Abonnements werden bei allen schweUerisibm Hostbureaux, sowie beim Verlag »n» dessen bekannten Agenten entgegengenommen, und jtoat jum »ora uS zahlbaren LierteljahrSpreiS von: Wr. i,— fllr dieEchweij ikreuzband) «t. für Deutschland lSouvert) ß. 1.70 sllr Oesterreich iSauvcri) Gr. t,50 für alle übrigen Länderde» «eltpostvercini iKreujdandi Illserite dt«'dreigespaltene Peiitjeile 2b StZ. 20 Pfg. Der Sozialdemokrat Argan der Sozialdemokratie deutscher Zunge. Erscheint wöchentlich einmal in Zürich(Schweiz). Merkag der »»lrtbnchhandlnn« Hattingen-Zürich. bostscniungtll franko gegen frank». Gewöhnliche Briefe nach der Schweiz koste« Doppelporto. Jte. 6. Briese an die«edaktion und lkrpedition de» in Deutschland und Oesterreich verbotenen.Sozialdemokrat' wolle mau unter Beobachtung äußerster Vorsicht abgehen laste». In der Regel schicke man uns die Briefe nicht direkt, sondern an die bekannten D-ckadr-sten. In zweiselhasten Fällen eingeschrieben. 4. Februar 1887. Parteigenossen! Vergeßt der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Wahlfonds-Quittung. Zum Widerstand bis zum„letzten Mann und letzten Groschen weiter erhalten: RUN.(öwfl. 7 30) SRf. 1168. PH Kpsch. Manchester 2 08. Arb.-Ver. „Frohsinn" Davosplatz(Fr. 28-) 22 40, Glück auf zum Kampf für Freiheit und Recht! Lindwurm(öwfl. 25—) 40—. Dtschr. Ber. Basel (Fr. 20—) 16—. Pasq. Mgti. Benevento(5—) 4— zum Widerstand steoen den BiSmarck'schen Staate streichversuch. Lüttich(20—) 16— ein Scherflein von Wenigen. Verden 50—. Allgem. Aib.-Ver. Ölten(20—) 16—. Von 7 S. in DovoSplatz(5—) 4—. Dtfche. Soz. Luzern d. R. F.(30—) 24—. Mannheim II durch Bst. 2 30 U. v. M. 43 39. V. d. unselbständigen S Harakter aus K. a. B.(5—) 4—. Paul Elch. Samaden(4—) 3 20. Allgem. Arb. Ver. Zag(58 50) 46 80. Wenig- Man's C'garrenshop Newpork(12 Doll.) 43 60 durch R. Berggren.— Sektion Buffalo(25 Doll.) 101 78 d. Gen. i. Reich zur Anfeuerung «nd Bismarck zum Trotz. Enrico(50—) 40— von einem der Höchsten — über dem Meeresspiegel. La Billette Paris(100) 80—. Dtschr. Ber. Vevey(50—) 40—. I. Petzler, Kensington(20—) 16— zur Stärkung des Widerstandes. Von der Administration des„Sozialdemokrat" Er. 2500—) Mk. 2000— dritte Rate. In Nr. 5 guittirt: Mk. 7583 19. >uS Amerika v. d. soz. Arbeiterpartei(Fr. 10,000) CourS„ 8019 25. Oben(bis zum 1. Februar) quittirt„ 2631 73. Jnsgesammt: Mk. 18,23417. Die Administration des„Sozialdemokrat". Berichtigung. In Nr. 5 find quittirt unter: E. G. B k r i« d:(Fr. 5.—) Mk. 4. statt(Fr. 3.—) Mk. 2. 40; Schwanden: Fr. 14.—, statt Fr. 11.—; L e v e y: Fr. 40.—, statt Fr. 60.—. Demnach ist die Addition(unter „Oben") statt auf Mk. 2860 79, nur auf Mk. 2859.19 zu v'elaut> baren und sind„Jnsgesammt" statt Mk. 7584. 79 nur Mk. 7583. 19 eingegangen. Das allgemeine Wahlrecht und die Arbeiterklaffe. Mit Recht wird in dem Wahlaufruf der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion darauf hingewiesen, daß der Ausfall der bevorstehenden Reichstagswahl auch verhängnißvoll werden kann für das allgemeine Wahlrecht. Die Elemente, welche «nter der Parole:„Für das Militärseptennat!" heute den Bismarckbrei bilden, sind sammt und sonders erklärte Gegner des allgemeinen Wahlrechts, und Bismarck selbst wird dem- selben mit Vergnügen den Garaus machen, sobald sich ihm eine günstige Gelegenheit dazu darbietet. Der Diäten-Seiher und Bismarckspenden-Verschlucker ist von seiner ehemaligen Schwär- merei fllr das allgemeine Wahlrecht längst geheilt. Dieselbe hielt nur solange vor als die Hoffnung bestand, mittels des- selben ein gefügigeres Parlament zu erhalten als daS, auf Grund des„elendesten aller Wahlgesetze" gewählte preußische Abgeordnetenhaus. Das ist nun heute bekanntlich weder möglich noch auch »öthig. Das Dreiklassenwahlsystem„arbeitet" in einer so un- ibertrefflichen Weise für die Erzielung regierungsfreundlicher Wahlen, daß eS eine wahre Freude ist, und daß Bismarck, als echter Erfolgspolitiker ohne Grundsatz und Charakter, es am liebsten auch für den Reichstag einführen möchte. Seine lah- wen Verwahrungen im preußischen Abgeordnetenhause gegen irgend einen beabsichtigten Streich wider das allgeksteine Wahlrecht hat kein vernünftiger Mensch für baare Münze genom- «en. So etwas zieht nach den Erfahrungen mit den Getreide- Zöllen:c. nicht mehr, zumal heute ein Jeder weiß, was gouvernemental und apportiren bedeutet. Auf jedes Nationalparlament verzichten, geht einfach nicht an. Es handelt sich also für Bismarck darum, demselben den Stachel der Selbständigkeitsgelüste auszuziehen, sei eS durch möglichste Herabdrückung seine« Budgetrechtes, fei eS durch eine solche Aenderung des Wahlsystems, die ihm den Charakter einer wirklichen Volksvertretung für immer nimmt. Am liebsten natürlich durch Beides. Ueber daS Wie der Durchführung dieser säubern Pläne wollen wir uns nicht in weitläufige Vermuthungen einlassen. Daß sie bestehen, da- rüber kann nach den Ausplaudereien verschiedener Offiziösen und der unausgesetzten Stimmungsmache in der gesammtcn Ordnungspresse kein Zweifel obwalten. Grund genug, die Wähler zu warnen und auf die Konsequenzen ihres dieS- maligen Votums aufmerksam zu machen, den Arbeitern zuzu- rufen: seid auf Eurer Hut, mau will Euch be- Pehlen! Welche Aenderungen mit dem Wahlrecht auch Seitens der Feinde der Arbeiterklaffe geplant fein mögen, immer werden sie darauf hinausgehen, dasselbe so zu verändern, daß eS für die Arbeiter zur selbstständigen Benutzung untauglich wird. Es ist das allgemeine gleiche und direkte Wahl- recht mit geheimer Stimmabgabe, dem sie den Krieg erklärt haben. Sie wissen wohl, warum. Anstatt wie Bismarck wähnte, sich als ein Mittel seiner Regierungsdemagogie zu bewähren, ist es in den Händen der deutschen Arbeiter immer mehr zu einer Waffe geworden, die ihnen im Kampf für ihre Emanzi- pation überaus wirksame Dienste leistet, zu einem wirklichen Hebel der sozialen Revolution. Das Wort möchte manchem als übertrieben erscheinen, aber wir schreiben es mit vollem Bewußtsein seiner Tragweite nieder. Selbstverständlich hat auch das allgemeine Wahlrecht seine großen Mängel, und man müßte wirklich sehr kurzsichtig sein, um sie nicht sehr bald herauszufinden. Aber wo gäbe es eine politische Einrichtung, die absolut vollkommen wäre? Wo ein politisches Recht, das nicht bei falscher oder ungenügender Handhabung sich als wirkungslos erwiese oder gar schädlich wirkte? Es ist ein oft in's Feld geführter Vergleich, aber wir wollen ihn dennoch hier wiederholen: Diejenigen, welche das Wahl- recht verwerfen, weil es nicht allen Erwartungen entsprochen, welche sie an dasselbe geknüpft, gleichen dem Planne, der sein Rasirmesser wegwarf, weil er sich einmal damit geschnitten. Die Benutzung des Wahlrechts muß, wie die jeder anderen Waffe, überhaupt jeden Instruments, erst erlernt, durch wieder- holte Uebung erlernt werden. Und fernerhin darf man von dem Wahlrecht keine Wunderdinge erwarten. Es kann nicht ein Etwas ans dem Nichts hervorzaubern, es kann nicht da Sozialisten schaffen, wo bislang keine Agitation stattgefunden oder der Boden für solche fehlt, es kann nur als Gradmesser dienen für Kräfte, die vorhanden sind, nur demjenigen als Waffe nutzen, der es zu benutzen versteht. Das allgemeine Wahlrecht, unter welchem Ausdruck wir selbstverständlich stets das allgemeine gleiche und direkte Wahlrecht mit geheimer Stimmabgabe verstehen, gibt der Arbeiterklasse Gelegenheit, ihren Willen in deutlichster Weise zum Ausdruck zu bringen. Wo dieser Wille nicht vorhanden oder in falsche Bahnen gelenkt worden ist, oder wo durch gewandte Dema- gogen die Arbeiter sich ihre Stimmen abschwindeln ließen, wird natürlich das Wahlresultat den wirklichen Interessen der Arbeiter nicht entsprechen, aber das ist bei jeder Waffe des politischen Kampfes zu gewärtigen, und hört in dem Maße auf, als bei den Massen ein klar bewußter Wille vorhanden ist. Und gerade das Wahlrecht trägt bei öfterer Handhabung dazu bei, diesen Willen immer mehr zu wecken. Das allgemeine Wahlrecht legt den Schwerpunkt der politi- schen Entscheidungen immer mehr in die Hände der Massen und trägt von selbst, durch die zwingende Logik der That- fachen, dazu bei, diesen ihre Macht zum Bewußtsein zu bringen. Das Bewußtsein der politischen Bedeutung ist aber ein gewal- tiger Faktor im öffentlichen Leben. Sobald der Arbeiter erst weiß, daß auf seine und seiner Kameraden Stimme es wirk- lich ankommt, wird er mit viel größerem Selbstbewußtsein auftreten und viel mehr Interesse den Fragen der Zeit ent- gegenbringen, als so lange er sich rechtlos fühlte, wird er zu fordern lernen; während anderseits sich alle Parteien ge- zwangen sehen, den Arbeitern Rechnung zu tragen, ihnen Kon- Zessionen, Versprechungen zu machen. Die bürgerlichen Parteien selbst müssen oft bei den Arbeitern, um sie zu gewinnen, Be- strebungen hervorrufen, denen sie thatsächlich weder entsprechen wollen noch können, und sich auf diese Weise ihr Grab selber graben. DaS ist eS, was das Wahlrecht ihnen so verhaßt, den wirkliche» Kämpfern für die Arbeitersache aber um so werthvoller macht. Bei jedem neuen Wahlkampf zeigt sich die Rothwendigkeit, den Forderungen der Arbeiter Rechnung zu tragen, stärker, sobald die Arbeiter überhaupt erst gelernt haben, zu wollen und ihrem Wollen entsprechend zu handeln. Mit jedem neuen Wahlkampf aber werden auch die Arbeiter darauf hingewiesen, daß sie das Recht und die Pflicht haben, einen Willen zu besitzen. So erweist sich daS Wahlrecht, wider den Willen seiner Urheber, als ein überaus geeignetes Mittel zur politischen Erziehung des Volkes. Eingeführt, um den Demagogen ihr betrügerisches Handwerk zu erleichtern, erschwert es ihnen das- selbe immer mehr. Das Volk nimmt schließlich die Betrüger beim Wort. Daher auck in den Reihen der Letztern der Ruf nach Ber- längerung der LegiSlatur-Perioden. ES ist die Sehnsucht des armen Sünders nach Verlängerung der Galgen- frist oder, um ein andere« Bild zu gebrauchen, die Sehnsucht des Bankrotteurs nach Hinausschicbung de« Zahlungstermins. Diesen zu beschleunigen, erfordert aber selbstverständlich daS Interesse der Arbeiter. Und darum müssen sie jeden Versuch, daS Wahlrecht zu schmälern, als einen gegen sie geführten An- griff betrachten, als ein Manöver, hinter dem das Bestreben lauert, ihre sozialen Forderunzen hintanzuhalten. Die Befreiung der Arbeiterklasse ist nur dadurch möglich, daß diese zum maßgebenden politischen Faktor wird. Die systematische Ausnutzung de« allgemeinen Wahl- rechtes ist der sicherste Weg dazu, sie ist die Erziehung zur politischen Herrschaft. Auf dieses Mittel verzichten, ohne dem Volk ein besseres, dessen Wirkungen erprobt sind, bieten zu können, heißt einen Berrath an der Sache der Emanzipa- tion der Arbeiter begehen. Und grade in diesem Moment, wo der Kampf um daS Wahlrecht bevorsteht, wo die schleichende Niedertracht demselben Fallen zu stellen sucht, heißt es mit doppelter Zähig- keit an ihm festhalten. Das Wort des Dichters„Nichts- würdig ist die Nation, die nicht ihr Alles setzt an ihre Ehre" übersetzt sich in diesem Falle in das Wort: Nichtswürdig ist das Volk, das nicht sein Alles setzt an seine Rechte. Kein Titelchen von seinen Rechten preisgeben, das muß der erste Grundsatz jedes Volkes sein, das sich selbst achtet. Grade weil unssre Feinde, die fanatischen Widersacher der Arbeiteremauzipation, das Wahlrecht hassen und zu beseitigen streben, grade darum halten wir um so fester an demselben. Das Wahlrecht hoch! ist die Parole. Deutsche Arbeiterl Ihr habt gezeigt, daß ihr den Werth des Wahlrechts zu schätzen wißt. Seid daher doppelt auf dem Posten, wo man es Euch entreißen will. Fahrt mit doppelter Energie fort, es zur Geltendmachung Eurer Forderungen zn benutzen, schwingt die Waffe, die ihr so trefflich zu handhaben gelernt, mit doppelter Wucht. Und dann laßt es darauf ankommen, ob Eure Feinde eS wagen werden, Eurem ausgesprochenen Willen entgegen, mit Maßnahmen gegen das Wahlrecht vorzugehen. Aus Italien. Mailand, den 22. Januar 1887. Endlich, nach siebenmonatlicher Untersuchung, haben hier die Schwur» gerichtsverhandlungen gegen die Mitglieder de» Zentralvorstandes der italienischen Arbeiterpartei begonnen. Das Urtheil wird aber jedenfalls noch weitere vierzehn Tage auf sich warten laffen, da zirka 130 Zeugen vernommen werden müsten. Wie den Genossen wohl noch bekannt sein wird, wurde die Partei am 23. Juni v. I. plötzlich durch ein ministerielles Dekret aufgelöst und eine Anzahl ihrer Mitglieder verhaftet. Die Untersuchung wurde geführt auf Grund deS berüchtigten Verbrecher Assoziations-Paragraphen, welcher die Mitglieder von Assoziationen, welche Mord. Plünderung und Brand« stiftung zum Zwecke haben, mit lebenslänglichem Zuchthause bedroht. Auf den ersten Blick erscheint es vielleicht wenig verständlich, inwiefern die Mitglieder der Arbeiterpartei mit einem derartigen Gesetzes-Para« graphen in Berührung gebracht werden können. Aber das kommt zu» nächst daher, weil wir Arbeiter zu wenig„Bildung" besitzen und der scharfen Logik der Herren Advokaten und Minister nicht zu folgen i« Stande sind. Die Sache ist auch ganz einfach: die Mitglieder der Arbeiterpartei machen au» ihren sozialistischen Gesinnungen keinen Hehl, der Sozialts» mus aber ist ohne Gewalt, d. h. ohne Mord, Plünderung und Brand« stiftung nicht durchsührbar, well Wir, die gegenwärtigen Machthaber, nie anderm als der Gewalt weichen werden, orxo: ihr wollt die Gewalt und gehört als„Tnaltattori"(Verbrecher) ins Zuchthaus. So ungeheuerlich es auch klingen mag, so haben dech schon thatsäch« lich verschiedene Verurtheilungen von Sozialisten auf Grund obiger „Logik" stattgefunden, und sehr zahlreich sind die Fälle, wo die Genosse« in Gruppen von 20 und 30 jahrelange Untersuchungshast ertrage» mußten, und erst infolge von freisprechenden Urtheilen der Geschwornen« gerichte ihre Freiheit wieder erlangten. In diesem Falle sollte ei nun allerdings doch etwas anders komme«. Die öffentliche Meinung, besonders in Mailand, war stark für die An» geklagt-n eingenommen, so daß selbst Regierungsblätter, wie der„Cor» riere della Sera", das Vorgehen der Regierung unverständlich fanden. Nach dreimonatlicher Haft wurden sämmtliche Verhafteten wieder auf freien Fuß gesetzt mit der Erklärung, daß keine Verbrecher-Organisatio» vorliege. DaS Dekret der Auflösung der Arbeiterpartei blieb aber nichtsdestoweniger bestehen, und 6 der aus der Hast Snt» lassenen wurden dem Schwurgericht überwiesen, um sich wegen„auf« reizender Reden" zu verantworten. Unser Genosse Kerbs aber, einer der eifrigsten Genossen und Mitbegründer des Parteiorgans„Jl Fasci» Operajo" und der Partei überhaupt, wurde, well Ausländer, aus Jtalie» verwiesen. Die Regierung wollte die junge Partei in ihrer Entstehung vernichte«. Sämmtliche Sektionen derselben, die besondeS in Oberitalien zahlreich waren(im Ganzen 133 mit ca. 25,000 zahlenden Mitgliedern), wurde» aufgelöst und ihre Gelder, Fahnen und Schriften mit Beschlag belegt. Viele Mitglieder, besonders in T u r i n, wurden wie gcmeine Verbrecher unter Polizeiausstcht gestellt und auf diese Weise für immer ruinirt. Daß dasselbe nicht auch in Mailand geschah, verdanken die hiestgm Genossen nur dem energischen Austreten des Advokaten Filippo Tu« r a t i, eines jungen, tapfern, warmfühlenden und überzeugten Genossen, der, als drei unserer Genossen, Arbeiter, die Einladung erhielten, fich dem Polizeidirektor vorzustellen, um die schändliche„Ammonizione" zu empfangen, einen flammenden Ausruf an alle noch nicht ganz versumpften Angehörigen der Bourgeoisie erließ, mit ihm ein Bigilanzkomite zu bilden, um die rechtlosen Arbeiter gegen die infamen liebergriffe ein« freiheiisseindlichen Regierung zu schützen. Der Aufruf that feine Wirkung insofern, als die Verwarnung unserer Genossen unterblieb. Wenn aber die Regierung glaubte, durch ihr infames und brutale« Vorgehen Schrecken und Verwirrung in uns«« Veihen zu bringen, so hat fie fich gewaltig getäuscht. Di« Partei ist allerdings ausgelöst, aber ihre Prinzipien breiten sich nichtsdestoweniger immer mehr au». Schrieb doch dieser Tage ein Bour,eoi»blatt. die hiesige„Jtalia", daß bei einer Verurtheilung die heutigen Angettagte« der Wahl in da« Parlament sicher sein können. Und das können sie aller- ding«, aber nicht nur im Fall- einer Verurtheilung, sondern auf jede« Fall. Das wäre aber auch sehr zu wünschen, damit die Partei endlich eigene, weithin fichtbare und von der Regierung unantastbar« Vetret« " Am schändlichsten von allen Parteien haben sich, wie das auch nicht ander« zu erwarten war. die„Demokraten" gegen un» benommen. Doch hierüber, sowie über den Verlauf des Prozesse» berichte ich das nächst« �«llen Genoffen jenseits der Alpen, die, wie wir, gegen Willkür, Unge« rechtigkeit und Gewalt kämpfen, entbiete ich im Namen der italienische« Sozialisten meinen brüderlichen Gruß! ES leb« die international« Revolution l U n rnalk attore. Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 2. Februar 1887. — Me Wahlschlacht— schreibt man unZ aus Deutschland— ist i« vollem Gang. Wie sich von selbst versteht, bietet der Junker Bismarck Alles aus, um sich ein« Mameluken-Rajorität zu sichern. Und da dies auf geradem Wege nicht möglich, so wird's auf krummem ver- sucht. Berriethe er seine wahren Ziele: unbeschränkte Ausraubung des BolkS, Vernichtung des allgemeinen Wahlrechts, Schaffung eines zäsa- ristischen Absolutismus, in dem der Reichstag nur als Jasage-Maschine figurirt— dann würde natürlich mit Ausnahme seiner Mitraubjunker und sonstigen Gelichters dieser Art kein Mensch für ihn und sein System stimmen. ES bedarf also einer Maske. Schade nur, daß eine paffende nicht leicht zu finden ist. DaS„kaiserliche Heer" als Gegensaß de?„ParlamentSheers" zog nicht. Es war ein zu lächerlicher Wahlruf. Die Richter, Rickert und Konsorten als Nachfolger Cromwells an der Spitze eines streitbaren HeerS, welches die Feinde der Verfaffung niederzuschmettern und den Monarchen aufs Schaffst zu schleppen hat— das war so absurd, daß selbst kein pommer- scher Bauer daran geglaubt hätte. Dieser Wahlruf verfing also nicht. Es gab nur ein Mittel, die Wähler so hirntoll zu machen, daß sie auf den Biimarck schen Leim gingen— und das war ein„Krieg in Sicht". Nur das KriegSgespenst, wo möglich im Bund mit dem Rothen Gespenst, konnte hier helfen. Aber zum Unglück paffirte eS dem Blut- und Eisenmann, daß er in seiner Reichstagsrede zur zweiten Lesung der Militä' vorlag« einmal die Wahrheit sagte, und in der denkbar positivsten Form die europäische Lage als eine durchaus friedliche hinstellte. Hiermit war auf einmal den „entrüsteten" Patrioten der Boden unter den Füßen weggenommen, und mit der Anklage, die Abgeordneten der Reichetagsmajorität hätten die «othwendigen Mittel zur Vertheidigung deS bedrohten Baterlands verweigert, ließ sich nichts mehr ausrichten. Es mußte deshalb etwaö an- der«» ersonnen werden. Doch daS war leichter gedacht als gethan. In seiner Verlegenheit gerieth Bismarck auf den nicht ungewöhnlichen AuS- weg, sich von seinen eigenen Leuten dementiren zu lassen, und in der in- wie ausländischen Preffe auszusprengen, ER — der große Otto— habe durch sein« rosigen Schilderungen nur einen diplomatische« Triumph, nämlich die momentane Beschwichtigung des �Väterchens" an der Newa, erreichen wollen— in Wirklichkeit sei die Lage sehr schlimm, und müßten wir jeden Augenblick auf einen Welt- brand gefaßt sein. Und zur Unterstützung dieses offiziösen Manöv-rS wurden dann sofort Dutzend« von kriegerischen Nachrichten auSgeheckt. Die Franzosen bereiteten AlleS zu einem Einfalle in Deutschland vor, {t errichteten Lager an unserer Grenz«, und kauften— o des Hohns— ie Bretter für die Lager-Barracken bei unS Deutschen; sie kauften Pikrin und Schwefelsäur« in Deutschland, um dt« Melenitbomben zu füllen, mit denen die vom Reichstag unbeschlltzt gelaffenen deutschen Spieß- und anderen Bürger in Fetzen zerriffen werden sollten; sie kauf- ten Pferde in Deutschland auf, um die zur Unterjochung Deutschlands bestimmten Horden beritten zu machen—«in Pferdeausfuhrverbot werde Nächstens ergehen müffen— und wie sonst die haarsträubenden Alarm «achrichten alle lauten mochten. Den Angstmeiern beiderlei Geschlechts — und daS sogenannte starke ist noch zahlreicher vertreten als das so- aenannte schwache— wurde es schon ganz banglich zu Muthe, trotz der Mahnungen der n i ch t reptilifirten Preffe, daß diese Alarmnachrichten «ur gemeine Wahlmanöver seien. Da wurde da» hübsche Spiel durch die sprichwörtliche Ungeschicklichkeit der Bismarck'schen Preßhusaren wieder verdorben: in ihrem Uebermnth schrieben sie in ein englisches Blatt, welche« in Bezug auf den Reptilthaler dem Grundsätze des non «Ist folgt: die Rüstungen der französischen Regierung hätten in Berlin einen so üblen Eindruck gemacht, daß Fürst Bismarck von der fcanzöst- fchen Regierung Aufklärungen verlangt habe. Und diese Notiz wurde »erartig ausgeputzt, daß jeder Nicht-ingewechte ihr einen offiziösen Eha- »akter beilegen mußte. Die Wirkung war auch eine große. Mancher, der bisher gezweifelt hatte, fing an, die Situation für bedenklich zu halten — die Wahlaktien der Regierung waren entschieden im Steigen. Allein leider wirkte die Nachricht auch nach einer Veit« hin, an welche die Preßbusaren nicht gedacht hatten. In Pari« nahm man die Sache ernst und stellte an die Reichsregierung da« freundschaftliche Ersuchen, die — natürlich erlogene— Nachricht autoritativ für falsch zu erklären, damit die dff.ntlich« Meinung der beiden Länder sich wieder beruhige. Und Fürst Bismarck, der vor die fatal« Wahl gestellt war, entweder vor Ouropa al« der Friedensstörer dazustehen, oder sein eigenes Wahllügen- «etz zu zerreißen— zog klugerweise da« letzter- vor, und dementirte seine Preßhusaren, d. h. sich selbst, in seinem Pindterorgan. Wai bei- Utufig noch nicht dagewesen ist. Und da« war nicht genua de« Mißgeschicks. Sein Fmanzlakai Scholz Roß sich im Landtage von Wmdthorst auf« Ei« locken, und machte sehr kompromittirende Gefiändniffe in Bezug aus die geplanten Monopole. Um diese vettse wieder gut zu machen, inszenirte Junker Otto einen FeuMeton. Per ßntWurf der Menschenrechte von Jean gfaut Marat. Von Haß. E» ist ein« alte Liebhaberei von mir, die vergilbten Folianten der bssentlichen Bibliotheken durchzuschmöckern, um alte, vergeffene Urkunden der Kämpser für die Unterdrückten auszusuchen. Bor längerer Zeit bracht« ich in unserem Organ den ältesten sozialdemokrattschen Aufruf an« dem Bauernkrieg«. Jetzt ist mir eine ziemlich vollständige Sammlung der Werke I. P. Maral'« in die Hände gefallen. De»„schmutzigen Bluthunde« Marat", de« Menschen„ohne Kennwiffe, Wiffe« und Begriffe", wie er von den Geschichtschreibern der herrschenden Klaffen genannt wird. E« möge genügen, anzuführen, daß Marat«in sehr tüchtiger Arzt war, «nd daß sein, Werk« über Elektrizität, Feuer und Licht, worin er seine eigenen Forschungen aus diesem Gebiete schildert, zum Theil auf Kosten der französischen«kademie der Wifsenschasten veröffentlicht worden sind. g. P. Marat wurde am 2«. Mai l?« in Genf geboren, studirte in Frankreich Medizin, bereiste England— wv er sofort in den polttischen Kampf«intrat— und andere europäisch« Staaten und betheiligte sich 178» in Pari» an dem Kampf de« Volke« um die Bastllle. Der König Ludwig XVI. hatte der Geldnoth wegen eine BoklSver- tretung einberufen. Di« Bei treter der Bürgerschaft wußten die Vertreter de« Adel» und der Geistlichkeit zu überwinden, vi« Revolution— zuerst monar- chisch-konstiwtionell— hatte mtt der Einnahm« der Bastill« gesiegt. Die Volksvertretung arbeitete«ine Verfaffung au»(1789) und stillte die Recht- der Bürger fest; Marat brachte«inen Gegenenlwurf«in, welchen er Unter dem Titel:?rojst äs äöolaratioa äs» Droit« äs I'Homms »t äa Citvxsn"(Entwurf einer Erllärunq der Rechte de« Menschen und Bürgers) veröffentlichte. Mit diesem Werk« beschäftigt sich gegen- «ärtiger Artikel. Gefällt er Euch. Senoffen, so lasse ich»och einige Auszüge au« an- deren Werken Marat'S folgen. Marat gab sodann eine volkSthümliche Zeitung,„Der Volk« freund". heraus. Nachdem da» Königthum gänzlich gestürzt, wurde er in die Nationalversammlung gewählt. Man kann nicht sagen, daß er seine nationalliberalen Kollege«, die Girondist-n, in seinem Journal sonderlich geschont hätte. Ihnen,„den bezahlten Dienern der Reaktion, den Schönschwätzern, die nur sich selbst beweihräucherten, nicht aber das Wohl des armen Volkes anstrebten", maß er die Schuld an dem ganzen nationalen Unglück der Revolutions- zeit bei. Als einer der Ersten, welche wegen Beleidigung der Rationalver- sammlung vor das R.volutionstribunal gestellt worden, wurde Marat uNtir dem Jubel der Pariser Bevölkerung freigesprochen, aber bald jener parlamentarischen TöeaterkoupS, die wir schon auswendig kennen — er ließ irgend einen Strohmann eine Debatte beginnen, erschien dann alS äeas ex rnachina, und— hielt eine vorbereitete Rede. Es sei falsch, was man ihm bezüglich des Schnaps- und des Tabaksmonopols unter- schiebe u. s. w. Von der auswärtigenLage kein Wort. DaS französische Ersuchen um Widerlegung der Lügennachricht war gerade angelangt, und das gewünschte Demenii schon beschlossen— unter solchen Umständen ließ stch auch bei dem besten Willen keine chauvinistische Hetz- rede halten. Und die einfach« Thatsache, daß Fürst Bismarck in einer, mitten im Wahlkampf gehaltenen Wahlrede der auswärtigen Politik gar nicht erwähnt, ist der denkbar sicherste Beweis dafür, daß die auswärtige Lage Alle? ist, nur nicht bedrohlich. Das Bismarck'sche Wahlspiel ist demnach gründlich verdorben— um so gründlicher, als die Verleugnungen des Schnaps- und Tabaismonopols an Schärfe und Klarheit sehr viel zu wünschen übrig ließen. Fast noch schlimmer, wie mit dem Kriegsgespenst, ist es dem Blut- und Eisenmann mit dem Rothen Gespenst ergangen. Während die S p a r r> sch-n Dynamitbomben die einzige Wirkung gehabt haben, Herrn Jhring Mahlow in Erinnerung zu bringen, hat der Verlauf und Ausgang des FrankfurterSozialistenprozesses dem herrschenden Polizei- system, welches den Haupttheil deS Bismarchschen Regierungssystems bildet, einen geradezu betäubenden moralischenSchlag ver- setzt. Was, so rief ein Jeder aus, sind da« die Verbrechen und Ver- brecher, um derentwillen vor drei Monaten der kleine Belagerungszustand über drei Wahlkreise verhängt wurde? Der Thatbesiand des Frankfurter Sozialistenprozesses war bekanntlich auch der Thalbestand, auf welchen die Verhängung des„Kleinen" moti- virt wurde. Und nun ist durch die Gerichtsverhandlung erwiesen, und der Gerichtspräsident fand sich gedrungen, es ausdrücklich hervorzuheben, daß überhaupt kein« umstürzlerische und hochver- rätherische Handlungen und Pläne vorliegen. Die Herren Bismarck, Puttkamer und Konsorten, welche zu rhren reaktionären Zwecken den kleinen Belagerungszustand brauchen, sind sonach durch den Frankfurter Sozialistenprozeß und den Spruch der Frankfurter Richter als Lügner hingestellt worden. Ja al« Lügner— es gibt kein andere« Wort. Und noch einmal: als Lügner. In der That kein guter Anfang der Wahlkampagne l — Die Schlagfertigkeit, mit der u n s r e Genossen i n A m e rika diesmal in den Wahlkampf der deutschen Sozial- demokratie eingegriffen und sofort, als Antwort auf die ReichstagSauflösung, 10.000 Franken, denen wahrscheinlich noch weitere Sendungen folgen werden, für den Wahlfonds aufbrachten, hat mit Recht überall Bewunderung erregt. Wenn man bedenkt, was alle« unsre Ge- nassen drüben im abgelauienen Jahre geleistet haben, welche Opfer für streikende oder ausgeschlossene Kollegen, für Gemaßregelte und Berur- theilte, für ihre englische und deutsche Preffe, für die Liebknecht-Loelingsche Agitationstour, sie gebracht und noch fortwährend bringen, dann wird man uns unbedingt zustimmen, wenn wir sagen, daß der Opfermuth drüben, im„Lande des Dollars", um kein Haarbreit geringer ist al« in Deutschland selbst, wo augenblicklich der heißeste Wahlkampf wüthet. Wrr fürchten ein Unrecht zu begehen, wenn wir au« den bei UNS bis jetzt eingelaufenen amerikanischen Zeitungen Einzelnheiten herausgreifen wollten. WaS geleistet wurde, war, wie uns scheint, nur möglich, weil Alle ihre Pflicht thaten. Die sozialistische Tagespress« und das Partei- organ der„Sozialist", das Exekutivkomite der Partei wie die Mitglieder derselben— ihnen allen gebührt der Dank— n«in, nicht der Dank, denn den würden sie alS überflüssig zurückweisen, wohl aber die vollste Anerkennung von Sellen unserer Partei, und sowett wir befugt sind, im Namen derselben zu sprechen, mögen dies« Worte ihnen als Dolmetscher dessen dienen, waS Hunderttausende deutscher Arbeiter beim Lesen der Depesche der Nationalexekutive der Partei empsunden haben. Wie erbärmlich stehen gegenüber diesem bewunderungswürdigen Akt ungebrochenen SolidaritätSgeiste« die Bismarck, Puttkamer und Konsorten mit ihrem S ch a n d g e s e tz da. Sie wollten unsere Partei schwächen durch brutal« Entziehung von Kräften, durch Ruinirung möglichst vieler Existenzen. Nun wohlan, sie haben Tausende von Existenzen schwer geschädigt, sie haben einen großen Theil unserer thätigsten Senoffen. un rer eifrigsten Agitatoren außer Lande«, zur AuS- Wanderung getrieben. Und wa» haben sie erreicht? An die Stell« der Vertriebenen sind sofort neue Kräfte auf den Kampfplatz in der Heimath getreten, die verjagten alten Kämpfer aber haben in der neuen Heimath sofort daS Propaganoawerk fortgesetzt, und eine neue Armee geschaffen, die jetzt von drüben her ihre kämpfenden Brüder mit Muni. tion versorgt. Ohne Sozialistengesetz wäre der Sozialismus in Ame- rika keinenfalls, in England schwerlich so well alS er heute ist. Denn heute sind eS die Deutschen, welche die ehrenvolle Rolle ausfüllen, die man ehedem den„Polen, Juden und Franzosen" zuschrieb, heute find die deutschen Arbeiter dt« internationalen Aufwiegler. Und da sage man noch, daß die Wilhelm— denn der alte Betbruder hängt ganz besonders zäh am Sozialistengesetz— daß die Wilhelm, die Bismarck, die Puttkamer nicht wirtlich ein Theil seien„von jener Kraft, die stets daS Böse will und doch daS Gute schafft!" darauf, am l». Juli 1798, von einer Sx-Adeligen, Charlotte Corday d'Arman«, erstochen. Der Entwurf der Erklärung der Rechte de« Menschen und Bürger« au« dem Jahre 1789 von Marat gibt«in ansch iuliche« Bild der Be. strebungen diese« Mannes. ES sei mir erlaubt, die wichtigsten Punkte derselben in deutscher Uebersetzung anzuführen. Selbst auf die Gefahr hin, daß die Redaktion wieder ein dickeS Frage- zeichen dabei macht, erkläre ich nach eingehenden Studien der Warat'schen Werke und Schriften im Original: Marat war nicht nur ein edler und selbstloser Charakter,«in Mann von reinen Sitten, sondern auch in jedem Zuge ein begeisterter Vorkämpfer der Sozialdemokratie.*) „Die gegenwärtig« Rattonalversammlung", so beginnt Marat,„arbeitet augenblicklich eine Verfaffung auS, an deren Spitz« eine Erklärung der Menschenrechte steht, allein ich muß sagen, Entwurf und Erklärung ver- rathen ihre Urheber, die wirklichen Volksrechte find vernachläffigt, aus- geopfert, ja geradezu mit Füßen getteten, und zwar hauptsächlich da- durch, daß dem Königthum viel zu viel Macht«ingeräumt worden ist. -- Ich habe daher einen Gegenentwurf auSg-arbeitet und eingereicht, welcher jedoch von Jenen unbeachtet geblieben. Ich lege ihn hiermit dem Volke vor: Di« Recht« de» Menschen. Jedem Menschen find gewiffe Bedürfniffe de« Leben« angeboren. Jeder Mensch trägt in sich das Bestreben nach menschlichem Wohlbefinden. Diese Bedürfnisse und Bestrebungen find die Triebfedern jedeS Forischnils unseres menschlichen Geschlechts, leider aber auch die dunklen Quellen der Unterdrück- ungssucht in jeder Gestalt, welche die natürlich« Ordnung der mensch- lichen Gemeinschaft stören. Da nun die Natur und die Menschheit alle« Dasjenige im Ueberfluh hervorbringen, was zur Ernährung, Bekleidung und zum allgemeinen Wohlbefinden des menschlichen Geschlechts nöthig ist, so hat jeder Ein- zelne da« Recht, soviel von den Gaben der Natur und den Ergebnissen der menschlichen Arbeitskraft stch anzueignen, als er zu seiner und seiner Familie Nolhdurft bedarf. Er hat somit das Recht, einem Andern seinen Ueberfluß zu entreißen. Ja gewiß l Statt in Elend umzukommen, sollte daS Volk dem Priesterthum und seinen anderen Blutsaugern daS- jenige abnehmen, waS ihm zu seiner LebenSnothdurst fehlt. Nieder mit den Borurtheilen! Entweder beweist uns, daß da« angeborene Recht de« Menschen nicht vorhanden ist, oder gebt die einfach- Folgerung zu. Natürlich fieht dem Volk auch das Recht der Gewalt zu. wenn die uo- *) ES thut un« leid, aber wir können unserem Genossen da«„dicke Fragezeichen" nicht eriparen. Marat war ein Revolutionär und Demokrat, sein« anscheinend sozialistischen, bezw. kommunistischen Ideen aber sind sehr vager Natur und entsprechen lediglich den Freiheit«- und Gleich- HettSoorstellungen der radikaleren Vertreter des Bürg-ithum», das damals eben noch revolutionär auftrat. Ran lese nur, wie heftig derselbe Marat rineS schönen Tages gegen die Maurer loSzog, al« dies« behus« Lohnerhöhung die Arbeit einzustellen drohten. Die Redaktion des„Sozialdemokrat". — Auch unsre frauzösischen Geuoffeu wollen es nicht be� bloßen Sympathie-Erklärungen für die unsrer Partei de« vorstehende W a h l s ch l a ch t bewenden lassen, sondern haben Schritt» gethan, ihre Solidarilät durch Zuführung materieller Kampf« mittel zu beweisen. Der Pariser„Secialiste" bringt an der Spitz« seiner letzten Nummer einen Aufruf„Zu den Waffen!" überschriebet� in welchem es am Schluß heißt: ...„Arbeiter Frankreich»! Die Arbeiterpartei, welche in D utschleud mit Wahlzettelschüssen gegen das Bismarckthum kämpft, ist dieselbe Sozialdemokratie, die vor 19 Jahren, mit Bebel, Liebknecht und Jacoiy an der Spitze gegen die Fortsetzung des Krieges nach Sedan war, und welche die gewaltsame Annexion Elsaß-LothringenS als«in am Volk« begangenes Hochverrathsverbrechen kennzeichnete. Sozialisten Frankreich«! Diejenigen, welche vor einigen Tagen de« Hohenzollern erklärten, sie würden für einen neuen Krieg weder eine» Mann noch«inen Groschen bewilligen, sind Revolutionäre wie ihr. Sie kämpfen denselben Klassenkampf! Sie wollen wie ihr und wie wir de» letzten und schlimmsten Sklaverei, dem Lohnlystem, ein Ende machen. Wie ihr erstreben sie eine neue Gesellschaftsordnung, welche die Produktionsmittel und die Bertheilung des E träges den müßigen Eigen- thümern nimmt, sie der Spekulation entreißt und sie zum allgemeine» oder Gesellschasts Eigenthum macht. Eine Gesellschaftsordnung, welche statt deS Elends, der Dienstbarkett und der Unordnung das Wohls«« und die Freiheit Aller schaffen will. Ihnen nicht beizustehen in dem Kampf, der sich ihnen heut aufzwingt, sie dem herrschenden Kapitalismus, der ihre Organisationen ausgelöst, ihre Blätter unterdrückt, ihre Kassen geplündert hat, ohne Hülse zu überlassen, hieße un» selbst verrathen und die groß- Sache der inte», nationalen Befreiung der Menschheit, für welche so viele der Unfern i« Juni 1848 und März, April und Mai 1871 heldenhaft gefallen find, schnöde im Stich lassen. Zu den Waffen denn I DaS heißt zu unseren Taschen, zu dei% was uns in diesen, durch die Streiks von Derazeville und Vierzon und durch spitzbübische Ausbeuter und Herrscher erschöpften Taschen noch geblieben. Steuern wir unser Scherflein bei, stopfen wir damit die Flinten u», serer Waffenbrüder jenseits der Bogesen. Und dann möge die von dies« Seite der Grenze abgefeuerte Salve das kaiserliche und kapitalistisch« Deutschland ins Herz treffen und vor den erschreckten Blick-n der Ausbeuter die internationale Arbeitersolidarität bekräftigen, diesen nothwe»» digen Hebel der sozialen Revolution." Der„Socialiste" selbst eröffnet diese Sammlung mit Fr. 40. Fern« haben eine große Zahl revolutionäre und sozialistische Zirkel in Parti und in der Provinz Resolutionen gefaßt, in welchen fie der deutschen Sozial- demokratie ihre Zustimmung zu ihrem Austreten im Reichstag kundgebe» und den Wunsch ausdrücken, daß dieselbe aus dem Wahlkampf si greich hervorgehen möge. Di« meisten unter ibnen haben ebenfalls Sammlunge» zu Gunsten de« Wahlfonds der deutschen Sozialisten eröffnet. Könne» wir auch unter de» obwaltenden Verhältnissen keine großen Summe» erwarten, so werden wir darum doch den großen politischen Werth dieser Solidaritätsbezeugungen nicht geringer achten. Ei lebe di« International«! — Norddeutsche Allgemeinheit. Bismarck i Kuanoblatt hat di« Frechheit gehabt, tn seiner Nummer vom 2S. Januar folgende Pindieret vom Stapel zu lassen: „Hiesige Blätter nehmen Notiz davon, daß da» offizielle Organ d« deutschen Sozialdemokratie, der Züricher„Sozialdemolrat", bereits übe« 5000 Fr., die bei ihm zu Wahlzw.cken eingegangen seien, quittirt hält«. Hierunter befänden sich allein 4000 Fr., welche der„Sozialdemokrat" selbst in die von ihm aufgelegte Liste subskribirt habe. Der letztere Punkt klingt sehr unwahrscheinlich. Die sozialdemokratischen Agttatoren, welche tn Zürich den„Sozialdemokrat" lenken, müßten gänzlich den diesem Be« rufe eigenen Charakter verleugnet haben, wenn jenes Blatt eS zu solch« Erssparniss-n gebracht haben sollte." Dazu bemerkt die Wiener„Gleichheit": „Die widerwärtige Gemeinheit und V-rlogenheit dieser Notiz ist nicht da« ausschließlich BemerkenSwerthe an ihr; fie ist wo möglich noch m»h» dumm al« gemein. S« ist doch schon mehr abgeschmackt alt niederträch« tig, den„sozialdemokratischen«gitaioren" nachzusagen, sie„mästen stch von Arbeitergroschen", wie da« vor Jahren Mode war. Wir glaube», daß daS nicht einmal mehr bei dem Publikum der„Norddeutschen All«. Zeitung" zieht. „Wenn der Herr„Kommissionsrath" Pindter, der Redakteur diese« Blattei, von dem Sehalte leben müßt«, den die Genoffen b-ziehen, welch« den„Sozialdemokrat" leiten, würde er wohl bald di« Lust verlieren, di« Ideal« seines BlatteS zu vertreten; allerdings find fie auch darnach t UebrigenS begreifen wir vollständig de« Aerger der Kostgänger de» „ReptilienfondS", wenn fie sehen, daß ein Blatt, dessen Verbreitung mit den größten Strasen belegt wird, noch einen Gewinn abwirft, der über« die«, wa« ihnen ganz unbegreiflich sein muß, nicht gestohlen, sonder« fü« die Partei verwendet wird. Der Fall ist in der gesammten Bourgeois- presse aller Länder allerding» ganz unerhört. Zur Richtigstellung füge» rechtmäßigen Besitzer der dem Volk durch List und Gewalt gestohlene» Pfründen dem nothleidenden Volk solche vorenthalten und nicht in Süt« herausgeben wollen. Ebentogut wie der Mensch da« Recht hat, sein Leben und sein« Freiheit mtt den Waffen in der Hand gegen sein- Unterdrücker z» verihrt« digen, ebenso hat er auch da« Recht, da» ihm zu seiner Erhallung Roth« wendige zu beanspruchen. Selbflv-rständüch ist«S, daß dies« Antheile an dem Gesammtbesitz,»» den Gaben der Natur, allen Menschen gleichmäßig zukommen. Die Rechte deS Bürger«. Das Recht de« Bürger« eine« freie» Staate» ist nur begrenzt, wo daffelbe anfängt, einen N-bendürger ,» schädigen, denn die natürlichen Rechte de« Menschen beruhen aus Seaen« settigkeit. Jedermann hat die natürlichen»echte seine« Rebenmenjche» anzuerkennen, zu beachten, nur dadurch allein bleibt Jeder in dem friedlichen Genuß seiner eigenen. Der soziale Bertrag heiligt diese Rechtem Gleich wie die Rechte der Natur, müsse« auch die Recht« der Bürgee sein. Der Staat hat un« zu garantiren: Persönlich« Sicherhett, d. h. Schutz gegen Unterdrückung, persönlich« Freiheit, d. h. da» Recht de» Ausübung imserer physischen und geistigen Fähigkeiten. Gewährung d»« rechtmäßigen AntheilS am nattonalen Vermögen. Möglichste Gleichheit in Erlangung aller StaatSämter u. s. w. Der heutig« Zustand muß abgeschafft werden. Denn nicht der wahre Berdienst gelangt gegenivärti> zum Wohlbefinden, sondern der Besitz: und nicht der Edle gelangt zum Reichlhum, sondern der Schlaue, der Gewandte, der Hinterlistige. Wem diese Eigenschaften mangeln, und wer nicht im Besitz anererbter Reich- thümer stch befinde», der wird selten mehr al» sein nothdürstigei Durch- kommen finden. Während die Reichen aber die allseitige Bewunderung genießen u»ch sich aller Schönheiten der Welt erfteuen können, während sie forder» und befehlen, hat der Arm« alle Leiden und Mühseligkeiten da« Dasein» zn ertragen. Alle niederen, ekelhaften, gesundheitswidrigen und g-sahw vollen Arbeiten liegen ihm ob; dazu bürgerliche Knechtschaft und de» Lasten der Abgaben. Die Freiheit selbst, die man gegenwärtig ausrichtet, ist sie geeign-ch dem Armen seine Lage zu erleichtern? Nicht im Mindesten. Möte» Revolutionen über Revolutionen eintreten, keine einzig- erlöst ihn au» seiner dunklen Existenz. Da» Höchste bei einer guten Staatsverwaltung ist, daß der Arme sein Stückchen schwarze» Brvd etwa« billiger bezahlt- Der Staat soll erst noch ausgerichtet weiden, wo daS Glück de» Einzelnen von seiner Arbett, seinem Talent und seinem Genie abhängt, erst da wird di« arbettende Klaff« für ihre»rbeit«ine menschenwürdig« Nahrung. Bekleidung und Wohnung finden. Da werden die Arbeiter Hilf« bei Krankheit, ein sorgenfreies Alter nach einem arbettsamen Lebe» und ein« ausreichende Erziehung für da» heranwachsende Geschlecht genießen. Wo«rbeit die Quell« alle» Wohlbefinden» ausmacht, wird nur«i» Blödsinniger sich derselben zu entziehen suchen. Stürzt st« um, die heutige Gesellschaft, in welcher nur wenige Privt» legttte sich des Müssigqange». des Gepränges und des Vergnügens er- freuen und sich im Befitz derjenigen Güter befinden, welche von Recht»» weten den W'ttwen und Waffen zukommen. Der gesunde Menschenverstand und die Gerechtigkeit fordern eine Bertheffung de» ileberflußeS der Große« 4«m i«i, daß die erste Rate des„Sozialdemokrat" für den Wahlfonds !« nicht«X)<1 Franken, sondern 4000 Mark beträgt." Wir haben diesen treffenden Bem!rkunzin unires Bruderorgans nur noch hinzuzufügen, daß eS einem Blatt, defs-n Protektor sich vom ver> fchuldeten Landjunker zum dutz�ndsachen Millionär emporgespart hat, nnd das selbst aus dem, dem Welsenkönig abgesparten Fond ge> speist wird, allerdings ganz unglaublich vorkommen muß, daß andere Leute das„Sparen in die eigne Tasche" nicht verstehen sollten. Wir bösen Sozialdemokraten sind ja aber nicht nur Feinde des Eigenthums, sondern, «as noch viel schlimmer, der Moral. Und die„Moral ist das Höchste", sagt Puttkamer mit dem doppelten Gehalte und der zweifachen Mreths- «ntschädigung. — Ein vortrefflicher Gedanke. Indem sehr loyalen„General- Anzeiger für Leipzig und Umgegend" finden wir in der Rummer vom 21. Januar«in Heinrich Dietz unterschriebenes In- jerat folgenden Inhalts: „Um den Herren Franzosen die Lust zum Kriege mit Deutschland zu benehmen, muß Krieg mit Frankreich die gänzliche Umge Kaltling der Vermögens- und Machtverhältniffe aller Per- fönen in Frankreich, welch« für den KriegdurchWort, Schrift und That gewirkt, bedeuten.— Errichtung einer franchsischen Nebenregierung der Friedliebenden und «ildung einer Bollstreckungiarmee. eine Art Kommune, beide zur Beseitigung der Kriegslustigen in Frankreich Hand in Hand gehend. Zweck: Konfiskation des Vermögens Aller, welche durch Wort, Schrift und That dem Krieg in irgend einer Weise Vorschub leisteten, zur Deckung der Kriegskosten und Ersaß dei durch den Krieg verursachten Schadens. Di« neue französische Regierung spricht die Annullirung aller französischen Staatsschulden aus, da dieselben zu Kriegs- zwecken verwendet worden. Borgt nicht zu unmoralischen Zweck n. Hier- durch wird den Vermögenden die Rente entzogen. Alle Personen, welche Ilr den Krieg gewirkt, sind für ihr« Person zu bestrafen und verloren ie Berechtigung, in Staatsangelegenheiten zu wählen oder gewählt zu werden." Wir erklären uns mit dem Vorschlag des Herrn Dietz— der Mann ist, wenn wir recht berichtet sind, seines Zeichens ein ehrsamer Papier fäbrikant— vollständig einverstanden, und können Herrn Dietz im Vor «us versichern, daß auch unser« französischen Gesinnungsgenossen ihn Mit Vergnügen akzeptiren werden. Nur werden sie die Erwartung aus sprechen, daß, wie es nicht anders recht und billig ist, der Vorschlag »uch für Deutschland gelten soll. Und Herr Dietz wird gewiß nicht den Verdacht auf sich laden wollen, als echter Phanjäer nur den Splitter der Fianzosen ausziehen, den deutschen Balken aber unbehelligt lassen zu «ollen. Rein, er wird uns zustimmen, daß was den französischen Bis- wärckern recht, den deutschen Derouledisten billig ist, und auch für die letzteren strengste Bestrafung, Konfiskation ihrerVer- mögen ic. fordern, falls ihre Hetzereien zum Krieg führen. Per fön- lich« Haftbarkeit— hüben wie drüben. .— Die strenge Vestrafung der nichtswürdigen Kriegshetzer kst in der That eine Forderung, für die in jedem Volke ernsthaft Pro- tzaaanda gemacht werden muß. Und da hat das deutsche Volk bei sich zu Hause mindestens so viel zu thun als die Franzosen in ihrem Lande. Gerade in diesem Moment verbreitet das Wolff'sche Telegraphenbureau wieder«inen Auszug au« einem Lettartikel der Berliner„Post", der an Kriegshetzerei Alles übertrifft, was seit der berüchtigten Emser Depesche gelelstet worden ist. Es ist ein wahrhaft hundsfötttscheS Spiel, «ai die Bismarck'fchen Reptile— und der Reptilcharakter der„Post" »ud der Wolff'sche» Depeschen- Agenwr sind bekannt— sich da mit dem deut chen Volke zu treiben erfrechen— nur, um«ine Majorität zusammen- zubringen, wie Bismarck sie haben will. Systematisch suchen fie immer wieder von Neuem daS deutsche Volk in eine fieberhaste Erregung zu »ersetzen, ihm den Glauben beizubringen, der Krieg sei u n v e r m e i d- lich und sein Ausbruch stehe nahe bevor. Durch solch fri- »oles Wolf! Wolf l Rufen beschwören fie aber gerade die Gefahr herbei, die sie angeblich verhindern wollen. Denn sie erwecken im französischen Publikum die gleiche Furcht, und von der Furcht zum Haß ist nur ein Schritt. Do wird immer neuer Zunder aufgehäuft, bis dann allerdings dt« Explosion unvermeidlich wird. Wenn man nun bedenkt, worüber in fachwissenschaftlichen Kreisen all« Sttmmen einig sind, daß der nächste Krieg noch viel, viel mehr Blut kosten wird als alle früheren, wenn man bedenkt, wie viel Opfer an Leben und LebenSglück auf dem Spiele stehen, dann wird man erst inne, «ie schurkisch'gewifsenlos das oben gekennzeichnete Spiel ist! Wir sind sonst keine Verehrer von gewaltthätigen Rekriminationen. Aber für die Buben, die so muthwillig zum Krieg provoziren, kommt uns keine Strafe hart genug vor. Mögen fie sich das gesagt sein lassen: Aus ihr Haupt nnd über ihr Haupt die Verantwortung für jeden Tropfen Blutes, der infolge ihrer Provokationen vergoffen werden «n Diejenigen, denen es an Allem mangelt; denn der brave Mensch, den die menschliche Gesellschaft Roth leiden läßt, bei vorhandenem Ueberfluß aus der anderen Seite, hat in seiner Roth und Hoffnungslosigkeit daS Recht, in den natürlichen Urzustand einzutreten und mit den Waffen in per Hand das zur Erhaltung seiner Familie Nothwendige zu fordern. Jede Autorität, welche sich dem entgegensetzt, ist Tyrannei, und jeder Richter, der eine solche Handlung mit dem TodesurtheU belegt, ist ein Mörder.--- Jede bürgerliche Gemein'chast wird gebildet durch die Zuliimmung der Mitglieder. Jede Gemeinschaft muß eine gewisse Organisation besitzen. Sne gute Organisation kann nur auf folgenden Grundsätzen ausgebaut Kin: Die gesammte Bürgerschaft eines Staate« ist der wahr« Souoerän. Da aber die Verwaltung gewisse Organe befitzen muß. so bestimmt tzai Volk durch den Wahlakt ein« Vertretung. Alle Bürger haben gleiche« Wahlrecht. Frauen und Kinder werden durch ihre F-milienhäupter re. präsentirt. Kein Volksvertreter, kein Beamter, kein Minister, der nicht au« der Volkswahl hervorgegangen. Die Macht der Beamten ist nur eine ihnen auf eine gewiss« Zeit übertragene Funktion. Keine Erblichkeit der Aemter, je kürzer die Dauer der Wohlzeit, um so bess r. Ein Ge, «ählter, welcher dem Willen feiner Wähler nicht entspricht, kann»on Letzteren abberufen werden. Alle Gewalten und ihre Machtbefugnisse müssen genau bestimmt und streng begrenzt sein; daS größte öffentliche Unheil ist die Unabhängigkeit »er Volksvertreter von ihren Wählern. Ein von der Nationalvertrewng erlassenes Gesetz hat nur erst dann Siltigkeit, wenn das gesammte Volk dazu seine Zustimmung ertheilt hat. Nur wer zehn Jahr« Volksvertreter gewesen ist, darf Minister weiden können. Die Verwaltvng, die Justiz, die Polizeigewalt und die Militärgewalt dürfen weder in einer Hand ruhen, noch unter derselben volksvertreten- de« Gesellschaft stehen. von den übrigen Theilen des Entwurfes führe ich nur noch die For- derung der absoluten Religionsfreiheit und die Forderung der freien Schule an. Die übrigen Punkte übergehe ich. Es war mir darum zu thun, das Andenken Marat's wieder in«in gutes Licht zu stellen. Sicher war er ein Sozialdemokrat, wie er bei dem damaligen handwerksmäßigen Betrieb der Industrie es nur sein konnte.„ „Der soziale Vertrag", sagt er,„ist ein gegenseitlger unter allen Gliedern de» Staates. Jedermann muß die Menschenrechte des Anderen respek- tiren, wenn er die seinige geachtet wiss-n will. Respekt dem Souverän, Gehorsam den Gesetzen, willige Theilnahm« an den öffentlichen Lasten, Unterstützung der Unterdrücklen, Wohlwollen gegen seine VollSgen offen, Liebe zum Vaterlande, wo diese Grundsätze herrschen, wird das Volk glücklich und das Staatswesen gleich weit von Despotidmu« wie von der Anarchie sein". sollte. Mit Gut und Blut mögen sie verantwortlich gemacht werden für die Folgen ihres infamen Treibens. — Won trifft die Schiild? Einen besonderen Triumph gegen den aufaelostcn Reichstag cila ihen die Bismärcker dadurch auszuspielen, daß sie hervorheben, die Mrjorität gegen das Septennat sei nur dadurch mögiich gewesen, daß die Polen, die E l s ä s s e r, die Welsen ic. mit derselben gestimmt— das Schimpfen auf den„polnischen Reichstag" ist jr ein bei ihnen besonoers beliebtes Retier geworden. Wir wollen nun nicht die Frage aufwerfen, warum sich eben dieielben Leute denn die Bundesgenoss nlchait der Elsässer, wenn es sich um In dustriezölle, und die der Polen, wenn es sich um Getreide, olle hanoelt, so gern gefallen lassen, sondern nehmen sie einmal beim Wort und lassen die Polen, Elässer, Welsen und die Dänen als geborene Reichs- feinde gelten, trifft nicht der Vorwurf, daß es solche überhaupi im deutschen Reichstage gibt, in erster Reihe die Macher des Reiches? Wie wurden j-ne Leute„Reichsteinde", wie kamen sie als Reichsfeinde in den Reichstag? Nur dadurch, daß man das S e l b stb e stimmungs- recht der Völker mit Füßen trat, nur dadurch, daß man nach dem Satze„Macht geht vor Recht" verfuhr. Die Theilung Polens war ein Akt brutalster Vergewaltigung, bei dem Meineid und perfider Wortbruch „von Gottes Gnaden"(Katharina ll. und Friedrich Wilhelm II.) eine hervorragende Rolle spielten. Die Annex on. nicht doch, die Zurück- beHaltung des dänischen Theils von Nordschleswig ist schnöder Äer- tragsbruch(siehe Art. V deS Prager Friedens), die Annexion Hannovers durch Preußen und die Annexion Elsaß Lothringens an das deutsche Reich stützen sich einzig und allein auf das F a u st r e ch t. Bei keinem dieser Alle wurden die Völker, um die«S sich dabei handelte, befragt, die Gewalt entschied, und wenn die Bewohner der betreffenden Landes- lheile„reichsseindlich" wählen und ihre Vertreter im Reichstage„reichs- feindlich", d. h. systematisch mit der Opposition stimmen— nun, so trifft die Schuld dafür nicht diese, fondern die Vertreter und Fortsetzer der Gewaltspolitik. Wenn d reinst das deutsche Volk diese stürzt und statt dem Prinzip der Gewalt das freie Seldstbestimmungsrecht prokla- mirt, dann wird das freie Deutichland vielleicht eine geringe territoriale Einbuße erleiden, aber dafür nach Jnn.n um so gefestigter und nach Außen um so stärker und vor Allem geachteter dastehen. ».„Nichts gelernt und nichts vergessen" müssen wir dem großen Fortschrittsgelehrlen V i r ch o w zurufen, der m einer der letzten Wähler- veisaminlungen zu Berlin nach dem Berichte der„Vo fischen Zeitung" betreffs des„Verhältnisses der Fortschrittspartei zur Sozialdemokratie" folgende Weisheit zum Besten gab: „Er und leine Freunde feien dem sozialdemokratischen Prinzip ent- gegen, weil sie es nicht für ein Prinzip der Freiheit, son- der» der allgemeinen Knechtschaft halten. Dies zeige sich schon an den Kons quenzen. die sich nothgedrungen an die Forderung des Normal-Arbeitstages unter dann nolhwmdiger Fixirung der Löhne und von selbst sich ergebender Fixirung der Produktion knüpfen müssen. WaS das Sozialistengesetz betrifft, so habe doch die alte Fortschritts- vartei einmüthig gegen dasselbe gestimmt, und auch bei der l tzlen Ab- stimmung habe Niemand aus der Reihe der Fre sinnigen iür jenes Gesetz gestimmt. Die Sozialdemokraten sollten über jene Rekriminationen aus der Vergangenheit doch nicht vergessen, daß es in nächster Zukunft doch vor allen Dingen daraus ankommt, unser verfassungsmäßiges Leben aus feste Grundloge zu stellen, und daß die Sozialdemokraten ein dringende? Interesse daran haben, mitzuhelfen, daß Männer in den Reichstag kom- men, welche gewillt sind, innerhalb der Grenzen deS zur Zeit Erreich baren für die Allgemeinheit freiheitliche Verhältnisse herzustellen. Wenn die Sozialdemokraten in der jetzigen heiklen Situation«S als ihre Auf- gäbe betrachten follien, die Liberalen anzufoll-n und sie zu zerfleischen, so würden sie den Gegnern der freiheitlichen Entwickelung einen größeren Dienst erweisen, als er denselben durch daS Bündniß der Konfervatwen und Nationalliberalen geleistet werden konnte". Dies der Bericht; daß Herr Buchow„dem sozialdemokratischen Prinzip entgegen ist", brauchte er unS nicht zu sagen, denn wäre er eS Nicht, so wäre er ja Sozialdemokrat und kern Fortschriltler. Welch sonderbare Begriffe muß aber dieser fortschrittlich« Professor von der„Freiheit" haben, wenn er glaubt, dadurch daß die Arbeitszeit, die Arbeitslöhne und die Produktion fixut werden, würde die Freiheit beeinträchtigt. Nachdem wir �e-r Herrn Professor ou pas-avt bemerkt, daß der Sozialismus das Lohnsystem ganz beseitigen will, und folglich nicht an die Fixirung der Löhne denken kann(eigentlich sollte der gelehrte Herr Pioseffor doch irgendwo gelesen haben, baß die Ad- schasfung der Lohnarbeit und somit auch des Arbeitslohnes die Fundamentalforderung de» Sozialismus ist)— wollen wir an den Herrn Professor Buchow die Frage richten, ob er es als ein« Beeinträchligung setner persönlichen Fre-heit betrachtet, daß er seine Vorlesungen an der llniverstlät in bestimmi„sixirten" Stunden halten, und seinen Ankheil an der gesellschafilichen Ardeit nach der Uhr „f i x i r e n" muß. WaS er in den Freistunden leistet, ist natürlich seine Sache— wie die jedes Arbeiters. Nur, daß Herr Birchow alS Professor sich einer größern Anzahl von Freistunden erfreut. Wa« endlich die taktische Moralpredigt angeht, welche der Herr Pro- feffor am Schluß seiner Rede an die Sozialdemokraten richtet, so hätte er sich diese sehr wohl erspare« können in der Erinnerung an die That- fache, daß die S o j i a l i st e n es sind, denen er sein letztes Mandat verdankte. Und denen er auch, falls nicht an feiner Stelle ein Sozialdemokrat durchkommt, sein nächstes Mandat ver> danken wird. Die deutsche Sozialdemokratie bedarf fürw ihr derartiger Mahnungen nicht, die an die Adresse der Herren Fortschrittler»iet besser angebracht wären. Wenn die deutsche Sozialdemokratie— das haben wir schon früher gesagt, und wir wiederholen«S jetzt— nicht stets ihrem demokratische-, Programm treu geblieden wäre, dann hätten wir heute kein Sozialistengesetz und— kein« Fortschrittspartei. Vielleicht läßt Herr Professor Birchow es sich von seinem Freund Richter erklären. Der weiß es. — Die„Leipziger Zeitung" ist wirklich ein Schreckenskind für die„vereinigten Ordnungsparteien". Nachdem fie vor einem halben Jahr mit den grimmigsten Reichsfeinden um die Wette die russische Politik Bismarcks angegriffen und polnische Sy-npalhi-n oer- ralhen hatte, plauderte sie neulich aus, daß die dreijährige Be- w i l l t g u n g de« Militärbudget« vom R gierungsstandpunfte genau so gut sei wie die siebenjährige— verrieth damit also, daß die Milttärfra„« nicht den Grund, soadern nur den V 0 r w a n d zur Reich«. tagsauflösung gebildet hat. Un schließlich hat die„Leipziger Zettung" die Offenherzigkeit so weit getri. den,«inen Staatsstreich und die Beschränkung des Wahlrecht« in Aussicht zustellen. Die „Leipziger Zeitung" ist bekanntlich da« Organ der sächsischen Regierung, und sie muß es also wissen. Von dem geplanten abermaligen Raubzug auf daS deutsch« Volk sagt die„Leipziger Zeitung" allerdings nicht«— oermuihiich«eil sie ihn für selbstverständlich hält. Und da hat st« ja Recht. —«eitere sozialdemokratische Kandidaturen: Preußen: Lüneburg Tischlermeister Westphal, Kalbe-Sschers- leben Wilh. Habet mann. Wanzleben W. Habermunn, Reu- Haldensleben W. Habermann, Bielefeld Zwiener, D u i s- bürg Welch, Neumünster Stephan Heime!, Esch weg« Pfann- kuch, W« i ß e n f e l s Franz Kühn in Gera, Randow-Greiten« Hägen Göikl, El bin g Godau. Bochum Lehmann, Hagen Breil, M S r» Baumann, Breslau(Westen) K äcker, Breslau(Osten) Kayser, Reichenbach i. Schi. Kühn. Waldenburg Wichelsen, Schweidnitz Richter, Liegnitz Kräcker. Kgr. Sachsen: Löbau Postelt, Zittau Postelt, Bautzen Kaden, Plauensche Grund Horn, Pirna PierS, F r e i b e r g Riemann, Nossen Hoffmann, Oschatz Kegel, Mittweida Lieb- knecht, Z s ch o p a u Susi, Annaberg Riedel. Bayern: Bayreuth Srillenberger. Kaiserslautern Löbenberg, Augsburg Lollmar, Lichtenfels-Kronach Schern». Bade»: Frei bürg«eck. Würtemberg: Eßlingen Lutz. Kleiner« Staaten:»raunschweig II Blos» Dessau Hasen- clever, Altenburg Buchwal». — ES wird immer beffer. Die deutsche Spitzelei hat schon m nchen Beweis von Schlauheit geliefert, die biedere Dresdem» scheint aber doch allen andern über zu sein. Da haben die Pfiffikusse kürzlich entdeckt, daß die Sozialdemokratie auch in die Beamten- und Lehrerkreise eindringt, aber—„helle, wie mer sinn"— haben sie auch schon ein Mittel zur Rettung entdeckt. Die Spürnasen sind jetzt, wie wir aus zuverlässiger Quelle ersuhr n, angewiesen, darauf zu achten, ob Lehrer und Beamte von Arbeitern gegrüßt werden. Die Unglückl chen, bei denen dies der Fall, sind nach der polizeilichen Logik natürlich— Sozialdemokraten. O du heilige Einfalt— nicht doch, o du einfältige Niedertracht! —„Man spürt, daß eS von Nöthen, auch auf den Dörfer» sei." AuS dem Mecklenburgischen schreibt man uns: Vor Kurzem wurde die friedliche politische Ruhe eines m e ck l e n» burgischenDorfes durch daS bis dahin wohl noch nicht dagewesene Eregniß einer„sozialdemokratischen Haussuchung" unier- brachen. Staatsanwalt und Polizei hofften gewiß ein gewichtiges Glied in dem furchtbar. n Geheimbunde, mit dem die Sozialdemokratie Deutsch- land überzogen haben soll, zu entdecken, als sie sich ausmachten, um in Ankershagen, einem Dorfe nahe dem kleinen mecklenburgischen Städtchen Pe-zlin, bei dem Hauslehrer des dortigen Gutsbesitzers eine Durch« suchung aller ihm gehörigen Gegenstände vorzunehmen. Da der Hau»- lehr« wegen der We hnachtsferien nach Echweiin verreist war, wurden in seiner Abwesenheit seine Tische und Schränke erbrochen und von den ausgefundenen Zeitschristen und Broschüren mehrere Jahrgänge des„Sozialdemokrat" mit Beschlag belegt, während einige andere sozialdemokratische Druckschriften unbehelligt blieben. Der ahnungslose Hauslehrer erhielt die erste Miltheilung von diesem Vorfall erst fünf Tage nach der Durchsuchung bei einer Zeugenvernehmung, zn der derselbe geladen war, um in der Strafsache gegen einen gewissen Reßmer au? Konstanz wegen Verbreitung verbotener fozialdemokrati eher Druckschriften vernommen zu werden. Der Am irichter erzählte dem Zeugen, daß dieser Meßmer verhaftet sei, als er in Leopoldshöhe(Baden) eine Anzahl Briefe, die den„Sozialdemokrat" enthalten hätten, zur Post befördert habe. Da unter diesen Briefen auch ein an den Zeugen gerich« teter gewesen sei, und da die bei demselben stattgefundene Haussuchung eine Anzahl veibotener Dtuckschrifien in dessen B-sitz befindlich ergeben hätte, so glaubte der Richter auf eine Verbindung des Zeugen mit dem Verhafteten schließen zu müssen.*) Doch da der Zeug« sich nicht erinnerte, Briefumschläge mit ähnlicher Handschrift wie der auf dem bei Meßmer beschlagnahmten je erhalten zu haben, er auch auf weiterei Befrage» angab, sich die bei ihm vorgefundenen sozialdemokratischen Drucksachen theils— vor deren Verbot— durch deutsche Buchhandlungen, thetll durch schweizerische, entweder auf direkte Bestellung oder mittels eine» Bekannten verschafft zu haben, so suchte der Richter den Zeugen durch die, von einer wahrhaft v erblüffenden politischen Einsicht zeugenden An» rede:„Nicht wahr, Sie sind Anarchist?" zu einer belastenden Aeuße« rung zu veranlassen. Als Seit-nstück zu diesem Hauptpolitiker in richterlicher Robe feie» die einfachen Worte angeführt, mit denen einige schlichte ländliche Ar» beiter in Ankershagen von dem Zeugen Abschied nahmen, der wegen des durch diese Haussuchung veranlaßten Skandals feine Stellung aufgebc» mußte:„Na, taten Sei sick dat gaut gaben; wenn ok bat Gericht bt Sei umsöcht het, so weiten wi doch, dat Sei neu ordentlichen Minfche» sünd, und dat dat man blot darüm West ist, weil Sei vör uns arm Lüd sünd und wille, dat wi kläuker Warden; und dat will« det hohe» Herren ja nu mal nicht lieden!"— o— ») Sehr schlau von dem weisen Daniel. Also jeder, der unser Blatt per Brief erhält, steht in Verdacht, mit Leuten, weiche in Deutschland unser« Briese in die Briefkästen werfen, ohne selbstverständlich— soviel Umsicht in der Disposition dürfte man uns nachgrabe doch zutrauen--- «ine bloße Ahnung davon zu haben, wer die Adressaten sind, und w a I in den Umschlägen steckt, mit diesen harmlosesten aller Sterblichen„in Verbindung zu st.hen". Es ist zu abgeschmackt, um darüber lachen j» können. An solche Ungereimtheit glaubt selbst der bornirteste Unter- suchungsrichter Puttkamer'jcher Schule nicht. In den meisten Fälle« dient solche„Untersuchung" vielmehr nur dazu, durch weiteres Frage» in anderer Beziehung aus den Strauch zu schlagen. Wir wiederhole» daher, und empfehlen uniern Lesern, es sich auf's Schärst««in» zuprägen, daß Niemaub gesetzlich gezwungen werde» kau», gegen sich selbst auszusagen. In allen solche« Falten also ist jede Auslage unbedingt rundweg zu verweigern. Laßt Euch nicht verblüff-nl Jede Antwort, die über die lontret ge« stellte Frage hinausgeht, ist vom Uebel. Von Genosse Kayser ist un» eine Erklärung zugegangen, in welcher er mit Bezug auf die in Nr. 3 veröffentlichte Korrespondent aus Berlin erklärt, daß die darin angegriffene Einsendung im„Säch- fischen Wochenblatt" von ihm herrühre; er hatte jedoch die politisch« Situation des Augenblicks nicht für geeignet, den Streck fortzusetzen» sondern behatte sich vor, später aus den Jnhatt der Korrespondent zurück« zukommen. Wir können diesen Entschluß nur billigen, der gegenwärtige Moment erfordert die Zusammenfassung der Kräfte Aller gegen den gemeine samen Feind. Deshalb glaubten wir ansang» auch, die Erklärung Kayser's überhaupt vorläufig nicht»et öffentlichen zu sollen, da diese» Verfahren aber auf beiden Seiten mißverständlich aufgefaßt werde» könnte, so sind wir davon zurückgekommen, glauben jedoch, mit der ein- fachen Erwähnung ihreS sachlichen Inhalts den Geboten deS Moments am besten zu entsprechen. — Im Dienst« der Pflicht verunglückt sind vergangene Woche drei wacker« Berliner Genossen. Der Gürtler P. Nauen, der Schlosser Paul Hensel und der Former Otto Bachman* wollten, von einer Lertrauensmünner-Bersammlung zurücktehrcn», die Wahllisten möglichst schnell in Sicherheit bringen und versuchten deshalb de« Weg über den zugefrorenen Spandauer Schififahrtskanal. Leider trug sie jedoch daS Ei« nicht und sie ertranken. Di« Berliner Genosse» habe» diesen neuen Opfern des Schandgesetzes— denn ohn» diese« wäre die Heimlichkeit bei den Wahlvorbereitungen nicht nöthig g wesen— am Sonnabend ein würdiges Begrädniß bereite.. Ehre dem«udeuk-n»er«-fallen-«! Möge ihr vorzeitiger Tod bald gesühnt werden. Korrespondenzen. Wilhelmshaven. Seit Bestehen des„Sozialdemokrat" hoben wir den knapp den ess.n.n Raum desselben noch nicht benutzt, jetzt aber wolle» auch wir das Wort nehmen, um den Genossen in Deutschland zu zeigen, daß hier oben im äußersten. Nordosten de« christlich.germanischen Reiches die Sozialdemokratie auch Vorposten ausgestellt hat. Dank der Erricb- tung des herrlichen(!!!) Kriegshafen» ist hier sozusagen Alldeutschland. Aus Angehörigen aller Gaue und Stämme deutscher Zunge ist die hi.stge Bevölkerung zusammengesetzt, und nicht die Schlechtesten sind eS, die hier für den Sozialismus kämpfen. Ist auch bei den Eingeborenen, dm Nachkommen der Friesen und Siedinger, der ehemalige Freiheitedrang verichwunden, sin» die Bewohner des platten Landes sowie'der Städte in OstslieSland, Dank der Knechtschaft all.r Art, auch versumpft. hnbM auch die schnapsbrennenden Nationalliberalen, die prc tzenhasten Doktoren und Ritter und Großbauern den Kleinbauern, ländlichen Proletarier und Kleinhandwerker mit Schnaps und preußischem Patriotismus vergistet, so ist es diesem Gelichter doch nicht möglich, die Arbeiter Wckhelmhavens und Umgegend für sich zu gewinnen und den verruchten Soziatdemo» kralen ein P-roli zu bieten. Weder Schmeichelei noch Gewallakte warm bi» jetzt im Stande, die ehrlichen, denkenden Arbeiter zu gewinnen, unh die Lumpen lassen wir ihnen gerne. Als die Reichs-Armenreform, benamset Sozialreform, ins Leben trat, glaubte man der rothen Schlange den Kopf zertreten zu kbnnen, indem man auf der kaiserlichen Werft eine BetriebSkrankenkaffe errichtete, dt« mit so marktschreierischer Reklame angepriesen wurde, daß wirklich daS Gros der Arbeiter ihre freien Hilsskasien verließ, um ja recht billig die allerhöchste Fürsorge genießen zu können. Aber nur vier Monate dauert« es, so war die kaiserliche Marineverwaltung mit ihren Versprechungen Lügen gestraft. Man hatte geglaubt, bei den vom Gesetz zulässigen niedersten Beiträgen die höchsten Leistungen geben zu können. Aber Kuchen, nach vier Monaten mußte man, um die gesetzlich vorgeschriebene Balance herzustellen, die Beiträge erhöhen und die Leistungen erniedrigen. Nach diesen, Erfolg muß nun auch der blödeste Arbeiter einsehen, daß«in« derartige„Sozialreform" den Namen einer solchen nicht verdient. Die Arbeit auf der Werft ist ebenso wie in der Privatindustrie nach privatkapitalistischen Grundsätzen organisirt, und so wirken auch deren Auswüchse— Prosperität abwechselnd mit Stockung der Produktionsverhältniffe— dementsprechend auf die Löhne. Es steht fest, daß augenblicklich die Tendenz vorherrschend ist, dieLöhne kräs- t i g zu drücken. Wenn nun hiesige reaktionäre Buben und bauch- rutschende Zeitungsschreiber über die Anmaßung und Unverschämtheit der Arbeiter heulen und behaupten, die kaiserlichen Werften feien für die Arbeiter ein wahres Eldorado, so ist das Lug und Trug. Denn bei einigen Betriebezweigen auf den Werften ist daS Feilschen um den Stücklohn, das Drück, n der Löhne um kein Haar geringer als in der schlimmsten Privat-Knochenmühle. Nur da, wo die Leiter der Betriebe anständige Leute sind, die einen gewissen Grad von Bill'gkeitS« gefühl noch besitzen, sind die Erwerbsverhälinisse bessere. Das einzige Hervorragende ist, beiläufig gesagt, die Stetigkeit und größere Sicherheit des Erwerbi, die aber in einem Staatsbetrieb selbstverständlich zu sein pflegt. Dieser Bortheil verliert aber bedeutend durch die militärisch- bureaukralische Disziplin. Wer nun daS Unglück hat, so einen anmaßen- den, oft rohen, nichtswürdigen Mordspatrioten zum Vorgesetzten zu haben, der kann wahre Wunder von Unverschämtheit erleben. Em solcher roher, anmaßender Patron ist der Verwaltungssekretär Tom. Dieser Tagedieb herrscht über etwa lvv Arbeiter und Arbeiterinnen — ich sage herrscht, weil er sich geberdet, als ob er über Leben und Tod seiner Untergebenen zu gebieten hätte. Nur einige seiner Nieder- trächtigkeiten, die er sich gegen die Arbeiter erlaubt, will ich anführen. Vor längerer Zeit glaubte er einen Arbeiter schlafend gefunden zu haben. Er schnauzte ihn also an:„Sie haben geschlafen." Der Arbeiter bestritt diese Beschuldigung, und mit Recht, da wurde der Patron so wüthend, daß er den Arbeiter vor die Brust stieß und ihn mit Drohungen und gemeinen Schimpfereien überhäufte. Einen anderen Arbeiter, der in an- getrunkenem Zustande und nachdem er auss höchste gereizt worden war. feinen Kollegen mit einem Messer verwundet, und dafür eine Gesängniß- strafe von sechs Wochen verbüßt hatte, nannte er bei jeder Gelegenheit einen Mörder und Zuchthäusler. Ali derselbe klagbar wurde und sich diese Schimpfereien nicht gefallen ließ, flehte der Schuft, er soll ihn doch nicht unglücklich machen— ali ob er je etwas darnach gefragt hätte, wenn er einen Arbeiter aus dem Brod gebracht. Gegen die Frauen, die unter seiner Botmäßigkeit stehen, benimmt er sich besonders flegel hast. Meist sind es bejahrte Frauen, alle aber sind Wittwen, deren Männer früher im Werftdienste gestanden. Diesen liegt die Arbeit ob, das Kojenzeug sMalratzen, Decken u. f. w.) auszubessern. Der biedere Tom verwendete sie oft zu Arbeiten, die für sie durchaus unpassend, ihrer Natur nach Männerarbeit sind. So mußten sie z. B. vorigen Wmter Schnee schaufeln, wobei sie bis an die Knie im Schnee waten mußten. Vor kurzer Zeit, als eine größere Inspektion bevorstand, sagte der Bursche zu dem Magozinsaufseher, er solle die alten B...... nur ordentlich herankriegen. Die Tochter einer ihm Unterst. llten Frau diente bei einem Kollegen des Herrn Tom, und war von der Herrschaft angeklagt, ihr den Brtrag von 8 Mark gestohlen zu haben. Herr Tom spielte nun Untersuchungsrichter, und versuchte von der Mutter ein Geständnis) zu erpressen, weil die Tochter ihre Unschuld betheuerte(und auch bei der Verhandlung freigesprochen wurde). Er setzte der Frau so sehr zu, daß sie an die Schuld ihrer Tochter glaubte und der Herrschast die angeblich gestohlenen 8 Mark zurückei stattete. Es ist nur gut, daß wir von solchen rohen Patronen nicht weitere Exemplare haben. Im Laufe des vergangenen Sommers wollt« uns ein armer Tage- blätlleine-Redakleur von hier bis zur Vernichtung bekämpfen, und trieb uns zu einem Beleidigungsprozeß. Er hat nun alS Lohn für feine Ritler- lichkeit nicht nur Hohn und Spott von Freund und Feind geerntet, sondern wurde zu einer Geldstrafe verurtheilt und hat noch die Kosten zu bezahlen. Bald mehr. X. T. Z. Königsberg in Pr., 27. Januar. Der Wahlkampf hat begonnen; am vergangenen Freitag hielten die hiesigen Genoffen eine äußerst zahlreich besuchte Wählerversammlung ab. Godau wurde als Kandidat proklamirt. Kaum hatte er jedoch daS Wort genommen, so löste schon, noch ehe er einen Satz vollendet, unser alter Intimus, Herr Böttcher, die Versammlung auf. Die Entrüstung darüber war eine schwer zu beschreibende und wenn keine„Ausschreitungen" vorkamen, ist das nur dem Eingreifen der Genossen zu danken. Ueber die Auf- lösung wurde Beschwerde geführt und man scheint in„maßgebenden" Kreisen ein so rigoroses Vorgehen für inopportun gehalten zu haben, wofür die Gründe vielleicht ein andermal. Nun gab wenigstens Herr v. Brand, Stellvertreter des Polizeiprästdent, die Erklärung ab, die Sozialdemokraten werden in ihrer„gesetzlichen" Agitation nicht gestört werden. Borgestern fand die zweite Versammlung in einem der größten hiesigen Säle statt. Sie war imposant; mindestens IS00 Personen standen dicht gedrängt, aufmerksam lauschend, die Ausgänge waren be> setzt, auf der Straße wogte eine Menschenmenge, die Raummangels wegen nicht hatte Einlaß finden können. Godau und Herbig hielten zündende Ansprachen, ersterer hatte den Hauptvortrag übernommen. Klar und präzis legte er unfern Standpunkt gegenüber der politischen und wirthschastlichen Lage dar, spornte alle an, ihre Pflicht zu thun, vergaß aber auch nicht, darauf hinzuweisen, daß der Stimmzettel kein Zaubermittel und daß ein Wahlkampf nur eine einzelne Schlacht sei in dem großen Emanzipationskampf des Proletariats. Die AuSfüh- rungen wurden nur von dem brausenden Betsall der Anwesenden unter- brachen. Die Stimmung hier und in den einzelnen Provinzstädten ist ausgezeichnet. JnElbing stellten die Arbeiter am vorigen Sonntag nach einem Vortrag Godau'S diesen als Kandidaten auf. Eins ist jedenfalls gewiß: Wenn Zäiar-Bismarck in «ahnsinniger Verblendung wähnt, er werde Sieger bleiben über das deutsche Volk: so täuscht er sich. Felsenfest, unüberwindbar steht ihm dasselbe gegenüber und wird doch einst triumphiren. Auch hier in der Nähe der russischen Grenze gewinnt der Sozi. aliSmus täglich neue Anhänger, und treiben eS die Macht. Haber zum Aeußersten: nun gut— jedenfalls wird Dfl- preußen keine Vendöe werden. Genosse Godau hat es in der Zahl der gegen ihn schwebenden An- klagen nun glücklich auf«in Viertel Dutzend gebracht. Di« letzte ist«ine wegen„geheimer Verbindung", an der natürlich noch andere betheiligt sind, da er sich allein doch nicht„geheim verbinden" kann, waS freilich ein findiger Staatsanwalt ebenso leicht beweisen könnte, wie die geheime Verbindung überhaupt. Eßlingen a. N. Seit langer Zeit hörte man von den Eßlingern in den Spall-,, unseres Organs kein Lebenszeichen, gestatten Sie mir nun, einen kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr zu machen, nicht etwa um den jammervollen Zuständen der einst so blühenden Fabrikstadt eine Jeremiade zu singen, sondern um die allgemeine Parteilaze, sowie das «erhalten der wohllöblichen Obrigkeit uns gegenüber wieder einmal zu kennzeichnen. Als erste» Stadtoberhaupt haben wir hier einen nationalservilen Streber nach dem Herzen Puttkammer's, N i ck heißt der Edle. Der- selbe hat es sich zur Ausgabe gemacht, alle unser« Versammlungen ein fach zu verbieten, wahrscheinlich in der süßen Hoffnung, baldigst seinem Amtekollegen von Cannstadt als Oberbürgermeister nachzufolgen, was beiläufig den Eßlinger Steuerzahlern gewiß angenehm sein wird. So wurde eine Versammlung, in welcher der Puttkamer'sche vtreikerlaß besprochen werden sollte, auf Grund des Schandgesetze» verboten, eine zweite mit der Tagesordnung:„DaS Testament Peters des Großen und die bulgarisch« Frage" hatte das gleiche Schicksal. Belm«erbot der zweiten Versammlung wurde Beschwerde erhoben, dieselbe wurde jedoch vom Oberamt unter«nsetzung von 2 Mark Sporteln mit der lächerlichen Motivirung abgewiesen, daS Verbot fei gerechtfertigt: 1)weil«in Sozialdemokrat den Saal bestellt habe, 2) weil gewöhnlich»in solch' unschuldiges Thema bestimmt werde, um dann Propaganda für die Sozialdemokratie zu machen. Auch die nun Wetter bei der KreiSrezierung in Ludwigsburg erhoben« Beschwerde wurde mit Ansehung von S Mk. Sporteln abgewiesen. Wie die Genoffen daraus ersehen, geht die Polizei d«S Schwaben- lande» gerade so gemein vor wie anderwärts, fi« besteht mtt einem Wort auS den elendesten Bismarckknechten. Betrachten wir z. B. ein« andere Charaktergröß« der heiligen Ordnung, den Polizeiwachtmeister B e r g e r, ein Mensch, von dem man sagen kann, jeder Zoll«in„Ehrenmann". Al« vor nicht langer Jett ein Fabrikant aus der„befferen" Gesellschaft, Namens Steiß, an kleinen Mädchen SitttichkeitSverbrechen beging, antwortet« er dem Vater eines Mädchen», welcher ihm Anzeige davon machte: Ja wissen Sie, bei so einer Familie darf man nicht so hineinfahren. ES war aber nicht nur die„Famllie", fondern auch die Sache selbst, wegen der Herr Berge» ein solche»„Hineinfahren" für bedenklich hielt.„Was du nicht willst" ic. Kurz, der Kerl ist eine wahre OrdnungSbestie. Der betreffende konser- vative Fabrikant erhielt übrigens einige Jahr« Zuchthaus und hat nun Zeit, Studien über die christliche Moral anzustellen. Selbstverständlich verschwiegen sämmtlich« Blätter den ganzen Borfall. Wir haben noch verschiedene Mitglieder der Eßlinger Polizei, welche brutal gemein, überhaupt Buben in Folio find. Ihr Hauptvergnügen besteht in dem Fang von Handwerksburschen, wobei oft eine wahre Menschenjagd stattfindet. Haben sie einen armen Teufel gefangen, dann wird er solange gereizt, bis er sich an einem solchen Schurken vergreift. Und dann gibt es für die gehetzten Proletarier aus der Wachtstube Schläge und vom Amtsgericht einige Monate Gesängniß —- Alles, weil fi- sich ein Stückchen Brod erfochten haben. Di« elenden Henkersknechte denken nicht so wett, daß diese armen Menschen blos Opfer der heutigen Ausbeutergesellschaft find; dazu sind fi« viel zu beschiänkt. Ich werde nun mit dieser Gesellschaft schließen und zu etwas Anderem übergehen, nur das möchte ich diesen Ordnungsbanditen noch zurufen: Macht nur so fort, wir werden euch überwachen und werden alle eure Schurkereien der Oeffentlichkeit kundgeb-n.— lSchluß folgt.) Waytappess. Zum 2 l. Februar 188 7. Reißt es herunter vom Kothurne, Der Köster Gottesgnadenchum, Der Herrscher Furcht sei Euer Ruhm: Die roihen Zettel in die Urne! Werft in die Urne Eure Zettel: Dem Psaffenpack durch's Mark ein Stoßt Reißt Eure Geister lachend los Vom Papst- und Konsistorienbettel. Die Zettel roth I Klar zum Gefecht! De-n Gaunerthum in's Herz den Dolch Und Fluch dem g'figen Börsenmolch l Gebt rhm den Rest, nehmt Euer Recht! Die Zettel roth l— Für Eure Hütten l Für Euer darbend Kind und Weid, Für ihren abgehetzten Leib, Für ihre Nothdurst wird gestritten. Die Zettel rothl Da« wird zum Lege« Für alle Armen nah und fern, Die sonder Glück und sonder Stern Gewandelt trüb auf dorn'gen Wegen. Die Zettel rothl Erklärt auf's Neu Euch für der Arbeit großes Ziel l Bald folgt der Ernst dem Prodeipiel— 1— Seid fest und tapfer, ftei und treu! Reißt eS herunter vom Kothurne Das freche„Ordnung»" Schw-nvlerthum, Der Herrscher Furcht sei Euer Ruhm: Die rothen Zettel in die Urnel Kurt Friedrich. Qttittttttg. Beim Land-SauSschuß der deuttchen Sozialisten in der Schweiz ginaen bi« zum 28. Januar für den Wahlsond folgende Beiträge ein, über die hiermit quittirt wird: Deutscher Verein Rorschach Fr. 18—. Dtschr. Ver. Genf 150—. Schneidergewerkichast Chaoxdesonds 10 60. Dtlchr. Ver. Frauenjeld 1 30. Dtsch. M'tgliedichast Chur 21—. Sänger de» Dtsch.«er. Chur 18—. Dtschr. Arb.-Ber Cgur 1 8—. Allgem. Arbeiterbildungsverein St. Gallen 71—. Dtschr. V r. Winterthur 25-. Allgem. Arb.-Ver. Schaffhausen 40—. Ein Klemmeister in Ren. 4 70. I. W. Zürich 4—. Eine Anzahl deutscher Genossen Nieder Uzwil 24—. Ges. durch Frdrch. in Horgen 17—. Ges. in der Sitzung d«S Allgemeinen Arb�Ver. am 30/1. in Horgen 5 50. Letzte Nachricht. Soeben, bei R-daktionSschluß, geht un« noch aus Pari» die neu- gearündete„Voie du Peuple" zu, in deren Leitartikel unter den G'ünden d-s Austritt» uiiierer Freunde Denlelle, GueSde, Goullö ic. aus der Redaktion deS„Cri du Peuple" l Spezielles darüber in nächster Rummer) wir auch folgenden angetuqrt fi-den: „Man sprach, als sei eS die naiürlichste Sache von der Welt, davon, die deutschen Sozialisten zu entehren, indem man beim Minister nnd General Boulanger Unterstützungen für ihren Wahlkampf erbetteln wollte." Unser« Freunde haben recht gethan, daß sie diesen Vorschlag schroff abgel» hnt. Wir wülden ein- Unternütz-"a von dieser Sstte in der Thal als entehrend rundweg zurückgewiesen habe«. Von den französischen Arbeitern neymen wir oen ll- irrsten Betrag, jeden Sou, alS ein Zeichen ihrer brüderlichen Gesinnung, gern entgegen, und e« freut uns, konstatlren zu können, daß un« jeder Tag neue Beweise in dieser Hinsicht bringt. Aber für eine llnierstützung, die nur einen Sinn hat, wenn man uns als Verbündete oe»«ranzöstschen Chauvinismus betrachtet, bedanken wir un» auf daS Auerentschiedenste. Wir wollen mit ihm ebenso wenig zu thun haben wie mtt dem deutschen KordspalriotiSmus, er»st unser Femd, wie er der Feind der sranzöst- schen Arbeiter ist. Aufforderung. Wir ersuchen unsere Genossen in Deutichland, von alle« Wahlflugblättern je 2 Exemplare für daS Parteiarchiv an die Unterzeichnete ein- zusenden. Volksbuchhandlung Hottingeu-Zürich. Allgem. Wahlfonds. Bei Schluß de» Blattes sind weiter zum Wahlfonds eingegangen: Deutscher Sozialisten club Paris(Fr. 300—) Rk. 240—. Oerel« eooialiste du Beaurai»(10 30) 8 24. Ertrag einer Kollekte nebst Adresse, deren Wortlaut in Nr. 7 folgen wird.— Zürich Dtschr. Berein(55 80) 44 48 Ueberschuß des Festes zum Besten des Wfd». Allgem. Arb.-Ver.- «ltstätten(U 50) 9 20. Jnsgesammt: Mk. 301 92. Briefkasten der Redaktion: Einsendungen»c. find eingetroffen au» Frank« furt am Main(Gedicht), Hamburg, Minden, Steel«. der Expedition: Luise: Mk. 8— Ab. 1. Qu. u. Schft.«rh. „Jungfern-Tribut" längst vergriffen.— Dtschr. Ver. Echasshansen: Fr. 10— f. d. Franks. Ausgewiesenen dkd. erh.— E. G. Aarau: Fr. 12 45 Ab. 1. Qu. u. Schft. erh. Bfl. Weiteres.- C. H. Mrchkn.: Mk. 3 20 Ab. 1. Qu. erh. Reicht nicht!— F. W. H. Schbsch: Mk. 4 30 Ab. 1. Qu. erh.— Spitzberg: Mk. 9- Ab. 1. Qu. u. Mk. 20- pr. Wfd. dkd. erh.— Anvers: Fr. 18 55 Ab. 1. Qu. u. Schft, Fr. 21— pr. Wfd. u. Fr. 1 20 pr. P.-B. dkd. erh.— Rother Kaplan: Mk. 8— Ab. 1. u. 2. Qu., Mk. 1 05 f. Schft. u. Mk. 1 85 pr. Wfd. dkd.«rh. — L. Pf. Gdrf.: Mk. 3 20 Ab. 1. Qu. u. Strafporto erh.— Wald� mar: Mk. 19 44 ä Cto Ab.»c. erh. Bfl. Weitere».— Lappländer: stz Pfg. f. R. T.-rh. Bfl. Weitere».- Prof. C. Sch. Mchstr.: Fr. 20— Ab. pr. 1887 Sch. M. u. Fr. 30— pr. Wsd. dkd. erh. Grüße all« seits.— Rother Exekutor: Mk. 70— i Cto Ab. gutgebr. Wettere» notist u. bfl.— Allgem. Arb.-Ver. Biel: Fr. 24— Ab. 4. Qu. u. Fr. 14— pr. Wfd. 1. Rate ges. bei einer gemüthl. Abendunterhaltug dkd. erh.— H. Sch. i. Blloa: Mk. 8— Ab. 1. Qu. u. Mk. 22— f. d. Fbgr. Opfe» dkd. erh.— F. Rsgr. Wthur.: 50 Cts. f. Kol. 87 erh.— Stf. Liöge. Fr. 5— Ab. 1. u. 2. Qu. erh.— P.-Gen. Bukarest: Fr. 148— per Wsd. dkd. erh. Bstllg. folgt— Ldk. C. a. R.: Mk. 4 40 Ab. 1. Qu. erh.—». Sch. Gg. W.: öwfl. 5— ä Cto Ab. 87«rh.— Bürger Sanftmuth: Mk. 50— ä Cto Ab. erh. Bstllg. notirt.— Bierbauch: Mk. 108 76 pr. 4. Qu. erh. CourS stimmt nicht mit hiestgem. Sch. L. folgt.- Laubfrosch: MI. 50 50 f. Schst. u. Ab. 1. Qu.«rh. Rachlsrg. folgt.— Rose v. Berg, Polizeisekretär: Mk. 2— f. 10 R. T. erh. Weitere» notifizirt.- K. Bz.: 25 CtS. f. R. T. erh.— London: Mk. 10— v. Schaufelberger u. seinen Arbeitern pr. Wfd. dkd. erh.— Reo. lt. Erphm.: Fr. 9 40 pr. Ab. 86 u. 87 erh. Also pr. 2. Qu. Ihn« Fr. 1 50 gutkommend.— Bern: Fr. 80— f. d. Franks. Opfer v. d. Mitgldschft. dtschr. So,.; Fr. 80— von ders. u. Dtsch. Ver. u. 85 Fr. v. d. Grü'lian-rn u. Gewkschft. pr. Wfd. dkd.-rh.— Beobachter von d«t Spree: Mk. 100— ä Cto Ab. 4. Qu. ,c. erh. Adr. geoidn. Bstll. folgt. — Der rothe Paul: Mk. 5— pr. Ufd. dkd. erh.— Ag-nce Libre Pari«: Fr. 2 50 Ad. I. Qu. erh.— Rother Maulwurf H.: Mk. 9— Ab. 1. Qu. erh. Ers. folgt.— G. B. Berviers: Fr. 2 50 Ab. 1. Qu. erh.— >>roßes Zuchthau»: Mk. 4 80 Ab. 1. Qu. Wk. u. 1 R. T. Gsch. erh. Kill,, notirt.— W. Mch. Burnet: Fr. 2 50 Lb. 1. Qu. erh.— Pick-lhaube: Fr. 154- pr. Ab. u. Schft. erh. Bstllg. nach Wunsch besorgt,«eu. dkd. notifizirt.— Allg Arb.-Ver. Lausanne: Fr. 84 0» Ab. 4. Qu. u. Schft. u. Fr. 27 55 pr. Wsd. dkd. erh.— I87lr. und Genoffen: Mk. 20— pr. Wsds. dkd-rh.- I. G. M. i. W.: Mk. 3— Ab. 1. Qu. erh.- Rolher vans: Mk. 84 30 z Cto Ab. 4. Qu. ,c. erh. Bfl. Weiteres.— Gesängn ßarbeitsverdienst: Mk. 1 85 f. d. Opfer des Fibgr. SchandurtheilS dkd. erh.- Bstwtz. St.: Mk. 3- Ad. 1. Qu. erh.— Gaitel: 25 Cts. f. 1 R. T. erh.— Speckkuchen mit Weißbier: Mk. 17 80 pr. 36 u. ä Cto 1. Qu. 87 Mk. 2 40 erh.„O wag' es doch nur"— noch dies Jahr!— Dich. Ver. Zürich: Fr. 15— Ab. 4. Qu. erh.— Claus Groth: Mk. 77 78 ä Cto. Ab. ic. erh.— Bam- berg: Mk. 10— pr. Ufd. dkd. erh.— C. K. B.: Mk. 4 40 Ab. 1. Qu. u. 60 Pf. ä Cto 2. Qu. gutg. Weiteres notisizirt.— Rüg: öwfl. 10— erh. Hi-oon Fr. 5 40 pr.»v. I. Qu. u. Fr. 14 50 pr. Wfd. dkd. ver«. Bstllg. nach Wunsch.— S. S. Fdg.: Mk. 8— Ab. 1. u. 2. Qu. erh. — I ch. Sawarz: Mk. 174 80 ä Cto«so. erh. Weiteres bfl.— Chr. Pommer in Lim-ira: Mk. 25 60 Ab pr. 1838 u. Schft. lt. Nota«rh. Gruß!— M.«. Fsbg.: Mk. 3- Ab. 1. Qu.«rh. Sdg. unthunl.— Lustige Brüder i.G.:«k. 18 80 Ab. 1. Qu. erh. Auch Bericht. B- scheid erst nach den Wahlen möglich.— Allg. Arb.-Ber. Luzern: Fr. 10— f. d. Franks. Ausgewiesenen dkd. erh.— D. B. Chnstiania: Fr. 2 5» Ab. 1. Qu. erh.— G. K. H. St.: Rk. 4 40 Ab. 1. Qu.«rh. Bstllg. iolgt.— B,t. Sfld.: Fr. 2 10 Ab. 1. Qu. pr. N. N.«rh.— M. P. Dschu.: Mk.— 10 Rest pr. I. Qu. erh. Rückstand abgg.— B. H. D. u. Mst.:«r. 2— f. div. S. D. erh. pr.'/, Llü.— Der«lte v. Berge: Fr.— 85 f. Schft.«rh.— Dt chr. Ver. Vevey: Fr. 50— erst« Rat» pr. Wsds. dkd. erh.— F. Stbg. Pari«: Fr. 10— Ab. pr. 87«rh.— B'. K. Manchester: Fr. 10— Ab pr. 87 erh. Fr. 2 80 b. WfdS. dkd. zuaew.— C. H. Astdt.. Mk. 10— Ab. bis Ende April erh. Adr. notirt. - R.«. N. a d. S.: Mk.- 80 f. R T. erh.- Sch. Bln.: Mk. 17 8» äb. 1. Qu. erh. Bfl. mehr.— Blaschke: öwfl 1 80 Ab. 1. Qu. erh. Her damit!— F. de Rhr. London: Fr. 1 50 f. Schft. erh.— M. R. Bag.: Mk. 4 30 Ab. 1. Qu. erh.— Diable: Mk. 39 60 Ab. pr. 1837 erh. Rk. 4 40 haben Sie noch gut.— Panzerschiff: Mk. 3— pr. Ab. gutgebr. Bfl. mehr.- R. Z. Kz.: öwfl. 1- A Cto Ab. erh. Wettere» fl.— H. H. Ostn.: Mk. 4 40 Ab. 1. Qu. erh.—«. A. Stockholm: Mk. 3 50 f. Schst. erh. Bstllg. iolgt. S.-D. bisher promot abgesandt, muß also dort hapern. Bfl. mehr.—-d.: Mk. 72—& Cto erh. Adr. nottrt. Weitere» lt.»f. o. 27/1.— Morgenroth R.: Rk. 14— ä Ct» Ad. ,c. erh.— Feuerhannes Rbr.: Mk. 3— Ab. 1. Qu. erh. Adr. notirt.— C. Fr. plgd. Bkhn.: Mk. 3- f. Schft. erh. Weitere» folgt. S. St. Bpft.: öwfl. 1— f. Schst. erh. Sdg. adg.— Dr. Clemm: Rk. 81— ä Cto Ab rc. erh. Mk. Ii 70 pr. Ggrch. gutgebr. Adr. geord». Weitere« erw.— Cato: Mk. 8 50 f. d. Opfer d. Frbg. Justizmörder dkd. erh.— Bafel: Fr. 20- v. Dtschn. Ver. pr. Usd. dkd. erh.— X 3 V: Mk. 20— ä Cto Ab. tc. erh. Weiteres nach Vorschr. Bfl. mehr.— Rodrigo: Mk. 8 80 Ab. 1. u. 2. Qu. erh.— Serlow: Fr. — 40 für R. T.»c. erh. Sdg. am 23/1. abg.— L. L. B. N.-K.: Rk. 5 50 Ab. 1. Qu. u. Schst. erh. Mk. 2- ä Cto. 2. Qu. gutgebr.- ö. O. Bm.: Mk. 4— Portoerlotz pr. 1/7-31/12. erh.— H. I. Stg.: 50 Pfg. f. Schst. erh.- I. Schy. Brüssel: Fc- 2- f. div. R. T. erh. - D.e Roth.» H. H.: Mk. 55- f.«b. u. Schft-"h--% Mk. 3 50 Ab. 1. Qu. erh.— F.». 5 flg.: Fr. 2 40 Ab. 1. Qu.»c. »r 91 N. erh.— F. Rf. Bern: Fr. 2 10 Ab. 1. Qu. pr. R. N. erh.— H R. Zug: Fr. 2.0 f. Schst. pr. N. 91. erh.- C. T. Basel: Fr. 5 3» f. Schst. pr. N. N. erh. Anzeigen. Soeben erschien und ist durch unS zu beziehen: Gozialdemotratische Bibliothek. Heft XI.«Uhelm Weitling. Sein« Agitation und Lehr» im gewicht,)>he.. Zu>ammeithange dargestellt von Emil Kater. Preis: 50 Pf.-- 65 St». Bestellungen auf die„voztaldemokrattsche Bibliothek" werden erbet«». Die Heste werden auch einzeln abgegeben. PtUlidüchhudli»! u)«Ipediti» dkg„S»sialdtM,kr»t- Hottiugen-Zürich. «chwetz»euoH-uschastSbechdruileret H-ttiuaeu.Zürich.