lieb- isot- ) be- -«i pich inent beut -Ar- mju >ere» i in t im l'teni ! mit JUNI . und chen. d die iß«S iter Erscheint W«ch,tttUch»»»mal tu Zürich(Schweiz). Aerlag der �»lk«duchhandl»»g Hottinge«-Zürich. PlftstlldUlllkU sranlo gegen frank» Gewöhnliche Briefe »ach»er K ch w e i» koste» Doppelport». Der SoMldeWkrat Jentrat-Krgan der deutschen Sozialdemokratie. Atonnements werden bei allen fchweiierifchm Postbureaur � sowie beim Verlag und deffen bekannien Agenten mtgegengenommen. und zwar zum voraus, a hl bar«» vierteljahröpreis von: Fr S-für die Schweiz likreuibandf Mk»— skr Deutschland lEouvertf fl l 70 für Oesterreich lCouoery Fr. 2 50 für alle übrigen Länder d«I Weltpostverein» lkreuzbandf. ?»serate die dreigefpaltene Petitzeil« 25 Et». 20 Pfg. Jfä 43. Donnerstag, 5. November 1883. Avis an die Abonnenten und Aorrespondentcn des„Soziatdemotrat." Da der.Sozialdemokrat- sowohl m Deutschland al» auch in Oesterrrich»erboten ist. bezw Versolg« wird und die dortigen GeHörden sich alle Mühe geben, unsere«erbindungen nach senen Ländern möglichst zu erschweren, resp Briese von dort an UN» al» möglich an den Sozialdemokrat-, resp dessen Verlag selbst adresslren, sondern stch möglichst an Irgend eine unverdächtig« .V.----------- T...............---- JBL.Pl—.-.-------------■ W., ü„., W Adreffe außerhalb Deutschland» und Oesierrelch! wenden, welche stch dann mit un» in Verbindung seh« s anders«!» aber da» Jüb unsere Zeitung», und sonstigen Speditionen nach dori abzufangen, so ist die äußerst- Vorficht im Postverkehr nothwendig und z auch UN» möglichst unverfänglich- Zustellungiadresten inilgetheilt werden. In jivcifrlhaste» Fällen empstehlt stch behllf» gröberer «es keine VorfichlSmabregel versäumt werden, die»riesmardir über den wahren Absender und Empfänger, sowie den Inhali> Sicherheit R-lominandirung Soviel an UN» liegt, werden wir gewiß weder Mühe noch«ost-ll scheuen um troh aller-ntgeg«»» "t Sendungen zu täuschen und lehtere dadurch zu schützen Haupt, rsorderniß ist htezu«Inerseit», daß unser- Freunde so selten stehenden Schwierigkeiien den.Sozialdemokrat' unseren Abonnenten möglichst regelmäßig zu liefern frei- nicht irichi malt Parteigenossen! Vergeht der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! hier nnZ mit iesei» g). t an N. 3. . ab- 2- drein innen der - z lb. s- Ä .u. u. 1/lN l öfl. Der keneck ittral- )■ m Eaff4 t, cher feld erh- Saht- ,u. u. ahn «mej cher. -Ab. echt - S ndr> nder istch ». ist noch Adr. I 45 «res non- unb 5 42 9 SB.: von 1 40 •äff1 au: und nch« Neber den Normalarbeitstag. an Ab- s-i n e 10 > S dt. III. „Bei gesteigerter Produktion Ueberflüssigwerden von Arbei- lern!"— das ist das scheinbar widerspruchsvolle Schauspiel, welches die bürgerliche Gesellschaft uns bietet. Nur schein- bar widerspruchsvoll, denn es ist im innersten Wesen der kapitalistischen Produktion begründet. Auf den Massenabsatz, bei kleinem Profit an den Einzelprodukren, angewiesen, hat die Großindnstrie auf möglichste Produktivität der Arbeit zu sehen. Die Produktivität der Arbeit beständig zu steigern, ist ihr durch die Konkurrenz zur Lebensfrage gemacht. Diese Steigerung findet einerseits durch größere Jntensivität der Arbeit selbst statt. Anderseits durch vervollkommtc Maschi- nerie, bessere Arbeitstheilung u. s. w. Mit ersterem Moment haben wir uns schon beschäftigt. Das zweite ist von noch größerer Bedeutung, denn während die Leistungsfähigkeit der Menschlichen Arbeit eine, wenn auch sehr elastische Grenze hat, hat die Leistungsfähigkeit der Maschinen keine. Nicht einer bestimmten Maschine, sondern der Maschinen über- Haupt. Die HülfSgucllen der Technik sind unerschöpflich, keine Aufgabe ist ihr zu schwer, jeder Fortschritt ist nur der Schritt zu einem neuen Fortschritt. Der Fortschritt von heute ist mor- gen ein überwundener Standpunkt. Betrachte man doch die fieberhafte Thätigkeit der Technik auf militärischem Gebiet: das beste Gewehr wird nach wenig Wochen oder Monaten durch ein besseres aus dem Feld ge- schlagen, dem in wenigen Wochen dasselbe Schicksal erblüht. Der gestern undurchdringliche Panzer wird morgen durch- schössen; die unwiderstehliche Kanone von heute muß morgen zum alten Eisen geworfen werden. Und auf dem unendlich weiteren und unendlich dankbareren Gebiete der. Industrie entwickelt die Technik noch eine tausend- mal umfassendere, nicht minder revolutionirende Thätigkeit. Der Konkurrenzkampf gestaltet sich mehr und mehr zu einem Kampf der Maschinen. Wer die besten Maschinen hat, schlägt seine Konkurrenten. Und die beste Maschine ist jeden Augenblick in Gefahr, durch eine bessere entthront zu werden. Die beste Maschine hat aber, wer das meiste Geld hat. In den Berichten der schweizerischen Fabrikinspektoren wird auf die Mangelhaftigkeit der schweizerischen Maschinen im Vergleich mit den englischen hingewiesen. Gleichzeitig wird dort gezeigt, daß die Einführung des Nor- Malsarbeitstages zu einer Verbesserung der Maschinen führt. Den Grund haben wir angegeben. Die Produktivität der Arbeit muß gesteigert werden, und das geschieht in hervor- vorragendem Maße durch verbesserte Maschinerie, welche die doppelte Eigenschaft hat, nicht blos selbst mehr Arbeit zu liefern, sondern auch dem Arbeiter eine größere Arbeitsleistung zu ermöglichen. Der Normalarbeitstag befördert also die Entwick- lung der Großindustrie, weil er die Fabrikanten zur profitableren Geschäftseinrichtung und zur Anwendung neuer oder vervollkommter Maschinerie zwingt und dadurch zu Aus- gaben, die der Kleinkapitalist nicht bestreiten kann. Es ist die« beiläufig unter den Vortheilen des Normalarbeitstages nicht der geringste— je mehr der Entwicklungsprozeß des Kapita- lismus beschleunigt wird, desto kürzere Zeit dauert er, und desto eher ist der Boden für die sozialistische Arbeitsorganisation gebahnt. Die Vervollkommnung der Maschinerie und die Jntensivi- zirung und Ausnutzung der menschlichen Arbeit nimmt aber rascher zu als die Konsumtion, und so finden wir in der Großindustrie neben sich steigernder Produktion eine Ab- nähme der Arbeiterzahl. Es ist kapitalistisches Bev'ölkerungsg esetz, daß, mag die Bevölkerung noch so sehr sich vermehren, die Zahl der Arbeiter mit den Fortschritten der Maschi- nerie und des technischen Geschäftsbetriebes sich vermindert. Betrachten wir z. B. die„SituKkiorn die„H als- starrigen Thatsachen aus den Fabriken", welche ein englischer Fabrikarbeiter, John Olivier von Manchester, im Jahre 1844 veröffentlichte: „35 große Fabriken beschäftigten 1829 eintausend Spinner mit 674,074 Spindeln; 1841 arbeiteten in denselben Fabriken 487 Spinner mit 736,128 Spindeln"— binnen 12 Jahren die Zahl der Spinner um mehr als die Hälfte gesunken, die Zahl der Spindeln um fast 52,000 vermehrt. „36 Grobspinnereien beschäftigten 1829 1,088 Spinner; 1841 nur 448— mit einer Vermehrung von 53,353 Spindeln. „Zwischen 1835 und 1843 verminderte sich die Zahl der Spinner in Stockport von 800 auf 140. Ein Glück- licher, der in Arbeit geblieben war, erzählte 1843:„Im Jahre 1840 arbeitete ich mit 674 Spindeln und konnte 22 Shillings(1 Sh.— 1 Reichsmark) die Woche verdienen; jetzt arbeite ich mit 2040 Spindeln und verdiene die Woche 13 Shillings." „Vielleicht— so fährt Olivier fort— vielleicht, lieber Leser, könntest Dn in den Wahn verfallen, daß die Maschi- nenbauer den Vortheil davon gehabt hätten? Hier ist die Rechnung: zwischen 1835 und 1844 wurden in einer Maschinen- fabrik in Manchester folgende Maschinen eingeführt: eine Hobel- Maschine— verrichtet die Arbeit von 14 Mann und wird von einem Jungen geleitet. Fünf kleinere, je gleich 3 Mann, brauchen einen Mann, um zu„arbeiten". Eine Durchschlagmaschine, gleich 12 Mann, braucht 1 Person zum Dirigiren. Eine Drehmaschine, gleich 3 Mann, braucht 1 Person. Eine Schraubenmutter- Schneidemaschine, gleich 3 Mann, braucht einen Jungen. Eine Radschneide-Maschine, gleich 20 Mann, braucht 1 Mann. Eine Bohrmaschine, gleich 10 Mann, braucht 1 Person. In einer anderen Fabrik sind 20 Drechsel-Maschi- neu, gleich 100 Mami, sie brauchen zusammen 10 Personen. 8 Hobelmaschinenen, gleich 96 Mann, brauchen 8 Personen zusammen. Eine weiter verbesserte Schraubenmutter-Schneid- Maschine, gleich 20 Mann, braucht einen Jungen. Eine Stoß- Maschine, gleich 20 Mann, braucht einen Jungen. Die Ma- schinen werden also selbst mit Maschinen gemacht.""*) Zur Erläuterung sei bemerkt� daß„Person" im Gegensatz zn„Mann" ein unerwachsener Arbeiter ist. Die Berichte der englischen Fabrik- und Minen- Inspektoren— bei dem erbärmlichen Stand der Arbeits- Statistik in Deutschland müssen wir das Material meist in England suchen— geben Material in Hülle und Fülle. Im Distrikt des Fabrikinspektors R. Baker(Lancashire, Cheshire, Aorkshire) enthielten die gleichen 570 Textilfabriken: 1860 1865 Dampfwebstühle 85,622 95,163 Spindeln 6,819,146 7,025,031 Pferdekraft in Dampfmaschinen 27,439 28,925 Pferdekraft in Wasserrädern 1,390 1,445 Beschäftigte Personen 94,119 88,913 Binnen 5 Jahren nehmen also zu: die Dampfwebstühle um 11 Prozent, die Spindeln nm 3, die Dampfpferdekräfte um 5 Prozent. Dagegen nahm in derselben Zeit die Zahl der beschäftigten Personen um 5'/, Prozent ab. Ferner zählte man in den englischen Seidenfabriken: 1856 1862 Spindeln 1,093,799 1,388,544 Webstühle 9,260 10,709 Arbeiter 56,131 52,429 Binnen 6 Jahren Zunahme der Spindeln um 26,9, der Webstühle um 15,6 Prozent. Abnahme der Arbeiter um 7 Prozent. „Die Maschine schlägt die Arbeiter todt." In der Kammgarnindustrie nahmen in der gleichen Zeit die Arbeiter um mehr als 1700 ab(die Zahl fiel von 87,794 auf 86,063), während die Dampfwebstühle um mehr als 4000(von 38,956 auf 43,048) zunahmen. In den Baumwollenfabriken stieg von 1861 bis 1875 die Zahl der Webstühle von 339,992 auf 463,118; die Zahl der Arbeiter fiel von 166,209 aus 163,632. In den englischen Kohlenbergwerken betrug nach den Be- richten der Mineninspektoren: Die Förderung(Outxout) Die Zahl der beschäftigten in Tonnen Arbeiter 1874 140,713,832 538,829 1875 147,700,313 535,845 1876 148,989,385 514,532 1877 148,846,260 494,391 1878. 145,798,138 475,329 1879 145,366,369 476,810 1880 161.466,739 484,933 In den 7 Jahren zwischen 1874 und 1880 hat die Pro- duktion um mehr als 20 Millionen zugenommen; die Zahl der Arbeiter um 53,896, genau 10 Prozent oder ein Zehntel, abgenommen! Ein Zehntel in 7 Jahren, bei steigender Produktion! *) Die Auszüge sind entnommen der Schrift von E c c a r i u s: „Eines Arbeiters Widerlegung der nalional-ökonomischen Lehren John Stuart Mill's." In Deutschland natürlich die gleiche Erscheinung, nur daß das Material nicht so vorliegt wie in England. Aber es fehlt wenigstens nicht an Belegen anS nächster Nähe. In den Flachsspinnereien des Reichen berger Handelskammer- � Bezirks in Nordböhmen vermehrte sich zwischen 1866 und 1878 die Zahl der Spindeln um 13,000(von 212,572 auf 225,562) und verminderte sich die Zahl der Arbeiter um 1158(von 12,693 auf 11,535).*) Wer sich die Bedeutung dieser Ziffern klar macht, muß ein- sehen, daß die Hoffnung, der Normalarbeitstag werde einer nam- Haft größeren Zahl von Arbeitern Beschäftigung geben, ein Wahn ist. Der Tendenz des Normalarbeitstags, die Zahl der beschäf- tigten Arbeiter zu vermehren, steht gegenüber einestheils die Komprimirbarkeit der menschlichen Arbeit und an- derntheils die Tendenz des Kapitalismus, Arbeiter über- schüssig zu machen. Und das ist nur die reguläre, gewissermaßen n o r m a l e, Ueberschüssigmachnng, die unablässig vor sich geht, wenn auch in Folge der Ausdehnung der Industrie, und namentlich bei jungen Industriezweigen, die Thatsache nicht immer greisbar zu Tage liegt. Zu dieser permanenten kommt die p e r i o d i s ch e Ucber- schüssigmachung durch Krisen und Geschäftsstocknngen. Davon im nächsten und letzten Artikel. Die Frankfurter Sozialdemokratie und die Landtagswahl. (Eingesandt.) Am 26. Oktober d. I. hat der Abg. F r o h m e in einer Versammlung des volksparteilichen demokratischen Vereins, die sich mit den bevor- stehenden Landtagswahlen beschäftigte, in einer Weise sich für die Be- theiligung an der Landtagswahl und für die Nnterstützung der sogen. demokratischen Partei bei derselben ausgesprochen, die für die weiteren Parteikreise von höchstem Interesse ist Nach dem mit den Berichten der übrigen Frankfurter Blätter übereinstimmenden und bis heute un- widersprochen gebliebenen Berichte der„Frankfurter Zeitung" war der Vorgang folgender: „Herr Frohme bringt als Gast im Auftrag einer Anzahl seiner Parteigenossen eine Annonce in einem hiesigen Blatt zur Sprache, worin es heißt:„Das Dreiklassensystem, sowie die nicht geheime und indirekte Wahl muß von jedem Sozialdemokraten ignorirt werden", unterschrieben:„Die Sozialdemokraten Frankfurts". Er müsse konsta- tiren, daß er so wenig als eine ganze Anzahl tüchtiger Parteigenossen etwas von der Annonce wußten. Bisher sei in Frankfurt bei Landtags- wählen immer Usus gewesen, daß die Sozialdemokraten für den Kandi- baten der demokratischen Partei stillschweigend in die Schranken traten. Das„muß" der Annonce sei durchaus falsch, denn sonst säßen im sächsischen Landtag, in der Berliner Stadtverordnetenversammlung keine Sozialdemokraten, und hätten weder in Baden noch sonstwo Wahlbethei- ligungen der sozialdemokratischen Partei stattfinden können. Es frage sich immer:„Kann man?" und„Soll man?" und wenn er sich jetzt diese Frage vorlege, so habe er nur die einzige Antwort, daß man hier nicht stillschweigend zusehen könne und dürfe, daß eine Koalition auS Fortschrittlern, Nationalliberalen und Konservativen der schroffsten Richtung einen Sieg erringen. Wenn man auch von dem Wahlsystem nichts halte, deshalb dürfe man es doch benutzen, solle und müsse man es benutzen im Interesse der politischen Bewegung überhaupt. Auch das Reichswahlsystem entspreche nicht allen Voraussetzungen. Es sei noth- wendig, die Reaktion, besonders wo sie sich mit dem Schein freiheit- licher Bestrebungen, mit der sog. Fortschrittspartei, verbinde, zurückzu- weisen, und deshalb verstehe er es nicht, wie es hätten Sozialdemokraten gewesen sein sollen, die eine derartige Slnnonce erlassen haben. Wenn man dies„muß" in die Wagschale werfen wollte, dürfe man sich auch nicht an den Stadtverordneten-Wahlen betheiligen. Er hoffe, daß dies« Annonce die wirklich guten und tüchtigen wahlfähigen Männer der sozialdemokratischen Partei nicht abhalten werde, am Tage der Wahl in der angegebenen Richtung ihre Schuldigkeit zu thun. Wenn man ein- mal Politik treiben wolle, dann solle man sie nicht treiben in Grenzen bestimmter Illusionen, sondern sich bestimmen laffen von dem, was in der Wirklichkeit vorliegt.(Lebhafter Beifall.)" Was Frohme hier ausgeführt hat, scheint uns denn doch ein wenig stark. Wenn die Frankfurter Genossen übereinkamen, sich an der Aus- Übung des e l e n d e st e n aller Wahlgesetze, wie es Bismarck bekanntlich seinerzeit selbst nannte, nicht zu betheiligen, so verfuhren sie damit voll- kommen korrekt. Bisher haben die Parteigenoffen in ganz Preußen in ähnlicher Weise stets gehandelt. Und nicht blos die Parteigenossen, son- dern fast das gesammte Volk. Nach den von allen Seiten ein- laufenden Berichten war diesmal die Wahlbetheiligung, die nie eine starke war, eine so schwache wie nie zuvor, und insbesondere waren eS die Wähler der d r i 1 1 e n Klasse, welche gegen das elendeste aller Wahl- gesetze durch ihre Nichtbetheiligung Protest irten. Der Hinweis Frohme's, daß die Partei sich sowohl an den Stadtver» ordneienwahlen als an den Landtagswahlen in anderen Staaten bethei- ligt habe, obwohl das allgemeine Stimmrecht nicht existire, und daher auch die Betheiligung an den Landtagswahlen in Preußen korrekt sei, ist ein gewaltiger Trugschluß. Ueberall, wo die Partei sich bethei- ligte, trat sie für ihre eigenen Kandidaten ein, Frohme aber w o l l t e d i e P a r t e i zum Schleppträger einer gegne- rischenParteidegradiren, einer Partel. von der, nach ihrem ganzen bisherigen Auftreten, die Arbeiter a b s o l u t n i ch t s zu er- warten haben. Darüber kann auch bei Frohme kein Zweifel sein. *) Diese, von B r a f in seinen Studien über Nordböhmische Arbeiter- Verhältnisse, Prag 1881, gegebenen Zahlen haben wir der Zusammen- stellung S ch i p p e l' s in seiner Broschüre:„Staatliche Lohnregulirung und die sozialresormatorischen Bestrebungen der Gegenwart", Minden in Westphalen 188», entnommen. WWW»»»»» In derselben Versammlung, in welcher Frohme sprach, trat auch der Kandidat der demokratischen Partei, Stadtverordneter May, auf und entwickelte sein Programm. Und was sagte der Herr? Der langen Rede kurzer Sinn läßt sich in folgendem Satze zusammenfassen:„Ueber seine etwaige Thätigkeit im Landtag— wir zitiren nach der„Franks. Z."— wolle er sich nicht äußern, denn kein Mensch könne wissen, was dort vorkomm e." Und für solch' einen programmlosen Nichtwisser sollten sich die Partei- genossen in's Zeug werfen? Statt daß Frohme, wie es seine verdammte Pflicht und Schuldigkeit gewesen wäre, diesem Jammermann von Kandidaten gehörig an den Kragen gegangen wäre und ihm den Standpunkt klar gemacht hätte, hat er für ihn kein Wort des Tadels, wohl aber für jene Parteigenossen, und diese bilden in Frankfurt die erdrückende Mehrheit, welche die Wahlkomödie nicht mitmachen wollten. Ist das ein Auftreten, wie sich's für einen Vertreter unserer Partei geziemt? Frohme sagt:„Es sei nothwendig, die Reaktion, besonders wo sie sich mit dem Schein freiheitlicher Bestrebungen, mit der sogenannten Fort- schrittspar tei, verbinde, zurückzuweisen, und deshalb verstehe er es nicht, wie es Sozialdemokraten hätten gewesen sein können, die eine derartige Annonce erlassen haben." Nun, wir verstehen nicht, wie man als Sozialdemokrat nach Kenntniß der Frankfurter Verhältnisse solche Sätze aussprechen kann. Daß die Fortschrittspartei mit der Volkspartei bei der Wahl nicht gemeinsame Sache machen wollte, das war es gerade, was die Herren in Anwesenheit Frohme's so sehr bedauerten. Hatte denn Frohme keine Ohren, als der Vorsitzende der Versammlung, Dr. Rößler, erklärte: „Das Bündniß mit der Fortschrittspartei, welches langeJahre bestanden, zum Vortheil beider Par- teien, und ich darf sagen, auch zum Wohle unserer Stadt, ist gesprengt worden, gesprengt ohne unsere -Schuld... Im Abgeordneten Hause saß in mehreren Wahlperioden ein Fortschrittler neben einem Demokraten. Die beiden Abgeordneten haben immer einmüthig zusammengearbeitet. Es ist für uns durch- aus kein Anlaß gewesen, Herrn Flinsch(den Fortschrittler) nicht wieder zu akzeptiren." Und in derselben Versammlung äußerte sich der Kandidat, Stadtver- ordneter May: „Daß die Fortschrittspartei seine Kandidatur nicht annehme, habe ihn nach den Vorgängen indem Komite überrascht. Er habe, da von einem Mitglied der Fortschrittspartei selbst zuerst der Vorschlag ausgegangen sei, ihn aufzustellen, dem Fortschritt gegenüber eine andere Gesinnung gehegt und die Ansicht vertreten, ehe wir Jemand nach Berlin schicken, der reaktionär stimmt, müssen wir lieber für zwei Fortschrittler stimme n." Ist das nicht deutlich? Die Frankfurter Demokratie hat also, und von ihrem Klassenstandpunkt aus mit Recht, ihr Bündniß nach rechts und nicht nach links gesucht; und das Gros der Partei mag wohl nicht wenig überrascht gewesen sein, als F r o h m e ihr das nicht erwartete Bündniß von links auf dem Präsentirteller darbrachte. Daher der lebhafte Beifall, den die Versammlung seinen Worten zollte. Wie die Wahl zeigt, hat freilich die Frankfurter Sozialdemokratie Frohme schmäh- lich im Stiche gelassen. Die Wahlbetheiligung war in der dritten Klasse dort am schwächsten, wo die Sozialdemokratie bei der Reichstagswahl die meisten Stimmen hat, und in den Vororten, unserer eigent- lichen Domäne, wurden fast lauter nationalliberale Wahlmänner gewählt, weil die Soz ialdemokratie zu Hause blieb. Stärker konnte Frohme nicht desavouirt werden, als es geschah. Er dars sich darüber nicht beklagen, denn wer sich selbst desavouirt, muß es sich auch gefallen lassen, wenn ihn Andere desavouiren. Für die Selbstdesavouirung Frohme's hier ein Beispiel. Der„Frankfurter Volkssreund", das vorausnahmegesetzliche Organ unserer Frankfurter Genossen, enthielt in der Nr. 88 vom 28. Oktober 187k— es sind also gerade neun Jahre her— einen Artikel von Frohme, betitelt:„Politische Wallsischtonne n." Anknüpfend an einen Satz von Karl Heinzen führt Frohme aus, daß der Kunstgriff der Wallfischfänger, Tonnen ins Meer zu werfen, mit denen dann die Wallfische spielten, wodurch sie um so leichter harpunirt wer- den können, auch in der Politik Nachahmung finde. Hier spiele das Volk den Wallfisch, und die Tonnen bildeten allerlei Schlagworte und Scheinrechte, wie z. B. die Schlagworte-.„Nationalstolz" und„Patrio- tismus", oder das Scheinrecht: Dreiklassensystem. Er sagt dann wörtlich: „Da haben wir das Älassenwahlsystem*) behufs Bildung verschiedener gesetzgebender Körperschasten— eine Tonne von ziemlich alter Sorte. Glücklicherweise spielt die große Masse des Volkes damit nicht mehr, läßt sich davon nicht mehr täuschen, denn längst hat sie eingesehen, daß eine von den b e v o r z u g t e n K l ass e n gebildete Gesetzgeb- ung keine Volksvertretung sein könne. „Diese Tonne ist auch bereits sehr leck; durch das viele Spielen, welches die bevorzugten Klassen mit ihr gethan, ist sie morsch geworden, nur noch mit vieler Mühe wird sie über Wasser erhalten. Wohl gibt man sich alle er- denkliche Mühe, sie wieder zu regieren, wird aber nicht gelingen, und man darf sagen, daß der Augen- blick, wo sie auseinanderfällt, nicht mehr ferne i st." So urtheilte Frohme 1876 über das Dreiklassenwahlsystem. Wir überlassen es dem Opportunisten Frohme von 188S, sich mit dem Sozialdemokraten Frohme von 187K darüber auseinanderzusetzen, wer von den beiden den andern moralisch todtgeschlagen. Wo aber die „guten" und„tüchtigen" Männer der sozialdemokratischen Partei zu suchen sind, von denen Frohme in seiner Rede so salbungsvoll spricht, bedarf nach dem Vorhergegangenen keiner weiteren Auseinandersetzung. -•�A/XiA/W- Sozialpolitische Rundschau. jZ ü r i ch, 4. November 1885. — Sind wir noch Sozialdemokraten? Die neueste Nummer des von dem sozialistischen Abgeordneten Gen. Viereck herausgegebenen „Recht aus Arbeit" enthält einen überaus gereizten Ausfall auf unfern Artikel über den Normalarbeitstag. Wir haben schon so viele Eigen- thümlichkeiten dieses Blattes, die die sozialistische Kritik herausforderten, unter Berücksichtigung der schwierigen Verhältnisse, unter denen es er- scheint, und wegen mancher unleugbar guten Seiten desselben ruhig hin- genommen, daß wir auch diesen neuesten— Einfall mit höflichem Still- schweigen übergehen könnten, wenn uns nicht ein Umstand zur Replik zwänge: die grobe Verdächtigung der Tendenz unserer Artikel, die zusammeusällt mit der Jn-die-Acht Erklärung der g r u n d s ä tz- lichen Bekämpfung der heutigen Ausbeutergesellschaft. Es wird uns da nämlich die Absicht unterstellt,„den ebenso gesunden als praktischen Masseninstinkten, die jetzt in der ganzen Welt sich auf diesen Punkt zu konzentriren beginnen, und der endlichen Verwirklichung einer durchgreifenden internationalenArbeiterschutzgesetz- g e b u n g uns näher bringen, einen Dämpfer aufzusetzen."„Früher," heißt es an anderer Stelle,„nahm die deutsche Arbeiterpartei keine der- artig verzwickte Stellung zu dieser Frage fdes Normalarbeitstages) ein." Und um uns als„sozialistische Doktrinäre" mit dem Rodbertusiancr Schippe! in ein-n Tops werfen zu können, wird von unserer Leitartikel- serie gesagt, daß sie„unter Aneignung der Zitat«, die der Rodbertusiancr(!) Schippe! aus den Berichten der englischen Fabrikinspekioren gegen den Normalarbeitstag entnommen hat, sich gegen die„optimistischen Anwälte des Normalarbeitetages" wcndit". Wobei zu bemerken, daß das Aus- rufungszeichen und die Unterstreichung des„g e g e n" von der Redaktion des„Recht auf Arbeit" herrühren. Thatsachen sind Thatsachen, und sie werden dadurch nicht unrichtig, daß der Rodbertusiancr Schippel, für den wir nie Reklame ge- macht, sie anführt. Zur Beruhigung unseres„praktischen" Widersachers sei aber doch bemerkt, daß die in unserem vorigen Leitartikel zitirten Aussagen der englischen Fabrikinspekioren sich in dem Werke eines ge- wissen Karl Marx, betitelt„Das K a p i t a l", vorfinden, und zwar in dem sehr lehrreichen Kapitel„Maschinerie und große Industrie", Unterabschnitt 3 o:„Jntensifikation der Arbeit". Zu welchem BeHufe nun aber haben wir diese Stellen zitirt? Um die deutschen Arbeiter von der Erstrebung des Normalarbeitstages abzulen- ken, sie, die jetzt„auf richtigem Wege" sind,„irre zu machen," wie das„Recht auf Arbeit" zart durchblicken läßt? Wir brauchen dieser Unterstellung gegenüber, die wir nur durch eine derbe Injurie gebührend qualifiziren könnten, einfach auf unfern die Serie einleiten- den Artikel zu verweisen. Da heißt es gleich im Anfang:„Der Normalarbeitstag steht mit Recht im Bordergrund der nächsten Ziele, welche die deutsche Ar- beiterklaffe zu erkämpfen entschloffen ist." Und nun wird im ganzen Artikel auf die„hohe Bedeutung des Kampfes umdie Ar- b e i t s z e i t" hingewiesen, unter ausdrücklicher, durch gesperrte Schrift hervorgehobene Anführung des Marx'schen Ausspruches von der „physischen und moralischen Wiedergeburt der Fabrikarbeiter" Englands durch die Beschränkung der Arbeitszeit und die Fabrikgesetzgebung überhaupt. Am Schluß heißt es dann:„Die Bedeutung des Normalarbeitstages ist von unserer Partei also sicherlich niemals unterschätzt worden." Wer uns hiernach noch vorwerfen kann, daß wir uns auf den Stand- punkt des„konservativen Utopisten" Rodbertus stellen, der kann entweder nicht lesen, oder--- wir verzichten darauf, den Satz zu Ende zu führen. Wir wenden uns gegen die U e b e r s ch ä tz u n g des Normalarbeits- tages. Thun wir damit etwas in unserer Partei Unerhörtes? Mit Nichten; es war bisher der Stolz unserer Partei, über die aktuellen Fragen des Tages nicht die sozialistische Kritik zu vergessen, uns nie in die Sackgasse der„praktischen" von-der-Hand-in den Mund Politik zu verrennen. Bis jetzt hat unsere Partei ihre Stärke darin gesucht, alle Illusionen über die Tragweite gewisser Reformvorschläge zu zer- stören, weil wir uns sagten, daß ein mittels falscher Vorspiegelungen genährtes Feuer nur Strohfeuer sein kann. Und unsere Partei ist bei dieser Taktik groß und mächtig geworden, in ihrem wissen- s ch a f t l i ch e n Charakter lag ihre Kraft. Von Anbeginn an haben wir z. B. das allgemeine Wahlrecht kritisirt, seine Unzuläng- lichkeit für die endgültige Emanzipation des Proletariats aufs Schärfste hervorgehoben,— hat das die deutschen Arbeiter verhindert, sich des Wahlrechts in vortrefflichster Weise zu bedienen? Im Gegentheil. Grade, weil sie es nicht überschätzten, machten sie es sich dienstbar. Hätten wir ihnen goldene Berge vom allgemeinen Wahlrecht versprochen, so würden sie erst seine Knechte, und hinterher, enttäuscht, Anarchisten geworden sein, die bekanntlich das allgemeine Wahlrecht gleich einem Fetisch fürchten. Und ebenso wie mit dem Wahlrecht halten wir es mit dem Normal- arbeitstag. Wir zeigen den deutschen Arbeitern seine guten Seiten, und wir haben sie oft genug hervorgehoben, und werden sie noch ost genug hervorheben. Aber wir zeigen ihnen auch seine Mängel, warnen sie, sich einseitig in den Normalarbeiistag zu verbeißen, und zeigen ihnen, daß auch die Verkürzung des Arbeitstages, wie sie in der heutigen Ge- sellschast durchführbar ist, noch nicht die Emanzipation des Proletariats vom Druck der kapitalistischen Ausbeutung herbeiführt, wie das Beispiel Englands, von der Schweiz ganz zu schweigen, beweist. Wir haben zu den deutschen Arbeitern so viel Zutrauen, daß sie die Wahrheit, die volle Wahrheit vertragen können, daß wir ihnen nicht ein X für ein U zu machen oder ihnen den richtigen Sachverhalt zu verschweigen brauchen. Der bisherige Gang der deutschen Arbeiterbewegung gibt uns die Ge- währ dafür. Denn grade früher nahm die„Arbeiterpartei" nicht die „verzwickte Haltung" ein, daß die sozialistische Kritik deshalb eine„de- plazirte"(nicht ain Platze) sei, weil sie gewissen Vorurtheilen den Garaus macht. Entweder sind wir Sozialdemokraten oder wir sind es nicht. Sind wir es nicht— gut, dann breche man radikal mit unseren bisherigen Grundsätzen und treibe„praktische Tagespolitik". Sind wir es aber, dann wollen wir auch an der guten sozialistischen Sitte festhalten, über den Fragen des Tages nie unsere weitere sozialistische Erkenntniß zu vergessen, und nach wie vor aufs Entschiedenste die spießbürgerliche Auf- fassung bekämpsen, man mache die armen, ohne akademische Bildung herumlaufenden Arbeiter dadurch„irre", daß man ihnen klaren Wein ein- schenkt. — Des Werkes zweiter Theil. Es steht also fest, die Chem- nitzer Staatsanwaltschaft— will sagen Herr von Abelen— hat gegen das freisprechende Erkenntniß des Landgerichts Chemnitz Revision ange- meldet, der fürchterliche Sozialisten-Geheimbunds Prozeß wird vor dem Reichsgericht sein Nachspiel haben. Es wäre auch in der That schade, wenn das von der Staatsanwaltschaft— will sagen von Herrn von Abelen— mit so großem Bienenfleiß zusammengetragene Anklagemate rial so ohne Weiteres von der Bildfläche verschwinden sollte. Daß das Reichegericht das Chemnitzer Erkenntniß umstoßen wird, glaubt die Staatsanwaltschaft— glaubt Herr von Abelen selbst nicht. So gering er auch die Unabhängigkeit der Herren anschlagen mag, so weiß er doch auch, daß sie sich hüten werden, ihr Bischen Renommee durch einen so offen- kundigen Bruch mit der gesunden Logik, wie es ein Eingehen auf die Argumente der Anklageschrist bedeuten würde, gänzlich preiszugeben. Aber, die brave Staatsanwaltschaft— will sagen Herr von Abelen, will wenigstens die Genugthuung haben, sagen zu können:„Was an uns lag, ist geschehen. Wenns nichts genützt hat, so hat's halt nicht sein sollen. Wir waschen unsere Hände in Unschuld." Und dieses erhebende Bewußt- sein erfüllter Pflicht gönnen wir dem treuen Leser unseres Blattes. Es sei Balsam auf die Wunde, die das Chemnitzer Erkennwiß seinem Putt- kamer-frommen Herzen geschlagen. Das Chemnitzer Urtheil ist allerdings, wie wir gleich zu Anfang sag- ten, die Berurtheilung des Sozialistengesetzes, seine reäuotio ad absurdum. Das Sozialistengesetz dient jetzt nur noch der kleinlichen W'llkür und persönlichen Rachsucht. Es erleichtert die Zerstörung von Existenzen— das ist eigentlich Alles. Unter solchen Umständen ist es natürlich, daß der Gedanke— nicht der Abschaffung, aber der M o d i f i z i r u n g des Sozialisten- gesetzes sich in den reaktionären Schädeln mehr und mehr einbürgert. Nun— wir sagen unseren Feinden, ähnlich*) wie die französischen Garden den englischen in der Schlacht bei Fontenoy:„Schießen Sie so scharf Sie können, wir werden wiederschießen!" Spaßig ist der Aerger der sächsischen Partikularisten, daß Herr von Abelen sich dazu hergegeben hat, für die Preußen die Ka- stanien aus dem Feuer zu holen.„Warum," fragen die„Dresdener Nachrichten" ganz entrüstet,„hat die preußische Regierung, die doch die ganze Sache eingefädelt hat, den Prozeß nicht in Preußen führen lassen?" Je nun, weil es ein bekannter preußischer Kniff ist, die guten Freunde und Bundesgenossen zu kompromittiren. Seit Erlaß des Sozialistengesetzes hat die preußische Regierung das schon mehrmals mit großem Erfolge gethan. Zunächst Hamburg gegenüber. Die Einigkeit, welche dort zwischen allen Klassen der Beoöl- kerung in Bezug auf die Z o l l ans ch l utz f r a g e bestand, mußte ge- stört werden. Gut, man zwang den Senat, der das perfide Spiel ahnte und sich lange dagegen sträubte, zur Verhängung des Belagerungs- zustandes, das heißt zum Krieg gegen die sozialdemokra- tische Mehrheit der Einwohner. Mit der Einigkeit war die Widerstandskraft gebrochen— Hamburg mußte seine Freihasenstellung aufgeben. Nicht viel anders kam der Leipziger Belagerungszustand zu Wege. Sachsen zu schwächen, die sächsische Regierung vor der Welt und im eigenen Land zu diskreditiren, ist seit den Zeiten des großen Räuber- königS, genannt„der alte Fritz", preußische Tradition, von der nie ab- gewichen wurde. Indem nian die sächsische Regierung dazu veranlaßt-, in Leipzig, gegen den Rath aller dortigen Behörden, den Belagerungszustand zu verhängen, und auf Grund dessen die bru- talsten und zugleich frivolsten, well durch nichts gerechtfertigten, Gewalt- *) DaS Wort ist im Original fettgedruckt. *) Aehnlich, nicht ganz so. Die französischen Garden riefen den ihnen > in Schlachtordnung gegenüberstehenden englischen Garden zu:„Schießt ' Ihr zuerst, dann kommen wir!" akte zu verüben, versetzte man dem Ansehen der sächsischen Rezierunz einen schweren Stoß und brachte sie in gewaltsamen Gegensass zu der Majorität der Einwohner. Herrn Bierey von den„Dresdener Nachrichten" scheint nachträglich ein Dämmerlicht über den preußischen Macchiavellismus, d« sich auch in der Sozialistenhatz bethätigt hat, aufgegangen zu sein. Leid» ists zu spät. Die Sozialdemokraten laboriren nicht an Gedächtnißschwäche- — Die Nationalliberalen fruktifiziren schon den C h e m- nitzer Prozeß in der von uns vorausgesehenen Weise; sie wolll» der Regierung verschärfte Strafgesetzparagraphen— natürlich unter Beibehaltung eines Theils des Sozialistengesetzes— a?' portiren. Der Kautschuk Politiker G n e i st, die juristische und staati- rechtliche Egeria der Nationalliberalen, hat sich in diesem Sinn ausge- sprachen, und die„Nationalliberale Korrespondenz", das offizielle Organ der„Partei", ist bereits kräftig an der Arbeit. Das Einzige, was di« realpoliiischen Herren noch befangen macht, ist, daß„man noch keim Kenntniß von den Absichten der Regierung hat"— natürlich eine v»' zweifelte Lage für die nationalliberalen Bauchrutscher. Jedenfalls wird der Fortschrittler Hänel Gelegenheit bekommen, bei der g» planten neuen Knebelakte, deren„geistiger V a t e r" er durch seinen berüchtigten Antrag ist, als Geburtshelfer mitzu- wirken. Kostbar ist die Angst des„Leipziger Tageblatts", das sich sogar>» einer halben Revolution gegen sein offizielles Parteiorgan aufrafft. „Wir sind", so stöhnt es,„was uns anbetrifft, der Ansicht, daß das Sozialistengesetz im Interesse einer gedeihlichen Entwicklung unseres öffentlichen Lebens noch auf lange Jahre hinaus(warum nichi in alle Ewigkeit?) nicht entbehrt werden kann. Das Gesetz hat sich als unbedingt heilsam erwiesen, und es wäre zu wün- schen, daß eine möglichst korrekte Handhabung desselben überall die Orb- nungsparteien in ihrem Kampfs gegen die Ilmsturzpartei unterstützte. Diejenigen aber, welche dem Gesetz widerstreben, mögen sich nur in die Theile des Reiches begeben, welche als notorische Herde der Sozial- demokratie bekannt sind, und da Erfahrungen sammeln, um ihr Urtheil einem thatsächlich vorhandenen Nothstande gegenüber zu prüfen."— Die„Erfahrungen" in Sachsen würden allerdings zeigen, daß nach Aufhebung des Sozialistengesetzes„die nationalliberale Partei Sachsens" ihr Bündel schnallen kann. Der Schmerz des„Tageblatt" ist also nicht ganz ohne. — Es lebe der Fortschritt! Vergangene Woche wurde in Preußen wieder einmal gehörig geschweifwedelt. Mau feierte väm- lich das zweihundertjährige Jubiläum eines seltenen Ereignisses, nämlich eines Akts hohenzollerischer Hochherzigkeit. Am 29. Oktober waren es 200 Jahre, daß der Kursürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg, der sogenannte große Kursürst, durch das Edikt von Potsdam die infolge der von Ludwig XIV. verfügten Aufhebung des Edikts von Nantes in Frankreich rechtlos gewordenen Hugenotten zur Nieder- lassung in die Mark Brandenburg einlud. Wären die um ihrer Religion willen Verfolgten Katholiken und arme Teufel gewesen, so würde man in der That von einem Akt hochherziger Gerechtigkeitsliebe reden können, da es sich aber um Protestanten, und zwar zum Theil sehr wohl- habende Protestanten handelte, und da serner die Mark Brandenburg damals noch ungeheuer an der durch den dreißigjährigen Krieg hervor- gerufenen Entvölkerung litt, so qualifizirt sich dieses berühmte Potsdamer Edikt lediglich als der Ausfluß einer wohlberechneten Hausmachtspolitik. Von Duldung und Humanität kann dabei gar nicht die Rede sein. Waren somit die Motive, aus welchen den„Refugies" ein Asyl geboten wurde, keineswegs so edel, wie man sie hinzustellen liebt, so waren doch die Folgen dieses Aktes in der That überaus günstige für die Mark Brandenburg, und speziell für Berlin. Die Franzosen haben einen ganz bedeutenden Einfluß auf die Entwickelung der gewerblichen Verhältnisse der Hauptstadt auegeübt, sie wirkten auch günstig auf den Geist der Be- völkerung ein,— kurz, fanden die Hohenzollern ihre Rechnung, so fand sie in diesem Falle das Land auch. Und so könnte inan sich mit der Sä- kularfeier innerhalb gewisser Grenzen allenfalls einverstanden erklären, wenn nicht— die Ausweisungsdekrete Puttkamero einen lauten Protest dagegen einlegten. Zweihundert Jahre nach dem fa- mosen Potsdamer Edikt steht die damals gastfreundliche Hauptstadt unter dem Bann des kleinen Belagerungszustandes. Die Existenz von fechszig- tausend Einwohnern der Stadt hängt von der Gnade, das heißt von der Laune der Polizei ab, ein jeder von ihnen muh jeden Tag gewärtig sein, mit einem Äusweisungsdekret bedacht zu werden. Und zu dem Ge- setz gegen die mißliebige Partei kommt das brutale Vorgehen gegen die mißliebige Nationalität: die allen Begriffen von Humanität schnöd« ins Gesicht schlagenden Polenausweisungen. Daß den Rednern, welche die Toleranz des Hohenzollernhauses in den Himmel erhoben, nicht das Wort im Munde stecken geblieben ist! Zehntausend Polen aus ihrer Existenz gerissen, von ihren Angehörigen getrennt, rücksichtslos über die Grenze gejagt, das ist die Signatur des Jahres 1885 in Preußen. Dagegen war die That des Jahres 1685 aller- dings ein Akt außerordentlicher Hochherzigkeit. Was nicht zweihundert Jahre Kulturfortschritt thun! — Unter allgemeinerTheilnahmlosigkeit fanden am 29. Oktober in Preußen die Wahlen zum Landtag statt. Die Wahl geschieht nach dem elenden Dreiklassenwahliystem, und da sie obendrein öffentlich ist, so nimmt, wie gesagt, die Oeffentlichkeit an derselben keinen Antheil. Mit Ausnahme von einigen Städten, wo die Hauptparteien sich erbittert rauften, war die Wahlbetheiligung überall schwächer als je, und ganz besonders in der dritten Klasse. In vielen Wahlbezirken ist es vorgekommen, daß von der dritten, der zahlreichsten Wähler- klaffe, nicht e i n Wähler erschien! Jammervoll wie das Wahlsystem war auch der Wahlkampf. Bon rechts bis links feilschte man um Kompromisse— hier Freisinnige mit Nationalliberalen gegen Konservative, dort Konservative mit National-! liberalen gegen Freisinnige, hier Freisinnige und Uitramontane gegen Nationalliberale, und in Frankfurt am Main setzten die Deutschfreisinni- gen ihrer Gesinnungstüchtigkeit die Krone auf und verbanden sich mit den Nationalliberalen gegen den einzigen— und obendrein ach, so z a h- m e n!— Demokraten des preußischen Landtages. Em wahrer Saustall, diese Dreiklassenwahl. Das Wahlresultat weist nur geringe Veränderungen gegen die bis- herige Zusammensetzung der Parteien auf. In der Aera der Wilhelm- Bismarck'schen Erlasse beim preußischen Wahlsystem neue Wahlkreise für die Opposition erobern zu wollen, ist Wahnsinn; die Freisinnigen hatten alle Mühe, ihre bisherigen Plätze zu halten. Sie werden etwa um ein ganzes Dutzend Abgeordnete schwächer in den Landtag einziehen, d. h. um vier Dutzend zu viel. Von Rechtswegen gehört da gar keine Oppo- sition hinein. Die Sozialdemokratie hat sich überall der Wahl enthalten. Ein Wahl- system, das uns von vornherein auf den Stimmenschacher anweist, ist für uns gerichtet. — Wie Rußland auf dem Balkan intriguirt. Ein gewöhnlich sehr gut unterrichteter Belgrader Korrespondent der„Kölni- schen Zeitung" schreibt derselben über die Rolle, welche zur Zett monte- negrinische Einwanderer in Bulgarien spielen: „In der That soll die starke montenegrinische Einwanderung, die sich angeblich im vorigen Jahre auf etwa tausend Familien belief, der bulgarischen Regie, ung hier und da einige Unruhe bereitet haben. Mun erinnert sich, daß mitunter der Herrscher der schwarzen Berge oder sein Schwiegervater Peter Karageoraewitsch als K a n d i- dat Rußlands für den unerledigten bulgarischen Thron bezeichnet wurde. Grade angesichts solcher Andeutungen, die möglicherweise von den beidw, würdigen Kandidaten selbst ausgehen, ist es interessant, auf den Ursprung dieser Auswanderung näher einzugehen. Ihr Berichterstatter nahm Veranlassung, in unauffälliger Weise durch einen zuverlässigen Mann hier und da bei den m Bulgarien einwan- dernden Zügen von Montenegrinern nach den Gründen forschen zu lassen, welche sie bewogen, dem Vaterlande den Rücken zu wenden. Da lautete denn die Antwo-t mit ziemlicher Uebereinstimmung dahin, daß die Leute kurzweg zur Auswanderung nach Bulgarien befohlen worden waren. Manche von ihnen waren für Montenegro sehr bemittelt, erhielten aber ohne Angabe des Grandes die Weifung, ihren Grundbesitz sofort zu veräußern und mit ihren Angehörigen nach Bulgarien zu gehen. Monte- negro»st ein autokratisch regiertes Ländchen. Da wurde ohne weiteres enMZ nsai äglich >°a leid« >ächt> e Ml >ollm iirlich a» aati- usg» >rgai> z di« keine ver< wird r ze> u If ritz»- it}« dai seres nicht m wün> Ord- ü�te. > die -ziall theil daß artei '• ist ie in näm< nlich area >urg, > am von -der- ginU man inen, hl- bürg wor- hmte ten >abei oten doch Rark ganz niste Be- fand Sä> iren, inen > fa> ntec szig« i der irtig .&(• i die nöd« lern, lben, end mnt, ihres iller« idert i am Dahl >rein inen teien s je, n ist hier» Von mit mal- egen imti- mit »ah- stall. bis. elm- für ltten ein b. ppo. Zahl- ist Ein ülni- >nte. sich •lief, den. j e n d i- hnet von auf hen. arch >an« sen, tete Ute en. der zu rte- res dem Befehle des Fürsten entsprochen; dann wurde dem Haupte der be- Ästenden Schaar für jeden Kopf ein Napoleon ausgezahlt, und sie zogen «u Weih, A,e,d und Kegel, ohne viel zu fragen, mit schwerem Herzen m das fremde Land, wo die waffenrüfligen, wenig arbeitslustigen Fremd- >mge mit mehr Verlegenheit als Begeisterung empfangen wurden. Die A'uuft wird wahrscheinlich Ursache und Ziel dieser Auswanderung ent- Hleiern. Schwerlich wird aber heute die serbische Regierung den Ein- uch einer montenegrinischen Bande zu einem Streitfalle mit Bulgarien dachen. Es mag hier bemerkt werden, daß Peko Pawlowitsch vor eini- Zkn Monaten das Anerbieten bulgarischer Aktionsmänner, eine Schaar dach Mazedonien zu führen, mit dem Bemerken ablehnte, er sei nur >u r einen Zug nach Bosnien zur Verfügung." Da der in Philippopel von unzufriedenen Beamten mit Genehmigung Rußlands durchgeführte Handstreich nicht programmgemäß verlaufen ist, hören wir jetzt plötzlich ganz ebenso von„serbischen Greueln" wie °>»her von bulgarischen und mazedonischen. Und wer weiß, wie bald vir von— montenegrinischenGreueln hören werden! Schon W heißt es, daß Montenegro„bereit" ist. Weiter. In einer Unterredung mit einem Berichterstatter der Peters �tger„Nowoje Wremja" sagte der bulgarische Ministerpräsident �»rawelow: »Ihre sdie russischen) Zeitungen suchen nach den Urhebern des Umsturzes. Man argwöhnt, daß wir mit England und Oesterreich vn Abkommen getroffen hätten; aber, ob Sie es nun glauben wollen �er nicht— ein solches Abkommen existirte nicht, und wir haben auf vgene Gefahr hin gehandelt. Wenn Sie aber um jeden Preis vtien Anstifter haben wollen, nun— so ist Rußland selbst der schuldige. Lassen Sie mich ausreden, ehe Sie sich wundern, i Swnen wir damit, daß schon Für st Dondukow allzeit mit Wort vad Thgt einem Auf st and in Mazedonien Vorschub leistete. sodann, wenn man im vergangenen Jahre Aleko Pascha vertreiben vollte, so eben deshalb, weil er der Union hinderlich war; überhaupt hat der Konsul Ssorokin zuerst die Verschmelzung Sepredigt, und unter seiner Mitwirkung ward in Philippopel sogar die Leitung„Ssojedinenje"(„Die Einigung") gegründet. Geld hierzu gab Bulgarien her und ausgezahlt wurde es durch die russische Agentschaft. Ich hielt, als ich ins Ministerium eintrat, die Sache ein gefährliches Spiel und siftirte die Subventionirung, weshalb ich noch eine Szene mit Herrn Ssorokin hatte." Endlich schreibt man der„Kölnischen Zeitung" aus Sofia:„Der JM fische Agent in Sofia, Herr K o j a n d e r, habe damals den vügarischen Ministerpräsidenten Karawelow und einen andern im Parla- vent sehr einflußreichen Bulgaren zu sich gerufen und ihnen Folgendes öffnet: der ruffischen Regierung sei das Anmachten der eine Vereint- anstrebenden Strömung nicht unbekannt geblieben und sie sei be- J"*- sie aus allen Kräften zu unterstützen und Bulgarien gegen alle Folgen eines Aufstandes gegen die Türkei zu schützen, jrber nur JTOer rjner Bedingung, nämlich daß Karawelow den Fürsten Alexander sofort mittels eines Staatsstreiches � v r z«. Dieser Staatsstreich würde um so leichter sein, als Karawelow °uf die Unterstützung der russischen Agentur unoder Ausfischen Offiziere rechnen könne. Da Karawelow diesen schönen entschieden ablehnte, so konnte aus ihm nichts w rden und die puffen besinden sich nun, nachdem der Aufstand ohne sie zustande kam, V der Lage, sich mit ihrer Vertragstreue brüsten zu können. Sobald su ihnen aber gelungen sein würde, die Bulgaren so auszuhungern, sie sich Rußland wieder in die Arme werfen, würden sie den alten , on wieder ausnehmen, die Vereinigung gegen Türken und Christen schützen, den Fürsten Alexander verjagen und an seine Stelle den Prinzen Waldemar von Dänemark setzen. Von russischer Seit- U?'war jede Absicht in die'er Beziehung geleugnet worden und die Ver- frudung des Prinzen Waldemar mit der katholischen Prinzessin von Or- macht die Beförderung defielben auf den Thron von Bulgarien etwas schwieriger, indessen weiß man, daß die Kaiserin von "U ß l a n d lebhast für ihren Bruder eintritt!" . Wer kann es uns, angesichts solcher hundsföttischen Jntriguen,— °enn auf der anderen Seite intriguirt natürlich Oesterreich auch aus Leibeskräften, und die braven Serben lasten sich von den Meistbietenden Jj* Sturmböcke gegen ihre lieben slavischen Brüder gebrauchen, wer kann � Uns, fragen wir, da verargen, wenn wir vor der Hand allen Nach- "Nen vom Balkan gegenüber uns mißtrauisch abwartend verhalten? ii-T ZurJllustration unsererMordskultur. In neuerer sm häufen sich die Fälle, daß S ch u l k i n d e r S e l b st m o r d be- fjt'en- Namentlich in Berlin scheint diese Selbstmordmanie zu gras- g"' während des letzten Monats allein haben zwei Schüler— ein � aussäst und ein Realschüler, der eine mitten in seiner Klasse vor falb"?'�ülern, der andere im Grunewald, sich erschossen. Und wes- derb®e'' Zeugnisse bekommen hatten und nicht versetzt u. j-u sollten. Daß es für einen Schüler nichts Angenehmes ist, eine "Uen t Z�sur zu bekommen, versteht sich von selbst,— wenigstens bei die Ehrgefühl haben. Jndeß von dem natürlichen Gefühl der Be- > mung und Zerknirschtheit zum Entschluß des Selbstmords ist ein »erd®e8! und daß ein Knabengemüth diesen weiten Weg zurücklegen �inb' i>a® Kalt bisher für etwas Unmögliches. Ist doch grade dem "es- und Jugendalter der Gedanke an den Tod am Fernsten. os für unmöglich galt, droht jetzt Mode zu werden. Wie erklärt lu'e Umkehrung der Natur? Die Antwort ist nicht schwer die iL' 3» unseren höheren Schulen— und grade in solchen konimen �3 Schüler-Selbstmorde vor— läuft der ganze Unterricht darauf hin- .'..Wordspatrioten zu erziehen, d. h. Staatsbürger, welche � lllr die h ö ch st e E h r e halten, vor der Regierung auf dem ii,. u ch Z u rutschen und jeden Feind der Regierung, äußeren und W*"' �udtzuschießen. Der Mastenmord wird als die höchste d j'chai, und das Opfer des eigenen Lebens als die ver- th�u st v o l l st e T h a t gepriesen. So wird den jugendlichen Gemü- vg?- natürliche Abscheu vor Gewaltthat und Blutvergießen syste- i-.�Mch ausgetrieben und Verachtung für das eigen« eingepflanzt. Und die Frucht haben Irisch J,6« N systematisch " jetzt. �e&tigeng ist Verachtung des Menschenlebens stets mit lz Spitze getriebenem Despotismus verbunden. Im �'Nischen K a"i s e r r e i ch war der Selbstmords epidemisch und der fe gibt sein Leben mit demselben Gleichmuth hin,«ie eine Prise «uch bei den Negern ist« ähnlich.° » n i lH__........, Leben für Sklaven? Welchen Werth hat auch � Ha. welche Lust, Bedienter zu sein! In Baden "itupcr"g" der Erbgroßherzog seine Hochzeit mit einer nassauischen ' was dem Schmarotzerthum des liberalen Musterstaats er- �«t. ie Gelegenheit zu allerhand Extraleistungen serviler Speichelleckerei nbiu e besonders geschmackvolle finden wir in einem Bericht des lwen. itanbpshnti-ii-- erwäbnt. Es heißt da: ?�e laufen:"Dem edelsten unter den Fürsten '„d-n Rock ausbürsten!"«" Öffentlich begeistert das Beispiel des loyalen Bürstenbinders irgend z."»leichgesinnten Kollegen, Seiner Hoheit bei passender Gelegenheit Zur Bürste gehörenden Rohr stock zu verehren mit dem Motto: Dem Sproß so edler Tropfen Möcht' ich die Hosen ktopfen. ' Zur Kritik des kapitalistischen Wirthschafts- ° u, s. Im Handelstheil der Münchener„Allgemeinen Zeitung" �0. Oktober finden wir folgende charakteristische Notiz: z."D te deutsche Montan-(Bergwerks-) Industrie und �� kapitalistische Produktionsweise. Berlin, �/Oktober. Der V-rein deutscher Eisen- und Stahlindustrieller hat bekannt gegeben, daß die Roheisenproduktion des deutschen Reiches . September d. I. sich auf 309,243 Tonnen gegen 294,330 Tonnen Borjahre belief; vom l. J-muar bis 30. September d. I. wurden �00,322 Tonnen gegen 2,678,953 Tonnen im Vorjahre produzirt. E' rückgängigem Konsum hat die Produktion statt einer �'Uahme ein-, wenn auch nur mäßige, Zunahme erfahren. Das ist ökonomische Erscheinung, bei der es verlohnt, wenigstens einen �genblick zu verweilen. Sie widerlegt nämlich von neuem den tz, daß im wirthschaftlichen Leben Nachfrage und Angebot einander r e g u l i r e n. Thatsächlich wirkt auf den Umfang der Pro- duktion ein anderer natürlicher Faktor um vieles bestimmender ein, das ist die Produktionsweise. Unsere kapitalistische Pro- duktionsweise drängt zu einer immer weiteren Ausdehnung der Produktion hin, und diese Kraft ist so elementar, daß sie zu- nächst ganz unabhängig von dem Umfange der Nachfrage wirkt. Erst wenn die Produktion die Nachfrage dermaßen übersteigt, daß ent- weder künstliche Einschränkungen der Produktion(unter anderm durch Konventionen) erfolgen, oder der bei dem Vorhandensein einer Ueberproduktion erschwerte Kampf ums Dasein die Unternehmer auf niedrigerer Stufenleiter denjenigen auf höherer Stufenleiter unter- liegen läßt, macht der unzureichende Umfang des Konsums indirekt und wenigstens vorübergehend seinen einschränkenden Einfluß auf die Produktion geltend. Sich diesen Zusammenhang der Dinge zu- treffend vorzustellen, hat auch eine große praktische Bedeutung. Es geht daraus erst die ganze Schwierigkeit hervor, in der sich heute zahlreiche gewerbliche, in unserem Falle montane, Unternehmungen befinden. Diese schwierige Lage ließe sich offenbar leichter bestehen, wenn es möglich wäre, mit der Abnahme des Konsums auch die Produktion zu beschrän- ken; die Lage wird dadurch um so vieles peinlicher, daß die Produktion mit elementarer Kraft zu immer weiterer Ausdehnung gedrängt wird, ob ihr ein größerer oder geringerer Konsum gegenübersteht. Unter privatwirthschaftlichen Verhältnisten wird aber jedenfalls das wirksamste Mittel, diese Tendenz der modernen Produktionsweise möglichst wenig zum Nachtheil der Produzenten gereichen zu lasten, in der Hebung des Konsums zu suchen sein." Ganz richtig; aber ob diese nothwendige„Hebung des Konsums" im Rahmen der heutigen„privatwirthschaftlichen" Gesellschaft überhaupt möglich ist, das ist eben die Frage. Oder vielmehr, es ist nicht die Frage, die Thatsachen haben längst das G e g e n t h e i l bewiesen. Der Lebenshalt der arbeitenden Klassen, d. h. der großen Masse der Bevöl- kerung, hält in keiner Weise gleichen Schritt mit der Steigerung der Produktion, die Löhne verfolgen fast überall eine sinkende Tendenz— auch auf diesem Gebiet„reguliren" Angebot und Nachfrage die Dinge in ganz anderer Weise als man es sich in der Theorie auszumalen liebt. Hebung des Konsums ist nur möglich durch Hebung der Konsum- bezw. Kaufkraft der großen Masse, denn die besitzenden Klaffen thun in dieser Beziehung schon heute ihr Möglichstes. Die Hebung der Kauffähigkeit der Masse aber erheischt Eingreifen in das heutige Lohnsystem, und solches ist, sintemalen das Lohnsystem die Basis der kapitalistischen Gesell- schaftsordnung ist, nur im Gegensatz zu dieser denkbar. Gutwillig wird und kann sich die Kapitalistenklasse auf ein staatliches Eingreifen in die Lohnverhältnisse nicht einlassen. Die obige Notiz ist somit nicht mehr und nicht weniger als eine Bankrotterklärung des Kapitalismus. Beiläufig sei noch bemerkt, daß die Hebung des Konsums, selbst wenn durchführbar, allein es auch nicht thun würde. Oben handelt es sich um Erzeugnisse der M o n t a n-Jndustrie; wie stellt man sich in Bezug aus diese die Hebung des Konsums vor? Wohlgemerkt, wir sind nicht so beschränkt, hier das Wort nur im engsten Sinne, als gleichbedeutend mit persönlichem Verbrauch, zu nehmen, sondern lassen es im weitesten Sinne, als Verbrauch im Kreislaus des wirthschaftlichen Lebens gelten. Es lohnt sich, einen Preis auf die Beantwortung dieser Frage auszusetzen. — Ein Kolumbus der Kolonialfrage hat sich gefunden, ein Pfiffikus, der das Geheimniß entdeckt hat, unsere Fieberkolonien bewohnbar zu machen. Und das Mittel ist so leicht, wie das Mittel des Kolumbus, als er sein Ei aufstellte. Man braucht blos— Baum- wolle zu tragen. Die Engländer und andere Dummköpfe von Nationen können blos deshalb das Klima nicht ertragen, weil sie W o l l e tragen. Die Baumwolle wächst in Afrika, sie ist der natürliche Bekleidungs stoff für Afrika— die Afrikaner selbst freilich haben das bis dato nicht gefunden—, wer Baumwolle trägt, verträgt folglich auch das afrika nische Klima. Nun die Baumwolle verträgt's jedenfalls. Der Mann, der daS Mittel entdeckt und in der„Norddeutschen Allgemeinen" urdi et ordi verkündet, heißt Gerhard R o h l f s, ein sonst verdienstvoller Afrika forscher, dem aber die Bismarck'sche Kolonialpolitik in den Kopf gestiegen ist. Hoffentlich ergeht's ihm nicht wie seinem Freund Nachtigall, der in den Phantasten des Kolonialfiebers sterben mußte. — Frankreich. Wir lesen im„Socialiste": „In seiner Sitzung vom 13. Oktober hat der Verband für Mittel- frankreich beschlossen, noch ei-imal der deutschen Sozialdemo- kratie, der sozialistischen Arbeiterpartei von Nord- Amerika und den Arbeitern B e l g i e n s und der S ch w e i z, die uns beim letzten Wahlkampf durch ihre Hülfe unterstützt, unseren Dank auszusprechen... „Obwohl die Resultate der Wahl vom 4. Oktober hinter den Erwar- tungen, welche unsere Freunde im Ausland hegen durften, zurückgeblieben, ist der Verband der Ansicht, daß, in der Nähe betrachtet und gründlich geprüft, die Situation durchaus ermuthigend ist und zu guten Hoffnungen für die Zukunft berechtigt. '„Was man unsere Niederlage genannt hat, ist thatsächlich mehr Schein als Wirklichkeit und ist eine Folge theils von äußeren Ursachen, die ver- hinderten, daß die Wahl einen wirklichen Maßstab für unsere Stärk- lieferte, theils von inneren Ursachen, deren Beseitigung von dem Willen des französischen Proletariats abhängt. „Von den äußeren Ursachen seien vorzugsweise erwähnt: 1) das Liste nskrutinium, welches durch die ungeheuren Kosten, die es erfordert, den größten Theil des arbeitenden Frankreich gewisser- maßen außer Kämpflinie setzt. 2) Die plebiszitäre Form, welche die vielen Fehler der Opportunisten dem jüngsten Wahlkampf aufprägten, so daß derselbe sich auf die Frage Republik oder Monarchie zuspitzte und die Lohnarbeiter noch einmal veranlaßt-, ihr Klasseninteresse der Erhaltung der republikanischen Form aufzuopfern. 3) Die immer stärkeren Anleihen, welche die Bourgeois- Radikalen un- serem Programm entnommen, und die, wenn sie es ihnen für den Mo- ment ermöglichen, uns unsere natürlichen Wähler wegzufischen, sie binnen Kurzem zwingen werden, uns dieselben durch Nicht- Ausführung der ge- räuschvoll versprochenen Reformen wieder zuzuführen. „Von den inneren Ursachen müssen wir in erster Linie die schuldvolle Weigerung einer der sozialistischen F.aktionen erwähnen, gemein- same Sache und Liste mit den übrigen Organisationen zu machen, sowie den Verleumdungsfeldzug, mit welchem sie alle Einigungsversuche beant- wartete, und den die Bourgeoisie aller Schattirungen, die gierig nach Allem hascht, was geeignet ist, die Revolutionäre zu spalten und in der öffentlichen Achtung herabzusetzen, gehörig ausnutzte. „Alle diese Umstände, welche die Partei auf eine Vorhut von 100,000 Wählern in Paris und den Provinzen reduzirten, werden glücklicher Weise nur von zeitweiliger Dauer sein. Es kann unmöglich ausbleiben, daß das Gros der Dissidenten, ernüchtert durch die Verluste, die es er- litten, die Nothwendigkeit begreift, mit dem nächsten Wahlkampf alle sozialistischen Kräfte koalirt der Koalition der kapitalistischen Kräfte ent- gegenzustellen, während die Proletarier, ernüchtert durch den unvermeid- lichen Bankrott der radikalen Republik, sich mehr und mehr dem kommunistischen Programm und Banner anschließen werden. „Die ökonomischen und gouver nementalen Krisen als Helfer zur Seite, wird, man kann es mit aller Sicherheit aussprechen, der Sieg binnen Kurzem unser sein." — England. Die Gladstone'sche Wahlreform, welche die Zahl der Wahlberechtigten des Ber. Königreichs um mehr als zwei Millionen vermehrte, hat zur Folge gehabt, daß bereits im gegenwärtigen Wahl- kämpf, dem ersten unter dem neuen Gesetz, die„Ärbeiterkandidatur" eine größere Rolle spielt. Nach einer Zusammenstellung des„National Belge" sind schon jetzt, d. h. bevor noch der Wahlkamps osfiziell eröffnet ist. einige zwanzig Arbeiterkandidaten angekündigt. Es sind dies: John Burns, Schlosser, sozialistischer Kandidat für Nottingham, ausgestellt von der Sozialdemokratischen Federation; William R. Cremer, Präsident der Ärbeiter-Friedensliga, ehe- maliges Mitglied des Generalraths der Internationale, kandidirt in Vagger st on; W. B. Parker, Kandidat der sozialdemokratischen oederation für H a ck n a y; Georges Potter für Tower Hamlets- Rowland Ashton für S o u t h w a r k; I. Samelson für K i r k d a l e; Henrv Harry für S a l f o r d; Hunter für Sheffield(Gegenkandidat des Harmonie- Apostels M u n d e l l a); T. S. Lemon für Sund er. land; I. Lercester für West Ham; James Haslam in Derby s h i r e; G. Hollings in Dorsetshire; John Wilson und W. Craw- ford in der Grasschaft D u r h a m(bekannter Kohlendislrikt); W. Abram in Glamorganshire; A. Simons in K e n t; G. Ferwick in Northumberland; B. Pichard in D o r k s h i r e; I. Wallace Thorn in Aberdeen(Schottland) und M. B u r t(der einzige Arbeiter- kandidat im bisherigen Parlament) für M o r g e t h. Wohlgemerkt, mit Ausnahme von Burns und Parker sind die hier genannten Kandidaten lediglich Arbeiterkandidaten, d. h. Vertreter der oder gar nur einzelner bestimmter Arbeiterforderungen innerhalb der heutigen Gesellschaftsordnung, nicht gegen dieselbe— die einen radikaler, die anderen gemäßigter. Sie sind daher nur s y m p t o- m a t i s ch zu begrüßen, d. h. als die Vorboten einer politischen Bethätigung der Arbeiterklasse, als deren nothwendige Folge die Bil- dung einer politischen Arbeiterpartei im festländischen Sinn sich ergeben wird. In Schottland bewerben sich außerdem mehrere Kandidaten um daS Mandat, im Parlament ausschließlich die Interessen der armen Bauern des Hochlands, der Erosters, zu vertreten, die sich im be- ständigen Kampf mit den Grundbesitzern(Landlords) befinden. In Westminster kandidirt der positivistische Professor B e e s l e y, Mit- begründer und bis 1870 Mitglied der Internationale, in einem andern Londoner Stadtviertel die Sozialistin Fräulein Helen Taylor, die Stief- tochter John Stuart Mills. Das Gesetz verbietet nämlich den Frauen nicht, sich als Kandidatinnen eintragen zu lassen; dagegen würde die Wahl einer Frau schwerlich für gültig erkkärt werden. Spasses halber sei auch hier die Kandidatur des Marquis von L o r n e erwähnt, der eine Tochter der Königin Viktoria zur Frau hat. Dieser hohe Herr, Sohn des Herzogs von Argyl, Mitglied der Königs- familie, kandidirt in demLondoner Bezirk Hampste ad t mit folgendem liberal demokratischem Programm: Unentgeltlicher obligatorischer Unter- richt, Trennung der Kirche vom Staat, Revision des Oberhauses, Ab- schaffung des religiösen Eides nach dem Antrag Bradlaugh und— jetzt kommt das Außerordentliche— Herabsetzung der Zivilliste und Abschaf- fung der an die Nachkommen der königlichen Bastarde und der Gllnst- linge des Hofes gezahlten Pensionen. Das ist alles, was man von einem Schwager„unseres Fritz" ver- langen kann. Oder verdanken wir das Programm des Marquis nur der guten Laune eines Spaßvogels? Es wäre der schlechteste Witz noch nicht. Man denke, Herabsetzung der Zivilliste! Das ist ja der reine Hochverrath! Aus England. Die englischen Sozialisten über die Annexion Birma' s. In einer am letzten Mittwoch im Lokal der Sozialistischen Liga abgehaltenen Versammlung wurde folgende Resolution angenommen: „Die heutige Versammlung drückt ihre Entrüstung aus über das hinterlistige Verfahren der Regierung, im Interesse britischer Industriellen und Schwindler unter erdichteten Vorwänden den Ruin und die Annexion des Königreichs Birma zu erzwingen." Wie man sieht, theilen unsere englischen Freunde in der Frage der Kolonialpolitik vollständig unfern Standpunkt. — Jn Sachen der Allerweltsduselei. Da Frohme mir die Antwort schuldig geblieben ist, so werde ich sie mir bei einer andern Gelegenheit holen. Bis dahin hat er vielleicht ausfindig gemacht, w o und wer die Allerweltsdusler sind, denen das Handwerk gelegt werden muß. Ein Feind des Allerweltsdusels und der Allerweltsdusler. Korrespondenzen. Neumünster hatten wir hier in Holstein, 18. Oktober. Auf den 15. September eine öffentliche Arbeiterversammlung einberufen mit der Tagesordnung: Das Arbeiterschutzgesetz, in welcher Genosse Hasenclever referiren wollte; dieselbe wurde auf Grund des§ 9 u. s. w. verboten. Der Bürgermeister S ch I i ch t i n g berichtete das Verbot sofort auch nach Rendsburg, wo erst seit ganz kurzer Zeit ein neuer Bürgermeister eingesetzt war. Diese Denunziation mit Ramhastmachung des Einberufers sollte wahrscheinlich ein Wink mit dem Zaunpfahl sein; der Rendsburger Bürgermeister ließ sich aber nicht als Hausknecht gebrauchen, wie es der unsrige den Fabrikanten und Muckern gegenüber thut. Aus denselben Tag hatten die Tuchmacher eine öffentliche Versamm- lung angemeldet, in welcher ein Berufsgenosse über die P e t i t i o n zu Gunsten des Arbeiterschutzgesetzes und über die Enquete betreffend die Sonntagsruhe reserirte. Letzteres, die Enquete, ist doch der reine Schwindel, dies haben auch wir deutlich genug erfahren. Es wurden von den einzelnen Werkstellen oder Fabriken durch eine polizei- liche Zuschrift ein oder zwei Mann zum Bürgermeister beordeit, wo den- selben die Fragen vorgelesen wurden, zugleich aber auch die Antwort der betreffenden Arbeitgeber mit dem Bemer- ken, daß wenn sie nicht damit einverstanden seien, oder wenn das von den Fabrikanten Ausgesagte nicht richtig sei, sie sich in Gegenmart der Letzteren(!!) darüber äußern sollten; das hieße also: Vogel sriß over stirb! Der Redner brachte z. B. vor, daß ein Arbeitgeber aue gesagt hat, bei ihm würde nur in den nothwendigsten Fällen Sonntags gearbeitet, während thatsächlich die Sonntagsarbeit regelmäßig stattfindet; ja sogar die Dampimaschine Sonntags mit im Betrieb ist. Nun, die ausgeklär- ten und zielbewußten Arbeiter sind ja keinen Augenblick im Zweifel dar- über, daß die von den Polizeibehörden ausgeführte Enquete so ausfallen muß, wie es Bismarck und die Fabrikanten wünschen. Die Versamm- lung war außerordentlich stark besucht(die Lokalblätter berichteten von 1200 Personen), nicht nur Tuchmacher, sondern alle übrigen Handwerker und Arbeiter, auch ein großer Theil Zuhörer aus dem Bürgerstande waren vertreten, was wohl hauptsächlich dem V-rbot zuzuschreiben war. Nach Beendigung des Referats wurde eine eingebrachte Resolution zu Gunsten des Arbeiterschutzgesetzes e i n st i m m i g angenommen, ebenso ein Antrag, eine Petition für dasselbe an den Reichstag zu senden. Als darauf der Vorsitzende zur Diskussion dem anwesenden Gen. H e r n z e l aus Kiel das Wort ertheilte, da war mit einem Mal der Staat in Ge- fahr; ber Bürgermeister, zu feig, selbst die Versammlung zu schlrehen, schickte d.n niedrigste« Polizisten S t ü b e r mit den Worten ab:„Nun gehen Sie hin! Nun, gehen Sie doch hin I" worauf Stüber, zitternd an allen Gliedern, die Versammlung im Namen des Gesetzes für geschlossen erklärte; Gründe wußte er nicht. Das freisinnige Lotalblatt, der„Hol- steinische Kourier", versuchte im Bericht eine Entschuldigung, indem es hieß,„der Bürgermeister, welcher in eigener Person anwesend war, ließ die Versammfi.ng durch den Polizeisergeanten Stüber schließen, weil Heinzel kein Tuchmacher sei—" eine leere Ausrede. War auch das Referat des ebensalls anwesenden Genossen Hasenclevcr durch das Verbot vereitelt, so hat uns die Auflösung dieser gewerkschaft- lichen Versammlung aus solchen nichtigen Gründen in agitatorischer Hin- ficht wenigstens einen ebenso großen Nutzen gebracht. Unsere größten Gegner äußerten nachträglich, dies hätte der Kerl nicht thunsollen. Wer noch kein Sozialdemokrat war, ist es in der Versammlung geworden. Bei Berichten der Lokalblättchen über anderswo aufgelöste Arbeiter- Versammlungen, wo über Tumult und ähnliche schreckliche Dinge phan- tasirt wurde, während die hiesigen Arbeiter sogar in dieser Hinsicht ge- lobt wurden, sind wohl manchem Spießbürger die Haare zu Berge gestanden; ja, selbst Arbeiter meinten, daß solche Vorgänge nicht recht seien. Jetzt aber nach diesem provokatorischen Austreten der Polizei, wird manches Vorkommniß anders beurtheilt, und gesagt, so etwas fei kein Wunder, wenn die Polizei ebenso verfährt, wie es hier der Fall war. Freude herrscht unter den Genossen noch darüber, daß dieser ehrenwerthe Bürgermeister S ch l i ch t i n g, der selbst von vielen Arbeitein noch für loyal angesehen wurde, wieder einmal seinen wahren Charakter gezeigt hat. Schon vor ungefähr fünfviertel Jahren hatten wir einen deullichen Beweis seiner guten Eigenschaften erhalten, als nämlich der Vergnü- gungsverein„Eintracht" von hier einen Aueflug nach Knoop bei Kiel machte. Derselbe wurde vamals in Kiel bei seiner Ankunft von einer ganzen Schaar geheimer und behelmter Spitzel in Empfang genommen, die ihn bis zur Abfahrt des Schiffes sowohl, als auch bei der Rücklunft� bis zur Abfahrt des Zuges nicht verließen. Und warum? In Knoop, SHS?= wo sich mehrere Mitglieder erkundigten, erfuhren wir den Grund. Der Herr Bürgermeister Schtichting aus Neumünster hatte den Verein bei d�r Kieler Polizei unv der Knooper Gutsherrschaft, von welcher der Wirth der Gartenwirthschaft das Lokal in Pacht hat, d e n u n z i r t: es seien„sehr viel Sozialdemokraten in dem Verein". Durch die Auflösung der Versammlung hat Herr Schlichting jetzt den letzte» Rest feines Loyalitätsnimbus verloren. Es weiß nun Jeder, was unser Bürgermeister für ein Patron ist. Und Stüber? Die Dummheit dieses Ordnungshelden ist allbekannt, sie wird nur von seinem Dünkel übertrosien. Seine größten Leistungen bestehen darin, Handweiksburschen zu fangen. Vagabunden und Fecht- brüder nennt er sie, aber es ist noch fraglich, auf wen dieser Titel mehr paßt, auf ihn oder auf die Opfer der heutigen Produktionsanarchie. Trotzdem er neben seinem Gehalt eine größere Pension bezieht, schmaro- zert er an allen Ecken und Enden; die Bauernweiber auf dem Wochen- markt können ein Lied davon erzählen. Die beste Kundschaft hat er bei den Wirthen. Sonniags während der Kirchzeit läßt er sich Cigarren „schenken", selbstverständlich nur gute und nicht zu wenig; die andere Zeit über begnügt er sich mit Bier, Schnaps, überhaupt mit Allem, was es nur an„Präsenten" gibt. Das letzte Seidel, das am Abend aus- geschenkt wird, gehört ihm; und zu sehen, wie Stüber, der Polizeisergeant, ein Wächter der Ordnung im Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte, nach Hause wa— ndelt, vas ist ein überaus erhebender Anblick, den ich ganz besonders dem neuen Verein zur Bekämpfung des Alkoholismus in Neumünster empfehle. Für heute solls genug sein; wir werden un< fern Ordnnngshelden von mrfi an etwas besser auf die Finger sehen. Soeben erhalte ich Nr. 89 des Parteiorgans, wo unter„Polizeistaat- lich-Jnquisitionelles" die Markirung des Mitglieder-Verzeichnisies des Schneiderfachvereins erzählt wird, und da fällt mir grade ein ähnliches Stückchen von unserem Bürgermeister ein. Bekanntlich ist die Veretni gung der Metallarbeiter Deutschlands auf Grund des Maulkorbgesetzes aufgelöst worden. Seitdem wurde nun hier ein Fachverein der Metall- arbeiter gegründet; und einige Tage später wird denjenigen Arbeitern in der königlichen Eisenbahn-Reparaturwerkstätte, die Mitglieder genann- ter Gewerkschaft waren, der Bescheid ertheilt, aus dem Verein auszu. treten oder ihnen würde gekündigt. Wer anders nun als unser national- liberaler Bürgermeister hat dieselben denunzirt? Denn das ehrenwerthe Stadtoberhaupt verlangt bei Konstituirung eines Fachvereins sofort die Mitgliederliste. Dabei versteht derselbe von den gesetzlichen Vorschriften in Bezug gewerkschaftlicher Angelegenheiten so gut wie gar nichts. So schrieb er z. B., als die hiesige Mitgliedschaft des Deutschen Manufaktur- Arbeiter- und Arbeiterinnen-Vereins angemeldet wurde, welcher seinen Sitz in Gera hat, auf die Bescheinigung: Frauenspersonen und Lehr- linge dürfen nicht aufgenommen werden! Wiederholt sind hier schon gewerkschaftliche Versammlungen, zuletzt noch eine öffenüiryr«cilsümimimZ der Zimmerleute, welche eine Unter st ützungskasse gründen wollten, auf Grund§ 9 des fa- mosen Ausnahmegesetzes verboten worden. Einen andern Grund kann der brave Ortspascha überhaupt nicht angeben; und versucht es Einer, ihn zurechtzuweisen, dann kommt er mit der Ausrede:„Ich habe keine Zeit, mit Ihnen zu diskutiren." Bemerkelt möchte ich noch, daß unsere Sache hier die letzten Jahre sehr gute Fortschrilte gemacht hat, trotzdem wir nie eine Versammlung haben. Bei der Reichstagswahl 1831 hatten wir verloren: von reichlich 790 Stimmen, die wir 1877 hatten, sind wir 1881 auf 510 gefallen. Bei der Nachwahl 1883 brachten wir es dagegen im ersten Wahlgang auf 983, zur Stichwahl auf 1174 Stimmen, während H ä h n e l 841 St. Bei der leüten Wahl, Stichwahl 1884, hatten wir auf Heinzel 1184, H ä h n e l,'natürlich mit Hülse der nationalliberalen Agitation. 741 Stimmen! Allezeitvoranl(I.V. Dresden. Angesichts der Differenzen; welche, verursacht durch lokale Zwistigkeiten, in setztet Zeit an verschiedenen Orten und auch in einigen Zeitun.Zen, welche den Betheiligton zur Verfügung stehen, zum Ausdruck gekommen sind, und anläßlich deren mit Schlagworten wie Korruption her- umgeworfen wurde, sehen sich die Genossen von Dresden veranlaßt, ini Parteiorgan die Aufforderung ergehen zu lassen, daß alle p e r s ö n< l i ch e n Differenzen am betreffenden Orte selbst geschlichtet werden mögen, daß jedoch alle Handlungen, die gegen unser Programm verstoßen, mit aller Entschiedenheit bekämpft werden. Daß ferner, wenn Angriffe auf Genossen eingesandt werden, zunächst beim Korrespondenten des betref- senden Ortes Erkundigungen eingeholt werden, wie der Sachverhalt ist, damit nicht Genoffen ungerechterweise verdächtigt werden. Denn nur auf dem Boden der Gerechtigkeit können wir unsere Angelegenheiten in einer unserer Sache würdigen Weise zum Austrag bringen. Dresden, am 7. Geburtstage des Sozialistengesetzes. Die Parteigenossen. Keffelstadt, Mitte Oktober. Auch an unserem Orte, von dem in der Partei bisher noch nie etwas verlautbarte, befindet sich ein Häuflein, das treu und unentwegt dem Banner der Sozialdemokratie folgt. Die Schwierigkeiten, mit welchen wir zu kämpfen haben, sind derart, daß vor der Hand an ein allgemeines Zusammengehen der hiesigen Arbeiter- schast nicht zu denken ist/ Kesselstadt, das so nah' bei Hanau liegt, daß nian glauben sollte, es sei ein Unterschied in der Parteistellung der Ar- beiter gegenüber der der Arbeiter Hanaus ganz unmöglich— dieses Kesselstadt ist ein wahrer Abort aller reaktionärenElemente, es ist ein Sumpf niedriger I n t e r e s s e n p o l i t i k. Da ist vor allem der landgräfliche Einfluß sSchlaß Philippsruh!>, der«ine große Anzahl unserer Mitbürger beherrscht. Ferner haben wir hier eine Klique reichgewordener Bauern, die aus die untern Schichten unserer Bevölkerung ihren dominirenden Einfluß ausüben. Ebenso treiben hier die reaktionären Kampshähne Hanaus ihr lustiges Spiel, kurz: es ist ein Tummelplatz chinesischer Bauchrutscherei und Bismarck Anbetung. Die hiesige Bevölkerung ist durch diese Verhältnisse derart korrumpirt, daß sie sich zu Allem gebrauchen läßt, aller Stolz und alles Selbstbewußtsein ist geschwunden. Die Jugend wird dreffirt wie die Affen, man gebraucht sie zu allen möglichen„patriotischen" Hanswurstereien, und die Eltern sind stolz darauf, wenn mit ihren Kindern derartiger Ulk getrieben wird. Es würde uns zu weit führen, wollten wir die Fälle alle aufzählen, wo Kesselstadt die Rolle einer Prostituirten gespielt. Der Kriecherei nach oben entspricht natürlich die Arroganz nach unten. Da ist vor allem ein Bürichchen Namens Stork(früherer Besitzer der Zentral- halle zu Hanau), der an Anmaßung und Dreistigkeit nichts zu wünschen übrig läst. Dieser Patron, der, wenn er ein bischen mehr Verstand hätte, recht gut wiffen müßte, daß, wer in einem Glashaus sitzt, nicht mit Scherben werfen soll(denn die Affäre Trandt, wo Herr Stork die Heldenrolle eines S......... gespielt, ist noch nicht in das Reich der Vergessenheit geschwunden) chikanirt die Sozialdemokraten hierorts auf alle mögliche Weise. An Plätzen, wo der saubere Held die über- wiegende Majorität hinter sich hat, erlaubt er sich, einzelne unierer Ge- nassen in provozirendster Weise anzugreifen, um sie dem Spott seines Gelichters preiszugeben. Herr Stork lasse sich gesagt sein, daß er alle Ursache hat, sich ruhig zu verhalten. Nur die Verkommenheit seiner Sippschaft macht es möglich, daß seinesgleichen eine Rolle spielen kann. Unseren Parteigenossen aber muß es ein Beweis sein, wie tief das moralische Niveau im Allgemeinen da gesunken sein muß, wo ein Mensch wie Stork die erste Violine spielen kann. Andernorts würde er unter der allgemeinen Verachtung seiner Mitmenschen schon längst vergessen und begraben sein. Weiter wollen wir uns für heut mit diesem Helden nicht befassen; nur so viel sei gesagt, daß trotz alledem hierorts noch viel für unsere Sache gethan werden kann. Es liegt viel an Hanau, den vergrabenen Schatz zu heben. Betrachte man uns nicht länger mehr als Stiefkinder; es wird hier schon hell werden, wenn richtig aufgeräumt wird. Wir wollen kräftig mithelfen. Nettstadt a./H.(Rheinpfalz) Am 22. Oktober erhielten wir von einem guten Freund, der bei irgend einer Behörde in Frankenthal beschäftigt ist, die Nachricht, daß wir von dein in der Schweiz wegen Kuppelei bestraften Reporter des„Weinländer", jetzigem Redakteur und Sozialistensreffer, Peter Schwuchow denunzirt seien. Wir waren somit auf den Besuch unserer ehrenwerthen Beschützer vorbereitet. Und richtig, am Sainstag, den 24. Oktober, Morgens in aller Frühe, ging der Tanz los. Sämmtliche, dem hiesigen Amtmann zur Verfügung stehenden Gens- darmen mußten 3/,8 Uhr auf dem Stadthaus antreten und wurden dann zu 18, der Verbreitung der Umsturzliteratur verdächtigen Personen geführt, um die Wohnungen zu„besetzen". Die überzählige Mannschaft schloß sich den zum Schnüffeln Auserkorenen an, die sich in 3 Kolonnen eintheilten. Die Aktion dauerte fünf Stunden— bis 1 Uhr Mittags, das Resultat war, wie vorauszusehen, glänzend: Denn die heilige Polizei, Sie kommt immer, wenn's vorbei. Natürlich hat es nicht an humoristischen Episoden gefehlt. Zehn der polizeilich Beglückten hatten überhaupt keine Idee von unseren Bestreb- ungen. Die Frau des Küfers Ludwig schickte, als ein„Grüner" bei ihr eingetroffen war, ihr Kind zu ihrem Vater mit der Bestellung: „Großvater, verwahre die Zeitungen, die Gensdarmen kommen." Zu- fällig saß aber schon ein solcher bei ihm und hörte die naive Warnung mit an, über die sich jetzt die ganze Stadt amüsirt. Genosse Holz- a p f l fragte den bei ihm suchenden Oberamtsrichter, weshalb man nicht früher gekommmen sei, wir hätten schon seit Donnerstag auf den ange- nehmen Besuch gewartet, was bei den Begleitern des Herrn allgemeines Gelächter hervorrief. Fahren die Herren so fort, dann können wir mit der Agitation für unsere Sache zufrieden sein. Heute Abend wollen wir, als Ane r k en- n u n g, unser Parteiprogramm austheilen. Nachruf. (Durch besondere Umstände verspätet.) Am 29. Oktober 1884 starb plötzlich im 27. Lebensjahre einer unserer besten Genossen, Johann Knierim, an der Gehirnentzündung. Daß er von Allen, die ihn kannten, geliebt und geachtet wurde, davon hat sein Begräbniß ein glänzendes Zeugniß abgelegt. Wohl an 2000 Freunoe und Genossen gaben ihm das letzte Geleite. Bei den Reichstagswahlen 1884 gehörte er zu den thätigsten Genoffen; bei Tag und Nacht, wenn es galt, für unsere hehre Sache zu wirken, war er auf dem Posten, und dieS hat unserer Ueberzeugung nach seinen frühen Tod mitverfchuldet. Darum Ehre seinem Andenken! Limmer bei Hannover, im Oktober 1885. Die Genossen des 8. hannöverschen Wahlkreises. Sprechsaal. Wir warnen hiermit allseitig vor dem Schneider Josef Eder aus München. Derselbe ist ein professioneller Schwindler. In Lausanne schuldet er noch 300 Fr. In B e r n hat er ein Ver- einsmitglied um 45 Fr. betrogen, ohne andere kleinere Posten. Von seinen eigenen Gesinnungsgenossen, den Anarchisten(welche er selbst beschwindelte), etwas mißtrauisch behandelt, versucht er nunmehr in andern Arbeitervereinen unter falscher Flagge im Trüben zu fischen. Durch Theaterspielen sich beliebt zu niachen, ist einer seiner Hauptkmffe, bis sein Weizen blüht. Bis vor Kurzem war sein Leumund sowie seine anarchistische Humbugerei hier unbekannt. Den Deutschen Verein Bern hat Eder schwer geschädigt und in B e r n wie in Lausanne als Mitglied der anarchistischen Gruppe gegen unsere Sache in raffinir- tester Weise gearbeitet und intriguirt, bis er entlarvt wurde. Da sich dieser politische Heuchler und Gaukler deshalb hier nicht mehr halten konnte, ist er plötzlich verschwunden, möglicher- weise nach Deutschland, Oe st erreich, Frankreich»c. Signalement: 1 Meier 80 Ctni. groß, bartlos, hat schwach- Tenorstimme, schlanke Statur, trägt einen dunklen Gehrock, zeitweise auch einen Zylinder. Gang steif in Folge einer Operation am rechten Knie. Im Allgemeinen theatralisches Auftreten, fönst schmeichelhaftes Wesen; derselbe ist auch der französischen Sprache etwas mächtig. Die arbeiterfreunbliche Presse allerwärts wird um Wertergabe dieser Warnung dringend gebeten. Der Lokalausschuß der Partei-Mitgliedschast und der Vorstand des Deutschen Arbeitervereins Bern. Warnung. Am Donnerstag, 22. Oktober, tauchte hier ein Subjekt auf, welches sich Eduard Lauser nannte und die hiesigen Genossen in uner- Hörtester Weise beschwindelte. Der Schwindler will aus Sachsen, Matrose, und in Hamburg-Eimsbüttel. Marthastr. 18 wohnend, verheirathet sein. Eingezogene Erkundigungen stellten diese Behauptungen jedoch als durch- aus erfunden hin. Der Schwindler ist von kleiner, untersetzter Statur, zirka 30 Jahre alt, hat stieren Blick, schwarzes Haar und Schnurrbart, das Haar etwas gelockt; spricht sächsischen Accent, sowie einige Brocken Englisch und Italienisch. Er ist im Besitz eines italienischen Zertifikats, das in Fiume ausgestellt ist. Die Düsseldorfer Vertrauensleute. Wir bitten um Nachricht rc., sobald der pp. Laufer irgendwo auftaucht. Die Expedition des„Soziardemokra t." Achtung. Wir warnen wiederholt vor dem Schwindler Trieburg. Näheres in nächster Nummer. Partei-Ärchio. Quittung. Für das Partei-Archiv gingen ein: Von Spirituslieferant, Dresden: Eine Anzahl Witzblätter aus den Jahren 1848,49. „ Oskar Eisengarten: Diverse Flugblätter, Broschüren, Zir- kulare, Zeitungen k. Aus Nürnberg: 1„Proletarier" Nr. 48—96. 1„Reichsbürger" 1880(inkomplet). 23 diverse Broschüren. 24 diverse Nummern der„Laterne" 1879. Von N. N. Paris: 1 Goclvin, ßecherches sur la Population. I.& II. 10 diverse Flugblätter und Broschüren. H. Nitzsche, Newyork: l Douai, Heinzen, wie er ist. „ G. G. R o n s d o r f: 1„Zukunft" 1878. 7 diverse Lassalle'sche Broschüren. Um weitere Einsendungen ersucht Die Archivverwaltung. Aufruf. Im„Sozialdemokrat" Nr. 31 1883 sind per llnterstützungs- Fond als in Deutschland eingegangen quittirt von: «. aus B. Mk. 230 Wir ersuchen— eines wahrscheinlich waltenden Jrrthums halber— den Einsender dringend um sofortige Nachricht, ob dieser Be» trag korrekt(nicht etwa nur auf Mk. 2 30 lautend), wann und a n wen eingesandt worden ist. Vertrauensleute und Genossen wollen allseits hieraus aufmerksam machen und an bekannte Adressen hierher berichten. Die Sipcditio» des„Sozialdemokrat'. Briefkasten der Redaktion: C. M. in E.: Wir wiffen nicht, auf welche Thatfachen Sie Ihre verletzenden Bemerkungen stützen, daß Ihr Artikel, weil gegen unsere Ansicht verstoßend, wahrscheinlich nicht aufgenommen werden würde, erwarten aber, daß Sie uns mindestens e i n Beispiel angeben, welches Sie zu einem solchen Verdacht berechtigt. Ihr Artikel wird Aufnahme finden, sobald der Raum unseres Blattei es gestattet. der Expedition: Pantolus: Mk. 130— ä Cto. rc. erh. Das schleppt sich schon seit Jan. und wächst. Ebendrum seid Ihr thatsächlich die Meistberücksichtigten. Aoisirtes eingetroffen. Bfl. mehr.— Die drei Gleichen: Mk. 100— k Cto. erh. Bf. v. 28/10. hier.— B. I-YI.: M- 500— i Cto. Ab. je. erh., ebenso Bf. u. K. o. 10. u. 12/10 u. am 12 10. beantw. Bstllg. rc. notirt.— Rosa Beck: Mk. 55— a Cto. Ab. erh. Sch. L. in L. reklamiren. Lag bei 34.— Egoist Rhld.: Mk. 170 1b ä Cto. Ab. rc. erh. Fortsetz. angenehm.— H. K. D. PI.; Fr. 3- Ab. 4. Du. erh.— Torfkasten: Mk. l 5 50 k Cto. Ab. rc. erh., ebenso (nicht Mk. 22 23, sondern) Mk. 16 73 am 5/5. laut Bfk. 19. Bfl. Weiteres.— Spitzberg: 4 Lb. mit 40 an Rtr. ab. 1 Lb. separat per Dpplbf. Bstllg. folgt. Ufdqtt. reltifiziren demnächst.— Rother Exekutor: Schreiben Sie künftig den Betrag in Mark auf den P.-Coupo». Wir können hier nicht wiffen, wie Ihre Poststelle den Kurs rechnet. Fehlende 45 Pf. gutgebr. Weiteres nach Wunsch besorgt.— Drickes ll: Beide Bfe. v. 26. erh. Adr. u. Bstllg. notirt.— Die Rothen von der Werra: Alles vorgemerkt. Bfl. mehr.— Dresden: Mk. 44— ddo. 20/5. 83 a Cto. Athle. dkd. eingestellt.— X 3: Mk. 50— ä Cto- Ab. jc. erh. Bf. erwartet.— A. I. M. Pg.: 60 kr. f. Schft. erh.— V. W. Ps.: Mk. 3— Ad. 4. Cm. erh.— Anvers: Stimmt. Es ist damit das 4. Qu. geordn.— Rother Kaplan; Mk. I— pr. Ufd. dkd- verw. Rest laut Qttg. 38 pr. Ab. u. Mehrporto.— A. Hhn. Newyork t 75 Cts. pr. Fh. gutgebr. Gewünschtes kommt. Dank für Notiz Ml.— Bern: Fr. 5— v. d. schweiz. soz. dem. Partei f. d. streik. Kopenhgr. dkd. erh. u. besorgt.— H. v. D. Bln.: Fr. 7 50 f. o. streik. Kopnhgr. dkd. verw., da franz. Wahl-Samml. geschlossen.— A.B. Bern: Fr. 3b Ab. 3. Du. erh.— Calembourg: öwfl. 5— Ab. 4. Du. und ä Cto. Schft. erh. Bstlla. folgt. Redaktionell Weiteres.— M. M. Rvg.: Mk- Ab. 4. Du. erh. Bstllg. folgt.— R. Wlßk. O'str.: Fr. 2- Ab. 4 Qu. erh.— P. a. a a.: Fr. 5— Ab. 4. Du. erh. Bf. noch nicht.— G. W. Bchs.: Fr. 2— Ab. 4. Du. erh. Nchlfrg. fort.— M.; öwfl. 3- Ab. 4. Du. erh. Bstllg. folgt. Weiteres vorgemerkt.— F. St. Stockh-'■ Mk. 5— h Cto: Bblthk. gutgebr. Sdg. fort.— Rß. Fpst.: Fr. 100 � ä Cto. Sp. erh.— Verawitsch: Mk. 200— k Cto. durch Frdshand erh. Desgl. von Verrina Mk. 1047 30pr. 3. Du. rc. u. Ahlemann Mk- 900— Ab. 2. Du., Mk. 400 u. 150— pr. alten Rest. Mehrbstllg. unter- wegs.— Ahasverus: Mk. 45— pr. Ausgl. 3. Du. u. Einspänner pt- Ende 85(mit Ausnahme G. G. neu) pr. F. erh.— Veilchenstein: M>- 65 60 k Cto. Ab. Ab. 9/3. von Fd. nachträgt, gutgeb. Mk. 34 40 sind pr. 8 Einsp. 1. Du. verw. u. damals quittirt. Bfl. Weiteres.— I. H- Epernay: Fr. 2 50 Portozuschl. pr. 4. Du. erh. Lsrg. nach Wunsch — A. H. Drn.: Mk. 4 40 Ab. 4. Du. erh.— Neckar: Mk. 3— Ab. 4- Du. erh. Ers. rc. folgt.— H. M. Jllnau: Fr. 2 10 Ab. 4. Du. erh. � Gebr. Herminghaus St. Louis: Fr. 202 55 k Cto. Abon. rc. erh.— Zürich: Fr. 1— von einigen Sauserbrüdern pr. Ufds. dkd. erh. � Feuerhannes: Mk. 3— Ab. 4. Du. u. Mk. 2— pr. Wfd. dkd. erh- Rückständiges folgt.— W. Gbhff. Chatam: Besten Dank für die inter» essante Sdg. Der auf einem tobten Kommunarden angeblich gefundene „Brandzettel" war eine Mache der Reaktionäre. Das„Bild der zwölf Gemordeten" soll vervielfältigt werden.— �donnsmsnts aut den„Sozialdemokrat" werden ausser beim Verlag und dessen bekannten Agenten— s®" wohl auf einzelne Monate als ganze Quartale— jederzeit entgegen' genommen bei(olgenden Filialen und Verkaufsstellen: Zürich Tolksbacbhandlung, Casinostrasso 3, Hottingeu, uvö Deutscher Verein. Winterthur Deutscher Arbeiterverein, Haldenstraase. Aaran E. Bennert, Vordere Vorstadt 663. Itasei Deutscher Verein, Schwanengasse 4. Bern HesUurdnt Schmutz, Aarburgerstrasse 52. Deutscher Verein. Biel Georg Bichel, Deutscher Verein. Ciliar f. f flaam, üuohdruckerei Manatschal& Ebner. Frauen feld Deutscher Verein. St. Ii-allen J. Zach, Handlung, Brühlgasse 46. Cienf Deutscher Verein. St. Imier Deutscher Verein. JLansanne Allgem. Arbeiter-Verein, BCafirb. Qtoifch deich( UlNMt 863; [870; �esam 1877 "uftoäi