listen, mmer nnen, llarea ihn«, We* ,u,u< i von oeitet itfet« enfe» ffigea I UN» röste« Soft AööiMNnenks Wien bli all«» schwtiiir'ischm VoKdureau;, sowie beim Vertag e«d bissen belannlen Agenten »ttgegengenommen. unb>war>nM »orauS gahlda»«« Liertelja�ripreir bon: ü�. 2,— sgr bieSchweiz(Kreujbanbs AI. Z,— siir Teutschland(Säubert) »- I,7v siir Oesterreich(Souvert) »r. g.zo sür alle übrigen Länder de» Weltpostvereins(«reu, band). Inserate '�ie breigespaltene Petit, eile 2Z StS. 20 Pfg. Hrgan der Sozialdemokratie deutscher Junge. arsitnnt* ttmai Wich y«fc(s t« »-»»»Sttchhchttstt«,«�- MftüMiHi srank» gezen fka«k».>. SewShnlich« Beleft �na«»er«chwei, io?« Doppelpars». 2- �32. Briefe an die Redaliion und Erpedition bei in Deutschland und Oesterreich verbotinen ,Eo>ialbemotrat' wolle man unter Beobachtung äußerster Vorsicht abgehen lassen. Z n der Regel schicke man uns die Briefe nicht direkt, sondern an die bekannten Deckadressen. Zn zweifelhaften Fällen eingeschrieben. 5. August 1337. i«. »er. ihre«» reu«» S«. Parteigenossen! Vergeht der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Zwei Jubiläen. .In diesem Monat wird es ein Bierteljahrhnndert, daß Deutschland und die Welt sich der Segnungen des Bis- �arck'schen Regiments erfreuen: Im August 1862, als der Konflikt zwischen dem Hohen- Mern'schen Unteroffiziersthum und dem bürgerlichen Libera- «smus nicht mehr zu vermeiden war, wnrde der damalige Deichhauptmann Otto Bismarck von Schönhausen an die Spitze des preußischen Ministeriums berufen. Er sollte dem Parla- nientarismus, welcher der Hohenzollern- und Junkersippe fürchterlich zu werden anfing, die Giftzähne ausziehen. Die �othlge Keckheit hatte er— das wußte man von seinen tollen 'Neaktionssprüngen in dem„tollen Jahren der Revolution" den ihm folgenden noch tolleren Jahren der Reaktion.� Und außer der nöthigen Keckheit(auch Frechheit und Rit- ierlichkeit benamset, je nach dem politischen Standpunkt) hatte °s noch die nöthige Beschränktheit. Das sagen wir ohne Ironie. � Eine Aufgabe wie die seinige konnte von keinem Menschen übernommen werden, der nicht gewissermaßen Scheuleder �g, so daß er bloß sein Ziel sah und nichts weiter. Ein Mann bou Wissen und umfassendem, erkenntnißvollem Ueberblick der �rhältnisse konnte sich nicht zur Förderung reaktionärer Zwecke � Abenteuer stürzen, durch welche das Bestehende über den Haufen geworfen und der Umsturz der reaktionären Weltord- nung beschleunigt werden mußte. Friedrich Wilhelm IV., be- sein Hirn gänzlich vom Säuferwahnsinn zerstört ward, brr feinste Kopf der Hohenzollern— was freilich nicht viel lagen will— wich dem Bruch mit Oesterreich aus, weil er avraussciy, daß IM günstigsten Falle nur'ein elendes groß- Preußisches„Rumpf-Deutschland",�) fortwährend von revolu- �vnären Stürmen erschüttert, die Frucht des„verbrecherischen Bruderkrieges" sein könnte. Und die Manteuffel und Kon- «arten gingen 1850 lieber nach Olmütz als in den Krieg flogen Oesterreich, weil sie sich klar darüber waren, daß der- stlbc zur vollständigsten Abhängigkeit vom Aus- �»d führen mußte. . Für den neuen Minister mit dem Bulldoggenschädel gab es derartige Bedenken nicht. Sein Programm war fix und fertig bad von verzweifelter Einfachheit: die innere Politik wird ein �lhängsel der äußeren; durch äußere Scheinerfolge werden die fassen(„Hurrah-Kanaille" nennt man sie heute) geblendet und der den Wagen der Reaktion gespannt. Durch das„rothe Gespenst" wird der Widerstand des forsschrittlichen Bürger- %ms gebrochen. Oesterreich überfallen wir mit Hilfe von Frankreich und Italien, und— unsere Schulden an Frankreich und Jtalim bezahlen wir, sobald und wie wir rönnen." Der„Kartätschenprinz", obgleich nicht schwachnervig, erschrack �erst vor dem Programm, das ihm schon 1860 mit zynischer Offenheit enthüllt wurde. Schließlich war ihm aber der Preis I» verlockend, daß er die Furcht vor den Folgen verlor. ' Das Programm setzte sich in Aktion um. j. Der„Konflikt" kam: Kammerauflösung über Kammer- Auflösung; dazwischen die famose Lassalle-Episode, die Depu- ation der schlesischen Weber und ähnliche Demagogenspäßchen. candesverrätherische Besuche in Paris und � sltrritz und schließlich das landesverrätherische �undniß mit Italien und Frankreich, welch' letzte- _ b�Ni unzweifelhaft Stücke deutschen Gebietes verschrieben wurden, entI!ch die Kohlenbergwerke des Saargebietes, !�f welche Louis Napoleon besonderen Werth legte. � Der Streich konnte nun fallen. Zugleich im Süden und im Avrde» angegriffen, erlag Oesterreich den verbündeten eußen und Italienern, und die Th eilung Deutsch- fc.ffe« vany» ion z» gblatt. >urück« a ein» jftumW geord» gt-— es.— t et}. :. 210 (. QU- .»d» Wuns? 0 Ml- "A »R 3. QU. tu. pt. 50 Fr. Pari»>1 leitete» rschrifi j: Rt 2. Q» Illg. F./- mk fi» ». hie- sondetk eich. n. »ust. He» Zu». 'flucht �.nds konnte vor sich gehen. Preußen nahm sich die fettesten �sssen, Süddeutschland wurde bis auf Weiteres kalt gestellt, bb Oesterreich„aus Deutschland geworfen". Und daö Alles unter dem frenetischen Beifall der„Hur» �h-Kanaille", welche die angehende Erfüllung des natio- olen Ideals bejubelte. �Nach vier Jahren konnte der pommersche Junker mit dem Mlldoggenschädel seine Schuld an Frankreich in der bekannten �ise heimzahlen. Der Landesverrath ward homöo- ».stm«. Mai ig4g schrieb et an Dahlmann:«Nehmen Sie eine Karte ftWchfondS vor, malen Sie die kaiserlichen Erblande schwatz, und sehen J' stch da« Bild dann recht aufmerksam an. Wenn ich die ReichSktone z??chmen müßte, würde es sein mit gebrochenem Herzen, denn mein würde der Rumpf Deutschlands sein, nicht mehr geeignet, ikst Sie mich ihm als Haupt, so schlagen Sie mit derselben That dem jMutitien Körper das rechte Bein und den rechten»rm mit seinen rdindungsstücken ab" u. s. w. pathisch kurirt— der Landesverrath an Frank- reich durch Landesverrath an Rußland. Die„Hurrah-Kanaille" war aus dem Häuschen. Alles erfüllt! Besser und schöner, als jemals geträumt worden! Der Himmel hing voller Baßgeigen— Deutschland der erste Staat der Welt; Bismarck der erste Staatsmann der Welt!— Und in wenig Tagen wird das 25jährige Jubiläum der Herrlichkeit gefeiert! „Ganze" 25 Jahre ist die Herrlichkeit alt— die Reichsherrlichkeit gar erst 17. Und schon kracht es in allen Fugen; und aus allen Ecken und Ritzen dringen uns die erstickenden Düfte der Fäulniß und des Moders entgegen. Die Gerüche, von denen Heine einst— vor etlichen und 40 Jahren— bei seiner Hammonia heimgesucht worden, sie waren harm- los und unschuldig, verglichen mit diesem furchtbaren Reichs stank, den die Taufende und Hunderttausende von Reptilien, Strebern, Spitzeln, Denunzianten, Sykophantcn aushauchen— die Stützen und Blüthen des Bismarck'schen Reiches. Feil und faul! Das ist die Losung. Zum Glück, wie schon gesagt, kracht's in allen Fugen. In jedem Balken der Todtenwurm. Die rohe Gewalt Unrecht auf Unrecht häufend, des letzten Reste) von Scham entledigt, den Massenmord als höchste Kulturthat preisend, den Massendiebstahl als höchstes Kulturzicl verfolgend — im Inland von Millionen verflucht, vom Ausland gehaßt und verachtet— das ist das deutsche Reich Bismarck'scher Schöpfung am Jahrestag des fünfundzwauzigjährigen Bismarck- Jubiläums. Und ziemlich zu gleicher Zeit mit dem Regierungsantritt des eiseustirnigen Junkers ans dem Pommernland erschien in Deutschland ein junger Fremdling, bohrte seine Man- darte in den Boden und rief stolz aus: „J'y suis et j'y reste! Hier bin ich und hier bleib' ich! Der Jmikcr aus Pom.netulani�äfkßit.- nichi recht, was aus und was mit dem seltsamen Fremdling zu machen. Daß Kraft in ihm stack, das merkte er wohl; und gerne hätte er den seltsamen Fremdling in seine Dienste gepreßt. Er buhlte um dessen Freundschaft. Er bot ihm Macht und Geld, Geld, Geld— was hat so ein„moderner Raubritter" und Schnapsbrenner anders zu bieten? Geld, Geld! Und ist der Reptilthaler nicht allmächtig? Der seltsame Fremdling betrachtete den Verführer mit einem Blick stolzer Verachtung und warf ihm den Handschuh in's Gesicht: KriegaufLebenundTod! Und seit nun vollen zweiundzwanzig Jahren ist's Krieg ans Leben und Tod. Der seltsame Fremdling war bald heimisch geworden im deutschen Land, und unter seiner weithin wehenden blut- rothen Standarte sammelte sich das arbeitende Volk. Ein seltsamer Kampf, den der seltsame Fremdling begann. Er hatte keine Mordwaffen, er hatte keine Söldner zu seiner Verfügung. Und sein Feind verfügte über Millionen von Säbeln, Flinten, Kanonen und Söldnern. Er hatte keine an- deren Waffen als sein gutes Recht und die hingebende Liebe aller Derer, die vom herrschenden Unrecht zu leiden haben. Aber er war gefeit gegen die Mordwaffen des Feindes, dem er und der ihm den„Krieg auf Leben und Tod" erklärt. Die wüthendsten Streiche wurden zu harmlosen Lufthieben— es war, als hätte daö Märchen von Thomas Münzer's letzter Schlacht sich verwirklicht: der seltsame Fremdling fing die Kugeln auf und warf sie dem verdutzten Feinde in das Gesicht.-- Der Kampf dauert so über zweiundzwanzig Jahre. Der Mann aus Pommernland hat all' seine Kräfte aufgeboten zur Ueberwindung und Vernichtung des seltsamen Fremdlings, der freilich schon lange kein Fremdling mehr ist. Kein Mittel der List und Gewalt, vor dem er zurückgeschreckt wäre. Kein Ge- setz, dem er nicht in's Antlitz geschlagen, keine Rücksicht der Menschlichkeit, die er nicht mit Füßen getreten hätte, um deS seltsamen Fremdlings Herr zu werden. Umsonst. Umsonst. Jeder Streich wurde spielend von diesem abgewehrt, und jedesmal, wenn der Mann aus Pommernland ihm einen un- sehlbar tödtlichen„Stoß in's Herz" versetzt zu haben ver- meinte, bewies der seltsame Fremdling, daß er seine Kräfte verdoppelt hatte. Was nützten da die„Triumphe", welche die „geniale" Staatsmannskunst auf dem Gebiet der„nationalen" und auswärtigen Politik davontrug? In allen Triumphzügen ging der seltsame Fremdling triumphirend neben dem Trium- phator her; und bei allen Festlichkeiten setzte er sich neben ihn zu Tisch, gleich Banco's Geist an Macbeth'« Tafel— nur mit dem Unterschied, daß er kein Gespenst ist, sondern ein lebendiger Riese. Ja, ein lebendiger Riese, der heute noch nicht ausgewachsen ist, der aber schon in seiner zartesten Jugend MannS genug war für den Mann aus Pommernland, dessen fünfundzwanzig- jährige« Jubiläum in den nächsten Tagen gefeiert wird. . Ihr fünfundzwanzigjähriges Jubiläum feiern die Beiden so ziemlich an dem gleichen Tag. Welcher von Beiden ist der Stärkere, der Bessere? Und welcher von Beiden hat auf die ruhmreichere Vergangenheit zurückzuschallen? Und welchem von Beiden winkt verheißungsvoller did� Zukunft? Die Vergangenheit gibt den Schlüssel der Zukunft Sie zeigt uns, daß der Mann aus Pommernland seinen Gegner nicht überwinden konnte, als dieser noch jnng und ver--' gleichsweise schwach war; und sie lehrt uns, daß er dem immer stärker werdenden Gegner erliegen muß. Die Vergangenheit zeigt uns, daß der Gegner deS Mannes aus Pommernland, daß der junge Riese, der ihm den Kampf auf Leben und Tod anbot, schon in seiner unfertigen Jugend der Stärkere war; und sie lehrt uns, daß er mit seiner immerfort wachsenden Riesenkraft den Kampf auf Leben und Tod siegreich beendigen wird. Ob Fürst Bismarck noch ein fünfzigjährige«« Jubiläum erleben wird? Er selbst glaubt's sicherlich nicht. Der junge Riese dagegen wird's zweifellos erleben, der dieser Tage daö fiinfnndzwanzigjährige Jubiläum zu gleicher Zeit und mit ihm feiert— sein Feind auf Leben und Tod:' die deutsche Sozialdemokratie. AuS Dänemark. K o p e n h ag e n, 20. Juli. Das„GrundlovSfest"— die Feier der Verfassungsverleihung— am 5. Juni ist die jährliche„Heerschau" der politischen Parteien in Dänemark. Die sozialistische Arbeiterpartei war auch diesmal in voller Stärke auf dem Platze. 132 politische und Fachvereine mit ihren Fahnen und ca. 20— 30,000 Theilnehmern zogen, den Bourgeois»nd Spießbürgern Resvekt einflößend, in wohlgeordnetem Zuge mit Musik durch die Haupt- straße» der Stadt,, hinaussVach dem Nsrdfeide, tirut großen Wiese vor der Stadt, wo sich der Festplctz befand. Hier sprachen die Redner von drei Tribünen— die mit den mit- gebrachten, meist rothen Vereinsfahnen drapirt waren— zu der unüber« sehbaren Menge, die nach und nach aus mindestens SO, OVO(nach andern Schätzungen auf 80-100,000) Köpfe angewachsen war. Man war nicht hierher gekommen, die in der Vk der Zuge- ständnisse, die kein besseres Resultat ergab, da die Opposition eben nicht alle verlangten Posten bewilligte, während die von ihr eingebrachten nützlichen Gesetze von der konservativen ersten Kammer verworfen wur- den. Der Karren steht also auf dem alten Fleck. Solange den Mehrheits- beschlüssen nicht etwas mehr Nachdruck gegeben werden kann(durch ei« kleines„Revolutiönchen" z. 83.), wird Minister Esttup mit seiner Sippe, die bekanntlich sehr zähe ist, am Ruder bleiben. DaS wissen die Arbeiter auch und erwarten deshalb von den Libe- ralen, die vor energischem Handeln zurückschrecken, weder unter der einen, noch unter der anderen Taktik bedeutende Erfolge.— In meinem vorigen Bericht erwähnte ich eines in der letzten Session zur Annahme gelangten Gesetzes betr. Regulirung ungesunder Quartiere in Kopenhagen. Der Stadlrath, der nach langem Zaudern endlich Stellung zu der Sache nehmen mußte» fand keine Ver« anlassung, die ihm vom Staate dargebotene Anleihe zu benützen, da man derartige Unternehmungen der privaten Spekulalion überlassen müsse und überhaupt kein Bedürfniß nach Arbeiterwohnungen vorhanden sei. Was konnte man auch Besseres von einer Körp.rschaft verlangen, die aus pensionirten Offizieren, Advokaten, Großkausleuten, Fabrikanten und Spießern zusamengesetzt ist! Diese Herren wohnen im Sommer„auf dem Lande", im Winter in den„fashionablen Vierteln" und Haien deshalb keinen Begriff, in welchen schmutzigen, stinkenden und engen Gassen die Armen einer Großstadt ihr Elend verbergen. Von Humanität und wirklicher Arbeiterfreundlichkeit nicht die Spur! Die Arbeiter sreilich lassen sich nicht so abschlägig bescheiden. Eine Deputation ging zum Bürgermeister, um im Namen der Arbeiterpartei, im Hinblick aus die wiederkehrende Arbeitslosigkeit im Winter, die Durch- führung größerer Arbeiten auf Grund obigen Gesetzes zu verlangen. In drei großen Versammlungen wurde die Angelegenheit dann noch weiter behandelt und beschlossen, nicht eher zu ruhen, all! bis«in Ee-folg er- zielt sei. Die sozialistische Presse hier im Lande hat wieder eine Er- Weiterung erfahren, indem Genossen in Nakskov(Insel Laaland) ein eigenes Blatt gegründet haben. Ferner ist das hier in Kopenhagen erscheinende sozialistische Witzblatt„Raunen"(Der Rabe) Eigenthum der Partei geworden und bietet jetzt sehr viel Jntereffantes. Eine Genossenschaftsbäckerei nach dem Muster deS Genter „Vooruit" wurde im vorigen Jahre hier gegründet und proLperirt recht gut; auch in HorfeS und Kolding(Jütland) hat man gleiche Eta- blifsements geschaffen. Die von der Arbeiterpartei in ihrem eigenen Versammlungshause arrangirte Ausstellung eines von der Polizei bean- stundeten Bildes„Albertine" machte hier großes Aufsehen. Das Bild ist von dem norwegischen Maler und Literaten Chr. Krogh in Christiania nach seinem gleichnamigen Roman gemalt und richtet seine Tendenz gegen die Prostitution. Es stellt den Augenblick dar, wo Alber- tine(eine Näherin, verführt durch einen höheren Sittenpolizeibeamten und von diesem unter Kontrole gebracht) das erste Mal zur Bifitation erscheint und vor der Thür„Zum Polizeiarzt" den letzten Kampf gegen die in ihrem Innern sich auflehnende Menschenwürde auskämpft. Sie sieht sich hier ihrem Verführer gegenüber, der sie schonungslos zur „Schlachtbank" liefert, inmitten ihrer zukünftigen„Kolleginen", die die armselig gekleidete Näherin halb mitleidig, halb hochmüthig begaffen und unter einander vielleicht die Chancen ihrer„Konkurrenzfähigkeit" debat- tiren. In der That, ein ergreifendes, ein revolutionäres Bild, das alle recht- lich denkenden Menschen zur baldigen Beseitigung der schändlichen Jnsti- tution der Prostitution und ihrer Ursachen entflammen muß. Die öffentliche Ausstellung des Bildes war von der Polizei verboten worden— bezeichnend genug für die Heuchelei der jetzigen herrschenden Gesellschaft—, weshalb die Arbeiterpartei für die Mitglieder aller ihrer Vereine eine private Ausstellung arrangirte, die von Frauen und Männern äußerst zahlreich besucht war. Zum Schluß noch ein Kuriosum aus dem konservativen Lager: Neulich feierten die kriegslustigen privaten Festungsbauer*) ein„Ver- theidigungssest" in einem öffentlichen Garten hier in Kopenhagen, um die leeren Kaffen ein wenig zu füllen; zu diesem Feste marschirten— man höre und staune!— neun- bis zwölfjährige Jungen, die ein „Leibjägerkorps" gegründet haben, in ihrer„Ausrüstung" ats Staffage mit auf, um dem Publikum die„echt patriotische Begeisterung" aä oculos zu demonstriren. Soweit hat man es selbst in dem patriotisch- verrückten Deutschland noch nicht gebracht! D-s Lächerlichste dabei ist noch, daß die Regierungsblätter mit Stolz die Theilnahme dieser„rotznästgen(Pardon!) Holzsäbelhelden" hervor- heben. Wenn es nun einmal gegen die verdammten„Tydskere" geht— und davon träumen die Kleinen jede Nacht—, so sind sie natürlich „auch mit dabei", um die Ehre des Vaterlandes zu retten, und dann „Gnade Deutschland!" Mit sozialdemokratischen Grüßen! R i n a l d i n i. Manifest des Zefttrak-Wahr-Komites der soziafdemokratischett Partei Deutschlands an die Wähler deS Deutschen Reiches. (Fortsetzung.) Kurz, die scheinbaren„Wahl-Erfolge" der Reaktions-Parteien lösen fich bei genauerer Prüfung in Nicht« auf,'�nd lönnen uns nach leiner Richtung hin„impo niren". Ja sie gestalten sich zu negativen Er- folgen, wenn wir die Mittel bedenken, durch welche sie herbeigeführt wurden. Die monströse Wahlkriegslüge war nur der Unterbau des Riesengerüsts von Lug, Trug und moralischer Vergewaltigung, welches die Wahlmache der in dem Mantel deS Patriotismus einherstolzirenden Feinde des Volkes und der Freiheit bildete. Zum ersten Male, seit wir in Deutschland Wahlen auf Grund des allgemeinen Stimmrechts haben, wurden nach einheitlichem Plan die gesummten Macht- mittel der politischen Reaktion mit den gelammten Machtmitteln des Kapitalismus vereinigt, um das Wahlresultat den Wünschen und Jntereffen der koalisirten Vertreter des heutigen Klaffenstaats an- zupassen, mit anderen Worten, um eine gefälschte Wahl herbeizu- führen. Mit verschwindenden Ausnahmen benutzen die Arbeitgeber den durch ihre privilegirte Stellung ihnen verliehenen Einfluß, um die wirthschastlich von ihnen Abhängigen zu einem Votum für die Kandidaten der Reaktionsparteien zu zwingen. Es wurde moralische Nothzucht geübt.„Wenn Ihr für die Kandidaten der Opposition stimmt, so haben wir den Krieg, und wir müffen Euch entlassen!" Das war noch die mildeste Form der Bedrohung. In den meisten Fällen wurde jeder Arbeiter, der für den Gegner des Reaktions- tandidaten stimme, direkt mit Entlassung bedroht. Und um den Ernst dieser Drohung zu beweisen, sind auch zahlreiche Arbeiter, die ihre sozialdemokratische Gesinnung pflichtgemäß gesetzlich bethätigten, schon vor dem Wahltag auf's Pfaster geworfen worden. EL herrschte ein vollständiger Terrorismus; und wer nicht ein ungewöhnliches Maatz von Charakterstärke besaß, mußte das Opfer seines Urtheilsvermögens und seiner Ueberzeugung bringen. Wir irren gewiß nicht, wenn wir sagen, daß Hunderttausende, die nothgedrungen einem Kartellkandidaten ihre Stimme gaben, ohne den auf sie geübten Druck für den s o z i a l d e m o k r a t i s ch e n Kandidaten gestimmt hätten. Aber der moralische, bis zum äußersten Terrorismus sich st.igernde Druck reichte für die Kartellparleien nicht aus: Die Bestechung mit Freibier, Schnaps und Geld wurde methodisch und ohne Scheu, ohne Scham betrieben. Am Tage der Wahl flössen der Schnaps und das Bier in Strömen; durch bierselige„Schlepper" wurden die„säumigen" Wähler aus den Wohnungen„gelootst" und theilweise unter Straf- a n d r o hu n g e n an die Wahlurne geschleift. Während aus den meisten Wahllokalen Vertreter der Oppositionsparteien, nicht selten unter Anwendung von Gewalt entfernt und die Zettelträger der Oppositionsparteien in jeder Weise belästigt, in nicht seltenen Fällen körperlich mißhandelt wurden, hielten die Ver- treter der Reaktionsparteien die Wahllokale besetzt, so daß sie in der Lage waren, unbeobachtet alle nur möglichen Mogeleien und llngesitzlichkeiten zu begehen. Wird doch in Mittheilungen aus nicht wenigen Kreisen positiv dem Verdacht Busdruck gegeben, daß Vertaufchung von Stimm- jenem und Einlegung nichtabgegebener Stimmzettel geübt worden sei. Zur Erhöhung ihrer Autorität wußten die Kartellbrüder vielfach den Schein zu verbreiten, sie handeln im Auftrage der Regie- rung— eine Aufgabe, die ihnen um so leichter ward, weil Beamte aller Arten und Grade sich zahlreich an der Wahlagitation der Kartell- Parteien betheiligten. Der Terrorismus, welcher die ganze Wahlmache der Kartellparteien kennzeichnet, erreichte am Wahltag seinen Gipfel- punkt. DaS Wahlgeheimniß wurde mit I y n i f ch e r B r u- t a l i t ä t verletzt: vor den Wahllokalen, im Hausgang oder auf den Tr-ppen waren Agenten der Kartellparteien aufgestellt: meist Männer in einstußreichen Lebensstellungen, also mit einer im Ort anerkannten Autorität bekleidet, welche aus die Stimmzettel der Wähler Wege- lagerei trieben, durch Ueberredung, List, oft durch Gewalt— wo ste es wagen konnten— der Stimmzettel sich bemächtigten, oppost- tionelle zerrissen und durch„richtige" ersetzten, und ven Wähler unter schä> fster Autsicht in das Wahllokal dirigirten, wo er von den meist im Alleinbesitz des Wahllokales befindlichen Kollegen„besorgt und aufge- hoben" wurde. Um eine vollständige Kontrolle zu ermöglichen, hatte •) Da das Folkething die geforderten Gelder zum weiteren Ausbau der Befest. gungswerke Kopenhagens als überflüssig beharrlich verweigert, so haben„patriotische" Bürger einen privaten Festun�sbaufonds ge» gründet und der Regierung zur Verfügung gestellt. man die Stimmzettel da, wo eS nöthig erschien, von ungewöhnlichem, schwer zu beschaffenden und leicht erkennbarem Papier hergestellt, mit allerhand Zeichen(Falzen an der Seite oder Kanten«. s. w.) versehen, so daß das Geheimniß der Stimmabgabe am 21. Februar ds. I. thatsächlich ausgehoben war. Und unter den heutigen Verhältniffen, wo neun Zehntel der Wähler in politischer und ökono- Mischer Abhängigkeit leben, ist das Wahlgeheimniß die uner- läßliche Vorbedingung einer freien Wahl. Wohl kommen solche Attentate auf daS Wahlgeheimniß und die Freiheit der Wahl bei jeder Wahl vor, diesmal find sie aber die R e g e l gewesen, und nicht blos Ausnahmen, und ste Hasen der letzten Wahl ihr auszeichnendes Gepräge verliehen. Wenn jemals das Wort: Man muß die Stimmen wägen, und nicht bloß zählen, wahr gewesen ist, so ist es wahr von der Wahl des 21. Februar. Jede Stimme für die Oppositionsparteien wiegt ungleich schwerer, als die Stimmen der Kartellparteien. Was insbesondere die Stimmen der sozialdemokratischen Partei anbelangt, so drückt jede einzelne eine Summ« von Mannhaftigkeit und Charakterstärke auS, welche für die Männer der Kartellparteien einfach unfaßbar ist. Nicht nur, daß die schon gerügten und an den Pranger gestellten Wahl- manöver der Kartellparteien in verdoppeltem Maaß gegen unsere Partei in Anwendung gekommen sind, die nicht, gleich der F o r t s ch r i t t S- partei, die Machtmittel des Kapitalismus, und nicht, gleicht dem Zentrum, die Machtmittel des Kapitalismus und der katholischenKirchezu ihrer Verfügung hat,— die Wahlbewegung war für unsere Partei auch eine Zeit beispielloserVerfolgung. Unser Manifest an das Volk, obgleich selbst amtliche Regierungs-Organe der Mäßigung in Form und Inhalt Anerkennung zollten, ist ver- boten worden; so ziemlich alle Wahl-Flugblälter, die von unserer Partei ausgingen sind verboten— die Austräger unserer Partei- flugblätter von der Polizei auf Schritt und Tritt verfolgt und von den Mitgliedern der sogenannten Ordnungsparteien, offenbar nach Verab- redung, bedroht, geprügelt, mit Hunden gehetzt; hun- derte von Wähler-Versammlungen, die wir angemeldet, in flagranter Nichtachtung der bekannten Reichstagsbeschlüsse von vorneherein verboten; über zwei Wahlkreise kurz vor der Wahl der kleine B e- lagerungszustand verhängt; in zwei Wahlkreisen der K a n- d i d a t mit sammt seinem Wahlkvmite und den Vertrauensleuten ver- haftet; ein Kandidat aus seinem Wahlkreise, der ihn schon zweimal in den Reichstag gesandt, im kritischen Moment der Wahlbewegung ausgewiesen; Dutzende von Prozessen gegen die thätigsten Mit- glieder unserer Partei eingeleitet, hunderte von Haussuchungen, hunderte von Verhaftungen,— kein Mitglied unserer Partei auch nur einen Augenblick im sicheren Genüsse der Freiheit, Jeder von uns vogelfrei — das war unsere Wahlfreiheit! Und jeder Wähler, der für einen unserer Kandidaten seine Stimme abgab, setzte sich dadurch der Gefahr schwerer Nachtheile, wo nicht des absoluten Ruins aus. Unter solchen Umständen für die Kandidaten der Sozialdemokratie stimmen, war eine That, und wenn wir die für uns abgegebenen Stimmen nicht blos zählen, sondern auch wägen, wie sie es verdienen, können wir mit stolz lagen: die Viertelmillion Wähler, die wir seit dem Oktober 1884 gewonnen haben, wiegen hundertmalmehralsdiefünfViertel- Millionen neue Stimmen, welche unsere Gegner durch Lug, Trug und Gewaltthat für ihre Kandi- baten ergattert haben. Und die achtmal Hunderttausend sozial- demokratischen Wähler— denn so viele werden es sein, wenn das R-. sultat vollständig vorliegt— sind eine Armee, welche die Feuerprobe bestanden hat und durch keine Macht der Erde sich von den Prinzipien der Sozialdemokratie abwenrig machen lassen wird. Die Stimmen der Reaktionsparteien dagegen sind nicht der Ausdruck tiefeingewurzelter Ueberzeugung und klarer Erkenntniß der wirthschastlichen Interessen und politischen Pflichten: sie sind abgegeben worden unter dem Einfluß sal- scher Vorspiegelungen und unter falschen Voraussetzungen— sie gehören ausnahmslos solchen Wählern an, die entweder gar k e i n e p o l i t i s ch e Ueberzeugung haben, und den Kniffen und Schwindeleien der Reaktionsparteien zum Opfer fielen, oder charakterschwachen Menschen, die sich bestechen oder einschüchtern ließen. folgt.) An den— Peukert. Endlich, nach wiederholter Reklamation, ist uns die Nummer 13 der „Autonomie" mit der Rechtfertigung von Peukert Reuß zugeganeen. Wir würden zuviel sagen, wenn wir behaupteten, daß dieselbe uns enttäuscht habe. Wir wußten im Voraus, daß sie schwach aussallen werde, und das ist denn auch in jeder Beziehung der Fall. Man merkt dem Ding überall an, wie verlegen der sonst nie Verlegene diesmal war. Wenn es mit Lügen allein gethan wäre, hätte er sich gewiß herauSgelogen, aber wie es anstellen, daß die Lügen auch geglaubt werden? Dieser Aufgabe gegenüber ließen ihn seine Kenntnisse im Stich. Was bei d-n politischen Gründlingen in den Londoner Anarchisten- Klubs ziehen mag, die sich für ungemein radikal halten, weil sie die Welt jeden Tag an gros umkrempeln, hält schwarz aus weiß der Prüfung noch lange nicht Stand. Draußen gibt es Leute, die sich nicht mit Märchen abspeisen lassen, deren Albernheit auf der Hand liegt, und die, wenn die sttiliche Entrüstung sich in gar zu große Worte kleidet, erst recht zu der Vermuthung kommen, daß etwas faul sein muß im Staate Dänemark. Um sich und seinen geliebten Kumpan Reuß weißzuwaschen, erfindet Peukert ein schwarzes Komplott, an dem nicht nur wir— und zwar auf Grund unserer, von Herrn Peukert„festgestellten" Interessen- gemeinschaft mit der Reaktion— scrner etliche Pvliz is. itzel, darunter ein gewisser Max Trautner, sowie der seit ca. S Jahren entlarvte belgisch-französisch- Polizeiagent Serreaux, weiland H-raus- g-ber der anarchi strichen„Revolution sociale", sondern auch die bete noire der Herren Peukert R-uß, der Anarchist Viktor Dave, theilgenommen haben sollen, und das nicht nur den Zweck hatte, den mit Dave befreundeten und über Prukerl-Reuß sehr gering urtheilenden N e v e der deutschen Polizei in die Hände zu spielen, sondern auch die „Point- des Skandals"— der Auslieferung N.ve's— von der bel- gi'chsn Negierung„nach einer bestimmten Richtung" abzulenken, nämlich nach der Richtung der schuldlosen Lämmer Peukert-Reuß. Di- Rollenverlheilung ist folgende: Dave, der Oberschurke, stiftet das ganze Komplot an, hält sich aber im Hintergrunde, Trautner, der durch Serreaux mit Dave in Verbindung steht, führt es aus, spielt uns gegen- über das„reuige Schaaf", wir greifen au» fanatischem Haß gegen die Anarchisten zu, bieten sogar dem Trautner für das„Material" lOuv Franken— warum sagt Herr P ukert nicht gleich, daß wir sie b e. zahlt?— und sind so für unser gutes� Geld die Helfershelfer der Polizei gegen die armen Opfer Peukert Reuß. Herr Peukert mag uns für fo s ch l- ch t hinstellen. als ihm beliebt, aber uns die D u m m h e i t zu unterschieben, daß wir dem ersten besten Spitzel auf vorgebliche Reue hm auch nur das Geringste ohne Weiteres glauben, daß w«r aus bloße Angaben einer P-lsönlichteit hm, die wir seit Jahren, wohin immer sie sich wandte— nach Bern, nach Genf, nach Mailand, nach Biüssel— durch Warnung an die dortigen Genoffen kaltgestellt, eine Anklage begründen, das dürfen wir selbst ihm nicht gestatten. Wir haben keinen Grund, es zu leugnen, daß wenn uns der besagte Trautner genügendes Malerial geboten hätte, die Polizeizuze- Hörigkeit de» Peukert zu beweisen, wir es uns zur Roth schon etwas hätten kosten lassen— nicht„aus Haß gegen die Anarchisten", die wir mit andern Waffen zu bekämps.n w-ssen, wohl aber aus Haß, und wenn man will, aus iödtlichem Haß gegen die elende Zunft der falschen Brüder, gegen gewissenlose Agents Provokateur?. Jndeß unfere Anklage gegen Peukert-Reuß steht auf festeren Füßen als a»f bloßen Angaben, sie steht auf dem Boden von T h a t s a ch e n. die Peukert m,l all-r Erfindungsgabe nicht aus der Welt schafft. Daß er den Reuß zu Neve geführt, gibt er zu, und mehr haben wir von i h m nicht behauptet. Er hatte also gar keinen Grund, in so große Entrüstung zu gerathen— wenn sein Gewissen rein war. Von zwei Dingen ein»: Entweder hatte P-ukert B Arbettersache, die in schwerster Position unablässig kämpfen, als Lu« in dem Koth herumschleift I Um so rührender, als, wie Peukert« eine Spalte früher erzählt hat: „um allen Eventualttäten vorzubeugen, Reuß bis zur Zusa» „menkunft nicht gewußt hat, wo Neve getroff« „wird(!)"— Reuß also doch nicht für vertrauenswürdig gehakt« wurde! Peukert„nimmt an", Reuß werde sich reinwaschen, und auf di« „Annahme" hin sührt er ihn zu Neve,„auf einen höchst gefährdet Posten". Wir sind in den Grundsätzen der anarchistischen Kriegswiff« schaft nicht erfahren genug, um zu wissen, wie nach ihnen solch' bod« lose Leichtfertigkett ieurtheilt wird, vor jedem sonstigen Kriegsgeri würde sie ohne Gnade mit dem Tode bestraft werden. Wie wenig die Arglosigkeit des biederen Peukert gerechtfertigt, bev>« die Art und Weise, wie Neve, der doch auch kein Kind ist, wenn f« lich nicht so vielseitig uud geschickt wie der„lange Joseph", nach eigi Darstellung den Reuß abfertigte(siehe den in voriger Nummer ah druckten Bries*). Oder sollte Neve etwa auch zum Komplott gehören u sich auZ reiner Niedertracht gegen Reuß-Peukert haben verHast laffen? Bleibt der Reinigungsversuch des Reuß dem Neve gegenüber erst los, so scheint sich auf der gemeinsamen Reise das Verhältniß zwisch Reuß und Peukert zur vollsten Solidarität entwickelt zu haben, selbst durch die späteren Mittheilungen Neve's über das Nächst des BesucheS der Glaube Peukert'S an die Ungerechtigkeit des gej Reuß erhobenen Verdachtes nicht erschüttert wird. Bor der Reise t! nicht ganz von der Vertrauenswürdigkett des Reuß überzeugt,» Peukert unterwegs sein Damaskus gesunden haben. So fest ist er der Unschuld des Reuß überzeugt, daß er nicht nur das Blaue v Himmel herunter— kombinirt, um für dieselbe zeugen zu können, fand« zu diesem Freundschastsdienst gewisse„Blaue" von der Erde Hinwegs dichtet. „Damit", schreibt er,„ist eine von den vielen Lügen des„S.-D."'s Kleeblattes(Mauderode, Möhlig und Dornerer) in Lüttich erfreust namentlich als sie nach verschiedenen Kreuz- und Querzügen Neve 0 gefunden hatten." Ei, ei, Herr Peukert, weshalb der Eifer, die stille Theilnahme' Kleeblattes an Ihrer Lütlicher Reise abzuleugnen? Haben Sie so sch» vergessen, was Sie selbst vor Ihrer Kommission zugestanden, nämlich> als Sie in Lüttich den N-ve zum Reuß an den Bahnhof führ!« noch zwei Fremde, anscheinend Reisende, anwesend waren? D haben Sie sich inzwischen auch von der Unschuld dieser„Reisend« übe, zeugt? J Wieder müssen wir, verzeihen Sie, Neve als Zeuge gegen A Arglosigkeit anrufen. Dieser schrieb unter'm 2 8. Januar Dave: ...„Freilich bin ich kein Sachverfländiger, der im Stand«' Handschristen zu prüfen, auch hatte ich keine Zeit da!' blatt" weil das Rendez-vous auf der Station stattfa« wo vier Polizisten anwesend waren, die und bei achteten, und ich in Folge dessen, nachdem ich ihm(Reuß) st Standpunkt klar gemacht, schleunigst meine Wege ging." Es scheint in der That, daß Neve mtt im„Komplott" steckt. Peukert klagt weiter: j „Denn wäre die Thatsache der Reise genügend, um die Schuld' der Verhaftung Neve's zu deweisen, so sind auch die infamsten Jjjr morde der herrschenven Klassen gerechtfertigt, weil bei jedem solchen Pf zeß irgend welche Thntsachen vorliegen, welch- durch juristische Som aber zu einem Schuldbeweis gemacht werden können.", hörig, Infamster Justizmord ist gut. Es ist also in Zukunft Jedsrnüd gmar streng v-rboten, au» dem Zuiammentreffen bestimmter Vorgänge irg« berich einen Schluß zu ziehen. Dieses Recht hat nur Herr Peukert. deutu Hören wir, in wie weitherziger Weise er von ihm Gebrauch m« Leser „Einige Wochen später schrieb Neve einen Brief an Dave, worin, dieses ihm nicht die schmeichelhaftesten Dinge sagte; drei oder vier Tage dal» st e n war Neve verhafte t." � stadt Diese mit gesperrter Schrift hervorgehobenen Worte sollen natür' blatt" sagen: Aus Grund oder infolge dieses Brieses ließ Dave den Neve* widnu haflen. Emen anderen Beweis als diese kühne Folgerung hat P-ust«aisei nicht, aber das hindert ihn nicht, diese Beschuldigung in die Well des 9 setzen. Beiläufig datirt der betreffende Brief Neve's an Dave vom 28. nuar, während die Verhaftung Neve's am 22. Februar, also 27 später, erfolgte. So behauptet wenigstens Dave, und wenn HerrP es besser wüßt«, würde er nicht unterlaflen haben, mit Daten w warten. Aus 27 Tagen„drei oder vier Tage" machen, nur um Jei� unterzuschieben, er habe einen Genoffen, weil ihm dieser nicht' schmeichelhaftesten Dinge gesagt, der Polizei in die Hände geliefert gibt es, um mit Peukert zu reden, eine„schamlosere Sophistik?" j Kommen wir aber zu unserem„Justizmord" zurück. Auch" haben nur wieder— Neve zum Mit chuldigen. Ein paar Tage, nachdem er den Besuch von Peukert und Reuß 4 �. pfangen, schrieb dieser selbst an Peukert einen Brief, in welche»®e"'' beißt: J' „Hast Du dem R.(cuß) etwas gesagt? Euer Ben J�d? hat übte Kolgen gehabt. Am Morgen nach Eurer AbiJ«"fliv wurde ich Morgens ganz früh von der Polizei im Bette überfa�»,.« welche angeblich kam, um einen andern, dessen Porträt sie j"i bei mir zu suchen. S>e fand diesen(mir ganz Unbekannten) na» V lich nicht, wollte diesen überhaupt nicht finden, sondern ben« l diesen Vorwand nur, um mich zu finden und kennen zu ler< 2'*0 man suchte angeblich Paul, fand Peter, welchen man that? lich wollte."' Peukert hat diesen Brief in einer Versammlung des Klubs„E> nomie" unbedachterweise selbst verlesen, später aber, nachdem ihm' geworden, wie sehr der Brief ihn und seinen Bundesbruder Reuß b promittirt, der Untersuchungskommission gegenü»' die Vorlage dieses Brieses verweigert!! Unter diesen Umständen erhält die inzwischen ersolgte freiwillige» S°r ri «ogik d«r„ «S Mach« kaif Dicht. verga »es-h Un Neu dig, in de der S den ausm der 5D Raj 3° Den i «.?! Nicht ich lik .In herab. stposit Artik« fchäi Ntenai wager Dhror feste! sicher Seit: in eri . lligi dtler an di. «rtikel b«it te Jnd h ?ollsl lösung der Kommission eine ganz eigenartige Beleuchtung. Fürchte� sich die anarchistischen Mitglieder derselben da»' �omt zum Schluß ein Urtheil abgeben zu müssen? � Es gehört ja ohne Zweifel etwas mehr moralischer Ruth dazu. gewissen Situationen Farbe zu bekennen, als das Scheusal, den Sll � mit Resolutionen in sein Nichts auszulösen. � Peukert kannte zweisileohne seine Leute, als er in der Kommiß wie/. erklärte, er habe dem Reuß nie getraut, er halte ihn, wie jeden B« geoi«, zu allen Schlechtigkeiten für sähig, er habe ihn deshalb aus sjn� Reise auch nie außer Augen gelassen. Das sehr radikal klingende< fz�' jeden Bourgeois" nimmt der Erklärung jede bestimmte Anwend� le� auf die es hier grade ankam. Uebrigens muß das Mißtrauen Peuk»' gegen„jeden Bourgeois" nicht allzugroß sein, denn später gab er den Reuß am Tage nach der Ankunft in Brüssel vier Stunden l' 10 Uhr Vormittags bis 2 Uhr Nachmittags) allein im Hotel getasill« haben— eine Frist, während deren sich sehr viel abmachen läßt.* Hotel de Vienne bis zum Hotel de Cologne ist ja nicht so wett, un« Hotel de Cologne logirte an jenem Tage— Polizeirath Krüger' Berlin._ J Damit für diesmal genug. Wenn nöthig, werden wir mit Weite' auswarten, es ist noch mancherlei, was bekannt zu werden verdien». n cht nur in Bezug auf Peulert, sondern auch in Bezug auf die' schiedenen Gönner derselben. Aber alles zu seiner Zeit. §unie stugtu �rfte -Pri B ti �.ert Wird| welche Md. •) Der übrigens nicht, wie irrthümlich gemeldet, an Dave, an den Anarchisten Trunk gerichtet war. d, b-z« . so�'s itfertizd tonät."; ser her» !eutz« die Ztt und> ß die I eifelhafi mpser> «ls Lu» akert» [t Zus« troff« ehalt« auf d« efährdet egswiff« ch' bod« iegsgeri zt, bew« venn f« ach eig> mer Ä hören* verhafi ier erst ß J»iM haben, Nächst deS ge� Reise m Agt,| ist et Zlaue n, fonl Hinwegs Ä'"« eiwng d erfreut Neve ««ahme « so sch lml«ch f fithrZ n? O» »eisend« Herr Peukert betitelt seine Rechtfertigung„An dm Pranger!" welcher Auiruf natürlich uns und den vecschiedenen wirklichen und angeblichen Spionen gilt, Mit denen er uns zusammenzuwerfen beliebt. Ohne thea- tralische Bilder geht eS bei diesen Demagogen nun einmal nicht. Sie hehren von der Entrüstung, wie der Pfaffe von der Sünde. Im vor- liegenden Fall soll der pomphafte Titel und der dramatische Schluß die Schwäche des Inhalts decken, er wirkt aber nur komisch, sintemalen außer dem von Peukert-Reuß bedienten«Anarchist" des Herrn Seymour— ein Rmsch, mit dem Krapotkin nach zweimonatlichem Zusammenarbeiten jeden Verkehr abbrach— kein einziges anarchistisches Blatt, von sozia- listischen Zeitungen gar nicht zu reden. Peukert zu vertheidigen gewagt hat. Unter solchen Umständen sind wir jeder Versuchung enthoben, auf die Frage einzugehen, wohin denn nun eigentlich Herr Peukert gehört. Er gehört dahin, wo er ist. Sozialpolitische Rundschau. legen aus Stande 1 it bo!; ittfa> 16 be* Reuß) Schuld� tcn Zu? 3lchen c Svph'k Z-d-r«� nge irz� Reuß i welche» I :r«««* tn ben« .rä ibs n ihm Reuß � g e n üt oillige l r ch t et n da» h dazu. den St» Kommiß -den»e »lb auf «gende i änwend« !N Peub gab er unden i' gelaff� läßt, f ,eit. un« iiget' t Weitet! verdient, uf die' we, st! int« Zürich. 3. August 1837. � Zu den größten Wundern unserer Zeit gehört ei, daß Schilters Tel! in Deutschland nicht nur noch n i ch t v e r- boten ist, sondern sogar zuweilen noch an den verschiedenen Hosbühnen zur Aufführung gelangt. WaS aber nicht ist, wird sicher noch werden; ei ist ganz undenkbar, daß ein Stück, das in so flagrantem Widerspruch ßeht mit dem im Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte herrschenden Seist, noch lange wird ungestraft verbreitet werden können. Wir wollen gar nicht von dem„Attentat in der hohlen Gasse" reden, das nach der Logik der deutschen Staatsanwälte und Gerichtshöfe unter den Begriff der„anarchistischen Verbrechen" sigurirt, aber auch sonst enthält der Tell genug, auf eine"Verherrlichung aufrührerischer Umtriebe" hinauslaufendes Naterial. Da ist zum Beispiel die den Mittelpunkt des Stückes aus- wachende Szene in Altorf. Obwohl es notorisch ist, daß Tell dem kaiserlichen Hut nicht Reverenz bewiesen, läßt der Dichter in keiner Weise durchblicken, daß Tell sich dadurch sträflich vergangen, ja, er beschönigt deffen Verbrechen noch und läßt den Geßler'schen Befehl als etwas Unerhörtes und Lächerliches erscheinen. Und eine solche Tendenz soll man heute noch dulden? Das hieße ja «eunundneunzig Hundertstel aller Majestätibelei- digungsprozesse unsrer Tage als infam verurtheilen, sintemalen m denselben die MajestätSbeleidizung ebenfalls daraus hinausläuft, daß der BerurtheÜte„dem Hut nicht Reverenz bewiesen"! Die Zeit, da man den EhrverletzungSparagraphen aus dem Strafgesetzbuch ausmerzte, ist vorüber, heute ist es nicht nur strafbar, die Ehrfurcht vor der Majestät zu verletzen, heute ist es schon ein Verbrechen, von der Majestät nicht zu reden. Ja wohl, so wett hat man es in Deutschland bereits glücklich gebracht. Den Kaiser n i ch t zu erwähnen, ist bereits auch schon ein Verbrechen. Es genügt nicht, daß jede, auch die bescheidenste Kritik der Majestät schwer geahndet wird, es ist sogar nicht gestattet, sich zu sagen: da ich Nicht tadeln darf, mein Lob also als feige Kriecherei erschiene, schweige »ch lieber. Es m u ß geredet, die Majestät muß verherrlicht werden. In einer Berliner Korrespondenz des zum preußischen Polizeiblatt �abgesunkenen„Hamburg. Korrespondent" wird das Berliner„Volks- dlatt" in nicht mißzuverstehender Weise d e n u n z i r t, daß es neben der »positiven Leistung zahlreicher von sozialdemokratischem Geiste getragener Artikel zugleich indirekt und negativ eine nicht zu unter- schätzende Thätigkeit üb t."„Da es," heißt es wörtlich,„die Monarchisch« Grundlage des deutschen Reichs nicht offen zu untergraben wagen darf, trachtet daS„Volksblatt", die Liebe und Verehrung sür den Msron, die auch in dem deutschen Arbeiterstande zum Theil noch sehr seste Wurzeln hat, dadurch zu ersticken, daß es mit unerschtttter- licher Konsequenz Alles verschweigt, was darauf Bezug hat. Jahr und Tag lese ich das«Volksblatt" tätlich mit Gründlichkeit, " Ist mir nicht erinnerlich, daß der Kaiser/ geschweige denn Lnge- hörige deS kaiserlichen Hauses oder Regenten einzelner deutscher Staaten genannt worden sind. Daß das„VolkSblatt" nicht den täglichen Hof- öoricht bringt, ist nicht überraschend, aber Ereigniffe von größter Be- deutung, wenn sie in den Kreisen des Hofes vor sich gehen, werden dem «ser des„Volisblatts" völlig verschwiegen. Daß der Kaiser zu Anfang Moses Jahres sein Rilitärjubiläum, im März seinen neunzig. wen Geburtstag gefeiert hat, bei welcher Gelegenheit die Residenz. ßodt in glänzendster Weise an der Feier betheiligt war— das„Volks- matt", das doch einen großen Theil seines Raumes städtischen Vorgängen widmet, hat beider Tage keine Erwähnung gethan. Von der Reise des «aisers nach Kiel und daher auch von der Feier zur Eröffnung des Baus «öS Rord-Ostsee-Kanals, deren noch so kurz- Schilderung ohne Nennung Ms Mannes, der im Mittelpunkt der Feier stand, unmöglich war, brachte das Blatt keine Silbe, ebenso wenig von der darauf folgenden schweren Erkrankung des Kaisers, seiner Genesung, seiner Reise nach EmS und Eastein. In gleicher Weise hätte man vergeblich nach einer Mittheilung wb«r die Krankheit des Kronprinzen und den Verlauf und die BeHand- mmg derselben gesucht— Kaiser, Kronprinz u. s. w. werden überhaupt genannt! Welcher Zweck mit diesem Verfahren befolgt wird, bedarf Mrver Auseinandersetzung. Vor Allem soll der Arbeiter vergeffen lernen, daß er es der Person des Kaisers verdankt, wenn die soziale Lage feines «tandeS durch segensreiche Einrichtungen, welche insbesondere der Bn< regung und dem Wunsche des Kaisers entsprungen sind, sich sichtbar ?"d hebt, zugleich aber soll ihm zum Bewußtsein gebracht wer- daß es der.monarchistischen Institution gar nicht bedarf, daß Krone jnrd Thron völlig entbehrliche Gegenstände sind, und daß es auf der Erde auch ohne dieselben sich ganz gut— oder wie der sozialdemokratische Pessimismus es will— herzlich schlecht leben läßt." Also in Zukunft den Kaiser, den Kronprinz— nicht zu vergessen den Prinzen Wilhelm, hübsch verherrlichen, ihnen um die Wette die größ- wn Verdienste anlügen, alles, was irgendwie Nützliches geschieht, auf 'hr Konto schreiben, und sie zugleich von der Verantwortung für alle »Im �dtracht, die in ihren Namen und mit ihrer stillschweigenden jvj'sgung verübt wird, entlasten, kurz die entehrenden Dienste ser» rlex Liebediener auf sich nehmen, das ist die neueste Zumuthung M« die Arbeiterpresse. Ein würdiges Eeitenstück zu der im Leit- ?M>kel unserer letzten Rummer gekennzeichneten Zumuthung an die A r- �iter vereine. Kein Zweifel, es liegt System in der Sache. Angesichts der Feigheit der bürgerlichen Opposition und der Ge. wnungslosigkeit der„Reichstreuen" f ü h l t sich die Bismarck-Puttkamerei, jjnd da ihr d i e K o r r u p t i o n noch nicht tief g e n u g rn den Mkörper eingedrungen ist. so geht sie mit der ihr eigenen llnver- Fämtheit darauf auS, das Lumpenthum für obligatorisch zu erklaren. ??«« die auf der letzten Stufe der Verkommenheit angelangte Straßen- mit fanatischer Wuth beflissen ist, jedes msständige Mitglied ihres �-ichlechts zu sich in den Koth zu zerren, so das bismarckische Reptilien- l**- Jeder Deutsch- ein Lump, das ist da«„Ideal", nachdem � streben, da« ist die geheime Triebfeder ihre? Thuns und TrnbenS, , ts daS geheime Ziel der modernen Gesetzesmacheret und Gefetzes- ?»�egung ist. Und wenn nicht bald ein reinigendes Gewitter hermeder- jähtt, die Atmosphäre in Deutschland von den stinkenden Miasmen zu fMbern, die dieselbe heute erfüllen, so werden wir es wirklich noch er- �b-n. daß man auf diejenigen verächtlich mit Fingern weist, die ihre "Innung nicht verkauft, ihre Feinde nicht verrathen, die noch einen «unken von dem in sich tragen, was man Ehrgefühl und Ueber- �ugung«treue nennt. «tum in seiner Art beredten Kommentar zu der in Erstehendem charakterisirten Reptil- Leistung liefert folgende "Privatdepefche" der„Frankfurter Zeitung" aus Gastem: ..«ad Gastein, LS. Juli. 11 Uhr. Kaiser Wilhelm verblieb Mern zum ersten Male siebenzehn Minuten im Bade. Im letzten Jahre gierte die Badezeit nie länger als zehn Minuten. P r inj W ilhelm �rd heuer nicht nach Gastein kommen und zwar auf Wunsch deS«aiser«, 5 ch-r seinem Enkel davon abrieth, da die kurze Zeit des Aufenthalts �r langdauernden Reise nicht im Sinklang stehe. DaS Verweilen Kaisers in Sastein hängt von feinem Entschlüsse ab; man vermied 8««»mal, ein bestimmtes Reiseprogramm festzusetzen, um de» Aufenthalt, sowie die Reise nicht an die Stunde zu binden. Der Kaiser verließ- auch heute um zehn Uhr in Beglettung des Grafen Lehndorff das Badeschloß, um eine Fußpromenade zu machen. Am Fuße der Freitreppe angelangt, blickt er um sich und bemerkt den gestern hier eingetroffenen deutschen Militärbevollmachtigten in Petersburg, Major Villaume. Er lud denselben ein, ein-n Spaziergang auf des Kaisers Promenade mitzumachen. Für die Morgen stattfindende Theatervor- stellung in der Solitude ist das einaktige Lustipiel Sigmund Schle- sinzer'S:„Wenn man nicht tanzt" angesetzt. Der Kaiser, welcher fast jeden Abend in der Villa Lehndorf erscheint, wird der Theateraufführung beiwohnen." Wenn so am grünen Holz eines demokratischen Blattes in Furziängerei gemacht wird, wie soll man da den Kostgängern des R-p- tilienfonds ihre Lakeien-Unverschämtheir zum Vorwurf machen? Vielleicht erleben wir es noch, daß sich die„Frankfurter Zeitung" über jeden Besuch Sr. Majestät auf dem Nachtstuhl telegraphisch berichten läßt. Nur immer dafür gesorgt, daß das Volk„gut kaiserlich" denken lernt! — Auch die Kunst geht— kriechen. Daß die Künstler in ihrer übergroßen M-hrheit um die Gunst der Mächtigen und Hochgestellten buhlen und ihre Leistungen dem G-schmack derselben anpaffen, ist eine alte und unter der Herrschaft der heutigen Eigenthumsverhältniffe zu natürliche Geschichte, als daß darüber irgend eine Illusion bestehen könnte. Die Künstler wollen leben, gut leben, ste richten sich daher nach den zahlungsfähigen Kunden, und das sind die oberen Zehntausend. Aber— diese Zehntausend haben zum Glück nicht all- den gleichen Ge- schmack, und so bleibt der Phantasie der Künstler immer noch ein ziem- sicher Spielraum; namentlich rn a l l g e m e i n e n, den sogenannten rein menschlichen Dingen durften sie sich frei gehen laffen, und so ent- stand das Märchen von der freien Kunst, beziehungsweise den freien Künstlern, an dem festzuhalten wenigstens bisher selbst der servilste Hof- maler,-Bildhauer,-Dichter ,c. für seine Standespfiicht erachtete. Das scheint nun in Deutschland neuerdings auch anders werden zu sollen. Wo alles der von oben gegebenen Parole gehorcht, darf die Kunst selbst den Schein der Freiheit nicht mehr beibehalten. Sie muß ihrem Genius die ohnehin gestutzten Flügel gänzlich abschneiden und ihm eine k. k. preußische Uniform, oder besser Livree anziehen, auf daß er nie vergesse, daß er zu dienen hat, aus daß jeder Zoll von ihm ein Lakai sei. Was gibt es Allgemeineres, allen Menschen Gemeinsameres als der Tod? Daß die größten Monarchen ebenso gut ins Gras beißen müssen als der letzte Proletarier, ist eine zwar den ersteren gewöhnlich sehr unangenehme Wahrheit, aber es ist eine Wahrheit, und in jeder Gattung der Kunst unzählige Male zur Anschauung gebracht worden, ohne bisher Anstoß zu erregen. Wir erinnern nur an die Todtentänze der Maler des Mittelalters. Neuerdings hat nun eine Münchener Malerin ein Bild „blors irnperator"— der Tod oberster Gebieter— gemalt, das den Tod darstellt, wie er einen Thron umstößt, und nach Berlin für die dortige Allgemeine deutsche Kunstausstellung eingeschickt. Das aus den namhaftesten Künstlern bestehende Sachverständigen-Komite(die sogenannte„Jury") hat das Bild aber als ungeeignet zurückgewiesen, weil— man höre!—„die Jury dem Kaiser in der staat- lich unterstützten und unter seinem eigenen Prot« k- torat stehenden Ausstellung nicht ein Bild solchen Inhalts vorführen wollte." Also der Tendenz wegen. Nun ist die Tendenz des Bildes nichts weniger als eine revolutionäre, insofern es, wie gesagt, einer durchaus banalen Wahrheit Ausdruck gibt, wenn man es überhaupt als Wahrheit gelten laffen will, daß der Tod der oberste Gebieter ist. Er ist ein Gesetz der Natur wie jedes andere, und spielt in derselben nicht nur eine zer- ' störende, sondern auch eine schaffende Rolle. Ein aus der Höhe der modernen Eckenntniß stehender Maler müßte also auch dieser Rolle des Todes Ausdruck geben, und dadurch, daß die Malerin es nicht gethan, sondern sich durchaus im alten Geleise bewegte, hat ste eine durchaus konservative Gesinnung bekundet. Aber konservativ ist noch nicht servil, der Künstler von heute darf gar keine Gesinnung haben, er darf vor Allem nicht aussprechen, daß es etwas Höheres, Mächtigeres gibt als den Tbron. Wie kann die Malerin sich erdreisten zu schreiben„Köre imperator", wo es doch heißen muß„Quilelrnus irnperator"? Das ist ja ganz sub- ordinationswidrig!* Dies dre Ansicht der„freien" Kirchrfti. Das Schönste ist nun aber, daß der alte Wilhelm, der doch so viel auf Etikette hält, als er von der Sache erfuhr, den Herren von der Jury sagen ließ, daß„er seinerseits an dem Inhalt des Bildes keinen Anstoß nehm e", sie seinetwegen das Bild ruhig ausstellen könnten. Kein Orden, kein Dankesschreiben, sondern nur den kühlen Be- scheid: Zu viel Eifer! Das ist gleich schmerzhast sür das Lakaien, wie für das Künstlergemüth. Sich von dem„llnterosfiziersverstand" beschämen laffen zu müssen! Im kaiserlichen Rom litten die Herrscher am Zäsarenwahnsinn, im kaizerlichen Deutschland grassirt unter der„Elite" der Unterihanen die Selbstkastrirung-sucht. Welches Schauspiel widerlicher, mögen die Leser selbst entscheiden. — Sittliche Polizei-Entrüstung. Ein Spitzel-Chef, dem das chronische Fiaeko des Puttkamer'schen Windmühlenkampss gegen die Sozialdemokratie einigen Weltschmerz verursacht zu haben scheint, lagert in der„Kreuzzeitung" nachstehende Elegie ab, die zu hübsch ist, als daß wir sie unseren Lesern vorenthalten könnten: „Als das Beweismaterial in dem Chemnitz-Freiberger Prozeß für die Angeklagten immer belastender wurde, wurden unter den Führern der Sozialdemokratie zahlreiche Stimmen laut, daß im Falle einer Verur- theilung die Partei ihre gesammte geheime Organisation, welche sie über ganz Deutschland ausgebreitet hatte, sofort auflösen müsse, wenn sie nicht eine lange Reihe von Geheimbunds-Prozessen über sich ergehen lassen wolle. Die Herren erkannten also sehr wohl die Tragweite des Prozesses und sahen die Folgen für die Parteigenossen voraus. WaS thaten sie jedoch, um diese Folgen abzuwenden? Sie dachten nur an sich selbst, indem sie die früher von ihnen zugestandene Verantwortlichkeit für den in Zürich erscheinenden„Sozialdemokrat" durch eine Aenderung deS Kopfes dieses Blattes von der sozialdemokratischen Reichstags-Fraktion abzuwälzen suchten, in der ausgesprochenen Absicht, sich, die Führer, in Zukunft vor der Wiederkehr eines derartigen Prozesses zu schützen. An das Gros ihrer Parteigenossen dachten sie nicht. Thatsächlich wurde auch nicht in einem einzigen Falle seriens der Führer der Versuch gemacht, die in den einzelnen Städten besiehenden geheimen Organisationen auf- zulösen. Die letzteren waren sür sie allerdings eine Existelizfrage, da der regelmäßige Vertrieb der von den Führern herausgegebenen Druckschrif- ten, sowie die Sammlung der Parteisonds nur mit Hilfe der Organi- sation auf so bequeme Weise veranstaltet werden konnte. Die ganze Brbeiterfteundlichkeit dieser Herren schmolz daher in ein Nicht« zusammen in dem Augenblicke, wo eS sich um die finanziellen Einnahmen der Führer handelte. Die traurige Gewissenlosigkeit derselben konnte keine treffendere Illustration erhalten. Die Aufforderung, derartige Organisa- tionen zu bilden, hatten sie an alle ihre Parteigenossen ergehen lassen, die„Organisationspläne" waren in der Parteidruckerei in Zürich her- gestellt und an alle Städte versandt worden; jetzt jedoch, wo die von ihnen verleiteten Arbeiter in die Gefahr kamen, wegen Theilnahme an der von den Führern anempfohlenen Organisation vor den Sirafrichter gezogen zu werden, da besaßen sie weder den Muth noch die Ehrlichkett, die Arbeiter vor den Folgen zu warnen." Au! Au! Ganz unmoralische Kerle, diese sozialdemokratischen„Führer", die gar kein Verständniß für die„hochsitllichen Gesichtspunkte" unseres Putt> kämerchens haben, und, statt die Flinte hübsch ins Korn zu werfen und die Partei, wie sich das für„gute Unterihanen" geziemt, der Polizei auszuliefern, der verwünschten sozialdemokraiischen Bewegung ruhig ihren Laus lassen. Es wäre allerdings„sittlicher" gewesen, die ganze Sozial- demokralie hätte sich einen Strick um den Hals gelegt und wäre dann zu Putty und Kompagnie gezogen, um Gnade zu erflehen! Ach, die Menschen sind heutzutage so schlecht! Und die Sozialdemo- kraten sind unter den schlichten Menschen die schlechtesten. Beiläufig ist obiger Erguß so wunderbar schlau und komisch, daß wir fast versucht wären, unser Putt-Puttchen sür den Verfasser, wenigstens den Einbläser, zu halten. — Reaktionärer Kretinismus. Daß das Opfer des Charak« ters meist auch ein Ovfsr des Intellekts nach sich zieht, ist eine Ufte Wahrheit, sür welche in unserer Aera der Eharakterlvsigkeit und Niedertracht ein jeder Tag schkagendes Zeugniß ableqt. Hier nur zwei" Exempel, die wir in eincr einzigen Nummer der„Leipziger Zeitung," deS amtlichen Organs der sächsischen Regierung, fanden. 1) O r i g t n a l schreibt das genannte Blatt:„Die heftigen Angriffe, welche der„Sozialdemokrat" neuerdings auf die deutschen Richter und Gerichte macht, beweisen endgültig, daß dieses Zentralorgan der Sozialdemokratie sich zum— Anarchismus bekehrt hat." Also weil wir streberhafte, pflichtvergeffene Beamte an den Pranger ge- stellt, Leute, die um ihres persönlichen Vortheils willen und aus den gemeinsten Motiven daS Recht, dessen Hüter sie sein sollten, mit Füßen treten und die Justiz zur Dirne der rohen Gewalt machen— also weil wir den Gesühlen, die beim Anblick der jetzt modischen Justiz- verbrechen in der Brust eines jeden anständigen Menschen aufsteigen müssen, ehrlichen Ausdruck gegeben haben, sind wir„Anarchisten". Als Sozialdemokraten, die keine„Anarchisten" sind, müßten wir wohl, nach der„Leipziger Zeitung", die gewissenlosen Richter, welche V-rbrechen erfinden und auf Kommando verurtheilen für Ehrenmänner halten? O heiliger Sankt Kretin! 2) Abgedruckt aus der„Norddeutschen Allgemeinen Zeltung", dem Leiborgan des„genialen" Kanzlers Elsenstirn:„Es gibt natürliche und unnatürliche Wahlbündnisse. Wenn die Deutschfrei« sinnigen mit dem Zentrum, das ihnen auf politischem und religiösem Gebiet antagonistisch ist, und mit den Sozialdemokraten, die ihnen auf sozialem Gebiet diametral gegenüberstehen, in ein Wahlbündniß eintreten, so ist das ein unnatürliches Wahlbündniß, weil das gemeinsame Band, das gemeinsame Terrain fehlt. Wenn aber die Nationalliberalen und die Konservativen ein W a h l k a r t e l l mit einander abschließen, so ist das ein natürliches Wahlbündniß, weil beide Parteien sich auf den gemeinsamen nationalen Boden stellen."— Warum nicht: weil sie sich in gemeinsame Luft stellen, und beide die nämliche, d. h. wesentlich gleich zusammengesetzte Luft athmen? Ob die Herren Deutsch- freisinnigen mit dem Zentrum ein Wahlbündniß hatten, das wissen wir nicht; daß ste mit den Sozialdemokraten keines hatten, wissen wir. Bisher hat es uns aber stets bedünken wollen, daß der gemeinsame Kampf gegen einen gemeinsamen Feind daS„natür» l: ch st e" aller Wahlbündnisse sei. Jedenfalls haben neun Zehntel, wo nicht neunundneunzig Hundertstel aller Wahlbündnisse, die es je gegeben hat, die Bekämpfung eines gemeinsamen FeindeS zum Grund und zum Zweck gehabt. Und hatten etwa die Kartellbrüder einen anderen Zweck? Wollten sie nicht den Sieg der oppositionellen Parteien verhindern, durch den ihnen die Ausraubung des deutschen Michels unmög- lich gemacht oder doch erschwert worden wäre?— Und was heißt „national"? Das ist eins jener Worte, die sich immer einstellen, wo Begriff- f hlen, oder wo die Wahrheit nicht gesagt werden kann. „National"! Als ob die Oppositionsparteien nicht ebenso gut der deutschen „Nation" angehörten, wie die Herren Kartellbrüder! Und als ob sie, wenn man das Wort„national" in dem„weiteren", heut gebrauch- lichen Smne nimmt, nicht auf mindestens ebenso viel„Vaterlandsliebe" oder„Patriotismus" oder„Nationalgefühl» Anspruch machen könnten wie die Herren Kartellbrüder, deren Baterlandsiiebe ungefähr gleichen Kalibers und Ursprungs ist, wie die Liebe des Hunds zur Wurst! — Der Kanonenkönig ist todt. Na'ürlich gilt auch für ihn da» Wort, welches von den anoeren Königen gilt: der König ist todt, e» lebe der König! Der Kanonenkönig wird in anderer Verkörperung fortleben, denn er war so recht eigentlich der Mann unseres Zeitalters. Genau betrachtet war der Kanonenkönig der oberste aller Könige, ein zweiter Marwick: ein Königs machet. Er machte die Kanonen und die Kanonen machen die Könige. Für die Könige gibtS heutzutage kein anderes Recht mehr als dieses modernisirt kanonische. Das begreifen sie auch alle, die königlichen Herren und— Damen. Und beim Begräbnisse des Kanonenkönigs waren sie sämmtlich vertreten, theils durch Abge- sandte, theils durch huldvolle Handschreiben. Da hat keiner und keine gefehlt, von dem deutschen Heldengreis an bis zur Tugendrose Christine. Ein erbauliches Schauspiel für die Völker, die hier einmal recht deutlich sehen konnten. auS welchem Stoff die Majestät des Gottesanadenthum» geschmiedet ist. —„Ach,»venn m'f-'s doch gruselte'." Die Berliner„Post" bringt aus„Z ü r i ch" datirt einen amüsanten Spitzel bericht über die Expedition und Verbreitung des„Sozialdemokrat". Wenn der Schreiber sich das Ziel gesteckt hätte, die Unwissenheit und Ungeschicklich. keit der deutschen Spitzel mit einem Griff an die große Glocke zu hängen, dann hätte er die Sache kaum geschickter anfangen können. Alles in dem Artikel, was nicht S p i tz e l p h a n t a s i e ist, war schon vor Jahren öffentliches Geheimniß. Geheimniß? Als ob eS je ein Geheimniß gewesen wäre, außer für die deutschen Spitzel. Schade nur. daß der Schlüssel zu diesem mehr als öffentlichen Geheim« niß die deutschen Spitzel nicht ,n den Siand setzt, die Versendung und Verbreitung des„Sozialdemokrat" anders als nach ihren eigenen Ko m- binationen darzustellen. Diese seit Jahren mühsam nach dem Er« wischten zusammengestöppelten Beweisstücke werden nur noch übertroffen durch die heitere Entdeckung, daß„auch die Organisation der deutschen Sozialisten in der Schweiz selbst, in ihrem gan» zen Umfange den Schristenvertrieb in Deutschland unterstützt— und— die unter der Leitung des Landesausschusses zu Zürich stehen- den„Mitgliedschaften" und Vereine— unsere„Deckadressaten" wählen!(sie!)— 3—4„Genossen" befördern die anderthalb Zentner schweren Pakete über die Grenze(sehr gut!) einer gibt ste zur Bahn und dellarirt gewöhnlich das Frachtgut al» „Räuch-rwaaren"— und so weiter, mtt„S t a b e r l a u f R e i s e n". Wer soll da nicht lachen dürfen? Und das alles wissen, hören und sehen die findigen R-ichsmücken- schnappet in unsrer Mitte und schlagen uns keinen der Ihrigen als Deckadrefsaten oder anderthalb Zentner schleppenden Pack» träger vor!?— Sie kennen unsre Schliche, sie verfolgen unsre Wege, und doch gelangt der„Sozialdemokrat" in die Hände der deutschen Ar» heiter. Was für Tausendküustler!! — Uebrigens ist selbstverständlich der„Post".Artirel nicht ohne bestimmten Zweck in die Welt gesetzt worden. Die Umwandlung der politischen Polizei in eine einheitlich zentralistrte Behörde, deren Organisation über das ganze Reich und wo möglich noch darüber hinaus sich erstrecken soll— die polizistische An» nexion Klein-DeutschlandS, PuttyS schönster Traum, soll endlich Wahrheit werden. Die„Geheimbunds-Erfindung" beoarf des weitesten Verwerthungsgebietes, ja, dieser Artikel muß, wie alles, was Deutschland heute produzirt, Exportwaare werden. Die Fabrilstelle am Molkenmarkt ist leistungefähig und, wie Figur« zeigt, vorurtheilSlos genug, mit der Marke„Zürich" versehen zu lassen, was ächtes Berliner Fabrikat ist. An gefälligen Agenten fehlt eS auch nirgends. Nur die Völker finden leider noch keinen rechten Geschmack an dem Berliner Fabrikat, und sperren sich dagegen, und so wird'S in diesem Punkt vorerst wahrscheinlich noch mtt dem„Fühlen" sei» Bewenden haben. — Nichts frnchtborer als das Lesen der Biömarck'schen Presse. Da stoßen wir beim Lesen der braven„Kölnischen Zenung" auf eine Rechtsbelehrung, die zwar nichts weniger als neu, aber doch für uns„Eigenthumssemde" recht interessant und erbau« l i ch zu lesen ist. Papst Leo, dem seine Erfolge im preußischen„Kulturkamps" etwas be» denk lich zu Kopf gestiegen, hat jüngst ein Rundschreiben an die Mächt» erlassen, worin er erklärt, seine Rechte auf Rom nicht aufgeben, den durch die Arnrtxion der he Ilgen Stadt an der Kirch- begmgenen Raub nicht anerkennen zu können. Diese Verwahrung hat einen Verl ner Korrespondenten der Kölnerin, der als Sprachrohr des auswärtigen Amtes, das heißt des großen Otto, gilt, zu einer wahren Ph-l ppika über die vom päpstlichen Stuhl ausgespielte„völkerrechttrche Ungeheuer» lichkeit" veranlaßt.„Was würde man sagen," schreibt er,„wenn es etwa dem österreichischen Minister des Auswärtigen einfiele, eine Nute an seine Botschafter und Gesandten zu richlen. in welcher er sie teausiragte, die Regierungen darauf aufmerksam zu machen, daß diese oder pne Ucu lienische Provinz dem Kaisei Hause oder seinen nächsten Ve wa. dten ge» raubt sei? Ob die Entthronten vertragsmäßig sich ein» verstanden erklärt haben mit der neuen Ordnung der Dinge, ändert gar nicht? anderen internatia» naler Rechtsgültigkeit; Rum gehört«Md traft d«S PfcHfr 'rechts zum Königreich Italien, wie Neapel und Venedig, und Hannover ebenso zu Preußen, wie Posen und die Rheinprovinz. ES ist nicht un- möglich, daß die jetzige so entschiedene pSpstliche Thätigkeit in Sache» der römischen Frage zu einer Beschwerde Italiens bei den Mächten über die völkerrechtswidrigen Handlungen der päpstlichen Diplomatie Anlaß geben könnte. Und vom strengen Standpunkte der Diplomatie auS würde dann nichts übrig bleiben, als daß die Regierungen die Entgegennahme der päpstlichen Roten, die sich außerhalb des anerkannten Rechts be- ««gen, verweigerten." Recht nett, diese Rechtsbelehrung, nicht wahr? Und niemand wird sie sich lieber ertheilen lasten als wir Sozialdemokraten. Wie, Ihr prokla- mirt die Heiligkeit des Eigenthums und erklärt gleichzeitig die Verwah- rung gegen eine flagrante Verletzung desselben als eine„Völkerrechts- widrige" Handlung? Ihr tretet sür die Legitimität von Gottes Gnaden ein und verkündet als ersten völkerrechtlichen Grundsatz, daß eS ganz gleichgültig sei, ob gewaltsam Entthronte sich mit ihrer Entthronung vertragsmäßig einverstanden erklärt haben? Das ändere an der inter- nationalen Rechtmäßigkeit derselben gar nichts? Sehr schön. Hoffentlich prägen sich die Völker diese Rechtsgrundsätze recht tief ein. — Ein charakteristisches Geständnis über die wahren Mo- tive des plötzlich mit so großer Wuth geführten Kampfes gegen die russischen Werthe finden wir in einer offiziösen Berliner Korrespondenz der Münchener„Allgemeinen Zeitung": „Der Feldmg gegen die russischen Werthe, heißt eS da, dauert fort, und alle Umstände, unter denen er geführt wird, lasten mit Sicherheit darauf schließen, daß die Warnungen und die Vertherdigungen von den Blättern keineswegs als Lüä.nbüßer für die Zeit der Stoffarmuth be- nutzt werden, ebenso.oie dieser Kanipf mit der neuen R e i ch s a n- leihe, mit deren Ausschreibung sein Beginn zeitlich zusammenfiel, ursächlich gar nichts zu thun hatte. Die Sache ist auf so äußerliche Gründe nicht zurückzuführen. Man würde auch irren, wenn man die treibenden Kräfte in Regierungskreisen unter der Annahme suchen wollte, daß nach dem Gesetze:„Druck erzeugt Gegendruck" sür die in der russischen Zollpolitik gegen das deutsche Wirthschastsgebiet geübten t-indseligkeiten Vergeltung genommen werden sollte, obgleich jene chädigungen natürlich den Gegenstand ernster Erwägungen auf deutscher Seite bilden müssen. Aber wäre das Vertrauen in die Kreditwürdigkeit Rußlands, in die moralische wie materielle Fähigkeit desselben, seinen Verpflichtungen pünktlich und ohne Chikanen nachzukommen, heute noch so berechtigt, wie es vor Jahren war, so würden die Kosten der beab- fichtigt-n Vergeltung in erster Reihe die grundlos geängstigten deuischen Gläubiger zu bezahlen haben und nur vielleicht glückliche Börfenspeku- kanten aus dem vorübergehenden Drucke der Kurse Nutzen ziehen. Eine solche Wirkung kann keine gewissenhafte Regierung verantworten, selbst wenn ihr daraus größere volitische Vortheile erwachsen würden. In der That ist die Ursache der Bewegung gegen die russischen Werthe eine Sinz andere, und man braucht nur zu ihrem in den Erörterungen der reffe öfter verlassenen Ausgangspunkte zurückzugehen, um die allein richtige Erklärung zu finden. Das Mißtrauen gegen den russischen Staat als Schuldner hat sich an dem Akt der Willkür entzündet, den die ruffische Gesetzgebung mit dem März-UkaS gegen den Grundbesitz dou Ausländern in Rußland vorgenommen hat, und es liegt eine zwingende Logik in der Behauptung, daß in einem Lande, wo der Grundbesitz aufgehört hat, ein sicherer zu sein, auch der Besitz von Schuldtiteln Gefahren ausgesetzt ist." Also um der deutschen Grundbesitzer, nicht um der kleinen Leute willen, die ihre Ersparniste in russischen Papieren angelegt, wird der Kamps geführt. Denn daß die ruffische Finanzpolitik vor Jahren eine bessere,„moralischere" gewesen, das werden die bismarckischen Offiziösen Niemand weiß machen. Schon damals wurde so gut aus den Bankrott hin gewirthschastet wie heute. Rußland hätte in dieser Wirthschaft auch ruhig fortfahren, die zarischen Beamten hätten die deutschen Arbeiter und Handwerker ruhtg weiter chikaniren und durch Aus- Weisung r u i n i r e n können, Bismarck hälte deswegen keine Hand gerührt, aber da Rußland sich an den deutschen Grundbesitz wagte, an dem ein? Anzahl Mitglieder der Junker-Aristokratie interessirt sind, und es für unstalthaft erklärte, daß auswärtige Magnaten so große Strecken russischen Gebietes ihr eigen nennen, erst da erwacht in der Brust des deuischen Kanzlers und feuSft Krsatu..n die gekränkt? Nationalwürde, da erff fühlen sie sich gedrungen, dem deutschen Volk klaren Wein über den Stand der Dinge in Rußland einzuschenken. Wie in der übrigen deutschen Politik, so sind es auch hier die Junker- Interessen, die den Ausschlag geben. Hoffentlich merkt sich der deutsche Michel diese Lektion, die ihm immer und immer wieder vor Augen zu führen Pflicht jedes überzeugten Geg- »ers des heutigen Schandsystems ist. — Sand in die Augen. In der neuesten Nummer der„Auto- nomie" leistet Peukert Reuß folgende artige Ablenkungs- Notiz: „Der internationale Spitzelkorrespondent der„Kölnischen Zeitung", durch seine„Londoner Briefe" über die hiesigen Anarchisten berüchtigt, setzt in einem zwei Spalten langen Artikel auseinander, wie und von wem er das Material erhalten hat. Es wird darin nur bestätigt, was uns längst bekannt war, daß der Jnformer Viktor Dave sei." Folgt ein Ausfall aus Most, der zwar sehr ergreifend zu lesen, aber uns hier nichts angeht. Also den Herren Peukert-Reuß war„längst bekannt", daß Dave der „Jnformer" sei. Schade, daß die tugendhaften Brüder nicht hinzufügen. durch wen ihnen diese Kunde geworden. Und noch mehr schade, daß die so gut Unterrichteten sich mit dieser Feststellung begnügen, aber mit keinem Wort auf den Spitzelkorrespondent selbst eingehen, den zu kenn- zeichnen doch nach Lage der Dinge das Interesse der Anarchisten erfor- derte. Oder haben sich Reuß-Peukert durch den intimen Verkehr mit Herrn Rudolph Martin and Leipzig überzeugt, daß der be- sagte„Kerl" ihnen durchaus ungefährlich ist? Die Liebenswürdigkeit, mit der die Radikalsten der Radikalen die A n o n y m i tä t des„Kerls" respektiren, verdient wenigstens gebührend anerkannt zu werden. Schade nur, daß daS Gegenseitigkerts-Gejchäft gar so durchsichtig ist. — Hündisches. Die„Deutsche Zeit." berichtet:„Der Herzog von Sutherland hat acht seiner Hunde, die an der Gicht leiden, in das Seebad Treport zur Kur geschickt. Die Kurverwaltung war sich Anfangs nicht ganz klar darüber, wie und unter welcher Form sie von diesen vierfüßigen Gästen die Kurtaxe einfordern sollte: aber da fand sich bald Rath, da sich ihr Herr, der Herzog, nicht spotten läßt. Ja der Kurliste liest man:„Killa, Bianka, Hunde Er. Gnaden des Her- »vgs von Sutherland mit Gefolge und Di nerschaft." Für die Hunde wurde«in seperater Holzverschlag zum Baden errichtet, da man diese Patienten schon darum nicht gut im Angesicht der übrigen Kurgäste in's Waffer gehen lassen kann, weil ihnen doch nicht der Gebrauch von Echwiinmanzügen zuzumuthen ist." Das Blatt fügt hinzu:„In keinem Lande der Welt tritt der Uebermuth der Reichen so grell m die Er- fcheinung, wie in England." Wir sehen, bemerkt dazu die Wiener „Gleichheit", die Sache anders an. ES ist einfach ein Beweis rühmen»- »erther Selbsterkenntniß, wenn der erlauchte Herzog seine Hunde «it sich aus eine Stufe stellt. Es ist wirklich nicht abzusehen, warum gerade für diese Hunde keine Kurtaxe bezahlt werden soll." —«atürltch wird der Staatsretter und Siltltchkeitsverbrecher 9em*tet in Brüssel sür seine Sittlichkeitsverbrechen nicht bestraft. „Denn," so führen die RegierungS- und Bourgeois-Zeitungen au»,„es gibt in Belgien kein Gesetz, welches derartige Dinge bestraft, außer fall« „öffentliches Aergerniß" gegeben ist. Und„öffentliche« Aergerniß" ist natürlich nicht gegeben, wenn ein G e s el l s ch a f ti r e tter zum Sitt- lichkeittoerbrecher wird. Wir sagen„natürlich", weil ei in der Natur der Ding« liegt, daß«in Gesellfchaftsretter, d. h. ein Bertheidiger der heutigen, aus dem Gegentheil von Recht und Moral beruhenden Ge. fellschaft, sich als Sittlichkeit« Verbrecher entpuppt. Grundsätzliche Bertheidiger kann diese Gesellschaft überhaupt nur in V e r b r e ch« r« treisen finden.— �Ueb-' d>-„Revolution auf Hawai". von der kürzlich in der »eutlch-n Presse zu lesen war. und die von manchen Leuten wunderbarer- ernsthaft als eine republikanisch-demokratische Erhebung hingestellt mrte lesen wir im„Philadelphia Tagblatt«:' tnfiJ VtJLf l l, 1 berüchiigte Zuckerkönig, will eine Repu- «tk in Hawai. der König ist ihm nämlich zu kostspielig. Solange Kala- kaua dem Zuckerkönig und den anderen weißen Ausbeutern auf Hawai zu Diensten stand, war die Majestät ihnen ganz recht. Diese internatio« nale Ausbeuter-Sippschaft hat viele Millionen auS den Kanälen heraus« geschlagen und nur einen kleinen Theil davon an den König abgeben müssen. Jetzt, da dieser ein bischen mehr haben will, planen die Kerle seinen Sturz. Buch ein Präsidentschaftskandidat soll in der Person eiNeS Händlers, G. Wilder, vorhanden sein, der schon dreißig Jahre auf den Sandwich-Jnseln ansäßig ist. Die ftemden Ausbeuter und ihreKommiS haben sich natürlich bewaffnet und exerziren fleißig. Der König soll, wie selbst die von seinen fremden Feinden kontrollirten Nachrichten zugeben, der Unterstützung seines Volkes stch-r sein, dem die Eindringlinge kein Glück gebracht haben. Sollten die Ausbeuter siegen, dann würde» sie die Eingeborenen natürlich vollends ganz ver- fklaven und beiläufig eine solche„Republik" einführen, wie sie in unseren Südstaaten desteht. Hoffentlich wehren fich die Kanaken ihrer braunen Haut. Die„Zivilisation", welche Spreckels und Konsorten ihnen bringen, ist Gift für sie." — An der Schwelle des zwanzigste« Jahrhunderts.— „Haben die Leser, schreibt das„Philad. Tageblatt," schon einmal die erbauliche Epistel eines römischen Bannfluches gesehen, wie er jetzt gegen den Dr. McGlynn losgelassen wurde? Hier ist das Dokument im Wortlaut. Die mit..... ausgefüllten Stellen lassen sich in einer anständigen Zeitung nicht wiedergeben: „Im Namen Gottes, des Allmächtigen, des Vaters, deS Sohnes und des Heiligen Geistes, und der unbefleckten Jungfrau Maria, Mutter und Schutzpatronin unseres Erlösers, und aller himmlischen Tugenden» Engel, Erzengel, Throne, Heerschaaren, Mächte, Cherubinen und Sera- phinen, und aller heiligen Patriarchen, und aller Apostel und Evan- gellsten, aller heiligen Unschuldigen, so da vor dem Antlitz des Heiligen Lammes Gnade gefunden und den neuen Gesang der heiligen Märtyrer und heiligen Beichtiger singen, und aller heilt,?n Jungfrauen und aller Heiligen, in Gemeinschaft mit den auserwählten Gottes:— sei er, Edward McGlynn, verdammt. Wir stoßen ihn aus und verfluchen ihn von der Schwelle der Heiligen Kirche Gottes, d-s Allmächtigen. Wir sondern uns von ihm, daß er gepeinigt und überantwortet werden möge mit Dathan und Abriam und mit Jenen, so zum Herrn sagen: „Scheive von uns, denn deine Wege gefallen uns nicht." Wie man Feuer lischt mit Waffer, so werde das Licht von ihm genommen für alle Zeit, es sei denn, daß er sich bekehre und Buße thue. Amen. St. Johannes, der Vorläufer und der Täufer, und St. Peter und St. Paul, und St. Andreas, und alle anderen christlichen Avostel sollen ihn veifluchen! Und ebenso der Rest der Jünger und Evangelisten, welche durch ihre Predigten das Weltall bekehrt haben, und die heilige und wunderbare Gesellschaft von Märtyrern und Bekenner«, die durch ihre Werke Gott dem Allmächtigen Wohlgefallen. Mag der heilige Chor der heiligen Jungfrauen, welche um Christi Willen alle Freuden dieser Welt verachten, ihn verdammen! Mögen alle Heiligen von Anbeginn der Welt, welche der Herr lieb hat, ihn verdimmen! Er sei verdammt, wo immer er sich hinwende, ob im Haus, ob auf der Straße, ob im Wald, oder auf dem Waffer, oder in der Kirche! Verflucht sei« er im Leben und im Sterben! Verflucht sei er im Essen oder Trinken, im Hunger und im Durst, im Fasten, im S' lasen, im Schlummern, im Sitzen, im Arbeiten, im Rasten, im.... utw im Blutlassen! Verflucht seien alle Theile seines Körpers! Verflucht inwendig und auswendig! Verflucht sei er in seinem Haar, verflucht in seinem Gehirn, ver- flucht in seinem Schädel, in seinen Schläfen, in seinen Augenbrauen, in seinen Wangen, in seinen Kinnbacken, in seinen Nasenlöchern, in seinen Zähnen, in seinen Lippen, in seinen Schultern, in feinen Fingern! Verdammt sei er in feinem Mund, in seiner Brust, in seinem Herzen und Zubehör bis hinab in den Magen! Verflucht seinem_____ und seinem..... in seinen Hüften, in seinen---- und in seinem...., und in seinen Knieen, in seinen Beinen, feinen Füßen und Nägeln! Verflucht sei er in allen seinen Gelenken und Gliedern. Vom Scheitel bis zur Sohle bleibe kein gesunder Fleck an ihm! Wag der Sohn des lebendigen Gottes in all seinem Glanz und seiner HttNichreit ihn»e ln ber Himmel mit allen Mäch- ten, die sich darin bewegen, fich g-gen ihn erheben, ihn verdammen und verfluchen,— es sei denn, daß er sich bekehre und Buße thue! Amen, so fei es! Sei es so, Amen!" Und weswegen dieser gräßliche Fluch? Weil McGlyn mit Henry George für eine Landsteuer eintrat, die, sage und schreibe, vi e r ZentS pro Tag auf den Kopf der Bevölkerung der Vereinigten Staaten betraaen würde! Welch ein Ketzw! Nun, zum Glück wird der römische Bannfluch dem körperlichen und Seelen-Heil des McGlyn nicht mehr schaden, als die George'sche Land- reform dem Proletarier nützen würde. Korrespondenzen. Hannover, Juli. Gottes Finger war es sicherlich, der Han- nover vor einem Geheimbundsprozeß bewahrte. Die Genossen andern Orts werden von der hier arg, blich aufgehobenen geheimen sozialdemokratischen Veriammlung, welche von 14 Personen besucht war, gehört»der gelesen haben. Die Sache verhält sieb so: Ein schon seit Jahren bestehender Unterhaltungsklub war der allwissenden Polizei als sozialistische Verbinduna denunzirt worden und daran'hin verhaftete die- selbe an einem Klub-Abend sämmtliche anwesende Mitglieder, sowie den sich zufällig im Klub-Lokale aufhaltenden Kolporteur des„Sonntags- boten". Später sind dann noch einige Personen, welche dem Klub an- gehörten, verhaktet worden— im Ganzen 17 an der Zahl. Außerdem wurden noch einige dem Klub nicht Angehörende richterlich verhört und Allen die Eröffnung gemacht, dotz sie angeklagt würden wegen Theil- nähme an einem Geheimbund resv. an der Verbreitung verbotener Druck- schritten. Nach und nach wurden die Jnhaftirten wieder entlassen, zuvor jedoch bei Sämmtlichen(20) Haussuchung, welche aber leider resultatloS blieb, vorgenommen. Jetzt ist nun den Betheiligt«» seitens der Staats- anwaltschast die Mittheilung geworden, daß die p. Anklage niedergeschla- gen sei. weil der Hauptbelastungszeuze(richtiger Denunziant) geisteskrank(ja, ja, der alte Sott lebt noch!) geworden sei und die sonstigen Beweismittel zur Ausrechterhaltung der genannten Anklage nicht ausreichend seien! Daß man eS an Esser und Bemühung feiten» der Polizei nicht hat fehlen lassen, au« der Sache etwas zu machen, ist selbstverständlich, bei den Verhören wurden frühere Ausflüge und Festlichkeiten herangezogen, an denen der Eine oder der Andere von den Angeklagten theilgenommen haben sollte. Bei diesen Gelegenheiten sollten sie gehört haben, daß unser Vertreter zum Reichstage, Genosse Meister, Reden und Vorträge gehalten habe, auch in dem fraglichen Klub sei dies von demselben geschehen rc. Doch alle Anstrengungen sind umsonst gewesen, für diesmal wars nichts. Schade, es war so schön gewesen sür die Rachfolaer deS Staatsanwalt Krobissch, die sicherlich schon, nebst dem Polizeivräsidenten v. Brand, die „StaatsrettungSmedaille" auf ihrer Brust glänzen sahen. Schade, es hat nicht sollen sein. Den Ramen des Denunzianten werden wir, sobald wir über die ganze Sache orientirt find, behufs Eintragung in die schwarze Liste mittheilen, eS hat, wenn unser Gewährsmann Rech' hat, so sein« eigene Bewandtniß mit dem Berrücktwerden! In einem später folgenden Aufsatz werden wir die hiestgen Verhält- Nisse einer eingehenden Behandlung unterziehen. A. Wölf hat sich durch seine unermüdlich-« Thätigkeit für die Ver- treituNg unserer Grundsätze, die er mit AufSpferuNg betrieb, bis ihtt der herrannahende Tod auf das Krankenbett warf, eitt bleibende» An- denke« bei den hiesigen Arbeitern gesichert, Ehre seinem Andenke«! Di« Seauftrasten. Am 10. Juli starb an der Proletarierkrankheit unser tüchtiger Ritstreiter Richard Wolf in Gera in noch nicht vollendetem 32. Lebensjahre. Bei meiner Abreise auS dem verpreußten Deutschland«ach Amerika danke ich den Genossen inDeutschland und der Schweiß, Vi« mir in meiner Rothlage weitergeholfen haben» mit diese« herzlichem Lebewohl und Brust vieltausendmal. Basel, LS. Juli 1SS7. P. RÜcker. Ausgewiesener auS Frankfurt a. IM__'*- kdn du Li 5 ««.V «,1 >1« Aufgepaßt: Der Zigarrenmacher Karl Bade«, Pfessersberg Nr. 4 in Breslau(Schwager eines Schutzmanns), unter den Zigarrenmachern wegen seiner sprechenden Behnlichkeit mit Hasenclever„Hasenclever" genannt, versucht« an verschiedenen Orten Geld zu erschwindeln. In Magdeburg wurde ihm heimgeleuchtet. Sorge man aller- wärts für gründliche Befolgung diese» Rezepts diesem Schwindle» gegenüber. Air tlpeditiit» des„Soimlimsktfli". V Der Polizeispitzel und Klempnergesell« Theodor Weiß aus DreSdett, laut„S.-D." 1884 Rr. 40 und 41 am 29. September 188B als amp archistischer Agent Provokateur in Liestal(Baselland)«nUarflG ist jetzt in»raunschweig. Pa F> An unsere rheinländischen Genosse«! Der Lieutenant a. D. Polizeisekretär Voigt, über dessen Thatig» keit als Spitzel bereits früher von Gumbinnen(Ostpreußen) he? berichtet ist, der sich sogar bei Genossen als„Genosse" daS Abendbrod gut schmecken läßt, ist von Ostpreußen nach Aachen versetzt worden. Signalement: Alter ungefähr 40 Jahre, Statur mittel, Gesicht rund brauner Schnurrbart und Glatze. Seid auf der Hut und empfangt den Herrn mit der entsprechenden Aufmerksamkeit. Briefkasten der Redaktion: Briefe und Einsendungen ,c. find eingetroffen! Basel, Brüssel, Magdeburg(in nächster Nr.), Pari», Loa« don.— Anonym: Das Gedicht„Von GotteS Gnaden" rst zu lang und überdies nicht neu. der Expedition: Feuerhannes Rbr.: S Mk. Ab. S. Qu.»erh. I. F. Mh.: Fr. 7 SO Ab. 3. u. 4. Qu. erh.— Allgem. Arb.-Verei« Biel: Fr. 22 50 Ab. 2. Qu. erh.— Kleiner Sozialdemokrat: Dank für Rech rchsn und Bericht. Alles wohl und allseits grüßend.— Ldk. C- a. R.: Mk. 150— a Cto. Ab. ic. erh.— Rother Apostel:-s-bd. vom 22/7. erh. Weiteres besorgt. Bfl. mehr.— Roiher Oberhesse: Mk. 5 Ab. S. Qu. u. Schft. erh. Adr. geordnet. Sdg. mit 31 fort.— L. St. i. E.: Mk. 3— Ab. 1. Aug.— 1. Novbr. erh.— H. St. Ehn.: 3 A». Ab. 3. Qu. erh. Adr. geordnet. Bstllg. folgt.— Blitz: Mk. 200� a Tto Abon. Ab. MTV*-*9fr- er«...... ftrrMftrtmrr-WTr 4 TO«9m 3. Qu. erh. 40 Pf. hicvon auf's 4. Qu. Alles wohlauf trotz der Dt wenn dar: Orga Harn Un kollegi hat t daß d ande habe, Orgai rheinff händle Artiki an di »Be Der, für di «ozii dnd( ittn e »vln - Rothen H. H.: Bf. v. 27/7. erh. Bstllg. u. Adr. notirt. R. T. folgt nicht weiter.— Haß: Nachricht v. 29/7. hier. Der„Spaziergänger a» Zürichsee" lebt merschdendeels in Ihrer Einbildung. Bff. mehr.— R-* land II.: Wird noch werden. Warum ohne Anw. betr. Cig.?— Map.»1 trug: P.-K. v. 29/7. hier. Alles unterwegs. Liegt an Zwischenhand. � Mi Fuchsschwanz: Kommt Alles nach Wunsch. Ausenthalt rc. wc-Hrsch-itili«»)«' t*' fra JftR .Köl zufällig.— T. mann Est.: Nachr. v. 28/7. beachtet. Adr. notirt. R» heres erwartet.— Plattkops: Fragen Sie nur gründlich bei R.i « Ö-Hß ?>»»» 'Nflti M vi W, Ziaftiat-Schuhe von Aerdwand Laffatte. Neu« Ausgabe.— 1 4 Boge» stark. Preis: Rk. 1 Fr. 1 LS. Bei Partienbezug Rabatt. Porto extra. Zahlreichen Bestellungen sieht entgegen MoltbbnchhattdltUts Hottingen-�strich- .. if' ,�ar & % «f tr fc «ch»ch«nnßnMItftlMIdTMmi»«Ma-stlMch.