Abonnements tottbm b>i allen schwti>erischnl Postbureaux, sowic beim Verlag »nd dessen bekannten Agenten entgegengenommen, und zwar zum »orauS zahlbarcn BierteljahrspreiS»on; 3ft. 1,— für dieschweiz(Kreuzband) Ml. 8,—(üt Deutschland(Couvert) fl. 1,70 süt Oesterreich(Couvert) St. 2,50 für alle übrigen Länder d»»s Hottinge«, Zürich. Pikstllblllllt» franko gegen franko. GewShnliche Briefe nach der Schwei, kosten Doppelporto. M 9. »tiefe an die Redaktion und Erpedition des in Deutschland und Oesterreich verbotenen.Sozialdemokrat' wolle man unter Beobachtung äußerster Vorficht abgehen lassen. In der R'gel schick- man uns die Briefe nicht direkt, sondern an die bekannten Deckadressen. In zweiselhast-n Fällen eingeschrieben. 26. Februar 1886. Parteigenossen! Vergeßt der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! „Gesindel" und Revolution.- Wir haben bereits in der vorigen Nummer unseres Blattes konstatirt, daß das Geschrei der deutschen Reptitienpresse über den„anarchistisch-sozialistischen" Aufruhr in London eitel Flun- kerei war. Es steht jetzt fest, daß die Sozialisten mit den Demolirungsszenen nicht nur nichts zu thun hatten, sondern sogar alles Mögliche aufgeboten hatten, jeden Gewaltakt zu verhindern. Daß ihnen das nicht gelang, daß die drin- genden Aufforderungen von Hyndmann, Burns und Champion am 8. Februar im Hydepark an die Menge, sie möge, nach- dem sie ihrem Verlangen Ausdruck gegeben, ruhig auseinander- gehen, nicht befolgt wurden, beweist zwar— wir dürfen uns das nicht verhehlen— die aktuelle Schwäche der sozia- listischen Bewegung in England, aber auch die Unschuld der Sozialisten an den später stattgehabten Zerstörungs- u. s. w. Szenen. „Diejenigen, welche Fenster einschlagen, sind bezahlte Agenten Eurer Feinde."„Ihr wißt, daß wir entschlossen sind, mit Preisgebung unserer Person Alles zu thun, was wir können, um gegen das bestehende System zu protcstiren, und ich bitte Euch, unser Werk nicht unmöglich zu machen, wir sind noch nicht organisirt. Organisirt und beschützt Euch", rief, taut Anklage(vergl. den„Standard" vom 18. Februar), Hy nd- mann der Menge zu. Und Williams:„Bitte, geht nach Hause, aus dem ein- fachen Grunde, weil hier eine Anzahl von Skandalmachern (Roughs) sind, die sich damit ergötzen, Fenster einzuwerfen. Thut nicht wie sie, denn sie verlangen nicht nach Arbeit. Ber- sucht keine Rebellion, wenn Ihr nicht dazu organisirt seid!" Und dementsprechend plädirte auch der öffentliche Ankläger, terr Potaub, nicht auf ein Verbrechen, sondern nur auf ein ergehen(mi8(ismsanor). Aber die deutschen Reptile überstaatsanwalteten den Staats- anwalt, und selbst die„freisinnige" Spießbürgerpresse betet ihnen gläubig nach. Worauf es den Reptilen ankam, hat in der Debatte über die Verlängerung des Sozialistengesetzes der Konservative Schlicckmann gezeigt, als er unter Anspielung auf die Londoner Vorgänge ausrief:„Es gibt auch unter den Linden Iuwelenläden!" Und was kein politisches Blatt zu schreiben wagte, das nahm sich das verlumpte Witzblatt„Kladderadatsch" heraus— �das Asylr echt, das England seit 1848 den politischen Flüchtlingen gewährt, für die Tumulte verantwort- lich zu machen! Die politische Freiheit Englands ist der Bande, welche jetzt in Deutschland„öffentliche Meinung" fabrizirt, und ihrem beutegierigen Oberkommandcur ein Dorn im Auge, und während in England nicht einmal die konservativen Blätter Beeinträchtigung der Preß-, Versammlungs- und Redefreiheit verlangen, nehmen in dem aufgeklärten, bie- deren Deutschland selbst Leute, die sich Liberale nennen, die Londoner Vorgänge zum Vorwand, die politischen Rechte des— deutschen Volkes zu verkümmern. Diesem niederträchtigen Gebahren gegenüber ist es doppelte Pflicht, den sozialistisch-proletarischen Standpunkt auch bei dieser Gelegenheit mit Entschiedenheit zu wahren, anstatt uns durch dasselbe in's Bockshorn jagen zu lassen. Zunächst konstatiren wir, daß die sogenannten„Proteste" der englischen Arbeiter gegen die sozialistischen Reden und die Forderung, daß die Redner zur Veranrwortung gezogen werden, wovon in der deutschen Presse— von der„demokratischen bis zur konservativen"— so viel Aufhebens gemacht wird, nichts als Humbug sind. Die„Arbeiter", um welche es sich da handelt, sind vom gleichen Kaliber, wie die christlich-sozialen„Arbeiter" des Herrn Stöcker— Zöglinge der konservativen Schutz- Zöllner, die wüthend darüber sind, daß ihr schutzzöllnerisches Meeting gestört wurde. Was würde man in Deutschland sagen, wenn, gestützt aiff eine von Stöckers Garde beschlossene Resolution, englische Blätter schrieben: die Berliner Arbeiter Protestiren gegen die aufrührerische Agitation der Sozialisten und erklären die Verlängerung des Sozialistengesetzes für noth- wendig? Wie würden da die pharisäerhasten deutschen Zeitungen witzeln über die Unwissenheit der Engländer! Die Presse des Denkervolkes aber blamirt sich nie, auch wenn sie die größte Albernheit über das Ausland zum Besten giebt. Dann aber, was ist so Entsetzliches geschehen? Es sind im Anschlüsse an eine öffentliche Versammlung Fenster demolirt und von Spitzbuben einige Läden geplündert worden. Das Erstere ist nicht nur in London sondern auch anderwärts schon manchmal passirt, das Letztere billigt kein Sozialist, es geschah gegen den ausdrücklichen Protest der Sozialisten. Will man die Sozialisten für die Plünderungen verantwortlich machen, so muß man die Veranstalter von Paraden, Aufzügenic.! auch für die Taschendiebstähle:c. verantwortlich machm,! die bei solchen Gelegenheiten in Deutschland wie in England und anderwärts gewohnheitsmäßig in großer Anzahl verübt werden. Die englischen Sozialisten haben sich durch die Angriffe und Verfolgungen nicht abhatten lassen, ihre öffentlichen Versamm- lungen zur Besprechung des NothstandeS fortzusetzen, und sie haben Recht daran gcthan. Ist etwa der Nothstand nicht vorhanden? Ist das große Elend eine sozialistische Erfindung? Wir nehmen ein konser- vatives Blatt, den„Standard" in die Hand, und was lesen wir? .„Wir würden bedauern, wenn wir verursachten, daß Leute den Nothstand, der in der Hauptstadt herrscht, mit gleichgültigen Augen betrachten, blos weil sie nicht in derselben wohnen. Aber Niemand wird die übertriebene Zärtlichkeit entgangen sein, mit der die Mißverhältnisse irgend einer Bevölkerungs- klaffe nachgefühlt werden, vorausgesetzt, daß sie in London lebt. Hätten die Steinwürfe und Fenfterdemolirungen von neulich in einer andern englischen Stadt als London stattgefunden, so würde man verhältnißmäßig wenig darüber gesagt haben und die Sache würde jetzt schon in Vergessenheit gerathen sein... Es wird daher gut sein, wenn die Bürger Londons ihre Sympathien über das Weichbild der eigenen Stadt hinaus erstrecken und in Betracht ziehen, daß weit und breit im Land Beschäftig ungslosigkeit und Lohn herab- setzungen ebenso stark herrschen als in London und daß in verschiedenen starkbevölkerten Orten der Druck noch viel schwerer empfunden wird. Wohin man geht, in welcher Gegend, welcher Gesellschaft man sich befindet, überall hört man die gleichen Klagen über Ueberproduktion, über die zunehmende Konkurrenz des Auslandes, über die Abnahme der Geschäftsgewinne, und über die große Zahl der Leute, die müssig gehen, obivohl sie den ernsten Wunsch haben, zn arbeiten... Es ist daher Zeit, auch an die Arbeitslosen und vor Hunger Sterbenden in andern Städten zu erinnern, die deshalb nicht weniger leiden, weil sie sich weniger vernehmlich machen können.(Stau- dard" vom 19. Februar.) Und wenn die Sachen so stehen, sollten die Sozialisten, die berufenen Vertreter der Armen und Enterbten, schweigen, ruhig zusehen, wie die Zahl des Gesindels täglich größer wird? Denn der beschäftigungslose Arbeiter wird auf die Dauer natnrnothwendig zum„Gesindel". Hunger und Elend ertödten allmälig bei jedem Menschen den moralischen Halt. Man nehme den Mustcrarbeiter nach dem Herzen unserer Kapitalisten: fleißig, genügsam, braver Familienvater, guter Bürger, und werfe ihn auf's Pflaster— nach sechs Monaten wird er sich entweder das Leben genommen haben oder verlumpt sein. Kein Mensch kommt als Lump aus die Welt, er wird es durch seine Umgebung, durch seine Erziehung, durch die Verhältnisse. Die Sozialisten sind die größten Feinde des Lumpenthums, des nichtsthuenden, plünderungssüchtigen Gesindels der Straße. wie der wohlgenährten Schmarotzer in Frack und Uniform, und werden daher von Beiden, je verkommener, um so mehr, gehaßt. Diejenigen, die am 8. Februar- die Einbrüche verübten, wußten ganz gut, daß sie dadurch die Sache, um die es sich in der Versammlung gehandelt, schwer kompromittirten, aber das kümmerte sie wenig. Ihnen ist der Individualismus der kapitalistischen Gesellschaft so in Fleisch und Blut übergegangen, daß sie das Gemeingefühl, das den echten Proletarier von heute auszeichnet, vollständig verloren haben. Diese Elemente haben die Pariser Arbeiter im Sinn, wenn sie bei ihren Re- volutionen immer auf die Mauern schreiben:„Tod den Dieben!" Aber der Umstand, daß der Abhub der heutigen Gesellschaft möglicherweise die Gelegenheit benutzen könnte, im Trüben zu fischen, kann für Niemand ein Grund sein, auf das zu ver- zichten, was er im Interesse des großen Ganzen für nothwen- dig hält. Auch im Kriege geht es nicht immer fein bürgerlich zn, und doch führen die heutigen Gewalthaber Kriege mit ein- ander, glorreiche,„heilige" Kriege, in denen bekanntlich mords- mäßig gestohlen wird. Und wehe Dem, der es wagte, irgend einen gekrönten Helden für die nicht offiziellen Diebereien ver- antwortlich zu machen. Aber auf die revolutionären Erhebungen des Volkes, und waren sie noch so gerechtfertigt, haben die Taine, die Treitschke und die übrigen geschichtsklitternden Sykophanten der herrschen- den Klassen von jeher allen Schmutz zu häufen gesucht, den sie aus den trübsten Quellen zusammenzuklauben vermocht. Wir aber lassen uns durch dieses Manöver nicht irre fithren. Die Sozialdemokratie hat das Lumpenproletariat nicht ge- schaffen und trägt daher keine Verantwortung für dessen Auf- führung. Sie erwehrt sich seiner, so gut sie kann, das Uebrige ist Sache Derer, welche heute die Macht in ihren Händen haben. Wenn Tausende und Abertausende von ehrlichen Arbeitern Hungers sterben, wenn Hunderttausende, die arbeiten wollen, beschäftigungslos umherlaufen, in Roth und Elend darben, wenn sich mit jedem Tag die Nothwendigkeit einer gründlichen Umgestaltung des Gesellschaftsorganismus dringlicher erweist, dann mit Rücksicht auf etwa mögliche unliebsame Zufälle zu schweigen, das wäre Feigheit, das wäre Berrath an der ge- rechten Sache des arbeitenden Volkes. Unbekümmert um das Geschrei der Ordnungsfanatiker, die über jede Bewegung den Stab brechen, bei der es nicht wie in der Konfirmandenstilnde zugeht, halten wir die Fahne der Volksbesreiung hoch. Das Recht des Volkes, seine klagende oder fordernde Stimme zu erheben, darf nicht durch die Furcht vor einer Handvoll verkommener Raufbolde beeinträchtigt werden. Die heutige Gesellschaft ist es, welche diese Menschenklasse züchtet, wir aber bekämpfen Ursache und Wirkung, Urheber und Produkt, indem wir auf das Banner der sozialen Revo- lution schreiben: Tod den Dieben! P o l e nl i k. Wir erhalten von Herrn Schramm folgende Zuschrift: An die Redaktion! Zunächst muß ich Ihnen Dank sagen für die großartige Reklame, welche Sie für Verbreitung meiner Schrift über Rodbertus, Marx und Lafialle gemacht haben. Da noch niemals ein so großes Geschrei über eine kleine Broschüre erhoben wurde, muß sich jeder noch selbst denkende Leser Ihres Blattes sagen, daß hier etwas Besonderes vorliegt, was zu lesen von Interesse sein dürste. So kann ich hoffen, daß meine Schrift auch in Kreise dringen wird, welche derselben ohne Ihre Da- zwischenkunst verschlossen geblieben sein würden. Sie werden hoffentlich nicht erwarten, daß ich mich gegen persönliche Angriffe vertheidige. Diese Angriffe habe ich vorausgesehen; aber nicht nur ich, sondern eine ganze Reihe von Mitgliedern der sozialdemokra- tischen Fraktion im deutschen Reichstage. „Woher nehmen Sie nur die Lust, den Kampf gegen die herrschende Klicke aufzunehmen? Es nützt ja doch Nichts!" schreibt mir der Eine. „Na, Sie können sich freuen, wenn die P ä b st e Ihre A b s ch l a ch- t u n g vornehmen!" schreibt ein Zweiter. „Machen Sie sich auf eine Anzahl Stinkbomben gefaßt", schreibt ein Dritter. Klicke, Päbste, Abschlachtunz, Stinkbomben— in diesen vier Worten ist die Lösung des Räthsels enthalten, weshalb ich und meine Schrift in noch nicht dagewesener Weise angegriffen wurde. Diese vier Worte zeigen aber auch, daß man„draußen im Reich" die hiesigen Verhältnisse kennt und richtig beurtheilt. Es fällt mir also gar nicht ein, auf die persönliche Anzapfung zu antworten!— Und die angeblich sachliche Kritik? Darauf antworte ich erst recht nicht. Wer vor die Oeffentlichkeit tritt, muß sich jede Kritik gefallen lassen, mag sie anerkennend oder verurtheilend, wohlwollend oder niederträchtig, ehrlich oder verlogen geschrieben sein. Nur um den Lesern zu zeigen, daß auch Männer derselben Partei- stellung anders über meine Schrift urtheilen, als der anonyme Kritiker in diesem Blatte, theile ich mit, daß sich neben Herrn Viereck noch ein anderer Abgeordneter bereit erklärt hat, den Verlag zu übernehmen, wenn ich nur die Vorrede fortlassen wollte, und daß ein dritter Abge- ordneter meine Schrift sogar eine T h a t genannt, für welche sich Dank verdient habe. Daraus geht also hervor, daß hier Meinungsverschiedenheiten bestehen, welche tiefer liegen, als es scheint. Was geht meine literarische Fehde mit Herrn KautSky das Partei- organ an? Nichts! Aber Herr Kautsky gehört zur Klicke und deshalb tritt die Klicke für ihn ein. Was geht meine persönliche Ansicht über Rodbertus, Marx und Lassalle das Parteiorgan an, solange diese Ansicht nicht mit dem Partei- Programm in Widerspruch geräth? Nichts! Aber die Klicke vertritt nicht mehr das Programm, sondern in erster Reihe den„Marxismus". Diese auf dem Boden des einseitigen Marxismus stehende Klicke glaubt verblendeter Weise das Ziel der Bewegung durch eine gewaltsame Re- volution erreichen zu können, und vertröstet daher sich und die Arbeiter auf eine solche. Ich halte das— gelinde gesagt— für einen verhäng- nißvollen Jrrthum. Deshalb bin ich aus der seit Jahren beobachteten Zurückhaltung her- ausgetreten, habe in meiner Schrift ausgesprochen, daß der Sozialismus nur in zwar langsamer, aber unwiderstehlicher Entwickelung zum Sieg« gelangen könne. Als Dank dafür bringt mir die Klicke die schöne Katzen- musik der vier Artikel, aus der ich nicht nur Menschen-, sondern sogar Engelsstimmen heraustönen höre. Das aber kann mich in meiner Ueberzeugung nicht wankend machen. Ich halte Alles aufrecht, was ich geschrieben, und quittire hierdurch ein- fach den Empfang der vier Bomben. Der moralische Kritiker. * ♦ ♦ Replik. Wenn wir auf die vorstehende Einsendung des Herrn Schramm sofort in dieser Stummer antworten, so geschieht dies nicht nur, um ermüdende Wiederholungen zu vermeiden, sondern hauptsächlich weil die von Herrn Schramm beliebte Hineinziehung von gelegentlichen Aeußerungen einiger sozialistischer Abgeordneten geeignet wäre, falschen Anschauungen über die Verhältnisse in unserer Partei Vorschub zu leisten, ließen wir sie ohne jeden Kommentar paffiren. Daß eine verblendete„Klicke" in der Partei„herrscht", welche die Ar- beiter auf eine gewaltsame Revolution„vertröstet", dieses Lied sang erst vor wenigen Tagen im deutschen Reichstag Herr v. Puttkamer, um— die Nothwendigkeit der Verlängerung des Sozialistengesetzes zu be> weisen, das ja schon die herrliche Wirkung gehabt habe, einen erheblichen Theil der Partei von dieser verderblichen Ansicht zurückzuführen und zur praktischen Resormarbeit zu bekehren. Im Reichstag war es Geiser, der den Minister belehrte, daß, wenn Meinungsverschiedenheiten in der Partei bestehen, sie in dieser Unter- scheidung nicht zu suchen sind, für welche übrigens weder Herr Putt- kamer noch Herr Schramm auch nur die Spur eines Beweises beige- bracht haben. Und daß Herr Schramm, nachdem wir ihm durch Zitate aus Marx' Hauptschriften den Beweis geliefert, wie sehr seine Darstellung des „Marxismus" mit den Prinzipien deS großen Denkers in Wider« spruch steht, noch den Muth findet, gegen denselben«ine so de nun- ziatorische Verdächtigung auszuspielen, dazu gehört— gelinde gesagt — eine Stirn, um die nri< ihn nicht beneiden. Allerdings stellen wir, indem wir diese Denunziation zurückweisen, nicht in Abrede, daß wir„einseitig" genug sind, in der Versicherung auf die „langsame, aber unwiderstehliche Entwickelung" ein bedenkliches Haar zu finden. Damit läßt sich, wie„Kommunist" M i q u e l bewiesen hat, jede Transaktion beschönigen. Um nun zu dem Vorwurf der„Klick e" zurückzukehren, so könnten wir ihn, grade mit dem Hinweis auf die Briesstellen, einfach zurückgeben, und Herrn Schramm an Juvenals„quis tulerit Gracchoa" erinnern. Wenn wir das nicht thun, so geschieht es, weil wir der Ansicht sind, daß Herr Schramm hier mit einer in gelegentlichem Unmuth gefallenen Bemerkung einen groben Mißbrauch treibt. Sie datirt unsers Wissens aus einer Zeit, wo die Gemüther in der Partei infolge der bekannten Differenzen etwas erhitzt waren; heute dürste sich ihr Urheber längst überzeugt haben, von wie unbegründeten Voraussetzungen er damals ausging. Und bis diese unsre Annahme nicht von ihm selbst dementirt wird, erklären wir das Ausspielen dieser Privatäußerung für ein un» sauberes Manöver, nur geeignet, Skandal zu provoziren. Zur Sache selbst beweist übrigens dieser Ausspruch ebenso wenig als die von den andern drei Abgeordneten, die Herr Schramm ins Feld führt, gemachten Aeußerungen. Sie sind sämmtlich gethan worden, ehe unsre Kritik seiner Schrift erschienen. Daß sie heute noch wiederholt würden, haben wir alle Ursache zu bezweifeln. Die Dreistigkeit, mit der Herr Schramm seine Unwahrheiten in die Welt schleuderte, konnte auf den ersten Blick Manchen täuschen, und grade dieser Umstand war es, der uns veranlaßte, das Buch eingehender zu besprechen als es werth ist. Aber wenn Herr Schramm den von uns erbrachten Nachweis, daß er in„noch nie dagewesener Weise" verdreht und entstellt hat, als eine„großartige Reklame" für sein Opus begrüßt, so täuscht er sich doch in dem Charakter unsrer Partei, in der Denkweise unsrer Ge- noffen. Ob seine Schrift gelesen wird oder nicht, ist uns beiläufig sehr gleichgültig; Hauptsache ist, daß die Leser wiffen: Vor falschen Zitaten wird gewarnt! Und nun noch zwei persönliche Bemerkungen.„Was geht meine lite- rarische Fehde mit Kautsky das Parteiorgan an?" fragt Herr Schramm. Darauf haben wir zu erwidern, daß das Parteiorgan, obwohl es aus rein publizistischen Gründen ja dazu berechtigt gewesen wäre, sich in diese Fehde gar nicht eingemischt hat, es sei denn, daß Herr Schramm, waS er noch in Nr. 51 unsres Blattes vom vorigen Jahr so heftig bestritt, seine jetzige Broschüre als eine Fortsetzung seiner„literari- s ch e n Fehde" mit K. Kautsky betrachtet. In dieser Fortsetzung aber ruft er die Partei zum Richter über Kautsky auf, und was die Partei angeht, geht doch wohl das Parteiorgan auch an. In Bezug auf Kautsky selbst haben wir übrigens nur an einem Zitat aus dessen Artikel über Rodbertus'„Kapital" nachgewiesen, wie falsch die Dar- stellung des Herrn Schramm, daß Kautsky Rodbertus nur herunter- gerissen habe; wäre derselbe nicht mit uns befreundet, was wir keinen Grund haben zu leugnen, so hätte Herr Schramm noch ganz andre Dinge über sein Verfahren Kautsky gegenüber zu hören bekommen. Und wenn Herr Schramm schließlich aus der„Katzenmusik der vier Artikel"„Engelsstimmen" heraustönen hört, so bedauern wir, diese Illusion zerstören zu müssen. Herr Schramm überschätzt sich. Um mit seinem Opus fertig zu werden, bedurfte es wirklich keiner überirdischen Rächte, das konnte ein simpler Staubgeborener noch allein fertig bringen. Daß der Verfasser nicht unterzeichnete, geschah nicht, um Herrn Schramm gegenüber anonym zu bleiben— er hat sich ihm deutlich genug zu er- kennen gegeben— sondern aus Grünben, die Herrn Schramm wohl- bekannt sind. Um ihm aber weitere Gehörs-Halluzinationen zu ersparen, unterzeichnet er sich hiermit, als für sämmtliche„Bomben ic." verantwortlich, Leo. uns vorliegende Vorstandsliste nennt einen bekannten Papierhändler, einen Tuchhändler, zwei Beamte und einen Künstler. Am S. Januar im Jahre des Heils 1883 fand das Fest statt— im„Eldorado" zu Leipzig. Das ist die bedrohte„M o r a l", im Interesse deren über das sächsische „Klein- Paris" seit über vier Jahren der kleine Belagerungszustand schwebt, im Interesse deren Hunderte aus ihrer Existenz gerissen, von Weib und Kind getrennt wurden, im Interesse deren die Polizei ein Schnüffelsystem eingerichtet hat, wie«S infamer nicht ersonnen werden kann. Hier war natürlich kein„Döbler". ES galt ja nicht, einen Leichen- zug zu stören! —'sAA/tiA/W- Sittenbilder aus der„besseren" Gesellschaft. Die Bourgeoisie im Eldorado. Weihnachten, welch' schönes Fest! Natürlich für solche, die das Geld haben, es zu feiern, die nicht gezwungen sind, ihre Neugeborenen in Lumpen gewickelt aus ein Bund Stroh zu betten, wie— unsere armen Weber in Meerane, der christlichen Stadt. Diese Habenichtse brauchen keine Feste, und also auch kein Weinachten, aber wer dem Segen der kapitalistischen Aera noch nicht ganz zum Opfer gefallen, der feiert mit Vorliebe das Fest der Geburt des„Heilands und Erlösers". So dachte auch ein Gesangverein in der guten, seit einigen Jahren so s r o m m gewordenen Seestadt Leipzig. Und um der Feier eine„höhere Weihe" zu geben, studirte er ein zu diesem Behufs extra verfaßtes Theaterstück ein. Zweifelsohne die Geburt Christi oder die Erlösung der Menschheit darstellend— wird der Leser denken. Je nach dem politisch-sozialen Standpunkt kann man ja dem Weihnachtsmythus einen mehr oder minder vernünftigen Sinn unterlegen. Ganz richtig, und umgekehrt kann man aus der Wahl des Stoffes auf die geistige Verfassung des Wählenden schließen. Sehen wir also zu. Das Fest findet hinter verschlossenen Thüren statt— sicherlich, damit kein Ungläubiger die fromme Feier stört. Wie und durch welchen Zufall Schreiber dieses, ein rechter Heide, doch Zutritt fand, wird hoffentlich Gegenstand einer hochnotpeinlichen Untersuchung werden. Damen hatten gleichfalls keinen Zutritt— mulior tscsat in ecclesia! Das Festprogramm, das uns in die Hand gedrückt wird, läßt an Umfang nichts zu wünschen übrig. Viel Witzig-seinsollendes und Bilder unzweideutigster Art, Szenen aus dem aufzuführenden Stück dar- stellend. Jetzt wissen wir, warum die Thüren verschlossen wurden. Wir dürfen uns aus einen„Hochgenuß" gefaßt machen. Das verspricht uns auch«in Prolog, in dem der Dichter desselben—„geistreich, wirklich geistreich"! tönt es während der Verlesung durch den Saal— u. A. eine Aufzählung aller Geschlechtskrankheiten hineingeflochten, die in der That von großer Sachkenntniß zeugte. Wie sehr er seinem Publi- kum aus der Seele gesprochen, zeigt der stürmische Beifall. Der Dichter wird wiederholt gerufen. An diesen Prolog reihte sich das T h e a t e r st ü ck. Es spielte nicht in Betlehem, es spielte nicht in Rom, eS schilderte nicht die religiöse Sage, es gab nicht dem heutigen Ringen nach politisch-sozialer Erlösung Ausdruck, es beschäftigte sich weder mit der Vergangenheit noch mit der Zukunft. Es behandelte die Gegenwart, nein, es w a r ein Sitten- bild aus der modernen Gesellschaft— von solchem Realismus, solcher Naturtreue, daß es einen Zola beschämt hatte: das„Leben und Treiben in einem Bordell"! Drei Herren, als Bordellmädchen aufgeputzt, hatten mittels Trikots und gewisser Gummiartikel Alles nachgebildet, was dazu gehört, um Wesen und Gebahren dieser Unglücksgeschöpfe auf's Handgreiflichste zur Darstellung bringen zu können. Und von den Gesten und Griffen, von all' dem Kankan, wie er sich in den allergemeinsten Bordells abspielt, wurde in dem„Theaterstück" das Menschenmögliche geboten. Wollten die Herren auf solche Weise das„Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte" illustriren? Oder sollten dies- Orgien das gegenseitige offene Ge- ständniß sein, daß sie unter ihrem Heiland und„Gottessohn", dessen Geburt sie derart feierten, nur ihren Erlöser von der eigenen heuchle- rischen Zwangsmoral suchen und verherrlichen? Jedenfalls zeigte sich an dem stürmischen Beifall und den verklärten Gesichtern, daß das Stück seinem Publikum„aus der Seele" geschrieben war, wie die Dar- steller ihrerseits, unter ihnen der Dichter, sich ihrer Rollen in Bezug auf das„Technische" vollauf gewachsen zeigten. Bei der Tafel ward ein„Festlied", betitelt:„Die Kapitulation oder so machen sie es alle"— wahrscheinlich diese Herren— verabreicht und ge- sungen, das in genauester Weise beschreibt, wie ein Mädchen verführt wird. Verfasser, ein Mitglied des Vorstandes; welches, war leider nicht in Erfahrung zu bringen. Eine Schilderung der„Festgeschenke" wird man mir erlassen; es genüge zu sagen, daß sie dem„Theaterstück" angepaßt waren. Was nur die Phantasie an Schweinereien ersinnen kann, schenkten die gebildeten Herren sich gegenseitig, und„gebildet" waren sie alle, alle, denn sie haben ja G e l d. Um gar keinen Zweifel daran auf- kommen zu lassen, machte ,. B. ein Herr jedem einzelnen Mitglied ein Extrageschenk im Werth von ca. 1'/,— 2 Mk. Und wie heißt der Verein, der so klassischen Geschmack entfaltet«? Nun, Hellas nennt er sich, und die„Elite von Leipzig", Beamte und Fabrikanten, Kaufleute und Handwerksmeister gehören ihm an. Di« Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 23. Februar 1886. — Aus Berlin, 18. Februar, wird un« geschrieben:„Erike Be- rathung eines Gesetzes betreffend die Verlängerung der Gültig- keitödauer des Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Be- strebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1873, in Verbindung mit der Berathung der Darlegung über die von der k. preußischen, der k. sächsischen und der hamburgischen Regierung auf Grund des tz 28 des Gesetzes wider die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie getroffenen Anordnungen"— so lautet die Tages- ordnung der heutigen Reichstagssitzung. Die Fassung„hat den Schalk hinter ihm"— leider wurde er gestern, als die Tagesordnung festgesetzt ward, nicht entdeckt, da sonst sofort eine Rektifikation erfolgt wäre. Nach dieser Fassung sind beide Gegenstände: Belagerungszustand und Verlängerung des Sozialistengesetzes, in eine Debatte zu ver- schmelzen, was für uns den Nachtheil hätte, daß unsere für zwei De- batten bestimmten Redner nicht sämmtlich zum Wort kommen. Um diesen Nachtheil zu beseitigen und die getrennte Behandlung zu erwirken, stellten wir— durch Hasenclever— vor Eintritt in die Tagesordnung einen dahin zielenden Geschäftsordnungsantrag. Es ent- spann sich eine ziemlich lange Debatte, an der unsrerseits sich noch Auer, Bebel und Singer betheiligten. Die Konservativen sver- treten durch H e l l d o r f, der die Svezialität des elegisch sentimentalen Krautjunkers kultivirt) hielten hartnäckig fest an dem Wortlaut der Tagesordnung; Herr W i n d t h o r st sprach zuerst ebenfalls gegen Aenderung derselben und meinte, innerhalb der Tagesordnung könnten die sozialdemokratischen Redner voll und ungeh ndert zum Wort kommen. Als ihm jedoch begreiflich gemacht wurde, daß dies aller Voraussicht nach nicht der Fall sein würde, verzichtete er auf seinen Widerspruch; und da auch die Fortschrittspartei und die National- liberalen für den sozialdemokratischen Geschästsordnungsantrag sich er- klärten, so ging dieser mit allen gegen die Stimmen der Konservativen durch. Und die Debatte nahm denn auch den von uns vorausgesehenen Verlauf. Das Haus ist ziemlich schwach besetzt; und noch gegenwärtig— drei Stunden nach Beginn der Sitzung— dürfte kaum die Hälfte der Ab- geordneten anwesend sein. Herr v. Puttkamer ist an seinem Platz— auch sein SpezialKollege B ö t t i ch e r. Beide lächeln vergnügt und thun, als ob die ganze Sache sie eigentlich nichts anginge. Zum Belagerungszustand melden sich unsererseits als Redner Viereck, F r o h m e und Singer. Abgesehen von einer kurzen Bemerkung Puttkamer's wider Frohme— der ihn persönlich für die Frank- furter Friedhofsaffäre verantwortlich gemacht hatte— kamen unsere drei Redner hinter einander zum Wort. Es lag darin jedenfalls Methode. Man wollte uns Monologe halten und das Haus ermüden lassen. Erst nach der Rede S i n g e r' s, der ver- schieden- sehr kompromittirende Polizeistreiche vorbrachte und u. A. die Affäre des Agent Provokateurs und Polizei-Dynamiterich Mahlow erwähnte, entschloß sich Puttkamer, unter dem Eindruck der empfangenen Peitschenhiebe, zu einer längeren Auslassung, die darin gipfelte, daß er nicht glauben könne,„irgend Jemand im Haus"— und als die So- zialdemokraten laut riefen, sie h i e l t e n ihn für kapabel!— „irgend Jemand im Haus mit Ausnah in e der Sozialdemo- k r a t e n hielte ihn eines solchen Schurkenstreichs, eines solchen Ver- brechens, wie die Provokation von Verbrechen unzweifelhaft wäre, für sähig." Die zahlreichen skeptischen Na! Na!, die ihm von der Linken und aus der Mitte des Hauses entgegentönten, belehrten den Herrn Staatsminister, daß die Unfähigkeit, einen Schurkenstreich zu begehen, keineswegs so„zweifelsohne" ist, als er sich ein», bildet hatte.— Ich kann in die Details der Reden nicht eingehen. Genug— jeder der Redner that nach bester Kraft seine Schuldigkeit; die Masse des aufgehäuften Materials war geradezu erdrückend und machte auf die Majorität der Abgeordneten auch ersichtlichen Eindruck, womit allerdings nicht viel genützt ist; denn Denken steht nicht im nämlichen Buch wie das Stimmen; und die Majorität des Reichstags ist für Ver- längerung gesichert. Um Vi auf 1 Uhr begann die Sitzung; um'/« auf 1 begann die De- batte über den„kleinen Belagerungszustand"— sie dauerte genau drei Stunden. Um V, auf 4 ergriff Karl Mayer(Volkspartei) als erster Redner das Wort zur Verlängerung des Sozialisten- Gesetzes, dessen G-meinschädlichkeit er in kurzer und scharfer Rede darlegte. Ihm folgte Bebel, der nicht unmittelbar nach der Belage- rungszustandsdebatte hatte reden wollen und gern einen Vertheidiger des Sozialistengesetzes zum Vorredner gehabt hätte. Er schleuderte gegen die Regierung ein wuchtiges Anklagematerial und fesselte anderthalb Stunden lang die Aufmerksamkeit des Hauses— bei dieser vorgerückten Zeit fürwahr keine leichte Aufgabe. Nach Bebel's Rede erfolgte Vertagung. Man scheint entschlossen, die Debatte morgen zu schließen. Die verschiedenen Parteien werden mehr oder weniger gewundene Erklärungen abgeben. Ob es zu einer K o m- m i s s i o n s berathung kommt, ist noch nicht sicher. Bis jetzt ist die heurige Sozialistengesetzdebatte die r u h i g st e, welche wir jemals gehabt haben. Der zweite Dag der Debatte glich insofern dem ersten, als Herr von Puttkamer sich lächerlich schwach zeigte. Er machte einen Ver- such, die Scharte des ersten Tages auszuwetzen, der Versuch mißlang aber kläglich und die Scharte ist nur größer geworden. Das Haupt- argument zu Gunsten der Verlängerung war ein Artikel des„Sozial- demokrat" über die Königin Luise! Dem Fortschrittler Meyer fiel eS deshalb nicht schwer, den Herrn von Puttkamer dem verdienten Gelächter zu überliefern. Nachdem noch die Konservativen, das Zentrum und die Nationalliberalen— vertreten durch Schlickmann, Windthorst und Marquardsen— Er- klärungen abgegeben, unterzog Geiser die Gegner der Sozialdemokratie einer eingehenden Kritik, und zeigte namentlich, daß Herr v. Puttkamer die„höheren Gesichtspunkte", mit denen er früher geprahlt, bisher auf's Sorgfältigste der Oesfentlichkeit entzogen habe. Da sowohl Windthorst als Marquardsen sich für Kommissionsberathung und sogenannte Milderung des Gesetzes und Fortdauer desselben aus blos 2 Jahre erklärt haben, so ward auch die Kommissionsberathung beschlossen. Natürlich sind die„Milderungen" fromme oder nichtfromme Wünsche: das Gesetz wird unverändert angenommen— und zwar auf 2 Jahre. Um 5V, Uhr wurde die Debatte durch einen kleinen Staatsstreich der Konservativen und des Zentrums geschloffen. — Ueber die Sozialistengesetz debatte im deutschen Reichstag wird uns noch geschrieben: „Den hervorstechendsten Zug der diesjährigen Sozialistengesetzdebatte bildet die auffällige Schwäche und Verlegenheit des Regierungsvertreters, des Herrn v. Puttkamer. Dieser Mann gehört sonst nicht zu den Schüch- ternen. Im Bewußtsein, die Macht hinter sich zu haben, springt er mit den Thatsachen sehr keck um und stellt unter Umständen die gewagtesten, mit der Wahrheit in schreiendstem Widerspruch stehenden Thatsachen auf, wenn es nur momentan seinen Zwecken dient. Diesmal aber hatte ihn seine Keckheit vollständig verlassen. Wenn ein Mann wie Puttkamer sich fast elegisch darüber beschwert, daß die sozial- demokratischen Redner ihn mit Anklagen„überfallen", und pathetisch betheuert, daß er keiner„Schandthat" sähig, dann muß er— man ver- zeihe den derben Ausdruck, den wir durch keinen gleich passenden zu er- setzen wissen— dann muß er„sehr viel Dreck am Stecken" haben. Und das ist denn auch in der That der Fall. Die Agenten des Herrn von Puttkamer haben in dem letzten Jahr mit ganz besonderem Ungeschick gearbeitet. Die verschiedenen„Hereinfälle" in der Schweiz, die Frank- furter FriedhofS-Affäre, das Treiben des Spitzels Mahlow(alias Kri- minalbeamter Jhring, Gollnowstraße 36, Berlin)— das mußte aller- dings dem Herrn Puttkamer unbequem sein. Angesichts solcher Infamien kann man das Roß sittlicher Entrüstung nicht besteigen, ohne ausgelacht zu werden. Und Herr v. Puttkamer ist zwar kein Genie(wofür er sich selbst hält), aber auch„kein dummer Kerl", und hat jedenfalls eine heilige Scheu vor dem Lächerlichen. Wenn dieser Herr Puttkamer die klägliche Rolle spielt, welche er in der heurigen Sozialistengesetzdebatte gespielt hat, dann muß er in der That am Ende seines Lateins ange- kommen sein. Und wir stnd sogar der Meinung, Herr von Puttkamer befand sich in der Lage eines Schulknaben, der bei irgend einem bedenk- lichen Streich ertappt worden ist und noch eine Anzahl schlimmerer Streiche auf dem Kerbholz hat, von denen er befürchtet, daß sie ihm ebenfalls gelegentlich unter die Nase gerieben werden. Durch die in der Sozialistengesetzdebatte bisher vorgebrachten Anklagen, schwerwiegend wie sie sind, wird unseres Erachtens die komische, ge- radezu phänomenale Verlegenheit des Herrn v. Puttkamer nicht erklärt; wir sind überzeugt, es liegen noch weitere, bis jetzt nicht an die Oeffent- lichkeit gelangte Momente vor, und wir müssen uns aus allerhand Ueber- raschungen gesaßt machen. Das Lächerliche und Peinliche der Rolle, welch- v. Puttkamer spielte, wurde nicht blos von ihm selbst empfunden, sondern auch vom ganzen Reichstag, die Rechte nicht ausgeschloffen. Erhöht wurde das Peinliche des Eindrucks auf die Regierung?- anhänger durch das Ausbleiben jeder Begründung, sowohl des B«' lagerungszustandes als der geforderten Verlängerung des Sozialisten- Gesetzes. Herr v. Puttkamer sagt sich offenbar: Die Verlängerung des Sozialistengesetzes ist kein sauberes Geschäft; unsere wirklichen � Gründe scheuen das Licht, und durch Scheingründe wird doch Niemand! getäuscht. Wir stnd der Verlängerung sicher— also reden wir so wenig' wie möglich und beendigen wir die unreinliche Prozedur so rasch wie möglicy! Herr v. Puttkamer ist ein„Mann von Geschmack"— so pro- nonzirtem Geschmack, daß er ihn darwinistisch auf einen hoffnungsvollen Sproß vererben konnte—, und sein ästhetisches Gefühl sträubt sich gegen die schmutzige Arbeit, in welche er hineingerathen ist. Und aus welcher wir ihn au ch n i ch t m e h r h e r au»- lassen wollen. Wir dürfen ihm unter keinen Umständen den Rückzug erlauben. Wir müssen ihn unerbittlich festnageln an die„Schandthaten" seiner eigenen Polizei. Wir müssen ihn selbst persönlich verantwortlich machen für diese Schandthaten. Herr v. Puttkamer will sich von dieser Verantwortlichkeit drücken. Er hat die Praxis des Agent-Provokateurthums mit dem Brustton des ge- kränkten Biedermanns verurtheilt, aber— bezahlt er denn nicht die Agent- Provokateurs? Wohl mag er sagen: ich bezahle geheime Polizei- Agenten, jedoch keine Agent-Provokateurs. Jndeß das kann ihm nichts helfen. Die Geheimpolizei, welche er eingerichtet hat, muß mit Natur- nothwendigkeit das Agent-Provokateurthum züchten. Das weiß Jeder, der die Materie einigermaßen kennt. Das ist hundertmal von„Staats-, männern", z. B. von Puttkamer's Chef und Vetter, Otto von Bis- i m a r ck(in einem Briefe aus Frankfurt a. M.) zugegeben und ausgesprochen worden. Die Entschuldigung Puttkamer's ist ebenso haltlos wie die der süd- amerikanischen Sklavenfänzer, die hinter die entlaufenen Neger Blut- Hunde hetzten. Daß die Bluthunde die Neger in Stücke rissen—' das hatten sie nicht gewollt. Sie hatten blos gewollt, daß die Bluthunde die Neger„stellen" sollten. Schade nur, daß es in der Natur der Bluthunde liegt, Menschen zu zerreißen, und in der Natur der Spitzel, Agents- Provokateurs zu werden. Wer Spitzel und Bluthunde beschäftigt, istsürsieverantwort- w o r t l i ch. Merken Sie sich das, Herr von Puttkamer! Alles in Allem hat die heurige Sozialistengesetzgebatte die absolute Unfähigkeit unserer Gegner, das Sozialistengesetz zu rechtfertigen, dar- gethan. Der Klassenstaat, direkt oder indirekt unterstützt von sämmtlichen Parteien der besitzenden und herrschenden Klassen, kann sich nur noch durch die rohe Gewalt und nackte Willtür erhalten— und folglich wird die rohe Gewalt auf den Thron erhoben. Alles andere ist nur Gaukelspiel. — Die halben Freunde sind gefährlicher als die ganzen Feinde. Mit letzteren kämpft man und wird schließlich mit ihnen fertig; di« halben Freunde aber hindern uns am Kämpfen, verleiten uns leicht auf Abwege und werden nur zu oft zu Verräthern. Wir haben deshalb stets vor dem Zusammengehen mit Leuten gewarnt, die sich als Ge- sinnungsverwandte aufspielen, weil sie in bestimmten Fragen auf gleichem Boden mit uns zu stehen behaupten. Namentlich hatten wir wiederholt vor den sogenannten„Freireligiösen" zu warnen, die leider von man- chem unserer Genossen mit höchst unverdienter Sympathie betrachtet werden.„Freireligiös"— das heißt„frei von Religionsfesseln", ist allerdings auch jeder bewußte Sozialdemokrat, allein das„Freidenken", welche? sich auf religiöse Materien beschränkt, und nicht das gesammte politische und soziale Leben mit umfaßt, ist am Ende des 19. Jahrhunderts, wo keine Scheiterhausen mehr flammen, etwas außerordentlich Wohlfeiles und ohne alle und jegliche praktische Bedeutung. Es zeugt in jedem Falle von mangelhafter Logik und von Inkonsequenz, und ist nur zu häufig mit niedrigster Gesinnungslosigkeit gepaart. Diese Leutchen haben keinen Begriff davon, daß die Religion au fond nur ein Stück der sozialen Frage ist; daß die geistige Emanzipation der Menschheit zusam- menfällt mit der sozialen Emanzipation— mit der Emanzipation der arbeitenden Klaffe. Weß Geistes Kinder diese„Freireligiösen" mitunter sind, erhellt recht deutlich aus den skandalösen Vorkommnissen, welche seit einigen Monaten in der sogenannten„freireligiösen Gemeinde" von Berlin spielen. Nach- dem diese„Gemeinde" anderthalb Jahrzehnte ein behagliches Pflanzen- leben geführt, fiel es vor Kurzem einigen sozialdemokratischen Mitglie- dern ein, etwas Leben in den Sumpf zu bringen. Es gelang auch, und nach längeren Kämpfen wurde der alte faule Vorstand beseitigt und ein neuer, aus frischen Kräften bestehend, an die Stelle gesetzt. Wohlan, was thun jetzt die in der Minorität gebliebenen„Frei- religiösen"? Sie haben eine Denunziationsschrift veröffentlicht, in wel- cher sie der stegreichen Mehrheit vorwerfen, sie wolle blos das Vermögen der„Gemeinde" in Besitz bekommen, um es für sozialdemo- kratische Zwecke zu verwenden. Die Folge dieser Denunziation, welche wir einfach der öffentlichen Verachtung überliefern, wird sein,_ daß das sehr beträchtliche Ver- mögen der„Gemeinde" von der Polizei in Verwahrung und Verwaltung genommen werden wird. Pfui, über dieses„freireligiöse" Bubenstück! — Ein Akt infamster«lassen- nnd Partei-Jnstiz hat sich in diesen Tagen in Altona abgeipielt. Dort standen am 15. Februar die Genossen Kükel ha hn und Lipp old, nachdem sie 10, bezw. 18 Wochen in Untersuchungshaft sich befunden hatten, sowie der Zigarrenarbeiter P a ß b u r g unter der Anklage der Verbreitung verbotener Schriften, bezw. der Bei hülse dazu. Der Thatbestand, um den es sich dabei handelte, ist, wie man uns von dort schre b', folgender: Kükelhahn hatte von Paßburg ein Zimmer gemiethet, um darin seinen Tabak und Zigarren, womit er handelte, zu lagern. In dieses Zimmer kam er nur ganz allein, und verpackte die Schriften, ohne daß Paßburg wußte, was darin geschah, da ihm nichts davon gesagt war. Lippold wurde auf dem Bahnhof angehalten, als er eine Kiste mit verbotenen Schriften fortschicken wollte, die ihm, seiner Aussage nach, von einem Unbekannten zur Beförderung gegen Entgelt übergeben sei, ohne daß ihm der s»lbe gesagt, was darin sei. Diesen Menschen nun 18 Wochen in Untersuchungshaft setzen zu lassen und anzuklagen nur auf die An- nähme hin, daß er wußte, was in der Kiste war, ist an sich schon em- pörend und charakterisirt so recht unsere Rechtspflege. Ebenso daß man Paßiurg, der, als Kükelhahn verhastet wurde, mit oerhastet ward, auf Grund der falschen Aussage Engel's, er habe ihn von einer in bet Nähe befindlichen Straße aus mit Kükelhahn in dem fraglichen Zimmer packen sehen, was, wie der Untersuchnngsrichter fest- Pellte, gar nicht angehen konnte, 14 Tage im Gesängniß sitzen ueß und mit anklagt«. Gegen Engel Anklage zu erheben, der in dem Prozeß wegen der Versammlung bei Anwesenheit Frohme's erwiesener- maßen einen Meineid geleistet und bezüglich Paßburg's die Un- Wahrheit ausgesagt, was wissentlich falscher Anschuldigung gleich- tommt, fällt natürlich der Staatsanwaltschaft gar nicht ein; in Fällen wie dieser scheint ihr jedes Verbrechen erwünscht zu sein." Aber das schönste von Allem kommt noch. Während für Verbreitung � �rbotener Schriften aus Grund des Sozialistengesetzes das Maximum • r"mate beträgt, beantragte der Staatsanwalt gegen Kükelhahn m cht weniger als K Jahre Gesängniß, weil sich derselbe des gedach. ten Vergehens in 26 Fällen(!) schuldig gemacht habe I Und dieser un- Rotten Auslegung des Gesetzes schloß sich der ehrenwerthe Gerichtshof »?, auch an und verurtheilte unfern Genossen zu «/, Jahren Gefänguisi. P a ß b u r g, der der„wiederHollen" Bei- tzulse angeklagt war, erhielt 5 Monate, und L i p p o l d 3 Monate Ge- lüngniß. Die Entrüstung in Arbeiterkreisen über diese skandalösen Ur- on allgemein." b-'f �en für einen derartigen Rechtsspruch nur das eine Wort: tufirsch. Russische Justiz muß natürlich auch russische Zustände erzeu- »en, und darauf geht ja das ganze Streben unseres großen Staats- Mannes und seiner liebedienerischen Subjekte. Aus ihr Haupt die Kon- Pguenzen. .— Gehetztes Wild. Es sind uns von einem deutschen Arbeiter mne Anzahl Papiere zur Verfügung gestellt worden, die ein schlagendes --'cht werfen auf die Gemeinheit und Rücksichtslosigkeit ---deutschen Behörden gegenüber einem Proletarier, gegen den absolut nichts vorliegt, als der Vorwurf einer den Polizeiseelen nicht genehmen »Überzeugung. Seit nahezu Jahresfrist bemüht sich der Betreffende, der «rberter Oswald Röhnifch aus Rauscha, Kreis Görlitz in - ub° n, vergeblich uui einen Heimatschein, dessen er bedarf, um sich Ai. ��n>e>z, wo er Arbeit hat, aufhalten zu können. Eine Behörde nach der andern weist sein Gesuch ab, sämmtlich ohne Angabe 'nies Grundes, obwohl Röhnisch seiner Militärverpflichtung nach- gerommen und, wie gesagt, nichts Strasgesetzliches gegen ihn vorliegt. Weder von seiner Heimatsbehörde, noch von der Regierung zu Liegnitz, n°ch vom Polizeipräsidium in B e r l i n— wo er sich zuletzt aufhielt— "Melt Röhnisch die verlangten Papiere oder wenigstens Bescheid.„Ich Muß es ablehnen, Ihnen den gewünschten Heimatschein zu ertheilen"— antwortet unterm S. Februar d. I. lakonisch Herr von Richthofen, der Neugebackene Polizeipräsident von Berlin. Bis jetzt hat sich Röhnisch wenigstens durch interimistische Legitima- "»nen des deutschen Konsulats in Zürich Helsen können; nun aber die letzte Frist um ist, ist er vollständig rathlos, was zu thun, jeden Augen- blick gewärtig, aufs Pflaster zu fliegen, weil es den deutschen Behörden Nicht paßt, ihm auch nur Bescheid zu ertheilen, woran er ist. Wir begnügen uns für heute damit, diese infame Handlungsweise, die an die verrotteten Polizeizustände von 1848 erinnert, zu kennzeichnen. vielleicht öffnet dieser Rüffel den vornehmen Herren den Mund. Die Geschichte macht sich. In Sachen der famosen Diäten- Hrozeffe hat das OberlandeSgericht in N a u m b u r g in der zweiten Instanz beschlossen, Beweis darüber erheben zu lassen, ob der Beklagte — der Freisinnige Lerche— thatsächlich Parteidiäten empfangen habe. 3n diesem Beschluß steht der Vertheidiger des Lerche, Rechtsanwalt T o l k i e m i t t— der auch die Genossen Hasenclever unv Heine in der zweiten Instanz vertritt— bereits eine indirekte Anerkennung des Kon- «iskationsrechts des preußischen Fiskus. Diese juristische Ungeheuerlich- "it veranlaßt ihn, in der„Nation" die Frage noch einmal zu erörtern, worauf er zum Schluß zu folgender elegischen Betrachtung kommt: .»Daß hier die richterliche Findigkeit auf einen vorläufig im Dunkeln liegenden Ausweg gekommen ist: das ist das Neue in dem bisherigen Verlauf der Diätenprozeffe. Und weil böser Wille ausge- schloffen ist, so fürchten wir, daß wieder einmal der Zug der Zeit sich in charakteristischer Weise bethätigt hat. Die Richter sind Menschen wie mir Alle, klug oder dumm, stark oder schwach. Auch auf sie und ihre Usberzeugun., haben wie sonst überall die bewegenden Faktoren des öffentlichen Lebens offenbaren Einfluß. Erinnern wir uns der Straf- sMozesse Twest en-Frenz-l, der Prozesse wegen der Stellverlretungskosten in der Konfliktszeit! Denken wir an die Behandlung der Majestäts- beleidigungen im Jahre 187 8. Betrachten wir, um etwas nur indirekt Politisches zu erwähnen, die Entwickelung, welche die Recht- sprechung wegen Körperverletzungen der Arbeiter im Betriebe genommen b°t, die schließlich die Gleichheit von Arbeitgeber und Arbeiter vor dem Gesetz materiell aufhob! Ueberall da wer- den wir kein vorsätzliches Beugen des Rechts, wohl aber ein unwillkür- »iches Nachgeben der Ueberzeugung gegen Einflüsse statuiren dürfen, ' welche außerhalb der Sache und des Rechts liegen, mögen es die p o- i> t i s ch e n A n s i ch t e n, die vermeintliche Opportunität, die übertriebene Hochachtung vor einer illustren in die Sache verflochtenen Persönlichkeit, instinktive Furcht oder Begehrlichkeit oder was sonst sein. Unsere Zeit ist zu solcher Deklaration der Ueber- Zeugung wohl vorbereitet. Das starre Feststehen auf dem strikten Recht und der eigenen Meinung ist nicht mehr zeitgemäß, seitdem Ver- letzungen von Recht und Humanität aus Staatsraison sich zur Tugend ausbilden. Was Wunder, wenn sich diese Zeitstimmung auch in der Rechtsprechung sühlbar macht! Wollten Manche dasür das Urtheil des Reichsgerichts im Chemnitzer Sozialistenprozeß als ein erstes Symptom ansehen: so fürchten wir, die Entscheidungen der höheren Instanzen in den Diätenprozesfen werden dazu mehr Beispiele liesern. Niemals aber wird der großen Masse klar werden, daß der preußische Fiskus auf diese Gelder einen rechtlichen Anspruch hat." Der Schluß stimmt, und auch von dem Vorhergehenden ist Vieles sihr richtig. Was aber den Satz betrifft, wo von„keinem vorsätzlichen Beugen des Rechts" die Rede ist, so erlauben wir uns da doch ein be- scheidenes: Na! Na! Richter, die sich zu Werkzeugen eines Aktes noto- nscher politischer Rachsucht hergeben, wissen, was sie thun. Wenn die Naumburger Herren aus Bismarcks Befehl Ordre pariren, dann ver- dienen sie ihren Orden, oder es gibt keine Gerechtigkeit mehr. Ehre, dem Ehre gebührt. — Man schreibt uns: Auf Grund des„gemeingefährlichen" Gesetzes zur Verrichtung des bürgerlichen Rechts fanden im Laufe letzter «-oche m S ch w e tz einige Haussuchungen nach Schriften statt. Eine Denun- ziantenseele, des Namens D r a v e r t, Schuhmacher in Bromberg, kol- portirte das Gerücht— jedenfalls bis an die Ohren des Staatsanwalts — daß unser Genosse Z a r b o ck in Bromberg den„Sozialdemokrat" ver- breite, und ihn auch an verschiedene Genossen in Schwetz spedire. Die nächste Folge war die, daß einige derselben den Besuch des Untersuchungs- richters empfingen, der den Inhalt aller ihrer Kästen und Kisten einer umgehenden Analyse unterzog, ohne darin etwelches Futter für die leeren Magen sozialistenfresserischer Staatsretter vorzufinden. Das ganze Ergebniß der Requisition bestand in einer Nummer deS Parteiorgans und einem„Offenen Antwortschreibe n". Um dem verunglückten Raubzuge ein möglichst imposantes Finale zu geben, wurde Genosse B o g s am andern Tage auf das Gericht beschieden und von ihm Zeugniß gegen den Schuhmacher Zarbock verlangt. Er kam dem Verlangen nach, so gut es bei dem Mangel jeder thatsächlichen Un- .b'e Anschuldigung möglich ist, d. h. der Erfolg war Null. Die Verlängerung des Gesetzes steht jetzt grade im Parlament zur Diskussion. Voraussichtlich wird die Majorität den oft abgeblitzten Schnüfflern und Oberschnüfflern die traurige Pflicht auferlegen, noch ferner zu schnüffeln und— abzublitzen. — Der Antrag der Sozialdemokraten auf Schutz der Wahl- freiheit ist nun emgebracht. Er enthält die Forderung der Wahlzettel- Umschläge, die Forderung der Wahl am Sonntag und eine Reihe son- stiger Bestimmungen zum Schutz des Wahlgeheimniffes und der Wahl- Neiheit. Natürlich wird die Mehrheit des Reichstags sich sehr wohl hüten, den Antrag anzunehmen, und ebenso wenig denkt die Regierung an Einführung eines solchen Gesetzes. Alle Parteien der Herr- Ichenden Klassen haben ein gemeinsame? Interesse, die jetzige laxe Praxis zu erhalten. Die Klassenherrschaft würde durch absolute Wahl- freiheit ein gefährliches Loch bekommen, und schließlich durch sie vernichtet werden. Deshalb spielt sie, in richtiger Selbsterkenntniß, lieber das! Prävenire und vernichtet die Wahlfreiheit. Wohlgemerkt' der Sache nach, nicht dem Wort nach. In unserer Zeit der poli- tischen Heuchelei kann man das Prinzip der Wahlsreiheit anständiger- weis« nicht ableugnen— man erkennt es also prinzipiell an, wie das die dentfche Reichsverfassung thut, hebt dann aber in der Praxis die Wahlfreihett auf. Mit den Mängeln unseres deutschen Wahlgesetzes und Wahlverfahrens hatten wir uns so oft zu beschäftigen, daß wir jetzt nicht in Einzelheiten gehen wollen. Genug: durch die laxen Bestim- münzen über die Qualität und die Abgabe der Stimmzettel ist die Mög- lichkeit geboten, das Wahlgeheimniß zu vernichten, und haben s ä m m t l i ch e Parteien der besitzenden Klassen: Konservative, Ratio- nalliberale, Fortschrittler, Zentrum es in der Gewalt, die Wahl zu einer ebenso öffentlichen zu machen, als wenn das Reichswahlgesetz die öffentliche Stimmabgabe verlangte. Mit S t r a f p a r a g r a p h e n, wie das der R i n t e l n'sche Antrag gegen die WahlbeeinflussungeN durch Arbeitgeber will, läßt sich da nichts ausrichten, weil nur in den seltensten Fällen, und nur in solchen, wo mit besonderer Plumpheit gehandelt worden, ein gerichtliches Vor- gehen Aussicht aus Erfolg hätte. Womit übrigens nicht gesagt sein soll, daß wir einer kriminellen Bestrafung abgeneigt seien. Im Gegentheil. Hier, wie in anderen Fragen, liegt das Heilmittel nicht in der R e- pression, sondern in der Prävention � im Verhüten und Vorbeugen, statt im Bestrafen. Die Möglichkeit der Wahl- beeinfluffungen unerlaubter Art muß abgeschnitten werden. Wir sagen Wahlbeemflussungen unerlaubter Art, weil es ja auch erlaubte Wahlbeeinflussungen gibt. Ist doch die ganze Wahlagitation und Wahl- Propaganda: Wahl beeinflussung. Die Wahlbeeinflussung durch Mittel der Ueberzeugung und Neberredung ist nicht blas erlaubt, sie ist Pflicht. Genug— der sozialdemokratische Antrag auf Schutz der Wahlsreiheit ist nun eingebracht, und wird wohl schon in einigen Wochen zur Diskussion gelangen, da die vorher eingebrachten Initiativanträge mit wenigen Ausnahmen bereits erledigt sind. Ueber den Antrag Rintelen ward am 13. d. verhandelt. Den Stand- punkt der Sozialdemokratie vertrat dabei G. V o l l m a r, welcher na- mentlich auch Gelegenheit nahm, dem Zentrum tüchtig ins Gewissen zu reden, und ihm die jüngsten Münchener Kammervorkommnisse, veran- laßt durch den Wahlsieg Vollmars in München, unter die Nase zu reiben. Die Herren Ultramontanen, die sonst so tapfer für„Freiheit und Recht" eintreten, erklärten sich dort bekanntlich für die M a ß r e g e l u n g eines jeden Beamten, der dem sozialdemokratischen Kandidaten seine Stimme gegeben habe. Mittwoch den 17. d. stand der sozialdemokratische Diätenantrag auf der Tagesordnung. Er wurde von Hase«clever begründet, der mit den Fortschrittlern scharf ins Gericht ging, weil sie aus bornir- ten Opportunitätsrücksichten und aus Angst vor den Diätenprozessen ihren Diätenantrag diesmal nicht eingebracht haben. Der Fortschrittler Meyer(Biermeier) hielt eine recht ungeschickte Verlegenheitsrede zur Entschuldigung seiner Fraktionskollegen. Er hätte besser geschwiegen. Der Antrag wurde übrigens mit allen gegen die Stimmen der Konser- vativen und Nationalliberalen angenommen. Montag den 8. Februar gelang es den Sozialdemokraten(vertreten durch Kays er), zu bewirken, daß das Gesetz auf Garantie des egyp- tischen Anlehens vor eine Kommission verwiesen wurde. Ohne das Eingreifen der Sozialdemokraten und insbesondere Kayser's hätte der Reichstag ohne alle und jede Debatte dem deutschen Volk die umfassendsten Geldverbindlichkeiten(bis zum Betrag von 160 Millionen Mark) aufgehalst. Nun hat freilich in dieser Sache die deutsch- Regie- rung Hand in Hand mit der englischen und französischen gehandelt, welche die Mitgarantie übernommen haben, indeß einer gründlichen Prü- fung durch den Reichstag bedarf es doch unter allen Umständen. — Am letzten Sonntag fand in London wiederum ein großes, von den Sozialisten einberufenes Meeting statt. Mehr als 20,000 Menschen hatten sich- im Hyde-Park eingesunden, wo Hyndmann, Burns, Williams ic. Ansprachen an die Menge hielten und eine Resolution angenommen wurde, welche die Regierung tadelte, daß sie dem Nothstand gegenüber in Unthätigkeit bleibe, u. A. Einführung des achtstündigen Arbeitstages verlangt und mit dem Hinweis auf die Nothwendigkeit der Aenderung des heutigen kapitalistischen Aus- beutungssystem schließt. Irgend welche nennenswerthe Zwischenfälle kamen nicht vor. So schreiben wenigstens die Londoner Zeicungen— die Kapitalistenblätter „Standard" und„Times" einbegriffen. Die deutsche Ordnungs« presse weih natürlich wieder von allerhand Schauerdingen zu berichten. Wozu hätten wir sonst das Wolff'sche Telegraphenbureau und ein Ge- sandtschaftshotel in London l — Der Deutsche Arbeiterverein Genf erklärt seine Zustimmung zu der in Zürich gefaßten und im„Sozialdemokrat" veröffentlichten Resolution, die Polenausweisungen betreffend. Korrespondenzen. Hamburg-Altona, Anfangs Februar. Zu Anfang des neuen Jahres glauben wir auch einmal einen kleinen Raum dieses Blattes in Anspruch nehmen zu sollen, um darin die besonderen Vorkommnisse, die sich im vorigen Jahre sowie auch in diesem Jahre hierorts abspielten, und die größtentheilS den Genossen in- und außerhalb Deutschlands unbekannt geblieben sind, zu veröffentlichen, und um gleichzeitig darzuthun, wie sich der Gang der hiesigen Arbeiterbewegung überhaupt gestaltet. Zunächst wollen wir konstatiren, daß als wir zu Anfang des vorigen Jahres mit zufriedener Miene aus unsere Wahlstege blicken konnten, die wir trotz vieler Hemm- und Hindernisse seitens Privater und der Bs- Hörden erfochten hatten, und noch als geschlossene Armee in Reihe und Glied dastanden, wir uns nicht etwa sagten: Das alte Jahr war voller Anstrengungen und Mühen, jetzt wollen wir so lange ruhen, bis wieder eine Wahlschlacht zu schlagen ist— nein, wir sagten uns: Der Wahl- kämpf ist nur ein besonderer Akt in dem großen Emanzipatiionskampfe des Proletariats; in diesem Kampfegibtes kein Ausruhen, schon darum nicht, weil das Erwerbsleben, dieExistenz des Volkes, speziell des Arbeiterstandes, den unaufhörlichen Kampf bedingen. Und so waren wir auch stillschweigend entschlossen, nicht nur günstige G-l-g-nheit-n zu benutzen, um vortheilhafte Koups auszu- führen, sondern als eine gut organistrte Revolutionsarmee fortwährend für unsere Idee zu wirken.-j/jSS Der engere Zusammenhalt der Genossen von Hamburg-Altona und Umgegend, einem Gebiet, das sechs Wahlkreise in sich faßt, besteht seit drei Jahren und bastrt vollständig auf demokratischer Unterlage, wie unsere„Hochlöbliche", die ja den Stoff zur Denkschrift über die Ver- längerung des Belagerungszustandes geliefert, es uns bezeugt hat. Ohne formelle Organisation bilden wir einerseits die Genossen zu tüchtigen Förderern unsrer Sache aus und verrichten die Arbeiten, welche die Agitation erheischt, anderntheis bringen wir die Mittel zusammen, um Agitattonsmaterial in Menge beschaffen zu können, und um die Opfer des Sozalistengesetzes und die des Kampfes um die Befreiung der Ar- better von jeglicher Knechtschaft überhaupt zu entschädigen, so gut es geht. In beider Hinsicht ist hier Großes geleistet worden. Außerdem nahmen wir lebhasten Antheil an den Vorgängen, die sich in Deutschland und über seine Grenzen hinaus in der Arbeiterbewegung abspielten. Namentlich aber war es der Reichstag, auf den wir gleich zu Anfang unser Augenmerk richteten, da unsere Fraktion Gelegenheit nahm, sich für eine Gesetzesvorlage der Regierung, die Dampfer- subvention, zu intereffiren, die nach der Ansicht Vieler verdiente, einfach ignorirt zu werden, weil weder die verheißenen Vortheile, noch die eventuellen Nachtheile von Bedeutung seien, nicht aber, wie es unsere Genossen im Reichstag dem Anscheine nach auffaßten, bei Annahme oder Ablehnung dieser Borlage der Ruin oder das Wohlergehen deS Volkes in Frage stehe. Unsere hier gewählten Genossen, die gegenthei- lige Ansichten hatten, wurden zur Rechenschaft gezogen, nachdem die Sache bereits im Reichstag erledigt war, in der Partei selbst aber noch der Gegenstand der Diskussion bildete und zu recht unliebsamen Erörte» rungen Anlaß gab. In großen, im Freien abgehaltenen Zusammen- künften legten sie die Mottve, von welchen sie geleitet wurden, klar, und zollten die hiesigen Genossen jedem derselben Anerkennung, da ihr Han» dein ersichtlich von der besten Absicht diktirt war. Im Weiteren hielten die Genossen im vorigen Sommer bis spät in den Herbst hinein noch mehrere große Besprechungen ab, in welchen uns neben unseren Reichstazsabgeordneten die Genossen Hasenclever, Lieb- knecht und Pfannkuch Bericht über die Thätigkeit der Fraktion erstatteten. Alle diese Zusammenkünfte verliefen bis auf eine ruhig und ohne ge- stört zu werden. In dieser sprach Frohme und war grade mit seinem Referat zu Ende, als die Altonaer Polizei auf der Bildfläche erschien und die Selbstauflösung der„Versammlung" bewirkte. Die darauf an- gestrengte Klage gegen mehrere vermeintliche Betheiligte endigte mit deren Freisprechung— zum großen Aerger für den Polizeikommissar Engel, der sich bemüht hatte, durch falsches Zeugniß die Verurtheilung der Angeklagten herbeizuführen. Seinen Verdruß zeigte er in echt bru- taler Weise dadurch, daß er gleich nach der Verhandlung dem Genossen Denk die Ausweisung in die Hand drückte, worauf dieser jedoch pfiff; er hatte es schon vorausgesehen. Der im Reichstag von unserer Fraktion eingebrachte Arbeiter- schutzgesetzentwurf fand hier volle Würdigung dadurch, daß wir für die Verwirklichung desselben in großer Zahl petitionirten und auch die Bevölkerung in der Umgegend veranlaßten, dasselbe zu thun. Ebenso verbreiteten wir in der Umgegend in Masse eine von Hasenclever ge- schriebene Broschüre, betitelt:„Was will die Sozialdemokratie?" und in über 100,000 Exemplaren Hierselbst die Rede Bebels, gehalten im Reichs- tag zu dem Antrag betreffend die Verlängerung der Legislaturperioden des Reichstages. Beides wird bestimmt seine Wirkung nicht verfehlen. Daß wir 2000 Franken für die französischen Brüder zur Wahl her- gaben, womit wir bekundeten, daß wir uns des internationalen Charak- ters der Arbeiterbewegung bewußt sind, wollen wir nur beiläufig be- merken. Aber unsere Polizei, ließ sie uns ruhig gewähren? In Hamburg hatte es im vorigen Jahre den Anschein, weil nur wenige Haussuchun- gen, Verhaftungen und Ausweisungen stattsanden. Anders war es in Altona. Dort war die Polizei stets in fieberhafter Thätigkeit, um uns verhaßten„Staatsoerbrecher" auszurotten. Sie scheute sich nicht, sich der unsaubersten Mittel zu bedienen und suchte in der schamlosesten und bru- talsten Weise von Genossen und Anderen Geständnisse zu erpressen. Sehr viel hat noch keine Polizei durch eigene Schlauheit zu Tage ge- fördert, sondern stets haben blinde Zufälle und Verrath eine Rolle ge- spielt, die Attonaer Polizei aber hat durch eignen Schliff noch gar nichts ausgekundschaftet, dazu ist ihr Chef Engel viel zu tölpelhaft. Wie könnte es sonst angehen, daß von Engel's Wirkungskreis aus lange Zeit hin- durch das sozialistische Gift in Masse nach allen Orten Deutschlands verschickt werden konnte, ohne daß die Missethäter ertappt worden wären. Hätte sich nicht ein Tischler, Namens Mündt(die genauen Personalien dieses Subjekts sind noch nicht festgestellt), zum Verräther herge- geben, es würde jetzt noch von hier expedirt. Ueber den sich an diese Angelegenheit knüpfenden Prozeß berichten wir an anderer Stelle. Im neuen Jahr zeigt die Hamburger Polizei auch ein anderes Gesicht als im alten Jahr. Fast täglich hält sie Haussuchungen ab und nimmt Sistirungen vor, wo bei sie mit einer Niedertracht und Rohheit zu Werke geht, wie es anderswo gewiß nicht schlimmer vorkommen dürfte. So ist es hier vorgekommen, daß man junge Burschen, die noch von nichts wissen, durch Prügel zum Geständniß zu bringen suchte. Aber es kommt noch besser. Die Genossen Dieckmann, Korbmacher, aus Altona, Koch und P y a r, beide Tischler, und Grüneberg, Tape- zierer, aus Hamburg, wurden von hier ausgewiesen. Der Erstere ward abgefaßt, als er etwa 60 Exemplare des„Sozialdemokrat" über die Ottenser Zollgrenze schmuggelte, die Letzteren bei Verbreitung der schon genannten Hasenclever'schen Broschüre im Holsteinischen. Bei ihrem Fortgang wurden die drei Ersten von den hiesigen Genossen, die sich zu Tausenden eingefunden hatten, zum Bahnhof begleitet, wobei, wie hiesige gegnerische Blätter bezeugten, alles in musterhafter Ordnung verlief. Trotzdem war solches„Demonstriren" der Polizei zuwider, weshalb sie Grüneberg schon am letzten Tage seines hiesigen Ausenthalts in Gewahr- sam nahm und unter polizeilicher Eskorte nach Hannover expedirte. Die Genossen, die hiervon nichts wußten, fanden sich wiederum in großer Zahl aus dem bestimmten Platz vor dem Holstenthor, von wo aus die andern ausgewiesenen Genossen ihren Abschiedsmarsch angetreten hatten, ein, um auch Grüneberg das Geleit zu geben, wurden aber als- bald gewahr, was geschehen war. Nun fand ein Hin- und Herwogen der erschienenen Genossen statt, auf deren Gesichtern die Erbitterung deutlichen Ausdruck fand, während die bewaffnete Polizeimacht mit her- untergelassenen Helmketten, wie es schjpn, auf einen Straßenkampf war- tete. Doch alles blieb ruhig. Die Genossen entfernten sich, die Bergel- tung für diese Schmach bis auf eine bessere Zeit aufsparend. Auch die Polizei zog mit ihrem Kummer, nicht in Thätigkeit gekommen zu sein, ab, und ließ den großen Ziezelhaufen, der auf dem Platze stand, und den sie, was Jeden komisch berührte, mit großer Umsicht bewacht hatte, unbeschützt zurück. Grüneberg hat nun darüber, wie eS ihm ergangen ist, etwa wie folgt geschrieben: Am Freitag Morgen(29. Januar) wurde ich überrascht, als der Polizeioffiziant Schulke mich auf meiner Werkstelle aufsuchte und mir bedeutete, ich müsse mit ihm aufs Stadthaus kommen. Ich ging, nichts Böses ahnend, sofort mit und wurde, dort angekommen, sogleich vor den Inspektor Schröder geführt. Dieser fuhr mich gleich mit den Worten an:„Euch Sozialdemokraten will ich das Demonstriren ab- lernen!" und als ich auf seine Frage, wohin ich reisen wollte, geant- wartet hatte, sagte er:„Sie haben so lange hier zu bleiben, bis der Zug fährt." Ich wollte Beschwerde führen, doch gab man mir keine Gelegenheit dazu; auch schenkte man mir kaum Gehör, als ich sagte, meine Zeit sei erst um 12 Uhr Nachts abgelaufen, bis so lange mir Bewegungsfreiheit gesichert werden müsse; nein, der famose Schröder, ein Preuße von der richtigen Sorte, warf ein:„Sie haben hier gar nichts zu räsonniren, Sie sind in unserer Gewalt und haben sich ruhig zu verhalten, sonst werden Sie eingesperrt." Meine Bitte, in Begleitung eines Beamten nach meiner Wohnung zu gehen, um von meiner Frau und meinen beiden Kindern, mein Liebstes in der Welt, Abschied zu nehmen, wurde mir kurz abgeschlagen. Das that mir weh. Der Offi- ziant Schulke veranlaßt- schließlich, daß meine Frau, die in Bälde ihre Niederkunst erwartet noch ins Stadthaus kam, um mir Adieu zusagen. Sie weinte. Ich verbot es ihr, weil ich nicht wollte, daß sich die Diener der brutalen Gewalt an einer Schmerzensszene ergötzen sollten, die sich zwischen den Opfern derselben abspielt. Es war so Nachmittags nach 3 Uhr geworden, als ich aufgefordert wurde, mich zur Reise bereit zu machen. In ein- Droschke, die bestellt war, stiegen ein Polizist und ich ein und rollten dem Bahnhof zu. Ich sah noch, daß mehrere Drosch- ken, die Polizisten in sich aufgenommen hatten, hinter unS herfuhren. Am Bahnhof erwartete uns bei unserer Ankunft ein ganzes Heer von Polizisten und Konstablern, was aus mich den Eindruck machte, als er- warte man eine Katastrophe. Mein Begleiter forderte mich auf, ein Billet zu lösen, was ich natürlich nicht that, sondern sagte, weil man mich per Schub wegbringe, möge man auch bezahlen, worauf mein Be- gleiter für uns Beide Bill-ts löste. Aus den Perron durste Niemand anders, als wer ein Billet hatte. Mein Begleiter kam bis Lüneburg mit, während ich von dort allein bis Hannover reiste, mit einem Gefühl in der Brust, das zu schreiben ich nicht im Stande bin." Wir glauben jetzt, Genossen allerorts, gezeigt zuhaben, wie der Gang der Ding- sich hier gestaltet, und schließen mit der Versicherung, daß wir trotz allen Verfolg ungen und Chikanen seitens der herrschenden Klasse, die uns mit ihrem Sozialistengesetz, woraus wir pfeifen, den Garaus machen will, ruhig vorwärts schreiten, bis unser Grundsatz: Alle für Einen und Einer für Alle," zu Fleisch und Blut geworden ist. Die Hamburg-Altonaer Genossen. Crimmitschau in Sachsen, I. Februar. Am 23. Januar Abends wurde hier beiliegendes Flugblatt, in Druck und Form ähnlich wie unser Wurst, und Käseblatt, genannt„Crimmitschauer Anzeiger und Tageblatt", verbreitet. Die Verbreitung muß sehr schnell von Statten gegangen sein, denn Niemand weiß, wie und woher es ge- kommen. S-lbstv-rständlich hat die Polizei alle ihre verfügbaren Krea- turen sofort in Thätigkeit gesetzt, um den Verbreitern sobald als mög- lich aus die Spur zu kommen, es ist ihr aber bisher nicht gelungen. Bei dieser Gelegenheit hat sich beiläufig deutlich herausgestellt, daß der hiesige Polizei-Apparat nicht nur in„Unisormirten" besteht, auch ein« Anzahl„Geheimer" haben sich entpuppt. Es sind die» nämlich die schon längst in Verdacht stehenden Austräger de«„Crimmitschauer An- zeiger". 1) Friedrich Oskar Täubert; derselbe ist auch Be- gleitet des Leichenwagens, Schleppenträger des Zeremonienmeisters lstehe Flugblatt) und Ko lporteur der h i e- sigen nationalmiserabeln Partei. Derselbe hat Abends alle in Häusern liegenden Flugblätter weggestohlen, auch seiner Frau zugerusen:„WennDu so einen Hund snämlich einen der ge- Heimen Verbreiter) triffst, halte ihn nur fest!" Nr. 2 ist ein gewisser Karl Fried. Hupfer. Beide Subjekte wohnen in der Langgaffe. Ebenso hat die Polizei selbst alle Straßen und Plätze bis zum frühen Morgen abgesucht. Es find sogar einige Fälle bekannt ge- worden, wo stch diese„Wächter der Gesetze und Ordnung" Nachts nach 10 Uhr in die Häuser geschlichen und daliegende Flugblätter gestohlen haben. Sogar Hausbewohner, welche noch nicht schliefen, wur- den behorcht. War noch Licht im Zimmer, so trat die freche Ord> nungskanaille hinzu und nahm den erschrockenen und friedlichen Lesern das Blatt aus den Händen fort. Etwas„trockene Um- schlüge" wären bei solchen Uebergriffen sehr wohl am Platz gewesen; wir möchten solche im Wiederholungsfalle ganz besonders dringend em- pfohlen haben. In Bezug auf den Inhalt deS Flugblattes haben dessen Versaffer den Nagel auf den Kopf getroffen. Das verbrecheri- sche Treiben einer Anzahl hiesiger Sitten- und Ordnungs-Banditen ist, wenn auch nur theilweise, so doch treffend ans Tageslicht gezogen worden. Man kann hinkommen, wo man will, überall wird das Flug- blatt vorgelesen und gesagt:„Sehr gut, famos! Nur fehlt noch Herr a. R., H. H. u. f. w." Welche gute Aufnahme das Blatt gefunden, be- weist, daß man Mk. 1 bis 1,50 per Stück geboten hat. Ebenso steht man der„Nr. 2", welche hoffentlich bald erscheint, einerseits mit W o h l- behagen, anderseits mit einer gewissen Aengstlichkeit entgegen. Nürnberg, 19. Februar. Unsere„Fortschrittler" haben wieder ein- mal einen schätzenswerthen Beleg von ihrer konsequenten Gesinnung ge- liefert. Kaum hatte der genialste aller Schnapsbrenner mit seinem Branntweinmonopol- Projekt der Welt verkündet, daß er den Teufel durch Beelzebuch--- die Schnapspest durch obrigkeitlich organisirten Schnaps- konsum— austreiben wolle, da erschienen unsere Fortschrittler, welche jetzt ohnehin mit Veranstalung von Narrenabenden sehr beschäftigt sind, auf der Bildfläche, um gegen das Branntweinmonopol zu„protestiren". Die Fortschrittler deshalb aber für prinzipielle Gegner aller Monopole zu halten, wäre verfehlt, denn sie haben z. B. die hiesige Kloaken-Räu- niung— ein duftendes Thema!— monopolistrt, indem sie einigen von „ihren Leuten" das ausschließliche Recht einräumten, mit der Kloaken- Reinigung Geld zu verdienen(von olotl), und sie illustrirten daduich auch ihren Standpunkt in Bezug aus die„freie Gewerbthätigkeit". Wir sind der Ueberzeugung, wenn Bismarck den„Freisinnigen" das Mono- pol der Produktion und des Vertriebes von Schnaps zuwiese, sie wür- den nicht Nein sagen. Daß die Sozialdemokraten Gegner aller Mono- pole sind, welche die Position der gegenwärtigen Gewalthaber befestigen könnten, das haben sie auch beim Auftauchen des Schnapsmonopols wieder gezeigt. In unserem Kreise war es namentlich eine Versamm- lung in Fürth, worin unser Standpunkt in dieser Frage von Genosse Bruno Schönlank in einer schneidigen Rede präz'sirt wurde. Ein Berichterstatter des„Fr. Kourier" schrieb über diese Versammlung, daß der Redner den Anwesenden die Haut schaudern machte. O armer Fortschriltler, dem bei Anhören einer sozialdemokratischen Rede die Knie schlottern! In Folge der unliebsamen Differenzen zwischen den Genoffen Viereck und Schönlank hat am 6. Februar in Nürnberg auch eine Schöffen- gerichtsverhandlung stattgefunden. Die Klage war gestellt von Schön- lank gegen den Dr. Eberhard vom„Fr. Kourier". Das Schöffen- gericht hat das von dem Schiedsgericht in München gefällte Urtheil in Sachen der(bekanntlich Schönlank von Viereck vorgeworfenen) Finanz- Politik zur Basis seines Urtheils genommen und den Dr. Eberhard wegen eines Vergehens der einfachenBeleidigung— Eberhard hatte Schönlank mit einer berüchtigten Nürnberger Straßenfigur verglichen, die sich früher einmal von Eberhard eine Geldstrafe bezahlen lieh, das Geld aber einsteckte und die Strafe dann absaß—, ferner wegen eines Vergehens der Beleidung nach§ 186 des Strafgesetzbuches, begangen durch die Behauptung, der Kläger(Schönlank) habe un- ehrenhaste Finanzpolitik getrieben, für schuldig er- kannt und zu einer Geldstrafe von 50 Mark verurtheilt. Eberhard hatte Gegenklage gestellt, weil Schönlank in einer Versamm- lung angeblich gesagt haben sollte,„der Kourier sei das größte Lügenblatt und werde von journalistischen Lausbuben redigirt." Das Gericht nahm die Aeußerungen als gefallen an, trotz- dem 7 gegen 1 Zeugen auf ihren Eid erklärten, daß diese Aeußerung nicht gefallen sei; es erklärte aber trotzdem Schönlank für straf- frei. Das genügt! Erklärung. Die Nr. 8 des Parteiorgans enthält eine Korresondenz aus Offen- b a ch, worin vor einem gewissen Marsch, der Denunziant sei, gewarnt wird. Am Schluffe des Artikels heißt es: „Es ist dieses um so nöthiger geworden, als Marsch es verstan- den hat, mit einigen Frankfurter Vertrauensmännern ganz intime Freundschaft zu schließen ic." Das ist eine frivole Behauptung, denn pp. Marsch ist uns weder dem Namen nach, noch sonstwie bekannt. Vielleicht haben die Einsender sog. Vertrauensleute von vor 4— d Jahren her im Auge, an deren Schulden wir heute noch bezahlen. Also nur keine Verwechslung. Und von Offenbach nach Frankfurt ist nicht weit; warum also nicht mündlich? Frankfurt a/M., 20. Februar 1886. Der Beauftragte. Warnung. Die hiesige Glaserinnnng hat fämmtlichen Mitgliedern des Fachvereins gekündigt, ohne auch nur einen Grund anzu- führen. Es wird ersucht, den Zuzug nach hier fernzuhalten. Freiburg in Baden, im Februar 1886. Der Vorstand des Glaserfachvereins. Zur dauernden Beachtung! Alle Einsendungen sür die Redaktion, ebenso alle g e- schäftlichen Mittheilungen an die Expedition bitten wir niemals auf ein und dasselbe Briefblatt, sondern stets jedes für sich auf ein besonderes Blatt zu schreiben. Redaktionelle Mittheilungen in Geschäfts briefen müssen wir sonst extra abschreiben, was unnöthigeArbeit, mitunter auch Verzögerung der Aufnahme verursacht. Dir Siprditio« des„Sozialdemokrat". Brteflaften der Redaktion: Einsendungen sind eingetroffen aus Breslau, London, Mülheim a/RH. und W i e S l o ch. der Expedition: Zürich: Fr. 30— sür die Wahl im 19. säch- fischen Wahlkreis vom„Dynamit-Heiri" dkd. erh. und weiter- besorgt.— Carbonaro: Mk. 4 30 Ab. H. 1. Qu. erh. Weitere Einspännerei entschieden unzulässig. Derart wird desorganisirt, statt ver- einigt. Auftr. besorgt.— A. R. C.: Fr. 4 90 Ab.-Rest 84 erh. Bfl. am 18/2. Weiteres.— A. Etieber; Mk. 4 50 f. Vw. erh.— Bürger Sanst- muth: Mk. 80— ä Cto Ab. ic. erh.- A. R. N.-H.: Mk. 1 65 für! Schst. K. erh.— Kopenhagen: Fr. 40 70 P.-Beitr. pr. 3. u. 4. Qu. i dkd. erh.— E. B. Kph.: Fr. 52 30 ä Cto. Ab. u. Schft. ic. erh. Bstllg. folgt.— Wsk. O'straß: Fr. 2— Ab. 1. Qu. erh.— An der Heu- scheuer: Mk. 60— ä Cto. Ab. ic. erh. Adr. geordnet.— Dr. Gg. am Niederrhein: Mk. 4 40 Ab. 1. Qu. erh. Weiteres nach Wunsch fort.— Angler W.: öwfl. 22— ä Cto. Ab ic. erh. Reklamirtes besorgt.— Rother Oberhesse: Mk. 3— f. Schft. erh.— G. Sch. M. Chur: Fr. 6 10 Ab. pr. Ende 85 u. Schst. erh.— Pumpsünder: Mk. 2— Ab. Febr. u. März erh. Bfl. Weiteres.— I. H.: Mk. 100—& Cto Ab. erh. Adresse u. Weiteres notifizirt u. besorgt.— Rothbart: Bf. pr. N. erh. Weiteres erw.— W Ufert, Weehawken:(2 Doll.) Fr. 1012 pr. Afd. dkd. erh. Alles nach Vorschrift bes.— Paris: Fr. 12— durch Max und Bodo zur Wahl des 25. Vertreters der deutschen Sozialdemokraten im Reichst, dkd. erh. u. bes.— Paris: Fr. 50 von der Mitgliedschaft deutsche. Sozialisten durch A. Vl. f. d. Wahl im 19. sächs. R.-Wahlkreis dkd. erh. u. bes.— Genf: Fr. 15— v. Dtsch. Ver. ä Cto. Ab. ic. erh. — Nazl: Reklamirtes am 24/2. nochmals ab. Porto bitten iünst. beizu- geben. Adr. erwartet.— Taube: Mk. 22— f. Schft. erh. Sdg. folgt. Begleitschreiben an Deckadresse nicht nothw.— Därmig: Bf. u. P.-K. hier. Tt. ab. Weiteres bes.— Schwarzflaggen: Sdg. am 24/2. ab. Besten Empfang.— Dr. Klemm: Adr. erh. Alles ab hier prompt fort.— Quittung. Mannheim II. hat zu lokalen Unterstützungszwecken Mk. 221- gesammelt und verausgabt, worüber hiermit dankend per . Unterstütz.-Fds. quittirt wird. Ein Vergoldergehilfe, 25 Jahre alt, welcher selbstständig arbeitet und zugleich in Bildereinrahmungen perfekt ist, sucht dauernde Stelle, am liebsten bei Genoffen. Adreffen erbeten an die Hottingen. Q Itvtrfz Sonntag, 28. Februar, Abends 7 Uhr.�im Saale zum (yj II l 1 11/„Schwanen": Uartei-Kranzchen. Näheres siehe„Arbeiterstimme". Nur Mitglieder haben Zutritt. V sr�Siotmiss Soiialdemokralisclier Sclml'(eii.') 3. Sozialpolitisches, Geschichte etc, Aaberg, A., Ferd. Lassalle. Biographie.... Axelrod, p., Die Sozialrevolutionäre Bewegung in Bussland............. Allg. Statuten der Internat. Arbeiter-Assoziation Aus den Buinen von Bimrut und Olimpia Aufschlüsse üb. die badische Bev-dution v. 1849 Bahr, Herin., Die Einsicbtslosigkeit des Hrn. Schäffle. Drei Briefe an einen Volksmann als Antwort auf „Die Aussichtslosigkeit der Sozialdemokratie". Bebel, A., Der deutsche Bauernkrieg mit Berücksichtigung der hauptsächlichsten sozialen Bewegungen des Mittelalters........... — Die parlament. Thätigkeit d. deutschen Reichstages u. d. deutschen Landtage v. 1874/76 u. d. Sozialdemokratie........... — Die Frau in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.............. — Die Entwicklung Frankreichs...... — Das Beichsgesundheitsamt u. sein Programm. — Petition an den Beichstag betr. die polizeilichen Ausweisungen aus Sachsen....... — Christenthum und Sozialismus...... —"Wahre Gestalt des Christenthums(Uehersetzung aus dem Französischen nach Guyot Lacroix) Bebel, A., Diemohamedanisch-arabischeKulturperiode — Unsere Ziele............ Becker, Job. Fb., Vorbote, Soz.-pol., Monatsschrift, 6 Jahrg.(1866—71)......... — Wie und Wann?........... Becker, B., Der alte und der neue Jesuitismus. — Die Beaction in Deutschi. geg. die Revol. v. 1848 — Briefe deutscher Bettelpatrioten...... — Geschichte der Agitation Ferd. Lassalles.. — Karl Fourier. Mit einem Anhang: Das Familistdre in Guise............. — Geschichte der revol. Pariser-Kommune 1789—94 Blanc, Louis, Vor 50 Jahren. Geschichte der französ. Juli-Revolution 1830......... Bios, W., Unsere Presszustände....... — Die Revolution zu Mainz........ — Zur Geschichte der Kommune von Paris. Blum, Robert, Ausgewählte Schriften u. Beden. Mit dem Brustbild Blums. Kompl. in 10 Heften. gebunden Bracke, W., Bieder mit den Sozialdemokraten.. — Die Verzweiflung im liberalen Lager.... — Der Braunschweiger Ausschuss der sozialdemokratischen Arbeiterpartei in Lotzen und vor Gericht. Mit einem photogr. Gruppenbilde... — Der Lassalle'sche Vorschlag....... — Hütet Euch vor den 300 Millionen neuen Steuern — Bekrolog und Begräbniss-Schilderung Bracke's Brandes, Georg, Ferdinand Lassalle, ein literarisches Charakterbild............ Brnnnemann, K-, Skizzen u. Studien zur französischen Eevolutionsgeschichte........ Bttrkli, Karl, Steinkohle u. Wasserkraft, eine Studie zum Kapitel der Ueberschwemmungen und Waldverwüstungen........... — Eine Kantonalbank......... — Direkte Gesetzgebung durch das Volk — Demokratische Bankreform...... Bericht des Londoner Generalraths an den Kon- gress in Basel 1869.......... Bergmann's Fluch(zur Lage der Bergarbeiter) Cladel, Leon, Revanche I Episode aus den Tagen der Kommune............. Conzett, C., Wie solls noch enden? oder was wollen die Sozialdemokraten......... Conzett, C., Bationale u. internationale Arbeits- od. Fabrikgesetzgebung.......... Kulturkampf und Volksschule in Preussen Dedekind, Dr. Fr., Erörterung über die Thronfolge in Braun schweig........... Dietzgen, Die bürgerliche Gesellschaft.... — Die Religion d. Sozialdemokratie, 5 Kanzelreden — Bationalökonomisches......... — Die Zukunft der Sozialdemokratie..... Diest-Däber, gegen Laskers Angriffe auf die Gründer ♦) Zu beziehen durch die Schweizerische Volksbuchhandlung und die Expedition des„Sozialdemokrat", Casinostrasse 3 in Hottingen- Zürich. Ooaal, Dr. A., Antwort an den Bekenner des Theismus — Kindergarten u. Volksschule als soziald. Anstalten — A. B. C. des Wissens für die Denkenden.. DerChemnitzerMonstre-Sozialisten-Pro- zess. 2 Hefte A.......... Die Bedeutung dergewerks oha ft liehen Organisation der Arbeiter....... Die neue Zeit. Revue des geistigen und öffentlichen Lebens. 2. und 3. Jahrg. A.... Diskussion über Anarchismus od. Kommunismus? geführt von Paul Grottkau u. Job. Most am 24. Mai 1884...... Die Volksschule u. die Lage ihrer Leh'rer inPreussen........... Eccarins, Kampf des grossen und kleinen Kapitals Engels, Fr., Hrn. Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft. 2. Auf!......... — EntwicklungdesSozialismusv. d. Utopie zur Wissenschaft, nebst Anhang: Die Mark — Zur Wohnungsfrage, 3 Hefte A...... — Die Bakunisten an der Arbeit...... — Der deutsche Bauernkrieg....... — Preuss. Schnaps im deutsch. Reichstage... — Die preussische Militärfrage und die deutsche Arbeiterpartei............ — Der Ursprung der Familie, des Privateigenthums und des Staats........... Eingabe des Schweiz. Arheiterbundes betreff, die Fabrikgesetzgebung....... Episteln für gläubige und ungläubige Christen. Flesch, Dr. K., Haftpflicht, Unfallversicherung und Bormalarbeitstag........... Für die franz. Brüder. 1) An das Volk der beherrschten Klasse von Felix Pyat. 2) Die Arbeiterdelegationen bei den Weltausstellungen Flugblätter. J. Jakoby, Die drei Zauberformeln. 100 Stück............. — Programm der sozial. Arbeiterpartei Deutschlands. 100 Stück............. — Die Fliegen u. die Spinnen. 100 Stück... — Manifest zur Reichtagswahl 1884. 100 Stück. Gelb, Aug.. Der Bormalarbeitstag...... George, Henry, Fortschritt u. Armuth..... — Soziale Probleme.......... Greulich, H., Karl Fourier, ein Vielverkannter.. GesellsohaftlichesundPrivateigenthum Hasenclever, W., Feldzug Findels gegen die Sozialdemokratie............ Herwegh, G., Erinnerungen u. Biographisches.. Hepner, A., Meine S'/jährigeLeipz. Polizeikampagne Hillmann, Die Organisation der Massen.... Heinzen, Wer und was ist das Volk?..... H, L., Soll die soz. Arbeiterpartei türkisch. werden? Hirsch, K., Unsere Parteipresse....... Huber, Dr. Job., Die Philosophie i. d. Sozialdemokratie H an delsp ol i t. Aufsätze(z. Elbzollgesetzgeb. Jakoby, Job., Das Ziel der Arbeiterbewegung.. — Gesammelte Schriften u. Reden..... — Begräbnissfeier........... Jonas, Alex., Reporter u. Sozialist. Ein Gespräch über Ziele u. Wege des Sozialismus.... — Der achtstündige Bormalarbeitstag..... Itscbner, Jb., Volksschule II. Volkswirthschaft Jahrbuch für Sozi al Wissenschaft u. Sozialpolitik von Dr. L. F. Richter. I. 1879,... ————— II. 1880 u. 1881 A Judenfrage zur, in Deutschland,„Der Wahrheit die Ehre", Beitrag von F. Revel..... Kautsky, K., Der Einfluss der Volksvermehrung auf den Fortschritt der Gesellschaft..... — Irland, eine kulturhistorische Studie.... — Die überseeische Lebensmittelkonkurrenz.. — Internationale Arbeitsgesetzgebung.... Kiefer, A., 200,000 Vagabunden....... Kalender. Brannschweiger Volkskalender 1876 u. 1879 A........... — Der Republikaner. Volkskalender f. 1878 bis 1881 mit Illustrationen A....... — Der arme Konrad. Illustrirter Kalender für das arbeitende Volk f. 1876, 77, 78, 79 brosch. A Kalender. Der arme Konrad. Derselbe für 1876, 1877, hübsch gebunden........ — Volksstaatkalender für 1874 u. 1875 A. König, E., Schwarze Kabinette.(Geschichte des Briefdiebstahls seitens der europäischen Regierungen) Kokosky, S., Ein Komplot gegen die internationale Arbeiter-Assoziation......... Lafargne, P., Das Recht auf Faulheit..... Lange, F., Die Arbeiterfrage........ Lassalle, Ferd., Rede über die Arbeiterfrage.. — Offenes Antwortschreiben........ — Arbeiterprogramm.......... — Arbeiterlesebuch........... — Indirekte Steuern.......... — Die Wissenschaft und die Arbeiter.... — Assisen-Rede vor den Geschwornen zu Düsseldorf — Ronsdorfer Rede(Die Agit. d. Allg. D. Arh.-V.) — Ueb.Verfassungswesen. Was nun? Macht u. Recht — Fichte's Philosophie......... — Herr Julian Schmidt der Literarhistoriker.. _ Fichtes polit. Vermächtniss....... — Düsseldorfer Prozess 1864....... — O. E. Lessing........... — Basttat Schulze von Delitzsch, der ökonomische Julian, oder Kapital u. Arbeit...... — Franz von Sickingen. Eine historische Tragödie — Sämmtliohe Reden u. Schriften. 3 Bände, broch. _——————— gebunden Liebknecht, W., Wissen ist Macht u. Macht ist Wissen — Zu Schutz und Trutz......... — Ueher die politische Stellung der Sozialdemokratie — Zur Grund- und Bodenfrage....... Lissagaray, Geschichte der Kommune von 1871 Lornrnel, Johannes Huss......... — Jesus von Bazareth.......... Leben und Thaten des Generais Dombrowski (Schilderungen aus dem Kommunekampf) nach Aufzeichnung seines Adjudanten..... Leipziger Hoch v err ath s prozess 1872(der grosse Prozess gegen Bebel, Hepner und Liebknecht) compl..........-. Marx Karl Das Kapital. Kritik der pol. Oekonomie. I. Band. 3. Aufl. ----- IL„ — Der 18. Brumaire.......... Marx, Karl, Das Elend der Philosophie. Antwort auf Proudhons Philosophie des Elends..... _ Der Kölner Kommunistenprozess. 3 Aufl. Mit Anlagen u. Vorrede v. Fr. Engels..... — Lohnarbeit und Kapital........ _ Das kommunistische Manifest(von Marx und Engels) im Originaltext........ _ Der Bürgerkrieg in Frankreich, Adresse des Generalraths der Internat. Arb.-Assoc..... (Fortsetzung folgt.) — 50 — 10 — 25 — 30 — 25 - f 2 50 2- — 40 — 15 — 15 — 60 — 15 1— - 1 _ Ii _ i- -Ü 1 25 1 — 05— — 30- 2—" — 15 1— 1 50 2— — 15 4— 4— — 40 — 25 -Ii — I 15 1» _ 1 -*. _? _ I> - I _ l — ff _ f — II _ t _ ♦ _ 1| _! r _ i 3 — 10 — 10 — 50 — 25 — 10 — 40 — 10 — 50 — 50 — 10 7 50 — 10 — 60 — 5 — 20 2 50 3— — 30 2— 1 25 — 65 — 65 — 25—* — 40— 3i — 20— 1: — 20— 2' — Z! — 2i — 65— jl — 75 — 25 5— — 15 — 15 — 15 — 35 — 40 — 15 — 40 — 20 — 25 — 15 1— — 15 — 20 — 15 1 25 2 50 15— 20— — 35 — 30 — 25 — 65 4— — 40 — 40 1— 3 75 11 25 10- 1 25 4— — 60 — 25 — 25 — SO _(J - 4 1! »ensürnIchasii-Buchdrucketti HoMngen-Zilrich.