiben können, da» begreift sich vollkommen, und so auch, daß dieselben sich hinter die Polizei gesteckt haben, um da« Verbot zu erwirken. Hoffentlich werden aber die Chemnitzer Arbeiterinnen klug genug sein, sich nicht abschrecken zu lassen, sondern den ersten Schritt thun, um sich ein menschenwürdige« Dasein zu erringen, und trotz aller Verbote der Polizei daran gehen, sich zu organifiren. Welche andere Stellung sie dann einnehmen würden, sieht man der Angst, welche die Herren Fabrikanten vor der Gründung eine« Arbeiterinnen verein« haben. Lt. Frankfurt am Main, 18. September. Heute, am Jahrestage de, Frankfurter Straßenkämpfe, als deren„Opfer" der edle Schnopphansk den Zorn der„Kanaille" zu fühlen bekam, sammelte sich in der Frühe eine große Menschenmenge aus der Mainbrücke, gefesselt durch den An- blick einer großen, bliitrothen Fahne, die von der Spitze einer hohen, aus einer Insel im Main stehenden Pappel lustig herabwehte, und auf der die Worte standen:„Hoch die Republik I 1848." Erst gegen sechs Uhr gelang e» der Polizei, sie herunterholen zu lassen, und zwar durch einen Sachsenhäuser. Die andern zuschauenden Sachsenhäuser riefen ihm zu:„Wenn Du die Fahne nicht oben läßt, soll Dich der Teufel holen." „Ich thu'S ja nicht umsonst, ich krieg' ja fünf Mar k," gab er zur Antwort. Nachträglich geriethen sie noch in Streit. Auch zwiscken Oberrad und Frankfurt war eine ähnliche Fahne ausgepflanzt; diese konnte jedoch zum Leidwesen der Gutgesinnten erst am Mittag heruntergeholt werden. Bafel. Sonntag den 6. September machten mehrere Mitglieder de« hiesigen Deutschen Verein«, einer längst an sie ergangenen Einladung Folge leistend, einen Ausflug per Bahn nach Mülhausen im Elsaß, wo sie von einigen Freunden an der Bahn abgeholt und bewillkommt wnr- den. Daraus giug man gemeinsam in die dortige Restauration Weiß. Al« nun die Ankömmlinge sich ein wenig ersrischt hatten, fragte der betreffende Restauratenr, ob die Gesellschaft spazieren ginge, worauf ihm geantwortet wurde, man wolle zu einem andern befreundeten Wirth zum Mittagessen. Die Gesellschaft war aber noch nicht sehr lange bei dem andern Wirth, al« Besuch in Gestalt eine« Polizeikommis far« und noch eine« Beamten(darf man vielleicht um Namen und Per- sonalbeschreibung der Herrschaften bitten I? Die Red.) anrückte, dazu noch etwa 4—6 Polizisten oder GenSdarmen in Zivil. Und nun ging das Txaminiren lo«. Zuerst wurde nach einem allen BereinSmit- gliede geforscht, aber leider vergeblich, sodann ward jeder der Anwesenden nach Wohnung, Stand, Gewerbe, Namen und spezieller Heimat gesragt, und Alle» sorgsällig notirt. Nach dem Essen wurde, um einer noch- maligen Jnquirirung zu entgehen, ein gemeinsamer Ausflug auf's Land arrangirt, aber auch dort zeigten sich die Polizeispürhunde, theil« in Uni- form, theil« in Zivil. Da sie nun keine Lust hatten, sich ihr Ber- gnügen durch den Anblick der lauernden Gesellen stören zu lassen, trenn- ten sich die Objekte der polizeilichen Neugier, um sich an einem etwa 1'/, Stunden entfernten Ort wieder zu treffen, wo sie ungestört einige gemüthliche Stunden zu verbringen hofften; es wurde sogar ein ganz unschuldiges Tänzchen arrangirt. Aber sehlgeschossen. Auch hier waren sie nicht sicher vor dem allzugroßen Schutz der Knechte des heiligen Madai. Sehr bald stellten sich genannte Schweißhunde ein, bloS um, wie der Oberleithund— Pardon P o l i z e i k o m m i s s a r, behauptete, sich zu versichern, ob noch alle Theilnehmer daseien. Er zählte die Häupter seiner„Schutzbefohlenen", aber prosit die Mahlzeit! drei halten sich gedrückt und unter ihnen einer, dem sie sonderbarerweise ihre ganz besondere Aufmerksamkeit hatten angedeihen lassen. Noch ist zu bemerken, daß der befreundete Wirth, bei dem Mittag gegessen wurde, der sozialdemokratische Rcichstagskandidat S ch m i d in Dörnach, b e- h a u» s u ch t wurde, um da« bekannte alte Mitglied, da« an dem Aus- flug gar nicht theilgenommen, zu finden, aber alle« umsonst! Der Ber- dacht liegt sehr nahe, daß Verrath geübt wurde, da dieser Ausflug ganz m aller Stille arrangirt worden war. Wir denken in diesem Falle mit dem Sprichtwort:„Die Sonne bringt e» an den Tag."— o— Sprechsaal. Zur Warnung. Aus Mannheim wird uns unterm 15. September mitgetheilt, daß sich dort ein Individuum bei den Genossen einzuschmuggeln versuchte, welches sich Theodor Dirnhausen aus Langenberg bei Elberfeld nennt und aus Kassel kommen will. Gegen diesen Schwindler vorsichtig zu sein, hat man alle Ursache. Er gab an, aus dem Zuchthause zu Freiburg in Baden zu kommen, wo er anderthalb Jahre„wegen Verbreitung des„Sozial- demokrat"" gesessen haben will. Er will nämlich im Mai 1884 die Nummern 42 und 43 verbreitet haben, die doch bekanntlich erst im Oktober, resp. November 1884 erschienen sind. Drees dach, der seit dem Jahre 1870 nicht mehr in Elberfeld war, will er dort 1881 kennen gelernt haben. Seine ganzen Aus- sagen beruhen auf Schwindel. Auch hat er sich auf eine zweifelhaste Person in Heidelberg berufen. (Es liegen Anzeichen vor. daß„Drinhausen" ein Schwindler, bezw. S p i tz e l ist, der seit März l. I. abwechselnd Dahlhausen bei Lennepp.Ronsdors, Lüttringhausen. Remscheid, Dortmund IC. im Dienste der deutschen Polizei mit Stellmacherplakaten u. s. w. unsicher gemacht hat und ver- schieden- Namen führte, die wir demnächst nebst eingehender Personal- beschreibung bekannt machen werden. Die Vertrauensleute. Warnung. Hugo H ä n s e l �Buchbinder aus Frankenberg(Sachsen), hat sich in unserem Vereine Unterschlagungen zu Schulden kommen lassen» was wir hiermit warnend zur öffentlichen Kenntniß bringen. Der Vorstand des Deutschen Arbeiterbildungsvereins Winterthur. Achtung. Der Polizeispitzel und Revolutionsmacher Theodor Wcisi, Klempnergeselle aus Dresden, welcher am 29. September 1884 in Liestal(Baselland) wegen Ber breitung von Stellmacherplakaten prozessirt wurde, und sich bei dieser Gelegenheit als deutscher Polizeiagent„recht- fertigte", hat nach Verbüßung feiner Haflsprache neuerdings seine alte Thäligkeit wieder aufgenommen. In Bremen hat er ohne Erfolg sich aufgehalten, ist aber in der Richtung nach Wilhelm»- Häven wieder verduftet. Wolle man den Gauner allerwärts gebührend empfangen und sofort anher berichten. Möglich, daß er unter wandelbarer Maske und wechselndem Namen„arbeitet". Signalement: Weiß ist 21 Jahre alt, Größe mittel(ca. 1,6(1 M.), Statur kräftig, ziemlich breitschulterig; Haare mittelblond, buschig, mäßig gewellt, ganz dünner Anflug eines Schnurrbärtchen«; Augen wasserblau, etwa« stierer Blick; Nase gradlinig, nach vorne gestülpt; Gesichtsfarbe schmutziggrau, speckig. Trägt beim Gehen den Kopf meist etwa« zwischen die Schultern eingezogen. Die« und die demnächst zum Versandt kommende Photographie zur Einreihnug in die„Schwarze Liste." Partei-Ärchiv. Für das Partei-Archiv gingen ein: Von Herrn L. in R.: 1 Püttmann: Bürgerbuch. 1845. Püttmann:„Rheinische Jahrbücher" 1845. Klage eines politischen Spions gegen den hessischen Staats- minister wegen geleisteter Spionendienste. Wie steht's um Euch und was thut Roth? Skizzen und Briefe aus der Gegenwart. 1844. Karl Grün: Ueber wahre Bildung. 1 Kommunistisches Glaubensbekenntniß. M. Heß: Gesellschaftsspiegel 1845. Hest l-IV. I. Venedey:„Der Geächtete." Bd. I. Hest 1, 3, 6. „„„ Bd. 11. Heft 1 und 2. Das Nordlicht. Heft 2 und 3. Volkstaschenbuch für 1850. Heinzen: 30 Kriegsartikel. „ Weniger als 20 Bogen. „ Herzensmeinungen eines ächten Preußen und Teutschen. Der deutsche Tribun. Plänkler. 1846. g a t i st, Antwerven: 1 Malon, he Parti Ouvrier. 2 Malon, he Parti Nouveau. 1, Manuel d'Economie Sociale. Nr. 1 2 8 Empfangen durch Vermittlung von I o h. P h. B e ck e r von Frau Wittwe S. Heß aus dem Nachlasse ihres Gatten, Genoffe M. Heß. Erste Liste. Ein Manuskript:„Die Entstehung und Entwicklungsgeschichte des kosmischen, organischen und sozialen Lebens", von M.Heß. Ein Manuskript:„iNote» sur les phenomenes observdes sur la surface du eoleil" von M. Heß. Ein Manuskript:„Philosophische Betrachtungen" von M. Heß. Ein Päckchen mit 25 Expl. der„Sozialdemokratischen Korre- sponbenz"(Berlin 1877), unter der Mitarbeiterschaft von M. Heß. Essai d'une genese comparu(Korrekturbogen) von M. Heß. Ein Päckchen mit je einer Nummer der„Oberrheinische Zeitung", der„Deutsche Brüsseler Zeitung" mit Aufsätzen von M. Heß und ein Ausschnitt aus dem„Hermann", Deutsches Wochen- blatt in London. Ein Manuskript(wahrscheinlich zur Fortsetzung seines 1877 in Paris erschienenen Werkes:„Dynamische Stofflehre", Buch I, gehörend) von M. Heß. Ein Manuskript:„Die Wahrheit, das Bedürfniß unserer Tage, die Zensur, Weissagung über das künftige Schicksal der erstern", von M. Heß. Manuskripte von mehr als tausend klein und eng beschriebenen Seiten zu verschiedenen noch unbetitelten naturwissenschaftlich- philosophischen Werken von M. Heß. Ein Päckchen mit 26 Nummern des„Volksstaat" und 5 Num- mern der„Oberrheinische Zeitung" mit Aufsätzen von M.Heß. Ein Manuskript:„Rom und Jerusalem, die letzte Nationalitäts- frage", von M. Heß.(Eine geschichtsphilosophische Warnung aus überschwenglicker Gemüthserregung und Herzensgüte. Note von Joh. PH.' B.) Ein Päckchen mit vier Aktenstücken betreffend die Ausweisung der Genossin Wittwe S. Heß aus Paris 1880, nebst einer Nummer der hierauf bezugnehmenden„Züricher Post", einer Nummer des„Volksstaat" und des„Ami du peuple"(Liege), sowie eines Briefes von Genosse Volkmar an Genossin S. Heß. Manuskript der Einleitung zum Werke:„Rom und Jerusalem" von M. Heß. 50 Briefe an M. Heß(darunter einige an dessen Gattin) von Freunden verschiedener Länder, auch solche von Marx, Mole- schott und Michelet. Um weitere Einsendungen ersucht Die Archivverwaltung. 10 II 12 13 14 r£ur ISeacBfttsassg. Alle aus Leipzig ausgewiesenen oder weggezogenen Genoffen— besonders der Steinhauer Fischer, z. Z. in Amerika— welche davon Kenntniß haben, daß S p a r i g zur Zeit der 78er Reichstagswahl von seinem Wagen auf vorübergehende Sozialisten heruntergepißt habe, werden dringend gebeten, sofort ihre diesbezüglichen Aussagen an zuständiger Gerichtsstelle amtlich beglaubigen zu lassen und diese Erklärungen an Eides st att(aflidavits) ungesäumt an die Redaktion des„Sozialdemokrat" zu senden, da diese Aussagen in einem Prozesse mit Sparig dringend benöthigt werden. Wir bitten die Genossen in Amerika um möglichste Verbreitung. Sozialdemokratische Bibliothek. Die Schweizerische Volksbuchhandlung in Hottingen'Zürich hat,»'■' ein von ihr zur Versendung gelangter Prospekt besagt, sich zu eine« Unternehmen entschlossen, welches zweifelsohne von Allen, die sich«li irgend einem Grunde für die Sozialdemokratie und ihre Literatur inte« esstren, mit Freuden begrüßt werden wird, und auf das wir uns«1 Leser ganz besonders aufmerksam machen. E handelt sich um nichts mehr und nichts weniger als um d« Herausgabe einer „Sozialdemokratischen Bibliothek"," welche, wie im Prospekt es heißt, zu möglichst billigem Preise das Beste der sozialdemokratischen Brochürenliteratur in einHeU' licher Form dem Publikum zugänglich machen soll." Das Unternehmen ist in umfassendster Weise geplant. Nicht nur soll« aus der Fluth der, seit Beginn der proletarischen Bewegung in d« vierziger Jahren erschienenen Schriften sozialdemokratischer Tendenz& diejenigen der Vergessenheit entrissen, den Proletariern als Waffe« ihrem Kampfe für die Befreiung der Arbett zugänglich gemacht werdrt denen ein bleibender Werth nicht abzusprechen ist, sondern auch d« Gegenwart, und insbesondere dieser, soll die volle Aufmerksamk� gewidmet werden. Die bewegenden Fragen unserer Tage sollen in � „Sozialdemokratischen Bibliothek" ihre Besprechung finden; es hand� sich nicht um bloße Ergänzung, sondern namentlich um Weite'' e n t w i ck l u n g der sozialdemokratischen Literatur. Die bedeutendste Schriftsteller unserer Partei haben ihre Mitwirkung zugesagt. Der Prospekt fährt dann fort: „Im Wesentlichen wird die Erörterung ökonomischer Fragen herrschend sein, aber auch Abhandlungen historischen Inhalts, soweit � selben sich auf die Arbe..e?< und andere revolutionäre Bewegung beziehen, werden geboten werden. Die Darlegung der verschiede»« sozialistischen Theorien werden abwechseln mit hervorragenden Red« unserer parlamentarischen und anderen Vertreter, kurz, all' Das, heute als die sozialdemokrai'sche Brochürenliteratur bekannt ist, soll � Auswahl nach dem Wahrspruch:„Von dem Guten das Beste" nach nach in unser Unternehmen hineingezogen werden. „Weiter ist unsere Abficht, jene Artikel und Aufsätze �• bleibend« Werths, die in unserem jetzigen Parteiorgane erscheine ider in d« früheren hauptsächlichsten Parteiblättern erschienen sind, l darin � handelten Fragen nach, zusammenzustellen und in der„Sc ldemok« tischen Bibliorhek" zur Veröffentlichung bringen. „Wir sind überzeugt, daß es vielen Genoffen erwünscht sein tiftcd, we« ihnen in einheitlicher Form die hauptsächlichsten Arbeiten gebotest werd« die seinerzeit in der„Neuen Rheinischen Zeitung", im„Sozialdemokra'' „Neuen Sozialdemokrat",„Volksstaat",„Vorwärts" u. s. w. erschien« sind.... Einer bereits vorliegenden Arbeit über das Parteiprogramm wird in Kürze als zweites Hes.■"folgen:„Karl Marx vor Kölner Geschwornen","ijie Prozeßverhandlung wegen Aufs«' derung zum bewaffneten Widerstand.,' mit einer Einleitung von Fr. Eng«' Weiter werden in rascher Folg!: erscheinen: Bebel:„Uns«'' Ziele"; Dietzgen:„Die Zukunft der Sozialdew« kratie"; Marx:„Der Kölner Kommunistenprozeß' (mit einer Vorrede von Fr. Engels);„Der todte Schul gegen den lebenden Lassalle": W. Wolf:„Die schl' fische M i l l a r d e". Eine Darstellung der Junischlach' dieses ersten größeren Kampfes des Proletariats gegen die Bourgeois aus der Feder von Fr. Engels wird folgen. Weiter sind uns no» Arbeiten zugesagt über den Normalarbeitstag, über R o b«« Owen, aus der französischen Revolution, über G e d e u tage des Proletariats und vieles Andere." lieber die Bezugsbedingungen(Preis rc.) verweisen wir auf die Anzeiü, der Herausgeber und bemerken nur noch, daß die Art des Erschein« derart festgesetzt ist, daß die Anschaffung der„Sozialdemokratisch' Bibliothek" auch dem Aermsten möglich ist. Das Unternehmen entspricht unzweifelhaft einem längst gefühn« Bedürfniß. Es bedarf daher eigentlich keiner besonderen EmpsehluN» Es genügt das Versprechen, daß die Herausgeber es als ihre Ehr«» Pflicht betrachten, der Aufgabe, welche sie sich mit dem Jns-Leben-rufl' dieses Unternehmens gestellt, nach besten Kräften gerecht zu werden. s: »a» •chdr ?» u M! •n t Todes-Anzeige. Freunden und Parteigenossen machen wir die traurige MittheilUÄ daß unser Genosse Hottliev Lemke Mittwoch, den 23. September, im Alter von 41 Jahren verstorben$ Kommmunistischer Arbeiterbildungsverein London- Briefkasten> der Redaktion: Peter: Der S ch w i n dl e r heißt T'r>' bürg und ist von Beruf Maler. Leider findet er trotz wiederhol« Ausschreibungen immer mehr Leichtgläubige. der Expedition: Därmig: Mk. 100 vom 8/4.& Eto. Ab. 4. �5: 1884 gutgebracht lt. Bf.— Rebus: M. 12.— Ab. Juli ü. Aug. er! Weiteres nach Wunsch geordnet.— B. I-YI.; M. 300& Eto. Ab. � erh., dergl. Bs. v. 14. hier. Adr. geordn. Dank für Referenz..Weitem betr. g. bald.— Feuerländer: Mt. 50 k Eto. erh. Alles ste��ro� abgegangen, auch Ersatz, am 18/9. bsl.— Münster in W. i M.jl7 jp Pa "Wrtn „ilus; Misch jtoinbu Malb öiflan „ Das »öt bli Wetun tv ßbtoi klne bu jfbetet vrgan Ss if Mblich '«Sa; Iltbei Mtet; j'ttbetn Klinten „D°S k>»r un «"m>> Mchehi «ei S JMs fttacht »cherer Vöhl »r fori die fr,. Wahlen dkd. erh. uvd somit frühere Qttg. erledigt.— H'.'D. Ä' Mk. 4.40 Ab. 4. Qu. erh.—-d.: Mk. 76.85 i Clo. erh. Bf. erwartt' — Fr. K. W.: Mk. 3.— Ab. 3. Qu. erh.— F. S. N.: Mt. 4� Ab. 4. Qu. erh. Ers. folgt.„Wenn wieder Hochzeit ist, gibt« Schwei grüben.— Rother Kaplan: 50 Pfg. Schft. und Porto. Weitere« w« indeß eingetroffen.— M. C. H.: M. 5.— Ab. 4. Qu. erh. Adr. geord» Weitere Bstllg. eingettff. Bfl. mehr.— Merkurius B.: Mk. 13.60 � 2. Qu. erh. Bs. erwartet.— L. F. Fl.: Mk. 4— Ab. 4. Qu. erh. y L. St. P.: Fr. 12.95 Ab. 4. Qu. 34 bis Ende 2. Qu. erh.— A. G. B» Mk. 3.- Ab. 4. Qu. erh.- Ä. G. H. a. N.: Mk. 4.40 Ab. 4. O» erh.— O. Sbrdt. Höviks: Fr. 2.50 Ab. 3. Qu. erh.— H.«. Bas' Fr. 1.80 ä Cto. Ab. 4. Qu. erh.— Rother Voigtländer: Mk. 33.* Ab. 3. Qu.. Schft. u. alter Rest erh. Weiteres besorgt. Bfl. mehr." New-York:(50 Doll.) Fr. 253.15 al» Diäten für unsere Abgeordnet» „Bismarck zum Trotz und unserer Sache zu Liebe" durch R. Berggr» von Wenigmann» Cig. Shob dkd. erh.— Die lustigen Brüder i. Elsas Mk. 26.40 Ab. 3. Qu. erh.— Beelzebub: M. 4.40 Ab. 4. Qu. er' — Dr. A. Fbg.: Mk. 4.40 Ab. 4. Qu. erh., welche» mit dem„lausck den" gemeint war.— E. Mr. Thm: M. 3— Ab. 4. Qu. erh.— Fvy; M. 5.' Ab. 4. Qu. u. Schft. erh. Sdg. folgt sobald oersandtfertig.— Winl-' thur: Fr. 5.— v. d. Schneidergewerkschast und Fr. 9 v. d. Schreine» gewerkschafts-Versammlung f. d. Kopenhagener Streikenden dkd. erh.' besorgt.— Nova: Mk. 62 20 st Cto. Schft. erh. mit 1 Gramm Heb'' gewicht und 50 Ct». Strafporto zu Ihren Lasten. AdrefF geordnet. Brief folgt.— G. W. Dg.: Mk. 4 40 Ab. 4. Qu. erh." H. Rkw. London: Mit den Mk. 2— Gdlg. hast Dn Recht. A«zg.a°s an C. A. B.— H. S. I.: B-stllg. v. 20/9. erh. und abg.— Ferd Bf. v. 20/9. hier. Weitere« nach Wunsch bewirkt.— Biugermau» Mk. 160 Ab. 4. Qu. erh.— Hansen: Mk. 6— Ab. 3. Qu. erh. � Leseklub Ehf. Mk. 13 60 st Cto. Schst. erh.— Rothbart: Bf. v. 21," u. s. nf. erh. Wird besorgt. Erbet. Bescheid hoffen unterwegs.— Gracch» W.: Adresse eingetragen. Alte geordnet.— I. H.: Sdg. vom 21. 9. et' Weiteres besorgt.— Roiher Apostel: Sld. wird Genaueres berichj' haben. Wie sollen wir aus Vst.- und Bw-Zeiten alle Sünder b> ans Ende kennen? Bfl. mehr aus Notizen v. 20/9.— P. a. a.»' Ansrage vom 19/9. beantw.— W. Eo. Ith.: M. 5 9V Ab. ab 1/9. Ende 85 erh.— R. Wk«. Stkhlm.: Fr. 2 50 Ab. 4. Qu. erh. Adce! notifizirt.— KSztz.- Paris R.: Anlangendes unbekannt. Recherchen � W. dirigirt.— Feuerländer: Aumeldg. erhallen. Ersatz und 33 18/9. bfl. abg. Avis über Eingang der„Getrennten" erbetea. A" 24/9. abgesandt.— AhaSveruS: Mk. Z— Ab. 4. Qu. W. erh. *Mp tuf) f gute t Euros ihum. O diand Feier! Gvtte dorüb Platzt predit klcirei ZU be' t M flNd 1 Perfl. Ab ■Dien) 'ft ge Di Uiehr (tötter Uiodei der n das � auch' Wi «bwol Piilit Äber iarisi Wi UlUs den£ dvn