nd 86 Abonnements , J"." bei allrn schwrijnischkn l\ Vostbureaux, lotete beim Verleg jtte und bellen befunnten Agenten gelt entgegengenommen, und jteat zum sex voraus»ahlbare« hg Vterteljahrsprei» don: eu> 8r.i,— für dieSchteeiz(Kreuzband) jÄ Ml. S.— sjtr Teutschland(Goubert) jen!'• l.'O für Oesterreich(Goubert) ch t 2,50 stlr alle übrigen Linder de» ow Weltpostbereins(Kreuzband) gee >rn lur er« ffi- Zuserale vir dreigrlpaltene Petttzeile 25 Ct». 20 Pfg. Der SchalfonnoKnit entrat-Hrgan der deutschen Sozialdemokratie. Krscheint Wöchentlich einmal in Zürich(Schweiz). Aerkag der 0»l»»buchha«dl««g Holttngen- Zürich. üoSscudllngcn sranlo gegen franko. Gewöhnliche Briefe nach der K ch te e 1 z losten Doppelporto. M 7. »riefe an die«edaltion und Eipedition de« in Deutichland und Oesterreich verbotenen.Eoztaldemolraf wolle man unter Beobachtung äußerster»orsicht abgehen lasten. Zn der Regel schicke man uns die Bri-fe nicht d'relt. sondern an die belannten Deckadresten. Zn zteeifelhaft-n Fällen eingeschrieben. 12. Februar 1886. Parteigenossen! Vergeßt der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Materialistische Geschichtsauffassung. In der vorigen Nummer ist in dem Artikel über die �chramm'sche Broschüre wiederholt die Rede von der materia- listischen Geschichtsauffassnng von Karl Marx, welche der sozialistischen Lehre dieses großen Denkers zu Grunde liegt. Obwohl schon ziemlich viel über dieses Thema geschrieben wurde, kommen wir doch einem an uns ergangenen Gesuche gern nach, es bei diesem Anlaß wieder einmal im Organ zur Erörterung zu bringen. Beginnen wir mit der Erklärung des Wortes: materia- listisch. Es stammt ab aus dem Lateinischen, von materia., der Stoff, und bedeutet: vom Stofflichen, Sinnlich-Greisbaren abgeleitet, im Gegensatz zu idealistisch— aus der Idee, aus dem Gedanken abgeleitet. Im gewöhnlichen Sprachgebrauch drückt das Wort Mate- rialismus den auf das Grobsinnliche gerichteten Zng aus, den Kultus des Sinnengenusses, das ausschließliche Streben nach Geld und Gut, nach Macht und Besitz; im Wissenschaft- schaftlichen Sinne bedeutet der Materialismus die Erklär- u»g der verschiedenen Erscheinungen des Seins und Lebens durch materielle, stoffliche Ursachen. Ohne körperliche Organe »ach ihm kein geistiges Leben. Dies vorausgeschickt, können wir Marx selbst das Wort geben, und zwar zu dem vielbesprochenen Zitat aus der Vor- rede seiner Schrift:„Zur Kritik der politischen Oekonomie". Dort sagt er: „Das allgemeine Resultat, das sich mir ergab und, einmal gewonnen, meinem Studium zum Leitfaden diente, kann kurz so formulirt werden: In der gesellschaftlichen Produktion ihres Lebens gehen die Menschen bestimmte, nothwendige, von ihrem Willen unab- hängige Verhältnisse ein, Produktionsverhältnisse, die einer bestimmten EutwickelungSstufe ihrer materiellen Produktivkräfte entsprechen. Die Gesammthcit dieser Produktionsverhältnisse bildet die ökonomische Struktur der Gesellschaft, die reale Basis, worauf sich ein juristischer und politischer Uebcrbau erhebt, und welcher bestimmte, gesellschaft- schaftliche Bewußtseinsformen entsprechen. Die Produktions- weise des materiellen Lebens bedingt den sozialen, politischen und geistigen Lebensprozeß überhaupt. Es ist nicht das Be- wußtsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewußtsein bestimmt. Auf einer gewissen Stufe ihrer Entwicklung gerathen die ma- teriellen Produktivkräfte der Gesellschaft in Widerspruch mit den vorhandenen Produktionsverhältnissen oder, was nur ein luristischer Ausdruck dafür ist, mit deu Eigenthums- Verhältnissen, innerhalb deren sie sich bisher bewegt hatten. Aus Entwicklungsformen der Produktivkräfte schlagen diese Verhältnisse in Gesseln derselben um. Es tritt dann eine Epoche sozialer Revolution ein. Mit der Veränderung der ökonomi- schen Grundlage wälzt sich der ganze ungeheure Ueberban langsamer oder rascher um. In der Betrachtung solcher Umwälzungen muß man stets unterscheiden zwischen der materiellen, naturwissenschaftlich treu zu konstatirenden Umwälzung in den ökonomischen Produktions- bedingungen und den juristischen, politischen, religiösen, künst- krischen oder philosophischen, kurz ideologischen Formen, worin sich die Menschen dieses Konfliktes bewußt werden und ihn aus- fechten. So wenig man das, was ein Individuum ist, nach dem beurtheilt, was es sich selbst dünkt, eben so wenig kann mau eine solche Umwälzungsepoche aus ihrem Bewußtsein be- urtheilcn, sondern muß vielmehr dies Bewußtsein aus den Widersprüchelt des materiellen Lebens, aus dem vorhandenen Konflikt zwischen gesellschaftlichen Produktivkräften und Pro- duktionsverhältnissen erklären. Eine Gesellschaftsformation geht nie unter, bevor alle Produktivkräfte entwickelt sind, für die sie weit genug ist, und neue höhere Produktionsverhältnisse treten nie an die Stelle, bevor die materiellen Existenzbedin- gungen derselben im Schooß der alten Gesellschaft selbst aus- gebrütet worden sind. Daher stellt sich die Menschheit immer nur Aufgaben, die sie lösen kann, denn genauer betrachtet wird sich stets finden, daß die Aufgabe selbst nur ent- springt, wo die materiellen Bedingungen ihrer Lösung schon vorhanden oder wenigstens im Prozeß ihres Werdens begriffen sind. In großen Umrissen können asiatische, antike, feudale und w odern bürgerliche Produktionsweisen als progressive Epochen der ökonomischen Gesellschaftsformation bezeichnet werden. Die bürgerlichen Produktionsverhältnisse sind die letzte antagonistische (gegensätzliche) Form des gesellschaftlichen Produktionsprozesses, antagonistisch nicht im Sinn von individuellem Antago- »ismns, sondern eine« aus den gesellschaftlichen Lebens- bedingungen der Individuen hcrvorwachsenden Antagonismus, aber die im Schooß der bürgerlichen Gesellschaft sich entwickeln- den Produktivkräfte schaffen zugleich die materiellen Bedingun- gen zur Lösung dieses Antagonismus. Mit dieser Gesellschafts- formation schließt daher die Vorgeschichte der menschlichen Ge- sellschaft ab." So Marx. Um den Grundgedanken seiner Ausführungen auch dem Verständniß solcher Leser näher zu führen, denen dieselben > wegen ihrer, durch die Umstände gebotenen abstrakten Form etwa„dunkel" geblieben sein sollten, ist es nach unserer Ansicht am besten, wenn wir seine Anwendung an einem Beispiel ans der Geschichte zeigen. Marx selbst hat u. A. in der Schrift:„Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte" ein solches Beispiel geliefert. Da die Skizzirung desselben hier aber zu weit führen würde, hören wir lieber Fr. Engels, den Mitarbeiter von Marx. In seiner Streitschrift gegen Dühring sagt er diesem gegen- über, der im Gegensatz zu Marx in der Gestaltung der politischen Beziehungen das geschichtlich fundamentale Element erblickt: „Wenn„die politischen Zustände die entscheidende Ursache der Wirthschaftslage sind", so muß die moderne Bourgeoisie nicht im Kampf mit dem Feudalismus sich entwickelt haben, sondern sein freiwillig erzeugtes Schooßkind sein. Jedermann weiß, daß das Gegentheil stattgefunden hat. Ursprünglich dem Herrichenden Feudaladel zinspflichtiger, aus Hörigen und Leib- eignen aller Art sich rekrntirender, unterdrückter Stand, hat das Bürgerthum, in fortwährendem Kampf mit dem Adel, einen Machtposten nach dem andern erobert, und schließlich in den entwickeltsten Ländern an seiner Stelle die Herrschaft in Besitz genommen, in Frankreich, indem es den Adel direkt stürzte, in England, indem es ihn mehr und mehr verbürget'- lichte und ihn sich als seine eigene ornamentale Spitze einver- leibte. Und wie brachte es dies fertig? Lediglich durch Ver- änderung der„Wirthschaftslage", der eine Verände- rung der politischen Zustände früher oder später, frei- willig oder erkämpft, nachfolgte. Der Kampf der Bourgeoisie gegen deu Feudaladel ist der Kampf der Stadt gegen das La n d, der Industrie gegen den Grundbesitz, der G e l d w i r t h s ch a f t gegen die N a- turalwirthschaft, und die entscheidenden Waffen der Bürger in diesem Kampf waren ihre, durch die Entwicklung der erst handwerksmäßigen, später zur Manufaktur vorschrei- tenden Industrie und durch die Ausbreitung des Handels sich fortwährend steigernden ökonomischen Machtmittel. Wäh- rend dieses ganzen Kampfes stand die politische Gewalt auf Seite des Adels, mit Ausnahme einer Periode, wo die königliche Macht das Bürgerthum gegen den Adel benutzte, um den einen Stand durch den andern in Schach zu halten; aber von dem Augenblick, wo das noch immer politisch ohn- mächtige Bürgerlhum, vermöge seiner wachsenden ökonomischen Macht, gefährlich zu werden anfing, verbündete sich das Königthum wieder mit dem Adel, und rief dadurch, zuerst in England, dann in Frankreich, die Revolution des Bürgerthums hervor. Die„politischen Zustände" in Frankreich waren unver- ändert geblieben, während die„Wirthschaftslage" ihnen entwachsen war. Dem politischen Stand nach war der Adel Alles, der Bürger Nichts; der sozialen Lage nach war der Bürger jetzt die wichtigste Klasse im Staat, während dem Adel alle seine sozialen Funktionen abhanden gekommen waren und er nur noch in seinen Revenücn die Bezahlung dieser verschwundenen Funktionen einstrich. Damit nicht genug. Das Bürgerthum war in seiner ganzen Pro- duktion eingezwängt geblieben in die feudalen politischen For- men des Mittelalters, denen diese Produktion— nicht nur die Manufaktur, sondern selbst das Handwerk längst entwachsen war: in alle die, zu bloßen Chikanen und Fesseln der Pro- duktion gewordenen, tausendfachen Zunftprivilegien und lokalen und provinzialen Zollschranken. Die Revolution des Bürger- thums machte dem ein Ende. Nicht aber indem sie... die Wirthschaftslage den politischen Zuständen anpaßte— das hatte ja gerade Adel und Königthum jahrelang umsonst ver- sucht— sondern indem sie umgekehrt den alten modrigen politischen Plunder bei Seite warf und politische Zustände schuf, in denen die neue„Wirthschaftslage" bestehen und sich entwickeln konnte. Und sie hat sich in dieser ihr angemessenen politischen und rechtlichen Atmosphäre glänzend entwickelt, so glänzend, daß die Bourgeoisie schon nicht mehr weit von der Stellung ist, die der Adel 1789 einnahm: sie wird mehr und mehr, nicht nur sozial überflüssig, sondern soziales Hinderniß; sie scheidet mehr und mehr aus der Produktionsthätigkeit aus und wird mehr und mehr, wie seiner Zeit der Adel, eine bloß Revenüen einstreichende Klasse; und sie hat diese Um- wälzung in ihrer eigenen Stellung und die Erzeugung einer neuen Klasse, des Proletariats, fertig gebracht, ohne irgend welchen GewaltshokuspokuS, auf rein ökonomischem Wege. Noch mehr. Sie hat dies Resultat ihres eignen Thun und Treibens keineswegs gewollt— im Gegentheil, es hat sich mit unwiderstehlicher Gewalt gegen ihren Willen und gegen ihre Absicht durchgesetzt; ihre eigenen Produktions- kräfte sind ihrer Leitung entwachsen, und treiben, wie mit Naturwendigkeit, die ganze bürgerliche Gesellschaft dem Unter- gange oder der Umwälzung entgegen. Und wenn die Bour- geois jetzt an die Gewalt appelliren, nm die zusammenbrechende „Wirthschaftslage" vor dem Einsturz zn bewahren, so bewei- sen sie damit nur, daß sie in der Täuschung befangen sind, als seien„die politischen Zustände die entscheidende Ursache der Wirthschaftslage"; daß sie sich einbilden, sie könnten mit dem„Primitiven", mit„der unmittelbar politischen Gewalt" jene„Thatsachen zweiter Ordnung", die Wirthschaftslage und ihre unabwendbare Entwicklung umschaffen, und also die öko- nomischcn Wirkungen der Dampfmaschine und der von ihr getriebenen modernen Maschinerie, des Welthandels und der heutigen Bank- und Kreditentwicklung mit Kruppkanonen und Mausergewehren wieder aus der Welt schießen." Wir haben dem nichts hinzuzufügen. Die Leser mögen selbst prüfen, ob ihnen diese Methode, den Gang der geschichtlichen Entwicklung zu erklären, richtig erscheint oder nicht. Ein moralischer Kritiker und seine kritische Moral. IV. „In unserer schnell lebenden und daher auch schnell vergessenden Zeit find die Verdienste dieses Mannes auch schon in Vergessenheit gerathen." Mit diesem Satz beginnt der Abschnitt der Schramm'schen Schrift, der von Lassalle handelt. Er ist in seiner Schiefheit bezeichnend für den gesammten Inhalt desselben. Wenn ein Blatt in der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung nicht in Vergesienheit gerathen, so ist es das, auf dem die Verdienste Ferdinand Laffalle's verzeichnet sind. Ueberlebt ist heute nur der blinde Kultus, der seinerzeit mit dem Namen Lassalle's getrieben wurde. Er hat einer objektiven Würdigung der außerordentlichen Leistungen deS großen Agitators Platz gemacht, die— weil von Uebertreibungen frei— deshalb um so allgemeiner ist. Das scheint aber nicht nach dem Geschmack des Herrn Schramm, denn er fährt gleich darauf fort: „Und doch dankt die ganze Gesellschaft ihm, ihm allein, den eminenten Kulturfortschritt, der in der Ucberwindung des Manchesterthums liegt." Das ist nicht nur eine abgeschmackte Uebertreibung, sondetn zeugt auch von totaler Verkennunq unserer Stellung zum Manchesterthum. Theoretisch ist zunächst die Manchesterdoktrin— von den Anhängern des alten Polizeistaates ganz abgesehen— lange vor Lassalle bekämpft und widerlegt worden, u. A. von der französischen Schule. Praktisch hat sie nie unbestritten geherrscht, sondern nur zeitweise die R i ch t u n g der Wirthschaftspolitik angegeben. Es ist nun klar, daß die Ueberwindung des Manchesterthums nur dann ein Kulturfortschritt genannt werden kann, wenn sie zu einer Weiterentwickelung der Gesellschaft über den nackten wirthschaftlichen Jnteressenkampf hinausgeführt. Nur in diesem Sinne bekämpfte Lassalle, bekämpft die Sozialdemokratie das Manchesterthum. Wie sieht es aber mit der praktischen Ueberwindung des Man« chesterthums in Deutschland auS? Sie ist bis jetzt nur den Agrariern, Schutzzöllnern und Zünftlern zu Gute gekommen, d. h. den schlimmsten Feinden der Arbeiterklasse. Diese „Gesellschaft" hat das Manchesterthum heute„überwunden", und macht dabei von ihrem Siege einen so herrlichen Gebrauch, daß die Sozial- demokratie sich im Parlament gezwungen sieht, fast regelmäßig mit den Vertretern des Manchesterthums gegen die Antimanchestermänner zu stimmen. Die Arbeiter müssen sich des„eminenten Kulturfortschrittes" auf Schritt und Tritt erwehren, denn er bedeutet für sie nur größere Ausbeutung neben und mittels zunehmender Beschränkung ihrer Be- wegungsfreiheit. Wir haben also vorläufig keine Ursache, auf diesen Erfolg sehr stolz zu sein. Freilich, es ist vielleicht zu einseitig, die Sache vom Standpunkt der Arbeiterklasse aus zu betrachten, denn nach Herrn Schramm handelt es sich ja um die„ganze Gesellschaft", inklusive Krautjunker, Schornsteinbarone und Dlvidendenritter. Ehe wir weitergehen, noch ein Wort zu dem„ihm allein". Herr Schramm sucht in seiner„Studie" den geschichtlichen Gang der sozia« listischen Agitation so hinzustellen, als wäre ohne Lassalle an eine solche gar nicht zu denken gewesen. Um den e i n e n Mann, weil es gerade seinen Zwecken dient, recht hochheben zu können, drückt er das allgemeine Niveau der Bewegung so niedrig als möglich. So arg, wie er die Sache hin« stellt, sah eS nun damals doch nicht aus, was schon daraus hervorgeht, daß von der aus Leipzig an Laffalle gesandten Deputation zwei Mit- glieder, F r i tz s ch e und V a h l t e i ch, überzeugte Sozialisten waren, Anhänger von W. Weitling.„Die in Leipzig in« Auge gefaßten Bestrebun- gen", schrieb Bahlteich l 878 in einem Artikel über Weitling in der„Zukunft", „waren deshalb auch keineswegs so unklar, als sie Lassalle in seinem „Antwortschreiben" darstellte, allein er hatte die von Leipzig aus an ihn zu richtende Anfrage vorgeschrieben, und man hatte kein Bedenken ge- tragen, seinen Wünschen nachzukommen." Und ebenso war es kein Zufall, daß Lassalle im Rheinland sofort günstigen Boden fand. Dort war die frühere kommunistische Bewegung am stärksten gewesen, lebten ihre Traditionen noch in vielen Köpfen fort. Ueberhaupt findet Anfang der sechziger Jahre im Anschluß an das Erwachen der allgemeinen politischen Bewegung, die selbst wiederum in engem Zusammenhang steht mit der Krists von 1857/68, in allen Kulturländern ein« selbständige Regung der Arbeiterklasse statt. Diese Umstände braucht man umsoweniger zu verschweigen, als durch ste Lassalle's Verdienste in keiner Weise beeinträchtigt werden. Denn im Allgemeinen war die Unklarheit freUich noch eine sehr große. Hören wir indeß wieder Herrn Schramm: „Lassalle war ein großer Menschenkenner und wußte, wie man da» Volk behandeln muß, um es für ideale Zwecke zu begeistern." Deshalb proklamirte er das allgemeine Wahlrecht, die Parole„Die Wissenschaft und die Arbeiter", flößte den Arbeitern Achtung vor der Nationalöko« nomie ein, gab seinen Anhängern durch Berechnung der Steuertabellen die„Gewißheit, daß es nur einer kurzen Zeit der Agitation bedürfe, um die überwiegende Majorität der Bevölkerung auf die Seit« der neuen Partei zu bringen" ic. w. und bot den Manchesterleuten ein Paroli und streut« der preußischen Regierung„Sand in die Augen", dadurch, daß er„das LouiS Blanc'sche Rezept mit einer anders gefärbten Sauce servirte"!(S. 72.) Aber nicht nur der Regierung streute er„Sand in die Augen". Denn während er seinen Anhängern die Forderung der„Produttiv-Assoziationen mit Staatskredit" so dringend anempfahl, legte er nach Herrn Schramm selbst, wie„aus seinen Briefen an Rodbertus hervorgeht",„wenig Werth" auf dieselben. Bon zwei Dingen eines. Entweder glaubte Lassalle an die Wirksamkeit seines Vorschlages, und dann werden Diejenigen, die anderer Ansicht sind, sagen: Gut, der Mann hat sich geirrt. Kein Mensch ist unfehlbar. Lassalle's Verdienste um die Organisation der Arbeiterklaffe zur politi- schen Partei sind so bedeutend, daß man ihm diesen theoretischen Irr- thum wohl verzeihen kann. Oder aber Lassalle glaubte nicht daran, war nicht von der Wirk- samkeit seines Vorschlages überzeugt, und dann hat er zweifelsohne ein Soßes Unrecht an den Arbeitern begangen, indem er die Bewegung in lsche Bahnen lenkte und dadurch vom richtigen Weg abhielt. Sein klarer Verstand mußte ihm sagen, daß die Assoziationen, wenn unge- fährlich für die herrschende Klasse, sehr leicht zu reaktionären Manövern aller Art mißbraucht werden konnten. Für uns besteht kein Zweifel, daß die erste Lesart die richtige ist. Lassalle hielt die Produktivaffoziationen mit Staatskredit für ein wirk- sames Mittel, die Lage der Arbeiterklasse zu verbessern und die „Lösung der sozialen Frage allmälig herbeizuführen". Gerade aus seinen Briefen an Rodbertus geht das hervor. Wenn er diesem gegenüber ausruft:„Schlagen Sie etwas Anderes vor, und ich bin bereit, es an- zunehmen", so ist das nur die Antwort auf die fortgesetzten Ausfiel- lungen von Rodbertus, der seine Utopie im Kopf hatte, aber sich weigerte, den„mystischen Schleier", wie Lassalle einmal schreibt, von derselben zu ziehen. Statt das nun offen zu sagen, setzt Herr Schramm, der als ökono- Mischer Anhänger von Rodbertus dem Lassalle'schen Vorschlag nicht zu- stimmen kann, Lassalle dem Verdacht aus, daß er den Arbeitern leicht- fertig Wind vorgemacht, und entschuldigt diesen„Fehler" hinterher mit den E r f o l g e n, die Lassalle erzielt. Für einen nationalliberalen Er- folgsanbeter mag das hingehen, wir danken für eine solche„Ehren- rettung". Ebenso zweideutig behandelt Herr Schramm den von Lassalle in seinem 5. Brief an Rodbertus gemachten Ausspruch:„Freilich darf man das — nämlich daß Grund- und Kapitaleigenthum abzulösen ist— dem Mob heute noch nicht sagen". Wer Lassalle's Schriften kennt, weiß, daß Lassalle unter„Mob" den Chor der literarischen Nichtswisser meinte. Herr Schramm aber läßt die Lesart offen, daß hierunter auch die Arbeiter gemeint sind. Triumphircnd ruft er auf S. 22 aus: „Marx hat es dem Mob gesagt und nichts erzielt als Vereinsamung im Exil; Lassalle hat es dem Mob klüglich verschwiegen, aber zuerst das Manchesterthum vernichtet, damit der Idee den Boden bereitet, in dem sie Wurzel fassen konnte, und heut« bekennen sich Hunderttausende frei und offen zum Kollektivismus." Daß Lassalls feine Agitation nicht mit der Forderung der Auf- Hebung des Grund- und Kapitaleigenthums eröffnete, wird ihm Niemand übel nehmen und hat ihm noch Niemand übel genommen. Darüber ver- lieren wir kein Wort. Was den„Mob" aber anbetrifft, so mag die Auslegung des Herrn Schramm in seinen Augen eine„Ehrenrettung" sein, in unfern ist sie gerade das Gegentheil einer solchen. Diese Art der Darstellung hat jedoch, wie früher erwähnt, den Zweck, den Praktiker Lassalle auf Kosten des unpraktischen Doktrinärs Marx in's hellste Licht zu setzen. Daß es, wenn man das Wirken zweier Leute mit einander vergleicht, nöthig ist, sich zunächst die Frage vorzu- legen, was jeder von ihnen wollte, das fällt Herrn Schramm nicht ein. Er vergleicht kühn drauf los. Das Marx'sche„Kapital" mit dem „Offenen Antwortschreiben jc.", wobei sich natürlich ergibt, daß durch die „gelehrten Werke von Marx wohl noch kein wirklicher Arbeiter— alle sind„Mob"!— zum Sozialisten gemacht worden ist". Das„Kam- munistische Manifest",„Lohnarbeit und Kapital", die„Jnaugural- adresse"»c. verschwinden von der Bildfläche. Lassalle selbst sagt in dieser Hinsicht: „Eine theoretische Leistung und eine praktische Agitation, wie ich sie durch mein„Antwortschreiben" und die ihr folgenden Reden ins Werk gesetzt habe, haben in einer Hinsicht ein ganz entgegengesetztes Gesetz. Eine theoretische Leistung ist um so besser, je vollständiger sie alle, auch die letzten und entferntesten Konsequen- z e n des in ihr entwickelten Prinzips zieht. Eine praktische Agita- tion umgekehrt ist um so mächtiger, je mehr sie sich auf den ersten Punkt konzentrirt, aus dem vann alles Weitere folgt. Nur muß es eben ein solcher Punkt sein, der alle weiteren Konsequenzen i n sich trägt, und aus welchem sie sich mit organischer Nothwendigkeit ent- wickeln müssen. Sonst steht er von vornherein nicht auf der t h e o r e- tischen Höhe, d. h. ist von vornherein ein todtes Palliativ." (Bastiat Schulz- S. 173/74.) Es steht somit in direktem Widerspruch mit der Lassalle'schen Auf- safsung selbst, wenn man seine Agitationsschriften unter dem Gesichts- punkte, den Herr Schramm hier ins Feld führt, auch nur mit dem„Kommu- nistischen Manifest" vergleicht. An anderer Stelle ruft Herr Schramm wieder aus: „Und wenn nun gar Laffalle so kindisch(wörtlich) gewesen wäre, das Marx'sche Revolutionsrezept zu akzeptiren,... er wäre sofort in das Tollhaus oder Zuchthaus gesteckt worden!" Das Marx'sche Rivolutions-„Rszept", auf das Herr Schramm hier anspielt, ist das„ K o m m u n i st i s ch e Manifest", das heißt, das Programm einer— nothgedrungen— geheimen Propagandagesellschaft, geschrieben unmittelbar vor der Revolution des Jahres 1848. Mit solchen Gegenüberstellungen kann man natürlich Alles beweisen, was man beweisen will. Man braucht dazu nichts als eine gehörige Portion— Abstraktionskraft. Und Dank dieser kann Herr Schramm schließlich ausrufen: „Rodbertus, Marx, Lassalle, das sind die großen Be- gründer einer weltgeschichtlichen Bewegung, aber Lassalle ist der Größeste unter den Dreien." „Daß Sie mir so sehr gegenüberstehen, wie Ihr vorletzter Brief mir sagte, hätte ich nicht geglaubt, hat mich verwundert und geschmerzt." Dies ist der Abschluß der Briese von Laffalle an Rodbertus. Rod- bertus wollte absolut nichts von einer politischen Bethätigung der Ar- beiterklasse wissen. Thut nichts, er rangirt doch— nicht in der Wissen- schaft, sondern in der Geschichte— neben einem Marx. Der Mann des„Sammeln wir uns um unsere Rente!" neben dem Mann des „Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!" Und warum auch nicht? Sie sind ja beide— Stubengelehrte! Herr Schramm läßt seiner„Studie" noch eine„Nutzanwendung" folgen. Dieselbe läuft auf den Rath an die Arbeiter hinaus, sich nicht auf „Schulsysteme" zu stützen, sondern frisch in den Tag hinein zu experimen- tiren, heute es mit diesem, morgen mit jenem Mittel zu prodiren. Hinter dem„Schulsystem" steckt natürlich wieder der schwarze Mann des Herrn Schramm, der„Marxismus". Und wieder wird, unter Ver- drehung der Marx'schen Lehre bis zum Blödsinn*) die Behaup- tung aufgestellt, daß die„deutsche Arbeiterpartei" mit Herrn Schramm auf den Marxismus„pfeift", wieder marschirt Marx als der Revolu- tionswauwau auf, während die Arbeiterpartei mit Lassalle und Rod- bertuS— nie ohne Rodbertus!— den„friedlichen Weg der Reform" zu gehen wünscht.„Sie ist also schon längst über den uns jetzt gepre- *) So versteigt sich Hr. Schramm u. A. zu folgendem Ausspruch:„Nie hat sie— die deutsche Arbeiterpartei— anerkannt, daß die moralischen, rechtlichen und philosophischen Anschauungen von der Produktionsweise(!) bedingt werden,— sie hat, im Gegentheil(!), ihre, diese Produk- tionsweise verurtheilenden Anschauungen immer laut ausgesprochen." (S. 80.) Danach ist die moderne Arbeiterbewegung keine naturnothwen- dige geschichtliche Erscheinung, sondern das Produkt einer Handvoll geschickter Agitatoren. Sie könnte ebenso gut nicht sein. Sie wurzelt nicht in den thatsächlichen Verhältnissen, zieht ihre Kraft nicht aus dem Widerspruch zwischen den materiellen Produktivkräften der modernen Gesellschaft und den vorhandenen ProduktionSverhält- nissen— gesellschaftliche Produktion und private Aneignung— und dem Nachweis, daß die materiellen Vorbedingungen der sozialen Umwälzung bereits gegeben, im Schooße der beutigen Gesellschaft selbst ausgebrütet sind, sondern aus irgend welcher göttlichen Eingebung. Man braucht nicht die Verhältni s s e, sondern nur die Köpfe zu ändern, und der Sozialismus ist futsch. Nicht die Wissenschaft, der Spießbürger hat Recht. digten orthodoxen Marxismus zur Tagesordnung übergegangen!" (S. 80.) Ueber das Zeug, welches Herr Schramm in seiner„Studie" als Marxismus auftischt, ist die Arbeiterbewegung allerdings längst zur Tagesordnung übergegangen. Aber auf dem Boden der von Marx ge- wonnenen Erkenntniß, daß der moderne Sozialismus in dem Klassen- kämpf zwischen Proletariat und Bourgeoisie wurzelt, daß die Aufgabe desselben nicht darin besteht, irgend ein vorher ausgehecktes Zukunfts- ideal zu verwirklichen, sondern aus der Einsicht in den Gang der Er- eignisse, dem Studium der materiellen Verhältnisse, diejenigen M rßcegeln zu ermitteln, die geeignet sind, die Lösung des gesellschaftlichen Konflikts zu bewirken—auf diesem Standpunkt des revolutionären Klassenkampfs steht die deutsche Arbeiterbewegung heute so fest wie nur je. Wie alle Versuche, sie von dieser Basis abzudrängen, bisher gescheitert sind, so werden sie auch in Zukunft scheitern.— Nachdem Laffalle sein« Schuldigkeit gethan und Herrn Schramm ge- halfen hat, Marx todtzuschlagen, kann er zum Schluß„wieder gehen", um Rodbertus�Schramm Platz zu machen, damit der von allem„Schul- system" und„Dogma" befreite Sozialismus seine Triumphe feiern kann. Hier ein Bischen Staatssozialismus, da ein Bischen Gemeindewirthschaft, über das Ganze eine demokratische Sauce gegossen, und dann braucht der Hebel„nur bei der Lohnfrage angesetzt zu werden." Damit sind wir denn glücklich bei der Rodbertus'schen Lohntaxe, dem Rodbertus'schen„Normalwerkta g", angelangt. Die Arbeiter sollen von 10 zu 10 Jahren ermitteln, wie viel Ein- kommen sie bedürfen, um„freien Arbeitern geziemend leben zu können", dieses Einkommen nach Berücksichtigung der Feiertag« und Mußestunden repartiren auf Tag und Stunde und danach den Unternehmern den Lohn für Durchschnittsarbeit,„Normalwert", vorschlagen, so daß, wer weniger leistet, einen geringeren, wer mehr leistet, einen größeren Lohn bekommt. Es ist hier nicht der Ort, diesen nur durch Abstraktion von den wirk- lichen Verhältnissen des wirthschastlichen Konkurrenzkampfes möglichen Vorschlag eingehend zu kritisiren. Als charakteristisch für den Geist sei- nes Verfassers sei hier nur der Schlußsatz angeführt(das Ganze ist in Form einer Aufforderung an die Arbeiter gehalten): „Ruft die Macht der öffentlichen Meinung, die Macht der Gesell- schaft zu Hilfe, um die Unternehmer zur unwandelbaren Annahme solcher Lohntaxe zu bestimmen, indem Ihr Euch aber selbst jedes direk- ten und indirekten Zwanges zur Einführung dieser Lohntaxe für Euer Theil enthaltet." Da könnten die Arbeiter warten, bis sie schwarz werden. So lange die Arbeitskraft eine Waare ist, deren Preis sich nach Angebot und Nachfrage regelt, können sie, als Träger dieser Waare, sich nur dadurch helfen, daß sie aus das Angebot derselben regulirend einzuwirken und dadurch Lohntarife tc. zu erzwingen suchen alle Versuche, auf andere Weise den Lohn zu reguliren, müssen nothgedrungen an den Ge- setzen deS wirthschastlichen Konkurrenzkampfes scheitern, soll diese Lohn- regulirung sich nicht auf das berühmte Lohnminimum reduziren, wozu die Arbeiter freilich keinen Zwang brauchen. Zur Entschuldigung von Rodbertus muß indeß bemerkt werden, daß für ihn hinter diesem Vorschlag sein„verhältnißmäßiger Arbeitslohn" steckt, den er an anderer Stelle entwickelt und für dessen Auferlegung er die Unternehmer entschädigen- will. Er ist in seiner Utopie wenigstens konsequent. Herr Schramm aber' der genaue Rodbertuskenner, der alte Marxist und Lassalleschwärmer pfeift auf alle„Dogmen", und findet schlankweg, daß dieser„Vorschlag" mit wenigen zeitgemäßen Aenderungen auch heute noch als„praltische Forderung" angesehen werden könne.„Der Arbeiter soll und muß so viel verdienen, daß er menschenwürdig leben kann." Sehr richtig, jeder Unternehmer wird dem zustimmen. Es fragt sich blas, was man unter„menschenwürdig" versteht.„Der Staat, der größte Arbeit- geber, muß durch Gewährung dieses Lohnes, dieser Lohntaxe zeigen, daß er es ehrlich meint mit der Arbeiterfreundlichkeit. Einer Regierung, welche in dieser Richtung vorangeht, werben die Mittel zu immer weiterer Verstaatlichung mit Freuden bewilligt." Nun, der preußische Staat hat in allen seinen Werkstätten und Be- trieben sehr spezialisirte Lohntarife, und Herr Maybach ist sicherlich fest überzeugt, daß die Arbeiter auf Grund derselben„freien Arbeitern ge- ziemend" leben können. Was will man also mehr? Etwas höheren Lohn? Schön, auch das soll zugestanden werden. Was ist aber damit erreicht? Das Lohnverhältniß bleibt, das Ausbeutungskystem bleibt, die Waaren- Produktion bleibt— die ganze Geschichte löst sich auf in ein modifizirtes Stücklohnsystem. Wir sind zu Ende. Es blieben zwar noch manche Behauptungen richtig zu stellen, manche Angriffe zurückzuweisen, aber wir wollen die Geduld unserer Leser nicht übermäßig in Anspruch nehmen. Wir hätten ihnen vielmehr eher Rechenschaft darüber abzulegen, daß wir einem Machwerk, das sich nach den gelieferten Proben als eine ganz gewöhn- liche Schmähschrift herausstellt, so viel Raum in unserem Blatte ge- widmet haben. Die Gründe, die uns dazu veranlaßten, liegen auf der Hand. Herr Schramm, der Verfasser der Schrift, besaß bisher als Schriftsteller einen angesehenen Namen in der Partei. Klarheit des Stils und lleberstcht- lichkeit der Darstellung machten seine Arbeiten zu gerngelesenen. Selbst wer mit dem Inhalt nicht immer einverstanden war, muß das zuge- stehen. Nun kommt derselbe Herr Schramm plötzlich und wirft unter dem Titel einer wissenschaftlichen„Studie" eine Schrift auf den Markt, die voll ist von falschen Darstellungen gröbster Art, die unter dem Deckmantel der unparteilichen Forschung keinen anderen Zweck verfolgt, als der persönlichen Ranküne des Herrn Schramm gegen zwei unserer hervorragendsten Borkämpfer— Marx und Engels— zu dienen, in der die wissenschaftliche Grundlage unserer Bewegung als Dogma verketzert wird, um an ihrer Stelle der Projektenmacherei Thür und Thor zu öffnen, und welche, statt des Klassenkampfes und der revolutionären Mission der Arbeiterklasse, eine mit etwas Staatssozialismus versetzte bürgerliche Demokratie predigt. Diese Broschüre erscheint in einem Berlage, der an sich schon eine Art Garantie für ihren Charakter inooloirt oder involviren sollte, sie wird zudem den Arbeitern in Inseraten und Reklamenotizen als eine besonders unterrichtende, über die Bestrebungen von Rodbertus, Marx und Lassalle objektiv ausklärende anempfohlen. Da gebot es uns die Pflicht, den Genossen ihren wahren Charakter zu zeigen, nachzuweisen, wie wenig sie das hält, was sie verspricht, zu beweisen, wie durch und durch unzuverlässig sie ist. Es ist in der That ein starkes Stück, wenn in einem, in Form einer längeren Rezension an die Zeitungen versandten Reklame- Waschzettel— beiläufig ein Unfug, in Bezug auf den wir seinem Urheber die Lektüre von Lassalle's melancholischer Meditation nur drin- gend anempfehlen können— die Schramm'sche Schrift als wohlthuender Gegeiyatz zu„pfäffischer Intoleranz und fanatischem Zelotenthum" hin- gestellt wird, wahrscheinlich weil darin sehr viel auf„Dogmen" und „Pfaffenthum" geschimpft wird. Aber mit diesen Redensarten kann man jede wissenschaftliche Ueberzeugunz verdächtigen, alle unbequemen Grund- sätze in Acht und Bann thun. Nicht Derjenige ist intolerant oder Zelot, der eine Lehre.Hdie er für falsch hält, bekämpft, sondern Derjenige, der, statt zu widerlegen, schimpft, statt zu beweisen, verläumdet. Aus Oesterreich. Der„höchste" Radikalismus. Man schreibt uns aus Wien: Seit ihrem Bestehen hat die„radikale Arbeiterpartei" mit ihren Wortführern nichts weniger als Glück gehabt. Man kann über die Herren Peukert, Hotze, Motz, Bielek u. s. w. denken wie man will, man mag an der Reinheit ihrer Gesinnung auch nicht im mindesten zweifeln, so wird man dennoch eingestehen müssen, daß die raffinirtesten Polizei- söldlinge der Regierung keine besseren Dienste leisten konnten, als die angeblichen Unteroffiziere Hans Most's. Als der hervorragendste Führer der Radikalen, wenn auch nicht von allen als solcher anerkannt, gilt heute der Wiener Advokat Dr. Friedrich Elbogen. Er hat in einigen Prozessen radikalen Arbeitern als geschickter Vertheidiger zur Seite ge- standen, hat sich vor dem Gerichtshofe selbst zu dem radikalen Glaubens- bekenntnisse bekannt und durch dies Alles einen namhaften Einfluß a« in O viele Arbeiter gewonnen. Run geht auch bei ihm das Verhängniß>> in G Erfüllung— der radikale Führer leistet der reaktionären RegieriM sich i Liebesdienste. Bewußt oder unbewußt? Wer weiß es? die h Am 23. Januar betheiligte sich der„österreichische Lassalle", so mit bkoni Elbogen von gewissen Leuten genannt, an einer Debatte über das« gegen wetterte Wahlrecht im Neubauer Demokratischen Verein.„Ich bin zwc der S Anhänger des allgemeinen Wahlrechts und Gegner jedweder Interesse: Oeste Vertretung," meinte der erzradikale Doktor,„doch hätte ich gewünsch Regu daß die neuen Gemeindewähler, die sogenannten Fünfgulden- Männn(So einen eigenen Wahlkörper bildeten, so daß statt drei nunmehr vier Was!„Rar körper vorhanden wären." Ferner sagte Elbogen, daß das erweitert die£ Wahlrecht nur dem Ministerium Taaffe zu danken sei. Dieser Regit Tha0 rung gereicht es auch zum hohen Lobe, daß sie in Oesterreich die erst unt ist, welche eine friedliche Verständigung mit dem seit jeher verfolgt!' Seht und zu Boden gedrückten Arbeiterstand angebahnt hat. Er ist zwar ei'"d1' Todfeind aller offiziellen sozialpolitischen Elemente und kein Anhängt werkl der Regierung, doch selbst als Gegner müsse er dem Grafen Taaffe seil«-''che Anerkennung zollen, daß er das redliche Bemühen und den ehrlich«°ußei Willen gezeigt habe, die sozialen Gegensätze auszusöhnen und den arm«' Arbeitern zu helfen. Im Laufe der Debatte wiederholte Elbogen biet das 1 Aeußerung und führte sie noch weiter aus. Es fällt uns nun nus; ein, irgendwie in Zweifel ziehen zu wollen, daß der Herr Doktor all«»unz so meint, wie er es ausspricht. Als überzeuzungstreuer Mann jedos wehr hat er unseres Ecachtens die Pflicht, nun auch vor seine Anhäng«'""st hinzutreten und ihnen, den Arbeitern, das Nämliche zu verkünden»' was er vor den Bourgeois geäußert hatte. Er entrolle vor Jenen dal finde Bild der sozialvolttischen Thätigkeit des Ministeriums Taaffe. Was ha' Jpch« dieser geniale Mann nicht schon alles zu Wege gebracht! Taaffe hat de» Ausnahmszustand verkündet, Arbeiter-Verfolgungen und-Aus--ipfe Weisungen im größten Maßstabe vornehmen lassen. Sein Name sei ge- über lobt! Taaffe hat im Reichsrath ein Sozialistengesetz eingebracht, weni welches Jedermann, der von der Wahrheit sozialistischer Ideen überzeugt He rr ist, ohne sonderlichen Grund als rechtlos erklärt. Sein Name sei gelobt! Taaffe hat ein Vagabundengesetz erlassen, durch welches jedei Arbeitslose, wenn es der Polizei beliebt, zum Verbrecher g« stempelt werden kann und jahrelang in ein Arbeitshaus eingesperrt werden darf. Sein Name sei gelobt! Taaffe hat die freien Arbeiter Jnvalidenkassen aufgelöst und den Krankenkassen die Steuer- bogen zugeschickt. Sein Name sei gelobt! Taaffe hat den Fabrik- inspektoren den Eintritt in die Staatsfabriken verweigert- obgleich die Arbeiter derselben von ihrem staatlichen Lohnherrn auf das Aeußerste bedrückt und ausgebeutet werden. Sein Name sei gelobt! � Taaffe hat Dutzende von Arbeiteroereinen aufgelöst, hat die Prol«! tarier presse unterdrückt oder durch schamlose Konfiskationen aul wan das ärgste gepeinigt; Taaffe hat eine Unzahl von Hochverraths'*ln'9 Prozessen gegen sozialistische Arbeiter angestrengt, hat die Führ« von Streiks wegen Geheimbündelei anklagen lassen, hat an vielen Orte» w9'!! die bewaffnete Muht bei Lohnstreitigkeiten interveniren lassen. Taafi f"1"« hat den Wiener Bäckerstreik dadurch vereitelt, daß er den Meister» 9" die Militärbäcker zur Verfügung stellte; er hat endlft durch ein schmachvolles Spitzelsystem Haß und Zwietracht unt« den Wiener Arbeitern gesäet. Das möge der„österreichische Lassalle" seinen treuen Anhängern e> 9° zählen und dann hinzufügen,„es gereiche dem Grafen Taaffe zum hohe» r™ Lobe, daß er der erste in Oesterreich sei, welcher eine friedliche Verstäl» digung mit dem zu Boden gedrückten Arbeiterstand angebahnt hat. Elbogen möge ferner erklären, er sei nicht nur ein Anhänger des allg« meinen W ihlrechts, trotzdem„seine" Partei dasselbe verdammt, sonder»*9 ey würde sich sogar mit der Errichtung eines vierten Wahlkör' wuß' ' p e r s einverstanden erklären. Jubelt ihm auch dann sein Anhang z» wie er es bisher noch stets gethan hat, dann wird alle Welt wissen endlich einmal wissen, was unter„radikalem Sozialismus" eigentlich z» � verstehen sei. Jeden ehrlichen Proletarier aber muß tiefer Schmerz er, u' greifen, wenn er sieht, was für Personen es sind, welche ein einiges Vorgehen der österreichischen Arbeiter stets zu verhindern wissen.- Noch eine andere Leistung des„höchsten Radikalismus" konnte ai» 0"? 29. Januar verzeichnet werden. Der„deutsche Verein" in Wien hiel'•Jur eine Versammlung ab, in welcher ein Redner erklärte,„das Herz ein«!®' jeden Deutschen sei mit aufrichligster Bewunderung von Bismarck'» R-b< Sab in der Polendebatte erfüllt." Als Ausdruck dieser Bewunderung wurd« au», einstimmig eine Resolution folgenden Inhalts angenommen:„Der deutsch'*" Verein spricht seine unverholene Freude darüber aus, daß der entschied« P deutschnationale Standpunkt in der jüngsten Rede des deutschen Kanzler! firer zum Ausdruck gekommen ist." Man wird vielleicht glauben, daß ein««"ip derartigen Resolution nur konservative oder nationalliberale Mameluk«»atai zustimmen können, dem ist jedoch nicht so. Der deutsche Verein setzt s«k 3 aus Männern der sogenannten„schärfern Tonart" zusammen, denselbe» 9"? Männern, welchen Bismarck schon wiederholt einige derbe Fußtritte ve»' setzt hatte. Das verhindert aber die guten Leute nicht, in diesen Stöß« 9?? nur heftige Liebesbetheuerungen zu verspüren und jeder Rohheit un' fet:1 Gewaltthat des preußischen Staatshausknechts ungetheilte Bewunderuni Sar zu zollen. Bismarck's Polenrede zujubeln, heißt zum Rassenkampfe aus 0 1 1 fordern und zwar zu einem Rassenkampfe scheußlichster und gemeinst« 9 e> Art. Diesem Kampf sollten namentlich die österreichischen Deutsch« hübsch aus dem Wege gehen. Erfüllen sie doch heute schon die Web*}IV mit ihren Klagen, daß ihr nationaler Nothstand ein trostloser sei, st'0"' trostlos fast wie derjenige der preußischen Polen. Mit welchem Recht � darf also der deutsche Verein über die Unterdrückung des deutschen El« ments in Ungarn und Böhmen klagen, wenn er zugibt, daß-ine nati» nationale Minorität zertreten werden darf? In vem deutschen Bereil ni- befindet sich eine Gruppe von Männern, welche sich„nationale Sozial' bra demokraten" nennen, die Arbeiter jedoch heißen sie„Sozialdemokraten die es nicht sagen dürfen". Unter dem Siegel der strengsten Verschwi« genheit erzählen diese Herren, unter welchen sich auch ein Abgeordnet« befindet, daß sie zwar begeisterte Anhänger der Sozialdemokratie seien � vorläufig aber nur im deutsch-nationalen Sinne wirken können. Sb � haben auch mit den Arbeitern Fühlung gesucht und würden es gar z» � gerne sehen, wenn sich die deutschen und slavischen Arbeiter mit de» � Fäusten bekämpfen würden. Vielleicht verfassen„die Sozialdemokraten: welche es nicht sagen dürfen", demnächst eine Broschüre, betitelt:„Dal � national- kommunistische Manifest", mit den Worten schließend:„A« beiter aller Länder, veruneinigt Euch!" Es ist nicht zu fürchten, da! � die deutschnational-sozialdemokratifchen Agitatoren unter den Wien« Qua Arbeitern einen andern Erfolg, als einen Heiterkeitserfolg erring« � werden. Denn der neuesten Völkerwanderung mittelst dei mai Schubwagens zujauchzen und dabei sich für Freiheit, Gleichheit unt �. Brüderlichkeit aussprechen, können nur„politische Narren", denen indez ßn, die Krone des„Radikalismus" nicht versagt werden soll. gß Leo XIII, zflfl Ueber die famose Resolution der österreichischen Deutsch-Nationale» G e wird uns noch von anderer Seite geschrieben:«in- Man muß diese Kerle kennen, um den Haß der Slaven gegen sie z> 2 begreisen. Dieses groß- und kleinbürgerliche Protzenthum spricht vo» lan den Slaven nur wie von einer tieferstehenden Rasse, die nicht nun kan was ja richtig, in der Kultur zurück, sondern die überhaupt k u l t u r- Hu unfähig sei. Sobald daher die deutsche Bourgeoisie nicht herrscht we- ist es mit der Kultur in Oesterreich zu Ende. Re Unlängst war im böhmischen Landtag eine Sprachendebatte. Di« bev Deutschen— Antrag Piener auf Zweitheilung Böhmens— verlangten jeder Beamte solle in Böhmen deutsch können, tschechisch aber daneben nur in den tschechischen Bezirken: also ungefähr der Zustand, wie er bit W zum Taaffe'schen Sprachenerlaß bestand. Die Tschechen forderten, jede»»«>) böhmische Beamte solle deutsch und böhmisch kennen. Man kann übe» als diesen Antrag denken wie man will, die kolossale sittliche Entrüstung nui über die„Unterdrückung" des Deutschthums, die bei dieser Ge un> legenheit zu Tage gefördert wurde, rechtferttgt er nicht. Was rief da zw mals derselbe Herr Knotz, der jetzt Bismarck die Stiefel dafür ableckt 1 weil dieser 40,000 Polen heimatlos gemacht hat?„Unsere deutsche Jugen» W wird sich nie entschließen, tschechisch zu lernen; uns Deutschen ecket' wo vor Allem, was tschechisch ist."*) Riesiger Beifall aus den deutsche»«fi Bänke». �„x. Die Unterdrückung der Deutschen Oesterreichs, von der tn Deutsch® land so viel Geschrei gemacht wird, reduzirt stch darauf, daß sie nich w mehr herrschen können. Es gibt allerdings unterdrückte Nationalität«» � *) Vgl. den Bericht der d e u t s ch l i b e r a l e n„Neuen freien Presse� in vom 18. Januar. 10* in Oesterreich, aber das sind nicht die Deutschen, sondern die Ruthenen in Galizien, die Slovaken und Rumänen in Ungarn. Diese sind wirk- lich unterdrückt, denn diese Nationalitäten liefern daS Arbeitsoieh für die herrschende Aristokratie, und ihre politische Befreiung könnte ihre ökonomische Ausbeutung gefährlich machen. Die Deutschen bilden da- gegen den Kern der Bourgeoisie, und von einer ernstlichen Unterdrückung der Bourgeoisie kann heute kaum noch in Rußland, geschweige denn in Oesterreich die Rede sein. Thatsache ist, daß jede freiere politische Regung heute in Oesterreich unterdrückt wird, bei Slaven wie bei Deutschen. vereine denselben Punkt behandeln. So am Sonntag den 24. Januar die Klempner, so die Böttcher rc. Ferner besitzen wir ein Organ, der„Sozialdemokrat", früher „Vort Arbetde" sUnsere Arbeit); derselbe erscheint ein Mal wöchentlich. Die Agitation hier ist, trotzdem wir gute Fortschritte machen, doch sehr schwer, denn ein fanatisch religiöses, mit einem starken Nationalstolz behaftetes Volk ist für die Lehren des Sozialismus nicht leicht zugäng- lich. Die Regierung, welche die mehr und mehr um sich greifende sozia- listische Bewegung nicht ohne Besorgniffe beobachtet, hatte eine Arbeiter- kommission von 11 Mitgliedern eingesetzt, um die Rothlage der Arbeiter zu untersuchen— wohrscheinlich um in die Fußstapfen des grrrroßen Sozial- reformers Bismarck zu treten. Unsere Aufgabe jedoch soll es sein, die- sen Schwindel ins richtige Licht zu setzen, und die Galgenfrist des ver- briesten Raubsystems nach Kräften zu verkürzen. Ein rother Vorposten im hohen Norden. 0. 8. — In England gährt es oben und unten. Im Parlament hat Gladstone die Tories geschlagen und die schwankenden Elemente seiner Partei, die Hartington in die Ecke gedrückt. Es zeigt sich immer mehr, daß Parnell sehr glücklich operirt hat, und daß es ohne weit- tragende Konzessionen an Irland nicht abgehen wird. Die großmäuligen deutschen Bismarck-Anbeter haben übrigens keinen Grund, hochmüthig über Gladstone herzuziehen. Der„alte Schwätzer" hat sich viel weit- sichtiger gezeigt als das Gros seiner Partei, und wenn seine auswärtige Politik keine glänzende ist— und die Verhältnisse liegen für England etwas komplizirter als für Deutschland—, so«st seine innere Politik für einen bürgerlichen Minister um so bedeutsamer. Und an der inneren Politik erkennt man den Staatsmann. Gladstone wirkt, wie Bismarck, echt revolutionär. Er schüttelt die alten Parteien durcheinander, aber nicht um die politische Freiheit zu meucheln, sondern um den Fortschritt— natürlich in seinem Sinn— zu fördern. Für den Rest sorgen die Maffen. Denn auch in den Massen gährt es. Die A r b e it s l o sig keit greift immer mehr um sich, und die Arbeitslosenversammlung vom letzten Sonntag mit ihren Exreffen hat gezeigt, welch Zunder in der Metropole der zivilisirten Welt aufgehäuft. Korrespondenzev Kottbus(Provinz Brandenburg), Ende Januar. Am ersten Pfingstseicrtag v. I. fand Hierselbst eine vertrauliche Zusammenkunst von Genoffen im Waide statt. Dieselbe wurde der Polizei denunzirt, und diese erhob gegen die Genoffen R. G l e y, H. Seefeld und Adolf Lehmann als„Leiter einer geheimen Versammlung" Anklage. Trotz dem sich unsere Genoffen im Veihör für unschuldig erklärten, wurden sie dennoch— ohne nochmaligen Termin— zu folgenden Strafen ver. urtheilt: Gley und Seefeld zu je 15 Mk. Geldstrafe oder 8 Tagen Haft, Lehmann zu 20 Mk. Geldstrafe oder 10 Tagen Hast. Als Beiast ungs- beweis wurde angegeben: Zeugniß des Denunzianten, Tischler- gesellen Adolf Brofinsky aus Kotibus. Brosinsky, der seinerzeit noch als Genoffe galt, hat allo— wahr. scheinlich aus Liebe für die Arblitersache— den Angeber gespielt. Wir machen daher alle Aibeiter und Genossen aus den Charakter dieses sauberen Burschen aufmerksam, und ersuchen, falls sich derselbe anderswo blicken läßt, ihm das gebührende Andenken nicht vorzuenthalten. Signalement desBrosinsky. Größe: Meter 1,65—1,87. Gesicht: Blaß, mit einigen Warzen. Haar: Dunkelblond. Bart: Kleinen, dunklen Schnurrbart. Besondere Merkmale: Ohren weit abstehend; trägt die Arme beim Gehen etwas krumm. Die Kottbuser Vertrauensleute. Mainz» 10. Januar. Obgleich das Parteiorgan seit langer Zeit keinen Bericht von den Mainzer Genoffen aufwies, herrscht doch regeS Leben in der hiesigen Arbeiterbewegung. Mainz ist, wie keine zweite Stadt in Deutschland, überaus reich an Wahlen gewesen, und hat auch dieses Jahr wieder einen Wahlkamps durchzumachen. Im November 1888 be- theiligte sich die Partei an der Stadtverordnetenwahl und ist nur durch die Vereinigung der drei gegnerischen Parteien unterlegen. Im Sommer 1884 fand die Wahl zweier Vertreter in den hessischen L a n d t a g statt, bei welcher der Partei nur 6 Stimmen zum Siege fehlten. Alsdann folgte im Oktober die Reichstagswahl, wobei es dem ultramontanen Kandidaten mit Hilfe der Gegner und dem bekannten Schwindel mit einem angeblichen Briefe des Dr. Philipps gelang, unseren Kandi. baten um 93 Stimmen zu überflügeln. Jndeß war der Protest gegen die Landtagswahl noch nicht erledigt; erst nach Neujahr 1885 erklärte die Kammer zu Darmstadt diese Wahl für ungiltig. Nun galt es, nach drei Niederlagen innerhalb kurzer Zeit, bei einer indirekten und beschränkten Wahl, den Sieg zu erringen. Auf gerüttelt durch unerhörte Gemeinheiten, die die ultramontane Partei bei der letzten Rrichstagswahl geg�n die Sozialdemokratie geschleudert hatten, traten die Arbeiter in den Wahlkumps ein, und ein glänzender Sieg war der Mühe Preis. Zum Erstenmal wuiden dadurch in Süddeutsch- land Sozialdemokraten in einen Landtag gewählt. Nun stehen der Partei bei den nächsten Landtagswahlen, die in ver- schiedenen Kreisen in anderthalb Jahren stattfinden, Siege in Aussicht, wenn geschloffen und thatkrästig in den Wahlkampf eingetreten wird. Zur befferen Organisation hat man inzwischen in Wöirstadt eine Landes- konferenz abgehalten und daselbst ein Landeswahlkomite gewählt, das nun baldigst in Thätigk-it tr.ten wird, um Vorbereitungen iür die Landtagswahlen sowohl, als auch zu den Heuer noch stattfindenden Korn- munalwahlen zu treffen. Aus der ganzen Linie sind daher harte Wahlkämpfe bevorstehend, denn immer mehr klären sich die Verhältniffe, und nur eine wahrhaft demo- kratische Partei aus der einen Seite und der gesammte Ordnungsbrei auf der anderen werden sich gegenüberstehen. Moses Aron Veilcheniohn, Schmuhl Jtzig Entepol— wie der Titel für Nationalliberale seitens der Ultramontanen vor vier Jahren lautete— werden Arm in Arm mit Windthorst's Getreuen und den Demokraten als Dritten im Bunde gegen die Arbeiter zur Rettung des Geldsacks vereinigt sein. Von unserer Polizei ist zwar nicht viel, aber desto Bemerkens wertheres zu melden. Bei dem wohl hinlänglich bekannten Prozeß gegen den Mörder Herbst, der seinen Logiehenn buchstäblich in Stücke zer- schnitt, und deffen Frau, die der Prostitution ergeben war, erdroffelte, erzählte bei der Gerichtsverhandlung der Kriminalschutzmann L ä m- m e r s d o r s, zwar keiner der psilfigsten dieser Sorte, aber ein desto größerer Schmarotzer, daß er mir dem ermordeten Wothe, der mit dem Mörder Herbst viele Jahre im Zuchthaus faß, im Beisein seiner Frau und de« Mörders eines TageS Besprechungen wegen Spitzel- dienst gehabt habe. Es ist zwar nicht neu. daß die Polizei vielfach die v e r w o r- fensten Subjekte gegen ehrliche Leute benutzt, kann aber auch nicht oft genug an die Oeffentlichkeit gezogen werden. Wäre ein Sozialdemokrat in irgend ernem Verhältniß zu den betreffenden Personen gestanden, so hätte es gewiß an Entrüstung nicht ge- fehlt; aber die„Wächter der Ordnung" sind gegen jeden Vorwurf ge- schützt. So will es das„Recht", so erheischt es das Wohl der morschen und foulen Gesellschaft. Den in letzter Zeit bekannt gewordenen zwei Sittlichkeitsskandalen, arran irt von der„befferen' Gesellschast. hat sich der dritte bereits an- gereiht. Dieser Tage wurde eine Wittwe ve, hastet, die ein großes Kup- peletgeschäft mit halbreifen Mädchen betrieb; es sollen bereit? 37 Her- ren aus den„befferen Ständen" als dabei betheiligt ermittelt sein. London steht, wie auch dieser Fall wieder beweist, nicht allein da in Sittlichkeitssrandalen. Das Land der„GottsZfurcht und frommen Sitte" ist ebenso reich an Auswüchsen als andere Länder mit kapitalistischer Entwicklung und deren Folgen. Civis. Pari«, 19. Januar. Seit dem 14. Dezember v. I. hat sich hier in La Billette(äußerstes Stadtviertel von Paris) ein neuer Arbeiterverein gegründet. Obwohl, den besonderen Verhältnissen unseres Arbeitervier- tels Rechnung tragend, die Unterstützungsfrage in den Bereich unserer Thätigkeit hineingezogen werden mußte, so beruht unser Verein doch auf echt demokratischer und sozialistischer Grundlage und hat den„Sozial- demokrat" als Vereinsorgan anerkannt. Leider hat nun die schon seit Jahren herrschende Krisis auch auf die Arbeiter-Bevölkerung unseres Bezirks einen verderblichen Einfluß aus- geübt. Es gibt kein Stadtviertel in Paris, welches so stark von deutschen Elementen durchsickert wäre, wie das unfrige. Es gibt mehrere größere Fabriken, in welchen viele Deutsche beschäftigt sind, und, um die Ver- Hältnisse bekannt zu geben, folgen hier einige Daten. In den Zucker- f a b r i k e n sind ungefähr 1 0 0 0 D e u t s ch e beschäftigt, mit gegen- wärtiger Arbeitszeit von 9 Stunden zu 35—40 Centimes. In Seifen- fiedereien zirka 150 bei zwölsstündiger Arbeitszeit zu 30 Centimes, in einer Seidenspinnerei 200 deutsche Frauen bei zehnstündiger Arbeitszeit zu 25 Centimes. Dann sind wohl noch vereinzelte Deutsche, den verschiedenen Geschäftsbranchen angehörend und, wenn beschäftigt, besser bezahlt. In den andern Bezirken von Paris sind wohl ebenfalls Deutsche beschäftigt, wie beispielsweise im Faubourg St. Antoine in der Möbelbranche, doch ist ihre Zahl gegen früher bedeutend zurück- gegangen. Wer nun die theueren Pariser Verhältnisse kennt, wird zu- geben, daß die angeführten Löhne höchst armselige genannt werden müssen. Eine größere Anzahl Deutscher, welche im städtischen Dienst beschäftigt waren, sind gegenwärtig entlassen worden, um den brotlosen französischen Arbeitern Platz zu machen. Zu alledem kommt hinzu, daß die deutsche Industrie der französischen schwere Konkurrenz macht, was zur Folge hat, daß der hiesige Arbeitslohn immer mehr gedrückt wird. Dem gegen- über nimmt es sich höchst sonderbar aus, wenn die deutschen Großindustriellen fortwährend nach mehr„Schutz der nationalen Ar- b e i t" rufen. Daß wir unter solchen Umständen hier einen harten Stand haben, wird Jeder einsehen, doch hat dies nicht zu verhindern vermocht, unfern so jungen Verein einen kräftigen Anlauf nehmen zu lassen. In jeder Versammlung vergrößert sich die Zahl unserer Mitglieder, so daß wir schon einen dominirenden Einfluß auf die deutschredende Bevölkerung unseres Bezirks ausüben. Angesichts der bestehenden Verhältnisse hat ein deutscher Arbeiterverein in Paris eine große Aufgabe zu erfüllen, und die Debatten und Diskussionen legen Zeugniß dafür ab, daß wir unsere Aufgabe begriffen haben und den Muth besitzen, dieselben zu erfüllen. Die V>rsammlungen unseres Vereins finden jeden Sonntag von 3— 7 Uhr ms Bouret 4 bis statt. Der Vorstand. Quittung. Aus Leipzig von S. M. für die nothleidenden Genossen 30 Mk. erhalten zu baben, bescheinigt dankend Meerane i/S., 29/1. 86. Der Beauftragte. Zur dauernden Beachtung! Alle Einsendungen für die Redaktion, ebenso alle g e- schäftlichen Mittheilungen an die Expedition bitten wir niemals auf ein und dasserbe Briefblatt, sondern stets jedes für sich auf ein besonderes Blatt zu schreiben. Redaktionelle Mittheilungen in Geschäfts briefen müssen müssen wir sonst extra abschreiben, was unnöthige Arbeit, mitunter auch Verzögerung der Aufnahme verursacht. Die Szpeditio« des„Aofilildemokrat". Briefkasten der Redaktion: Mit Bezug auf die Debatte zur Reli- g i o n s f r a g e sind uns eine ganze Reihe von Zuschriften zugegangen, die wir in nächster Nummer ihrem wesentlichen Inhalt nach zum Abdruck bringen werden.— Kleiner Bismarck: Die Heimalhschein-Affäre ist einfach ein Skandal und wird in nächster Nummer gebührende Be- leuchtung finden. Eingesandtes Gedicht, dessen Grundgedanken sehr hübsch, verwenden wir gelegentlich.— Genossen in Davenport: Daß die Notiz des„Rock Island"- Wisches eine erbärmliche Lüge, geht schon daraus hervor, daß Bebel 1862— damals 22 Jahre alt— noch absolut keine politische Rolle spielte, sondern fortschrittlicher Bildungsvereinler war. Er ging erst 1 867 zur Sozialdemokratie über. Ueber den biederen Protar ziehen wir Erkundigungen ein.— Einsendungen sind eingetroffen aus: Chemnitz, Crimmitschau, Elberfeld, Offenbach, S ch w. Hall rc. Verwendung baldigst. der Expedition! C. L. Str.: Mk. 3— Ab. 1. Qu. erh.— Winter thur: Fr. 19 50 Ab. 4. Qu. Fr. 15 50 f. Schft. erh.— Fctb.: K. nach Wunsch besorgt.— Rother Exekutor: Mk. 26 20 ä Cto. Ab. u. P. K. erh. Adr. geordn. Wie oft sollen wir Ihnen noch verdollmetschen, daß ab hier Alles promptest geht. Die Zwischenhand kann's auch nicht- immer„blasen", besonders wenn sie durch Krebse, wie der Ihrige damals, lahmgelegt wird. Also„etwas pünktlicher"— bei der eigenen Nase!— C. Werner jr.: Mk. 300— ä Cto. Ab. ic. erh. Weiteres It. Notiz mit 6 u. Bf. Mehrbstllg. notirt.— A. Z. Schaffhsn.: Fr. 4— ä Cto. erh. Beil. beantw. Wo bleibt näherer Aufschluß?— Leopold Salzstadt: Mk. 2— Ab. Febr. u. März R. erh. Bblth. 4 folgt. — Ehm. Reichsmaulwurf D. S.: Mk. 15 90 ä Cto. Ab. 4. Qu. erh. — M. Sch. B.: Mk. 3— Ab. 1. Qu. erh.— Brille: öwfl. 1— Ab. Rest 1. Qu. erh.- B. V. Mh. i. T.: Mk. 3- Ab. I.Qu. erh. Adr. geordnet.— St. Louis:(10 Doll.) Fr. 49— von den Arbeitern der Schneidergeschäste Leon Strauß,<8 Doll.) Fr. 39— von dens. bei A. H. Schmidt und(5 Dollars) Fr. 25— von Kiffack und Seamann pr. Dfds.(nöthigenfalls als Beitrag zu dem„Chemnitzer Prozeß") dkd. erhalten. Weiter Aoisirtes noch nicht da. Warum nicht Doller- noten gesandt? Kurs hier voll.— Ed. Ft. Beauvais: Fr. 5— Ab. 2. u. 3. Qu. 86 erh.- G. K. Fkbg. i. Sch.: Mk. 3 35 f. Bldr. u. Schft. u. Mk. 1 65 pr. Agfds. dkd. erh. Beil. n. L. abgg.— Die 3 Gleichen: Mk. 150— ä Cto. Ab. ,c. erh. Bfl. Weiteres.— Felix II: Mk. 34 40 Ab. erh. Was heißt:„ab für Mgd. Mk. 2— Frau,: Mk. 3 80 Ab. Rest pr. 1. Qu. u. Mk. I 20 ä Cto. Bblth. erh. Gesperrtes abgg. — A. B. Gz.: Mk. 3— Ab. 4. Qu. erh.— P.-Gen. Groitzsch: Mk. 10— pr.Agsds. dkd. erh.— Der Alte G.: Mk. 52— Ab. 4. Qu. u. Schst. erh. Weiteres nach Wunsch u. mit 7.— Rübezahl G.: Mk. 36— Ab. 1. Qu. erh. Rekl. geordn. Sie find im Recht.— Dr. Klemm: Mk. 50— pr. R. Bk. erh. Adr. ic. eingerenkt. Gewünschtes mit 7. Qttg. der betr. r. Sch. in Nr. 5.— Ferd.: Bf. v. 7. d. hier. Sch. sofort erledigt. — Oncel: War durch einen„Namensvetter" anderwärts irritirt; jetzt geordnet.— Köln a, Rh. Stadt: Mk. 224 76 ä Cto. d. alten Saldo Ab. jc. erh.— Rother Apostel: Mk. 183 45 ä Cto. Ab. ic. gutgebr. Adr. notirt. Bfl. mehr.— Pantolus: Nach Wunsch besorgt. Betr. Athle. ,c. gewärtigen Weiteres.— Ahlemann: Eingetroffen u. nebst Weiterem entsprechend besorgt. Bfl. mehr.— H. Rkw. London: Fr. 56 25 pr. A. W. Lc. i Cto. Ab. k. a. 9/2. erh.— Christiania O. Lund: Bf. v. 3/2. am 9/2. erh. u. sofort an Adr. i. Dtschl. weiter besorgt. Tauschexemplar hierher an bekannte Adr. erbeten.— Groß-Auheim: Mk. 12— pr. Dsds. v. d. Alten dkd. erh. Weiteres nach Wunsch.— Roritzburg W.: Mk. 800— ir Cto. Ab. tc. durch Frdshand. erh.— Rothfärber: Mk. 120— ä Cto. Ab. ic. erh. Mk. 8 80 pr. Ab. 1. Qu. 2 dir. gutgebr. für Sch. u. W.— Gänseleber: Mk. 30— ä Cto. Ab. ic. pr. Frd. erh. — Verrina: Mk. 574 50 ä Cto. Ab.»c. erh.— Aachen: Mk. 10—»- einem Anti-BiSmärcker pr. Dfds. dkd. erh.— Zoroaster: Inzwischen durch W. besorgt. Bl. gehen Donnerstag Mittag ab hier an Franz.— Neu-Haven:(19 Doll.) Fr. 96 20 pr. Agfds. gesammelt v. Jul. Bollen- sänger dkd. erh.— Egoist Rheinland: Mk. 250— ä Cto. Ab. ic. eingtr. Bf. rc. folgt.— Bruno B-rg: Mk. 391 85 ä Cto. Ab. ic. pr. Ende 85 erh. Mehrbstllg. ic. folgt.— Rothbart: Nach Wunsch i. Sp. vorge- sehen. Eintreffen prompt erbeten. Bsillg. folgt.— Der rothe Deserteur: Fr. 2— pr. Ufds. dkd. erh.— G. Wgr. Oberrieden: Fr. 1 40 Ab. Febr. u. März erh. Weiteres beachtet.— H. W. Ff.: Mk. 4 40 Ab. 1. Qu. erh.— Dringendes Gesuch. Ein verheiratheter Mann. 34 Jahre alt. sucht, da er gesundheitshalber sein erlerntes Geschäft als Eisengießer nicht mehr betreiben kann, eine anderweitige Beschäftigung, vielleicht als Magazinier, Kontra« leur, Bureaudiener. Expedient. Schreiber oder Aus- l a u f e r-c., und wird hierbei bemerkt, daß derselbe eine sehr gute Handschrift schreibt. Derselbe könnte auch eine W i r t h s ch a f t pachtweise oder als Wirth- schaftsführer übernehmen, oder den Ausschank einer Brauerei, da er in letzter Zeit eine Wirthschaft führte, jedoch wurde ihm hiebe! durch ein Militäroerbot die Existenz unmöglich gemacht. Diejenigen Parteigenossen, welche in dieser Angelegenheit etwas thun können, werden ersucht, es bald zu thun, da der Beireffende schon seit längerer Zeit existenzlos ist und sich mit seiner Familie in keiner rosigen Lage befindet, Alles deshalb, weil er sich um die Sache der Arbeiter angenommen hat. Offerten sind zu richten an EqlrMUia de» Sssialdemidrat. Aufruf. Der Schriftsetzer TheodorOberhaus aus Münster(Westfalen), wird hierdurch aufgefordert, die bekannte Angelegenheit sofort zu regeln. Die Genossen von Leipzig und Umgebung. Aufforderung. Sollten Genossen die Adresse des Malergehilfen Wilh. Cullmanv aus Herstein(Fürstenthuin Birkenfeld) bekannt sein, so bitten wir, dieselbe uns sofort mitzutheilen. Es handelt sich um Familienangelegenheiten. Deutscher Arbeiterbildungsverein Chur. Aufforderung. Die in Nürnberg und Fürth wohnenden Inhaber von An- theilscheinen der Züricher Genossenschaftsbuchdruckerei werden ersucht, sich entweder bei uns oder bei einer Nürnberger Ver- trauensperson zu melden, um genau feststellen zu können, wie viele dieser Scheine durch den vor Kurzem so plötzlich verstorbenen Genossen Hagenbauer, welcher den Vertrieb übernommen halte, ab- gesetzt worden sind. Durch Einmischung Unbefugter in die Rege- lung des Hagenbauer'schen Nachlasses wurde eine glatte geschäftliche Abwickelung erschwert und ist deshalb die obenerwähnt- Anmeldung der Antheilschein-Jnhaber in beiderseitigem Interesse nothwendig. Ate Merwaltung der Schweizerifchen Genoffenfchaftsbuchdruckerei in Hottingen-Zürich. Soeben erschien und ist durch Unterzeichnete zu beziehen: Sozialdemokratische Bibliothek. Heft IV. Enthüllungen über den Kommunisten-- Prozeß zu Köln. Von Karl Marx.(Mit einem Vorwort von Fr. Engels:„Zur Geschichte des„Bundes der Kam- munisten".") Preis: 50 Pf.— 65 Cts. Ferner sind bis jetzt erschienen: Heft I. Gesellschaftliches und Privateigenthum. Ein Beitrag zur Erläuterung des sozialistischen Programms. Preis 20 Pfg.--- 25 Cts. Heft II. Karl Marx vor den Kölner Geschworne«. Prozeß gegen den Ausschuh der rheinischen Demokraten wegen Aufruf» zum bewaffneten Widerstand. Preis 20 Pfg.=- 25 Cts. Heftm. Die Zukunft der Sozialdemokratie. Von I. Dietzgen. Mit einem Vorwort und Nachtrag. Preis: 15 Pfg.— 15 Cts. Bestellungen auf die„Sozialdemokratische Bibliothek" werden erbeten. Die Hefte werden auch einzeln abgegeben. VoiksdasliltaBÜIulT und Expedition des„Ion." Bottlngen-Zfirlch. SVJ/trtcl Alle dänischen, schwedischen und norwegi- i v sch e n Sozialisten im Ausland werden hiemit auf den Lk�iidiallvisKe Laese- og Diskutionforening i Paris aufmerksam gemacht. Das Lokal des Vereins ist dasselbe wie das der deutschen Sozialisten: Ras de RItoH 78, Cafö de la Ville. Skandinavische, deutsche und französische Zeitungen und Zeitschriften liegen zu jeder Tageszeit zur Benutzung aus. Jeden Dienstag, präzis 9 Uhr, öffentliche Versammlung mit Vorträgen und Diskussionen. Im Verein wird Rath und Auskunst in allen Sachen erthellt, so- wie gratis Unterricht im Französischen und in anderen Fächern. Der Vorstand des Skandinavisk Lesse- og Diskutions-Forening. Samstag, den 13. Februar, Abends 8'/, Uhr, im Ulla; Cafe Mutter(früher„Weißes Rößli") an der Schifft lände, 1. Stock: Heffeutlich« Versammlung der deutsche« Sozialiste«. Tagesordnung: DaS Sozialistengesetz in Oesterreich. Referent: Bgr. Reinthal. Zu zahlreichem Erscheinen ladet freundlichst ein Der LokalauSfchuß. Jedermann hat Zutritt. «chweizerische»moffrn!»atl»-«uchdru«eret H-Magen-Zkei»