Aöonuemeuts Dnitn bii all-n schweiierisch-n Dofttumu;, sowie beim Berlag ans dessen belannten Agenten entgegengenommen, und zwar zum »»«au«»ahlbare» BierieijohrSpreii von: Kr. 2,— siir SieSchweijttir-nzbanS) MI. S,~(Ut Deutschland(SouBert) sl. 1,70 sitr Oesterreich(Couvert) Fr. 2,50 silr alle übrigen Linder de» Weltpostverein» illreuzbands Zuserate die drcigespaltene Petiizeile 25 Dt».--- 20 Pfg. Argan der Soziatdemokratie deutscher Zunge Krscheint wöchentlich«t»«»l In Zürich(Schweiz). Nertag der >«lrtduchha«>lUN> Hölting«»' Zürich. Poßstndlllli» sranl» gegen franl». Gewöhnliche Briese nach der kchweij loste» Doppelporto. Af. 52» Briefe au die Redaltion und Erpedition de» in Deutschland und Oesterreich verbotenen.Eojialdemokrat' wolle man unter Beobachtung äußerster Borsich« abgehen lassen. In der ilegel schicke man UN» die Briese nicht dirett, sonder» an die b-Iannten Deckadressen. In iweiselbasten Fällen«ingeschrieben. 25. Dezember 1886. Parteigenossen! Vergeßt der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Zur rechtzeitigen Keuntnitznahme. Mit Neujahr 1887 und von da an laufend »M- müssen sämmtliche Briefabonnements baar vorausbezahlt werden. Belastungen auf Cvnto-Jnhaber finden sonach nicht mehr statt. Allen Bestellungen auf direkte oder indirekte Brieflieferung ist ohne jede Ausnahme die volle Baarzahlung beizulegen. Ersatz für B e r s a n d t v e r l u st e liefern wir nur gegen Einsendung des Porto bei Reklamation. Sämmtliche Besteller wollen dies künftighin ein für allemal festhalten. Wo anderweitige Bezugsgelegenheit geboten ist, sind Briefabonncments nnzu lässig. Abonnements für die Schweiz erheben wir per Nachnahme, wenn Zahlung nicht mit jedem Quartalbeginn voraus geleistet ist. Vinzel-Kreuzbandsendungen ins Anstand sperren wir mit Quartalsablauf, sofern Neubestellung und Geld bis dahin ausbleiben. «tpediti» de» Sefialdmidrat. Ein preußisches Das Abenteurer- und Spitzbubengesindel, welches gegen- wärtig in Preußen-Dentschland„im Namen des Königs"(von 90 Jahren!) regiert, hat seinen vielen Schandstücken ein neues zugefügt: am 1 6. Dezember ist über Frankfurt a m Di a i n, Hanau, Höchst und Umgegend der„kleine Belage- rungszustand" verhängt worden. Kein offener Hieb in offener Schlacht— so kann man mit Recht in Bezug auf diese Maßregel ausrufen. Die Berhand- lungen über dieselbe wurden in so gehcimnißvoller Weise ge- führt, daß selbst die Bundesrathsmitglieder, die über den von Preußen gestellten Antrag, wenn auch nur zum Scheine, berathen mußten, erst von demselben erfuhren, als ihnen die betreffende Vorlage unter der Aufschrift:„Sekret" zugestellt wurde. Sekret soll heißen:„vertraulich�, passender wäre hier die Uebersetzung des Wortes in dem Sinne, den es in der Me- dizin führt: nämlich Koth. Ein kothig stinkender Antrag, aber der Bundesrath verschluckte ihn pflichtschuldigst, und über weitere Hunderttausende deutscher Reichsangehöriger schwebt heute das Damoklesschwert der Ausweisung, der gewaltsamen Trennung von Weib und Kind, der Vernichtung ihrer Exi- sten; durch einen Federstrich von der Hand eines unverantwort- lich amtirenden Polizisten... Und das geschieht in einem Augenblick, wo das Fest vor der Thüre steht, an welchem von allen Kanzeln des Reichs Hera6~ofsiziell gepredigt wird: Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Nichts kennzeichnet besser Wesen und Werth des von diesen Patronen geflissentlich zur Schau getragenen frömmelnden Christenthums. Offiziös wird die bübische Maßregel mit dem Hinweis auf die aravirenden Ergebnisse" der mit de» Massenverhaf- t n na« n in Verbindung stehenden, bezw. an sie angeknüpften Untersuchungen begründet, wobei, um die Sache plausibler zu machen, hinzugefügt wird diese Ergebnisse s-len so ernster Natiir, daß gegen die Verhafteten Anklage auf Hochverrath werde erhoben werden. Das ist natürlich fauler Zauber. Man hat bis zetzt gar nichts von Belang gefnnden, sondern sucht, nach dem Muster von Freiberg und Altona, eine Geheimbunds--c. An- klage zu konstruiren. Aber selbst wenn man etwas nach Hoch- verrath Ausschauendes gefunden hätte, so würde das keine Begründung der Verhängung des Belag-rungszustand-s sein, da ja die angeblichen Hochverräther sich bereits hinter Schloß und�Rwgel befmdcn- fällt heute nur noch das ge- dankenlose Philisterthum hinein, ernsthafte Leute lassen sich durch �Grü?ide"'°wclche'?ie� Puttkamer'sche Maßregel rechtfertigen, und wäre' es auch nur auf Grund der bestehenden Gesetz- gebung inklusive des Schandgesetzes, gibt es überhaupt nickt Die Sicherheit de» nunmehr„belagerten" Bezirke« w r in k?. er LT g-fthrd-t, und selbst H-rrMiquel, der «."onallibttale O b e r b ü r g- r m t i st e r-°» S-°»Is»r. am Main, hat es für nöthig befunden, durch den Mund des„Frankfurter Journal" mitzutheilen, daß, wenn man ihm vorher Mittheilung gemacht hätte, er von der Berhängung des Belagerungszustandes abgerathen hätte. Selbst das Frank- furter Ordnungsbürgerthum wird demnach wider seinen Willen mit der„Schutzmaßregel" beglückt. Auch dieser Segen kommt„von oben". Aus der Wolk�',ime Wahl Zuckt der Stickh« Warum aber die Maßregel ur.d warum gerade jetzt? Man sollte doch meinen, daß wenn die Situation heute so kriegerisch ist, wie Moltke sie im Reichstag schilderte und die Offiziösen sie in der Presse hinstellen, für die Regierenden aller Grund vorläge, den oppositionell gesinnten Theil der Bevölkerung nicht durch neue Gewaltmaßregeln zum Aeußersten zu reizen! Wenn der Feind vor den Thoren steht, spitzt man die inneren Konflikte nicht noch zu. Geschieht Letzteres dennoa), und zwar von Seiten Derer, welche über die eventuelle Kriegsgefahr mehr wissen als Andere, so geht daraus hervor, daß es mit derselben in Wirklichkeit durchaus nicht so schlimm steht, als die großen und kleinen Reptilien behaupten— was sich die oppositionellen Reichstagsabgeordneten für die weiteren Militär- dcbatten merken sollten. Deutschland ist, das haben die Er- eigniffe der letzten Wochen gezeigt, vor Angriffen von Osten und Westen nahezu sicher. Die Republik führt keine Angriffskriege, und daö Zarenthnm fühlt sich dazu nicht stark genug. Sind die neuen Regimenter erst bewilligt, wird man das auch regierungsseitig zugestehen. Viel konkreter als die Kriegsgefahr ist für die Bismarck, Puttkamer und Konsorten die Gefahr des Regierungs- Wechsels. Der Krieg bedrohte ja nur das deutsche Volk, während ein Regierungswechsel ihre ihnen so theuren und so einträglichen Posten bedrohen würde. Darum gilt es, immer von Neuem ihre Unentbehrlich- k e it zu beweisen. Je zerrütteter die Verhältnisse, um so besser für sie. Im trüben Wasser lassen sich die Fäden ihrer Netze am wenigsten kontroliren. Daher mußte denn auf Spremberg Frankfurt am Main folgen. Und so eryalr da« Sleincheu, welches am IZ. Dezember durch das berühmte Eckfenster in das Zimmer des alten Wil- Helm flog, feine ganz besondere Beleuchtnug Die Puttkamer ,c. wissen, daß der Heldengreis von Rastatt für solche Argumente ganz besonders empfänglich ist, und ein armer Teufel, der sich den Rath einblasen läßt, durch ein Schein-Attentat sich freie Unterkunft zu verschaffen, ist bei der heutigen Arbeits- losigkeit nicht schwer zu finden. Am Sonntag kam das Stein chen ins Rollen, und am Donnerstag lag der An- trag auf Wciterausdehnuug deS kleinen Belagerungszustandes über ein großes Stück, das„Herz", Mitteldeutschlands bereits dem Bundesrath zur Beschlußfassung vor. Man muß gestehen, daß die Maschine diesmal prompt gearbeitet hat. Der Rcichsgauner hat seinen schmutzigen Plan durchgesetzt, er kann der Wuth über seine bisherigen Mißerfolge durch neue Gcwaltmaßrcgeln Genngthuung verschaffen. Während Vetter Bismarck dem geängstigten Spießbürger den Einbruch der Russen und Franzosen vor die Augen zaubert, hat Ehren- Putty sich schnell eine Erweiterung seiner Machtsphäre weg- stibitzt, nach der er schon lange lüstern war, ohne sie bisher erlangen zu können. Im Reichstag wird man vielleicht— aber auch nur vielleicht— an dieser Art ESkamotage Man- chcrlei auszusetzen finden, aber geändert wird dadurch an ler Sache nichts. Der Frankfurter„Kleine" bleibt so gut Reichs- Institution, wie der Berliner, der Hamburger und der Leipziger.� Das ist die Antwort der Reichsregierung auf die loyalen Erklärungen der sozialdemokratischen Abgeordneten in Bezug auf die Militärfrage. Deutlicher kann es nicht gezeigt werden, daß diese Sippe den inneren Feind mehr haßt als den äußeren, ihn um jeden Preis zu vernichten bestrebt ist. Sei's drum! Mögen sie den Kampf auf ihre Art und mit den Mitteln führen, zu denen die Gemeinheit ihrer Gesinnung sie treibt, ihre Manipulationen werden unter allen Umständen an der Festigkeit und Prinzipientreue der klassenbewußten Ar- beiterschaft zu Schanden werden. Das Weihnachtsgeschenk sei aber unseren christlich liebevollen Widersachern nicht vergessen, sie haben am Feste ihres Gottes der Liebe Haß gesäet, und Haß, glühenden Haß sollen sie auch ernten! Die Erbpächter in Mecklenburg. Die Machthaber in Mecklenburg haben eine große Gewalt in Händen, aber eines können sie doch nicht, nämlich den rapiden Niedergang des Werthes von Grund und Boden aushalten. Beim Kleinbauern ist das natürlich am besten zu merken. Der sprichwörtlich gewordene Reichthum der mecklenburgischen Bauern wird bald nur noch in der Erinnerung leben. Sehen wir von dm wenigm Klosterbauetn ab. so gibt e« jetzt in Mecklenburg noch Domanial- und ritterschastlich« Bauem, erster« etwa övoo, letztere etwa» über 1000. Wie die Junker ihrm Bauem mit- spieltm, haben wir im Artikel:„Der Adel w Mecklenburg und die Bauern" gesehen. Wie ist da« Domanium entstanden? Wir wifim, daß dt« Bauem ursprünglich großentheilS(wahrscheinlich aber alle) freie Be- sitzer ihrer Hufen waren, daß ste aber bei der bestehenden Unficherheit gezwungen waren, stch unter den Schutz eines Ritters zu stellen, tut) daß sich aus diesem Schutzverhältniß daS Lehnoerhaltniß gestaltete. Der Adel nährte sich standesgemäß vom Straßenraube. Zwei Faktoren ver bitterten ihm aber das Handwerk: die Energie der Städte(ein Vorfahr unseres Schlachtenlenker«, Hans Moltke, wurde u. A. in Stralsund auf- gehangen, ein dito des Grafen Schwerin in Rostock geköpft u. s. w.), und später das Schießpulver. Der Ritter mußte Ackerbauer werden, und bald war fast alles Land im Besitz des Adels und der Klöster. Die Landesherrschaft beseitigte vermittelst der Reformation die letzteren, ichnappte ihre Besitzungen über(der Adel bekam drei Klöster davon ad) und legte so den Grund zum Domanium. Dieses wurde dadurch, daß alle während des ZOjähngen Krieges herrenlos gewordenen Hufen ein- gezogen wurden, bedeutend vergrößert. Später kaufte die Regierung noch einige rilterschaftlich« Güter u. s. w., so daß heute die Vertheilung des Grund und Bodens folgende ist: Domänen 95 Quadratmeilen, Ritterschaft Ivo Quadraimeilen, Landesklöster S Quadratmeilen, der Rest städtische Feldmarken. Bus den 95 Quadratmeilen Domänm be« finden sich 289 große Pachthöfe(von denen mehrere allodifizirt d. h. frcigekaust sind) und 5000 Bauern. Dann kommen auf loa Quadrat- Meilen etwa 580 Besitzer von 79t Rittergütern und 1000 Bauem. Einzelne Krautjunker haben große Gütermasien„wohlerworben", z. B. Graf dahn 4 Quadratmeilen mit 44 Ortschaften und 5400 Einwohnem. Die feitesten Güter hat stch der sehr reiche Fürst von Lippe-Schaumburg ausgesucht(im Ganzen 2 Quadratmeilen mit 24 Ortschasten und 2750 Einwohnern). Wenden wir uns zum Bauern. Hatte der Junker eS zu einer befon- deren Virtuosität im Bauernabschlachten gebracht, so geschah dies im Domanium nicht minder. Die„gelegten" Bauern wurden den Pachthöfen zugewiesen. Im Alterthum sagte der Ritter beim„Legen" der Bauern: „Hört mal, ihr Bauern, ihr habt behauptet, die Scholle gehört zum Bauern, also, behaupte ich, gehört auch der Bauer zur Scholle," und der Leibeigene war fertig. Fragte dann dieser, ob ihm denn nicht die Hofwehr(d. i. Geschäftsinvenlar) gehöre, so antwortete der Junker, ein Leibeigener dürfe kein Eigenthum besitzen. Die Frage:„Hat der Bauer ein Eigenthumsrecht an der Hofwehr, also an Ackergeräthschaften und Viehs" tauchte wieder auf, als die Leibeigenschaft aufgehoben wurden aber sie wurde verneint— heilig ist das Cigenthum! Zweierlei bewirkte diese Entlcheidung: erstens steckte der Bauer so wenig wie möglich Geld in die Hofwehr, denn diese konnte ihm ja jeden Tag(mitsammt der Hufe) genommen werden. Die Folge war: Arbeiten mit oft sehr mangel- haften Werkzeugen und Arbeitsthieren.(Der heutige Eigenthumsbegriff steht doch der Kultur überall im Wege!) Zweitens aber suchte der Bauer so viel wie möglich Geld zusammenzuscharren. Die Folge war: UebermenschlicheS Arbeiten bei knauseriger Lebensweise. Alles konnte ihm genommen werden(wohlgemerkt: nach Aufhebung der Leibeigenschaft), nur das baare Geld nicht. Diesen Verhältnissen verdankt der mecklen- burgisch- Bauer seinen Wohlstand. Dazu kam noch, daß das Vermögen der Familie nur imiiier auf e i n Glied derselben vererbt werben durste, in der Regel auf den ältesten Sohn, die nachgebornen Kinder wurden meist mit je einer Kuh— oder entsprechenden Werth«— abgespeist). Seit 1886 ist dies anders, alle Kinder der Bauern erben zu gleichen Theten. Das ist selbstverständlich gerechter, aber von tiefeinschneidender Wirkung auf den Bauernstand überhaupt. Die größeren Bermögcn zertheilen sich, die Kleinbauern werden häufiger. Allmälig wird der Bauernstand in einen „Büdnerstand"«) verwandelt! Der Bauer soll seine„antikolleltivistischen" Neigungen schon aufgeben, mein guter Schäffle! Ueberall wird jetzt für Molkereigenossenschasten und Rindoichzuchtoereine agitirt! Aber noch eine andere Maßregel der Regierung übt ihre Wirkung. Man will den Bauern zum„Erbzinspächter", zum freien Grundbesitzer machen, er soll der Lehnsherrschaft seine Huse abkaufen. Dagegen läßt stch an sich nichts einwenden; es dürste aber dach ein kritischer Zeitpunkt dafür gewählt sein, eS dürfte z» spät sein! Die Hufe des Bauern wird eingeschätzt(bonitirt) und die Summe(Kanon) in die Huse über all« Hypotheken eingetragen. Hat der Bauer diese Summe 4g Jahre lang mit 5 0/o verzinst, so ist die Huse sein freies Eigenthum. Die Bauern« Hufen sind nicht alle zu gleicher Zeit bonitirt, die meisten dürsten 12-20 Jahre den Kanon verzinst haben. Die Bonitirung ist nicht selten wäh- rend der Gründerzeit geschehen, wo der Scheffel Roggen 7 M. kostete, heute kostet er 3 M. 50 Pf. Von einsichtigen Landleuten ist mir gesagt worden:„Noch zwei, drei Jahre solche Kornpreise, und die Hälfte der Bauern macht Bankerott." Häufig wenden sich die Bauern hülfesuchend an den Landtag, im vorigen Jahr sogar ein ganzes Dorf(Lärtz, Amt Dobbertin). Doch der Bauernstand ist ja in Deutschland überall in Roth und der brave Schäffle hält es für nöthig, einzugreifen. Er bringt in der Tübinger„Zeitschrift für die gesammten Staatswiffenschaften" in einem„Amerikanische Konkurrenz" überschriebenen Artikel folgende Vor« schläge: Erhebung der„Bauernschast" zum„Oekonomen" druck„Bauern-Agitation" dürfte überhaupt nicht der richtige sein, im Gegentheil bin ich der Ansicht, wo noch„antikollektivistische Bauern- schädel" vorhanden sind, da lassen wir sie erst durch die Verhältnisse mürbe werden und beschäftigen uns mit der Agitation unter den Tage- löhnern.»») Diese sind überall zahlreicher als die Bauern, besonders aber in Mecklenburg. Es gibt hier zirka 6000 Bauern, aber 20,000 Tage- löhner snach Rabe), wozu noch ebenso viele Hofgänger kommen. Rechnen wir auch die 0000 Büdner zu den Bauern, so wäre das Verhältniß immer erst 12,000 zu 40,000; und Graf Bassewitz hat durchaus Recht, wenn er von einer»nicht mehr wegzuleugnenden Unzu- friedenheit unter den Tagelöhnern" spricht. Also aus zur Agitation unter das LandproletariatI Emil. Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 22. Dezember!88S. — Es ist heraus. WaS wir von Anfang an konstatirt, ist jetzt von autoritativer Seite zugegeben: das berüchtigte Erkenntniß des „R e i ch s g e r i ch r s" in dem Geheimbundsprozeß gegen die Theilnehmer am Kopenhagencr Kongreß ist nichts anderes als ein aus dem Wege der „Rechtsauslegung" bewirkter Einbruch in die bestehende« Gesetze. Von jeher hat die Reaktion, wenn st« eine Aenderung der Gesetzgebung auf verfassungsmäßigem Wege in ihrem Sinne nicht durch- zusetzen vermochte, und den Weg der offenen Gewalt noch nicht für gekommm erachtete, ihr Ziel durch korrupte Richter zu erreichen gesucht und in der Regel auch zu erreichen gewußt, und nach diesem bewährten System ist auch diesmal„gearbeitet" worden. Da es wiederholt schon Schwierigkeiten gemacht, eine Verlängerung des immer un- populärer werdenden Sozialistengesetzes im Reichstage durchzudrücken, da die Abgeordneten mit ihren Wählern zu rechnen haben, so war an eine Verschärfung durch den Reichstag schon gar nicht zu denken. Aber ein geriebener Gauner und ein preußischer Staatsminister mit doppeltem Gehalt und dito Miethzinsentschädigung wissen sich immer Rath: wo nationalservile Abgeordnete fehlen, da stellt ein„unabhängiger Richter" zur rechten Zeit sich«in. Das Freiberger Landgericht und die Reichs- rechtsgauner-Akademie in Leipzig mußten heran und haben ihre Schuldigkeit gethan. Sie haben einen neuen„Rechtsboden" geschaffen, auf dem Puttkamer und seine Schweißhunde neue Erfolge erzielen können. Die aller juristischen Logik frech ins Gesicht schlagende Auslegung des famosen Z 129 soll jetzt allgemein gegen uns ausge- schlachtet werden. Em nationalserviles Blatt, die„Halle'sche Zeitung", Sat darüber mit der diesem Gesindel eigenthümlichen Schamlosigkeit au S er Schule geplaudert. „Die? Urtheil," schreibt das Organ der Bismarckischen Hausknechte, „dies Urtheil ist von großer Tragweite, daeS die Möglichkeit gewährt, den Versuchen zur Verbreitung verbotener sozialdemokratischer Druckschriften auf dem Boden des gemeinen Rechts weit wirksamer entgegenzutreten, als an der Hand des§ 19 des Sozialisten- gesetzes, dessen Strafen wesentlich niedrigere sind. Von Wichtigkeit ist namentlich hierbei, daß es nicht des söimlichen Beitritts zu einer Ver> bindung bedarf, um die Theilnahme an derselben festzustellen, sondern daß hierzu— wie das Reichsgericht entschieden— auch konkludente Handlungen genügen, sowie serner, daß die Strafandrohung der KZ 128 und 129 nicht nur auf den Akt des Beitritts selbst, sondern auch auf die Wirkung desselben, die in dem Zustande der Mitgliedschaft de- steht, Anwendung findet. Daß die Voraussetzung, von welcher die Er- kenntnisse im Uebrigen ausgehen, nämlich das Vorhandensein einer Ver- bindung zum Zweck deS Vertriebes verbotener Druckschristen, vielerorts vorhanden ist, läßt sich nicht bezweifeln; schon die ungemein starke Ver- lreitung des„Sozialdemokrat" und anderer verbotener Druckschriften in größeren Städten und Jndustriegegenden spricht hierfür; thatsächlich ist auch das Vorhandensein solcher Verbindungen in neuester Zeit an meh> reren Orten festgestellt worden; auch der jüngst dem Reichstage vorge- legte Rechenschaftsbericht des Hamburger Senats zur Bussührung des Sozialistengesetzes erwähnt solcher. Wie vorhin angedeutet, wird somit das Vorgehen gegen die Verbreiter sozialdemokra- tischer Druckschriften künftighin wesentlich erleichtert, und es sind in Folge dessen dem Vernehmen nach die Behörden von dem Minister deS Innern in einer Zirkular-Ver- fügung hierauf besonders aufmerksam gemacht worden." Die Thatsache wird auch von anderer Seite bestätigt, und wer Putt- kamer kennt, wird ihre R chtigkeit nicht bezweifeln, selbst wenn sie, was aber nicht zu erwarten, offiziös in Abrede gestellt werden sollte.»Sie ist die erste nicht," kann man auch von dieser Echandversügung Putt- kamer's sagen: Ein so abgebrühter Verbrecher an ollem, was Recht und Gerechtigkeit heißt, wird auch vor dieser Schurkerei nicht zurückschrecken, und zwar um so weniger, als sie sich ganz besonders gegen den bösen „Sozialdemokrat" richtet, der so schändlich»st, die Tugend des Tugend- Ministers bei jeder Gelegenheit im unverhüllten Gewände vorzusühren. Daß die Verfügung Ehren-Putty's sich hauptsächlich gegen unser Blatt richtet, wer wollte daran zweifeln? Aber in unserem Blatt und mit unserem Blatt richtet sie sich gegen die gesammte unabhängige Arbeiterschaft. Sie ist nur ein Glied in einer ganzen Kette von Maßregeln gegen die um ihre wirthschastliche Emanzi- pation ringende Arbeiterklasse. Sie ist die nothwendige Frucht eines Regierungssystems, das ohne Ausnahmegesetze, ohne Prehknebelungen, ohne die Unterdrückung des freien Wortes nicht bestehen kann. Jndioi- duen vom Schlage der Bismarck, Puttkamer und Konsorten können nicht gesetzlich regieren, sie müssen Verfassungen brechen, Entrüstungskomödien inszeniren, mit der Kriegsfurie spielen, weil sie in der beständigen Furcht leben, daß das Volk eines Tages ihr System in seiner ganzen Hohlheit durchschauen könnte. Es wäre eine Beleidigung unserer Genossen in Deutschland, die Frage aufzuwerfen, ob dieser neueste Schurkenstreich des Tartüffe aus dem Ministersessel die gewünschte Wirkung haben wird. Er wird sie nicht haben. Aber«ine andere Frage ist am Platze. Wird sich der deutsche Reichstag diese spitzbübische Eskamotirung seiner Rechte ge- fallen lassen, wird der deutsche Richterstand in seiner Gesammtheit sie sanktiomren? Roch gibt es Elemente im Rlchterstand, die sich ein juri- fiisches Gewissen bewahrt haben, und auch gegen politische Gegner den Standpunkt des Rechts einzuhalten wisse». Von diesen wollen mir zu ihrer Ehre annehmen, daß sie dann auch diesen„Fingerzeig von oben" ignoriren und über die ihnen vom Reichsgericht durgebotene„Handhabe zur Verurtheilung", und mehr ist das famos« Erkenntniß nicht, mit Ver- achtung zur Tagesordnung übergehen werden. Aber sie sind nur eine kleine Minderheit, die große Mehrzahl der Richter sind servile Streber, und wer auf ihr Rechtegesühl rechnen wollte, würde sich schnöde betrogen sehen. Von ihnen ist nichts zu erwarten. Nicht viel besser steht es mit dem Reichstag. Dieser ist durch die in Aussicht gestellte EntrüstungS- Mache wegen der MiUtärvorlagen so in Angst gejagt worden, daß er ») Drei Neuigkeiten erfahre ich soeben: Ersten« wollen sich die„Erb- »achter" ebenfalls petitionnend an den Großherzoz wenden. Zwe-tens ist der Termin nicht ohne Bankerott-Eiklärung seitens der Domänen- Pächter abgegangen. Drittens der Großherzog wird sehr wahrscheinlich weder für Pächter noch für Erbpächter Pachtremission bewilligen, denn Ee. Kgl. Hoheit haben mitsammt ÄUerhöchstseiner Gemahlin sehr große Spielverluste in Cannes beim Roulette gehabt. Marquardsen, der Erlanger Demosthenes, sprach. Allerdings«st das einzig Demosthenische an ihm seine Schulter. Es müßte denn auch Demosthenes verheirathet gewesen und von seiner Frau mit zackenreichem Hornschmuck versehen worven sein. Für sein meerum- und von dem gefräßigen preußischen Kuckuck ver« schlungenes engeres Vaterland brach er eine Lanze und rief im Brustton der Ueberzeugung:„Den König von Preußen sollt« mau an den ersten besten Zaunpjaht hängen!" Allerdmgs, als die Preußen in Erlangen einrückten, war Marquardsen der Erste, der— ausriß! Marquardsen kann nicht leugnen, wir haben diese Thatsache auS einer unwiderleglrch sicheren Quelle. Armer alter HeldengrerS, so sehen Die auS, die Dich jetzt so warm verehren, die vor Dir katzbuckeln und in Ehrfurcht ersterben. Wrr bringen dieses Faktum deshalb in Erinnerung, damit man daS- selbe zur rechten Zeit dem Erianger Bajazzo unter die Nase reiben lann, wenn er wieder einmal von KarsertultuS überschäumt. Und mit solchem Gesindel muß man sich herumschlagen! EhrloS, charakterlos, groß nur in byzantinischer Speichelleckerei, chamäleonartigem Prinzipienwechsel. Alles ums Geld. Allen Respekt vor diesem weiland Zaunpsahl-Politiker! Vom Zaunpfahl Sündenfall zum Kaiserwahl-Panegyriker, vom wüihen- den Gegner des Kartätschenprinzen zum glühenden Anhänger Lehmann I. von Otto's Gnaden— das»st der Damaslusweg der liberalen deutsche« Bourgeoisie. — AuS dem Reichstage. Mit Bezug auf die in voriger Nummer nach dem„Berl. Volisblatt" veröffentlrchte Erklärung des Gen. Hasenclever in d-r Militärgesetzkom Mission wird unS geschrieben, daß der von uns gebrachte Satz zwar— wenn auch allerdings nicht dem Wortlaut, so doch dem Smne nach— ziemlich richtig sei, daß aber der dazugehörige Hauptsatz, der erklärende, sehte. Drejer lautete: „Daß wir aber andere Gesetze, andere Mittel zur Verthet- digung des Landes sür geeignet halten wie die übrigen Parteien») ist beiannt nach den zahlreichen Aeußerungen, die meine Partei« genossen und ich selber im Plenum gemacht haben." Im Uebrigen erklärte Hasenclever, daß die sozialdemokratische Fraktion, „wan möge an der Vorlage ändern, was man wolle, gegen dieselbe stimmen würde." In dieser Stellungnahme ist die Fraktion, wie sich bereits an einzel» nen Orten gezeigt hat. wo die Partei sich äußern konnte— z. B. in Nürnberg— der Unterstützung der Gesammtheit gewiß. Dem heutigen System keinen Mann und keinen Groschen, seine Träger mögen die Ver« antwoitung sür ihre Politik selbst übernehmen. Solange die Volisver« tretung nicht das Recht hat, die äußere wie die innere Politik de« Landes zu loutroliren und zu korrigiren, ist jede Bewilligung, jede Zusage bereits einem Vertrauensvotum gleich, das die Regierung ent« l a st e t und die Voltsvertretung b e lastet. Daß unsere Partei ein solches Spiel nicht mitmachen darf, daß die heute in Deutschland am Ruder stehenden Personen eines solchen Vertrauensvotums in keiner Werse würdig sind, darüber gibt es unter den Genossen, unter der klaffen« bewußten Arbeiterschaft nur«ine Stimme. — Aadiatar et altera pars.») Von geschätzter Seite wird uns geschrieben: Berchtold V., Herzog von Zähringen. Die Notiz von der Menschenfresserei dieses Städtegründers gegen Adel und Geistlichkeit scheint also wirklich authentisch zu sein. Es fragt stch nun, woher der Mönch von Zwiefalten, fast 500 Jahre nach dem Tode Berchtolds, sie genommen hat. Trotz mancher Nachforschungen haben wir die Quelle nicht entdecken können. Di- Chronik des HenrrcuS Lupulus, welche SchSpflin auf der Zürcher Stadtbivliothek gesehen haben will, war unS freilich nicht zur Hand. Im Allgemeinen wird man� wohl nicht fehlgehen, wenn man dies« üble Nachrede dem Hasse der Geistlichkeit gegen Berch- told zuschreibt, zu welchem diese Ursache genug hatte{aonf. SchSpflin, hiat. Zeringo-Badensis und Tillier, Geschichte des eidgenössischen Frei» staates Bern, Bo. l, p. 46 und 47). Schrieb doch der Bischof von Lau- sänne nach dem Tode Berchtolds, daß dieser Raub, Brandstiftung, Todt- schlag, Mißhandlung, Verstümmelung„nicht nur von Laien, sono-rn auch von Klerikern und Priestern" sich habe zu Schuloen kommen lassen un», nach Verdienst solcher Schiechtigkert, ohne Kinder zu hinterlasse» gestorben sei. Ein seiner Herr war dieser Herzog Berchtold V. fich-r nicht. Er wird gar manche Misselhat aus dem Gewissen haben. Indessen muß man doch, alle hieher gehörenden Umstände unbefangen in Erwägung gezogen, die Geschichte vom Mensch msressen mit der Sklav-n>(Leib- eigenen-) Mästung als Psaffengeschwätz bezeichnen, b is kaum einer Auf- fc.schung würdig war. Es ist ja vieles Sagenhafte um dies.n Mann ») Die„Volkswehr" ist gemeint. »») Man höre auch den ankern T.erl. entstanden. So z B. auch die bekannte Kindsrvergiftungsgeschichte, und Überhaupt die Familienverhältnisse Berchtolds betreffend. Immerhin erscheint ali sicher nur, daß er kinderlos gestorben, nicht aber, daß er Nie Kinder gehabt habe. Ein Sohn desselben scheint sogar durch das Jahrzeitbuch der St. Binzenziustirche in Bern urkundlich nachgewiesen (oonk. Wurstemberger, Geschichte der Alten Landschast Bern. Bo. Il, p. 823 ff.). Aus dem Geschwätz des Pfaffen, daß Berchtold wegen seiner Schändlichkeit— als Strafe Gottes, natürlich— kinderlos habe sterben «üffen, eine Bermuthung der Wahrheit zu machen, wäre natürlich Un» finn. Man braucht ja nur an die Kannibalenvölker zu denken, die ganz »edlich auch wieder junge Kannibalen erzeugten und noch erzeugen. St. (Indem wir Borstehendes zum Abdruck bringen, hoffen wir die DiS- kussion über dieses Thema als für unser Blatt erledigt betrachten zu können. Ob Berchtold thatsächlich Menschen gefreffen, wird sich ja doch mit Sicherheit nicht mehr feststellen lassen, eventuell gehört die Diskussion vor ein anderes Forum. Die betreffende Notiz in unserem Blatte sollte und konnte nichts anderes sein als eine ironische Verspottung dep sich heute immer mehr breit machenden Verhimmelung des Gottesgnaden- thums, und als solche wird sie auch der werthe Einsender als berechtigt gelten lassen. Redakt. d.„S.-D.") — Der Tugendminister und die Gesetzlichkeit. Wir haben Herrn Puttkamer gegenüber mit unserm Tadel nicht gegeizt, wir wollen ihm auch unser Lob nicht vorenthalten, wo er begründeten Anspruch darauf hat. Und das ist der Fall in Bezug auf seine Erklärungen in der Reichstagssitzung vom 18. Dezember. ES handelte sich um den, beiläufig sehr lahmen Antrag Reichen- f p e r g e r gegen daS D u e l l u n w e s e n. Die Duelle sind laut KI 201 bis 210 des ReichLstrafgesetzbuches in Deut chland verboten, werden aber im Heer und neuerdings namentlich in Preußen von Seiten der höheren Lerwaltungsbeamten mit einer Ungenirtheit praktizirt, als seien es die Unschuldigsten Vergnügungen, wie Wahlfälschung, Pharao, Ehebruch und dergleichen. Der Fortschrittler Dirichlet hatte nun den Gedanken ausge- sprachen, daß die Regierungsorgane auf ihre Untergebenen im Sinne einer Bekämpfung des DuellunwesenS einwirken sollten. Dagegen erhob sich aber sofort die tugendhafte Exzellenz und erklärte, daß sie sich von einem etwaigen Rundschreiben an die Landräthe, weder selbst rwauszufordern, noch Herausforderungen anzunehmen,„nur einen ehr zweifelhaften Erfolg versprechen könnte." Denn, meinte sie schließlich,„ich kann mir auch einen Zustand denken, wo ei, Untergebener selbst dem Befehl seines Borgesetzten Widerstand entgegensetzt. Ueber sein Gewissen kann er Nie- wand zu Gericht sitzen lassen." Bravo, Exzellenz! DaS sind ja herrliche Grundsätze. Wie sehr haben diejenigen Sie verleumdet, die Sie als«inen Anhänger der blinden Subordination des Beamtenthums hinzustellen wagten. G nau das Eegentheil ist der Fall. Ein Held der Gewissensfreiheit der Beamten find Sie. Sie weisen mit Entrüstung den Gedanken von sich, einzu- chreiten, wenn Ihre Untergebenen nach bestem Gewissen die Gesetze— —— beobachten? nicht doch, die Gesetze verletzen. Die Gesetze beobachten' ist keine Kunst, aus solche Beamte haben Sie Einfluß, aber aus solche, die die Gestze nicht beobachten, einwirken zu wollen, das halt.n Sie für eine nicht zu billigende Verletzung der Gewissensfreiheit. Sie sind ein Polizeiminister, der seines Gleichen sucht. Wer einem Beamten die Nichtbeobachtung der ordentlichen Gesetze, sobald sein Gewissin in F-age kommt, so leicht verzeiht, der wird natürlich noch leichter begreisen, wie eine unterdrückte Partei die speziell gegen sie gemünzten Gesetze nicht respeklirt. Er kann sich sehr leicht„einen Zustand denken, wo ein außerhalb des Gesetzes Ge- ßellter selbst den Anforderungen dieses Gesetzes Wioerstand leistet." Noch einmal Bravo, Exzellenz! Sie dürfen für die Verkündigung solcher mehr wie demokratischen Grundsätze unseres Dankes gewiß sein. Jetzt soll einmal Jemand kom- wen und eS wagen, uns im Ruchstag oder sonstwo die Streichung des Wortes„gesetzlich" aus dem Programm zum Vorwurf zu machen, den wollen wir un» kaufen. Schweig' Elender, Du beleidigst unseren Putt- kamer! werden wir ihm zudonnern, und nicht wahr, Exi'llenz, Sie werden uns mit dem ganzen Pathos, das 3h»->, ja. strht, dabei sekundiren, Sie kostbarer"') Mann der Ungesetz. lichkeitl — Im Reichstag kamen am lö. Dezember die von der sozial- demolratischen Fraktion eingebrachten und von uns bereits mitgetheiUen Anträge auf Abänderung der Gewerbeord- N u n g zur Verhandlung. Begründet wurden sie von K a y s e r, der in längerer Rede die nichtswürdige Praxi« der Behörden, sowohl der Ver- waltungs- wie der richte,! ch-n Beamten, gegen die«rbeitervereinigungen durch Vorführung einer ganzen Reihe von wahrhast skandalösen Ver- sügungen, UrtheilSsprüchen ,c. k.nnzeichmle und dringend ausforderte, diesem Messen mit zweierlei Maß endlich einmal wirksam vorzubauen. Daß er damit namentlich bei den reaktionären Jnnungsschwärm.rn auf lebhasten Widerspruch stoßen mußte, war vorauszusehen, die. Herren «ollen eben grundsätzlich den Arbeitern nicht dre gleichen R-chte zugestehen wie den Prinzipalen. Herr Ackermann mit der weißen Weste, der Wortführer dieser traurigen Gesellschast, motivirte seine und seiner Bundesbrüder Gegner. schast gegen die Koal tionSsreiheit der Arbeiter in der denlbar tölpel- bastesten Weise. So hatte er B.denMuth, den Arbeitern zu empfehlen. M.t dem ihnen«von Gott beschiedenen Lohne" zufrieden zu fem. Warum «icht auch gleich jede Lohnreduktion als von„Gott besch.eden« hinstell.n! Die Abgeordneten Schräder(deutsch< sreisinnnig) und Lieber (Zentrum) sprachen sich im Wesentlichen für die gestellten Anträge au«, während Herr Struck mann als echter Nationallrberaler ein„Be- denken" über das andere aufmarschiren ließ. Räch kurzer Replik Kayser's wurden die Anträge einer Kommission zur— Berathung überwiesen. —«US«mertta schreibt man uns: Der Chicagoer Prozeß hat in dem neuesten Milwaukeer Prozeß ein interessantes Seitenstück «halten, durch welche« er gewissermaßen lorrrg.rt und»ä al.surllum redurirl wird Parallel den belunnten Chicagoer„Ar berler-Ki awallen, die m der historischen Mai-Bombe ihren Abschluß f-nd-n, spielten sich auch in Mllwauke«„Brbe.ter.Krawalle" ab. ganz gl-.chen Ursprung- und Charakters wie in der Schwesterstadt. Es handelte sich um R-ouz.rung d» Arbeits.eit und sonstige. nichts weniger als umstüizl-risch- Forde- «INN-N Die Nolttei, mit den Kapitalisten natürlich unter einer Deck- tretend iuchte die Arbeiterbewegung um jeden Preis zu unterdrücken u«d� M b.?.dU.u bringen. Es war um dieselbe Z-tt. wo in S t. L° u i s rine Anmbl' Deteltiv-s(Gesindel ä In Mahlow-Jhring) laut Powderly'S UnwidÄ ge ben» Anllage, streikende Arderter zu Gew°.tthät.gk-.-en unwioerregr» murde den Arbeitern eine f 0 r in l« ch e �lie a e ste llt- das ist jetzt über jegllchen Zweisel hinaus fest- irfLVt. irnft die von ihren Dhnam.tphrasen berauschten„anarchistischen" gestellt, und die von.h* r � � vermeiden. Es steht �salut�k d7ß Ä die„Anarchisten", sondern d.-P°l.z.st-'n «tr Nen» Mai' einen Handstreich geplant hatten. Ob die, amose Bombe »um Polsteiolan gehörte oder nicht,.st noch n.cht festgest.llt, und es ine rast a s ob die Polizei noch mehr als die„Anaichisten" gute «-!. ki. Person des BombenwerserS»m Dunkeln zu laffen. Grunde'"«xiel wie in Chicago wurde von der Polizei auch ?U™?fIiaU» �npsDidt aber nicht mit demselben Erfolg. Niemand dte Kalle. und da die Polizei einen„Krawall", wo mög- Fl®4«D k f. hfldett mußte, so blieb ihr nicht« anderes übrig, als « s nn-ckmdia! friedliche Arbeiter los,»knüppeln und zu schießen. Es auf un.chul�ge, sn � unb bie öffentliche Meinung hätte sich c** r* i die Polizei gewandt, wäre nicht durch das thör>chte sicherlich W"4«<9*" t Anarchisten uud durch die gehetmnißoolle Bombe Benehmen der CH S n-rrückt gemacht worden. Und wir Deut che SÄÜÄä-- •) 2X36,000 Mark, ein Ministcrhotel und S000 Mark Extra-MiethS. Sntschäoigung I angebildeten PlebS durch«inen Schuß da» bischen Hirn«eggeblasen werden kann. Der Dampf der Chicagoer Bombe verfinsterte auf einige Zeit die ganze politische Atmosphäre und erzeugte«in Delirium, daS jede Möglichkeit ruhigen Denkens ausschloß. Und so gelang eS der Po- lizei, ihre Schuld zu verbergen, und das von ihr bewerkstelligte Arbeiter- Maffakre in einen Arbeiter-Krawall umzulügen. Einige Arbeiter, dar« unter auch Paul Grottkau, wurden mit langen Anklageschriften be« dacht; jedoch auS Mangel an Belastungsmaterial mußte der Prozeß bisher immer verschoben werden. Allein über Ende November hinaus ließ sich das nicht bewerkstelligen. Und um diese Zeit begann eine Reihe von Prozessen, die noch nicht beendigt sind, aber bereit? zu einer bei- spiellosen Niederlage der Polizei geführt haben. Der Hauptprozeß— der gegen Grottkau— ist zwar noch nicht zu Ende, indeß thatsächlich ist er schon entschieden. Unter der Leitung Blacks, des berühmten Bertheidigers der Chicagoer„Anarchisten", dem auf Liebknecht's Anrathen die Bertheidigung übertragen wurde, ist die Schuld der Polizei so klar erwiesen worden, daß an eine Verurtheilung der angeklagten Arbeiter— die meisten sind bereits freigesprochen— nicht mehr zu denken ist, wohl aber an einen Prozeß gegen die Polizei. Und dieser Ausgang ist natürlich nicht ohne Einfluß auf den Chicagoer Prozeß, mit welchem die Milwaukeeer Prozesse im innigsten organischen Zusammenhang stehen. Hier und dort ist die Polizei genau in derselben Weise vorgegangen; und hätten die Anarchisten in Chicago nicht so große Eseleien verübt, so würde auch die Chicagoer Polizei in Gefahr schweben, demnächst aus der Anklagebank erscheinen zu müssen. Unter allen Umständen ist durch den Verlauf der Milwaukeeer Prozesse die Vollstreckung und Aufrecht- erhaltung des Chicagoer Blut- und Schandurthells moralisch u n m ö g- lich geworden. — In der in vorletzter Nummer erwähnten Versammlung in New, Jork zu Ehren Liebknecht's lprach dies« zum Schluß folgende kernigen Wort«: „Meine Freunde! Ich scheide ungern von Ihnen. Sie haben mir«inen so überaus herzlichen Empfang bereitet, daß ich, wenn ich von hier gehe, ein Stück von meinem Herzen zurücklasse. Vielleicht, wenn im Jahre nach der Wahl Bebel's Gesundheit, welche wir sehr schonen müssen, es erlaubt, sehen wir uns wieder. Bebel wird dann bei mir sein.(Jubel.) Mein Freund Jonas hat mich an Dinge erinn«t, an welche ich jetzt unter den fortwährenden Kämpfen nur selten nachdenken kann. Noch gern denk« ich an das Jahr 1348 zurück. Wir waren damals junge Leute und haben im Uebermuth unsere Kräfte überschätzt. Ich wurde gefangen und in die Kasematten geworfen und erst später von den Rastatter Soldaten befreit. Wir nannten das damals eine Revolution, und eine solche wäre es gewesen, wenn das Volk die genügende Aufklärung be- sessen hätte. Keiner der damals gestürzten Throne wäre wieder auf- gerichtet worden. „Man wirft mir vor, ich sei nicht mehr der Alte. Oester noch aber hat es mich verdrossen, wenn man mich den„Alten" nannte. Nestor war gut im Rath, aber unfähig in der Schlacht. Ich kann Ihnen ver- sprechen, daß, wenn ich auch durch die Erfahrungen, die mein« 60 Jahre mit sich bringen, im Rache der Pertei nicht unnütz sein mag, wenn es einmal zum Kampfe gehen sollte, ich nicht 60 Jahre alt bin, sondern zweimal dreißig.(Beifall.) „Ehe ich nach Chicago ging, empfand ich eine geheime Freude dar« über, daß manche kapitalistischen Schmutzorgane uns mit dem Hängen drohten. Das alte Studentenblut kochte in mir auf. Wenn'S zum „Lynchen" gekommen wäre, ich weiß nicht, wer in einer schlimmeren Lage gewesen wäre, wir oder die„Lyncher".(Beifall.) „Mein Vorredner hatte Recht, als er sagte, die Fetirung meiner Per- son sei mir nicht angenehm. Meine Genossen in Deutschland wissen das und hmdeln darnach. Weil Sie nun aber dadurch Ihre Zuneigung zu mir und damit den Ideen, die ich vertrete, beweisen wollten und be- wiesen haben, muß ich Ihnen gestehen, daß Ihre Hoch mich von Herzen gefreut haben. Halten Sie mich in gutem Andenken, wie ich Sie stets in gutem Andenken halten werde. Lassen Sie die Liebe, die Sie mir erwiesen, auch auf die Genossen in Deutschland erstrecken und dann den Grundsatz gelten:„Getrennt marschiren, aber vereinigt schlagen!"(Großer, langanhaltend« Beifall.) Korrespondenzen. Spremberg, 10. Dezember. WirfprechenunSnoch, ihr Spremberger Ordnungshelden!" Als am 20. Mai d. I. in Folge des Dummerjungenstreiches des Bundesrathes und der Re- gierung der Belagerungszustand über Spremberg verhängt wurde, war die ganze Presse, die konservative inbegriffen, darüber erstaunt, daß man wegen einer solchen Lappalie, wie der Krawall vom 30. April und 1. Mai thatsächlich war, eine solch- Maßregel für nöthig hielt. Es kam nun darauf an, ob die Gerichtsverhandlungen das bestätigen würden, was im deutschen R ichstaz vom Regierungstische aus als Grund des Be- lagerungszustandes angegeben wurde. Dt- Verhandlungen liegen sitzt hinter uns, und wir sind nicht Juristen genug, um beurtheilen zu können, ob die Theilung der Anklagen eine dem G-setz entsprechende war. Doch soviel haben wir aus den VerHand- lungen herausgesunden, daß der Präsident der Strafkammer ein serviler Streber schlimmster Gattung war, daß Leute, welche absolut keine Ahnung von Sozialismus, sich auch nie um politische Parteien gekümmert hatten, von ihm ganz willkürlich zu Anhängern der Sozialdemokratie gestempelt worden sind. Auch das Verfahren bei der Ladung von Zeugen sowie der Spruch der Geschwornen entsprachen durchaus dem hercichenden Klassensyst-m. wie der in Nr. 49 des„Soz.-Dem." gekennzeichnete vierte Akt der Kortbuser Gerichlskoa-ödie bewiesen hat. Wir lassen hier die Hauptstellen aus dem Erkenntniß der Strafkam- mer folgen. Dasselbe desteht aus 9S Seiten und enthält von Seite 9 an die bei der Verurtheilung maßgebenden„Gründe". Man hör« also: „Es entsteht nun die Frage nach der inneren Veranlassung des Ent- stehens eines so b e d- u t e n d« n A u f r u h r s. In Spremberg besteht eme zahlreiche, ruhrige, rvohlorganlsirte sozialvemokralische Partei, deren Mitglieder-' wie überall fast ausschli-ßlich dem Fabrikarbeiterstand angehören. Einzelne der hier Angektazten stehen im begründeten Ver- dacht, meser Partei anzugehören, hiervon(korrigirt in: namentlich) Kucher, Bittlitz und Bergmann. Jene Partei war zu der hier in Rede stehenden Zert in großer« Aufregung gekommen. ES waren, nachdem in früherer Zeit bereits eine von einem sozial- demokratrschen«bgeordneten abgehaltene Volksversammlung hatte auf- gelost werden müssen(?!), in der Umgegend von Spremb«g unter freiem Hlinmel sozialdemokratische Versammlungen abgehalten worden. Es hatten demonstrative sozialdemokratische Begräbnisse stattgefunden, dann ""k'S, Aiberterunruhen in Belgien in voller Bewegung ""m � bet«Spremberger Presse" verbreitet. Das Reskript dei Ministers des Innern betreffend die streikenden «rberter hatte boseS»lut�gemacht. endlich(sie) hatten auch die Nach- richten und das Referat über die Geraer Manusakurarbeiter-Versamm- verews geführt''�"nd zur Auflösung des Spremberger Fach- «ilA5 f' Je"': bie ,in'Sr-n Lokalen mit sozialdemokratischer -»�k°� A°uß erste aufgeregt, so daß-S nur Mi� s»i k Anlasse« bedurfte, um insbesondere jüngere, dem Augen- blick solgende Personen zu Exzessen gegen die den Ideen und Bestreb- w n k" Sozraldemokratte Uberall als Vertreterin und Repräsentantin des Ordnungsstaates entgegentretende Polizeigewalt zu verleiten. w« ktP.�tMt. insbesondere auf Grund der eidlichen Aussage des Landraths Hoffmann, des Bürgermeister« Wirth, de« Polizeiwacht- ™l|er! K°mmer in Verbindung mit der eidlichen Aussage des Tuch- macherS Tittel-Hoffmann und des Zeugen Säbischka. Wenn nun auch nicht erwiesen werden kann, daß die sozialdemokratische Parte» den Aufruhr angestiftet hat. vielmehr anzunehmen ist. daß der- zetve ryr, d. h. den Leitern der Partei sog« sehr unwillkommen gewesen ist, Leiter dieser Partei, denen Verstindniß für ,hre Zwecke und Um- n'th' a6SufPtechen ist, sich sagen konnten und mußten, daß ihre ©eye durch einen in einer kleinen Stadt erregten Ausruhr, wenn der- '.�.«"ch gelänge, nicht gefördert würde, daß vielmehr ein sast aus- schließlich von lugendlichen Personen unternommener„Putsch" die sozialdemokratische Sache nur in Mißkredit bringen könne; auch an einem Märlyrnthum unreifer Leute für die sozialdemokratisch- Sache den Lettern d« letzteren unmöglich gelegen sein konnte, so läßt sich doch nicht verkennen, daß der Aufruhr nicht nur eine sozialdemokratische Färbung hatte, sondern auch von dem sozialdemokratischen Geist d« Auflehnung gegen die Autorität deS Staates, der planmäßig ver« breitet,» und gehegten Nichtachtung von Gesetz und Ordnung seinen Ausganz genommen hat. Die sozialdemokratische Partei kann daher auch den Vorwurf nicht von sich ablehnen: daß durch ihre Agitation d« Boden sür diesen Aufruhr vorbereitet worden ist, und daß der von der sozialdemokratischen Partei in Spremberg gepflegte Geist der Unordnung, der Auflehnung und Widerspenstigkeit gegen die beflehenden Gesetze die beklagenswerthen Vorfälle mittelbar verursacht habe Genug des richterlichen Wortschwalls! Also Alles in Allem brauchen Sie, Rechtsbeuger des Koitbtlser Land» gerichts, 86 sage und schreibe: sechsundachzig Sellen zur Begründung Ihr« Infamie! Gegenüb« diesem GallimathiaS fragen wir: Wer hatte die Auflösung d« Versammlung schon im Voraus bestimmt? Antwort: Reskript deS Königl. Regierungspräsidenten v. d. Heyden zu Frankfurt a/O. uom 18. Juli 1884. Nr. 1 A 4324. 84. Zirkularverfüzung desselben vom 9. Februar 1883 1. A 744,83 und 7. Dezember I. A 755/83. D. h. Streber und sein Herr und Gebieter Puttkamer. Wer hat die Arbeiterunruhen in Belgien schon im Reichstage sür die Begründung zur Verlängerung des Belagerungszustandes in Berlin, Leipzig und Hamburg ausgeschlachtet? Antwort: Der Reichs-Oberspitzel- Minister Puttkamer. Wer hatte durch die Verkümmerung des heule nur noch auf dem Papier stehenden§ 152 der Gewerbeordnung böses Blut unter allen denkenden Arbeitern gemacht? Antwort: Der von Euch schweifwedelnden und unterthänigst rechtsbeugenden Kreaturen so hoch gestellte Reichstugend- minister Puttkamer. Wer ist also nach Eurer Logik an dem Krawall schuld? DaS jetzt Herrichende brulale System ist schuld! Das nichtswürdige System der Puttkamer und Konsorten kann daher den Vorwurf nicht von sich ablehnen: durch seine Brutalität den Boden für diesen künstlich und Pflicht« schuldigst gemachten Aufruhr geebnet, sowie den Geist der Solida- rllät und Zusammengehörigkeit aller denkenden Arbeiter zur Sozial« demokraiie hingelenkt zu haben. Manu» rnanurn lavat— eine Hand wäscht die andere I „Von seiner Besugniß, aus Geldstrafe zu erkennen, hat der GerichlShos keinen Gebrauch gemacht, vielmehr bei der Schwere der die ftrasbaren Handlungen begleitenden Umstände sür angemeffen erachtet, gegen die strafmündigen. Angeklagten die höchste gesetzlich zulässige Gesängntßstrafe zur Anwendung zu bringen." Da haben wir„im Namen bei Königs" bestätigt, was wir im Namen des VolkeS schreiben! Auf Seite 26 und 27 ist der Ordnungswächter H u b r i ch, der sich schon früher durch Eide& la Stöcker ausgezeichnet hat, besonders her» vorgehoben. Man höre: „Es muß(!) hervorgehoben werden, daß nicht erwiesen worden, daß Hubrich, wie ihm angellagterseits vorgeworfen wird, eben so wenig wie bei dem Aushebungsge chäst und demnächst bei dem Aufruhr, die Menge durch ein provozirendes Benehmen gereizt habe.(Welcher Slyl! Die Red.) Hubrich gibt nur zu, daß er m-hrere zusammenstehende Personen mit „Ihr" angeredet habe, stellt jedoch bestimmt in Abrede, einzelne Leute mit„Du" angeredet oder Schimpswörter gebraucht zu haben."!! So wörtlich im Erkenntniß. Bei der Schwmgerlchtsvel Handlung aber gibt Hubrich, von den Rechts» anwälten betreffs seiner lügenhaften Aussage in die Enge geirieden, auf Drängen des ehrenwerthen Bürgermeisters Wirth und des Land« raths Hosimann(„sich nicht unglücklich zu machen") zu, sich beleidigender Ausdrücke gegen die Stellungspflichtigen bedient zu haben. Also wieder ein Meineid, Ihr Zertreter des Rechts I Jedermann fei unterthan der Obngteit! Wo aber Obrigkeit ist, ist sie von Gott verordnet! I Und das Erkenntniß des Schwurgerichts? „Bei Abmessung des Strafmaßes ist der Gerichtshof unter voller Berücksichtigung der ihm von den Geschwornen unier Zubilligung mildernder Umstände errichteten Schranken von der Erwägung ausgegangen, daß hier besondere Umstände die Festsetzung einer empfindlichen Strase erHelschen. Nach dem B roeisergebniß können die Angeklagten zwar nicht ali Werkzeug der Sozialdemokratie und von ihr zu den Mlssethaten auf« gestachelt gelten; im iierhiii haben sie in ihren Handlungen eme Huldi- gung sozialistischer Tenvenzen zum thatkrästigen Aasdruck gebracht. ES handelt sich der ihnen um eine Auflehnung gegen die zur Wahrung der Sicherheit angestellten Beamten, um den Kainpf der Besitzlosen gegen die öffentliche Ordnung. Hier galt es, dem Vordringen staatsfeindlicher Ideen einen Damm entgegenzusetzen, um weiteren g-sährlichen Exzessen sür die Zulunst— soweit von dieser Stelle aus möglich— vorzudeugen."(Vergleiche Nr. 238 des„Spremberger Anzeiger".) Also in dem Erkenntniß der Strafkammer läßt sich nicht verkennen, daß der Ausruhr eine sozialdemolralische Fäibung hatte(ausgenommen natürlich das rothpunktlrte Taschentuch),»and nach dem Beweisergedmß des SchwurgerichlS ist in dem Erlenntniß festgestellt, daß die Ange» klagten zwar nacht als Werlzsuze der Sozialdemokratie und von ihr zu den Missethaten ausgestachelt gelten können. So reimt stch Recht und— Recht zusammen. Es ist ja auch srüger schon vorgelommen— sieh- Freiberger Prozeß—, daß ein blindes Schwein eme Eichel gesunden hat, die Versetzung des Landgerichtsralhs Krause*) nach Berlin«st«in neuer Beweis dasür. Und unser R u i t g e n**) folgt bald nach l (Schluß folgt.) Stuttgart, Dezember. In Nr. 49 Ihres BlatteS kam aus Württem» berg ein Artikel, betitelt„Ein schwäbiieher Bismarckoerehrer', ver am Schluß die Bemerkung brachte, od denn aus Schwaben üoer Stand und Gang des sozialen Kampfes gar nichts zu i ylen sei. Wir betrachten dies als eine Aufforderung, diesbezügliche»..u.zutheilen, erinnern aber zugleich daran, daß ww aus Schwabens Residenz doch erst kürzlich eine Art Hymne im„Sozialdemokrat" gelesen zu haben glauben über einen gründlichen Sieg, den die Stuttgarter Genossen bei den Wahlen zum gewerblichen Schiedsgericht er« rungen haben. Richtig ist nun, daß der Kanoidaienzettel der Arbeit« nehm er vollständig durchging, was sich aujs Natürlichst« au? dem Umstände erklärt, daß andererseits gar keine Gegenkandida- t e n> L i st e ausgestellt war. Anders«gmz es mit dem unserseits auf« gestellten Wahlzettel sür Arbeit g e b e r, welcher gänzlich unterlag. Nicht ohne Grund sprachen wir oben von dem„Zettel der Arbeit- nehme r", also nicht von einem„sozialdemokratischen", denn es waren eben Leute auf demselben, die alles sino, nur keine Sozialdemokraten. Darüber zu streiten, ob der Zettel nicht auch ohne solche» amen stegreich durchgedrungen wäre, ist momentan nutzlos, doch glauben wir, daß man nicht wohl daran gethanhat, anstatt ourch eine Aligemein- hett der i n te r e s s i r t en Arbeiterschaft, den Arbeit- nehmer-Zettel durch einen beschränkten Kreis von Personen „machen" zu laffen. Diese in Stuttgart so sehr eingebürgerte Gepflo- g e n h e i t verhindert und untergräst einen flotten, offenen Gang un- serer Bewegung, und man hat sich nicht zu wunoern, wenn der entl-rnter Stehende hinter der Ausstellung gewisser Namen in die Arbeit« nehmer-Liste sehr unsoziatdemokral.sche Beweggründe(Gunstbezeu- gungen tc) vermuthet. Wären bei der K a n d i d a t e n> u ch e n.cht der» artige Einflüsse bestimmend gewesen, so konnten doch schwerlich u. A. zwei Männer der Ardeiterschasl präsent lrt und gewählt werden, deren einer zur Schande aller Arbeiter als Dieb ver- hastet wurde, während der ander« rn öffenilrcher V.rsammlung und in Anwesenheit der Polizei von einem Parte>geno,jen behauptete *) Präsident d« Schwurgerichtsverhandlung. **} Prästoent beim Landgericht. ö habe im Fachverein verbotene Schrillen verbreitet. Ein« Denun- iati o n in optima korma, die einen« Arbeiler-Schiedirichter schwerlich zur Ehre gereichte. Daß diese Wahl einen Sieg der durch- aus zielbewußten oder gar sozialdemokratischen Arbeit» Nehmerschaft bedeute, muffen wrr deihald eben öffentlich ablehnen, »eil wir nicht gewillt noch berechtigt sind, e-nen Sieg der Fach- vereine mit seinen e'igenthiimlichen Loibedtngungen und Beigaben als einen Sieg unserer Sache und B-strebunqen still- schweigend stempeln zu lasten, lieberall da, wo uaiere Bruizip'ien, UM die Masten im ökonomischen Kampfe in reg-lrechlen Fluß zubringen, in zweite Linie treten müssen, halten wir sur unerläßlich, daß wenig- stens nichts geschehe, was den Gegnern der Arbeilersache handhabe bietet, den verhaßten Sozialismus für die Schwächen der Sünden der nicht- sozialistischen Elemente verantwortlich zu machen, die eben der Strom auch mit sich bringt. Das wisten wir, wie wir auch wissen, daß Still- schweigen in solchen Fällen zustimmen heißt. Es seien also hiermit die Thatsachcn richtig gestellt und die Lehre beherzigt, die für alle Jnteressirten bei dieser Wahl sehr unzweideutig gegeben ist. Ein alter Genosse. —«nS Westprenßen. Geehrte Redaktion I„Ich bin einPreuß, Ihr kennt ja merne Richter," wobei nicht von unserm Eugen gesungen, sondern nur konstatirt werden soll, daß es ein Fleckchen Erde im Baterlande gibt, wo man auch sortgejagte Richter kennt. S ch w e tz heißt diese Oase, und unsre ungläubig« Zeit soll durch mich erfahren, daß unser Richterstand nicht blas Sozialdemokraten hetzt, son- dern auch Seinesgleichen jagt, wenn— es gerade nicht anders geht. Gottesfurcht, Zucht, fromme Sitte— die Aera Bis- marck kann davon erzählen— waren ja allezeit der Grundstein un- serer Rechtsverhältnisse und-Pflege. So wurde denn vor einigen Wochen der Amtsrichter v. Fersen in Schwetz plötzlich fortgejagt, wie man mir erzählte, weil er — dem Bureauvorsteher Gren ga durch„groben Unfug" schweres Aergerniß bereitet hat. Beide wohnen nämlich in ein- und demselben Hause. G r en g a's Frau erkrankte und der lebensscohe Amt s rich ter konnte nicht begreifen, daß er deshalb seiner stark ausgeprägten Nei< gung für entgegenkommende Jungfrauen Zwang an- lhun sollte, weil Frau Grenga krank im Hause lag. Er empsing also seine Holden„bei Nacht und Mondenscheine und auch bei Sonnenlicht" im Hause weiter. Das Treiben der Gesellschaft soll indeß ein so skan- dalöses geworden sein, daß es Herr Grenga seinem sidelen Richterlein endlich ernfllich untersagen mußte. Wer ober an der Quelle des Rechtes sitzt, kann nie Unrecht haben. Herr von Fersen gab kein Fersengeld, sondern wurde beleidigend, und Grenga hat daher seinem samosen Richter bei der vorgesetzten Behörde sein? Tag- und Nacht'„Schwärmereien" der- art eingetränkt, daß dieser sofort entlasten werden mußte. Auch verschiedene Urtheile soll der Herr Amtsrichter sehr falsch ausgefaßt haben>) und— das soll noch lange nicht all-S sein. Für Sie aber ist es, denke ich, genug, um endlich einmal den verbissenen Standpunkt auszugeben und aufrichtigen Herzens mit uns ganz allge- mein zu schließen: „Sei's in der Pfalz, in Bayern, sei'S am Rhein/'— Man kann ein Schuft-, doch soll man Reichsfreund sein. Mit Gruß und gefälschter Namensunterschrift Der schamrothe AmtSgerichtsrath Franke II. Bukarest, Anfang Dezen>ber. In unserem letzten Bericht von hier wurde Ihnen über die Ausweisung zweier Hutmacher berichtet, welche infolge Denunziation seitens des Hutfabrikanten S. Prager erfolgte. Heute sind wir in der unangenehmen Lage, übe? einen Fall zu berichten, der an Niedertracht dem vorigen gleicht, nur mit dem Unterschied, daß diesmal der hiesige Polizeipräfekt anderer Ansicht war und sich von der Gemeinheit des Denunzianten, eines ge- wissen Rosenblüth, Besitzer einer Oiensabrik, überzeugt halte. Um den Sachverhalt genau erzählen zu können, muß ich etwas zurück- greisen. Zu Anfang August jedes Jahres, wenn die Arbeit bei den Ofen- s e tz e r n angeht, kommen mehrere solche von Deutschland hierher; so auch in diesem Jahre. Die Leute wurden unter günstigen Bedingungen nach hier engagirt, als sie aber einige Wochen hier waren, wurdejhilen der Bescheid, daß sie 15 Prozent billicer nrbeit«» müsten. Da si« sich aber aus ihre erhaltenen Bersxrechnngen beriefen und die diesbezüglichen Unterhandlungen reiuliallos blieben, wurde die Arbeit eingestellt, Nach Berfluh von 3 Tagen jedoch wieder ausgenommen, denn genannter Rosenblüth halte der Roth, sowie der Einigkeit der betreffenden Leute nicht widerstehen können. Durch die erlittene Niederloge gereizt, warf jetzt Rosenblüth seinen Zorn auf seinen früheren Geschäfts- sührer und jetzigen Ofenbaumeiffer J.Fiedel, welchem nachgesagt wurde, er habe die Leute zur Arbeuseinflillung ausgehetzt.(Es zeigt dies so recht, welchen Begriff genannter R o s e n b l ü t h von den Ar- beitern hat.) Einestheils durch den Erfolg der Prager'schen Denunzia- tion ermuthigt und anderntheilS um auf leichte Weife einen Konkur- renten loszuwerden, wurde zur Denunziation geschritten und genannler I. Fiedel bei der Polizei sowohl wie bei noch anderen Behörden als Aufwiegler, Sozialdemokrat, A n a r ch i st(hu!) u. s. w. angeklagt. Jedoch fand diesmal der Denunziant keine Gegenliebe, und zwar aus dem schon oben angeführten Grunds, und die sicher gehoffte Ausweisung Fiedel's unterblieb. Es stellte sich sogar heraus, daß Fiedel nichts weniger als Sozialist und Anarchist(der Denunziant wußte viel- leicht den Unterschied nicht und nannte deshalb gleich Beides), sondern das gerade Gegentheil, nämlich«in echter deutscher Soldat und Patriot ist. Wir hielten für nothwendig, dies im Parteiorgan zu berichten, damit einem so gemeinen Denunzianten, wie R o s e n b l ü t h eS ist, die weiteste Bekanntschaft aiS solcher nicht vorenthalten bleibt. Die Bukarester Genossen. *) Lächerlicher Neben» orwand! Unter dem Tugendminister von Putt- kamer sind Urtheilssäljchung, Falscheid mit Bäffchen, Meineid im Dienst rc. keine Gründe zu Amtsentsitzung und Strafe. Hatte der fidele Amtsrichter keinen guten Geschmack, dann freilich kann ihn kein Freiberg, kein Spremberg, kein Leipzig retten. (Anmerkung des SetzerS.) Weihnachtstied. Unseren Verurtheilten gewidmet. Seid mir gegrüßt vor Allen, Ihr Opfer der Justiz, Und laßt Euch Wohlgefallen Die Klänge des Weihnachtslieds. „Den Menschen ein Wohlgesollen Und Friede auf Erden!" kl-ngt's, D irch Deutschlands„Ruhmeshallen" In Euren Kerker dringt's. Jawohl! Ein Wohlgefall n Für jeden Ordnungsma n, Und„Friede auf Erden" i llen, Die man beordern kann. Im Reich der„frommen S tten" Strahlt hell der Kerzen licht— Die für die Wahrheit litten. Der Braven denlt man> cht. Ist das die deutsche Weihnacht? Ist das die Feier des Lichts, Die jedes Auge hell macht? Nur Euch, Euch bringt sie nicht» Ihr zeigtet das Verhängniß Des nahenden Weltgerich»— Ein Plätzchen im Gefängniß Belohnt die Bringer des Lichts. Ein Plätzchen im Gesängniß!— Uns aber blieb das Licht, D u Feinden zur Bed: ängniß Und Euch zur Zuversicht! Laßt nur getrost den Dingen Ter Zukunft ihren Lauf: Es hält der Sache Gelingen Kein deutscher Richter auf. Und schloß man für die Sache Euch hinter Mauern ein, „Für Freiberg unsre Rache!" Soll Euer Trostwort sein! Der Kerkerthore Knarren Im weiten Vaterland Bringt Viele, die bisher Narren, Auch wieder zu Verstand. Und wo bei Köpfeschütt- ln Der Zweifel leit begann. Wird bald am Kerker rütteln Mit uns manch' freier Mann, Bis Eures Kerkere Mauer Im Sturm der Freiheit kracht Und bei Gewitterschauer Das deutsche Voll erwacht. O daß es bald«iwachel H.ll leuchtet der Hoffnung Baum; „FürFreiberz unsre Rache!" Sei Euer Weihmchtstroum! Drum„Friede auf Erden!" vor Alle» Euch Opfern der Justiz, Und laßt Euch Wohlgefallen Die Klänge>>«» Weihnachtslicds I Die r oth e Kröte. Nachruf. Allen Genossen hiermit die traurige Nachricht, daß unser unermüd- licher Freund Hans Wann er, Schriftsetzer, am Samstag, den 13. Dezember, im Alter von 27 Jahren, einem langjährigen Herzleiden erlegen ist. Ter Verstorbene war stets auf das Eifrigste bestrebt, die Lehren der Sozialdemokratie zu verbreiten. Ehr« seinem Andenken! Aalen-Wasseralfingen, Ende Dezember l83S. Die dortigen Parteigenossen. Erklärung. Der Staatsanwalt Häntzschel in Leipzig äußerte in dem be- kannten Ausruhr-Prozeß gegen Schumann und Genassen, daß vor deni in Nr. 22(1385) unseres Blattes gekennzeichneten Notendrucker Kießling nur deswegen gewarnt worden sei, auf daß seine Rück- kehr nach hier, von wo er ausgewiesen war, ermöglicht werden konnte. Hierauf erklären wir, daß wir mit Genanntem seit sei- nem Hiersein nichts zu thun haten nnd daß seine Aus- sagen hierüber vor Gericht wahr sind. Wir erklären deshalb die Bussage des Königlichen Staatsanwalts Häntzsch,l oi« freche- vitge nnd die Nichter, welche dlese Lüge an- nahmen, als Mitschuldige. Leipzig, 14. Dezember. Die Genossen. Zur Vcachtnng. Ein Hallunke, der im Prozeß des wegen verbotener Schristenverbrei- tung zu 10 Monaten verurtheilten Genossen Krewinkel in Aachen eine so schustige Rolle spielte, heißt Hugo Kohn, ist 50 Jahre alt, seines Handwerkes Agent und„freiwilliger Pollzeispitzel", wie er sich selbst nannte. Derselbe hat dunkeln Bart, eine tonsur- ähnliche Glatze und eine ausgeprägt« Schurkenvijage. Um Vertrauen zu erwecken, gibt er sich als Verbreiter der„Freiheit" aus, und hat in dieser Eigenschaft letztes Frühjahr zwei Arbeiterfrauen aus Vcrviers in Aachen ans Messer geliefert, bei deren Männern er„Freiheiten" be- stellte, um diese in die Falle za locken. Er ist übrigens ein plumper Lügner, den man schnell durchschaut. Allen Genossen, besonders im Rheinland und an der belgischen Grenze, sei der Schuft angelegentlichst empfohlen. Briefkasten der Redaktion: Einsendungen-c. sind eingetroffen auS Biete- f e t d, E s ch w e g e, Apolda, Berlin, Gera, H a l l e a. d. S., Stuttgart(alte Währung). der Expedition: Berichtigung. In Nr. 51 sind unter C. M. Lgu. Fr. 30— statt 30 Centiinei quittirt.— Felix II. zahlte ä Cto nicht Mk. 42 40, sondern Mk. 42 20. O. M. Hull: Unserseits Alles prompt fort. Ersatz mit 51 auch.— Die alte Laura a. W.: Mk. 3— pr. Ab.-Cto erh. Restiren auf das 1. Qu. 87 noch für Sie Mk. 1 40, die mit Mk. 3— v. Z. erwarten. — Hannibal: Mk. 100— ä Cto Ab.>c.«rh. Bstllg. folgt. Lbk.'S „Fremdwörterbuch" beim Verlag I. H. W. Dietz in Stuttgart billiger als hier.— I. F. G. b. H.-E.: Mk. 3— Ab. 1. Qu. 87 erh. Goldstein: Reklamirtes nebst weitcrem Bescheid mit 51 abgq.— Sch. H. B. i. O.: Mk. 4 35 Ab. 1. Qu. 87 erh.- O. F. Genf: Fr. 35- pr. Ausgleich des Conto erh.— Barmen: Mk. 1 1 20 f. d. Opfer d. Frbgr. Justizmordes dkd. erh.— Der beauftragte Rthfärber: Mk. 8 80 Ab. 1. Qu. 87 B. u. K. erh. Adr. geordn. Weiteres verlautbart.— Fvy: Mk. 5 50 Ab. 1. Qu. 87 u. Schst. erh. Weiteres nach Wunsch besorgt.— Beelzebub: Absatz 4„Zur rechtzeitigen Kennt- nrßnahme" am Kopf dieser Nummer sagt, woraus es ankommt. Re- klamiren und Jnkriminiren ist doch wohl ein Unterschied?— Guido: Mk. 6 40 Ab. 1. Qu. 87 u. Schst. erh. Edg. in 2 Dbs. abg. - Red. d. P.-«.: Mk. 3— Ab. 1. Qu. 87 erh.- Dr. Geo. Stblg. N.>Vork: Fr. 20— pr. Ab. 1885 u. 88 am 18/12. mit Rsbg. pr. Vhlg. verrechnet.— Rother Oberhesse: Bf- v. 18/12. erh. u. entsprechend notifizirt.— Gießen: Mk. 40— f. d. Opfer deS Frbg. Schandurtheils dkd. erh.— Lump: Fr. 5— für falbjährigen ZinS a. Fr. 200— pr. llsd. dkd. erh.— Rother Lulu: Mk. 37 85& Cto Ab. k. pr. G. D. K. am 8/12. erh. Bstllg. folgt.—-d: Mk. 13210 i. Baar u. Mk. 1680 pr. Verlege erh. Bstllg.-e. vorgemerkt.— H. Sch. M. H.: Adr. nach Vorschrift v. 18/12. geordnet.— Kraus«: Fr.—85 f. Schst. erh.— BeritaS: Bf. u. div. Blätter erh. Weiteres besorgt.— Rotherbusch: Am >5/12 erhaltene Notiz betr. Sch. beachtet. Näheres bald erw.— Rother Postmeister:„N. W." vom Anfang an felbstverstdl. hier vorräthig. Haben Sie keinen Katalog? Bfl. Weiteres— Mephisto: Brief war nur mit 2 0 Cts. frankirt. Müssen 2 5 CtS darauf. Zwischenhand Ohren steifen. Bfl. Weitere».— Drei Gleichen: Warum so Pressantes an diese längst außer Gebrauch gesetzte Adresse? Das Andere TagS zuvor erh. Keinerlei Auesicht hier. Bf. folgt.— Fernando: Adr. geordn. Beilage desorgt. Abhülfe veranlaßt.— Großes Zuchthaus; E. Anlangendes zunächst nach S. berichtet, dann WeitireS.— Kannibale: Bei dem„Schneegestöber" in erster Linie eine s-fle Crrsp. Adr. her l — Bierbauch: Mk. 24 60 Ab. 1. Qu. erh. Volname vom Ansrager leider verschwiegen, wird reklamirt. Vermittlung des Alten haben Sie doi$ fzt. ausdrücklich versprochen.— Rothe Feder: Adr. nach Vorschrist an 18/12. geordnet. Ist denn auch das Geld mitoerbrannt? Sp-rre tin« v e r m e i d l i ch, wenn nicht insgeiammt Zhlg. folgt.- A. L. Fbg. in Sch.: Mk. 4 40 Ab. 1. Qu. u. 60 Pf. pr. Usd. dkd. erh.— R. P. L'hus: Fr. 3 37 f. Schst. erh. Sdz. sort.— L. Sch. Dd.: Mk. 9— Ab. 1. Qu. u. Schst. erh.— Nazi: Mk. 90— ü Eto alter Rest und Mk. 4 40 Ab. 1. Qu. erh. Adr. notirt.— Zu lebensl. Heuchelei Ver« urtheilter: Mk. 4 40 Ab. l. Qu. 80 Pf. pr. Usd.„Rth. K." allerdings dkd. erh. Beil.„B. L." an R». abzg.— Gänseleber: Mk. 64— ä Cto Ab. rc. erh. Bstllg. folgt. Gut.- Gera: Mk. 6— f. d. Opfer de» Freiberger Justizmordes o. 2 Geraern dkd. erh.— Blanc: Räch Thor» Ichluß eingetr. Allseits herzl. erwidernd.— I. Sch. Rsbch.: Fr. 2— Ab. 1. Qu. erh.— P. M. Benevento: Fr. 2 50 f. d. Opfer d. Frbgr. Justizmordes u. Fr. 12— Ab. 1. Qu. u. Schst. dkd. erh.— Di« Rothen H.H.: Mk. 3012 ä Cto Ab rc. erh.— Ehemaliger Reichsmaulwurft Mk. 73— ü Cto Ab. k erh. Adr. rc. notirt.— H. I. Stg. Kg.: Mk. 5 80 Ab. 1. Qu. u. Schst. erh. Adr. geändert. Zu kaufen gesucht: „HLepuölik der Arbeiter" von W. Weitling. Offerten aus Amerika werden erbeten an F. A. S o r g« H o b o i e n R. I., 370 Washington Street. Im Uebrigen an die Yolksbachliandlaiig Hottingeii, Samstag, den 25. Dezember, im Kasino Hottingen: Weihnachtsfeier der deutschen Sozialisten, bestehend in: Pekkamatlone», Kesirede, Masikvorlrägeii und«yaveu-Ziertoofuua Kaffenöffnung: 5 Uhr. Anfang: 6 Uhr. Eintritt: 25 Eis. Geschenke zur Gabenverloosnng werden entgegegenommen bei; E. Beck, August.nergaffe 12; Schuhmacher Kästle, Häringsstroße Idh A. M a n z, Zähringerstraße, und in der Volksbuchhandlung in H o t t i n g e n. 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Haeflinger,„Deutscher Leseclub", 76 ru« Frantzois Miron, und „Deutscher Sozialistenclnb", 2 mo de la Hastille. La Villettc-Paris„Deutscher Sozialdemokratischer Club 1» Villette", ruo d'AUcmagno No. 2/1, Ecke Boulevard la Villette. BLopcnhaeen K C. Bördnm, Romersgade 22 Stnon. E. Bolz, Skjoldsgade 5. 3 Sal. Brüssel(bei bekannten Adressen) nnd dem Zeitungshändler A la Croix de fer, Grand Place. Li&ge Cafe des qnatre Kations, me Chapclle des Cleres. Vervlers Oharies Plcreanz, 20 me de Luxembonrg, Andrimont. Amsterdam J. A. Fortuiyn, Boekbandel, Tuiustraat 54. Antwerpen A. Reevelsteen, Dieppestraat 146. H. Baekov, 35 Charlotte Street Fitzroy Square V. Mr. Schweitzer, 38 Chnreh Lane, Court Road. London' Mr. H. lohackwitz, Friseur, 10 Foathentone Str., City Mr. Taube, Edward Street, Soho. J. T. Boedbloed, Tobacoonist, 29 Foley Street, Cleveland Street. Commuulstlscher Arbetter-Blldungsvereln, Tottonham Street, Tott. Court Road 49. W. Castleford bei Torkshlre Theobald Völkol, l Dentontomue. Kdiuburgh Carl Deivald, Portobello neac Edinburgh View Foith Building. Bukarest F. Harens, Calea Cotroconi 15. Kew-York John Heinrichs, 130 Third Street. East. H. Kltxscbe, 548, 9. Avenue, City. Jos. Itraass, 355 I. Avenue, A, Höhne, care of„New-Yorker Volkszeitang", 184 William Street. W. Bätbke, City 536, 16. Street. W. F. Schmidt, Nr. 613 Callowhill Street, Philadelphia care of Philad. Tageblatt. F. T. Frltzsche, 325 Callowhill Street. Chicago Jll. A. Lanfermann, 849 Divisionsstreet. W. Langner, 649 W. 18 Street. Clnclnnatl, O. 0. Schumann, 16 Mercer Street. Charleston S. C. W. Eberhard, 48 Aren Street. Bt. Louis, Mo. Gebr. Hermlnghaus, 1707 Franklin Avenne. Buenos- Aires Sooiedad„Vorwärts", Calle Commerdo 386. Bio de Janeiro Frederica Paepke, Officina dos Telegraphoi, Pra$a da Acclamaqa. Porto Alegre Carl Grimm, Rio Grande do Sul BraziU Melbourne S. Scheele, 48 Rosstr. Richmond. Die Expedition des„Seiltldomokrafa Schweis Sinessevlchastlbuchdruckerei HoUwgen-Ziirl».