Kbotmements Hxrknt bli allen schweiierischm Pastbureaux, sowie beim Verlag »nd dessen b-lannten Agenten ruigegengenommen. und>war jum voraus, ahlbaren vierteljahripreis von: Fr. 2,— für dieSchweiz(kreutband) Ml. S,— für Deutschland(Souvcrt) »- l,70 sllr Oesterreich(Toudcrt) Fr. 2,5» fllr alle übrige» Linder bei veltpostderelnS(Kreuzband). Ziserite die dreigespaltene Petitzeile 2S StZ.' 20 Pfg. Der ZoMlliemokrat Hrgan der Sozialdemokratie deutscher Zunge. Arsch e int «ich«utltch«»»««L» in Zürich(Schweiz). ?ere«g der »«lr»»uchha»»r»«Oe Hölting««> Zürich. Aistslndststge» sranlo gegen srauk«. Gewöhnliche Briese .«ach der Schweiz losten Doppelporto. M 23* Briese an die Redaltion und Erpedition dei in Deutschland und Oesterreich berbotenen.Sozialdemokrat' wolle man unter Beobachtung äußerster Porsicht abgehen lassen. In der Regel schicke man und die Briefe nicht direkt, sondern an die bekannten Deckadressen. In zweisilhaften Fällen elngeschrlebe». 3. Juni 1837. Um Krieg und Frieden. Zur Zeit der Septennatshetze brachte die Berliner„Post", Bismarck's unverantwortlicher Moniteur, einen Alarmartikel über die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland, be- tltelt„Auf des Messers Schneide." Kein Mensch war darüber lm Zweifel, zu welch' schmutzigem Manöver der Artikel in jenem Augenblick bestimmt war, trotzdem erfüllte er seinen Zweck. Und zwar aus dem einfachen Grunde, weil kein Mensch wehr daran zweifelt, daß in der That die politische Situation auf's Aeußerste gespannt ist, weil wirklich die Entscheidung über Krieg und Frieden„auf des Messers Schneide" steht. Diese Ueberzeugung ist heute bereits so allgemein geworden, daß es fast überflüssig erscheint, irgend ein Argument des Be- weises dafür anzuführen. Zum Ueberfluß haben jedoch die Ereignisse der letzten Tage aufs Neue gezeigt, wie nahe jeden Augenblick die Eventualität eines Krieges ist, so daß es wohl nöthig erscheint, immer und immer wieder auf dieses, für die Geschicke der europäischen Völker so verhängnißvolle Thema zurückzukommen. Ist der Krieg in der That unvermeidbar? Traurig, daß man in unserm aufgeklärten Jahrhundert diese Frage noch �auswerfen, noch als denkbar zulassen muß, daß irgend eine Streitfrage zwischen den Nationen nicht unbedingt auf friedlichem Wege gelöst werden kann. Aber dem ist nun einmal so und wird auch so bleiben, so- lange die heutigen Regierungsshsteme und die ihnen zu Grunde liegenden gesellschaftlichen Einrichtungen bestehen. Wir haben al!o bei unseren Betrachtungen auch deren Existenz voraus- zusetzen, wollen wir nicht ins Blaue hinein phantasiren. Als unvermeidbar kann man einen Krieg sicher nur dann betrachten, wenn erstens eine, von beiden Parteien oder beide chil absolut wollen. Das mag nun bei einzelnen Leuten in Deutschland und in Frankreich der Fall sein— von der großen Masse des Volkes gilt es weder hüben noch drüben. Von vereinzelten, durch systematische Kriegshetzer sanatisirten EUmC1Ucu ßögeichen, wiu weder das deutsche noch das sran- zopsche Bolk den Krieg. Oder zweitens, wenn für eine oder beide Nationen Lebensfragen auf dem Spiel stehen, über die sie sich friedlich nicht einigen können. Ist dies nun gegen- wärtig der Fall? Für Deutschland sicherlich nicht, denn Frank- reich �hindert es in seiner Fortentwicklung in keiner Weise. Für Frankreich? Die Beantwortung hängt davon ab, ob mail den Besitz von Elsaß. Lothringen als eine Lebensfrage für Frankreich betrachtet. . Bismarck selbst hat die Frage bejaht. Wiederholt hat er wl Reichstag erklärt, daß 1871 Elsaß-Lothringen wesentlich °us militärischen Gründen annektirt worden sei und nicht wit Rücksicht auf die, übrigens zum Theil sehr problematische, Stammverwandtschaft mit den elsaß-lothringischen„Brüdern". Aus mlütärischcn Gründen, d. h. weil der Besitz der beiden Provinzen, und insbesondere von Metz, dem deutschen Reiche un Kriegsfall einen Bortheil gegen Frankreich sichert, und Mar, wie ein Blick auf die Karte zeigt, einen ganz immensen Vortheil. Von Metz nach Paris sind ca. 250 Kilom., von Nancy nach Berlin ca. 650. Solange die heutigen Verhältnisse bestehen, werden die Franzosen schon durch den Selbsterhaltungstrieb gezwungen sein, nach dem Wiedergewinn von Elsaß-Lothringen Zu trachten. Und wenn man hier von moralischen Faktoren reden darf, so geben ihnen die Wahlziffern aus Elsaß- Lothringen, sowie die Maßnahmen der deutschen Regierung daselbst auch ein moralische« Recht darauf. Da» mag sehr unpatriotisch klingen, aber es ist die W a h r- heit. Und diese zu verheimlichen oder zu vertuschen, ist unseres der schlimmste Dienst, den man dem deutschen leisten kann. Wir halten es daher auch für grundfalsch, wenn Blätter,- die sich sonst von aller Bismärckerei fernhalten, so- bald aus die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich, und insbesondere auf Elsaß- Lothringen die Rede kommt, der Bismarck'schen Politik, die sie doch nicht billigen, die Stange halten. Dadurch leisten sie ihr auch auf andern Ge- bieten Vorschub. Darüber kann doch unter vernünftigen Menschen kein Zweifel �stehen, daß die gegenwärtige politische Spannung eine Folge lst der durch den Krieg von 1870— 71 und insbesondere die «unexion von Elsaß-Lothringen geschaffenen Situation. Billigt wan diese, so wird man auch ihre Konsequenzen mit in den �auf nehmen müssen. Wer aber einsieht, daß die Annexion bvn Elsaß-Lothringen ein Unrecht war, um keinen schärferen Ausdruck zu gebrauchen, der muß auch den Muth haben, dafür Anzutreten, daß dieses Unrecht als solches anerkannt werde. �s ist vix einzige Möglichkeit, wieder freundschaftliche Bezieh- üngen zwischen den beiden Nachbarvölkern herzustellen. �iehmen wir einmal an, Schweden hätte einen siegreichen �wg mit Preußen geführt und ihm, gestützt auf seinen frühe- rw Besitztitel, ganz Vorpommern und Rügen fortgenommen und wirthschafte dort jetzt so wie die deutsche Reichsregierung m den Reichslanden, die Pommern aber gäben bei jeder Ge- wgenheit zu erkennen, daß sie keine Schweden sein wollen. �üürde nicht der Gedanke der Rückerwerbung Pommernö die fluuze deutsche Politik beherrschen? So liegen die Dinge heute in Frankreich. Den Franzosen muß die Wegnahme der beiden Provinzen umsomehr als ein bitteres Unrecht erscheinen, als dieselbe ganz ohne Rücksicht auf die Wünsche der Bevölkerung derselben erfolgt war, diese viel- mehr noch heute wie erobertes Feindesland behandelt werden. Die Thatsache, daß heute, nach 16 Jahren, die Reichslande noch unter Diktatur stehen, und gar keine Aussicht auf Auf- Hebung derselben besteht, spricht das entscheidende Urtheil über die Annexion. War 1870— 71, im nationalen Siegesrausch, ein Jrrthum darüber noch möglich, so ist er heute absolut aus- geschlossen. Vorige Woche brachte die Berliner„Bolkszeitung", anläß- lich der Enthüllungen des Generals LeflS, zwei Artikel: „Frankreich und Rußland" und„Die russische Hegemoni" (Vorherrschaft), in denen sie sich in den schärfsten Ausdrücken über die„Selbstdemüthigung" der französischen Republik gegen- über dem zarischen Despoten'ergeht. Gewiß, das Handinhandgehen der„Erben von 1792" mit dem halbasiatischen Vertreter des Absolutismus ist ein sehr unerquickliches Schauspiel. Aber die„Volkszeitung" kann doch nicht leugnen, daß, wenn 1875 General Leflo und der damalige französische Minister des Aeußern sich in„würdelosem Ge- winsel" vor dem Zaren„gekrümmt"— in einfaches Deutsch übersetzt: um Rußlands Unterstützung gegen weitere Angriffe von deutscher Seite nachgesucht haben, sie durch die Droh- Artikel der Bismarck'schen Reptilien(die„Volkszeitung" erin- nert selbst an die„Krieg-in-Sicht"-Artikel der„Post") dazu hinlänglich veranlaßt worden srnd. UebrigenS ist es doch ziemlich pharisäerhaft, den Franzosen etwas vorzuwerfen, waS von Seiten der Lenker der deutschen Politik um kein Haar weniger häufig und weniger devot geschieht. Die russisch-französische„Allianz" ist nichts als die natürliche Folge der Bismarck'schen Annexions- Politik von 1871. Die russisch-französische„Allianz" aber heißt eben fort- gesetztes fieberhaftes Rüsten hüben wie drüben, bis schließlich, nach Moltke's Wort, der Krieg unvermeidlich wird, weil die Friedenslast unerträglich geworden. Aus beiden Seiten ist man sich'dessen wohl bewußt, daß der Krieg wahrscheinlich in jeder Beziehung mehr Opfer kosten wird als irgend ein früherer, daß es ein Kampf werden wird„5� auf's Messer", auf beiden Seiten fürchtet man sich daher, ihn zu beginnen, und doch er- weist er sich unabwendbar, weil Niemand an die Aufrechterhal- tung des Friedens glaubt. Das ist die glänzende Alternative, vor welche die Weisheit seiner Regierer das deutsche Volk gestellt: Ein unerträglicher Friede oder ein blutiger Krieg, von dem man nicht einmal erwarten kann, daß er wenigstens bessere Zustände bringen wird, oder von dem man vielmehr mit ziemlicher Sicherheit voraus- sagen kann, daß er jedenfalls dann keine Besserung der Zu- stände im Gefolge haben wird, wenn Deutschland Sieger bleibt. Denn mag Bismarck dann Frankreich noch sosehr„schröpfen", ans der Welt schaffen wird er es dadurch doch nicht— er wird den patriotischen Fanatismus nur noch mehr steigern, über kurz oder lang Deutschland vor genau dieselbe Situation stellen wie zuvor. Eine wirkliche Lösung des Konflikts, ein wirklich dauerhafter Friede ist nur möglich aus der Basis des Selbstbestim- mungsrechtes der Völker. Alles Jammern über die gegenwärtige traurige Situation ist müssig, solange man nicht entschlossen ist, ihm wiederum zur Anerkennung zu verhelfen. Man macht sich zum Mitschuldigen begangenen Unrechts, wenn man sich bereit erklärt, unter allen Umständen für die Auf- rechterhaltung des nun einmal Geschehenen einzustehen. Eine ernsthafte Agitation für den Frieden muß den Bruch mit dem Eroberungsrecht als ersten Punkt ihres Programms voransetzen, sonst ist sie von vornherein zur Unfruchtbarkeit verurtheilt. Sie muß den Muth haben, mit allem zu brechen, was heute in Deutschland als Inbegriff des Patriotismus und der nationalen Gesinnung gilt. Sie muß den Muth haben, „reichsfeindlich" zu sein, oder sie wird gegenstandslos sein. Will das deutsche Volk in seiner großen Mehrheit von einer solchen Friedensagitation nichts wissen, nun, so wird es eben die Konsequenzen der jetzigen„nationalen" Politik zu tragen haben. Es wird dann durch den Schaden belehrt werden, daß Diejenigen, die man heute als unpraktische Doktrinärs ver- spottet, schließlich doch Recht behalten, wie ja auch bisher die Ereignisse ihnen Recht gegeben. Schon hat sich das famose:„Wer den Frieden will, rüste sich zum Krieg" in seiner völligen Unrichtigkeit erwiesen, hat sich gezeigt, daß, wer zum Kriege rüstet, auch den Krieg pro- vozirt. Nur so weiter auf der bettetenen Bahn, und die zwingende Gewalt der Thatsachen wird den Völkern die Lehre ertheilen, daß es nur eine Garantie des Frieden? gibt, und diese heißt Gerechtigkeit. Für diese ist aber im Reiche der Bismarck keine Stätte, wie im Reiche der Gerechtigkeit ein Bismarck undenkbar ist. Parteigenossen! VergeßtderVerfolgten und Gemaßregelten nicht! Sozialpolitische Rundschau. Zürich, t. Juni lS87. — An Brutalität wie an Heuchelei übertrifft das BiSmarck'sche Kaiserreich das Bas-Empire des kleinen und sehr zweifelhaften Napoleon in jeder Beziehung. Dieses Hinausgehen der Kopie über das Original haben wir schon wiederholt anerkannt. Von der Brutalität wolle« wir jetzt nicht sprechen, blos auf die Thaten der deutschen Reichsspitzel- bände hinweisen, die an roher Gewaltthäligleit die kaiserliche Polizei des Tezemberhelden thurmhoch überragt. Die widerlichste Erscheinung ist die phänomenale Verlogenheit und Heuchelei unserer Machthaber und ihrer Trabanten. Dre Phrase i „Das Kaiserreich ist der Friede" ist bloßes Plagiat, soll also hier gar nicht in Betracht kommen. Aber wenn„Badinguet"*) auch den Namen Gottes, die Tugend, das Wohl des Voltes u. s. w. im Munde führte, so that er eS doch mit einer gewissen Mäßigung, er klebte die dicke Schminke der Heuchelei nur bei großen Gelegenheiten auf, und gab sich im Uebrigen nicht für etwas Anderes aus, als er in Wirklichkeit war — wenigstens nicht für einen Tugendhelden und nicht für einen Heilt» gen. Anders unsere Bismarcks, Puttkamcr und wie sie sonst heißen möge«. Jede? Attentat an der Menschlichkeit und Gerechtigkeit, welche» sie begehen— und welcher Tag verstriche, ohne daß sie eins oder mehrere begingen?— wird mit irgend einem Lobgesang aus die Mensch» lichkeit und Gerechtigkeit akkompagnirt— und der liebe Herrgott, und die christliche Liebe und die fromme Zärtlichkeit sllr den„armen Mann", den sie schamlos ausrauben, träufeln unablässig aus dem Munde dieser zynischen Gesellen. Sie verehren in Worten, was sie in der That schnöde mit Füßen treten, und sie treiben sogar die Schamlosigkeit soweit, sich als Begründer der F r e i h e i t und als Ritter v o m G e i st e hin- zustellen, ja— man höre, und sei empört ob dieser frechen Majestät»« beleidigung an einem der lichtesten deutschen Freiheitshelden— sich aufzuspielen als Testamentsvollstrecker Ulrich's von Hütte»l Ist das möglich? fragt sicher der Eine oder Andere. Es'.st nicht blos möglich, es ist wahr.. Es ist die reine Wahrheit, die buchstäbliche Wahrheit. Und die Lach» verhält sich so: In Berlin hat man bekanntlich nicht blos einechohenzollernsche(„in- telligenzstaatliche") Wissenschaft gezüchtet(Sybel, Treitschk« und wi« das Volk sonst heißt), sondern auch eine hohenzollernsche Poesie. De» hohenzollern'sche Oberpoet— der posta laureatu» deS neudeutsche« Streber- und F-ldwebelthumS— heißt Wildenbruch, wenn wir nicht irren, von Wildenbruch. Schiller'scheS Pathos, in Körner'scher Verwässerung mit preuhische« Schnaps für den grassirenden Mordspatriotismus mundgerecht gemacht — das ist Wildenbruch'sche Poesie. Wohlan, es hat sich neuerdings ein Komite gebildet zur Errichtung eines Hutten-Sickingen-Denkmals, und für dieses Komit» und diesen Zweck hat der Hohenzollern-Dichter folgende» Bedicht gl» dichtet: Kutten'» tehtes Lied (auf der Insel Usnau im Züricher Lee). O du Berg, o du Thal, Luft, Wasser und Land, Du im fluthenden See hell flimmernde» Licht, Du erhabne Natur, du bist herrlich und hehr, Nur mein Deutschland, mein Deutschland bist du nicht. O du Athem des Himmels, tief brausender Wind, Wandre fort und hinaus auf stürmendem Fuß, Bis du kommst an das Land, das dai deutsche fich nennt, Dem verkünde mein Wort, dem bestelle den Gruß. Einen letzten Gruß von dem sterbenden Mann, Dem das Herz zerbricht in Kummer und Groll, Weil der Heimath heiliger Boden nicht Den müden Leib ihm umfangen soll. Du umarme das Volk, für das ich ertrug Der Lästerzunge vergifteten Stich, Und sage ihm: Hutten'» letzte» Gebet, Du deutsche» Volk, war ein Segen auf dich. Und sag' ihm, daß Hutten'» umnachteten Blick Ein letzter Schimmer der Hoffnung umwob, Weil er hörte den Sang, den zu Wittenberg Die Nachligal süß zum Himmel erhob. Weil den Tag er geseh'n, der den Frühling gebar, Da im alten Deutschland«in junges Geschlecht Busstand für der Wahrheit urewig« Macht, Für der MenschewSeele altheiliges Recht. Du erinnre das Volk, wie von Zinnen de» Thurm» Der Thürmer den Weckruf erhob in die Nacht: „Ich Hab'«» gewagt", so wagt e» auch Ihr i Di« Nacht ist um, und der Geist ist erwacht! O du deutsche» Land, du Seele der Welt, Du Herz der Menschheit— ich muß nun geh'», Du aber mein Land, mein heiliges Land, Wirst bleiben und blühn und in Herrlichkeit steh'nj So wende dereinst, wenn die Zeit fich erfüllt, Zum vertriebenen Sohne dein Angeficht» Daß mein ruhlose» Her, entschlumm're im Trost! Deutschland vergißt seinan Hutten nicht, D«„Dichter" knüpst an di-se« Lied folgenden Aufruf I „«in Denkmal soll errichtet werden für Ulrich von Hutten aber fehlen die Mittel zur Vollendung de» Werke». Deuts vergiß deinen Hüften nichts Männer und Frauen heran I ») Spitzname Napoleon'» dt» dessen'«leidem haben. er au» der iÖ Tragt !»„Dritten" und Letzten, De, Maure», in Festung Ham entfloh, M so geheißen Su«r Schsrflsin herzu für«wen der edelsten Sühne des deutschen Lande» l Ernst». Wildenbruch." Ehe wir weiter gehen, müssen wir uns das Denkmal-Komite noch an« �sehen. Es besteht aus den Herren Professor Dr.— G n e i st und dessen ''Gesinnungsgenossen Cuny, Abgeordneter für Kreuznach, wo da» Denk- . �mal aufgestellt werden soll. Und daS obige Gedicht wird von der gefammten Repttlienpresse 'abgedruckt. Am Himmelfahrtstag stand eS im„Leipzig« Tageblatt"— «hne Kommentar. Also Hutten soll ein Denkmal errichtet werden! Schön I Wir können es nur wünschen. Denn Hutten war ein R e« Holl, ein Revolutionär, ein Vorkämpfer der geistigen Freiheit und der sozialen Emanzipation, ein Feind d« r P f a f f e n und Despoten, ein Freund der ausständischen -Bauern— kurz, für seine Zeit ein Sozialdemokrat. Allein wir Sozialdemokraten sind nicht in der Lage, Hutten «in Denkmal von Erz und Stein setzen zu können. Wir setzen ihm ein 'besseres Denkmal, indem wir sein Werk vollenden. Und weil wir Nachfolger Hutten's sind, weil wir in seinem Geist handeln, werden wir verfolgt— grade wie weiland Hutten verfolgt und gehetzt wurde— und werden verfolgt und gehetzt von denselben Personen und Parteien, die jetzt Hutten ein Denkmal setzen wolle«. Ist das nicht der Gipfel der Heuchelei? Ob dieser Gneist,„der Alles beweisen kann", nicht mtt einem Gedanken daran gedacht hat, daß, wenn Hutten heute lebte, er unter dasselbe infame Sozialistengesetz fallen würde, zu dessen Urhebern und Geburts» Helfern Herr Gneist gehört? Und ob der Hohenzollern-Dichter Wildenbruch, dessen Versfüße dahiw strampeln wie die Füße gedrillter preußischer Soldaten— ob der Hohen» follern-Dichter Wildenbruch mit keinem poetischen oder unpoeiischen Ge- anken daran gedacht hat, daß jetzt in der Schweiz und in anderen aus» .ländischen Staaten Tausende und Abertausende von Hut» cken leben— das heißt Tausende und Abertausende von Männern, die yon den deutschen Geivalthabern, genau so wie Ulrich von Hutten, in die Verbannung, in das Elend getrieben worden find, weil fle für Freiheit und Recht eintraten gegen die Unterdrückung und Willkür? Sind das auch„edelste Söhne de? deutschen Landes", Herr Hohen» stollern-Dichter von Wildenbruch? -Herr von Wildenbruch wird uns die Antwort schuldig bleiben; und b« Mitmacher des Sozialistengesetzes, Herr Gneist, wird fortfahren, Geld HU sammeln für das Hutten»DenImal. Wir aber sagen: Ihr seid elende Heuchler I Und solange Ihr in Deutsch- Hand Euer unreines Wesen treibt und aus der„Seele der Welt", dem „Herzen der Menschheit" eine Räuber- und Mördergrube macht, ist es «ine Versündigung an Hutten, ihm in seiner Heimath ein .Denkmal setzen zu wollen. Wenn die Sostaldemokratie daS„Nationalzuchthaus" zerstört und der Schandwirthschaft von heute, deren gleißnerische Lobredner die Wil- denbruch, Gneist und Konsorten sind, das verdiente Ende be- »eitet hat— dann ist es Zeit, Ulrich von Hutten ein Denkmal |U setzen. Lorher nicht. *. Die Sozialdemokratie ist wieder einmal i« der Auf- lösung begriffe«. Und warum? Ersten» weil in Hamburg von Sozialdemokraten eine Bäckergenossenschaft gegründet worden ist, was dem orthodoxen sozialdemokratischen Programm zuwiderläuft. Zweitens weil sich sozialdemokratische Arbeiter irgendwo gegen die Ein- führ un g gewerblicher Schiedsgerichte erklärt haben, die bekanntlich in dem »rbeiterschutzgesetzentwurs der sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten gefordert wurden. Und drittens endlich, weil ver„Sozialdemokrat" gegen «inen Artikel des Max Schippel polemistrt. O sanote simplicitas! Von dem„tiefgehenden Riß", welchen der Uebelthäter Schippel„in d« Partei" gemacht oder wenigstens zur Erscheinung gebracht hat, wollen wir jetzt nicht reden— wir müssen un8 erst von unserem Schrecken erholen— aber ein kurzes Wort über die zwei anderen Punkte. Also— und das mögen die lieben Feinde sich ein für allemal merken— die Privatassoziation, obgleich von der Sozialdemo- kratie al» Kardinal-Lösung der sozialen Frage verworfen, ist von den Sozialdemokraten niemals da verworfen worden, wo sie lokale vortheile gewährte, und überhaupt für den Arbeiter Nutzen versprach. Es gibt sogar— und hier verrathen wir unseren Feinden .ew bisher sorgsam gehütetes Geheimniß, aus welchem sich ihnen die voll- Feuilleton. Ein Wrief von Karl Marx Ueber die wirthschaftliche Lage Rußlands. zjAu» dem„Wjestnik Narodnoi Woli"[„Bote des Volkswille"j für die „Newporker Volkszeitung" übersetzt von D. M. Borbemerkung der Redaktion des„Wjestnik". In der Hinterlassenschast unseres unvergeßlichen K. M a r x ist ein französisch geschriebener Brief aufgefunden worden, welcher auf den Artikel der„Btetschestwennyia Sapiski""):„Karl Marx vor dem Forum des Herrn Sukowski" Bezug nimmt, und welcher allem Anschein nach vom Autor liegen gelassen wurde, ohne je auf die Post gegeben worden zu fein. Schon seit geraumer Zeit waren wir im Besitz dieses Briefes, glaubten aber von der Veröffentlichung desselben Abstand nehmen zu müssen, da uns wohlbekannt war, daß Fr. Engels denselben Brief behufs Veröffentlichung in Rußland anderen Personen überlassen hatte. Der Brief ist aber bis jetzt—) in der ruffischen Presse im Ausland nicht erschienen. Im vorigen Jahre haben unser- Genoffen in Rußland den Brief wohl zum Abdruck gebracht, der größere Theil der Ausgabe ist indeß in die Hände der Polizei gerathen. Jetzt erhalten wir von unseren Kameraden die russische Uebersetzung des Brieses mit der Bitte, denselben im„Wjestnik" zum Abdruck zu bringen, da ihnen die Ver» breitung desselben mißlungen, während sein Inhalt ein bedeutendes Interesse in den Reihen der sozialistischen Jugend wachgerufen hat. Es ist uns eine angenehme Pflicht, diesem Wunsch hiermit nachzukommen und die Spalten unsere» Journals mit einem der Geistesprodukt- des berühmten Sozialisten zu zieren. Di« im Text des Briefes erwähnten russischen Schriststeller sind: A. S. Herzen und N. G. Tscherni» s ch e w s k i. ständige Zerfahrenheit, ja bereit» erfolgte�luflösung d« deutschen Sozial» demokratie ergeben wird-»also e»' Der Brief. Der Verfasser des Artikels„Karl Marx vor dem Forum des Herrn Sukowski" ist offenbar ein sehr scharfsinniger Mann, und wenn er in einer Darstellung, welche von der„primären Aktumulation" handelt, auch nur eine Drucksette gefunden hätte, deren Inhalt geeignet wäre, die von ihm gezogenen Schlußsolgerungen zu bestäligen, würde er sicher- Jsich nicht unterlassen haben, auf dieselbe hinzuweisen. Da aber eine solche im Text meines Werkes vollständig mangelte, so mußte sich der Herr mit einem Zitat aus meiner Polemik gegen einen russischen Belle- tristen(Alex. Herzen) begnügen, welches als Anhang zur ersten deutschen Ausgabe des 1. Bandes des„Kapital" abgedruckt war. Welchen Vorwurf hatte ich dort gegen den ruffischen Schriftsteller er« hoben? Keinen andern als den, daß er den„russischen Kommunismus" Nicht in Rußland selbst, sondern in dem Buche des deutschen Geheim- rgths Herrn Haxthausen entdeckt hat, sowie daß die russüche Dorfgemeinde in seinen Händen lediglich dazu dienen sollte, den Beweis zil siefern, daß der Sieg des Pänslavismus dem alten, faulen Europa zur Wieder- g-burt verhelfen werde. Meine BeurtheUung dieses Schriftstellers mag die richtige,»lag auch gibt Sozialdemokraten, die Mitglied« von— Konsumvereinen sind. Entsetzlich ab« wahr, und wenn nächsten» die ganze deutsche Sozialdemokratie mit fliegenden Fahnen(die dann ein schwarzweißes Anhängsel«halten haben werden) in das Lager d« Schulze-Delitzschen überläust, so wisse» unsere lieben Feinde nach dies« Enthüllung Bescheid. Und die gewerblichen Schiedigerichtel Gewiß, eine höchst unsozialistische Einrichtung. Im sozialen Staat, der keine Lohnarbeit kennt, und folglich auch keinen Gegensatz zwischen Arbeitern und söge- nannten Arbeitgebern— kann es natürlich auch keine Schiedsgerichte im Sinne der heutigen geben. Und überdies hat die Sozialdemokratie zu allen Zeiten sehr nachdrücklich gegen die Illusion gekämpft, daß durch Schiedsgerichte der Klasseng-g-nsatz aus d«Welt geschafft werden könne. Allein mit den Schiedsgerichten geht es der Sozialdemokratie genau wie mit den Assoziationen. Wo ihr die Möglichkeit geboten wird, an d« Zusammensetzung der Schiedsgerichte Theil zu nehmen, und wo dieselben auf ehrlich demokratischer Basis errichtet sind, wie z. B. in Leipzig, da betheiligt sich die Sozialdemokratie an den Wahlen zum Schiedsgericht und— befindet sich dabei sehr wohl. Kurz, die Reichstagsfraktion hat mit ihrem Arbeiterschutzgesetzentwurf, der die gewerblichen Schiedsgerichte auf demokratischer Grundlage fordert, nur im Geist und nach der Tra- dition der deutschen Sozialdemokratie gehandelt. Und nun, Ihr lieben Feinde und Sozialistentödter, beglückt uns recht bald mit einem neuen„Riß". Sapperment— ja den Schippellschen Artikel in d«„Gleichheit" haben wir ja noch nicht erledigt. Aber Verzeihung, unser Schreck— wir haben unsere fünf Sinne noch nicht ganz beisammen, wir haben uns von unserm Schrecken noch nicht«hott. Wir brauchen eine längere Bedenkzeit, zum mindesten bis zu den— griechischen Kalenden. — Deutsche» Pharisäerthum. Ehedem war es d« Ruhm Deutsch- lands, allem Guten und Schönen, das das Ausland darbot, freudig Anerkennung zu zollen. Seitdem wir Deutschen aber durch Bismarck„groß" und durch Wilhelm und seinen Beichtvater fromm geworden find, ist das anders geworden. Heute lieben wir eS, als gute Christen Pharisäer- Haft über das Susland zu schimpfen.„Wir danken Dir, unser Herrgott, daß wir nicht sind wie jene da," ist die Parole. Spricht ein Deutscher von England, so ist das zweite Wort„Loyalitätsheuchelei",„Frömmig- kettsheuchelei, Prüderie", obwohl in allen diesen Punkten es in Deutsch- land zehntausendmal schlimmer steht' als in England. Die Franzosen sind sittlich verkommen, während in Deutschland Moral und gute Sitte herrscht, trotzdem ein Skandalprozeß aus der„besseren" Gesellschaft den andern überbietet; und in Amerika— herrscht der Dollar, von dem der tugendhafte Deutsche nämlich absolut nichts wissen will.„Wenn man«in Kulturbild von dem reichen Lande der Vereinigten Staaten entwerfen will"— so lasen wir jüngst in einem Artikel der Münchener„Allge- meinen Zeitung"—„so findet man die Industrie im Vordergrunde, die Wissenschaft und die öffentliche Moral aber ganz im Hintergrunde. Die Industrie dieses Landes ist in der That immens, sie nimmt aber auch die gesammte physische und geistige Thätigkeit der Bevölkerung in Anspruch. Der„Dollar" ist daS Endziel aller Thätigkeit." Das ist einfach nicht wahr— oder vielmehr nur so weit wahr, als in allen kapitalistischen Ländern, Deutschland in keiner Weise ausgenommen. Ueberall steht die „Industrie", die Jagd nach dem Profit, im Vordergrunde, und schimpf- kichere Preisgebungen der öffentlichen Moral zu Gunsten des Profits, als sie der deutsche Reichstag in diesen Tagen wieder bei Berathung der Schnapssteuer und des Kunstbuttergesetzes gesehen, kommen auch in Amerika nicht vor. Der Unterschied ist höchstens, daß die großen Reichthümer in Amerika neueren Datum» sind als Europa, es findet sich weniger durch den Einfluß der Jahrhunderte, durch Grafen und Fürstenkronen gehei- ligter Raub. Es hat drüben weniger angestammt« Nabobs— im übrigen sind die Gould, Vanderbilt ic. in ihrer Art nicht schlimmer als die Her» zöge von Ratibor, Ujest«., die Herren von Thiele-Winkler, die Frei- Herren von Miebach u. f. w., u. f. w., die die Klinke der Gesetzgebung trotz dem geriebensten BSrsengauner zu Gunsten ihrer G-ldsäcke zu Hand-, haben verstehen. Und was schließlich die Wissenschaften anbetrifft, so hat Amerika im Verhältniß seiner Jugend schon weit mehr für dieselben gethan als irgend ein europäischer Staat. Es hat glänzend ausgestattete Akademien — ja wir möchten sagen, in keinem Land ist man so freigebig in dieser Beziehung als in Amerika. Daß es an derben Schattenseiten drüben nicht fehlt, soll nicht geleugnet werden, wenn man aber weiß, wie in Deutsch- land in Bezug auf wirklich kulturelle Aufgaben geknausert wird, *) Zu Deutsch;„Vaterländische M-moiren"— eine der angesehensten Monatsschriften in Rußland.(Der Uebersetz«.) (D. Uebers.) —) Ende 1S8ö. falsch sein; auf keinen Fall kann sie aber als maßgebend für meine An- sichten gelten, die ich hege in Bezug auf die„Bemühungen russischer Rationalisten, für ihr Vaterland einen besondern Weg der Entwicklung ausfindig zu machen, verschieden von dem, welchen das westliche Europa biS jetzt aewandelt" u. f. w. Im Anhang zur zweiten Auflage des„Kapitals" habe ich mit tiefer und durchaus verdienter Achtung von dem„großen russischen Denker und Kritiker"(Tschernischewski) gesprochen. Dieser Gelehrte hat nun in seinen ausgezeichneten Abhandlungen die Frage zu lösen versucht-Muß Rußland den Uebergang zur kapitalistischen Phase mit der Zerstörung der überlieferten Dorfgemeinde eröffnen(wie das die liberalen Oekonomen wollen); oder aber, wird es Rußland wohl möglich werden, alle Kulturfrüchte der kapitalistischen Aera einzu- ernten, ohne die sie begleitenden Martern durch. machen zu müssen, indem es, seinen eigenen, histo- rischen Faktoren gemäß, sich weiter entwickelt. Gr selbst hat sich für die Möglichkeit des letzteren Falles ausgesprochen. Man sieht: mein verehrter Kritik«*) hätte doch mindestens mtt ebenso gutem Recht auS dieser Auslassung über den„großen russischen Denker und Krittler" folgern können, daß ich in dieser Frage seine Anficht theile, als aus der Polemik gegen den russischen„Belletristen und Pan- slavisten" zu schließen, daß ich gegentheiliger Meinung bin. Indeß, da es nicht meine Art ist, Unklarheit ü-er meine Ansichten bestehen zu lassen, möchte ich ohne Umschweife erklären? um mir die Möglichkeit eines begründeten Urtheils über den ökonomischen Entwick- lungsgang des modernen Rußland zu verschaffen, habe ich die russische Sprache erlernt und im Lause von Jahren die osfiziellen Dokumente und andere im Druck vorhandene Quellen studirt, die auf diese Frage Bezug haben. Ich bin nun zu dem Schlüsse gelangt, wenn Rußland auch fern« auf d« von ihm fett 1861 eingeschlagenen Bahn beharrt und auf derselben weiter fortschreitet, so wird es eine der bequemsten Gelegenheiten verlustig gehen, welche der Gang d« Dinge einem Volke je an die Hand gegeben hat, um den Prüfungen der kapitalistischen Plage zu entgehen. In dem Abschnitt über die„primäre Akkumulation" wollte ich nur deu Weg zeigen, auf welchem die kapitalistische Ordnung im westliche« Europa aus der feudalen Wirthschaft sich entwickelt hat. In diesem Abschnitt wird demnach der geschichtliche Entwicklungsgang v«- folgt, welcher eS ermöglichte, daß die Einheit des Produzenten mtt seinem Produktionsmtttel zerstört wurde; der Erster« in einen Lohnarbeiter (Proletarier im modernen Sinne des Wortes), die Letzteren dagegen in Kapital verwandelt wurden. In dieser Geschichte bedeutet jede Umwälzung ein- Epoche, welch« als neuer Hebel für die Entwicklung d« sich orga- nisirenden Klasse der Kapitalisten dient; die H a u p t g r u n d l a g.e die sex Entwicklung bleibt immer die Enteignung der Klasse der Ackerbauer.— Am Ende dieses Abschnittes ist von der historischen Tendenz der kapitalistischen Anhäufung die Rede und wird gezeigt, daß das letzte Wort derselbe« die Umwandlung de» privat- kapitalistischen Eiaenthums in gesellschaftliches Gemeingut sein, müsse. Ja diesen Schlußzell:n des besagten Ad>chnistqs w«den keinerlei Beweise zu Gunsten der aufaestellten Behauptung erbracht auS dem einfachen Grunde,«eil dies« Behauptung selbst ja gar nichts Anderes ist, alseine allgemeine Schlußfolgerung aus emer langen Reihe von Betrachtungen über die kapitalistlsche Produktion. Welche Anwendung aus diesem Grundriß konnte also mein verehrter Kritiker in Bezug auf Rußland mächen? Offenbar nur diesen: Wenn Rußland dahin streben wird, ein kapitalistisches Land nach der Art des Westens zu werden(und Rußland hat in den letzten Jahren «ke z. v. die Unioersttät der Haupt- und Residenzstadt Berlin jahrelav vergeblich darum petitionirte, ihre pathologischen und physiologisch« Labor« torien einigermaßen auf den Stand der Erfordernisse der Zeit p fetzen, wie eS erst der französischen Milliarden bedurfte, bis dem Skant« «in E nde gemacht wurde, dann kann man nur Eckel empfinden vor so« pharisäe»hasten Angrissen auf das Ausland wie der obige, der obendw unter dm vielm dieser Genre» noch einer der maßvolleren ist. »c vi haLÄ —„Rückwärts, rückwärts, Don Rodr igo"— das scheint nat grade die Parole der„Frankfurter Zeitung" beim Engagement ihn Auslandskorrespondenten zu sein. Wir haben das reaktionäre Gebahvt der Pariser Korrespondenten des oolkspart etlichen Hauptblattes sch» wiederholt zu kennzeichnen gehabt, und wenn auch der famose Gtttä korrespondent das Feld hat räumen müffsn(we nigstens ist seine ChiA jetzt verschwunden), so ist das System doch noch das gleiche— d«! Heuler find wir los. d i« Heuler find ge blieben. Einen Korrespondent» der den Gang der Dinge in Frankreich vom demokratischen Standpuim aus behandette, wird man in der„F rankfurter Zettung" vergebe» suchen. Alles andere, nur kein Demokrat, ist auch der Amsterdam«' Korrespondent der Frankfurterin. Seine Sprache ist die eines BoB geois und Fanatikers der„Ordnung", wie sie etwa in der„Kölnisch» Zeitung", dem„Leipziger Tageblatt" oder ähnlichen Blättern am PlÄ wäre. Man kann den Geist eines politischen Schriftstellers an dem E brauch beurtheilen, den er von dem Wort„anarchistisch" macht.%<' archie und Anarchismus sind heute Bezeichnungen für eine ga< bestimmte Richtung im öffentlichen Leben, mit ausgesprochenen Ziel» und einer entsprechenden Taktik. Für andere Richtungen gebraucht, Hab« sie nur einen polizellich-denunziatorischen Sinn. So kommt es der ixaU „Norddeutschen" bekanntlich gar nicht daraus an, gelegentlich die arw> Deutschsreisinnigen anarchistischer Wühlerei zu bezichtigen— von dä Gedanken ausgehend, daß sie oder die Personen, deren Organ sie 3 den Inbegriff aller Ordnung repräsentiren. Ganz diesem Gedanw gang folgend schreibt nun auch der Amsterda mer Korrespondent „Frankfurter Zeitung" über die„sozialdemokratische B« wegung inHollan d". Man höre nur: Ueber die Amsterdamer Unruhen beim Verbot des ziehen»"(mit denen die Sozialdemokraten gar nichts zu thun „denn gerade well die Rädelsführer der Sozial dem« kratie den Widerstand der aufgeregten Volksmenge gegen die verhatz Polizei anfachten, erhielt dieselbe ein so bedrohendes Ansehen, daß Wiederherstellung der Ordnung das Einschreiten der militärisch«' Macht nöthig war."...„Arbeitslosigkeit und Unzufriedenheit D manche politische Verhältnisse, an deren Verbesserung schon seit länger« Zeit, wiewohl ohne das gewünschte Resultat(und warum vergeblich, lX« ehrter Herr?), gearbeitet wird, arbeitete jenem Versuch der Aushetzu« des Volkes w die Hand und kam den Sozialdemokraten trefflich I Statten, deren Streben in erster Linie dahin geht, die bestehende gese» schaftliche Ordnung zu unterwühlen und denHaß g«gen die gese! lichen Autoritäten zu predigen." Ueber Domela Nieuwe nhuis:„Und doch ist derselbe sch«' feit etwa acht Jahren die Seele der ganzen B ewegung, denn er ist ein«' der wenigen, oder vielleicht der einzige wissenschaftlich gebildet« Man" welchen die anarchistische Partei(!) in Holland unter ih'** Mitgliedern aufweisen kann."...„Bei der Be Handlung des Prozeß" in erster Instanz bekannte sich Nieuwenhuis als den Verfasser, aber" der zweiten Instanz zog der Agitator seine frühere Erklärung zurück un' ließ einen Strohmann aufmarschiren.(Umgekehrt, werther Ordnung' freund l Nachdem wider Erwarten und sonstig em Gebrauch eine Veras theilung erfolgt war, hielt es der wirkliche V erfasset des Artikels ß" seine Pflicht, sich zu nennen. Aber nicht an ihm lag der holländisch� Regierung, sondern daran, den ve rhäßten und gefürchteten Nieuwenha- zu treffen, deshalb ließ man den vo llständig berechtigten Einwand na? gelten.) Der Gerichtshof hielt sich aber lediglich an die erste Srkläru� und bestätigte das erstinstanzliche Urtheil, welches später auch in d" dritten und letzte« Instanz(vor dem„Hoogen Raad") endgültig bestätig worden ist." Von der nichtswürdigen Behandlung, deren Opfer NieuwenhuiS im 6" fängniß ist, und die selbst viele seiner politischen Gegner empört, kein Wo"' Kein Wort von dem brutalen Vorgehen der Polizei gegen die holländ' schen Sozialisten, kein Wort darüber, ob nicht die Regierung„die gestk liche Ordnung" durch ihre Mißwirthschast und Taubheit gegenüber dä Forderungen der Arbeiter einen großen Theil der Schuld daran trU daß aus dem„begeisterten Apostel der Humanität"(der nach seiner D«' stellung Nieuwenhuis anfangs blos gewesen) der leidenschaftliche Agitatt' »Naß Äuge, rs ar xß g sie hi «als Lewe auf d sind J ßigyri «an, Gesell schule vre «0 lvge na tut test« daß d müsse. Die bebeni Berste dräng! Reg haben der ri Uljam fanem «Selb dem, »wisch, «spot «der t Und i teste. «esalb; «te s emsig an dieser Aufgabe g-arbeitet), so wird e» dies� Ziel nicht anders erreichen können, als auf dem Wege der Ve> Wandlung eines guten Theils feiner Bauern inPr* l e t a r i e r; einmal aber unter das Joch der kapitalistischen Herrsch« gerathen, hat Rußland keinerlei Vergünstigungen fürst» zu erwarten, vielmehr wird es sich den unerbittlichen Gesetzen dies' Ordnung, so gut wie alle anderen unheiligen Rattonen, fügen müsse" Das ist Alles!— Meinem Kritiker genügt daS aber nicht; ihm beliet" es, meinen geschichtlichen Abriß der Entstehung des Kapitalismus ä westlichen Europa in eine allgemeine historisch- philosophische Theorie us zuwaiweln, welche dann daraus Anspruch macht, einen unabänderlich� Entwicklungsgang für alle Völker vorzuschreiben, ohne Rücksicht dura« welche die besonderen Bedingungen ihre» historischen Daseins sind, wo" immer dieselben zu einer ökonomischen Ordnung gelangen sollen, weiss die höchste Entwicklung der Produktionskraft der Gesellschaft und größtmögliche Ausbildung des Individuums garantirt. Ich muß aber bitten, mich entschuldigen zu wollen: eine solche A«? legung würde zu sehr ehrend, aber auch zu sehr beschämend sür m>» sein. Nehmen wir ein Beispiel. An verschiedenen Stellen des„Kapital» wird des historischen Schicksals gedacht, von welchem die Plebejer b" allen Rom betroffen wurden. Ursprünglich waren sie freie Bauern, vi" denen ein jeder seinen eigenen Acker hatte und denselben auch aus«ig«» Rechnung bewirthschastete. Im Verlauf der römischen Geschichte wurd» sie enteignet. Uno der Gang der Dinge, welcher die Plebejer der Pr» duktions» und Existenzmittel beraubte, hatte nicht nur die Bildung v«" Großgrundbesitz, sondern auch die Anhäufung bedeutender Geldkapitalis" zur Folge. An einem schönen Morgen war die römische Gesellschaft J zwei große Lager gespalten: freie Habenichtse, welche außer ihrer Arbeit» kraft weiter keinen Besitz hatten einerseits und Ausbeuter dieser Arbeit» kraft, im Besitz aller gesellschaftlichen Reichthümer, anderersetts. SBJ aber war die Folge? Der römische Proletarier wurde deshalb doch ke» Lohnarbeiter, vielmehr ein müssizgängerischer Faullenzer, mehr zu ein? Sache degradirt als das bei den„weißen Paupers" der Südstaate> Amerika's je der Fall war; auch entwickelte sich keine kapitalistisch" wohl aber eine sklavenhalterische Wirthschaft. So sehen wir verschiede� historische Bedingungen sehr analoger Erscheinungen zu grundverschiedene' Resultaten führen. Indem wir ein jedeS dieser Ergebnisse einzeln f«' sich studiren, und dann beide mit einander vergleichen, können wir se? wohl das Räthsel lösen; niemals aber werden wir es vermögen, di«' Lösung vermittelst eine» überall paffenden Schlüssels, etwa in der E" statt einer allgemeinen, historisch. philosophischen Theorie zu finde" deren höchstes Verdienst sozusagen in ihrem Superhistoriemus bestehä würde. Karl Rarx, -7 da Prvgr Unt Stogit nen z • Unt «0«« Quelle Wil fitir Anllaj die A. «age j der c , Dai �tß di «Uaßt Die, ..iäti M.fi lange liche Robilii hoben. «0 dieser H»«se Grund Das ii«n dem d 883 S dulver Un beit, f»ft« *»itzl send es«: V *) In den„Vaterländische Memoiren". (D. Ueverj.) Anmerkung des Uebxrsetze?� . Gegm meine Gewohnheit war ich diesmal bestrebt, sowett die» übt' Haupt möglich ist, den Brief wörtlich zu übersetzen, wegen der groß? Wichtigkeit, welche sein Inhalt gerade für mich haben mußte, Z>" Orieittirung und richtigen Beurtheilung von Seiten der deutschen Lei? will kch noch bemerken, daß der Artikel:„Karl Marx vor dem Fors* des Herrn Sukowski" von der Feder des bekannten russischen Radikal? MichailowSki herrührt und im Oktoberheft der„Vaterl. Memoire» für daS Jahr 1871 erschienen ist. Ich kann es getrost dem Leser üben lassen, ob und inwiefern Rußland während oieser IS Jahre auf tz? „fett 1861 von ihm eingeschlagenen Bahn«est« fo�geschsssttefl" ist. L.K. ..Da, lchaffe, «° «Nie tttcht Und «ozifli 5°m tzünge, iagsio d-lde« Rui Verde, 6i Llatte £eü 1 relw m Zeit!' tanH rfoK itorf dies«! V«> P»« Ä S xb f ie ntf rlirt ata« n)e«J wel» d W atlrotben, der„«liliett übet die geringfiigixen Resvltaie seiner An» ßrenzungen nichts weiter zu thun weiß, alL das Volk gegen Polizei und Obrigkeit aufzuhetzen, überall Zwietracht und Verwirrung zu stiften und auf diese Weise die bestehende gesellschaftliche Ordnung umzuwerfen." Rur Ermunterungen für die Polizei, und die Unterstellung, daß der «einzige Zweck" der sozialdemokratischen Agitation in Holland darin besteht,„die öffentliche Ruhe zu störe n." Di« liebe, aute öffentliche Ruhe! .In ihrem Pfingst-Artikel legt die„Frankfurter Zeitung" den„einsich- tigen Anhängern der Sozialdemokratie" die Frage an's Herz,„an der Hand der Geschichte zu prüfen, ob fie nicht grade dadurch, daß sie auf- gehört haben, an dem Befreiungskämpfe des dritten Standes, dessen Ziel der demokratische Staat ist, sich zu betheilig-n, auch die eigene Sache schädigen, und der Gefahr aussetzen, von der allzeit wachsamen und eifrigen Reaktion gegen das Volk ausgebeutet zu werden." Das heißt denn doch den wahren Sachverhalt der Dinge umkehren. «einen Augenblick hat unsere Partei aufgehört, für die politischen For- derungen der Demokratie einzutreten, jede«rnsthaste Bewegung zu ihren Gunsten auf's Kräftigst« zu unterstützen. Unser praktisches Aktionspro- «ramm besteht in der Realisirung dieser Forderungen— wer diesen un- treu geworden ist, das ist das Bürgerthum, der„dritte Stand" selbst. Und«inen HaupttheU der Schuld daran tragen die Heuler in der Presse, die gegen die vorgeschritteneren Parteien Phrasen anwenden, die nur der Allzeit wachsamen und eifrigen Reaktion zu Gute kommen. Ein wenig vor der eigenm Thür« gekehrt, liebe Frankfurterin! — Gründliche Lente find die Rufie«— wir meinen die �Abgebenden Russen, die russische Regierung. Die studirende Jugend Rußlands ist bekanntlich revolutionär durchsetzt. Und wie könnte es anders sein? Der heldische U l j a n o w hat es bei dem letzten Pro- SB gesagt, und seine Worte sind so wahr und so bedeutsam, daß wir ■ hier nach dem Bericht de» Korrespondenten der„Daily New»" noch- «als zum Abdruck bringen. «Was treibt die studirende Jugend in die Arme der revolutionären Bewegung;" fragte er in der Verhandlung und wies in ruhiger Weise auf die unlösbaren Widersprüche im staalttchen Lebe» hin.„Weit geöffnet sind die Thüren der mittleren und höheren Lehranstalten; die Vergünstigungen, welche mit der Absolvirurg derselben verknüpft wurden, üben »anz natürlich ein« ungeheure Anziehungskraft auf die Jugend aller Gesellschaftsschichten. Voll Vertrauen betritt sie die Räume der Hoch- schulen, doch sofort beginnt die Enttäuschung. Die angebliche geistige Freiheit wird zu«wem geistigen Gesängniß, der so empfängliche juxend- liche Geist in Polizeivorschriften gezwängt, jedes freie Wort— und sei es noch so harmlos— in wie außerhalb der Universität— zum Ver. brechen, das streng bestraft wird. Die an die Jugend heranschäumenden Wogen der revolutionärm Bewegung wirken so erfuschend, daß es notürlich erscheint, wenn sie sich ihr anschließt in dem Bedürfniß, Pro- test gegen das System der Regierung zu erheben, in der Uederzeugung, daß die Bewegung früher oder später einem Systemwechsel zuführen mu�e. Die Worte Uljanow's haben einen Widerhall gefunden in dem angst- ««enden Herzen des Zaren und seiner Mit chuldigen. Hätten die Burschen «erstand, so würden sie die überwältigende, jedem Denkfähigen sich aus- drängende Wahrheit dieser Worte begriffen haben, und den tragischen Gegensatz zwischen Theorie und Praxis durch Aenderung der »tegierungspraxiS zu besertrgen suchen. Der Zar und seine Leute haben aber eine Logik für sich. Wie einst der deutsche Kaiser, steht auch «er ruffische Zar über der Logik. Daß Wahrheit in den Worten Uhanow's liegt— das ahnt auch das trübe Zarcngehirn. Allein in f«nem wahnsinnigen Glauben an die Polizei-Omnipotenz kommt der «Selbstherrscher aller Neuffen" zu dem umgekehrten Schluß, als dem, welchen die gesunde Vernunft vorschreibt. Der Konflikt ist da zwischen Theorie und Praxis, zwischen der Wissenschast und dem Polizei- «espotismus— der Konflikt ist unlösbar, entweder muß die Theorie dder die Praxis, die Wissenschaft oder der Polizeidespotismus fallen. «nd da die Praxis die des gesalbten Zaren ist und folglich die denkbar dkste, und da der Polizeidesponsmus sür Rußland nach dem Urtheil des gesalbte« Zaren die einzig mögliche Rcgierungsform, so muß die T h e o« e t e fallen und die Wtssen>chaft vernichtet werden, und Nieder mit der Gelehrsamkeit! Nieder mit der Wissenschaft! Nieder mit den Hochschulen! Nieder mit den Gymnasien! Kurz, nieder mit der revolutionären Schule, in welcher da« Volk denken lernt und die Achtung vor dem ge- salbten Zaren und seiner heiligen Polizei verliert das ist jetzt die Losung der russischen Regierung, das ist jetzt ihr Programm. Und wir sagen: von ihrem Standpunkt aus hat sie Recht. Es ist �«gik darin, wenn auch nur die Logik des Wahnsinn», des tollgeworde- Despotismus. And wir fragen Herrn Puitkamer, ob er nicht Respekt hat vor dieser »-ogir und nicht in ähnlicher Weise einmal„der Sozialdemokratie ihre Quellen abgraben" will? 'einlöV2)tntl!etmß8cn gelegentlich durch„p o. ftttve Vorschlage zu Hilse zu kommen. — Konsequenz und Ehrlichkeit erheischen, daß, wer eine falsche «ltlage erhoben hat, sobald sich deren Grundlosigkeit herausgestellt hat, die Anklage zurückzieht und die Wirkungen, welche die falsche An- «tage für den fälschlich Beschuldigten gehabt hat, nach Möglichkeit wie« «er aufhebt und Entschädigung gibt. �Das Sozialistengesetz wurde ertasten auf Grund der Anklage, �«ß die Sozialdemokratie die bekannten Attentate des Jahres 1ö7L veranlaßt. wenigstens verschuldet habe. Diese Anklage hat sich als falsch herausgestellt. Und neuerdings hat ÜNb'>tli» UnftitCrfi« QotitittA" ViaS Kam<4. CD.«* •ml itoll' t v~lv i'-y»>» i»»i»y vt-uuiDnc|Kur. unu neucroings gll p>?öar die„Kölnische Zeitung", das oberste der preußischen Rep. psl'?K>iätt«r, und die„Leipziger Zeitung", das amtliche Organ der sächsischem Regierung, aus der Feder eines schriststellernden Spitzels tange Artikel gebracht, in welchen authentisch und mit Benutzung a m t- RöbiUüa�t�? �® e»«» s«bracht ist, daß weder Hödel noch N�Wing etwas mit der deutschen Sozialdemokratie zu thun gehabt Gerechtigkeit würden nach«onstatirung dieser Thatsache die sofortige Rücknahme des Sozialisten- gesetzoS und die Entschädigung der durch dieses Schandgesetz zu «ninde Gerichteten oder schwer Geschädigten erheischen. .»aß die Entschädigungssumme.sich in die H u n d e r t e v o n M i l- Dianen belausen wurde, ist kein Grund, sie nicht zu bezahlen. Und putschen Volk wäre e» zedenfalls tauzendmal zuträglicher, wenn die °öZ Millionen Mark, welche jetzt für Militär- und Kriegs zwecke ver- «ulvert werden, für die Wiederherstellung der zerstör- Arbeiter- G.e nossenschaften und sonstigen Ar- ?'iterunternehmungen; für die Rückkehr von Taufen- f* n vonbravenMännern, dieindieVerbannungge« ZjtUben worden sind; für die Entschädigung der Tau- iende und Abertausende, welche dem Sozialisten« d.. zum Osgfer gefalle n f i n d, und für ähnliche Handlungen erechtigkeit oerwendet würden. a8ei ba8 8011 n�t' n,rtt�8 t*aS Sozialistengesetz ge» Äonfequenz ho* wohl— die Konsequenz der Jnfa« und Brutalität— allein Gerechtigkeit kennt eS nichts «s wußte ja von Anfang an, daß Hödel undRobiling keine °Z>aIdemokraten waren, und daß eS blos eine niederträchtige 6*1 m®« war,. dieselben der Sozialdemokratie an die Rockschöße zu smuw e6ettf0 nieder» ächlige Komödie wie bei der letzten Reichs« ilalä« üres üb-r' >f S* iL ja» urdä ; DU« talst' Ä bell» W-i h Je* ein* matck tisG 'edes dene« n föi r s-? dfti r® iubt« steh* tfc m rol � wie icmren«njcec venu emtp ji wwoen wir ihnen bU R e ch n st n g prstsentiren. w»» wird lang sein- firnü tolc lieblich ist e» ap» In einem gut demokratischen mit finden wir folgende artige Zusammenstellung der in der letzten ® 1 gegen die wiederg-smchenen elsaß-lothringischin Stammesbrüder -j»iAt.en MMch-disttschen— fggen»ir, ttmarmüngen» „Heber Eksaß-?oihringen ist seit den letzten Wahlen neben der D ikz tatur, welche den Normalzustand des Landes darstellt, eine Art kleiner Belagerungszustand verhängt worden, in deffen Gefolge allerhand„kleine" SpezialMaßregeln einherschreiten. Die erste war die bekannte Polizeiverordnung gegen die G e s a n g- und G e s e l l i g k e i t s- 5 er eine, aus denen durch ein höchst kowplizirtes Preffions« und Re« reffionssystem die französische Gesinnung ausgetrieben werden soll. Ge« lingt das im einzelnen Falle nicht, so muß der infizirte Patient, damit er nicht weiter ansteckend wirkt, als Kollektivpersönlichkeit sterben, ob auch seine Atome weiterleben und„wälsche Gesinnung" in den Weltgeist des elsässischen Mikrokosmus tragen.— Das zweit« Reinigungsmittel sind die in letzter Zeit öfters hervorgetretenen„Landesverwei« s u N g e n", welche natürlich die Zahl und den Einfluß der elsäffischen „Unversöhnlichkeit" in Frankreich vermehren. Kann aber nichts helfen.— Zum dritten ist da eine Reihe von HochverrathSprozessen — wenn wir nicht irren, waren es die ominösen dreizehn an der Zahl— wegen Mitgliedschaft bei der in Frankreich selbst stark im Niedergana begriffenen„Patriotenliga". Es bleibt noch abzuwarten, ob dieser„Conat des Versuchs des HochverrathS"(um mit der Kriminalpolizei der 20er Jahre zu reden) zu einer Verurtheilung führen wird; denn das Substrat des Prozeffes ist etwas vager Natur. Mit der Landesverraths- und Spionaze-Affäre Klein-Schnäbele in Straßburg haben jene dreizehn nichts zu thun.— Zwar nicht von den Erynnien des Hoch- und Landes- verrathsparagraphen, aber doch von einem anderen Theile des Straf« gesetzbuches sieht sich der Reichstagsabgeordnete Grad bedroht und ist deshalb zur Zeit in französischen Blättern der Held des Tages. Er hat, schrecklich zu sagen, in einer Wahlsitzung die deutschen Feldwebel beleidigt.— In Metz wurden ein Bauer und sein Sohn wegen (von ihnen bestrittener) schwerer Jrreverenz(Unhöflichkeit) gegen ein Bild zu sechs Monaten Gesängniß verurtheilt.(Siehe eine Stelle in Tacitus' Annale», welche einen merkwürdig analogen Pro, zeß mit f r e i s p r e ch e n d e m Ausgange erzählt)— Ebendaselbst, d. h. „in sämmllichen Schulen des deutschen Sprachgebiets"(Lothringens) ist nach der„Kölnischen Zeitung" das Verbot der französischen Unterrichtskurse, welche nach Unterdrückung in den Schulen privatim von den Leuten eingerichtet wurden, von Neuem eingeschärft worden und soll auf's Strengste durchgeführt werden. Warum es den Kindern eines an Frankreich stoßenden Grenzlandes verwehrt sein soll, französisch zu lernen, während doch in fast sämmtlichen Schulen Alt- Deutschlands das Französische obligatorisch ist, geht über unseren Hori- zont.— Zuletzt mag die Abdankung des Bürgermeisters von Mülhausen, Herrn Mieg-Köchlin, Mitglied des Bezirkstages und deS Landes-Aus- schuffes, hier angeführt werden. Herr Mieg-Köchlin ist einer der ange- sehensten und tüchtigsten Männer deS Elsaß und er weicht, wie die „Kölnische Zeitung" aus Straßburg meldet, der Mittheilung des Bezirks. Präsidenten in Colmar, daß Mülhausen zu denjenigen Städten gehöre, für welche die Ernennung von Bürgermeistern in Aussicht genommen sei, die nicht Mitglieder des Gemeinderaths seien. Dem Bundesrath soll nach derselben Meldung ein Gesetzentwurs zugehen, welcher das französische Gesetz vom 22. Juli 1870— das Schreckensjahr!— aufhebt, wonach die Bürgermeister aus den Mitgliedern des Gemeinderaths genommen werden muffen. Und die'„Straßburger Post" bringt die wundersame Mrltheiluna, zum wohlregierenden Bürgermeister von Mülhausen sei der durch die Takaksmanufaltur in Srraßburg berühmt gewordene Regie- rungsraih a. D. R o l l e r ausersehen worden. Wir glaubten's aber nicht; denn heute ist nun auch richtig, daß Kreiedirektor Hack zum Bürger- meistereiverwalter in Mülhausen ernannt wurde.— Endlich soll„die Freizügigkeit des Lehrpersonals zwischen Preußen und dem Reichslande angebahnt werden", was ein sehr schöner Ausdruck für eine in der Praxis äußerst fcharflantige Sache ist.„Der preußnche Schulmeister hat dei königgrätz gesiegt" und wird nun auch im Elsaß siegen; dort hatte er aber das Zündnadelgewehr bei der Hand, und der Lehrsatz wird neuerdings von erfahrenen Männern wie Eduard Sack überhaupt in Zweifel gezogen."-- — In klerikalen Kreisen erwartet man, wie der„Westf. Merkur" schreibt, nach der Annahme der letzten kirchenpolitischen„Novelle" die fchiennige Rückberufung der, im Aniang der siebenziger Jahre aus ihren Klöstern v-:bannt-n kirchlichen Orden und Kongregatio» neu, zunächst der Franziskaner und der Kapuziner. Später kommen dann natürlich die Jesuiten. Wie wär's, Herr v. Gneist, wenn man die Enthüllung des Hutten- Denkmals auf den Tag ansetzte, wo die Jesuiten als Siezer in's Reich einmarschiren? Herr von Wildenbruch würde gewiß so freundlich sein, eine der Feier des Tages entsprechende Einzugs-Jubelhymne zu dichten. Wenn eS denn einmal prostituirt sein soll, dann auch gleich ordentlich. — Und daS sind unsere Richter! Ein Redakteur der Berliner Freisinnigen Zeitung ist aus Grund eines Artikels gegen daS in« fame Treiben der Reptilienpress- bei der Kriegshetze vom Berliner Landgericht I zu vierWochen Gesängniß verurtheilt worden, wegen— Biömarcksbeletdigung. Die Urtheilsbegründung ist eine wahre Perle von Rabulistik und verdient, tiefer gehängt zu werden. Es heißt da:.... �. „Schon im Anfang des Artikels wird mit den Worten—„„E,n l e i f e r W i n k a u s d e m Preßbnreau genügt, und sofort geht auf der ganzen Linie der Spektakel wieder los""— darauf hingewiesen, daß der Grund zu dem„nichtsnutzigen" Auftreten der Reptllienpreffe nicht in dieser selbst, sondern an einer andern höheren Stelle zu suchen sei. FürstBismarckwirdzwarhiernochnichtgenannt, er istaber offenbar gemeint, da eS eine notorische Thatsache, deren Kenntmß der Verfaffer bei jedem seiner Leser voraussetzen durfte und unzweifelhaft voraussetzte, daß das Preß« bureau eine Einrichtung der Regierung ist, welche unterderoberstenLeitungdesReichskanzlerSsteht. Der Sinn der Worte:„ein leiser Wink pp." ist daher kein anderer als der, daß nach den aus dem Preßbureau ergehenden Anweisungen des Reichskanzlers in sämmtlichen Organen der Reptilienpreffe der Spektakel losgehe." Fein deduzirt, nicht wahr? Es sind aber auch erfahrene Meister der Rechtsdrehung, die das zustande gebracht. Voran Landgerichtsdirektor Lüty, wenn wir nicht irren, der erste Ehrenretter Jhrmg-Mahlows; dann Landgerichtsrath vonMakomaski, bekannt aus der weiland weltberühmten siebenten Deputation, und drittens Landge« richterath Markstein, der so semsüblig ist, daß er einmal schon darin eine Bismarcksbeleidigung fand, daß jemand gesagt, er fände irgend eine Aeußerung unpassend vom Reichskanzler. Man sollte für so talentvolle Rechtsgelehrte einen eigenen Orden stiften— einen Orden zum Et. ESkobar. Die so gewandten Herren werden sich auch zweifelsohne leicht mit dem Einwand der„Freifinnigen Zeitung" abfinden, daß: 1) Das Preßbureau gar keine Einrichtung des Reiches, sondern des preußischen Staates ist. m 2) Der Reptilienfond nicht vom Reich, sondern von der preußischen Regierung refsortirt. 8) DaS literarische Bureau de» Staatsministeriums speziell unter der Oberleitung Putty'S steht. 4) Das Preßbmeau in der Person des Herrn Konstantin Roß« ler seinen eigenen Direktor hat. Thut alles nichts, werden sie darauf antworten, wer von dem Letter der Reptilienpresse spricht, kann nur den Reichskanj' ler meinen. Folglich ist jeder Angriff auf die Reptilienpreffe eine Beleidigung des Rrichskanzleis. Und jeder vernünftige Mensch wird ihnen zustimmen. — Sie fitze» im Rohr«nd schneide« fich Pfeife«, die biedem deutschen Zuckerbarone.„Im Reichstage," schreibt die„Freisinnige Zeitung" vom 27. Mai,„waren die Zuckerinteressenten am Mittwoch darin einig, daß ohne die auch in der neuen Regierungsvor- läge beibehaltene Prämie von mindestens£ M. aus den Doppelzentner Zucker, d. h. ohne eine Unterstützung der 4S0 Zuckerfabriken im Betrage von jährlich 50 Rillionen Mark aus der Reichikasse und den Taschen der inländischen Zucker kons«mente» die Zuckerindustrie nicht bestehen könne. Angesichts deffen werden un» Abschristen vonzweiBilanzenvonZuckerfabrikenfürda» Jahr 1888 zugesandt. Die pommer'sche Provmzialzuckerei war darnach t» bw Lage, auf ihr Aktienkapital von 2,400,000 SU. 20 Prozent Dividende zu ertheilen und außerdem noch 4 Prozent zu Tantiemeit und Gratifikationen zu verwenden. Die Deffaucr Alticnzuckerraffinerie bracht: es bei einem Aktienkapital von 2,400,000 M. auf ein Gewinnsaldo vo« 1,093,000 M.» also von mehr als 40 Prozent. Außerdem wurden noch erübrigt zu Gewinnbetheiligungen und Tantiemen 277,323 M., z« Amortisationen 253,369 M. Abgesehen hiervon, war die Fabrik in der Lage, auf das gesammte Baukonto noch 10 Prozent abzuschreiben." Die haben die Staatshülfe freilich sehr nöthig. — Jetzt, nachdem drei der Freiberger Ber«rtheiltett— Dietz, Heinzel und Müller— ihre Strafe verbüßt haben und, ohne an ihrer Gesundhett Schaden gelitten zu haben, ihren Familien und ihrem Beruf zurückgegeben worden sind, befinden sich noch sechs Opfer jene» schmachvollen Justizverbrechens im Gesängniß: die zu neun Monaten verurtheilten Auer, Bebel, Frohme, Ulrich, Biereck und Bollmar. Davon Letzterer in München, Frohme in Frank« f u r t und die Uebrigen in Zwickau. Wir können die erfreuliche Mit« thejlung machen, daß sich Alle,„den Umständen nach," des besten Wohlseins erfreuen. Viereck, der seines alten Leidens wegen ins Hospita� überführt werden mußte, ist wieder genesen. Mit Ausnahme Ulrich's, der erst zu Beginn des Jahres in's Gesängniß ging und im Februar zur Pflege seiner schwer erkrankten Frau einen vierwöchentlichen Urlaub erhielt, werden sämmtliche Gefangene den 17. oder 18. August entlasten werden— Ulrich erst Ende Oktober. — Die Rachrichte« auö Belgien lassen«och keinen sichere« Schluß auf den Fortgang der Streikbewegung für das all« gemeine Stimmrecht zu. Während sie im Bassin des Zentrum und von Lüttich zuzunehmen scheint, soll man in Charleroi und im Borinage von der Idee des Streiks zurückgekommen sein. In Brüssel, in Antwerpen, in Gent und an vielen anderen Orlen haben De« monstrattonen für die Streikenden und das allgemeine Stimmrecht statt« gefunden, ohne daß es jedoch daselbst zu Streits im größeren Umsange gekommen wäre. In Gent haben die Mehrzahl der Fachorganisationen direkt die eigene Betheiligung am Streik abgelehnt, sich aber bereit erklärt, die Streikenden nach Kräften zu unterstützen. Aehnlich lauten die Lea schlüffe des Generalraths der Arbeiterpartei. In anarchistischen Blättern, sowie im Pariser„Cri du Peuple"«er« den gegen diesen Vorwürfe erhoben, daß er nicht entschieden genug vor« gehe, daß er die Arbeiter„einschläfere" statt aufzurütteln, kurz, daß et Schuld sei, wenn der Streik nicht schneller um sich greife. Die guten Leute vergessen, daß sich ein Streik noch weniger wie sonst eine Volks« bewegung von obinher befehlen läßt— und daß sie mit ihren Vor« würfen gegen den Generalrath ihren eignen Theorien ins Gesicht schlagen. Dieser kann, nachdem der Streik gegen seinen Rath ausgebrochen, nicht» thun als die Thatsache anzuerkennen und die Ratifizirung des Geschehenen der Arbeiterschaft selbst überlassen. Bei letzterer allein liegt es jetzt, ob sie sich dem Vorgehen ihrer Brüder in den Grnbeudistrikten anschließen will oder nicht. Thut sie es nach allem, was geschehen, nicht aus eigner Initiative, so würde sie es auch auf Aufforderung des Generalrath» nicht thun, der es übrigens an Ermunterungen zur Unterstützung der Bewegung nicht hat fehlen lassen. Zudem ist der Streik gar nicht daS Wesentliche der Bewegung. Er ist nur das Gewand, nicht der Inhalt derselben. Es gibt auch außer ihm noch andere energische Formen der Agitation und Demonstration, und da die Arbeiter Brüssels ic. durch ihr vorläufiges Fortarbeiten den Kohlenarbeitern keinerlei Konkurrenz machen, so wäre damit noch nicht» verloren, wenn sie nur sonst mit derjenigen Kraft und Energie auf« treten, die nöthig ist, den Streikenden einen moralischen Rückhatt zu ge« währen, ihnen Muth und Selbstvertrauen einzuflößen. Dazu ist aber erforderlich, daß die Versammlungen zu Gunsten des Wahlrechts und der Amnestie statt von Tausenden, von Zehntausenden und mehr be« sucht werden. Bis jetzt ist das indeh nicht geschehen, die Versammlungen und Mani« festationen in der Hauptstadl waren nicht so imposant, als wir erwartet haben, und wenn sich das nicht bald ändert, dann ist die Erhebung für diesmal verloren. Am Sonntag haben die belgischen Fortschrittler getagt und die Be« rechtigung ihres Namens dadurch erwiesen, daß sie die Forderung des allgemeinen Stimmrechts mit 317 gegen 127 Stimmen abgelehnt haben. Nach langem Hin- und Herreden einigte man stch dahin» da» Stimmrecht iür Alle, die lesen und schreiben tönnen, zu verlangen. Das ist echt doktrinär. Eine Erschwerung des Stimmrechts, die de« Realtionären nichts schadet, und den Radikalen nichts nützt. Das bloße Lesen und Schreiben macht noch nicht den intelligenten Wähler, die Koniplizirung der Wahlarbeit durch Examenablegung k. kommt nur de« Besitzenden zu gute.— Die belgische Regierung läßt offiziös verbreiten, st« habe den Prinzen von Arenberg nach Berlin geschickt, um die preußische Regierung über ddn Charakter der Bewegung zu„beruhigen" und mttzutheilen, daß man hoffe, ihrer mit eigenen Mitteln Herr zu werden. War man in Berlin wirklich so nervös? Hat man vielleicht gar mit rührendem Diensteifer seine Hülfe im Voraus angeboten? Daß gewisse Leute in Berlin am liebsten den Univerfalgensdarm machen möchten, ist ja be- kannt. Jndeß ist noch eine andere Lesart möglich, die nämlich, daß der Arenberg nach Berlin gereist ist, um von dort„Beruhigung" zu holen. Jedenfalls wird zwischen Berlin und Brüssel eifrig konspirirt— die Gottesgnaden-Jnternationale ist stch ihrer Solidarität sehr gut bewußt. Wenn es nur die Internationale der Proletarier„von Gottes Zorn" ebenso wäre.-- — Der Marx'sche Brief, oder vielmehr da» Marx'sche Antwort- schreiben auf einen gegen seine historischen Darlegungen im„Kapttal" gerichteten Angriff, das wir im Feuilleton unserer heutigen Rummer veröffentlichen, ist zugleich auch eine treffende Antwort auf dm ihm von allerhand Kritikern und Kritikastern gemachten Vorwürfe der Ein« seitigkett, des Fatalismus ic. ic. Cr zeigt, wie wenig Marx schablonisirte, wie wenig es ihm einfiel, wichtige Kulturepochen auf blos formelle Aehnlichkeiten hin über einen Kamm fcheeren zu wollen, wie er— was bei einem Denker von feiner Bedeutung übrigens selbstverständlich— bei seinen Untersuchungen neben den fundamentalen wirthschastlichen Faktoren auch alle sonstigen Umstände sorgsältig in Betracht zog, di« auf das Leben und die Cntwickelung der Völker von Einfluß find. Der Brief ist eine Antezipation auf viele später erfolgte Angriffe, unter anderem des Professor Menger in Wien in seinem„Recht aus den vollen Arbeitsertrag." Auch G. Rouanet, der in dem neuesten Heft der„Revue Socialiste" an Marx seine Zähne wetzt, und dem dabei das Malheur passtrt, Marx als Jünger der historischen Rechtsschul» hinzustellen, ihn, der schon 1844 von derselben schrieb:„Eine Schul«, welche die Riederträchtigkett von heute durch die Niederträchtigkeit von gestern legitimirt"— wird diesen Brief mit Frucht lesen. Was die Frage anbetrifft, welche den Anlaß zur Kritik MichailowLki's, bezw. Sulowski's bot, so untersteht cg wohl keinem Zweifel, daß, seit Marx seine Antwort geschrieben. Rußland auf der seit 1861 von ihm eingeschlagenen Bahn mit Riesenschritten weiter sortgeschriiten ist. Kein Mittel»st unversucht geblieben, auS Rußland ein kapitullstisches Land zu machen, der„Bauern-Zar" hat sich als Herren-Zar vom reinsten Kaliber gezeigt. Weniger als je ist daher Aussicht vorhanden, daß Rußland von den Plagen des Kapitalismus verschont bleiben wird. Es hat schon seine industriellen RiesenstreikS gehabt» ferne Ansänge einer Arberterbewegung, während die Expropriation der Bauern durch die Großgrundbesitzer un» unterbrochen fortgeht und durch die Konkurrenz der amerikanischen, indischen rc. Lebensmittel noch gesördert wird. — Bon Rah«nd Fern. Der Danziger„GeheimbundS- Prozeß" hat mit der Aburtheilung von S der Angeklagten zu 2 Monaten, 8 zu 6 Wochen und 14 zu 1 Monat Gesängniß geendet. Von der Höh» der Strafen kann man aus die Beschaffenheit de SB«» lastungsmaterials schließen. Es blieb selbst hinter den beschei« densten Ansprüchen zurück. Nichts, rein gar nicht«, als harmlose Be« sprichungen über die Reichstagewahl. Und deswegen Einsperrung de» Wahlkomites und achtwöchentliche Untersuchungshast— e» ist ein Hohn auf den Begriff Rechtspflege! Inzwischen geht die Sehet mbunv»« Such» lustig fort. Jetzt hat man in Weerane und Hannover solche entdeckt.„Wo ihrer drei beisammensteh'n, sie müssen auseinander« g-hn."—„Hohenzollernglück." Unter diesem Titel stehen in den Schaufenstern lojaler Buchhändler, und es hat deren nicht nur in Päse« wall, sondern auch in Zürich, Photographien au» mit dem alten Wilhelm, dem jungen Wilhelm und des lehteren'Frau und Sprößlinge». „Unser Fritz" und seine Frau fehlen. Soll das eine zarte Andeutung sein, daß der unglückselige ewige Kronprinz, mit deffen Hals es ohnehin bedenklich lieht, sich trollen kann, ohne daß das Bismarck-, pardon Hohen- zollernglück beeinträchtigt wird? Soviel ist sicher, daß für den jungen Wilhelm die Reklametrommel bereits lebhaft in Bewegung gesetzt wird; da er zur Bismarksippe hält, behaupten die Reptilien, er sei„sehr be- deutend." Das sagt die Potsdamer Bäckerstochter auch.— Korrespondenzen. Cottbus, 20. Mai. Nun endlich kommen auch wir an die Reihe, ein Bild von unserer Wahlbewegung zu entrollen. Wie überall, so wüthete auch hier die Reaktion, sie bildete sich wirklich ein, durch Gewaltmaßregeln den Fortschritt unserer Partei hemmen zu können, doch hat sie sich gewaltig getäuscht. Nachdem der Reichstag aufgelöst war, blieb es die erste Zeit sehr ruhig. Die Gegner, wie es uns schien, trauten sich nicht hervor, und so mach- ten wir denn 14 Tage vor der Wahl den Anfang, und beriefen eine Wählerversammlung ein. Wir hatten die feste Hoffnung, daß die Ber- sammlung nicht verboten werde, da wir vorher von der Polizei die Ver- stcherung erhielten, fie könne tagen, doch wir wurden eines Bafferen be lehrt. Am Abend der Versammlung— der Saal war bereits so dicht gefüllt, daß verschiedene Hundert, welche ihr beiwohnen wollten, wieder umkehren mußten— erschien plötzlich kurz vor Eröffnung der zur lleber- wachung geschickte Polizeibeamte und überreichte dem Einberufer die Ver- fügung, daß die Versammlung laut§ 9 Absatz 2 des Schandgesetzes verboten sei; Gründe: weil der Einberufer ein notorischer Sozialdemokrat und der Referent, Kräker, ein Mitglied der sozialdemokratischen Fraktion sei. Als dies der Versammlung bekannt gemacht wurde, erhob sich ein furchtbarer Sturm der Entrüstung, Alle erhoben die Fäuste gegen die Beamten, und nur mit großer Mühe war es den Genoffen möglich, die Ruhe wieder herzustellen. Es war eine Versammlung, wie fie Cottbus noch nicht gesehen. Schließlich trennten sich die Leute unter fortgesetzten Hochrufen auf unseren Kandidaten E r n st B r e i l und unter Absingung der Arbeiter-Marseillaise. Ein paar Tage später beriefen wir gleich eine zweite Versammlung ein, in welcher unser Kandidat sprechen sollte, aber auch diese wurde uns kurz vor der Eröffnung verboten, mit der Begründung, daß der Gin- berufer Borfitzender des Maurer-Fachvereins sei und ein hiefiger Partei- genoff« seine Zusicherung gegeben habe, an der Versammlung Theil zu nehmen.— Wir beschlossen nun, im ganzen Wahlkreis ein Wahlflugblatt zu verbreiten; daffelbe wurde uns aber konfiszirt und erst den letzten Tag vor der Wahl wieder freigegeben. Wir waren jedoch unterdeffen nicht müßig gewesen und hatten ein anderes Flugblatt in ziemlich großer Auflage verbreitet; und als das erste frei kam, wurde das auch noch verbreitet, wir waren somit mit Flugblättern genügend versehen. Nachdem unS die Versammlungen verboten worden und Alles in Ar- beiterkreisen rege wurde, fingen auch die Gegner an, sich bemerkbar zu machen. Zuerst beriefen die Deutschfreisinnigen eine Versammlung ein, welche von uns sehr stark besucht war. In dieser Versammlung sollte ihr Kandidat, Justizrath Frommer, referiren, der auch seine Rede ganz schön auswendig gelernt hatte. Er machte jedoch nicht den besten Ein- druck. Als ihm von unserer Seite die Frage vorgelegt wurde: Wie verhält sich die deutschfreisinnige Partei zum Arbeiterschutzgesetz? war er nicht in der Lage, sie zu beantworten, sondern schützte vor, er sei krank und könne nicht mehr weiter sprechen, und an Stelle seiner ergriff einer seiner Freunde das Wort und erklärte in kläglichem Tone, das Arbeiter- schutzgesetz sei auf nationalem Wege nicht durchführbar, es sei doch beffer, wenn die Frau mit arbeiten gehe u. f. w. u. s. w. Hierauf antworteten ihm zwei hiesige Genoffen und proklamirten zugleich unseren Kandidaten, worauf die Versammlung ein Hoch auf unseren Kandidaten ausbrachte und somit mehr zu unscrn Gunsten als zu Gunsten der Liberalen aus- gefallen war. Am Wohltag den 21. Februar besetzten wir die nächstliegenden Dbrier mit Leuten, die Stimmzettel austheilen und auch nach Schluß der Wahl- urne die Stimmen zählen sollten, aber o weh, der saubere Herr Land- rath deS hiesigen Kreises halte seine Räuberbande bereits instruirt, und so sorgten die Dorfschulzen dafür, daß unsere Leute, wo es irgend an- ging, aus dem Dorfe herausgehauen wurden, und bei dem Stimmen- zählen nach Belieben gemogelt werden konnte. Die beiden Städte Kottbus und Spremberg gaben aber doch den Ausschlag, und so kamen wir dann zur Stichwahl. Da zeigten denn nun unsere Herren Deutschfreisinnigen ihren Freisinn, indem sie bei der Stichwahl sämmtlich für den Konser- vativen, Landrai h v. Funke, stimmten. Die nahe an tausend Stimmen, welche wir mehr erhielten, waren nur von Arbeftern, welche in der Zwischenzeit eines Befferen belehrt worden, und so hoffen wir, die Stimmenzahl, welche wir bei der Stichwahl hatten, bei der nächsten Wahl bereits im ersten Wahlgange zu erhalten. Run kommen wir zum 2. März, bezw. zur Stichwahl. Der biedere Landrath v. Funke, welcher selten nüchtern ist und in seiner Besoffenheit gar häufig seine Leibwäsche— beschmutzt, die nachher der Diener aus- putzen muß, dieser Patron, der Gegenstände, die er zur Vertheilung an die armen Kinder erhalten, statt deffen auf den Boden wirst, wo sie dann schließlich verfaulen, dieser pflichttreue Beamte und seine konser- vattven Erzhaiducken stellten alles Mögliche an, um uns die Agitation auf dem Lande abzuschneiden. Der Bursche gab den Dorfschulzen Befehl, sobald sich einer von den Sozialdemokraten mit Stimmzetteln oder Flug- bläUern sehen lasse, ihn sofort herauszutreiben— wo es Funke nicht that, da thaten es die Gutsherren— und so waren denn auch die Bauern in unserer wendischen Wallachei gut instruirt. Als wir mit Flug- blättern auf die Dörfer kamen, wurden verschiedene Genossen durch- geprügelt und zum Dorfe hinausgejagt; an den Wahllokalen auf den Dörfern wurde kein einziger unserer Genoffen gelitten, die Bauern muß- ten dafür sorgen, doß keiner dableiben konnte. Man wird hieraus sehen, mit was für einer Sorte Menschen wir hier zu thun haben; wir haben hier noch ein schweres Stück Arbeit vor uns, aber auch das werden wir bewältigen. Nicht zählen wir den Feind, nicht die Gefahren all', der kühnen Bahn nur folgen wir, die uns geführt Laffall'l Mit einer öffentlichen Versammlung trauten sich dagegen die Herren Konservativen gar nicht anzufangen. Da sie in der Versammlung, welche sie 1884 hier einberufen hatten, von uns gründlich heimgeleuchtet wor- den, zogen sie es vor, eine Versammlung zur Stichwahl während der Arbeitszeit Vormittags 11 Uhr, und zwar an einem Wochenmarkttage, wo die Bauern alle nach der Stadt kommen, einzuberufen. Zu dieser Versammlung hatten sie speziell die Dorfschulzen eingeladen, und die Bauern, welche nicht in die Versammlung kommen wollten, holten sie gleich von dem Markt fort. Der Zutritt war nur konservativen Wählern gestattet, und ehe die Arbeiter Mittags von der Arbeit kamen, hatten die Herren schon die Versammlung geschloffen. Dies zeigt recht deutlich die Feigheit dieser Hallunken, Opposition können sie durchaus nicht ver- tragen. Trotz diesen Chikanen und Mißhandlungen, welche wir bei der Wahl zu ertragen hatten, haben wir doch nun eine ganz ansehnlich« Stimmenzahl für unseren Kandidaten aufgebracht. In unserer Stadt hatten wir bei dem ersten Wahlgang allein über 1000 Stimmen, unser «ahlkreis Kottbus-Spremberg hatte 1887 im ersten Wahlgang 8369 Stimmen, und bei der Stichwahl 4383 Stimmen. Wie jetzt allenthalben, so hatten sich auch hier vor sechs Wochen einige Genoffen wegen„Verbreitung verbotener Schriften" und wegen„Ber- gehen gegen das Vereins- und Versammlungsgesetz" vor G-rich: zu ver- antworten. Im vergangenen Sommer hatten sich einige Genossen in«in nahe gelegenes Dorf begeben, um frische Lust zu genießen, und waren dort mit einigen Bauern zusammengekommen, mit denen sie, wie es ja so üblich ist, sich über politische Fragen unterhielten. Sie lernten dort noch mehr Bauern kennen und gingen einen späteren Sonntag wiederum hin. Man hatte nun wohl hier und da im Dorfe davon gesprochen, denn als den zweiten Sonntag ein paar Genoffen von hier hinkamen, be- mertte man mit Erstaunen, daß schon die ganze Genidarmerie aufge- boten war, um das Land zu retten. Unsere Genossen begaben sich in's Freie und trafen dort noch mehrere Bauern, sie sprachen mit ihnen über gleichgültige Sachen, wie man sie alle Tage in den Zeitungen liest, gaben ihnen wohl auch einige Exemplare der„Märkischen Volksstimme" ,u lesen, und— ein paar Monate später standen ein hiesiger Genosse sowie auch zwei Bauern von dem erwähnten Dorfe unter Anklag« der Verbreitung verbotener Schriften und Abhaltung einer geheimen Ber- sammlung. Man hatte ihnen 18 Zeugen gestellt, trotzdem fehlte es an genügendem Beweismaterial, und so war leider nichts zu machen. Der Staat war einmal nicht gerettet, und unsere Genossen gingen mit heiler Haut davon. ES geht trotz aller Chikanen wieder ruhig weiter. Also aufgepaßt, Ihr Ordnungshelden l Die mit Spreewasser Getauften. Elberfeld. Es ist eine allgemein bekannte Thatsache, daß da, wo sich die Fabrikbesitzer ihren Arbeitern gegenüber anständig verhalten, deren Meister es sind, welche in Punkto Schmarotzerei das Nöthige nachzuholen suchen. So sehen wir uns heute veranlaßt, den Raum des Parteiorgans in Anspruch zu nehmen, um das ftandalöse Treiben eine« solchen Meisters, eines gewissen S ch ö p p, von der Firma Schlieper und Baum, hier, an'S Tageslicht zu ziehen. Dieser Sch— Spp ist ein Parteigenosse des großen Lügenpropheten Stöcker. Bei der letzten ReichStagswahl hatten wir von diesem Menschen viel auszustehen. Denjenigen, die Soldat gewesen, predigte er vor. sie müßten doch wissen, daß sie dem Kaiser Treue geschworen und infolge deffen Harm nicht wählen dürften. Als Einige erwiderten, es sei doch eine freie Wahl, gab er zur Antwort, wenn sie für den„verlogenen Sozialdemokraten" stimmten, müßte er sie dem Herrn melden, worauf sie sofort entlassen würden. Das war ein frecher Schwindel, denn bei Gelegenheit eines ArbeiterjubiläumS haben zwei der ChefS der genannten Firma erklärt, daß sie sich um die politische Stellungnahme der Arbeiter nicht bekümmerten, in dieser Hinficht könne jeder machen, was er wolle. Um aber allen Chikanen auS dem Wege zu gehen, erklärten die Leute, sie würden für PeterS stimmen, und triumphirend meinte der bornirte Patron zu seinen Untermeistern, er habe j-tzt seine Arbeiter bek-hrt, früher hätten sie Harm gewählt, während sie diesmal Peters wählen wollten. Denjenigen, die etwas beschränkt sind, gab er den Stimmzettel in die Hand und sagte, nur diesen sollten sie abgeben und keinen andern annehmen. Als er sich nun am Tage nach der Wahl getäuscht sah, da sagte er, man müsse die ganze Bande zum Teufel jagen, damit sie'mal aushungern könnten, oder man müsse sie an einen Laternenpfahl aufhängen. Sehr„christlich", nicht wahr? Aber noch christ licher versteht sich dieser saubere Sch— Spp aus seinen persönlichen Bor- theil, wie daraus hervorgeht, daß fast sämmtliche Lieferanten und Hand- werker, die für die Firma Aufträge erhalten, ihm ihren Zehnten ge- währen müssen. So mußte der frühere Lapping-Lieferant auch dafür sorgen, daß dem ehrenwerthen Meister Sch— öpp seine Kisten und Kasten mit der nöthigen Leinwand gespickt wurden. Der Klempnermeister Q. mußte seine Haushaltung mit den nöthigen Blechgerätisschaften ver ehen, widrigenfalls es mit Aufträgen wind g aussah. Q. schleppte zu Weih- nachten ganze Körbe Porz llan- und Blechwaaren zu dem sauberen Meister. Die Firma braucht nur die R chnungen von dem früheren und dem jetzigen Klempnermeister zu vergleichen. Der Fabrikant P. mußte ihm die Nähmaschine liefern, natürlich auf Gener ilunkosten. Hat besagter Fabrikant eine Maschine in Reparatur, so schickt er sie wieder, ohne etwas daran gemacht zu haben; können dann die Arbeiter noch immer nicht damit fertig werden, so wird sie zum zweiten Mal in Repa- ratur genommen, es gibt das natürlich doppelte Rechnung, dafür hat er auch die Ehre, intimer Freund dieses tugendhaften P itrioten zu sein. In gleicher Weise maß sich der Dachdeckermeister R. für Gefälligkeiten revanchiren und ihm Pferd und Wagen zu Spazierfahrten stellen. Herr P., der Haferlieferant, muß natürlich auch sein Sche. stein für den Herrn beitragen. Besagter hat Spezereige chäst und Wirlhschaft, da geht denn der Brave mit seiner ganzen Familie hin und restaurirt sich ordentlich. Ein Arbeiter, welcher früher bei der Firma beschäftigt war, fing eine Wirthschaft an, war aber schon nach zwei Jahren ganz abgewirthschaftet. Nun wandte er sich an Meister Schöpp und fragte um Arbeit an, wor- auf dieser ihm sagte, er hätte keine Arbeit sür ihn. Als er ihm aber einen Theil von seinem bei Seite geschafften Bier und L queur spendirte, konnte er sofort anfangen. Unvorsichtigerweise erlaubte er sich aber zu viel Freiheit, so daß die Sache den andern Arbeitern auffallen mußte, dem Meister wurde daher etwas schwül und er suchte sich daher seiner wieder zu entledigen. Jemand kaufte sich einmal ein Paar Holzschuhe. Die Verkäuferin fragte ihn, wo er arbeite; al» er ihr dies-S sagte. meinte sie, ob er mit dem Meister Schöpp nicht einmal sprechen wollte, daß ihr Sohn auch dorthin kommen könnte, es käme ihr auf ein paar Marl nicht an. Gesagter mußte dies natürlich verweigern, jedoch gab er der Frau den Rath, sich selbst an den Meister zu wenden und einen Schinken daran zu wagen; einige Tage darauf war der Sohn bei dem Ehrenwerthen angestellt. Zur Händlerin, zu welcher Gefragter einige Tage später kam, sagte derselbe: Nun, der Schinken hat geholfen, was sie bejahte, ihn aber bat, nicht weiter davon zu sprechen. In ähnlicher Weise werden die Arbeiter, namentlich wenn sie nebenbei einen kleinen Handel treiben, christlich-sozial„erleicht-rt", worüber wir Dutzende von Beispielen anführen könnten. Jedoch wollen wir mit dieser kleinen Blumenlese für diesmal schließen und j-tzt zu einem ander-n Thema kommen. Ehrenmann-Schöpp gedenkt in nächster Zeit seine silberne Hochzeit zu feiern, wozu den Arbeitern alle 14 Tage ihre Groschen abgezwackt werden. Dieses Geschäft wird von d.n Ge- treuen des Meisters ausgesührt, und wehe dem Arbeiter, welcher sich nicht daran betheiligt l*) Ein m ISjährigen Arbeiter, der erst eine Woche in der Fabrik thätig war, wurde von seinem Meister erklärt, er müsse auch mit zur silbernen Hochzeit beisteuern. So brachten es die Arbeiter aus ihren mühsam erworbenen Groschen bis zu 700 oder 800 Mark, wovon die eine Hälfte zu Geschenken, die andere Hälfte zu Festlichkei'en verwandt werden sollte, wie in einer Versammlung der Getreuen be- schlössen wurde. Einen Tag nach dieser Versammlung war aber Schöpp davon in Kenntniß gesetzt, und gab seinen Handlangern einen anderen Rath. Er meinte, sie möchten doch von dem Feste Abstand nehmen, da er sonst ja gezwungen wäre, sich zu revanchiren, was nicht in seinen Mitteln stände. So schnell wie nur möglich beriefen diese getteuen Mit- chrssten eine Versammlung ein, in welcher beschlossen werden sollte, von dem Feste abzusehen. Die eine Hälfte der Versammelten, welch- diesen Gaunerstreich nicht begriff, wollte auch weiter nichts davon wissen. Die andere Hälfte sagte, dann brauchen wir auch nicht« mehr aufzulegen. Jn'olge dieler Zersplitterung hat sich ein großer Theil zurückgezogen, aber eS werden trotzdem zu seiner silbernen Hochzeit noch 600 Mark aufgebracht, ohne das, was dieser Speichellecker seinen Arbeitern von ihren mühselig erworbenen Groschen sonst noch abgezwackt hat. Ich möchte nur noch jeden denkenden Menschen ftagen, was gehen einen Arbeiter die Familienangelegenheiten eines solchen Habichts an? Hoffentlich werden diese Zeilen die H�ren Schlieper und Baum, welche sonst den Arbeitern gegenüber immer objektiv auftreten, veranlassen, diesem raffinirten Leuteschinder, der auf diese Art seine Untergebenen ausbeutet, etwas auf die Finger zu sehen, damit solcher Skandal nicht mehr vorkommt. Für diesmal genug. Ueber den Verlauf des Festes und obligaten Geschenken ein ander Mal. Einer, dem auch seine Groschen abgezwackt wurden. «u» dem Taar-Revier. Auch wir haben das sehr traurige Wahl- ergebn.ß im hiesigen Kreise zu rechifertigen. Es war die allgemeine Taktik: Beeinflussung und Einschüchterung mit allen Mitteln, sogar Konfiskation von Stimmzetteln am Tage vor der Wahl, Eskortirung der Arbeiter auf dem Burbacher Werk zum Wahllokal, und damit ja nicht die verabreichten Zettel sür den Regierungskandidaten noch in der Tasche vertauscht werden möchten, hieß es, die Arbeiter müßten sie inderHand haltend hintragen, damit sie— nicht schmutzig würden! Ein reinliches Manöver! Bezüglich der in letzter Nummer erwähnten«eußerung eines angeb- lichen Sozialdemokraten.") daß die Sprache unseres Parteiorgans zu scharf sei, sind wir zuweilen ganz gegentheiliger»nflcht. Hoffenttich wird es nicht soweit kommen, daß dieser zartbesaitete„Sozialdemokrat verlangt, das Parteiorgan solle nur Honig reden, trotzdem uns ds Feind« allerwärts keineswegs mit„Lavendelwaffer" behandeln. Das verjagte Rothkehlchen an der Saar. «N» Norwegen. Bergen, 13. Mai. Jedem Narren gefällt sei« Kappe. Der Fetisch des deutschen Spießers heißt gegenwärtig WilhelS der Ruhmreiche, der des norwegischen Bourgeois zwar nicht etwa OSI« so und so, sondern Grundgesetztag(17. Mai). Das war an diesem Taf ein Radau, wie er im Buche steht. Am 17. Mai 1817 haben nämlÜI 112 Männer, die ihrer bürgerlichen Stellung nach Obersten, Großgrund besttzer, Landgerichtsräthe, Pfaffen, höhere Beamte jc. waren, das„Jotf* der dänischen Regierung abgeschüttelt und dem Lande die„freie" B» fassung(beschränktes Wahlrecht, Königthum ic.) gegeben, welche es gege» wärtig hat. Um die Farce, welche man damals aufführte, vollständig p machen, nahm man Bauern, Soldaten und Sergeanten, in Suuima ganz 20 Prozent, unter die 112. Wenn man die Unterwürfigkeit der hi- sigen Bauern kennt, braucht man nicht daran zu zweifeln, daß dui> 20 Prozent damals tüchtig über den Löffel barbirt worden sind. Scrl in die Augen, das war die Parole, und die Wirkung hat nicht nah gelassen, nicht einmal jetzt, nachdem bald dreiviertel Jahrhundert üä Land gegangen find. Denn an der Prozesston, welche sich durch dt Straßen wälzte, wo den Kapftalisten das Glückschweinchen recht oft b» gegnete, betheiligten sich die Arbetter in einer Anzahl, daß es geradq> beschämend war. „Den Bösen seid Ihr los, die Bösen sind geblieben I» hätte ei> Mephistopheles ihnen in die Ohren schreien sollen, daß ihnen das S» Hirn zu wackeln angefangen, denn ich glaube, nur so wird es wieder i» die richttge Lage kommen, aus der es die unverschämte Pfaff enstppe g» bracht hat, um sich einen Arbeiterstand heranzubilden, der nach der Pfep1 der Bourgeois tanzt und für Norwegens„FreiheitStag" sein Leben la-i schwärmt. Sind die letzteren doch pfiffig genug gewesen, allerhand M lustigungen für Jungen und Mädchen zu sp-ndir-n. So unverfänglils das auch aussehen mag, guckt der Pferdefuß gleichwohl daraus Hervel wenn man bedenkt, wie lange in der Jugend empfangene Eindrüld anhalten. Die Parteigenossen in Christi-nia haben einen Protestzug arrü» gtrt, von deffen Wirkung der„Sozialdemokrat" wohl durch unser nol wegisches Parteiorgan unterrichtet sein wird. Wir hier in Berges mußten unS mit einer Versammlung begnügen, da wir noch nicht M genug sind, um nachhaltig protestiren zu können. Die Wirkung eines im vorigen Jahre erfolgten Bankkraches� A r e n d a h l, einer Stadt nördlich von Bergen, war, daß den Arbeitet mit einem Male die Augen geöffnet wurden und sie viele Vereine grii» beten, die numerirt sind und„Zusammenhalt" heißen. Aller Devise i?s „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!" und ihre Gesammtmitgliederza? beträgt ca. 4000, wozu noch ein Frauenverein mit ca. 300 Witgliedeä kommt. Der Arendahl'sche„Zusammenhalt" hat schon einmal einen A garrenfabrikanten mit Erfolg„geboykotiet". Wir gedenken uns mit Arendahl und Christiania durch einen Zenttl» vorstand zu vereinigen, unsere Losung ist und bleibt: Vorwärts! A. Rubea. ______ Gttitlung. Mannheim zahlte an Ort und Stelle Mk. 75— Unterstützung a» Ausgewiesene aus, waS wir hiermit dankend konstatiren. Die Beauftragten. Briefkasten *) Dennoch waren eS Einige, die sich dieser Bettelei entzogen. Ein Arbeiter ist nämlich durch schweres Heben in der Fabrik zum Invaliden geworden und wurde nebenbei noch von dem Büttel von Sch— öpp thät- lich angegriffen und am Halse gewürgt. Als er diese Heldenthat voll- bracht, ging der christliche Meister zu den Fabrikherren und machte den Arbeiter so schlecht, daß dieser noch am selben Tage entlassen wurde, so daß er jetzt dem Hunger und Elend preisgegeben ist. »») Ist ein Jrrthum. Der Vorwurf ging von keinem Genossen aus. Di« Red. der Redaktion: Einsendungen auS Eschwege, Frankfu� am Main, Nippes, Paris.— Frankfurt am Main: Ihre il« frage läßt sich nicht in kurzen Worten beantworten. Wir werden dü Frage gelegentlich in einem besonderen Artikel behandeln. der Expedition: Bruder Sottlieb St.: Mk. 16—«rh. Qn Au* ficht gestellter Bf. am 31/5. noch nicht hier.— Hexenthurm: Mk. 2» � Ab. 2. Qu. u. Schft. erh. Adr. u. Mehrbstllg. notirt. Bfl. Weitere«." Mttm. Altst.: Fr. 210 Ab. I/S-1/3. pr. N. R. erh.— v. d. Eideri Mk. 110— ö Cto Ab. ic. erh.— Fkl. Zch.: Fr. 2— Ab. ab 1/6— 1,» erh.— Berliner Blau: Mk. 54 80 div. Ab. pr. 87 erh. Mk. 90— K. R. März, April, Mai u. Mk. 5 20 pr. Sfd. dkd. verw.— Viktoria) öwfl. 3 50 Ab. Z. ab 1/6—1/3. u. Schft. erh. Hat gut Fr. 2 63.„Ä«* stuhl" allerwärts vergriffen.— Thomas V.: Quttg. in Nr. 20 änd-a sich auf Mk. 10—f. Schft. u. Mk. 2— pr. llfd. Adr. hoffenttich ivt korrekt eingeprägt.— Morgenroth: Mk. 15— k Cto Ab.»c. gutgets Bf. erw.— Veilchenstein: Mk. 200— ä Cto Ab. ic. erh. Gewünscht» angeordnet. Adr. ic. notirt.— F. St. Stockholm: Mk. 4— Ab. 2. u� 3. Qu. u. Mk. 6— ä Cto Sch t. erh. Rachlfg. fort. Adr. geordn." L. N. Chenebier: Fr. 2 50 Ab. 15/5-15/8. erh. Die jedes Quartal der Spitze des Blattes befindliche Mahnung gilt auchJhnen.„iv P.-Gen." verlangen Sie Kredit? Wir erwarten au contraire o� diesen Pünktlichkeit im Zahlen vor Anderen.— Maßkrug: 50 ätf k Cto Ab. erh. Schrit:halten angenehm.— C. B. Alb.: Mk. 4 80 2. Qu. ic. erh. Archivsache abgelft.— A. M. Thlwl.: Mk. 1 10 Ab. S'' Mai erh. und K. besorgt.— Allg. Arb.-Ber. Schaffhausen: Fr. 25 � k Cto Ab. jc. erh.— H. S. F.: Mk. 528 85 k Cto. Ab. ic. gutgebi Beil. besorgt. Bstllg. folgt. Bfl. mehr.— Mephisto: Mk. 10 50 f.& Opfer d. Geheimbündelei dkd. erh. Preis Mk. 4 40 pr. Quartal habä am 24/5. bereits gemeldet. Weitere? nottfizirt.— Neckarschleimer:& sorgt. Adr. u. Bstllg. vorgemerkt. Bfl. Wetteres.— Verrina: Bf.' 24/5. erh. Bstllg. u. Ggrchg. nebst Adr. vorgemerkt. Bfl. Näheres. � Lionel: Bf. u. Aufstllg. v. 25/5. hier Bf. folgt.-- Clara: Bstll? kommt nach Wunsch. Im Wetteren einverstanden.— IZH.: Nein. � Waldemar D.: Jrrthum jc. erklären. Bfl. Unserseits Alles sorgt.— Rother Distelfink: Fehler durch Zwischenhand. Anderer L«M Sache zur Agit. jc. selbst verwenden ist unbedingt unzuläßig. We� mans nun Ihnen auch so machte?!— Hebe: Adr. vom 23/5. nots» Deutlicher schreiben I— Därmig: Bf. o. 27/5. erh. Betrffdr. ist an O» und Stelle(also nicht durch uns) beauftragt worden.— Rotherbusch' Dank für Nachr. betr. S. Reuerdings nicht weiter zu sehen gewesen. � Mönus: Lt. unserer P. K. o. 27/5. abgezz. Geschäftsgang Ihrer Braach« z. Z. allerwärts schlecht. Anzeigen. Freunden(besonders auswärts) nur auf diesem Wege kurz« vermählungSanjeige von A. pflaum au« Dresden und ßhrifliana pflaum, geb.!.m«an< Shur(Schwei,). 23. Mai 1887. ___ � Samstag, den 4. Juni,«bend« 8'/, Uhr, im kl«i»ä jvjUHU/ Saal«(1 Trepp« hoch) des Schwanen(Stadt): HeffenUtch« Nersammknug der deutschen Ketialistea. Tagesordnung: Die Vorgänge in velgiett. * Referent: Bgr. Bernstein. Zu zahlreichem Erscheinen ladet freundlichst ein De, Lo»ala«»schuß. Jedermann hat Zutritt. «chneft. Seij»ffeulch»t>tduchdrutelel Vetttnant-Zfet«.