Abonnements tottbtn bei allen schweijerischen Postbnreaux, sowie beim Verlag »nd dessen bekannten Agenten entgegengenommen, und zwar zum »«rauS gatzlbar«« Bierteljahrspreis von: Kr. 2,— filr die Schweiz(Kreuzband) Mk. für Teutschland Unerträglicher gestaltet, daß die Unzufriedenheit heute größer ist als je, und keine Gelegenheit geht vorüber, wo nicht die Arbeiter dieser ihrer Unzufriedenbeit offenen � Ausdruck geben. So unterschätzen sie vielleicht die Macht der Organisation? So verlassen sie sich vielleicht zu sehr auf die Hilfe der > Gesetzgebung? Ein Jeder weiß, daß auch das nicht der Fall ist. Durch ihre Forderungen an die Gesetzgeber haben die Arbeiter sich , nirgends abhalten lassen, die organisirte Selbsthilfe nach Kräften ' prakliziren. Sie Habensich durch alle Mißerfolge nicht ' ubschiPifxn lassen, immer wieder von Neuem an die Arbeit des Drganisirens zu gehen, immer wieder von Neuem zu ver- suchen, was sie durch die Macht der Organisation erreichen können. Welches sind also die Ursachen dieses Gegensatzes? Unserer Ansicht nach zwei, die sich in weiterer Analyse schließlich auf eine zurückführen lassen: wir meinen die Ur- wüchsi gleit der amerikanischen Verhältnisse. Zunächst, und es ist gewiß an der Zeit, dies einmal offen auszusprechen, trägt der Kampf der Arbeiter wider ihre Feinde ' Gruben vielfach einen ziemlich gewaltthätigen Charakter. z Man genirt sich nicht, un chat un chat, einen Ver- räther Verräther zu nennen und dementsprechend zu behandeln. t Es geht drüben manchmal etwas rüde zu, so daß ein in der ' Wolle gefärbter ordnungsliebender Bürger des alten Europa schier darob aus dem Häuschen gerathen könnte, aber diese �Unordnung", die von dem Einzelnen manchmal sicher recht » Unbequem empfunden werden mag, hat Tausende und Abertau- > sende vor dem Versinken in Roth und Elend bewahrt. Ruhe Und Ordnung sind gewiß sehr schöne und edle Dinge, und f Niemand weiß ihren Werth höher zu schätzen als wir, die wir t einen Gesellschaftszustand anstreben, wo alle Differenzen auf dem Wege friedlicher Verständigung erledigt werden, aber so- 'lange Ruhe und Ordnung nur dazu dienen, daß, um mit Goethe zu reden, jeder Raubvogel die Beute nach Bequem- lichkeit verzehren kann, vermögen wir in ihnen nicht das höchste Gut zu erblicken. Noch kein gesellschaftlicher Fortschritt ist ohne Verletzung der geheiligten Ordnung in aller Ruhe durchgeführt worden. Hätten die alten Zünfte in ihren Kämpfen gegen die„Geschlechter" sich an Gewerbeordnungs-:c. Paragraphen gebunden, wie sie heute in den Kulturstaaten der. alten Welt auf Schritt und Tri:; den Arbeitern die Füße lÄnen, so würden manche ihrer Siege nicht errungen, manches glorreiche Blatt in ihrer Ge- schichte ungeschrieben geblieben sein. Uebrigeus thun die Arbeiter drüben nichts, was nicht bis in die neueste Zeit die Herren Bourgeois auch gethan. Die Einrichtungen sind im Allgemeinen noch nicht so fest ein- gewurzelt wie in der alten Welt. Es fehlt noch die, jedem Spießbürger so theure„Stabilität" der Verhältnisse. Die Bourgeoisie fühlt sich noch nicht so sicher, der Arbeiter noch nicht so unsicher als bei uns. Darin steckt die Erklärung für manche Erfolge der Arbeiterschaft der Vereinigten Staaten. Aber darin nicht allein. Es kommt doch noch hinzu der, wenigstens Europa gegenüber, unerschöpfte Reichthuin des Landes, die immer noch vorhandene Expansivkraft von Industrie und Gewerbe daselbst. Die Krisen, die in den letzten Jahrzehnten in Europa ihre Verheerungen angerichtet, haben auch Amerika heimgesucht, und sind dort vielleicht noch stärker aufgetreten, aber sie wurden jedesmal schneller überwunden. Infolge dessen haben die amerikanischen Arbeiter sich ebenfalls wieder schneller aufraffen können, sind sie vor der Leidensschule bewahrt ge- blieben, welche ihre europäischen Brüder durchmachen mußten. Und das erklärt ihr Selbstbewußtsein und ihre Kraft im Kampf mit der Unternehmerklasse ihres Landes. Sie sind weder einsichtiger noch geschulter als die Arbeiter Europa's, aber sie sind besser genährt, an besseres Leben gewöhnt als diese, sie leben in freierer Luft, in einem Lande, wo es nicht „schon immer so gewesen ist". In der bürgerlich verstockten Atmosphäre Europa's gehört eine ganz andere Spannkraft dazu, den Widerstand gegen die Ansbenterklasse aufzunehmen, als in Amerika, das kein„unnützes Erinnern aus alter Zeit stört". An: 1. Mai- sollte drüben d�- große Kampf der Gewerk- schaften um den achtstündigen Arbeitstag beginnen. Die Nachrichten, welche uns der Kabel— der ja den Kapi- talisteninteressen dient— bisher darüber übermittelt, lassen noch kein Urtheil darüber zu, ob die Bewegung an Größe und Ausdehnung der auf sie verwendeten Agitation entspricht. Wir glauben aber nicht fehl zu geh-n, wenn wir bereits die Streiks der letzten Wochen dem Konto dieser Agitation zu gut schreiben. Und wenn wir diese und die nach Lage der Dinge unzweifelhaft noch bevorstehenden Siege, in Zusammenhang mit der geistigen Aufrüttelung, in Betracht ziehen, dann glauben wir schon jetzt zu der Erklärung berechtigt zu sein, daß die Anstrengungen unserer amerikanischen Genossen keine vergeb- lichen waren. Daß sie den Achtstunden-Arbeitstag auf den ersten Schlag im ganzen Lande durchsetzen würden, haben sie selbst nicht erwartet, aber sie haben den Anstoß zu einer Be- wegung gegeben, welche gute Früchte zu tragen verspricht— hüben wie drüben. Ja, auch den europäischen Arbeitern wird diese Bewegung zu Gute kommen. Die Solidarität der Arbeiterinteressen ist nun einmal international, jeder Erfolg in einem Lande nützt auch den Arbeitern der andern Länder, und sei es auch nur dadurch, daß er weiteren Rückgang daselbst aufhält. Je länger die Arbeiter Amerika'« der Abrackerung durch die kapitalistische Ausbeutung Widerstand leisten, um so länger werden auch die Arbeiter Europa's im Stande sein, die weitere Herabdrückung ihrer Arbeitsbedingungen aufzuhalten. Nicht die versklavtesten, die freiesten Arbeiter sind die Pioniere der sozialen Revolution. Immer jämmerlicher gestalten sich die Zustände im alten Europa; der wirthschaftliche Druck, der seit Jahren auf den Arbeitern lastet, wird mit jedem Tage ärger und ebenso der politische Druck. Unter der Parole des Schutzes der Ordnung werden die um ihre Befreiung ringenden Arbeiter in jeder Weise drangsalirt, die Staatsgewalt kennt nur ein Bestreben, dafür zu sorgen, daß die Ausbeuter die Früchte ihres Raubes in Ruhe verzehren können. Da sei uns der frische Luftzug aus dem Lande der„Unordnung" doppelt willkommen, und wenn es auch noch so toll hergehen sollte, tausendmal besser der offene Kampf, als die verpestende Kirchhofsruhe der geheiligten Ausbeutungs- ordnung. Aus England. London, Ende März lS8S. IV. lSchluß.) Dazu kommt noch ferner, daß auch die Schulbildung der jetzt lebenden englischen Generation weit zurücksteht gegen die der Deuischen; die Schulreform in England ist eben noch jung, und erst die kommende Generation wird davon Vorlheile haben. Buch hierunter hat der eng- tische Arbeiter gegenüber dem deutschen zu leiden. Vor längerer Zeit wurden z. B. in hiesigen Zeitungen zwei Fälle be- sprochen, die das klar beweisen. Zwei Londoner Schiffsmakler-Firmen brauchten je einen Clerk zur Vertretung an einen Platz in Frankreich, resp. Deutschland; die eine Firma beschäftigte IS Clerks, die andere S, und beide Firmen waren nicht im Stande, die gualifizirte Person unter ihren Clerks zu finden. Und doch wurde weiter nichts verlangt als Kenntniß der deutschen, resp. französischen Sprache. Beide Firmen enga- girten Busländer, einen Deutschen und einen Franzosen, welche englisch sprachen. Das pasiirte nun unter Clerks! Daraus kann man schließen, wie eS erst um die Elementarbildung anderer Arbeiter bestellt ist. Es muß aber noch ein dritter Punkt erwähnt werden, um den Vor« zug, den häufig Ausländer genießen, zu erklären, nämlich die geringer« Neigung der Ausländer zum Trunk. Damit ist nicht gesagt, daß der Ausländer, namentlich der Deutsche, nicht auch trinke; gewiß thut er das, er mag sich auch einmal betrinken, aber er ist kein Trinker wie der Engländer(die Temperenzler ausgenommen, die denn auch, man maz sagen, was man will, ganz andere Menschen sind). Und hier kann ich nicht unterlassen, auf einen Umstand aufmerksam zu machen, der meiner Ansicht nach von großem Einfluß ist auf daS heranwachsende Geschlecht, und somit nothwendig auch seinen Einfluß auf das lebende gehabt hat. Hier in England trinkt nicht nur der Mann, sondern auch die Frau» und es gehört zum Alltäglichen, Vater und Mutter betrunken zu sehen» und nicht seilen auch schon Kinder. Aerzte behaupten nun, daß der Suff des Vaters nicht ohne Einfluß auf den Intellekt der Kinder sei; wenn dies aber der Fall ist, welchen Einfluß muß es erst haben, wenn Vater und Mutter Trinker sind j Das alles sind Ursachen, weshalb der Ausländer häufig vorgezogen wird, und nicht die geringere Löhnung, die nur bei der Minderheit zu« trifft. Mit dem„Arbeiten geradezu beinahe für nichts!" ist es also nichts. Ich komme nun zu dem:„Thej live on the smell of an oilrag" —„sie leben vom Geruch eines OellappenS". Auch dies ist eine Unwahrheit, und hiermit komme ich zu dem stanäsrä ok like, zu deutsch: Lebensgewohnheiten. Hier scheint es mir nothwendig zu sein, einmal darauf einzugehen, was denn eigentlich der Verdienst eines Arbeiters hier ist und wie die Lebensmittelpreise stehen, also sein Einkommen mit dessen Kaufkraft zu vergleichen und eine Parallele zwischen hier und Deutschland zu ziehen. Vielleicht wird das dann dazu beitragen, den deutschen Arbeitern die Augen aufzumachen und sie vor dem Hierherkommen abzuhalten. Ueber den hierorts üblichen Verdienst und die Lebensweise sind nämlich in Deutschland so falsche Ansichten verbreitet, daß eine Richtigstellung von einigem Nutzen sein dürste. Was heißt es:„Sie leben vom Geruch eines Oellap» pens"? Damit will man doch nur sagen: Sie sind absolut bedürfnißlos! Sie verstehen den Hungerriemen am strammsten zu schnallen. Mag wohl sein, nein, es ist sogar gewiß, daß ein absolut aller Mittel beraubter Mensch es versteht, nein sogar verstehen muß, sich auf daS Allernothwendigste zu beschränken. Aber daß hierin der Deutsche eine Ausnahme mache vor den. Engländer, das>;l sine absolute Unwahrchert. Wer hier lebt und sieht, wie der englische Arbeiter den Hungerriemen schnallt, der muß entschieden zu der Ueberzeugung kommen, daß dieser es leider auch aus dem ff versteht. Ich habe mich während meines ganzen Hierseins absichtlich damit be» schästigt, die Lebensweise der englischen Arbeiter kennen zu lernen, auch derjenigen, die gezwungen sind, sich aus die äußerste Lebensnothdurft zn beschränken, und ich spreche meine Ueberzeugung dahin aus, daß absolut kein Unterschied existirt, und wenn dennoch, dann eher zum Nachtheil des englischen Arbeiters. Ich behaupte, daß ein deutscher Arbeiter, selbst der im Verdienst niedrig stehende, nicht mit dem zufrieden ist, womit der englische auf gleicher Stufe fürlieb nimmt. Zufriedenheit ist ein Laster der deutschen Arbeiter, es ist es aber noch mehr bei dem englischen. Wie lebt denn der englische Arbeiter auf dieser unteren Stufe? Un« gesähr wie folgt: Morgens früh um 5 Uhr an der nächsten Straßen- ecke aus der„Königlichen Kaffeekanne" eine Tasse Surrogat-Waffer— Kaffee genannt— und eine Schnitte Brod l ä») Vielleicht j!) zum Frühstück 2 Schnitten Brod l„ Mittags eine, manchmal auch zwei Tassen Surrogat-Waffer l„ Genügend Brod zum Satlwerden 2„ Nachmiltags eine Tasse Thee l„ Abends an der nächsten Straßenecke eine, wohl auch zwei heiße Salzkartoffeln 2„ Im nächsten Wirthshaus'/> Pint Bierjauche 1„ Summa: 9„ Nachtlogis 3„ Zusammen: 12„ Wenn er einmal reichlich bei Kasse ist, kauft er auch wohl noch in irgend einem schmutzigen, stinkenden Fischladen ein Stück Bratfisch für l ä als Extraordinarium. Doch das ist die unterste Stufe, die weder hier noch anderswo maß» gebend ist. Diese Arbeiter stnd es aber, die„nahezu für nichts arbeiten," und zwar Deutsche, Franzose» und Engländer, alle gleichmäßig, alle— ohne Ausnahme. Also weshalb dieser Haß gegen die Deutschen?— Es ist nicht so sehr wegen der Arbeite konkurrenz, sondern weil die Deutschen es gewagt haben, ihnen, den Engländern, Konkurrenz zu machen, weil die Deutschen sich erlauben, Deutsche zu sein. Man soll hier nicht glauben, daß ich Chauvinismus predige. Mit Nichten; ich war nie Chauvinist, ich bin seit 20 Jahren Sozialist, son« der» ich wende mich gegen den englischen Chauvinismus, der bis in die Reihen der Radikalen sdie wenigen Sozialisten will ich gerne ausnehmen» obgleich auch hier zu wünschen übrig bleibt) sein Unwesen treibt. Hier in England ist Alles darauf gerichtet,„Patriotismus" zu sabriziren, und zu diesem Zweck scheut man sich nicht, selbst die Lehrbücher der Kinder zu fälschen; und wer einen Ekel vor Chauvinismus und„Patrio» tisn-us" bekommen will, der soll nur nach England kommen, er wird gewiß kurirt werden. Ich sage nicht, daß es anderLwo besser sei; wogegen ich protestire, ist, daß es hier in England Keffer sei als anderSwo. Wenn man nun, um zur Sache zurückzukommen, die Lebensgewohn- heiten eines Volkes feststellen will, so mag das ein« recht schwierig« Aufgabe sein; unmöglich kann man dabei alle Einzel- und Sonderheiten oder Ausnahmen in Betracht ziehen. Man kann da nur im Allgemeinen vorgehen; dann erhält man aber auch ein annähernd richtiges, zuver« lässiges Bild. Nehmen wir also von Deutschland und England die beiden größten Städte, Berlin und London, und untersuchen wir die Verhältnisse. Ich schätze den Durchschnittsverdienst eines Arbeiters in Berlin auf lb Mk. pro Woche; in London ist der Durchschnittsverdienst nicht höher als 2l Mk. pro Woche. Mit dieser Schätzung glaube ich der Wirklichkeit so nahe zu kommen, als es überhaupt möglich ist. Also: *) 4— Zeichen für Penny, 1 Penny— 8'/, Pfennig. Berlin: Einnahme pro Woche: Ml. 15— Ausgabe pro Tag '/. Pfd. Fleisch 2 Pfd. Kartoffeln Gemüse l1/, Pfd. Brod Butter Subrod(Wurst je.) affee, Thee oder Bier m- 35 10 10 16 20 20 30 London: Einnahme pro Woche Ml. 21— Ausgabe pro Tag: V, Pfd. Fleisch 2 Pfd. Kartoffeln Gemüse 1'/, Pfd. Brod Butter Zubrod Kaffee, Thee oder Bier Pfg. 45 20 15 25 30 30 50 Pro Tag: Ml. 1 40 Pro Tag: IM. 210 Macht pro Woche: Ml. Dazu für Miethe 9 80 Macht pro Woche: Mk. 14 70 3— Dazu für Miethe 5— Total: Mk. 12 80 Total: Mk. 19 70 Ueberschuß: Mk. 2 20 Ueberschuß: Mk. 130 Hiernach ist das Resultat, daß der englische Arbeiter noch 90 Pfg. pro Woche weniger zur Verfügung hat für Kleidung»c. als der deutsche, und das stimmt auch mit den sonstigen Thatsachen überein.*') Denn während z. B. der deutsche Arbeiter noch etwas auf Kleidung hält, ist es allgemein bekannt, daß der englische Arbeiter in dieser Beziehung, gelinde gesagt, ziemlich nachlässig ist. Der deutsche Arbeiter möge Obiges zur Notiz nehmen und nicht so leichtsinnig seine Heimath verlassen, in der Hoffnung, daß seiner in Eng- land bessere Aussichten warten. Es ist eitel Täuschung. Die„schönen Tage von Aranjuez" sind auch für England vorüber, die Zeiten, wo der Engländer bekanntlich nur vom Fleisch allein gelebt haben soll, gehören längst der Vergangenheit an. Wohl ist es wahr, daß der Engländer auch heute noch die Gewohnheit hat, Sonntags ein Stück Rostbeas zu braten: aber er bratet auch nur am Sonntag, essen thut er daran die ganze Woche, und wenn er sich je vergeffen sollte, es schon Sonntags zu verzehren, so schnallt er die Woche über den Riemen fester.?rodatum est. Was ist es also mit dem„Leben nahezu von nichts"? Eitel Humbug. In Wirklichkeit lebt der englische Arbeiter, wenn ihn die Roth zwingt, genau so gut von„nichts" wie der deutsche und umgekehrt. Ja, ich habe noch immer gefunden, daß der Deutsche, sobald er verdient, mehr An- sprüche an das Leben macht als der Engländer. Ich kann nun zum Schluß kommen und übergehe den„Ekel", den der englische Matrose an diesem ausländischen Element hatte; es ist baarer Unsinn, in solchen Dingen etwas darauf zu geben, wenn einen Einzelnen ein Ekel erfaßt. Das paffirt manchmal, ohne daß darum der Ekel berechtigt wäre; deshalb kann ich darüber hinweggehen. Ich bin zufrieden, wenn der Zweck dieser kleinen Arbeit erfüllt wird, nämlich die Verhältnisse hier in England von einem Standpunkt aus beleuchtet zuhaben, wie es bisher meines Wissens noch nicht geschehen ist, und dazu beigetragen zu haben, den deutschen Arbeitern für die Zukunft Vorsicht anzuempfehlen, bevor sie sich entscheiden, nach England zu kommen. Ich mag dabei gezwungen worden sein, den Engländern manches nicht ganz Angenehme zu sagen, ich tröste mich aber damit, daß es nach meiner besten Ueberzeugung die volle Wahrheit ist, und ich hielt eS an der Zeit, daß einmal die Wahrheit ungeschminkt gesagt werde, nicht um den Eng- ländern zu nahe zu treten, sondern um Andere gegen ganz unqualifizir bare Vorwürfe in Schutz zu nehmen und vor Täuschung zu bewahren. Einem Sozialisten steht es meiner Ansicht nach schlecht an, auf klein- liche Unterschiede zwischen verschiedenen Völkern in dieser Frage sich ein- zulassen. Die wirtende Kraft im Arbeitsmarkt ist überall das eherne Lohn- gesetz, und selbst die„landesüblichen Gewohnheiten eines Volkes" werden dabei vom Kapital unter Ausnutzung der immer mehr sich entwickelnden Verkehrsmittel rücksichtslos zertreten. Es treibt eben Alles auf den Kulminationspunkt zu, je früher er erreicht wird, je besser. Die Arbeiter sollen sich nicht unter sich bekämpfen und kleinliche Nörgeleien treiben, es gilt die Kapitalmacht zu bekämpfen und zu stürzen. *) Es scheint uns doch, daß der Verfasser die Lebensverhältnisse der englischen Arbeiter zu sehr nach lokalen Beobachtungen beurtheilt. Seine Ausführungen stimmen mit den Ergebnissen der Statistik sehr schlecht überein. Daß es in England zwei Klassen von Arbeitern— ge- wissermaßen privilegirte und unprivilegirte— gibt, daß die Gewerk- schastsagftation fast nur den ersteren zugute gekommen, ist unbestreit- bare Thatsache. Wenn aber selbst die bessergestellten Arbeiter so dürftig leben sollten, wie hier angegeben, wie ist es dann möglich, daß z. B. der Zuckerkonsum in England pro Kopf mehr als dreimal höher <33,57 Kilo pro Jahr gegen 10 Kilo pro Jahr) ist als in Deutschland? Welches Quantum Zucker müßte die englische Bourgeoisie mehr schlecken als die deutsche, um diese Differenz zu bewirken! Feuilleton. Die Religion des Kapitals. Per Kohepriester oder Andachtsbüchlein des Unternehmers. III. ZHe pflichte« des Kapitalisten. § 2. SozialpolMsche Rundschau. 25) Der Kapitalist ist in meiner Hand eine eherne Ruthe, um die ungelehrige Heerde der Lohnarbeiter zu lenken. 26) Der Kapitalist erstickt in seinem Herzen jedes menschliche Gefühl, er kennt kein Erbarmen. Er behandelt seine Mitmenschen härter als sein Lastvieh. Männer, Frauen und Kinder sind für ihn nur Profiterzeugungs- Maschinen. Er umgürtet sein Herz mit Eisen, auf daß seine Augen die Leiden der Arbeiter betrachten, seine Ohren ihren Wuth- oder Schmerzens- schrei vernehmen können, ohne daß es ihn rührt. 27) Wie eine hydraulische Presse langsam sich senkt und die zu bear- bettende Fruchtmasse bis zur vollkommensten Austrocknung zusammen- drückt, sie auf das kleinste Gewicht reduzirt, so preßt und windet der Kapitalist den Arbeiter, bis er die Arbeit, welche den Muskeln desselben innewohnt, aus ihm herausgezogen hat. Jeden TropfemSchweiß kristal- lisirt er zu Kapital. Wenn aber der Arbeiter, abgenutzt und erschöpft, trotz allem Pressen keine Mehrwerth erzeugende Mehrarbeit mehr liefert, so wirft er ihn fort wie die Abfälle und den Auskehricht der Küche. 28) Der Kapitalist, der den Arbeiter schont, verräth mich und sich selbst. 29) Der Kapitalist macht Männer, Frauen und Kinder zu Handels- artikeln, damit derjenige, der weder Talg, noch Wolle, noch irgend eine andere Waare besitzt, wenigstens seine Muskelkraft, seine Fähigkeit, sein Wissen verkaufen kann. Um sich in Kapital zu verwandeln, muß der Mensch vorher Waare werden. 30) Ich bin das Kapital, der Herr des Weltalls, der Kapitalist ist mein Vertreter. Vor ihm sind alle Menschen gleich, ohne Unterschied sind sie seiner Ausbeutung unterworfen. Der Tagelöhner, der seine Muskelkraft verdingt, der Ingenieur, der sein technisches Wissen aus- bietet, der Kassirer, der seine Ehrlichkeit verkauft, der Volksvertreter, der seine Stimme verschachert, das Freudenmädchen, das seinen Körper preisgibt, sie alle sind für den Kapitalisten Ausbeutungsobjekte. 31) Er nöthigt den Arbeiter, sich mit grober und verfälschter Nah- rung zum Wiederersatz seiner Arbeitskraft zu beHelsen, auf daß er sie billiger verkaufen kann. 32) Er zwingt den Arbeiter, sich zu eigen zu machen die Asketik des Einsiedlers, die Geduld des Esels, die Ausdauer deS Ochsen bei der Arbeit. Zürich, 5. Mai 1886. — Innerhalb der sozialdemokratischen Fraktion ist es an- geregt worden, den Puttkamer'schen Ukas zum Gegenstand einer Interpellation im Reichstag zu machen. In der nächsten Frak- tionssttzung, die auf den 17. Mai— den Tag der Wiederaufnahme der Session— anberaumt worden ist, wird aber erst ein endgültiger Be- schluß gefaßt werden. Daß die Angelegenheit vor den Reichstag gehört, kann nicht dem leisesten Zweifel unterliegen. Denn sowohl die Gewerbeordnung, welche das durch den Puttkamer attentäterisch angegriffene Koaliti o n s- recht der Arbefter gewährleistet, als das Sozialistengesetz, ver- mittelst dessen der Puttkamer sein Attentat ausführen will, sind Reichs- g e s e tz e. Bei der allgemeinen Entrüstung, welche die neueste Puttkämerei her- vorgerufen hat, ist zu erwarten, daß sich an die Interpellation eine gründliche Debatte knüpft, in welcher dem Puttkamer und dessen Spieß- gesellen der Kopf nach Noten gewaschen wird. Natürlich hat dieser junkerliche Bubenstreich wieder die entgegen- gesetzte Wirkung gehabt, als seine Urheber geplant haben. Nicht blas in den Arbeiterkreisen, sondern auch bis tief in die Kreise des Bürger- thums hinein— das Großbürgerthum, die eigentliche Bourgeoisie selbst- verständlich ausgenommen, die sich sehr darüber freut, in dem Puttkamer einen willfährigen Handlanger gefunden zu haben— ist man ein- stimmig in der Verurtheilung des Ulases, von dem man blos nicht weiß, was größer ist: die R o h h e i t, welch- aus jeder Zeile athmet, oder die Dummheit, welche ihn eingegeben hat. Es ist daS die ganze Roh- heit deS pommer'schen Junkers, für den der Mensch erst bei dem Leut- nant anfängt und die Welt bei den preußischen oder— was dasselbe ist— bei den reichsdeutschen Gv.nzpsählen aufhört— der von den modernen Ideen keine Ahnung hat: und in dem Arbeiter keinen M e n< s ch e n, sondern ein verächtliches Ding erblickt, wie weiland in dem mittelalterlichen Leibeigenen, den man nach Belieben ausbeuten, mißhandeln, schänden, todtschlagen konnte. Di« riesige Dummheit des Puttkamer zeigt sich aber darin, daß er nicht begriffen hat, wie er durch diesen blödsinnig-brutalen„Erlaß" (so heißt das Machwerk mit seinem amtlichen Namen) die sehr große Masse der noch nicht zum vollen Bewußtsein ihrer ökonomischen und politischen Lage gelangten Arbeiter gewaltsam unter die Fahnen der Sozialdemokratie treibt. Wäre der Puttkamer, gleich seinen Mitjunkern, vom Bismarck an bis hinunter zum Köller, nicht so grenzenlos unwissend, und hätte er in der Geschichte gelernt, so würde es ihm bekannt sein, daß die Leibeignen, welche ihm als das A r b e i t e r i d e a l, als die richtigen M u st e r- a r b e i t e r gelten, eines schönen Tags drüben im schönen Frankreich die Schlöffer seiner— des Puttkamer— Standesgenossen niedergebrannt und den Standesgenossen des Puttkamer so erfolgreich das Handwerk gelegt haben, daß die Puttkamer und Puttkämereien drüben im schönen Frankreich auf ewige Zeiten zur Unmöglichkeit geworden sind. Und wenn das dem Puttkamer bekannt wäre, und wenn er außerdem auch noch gewisse Seiten der deutschen Geschichte, z. B. den Bauern- krieg, etwas studirt hätte, so würde er sich sagen müssen, daß die mo- dernen Arbeiter, die er so gern zu mittelalterlichen Leibeignen machen möchte, sich eines schönen Tags an das Beispiel der Leibeignen erinnern und mit den pommerschen und sonstigen Puttkamern ebenso gründlich aufräumen könnten wie weiland mit den französischen Puttkamern aus- geräumt worden ist. Ja, vielleicht noch etwas gründlicher. — s. Der Moniteur deS Herr« von Bennigsen, der„Han- nover'sche Courier", bringt einen längern Artikel, in welchem er den Nachweis zu führen sucht, daß zwischen der Fortschrittspartei, der Sozial- demokratie und dem Anarchismus nur ein G r a d u n t e r s ch i e d be- stehe; daß der Anarchismus nur die letzte Konsequenz der Sozialdemo- kratie und des fortschrittlichen Radikalismus sei. Und womit wird das begründet? Mit der feindlichen Kritik, welche die anarchistischen, sozial- demokratischen und fortschrittlichen Organe dem System Bismarck zu Theil werden lassen. Dieser Artikel, dessen offen zu Tage liegender Zweck -s ist, die RegierungSsähigkeit-Vir nationalliberrlen Partei zu demon- striren, zeigt wieder einmal so recht deutlich die Verkommenheit des Nationalliberalismus. Das, was der Anarchismus(so weit von einem solchen überhaupt die Rede sein kann), die Sozialdemo- kratie und der Fortschritt mit einander gemein haben, ist die poli- tische Opposition gegen das herrschende Regierungssystem. Will man aber blos die politische Opposition, abgesehen von dem Parteistandpunkt und den Parteizielen, ins Auge fassen, dann müßte ja auch das k a t h o l i s ch e Z e n t r u m einbegriffen werden, das sich ebenfalls in der Opposition befindet. Allein dann würde auch die ganze Absurdität dieses Zusammenwerfens verschiedener und verschiedenartiger Parteien zu Tage getreten sein. Und deshalb hat der Moniteur des staatsmännischen Herrn von Bennigsen das Zentrum wohlweislich aus dem Spiele gelassen. Die Ge meinsamkeit gewisser politischer Forderungen und Anschauungen der Fortschrittspartei und der Sozialdemokratie — den Anarchismus, der blos des demagogischen Effekts halber heran- gezogen ist, erwähnen wir nicht mehr— ist niemals geleugnet worden 33) Der Arbeiter gehört dem Kapitalisten, er ist sein Gut, seine Sache. In der Werkstatt, wo sich Niemand darum zu scheeren hat, wann die Sonne aufgeht und wann die Nacht beginnt, läßt er den Arbeiter durch hundert wachsame Augen beobachten. Denn weder mit einer Be- wegung noch mit einem Wort darf derselbe seine Arbeit unterbrechen. 34) Die Zeit des Arbeiters ist Geld, jede Minute, die er verloren gehen läßt, ist ein Diebstahl, den er begeht. 35) Der Druck des Kapitalisten folgt dem Arbeiter wie«in Schatten bis in seine Hütte. Denn der Arbeiter darf weder seinen Geist durch Lektüre oder Anhören sozialistischer Reden korrumpiren, noch seinen Körper durch Belustigungen überanstrengen. Der Lohnarbeiter soll von der Werkstatt in seine Behausung gehen, sofort essen und sich nieder- legen, auf daß er am folgenden Tage seinen« Herrn einen frischen und anspannungsfähigen Körper und-inen gefügigen Geist mitbringe. 36) Der Kapitalist erkennt dem Arbeiter kein Recht zu, nicht einmal das Recht auf Arbeit betitelte Recht auf Sklaverei. 37) Er entkleidet den Arbeiter seiner Intelligenz und feiner Berufs- geschicklichkeit und überträgt sie auf die Maschinen, die sich nun und niinmer aufl-hnen. IV. Hrundkehren der göttlichen Weisheit. 1) Der Matrose wird vom Sturm überfallen, der Bergmann lebt zwischen Grubenfeuer und Erdsturz, den Fabrikarbeiter gefährdet das Räderwerk der Maschinen; überall drohen dem Lohnsklaven, der arbeitet, Tod und Verstümmelung. Der Kapitalist, der nicht arbeitet, ist vor jeder Gefahr geschützt. 2) Die Arbeit rackert ab und tödtet, aber bereichert nicht. Man er- wirbt nicht Vermögen dadurch, daß man selbst arbeitet, sondern dadurch, daß man andere arbeiten läßt. 3) Das Eigenthum ist die Frucht der Arbeit und die Belohnung des Müssigganges. 4) Man preßt nicht Wein aus einem Kiesel, noch Profite aus einem Leichnam; nur Lebende sind zur Ausbeutung zu gebrauchen. Der Henker, der einen Verbrecher abthut, betrügt den Kapitalisten um ein Busbeu- tungsobjekt. 5) Wohlthun trägt keine Zinsen. 6) Es ist mehr werth, wenn du dir beim Schlafengehen sagen kannst, ich habe«in gutes Geschäft gemacht, als: ich habe eine gute That be- gangen. 7) Der Kapitalist, der seine Arbeiter 14 von 24 Stunden arbeiten läßt, hat seinen Tag nicht verloren. 8) Schone weder den guten noch den schlechten Arbeiter, denn das gute wie das schlechte Pferd bedarf der Sporen. und kann nicht geleugnet werden. Aus politischem Gebiet ist die Sozialdemokratie allerdings die letzte Konsequenz des fortschrittliche« Freisinns. Doch was ist denn der fortschrittliche Freisinn? so frage« wir unserseits den Moniteur des Herrn von Bennigsen. Ist der Fort- schritt etwa nicht eine liberale Partei? Hat er andere Forde- � rungen als die des bürgerlichen Liberalismus? Ist nicht das Recht der Majoritäten, das Prinzip der parlamentarischen Herrschaft, die Negation des persönlichen Regiments— ist das nicht die Fundamental- forderung des bürgerlichen Liberalismus? Wenn also — auf politischem Gebiete— der Fortschritt die„Vorfrucht" der Sozialdemokratie ist, wie der Bennigsen'sche Moniteur dem Herrn BiS-! marck nachplappert, so ist, genau mit demselben Recht, der b ü r g e r- liche Liberalismus alS„Vorfrucht" des Fortschritts und folglich auch der Sozialdemokratie zu bezeichnen. Kurz, Herr von Bennigsen schneidet sich mit seinen staatsmännischen! Auseinandersetzungen ins eigne Fleisch; und das Einzige, was er beweist, ist, daß der N a ti o n a l l i b e r a li s m u s aufgehört hat, liberal zu sein. Daß auf wirthschaftlichem Gebiet die Sozialdemokratie mit dem Liberalismus in jeder Gestalt— dem fortschrittlichen und nicht[ fortschrittlichen— nichts gemem hat, sondern in prinzipiellem und diametralem Gegensatz zu ihm steht, das ist eine so bekannte und so offenkundige Thatsache, daß es eine Beleidigung unserer Lese' wäre, wollten wir uns darüber noch in eine besondere Erörterung einlassen. Der Verfasser des fraglichen Artikels im Moniteur Bennigsens möge nur Bennigsens erste Rede über das Sozialistengesetz— gehalten) im Oktober 1878— nachlesen; dort wird er die nöthige Aufklärung finden. Damals begriff Herr von Bennigsen noch das Wesen des Liberalismus und Sozialismus— heute scheint ihm mit dem letzten Rest von Liberalismus auch das Verständniß des Sozialismus abhanden gekommen zu sein. DemOpfer derPrinzipien ist dasOpfer des Intellekts gefolgt.». Natürlich erreicht Herr von Bennigsen seinen„staatsmännischen" Zweck nicht.„Mit einem Kadaver kann man sich nicht verbünden"— sagte einst ein russischer Staatsmann von Oesterreich. Und Bismarck sollte i sich mit dem Kadaver, genannt„nationalliberale Par- tei", verbünden??as si bete— es sei denn, daß man das Verhältniß des Pudels zu seinem Herrn ein Bündniß nennt. Hof a« Gefells FSHig! Die mehr, klagte« wärt einer Weise der vc sipp« i Lerthe Mani Echu geblich angebl auswä selb, der st »erarti Verl Und L-ugn� für s Auf ssäti Preuß, — die — Bismarck ei» Jesuit— das heißt ein richtiger, dem Orden des Loyala affiliirter(zugehöriger) Jesuit— das hat ein ausländisches Blatt glücklich ausspintisirt. Nicht als Scherz, sondern im vollen Ernst. Der Erlöserorden, welchen der große deutsche Reichskanzler zum Loh« für seine„nationalen" Thaten vor Kurzem vom Papste erhalten hat, bedingt nämlich den Eintritt in einen religiösen Orden, welcher dem Jesuitenorden regulär„affilirl" ist, mit andern Worten einen Zweig desselben bildet. Das ist freilich ein ganz hübscher Witz. Und wenn sich nun noch deS Weiteren herausstellen sollte, daß ER schon früher dem Jesuitenorden nahe gestanden oder gar als Mitglied angehört habe, dann würden wir allerdings Respekt vor IHM bekommen, denn dann wäre der K u l t u r- kämpf, welcher dem Katholizismus und Jesuitismus so enorm genützt' hat, in der That ein Geniestreich, während er andernfalls nur ein recht, recht dummer Streich ist. fogena Biöni eine gl mir u, diese€ Uchen - für lassen warfen was j, *°ch z« dem E fceutfd 'hn ei, hunder ichen. wäre, was ei — Die in Aussicht gestellte Juterpellation der sozialdemokra-! tischen Abgeordneten verursacht der nationalliberalen und sonstigen gou- vernementalen Presse beträchtliche Kopfschmerzen. Die betreffenden Or< gane meinen kleinlaut, es sei„doch wohl eine falsche Auffassung", daß der Ukas des Puttkamer das Koalitionsrecht beeinträchtige oder gar auf- hebe. In dem Erlaß sei ja ausdrücklich gesagt, daß nur gegen solche Arbeitseinstellungen eingeschritten werden solle, in denen sozialdemokra« tische Umsturzbestrebungen zu Tage träten. Und gegen eine„unloyale Auslegung" des Sozialistengesetzes schütze am besten dessen kurze Gültig- keitsdauer.„Ja," so bemerkt z. B. das„Leipziger Tageblatt",„ja, wenn das Sozialistengesetz auf fünf Jahre verlängert worden wäre, dann wäre vielleicht Grund zu Besorgnissen vorhanden, allein jetzt, da es nur auf zwei Jahre verlängert worden ist, müssen die Behörden sich sehr zusammen« nehmen. Denn wenn sie die ihnen eingeräumten Befugnisse mißbrauchen, so lausen sie Gefahr, daß daS Sozialistengesetz nicht wieder erneuert wird." Wunderbar naives Geschreibsel. Naiv durch die Andeutung, daß die Erneuerung des Sozialistengesetzes selbstverständlich ist, wenn die Behörden keinen„Mißbrauch" treiben. Und naiv durch die Voraussetzung, es könne irgend ein Mensch dum« genug sein, zu glauben, die Majorität, welche das Sozialistengesetz jetzt verlängert hat, werde dessen Anwendung jemals„unloyal" finden. Genug— die Interpellation ist dem Puttkamer und seinen Trabant«« höchst unbequem— und wir sind überzeugt, daß ihnen keine Unbequeur- lichkeit erspart werden wird. — Reptilistisches. In Berlin stand jüngst ein Redakteur deS „Berliner Tage-Klatsch-Blattes" vor Gericht, weil er über einen, angeb« l'ich von einer Dame der„bessern" Gesellschaft verübten Brillanten- Diebstahl berichtet und dadurch nach Ansicht der Staatsanwaltschaft „groben Unfug" verübt haben sollte, welcher Ansicht sich der Gerichts« apst d* 5e daß t formet zuch i Jesuit! «ustri Und innig! » lers Er ti hit; ®»r S, Mit! ..Ist die Je, hat— Päpstli „Geho J-fuit, gewies in beh gewiß warcks doch n beten" ikamee «inen der P richten Und obige «taufti Städte Herrn Und lag« h ternste fchimp suinpsl 9) Das Blatt des Maulbeerbaumes braucht mehr Zeit, um Atlas zu so(Vi werden, als der Arbeiter, um sich in Kapital zu verwandeln. lands' 10) Im Großen stehlen und im Kleinen zurückgeben, heißt Philan- �__ thropie. 11) Die Lohnarbeiter an seinem Vermögen mitarbeiten lassen, heißt zg) Kooperation._,,.89) 12) Den Löwenantheil von den Früchten der Arbeit nehmen, heißt beftz� Theilhaberschaft. 13) Der Kapitalist ist Anhänger der Freiheit. Er gibt kein Almosen, denn das Almosen raubt dem Arbeitslosen die Freiheit, Hungers zu sterben. 14) Die Menschen sind Maschinen zum Produziren und zum Konsu- miren. Der Kapitalist kauft die Einen und verkauft ihre Produkte an die Andern. 1)- 15) Der Kapitalist hat in seinem Mund zwei Zungen, eine, deren er 2)< sich beim Kaufen, eine, deren er sich beim Verkaufen bedient. dem S 16) Alle Welt b-stehlen, heißt Niemand bestehlen. die F« 17) Ehre und Zartgefühl sind Gift beim Geschäft. losigke 18) Mißtraue dem unehrlichen Menschen, aber vertraue dich nicht de« 3j- ehrlichen an. Zwietr 19) Die Geldstücke sind mit dem Bild deS Regenten oder der Repu- nicht r blik ausgeprägt, weil sie wie die Vögel unter dem Himmel nur de« 4) 5 gehören, der sie wegfängt. er,„0 20) Die Fünfmarkstücke werden immer wieder aufgehoben, auch wen» s« sin! sie in den Dreck gefallen. iu reti 21) Du mühest dich ab um viele Dinge�du schaffest dir viele Sorgen, �ndet. zi) aju Tnujjqx 0119 ao um uu du möchtest ehrlich sein, du geizest nach Wissen, du buhlst um Stellen �ftani .. e /rar...... 4 t t.. VY_ a d � a tCL W /X* l 4• t mV* Qc«vm4*m a** a a»S i und Ehren. Und' alles' dies ist doch nur Eitelkeit und Jammer. Eines �.ö) nur ist Roth: Kapital und wiederum Kapital. ur xji 2(019. uuu whcw�vuwi diufuui* �5 ß 22) Die Jugend verblüht und die Schönheit verwelkt, nur das Gold �; ltert nicht, noch bekommt es Runzeln. � 23) Das Gold ist die Seele deS Kapitalisten, die Triebfeder feinet Handlungen. ihr« P 24) Wahrlich, ich sage Euch, es ist mehr Ruhm, eine mit Gold und selben Banknoten gefüllte Brieftasche zu sein, als ein Mensch, so reich belade«>N der mit Talenten und Tugenden wie ein Esel, der zum Markt trabt.>hr Le 25) Genie, Geist, Schamhaftigkeit, Ehrlichkeit und Schönheit existire« �or d, nur dadurch, daß sie einen Marktwerth haben. �« 26) Tugend und Arbeit sind nur nützlich und einttäglich, so sie der�?i Andere übt. Es gibt nichts Besseres für den Kapitalisten als essen, 5, trinke« und der Venus fröhnen. Nichts bleibt ihm so sicher, wenn daS Ende seiner Tage gekommen als das, was er buchstäblich genossen.' 27) Solange der Kapitalist unter den Menschen weilt, die die Sonne, u gej, erwärmt und bescheint, soll er genießen und der Freude lebe«. Den«Beselli man ist nur einmal jung, und Niemand kann dem schlimmen und häß-�__ liehen Alter entgehen, das den Menschen beim Kopf erfaßt und ihn de« Tode zuführt.*) j Ultima Verba.*) 1) Ich bin das Kapital, der König der Welt. ' 2) Ich schreite einher, begleitet von der Lüge, dem Neid, dem Geiz, dem Betrug und dem Mord. Ich trage den Krieg in die Städte und in die Familien. Wo ich vorüberziehe, säe ich Wuth, Verzweiflung, Trost- l-figteit. 1 3) Ich bin der unerbittliche Gott. Ich fühle mich wohl inmitten der Zwietracht und der Leiden. Ich martere die Lohnarbeiter und schone 'dicht meiner Auserwählten, der Kapitalisten. ' 4) Der Lohnarbeiter vermag stch mir nicht zu entziehen. Und wenn tt, vor mir herfliehend wie das gehetzte Wild, die Berge. überschreitet, ' so findet er mich jenseits der Berge wieder; und wenn er, um sich vor mir iu retten, den Ozean durchmißt, so warte ich seiner an dem User, da er , tondet. Der Lohnarbeiter ist mein Gefangener und die Erde ist sein 1 �efängniß. i 5) Ich mäste die Kapitalisten mit einem schwerfälligen und stupiden Wohlstand. Meine Auserwählten sind physische und geistige Eunuchen. h Zhre Nachkommenschast gebt zu Grunde in Blödsinn und Impotenz. 6) Ich überschütte die Kapitalisten mit Allem, was wünschenswerth M, aber ich nehme ihnen jeden Wunsch. Ich belaste ihre Tafeln mit den 1 �vpetitlichsten Genüssen, aber sie haben den Appetit verloren; ich schmücke Me Betten mit schönen und jungen Frauen, aber die Liebkosungen der- d stlben vermögen nicht, ihre entkräfteten Sinne wiederzuerwecken. Alles » N der Welt ist ihnen ekel, schaal und unersprießlich— sie vergähnen 'hl Leben. Sie sehnen sich nach dem Nichts und doch fürchten sie sich N»or dem Tod. 7) Je nachdem es mir Vergnügen macht, und ohne daß es der Ver- ./ünft der Menschen gelingt, meine Gründe zu ermitteln, schlage ich auf , weine Auserwählten loS. Ich schleudere sie hinab in die Hölle der -"ohnsklaven. . 8) Die Kapitalisten sind meine Werkzeuge. Ich bediene mich ihrer wie tiner tausendsträhnigen Peitsche, um die stupide Heerde der Lohnarbeiter {? geißeln. Ich erhebe meine Buserwählten auf die höchste Stufe in der Gesellschaft, aber ich verachte sie. rt *) Letzte Worte, d. h. Summe aller Erkenntniß. Hof auch anschloß. Ganz mit Recht, denn die Damen der„bester»" Gesellschaft leben blas von den Früchten des Diebstahls— ihnen die Fähigkeit zutrauen, selbst zu stehlen, ist strafbare Verläumdung. DieS nebenbei. Uns interessirt bei dem Prozeß eine kleine Episode mehr, als die Hauptverhandlung selbst. Als erschwerend für den Ange- klagten war in der Anklageschrift hervorgehoben worden, daß die aus- wärtige Presse die Geschichte von dem Brillanten-Diebstahl in einer für die„höchsten Kreise in Deutschland" sehr kompromittirlichen Veise besprochen, der Redakteur also auch sich einer schnöden Verletzung der vaterländischen Jntereffen— die ja mit den Interessen der Adels- sippe zusammenfallen— schuldig gemacht habe. Darauf beantragte die Äertheidigung die Vorladung des Schriftstellers Dr. Ernst Schu- Mann in Dresden, in Berlin unter dem Namen Normann- Schumann bekannt. Dieser werde bekunden müssen, daß die an- geblich durch den Artikel hervorgerufene chauvinistische Erregung und angebliche Diskreditirung der Berliner höchsten Gesellschaftskreise in auswärtigen, speziell italienischen Blättern, durch ihn, Zeugen selbst, lancirt worden sei. denn dieser Zeuge sei nicht nur der ständig« Korrespondent des„Osservatore catolico" und anderer derartiger italienischer Blätter. sondern zugleich Söldling der Berliner politischen Polizei. Und was that darauf Herr Schumann? Er verweigerte sein Zeugniß,„weil er durch dasselbe materiellen Schaden sür sich befürchten müsse!" Auf einen solchen Vorwurf eine solche Antwort, das ist eine B e- stätigung in bester Form. Und nun mag der Leser ersehen, wie in Preußen die öffentliche Meinung— des Auslandes sabrizirt wird, s — die wohlwollende, wie die feindselige, je nach Bedarf. — Die moralische und intellektuelle Verkommenheit der sogenannten öffentlichen Meinung in Deutschland unter der Aera Bismarck ist ein nachgrade so ost erörtertes Thema, daß es uns stets eine gewisse U-berwindung kostet, darauf zurückzukommen. Und doch sehen mir uns immer wieder dazu gezwungen, denn, anstatt nachzulassen, tritt diese Seuche immer schlimmer auf. Wenn sich die Fabrikanten der öffent- lichen Meinung des„Denkervolks" nach den Bismarck'schen„Erfolgen" für die eben dieses Denkervolk auf den Schlachtfeldern sein Blut hatte wssen müssen— vor dem unübertrefflichen Staatsmann auf den Bauch warfen, so hatte das noch einen gewissen Sinn, sie thaten damit nur, was in unserm aufgeklärten Jahrhundert in andern Ländern eben auch doch zu geschehen pflegt; auch in Frankreich, England ic. betet man zu dem Götzen des Erfolgs. Aber damit ist der in der Wolle gefärbte Deutsche bei seiner„Gründlichkeit" noch nicht zufrieden. Nachdem für jhn einmal feststeht, daß Bismarck der größte Staatsmann des Jahr- Hunderts ist, staunt er ihn nicht nur bei seinen— ost sehr problemati- scheu— Erfolgen, sondern auch, was in keinem andern Lande möglich wäre, bei seinen notorischen Niederlagen an. Bismarck kann thun, was er will, er ist immer groß, genial, unerreicht. Wie wir an anderer Stelle berichtet, ist Bismarck durch den ihm von xopst Leo verliehenen Erlöserorden Affiliirter der Jesuiten geworden. Für jeden Menschen mit gesunden fünf Sinnen liegt nun auf der Hand, daß wenn die Verleihung dieses Ordens nicht eine leere Höflichkeits- sormel, sie von Seiten des Papstes entweder blos ein guter Witz oder ouch zugleich ein schlaues Manöver war, denn der Verbündete des Jesuitenordens kann sich nicht gut gegen die Aufhebung des Jesuiten- Austreibungsgesetzes sperren. .Und nun höre man, was ein deutsches Blatt zu der Kunde von der „wnigen Beziehung" der Christusritter zum Jesuitenorden sagt: ,»»Demnach erscheint daS neueste Verhalte« deS Kanz- kers zur Kurie als ein MMfUrstreich seiner Politik. Er weiß, welchen Einfluß der Jesuitenorden im Vatikan Mt; er nähert sich dem Papste mit dem Palwzweig in °»r Hand und zwingt ihn dann, kraft seine» Bündnisse« tnit den Jesuiten, zum Gehorsam unter seinen Willen!" Ist eine solche Albernheit erhört? Bismarck beherrscht den Papst durch oie Jesuiten, denselben Papst, der ihn, den Bismarck, den Jesuiten„afsiliirt" hat— denselben Jesuiten, die als die katholischen Ultras gelten, die noch päpstlicher sind als der Papst, deren Orden von seinen Anhängern den «Gehorsam des Kadavers" sordert. Unter dieser Parole wurden die Jesuiten als„staatsgefährlich", als vaterlandslos aus Deutschland aus- Lewiesen, und diese Jesuiten sollen jetzt Bismarck dabei helfen, den Papst iu beherrschen zu Gunsten— a nt i katholischer Interessen! Wir haben tzewiß keine übertriebene Meinung von dem staatsmännischen Genie Bis- warcks, aber einer solch kindischen Voraussetzung halten wir ihn denn doch nicht für fähig, die konnte nur in dem Denkerschädel eines„gebil- beten" Deutschen entstehen, der lieber sich und der Welt vorlügt, ein llameel sei ein Wiesel, als darauf zu verzichten, in seinem Bismarck einen Uebermenschen, einen Geistestitan zu erblicken, der nicht nur wie der Papst unfehlbar ist, sondern überhaupt blos„Meisterstreiche" ver- dichten kann. Und glaube man nicht, daß es ein kleines Lokalblättchen ist, das die obige verblüffende Entdeckung seinen Lesern auftischt, es ist das in vielen Tausenden von Exemplaren gelesene Hauptorgan einer der größten Städte Deutschlands, es sind die„Dresdener Nachrichten", redigirt von Herrn Dr.— soll heißen D-o— k— t-o— r— Bierey! Und aus seinem weiten Leserkreis— das Blatt soll über 30,000 Auf- läge haben— hat sich auch nicht eine Stimme des Protestes, der schüch- fernsten Verwahrung gegen eine solch infame Bemäntelung einer der schimpflichsten Niederlagen, welche die Geschichte kennt, erhoben. So ver- mmpft ist das öffentliche Leben, so entwöhnt allen selbständigen Urtheils, 1° feig selbst im Denken ist man in den„gebildeten" Kreisen Deutsch- »ands! 28) In dem Grabe, dahin du gehst, wirst du nur Würmer finden. 29) Außer einem vollen Bauch, der fröhlich verdaut, und kräftigen, befriedigten Sinnen ist nichts als Eitelkeit und Jammer. — Bismarcks ältester Junge, der Gegenwarts-Bizekanzler und Zukunsts-Kanzler, Herbert, ist krank geworden.„In Folge U e 6< t<, anstrengun g," sagt die„Norddeutsche", vergißt jedoch, zu sagen,\ worin der hoffnungsvolle Junge sich überangestrengt hat. Wieder ä la Karolath? Oder wie sonst? Genug, Herbert ist krank. Für ihn selbst und seine Erzeuger mag das ja ein Ereigniß sein. Was aber geht es die Welt an? Wenn er nicht seines Vaters Sohn wäre, hätte sie nie etwas von ihm erfahren, denn seine Fähigkeiten sind nach jeder Rich- tung hin weit unter dem Durchschnitt. Die Diplomatie kennt keine komi- schere, der Reichstag keine ttaurigere Figur. Und doch bringt das Wolffsche Telegraphenbureau jeden Tag etliche Bülletins über die Krankheit des Herbert Bismarck. Wenn Bismarcks Hund, der berühmte Reichs-T y r a s oder Reichs- Tyrann, wieder einmal krank wird, bringt der Telegraph hoffentlich auch obligate Bülletins. Was dem Einen recht ist, ist dem Andern billig. Apropos Ueberanstrengung. Im Jahre 1884 gab eS drei oberste Beamte im auswärttgen Amt: den S t a a t s s e k r e t ä r, den Unterstaatssekretär und einen Direktor. Da erklärte Bis- marck, er reiche damit nicht aus und brauche noch einen vierten leitenden Beamten. Es kam zu den bekannten Szenen im Reichstag, zum Ent- rüstungsschwindel und schließlich gab der Reichstag klein bei und bewil- ligte den famosen zweiten Direktor. Eilt solcher wurde eingestellt, die erste Direktorstelle sowie die Stelle des Unterstaatssekretärs neu besetzt — in letztere trat als„frische Kraft" unser Herbert ein. Bismarck hatte, was er wollte. Da schied im Herbst vorigen Jahres auch der bis- herige Staatssekretär— Graf Paul Hatzfeld— aus und ging als Ge- sandter nach London. Bismarck aber hat von feinem Recht, die Stelle neu zu besetzen, bisher noch keinen Gebrauch gemacht; sollte hier die Ursache von Herberts Ueberanstrengung liegen? War etwa Nie- mand da, Graf Hatzfeld auf seinem � der Schulden dieses so verwend- baren Diplomaten wegen so außerond entlich hoch dotirten— Posten zu vertreten? Oder ließ Bismarck den Staatssekretär durch den Unterstaatssekretär vertreten, blos um seine Feinde zu beschämen und ihnen zu zeigen, daß er auch— sparen kann? Armer, armer Her- bert, wie sehr wärst du in diesem Falle als Opfer übertriebenen Zart- gesühls zu beklagen! — Mit Bezug auf die Frage, warum die deutschen Seeleute den Dienst auf fremden Schiffen vorziehen, veröffentlicht das„Sächsische Wochenblatt" folgenden ihm aus seinem Leserkreise zu- gegangenen Brief: „Ich habe einen Sohn im englischen Seedienst. Nach den Berichten desselben versuchen die deutschen Seeleute in englische Dienste zu kommen, weil sie dort eine bessere Bezahlung und Verköstigung erhalten als auf den deutschen Fahrzeugen. Nach Berichten aus Süd- asrika übernehmen deutsche Handelsschiffe Ladungen um l5bis20Pro- zent billiger als englische, und machen ttotzdem noch Gewinn dabei. Dies ist vorzüglich durch die elende Bezahlung und Be- köstigung der armen Matrosen möglich. Ein Leichtmattose, der mit nur vier Stunden Unterbrechung Tag und Nacht im Dienst sein muß, erhält z. B. 27 Mark monatlich. Was die Kost betrifft, so ist dieselbe vielfach eine für die schwere Arbett der Leute u n z u- reichende, ja nicht selten kaum genießbare. Dagegen muß auf den englischen Schiffen angeschlagen stehen, wie viel Fleisch und andere Nahrungsmittel der Matrose täglich zu fordern hat. Wie es in diesen Beziehungen in der Kriegsmarine aussieht, ist unserem Gewährsmanns nicht bekannt, wohl aber, daß das Durchbrennen der Matrosen in frem- den Häfen keine Seltenheit ist. Die englischen Hafenplätze wimmeln von deutschen Seeleuten, welche dortselbst einen Dienst suchen, welcher ihnen bessere Behandlung, Kost und einen Lohn bringt, welcher selbst bis zum Doppelten des auf deutschen Schiffen üblichen geht. Vor allem aber hat der Seemann in England einen erheblichen Schutz der Behörden gegen Be- nachtheiligung durch seine Dienstgeber zu erwarten, während in Deutsch- land in dieser Beziehung fast alles fehlt. Seit Samuel Plimsoll's Wirk- samkeit ist in England für die hart arbeitenden, schwer entbehrenden und stets gefährdeten Seeleute manches geschehen" Danach scheint es denn doch, als ob die Klagen der englischen Matrosen, gegen welche der Verfasser der Artikel„aus England" polemistrt, von der brutalen Ausdrucksweise abgesehen, nicht ganz unberechtigt gewesen sind. Nur daß natürlich nicht die Schuld an den deutschen Seeleuten, sondern an den deutschen See Herren liegt. Und darum ist auch die Frage des Briesschreibers ganz berechtigt, ob sich„in Deutschland kein Plimsoll" findet, und ob„man nicht endlich auch im neuen Deutschland der„Sozialreform" sich der Seeleute annehmen wolle, auch wenn dadurch für die Herren Wörmann, Slomann und wie die Hamburger, Bremer und anderen reichen Rheder alle heißen, das Kapitalanhäufen etwas verlangsamt würde?" Die Antwort stehe— Arbeiterschutzgesetz. rlr Der zweite Thell der gegenwärtigen ReichStagssession wird aller Voraussicht nach ziemlich ebenso lang dauern wie der erste. Sowohl der Schnaps- als der Zuckersteuer-Entwurf müssen vor Kom- miffionen verwiesen werden, die, bei angestrengtester Arbeit, drei bis vier Wochen werden zu arbeiten haben. Nun beginnt aber der Reichstag erst am 17. Mai seine Arbeiten; Pfingstsonntag ist am 13. Juni, und ein paar Tage vorher schon müssen die parlamentarischen Arbeiten ein- gestellt werden. Hieraus erhellt, daß bis Pfingsten nur 3'/, Wochen für den Reichstag verfügbar sind. Die ersten Lesungen der fraglichen Gesetzentwürfe— statt eines Schnapssteuergesetzes sollen sogar zwei vorgelegt werden— werden mindestens acht Tage in Anspruch nehmen 9) Ich bin der Gott, der die Welten bewegt und den Verstand der Menschen verwirrt. 10) Der Dichter des Alterthums hat die Aera deS Kapitalismus vorhergesagt. Er sprach:„Jetzt stnd die Uebel noch gemischt mit Gutem; aber eines Tages wird es weder Familienbande noch Gerechtigkeit noch Tugend mehr geben, Hades und Nemesis werden zum Himmel empor- steigen und das Uebel wird ohne Heilmittel sein.*) Die verkündete Zeit ist gekommen: gleich den gefräßigen Ungeheuern der Meere und den Raubthieren der Wälder verschlingen die Menschen einander ohne Er- barmen. 11) Ich lache über die Weisheit der Menschen. Arbeite, und die Roth wird dir fern bleiben; arbeite, und deine Speicher werden gefüllt sein mit Lebensmitteln,— lehrte die alte Weisheit. Ich aber sage: Arbeite, und Mangel und Elend werden dein- treuen Begleiter sein; arbeite, und du wirst dein letztes Wirthschaftsstück ins Leihamt tragen. 13) Ich bin der Gott, der die Staaten umwälzt. Ich beuge die Großen unter mein Gleichmachunzsjoch, ich breche die anmaßenden Jndividuali- täten, ich bilde die Menschen für die Gleichheit vor. Ich schaffe die Form für die kommende kommunistische Gesellschaft. 13) Die Menschen haben Brahma, Jupiter, Jehova, Jesus und Allah aus dem Himmel verjagt. Ich ziehe mich aus der Welt zurück, indem ich mich selbstmorde. 14) Wenn der Kommunismus Gesetz sein wird, wird di: Herrschaft des Kapitals, des Gottes, der die Generationen der Vergangenheit und Gegenwart verkörpert, zu Ende sein. Das Kapital wird nicht mehr die Welt regieren, es wird der Sklave des Arbeiters sein, den es haßt. Der Mensch wird nicht mehr vor dem Werk seiner Hände und seines Geistes knieen, er wird sich auf seine Füße stellen und aufrecht stehend die Natur als souveräner Herrscher betrachten. IS) Das Kapital wird der letzte Gott sein. Wortgetreue Abschrist bescheinigt Paul Lafargue. *) Diese so treffende Prophezeihung der kapitalistischen Epoche steht in„Werke und Tage"' von H e s i o d, einem griechischen Dichter, der etwa 800 Jahre vor unserer Zeitrechnung lebte. — es muß also sehr gut gehen, wenn die Kommissionen ihre Ar- beit bis Pfingsten beendigt haben sollen. Nach Pfingsten kommen dann noch die zweiten und die dritten Lesungen, sür welche mindestens 14 Tage in Aussicht zu nehmen stnd. Und außerdem sind doch auch noch andere, allerdings nicht so drin» gende parlamentarische Arbeiten zu erledigen. Bedenkt man dies Alles, so ergibt stch, daß die Session vor Hoch- sommer kaum wird beendigt werden können. Diese langen Seffionen, die von der Regierung geflissentlich in die Länge gezogen werden, stnd den diätenlosen Abgeordneten eine schwere Last. Und grade deshalb werden sie in die Länge ge- zogen. Man will die Abgeordneten mürbe machen und für das bekannte Schachergeschäftchen: fette Diäten für Beschneidung oder Aufhebung des Wahlrechts präpariren. — Auch ein Beitrag znm Thema vom„Mästen". AIS ich die Ausführungen des Minister von Puttkamer über das Jnfamiegesetz las — schreibt uns ein Genoff- aus Deutschland— da erinnerte ich mich lebhast an den Neffen des tugendhaften Ministers, der gleich dem Sohn seiner Exzellenz den schönen Namen Jesko führt. Dieser adelige Jüngling stand mit mir bei der 3. Compagnie des 106. Regiments in Mö kern bei Leipzig, war Sergeant und Kammeraufseher. Als eines Tages die Revision erschien, entdeckte man ein recht nettes Defi- zitchen in M i l i t ä r- E f f e k t e n. Jesko hatte Geld gebraucht und, um solches zu erhalten, verschiedene Lierkäufe vorgenommen. Er wurde degradirt und erhielt 3 Monat- FestungSgefängniß. Sollte diese trübe Erfahrung dem Onkel die verderblichen Wirkungen des„Mästens" aus fremden Kassen vor Augen geführt haben? Nun, so mache er ein Ausnahmegesetz für seinen Neffen und lasse die Arbetter in Ruhe, die sich gegen Schmarotzer schon zu schützen wissen. Was seitdem aus Jesko, dem Neffen, geworden, weiß ich nicht. So- viel aber weiß ich, daß nicht er der Minister ist, der doppelten Gehalt bezieht, eine prächtige Amtswohnung hat und nebenbei jährlich 9000 Mark Miethsentschädigung einstreicht. — Nur Lumpe find bescheiden. Auf einem zu Ostern abgehal- tenen Handwerkertage haben die Herren Jnnungsschwärmer, voran der klerikale Junker von Schorlemer-Alst nicht nur di- W i e d e r» einführung der Arbeitsbücher verlangt, sondern es wurde auch hinzugesetzt, daß dieselben„ein Urtheil über die fachliche Tüchtigkeit und die religiös-sittliche Führung der Gesellen enthalten sollen. Warum haben die Herren nicht lieber gleich vollständige Un- Mündigerklärung der Gesellen, das Recht des Prügelns ic. ver- langt? Da man einmal bei der Arbeit war, lief die Geschichte auf ein» heraus. Die pommerschen Junker haben den Regierungspräsidenten von Cöslin veranlaßt, Erhebungen darüber anzustellen, wie dem Uebelstand abzuhelfen wäre, daß die dortigen Tagelöhner, statt auf den Gütern der Herren um ein Stück trocken Brod zu schaffen, sich nach dem Westen verdingen lassen, wo sie wenigstens ein Stück Speck dazu ver- dienen und einen Begriff von menschlicher—„lüderlicher" nennen es die privilegirten Bordellbesucher— Lebensweise erhalten. Läuft natür« lich auf den Wunsch nach einer neuen Form der Hörigkeit hinaus. Der Berichterstatter. Seine Durchlaucht von sechs Jahr geruhten, Schon im Paradeschritt an uns vorbeizugeh'n, Sein Hund indeß— anstatt sich doch zu sputen!— Blieb zu gewissen Zwecken bei uns steh'n. Und seine kleine Durchlaucht spukte Schon militärisch kurz, doch leider nicht vor mir; Natürlich drängt' ich mich herzu und guckte Den Schleim mir an und bracht' ihn zu Papier. Nun meint der Arzt, der wirklich sehr erfahren, Daß aus dem Schleim sich unschwer schließen läßt, Daß Seine Durchlaucht auch in reisern Jahren Noch einmal wird besuchen unser Nest. (Vorstehendes Gedicht ist entnommen einer Gedichtsammlung, die unter dem Titel:„Mene Tekel! Harmlose Reimereien eines Modernen— von Otto Ehrlich" jüngst im Verlag von I. Schabelitz in Zürich erschienen. Wir müssen gestehen, daß gerade es uns beim Lesen nicht sonderlich imponirt hat, uns etwas altmodisch vorkam; doch waren wir im Unrecht. Wie sehr modern dies Gedicht vielmehr ist, beweist folgende „köstliche Perle", welche vor wenigen Tagen das„Berliner Fremdenbl." seinen Lesern vorsetzte: „S. Königliche Hoheit Prinz Wilhelm von Preußen ging gestern mit seiner Erlauchten Gemahlin vom Königlichen Schlosse aus zu Fuß über den Werderschen Markt, die Französtschestraße nach dem Spittelplatz zu. Es war in der elften Vormittagsstunde, die Passage der dortigen Gegend besonders lebhast, als das Hohe Paar, Beide augenscheinlich in fröhlich- ster Stimmung und im munteren Geplauder begriffen, die ehrfurchtS» vollen Grüße der Vorübergehenden, von Jung und Alt, auf das Leut- seligste erwiderte. Der Prinz, in Stulpenstiefeln, Mantel und mit der Mütze seines(Garde-) Regiments, sah sehr wohl aus und, wie g e- bannt von dem Zauber des Erlauchten Paares, sahen Alle demselben lange nach. Wer die Fürstlichen Herrschaften so mitten im Straßengetümmel erblickte, war entzückt von der Lieblichkeit dieses Bildes, das, in seiner einfachen Erhabenheit, von der Hand des Malers dem flüchtigen Augenblicke entrissen zu werden ver- diente." Schade eigentlich, daß der erlauchte Hohenzoller seine Rockflügel nicht geöffnet hatte, der„Zauber" wäre sicher so gesteigert worden, daß der Berichterstatter sich nicht mit dem Nachsehen begnügt hätte.) — Auch D«, Brutus! Als L i e b k n e ch t bei der dritten Lesung des Etats auf die U n s o l i d i t ä t der russischen Staatspapiere hinwies, und gegen Fürst Bismarck die Anklage erhob, dem ruffischen Finanzschwindel mit schnöder Hiniansetzung der deutschen Jntereffen Vor« schub geleistet zu haben, da wurde er von keinem Blatt so arg angegriffen und verhöhnt, als von dem obersten R-ptilorgan: der„Kölnischen Zeitung". Und heute fordert die„Kölnische Zeitung", daß die deutsche Börsensperre über die russischen Papiere verhängt werde. Warum kommt die Weisheit so spät? — Ha, welche Lust Soldat zu sei«! Nicht weniger als 1,88�,4»! Berhängungen von mittlerem und strengerem Arrest sind in den 12'/, Jahren vom 1. April 1873 bis 1. Sep- tember 1885 in den 14 preußischen Armeekorps verfügt worden, d. h. über 100,000 pro Jahr. In 2 9 1 Fällen stnd in direktem An- schluß an die V-rbüßung dieser Strafen Erkrankungen vorgekommen, darunter 50, welche auf die Verbüßung einer„ordnungsmäßig voll- streckten Strafe im mittleren oder strengen Arrest" zurückzuführen waren. Das sind die offiziellen Zahlen. Von dem, was vertuscht wurde, schweigt des Sängers Höflichkeit. — Internationale Solidarität. Wie wir im Panier„Socialiste" lesen. hat der Redakteur des in Rom erscheinenden„Meffagero"(der Bote) an den„Jnttansigeant" folgenden Brief gerichtet: „Herr Henri Rochefort! Sie finden einliegend eine Anweisung von 712 Fr. 57 Cts. auf das Haus Rothschild. Die Summe ist das Pro- dukt einer von dem Journal„Jl Meffagero" veranstalteten Sammlung für die Strikenden von Decizeville. Sie ist ein Beiv-is für die Soli- darität, welche die italienischen Arbeiter, die selbst im Nothstand leben, ihren französischen Brüdern bekunden wollten. Die Summe ist sehr bescheiden, aber Sie wiffen mein Herr, daß die Börse der Arbeiter nur schmächtig ist, und daß, wie wir in Italien sagen, man mit kurzen B-inen keine langen Schritte machen kann. Genehmigen Sie ic. sc." Dazu schreibt der„Socialiste":„Es möchte schwer fallen, von dieser brüderlichen Demonstration nicht ergriffen zu sein. Wenn eS ein Land gibt, wo die Arbeiter dürfttg bezahlt werden, so ist es sicher Italien. Die„Lire" sind dort seltene Gäste in den Taschen der Arbeiter. Die Internationale ist wieder lebendig. Die Solidarität der Arbeite� kennt weder Grenzen noch Rassen." — In Gera tagte vom 25. bis 27. April ein von 38 Ortschaften durch 42DeIegirt- beschickter Kongreß deutscher Manufaktur-Ar- beiter. Derselbe faßte Beschtiisie 1) mit Bezug auf die nothwendigen Maßregeln zur Beseitigung der Hauptschäden in der Manusakturbranche(die einzelnen Forderungen entsprechen im Allgemeinen den Bestimmungen des Arbeiterschutzges.tzentwurses der deutschen Sozialdemokratie);; 2) die Organisation und Z e n t r a- l i s a t i o n der F a ch v e r e i n e in der Manufakturbranche; 3) die Unterstützung deS Fachorgans der Manufakturarbeiter; 4) die Sicherung und unbeschränkteErhaltung des Kos« litionsrechtes der Arbeiter gegenüber den unter Anderem im Puttkame r'schen Erlaß zu Tage getretenen Bestrebungen auf Be> schränkung deflelben.(Wir gratuliren zur ersten Ohrfeige aus den Krei- sen der„beschäftigten" Arbeiter, Exzellenz!) Zum Schluß wurde noch eine Warnung vorStreiks, die nicht„durch die Natur der Ver- hältniffe aufgezwungen" werden, beschlossen. — Frankreich. Die Nachwahl in Paris hat zwar mit dem Siege des Radikalen G a u l i e r geendet, aber sie darf trotzdem als ein großer Erfolg der revolutionären Sozialdemokratie bezeichnet werden. Ihr Kan- didat E r n st R o ch e, für deffen Wahl nur drei Tageszeitungen:„Cri du Peuple",„Jntransigeant" und„France Libre" eintraten, erhielt nicht weniger als lOO.VS» Stimmen, während G a u l i e r, für den die ge- sammte radikale und ein Theil der gemäßigt- republikanischen Presie wirkte, nur 146,012 Stimmen erhielt. Der von den Leuten des Arbeiterver- bandes Roche entgegengestellte Bergarbeiter Soubris erhielt im Ganzen M8S Stimmen, die in prinzipieller Beziehung den sozialistisch revolutio- nären zugerechnet werden müsten, deren Zahl sich damit auf 105.930 erhöht, ein stattliches Resultat, wenn man es mit dem Wahlergebniß vom 4. Oktober v. I. vergleicht. Jnteresiant ist eine Zusammenstellung der Resultate aus den einzelnen Arrondiffements. Danach waren die Sozialisten im 15., 13. und 20. Arrondissement, sowie in mehreren Vororten(St. Denis, St. Ouen, Jvry, Puteaux, Courbevoie sc) in der Majorität, große Minoritäten erhielten sie im 5., 11., 12., 13., 14. und 18. Arrondissement— letz- 'tereS der bisherige Wahlkreis Clemenceau's. Wir lassen hiermit einige der charakteristischsten Zahlen folgen: Man sieht, die Halbheit der Radikalen trägt ihre Früchte, immer größere Massen Arbeiter fallen von ihnen ab und wenden sich den er- klärten Gegnern der heutigen Ausbeutergesellschaft zu. Wenn die „Justice" Clemenceaus schreibt, daß die Wahlziffern eine lebhafte Miß- stimmung der Pariser Wählerschaft gegen die„beklagenswerthe" Politik der Regierung beweisen, so hat sie damit unzweifelhaft Recht, aber die radikalen Pariser Arbeiter wollen die Politik der Regierung des Herrn Freycinet nicht blos„beklagt", sie wollen sie auch energisch bekämpft sehen. Für Herrn Brousse und seine Freunde war die klägliche Niederlage der Kandidatur Soubriö eine wohlverdiente Lektion. Das Manöver der„schwieligen Faust" hat gründlich versagt. Wir hatten erst die Absicht, mit einigen Schmiersinken, die von Paris aus allerhand Gemeinheiten über die Kandidatur Roche in die deutsche Presse lancirten, nachträglich Abrechnung zu halten, wir wollen aber heute auf dies unappetitliche Geschäft verzichten, indem wir uns vorbehalten, die Herren gelegentlich einzeln vorzunehmen. Nur soviel sei gesagt, daß wenn die Burschen den radikalen Pariser Blättern nach- plappern, Roche habe gar kein Prinzip vertreten, sondern lediglich den Protest gegen seine und Duc-Quercy's Verurtheilung, sie eine alberne Lüge kolportiren. Erstens drückt der Protest in diesem Falle bereits ein sehr konkretes Prinzip aus: das Prinzip des Klassenkampfes der Arbeiter gegen die Ausbeuter, denn in ihrer Eigenschaft als„Schllrer" dieses Kampfes sind Roche und Duc Que: cy verurtheilt worden. Dann ist Roche seit 1872 als Sozialist und Revolutionär in der Arbeiter- bewegung thätig, und zwar in den vordersten Reihen derselbe». Bereits bei den vorigen Wahlen figurirte er auf der Liste der revolutionären Koalition und erhielt die viertgrößte Stimmenzahl. Nicht weil er kein ausgesprochenes, sondern weil er ein z u ausgesprochenes Programm vertrat, wurde er von der Bourgeoisie mit so großer Heftigkeit be- kämpft. In Roche hätte die Gruppe der Arbcitervertreter in der Kammer einen schneidigen und vorwärtsdrängenden Kämpfer mehr er- halten. Daher die erbitterte Bekämpfung. Der Strike von Dccazeville dauert unverändert fort. Alle Ein- schüchterungsmittel der Gesell-chast verfangen nicht. Das angebliche Dynamitattentat gegen einen der abgefallenen Arbeiter, von dem die Zeitungen jüngst berichteten, ist unzweifelhaft Humbug, dazu bestimmt, die„öffentliche Meinung" auf Gewaltmahregeln gegen die Streikenden vorzubereiten. Es ist sehr zu wünschen, daß die Unterstützungen, die bisher so reichlich geflossen, nicht nachlassen, damit die Arbeiter für ihr mann- Haftes Ausharren durch einen wirklichen Erfolg entschädigt würden. Belgien. Die deutsche Presse hat über den Genter Kongreß der belgischen Arbeiterpartei diesmal so ausführlich berichtet, daß wir, um nicht schon Mitgetheiltes zu wiederholen, uns auf einige wenige Notizen beschränken können. Die Zahl der vertretenen Organisationen betrug 88, die Zahl der Delegirten 104. Die angenommenen Resolutionen betreffen: 1) Die Nothwendigkeit der internationalen Fabrikgesetz- g e b u n g. Die belgische Regierung wird aufgefordert, sich den Schritten des Schweizer Bundesrathes in dieser Beziehung anzuschließen, und der Vorstand der Arbeiterpartei beauftragt, für Einberufung eines internationalen Arbeiter- Kongresses zur Erörterung dieser Frage zu wirken. 2) Empfehlung der internationalen Föderation der Fachvereine. 3) Die Frage der G e s ch ä s t s k r i s i s. Als die Ursache der Krists wird die Produktionsanarchie und das Lohnsystem, als das einzig durchgreifende A b h ü l f s m i t t e l die sozialistische Organisation der Produktion bezeichnet. Mit Bezug auf die spezielle Krists in den bel- zischen Kohlen- und Erzbergwerken wird die Zurücknahme der Minen durch den Staat und Errichtung von Bergarbeiter- kammern verlangt, denen der Staat die Minen zum Betrieb üver- weisen soll. 4) Die von der Regierung veranstaltete Untersuchung über die Ursachen der Krisis wird als nutzlose Verzettelung erklärt und die sofortige Jndiehandnahme von Reformen zur Verbesserung der Lage der Arbeiter verlangt. 5) Als Sitz des Parteikomites wurde mit allen gegen eine Stimme Brüssel wiedergewählt, als Ort des nächsten Kongresses C h a r l e r o i bestimmt. Den Beschluß, der die Demonstration für das allge- meine Stimmrecht betrifft, haben wir bereits in voriger Nummer mit- getheilt. Die sonstigen Beschlüsse sind untergeordneter Natur. Das in den Blättern mitgetheilte Programm ist bereits rm vorigen Jahre ausgear- beitet worden. Im Ganzen gehören der Partei jetzt 104 Organisationen an gegen 59 im Vorjahre. Wie in der dem Kongreß vorhergehenden, großartig besuchten Volks- Versammlung, so herrschte auch in den Sitzungen des Kongresses eine wahrhaft enthusiastische Stimmung. Die feurigen Reden der Genossen Anseele, Volders, Van Beveren rc. wurden mit stürmischem Beifall auf- genommen, ebenso die gehaltvollen Aussührungen De P a e p»' s, der übrigens keineswegs so abwieglerisch gesprochen, als die Berichterstatter ihm nachsagen. Die Einrichtungen des„Booruit" erregten die Bewun- derung aller Delegirten. Wir beglückwünschen unsere belgischen Brüder zu ihrem so glänzend verlaufenen Kongreß und wünschen gleich ihnen, daß diese herrlichen Ostertage in Gent ein guter Vorbote sein mögen für die P f i n g st- t a g e in Brüssel. Und wenn sich die Kapitalisten in der Kammer noch so sehr sperren, sie werden und müssen dem Volk sein Recht gewähren, sobald das Volk ihnen beweist, daß es zu wollen versteht. Holland. Der Genter„Toekomst" entnehmen wir die Mittheilung, daß Genosse F. Domela Nieuwenhuis, der schon so unendlich viel sür die sozialistische Bewegung in Holland gethan, in diesen Tagen der Partei die Summe von 40.000 Franken zum Besten der Errichtung eines eigenen Lokals in Amsterdam und zweier Propagandaunter- nehmungen geschenkt hat.„Wir können", fügt die„Toekomst" hinzu, „unserm Freunde Domela nicht genug Beifall zollen für diesen Beweis der Solidarität und Liebe zum Volke; er hat den Schwätzern, die ihn beschimpfen, und den Volksausbeutern, welche das dem Volk abgepreßte Geld in Saus und Braus verjubeln, eine vernichtende Antwort ertheilt." Wir können das nur unterschreiben, und setzen hinzu, daß so hoch wir diesen Akt hochherziger Freigebigkeit auch zu schätzen wissen, er uns doch immer noch gering erscheint gegenüber der unermüdlichen Thätig- keit, die Genosse Nieuwenhuis in Wort und Schrift, in Agitation und Organisation sür die Sache des Sozialismus in Holland entfaltet. Das Geldgeschenk mag ihm vielleicht nicht schwerer geworden sein wie manchem Proletarier seine paar Pfennige Parteibeitrag, aber was er für die Bewegung gearbeitet und geleistet hat, das ist doch die Hauptsache. Nun, er hat wenigstens die- Genugthuung, daß seine Mühe nicht fruchtlos gewesen. Korrespondenzen. � Achim bei Bremen, im April. Was wird nicht alles gethan, um die Roth der Handwerksburschcn zu lindern und dieselben vom Betteln abzuhalten? Aber immer noch ist das Richtige nicht getroffen worden. Veipflegungsstationen wurden errichtet und wieder— aufgehoben, weil der Handwerksbursche, der 6— 7 Stunden gewandert ist, um Arbeit in seinem Geschäfte zu suchen, Abends zu„faul" war, für ein kärglich be- messenes Abendbrot(gewöhnlich Pellkartoffeln und Häring), Nachtlager (fast ohne Ausnahme Strohlager) und Morgens sogenannter Kaffee, 2—4 Stunden Steine zu klopfen oder im Garten zu graben. Auch Pastor von Bodelschwingh hat es mit seinen Arbeiterkolonien zu weiter nichts g-bracht, als daß er der Menschheit das vorhandene Elend im größeren Maßstabe vor Augen führt. Und was that die Regierung, um dem Elend zu steuern? Läßt sie es beim Alten? O nein! Sie sorgt dafür, daß das Elend sich immer vergrößert. Da, wo die Arbeiter sich aufraffen wollen, um sich selbst zu helfen, da wird ihnen ein donnerndes „Halt" entgegenzemfen. Die Ta.bakarbeiter Deutschlands hatten sich eine Reise-Unter- stützungskasse angeschafft(eine Tabakarbeiter-Reisekasse ist bekanntlich vor mehreren Jahrerr auf Grund"des Sozialistengesetzes verboten worden), deren Sitz Bremen ist. Der Vorsitzende der Filiale Hannover erhielt am 3. April d. I. Befehl, die Mitgliedschaft innerhalb 3 Tagen aufzulösen, widrigenfalls die Kasse mit Beschlag belegt werden würde, und zwar erfolgte dieser Befehl auf Grund von§ 43 der han> noverschen Gewerbeordnung vom 1. August 18t7. Also ein längst vergessenes Gesetz mußte aus der Rumpelkammer hervorgesucht werden, um die Arbeiter-Selbfihülfe über den Haufen zu werfen. Hat denn die allgemeine deutsche Gewerbeordnung keine Anwen- dung für die neuerworbenerzLLaiwestheile Preußens, oder konnte man nach diesem Gesetz der Kasse mchps anhaben? Es ist gegen die Schließung der Kasse Probst erhoben worden, über deren Resultat noch nichts be- kannt ist. Hier am Orte besteht seit uralten Zeiten die Sitte, über die schon einmal berichtet worden ist, daß der Geistliche als Beihülfe zu seinem G- halte ein„Opsergeld" im Betrage von 5 Pfg. pro evangelisches Mitglied einsammeln läßt. Gegen die Zahlung dieses„Opfergeldes" haben sich nun einige Einwohner(natürlich Archmter) aufgelehnt. Unser Geist- licher, Pastor Krone, ein tapferer KMpe in Christo, voller Gottes- furcht und Arbeiterhaß, ist aber nicht gewillt, sich die-en Braten ent- wischen zu lassen, und hat diejenigen, die das Bibelwort:„Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist" vergessen habe.i, verklagt. Als Gehalt hat der Pastor die Nutznießung einer Vollbauern- stelle, jedenfalls eine hinreichende Besoldung für seine„Arbeit". Ueber den Ausgang des Prozesses sind wir gesvannt. Di« Turnersahnen-Konfiszirung bei der Beerdigung des Genossen Delphendahl, über die im vorigen Jahre berichtet worden ist, endigte Nlit der Verurtheilung des Zigarrenmachers Arndt zu 20 Mark, welche Summe größtentheils von Turnern aufgebracht wurde. Der Arm der Gerechtigkeit bei dieser Affaire, Schand Arm Krippendorf. wird in näch- ster Zeit wegen Unregelmäßigkeiten im Dienst aus Strafposten versetzt. A»! Und doch war er ein so eifriger Sozialiflenriecher. Die rothe Wache an der Weser. Freiburg i. B., im April. Der bekannte Landwehr-Bezirkskomman- deur Platz(? Red.) hat nunmehr seine Schuldigkeit gethan und zehrt von der Penston. Nebenbei will er eine Anstalt errichten, zur Er- ziehung von Einjährig-Freiwilligen. Bei diesem Anlasse erinnere ich an einen Prozeß, der sich vor der hiesigen Strafkammer im Laufe des vorigen Jahres abspielte und dessen interessante Verhandlung nur Wenigen kund wurde, da er hinter verschlossenen Thüren statt- fand. Derselbe betrifft die Verleumdungsklage, welche der berüchtigt« Landwehr> Bezirkskommandeur Oberst z. D. B e tz dahier, gegen ein unschuldiges Mädchen, deffen Namen wir nicht nennen wollen. anstrengte, oder richtiger gesagt, anstrengen mußte. Berüchtigt ist dieser alte Kriegsschwede in vielfacher Beziehung; weiter unten thcilen wir eine Episode mit, welche an der Hugstetter Straße am Tage nach dem Ersenbahnunfall(2. Sept. 1 884) abspielte, und bei der sich die ganze Rohheit und Unmenschlichkeit dieses Barbaren offenbarte. Be- ginnen wir aber mit der mysteriösen Verläumdungsklage. Vor der hiesigen Straskammer sitzt aus der Anklagebank ein hübsches Mädchen von kaum 20 Jahren. Ihr Aeußeres verröth Entschiedenheit und Solidität, ihr Anzug ist musterhaft, das Antlitz zeigt Ruhe und Wahrheitsliebe, ihr Auftreten Sicherheit und innere Ueber, eugung. Ihr Leumund lautet sehr gut. Das Mädchen, welches als Kleidermacherin in die sogenannten„besseren" Häuser Zutritt hat— nebenbei gesagt in Familien von Stabsoffizieren— erzählte in diesen Kreisen ein Ge- schichtchen vom edlen Obersten Betz, das sie gewiß in solcher Umgebung verschwiegen hätte, wenn nicht die Angaben die reine Wahrheit für sich gehabt hätten. Sie wiederholte ihre Erzählung mit klarer ruhiger Stimme vor dem Richterkollegium, und wer psychologisch beobachten gelernt hat, der mußte sich sagen: dieses Mädchens Wahrheitsliebe ist unverdorben, oder aber es besitzt eine lügnerische Phantasie, wie sie nur ausnahmsweise vorzukommen pflegt. Für letztere Annahme konnte aber aus dem Leben der Angeklagten auch nicht der geringste Anhaltspunkt gefunden werden. Der Kern der Erzählung, welche zur Anklage der Verläumdung führte, ist Folgender: Das Mädchen stand im Begriffe, sich zu ver- heirathen und betrat als Supplikantin die Wohnung des Obersten Betz, Landwehr-Bezirkskommandeur's, um für ihren Schatz zu bitten, der im Drange der HochzeitSgeschäfte vergessen halte, die Kontrolversammlung zu besuchen, und deßhalb zu Arrest veruitheilt worden war. Der Oberst zeigte sich anfangs als gestrenger Richter und beharrte bei seinem Ver- dikt. Doch in der wüsten Seele des alten Graubart, der sich vor Jahren, als Wittwer, noch mit einem blutjungen Gänschen verheirathet hatte, gewann der satanische Gedanke leicht die Oberband, der schön- n Supplikantin die Erfüllung der Bitte gegen einen Preis zu gewähren, bei welch-r die Keuschheit und die Ehre der Braut das Tauschobjekt bilden lallten. Das Mädchen schilderte mit leidenschaftlicher Erregung, wie der männliche Potiphar im Kriegsrocke sie zu sich auf da» Sopha nahm und zu überreden suchte--, wie sie mit energischem Widerstand ih» von sich wies und die Wohnung verließ, um später das Vorkommnis öffentlich zu erzählen.-- So steht das Mädchen vor Gericht, ohne Zeugen für die Wahrheit ihrer Aussagen; der Kläger aber, anstatt ihr den Beweis der Wahrheit auszuerlegen, fürchtet die Zeugen Wahrheit und Unschuld, die man in den Zügen der Angeklagten lesen kann und blamirt sich deßhalb mit dem Versuch, durch einige mitgebrachte Zeugen, ivorunter die Oberst!» selbst, seine eigene Solidität(!) dokumentiren zu lassen.— Der Gerichti- Hof zieht sich zur Urtheilsberathung zurück. Dreiviertelstunden ver» gingen, bis sich diese Juristen vom Fach darüber klar wurden, ob s« dem Mädchen mehr Glauben schenken sollten oder dem Obersten Betzj Allein es galt einer Stütze der bestehenden Ordnung den Kragen p sichern und Betz mußte gewinnen. Daß der Letztere als Sieger sch nicht gewaltig rühmen kann, geht daraus hervor, daß das Mädchei wegen öffentlich begangener, schwerer Verläumdung eines hohen Beamtelp wofür sie keinen Beweis erbringen konnte, mit einigen Tage» Gefängniß b- straft wurde. Wer der Urtheilsverkündung anwohntp mußte fühlen, daß hier dem„Gesetz e" aber nicht dem Rechte naj geurtheilt werden mußte. Zur Charakteristik dieses Obersten sei angeführt, daß er auf da Heimfahrt von der Unglücksstätte deS Hugstetter Eisenbahnunfallei einem verwundeten Arbeiter aus Kolmar, der um Aufnahme in de» Wagen bat, dies abschlug. Als die Geschichte in einem demokratische» Blatte, dem„Volksfreund", veröffentlicht wurde, mußte der Oberi klagen. Vor dem Amtsgericht Offenburg trat der Redakteur des b» treffenden Blattes den Wahrheitsbeweis an und wurde freigesprochen Es stellte sich sogar heraus, daß Oberst Betz dem verwundeten Arbeitet nachdem er ihn vergebens mit Hülfe der Polizei bearbeitet halte, di« Unwahrheit zu sprechen, einen Brief schrieb, worin er ihm für günstigli Aussagen auf den Eid eine Belohnung zusicherte. Der Obers konnte sich nach jenem Prozeß hier nicht mehr öffentlich sehen lasse» Da erbarmte sich seiner der ebenso berüchtigte Staatsanwalt Grube» in Offenburg, der jetzt in Konstanz haust, und legte für den Privat klüger Berufung an die Strafkammer Offen bürg ein. Do»! nahmen sich drei Anwälte, ein hiesiger, ein dortiger und der Staat» anwalt des Obersten an, was übrigens bei den im ganzen Lande all Blutgericht verschrieenen Offenburger Strafkammer nicht nöthig gewef«» wäre. Diese stellten die etwa 15 Zeugen des angeklagten Redakteur» die nicht mehr vernommen wurden, als Lügner hin, und glaubte d« drei hiesigen Spießern, welche in dem gleichen Wagen mit dem Oberste» fuhren, daß der Verunglückte ein Simulant war, obgleich er ein Zeu» niß aus dem Spital im Münster über dreiwöchentliche Verpflegung S einer Fußquetschung dem Unterrichter vorgelegt hatte. Es galt de» Stütze der bestehenden Ordnung, dem Strolchen Betz, den Kragen s- sichern; auf einige tausend Mark Schmierage durste es dem hohe» Herrn dabei nicht ankommen. Somit mußte der freigesprochene Reda» teur Keck 500 Mark bezahlen und die sämmtlichen Kosten beider Ver Handlungen. Jetzt ruht Oberst Betz auf seinen Lorbeeren, verzehrt sein Penston und stirbt noch vor Eifersucht und vor Ehrsamkeit den TA eines Edelmannes. _" J Brieftasten der Redaktion: Klub Morgenröthe: In nächster Nr. der Expedition: Kümmeltürke: Mk. 13 40 Ab. 2. Qu. u. Schst erh.— Pfaffenstraße: Mk. 21 38 ä Cto. Ab. u. Schft. erh.— TO Zürich: Fr. 1 50 f. Deeaz-vill- dkd. erh.— I. M>bch. Satins; 80 Ct» pr. Agfds. dkd. erh.; desgl. durch Tschr. 20 Pfg. u. 5 Cts.— M.SA Fth.: Mk. 4 07 f. Bldr. u. Porto erh.— C. Schg. Stg.: Mk. 4 40 2. Qu. erh. pr. Riesbach.— Rother Donnerkiel: 10 Pfg. pr. DtA weiter gutgebr.— C. B. Albn.: Mk. 4— Ab. 2. Qu. erh.— Roth» Wendelsteiner: Mk. 3- Ab. 2. Qu. erh.- Rothsack: Mk. 3- A» 2. Qu. erh.- X 3: Mk. 30- Ab. I.Qu. erh.- N. u. P. O.: Mt 1 10 Portozuschlag Mai u. Juni erh. Bstllg. re. besorgt.— Paul Sp-i Mk. 80— Ab. 1. Qu. u. Schft. erh. Alles stets prompt abzg. Also?� Fernando: Mk. 37 80 Ab. 1. u. 2. Qu. erh. Bfl. mehr.— I. I. F-' Mk. 2— ä Cto. 2. Qu. erh.— 1871r u. Co.: Mk. 3- Ab. 2. Dn erh.— W. Zz. Dbg.: Mk. 18 20 Ab. 2. Qu. u. Schft. erh.„Daniel in der Löwengrube" nicht mehr zu schaffen.— I. L. Mz.: Mk. 5 30 Ab. 2. Du. u. Schft. erh.— C. M. O.: Fr. 34 70 pr. Ufds. dkd. erh — Claudius: Mk. 3 80 f. Schft. erh. Adr. geordnet. Bstllg. folgt. � Rothe Faust: Mk. 100— ä Cto. Ab. rc. erh. Adr. notirt. Bfl. We» teres.— Frankfurt a/M.: Mk. 25— f. Decazeville 2. Rate dkd. erh u. besorgt.— I. H.: Mk. 75— ü Cto. Ab rc. erh. Weiteres notisszi«1 und besorgt.— Kannibale; Mehrbstllg. u. Adr. geordnet. Reklamirte» unterwegs.— Allg. A. V. Zug: Fr- 20— f. Decazeville dkd. erh.» besorgt.— I. M. Zg: Voraus quittirung ist unthunlich, da öffentl Quittirtes mit Buchdatum bei späterm Geldringang sonst nicht stimmt. � P. G. Darmstadt: Mk. 50— pr. Ufds. dkd. verwendet. Weiteres beach tet.— Angler W.: P.-K. u. fbd. dkd. erh. Gruß!— Mauerbrecher Bf. v. 2/5. u. d. P. eingetroffen. Alles notirt. Bstllg. folgt.— Cato M- Gewünschtes mit 19 fort. Wann kommen Adr. u. Aufschlüsse in be» Sache?— T. Mann Est.: Adr. notirt. Betr. Beil. bfl. Näheres. � D. alte Unverbesserliche: Mk. 1 80 hat I. zuzahlen.— Heinrich: Bstllg u. Reklamirtes folgen.— C. Shum. Cincinn.: Bstllg. v. 21/4. mit R» 19 fort.— Rotherbusch: Mk. 5 40 pr. Verlg. gutgebr. Mk. 8 30 vo» Schm. sind nunmehr hierher bezahlt. Bstllg. folgt.— Panzerschiff: Ad» geordn. u. Bstllg. notirt. Rekl. unterwegs.— Waldemar D.: Komo» Alles. Bstllg. notirt.— Veilchenstein: Mm. besorgt. Bfl. Weiteres. Clara: Mk. 25'50 an Gfst. restituirt. Gust. hier eingetroffen.— D» Clemm: Mk. 15 50 ä Cto. Ab. ic. pr. Verlg. gutgebr. Avis nicht abgg Adr. S. M. gelöscht. Warum fürs Blatt nicht apart?— Dr.V.A.W öwfl. 10— ä Cto. Ab. w. erh. Gewünschtes geordnet.— Fuchs: M' 291 40 ä Cto. Ab. u. Schft. erh. Mk. 30- pr. Verl. gutgebr. Bfl- Weiteres.— Vom grauen Staar: Mk. 8 60 pr. Ufds. dkd. erh.— Vos Holzbildhauer-Verein Zürich: Fr. 3 70 f. Decazeville dkd. erh.— Con» merzienrath jr.: Mk. 21 70 Ab. 1. Qu. u. Schft. D. u. G. lt. Spezia? ausstllg. zu 13 erh. I. besorgt. 10 Pfg. pr. Usds. übrig.— Serlow Fr. 115 pr. div. S. erh., Adr. geordnet. Fehlendes am 4/5. ersetzt. -- atore: Mk. 13 40 Ab. 2. Qu. erh. Dominus irrig ststirt, folA wie Neues. Gruß!— Durstige Seele: für Schg. hatte dritte Hand um unter unrichtigem Namen am 28 4. regulirt, Straße ,c. war ni