et Sto , di-P ;ien c; nb"■ schM 0)9 sich d- B-i-h-' Er l« u»! eigeb«? daB weg»? -„m-» -ch� � n »vo, sai ibel die' ö-zi-� legeW no(t®? fl Iii B-? etl'1 S3o« ten pteW� m Ä-'' ot ei"'' Erscheint 4< n 1 1 id) einmal ttt Zürich(Schweiz). Acrtag drr �«Itddnchhandlnng Hottingen-Zürich. KiststMnge« füanlo gegen ftonlo, Bewihnliche Briefe «ach der k ch w e ij losten Doppelpori». >entral-Hrgan der deutlchm Sozialdemokratie. Kvonnemcnts «erden bei allen schweizerischen Postbureaux� sowie beim Verla» und dessen dekannien Agenten entgegengenommen, und zwar zum voran» z ahlbaren VierteljahrdpreiS nun: Fr 2— für die Schweiz lKreuzband) Ml 8— sllr Deutschland(llouvert» fi. 1.?0 sllr Oesterreich(llouoert) Fr. 2 so sllr alle übrigen Länder de» Weltpostverein»(Kreuzbands. Jnscrate die dreigespaltene Petitzeile 25 CiS.= 20 Psg. 42. Donnerstag, 15. Oktober 188» Avis an die Abonnenten und Aorrefiondenten des„Soziatdemolirat.-- .. Da der.Sozialdemokrat- sowohl m Deutschland al, auch in Oesterreich verboten ist, bezw»erfolgt wird und die dortigen Märden stch alle Muhe geben, unsere Verbindungen nach jenen Ländern mbglichst zu erschweren, resp Briese van dori an UN» -d>d unsere Zeiiung». und sonstigen Speditionen nach dort abzufangen, so ist die äußerste Borstcht im Postverkehr noihwendlg und ?»rs keine VorfichiSmaßregel versäumt werden. die Briesmaeder über den wahren Absender und Empfänger, sowie den Inhalt -t Sendungen zu täuschen und letztere dadurch zu schützen Haupterfordernitz ist hiezu einerseits, daß unsere Freunde so selten al» iniglich an den.Sozialdemokrat-, resp besten Verlag selbst adressiren, sondern stch mbglichst an irgend eine unverdächtig« Adresse außerhalb Deuischiand» und Oesterreich» wenden, welche stch dann mit uns in Verbindung setzt; anderjeit» aber, dach auch in» mbglichst unverfängliche Zustellungtadresten miigeiheilt werden. In zweiselhasten Fällen empfiehlt stch behufi größere« Sicherheit Rekommand'rnng, Soviel an und»egi, werden wir gewiß weder Mühe noch Kosten scheuen um trotz aller entgegen- stehenden Echwierigkeiien den.Sozialdemokrai- unseren Abonnenten möglichst regelmäßig zu liesern ig U-« mdaeP iet de» ibe d-i Ug� srechb unseü -an litisch), hat ise s W hfolg-' lgt-� i. 30� ,u.«y streik lO-T i: � !:# V,� 0 Cti- FraA }u> ; Blui' 9Jb(. ■. 5 3» 2. DJ in. erb ,0 fokt .llt. � ■3� to 30 W; iiland! ,u. tü R.& Ab, JRt (ni# 3n.- Blkh 4,0«- . G, BschS- i. Gd z. et Neu-« ich 22 . 1 5« ist t« 1. 4. Fthl- ii. eth -sor� , 4 3« f. H-- it. � oesgl. >. erh eitrag K >eten. Parteigenossen! Vergeht der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Was die französischen Wahlen lehren. Auf den ersten Anblick ist man geneigt, die Wahlen in Frankreich als einen Rückschritt in der Entwickelung dieses Fildes zu betrachten. Während in der vorigen Kammer im Manzen nur 82 Monarchisten saßen, sind diesmal gleich im °chen Wahlgang 177 Deputirte gewählt worden, von denen die Reiften zwar vorsichtig genug waren, sich nicht Monarchisten zu �titlen, die aber als solche— als Gegner der Republik be- kaiint sind. Und die Stichwahlen werden ihnen zweifelsohne >wch einen, wenn auch nicht erheblichen Zuwachs bringen. Das sieht, wie gesagt, einem Rückschritt sehr ähnlich. That- schlich bedeuten die Wahlen aber einen großen Fort- Ichritt. Wir haben schon in der vorigen Nummer hervorgehoben, «aß neben den Erzkonservativen die Radikalen es sind, Welche wesentlich an Terrain gewonnen haben. Verloren haben «ie Opportunisten und die gemäßigten Republikaner, das heißt die Mittelparteien, die Halben. Es ist eine Thatsache von �icht zu unterschätzender Äedeutung, daß die Monarchisten fast Mir da Erfolge erzielt haben, wo sie es mit den Opportunisten allein zu thun hatten, daß sie aber sogar an Stimmen einbüß- ien, wo den Opportunisten in den radikalen Kandidaten repu- dlikanische Gegner entgegentraten. - Ja der..Ju&jhk". pm« 0, Oktober ve»össeu»lichi CumUlu Pelletan eine Zusammenstellung, aus der dies bis zur Evidenz hervorgeht. Wir lassen einige besonders frappante Zahlen hiermit folgen. Im Departement Au de stellten die Radikalen den Oppor- ümisten eigene Kandidaten gegenüber. Die Gegner des bis- herigen Regierungssystems konnten sich also auf republikanische iliamen zählen. Resultat: die republikanischen Stimmen, die *876: 38,000, 1877: 34,000 betragen hatten, stiegen auf über 40,000; die monarchistischen, die 1876: 29,000, 1877: 86,000 betragen hatten, fallen auf 27,000.*) In Seine-et-Marne kandidirte radikalerseits der Ab- »evrdnete Lese vre. Resultat: Republikanische Stimmen stiegen von 41,000(1877) auf 47,000, die Reaktion fällt »on 30,000 auf unter 10,000. In der Vaucluse, deren Deputirte Radikale sind, behielten die Republikaner ihre Stim- lnenzahl bei, während die monarchistischen Stimmen von 30,000 »uf 23,000 fallen. In dem. ebenfalls durch Radikale vertretenen Departement Niävre steigen die republikanisckcn Stimmen von 37,000 auf 40,000, die monarchistischen fallen von 41,000 auf 35,000. Aehnlich im Departement Bouche u R h o n e, C r e u s e zc.:c. Man sieht daher, wie falsch es ist, zu sagen, die Erfolge her Monarchisten seien der Zersplitterung unter den Republi- tanern geschuldet. Mit der Einheit ist es auch nicht immer Sethan, sie ist, wie Herwegh singt, „nur leerer Schall, Wo sie nicht Einheit ist im Guten." Hätte es der Sache der Republikaner etwa genützt, wenn die Tonkin-Expedition lediglich bei den Monarchisten auf Wider- spruch gestoßen wäre, wenn die Finanzwirthschaft, die Wirth- IchaftSpolitik der Opportunisten nicht auch auf der Linken kritisirt >vorden wären? Kein vernünftiger Mensch wird das behaupten >vollen. Ganz sicher haben die Fehler der Republikaner den Atonarchisten Vorschub geleistet, aber die Uneinigkeit war viel- leicht der geringste. Und soweit sie es war, war es nicht die radikale Opposition, welche der Republik geschadet hat, sondern hie gemäßigte. Und diese ist denn auch von dem verdien- ten Schicksal ereilt worden. Es ist für die Demokratie der„Frankfurter Zeitung" be- Zeichnend, daß dieses Blatt sich mit einer wahrhaft rührenden Hartnäckigkeit zum Echo derjenigen Sorte von Republikanern hergibt, an deren Republikanismus in Frankreich kein Mensch glaubt, nämlich der Herren vom„Journal des Debats", dem Organ des linken Zentrums(Ribot, Sah-c.). Selbst ein so gemäßigtes Blatt wie das„Devoir" des Philanthropen Godin (Gründer des Familistäre in Guise) schreibt über diese ver- kappten Orleanisten: „Die Monarchisten brüsten sich, hundert Sitze gewonnen zu haben. Scheinbar ist das richtig, geht man aber der Sache auf den Grund, so wird man finden, daß diese Modifizirung der Volksvertretung keinen wesentlichen Wechsel in der öffent- *) Pelletan läßt die Zahlen von 188l fort, weil damals die Monar- -histen nur in den Arrondiflements Kandidaten aufstellten, wo sie Aus- ficht auf Erfolg hatten. lichm Meinung anzeigt. Viele A-gevrdnete des linken Zen- trums sind durch erklärte Monachisten ersetzt worden. So wurde im Departement Pas-de-lalais die Liste, an deren Spitze der Name des Herrn Ribt figurirte, als republika- nisch aufgeführt! „Glaubt man, daß die Ablösui? der Orleanisten des linken Zentrums durch Bonapartisten md Legitimisten die Republik schwer erschüttert? „Wir sind anderer Ansicht. „Die ausgesprochenen Situatioien sind der dauernden Un- gewißheit vorzuziehen, welche dat nothwendige Produkt einer politischen Körperschaft sein muß, in der die Ministerien jeden Moment abhängig sind von dem Schacher der Gruppen ohne politische Färbung. „Die nächste Kammer wird mchr Monarchisten zählen als die vorhergegangene, sie wird abw auch der zweifelhaften Po- litiker ledig sein, die sich allen Parteien willfährig zeigten, welche ihnen Vortheile bieten." Man vergleiche mit diesen Arsführungen eines durchaus nicht revolutionären Blattes folgenden Satz aus der demokra- tischen„Frankfurter Zeitung"(Mirgenblatt vom 7. Oktober): „Dabei bestand bei aller Mannigfaltigkeit der Programme und der Listen doch noch eine große Lücke: die gemäßigten und die zwischen Republik und Monarchie unentschieden hin und her schwankenden Elemente fanden keinen Platz, wo sie sich niederlassen und ihrer Meinung Ausdruck geben konnten. „Temps" und„Journal des Debats" hatten in den letzten Tagen vor der Wahl das Vorhandensein dieser Lücke konsta- tirt und gleichmäßig bedauert, aber es war zu rechter Zeit nichts geschehen, das sie hätte ausfüllen können. So hat auch hier die Sorge für ihre werthen Persönlichkeiten die Republikaner dazu geführt, die Interessen der Wähler zu vermach- lässigen, unö aucy vasur lsi NN(Ttefuttiu uci Wahl vom 4. Oktober die verdiente Strafe erfolgt." Die verdiente Strafe dafür, daß man die Republik nicht von den Launen der französischen Miquel, Bennigsen:c. abhängig machte! Denn auf weiter nichts laufen die Präten- sionen der Herren vom linken Zentrum, hinter denen die hohe Finanz und der streberisch gesinnte Adel stehen, hinaus. Alan braucht nur die Artikel des„Journal des Debats zu lesen, in denen die Rückkehr zur Politik der Dufaurc-Thiers ver- langt wird, um sich von den antirepnblikanischen Gesinnungen dieser Herren zu überzeugen. Daß sie bei der Aufstellung der Listen nicht überall nach Wunsch berücksichtigt wurden, mag stimmen, aber wo sie es wurden, ließen die W ä h l e r sie fallen. Und während die Opportunisten wenigstens noch soviel repu- blikanisches Selbstgefühl hatten, für die Stichwahl die repu- blikanische Disziplin zu proklamiren(Eintreten aller Republikaner für diejenigen Kandidaten, welche die größte Stimmen- zahl erhalten), erklärten die Herren vom linken Zentrum, dar- aus könnten sie sich nicht einlassen. Und die Redaktion der „Frankfurter Zeitung" findet dieses Hand in Hand Arbeiten mit den Erz-Reaktionären auch ganz in der Ordnung. „Dazu kommt ferner," schreibt das leitende Organ der deutschen Volkspartei im Abendblatt vom 8. Oktober, „daß die Gemäßigten an vielen Orten sich weigern werden, für die Radikalen zu stimmen, sie also als gleichberechtigt zu behandeln. Sie gehen nicht mit Unrecht(!!) von dem Gedanken aus, daß es nicht zuletzt der ziellose und lärmende Radikalismus gewesen ist, der zahlreiche Wähler in das Lager der Konservativen getrieben hat. Und sie sollten jetzt die Hand dazu bieten, die Gefolgschaft der Clemenceau und Rochefort verstärken zu helfen? Eher gehen sie wieder nach rechts." Zu dieser, dem staatsmännischen Genie deö Herrn Stern entsprossenen Auffassung kann sich selbst der von uns wieder- holt gekennzeichnete Gitter-Korrespondent des Sonnemann'schen Blattes nicht aufschwingen. Der durchaus nicht radikale Herr, der aber wenigstens Pariser Luft athmet, schreibt in seiner vom 9. Oktober datirten Korrespondenz:„Was aber auf alle Weise verworfen werden muß, das ist die Haltung des„Journal des Debats" und des„National", welche republikanische Blätter sein wollen und den gemäßigten Republikanern rathen, am 18. Oktober unter keiner Bedingung für die Radikalen zu stimmen, unter dem Vorwande, daß diese eine ebenso große Gefahr für die Republik seien und daß die Wähler am 4. Ok- tober sich deshalb gegen den Radikalismus ausgesprochen hätten. Man mag gemäßigt oder radikal gesinnt sein— man muß in beiden Fällen zugeben, daß die tonangebenden Organe der sog. „liberalen Republikaner" sich hier einer Unwahrheit schul- dig machen. Das allgemeine Stimmrecht hat sich am 4. Ok- tober nicht gegen den Radikalismus, sondern gegen die Oppor- tunisten und deren Politik ausgesprochen."...„Wie kann da das„Journal des Debats" glauben, einem Fingerzeige des allgemeinen Stimmrechts zu folgen, wenn es seinen Freunden räth, lieber den Moilarchisten die Wege zu ebnen, als mit den Radikalen gemeinsame Sache zumachen?... Will das„Jour- nal des Debats" für die Ziele Cassagnac's arbeiten, so mag es bei seinem Standpunkt beharren, will eS aber weiter als republikanisches Organ gelten, so muß es sich zur schleunigen Umkehr entschließen.". Das stimmt. Wir haben uns bei diesem Punkt, der Haltung der„Frank- furter Zeitung", verhältnißmäßig lange aufgehalten, weil er in drastischster Weise den Unterschied zwischen der politischen Situation Frankreichs und Deutschlands charakterisirt. Die Angriffe der„Frankfurter Zeitung" auf die französischen Ra- dikalen sind der beste Beweis, daß diese denn doch ganz an- dere Kerle sind als unsere deutschen bürgerlichen Demokraten. Sie sind zwar, trotz ihren sozialistischen Allüren, schließlich eine bürgerliche Partei, aber sie sind keine Philister, son- dern wirkliche Vertreter des bürgerlichen Radikalismus, eine Spezies, die in Deutschland zur Zeit gar nicht oder doch nur als Zimmerpflanze gedeiht. Die Existenz einer großen bürgerlich-radikalen Opposition ist, wie wir in voriger Nummer bereits ausführten, auch' die Ursache, weshalb die Sozialisten nur so geringe Erfolge er- zielten. Der französische Arbeiter wirft, schreibt uns ein Kenner der dortigen Verhältnisse, seinen Stimmzettel nicht weg. Und da in Frankreich noch lebendige Parteien bestehen, nicht wie in Deutschtand nur tobte oder sterbende— deren äußerste Linke ihren Stolz darin sucht, nicht nur seiner Ma- jestät, sondern auch seiner Durchlaucht allergetreueste Opposition zu sein— so entschließt er sich schwer, für einen anssichtslosen Sozialisten zu stimmen, wenn er dadurch einen Radikalen in die Minorität und einen Opportunisten in die Majorität bringt. Kommen die Radikalen ans Ruder und so in die Lage, ihre Versprechen halten zu müssen, so werden auch die Sozialisten als thatsächliche Opposition Geltung erhalten. Bis dahin hat die sozialistische Zählkandidatur in Frankreich noch thren aroßen Haken. vJ' W Wir haben also, trotz ver Niederlage unserer Freunde und der paar Erfolge der Monarchisten, keine Ursache, mit dem Gang der Dinge in Frankreich unzufrieden zu sein. Im Gegentheil. Die Gegensätze unter den bürgerlichen Parteien werden in der nächsten Kammer wahrscheinlich noch schärfer aufeinanderplatzen als in der abgetretenen, die Geister werden frisch erhalten, und die Sozialisten, die hoffentlich nicht er- mangeln werden, die Konsequenzen der während des diesmali- gen Wahlkampfs gemachten Erfahrungen zu ziehen, werden bald genug Gelegenheit haben, die Radikalen auf die Probe zu stellen, und somit die anerkannte Avantgarde des Proleta- riats zu werden. Ein historischer Denkzettel. Das zweite Heft der von der Bolksbuchhandlung in Hottingen-Zürich herausgegebenen„Sozialdemokratischen Bibliothek"— Karl Marx vor den Kölner Geschwornen— ist von Friedrich En- g e l s mit einer Vorrede versehen worden, in der die Gesetzlichkeits- Heuchelei unserer Tage so treffend abgethan wird, daß wir es uns nicht versagen können, diesen Theil derselben auch im Parteiorgan zum Ab- druck zu bringen. Haben sich doch erst in voriger Woche wieder die Vertreter unserer Partei gegen den Vorwurf der Nichtachtung der gegen uns geschmiedeten Gesetze zu verantworten gehabt— im gleichen Mo- ment, wo durch die ganze deutsche Presse die Nachricht ging, daß im Rathe der Reichsgötter beschlossen sei, den Prinzen Albrecht von Preußen als Regenten von Braunschweig zu proklamiren unter Nichtachtung der legitimen Ansprüche des Herzogs von Cumber- land. Da ist der historische Denkzettel, den Fr. Engels den deutschen Gesetzlichkeitsmeiern applizirt, von ganz besonderer„Zeitge- mäßheit". „Die offiziellen Parteien von der Kreuzzeitung bis zur Frankfurter Zeitung," schreibt Engels,„werfen der sozialdemokratischen Arbeiterpartei vox, sie sei eine revolutionäre Partei, sie wolle den Rechtsboden, der 1866 und 1871 geschaffen wurde, nicht anerkennen, und sie stelle sich dadurch selbst— so heißt's wenigstens noch bis zu den Nationalliberalen hinab— außerhalb des gen, einen Rechts. Ich will von der monströsen Ansicht absehen, als könne sich Jemand durch Behauptung einer Mei- nung außerhalb des gemeinen Rechts stellen. Das ist der pure Polizei- staat, den man doch besser thäte nur im Stillen zu praktiziren, und in der Phrase den Rechtsstaat zu predigen. Aber was ist denn der Rechts« boden von 1866 anders als ein revolutionärer Boden? Man bricht die Bundesverfassung und erklärt den Bundesgenossen den Krieg. Nein, sagt Bismarck, die Andern haben den Bundesbruch begangen. Worauf zu antworten, daß eine revolutionäre Partei sehr tölpelhaft sein muß, wenn ste nicht für jede Schilderhebung mindestens eben so gute Rechts- gründe findet, wie Bismarck für die seinige 1866.— Dann provozirt man den Bürgerkrieg, denn anders war der Krieg 1866 nichts. Jeder Bürgerkrieg aber ist ein revolutionärer Krieg. Man führt den Krieg mit revolutionären Mitteln. Man verbündet sich mit dem Ausland gegen Deutsche; man führt italienische Truppen und Schiffe in's Ge- secht, man ködert Bonaparte mit Aussichten aus deutsche Gebietserwer- bung am Rhein. Man bildet eine ungarische Legion, die für revolu- tionäre Zwecke gegen ihren angestammten Landesvater kämpfen soll; man stützt sich in Ungarn aus Klapka wie in Italien auf Garibaldi. Man siegt, und— verschluckt drei Kronen von Gottes Gnaden, Han- nover, Kurhessen, Nassau, deren jede mindestens ebenso legitim, ebenso sehr„angestammt" und„von Gottes Gnaden" war wie die Krone Preußen. Endlich zwingt man den übrigen Bundesgenossen eine Reichs- Verfassung auf, die z. B. im Fall von Sachsen ebenso freiwillig ange- nommen wurde, wie seiner Zeit der Tilsiter Friede von Preußen. Beklage ich mich darüber? Es fällt mir nicht ein. Ueber geschichtliche Ereignisse beklagt man sich nicht, man bemüht sich im Gegentheil, ihre Ursachen zu verstehen und damit auch ihre Folgen, die noch lange nicht erschöpft sind. Aber was man ein Recht hat zu verlangen, ist, daß die Leute, die alles das gcthan, nicht andern Leuten vorwerfen, sie seien Revolutionäre. Das deutsche Reich ist eine Schöpfung der Re. volution— allerdings einer Revolution eigner Art, aber darum nicht minder einer Revolution. Was dem einen recht, das ist dem andern billig. Revolution bleibt Revolution, ob sie von der Krone Preußen praktizirt wird oder von einem Kesselflicker. Wenn die Regierung des Tags die bestehenden Gesetze anwendet, um sich ihrer Gegner zu entledigen, so thut sie, was jede Regierung thut. Wenn sie aber glaubt, sie schmettre sie noch extra nieder mit dem Donnerwort:„Revolutionär! so kann sie damit höchstens den Philister schrecken.„Selbst Revolutionär!" hallt es aus ganz Europa zurück. Grundkomisch aber wird die Zumuthung, man solle die aus den ge- schichtlichen Verhältnissen unumgänglich folgende revolutionäre Natur ablegen, wenn sie an eine Partei gerichtet wird, die man erst außerhalb des gemeinen Rechts, d. h. außerhalb des Gesetzes stellt, und von der man dann verlangt, sie solle den Rechtsboden anerkennen, den man aerade für sie abgeschafft hat. Daß man über so etwas nur ein Wort zu verlieren hat, beweist wie- der den politisch zurückgebliebenen Zustand Deutschlands. In der übrigen Welt weiß Jedermann, daß die gesammten gegenwärtigen politischen Zustände das Ergebniß von lauter Revolutipnen sind. Frankreich, Spanien, die Schweiz, Italien— so viel Länder, so viel Regierungen von Revolutions Gnaden. In England erkennt sogar der Whig Macaulay an, daß der jetzige Rechtszustand begründet ist auf eine Revolution über die andere srovolutions heaped upon revolutions). Amerika feiert seit hundert Jahren seine Revolution jeden vierten Juli. In der Mehrzahl dieser Länder gibt es Parteien, die sich durch den bestehenden Rechts- zustand nicht länger gebunden halten, als dieser sie binden kann. Wer aber z. B. in Frankreich die Royalisten oder Bonapartisten anklagen wollte, sie seien revolutionär, der würde einfach ausgelacht. Nur in Deutschland, wo politisch nichts gründlich erledigt wird(sonst wäre es nicht in zwei Stücke zerrissen, in Oesterreich und das sogenannte Deutschland) und wo ebendeßwegen auch die Vorstellungen vergangener, aber erst halb überwundener Zeiten in den Köpsen unsterblich sortvege- tiren(weßhalb die Deutschen sich das Denkervolk nennen)- nur in Deutschland kann es noch vorkommen, daß man von einer Partei ver- langt, sie solle sich durch den bestehenden sogenannten Rechtszustand nicht nur thatsächlich, sondern auch moralisch gebunden halten; sie solle im Voraus versprechen: was auch kommen möge, sie wolle diesen von ihr bekämpsten Rechtszustand nicht umwerfen, selbst wenn sie es könne. Mit anderen Worten, sie solle sich verpflichten, die bestehende politische Ordnung am Leben zu erhalten in alle Ewigkeit. Das und nichts anderes heißt es, wenn man von der deutschen Sozialdemokratie verlangt, sie solle aushören,„revolutionär" zu sein. Aber der deutsche Spießbürger— und seine Meinung ist noch immer die öffentliche Meinung Deutschlands— ist ein eigner Mann. Er hat nie eine Revolution gemacht. Die von 1848 machten die Arbeiter für ihn zu seinem Entsetzen. Dafür hat er um so mehr Revolutionen erlitten. Denn wer in Deutschland seit dreihundert Jahren die Revolutionen machte— sie waren auch danach— das waren die F ü r st e n. Ihre ganze Landeshoheit und endlich ihre Souverainetät war die Frucht von Rebellionen gegen den Kaiser. Preußen ging ihnen mit gutem Beispiel voran. Preußen konnte erst ein König- reich werden, nachdem der„große Kursürst" gegen seinen Lehnsherrn, d,e Krone Polen, eme erfolgreiche Rebellion durchgeführt und so das H-rzogthum Preußen von Polen unabhängig gemacht hatte. Seit Friedrich II. wurde die Rebellion Preußens gegen das deutsche Reich in ein System gebracht; er„pfiff" auf die Reichsversassung noch ganz anders als unser braver B r a ck e auf das Sozialistengesetz. Dann kam dle französische Revolution, und sie wurde von den Fürsten wie von den Spießbürgern unter Thränen und Seufzern erlitten. Das deutsche Reich wurde im Reichsdeputationshauptschluß 18V3 von Franzosen und Russen höchst revolutionär unter die deutschen Fürsten vertheilt, weil diese selbst über die Theilung sich nicht einigen konnten. Dann kam Napoleon und erlaubte seinen ganz besondern Schützlingen, den Fürsten von Baden, Bayern und Württemberg, sich aller innerhalb und zwischen ihren Gebieten liegenden reichsunmittelbaren Grafschaften, Baronien und Städte zu bemächtigen. Gleich darauf machten dieselben drei Hochverräther die letzte erfolgreiche Rebellion gegen ihreii Kaiser, machten sich mit Napoleon's Hülse souverain, und sprengten damit endgiltig das alte deutsche Reich. Seitdem vertheilte der faktische deutsche Kaiser, Napoleon, Deutschland ungefähr alle drei Jahre wieder neu unter seine getreuen Knechte, die deutschen Fürsten und andere. Endlich kam die glorreiche Befreiung von der Fremdherrschast, unv zum Lohne wurde Deutschland vom Wiener Kongreß, d. h. von Rußland, Frankreich und England als allgemeines Entschädigungsgebiet für heruntergekommene Fürsten vertheilt und verschachert, und die deutschen Spießbürger wie so viel Hümmel in ungefähr 2000 abgesonderten Gebietsfetzen den ver- schiedenen sechsunddreißig Landesvätern zugewiesen, vor deren Mehrzahl sie noch heute, als vor ihren angestammten Landesvätern,„unterthänigst ersterben". Alles das soll nicht revolutionär gewesen sein— wie recht hatte doch Schnapphahnski-Lichnowski, als er im Frankfurter Parlament ausrief: Das historische Recht hat keinen Datum nicht! Es hatte näm- lich nie einen gehabt! Die Zumuthung des deutschen Spießbürgers an die deutsche sozial- demokratische Arbeiterpartei hat also nur den einen Sinn, daß diese Partei Spießbürger werden soll wie er selbst, und die Revolutionen bei Leibe nicht mitmachen, aber sie alle erleiden. Und wenn die durch Kontrerevolution und Revolution zur Macht gekommene Regierung die- selbe Zumuthung stellt, so heißt das nur, daß die Revolution gut ist, so lange sie von Bismarck für Bismarck und Konsorten gemacht wird, aber verwerslich, wenn sie gegen Bismarck und Konsorten gemacht wird." Ein Schandstück moderner Klaffengesetzgebung. In Nr. 39 der Wiener„Deutschen Wochenschrift" bespricht der öfter- reichische Sozialpolitiker Heinrich Mandl vas neue österreichische „Bagabunden-Gesetz", das in der That mit dem Eingangs gebrauchten Titel keineswegs zu scharf gekennzeichnet ist. Es ist, wie Mandl es richtig nennt, ein„Gesetz g e g e n Arbeitslose", und zwar ein so nieder- trächtiges Gesetz, wie es eben nur in der Aera der seudaljunker- lichen Sozialreform und der polizeistaatlichen Ausnahmegesetze ausge- brütet werden kann. Zur Kennzeichnung dafür, was man im neunzehnten Jahrhundert in den Staaten des sogenannten„Volkskönigthums" der Arbeiterklaffe zu bieten wagt, lassen wir die markantesten Stellen dieses Schandgesetzes hier folgen. „Fragen wir zunächst," sagt Mandl,„was ist ein Vagabund?" „Hierauf gibt das Gesetz vom 24. Mai(188S) Antwort, indem es festsetzt, daß als Landstreicher zu bestrafen sei,„wer geschäfts- und ar- beitslos umherzieht unv nicht nachzuweisen vermag, daß er die Mittel zu seinem Unterhalte besitze oder redlich zu erwerben suche". Bestrast werden ferner auch solche arbeits- sähige Personen, welche— mittellos und unbeschäftigt— sich weigern, die ihnen von der Gemeinde zugewiesene Arbeit zu verrichten. Mit kei- nem Worte wird erwähnt, welche Zeit diesen Individuen zur Erlangung anderer Arbeit gewährt wird. Die kurze Praxis des neuen Vagabunden- gesetzes hat jedoch gelehrt, daß Personen, welche auch nur dreiTage beschäftigungslos waren, als Vagabunden angeklagt und bestraft wurde n." Mit andern Worten: Jeder arbeitslose Arbeiter, der keine Mittel hat, ist nach diesem Gesetz ein Vagabund, ein Landstreicher, sobald einem beliebigen Polizisten oder Richter seine Nase nicht gefällt. „Wie sehr man sich," fährt Mandl nach kurzer Kommentirung fort, „bei dem neuen Gesetze bestrebt hat, dem Ausdrucke Landstreicher die weiteste Faffung zu geben, zeigt schon allein der Umstand, daß aus- drücklich hervorgehoben wird, unter„Umherziehen"(ZI) sei auch der stetige Aufenthalt in einer Ortschaft zu verstehen." „Was das Gesetz unter Landstreicherei versteht, deckt sich übrigens so ziemlich mit den Anschauungen einer gewissen Sorte dunkler Sozial- resormer. Ein Vertreter derselben, Vikar Danner, bemerkte diesbezüglich bei der Konstituirung des Salzburger Agrarvereines, man habe im Jahre 1882 im Lande Salzburg nicht weniger als SSW Vagabunden gezählt, was fast doppelt so viel als 18KK wäre.„Diese Vaganten gefährden das Wohl der Bevölkerug. DasEigenthum ist bedroht, die Sittlichkeit leide. Selbst Raubmorde, von solchen Strolchen ausgeführt, gehören nich zu der Seltenheiten. Nach dem statistischen Handbuche wurden in Sqburg tft,780 Personen männlichen Geschlechts gezählt. Von diesen sind ugesähr?5 Prozent, 30,000 Personen, erwerbs- fähig. Nach der Darstellng des Vikars Danner müßte also fast der zehnte Theil der everbsfchigen Männer Salzburgs aus Vaga- bunden, d. h. aus gefährlhen, uisittlichen Lumpen, welche stehlen, rau- ben und morden, bestehen. Jeden Einsichtigen dürfte es klar sein, daß hier eine Uebertreibung vrliegt und daß der zehnte Theil der Salz- burger Männer wohl am Arbeitslosen, doch nicht aus Vagabunden besteht." Der biedere Vikar hat een de? menschenfreundlichen Denkweise seiner landjunkerlichen Auftraggeer Ausdruck gegeben, als er die arbeitslosen Proletarier kurzweg als Mrder md Spitzbuben infamirte. Pfaffen und Grundbesitzer führen ja ach das große Wort im Wiener Reichsrath und wissen nicht genug über di mavchesterliche Bourgeoisie herzuziehen. Nun,■ Manchesterleute sind sie allrdinch nicht, wie Figura zeigt, aber ihr Anti- Manchesterthum entspringt einesvegs antikapitalistischer Gesinnung, son- der.i es ist der Ausfluß dü potmzirtesten Protzendünkels.„Die Frage: Wie bekämpft man die Arlätsloigkeit, die unfreiwillige Arbeitslosigkeit? wurde im Reichsrath gar nicht aufgeworfen,"— sagt Mandl weiter unten—„sondern einfach gefragt: Wie bekämpft man die„Vagabunden"? Und die Antwort lautete: In Um man s i e bestrast." Diese ebenso geistreiche nie bsueme Antwort sollte man den Herren, die das famose Gesetz fabiizirt, auf die Stirn oder sonst einen edlen Körpertheil brennen. Sie ist die beste Legitimation ihrer legitiinen, ihrer angestaminten Bornirtheit. Sie hben wirklich, wie die alten Bourbonen, nichts, absolut nichts gelernt. Hören wir Mandl weiter: „Daß diese Strafen harte, unemein harte sind, hat sogar der eifrigste Versechter des Gesetzes, Graf gelcredi, zugestanden.„Ich verkenne durchaus nicht," sagte er,„daß, venn man die einzelnen Uebertretungen und das für dieselben festgesetzte Strafausmaß in Betracht zieht, wenn man dies vergleicht mit den Smssätzen, die sich im Strafgesetze für Uebertretungen finden, die an ich viel schwerer wiegen, ein gewisses Mißverhältniß brvortritt." Den Pseudo-Vagabunden erwartet strenger Arrest von eüem bis zu drei Monaten. Nach Ab- büßung dieser Strafe kann er fir die Dauer von drei Jahren einer Zwangsarbeitsansalt übergeben werden. Für weitere drei Jahre kann er unte Polizeiaufsicht gestellt werden. Hierüber bestimmt§ 9 des alter Vagabundengesetzes, der nicht außer Kraft getreten ist: „a) Es kann ihm von der die Polizeiaufsicht verhängenden Behörde der Aufenthalt in einzelnen Gebiten und Orten gänzlich unter- sagt oder auch ein bestimmter Ort zum Aufenthalte am gewiesen und zur Pflicht gemach werden, diesen oder einen von ihm selbst gewählten Aufenthaltsort licht zu verlassen; d) er ist v e r p s l i ch t e t, jeten Wechsel seiner Wohnung noch an demselben Tage der Sicherheitsbchörde anzuzeigen, auf jedesmalige Aus- forderung vor derselben zu ersehenen und über seine Beschäftigung, sei- nen Unterhalt oder Erwerb, sowi> über seinen Verkehr mit anderen Per- sonen Auskünfte zu geben; e) die Sicherheitsbehörde kann ihm auch die Verpflichtung auferlegen, sich in bestimmten Friste, bei ihr persönlich zu melden, sie kann ihm untersagen, ar gewissen Versammlungen theilzunehmen, gewiffe Ränmlichkeiten zu besuchen u. s. w; ck) es darf bei ihm zum Zwecke der polizeilichen Aufsicht jederzeit eine Haus- oder Personsdurchsuchung vorgenommen werden." Diese fürchterlichen Strafen vereint, Gefängniß, Zwangsarbeitsanstalt, Polizeiaufsicht, treffen, es sei hier ausdrücklich wiederholt, diejenigen Arbeitslosen, welche nicht nachzuweisen vermögen, daß sie Unterhaltsmittel besitzen oder redlich zu erwerben suchen. Wer gegen die obigen Bestimmungen über die Polizeiaufsicht handelt, kann nach Z 6 des neuen Gesetzes auch noch mit strengem Arrest bis drei Monate be- straft werden. Hervorgehoben muß werden, daß dem angeklagten„Vaga- bunden", welchem diese strenge Bestrafung zugedacht ist, durchaus nicht vom Ankläger nachgewiesen werden muß, daß er seinen rt»u.y..lt!» iinujr....tivv xctife edciugi yui. le ganze« e w e l»- l a st trifft den Angeklagten selb st; er muß nachweisen, daß er sich redlich nährt, oder es erwartet ihn die Strafe." Ein herrliches Gesetz, nicht wahr? Jeder Arbeitslose, der dem Dorf- Pascha nicht beweisen kann, daß er arbeiten will, ist ein Vagabund, und der Vagabund gehört in das Zwangsarbeitshaus. Wie angenehm für gewisse Prinzipale, die stets Arbeiter e i n stellen können, weil es kein Arbeiter bei ihnen aushält! Sie brauchen sich nur mit der Polizei gut zu stellen, und es wird ihnen nie an Material zum Schinden fehlen. Und wie genial, die Lösung der Vagabundenfrage durch Vermehrung der Zwangsarbeitshäuser! Die höchste Homöopathie! „Im Jahre 1832 arbeiteten in den österreichischen Strafhäusern 17,464 Sträflinge durch 3,076,774 Tage. Der Ertrag der Arbeiten betrug fl. 477,043, davon erhielten die Sträflings fl. 138,720. Für den Arbeitstag erhielt daher jeder Sträfling durchschnittlich einen Arbeitslohn von 4>/, K r e u z e r, spreche und schreibe vier undeinen halben Kreuzer. Kann da ein freier Arbeiter mitthun? Unmög- lich. Jedermann kennt auch die Klagen der Arbeiter und Gewerbetrei- benden über die Strafhausarbeit. Es darf also getrost ausgesprochen werden: Für jeden„Vagabunden", der zum Zwangsarbeiter wird, wird ein freier Arbeiter zum„Vagabunden". „Diese Behauptung ist unwiderleglich. Als Entschuldigung kann zwar gesagt iverden, daß die Arbeitshäuser nur für wirkliche Vagabunden, für Arbeitsscheue dienen sollen. Allein wie widersinnig ist diese Entgegnung! Das Gesetz gibt also nur Jenen Arbeit, welche nicht arbeiten wollen; die Tausende, welche arbeiten wollen und nicht können, bleiben hilflos ihrer Roth überlassen. Damit soll, wie Graf Belcredi sagte, Zucht und Ordnung in die Bevölkerung gebracht werden; durch anders Gesetze, meinte er, würde man nur erschlaffend und demoralisi rend wirken." „Zucht und Ordnung"— das sind die H e i l i g e n, zu denen die Reaktionäre zu allen Zeiten gebetet, in deren Namen sie die Völker noch stets den grausamsten Verfolgungen preisgegeben haben. Mit wel- chem Erfolg hat die Geschichte aller Reaktionen gezeigt, und Mandel hat ganz Recht, wenn er gleich daraus fortfährt: „Welche Gesetze demoralisirend wirken, das wird die Zukunft lehren. Wenn es sich dereinst erweisen wird, daß jene Personen, welche das Gesetz„Landstreicher" nennt, das Gefängniß dem dreijährigen Ausenthalt im Zwangsarbeitshause vorziehen, wenn diese Leute eher Verbrecher als Zwangsarbeiter sein wollen, dann werden vielleicht auch die Freunde des neuen Vagabundengesetzes über dessen Moral anderen Sinnes werden." Die klassenbewußten Arbeiter Ostreichs aber mögen es nie vergessen, wem sie dieses saubere Gesetz, diesen Fußtritt in's Gesicht der Arbeiterklasse, verdanken. — �/\/vjXsA/VN#-- Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 14. Oktober I88S. wegen. Der dreihaarige Krautjunker von Varzin figurirt bald als Gott, bald als Halbgott— immer als ein üb e r m ensch liche s W esen, das alle übrigen Menschen überragt, wie Gulliver die LillipU' tan er— ein Ausbund von Verstand, Kraft, Muth, Edelsinn, wied» Welt noch nie Aehnliches gesehen hat. „Noch nie"? Halt! Ist das auch wahr?„Ein Mährchen aus alte» Zeiten, das kommt mir nicht aus dem Sinn." Fünfzehn Jahre her das ist heute ja schon alte Zeit. Richtig— vor fünfzehn Jahren noch. und fast zwei Jahrzehnte hindurch vorher, da wurde schon dasselbe Lied in dem„Kladderadatsch" gesungen. Nur hieß der Wunderman» damals nicht Bismarck, sondern Bonaparte. Der Servilismus war damals noch nicht chauvinistisch— das ist der ganze Unterschied. Abel dieselbe Speichelleckerei, derselbe Götzendienst, dieselbe Niedertracht. Zus Theil sogar dieselben Witze und Redewendungen, welche, gleich den Loya' litätssräcken gewisser Leute, vor allen möglichen hohen Herren Dien? thun müssen. Natürlich ist die Kolonialpolitik das jüngste Schooßkind des„Kladderadatsch", der uns jetzt mit Vorliebe eine» deutschen Matrosen als Sinnbild deutscher Allmacht vorführt natürlich unter dem gnädigen Schein der S o n n e B i s m a r ck; der Glatzkopf mit den drei Haaren, die dann Strahlen vorstellen, hat scho» mindestens zwei Dutzend Mal als Sonne figurirt. Der Engländer guckt neidisch drein, auch der Franzose; aber sie dürfen sich nicht muckiew denn der Deutsche hat das Zeug, sie beide im Handumdrehen in di- Tasche zu stecken— auf dem Bilde. In Wirklichkeit verhält sich dir Sache bekanntlich umgekehrt. Wenn nun aber, so fragen wir, derlei verlogener Blödsinn von den Lesern für Ernst genommen wird, zu welch unglaublichem Größenwahnsinn müssen die Unglücklichen kommen! Ver> glichen mit solch plunrper Bramarbafferei sind die Ergüffe eines Dero«' löde noch maß- und geschmackvoll. Die letzte Leistung in Ottolatrie ist durch den famosen Verlegenheits' .: Jü. fii � t i � ZZ Ii rvr-X j v»-TN n»• P09 — Wenn das Sprichwort:„Der Mensch ist, was er i ß t." auch von g e i st i g e r Nahrung gilt, dann muß es um unser deutsches Volk sehr schlecht bestellt sein, so daß Einem schier angst wer- den könnte. Sehen wir uns z. B. einmal die sogenannten„Witzblätter" an, welche ihren Namen nach dem bekannten lueus-a-non-Iuoendo-Prinzip von dem Witz führen, den sie nicht haben. Als Typus wollen wir blos den„Kladderadatsch" nehmen, der ja wohl den meisten Rus und die meisten Abonnenten hat. Allzuviel Witz hatte er auch in seiner Jugendzeit nicht, und es war nicht die beste Sorte, aber das Bischen, was er hatte, ist in byzantinischer Servilität ertrunken. Chauvinis- mus und Ottolatrie(die neueste und stupideste Form der Jdo- lj» t r i e*), das sind die zwei Pole, zwischen denen die Gedanken und - beide auf gleicher Höhe und von gleichem Kaliber— sich be> streich Bismarcks in der Karolinenaffäre inspirirt worden. Daß Windthorst'sche Wort:„Der Papst regiert die Welt" seitens des„genW' len" deutschen Staatsmanns, durch Uebertragung des Schiedsrichteramt« an den Papst, eine drastische Bestätigung finden würde, war, wie M von selbst oersteht, den deutschen Reichsphilistern außerordentlich satah und die bedenkliche Maßregel hat denn auch überall einen höchst ungü»' stigen Eindruck gemacht— außer bei dein Heere der„Reichsfeinde", tM keinen Grund haben, sich über die Blamagen des Reichshund-Besitzer» graue Haare wachsen zu lassen. Die Blainage ist nicht aus der Welt zu schaffen, und wenn es kein besseres Mittel gibt, als diese Schieds' richtersarce, sich aus der Affäre zu ziehen, dann beweist das nur dü Größe der Blamage. Als Lakai, der jede Schwäche und Eselei de» gnädigen Herrn als Tugend und Geniestreich hinzustellen hat, schreibt der„Kladderadatsch" jetzt ein Gedicht zur Verherrlichung dieses— Genie' streichs. Da sind die Rollen plötzlich vertauscht; nicht Bismarck, sonder» der Papst ist der Blamirte. Der blamirte Papst seufzt, daß er iui» gezwungen sei, seinem großen Feind einen Dienst zu leisten, ihm gege» seinen besten Freund Spanien Recht zu geben, und schließt seine Klag- mit den Worten: „Nicht sehr beneidenswerth komm' ich mir vor, Wenn ich dem Kanzler diesen Dienst verrichte. Er weiß sich stark, drum darf er dem Humor Ein Plätzchen gönnen in der Weltgeschichte." Wenns Humor war, dann Galgenhumor! In seinem nächsten Gedicht wird der„Kladderadatsch" wohl den blamirten Bismarck als Sieger i»> Kulturkampf besingen— Sieger, weil er so pfiffig war, den schlaue» Papst, den„Beherrscher der Welt", über den Löffel zu barbiren und vo« seinen— des genialen Otto— Wagen zu spannen. In dieselbe Kategorie gehören witzig fem sollende Anekdoten u. s. W-- welche, wenn auch nicht grade von den„Gelehrten des Kladderadatsch" aber doch von verwandten und ihrer würdigen Geistern in die Press- und unter das Volk gebracht werden. Da liest man z. B.:„ A u« Kindermund.„Mama, ich weiß, wie es in der Welt zugeht," sag« die kleine Beate, als sie eben ihrer Puppe einen tüchtigen Verweis er> theilt hatte.„Die Puppe muh mir folgen, ich muh der Bonne folge»- die Bonne muß Dir folgen, Du mußt dem Papa folgen, der Papa m«! dem Präsidenten folgen, der Präsident muß dem Kaiser folgen, del Kaiser muß dem lieben Gott folgen und der liebe Gott," sie stockte eine» Augenblick, fuhr aber dann überzeugt fort:„der liebe Gott mub -r> i» m» r cr folge n." V Angenommen einmal: die Anekdote sei wahr, welchen Abgrund von Servilität, die in der Familie oder Schule des Kindes herrscht, würde die Anekdote voraussetzen! Das Kind kann Bismarck doch höchstens nach dem Eindruck, den dessen Bilder auf es machen, beurtheilen; und diese rohen Züge mit dem noch roheren Ausdruck sind doch wahrlich nicht dazu angethan, aus ein Kind einen günstigen Kindruck zu machen. Die Vorstellung, welche es von Bismarck hat, muß ihm also künstlich durch seine Eltern oder Lehrer eingeflößt worden sein. Man muß de» Heiligen von Varzin so verhimmelt haben, daß das Kind zuletzt ganz folgerichtig schloß, er sei mit Allmacht und Allweisheit, kurz allen gött> lichen Eigenschaften ausgestattet. Und da ein g r e i s b a r e r Gott von Fleisch und Blut jedenfalls mehr werth ist als ein ungreifbarer und unbegreisbarer, so stellte das Kind— ebenfalls ganz solgerichtig— den Gott in Berlin über den Gott im Himmelreich. Wir glauben nicht, daß es den„Gelehrten" des byzantinische» Reichs je eingefallen ist, den Kindern, und durch die Kinder dem Volk weiß zu machen, daß der oberste Minister mehr sei als Gott. Ja, von> Kaiser selbst haben sie nicht gewagt, es zu behaupten. Sage man nicht, wir nähmen den Scherz zu ernst. Das ist kein Scherz; das ist traurigste Versunkenheit, schmählich st- Korruption. Und— gradezu unbegreiflich:— dieses Gift Hunds' föttischer Gesinnungslosigkeit hat auch in sogenannten Zeitungen für das Volk, in sogenannten demokratischen, ja in„Ar b e i t e r z e i t u n g e n" Aufnahme und Verbreitung gefunden! Aehnliches Gift wird jetzt in mehr oder weniger großen Dosen, mehr oder weniger gut verhüllt, den Volksinassen verabreicht. Wem an del Gesundheit und gesunden Entwicklung des Volkes etwas gelegen ist, des muß sich mit aller Energie gegen diese moralische Giftmischerei wenden, und nach Kräften dafür sorgen, daß wenigstens das Volk ihr nicht-erfällt. -ine fest- lassen, di enoss »lche Di iehen".. »ersamml unter» »enig do Und die Es sind ebenso �erbh �ngeklag es ist de siner Ve 'and, abgeben «Wenn •J---- M Part boch sag Besitz di Nammen Unterhiel lleheim> der °ls Dasi ,, ze un ist aber Kr Pari »eiter Eifer .Das flisch sNtwickel °°s Lob durch jh Raster u g-bilt Wtffch Wenfall nioraliss Übrigen leren iialiß ssch do< Stärke v dankbar- Zahl ab Hund luh rech »lasse z »egenüb . Sind to«, h Erhaltu liimpfm Zahl ui dende Segne „arm werbt Sahna Lohnart »ur Arn -hr k wrliegei die So? die auf >um gl lräm> rühren. Liege t Arbe Rilli und so Lorsch» «lass Un er Wähler Zahl *) Idolatrie— Götzendienst. »enrotz, »ersc So wegleu sch en den b der Bo lich.{ schendc »orent Uro ri ? lasse Klasse — Die Begründung des freisprechenden Erkennt' nisses im Chemnitzer Prozeß, welche den meisten Genosse» bereits aus der Tagespresse bekannt sein wird, läßt sich in zwei Theil« zerlegen: einen positiven und einen negativen. Negativ nennen wir diejenigen Sätze des Erkenntnisses, welche vo» verschiedenen Behauptungen der Anklage lakonisch erklären, es sei der Beweis für dieselben nicht erbracht worden. Dieser Theil des Urtheils hat für uns kein besonderes Jnteresie, wir glauben daher von einei» Abdruck der hierhergehörigen Stellen absehen zu können. Die positiven Sätze des Erkenntnisses aber, das heißt diejenigen Sätze, in denen die Chemnitzer Richter sich über die Frage, was zu einer Verbindung im Sinne des Gesetzes gehört, positiv äußern, glauben auch wir veröffentlichen zu müssen. Nicht als ob wir ihnen eine übermäßig« Bedeutung beilegten, aber es ist nach unserer Ansicht immerhin zweck' mäßig, wenn sich die Genossen mit der in richterlichen Kreisen herrschende« Auffassungsweise bekannt machen. „Der Gerichtshof", heißt es im Erkenntniß,„ist zunächst der Meinung, daß Partei und Verbindung nicht Begriffe sind, die sich decken, sondern daß zu einer Verbindung laut Entscheidung des Reichsgerichts äußere Merkmale vorhanden sein müssen, insbesondere, daß di« einzelnen Mitglieder durch ihren speziellen Beitritt erklären, daß sie sich demWillenderGesammtheitunterordne n"... „Das Fortbestehen einer Organisation der sozialdemokratischen Partei ist wohl in verschiedenen Artikeln des„Sozialdemokrat", auf de« Kongressen und vielfach im Reichstage von sozialdemokratischen Ab» geordneten zugegeben worden, es ist jedoch nicht der Beweis ge- führt worden, daß die Organisation eine Verbindung im Sinne ZZ 128 und 129 des Straf, Gesetzbuches gewesen ist. Auch daß die jeweiligen sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten die Leitung de« Partei geführt haben, läßt nicht auf eine derartige Verbindung schließen. Wenn dieser Parteileitung auch die Befugniß zustand, Parteigenossen, wie z. B. die Abgeordneten Rittinghausen, Most und Hasselmann, von der Reichstagsfraktion auszuschließen, so spricht dies ebenfalls nicht für eine Verbindung im Sinne deö Gesetzes. Die jeweiligen Reichstags« abgeordneten sind, auch bei jeder anderen politischen Partei, die natür- lichen Vertreter einer Partei. Auch der Umstand, daß die Partei Kongresse abgehalten, beweist nichts, da derartige Versammlungen zu Wahlzwecken wohl von allen politischen Parteien abgehalten werden, ohne daß dies« Wi, »us lä wir sc Li a fl dielwe Werde, zur G kann Wü Bann jene Z ziehen Einflr gebra, Als sühre» . Zu' Der Winne Nil alle hältni das is bew das t R e v son' Un samm INög Soz Derb vere sich s-tt, efen, ipu> je di« alte» er— noch> elb- na»» i war Aber eine feste Verbindung unterhalten. Außerdem ist nicht außer Acht zu �Iim, daß der Aufruf zur Beschickung des Kongresses an alle Partei- ?® f f e n gerichtet und darin nicht ausgesprochen war: es sollen nur Mche Delegirte gewählt werden, die innerhalb der Verbindung Sf"'''"®®et auch die Abhaltung von Provinzialtagen, Landes- °rrsammlungen, die alle anderen Parteien ebenfalls Unternehmen, spricht nicht für eine spezielle Verbindung, ebenso »enig das Vorhandensein von Fonds, die Herausgabe von Flugschriften *»d die Anerkennung des„Sozialdemokrat" als offizielles Parteiorgan. � sind dies Alles Erscheinungen, die in jeder anderen Partei ibensall s zu Tage treten, ohne daß deshalb auf eine festgeschlossene ., �krbindung gefolgert werden kann. Es ist kein Zweifel, daß die !> mn'n?e"a9ten zu den Anhängern der sozialdemokratischen Partei gehören� | J. Denselben aber in keiner Weise nachgewiesen worden� ingst» eine» ;t- der scho» gurlt cks-n, a di- h die >erlei wellf Ver< erou� )eits> das eni»° amti - siih fatal, iqüw \ die itzeri Welt sieds» r die\ des jreibt| jenie- iber» NU» daß dieselben i>ner Vereinigung beigetreten, die einen' bestimmten Sitz, Vor- »and, Statuten u. s. w. hat, und deren Mitglieder die Erklärung Abgeben müssen, daß sie ihre Meinung der Gesammtheit unterordnen".. »Wenn auch den Parteigenossen in allen Dingen Vorsicht und Ver Dwiegenheit anempfohlen wurde und gewiffe Schriften ausdrücklich nur Parteiangehörige bestimmt waren, so mußten sich die Angeklagten d°ch sagen, daß es der Staatsregierung ein Leichtes sei, sich in den �fttz dieser Schriften u. s. w. zu setzen. Es kann somit nicht ange- »ammen werden, daß die sozialdemokratische Partei eine Verbindung Unterhielt, deren Dasein, Verfassung oder Zweck vor der Staatsregierung »kheim gehalten werden sollte"... Soweit das Erkenntniß. Ende gut, alles gut. Der Schluß ist uns »us der Seele geschrieben. Nichts liegt der Sozialdemokratie ferner, ° Dasein, Zweck und Verfassung geheim zu halten. ~ a. Illusionen sind gefährliche Irrlichter, die stets auf Ab ?ge und leicht in den Sumpf führen. Die gefährlichste aller Illusionen .!,'»der die Selbstüberschätzung— sowohl für Personen als mr Parteien. Eine Illusion dieser Art ist der Glaube, daß die Ar- !?>ter mehrKlassenbewußtsein und mehr politischen �>fer haben als das Bürgerthum. Das kann und soll ja nicht geleugnet werden, daß die s o z i a l i- »ssch gebildeten Arbeiter einen Eifer und eine Opferwilligkeit . Wickeln, die wir bei den herrschenden Klassen vergeblich suchen; und •W Lob der gegnerischen Parteien, daß die Sozialdemokraten J�ch ihre Thätigkeit bei Wahlen u. s. w. allen anderen Parteien zum �ster dienen könnten, ist nicht ganz unbegründet, wenn auch vielleicht �waz übertrieben; allein der Ton muß dabei auf den sozialistisch «'bildeten Arbeiter gelegt werden. Wir wollen den Begriff„so- »nstisch gebildet" durchaus nicht zu eng ziehen— so viel steht aber Wenfalls fest, daß die Zahl der sozialistisch gebildeten und unter deren Moralischem Einfluß stehenden Arbeiter in Deutschland— wie in allen .bngen Ländern— weit geringer ist, als die der indif- l'renten oder positiv unter dem Einfluß antiso- Nalistischer Ideen stehenden Arbeiter. Man betrachte U doch die W a h l st a t i st i k, die überhaupt zur Berechnung des �tarkeverhältnisses der Parteien ein außergewöhnlich lehrreiches und »ankbares Studium ist. Für die Sozialdemokraten— wir geben die jtohl abgerundet, was unserem Zwecke genügt— für uns sieben hunderttausend; gegen uns sechs Millionen— natür- rechnen wir alle anderen Parteien als gegnerisch. �Aus welchen gesellschaftlichen Elementen setzt sich nun diese ungeheure ■"'"ffe zusammen, die uns mit fast zehnfacher Ueber macht «'genübersteht? . Sind es Fürsten, Grafen, Fabrikanten, Großkaufleute, Rittergutsbe- Utzer, hohe Beamten— kurz Personen, die ein Interesse an der •»'Haltung der heutigen Gesellschaftsordnung, und folglich an der Be- 'unipfung der Sozialdemokratie haben? Gewiß, sie befinden sich in der tiuhl unserer Gegner, sie befinden sich jedoch in einer v e r s ch w i n- °'nden Minderzahl. Die erdrückende Mehrzahl der «'gnerischen Stimmen rührt her von den„kleinen" und "Urmen Leuten" in Stadt und Land: von K l e i n g e- ?'rbtreibenden, Kleinkrämern, Kleinbauern und ' i, o.�uarbeitern. Wir gehen zwar nicht so weit, zu behaupten, die 111 u �"hnarbeiter, d. h. die Arbeiter im engsten Sinne des Worts, stellten °Ur Armee unserer Gegner das größte Kontingent, aber sie stellen ein lehr bedeutendes; und es kann nicht dem leisesten Zweifel un- «'liegen, daß eine größere Zahl von Lohnarbeitern gegen, als f ü r Sozialdemokratie stimmt. Dabei darf nicht vergessen werden, daß , auf sozialdemokratische Kandidaten entfallenden Stimmen um großen Theil von Kleingewerbtreibenden, Klein- 's 8 tnern, Kleinbauern und Subalternbeamten her- !?hken, die zu der Ueberzeugung gelangt sind, daß ihnen nur auf dem jjUeße der Sozialdemokratie zu helfen ist. Während Hunderttausende von « s b e i t e r n gegen die Sozialdemokratie stimmen, und gut eine » l l i o n von Arbeitern von der Wahlurne wegbleibt, Und so wenigstens indirekt den Gegnern der Sozialdemokratie horschub leistet, stehen die Angehörigen der herrschenden «lassen, von ganz vereinzelten Ausnahmen abgesehen, in g es ch l o s- I'ner Masse uns feindlich gegenüber; und wenn wir die Wählerlisten und Wählenden kontroliren, so werden wir sehen, daß die oahl der Fabrikanten, Großkaufleute, Großgrundbesitzer, kurz der --Großen" im Allgemeinen, welche der Wahlhandlung fern bleiben, eine verschwindend kleine ist. So unangenehm die Thatsache sein mag, so läßt sie sich doch nicht Wegleugnen: dasKlassenbewußtsein ist unter den Herr- enden Klaffen weit mehr ausgebildet als unter ?en beherrschten. Die Arbeiter haben in dieser Beziehung von uer Bourgeoisie zu lernen. Und die Thatsache ist ja auch sehr natür- "ch. Ein wesentliches Moment der Herrschaft liegt darin, daß die Bil- uungsmittel, gleich den übrigen Machtmitteln in den Händen der Herr- Ichenden Klasse konzentrirt, monopolisirt, und der beherrschten Klasse vorenthalten werden. Die beherrschte Klasse ist stets an Bildung(die Moralische Seite nicht in Betracht gezogen) hinter der herrschenden «lasse zurück; wäre es anders, so würde sie nicht die beherrschte «lasse sein. Wir sehen hier, wie viel noch zu thun ist, und in welcher Richtung °uf längere Zeit hinaus unsere Hauptthätigkeit liegt. Gegenüber den Gewalt Phrasen der Maulrevolutionäre betonten Jmr schon wiederholentlich, daß die soziale Frage ganz wesentlich eine •W a ch t f r a g e ist, daß aber zwischen Macht und Gewalt ein him- Melweiter Unterschied besteht, wenn auch selbstverständlich zugegeben «erden muß, daß unter Umständen die Macht der Gewalt bedarf, um sbr Geltung zu kommen. Aber die Gewalt ist nicht Macht, und sie 'ann keine Macht schaffen. Würde jetzt, wo noch die große Mehrzahl des Proletariats im geistigen ?ann unserer Feinde ist, ein G e w a l t streich etwa zur Folge haben, lsne Mehrzahl, die eigentlich zu uns gehört, auch zu uns herüberzu- isehen? Ganz im Gegentheil. Sie würde nur noch mehr unter den Ginfluß unserer Feinde kommen, sich von ihnen noch besser gegen uns gebrauchen lassen. Also die Gewalt würde nicht zur M a ch t, sondem zur Schwächung fuhren. Zur Macht können wir nur dadurch gelangen, daß wir die Masse Derer, die gleiche Interessen mit uns haben, für unsere Ideen g«' Minnen, mit unseren Ideen durchtränken. Nicht als ob wir meinten, es sei nun gar nichts zu erreichen, ehe ä l l e bekehrt seien. Das wäre kindisch. Denn unter den heutigen Verhältnissen wird uns das niemals gelingen. Aber was erreichbar, das ist: daß die gesammten arbeitenden Klassen von dem Klassen- o e w u ß t s e i n oder Klasseninstinkt beseelt werden. Es war das der Fall bei dem französischen Bürgerthum vor der Revolution. Die französische Revolution wäre sonst nicht möglich gewesen. Und ohne das Klassenbewußtsein oder den Klasseninstinkt des Ge- sammtproletariats ist auch die soziale Revolution nicht Möglich.— »lag« edichl >r ii» laue» d vo« s. w>, tsch"- Zreff« � AuS sagt« et' Ilgen, i muß , der eine» - von vürd« 5 nach und hrlich achen- istlich z de» gani gött- : voN und . de» ch« Voll voi» kei« chst rnds- ge» Ar mehr i de« . d-f ! r et k ihr nt> osse» heile von i der Heils ineiN -igen -inet auch ißige veck- tldeN mng, ■den, ichts i die ren, n"... artet den Ab- ge- inne die der ßen. ssen, von für ags- itür- resse '.den Dies« — Aus Köpenick bei Berlin wird berichtet, daß der Pächter des dortigen Schützenhauses, Namens Engelhard, auf Grund des Sozialistengesetzes mit der Ausweisung bedacht worden ist. Das Verbrechen des Mannes besteht darin, daß er dem Köpenicker Arbeiter- verein sein Lokal zu Versammlungen hergegeben hat, namentlich aber soll er sich dadurch als eine„die Eintracht und den Frieden der verschiedenen Bevölkerungsklassen gefährdende" Person erwiesen haben, daß er den Berliner Arbeitern bei ihrem letzten Ausflug Bier verkaufte. Kein Wunder, daß das gefährliche Subjekt i n- nerhalb 24 Stunden nach verfügter Ausweisung Köpenick ver- lassen mußte, d. h. ohne daß man ihm Zeit ließ, seine geschäftlichen An- gelegenheiten zu regeln. „Trotz dieses sanften Druckes auf die Kollegen des gemaßregelten Wirthes", schreibt man uns aus Berlin,„werden wir immer und immer wieder unsere Feste feiern und den Herren Puttkamer und Konsorten zeigen, daß wir auf das Schandgesetz pfeifen!" — In Mannheim haben unsere Genossen bei der vorige Woche abgehaltenen Wahl zum badischen Landtage in 12 von 36 Be- zirken die Wahlmänner für ihren Kandidaten, Genosse Dreesbach, durchgesetzt. Und das, obwohl sie nur wenige Tage vor der Wahl sich erst zur Betheiligung an derselben entschlossen. Das ist ein glänzendes Resultat und läßt mit Sicherheit darauf rechnen, daß bei der nächsten Wahl der sozialdemokratische Kandidat als Sieger aus dem Kampf hervorgehen wird. Bemerkenswerth ist noch die totale Niederlage der sog.„Demokraten". Diese, die noch vor einigen Jahren unumschränkt die Wahlen beherrschten, haben diesmal im Ganzen nur in 2, sage zwei Wahlbezirken ihre Leute durchgesetzt. Das verdiente Schicksal aller Zwitterparteien. — Ein kulturhistorisches Dokument. Als„Beitrag zurJllustrirung desUnfallgesetzes und von Werthund Nutzen des heutigen Fabrikinspektorats" geht unS folgendes Zirkular zu: „Hannover, l. Mai 1885. P. P. Hierdurch wollte ich nicht unterlassen, Ihnen mitzutheilen, daß ein Dreher Johannes Wedemeyer aus Linden, nachdem solcher einige Wochen bei mir in Arbeit gestanden, wegen unliebsamer Erörterungen letzten Sonnabend von mir entlassen ist. Derselbe besitzt für seine Standesgenoss-n ein so großes Mitgefühl, daß er nicht umhin konnte, mich polizeilich zu denunziren, und zwar aus dem Grunde: „es könnten sich seine Herren Kameraden— durch einige an „Stellringen und Riemscheiben, gegen die Fabrikordnung, vor- „tretende Schrauben- und Keilköpfe— Verletzungen ic. zu- „ziehen." Wenn auch diese Gegenstände bereits seit 1874 sitzen, und mir von Seiten der Fabrikinspektoren bislang keine Monitas gemacht, so kann ich das Gebahren des p. Wedemeyer nur anerkennen, doch die Kenntniß eines solch ausgeprägten Wohlwollens gegen seine Mitmenschen nicht für mich behalten, und in der Annahme, daß auch für Sie diese Eigenschaft Interesse haben könnte, erfolgt hierdurch meine vertrauliche Mittheilung. Entgegengesetzten Falles bittet um Entschuldigung Hochachtend Louis Tidöw, Fabrikant." Wir haben an diesem Dokument nichts geändert, die durch Fettdruck hervorgehobenen Stellen sind auch im Original fettgedruckt. Und von Rechtswegen sollten wir uns auch jeden Kommentars dazu enthalten, das Machwerk spricht zu deutlich für— oder sagen wir lieber, über sich. Es ist ein moderner U r i a s b r i e f in ebenso abgefeimter, wie stylistisch abgeschmackter Form. Kein Staatsanwalt, kein Richter kann ihr etwas anhaben, sie enthält nicht ein ehrenrühriges Wort— behüte, Hr. Tidow kann ja das„Gebahren" des Wedemeyer„nur anerkennen." Er läugnet nicht einmal, und daS ist ganz besonders bezeichnend, daß die„Denunziation", deren sich Wedemeyer im Interesse seiner Kameraden schuldig gemacht,— beiläufig welcher Protzenhochmuth prägt sich nicht in den„Herren Kameraden" aus!— daß diese Anzeige b e- gründet war, daß das Vortreten der Schrauben- und Keilköpfe gegen die Fabrikordnung verstößt; aber da die braven Fabrikinspek- toren seit 1874 nichts dabei gefunden, wie kann sich ein Arbeiter unter- stehen, so etwas nicht in Ordnung zu finden?! Das Unterfangen ist so unerhört, daß die Herren Kollegen nur davon zu hören brauchen, und Aiedemeyer's Urtheil ist gesprochen. Und Hr. Tidow hat seine Standesgenossen richtig taxirt. Gleichzeitig mit diesem Zirkular erhalten wir aus Hannover den folgen- den Nachruf:„Heute müssen wir leider den Tod eines tüchtigen Ge« nossen berichten, nämlich des Drehers I. Wedemeyer aus Lin- den, desselben, der in Folge des famosen Zirkulars des famosen Spritzenfabrikanten Tidow, hier, in die Acht erklärt worden war. Weder hier, noch in dem benachbarten Linden fand Wedemeyer Arbeit; erst nach langem Suchen gelang es ihm, in einem 4 Meilen von hier entfernten Orte Beschäftigung als Führer einer Lokomobile zur Dresch- Maschine zu finden. Am 2. September sollte Wedemeyer die Maschine zurücktransportiren, und, weil es gerade heiliger Sedantag war, mit Laub schmücken. Er trat hierbei fehl, gerieth mit dem Kops unter das Rad und fand auf der Stelle seinen Tod. Ehre seinem Andenken!" Mit welcher inneren Befriedigung, mit welcher sittlichen Genugthuung werden die Herren Fabrikanten jetzt die Nachricht von dem Tode des Geächteten vernehmen! — Die Großen fressen die Kleinen. In Spremberg, einer Fabrikstadt der preußischen Lausitz, gab es im Jahr 1874 zwei- hundert acht und siebzig Tuchfabrikanten; heute, nach Verlauf von 11 Jahren, gibt es in Spremberg nur noch sieben und fünf- z i g Fabrikanten. Die 57(sieben und fünfzig) von heute sind aber zusammen reicher als die 273(zweihundert acht und siebzig) von 1874— und es ist das sehr natürlich, da sie die 22l(zweihundert ein und zwanzig), welche nicht mehr da sind, in optima forma a u f g e s p e i st, und überdies in der Zwischenzeit ihren Löwenantheil am„N a t i o n a l r e i ch t h u m" einge- sackt haben. Man sieht an diesem Beispiel, wie reißend schnell der Auf- zaugungsprozeß des kleinen Kapitals durch das große jetzt vor sich geht. Spremberg nimmt durchaus keine anormale Stellung ein. Was von dieser Fabrikstadt gilt, gilt auch von den andern. Wer mit wenig Ka- pital produzirt, wird eben die Beute dessen, der viel Kapital hat; und in dem unerbittlichen Konkurrenzkampf unterliegt der Schwächere dem Stärkeren. Das ist eine so alte Weisheit, daß wir uns fast schämen, sie niederzuschreiben. Auch die„Moral" brauchen wir nicht zu ziehen. Jeder unserer Leser hat sie an seinen Fingerspitzen. Nur eine Frage an die Herren Eigenthumssanatiker, die uns vorwerfen, wir wollten das Privateigenthum zerstören! Sind die 57 Spremberger Fabrikanten, welche die 221 Kollegen sich— einverleibt haben, Sozialdemokraten? Und ist diese Massenzerstörung des Privateigenthums etwa eine Forderung des sozialdemokratischen Programms? Nein— zur Zerstörung des Privateigenthums bedarf es keiner Sozial- demokraten; sie wird von der bürgerlichen Gesellschaft be- sorgt, während die Sozialdemokratie umgekehrt dieser Raubwirthschaft ein Ende machen will. — Pferdekünstler, Kunstpferde, oder wie sollen wir die enthusiastischen Esel, männlichen Geschlechts und jugendlichen Alters, nennen, die am 28. September d. I. zu Düsseldorf bei der Feier und zur Feier des 70. Geburtstags eines Malers(Achenbach, dessen Ver- diensten wir gewiß nicht zu nahe treten wollen) folgende Szene aufführten: „Als endlich der Gefeierte zu vorgerückter Stunde von dem Künstler- Hause heimfahren wollte, ergriffen die jungen Künstler die Gelegenheit zu einer besonderen Huldigung, indem einige von ihnen die Pferde von demWagen spannten und diesen mit den Händen nach dem Hause des Meisters zöge n."— Vor 1848 kamen derartige Pserdetouren ziemlich ost vor, aber doch nur zu Ehren von Sängerinnen und Tänzerinnen, also von Personen des schönen und sogenannten schwachen Geschlechts, dem gegenüber es schon eher erlaubt ist, den Verstand zu verlieren. Das„tolle" Jahr schien aber das deutsche Denkervolk wenigstens von dieser Tollheit kurirt zu haben. Es war das ein Jrrthum, wie wir sehen. Und den „jüngern Künstlern" von Düsseldorf gebührt das nicht sehr beneidens- werthe Verdienst, handgreiflich demonstrirt zu haben, daß die Kunst nicht bloß auf den Hund, sondern auch auf den D r o s ch k e n g a u l kommen kann.— beiterinnen-Versammlung hatte eine Rednerin ihrer atheistischen Gesin- nung Ausdruck gegeben, und sofort war die ultramontane„Germania" bei der Hand, über Gotteslästerung, gemeingefährliche Elemente der Frauenbewegung, sittengefährdende Propaganda ic. zu Heulmeiern. Das biedere Blatt erreichte seinen Zweck— als wenige Tage darauf im Ar- beiterinnen Verein ein Hr. Burschöe in einem Vortrag den Satz aus- sprach:„Nicht Gott hat die Menschen geschaffen, sondern die Menschen haben Gott geschassen", erhob sich der überwachende Polizist und erklärte die Versammlung für aufgelöst— aufGrund des Soziali st en- g e s e tz e s. Und die„Germania" schlägt vor Freude über diese„gute Wirkung der Presse" einen Purzelbaum über den andern. Da haben wir ein Bild von der ultramontanen Freiheit. Die Herr- schaflen fühlen sich, Dank Bismarck'» genialer Kulturkampspolitik so sehr als Herren, daß sie, ehedem die wüthenden Gegner der Polizei, dieselbe jetzt für sich reklamiren, um ihnen unbequeme Manifestation mit Ge- walt niederzuhalten. Gerade so wie ihre Gesinnungsgenossen in Frank- reich alle Hebel in Bewegung setzten, um die Republik an den ersten besten Gottesgnaden-Hallunken zu verrathen. Und Dank der Politik der weisen Mäßigung lieferte ihnen die Republik bisher noch obendrein die Mittel zu ihren schmutzigen Jntriguen. — Aus Sachsen. Also freigesprochen! Das Unrecht einer Verurtheilung muß faustdick gewesen sein, sonst hätte das Chemnitzer Landgericht diesen Spruch nicht gethan. Denn er ist eine schwere Nie- derlage der sächsischen Regierung, namentlich des Justizministers; er ist eine noch schwerere Niederlage der Berliner Zentralpolizei, mit Bismarck und Puttkammer an der Spitze; und er ist die V e r u r t h e i l u n q, die roductio ad absurdu in*) des Sozialistengesetzes. Daß wir„aus das Gesetz gepfiffen", das war unser Verbrechen in den Augen des Chemnitzer Staatsanwalts; daß wir das Sozialistengesetz so vollständig wirkungslos gemacht, so vollständig ignorirt,— das war gerade das Strafbare, wie der Hr. Chemnitzer Staatsanwalt ausführte. Dem Sozialistengesetz sollte das S t r a f g e s e tz zu Hülfe kommen— das war der Zweck der Anklage, und dieser Zweck ist nicht erreicht worden. Der Bankerott des Sozialistengesetzes ist durch richterliches Ur- theil festgestellt— das ist die Hauptbedeutung des Chemnitzer Richter- spruchs. Die einfache Logik wäre nun, daß das Sozialistengesetz a u f g e- hoben, oder doch: nicht wieder erneuert wird. Solche Logik gilt jedoch nichts in der praktischen Politik. Sie stellt höchstens Fallen, in denen Gimpel gesangen werden. Die praktische Logik sagt anders:„Mit dem Sozialistengesetz haben wir uns verrechnet— das ist wahr,— die Sozialdemokraten hat eS uns nicht vom Halse geschafft. Aber es hat uns andere Vorth eile gebracht: eine kolossale Steigerung der Polizeigewalt, und um dieses Vortheils willen müssen wir das Sozialistengesetz beibehalten— was nicht ausschließt, daß der öffentlichen Meinung ein kleines Konzessiönchen gemacht wird. „Und was die Herren Sozialdemokraten betrifft, so müssen wir ihnen anders beikommen. Der Chemnitzer Prozeß zeigt, daß das Straf- gesetz eine Lücke hat;— füllen wir diese und noch etliche andere Lücken aus!" Das ist die„Moral" des Chemnitzer Prozesses für unsere Feinde! Es müßte merkwürdig zugehen, wenn es anders kommen sollte. Aus Staats pfuschern müßten Staats männer werden, oder wenigstens aus tölpelhaften politischen Heuchlern geschickte. In jedem Fall ist das Chemnitzer Urtheil ein großer moralischer Er- folg unserer Partei, der, richtig verwerthet, uns auch von großem Nutzen sein wird. ». DerJungferntributvonSpree-Babylon beschäftigte in diesen Tagen das Berliner Landgericht in einem unerhört skandalösen Prozesse. Als Hauptangeklagter figurirte dabei ein bekannter Maler Namens G r ä f, verheirathet, Familienvater, dem ein verkommenes Weib ihre bildhübsche Tochter noch als Kind zum Modellstehen und andern Dingen verkaufte. Gräf hatte in einem früheren Prozeß be- schworen, daß er mit dem hübschen Modell, für das er im Laufe von einigen Jahren wahre Unsummen verausgabte, in keinem„intimen Ver- Hältnisse" gestanden, und stand nun unter der Anklage des Meineid S. Alles dies ist nichts Außerordentliches— derartige Borkommnisse ge- hören zu unserer heutigen moralischen Gesellschaft, sind die natürliche Frucht eben der Moral dieser moralischen Gesellschaft. Was uns viel- mehr hier interessirt, und weshalb wir der Sache erwähnen, ist, daß die gesammte anständige Presse Berlins, die„Nationalzeitung" an der Spitze, vom ersten Tage an in unverfrorenster Weise alles aufbot, um das Publikum und die Richter zu Gunsten des Angeklagten zu be- einflussen, die„Verirrung" des„unglücklichen Künstlers"(der beiläufig sehr viel Geld hat) auf jede Weise entschuldigte und auf seinen „gesteigerten",„übertriebenen",„mißleiteten"(und wie die beschöni- gen den Ausdrücke sonst noch lauteten) Kunstsinn zurücksührte. Hätte der Prozeß noch länger gedauert, so würde man unzweifelhaft noch entdeckt haben, daß Mädchenschändung und Kuppelei, wenn mit Kunstsinn» und Kunsteifer betrieben, verdienstvolle Handlungen sind, für welche dem kunstliebenden Urheber ein Verdienstorden, statt des Zucht- Hauses gebührt. Genug, es zeigte sich hier wieder einmal, mit welcher Schamlosigkeit die gutgesinnte Presse sür die niederträchtigsten Verbrechen und schmutzigsten Unsiltlichkeiten sich ins Zeug legt, wenn sie von einem der Ihrigen verübt sind. Die Moral der bürgerlichen Ge- sellschaft hat eben zwei Gesichter, wie ihr Gesetz— eins für die Reichen, das andre für die Armen. Was beim Armen verurtheilt und bestraft wird, ist beim Reichen verdienstlich und lobenswerth. Beiläufig sei noch an die sittliche Entrüstung erinnert, mit der unsere gutgesinnte Presse von den französischen Sensationsprozeffen und den unsittlichen Freisprechungen durch französische Richier und Ge- schworene zu sprechen pflegt. Wohlan. Wir erinnern uns keiner Frei- gesprochenen in Frankreich, denen auch nur annähernd so schmutzige und unsittliche Handlungen zur Last gelegen hätten, als dem reichen Berliner Künstler, sür dessen Freisprechung die gesammte gutgesinnte Presse mit solch— sittlichem Pathos plädirte.-- Freilich, unter dem Chorus Derer, die sich ganz entrüstet darüber ge- berden, daß es überhaupt möglich war, einen Mann wie Gräf„moralisch zu foltern"— Umschreibung für die im Interesse jedes unschuldig An- geklagten liegende öffentliche Verhandlung— steht an der Spitze Herr Paul Lindau. Der Freund Schwenninger's und Bill Bismarck's ist allerdings ein passender Fürsprech in dieser Sache. Der Ehemann, der mit seinem— Hausfreund Bill Studienreisen durch die Pester Bordelle zu machen sähig ist, besitzt eine Kompetenz, die in Punkts„rein idaler Be- Ziehungen" über jeden Zweifel erhaben ist. — Wie die Ultramontanen den„Kampf für Wahr- heit, Freiheit und Recht" verstehen. In einer Berliner Ar- — Frankreich. Der„Temps" veröffentlicht eine Zusammen- stellung der Stimmenzahlen, welche durchschnittlich auf die hauptsäch- lichsten der von den verschiedenen Pariser Komite's aufgestellten Wahllisten entfallen. Diese Zusammenstellung, nach welcher die Liste des Cri du Peuple(sozialistisch-revolutionäre Koalition) lg, 746, die der Bataille 26,375, die des wi>allstisch radikalen Zentralkomite(Sezessio- nisten der Radikalen) 68,353 Stimmen aus sich vereinigt hätte, ist jedoch für uns ziemlich werthlos. Auf allen diesen Listen stehen eine Anzahl von Namen, die auch auf anderen Listen figuriren, so Rochefort, Vau- ghan, Gambon, Vaillant, Eudes w. Es ließe sich aus ihr, unter Be- rücksichligung der Liste des sozialistischen Arbeiterverdandes und der föderativ-sozialistischen Liste, höchstens annähernd ein Schluß ziehen, wie viel Stimmen bei der Wahl vom 4. Oktober überhaupt sür sozialistische Forderungen abgegeben wurden— nämlich über hunderttausend. Für uns aber handelt es sich darum, zu wissen, wie stark die Zahl der Wähler ist, die für die Kandidaten der organisirten Sozialisten gestimmt haben. Und da kommen nur zwei Listen in Betracht: die der sozialistisch- revolutionären Koalition(Cri du Peuple) und die des sozialistischen Arbeitet Verbandes(P r oletariat). Von diesen erhielten die Kandidaten der ersteren zusammen 774,151, d. h. durchschnittlich je 20,400, die der zweiten 690,068, d. h. durch- schnittlich je 18,000 Stimmen. Lassen wir aber, um ganz genau zu untersuchen, auch von diesen beide» Listen diejenigen Namen fort, die auch auf anderen Listen siguricen, so erhalten wir folgendes Ergebnitz: Sozialisch-reoolutwiiäre Koalition je 11,700 Stimmen, Sozialistischer Arbeiterverband„ 17,200„ Das sind nichts weniger als glänzende Zahlen, aber sie haben wenig, *) Uebersührung der Albernheit. stens den einen Vortheil, feine Illusionen über die gegenwärtige Stärke der auf dem Boden des Klassenkampfes stehenden Pariser Sozialisten zu erwecken. Warum unsere Genossen trotz ihrer großen Anstrengungen kein günstigeres Resultat erzielten, haben wir im Leitartikel entwickelt. Gehen wir die beiden Listen einzeln durch, so stehen auf der Liste des Arbeiterverbandes obenan: I o s s r i n mit 33,452, A l l e- m a n e mit 25,29l, I. B. D u m a y mit 23,1 99, B l o n d e a u mit 20,440 Stimmen, den Schluß macht Berteau mit 12,653 Stimmen. Die Liste der sozialistisch revolutionären Koalition eröffnen: Rochefort (131,257 St.), Saughan(84,245 St.) und Gambon(50,213 St.), die aber noch auf so viel anderen Listen stehen, daß sie hier nicht in Be- bracht kommen. Von bekannteren Mitgliedern der Organisation haben Stimmen erhalten: V a i l l a n t 39,490 Eudes 31,202-�Granzer 26,768; E. Roche 28,494(standen sämmtlich auch auf der Liste des In- transigeant); I. Guesde 15,413; B. Malon 15,262; P. Lafargue 11,558; G. D e v i l l e 10,771 St. Den Schluß macht G. B lanck mit 8290 Stimmen. In der Provinz sind von rein sozialistischen Stimmen solgende zu verzeichnen; Die Arbeiterpartei(sogen. Marxisten) erhielt in fol> genden sechs Departements Stimmen: A l l i e r(2207), Gard(2802), Gironbe(535), Marne(1478), Nord(2038), Rhüne(3330). Der sozialistische Arbeiterverband(Organ: Proletariat) in drei Departements: Ardennes(2331), Maine-et-Loire (1060), Vienne(454). Ausgesprochen sozialistische Listen sind ferner in folgenden drei Depar- tements zu verzeichnen: S o m m e(1174), Eher(Blanquisten— 15,542), N i ö v r e(Blanquisten— 3460). Hierher gehört auch noch eine in letzter Minute in Marseille auf- gestellte Liste mit Jules Guesde an der Spitze, die einen Durchschnitt von 602 Stimmen aufweist. Das sind, wie gesagt, sehr bescheidene Resultate, aber wir haben be- reits ausgeführt, mit welch' enormen Schwierigkeiten unsere frauzösischen Genoffen zu kämpfen hatten. Ueberall standen ihnen Radikale als Gegner gegenüber, die Geld und Organe zur Verfügung hatten, die sich als Sozialisten bezeichneten, die die praktischen Arbeiterforderungen in ihr Programm und, wo sie es für nöthig hielten, auch Arbeiter in ihre Liste aufnahmen. Unsere Genossen werden sich auch durch diese Umstände nicht ent- muthigen lassen, sondern unentwegt ausharren, denn sie wiffen, daß der Sieg ihnen doch werden muß. Da in Paris die Monarchistin absolut keine Aussichten haben, durch- zudringen, so geht man in den Kreisen der Sozialisten damit um, im zweiten Wahlgang der radikal- opportunistischen Kompromiß- Liste mit einer Liste derjenigen Sozialisten entgegenzutreten, die am 4. Oktober die höchste Stimmenzahl auf sich vereinigten. Im Auftrage der Ar- beiterpartei haben unsere Freunde I. Guesde, I. Lepine und G. Crepin ein Zirkular an die beiden anderen sozialistischen Fraktionen verschickt, in welchem sie, unter Verzicht auf einen Kandidaten aus ihrer Mitte, folgende Kandidaten vorschlagen: F. Gambon(50,213 Stimmen), Ed. Vaillant(39,490 Stimmen), vom revolutionären Zentralkomite(Blanquisten). I. Joffrin(33,452 Stimmen), I. Allemane(25,291 Stimmen), vom sozialistischen Arbeiterverband. Das ist ein loyaler Vorschlag, dem wir nur Beifall zollen können. Das Komite der Union �ooialisto rovolutionnairs veröffentlicht eine Danksagung an alle Sozialisten des Auslandes, welche die französischen Sozialisten in ihrem Wahlkampf durch Geldspenden unterstützt haben. Wir werden dieselbe, nebst einer Ausstellung der von Deutschland ge- sandten Beträge, in nächster Nummer veröffentlichen. — Aus B u d a p e st erhalten wir folgendes Telegramm. Die ungarländische Allgemeine Arbeiterpartei beglückwünscht die in Chemnitz freigesprochenen Vertreter des deutschen Proletariats und ruft ihnen ein dreifaches Eljen zu. Die Parteileitung. Wir danken unfern ungarischen Genossen für diesen Beweis ihres echten Solidarilätsgefühls. Korrespondenzen. o. Iserlohn, im Oktober. In der Nacht vom 29. auf den 30. und vom 30. auf den 31. August d. I. wurde von uns in unserm Wahl- kreis Altena-Jserlohnein Flugblatt verbreitet:„Volk, denke nach," das jetzt, vor zirka 14 Tagen, von der königlichen Regierung zu Arns- berg nach dem bekannten Modus verboten worden ist. Ferner wurde auch von uns in der frühen Morgenstunde am 31. August zum Andenken an unseren Vorkämpfer F. L a s s a l l e eine r o t h e Fahne im Seiler- gebirge, einem ziemlichen Höhepunkt vor Iserlohn, aufgehißt. In der- selben Nacht vom 30. auf 31. August wurde unweit Hemer-Höcklingsen ein gleiches Banner von den dortigen Genossen ausgepflanzt. Daß die Polizei dadurch Arbeit bekam, wird jeder Leser erklärlich finden. Bei der Fahne in der Seile fand dieselbe freiwillige Schergen in der Person der bekannten Haarnadelnfabrikanten Gebrüder Bergfeld im Schleddenhof bei Iserlohn. Diese hatten das gefährliche Banner von der schwindelnden Höhe heruntergenommen und brachten es der Po- lizei schon entgegen, ehe selbige noch aus dem Plan angelangt war. Die- ses Brüderpaar ist so eine Art geheime Polizei; man steht sie oft in liebenswürdigster Weise mit der Polizei verkehren. Es sollen auch am 27. September einige Genossen, welche von hier nach Hemer gegangen waren und sich von einem dortigen gemaßregelten Genoffen verabschiedet hatten, auf dem Rückweg nach hier in dem Schleddenhof von dieser Bande Bergfeld überfallen worden sein. Nebenbei sei noch bemerkt, daß diese Bergfelds die hauptsächlichen Komplizen des bekannten Winner sind, so auch seine Abonnenten auf das„Gilles-Blätlchen". Als nun damals bekannt wurde, daß diese Bergfelds die Schergen- dienste der Polizei geleistet hatten, und der eine derselben sich sogar noch damit brüstete, da hatte der bekannte demokratische Kohlenablader Carl Becker von hier, früher im Dienst des Kohlenhändlers Pippel (wegen Ehrlichkeit— entlasse»), nichts Eiligeres zu thun, als im„Gilles- Blättchen" zu veröffentlichen, Soldaten hätten die Fahne abgenommen, um durch diese Lügennotiz seine Kumpanen Bergfeld vor der Schmach zu retten. Diese Lügennotiz, welche in Nr. 26 vom 4. September in den„Rheinisch-Westsälischen Blättern" enthalten ist, findet sich sogar im„Deutschen Wochenblatt", Nr. 35 vom 4. Oktober wieder, dem sie durch einen gewissen Schneiderling, dem Winner die Notiz in die Feder diktirt hat, zur Veröffentlichung eingesandt wurde, und in der sogar die- ser Bergfeld von Schneiderling als Arbeiterfreund hingestellt wird. Wie weit es mit deffen Arbeiterfreundlichkeit her ist, beweist folgende That- fache: Vor zwei Jahren beschäftigte derselbe einen jugendlichen Arbeiter Namens Löbbecke, welcher in der Fabrik der Gebrüder Bergfeld einen Arm verlor. Derselbe klagte nun, hat aber in allen Instanzen verloren, und von den Gebrüder Bergseld bekommt er auch nichts. Das sind die Freunde der Arbeiter. Doch für heute genug. Den Genossen rufe ich zu: Nur immer vor- wärts! Laßt die Zwei-Aechsler laufen! Apolda, 4. Okt. Ein Hecht im Karpfenteich. In der Tagespreffe werden Sie bereits gelesen haben, daß bei der am 28. Sept. stattgesundenen Wahl eines Landtagsabgeordneten für den 8. Weimari- schen Wahlbezirk, welcher Apolda und einige Dörfer umfaßt, Genoffe Mangner als solcher gewählt wurde. Diese kleine Ueberraschung hatten wir unfern Spießbürgern schon längst zugedacht. Das Wahlgesetz für die Landtagswahlen im Großherzogthum Sachsen- Weimar theilt die Wähler in vier Klaffen. Die ersten drei Klaffen, welche die Allerreichsten, die Reichsten und die Reichen umfaffen, wählen ihre Abgeordneten direkt, wohingegen die vierte Klaffe, welche die übrigen, nicht mit irdischen Glücksgütern gesegneten Staatsbürger in sich schließt, aus indirektem Wege, d. h. erst Wahlmänner zu wählen hat, welche dann erst, aus besondere Einladung des Großherzogl. Bezirks- direktorS, die Wahl des Abgeordneten vorzunehmen haben. Dank diesem indirekten Wahlsystem ist das Jntereffe an der ganzen Wahl ein so ge- ringes, die Betheiligung eine so schwache, daß man fast gar nicht von Wahlkampf sprechen kann. Es ist gar nichts Seltenes, daß ein Wahl- mann mit einer einzigen Stimme, und zwar seiner eigenen, gewählt wird. Aber so reformbedürftig, wie Figura zeigt, unser Wahlgesetz ist, so hat man sich doch noch nicht dazu entschließen können, es abzuändern, obwohl der Antrag auf Einführung des allgemeinen gleichen und direkten Wahlrechts vor mehreren Jahren, wenn ich nicht irre, von den Abge- ordneten Jungheinrich und Dr. Brehm im Landtag eingebracht worden war. Man hat sich offenbar beim jetzigen System wohl befunden, war man doch immer hübsch unter sich. Aber wir meinten, es könnte auch einmal im Karpfenteich ein Hecht nichts schaden, und benutzten den durch dieses indirekte Wahlsystem erzeugten Jndifferentismns als Waffe gegen Diejenigen, die ihn geflissentlich gepflegt haben, indem wir insgeheim die Wahl organisirten unv so die Gegner vollständig überrumpelten. Von den 39 hier in der Stadt zu wählenden Wahlmännern sind 3 7 von unserer Liste gewählt. Bei der Wahl des Abgeordneten wurde Genosse Mangner mit 46 von 52 Stimmen gewählt, woraus sich er- gibt, daß mindestens 7 ländliche Wahlmänner ebenfalls f ü r Genosse Mangner gestimmt haben, und so wird derselbe denn für die nächsten 6 Jahre in dem Kämmerchen zu Weimar Mittagen. Die<,Weimar'sche Zeitung" stimmt eine Jeremiade darüber an, daß der langjährige Präsident des Landtags, Dr. Fries, ein 48er Revolutionär, jetzt gut konservativ, nicht wieder in den Landtag gewählt wurde und bettelt die Höchstbesteuerten im 1. und 4. Verwaltungsbezirk, welche noch zu wählen haben, an, ihm ein Mandat zu sichern. Nun, wir meinen, der gute Mann konnte uns läügst gestohlen werden, wie noch viele seinesgleichen. Vergangenen Mittwoch gab es hier eine von zirka 500 Personen be- suchte Versammlung, zu welcher der freireligiöse Sprecher L u d w. Schwennhagen zugesagt harte, über„Die Sittlichkeit im modernen Zeitalter der freien Konkurrenz", einen Vortrag zu halten. Sie mußte jedoch ohne Vortrag geschlossen werden, da Hr. Schwennhagen nicht er- schienen war, und der zufällig hier anwesende Genosse Kuno aus Berlin nicht sprechen durfte. Man sagt, Hr. Schwennhagen sei an der Bahn von der heiligen Hermandad erwartet worden. Wenn dem so ist, so hatte sie freilich das Nachsehen. Vis. Gotha, 11. September. W«r hat falsch geschworen? Diese Frage drängte sich Jedem auf aügesichts eines Strafprozesses ä la Stöcker, der am 9. dieses vor der Strafkammer des hiesigen Landgerichtes in zwei- ter Instanz zur Entscheidung gelangte. Der der Verhandlung zugrunde liegende Sachverhalt ist folgender: Im Orte Petriroda lag in einem Gasthause die Wählerliste zur Einsicht auf. Am 5. Oktober von- gen Jahres suchten mehrere Gäste, als grade der Ortsschulze anwesend war, nach, ob ihre Namen in die Wählerliste aufgenommen seien. Dabei wurde der Jrrthum entdeckt, daß ein Weber als Maurer eingetiagen war, was natürlich Heiterkeit erregte. Infolge dessen lenkte sich auch die Aufmerksamkeit der übrigen Anwesenden auf die Wählerliste, und der Arbeiter Willing nahm die Liste zur Hand, um sich von dem Fehler selbst zu überzeugen. Da jedoch bereits die Dämmerung ange- Krochen war, und er im Gastlokale nichts sehen konnte, wollte er mit der Liste in ein anstoßendes Zimmer gehen, um daselbst beim Fenster mehr Licht zu erhalten. Er hatte aber kaum den einen Fuß über die Schwei gesetzt, als der Schulze schon aufgesprungen war und ihm ver- bot, mit der Liste in ein anderes Lokal zu gehen. Dadurch entstand ein kleiner Wortwechsel, der damit endete, daß der Schulze Ungewitter zwei anwesenden Gerichtsfolgern den Auftrag gab. den Willing zu arre- tiren, was diese jedoch ablehnten, weil kein Grund zur Verhaftung vor- lag. Während des Disputs kamen indeß zwei andere Gerichtsfolger, die den Auftrag des Schulzen ausführten und Willing vor die Thüre geleiteten, wohin der Schulze dann nachkam und erklärte:„Laßt ihn laufen!" Nun klagte ,u Aller Ueberraschung der Schulze Willing beim Amtsgericht Ohrdruf an, ih" bei jener Gelegenheit g e st oßen zu haben. Beim Termin, der daselbst am 5. Februar d. Js. stattfand, sagte der Schulze Ungewitter e i d l i ch aus, W i lling habe ihn gestoßen, während der Zeuge S i e b e r t b e s ch w o r, beide seien Hand- greiflich geworden. Drei weitere vom Bürgermeister namhaft gemachte B e lastungszeugen wurden dadurch, daß sie wie die andern acht Zeugen aussagten, zu E n t Ustungszengen. Acht weitere Zeugen sagten nämlich, unter Eid aus, daß zwar ein kleiner Wortaustausch, aber nicht die mindeste Handgreif- lichkeit oder auch nur das geringste Stoßen seitens W i l- lings stattgefunden habe. APo eils gegen zwei. Nichtsdesto- weniger wurde Willing zu einer Geldstrafe von 10 Mark verurtheilt, wogegen er jedoch beim hiesigen Landgerichte Beschwerde führte, über die am 9. dies hier verhandelt wurde. Den Vorsitz führte Herr Landgerichts-Direktor S terzin g, der seinen Takt unter anderm dadurch bewies, daß er den Angeklagten fragte, welcher Partei er bei derWahl angehört habe, worauf dieser fragend erwiederte,„wenn er es unbedingt sagen müsse, werde er es sagen, andernfalls aber nicht." Der Herr Präsident erklärte sodann, daß er es nicht unbedingt sagen müsse, wenn er nicht wolle. Die Herren Zeugen, voran Herr Schulze Ungewitter, beschworen wiederum die in Ohrdruf gemachten Aussagen. Vom Herrn Borsitzenden wurde dabei ein eigenthümliches Verfahren beliebt, indem er dem nachfolgenden Zeu- gen, wenn derselbe seine erste Aussage wiederholte, vorspiegelte, er solle nur die Wahrheit-sagen, die anderen hätten es schon zugegeben.(Gleicht diese Taktik nickt einer Verleitung zum Meineide wie ein Ei dem andern?) Wie vorauszusehen war. wurde die Beschwerde zurückgewiesen, das Ur- theil erster Instanz bestätigt und der Angeklagte überdies noch in die Kosten des Verfahrens r erurtheilt. Die entgegenstehenden Eide der Ent- und Belastungs-Zeugen blieben unberührt, und doch mußte sich jeder Mensch von nur einigermaßen gesundem Verstände sagen, daß hier ein Meineid vorliege, weil es unmöglich sei, daß Willing gestoßen und zugleich nicht gestoßen haben könne. Nach der Ohrdrufer Verhandlung war von Petriroda an die Staats- anwaltschaft in Gotha Anzeige gegen den Schulzen erstattet worden wegen bei jener Verhandlung geleisteten Meineides. In Folge dieser Anzeige soll von hier ein Untersuchungsrichter nach Petriroda ge- fahren sein, um an Ort und Stelle Erhebungen zu pflegen; das Resul- tat war jedoch, daß die genannte Staatsanwaltschaft erklärte, keine An- klage erheben zu können. Wir sind nun der Ueberzeugung, daß wenn die acht Entlastungszeugen, die Arbeiter sind, mit- sammt Meineide geleistet hätten, die Staatsanwalt- schaft unverzüglich gegen sie eingeschritten sein würde. Da sie es aber nicht that, ist es klar, auf wel- cher Seite dier Meineid z p suchen ist. Herr Nn g e w itt e r ist in Petriroda für fünfjährige Dauer zum Schulzen ernannt und regiert, seinem Namen alle Ehre machend, bis jetzt zwei Jahre. Nun meint er, erfreut über den glücklichen Ausgang seines Prozesses, bis jetzt wäre er gut gewesen, nun wolle er anders auftreten.(Pascha-Wirthschast etabliren?) Es ist begreiflich, daß in dem kleinen Orte eine große Aufregung herrscht, da das schlichte und gerade Gerechtigkeitsgefühl der biederen Landleute mit dieser Sachlage sich durch- aus nicht befreunden kann und sich dagegen sträubt, den Bürgermeister des Orts ansehen zu müssen als Stöcker Nr. zwei! Erklärung. Karl W e s ch, Schreiner aus Hotteln(Hannover), hat es durch volleRückerstattung der i üm anvertrautenVereins- gelder ermöglicht, unsere Warnunl in Nr. 39 des„Sozialdemokrat" 1881 hiermit zurückzunehmen j,womit dessen Streichung aus der„schwarzen Liste"(Seite 27) gleichzeitig erfolgt ist. Wir bitten allseits hievon Notiz zu nehmen. Die Vertrauensleute. Der Deutsche Arbeiterverein„Eintracht" in Zürich. Der Maurer Wilh. Hitzing ist nicht von der Partei zu- rückgetreten, vielmehr beruht die Erklärung in Nr. 37 des „Sozialdemokrat" aus einem leider hier verschuldeten Miß- verständniß. Die Genossen in Quedlinburg. Bekanntmachung. Allen Genossen und Brudervereinen diene hiemit zur Kenntuilj, daß dl Arbeiter-Leseklub in Lausanne, dessen Mitglieder vor 2'/, Jül ren ans dem„Allgemeinen Arbeiterverein" dahier in Folge Nich� anerkennung des in demselben angenommenen anarchistisch! Systems ausgeschieden waren und nachher den erstgenannten Verein gl gründet hatten, nunmehr, nachdem der„Allg. Arbeiterverein" in FelZi der Anarchistenausiveisnngen sich aufgelöst hat, mit gerichtlicher Autorin tiou wieder in den Besitz des noch von früher vorhandenen Arch!»� bestehend aus Fahne, Bibliothek ec., gelangt ist.— Der Arbeiter-Lesekli» hat nun laut BereinSbeschluß seinen seitherigen Namen abgelegt und dt« Namen „Allgemeiner Arbeiterverein" angenommen, jedoch unter Fortbestand als„obligatorisch angeschlossene ä®' gliedschaft der sozialdemokratischen Partei." Briese und Sendungen wolle man also von jetzt au gefälligst in gender Weise adressiren: „�llxememsr �rbeitsrvsrein", Cake vaudoia, place de la Kiponne, Lausanne. Lausaune, den 1. Oktober 1885. Der Aussäbnß Briefkastm der Redaktion: Emil: Einsendungen dankend erhalten. D» L., nach dem Sie fragen, ist zweifelsohne der ehemalige Genfer Grc* rath dieses Namens. Falls Sie Näheres über denselben zu erfahrt wünschen, wollen wir in G. nachfragen.— Weltbürger: Abdr� Ihrer Einsendung erfolgt in nächster Nummer. Sie haben uns f«$ verstanden. Rassenvorurtheile liegen uns fern.— Einsendungen Achim, Iserlohn, Ingelheim ac. in nächster Nummer. der Expedition: Dreibein: Mk. 4— Ab. 4. Qu. u. Schft. Mk. 1— pr. Agfds. dkd. erh.— Veilchenstein: Mk. 100— ä Cto. p 16/9. gutgebr. Bfl. Weiteres.— Rothfärber: Mk. 22— Ab. 3. Qu. PI 16/9. gutgebr. Avis v. 5. Okt. hier. Weiteres erwartet.— Rothe Schwefti bände: Mk. 18— Ab. 4. Qu. pr. 25/9. gutgebr. Weiteres besorgt. K. Stg.: Mk. 21 50 Ab. 4. Q.(3. u. 4. Qu. G.) erh.— Gezelirnts' Mk. 3— Ab. 4. Qu. erh.— Rother Deffauer: Mk. 16 80 Ab. 4. S> u. Mk. 9 20 pr. Ufds. dkd. erh. Erbetenes folgt.— L. Cp. I.: Mi. 40� Ab. 4. Qu., Schst.-c. erh. Beil. besorgt. Bstllg. ,c. fort.— Dtsch. Ver- Zch.: Fr. 25— f. d. streik. Kopenhagener dkd. erh. u. besorgt.— D6 Bekannte: Mk. 4 40 Ab. 4. Qu. K. erh.— Rosa Beck: Mk. 10— A 4. Qu. E— E. erh. Mehrfach Zugesagtes bestimmt erwartet. Mehrbs® notirt.— Rm. Httg.: Fr. 2— Ab. 4. Qu. erh.— M. Bdl. G.: 3® 3— Ab. 4. Qu. erh. Adr. notirt.— A. N. Vlg.: Ml. 310 Ab. 4. erh. Ers. am 7/10. abermals abgg.— A. Sch. Liöge: Fr. 15— As- 4. Qu. erh.— Postillon Lehmann I: Mk. 6— Ab. 4. Qu. erh. Wep teres angenehm. Gruß St. besorgt u. erwiedert.— E. V. E.: Mk. 3 � Ab. 4. Qu. Nachzhlg. u. Schft. erh.— Sturm Rtg.: Mk. 17 60 Ab. Qu. erh. Neuer besorgt. Weiteres mit 40 beantw.— Solo: Mk. 3 Ab. 4. Qu. u. Schft. Bfl. Weiteres.— Kümmeltürke; Mk. 8 80 Ab. Qu. am 7/10. erh., zugl. W's Sachen eingetroffen, also»»„längst� — Veritas: Bf. v. 5/10. erh. u. besorgt.— F. D. St.-Urb.: Fr. 4 7) Ab. 4. Qu. u. Kal. u. Fr. 7 80 für Cto. Mh. erh. Sdg. abgg.—& F. St. Die.: Fr. 2— ä Cto. Ab. 4. Qu. erh. Noch 50 Cts. erbeten- Weiteres dkd. verwendet.— F. M. Mz.: Mk. 3— Ab. 3. Qu. erh. Rother Maulwurf H.: Mk. 10 80 ä Cto. Ab. erh. Weiteres bfl. H. H. London: Fr. 2 50 Ab. 4. Qu. erh.— H. G. Olbn.: Mk. 3 Äb. 4. Qu. f. K. erh.— W. K. St. Gall.: Fr. 2 50 erh. Gewünschte* mit Nr. 41 abgesandt.— Durstige Seele: Mk. 6 90 Ab. 4. Qu. H.' B. erh. Weiteres folgt.— Appollos: Mk. 4 40 Ab. 4. Qu. erh. Adr- R. mit Nr. 41 berichtigt.— Feuerländer: Mk. 50— ä Cto. Ab. erh- Bfl. Weiteres.— I. Mschk. B.: Ab. 4. Qu. erh. Adr. notirt.- Spr- Ags.: Mk. 5— Ab. 4. Qu. u. ä Cto. 1. Qu. 86(60 Pfg.) erh. Rothfärber: Mk. 126 40(Mk. 50— a. R., Mk. 50— ä Cto. 3. Qw Rest. Espr. 4. Qu. am 9/10. erh. Bfl. mehr.— R. K. N. a. S.: Mk- 6— Ab. 4. Qu. erh. Adr. notirt.— M. u. J. Ich.: Fr. 7 50 Ab. � Qu. erh.— I. Strauß Neu-Iork: Fr. 40 50(8 Doll.) k Cto. Ab.:«• erh. Weiteres geordn.— Kellmghusen; Mk. 5— pr. Ufds. v. d. P.-GeN- dkd. erh.— Der Nordische: Mk. 3— Ab. 4. Qu. erh. Adr. geordnet- — Spitzberg: Mk. 12— Ab. 4. Qu. erh. Adr. eingerenkt. Bstllg. längst beordert, in Zwischenhand verzögert.— Gesammelt im schles. Thal«! Mk. 15- pr. Ufds. dkd. erh.- F. Z. u. K. Sch. O.: Mk. 6- Ab- 3. Qu. pr. Hg. erh. Wir müssen indeß um Vorauszahlung des 4. Qu. bitten.— Rthr. Paulus: Mk. 6— lt. Vorschlag demnächst ver> wenden. Bfl. mehr.— Nova II: Mk. 4 40 Ab. 4. Qu. A. erh. Stimmt nicht betr. des Schft.-Ausgleichs. Näheres lt. Auszug an Nova I. � Ramm Zch.: Adr. geordn. u. Fr. 2— pr. 1. Qu. 86 gutgebr., da A- N. pr. 4. Qu. auch eingelöst.— Antwerp. A. N.: Fr. 2 20 P. Beitrag pr. 3. Qu., Fr. 10— pr. Usds. u. Fr. 11— pr. Ab. 3. Qu. u. Schst- dkd. erh. Bstllg. folgt.— August E.: Mk. 4 40 Ab. 4. Qu. pr. H. erh- Weiteres dkd. notifizirt.— Dtsch. Verein Genf: Fr. 60— ä Cto. Ab- tc. durch L. F. erh.— Dr. H. B.: Von ges. Mk. 50— übergab uns Sch- Mk. 4 50 f. d. fr. W., die wir„am Ende vom Lied" d. streik. Kopem hagntrn dkd. zuweisen.— I. Bernst. Gg.: Mk. 3— Ab. 4. Qu. erh- Adr. geordn. 40 ging an B.— Schwaben-Heiri: Mk. 3— Ab. 4. Qu- erh.— A. Rr. N'hdf.: Mk. 4 80 Ab. 4. Qu. u. Porto erh.- Neckar' spitze: Mk. 14 75 Ab. 3. u. 4. Qu. u. Schft. erh. Mk. 1 25 pr. Agfds. dkd. verwendet. Bstllg. fort.— H. Nitzsche N.-Vork: P.-K., Remitt. u Archivsachen dkd. erh.— Th. I. Co. N.-Vork: Marken bestens dkd. erh- Wunschzttl. werden thunlichst beachten, Geduld gegenseitig. Gruß! Ahasverus: Mk. 7 35 Rest Ab.„Fht." u. Mk. 12— Ab. 2. Qu. R.! 2. Qu. K. u. Schf. u. ein 3. Qu. Schf. K. u. Schf. gehören zus. Bst- Näheres.— Heidelberg: Wir meinen damit allerdings den Bordellwirth C h. S p a h n, der ebenso lebhast mit der Polizei verkehrt- wie er sich als„Genoffe" aufspielt, wo es paßt.„Zweifelhaft" ist dieser D r i n h a u s e n'sche Gewährsmann ohne Zweifel.— s-j-j-himmet --: Mk. 7 40 Ab. 4. Qu. D. u. Sch. erh.— A. I. Bpst.: Fr. 4 3» Ab. 4. Qu. B. erh.— Allg. Arb.-Verein Lausanne: Fr. 7 50 f. d. streik- Kphgr. dkd. erh.; Fr. 29 70 Ab. 3. Qu. u. Schft. gutgebr. Bstllg. folgt- — Heffen-Kassel: Mk. 18— Ab. 4. Qu. erh.— Aarau E. G.: Fr. lü 50 Äb. 8. Qu. erh.— JH.: Mk. 150— Ab. 3. Qu. erh. Beil. und Auszug besorgt.— Bamberg: Mk. 8— f. d. frz. W. d. streik. Kophgr- dkd. zugewiesen.— Drickes II: Mk. 40 70 k Cto. Ab. gutgebr. Sdg- kreuzte mit Auszug.— W. O. Paris: Fr. 2 50 Ab. 4. Qu. erh. � M. u. S. b Mainz: Mk. 2— d. streik. Kophgr. dkd. zugew. Weiteres besorgt.— W. G. Silist.: Fr. 4 50 Ab. 4. Qu. u. Schst. erh.— Bdhr. Fschr. Httg.: 50 Cts. f. d. streik. Kophgr. dkd. erh.— v. Lthl. Efd.: Fr. 5 40 Ab. 4. Qu. erh.— Dtschr. Ver. Biel: Fr. 31 50 Ab. 3. Qu- 2C. erh.— Der Alte vom Berge: Fr. 11 25 Ab. 4. Qu. R. Sch. T- dkd. erh.— G. K. Stg.: Mk. 4 40 Ab. 4. Qu. u. Bericht in Sachen S p a r i g dkd. erh. Bstllg. folgt.— P. T. Paris: Fr. 2 50 Ab. 4. Qu- erh.— I. V. Nueva Helvetia: Fr. 5— Ab. bis Ende März 86»c. erh. Gruß. W. F- Beauvais: Fr. 5— Ab. bis Ende März 86 erh. W. Lgr. Evansville: Fr. 5 06 Ab. bis Ende März 86 erh.— Lavt. Zch.: Fr. 2— Ab. 4. Qu. erh.— Fuchs: Mk. 200— k Cto. Ab. iC. erh. Adr. notirt.— Trinkgeld-Justiz Rhinoceros Linz a. D.: Wie viel macht das Abonnenten zum jetzigen Guldenkurs? Durch uns ist zu beziehen: A. Beöel. » Der deutsche Bauernkrieg mit Berücksichtigung der hauptsächlichsten sozialen Bewegungen des Mittelalters. 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