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Wiemer zeigte diesem die Thüre, und so werden wir nächstens Gelegenheit haben, zu sehen, wie sich Geldsack und Polizeigewalt um ein schönes Mädchen streiten. Polizeikommissär S e i b: Eine traurige Gestalt, der man nur in die Augen zu sehen braucht, um ein unruhiges Gewissen zu konstatiren. Im VolkSmund wird er nur noch der„Mörder von Darmstadt" genannt. Vor einigen Jahren brachte der„Sozialdemokrat" einen ausführlichen Artikel darüber. Seine ihm untergebenen Beamten behandelt er wie Hunde. Die Wirthe seines Reviers müssen viel„Wein lassen", wenn sie nicht den Chikanen dieses Wütherichs ausgesetzt sein wollen.„Sozial- demokratische Wirtschaften dulde ich in meinem Reviere keine", gab er einem Hausbesitzer zur Antwort, der seine Wirthschast, die durch öffent- liche Tanzbelustigungen in einem schlechten Ruse stand, an die Wittwe unseres verstorbenen Genossen Hiller vermiethet hatte. Vorher, als jeg- liches Gesindel dort verkehrte und alle Sonntage Schlägerei stattfand, gab es keinen Feierabend. Als aber diese Wirthschast nur von anstän- digen Leuten besucht wurde und Tanzmusik gar nicht mehr stattfand, mußte um 11 Uhr geschlossen werden. Frau Hiller, die sich beschwerte, erhielt von ihm zur Antwort:„Die Sozialdemokraten haben bis 1 l Uhr genug getrunken, nachher fangen sie doch Streit an." Die Vereine konnten den Saal nicht gut miethen, weil sie allen Chikanen dieses Lümmels ausgesetzt waren, und so war die Frau gezwungen, zu Neujahr die Wirthschast wieder aufzugeben.— Der Hausbesitzer, der ein rechtlich denkender Mann ist und sich von dem Kommissar nicht beeinflussen ließ, hat nun für seinen neuen Wirth, der von Sozialdemokratie keine Idee hat, um Feierabendverlängerung und Erlaudniß zur Tanzmusik nach- gesucht, ist aber abgewiesen worden, weil er vorher gegen das Verbot des Herrn Kommissärs seine Wirthschast an Sozialdemokraten vermiethet hatte. Einen guten Fang glaubte Herr Seib unlängst in der Schött'schen Wirthschast zu machen. Er begab sich mit acht Schutzleuten ins Neben- zimmer und fand dort vier Personen mit einem Packetchen. Sofort stürzten sich auf seinen Wink einige der Polizeibüttel aus das letztere, um die verbotene Frucht bloßzulegen, währenddem die Andern gründliche Körpervisitationen vornahmen. Doch, welche Enttäuschung! Das Päckchen enthielt Fournierholz, und die Personen waren der Vorstand eines Gesangvereins, der seine Sitzung in diesem Lokale abhielt. Mit langem Gesichte zog der Herr Kommissär mit seinen acht Mann ab, um nach einigen Tagen zur Abendstunde mit etwas weniger Hilfe wieder zu kommen und sämmtliche Gäste einer körperlichen Visitation zu unter- werfen. Zu bedauern ist nur, daß der Wirth. ein Parteigenosse etwa« ängstlicher Natur, sein HauSrecht diesem Burschen gegenüber nicht besser zu vertheidigen wußte. Im Privatleben ist dieser Mameluk« Seib be- deutend vorsichtiger als seine Herren Kollegen. Der Schutzmann Georg, genannt der rothe Georg, war früher in Bockenheim und treibt jetzt hier sein Unwesen. Aus dem Friedhofe war er einer ver ersten, die den Säbel schwangen. 1882 wurde er wegen Mißhandlung eines Kindes zu'/, Jahr Gesängniß verurtheilt, aber vom Kaiser zu 1 Monat begnadigt. Unlängst hat er eine arme Frau denun- zirt, die an vier Personen Essen gibt und keine Konzession dazu habe, was aber erst bei fünf Theilnehmern nöthig ist. Der Schutzmann Renk, auch auf dem Friedhofe thätig, hatte im Spätjahre einen 13jährigen Jungen, der mit Kreide an einem Hause zeichnete, mit einem Lattenstück derartig geschlagen, daß der Junge län> gere Zeit das Bett hüten mußte. Renk wurde zu mehreren Monaten *) Der Nachfolger des seligen Rumpff, Rath v. Hacke, hat seit Beginn seines Wirkens die frühest erlaubte Morgen st unde zum Haussuchen bestimmt, um unsere Leute in schlaftrunkenem Zustande zu überraschen. Also aufgepaßt! Es kann jedoch bald wieder Aenderung eintreten. Feuilleton. Die Religion des Kapitals. (Vergleiche Feuilleton in Nr. s und 8 des„Sozialdem.") II. ZHe Hkredigt der Kourtisane. (Das Manuskript ist nur unvollständig in meinen Besitz gelangt; die ersten drei Blätter fehlen. In der Form einer Einleitung sollen sie eine Anrufung Gottes, des Kapitals, enthalten, das Diejenigen unterstützt, die da verachtet werden. Da ich es mir zum Grundsatz gemacht, nur als bloßer Kopist zu fungiren, so unterlasse ich jeden Versuch einer Vervollständigung. Randnoten lassen vermuthen daß der Verfasser der Predigt, der päpst- liche Legat, zur Mitarbeiterschaft den Prinzen von Wales, zwei weit- bekannte Industrielle, die Herren Bonnet und Herzog jun., sowie die be- rühmte Cora Pearl hinzugezogen, diese gefeierte Courtisane, die sich rühmt, die ganze kosmopolitische Genußwelt von Paris in ihrem Bell gesehen zu haben.) Gesängniß verurtheilt, verfiel aber, ehe er die Strafe antrat, in Trüb- sinn und starb unlängst. Der Schutzmann Zabel, das Mädchen für Alles, wird stets geholt, wenn die nöthigen Eide zu leisten sind. Er war bei der Hiller's en Beerdigung der Kourier zwischen Polizeipräsidium und Friedhos. Früher wohnte Zabel mit Hiller in einem Hause, denunzirte ihn bei dem Haus- besitzer und verwandte seine Frau zur Spionage in der Hiller'sch-n Fa- milie. Als die hiesigen Genossen ihrem verstorbenen Freunde, Professor Gambs, ein Denkmal setzten, mußte er den Stein überwachen, damit er vom Redenhalten nicht umfiel. Zabel hatte als Feldwebel im Chikaniren viel geleistet. Er ist öfter in Zivil ausgestellt. Schutzmann Z i e g e m e r. Ein Freund des Letzteren und bekannter Schuldenmacher. Steht in gutem Andenken bei seiner Waschfrau und seinem letzten Hausherrn. Bei der Friedhofsaffäre zeichnete er sich be- sonders aus. Dieser, sowie sein Kollege Martin, der nebenbei das edle Handwerk eines„Louis" treibt, von seiner Frau geschieden ist und unlängst, an Geschlechtskrankheit leidend, einige Wochen im Hospital zu- bringen mußte, übersielen am 20. September, als sie von Gambs' Grab, wo es nichts zu hauen gab, zurückkehrten, eine Gesellschaft junger Leute vom Lande, die das„Reservelied" langen. Sie erwischten nur einen davon, traktirten ihn mit Schlägen und wollten ihn gefesselt auss Revier bringen. Ein des Wegs kommender Kommissär entließ den jungen Mann. Auf die Vorstellung des Letztern, oaß sie das„Reservelied" gesungen hätten, erwiederte Ziegemer:„Was? Ihr habt ein Saulied gesungen!" Besonders zu erwähnen ist hier der bei Tage Steuer eintreibende und des Abends im Opernhaus an der Gallerte als Billeteur fungirende Polizeispitzel Beck, der im obigen Falle mit dem Schirm auf die Ge> sellschaft einhieb. Er hinkt mit dem einen Beine und befindet sich immer in polizeilicher Gesellschaft. Derselbe hatte früher eine Wirthschast am Bockenheimer Thor und denunzirte 1870 einen Soldaten, der bei ihm Gast war, weil Letzlerer sich über Bismarck beleidigend geäußert, was dem Soldaten mehrere Jahre Festung eiabrachte. Der Schutzmann Ruß ist einer von denen, die, eh« sie sich zur Friedhofsschlacht begaben, bei dem Wirth G. zusammen 16 Viertel Apfel- wein getrunken haben, die heute noch nicht bezahlt sind. Ruß ist Stamm- gast bei diesem Wirth und läßt gewöhnlich die Gäste seine Zeche bezah len. Auch ist bekannt, daß Ruß Strafzettel ausstellt und die Gelder selbst einkaffirt. Die Stammgäste von G. wissen Bescheid. Der Schutzmann Wagner in Sachsenhausen, ein Liebling des Kom- missärs Flacke, macht auch viel in Straszetteln, arbeitet, ebenso wie Ruß, etwas billiger wie der Staat. Wagner kam einmal schwer betrunken nach Hause,, fing mit seiner Frau Streit an und warf etliche Möbel zum Fenster hinaus. Bei dieser Gelegenheit drohte die Frau mit den Straf- zetteln. Schließlich wollen wir noch des servilen Strebers, Schutzmann Herr von Kosmali, gedenken. Dieser hinterpommersche Bettel-Adelige bewirbt sich schon seit Jahren um die Stelle eines Kommissärs. Er ist einer von denjenigen rohen Polizeisoldaten, die Vater und Mutter er- schießen, wenn es daS„Vaterland" verlangt. Auf dem Friedhof sollte er damals mit dem Revolver Signgl für's Militär abgeben, aber das Projekt des Herrn Hergenhahn war ohne den Stadtkommandanten ge- macht. Wir haben noch verschiedene dieser Herren„Ordnungsbengel" auf Lager, befürchten aber, daß Herr Puttkamer sie nicht alle auf einmal in Schutz nehmen kann und vertrösten ihn bis später. Den Einwohnern Frankfurt's aber rufen wir zu: Merkt Euch vorläufig diese Burschen! Der rothe Hergenhahn. Zur Frage der Religion. (Eingesandt.) Gestatten Sie mir ebenfalls meine Meinungsäußerung bezüglich der Stellung unserer Partei zur Religion, welche dahin geht: So lange die religiöse Weltanschauung noch nicht wissenschaftlich überwunden war, hemmte sie sehr stark die vernfciftig« Entwickelung des gesammten Kulturlebens, speziell auch der politischen Verhältnisse. Der Kampf gegen den religiösen Aberglauben war darum noch vor wenigen Jahrzehnten von eminent politischer Bedeutung, da die Religion die Stütze der Reaktion bildete. Inzwischen aber sind der Religion durch die Hegel, Strauß, Feuerbach ic. einerseits und durch den Darwinismus«. anderseits ihre Giftzähne ausgebrochen worden, eine Fluth von Wissenschaft- lichen und populären Schriflen haben in allen Schichten die religiöse Weltanschauung entwurzelt oder doch erschüttert, so daß man in"den politisch maßgebenden Kreisen die Religion eigentlich nicht mehr recht Ernst nimmt, und ihr keinen Einfluß auf die Gestaltung des öffentlichen Lebens verstattet. Weitaus der größte Th-il derer, welche die Klinke der Gesetzgebung in der Hand haben, sind Atheisten oder stehen wenig- stens aus nichtkirchlichem Standpunkt. Wenn sie äußerlich dennoch manchen religiösen Hokus-Pokus mitmachen und Gläubigkeit heucheln, sogar dafür eintreten, daß„dem Volke die Religion erhalten werden müsse", so geschieht es, weil der„Ober-Ober" noch stark auf Religion hält, noch mehr aber, weil si- in der Kirche eine geistige Polizei gegen radikale Ausschreitungen, eine Assekuranz gegen revolutionäre Feuers- gefahr erblicken. Aufrichtig, im innersten Herzen der Kirche ergeben sind fast nur noch solche Kreise, welche in schlechten ökonomischen Verhältnissen leben, denn ____ Die Menschen, die in der Finsterniß des Daseins umhertappen und nur das flimmernde Licht der blöden Vernunft als Leitstern nehmen, spotten und schimpfen über die Courtisane. Sie stellen sie an den mora- lischen Pranger, sie schlagen ihr ihre eignen Paradetugenden um die Ohren, sie stacheln zu Haß und Entrüstung wider sie auf. Sie ist die Sklavin des Bösen und die Krone der Verruchiheit, der Mahlstein der Verthie- rungsmühle. Sie demoralisi't die blühende Jugend, sie entehrt die weißen Haare des Alters, sie entführt der Gattm den Galten und saugt aus seinen verhexten und unersättlich gierigen Lippen Glück, Ehre und Wohl- stand seiner Familie. O meine Schwestern! Brutale Wuth und niedriger Neid haben mit bitterer Galle das edle Bild der Courtisane besudelt, trotzdem der letzte der falschen Götter, Jesus von Nazareth, eine Maria Magdalena der Schmach der Menschen entrissen und in sein Paradies versetzt hat neben die Heiligen und Seligen. Die Götter, die nach einander den Himmel bewohnt, und die Reli« gionen, die sich die Herrschast auf Erden streitig gemacht, ehe das Kapital, der wahre Gott, gekommen, haben alle die Courtisanen hochgeehrt. In der Gesellschaft des Alterthums war sie die einzige Frau, der man erlaubte, von der Frucht des Baumes der Erkenntniß zu naschen. Die g,oße babylonüche Göttin Mylitta, die„geschickte Zauberin", die„versührerische Prostituirte", wollte mittels der Prostitution verehrt werden. Als Buddah nach Vesali kam, kehrte er bei der ersten Courti- sane des Ortes ein, vor der sich die Behörden in ihren Feiertags- gewändern ausstellten. Der finstere Gott Jehova beherbergte Courtisanen in seinem Tempel.*) Die Menschen der ersten Gesellschaften, die der Glaube erleuchtete, ver- setzten die Courtisane unter die Götter; sie stellte die Kraft der ewigen Natur dar, die da erschafft und zerstört. Die Kirchenväter des Katholizismus, der die Menschheit in ihrer Kindheit jahrhundertelang mit seinen Märchen unterhielt, suchten die göttliche Eingebung in der heiligen Gesellschaft von Courtisanen. Wenn der unfehlbare Papst seine Priester und Bischöfe zu einem Konzil zu- sammenberief, um über ein Glaubensdogma zu berathen, so strömten, geleitet von der Hand Gottes, die Courtisanen aus allen Ländern der Christenheit herbei; sie brachten den heiligen Geist hin, sie erleuchteten den Verstand der Schriftgelehrten. Der Gott des Christenthums legte die Macht, Päpste, seine Stalthalter auf Erden, ein- und abzusetzen, in die Hände der Theodora, der kaiserlichen Courtisane. Das Kapital, unser HEcr, weist den Courtisanen einen noch höhern Platz an. Nicht hinfällige und stupide Päpste sind es mehr, denen sie kommandirt, sondern Taufende junger und kräftiger Arbeiter, Meister aller Wissenschaften und Schöpfer aller Erzeugnisse der menschlichen Kunst: sie weben, sticken, nähen, sie bearbeiten das Holz, das Silber, das Gold, sie schleifen Diamanten, st- suchen auf dem Meeresgrund Korallen und Perlen, ziehen im Winter die Blumen des Frühjahrs und die Früchte des Herbstes; sie erbauen Paläste, schmücken ihre Wände, bemalen Leinwand, erfinden Romane und Dramen, Opern und Ballets, spielen und tanzen, um die Wünsche der Courtisane zu befriedigen. Nie hatten Kleopatra, nie Semiramis ein so zahlreiches Heer von Ar- beitern aller Berus«, aller Kunstzweige zur Eriüllung ihrer Launen zur Verfügung. Die Courtisane ist die Königin der Zivilisation, und sie wird solange über der Menschheit thronen, als das Kapital der souveräne Herricher über Menschen und Dinge ist. Wenn die beschiänkte Vernunft die Menschen nicht verdummt hätte, wenn der wahre Glaube die Thore ihres Verstandes geöffnet hätte, so würden sie einsehen, daß in den Händen Gottes die Courtisane ein Faktor wird, der die Völker aufrüttelt und die Gesellschaften umgestaltet. *) Der Legat des Papstes spielt hier zweifelsohne auf den Satz im Buch der Könige an:„Und er(Josia) zerstörte die Häuser der Sodo- miter, die an dem Hause deS HErrn waren, darinnen die Huren Zelte wirkten."(2. Buch der Könige, Kap. 23 Vers 7.) Im Tempel der Mylitta hatten die Prostituirte» Babylon'» ähnliche Quartiere. ihnen bietet die Religion einen eingebildeten Trost in ihrem elendes Dasein,„Stab und Stütze" in Roth und Sorge. Sie leistet ihnen du Dienste, welche die Krücke dem Lahmen leistet(wobei noch in Betracht kommt, daß sie zufolge ihrer ökonomischen Lage nicht im Stande sind, sich die Kenntnisse zu erwerben, durch welche die Religion von selbst hinfällig wird). Sollen wir nun darauf ausgehen, die Lahmen zu über- reden, daß sie ihre Krücken wegwerfen? Ich glaube, weit vernünftiger ist es, dahin zu wirken, daß die Lahmen gesunde Beine bekommen, dann werfen sie ihre Krücken von selber weg. Unbildlich gesprochen: Schaffen wir gesunde soziale Zustände, beseitigen wir die kapitalistische Wirthschast durch die gesellschaftliche Produktion, und die religiöse Ausklärung ergibt sich von selbst. Ein eklatantes Beispiel sind die Juden. So lange sie noch in ihren Ghettos eingepfercht waren und von der Gesellschaft als Parias behandelt wurden, hingen sie mit beispielloser Zähigkeit an ihrem Talmud und seinen albernen Observanzen. Kaum aber waren die Schranken der Judengassen gefallen, kaum war die Emanzipation der Juden da, als sie sich vom Talmud lossagten, ihrem alten Jehovah des Lauipaß gaben und Schweinefleisch aßen mit gleichem Appetit wie der vollblütigste Christlichgermane; und wenn noch manche mehr oder minder am Judenthum hängen, so hat das seinen Grund theils in der nach- wirkenden Vergangenheit und Familienbeziehungen, theils darin, daß su sich in ihrer sozialen Besserstellung noch nicht ganz sicher fühlen. Item: Gegenwärtig führt nicht die Aufklärung zum So- zialismus, sondern umgekehrtder Sozialismus führt zur Aufklärung. Den ersten Theil dieser These beweist auch der Umstand, daß es eine ganze Menge von Aufgeklärten, sogar Freidenker- gemeindler gibt, welche die ausgesprochensten Gegner der sozialdemo- kratischen Bewegung, hartgesottene Nationalliberale oder Fortschrittler sind. Den Satz des Programms:„Religion ist Privatsache" halte ich daher für vortrefflich, umsomehr als mir eine Menge sehr gute und eifrig- Parteigenossen bekannt sind, welche noch einigermaßen Anhänger ihrer Religion sind. Würden wir die Bekämpfung der Religion im) Parteiprogramm aufnehmen, so könnte das unserer Propaganda nur nachtheilig sein.— Ich verkenne indeß nicht, daß der Kampf gegen die Religion unserer Sache indirekt zu Gute kommen mag, daß manch« Personen erst vom Einfluß des Pfaffen losgelöst werden müssen, um sich uns anzuschließen, und daß es deßhalb ebenso gut ist, dem religiösen Köhlerglauben zu Leibe zu gehen. Aber in's Programm gehört es nicht. Nur noch ein Wort über die Stellung der Sozialdemokratie zum Freidenkerthum. Es ist ein großer Unterschied zwischen Freidenker und Freidenker, und es kommt ganz darauf an, welcher Geist in den betreffen-\ den Freidenkergemeinden oder-Vereinen herrscht. Ich hielt einmal is einem Freidenkerverein einen Vortrag über„Halbes und ganzes Frei»! denkerthum", der darauf hinauslief, daß das Freidenkerthum, das nur die religiöse Aufklärung sich zum Ziele setzt(ä la David Strauß), ein halbes Freidenkerthum sei; das wahre und ganze Freidenkerthum müsse auf allen Gebieten frei denken, auch auf dem politischen und sozialen. Das freie Denken auf dem politischen und sozialen Gebiet führe aber nothwendig zum Sozialismus; ein ganzes Freidenkerthum müsse daher die sozialistische Bewegung ebenso sehr zu fördern bestrebt sein wie die religiöse Aufklärung. Ich sage also, daß je nachdem die Freidenkerei, betrieben wird, sie unserer Bewegung nützlich oder schädlich sein kann.- Rekrutiren sich ihre Anhänger hauptsächlich aus Sozialisten und ist der Sprecher ein überzeugter, warmherziger und feuriger Sozialist, so kann: sie die sozialdemokratische Bewegung ganz bedeutend fördern. Mir z. B. fällt es gar nicht ein, in meinen Vorträgen religiöse Themata zu be- handeln, höchstens dient mir das Religiöse als Anknüpfungspunkt. Die Vorträge behandeln allgemein belehrende Gegenstände und zwar in der Regel solche, denen sozialistische Seiten abzugewinnen sind, beziehungs' weise die sozialistisch pointirt sind. xyz. zu ver! Vorträ Jahr Umsiä, keinen sobald Viereck ten B- dieser geordn- Lauf auf dei lassen � nnßlan einmal wäre, alle Z in ihre »eugen träge i 1878. Und deutsche Merkt i „Sei der Le dligem dcmokr daß da gegen? Ich sri Freihei irgend d e m o das S- wicklun tung lozra Sie dü besten l Hat wird- ling ui Blödsir !chwun! dreht aber d Nicht u! Ersch nicht b Er be scheint die Nei wir ih gedenk sein PI Sozialpolitische Rundschau. Zürich. 17. März 1886. — Unseren Puttkamer kennen wir inwendig und auswendig. Wir> kennen ihn in seinem Privatleben— in seinen Moraltheorien und seiner Moralproxis; wir kennen ihn in seinem politischen oder richtiger Polizei- lichen Leben— denn für diesen preußisch-junkerlichen Musterknaben ist Politik Polizei und Polizei Politik; wir kennen seine großen„Gesichts- punkte-' und seine kleinen Kniffe, wir kennen seine großen Spitzel und kennen seine kleinen— auch etwelche bis dato noch nicht entdeckte. Vor der letzten Sozialistendebatte sagten wir bis auf's Tüpfelchen über'm i, was er im Reichstag sagen— wie er das wohlfeile Doppelspiel treiben würde, die A n g st m e i e r durch das„Rothe Gespenst" und die B i e d e r- meier durch„milde Praxis" für die Verlängerung des Sozialisten- gesetzes zu stimmen. Und jetzt wollen wir unfern Lesern die Trumpf« karte zeigen, welche er bei der zweiten und dritten Lesung im Plenum des Reichstags auszuspielen gedenkt— und, trotzdem wir den Coup jetzt verrathen, auch ausspielen wird. Der Plan besteht darin, den sozial- demokratischen Reichstagsabgeordneten eine Art von Zeugenzwang zu Gunsten der„milden Praxis" aufzuerlegen. Der Zeugnißzwang als politisches Zucht-, Züchtigungs- und Erziehungsmittel ist ja jetzt in der Mode. Die Sache verhält sich so: Wie überall, haben die Genossen in Berlin ein lebhaftes Bedürfniß, mit den parlamentarischen Vertretern der Partei _< tagsre! stünde, und m wellen t-n. Z involvi ließ de Namen leine I Mal er Jmmu drängt- der Re thaner könnte, lebhaft- verwid Widers; Jntere Abgeor rechtig: freil neien giger- im öf auf S schwiec wir fo Das 85 N Im Mittelalter, damals, als das Kapital, unser HErr, noch dem Kinde glich, das in der Mutter Schooß sich regt, erst in den Tiefen des Wirthschaftslebens geheimnißvoll zu' keimen begann, als kein Mund sein« Geburt verkündete, als die Menschen noch keine blasse Ahnung hatten von dem Nahen des wahren Gottes, damals begann trotzdem daS Kapital bereits die Handlungen der Menschen zu leiten. Es hauchte in den Geist der Christen Europas den wilden Taumel ein, der sie, in Heeren, enger geschaart als Ameisentrupps, auf die Straßen nach Asien trieb. Zu jener Zeit waren die Führer der Menschen plumpe Feudalherren, die in ihren Rüstungen lebten wie Hummern in ihrer Schale, die sich von grobem Fleisch und schweren Getränken ernährten, kein anderes Vergnügen schätzten als Lanzenstechen, keinen anderen Luxus kannten als ein wohlgehärtetes Schwert. Unser Gott mußte sich auf das Niveau der bleiernen Intelligenz dieser Viehnaturen herablassen, um sie in Bewegung zu setzen. Er pflanzte ihnen die Idee ein, das Kreuz zu nehmen, nach Palästina zu ziehen und die Steine eines Gra- bes zu befreien, das nie existirt hatte. Aber der himmlische Plan Gottes war, sie zu den Füßen der Courtisanen des Orients zu führen, sie in Luxus und Wohlgenuß zu berauschen, in ihren Herzen die göttliche Leiden- schast, die Liebe zum Gold, zu nähren. Als sie in ihre düsternen Behausungen zurückkehrten, die Sinne noch verwirrt von dem Glanz der Feste, von den Wohlgerüchen Arabiens und den Küssen der glatten Courtisanen, da bekamen sie einen Ekel vor ihren linkischen und behaarten Weibern, die nur spinnen und Kinder gebären konnten, sie«rrötheten über ihr Barbarenthum, sie erbauten die Städte des Mitt-.lmeers, sie riefen die königlichen und herrschaftlichen Höfe in's Leben, und bereiteten so die Ankunft des Gott-Kapital vor. Ich sage es Euch aufrichtig, die Courtisane ist unserem Gott theurer als dem Finanzmann das Geld des Aktionärs. Sie ist seine heißgeliebt« Tochter, von allen Frauen diejenige, die am gelehrigsten seinem Willen gehorcht. Die Courtisane handelt mit dem, was man weder wägen noch messen kann, mit der immateriellen Sache, der die geheiligten Regeln de» Tausches nicht ankönnen: sie verkauft die Liebe, wie der Krämer Seife und Talg verschleißt, wie der Dichter Verse losschlägt. Aber in- dem sie die Liebe verkauft, verkauft die Courtisane sich selbst, gibt sie ihrer Persönlichkeit einen wirthschaftlichen, einen Markt-Werth. Der Körper der Courtisane nimmt damit an den Eigenschaften unsres Gottes Theil; qr wird ein Stück Gott, er wird Kapital. Die Courtisane ist die Menschwerdung Gottes. O über Eure Taubenklugheit, ihr Dichter und Romanciers, die ihr die Courtisane herunterreißt, weil sie ihren Körper nur gegen Bezahlung hingibt, die ihr sie mit Schmutz bewerft, weil sie ihre Reize in schwerem Geld taxirt! Ihr wollt wohl, daß sie das Göttliche, was ihr Körper birgt, prosanirt, daß si« es so gemein macht als Steine am Wege? O Ihr Moral- weil si sinnige einen eurem Werth Brod vergess die Ke Abe dienen angehö sie um Liebe- liebt.> ihr Hei so fint schöpft Die Marm Käufer trächti ormuv beraus- richtet. Die C gnüge, ihre L »hm a! Fra der ri So wählte spricht Blut! Sie sendet. Und d Sie ihr ve Landr !» verkehren, und namentlich in Volks- oder sonstigen Versammlungen >i« Vorträge zu hören und mit ihnen zu diskutiren. Bis vor etwa einem hi Jahr hatte nun die Polizei Ordre, einen solchen Verkehr unter allen d, Umständen zu verhindern— seltene Ausnahmen abgerechnet, ließ sie keinen sozialdemokratischen Abgeordneten öffentlich reden, und löste auf, v lvvald Einer als Redner genannt ward. Wurde es doch seiner Zeit er V! er eck nicht einmal gestattet, seinen lieben Berlinern und seinem gelieb- M ken Berlin„guten Abend" zu wünschen. Allmälig wich die Polizei von «i dieser„scharfen Praxis" ab, und es kam ziemlich oft vor, daß ein Ab- ist geordneter über irgend ein mehr oder weniger harmloses Thema im bt �-auf d er D i s k u ssi o n, ohne bei der Einladung(in der Anzeige, ie auf den Plakaten rc.) namhaft gemacht zu sein, eine Rede vom Stapel Ii lassen konnte. Jndeß es war immer ein Hazardspiel, das ebenso ost m mißlang als gelang. In neuester Zeit ist nun die Berliner Polizei auf je einmal von einer Toleranz geworden, die geradezu bewundernswerth Ware, wenn das Motiv nicht so handgreiflich vor uns läge. Sie erlaubt n?Ue Vorträg« von Abgeordneten und läßt den Abgeordneten ät ln ihren Vorträgen den weitesten Spielraum. Es sind so— dies be- ■t Hugen wir hier ausdrückich unserem Puttkamer— in neuester Zeit Vor- hl«age in Berlin gehalten worden, so„radikal" wie die„radikalsten" vor Xt*878. «: Und wozu diese— Polizeikomödie? Die Antwort ist leicht; wenn die > deutsch« Polizei und der deutsche Polizeiminister Komödie spielen, dann msrtt man's immer auf tausend Schritte. n.»selbst die Herren sozialdemokratischen Abgeordneten— so wird Bei f der Lesung im Plenum unser Puttkamer und Mahlow-Mann sich mit 0' öligem Tugend-Pathos vernehmen lasten— selbst die Herreu sozial- et demokratischen' Abgeordneten werden das Zeugniß nicht versagen können, ch daß das Sozialistengesetz durchaus loyal angewandt wird und sich blos Oen ��chreitungen kehrt, von denen ja auch sie nichts wissen wollen. er Ich frage die Herren, ob sie ihre Grundsätze nicht mit volliommener m pteiheit in Versammlungen entwickeln können? Hat die Polizei ihnen it»gend welche Hindernisse in den Weg gelegt? Also gegen die Sozial- � f kratie und sozialdemokratische Bestrebungen richtet sich he das Sozialistengesetz nicht; es gewährt einer gewnden politischen Ent- m Wicklung vollkommen freien Spielraum und verhindert nur Aus schrei- m t u n g« n, deren Verhinderung im Interesse aller Parteien, auch der e» sozialistischen, ist. Also nur man'rin ins Verjnügen. Nehmen Jpw die Verlängerung des besten aller Gesetze an, das die Ewigkeit der ni oosten aller Welten verbürgt." i° Hat der Reichstag angenommen— was er selbstverständlich thun n' wird— so kommt ein beliebiger Mahlow-Jhring oder sonstiger Schütz- in ling unseres Puttkamer, stört eine Versammlung oder redet Most'schen !i> Blödsinn— und hui!„die milde Praxis" ist von der Bildfläche ver- nt Ichwunden wie ein luftiges, farbiges Nebelbild, die Willkürwirthschaft in dreht wieder die rohe Außenseite hervor— Herr von Puttkamer hat ist aber den Biedermeiern unter den deutschen Philistern seine Komödie n. Nicht umsonst vorgespielt. et Erschrecklich einfach, das Puttkamer'sche Spiel. Das einzige, was wir ec Nicht begreifen, ist, daß er die Komödie überhaupt noch für nöthig hält. bekäme sein Sozialistengesetz auch ohne sie. Das Komödiespielen ;e, scheint ihm also Spaß zu machen. Es ist eine alte Beobachtung, daß die Neigungen im umgekehrten Verhältniß zu den Talenten steh. n. Laffen et wir ihm sein Vergnügen und seien wir auch ihm gegenüber stets ein- gedenk des menschenfreundlichen Sprichworts:„Ein jedes Thierchen hat s«in Pläsirchen." — Der Zentrumsabgeordnete Tchalscha erzählte in einer Reichs- % tagsrede, ihm sei mitgetheilt worden, daß in Berlin zwei„Häuser" be- 91 stünden, die in der Schweiz und Südfrankreich Silberthaler prägen ließen und mit großem Profit(Differenz des Silbermarktpreises mit dem nomi- Nellen Werthe des in einem Thaler enthaltenen Silbers) in Umlaufsetz- ten. Da nun eine solche Handlung ein sogenanntes„Münzverbrechen" involvirt, so leitete die preußische Regierung eine Untersuchung ein und Ütß den Abgeordneten Schalscha als Zeuge vorladen, damit er den Namen des Gewährsmannes angebe. Schalscha leistete der ersten Ladung keine Folge, worauf er zum zweitenmal vorgeladen ward. Das zweite- Mal erschien er, verweigerte aber die Aussage, mit Hinweis auf seine Immunität als Abgeordneter. Herr Windthorst nahm sich seines be- drängten Parteigenossen an, und brachte einen Antrag ein, dahingehend, ir> der Reichstag solle erklären, daß Abgeordnete wegen im Reichstag ge- er thaner Aenßerungen nicht dem Zeugenzwang unterworfen werden u- s könnten. Der Antrag gab in der Sitzung vom>0. d. zu einer ziemlich ist lebhaften Debatte Anlaß und wurde vor die Geschäftsordnungskommission s> verwiesen. Die Regierung bekämpft den Antrag und meint, derselbe ad widerspreche der Reichsverfaffung. Jedenfalls ist die Sache von hohem or Jntereffe und beträchtlicher Tragweite: wird der Zeugnißzwang gegen i, Abgeordnete wegen Aeußerungen, die sie im Reichstag gethan, als be- en vechtigt anerkannt, so ist es um die parlamentarische Rede- r- s r eih eit geschehen, und manche Mittheilung, die jetzt einem Abgeord- n- Veten unter dem Siegel der Verschwiegenheit(von Personen in abhän- >f> fliger Stellung ic.) gemacht wird, unterbleibt dann, was sicherlich nicht m im öffentlichen Interesse ist. Natürlich stellten die Konservativen sich tzt aus Seiten der Regierung, wohingegen die Nationalliberalen sich todt- il- schwiegen. Wir werden auf die Materie zurückkommen. »n er— Der Richter'schen Rede gegen das Schnapsmonopol entnehmen tel wir folgende charakteristische Zahlen. Daß nach der Monopolvorlage den Schnapsbrennern der Schnaps um in 35 Mark pro Hektoliter abgekauft werden soll, während der Moralisten, ihr Brutanstalten für alle Laster, ihr scheltet sie Verbrecherin, in weil sie das blinkende Gold dem liebeglühenden Herzen vorzieht! Stumpf- es finnige Philosophen, die ihr seid, ihr haltet die Courtisane wohl für _«inen Sperber, der sich mit zuckendem Fleisch vollstopft? Glaubt ihr in °n eurem verzehrenden Geiz etwa, daß die Courtilane weniger Begehrens- fa®ett& ist, weil sie gekaust werden muß? Muß man nicht auch das wob kaufen, das unser Leben erhält, den Wein, der uns die Sorgen el vergessen macht? Kauft man nicht auch das Gewissen der Volksvertreter, die Kenntnisse des Ingenieurs, die Ehrlichkeit des Krssirers? er v die Courtisane, die die Gnade Gottes, des Kapitals, zu ver- dienen sucht, verstopft sich die Ohren bei Euren Reden, die noch weniger ' angehört werden, als das Geschrei der Gänse, wenn sie gerupit werden; uk umgibt ihre Seele mit einer eisigen Hülle, die das Feuer keiner Liebe schmelzen kann. Denn wehe, dreimal wehe der Courtisane, die da liebt, die da empfindet! Gott wendet sein Antlitz von ihr ab. Wenn b* ihr Herz ergriffen wird, wenn ihre Sinne dem Käufer von Liebe sprechen, so findet der, der dem Geliebten des Herzens folgt, nur noch einen er- i® schöpften, verbrauchten Körper. n-!m®'e Courtisane muß sich mit anziehender Kälte wappnen. An dem Marmor ihres Körpers, der nichts von Leidenschaft fühlt, muß der icb Käufer seine brennenden Lippen erschöpfen, ohne seine Frische zu beein- trächijgen. Nicht das Feuer ihrer Küsse und die Gluth ihrer Um- armungen, sondern die fiebernde Hitze des eigenen Blutes muß ihn berauschen. Während er in ihren Armen seinen Körper zu Grunde sichtet, denkt ihre freie Seele an das Geld, das sie zu verlangen bat. Courtisane betrügt den, der sie kaust; sie nölhigt ihn, das Ver> saugen mit Gold aufzuwiegen, das er selbst mitbringt. Und weil sie ihre Liebeswaare fälscht, segnet sie unser Gott, denn die Fälschung gilt .w ihm als religiöse Tugend. >t- � Frauen, die ihr mich anhört, ich habe euch das mystische Geheimniß en der räthselhasten Kälte der Courtisane enthüllt!— So ladet die marmorne Courtisane die gesammte Klasse der Auser- wählten des Kapitals zum Gastmahl an ihrem Körper ein und ... spricht zu ihnen: Effet und trinket, dies ist mein Leib, dies ist mein Blut! n' Sie ist die Erzieherin, welche Gott den Söhnen seiner Auserwählten ' sendet. Sie unterrichtet sie in dem gelehrten Rasfinement des Luxus und der Wollust. ig Sie ist die Trösterin, die Gott seinen Auserwählten zuertheilt. Bei ihr vergessen sie ihre legitimen Frauen, die so langweilig sind, wie ein � Landregen im Herbst.(Schluß folgt.) ng !M- >er ihr äL. Netto-Preis heute kaum 20 Mark beträgt— ihnen also pro Hektoliter über 15 Mark geschenkt weiden sollen, ist bekannt, ebenso daß es vorzugsweise die großen Kartoffelbrenner sind, im Ganzen 3000 an der Zahl, denen diese Staatshülfe für die nothleidende Landwirth- schaft zu Theil werden sollte,— bei 3 Millionen Hektoliter, wie es die Borlage annimmt, 50— 30 Millionen Mark, d. h. für den Ein- zelnen im Durch'chnitt 20,000 Mark pro Jahr. Nachdem er das konstatirt, fuhr Herr Richter fort:„Wer sind denn die armen Leute, die Nothleidende», denen geholfen werden soll? Als Vorkämpser der Brennereien in diesem Hause erschien mir stets Herr v. Kardorff. Darum erkundigte ich mich, wie es in seinem Wahlkreis« Oels-Wartenberg mit der Brenn-rei aussteht. Nun zählt der Kreis Oels 37 Brennereien. Davon gehören 8 dem König von Sachsen, 2 dem Kronprinzen, einer Reihe von Grafen, einige Herrn v. Kardorff und seinen Standesgenoffen. Und in der Statistik von ganz Schlesien fand ich, daß die Brennereien außer den 8 des Königs von Sachsen uttd zweien, die M e i n i n g e n und Braunschweig gehören, von oben herab wie folgt vertheilt sind: 6 sind königliche Fideikom niß-Brennereien, 10 gehören Domänen, 4 sind solche von Prinzen, 8 von Herzögen, 10 von Fürsten, 76 von Grafen, oarunter 2 Reichsgrafen (Heiterkeit). 29 Brennereien gehören Freiherren, darunter 2 den Freiherren von Rothschild in Wien, die schon seit lange nicht mehr zu den armen Leuten zählen(Heiterkeit), 95 Brennereien gehören einfachen Adligen, 153 endlich Besitzern mit bürgerlichen Namen. Glauben Sie aber nicht, daß ich etwa die letzten für arme Leute halte, ich will keine Namen nennen, aber den Brenner soll man uns nicht als armen Mann anführen. Von den Brennereibesitzern bezahlen nur 42 eine Steuer unter 3600 Mk. jährlich. 242 von 3600 bis 12000 Mk.; 247 von 1 2 bis 30,000 Mk. und 24 über 30,000 Mk. jährlich Steuern. Die jährliche Zuwendung aus dem?onopol an den einzelnen Kar- toffelvrenner ist aber höher als das. was er anSteuern be- zahlt(hört l hört! links), und wenn Sie sich diese Brennereien an- sehen, werden Sie finden, daß viele von ihnen mit Fideikommiß- gütern zusammenhängen. „Man erhöht also das Einkommen, daß nicht aus eigener Ar- b eit, aus eigenem Unternehmungsgeist e itstanden ist, sondern dem Be- sitzer zugefallen ist auf Grund der Erstgeburt zu Ungunsten nach- geborner Geschwister. „Und dann beschränkt man sich nicht nur darauf, den Brennern ihren Branntwein zu dem hohen Preise je nach dem Bedürfniß des inländi- scheu Konsums und der ausländischen Nachfrage abzukaufen. Nein, man gibt diesen Brennereien das dauernde Recht, zu diesem Preise so viel Spiritus zu liefern, als sie jetzt geliefert haben, ganz gleichgiltig, wie sich zukünftig die Konjunkturen stellen. Man hat von einem„Recht auf Arbeit" gesprochen. Hier wird ein Recht auf Arbeit konstituirt in Gestalt eines Rechts auf Verkauf von Brennereiproduk- ten, ganz unabhängig, wie die Nachfrage ist. Mit großer Mühe und schweren Opfern hat die Gesetzgebung das alte Zwangs- und Bannrecht abgeschafft, und hier wird uns zugemuthet, ein neues Zwangs- und Bannrecht zu schaffen zu Guns-en von dreitausend Kartoffel- Brennern, ein Zwangs- und Bannrecht, wie es auch in feudalster Zeit nicht da war. Nicht der einzelnen Person wird das zugewiesen, nein, das Recht hastet am Gute, infolge dessen wächst der Kapitalwerth des Gutes. Bei einer Verzinsung von 3'/, vEt. bedeutet diese Zuwendung von 60 Millionen jährlich eine Erhöhung des Grundwerthes nm 1'/, Milliarden." Nicht wahr, ein nettes Patrimonium! Das hätte sich Wilhelm Wolfs nicht träumen laffen, als er 1849 seine prächtige„schlesische Milliarde" schrieb, daß dieselbe nach 37 Jahren einen so klassischen„An- hang" erhalten sollte! Freilich, der Entwurf ist vorläufig begraben. Aber wer aus der That- fache, daß der Reichstag einmal nein gesagt, daß mit Ausnahme der Konservaliven sich diesmal eigentlich alle Parteien gegen das Mo- nopol erklärt, den Schluß ziehen wollte, daß es nun endgültig begraben sei, der kennt des deutschen Reichs und des deutschen Reichstags Ge- schichte nicht. Schon manche Majorität ist umgefallen, und das Nein! von Zentrum und Nationalliberalen klang fast so schwach wie das Ach Gott! Ach Gott! in dem bekannten Heir.e jchen Gedicht. Mau kennt aber auch das Ende— sie war wehmüthig bis zum Sterben, Doch endlich, da stieg sie hinab in den Pott! Wie aber die schließliche Entscheidung auch ausfallen möge, charak- teristisch bleibt es immer, daß es überhaupt gewagt werden tonnte, so etwas dem deutschen Volke zu bieten. Und nicht minder charakte- ristisch ist die Liste der noblen, hochpreislichen Schnapsbrenner. Das sürstet, prinzt, grast und iönigt sich durcheinander, daß man vor Ehr- surcht schier nicht weiß, wo einem das Rückgrat steht. Und Alle, Alle schnapsen— pardon, handeln mit Schnaps nach dem alt bewährten, auch aus erlauchtem Mund geflossenen Wort: Eon olet— Es stinkt nicht! — Ungültig, nach den vom Reichstag bisher beobachteten Grund« sätzen, ist ohne Zweifel die Wahl des Abgeordneten Loh in Kassel, eines Konservativen vom unreinsten Wasser. Herr Lötz hatte nur wenige Stimmen mehr als sein sozialdemokratischer Gegner Pfannkuch— nicht hundert— und bei der Wahl sind die gröbsten„Unregelmäßigkeiten" (wie man das in„parlamentarischer" Sprache nennt) und Beeinflussungen vorgekommen, und namentlich find mehrere sozialdemokratische Wahl- Versammlungen, im Widerspruch mit dem bekannten Reichstagsbelchlusse, von vornherein verboten worden. Die letztere Thatsache allein ist, nach der bisherigen Praxis des Reichstags, vollauf ausreichend, um die Ungültigkeit der Wahl festzustellen. Nun kann die Wahlprüfungs- kommission, da ihr zunächst nur die Behauptungen des Wahlpro- testes vorliegen, nicht sofort und ohne Weiteres die Ungültigkeit einer Wahl aussprechen. Sie muß in solchen Fällen amtliche Erhebungen ver- anlassen, und bis deren Resultat vorliegt, die Entscheidung über Gültig- keit und Ungültigkeit aussetzen. Im Falle der Lotz'schen Wahl ist das geschehen. Die Wahlprüfungskommiffion brachte in voriger Session durch den Referenten Liebknecht die Sache mit möglichster Beschleunigung vor das Haus, welches, dem Antrage der Kommission gemäß, einstimmig die amtlichen Erhebungen sowie die Aussetzung der Gültig- oder Ungültig- Erklärung beschloß. Die Behörden nahmen die verlangten Erhebungen auch vor, und zu Beginn der gegenwärtigen Session waren die betreffenden Akten schon eingelaufen. Dieselben bestätigten in allen wesentlichen Punkten die Angaben des Wahlprotests, und insbesondere daß die Versammlungsverbote in durchaus ungesetzlicher Weise erfolgt waren. Kein Zweifel: die Wahlprüsungskommisswn mußte die Ungllltig-Er- klärung der Lotz'schen Wahl beantragen und der Reichstag in demselben Sinne beschließen. Spätestens zu Anfang dieses Jahrs hätte die Sache erledigt und Herr Lötz seines ungültigen Mandats entkleidet sein können. Nun— wir sind heute in der Mitte des März, die Wahlprüfungskommis- ston hat die zweite und entscheidende Prü'ung der Lotz'schen Wahl noch gar nicht vorgenommen, und Herr Lötz sitzt munter und vergnügt im Reichstag, und wird munter und vergnügt für das Sozialistengesetz stimmen. An wem liegt die Schuld? An dem Referenten gewiß nicht. Die Genossen Liebknecht und, als dieser wegen Arbeitsüberbürdung aus der Wahlprüfungskommiffion ausgetreten war, Singer— haben mit äußerster Beschleunigung gearbeitet. Aber vom Referenten allein hängt es nicht ab, wann ein Referat auf die Tagesordnung zu kommen hat. Dazu gehört auch der K o r e f e- r e n t, welcher der Regel nach aus der siegreichen Partei gewählt wird, während man den R e f e r e n t e n, wie das recht und billig, aus den Reihen der unterlegenen Partei entnimmt. Und der Koreferent, der bei dem.Referat in der Kommission zugegen zu sein und dasselbe zu kontroliren hat, ist im Falle der Lotz'schen Wahl nicht zu haben. Er hat die Akten„noch nicht genügend fiudirt." Verschiedene Winke, seine Studien doch zu beschleunigen, sind bisher völlig erfolglos gewesen. Was ist da zu thun? Schließlich wird nichts anderes übrig fein, als den Präsidenten der Wahlprüsungskom- Mission anzurufen und in letzter Instanz an den Reichstag zu appelliren. Der fragliche Herr Koreferent führt den nicht unbekannten Namen Puttkamer, und ist ein Bruder des gleichnamigen„Chess" der Jhring-Mahlow und Konsorten. u. Die Kommission zur Berathung des Sozialistengesetzes war von vorneherein nur eine Komödie, und es ist daher ganz natürlich, daß sie Komödie spielt. Ihre Verhandlungen sind die reinste Farce, so daß man oft wirklich kaum begreift, wie die Auguren der Kommission ihre ernsten Mienen bewahren können. Die Verhandlungen spielen sich mit Regel- Mäßigkeit wie folgt ab: Herr Windthorst oder einer seiner Leute moti- virt einen der famosen Milderungsanträge. Herr Puttkamer legt dann das bekannte Bocksgesicht mit dem Ziegenbart in feierlich ichwermüthige Falten, und mäckert als frommer Tugendbock, er— der Tugendbock— sei der gutmüthigste aller Menschen, er könne keinen Floh kränken, ge- schweige einem Mitmenschen Schmerz bereiten, aber grade seine brün- flige Liebe zu den Mitmenschen(beiderlei Geschlechts) lege ihm— dem Tugendbock— die Verpflichtung auf, mit Nachdruck Allem zu steuern, was die Ruhe und das Behagen der brünstig geliebten Mitmenschen zu stören geeignet sei, und wenn er— der Tugendbock— bei Ausübung dieser Pflicht der christlichen Nächstenliebe irgend einem verblendeten Mitmenschen zu nahe treten, ihn auch anfassen müsse, so blute ihm— dem Tugendbock— heimlich das Herz. Das könne man ihm glauben— auf preußische Junkerehre. Und das so schmählich verleumdete Sozialisten- gesetz sei das unentbehrliche Mittel, um ihm— dem Tugendbock— die Erfüllung seiner Menschenpflicht und seiner menschheitrettenden Mission zu ermöglichen. Das Sozialistengesetz sei eine wunderbare Waffe, ein wahres Balmungschwert zur Bekämpfung des Drachen Anarchie— und müsse es nicht auch ein Wunderschwert sein, da er— der Tugendbock— es, unter Mithülfe seiner Spießgesellen, höchst eigenhändig geschmiedet? Oh, eine wunderbare Waffe ist das Sozialistengesetz— Alles daran aufs Scharssinnigste, aufs Weiseste berechnet— kurz etwas Vollkommnes, und am Vollkommnen darf man nicht ändern, sonst verdirbt und zer- stört man es. Hat so der Tugendbock geredet— unter einigen Grimassen, um das Augureylächeln zu unterdrücken— dann antwortet ihln irgend ein Fort- schrittler oder Volksparteiler, und bringt einige skandalöse Thatsachen vor, die weder nach christlicher Liebe, noch nach Tugend und Moral riechen— und daher dem Tugendbock, der erstaunt das Haupt mit dem Ziegenbart schüttelt, regelmäßig ganz unbekannt sind. Dann ein bischen Hin- und Herreden, wobei Herr von Köller, als landräthlicher Naturbursche, die Rolle des Klowns spielt. Und das Ende vom Lied ist, der Windthorst'sche Milderungsantrag wird mit 12 gegen 7 Stimmen angenommen. Aus diese Weise sind bis jetzt sämmtliche Windthorst'sche Anträge in erster Lesung angenommen worden. In der zweiten(Kommissions-) Lesung, die inzwischen begonnen hat, wird dieses Spiel sich wiederholen. Und wenn dann schließlich die Ge- sammtabstimmung über das Gesetz stattfindet, so wird das ganze Gesetz mitsammt allen Windthorst'schen Anträgen verworfen, und damit der Komödie die Krone aufgesetzt werden. Auf diese Weise wird dem Reichstag für die Plenarberathung der zweiten Lesung ein Bericht vor- gelegt werden, der'gar keine Gesetzesvoischläge enthält— grade wie vor zwei Jahren. Und grade wie vor zwei Jahren wird die Regie- rungsoorlage mitsammt den Windthorst'schen Milderungsanträgen wieder auftauchen und die Komödie mit der unveränderten Annahme des Gesetzes enden. Nur daß man die Dauer der Gültigkeit statt auf 6, auf 2 oder 3 Jahre festsetzen wird. — rk. Die Kommission über das Sozialistengesetz wird vor- aussichtlich gegen den 22. oder 23. d. Mls. mit ihrem Bericht fertig sein, so daß also die zweite Lesung in die letzten Tage des März fallen dürste.— Die Schnapsmonopol-Kommission ist mit ihren Ar- beiten sehr schnell sertig geworden. Sie hat die Regierungsvorlage ein- fach in den Papierkorb geworfen und sich auf Weiteres nicht eingelassen, so daß die Kommission nur noch ihren Bericht zu machen hat. Unter diesen Umständen wird die Session wahrscheinlich schon vor Ostern be- endigt werden.— Zum Gesetzesvorschlag auf Entschädigung««- schuldig Berurtheilter haben die Sozialdemokraten Verbesserungs- anträge eingebracht, u. A. einen dahingehend, daß auch für unschuldig erlittene Untersuchungshaft Entschädigung gezahlt werden soll. In der Debatte über diese Angelegenheit sprachen für uns die Genossen K a y s e r und Heine, von denen letzterer seine, den Lesern des„Sozial- demokrat" bekannten Erlebnisse im Gesängniß von Halberstadt schilderte. — Auch eine goldene Internationale. Von mordspatrio- tischer Seite wird mit besonderer Vorliebe über den k o s m o p o l i» tischen Zug geschimpft, der im deutschen Volk leider noch stark vor- handen sei und seine vollständige Versimpelung— Verzeihung!— seine Erziehung zum waschechten Nationalismus bisher verhindert habe. Wir wollen hier nicht in eine Erörterung der Frage eintreten, in wie weit die letztere Behauptung noch berechtigt ist, dagegen sei diesem Geschrei gegenüber auf einen Umstand aufmerksam gemacht, den ausländische Blätter gelegentlich der Polenausweisungen zur Sprache brachten. Wir meinen den Kosmopolitismus oder, um das präzisive Wort zu ge- brauchen„die Jnternationalitäten der deutschen Fürsten- Häuser. Wenn die französischen, und, mit relativ größerer Berech- tigung, die englischen Arbeiter über die herbe Konkurrenz klagen, welche ihnen ihre deutschen Kollegen machen, so ertönt eine gleiche Klage aus den Kreisen der höchsten Aristokratie des Auslandes. Alle Throne und Thrönchen schnappen ihnen deutsche Blaublütler vor der Nase weg. Mit vier Ausnahmen— darunter die französische Republik— sind in allen Ländern Europas die Regentensamilien deutschen Ursprungs. In Rußland, Dänemark und Griechenland regiert die Oldenburger Familie der Holstein-Gottorp. In England die Linie Hannover-Sachse n-C oburg, in Portugal und Belgien sitzen Sachsen-Coburger durch den Thron, in H o I l a n d Ab- tömmlinge des Nassauischen Hauses. Das Haus S a v o y e n, das in Italien regiert, stammen von einem sächsischen Grafen- geschlecht ab; und daß man, als im Orient Throne vakant wurden, nach Rumänien einen Hohenzollern und nach Bulgarien den Battenberger schickte, ist bekannt. Es mußten unbedingt deutsche Prinzen sein. Natürlich haben diese alle sofort mit Leiden- schaft die Nationalität der von ihnen beglückten Völker angenommen, einige sogar mit wahrem Fanatismus. Es sind also sehr erlauchte Beispiele, auf die sich diejenigen Deutschen berufen könnten, denen die Treilschke und Konsorten national-chauvinistische Moral predigen. Wir glauben aber schwerlich, daß sie es thun werden. — Nach den neuesten Berichten aus England geht Gladstones Plan zur Lösung der irischen Frage thatsächlich darauf hinaus, den irischen Großgrundbesitz zu expropriiren und ein irisches Parlament herzustellen. Eine Kritik dieses Programms wird natürlich erst möglich sein, wenn die Details desselben vorliegen. Immerhin sei heute darauf aufmerksam gemacht, daß die erster« Maßregel für England etwa das- selbe bedeutet, als wenn Bismarck vorschlüge, in den polnischen Landes- theilen Preußens den deutschen Grundbesitz zu expropriiren. Wie viel Antheil Landliga und Mondscheinritter an diesem heroischen Entschluß haben, ist bekannt. — Dem Jahresbericht des AktionSkomite des Schweizerischen Arbeitertages entnehmen wir folgende Mittheilungen: Die Organisation zählt zirka 5000 Mitglieder, die etwas über 100» Franken für die Zwecke desselben aufbrachten(der Beitrag ist mit Rücksicht auf die andern Arbeiterorganisationen der Schweiz ein außerordentlich ge- ringer— 5 Cts. pro Quartal!). Davon wurden 977 Fr. für Agita- tion und Broschüren ausgegeben. Das Komite steuerte zur Agitation Jules Guesde's in der französischen, und Stolle's in der deutschen Schweiz bei, betheiligte sich lebhaft an der Agitation gegen das eid- genössische Alkoholgesetz, wirkte für Vermehrung der Fabrikinspektoren, welche Forderung neuerdings Aussicht auf Erfolg zu haben scheint, und für Erweiterung desHaftpslicht- g e s e tz e s, resp. Schaffung eines guten Unfallversicherungs- g e s e tz e s. Bei allen diesen Maßnahmen ging es Hand in Hand mit den übrigen Arbeiterorganisationen der Schweiz. Der Bericht enthält außerdem eine kurze Rundschau über den Stand der Bewegung im gesammten Ausland. Dieselbe schließt mit folgenden Worten:„So sehen wir allerorts die Arbeiterfrage auf der TageS- Ordnung, von der sie dauernd nie verschwinden kann, ehe nicht die U r- fachen, die sie geschaffen, aufgehoben sind. Von dem planmäßigen Zusammenwirken der organistrten Arbeiterschaft aber hängt ei ab, den Gang der Entwickeluag in diejenigen Bahnen zu lenken, welche den Uebergang zur Neuorganisation der Gesellschaft erleichtern und zugleich der Verelendung der Mafien entgegenwirken. Der erste Schritt in dieser Richtung ist eine gute Fabrikgesetzgebung, insbesondere eine wirksame Verkürzung des Arbeitstages, die aber nur dann allen an sie zu stellenden Ansprüchen gerecht werden kann, wenn sie international durchgeführt wird. Dafür zu wirken, ist mit eine der Hauptaufgaben des Aktionskomite des schweizeri- schen Arbeiterbundes." — Der Bürgermeister von Leipzig als Verfechter des kleinen Belagerungszustandes. Man schreibt uns: Bisher hatte man vielfach geglaubt, daß die städtische Verwaltung Leipzigs und die Leipziger Bourgeoisie keine großen Sympathien für den kleinen Belage- rungszustand hätten, daß sie sich stark genug fühlten, die heilige Orb- nung in Leipzig gegen die umfiürzlerischen Pläne der Sozialdemokraten selbst zu behaupten. Allein auch diese sich so stolz geberdenden Bürger sehen sich, wie aus den Auslassungen ihres Bürgermeisters hervorgeht, ängst- lich nach Polizei um. Die Sozialistengesetzkommifiion berieth über den Antrag Windthorst auf Aushebung des kleinen Belagerungszustands in Hamburg und Leipzig. Der sächsische Bundesbevollmächtigte Graf H o h e n t h a l trat, wie vorauszusehen, unter Hinweis auf das Reichs- gericht und die Anarchisten für die Beibehaltung des„Kleinen" in Klein-Paris und Umgebung ein. Da aber diese Begründung naturgemäß jeden Eindruck verfehlte, erhob sich der Leipziger Bürgermeister, Abge- ordneter Tröndlin— der sonst im Reichstag ein gemüthliches Still- leben führt, und nur, weil er Vertreter einer im kleinen Belagerungs- zustands befindlichen Stadt ist, in die Kommission gewählt wurde— und gab sich die erdenklichste Mühe, den übrigen Kommifiionsmitgliedern recht gruselig zu machen. Er erzählte, daß die sozialdemokratische Partei eine militärische Organisation habe, daß, wenn der„Kleine" ausgehoben werde, wieder der Generalstab der Partei sich in Leipzig zusammenfinden werde, und daß die Sache sogar für die Universität gefährlich werde, weil ein nihilistischer oder sozialistischer Agitator, wie in letzter Zeit ein solcher ausgewiesen wurde, dann Rückhalt am Generalstab hätte. So wie jetzt, wohnten die Mitglieder des Generalstabs getrennt, und das erschwere die Agitation. Auch hätten nur die ersten Ausweisungen Härten in sich geschlossen, weil die davon Betroffenen nicht wissen konn- ten, daß das Sozialistengesetz kommen werde; die später Betroffenen dürften sich nicht mehr beklagen, da sie wie Leute zu betrachten seien, die Vergehen verübten. Auch in Rücksicht auf das Reichsgericht müsse der kleine Belagerungszustand fortdauern. Wahrhaftig, Leipzig kann stolz auf seinen Angstmacher sein, jedes Wort die blasse Furcht. Da prunkt die Leipziger Bourgeoisie mit ihrem Wohl- thätigkeitssinn, geht kunstsinnig ins Theater und wird bei klassischer Musik sentimental, und der Reichstagsvertreter dieser Leute hat die Rohheit der Gesinnung, es nicht einmal als Härte zu bezeichnen, daß man ehr- liche Menschen ihrer Gesinnung wegen aus Berus, von Frau und Kind fortjagt, ins Elend treibt. Dieser Leipziger Bürgernieifler, der aus Schützenfesten sich so gemüthlich benimmt, war, was doch viel sagen will, noch unter Puttkamer. Der preußische Polizeiminister bezeichnete diese Maßregeln als hart, schwer, nur gerechtfertigt durch die p o l i- tische Nothwendigkeit; der„liberale" Bourgeois aber hat kein Gefühl dafür, oder hat gar stille Freude da: über, daß man ehrliche, brave, von Idealen durchglühte Menschen in die Welt hinausjagt, nur weiter hofft, dadurch sicherer in der Herrschaft und in der lukrativen Stellung bleiben zu können. Meinte doch Herr Tröndlin, grade weil Leipzig so indu- striell und gewerbreich sich entwickle, rechtsertige sich darum der kleine Belagerungszustand. Aber die Herrschaft der Leipziger Bourgeoisie wird doch gebrochen werden, mag Herr Bürgermeister Tröndlin auch noch so viel Wollust daran haben, Sozialdemokraten von der Polizei versolgt und gehetzt zu sehen. Sieht man sich diesen Tröndlin an, so weiß man nicht, ist er so weich wie Butter oder so süß wie Honig— er braucht aber nur etwas von Sozialdemokraten zu hören, so kennt er nur eines: „Rettung, Rettung dem Geldsack, ganz gleich durch welche Mittel." Run, wir hoffen, bei der nächsten Wahl halten die Leipziger Arbeiter Gericht über diesen sauberen Bürgermeister! — Der erste der Diätenprozcsse ist zu Gunsten des Fiskus entschieden worden: der bekannte Hausknechtsstylist der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" hat den Richtern zweiter Instanz befohlen, die Verklagten zu verurtheilen; und die Landrichter— pardon Landgerichts- räthe— von Naumburg haben den Genossen Heine verur- t h e i l t. Das war von„unabhängigen Richtern" nicht anders zu erwarten. — Die Servilitüt und Rücktvärtserei des„Kladderadatsch" ist nachgrabe sogar der fortschrittlichen Presse zu arg geworven. Der Korrespondent eines Breslauer Fortschrittsblattes weist darauf hin, daß das weiland oppositionelle und sich als demokratisch gerirende„Witz- blatt" neuerdings unter die Freunde der Prügelstrafe gegan- gen ist. Wir haben das wahre Gesicht des„Kladderadatsch" schon längst erkannnt und nach Kräften auch dafür gesorgt, daß es der Welt bekannt werde— aber immerhin hielten wir uns verpflichtet, auf dieses neueste Stückchen von Servilitüt und Rückwärtserei hinzuweisen und das faulste und— obendrein auch witzloseste aller„Witzblätter" an den Pranger zu stellen. — Da das Schicksal des Sozialistengesetzes auch über ihr„Sein oder Nichtsein" entscheidet, so hat die famose Reichskommission zur Bestätigung von Verboten zc. neulich eine heroische Anwand- lung gehabt und das Verbot des Weitererscheinens der Gilles'schen „F r e i e n P r e s s e für Berg und Mark" aufgehoben. Man steht, wohin die Angst, eine gute Sinekure zu verlieren, selbst die larnn:- frommsten Bureaukratenseelen führen kann. — Eine Ordnungssäule gestürzt. Aus Ludwigshafen in der Pfalz schreibt man uns: Der hiesige Polizeikommissar und Sozialistenhetzer Geschwind wurde wegen„Hundesteuer-Unterschlagung" verhaftet und nach Frankenthal ins Gefängniß abgeführt. E s scheint, daß unsre Veröffentlichung seiner Biographie im „Sozialdemokrat" auf fruchtbaren Boden siel. Die Nemesis hat also wieder einen Lumpen ersten Ranges ergattert.— Vivat sequensl — Nach amtlicher Feststellung hat im litt, sächsischen Wahlkreis Genosse Geyer 8420 Stimmen, sein ordnungsparteilicher Gegner 7476 Stimmen erhalten. — lieber die Dhätigkeit unserer Genossen in den Einzel- landtagen dringen verhältnißmäßig selten Mlttheilungen in weitere Kreise, obwohl die Vorgänge in diesen kleinen Froschteichen zuweilen an Interesse denjenigen im großen Reichsfroschteich mindestens nicht nachstehen. Zu dieser Bemerkung veranlaßt uns eine kleine Broschüre: Die V e r h a n d l u n g e n der II. Kammer des sächsischen Landtages über den Antrag der sozialdemokra- tischen Abgeordneten auf Aushebung des Schulgelds und u n e n t g e l t l i ch e G e w ä h r un g der Lehrmittel in den Volksschulen. sSitzung vom 8. Januar 1886.) Ueber den Antrag und sein Schicksal haben wir seinerzeit berichtet, auf Einzelnheitcn einzugehen verbietet uns leider der karg bemessene Raum unseres Blattes. Wir empfehlen daher Jedem, der sich davon überzeugen will, wie Ende des neunzehnten Jahrhunderts in einem Ver< tretungskörper des Volkes, das sich das Kulturvolk par excellence nennt, eine so wichtige Kulturfrage abgethan wurde, die Anschaffung der erwähnten Broschüre. Sie istbeiSchönfeldÄ Harnisch in D r e s d e n, Annenstr. 47, erschienen und kostet 20 Pfennig. — Wie es im Ausland aussieht. In Frankreich hat am Montag die Deputirtenkammer vor den Streikenden von D e c a z e- ville kapitulirt. Sie nahm eine Resolution an, die die Regierung auffordert, die Bergwerkssrage in einer Weise zu regeln, die„die Rechte des Staats und die Interessen der Arbeit sicher t." Unter andern Umständen wäre diese Resolution nur eine hohle Phrase, im gegenwärtigen Moment ist sie ein moralischer Sieg der Arbeiterklasse— der sozialistischen Agitation. Wo sind die„Rechte des Eigenthums" geblieben? In Amerika haben in den letzten Wochen mehrere großartige Streiks stattgefunden, die mit dem vollständigen Siege der Arbeiter endeten. Die mächtigen Eisenbahnbarone mußten vor den Arbeiter- j organisationen zu Krems kriechen. In Amsterdam- Holland fand am Montag den 3. März eine großartige Demonstration zu Gunsten der Arbeitslosen statt, deren Theilnehmer nach Zehntausenden zählten. Die Fluth ist im erfreulichen Steigen begriffen. Korresponvenzen. Dresden» im Januar. Schon einmal hatte ich Ihnen einen Bericht über die Dresdener Verhältnisse zugesandt, speziell über die in der Nähmaschinenfabrik von Seidel und Naumann sweltberühmt), jedoch scheint der Bericht von unfern Briefmardern erwischt zu sein; unsere Briesspitzbuben haben zum aber und aber tausendsten Male wieder einmal ihre Pflicht gethan. Schreiber dieses verkehrt öfters in den Lokalen, wo der hohe, hohe Herr Prinzipal der genannten„Ehren"-Firma sein Glas Bier trinkt, kommt auch manchmal mit den betreffenden untergeordneten Menschen- schindern— genannt Werkführer— zusammen, um so ein klares Bild von den Verhältnissen jener Fabrik geben zu können. Der Tischlerwerk- sührer Kästner ist der privilegirte Saufaus und Menschenschinder snatür- lich in höherem Auftrage) in der ganzen Fabrik; seine Arbeiter behan- delt er nicht anders als wie ein Stück Vieh(eigentlich kein Wunder, weil er selbst eins ist), denn von etwas menschlichem Verstände kann hier faktisch keine Rede sein— dieser Mensch kam in seiner thierischen Wuth einmal zu dem Ausspruch:„Die Tischler in der Fabrik seien lauter sozialdemokratische Schnapslumpen!" Daß die Tischler Sozialdemokraten sind, gereicht ihnen sicher zur Ehre, denn heute ist die Sozialdemokratie die einzig« Partei, die noch Ideale sich zum Ziele gesteckt, die ganze andere Gesellschaft zeigt den rohesten, nacktesten Egoismus, wovon nachstehende Thatsachen ein drastisches Beispiel liefern. Der genannte Werksührer rühmt sich in Lokalen, daß er schon so und so viel Sozialdemokraten(alles tüchtige Arbeiter) asis der Fabrik hin- ausgeschmissen habe, wofür er von seinem Arbeitgeber allemal in Form von Gehaltszulage belohnt wird; jedoch betrügt dieser treue Diener seinen Prinzipal in folgender Weise: Er hat sämmtliche Einkäufe in Holz zu besorgen; da läßt er sich nun von Holzhändlern minderwerthige Qualitäten schicken, auf die Fakturen kommen aber gute Qualitäten in Anrechnung, und so fallen auf diese Art und Weise ein paar hübsche Mark in die Tasche des säubern Patrons. Einmal sollte die Sache jedoch schief gehen. Es kam eine Ladung Holz von Berlin. Kästner schreibt an die betreffende Firma, das Holz sei zum Theil rothfaul, und wenn er nicht so und so viel abziehen könne, überhaupt unbrauchbar. Die Firma schickt sofort einen Reisenden nach Dresden, und was stellte sich heraus? Das Holz war kerngesund, nur hatte der saubere Werkführer hier wieder ein„Geschäft" machen wollen. So betrügen sich unsere Unterdrücker gegenseitig; nur dann, wenn es heißt, einen Sozialdemokraten auf's Pflaster zu werfen, sind sie eins. Ja, wenn sie es fertig brächten, sie ließen sämmtliche Sozialdemokraten verhungern.(Doch wehe diesen Lum< pen, Zeit und Stunde der Abrechnung sind nicht mehr so fern.) Dieser Patron Kästner ist auch ein Mädchenverführer der schlimmsten Sorte. Er wohnt im Fabrikgebäude seines Kumpans, genannt Prinzipal. Es werden nun zum Zusammensetzen der Fourniere Mädchen beschäftigt, jedoch muß die Eine oder die Andere von Zeit zu Zeit einmal die Klei- der oder sonst etwas reinigen. Er schickt dann die dazu Auserwählte in seine Wohnung und flugs ist er im Fahrstuhl hinterher, wo dann die üblichen Versührungskünste losgehen. Leider ist zu bedauern, daß die meisten dieser armen Mädchen ihre Ehre in den Schmutz treten lassen, um nur ihr bischen Existenz zu erhalten. Wer stark genug ist, sich nicht verführen zu lassen, wird aufs Pflaster geworfen. Es gibt nicht krasse Worte genug, um dieses Gelichter zu schildern. Bei einem Mädchen ist die Versührungskunst fruchtbar gewesen, und ward, um der Schande zu entgehen, ein Kindsmord im Mutterleibs begangen. O Männer der Arbeit, wacht auf I Rafft Euch zusammen! Wie lange wollt Ihr Euch, Eure Frauen, Eure Kinder noch weiter so mißhandeln lassen? Der rothe Puck im Elbflorenz. Sprechsaal. Offenbach a/M., 11. März 1886. Die hiesigen Genossen haben auf die Frankfurter Erklärung in Nr. 9 zu konstatiren, daß sie von Personen gesprochen haben wollen, die heute noch als Vertrauens- leute gelten. Die Frankfurter wurden zuvor auch mündlich gewarnt. Der Vorhalt„frivoler Behauptung" ist sonach gegen uns hinfällig. Die Angelegenheit werden wir im Wettern an anderer Stelle zum Austrag bringen, da ein Federkrieg darüber kein weiteres öffentliches Interesse hat. Im Auftrag: A s p e r. Brieftasten der Redaktion: P. E.: Die Ihren Gedichten zu Grunde lie- genden Gedanken sind recht gut, die Form läßt dagegen hie und da zu wünschen übrig. Mit entsprechenden Aenderungen werden wir von den- selben gelegentlich Gebrauch machen. Ueber Hyndman's Privatverhält- nisse ist uns nichts Genaues bekannt, die von den Blättern verbreitete Notiz, daß er ein enormes Vermögen b-sitze, ist von ihm in der ent- schiedensten Weise dementirt worden.— A. L. in Falkenberg: Ihre Zuschrift scheint uns zum Abdruck im Organ nicht geeignet, doch sind wir gern bereit, sie auf Wunsch einem unserer Abgeordneten zu über- senden; die betreffenden Vorgänge entziehen sich eben heute der öffent- lichen Besprechung. Zur Sache selbst sei bemerkt, daß unsre Verurthei- lung Sch.'s keineswegs eine Billigung dessen einschließt, was auf der andern Seite geschehen.— Einsendungen eingetroffen aus Eschwege, Gerresheim, Leipzig, Nippes. Nachdem wir in dieser Nummer mit der Veröffentlichung des Schriftenverzeichnisses zu Ende gekommen, weiden wir mit der nächsten dem Korrespondenzentheil wiederum die verdiente Beachtung zu Theil werden lassen. der Expedition: Rothbart: Mk. 1000— in 2 Raten ä Eto- Ab. ic. sowie Nachrichten alle erh. Bstllg. folgt.— Moritzburg W.: Mk- 212 S0 ä C:o. Ab. w. pr.Frd. erh.— Rothfärber: Mk.8 80 2 dir. Ab- I. Qu. pr. Frd. erh.— Moenus: Bf. u. Kzbd. vom 10/3. dkd. erh- Bstllg. folgt. Bfl. Weiteres.— Ferv.: Von Knppch. noch nichts da- Deshalb Verspätung. Weiteres bfl.— Achim: Mk. 6— f. d. Stall- berger Wahl dkd. pr. Wsds. verwendet.—-r-: Preisangabe bfl. erledigt.- Dr. G. A. P.: Mk. 4— ä Eto. Ab.». erh. Ab hier Alles prompt fort an alte Adr. Warum neue nicht gemeldet?— Heinrich: Mk. 17— Rest-Ab. 4. Qu. u. Ab. I.Qu. 86 erh. Mk. 16— Schst. f. R. gutgebr.■- G. W. Bchs.: 30 Cts. f. Schst. pr. W. erh.— Morgen- roth: Mk. 12— Ab. 4. Qu. erh. Adr. geordn.— Nordhausen: Mk. 5— pr. Dfds. dkd. erh.— Rebus: Mk. 12— Ab. Jan. u. Febr. erh. Adr. geordnet. Bstllg. folgt.— Schiffchen: Bf. v. 13/3. erh. u. Wei< teres besorgt.— Köln a/RH.: Mk. 3— v. d. Lotteriegesellschaft N. durch Sch. pr. Usds. dkd. erh.— Roiher Apostel: Alles nach Vorschr. v. 14/3. vorgem. D. instruirt. Bfl. Weiteres.— Egoist Rheinland: Mk. 60— ä Cto. Ab. zc. Zhl. pr. W. gutgebr.— I. H.: Mk. 100— ä Cto. Ab. ic. gutgebr. Bstllg. notirt. Bfl mehr.— Ahlemann: Mk. 975— ä Cto. Ab. tc. pr.Frd. erh.— Nova: Mit 11 unterwegs. Sie sind„beleidigt", weil wir für einheitlichen Bezug sind? Ei, ei, als alter Ver- trauensmann sollten Sie wissen, daß hier die Sache und weiter nichts in Betracht kommt.— G. W. O'rieden: 75 Cts. f. Schst. erh. Dank für Bescheid. Bstllg. folgt.- I. Bgs. Sch. a. O.: Mk. 3- Ab. 1/3. bis 1/5. erh.— St. Louis: Fr. 25— pr. Intern. Bank erh. Brief erwartet.— M.: öwfl. 5— ä Cto. Schft. erh. Reklamirtes folgt.— Veilchenstein: Bf. v. 1 6/3. erh. Bstllg.«. notirt. Bfl. mehr.— B I-VI: MI. 500— ä Cto. Ab. erh.— Rothe Wanze: Mk. 1— Ab. Febr. für D. U. Mk. 1— ä Cto. gutgebr. Der Schreiner Otto Scheer, der sich einig« Zeit hier aufhielt, sich uns und andern Leuten gegenüber als großer Schwindler und rafst nirter Betrüger erwiesen. Da wir nachträglich erfahren, daß er bereist früher an einem andern Ort ähnliche Streiche, wie jetzt hier, verübt hol. so sehen wir uns genöthigt, auf denselben aufmerksam zu machen unl vor ihm zu warnen. Die Remscheider Parteigenossen. _ I___ Zur Nachricht. „Winke und Rathschläge für das politische Leben" snü bis auf wenige Exemplare vergriffen und ist Reu-Auflazl in Arbeit. Wir bitten um B e s ch l eun i g un g v o n N e u- B est e llu n gea damit Höhe der Neu-Auflage annähernd bemessen und prompt geliefest werden kann. „Die Fra» in der Vergangenheit, Gegenwart zc. zc." vo> A. Bebel ist gleichfalls vergriffen und Neudruck in Arbeit. Besteller wollen sich aUo noch einige Zeit gedulden. „Daniel in der Löwengrube" ist längst geräumt unt wird nicht mehr neu aufgelegt. K-rpedition des„Hioziakdemokrat" und Wolksbuchhandlung. Aür Kauffeute oder Zeitungsverteger! Ein durchaus tüchtiger Kaufmann(Parteigenosse), 34 Jahr« alt, vtt' heirathet, früher 8 Jahre in größeren Fabrikgeschästen uno seit 10 Iah» ren im ZeitungSfache thätig, sucht Stellung. Derselbe ist der dop pelten und einfachen Buchhaltung, Korresponvenz zc. vollständig mächt>S- gewandter und selbständiger Arbeiter, sowie mit all e< in das Zeitungswesen einschlagenden Arbeiten de> Administration und Expedition vollkommen ver' traut. Passende Stellung bei einem Parteigenossen erwünscht. Offerten sub S. D. Nr. 52 befördert die Expedition de' „Sozialdemokra t". QilVtrf* Sonntag, den 21. März, Abends halb 7 Uhr, auf dtt ,011 UUf Bürgli-Terrasse: Märzfeier der deutschen Soziatiiken bestehend in Deklamationen, Gesangsvorirägen, Festrede(von Bgr. Reinthal), Theater-Aufführung(„Die Nihilisten") tc. Eintritt: 50 Cts. Kassenöffnung: S'/i Uhr. Zu zahlreichem Erscheinen ladet ein DasFestkomite. Näheres siehe„Arbeiterstimme". Soeben erschien und ist durch Unterzeichnete zu beziehen: Sozialdemokratische Bibliothek. Heft V. Unsere Ziele. Von A. Bebel. Preis: 20 Pfg.— 25 Cts. Heft IV. Enthüllungen über den Kommunisten» Prozeß z« Köln. Von Karl Marx.(Mit einem Vorwort von Fr. Engels:„Zur Geschichte des„Bundes der Koni' munisten".") PreiS: 45 Pf.— 60 Cts. Ferner sind bis jetzt erschienen Heft I. Gesellschaftliche» und Privateigenthum. Ein Beitrag zur Erläuterung des sozialistischen Programms. Preis 20 Pfg.= 25 Cts. Heft II. Karl Marx vor den Kölner Geschwornen. Prozeß gegen den Ausschuß der rheinischen Demokraten wegen Aufruft zum bewaffneten Widerstand. Preis 20 Pfg.--- 25 Cts. Heft III. Die Zukunft der Sozialdemokratie. Von I. D ie tz g eN- Mit einem Vorwort und Nachtrag. Preis: 15 Pfg.— 15 Cts. Bestellungen auf die„Sozialdemokratische Bibliothek" werden erbeten- Die Hefte werden auch einzeln abgegeben. VoIksllmeliUlmcUaiRg; und Kxpedltlon des„Sozialdemokrat''. Hottingea• ISttrlch. V erzeichniss Sozialdemoki,ali$clierScliril'ten.*> Fr. Cts. M. Pf. Wolff, W., Die schlesisohe Milliarde. Mit einer Einleitung u. der Biographie Wolffa von Fr. Engels— 65— 50 "Was die Sozialdemokraten sind und was sie wollen— 05— 05 York, Die industr. Arbeiterfrage......— 25— 20 Zimmermann, K., Pfaffenpeitsohe...... 2— 1 60 Zeitgeist, Eine Studie über Kationalökonomie, Politik, Kunst,"Wissenschaft, Gerechtigkeit..— 35— 30 4. Verschiedenes. Baumann, Berechnung über das Gewindeschneiden 1 60 1 20 Liebknecht,\V., Yolksfremd Wörterbuch, broschirt 1 85 1 50 __„ gebunden 2 25 1 80 Oidtmann, Dr., Unser tägliches Brod....— 35— 30 _ Mehr Licht über die Ursachen der Dyphtheritis— 35— 30 Vogel, H., Verfälschung der Lebensmittel... 1—— 80 Voigt, Dr. G., Für und wider die Vivisektion..— 50— 40 5. Bilder und Photographien. The TriumphofOrder(Massenerschiessung der Kommunarden) Photogr. Kabinet..... 1—— 80 Die Marseillaise(Von Qust. Dorö) Pendant zu obigem.............. I— 0® Karl Marx\ Pendants. Oeldruok. Grösse Ferd. Lassalle J 34/44 ä........ 2 50 2— Aug. Geib, Lithogr........... 50— 40 W. Bracke,„..........—60—40 Joh. Philipp Becker........— 2d— 20 Diverse Photographien etc., Visit,(Marx, Lassalle, Geib, Bracke, Weitling, die gehenkten russischen Märtyrer: Solowieff, der Pistolenattentäter, und die Bombenattentäter Sophia Perowskaja, Schel- jabow, Ryssakoff, Suchanow und Genossen) ä.— 25— 20 Marx, gr. Kabinet, Photogr........ 1 25 1— — do. Kabinet............— 40— 35 _ do.„ Holzschnitt........— 25— 20 — do. Wisit Original..........— 50— 40 Der Diplomat(Karrikatur).......— 10— 10 ») Zu beziehen durch die Schweizerische Volksbuchhandlung und doi Expedition des„Sozialdemokrat", Casinostrasse 3 in Hottingen- Zürich. t