grmlK >e, als iteitfit, «noffe» waren. schweiß Hinter chsrheit riefe» >t, noch m vev ihmten, zeitrn"� Zlut ,» ie ver> lr kSrz> > zutttck elband« -rruchte ten alt Den an es. die ausend« herauf willen» iterland Gefahr, cht. dl« !«Sek Zreiheii . sich" r unge« chon z« ltpolitck nit deck ibeutct» innt zu ißt uns er Ruh' üs das htigung tot. orunttf i" nach mterg» t. Di Haber ienoffa ckrbeitel Zuddew agistra der Ge« Prozeß! icht und ßte sehr lprinze» zen auf hwebt fent« md 12S ht übri» der Po» Abonnements blrtnt Iii allen schwel, nisten V«slb>ire-u;, sowie beim Verlag Und dessen belannlen Agenten NUgegengenomm-n. und»war»um »»«au» zahlbare« VierteijahrSpreiS von: he. 2,— für dieEchwei»(Kreuzband) Nl. 3,— slr Deutschland(llouvert) l. 1,70 für Oesterreich(llouvert) ßr. 2,50 fllr alle übrigen Linder de» wellpostvereins(Kreujband). Zusrrite dl« dreigespaltene Pellliell« 2b llti.--- 20 Pfg. Der mialmmkmt Hrgan der Sozialdemokratie deutscher Junge. Erscheint wöchentlich«i««al in Zürich(Schweiz). Aerkag der »alr»»uchhand»«»O Holl Ingen, Zürich. boßsendllllgt» franko gegen franr«.� Sewbhnliche»riefe «ach der Schwei, kost« Doppelport». �38. »riefe an die Redaktion und Erpedition de» in Deutschland und Oesterreich verbotenen.Sozialdemokrat'«olle man unter Beobachtung äußerster Borsicht abgehen lasten. In der Regel schicke man und die Briefe nicht direkt, sondern an die bekannten Deckadrestin. In»weifelhasten Fällen eingeschrieben. 16. September 1887. Parteigenossen! Vergeht der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! «r ick Jahr«. troffen! »ank 60 Frei« New« :8 Betr. — vock 60 Mk. - Paul D. All« Paris! j.»ei« fr. 4 36 n.%% .- 0. in Cölck besorgt. »b. K. rist. ifi). erh. SB. D> LA Donau! folgt) Zur rechtzeitigen Kenntnißuahme. Bei Quartalschluß «ttsten sämmtliche Briefabonnemeuts baar vorausbezahlt werden. Belastungen auf Conto-Inhaber finden also nicht statt. Allen Bestellungen auf direkte oder indirekte Brieflieferung ist ohne jede Ausnahme die volle Baarzahlung beizulegen. Alle nicht ausdrücklich wiederbestellten Brief- Abonnenten werden mit Nr. 40 gesperrt. Ersatz für Versandtverluste liefern wir nur gegen Einsendung des Porto bei Reklamatton. Wo anderweitige Bezugsgelegenheit geboten ist, find Briefabonnements unzulässig. Abonnements für die Schweiz Theben wir per Nachnahme, wenn Zahlung nicht mit iedem Quartalbeginn vorausgeleistet ist. Einzel-Kreuzbandfendunge« ins Anstand fperren wir mit Quartalsablaus, sofern Neubestellung Nud Geld bis dahin ausbleiben. Zlü Skpedltioa des..Z-iialdem-krat". Triumphe und Gefahren. So schwer die Verfolgungen, mit denen die Sozialdemokratte den Seiten der heutigen Machthaber bedacht wird, auch bie einzelnen Genossen treffen, so drückende Unbill wir heute -- und leider ungerächt— zu ertragen haben, so sehr die Arbeiterklasse, durch die Fesseln des Schandgesetzes in der ihr so notwendigen Bewegungsfreiheit gehemmt und geschädigt, slnter den gegenwärtigen Wirthschaftszuständcn zu leiden hat, so kann ein jeder Sozialdemokrat, der die Erscheinungen des öffentlichen Lebens aufmerksam verfolgt, doch schließlich nur das Gefühl einer hohen Befriedigung empfinden. Die Aera der Verfolgungen ist für uns zugleich die Aera der Triumphe. »of Es gab eine Zeit, da das geringste Zugeständniß an die »t SS Existenz der sozialen Frage von den Sozialisten mit übergroßer erfolg� Eenugthuung aufgenommen wurde. Wer zugab, daß die Lage icr Arbeiterklasse in der modernen Gesellschaft eine schlechte •; eept1anb bi* Selbsthilfe nicht ausreichend sei, sie zu bessern, wurde, LeitereS lochten auch seine Vorschläge zur Abhilfe noch so gering- - �lverthig, ja wir müssen hinzusetzen, noch so anti sozialistisch fein, als halber Gesinnungsgenosse begrüßt. Es war die Zeit, da die Schäffle, die Konstantin Frantz und die ganze Reihe der katholischen Sozialpolitiker von der Sozialdemokratie noch ittist genommen wurden und noch ernst genommen werden Lunten, weil sie unter den Nicht-Sozialisten eine Ausnahme der Regel bildetm. Wie weit sind wir heute über die damalige Zeit hinaus I Heute bilden nicht die Anerkenner, sondern die Leugner der sozialen Frage die Ausnahme, und zwar die verschwindende Ausnahme. Alle Welt macht in„Sozialpolitik". Die Junker dnd die Demokraten, die Katholiken und die Nationalliberalen, ja, selbst die Deutschfreisinnigen haben im Reichstag eine Kom- »lission eingesetzt, welche„sozialpolitische Anträge" für sie vor- dereiten soll. Lausen nun auch die Bestrebungen all' dieser Sozialpolitiker »Ur darauf hinaus, die Arbeiterklasse mit der heutigen Eigen- ihumsordnung zu versöhnen, die von den Sozialisten er- fstebte Neuorganisation der Gesellschaft aufzuhalten, nicht, ihr vorzuarbeiten, so ist ihr Ueberwuchern doch ein Beweis, erstens siir die Stärke der Arbeiter-, und spezieller, der sozialistischen Bewegung, und zweitens dafür, daß die Vertreter der alten Gesellschaftsordnung immer mehr selbst an der Trefflichkeit und Dauerhaftigkeit derselben irre werden. Die Zeiten sind vorbei, da ein Bismarck mit der sozialen sftaae ein demagogisches Spiel gegen eine Fraktion der alten Eesellschast, gegen das liberale Bürgerthum spielen konnte. Heute treibt er Demagogie gegen die Arbeiterklasse, ist gezwungen, gegen die kämpfende Arbeiterschaft alle Kräfte der alten Gesellschaft auszubieten. Mit dem Ausspielen der karte«'Fialen Frage gegen die nationale Bewegung trat er in die tu kavck da litis che Arena, und heute muß er unablässig in natio- Ualem Chauvinismus machen, um den Sozialismus in � den Hintergrund zu drängm. Und ebenso hält der Mann, der das allgemeine Wahlrecht einführte, um mittels der Massen großeck ): huß. en»ei« eine ihm ergebene Volksvertretung zusammenzubringen, heute krampfhaft am Ausnahmegesetz fest, weil er vermittelst seiner der Arbeiterklasse das Wahlrecht illusorisch zu machen hofft. So vernichtend diese Thatsache gegen ihn und seine Staats- mannökunst zeugt, ein so glänzender Beweis ist sie für die Erfolge der sozialistischen Agitation, für die Macht und Be« deutung der sozialistischen Bewegung. Ja, das Sozialistengesetz selbst ist durch seine bloße Existenz der sprechendste Beweis für die Unüberwindlichkeit der Sozialdemokratie. Jedes Opfer dieses Schandstückes brutaler Unterdrückungswnth, jeder auf Grund seiner Ausgewiesene oder in den Kerker Geworfene kann, wie seinerzeit Arnold von Brescia, stolzen Hauptes seinen Peinigern zurufen:„Ihr fürchtet uns mehr, als wir Euch!" Denn waS sich im politischen Leben abspielt, ist keines- wegs ein Produkt vorübergehender Tagesströmung, sondern nur das Widerspiel dessen, was sich in der wirthschaft- lichen Welt vollzieht. Hier schreitet die Entwicklung der Ver- Hältnisse in unserem Sinn fast noch rascher vorwärts. Der von den Sozialisten vorausgesagte Bankrott der bürgerlichen Gesellschaftsordnung ist ihren Vertretern selbst kaum noch ein Geheimniß. Die Unsicherheit der Geschäftsverhältnisse ist zur chronischen Krankheit geworden, alle Handelsberichte stimmen in dieser Beziehung das gleiche Klagelied an. Die Wohlfeilheit der Produkte, einst der Stolz der Anhänger der bürgerlich- kapitalittischen Gesellschaftsordnung, ist zum Fluch für diese geworden, schlechter Geschäftsgang bei gedrückten Preisen— der Absatz hat sich gehoben, aber die Preise bleiben gedrückt — der Absatz stockt, die Preise weichen— das kehrt in unzähligen Variationen in den Berichten der Handelskammern wieder. Um dem Uebel zu entgehen, ist die Kapitalistenwelt auf ein Auskunftsmittel verfallen, das geradewegs auf den So- zialismus hinausläuft: wir meinen die Industrie- Kartelle zurRegelung des Produktionsumfangs und Festsetzung der Preise. Die einzige volkswirthschaft- liche Mission des kapitalistischen Unternehmers, die als Recht- fertigung für das Einstreichen des Geschäftsertrags bisher an- geführt werden konnte, die einzige Rechtfertigung des Bestehens einer Unternehmerklasse: die Führung des für so wohlthätig gehaltenen Konkurrenzkampfes, wird durch diese Verbände, die schon so weit gegangen sind, zenttalisirte Verkaufsbureaus ein- zurichten, aus der Welt geschafft, der kapitalistische Unterneh- mer zum überflüssigsten Möbel erklärt, das es in der Welt gibt, zum bloßen Schmarotzer, dessen Verschwinden keine Lücke im Wirthschaftsgctriebe hinterlassen würde. Sind diese Unternehmervcrbände gut, dann ist eö der So- zialismus z�hntausendmal mehr, denn der einzige Einwand, den seine Bekämpfer bisher gegen ihn geltend machen konnten, war der, daß er die so nützlichen Konkurrenzgesetze unwirksam mache. Aber der Sozialismus setzt sie nicht außer Kraft einer einzel- neu privilegirten Gesellschaftsklasse zuliebe, sondern im Jnter- esse der Gesammtheit. Welcher Triumph daher, daß di« bürgerliche Gesellschaft selbst, und zwar in den Personen der geschworensten Gegner der Sozialdemokratie— denn die Eisen-, die Kohlen-, die Baumwollen-Barone sind unsere wüthendsten Feinde— der Welt den Beweis liefert von der Nothwendigkeit und Durch- führbarkeit der Sozialisirung der Produktion! In der That, wenn man alles das zusammenhält, wenn man sieht, wie sehr uns die Verhältnisse in die Hände arbeiten, dann möchte man fast meinen, daß unsere Thätigkeit als Partei eigentlich unnöthig sei. Aber das wäre der größte Fehlschluß, der gemacht werden könnte, die gefährlichste Illusion, in die wir verfallen könnten. Die Verhältnisse arbeiten uns in die Hände, aber unsere Arbeit verrichten sie nicht. Ohne die ziel- bewußte Aktion einer Partei der Emanzipation des Proleta- riats würde die Konzentration der Betriebe nicht zur Befreiung, sondern zur Versklavung der Arbeiterklasse führen. Je mehr sich die Verhältnisse in unserem Sinn entwickeln, umso- mehr tritt die Verpflichtung an uns heran, in den Massen die Erkenntniß von der Nothwendigkeit der sozialen Umwälzung zu verbreiten. Grade weil die Anhänger der heuttgen Eigen- thumsordnung sich zu Zugeständnissen an die sozialistischen Lehren bequemen, haben wir um so eifriger auf dem Platze zu sein. Die Befreiung der Arbeiterklasse kann nur das Werk der Arbeiterklasse selbst fem. Das heißt, solange die Arbeiter die Erfüllung ihrer Forderungen von der Einsicht und dem guten Willen der befitzenden Klaffen erwarten, werde« sie nie be- freit werden. Schöpfen wir daher aus den Erfolgen unserer bisherigen Thätigkeit, aus der wirksamm Mitarbeit der wirthschaftlichen Entwicklung immer neuen Muth zu unablässigem Weitcrschaffm, aber lassen wir uns nicht durch sie in thatenloseS Hoffen ein- wiegm. Ohne Kampf kein Sieg; nach wie vor gilt für die nach Befreiung lechzende Arbeiterklasse das Wort: Und fetzet ihr nicht das Leben ein, Nie wird euch daS Leben gewonnen sein! Deutschlands Schande. Ein auserlesenes Stück skandalöser Rechtsverdrehung, welche? da? Reichsgericht jüngst wieder geleistet, verdient die lauteste Brandmarkung. Die Reichs-Rechtsgaunerakademie hat auf dem Gebiete der Anleitung zu Rechts-Einbrüchen schon Bedeutendes hinter sich, ihre neueste Leistung stellt aber alle früheren in den Schatten. Selbstverständlich handelte es sich auch diesmal wieder um den edlen Zweck: Mundtodtmachung der Sozialdemokratie. Den außerhalb des Bereiches der Puttkamer'schen Polizeizensur heraus» gegebenen Publikationen der Partei— vor allem natürlich dem bösen „Sozialdemokrat"— soll absolut das Eindringen in die geheiligten Gefilde des glorreichen deutschen Kaiserreiches unmöglich gemacht werden. Der Kamps gegen die Verbreiter de« verbotenen Giftes ist mit allen Wittel» geführt worden, und hat doch bisher noch gar nichts genutzt-, trotz einem ganzen Armeekorps von Spitzeln, trotz der härtesten Verurtheilungen der angeblich überwiesenen Verbreiter, fand die verbotene Frucht doch den Weg zu ihrem Publikum. Kein Mittel, das im Stande wäre, ihre Ausbreitung zu verhindern. Kein Mittel? Wer das sagt, kennt das Reichsgericht nicht. Beim Reichs» gericht ist nichts unmöglich. Es macht aus weiß schwarz, und aus B>S» marck einen uneigennützigen Politiker. Und das Reichsgericht'kann vor allen Dingen das Recht dehnen, es versteht daS Auslegen auS dem Grunde, und fand auch diesmal das richtige Mittel, die Lücke, die der Reichstag im Schandgesetz gelassen, auf dem Wege der Aus« lequng auszufüllen— ein Verfahren, das noch stets beliebt wurde, wenn Regierungen, Regierungsspsteme, herrschende Klafien ihrem Untergang entgegeneilten. Es hat den Weg gefunden, den Besitz ver» böte,»er Schriften strafbar zu machen. Was zu den Zeiten der ärgsten Reaktion gegen bürgerliche Elemente für absolut unzuläffig gehalten wurde, das ist jetzt, wo es sich in der Hauptsache um die Arbeiter» klaffe handelt, ohne weiteres als Normalzustand proklamirt worden. Das Reichsgericht hat gesprochen, und das Reichsgericht ist die höchste Rechtsinstanz, unfehlbarer wie der unfehlbarste Papst. Man höre nur: Bei einem Arbeiter waren gelegentlich einer Haussuchung verbotene Schritten in Einzelexemplaren gefunden und ganz widemcht» lich konfiszirt, d. h. in gesetzlicher Maske gestohlen worden. Um den Diebstahl zu legalisiren, klagt der Staatsanwalt auf Einziehung und Vernichtung, wird aber vom ersten Richter, der noch nicht allen juristi« schen Sinn abgelegt, verdientermaßen abgewiesen. Der Staatsanwalt, der seine Pappenheimer— aus Pappe macht man Lumpen!— kennt, geht an's Reichsgericht, und dieses hebt nicht nur das erste Urlheil auf, sondern auch mit einer Begründung, die die kühnsten Hoffnungen deS Staatsanwaltes noch überschreitet. Im erstinstanzlichen Erkenntniß hatte es durchaus logisch geheißen, der betreffende Arbeiter sei der Verbreitung der bei ihm vorgefundenen ver» botenen Schriften nicht schuldig, „möge er immerhin durch die Bestellung in der Schweiz die Ver» leger bestimmt haben, die Schriften nach Deutschland zu schicken und sie auf diese Weise zu verbreuen." Diesen Satz benutzt das saubere Rechtskllnfllerkollegium in Leipzig zu folgender Jesuiterei: „In ihre Bestandtheile zerlegt, führt die Stelle deS Urtheils zu der Annahme(!), daß der Arbeiter H. die Druckschriften zu einer Zeit, als sie verboten waren, bei den Verlegern in der Schweiz bestellt, und diese durch da? Mittel der Bestellung vorsätzlich bestimmt hat, die Schriften, obschon sie verboten, in Deutschland dennoch zu verbreiten; daß auch in der Versendung an den Arbeiter H. zu beliebigem Gebrauch ein einzelner Akt der Verbreitung zu Tage getreten ist, welcher sich nach§ IS des Gesetzes vom 21. Oktober 1878 als strafbar darstellt, weit die Verbreitung biS dahin, daß die Schriften in die Hand« des H. gelangten, sich forisetzte, also nicht blos im Auslande, sondern auch im Jnlande begangen wurde. Damit(uff I) sind die ThatbestandS» merkmale der Austiftung zur Verbreitung verbotener Druckschriften gegeben, also eines durch den Arbeiter H. begangenen Vergehens gegen§ 48 des Strafgesetzbuches und§ 19 de? Gesetzes vom 21. Oktober 1878." Soweit hatte jedoch die Rechtsgaunerei noch nichts Neues ausgeklügelt. Schon wiederholt haben in der Aera de? Schandgesetzes deutsche Ge» richtshöfe ähnliche Sprüche erlassen. Aber sie drangen damit nicht durch, es gibt— merkwürdig genug— immer noch Richter in Deuischland, die ein gewisses juristisches Schamgefühl besitzen, das sie abhält, den offenbaren Thatsachen direkt in'S Gesicht zu schlagen. Zu faden» scheinig ist die Argumentirung, daß der Besteller einer seit Jahren ver- breiteten Druckschrift der Anstifter der Verbreitung sei. Ist sie ja auch mit den ReichsgerichtSerkennwissen„aus früherer Zeit", wonach das Weitergeben einer verbotenen Druckschrift an eine einzelne Person, das gemeinsame Abonniren einer verbotenen Druckschrift, kein straf» bares Verbreiten im Sinne des Gesetzes seien, absolut unvereinbar. Aber was kümmert das das Reichsgericht? Es hat die Mission, Hand« haben zur Freiheitsberaubung mißliebiger Elemente zu fabriziren, und — geht es nicht mit logischen Gründen, so geht ei ohne solche und im Nothfall auch gegen alle Logik. Und das Reichsgericht in Leipzig gibt sich nicht mit Kleinigkeiten ab. ES will gleich ordentliche Arbeit verrichten. Will der Richter von dem Wegweiser zum Verurtheilen wegen Anstiftens nichts wissen, so stellt es ihm einen zweiten in den Weg mit der Inschrift: Wissentliche B e i h ü l f e.„Es könnte dann," so spitzfindelt es weiter,„in der Be- stellung je nach den näheren Einzelheiten zwar nicht eine Anstiftung (wirklich?), wohl aber ein wissentliches Hülfeleisten durch That oder auch(man merke wohl!) durch Rath enthalten fein, den Versendern gewährt, um ihnen eine Verbreitung unter der Adresse deS H. oder doch an ihn möglich zu machen." Und da jeder, der ein Blatt bestellt, seine Adresse oder— wie Exzellenz Putty— di« eines seiner„Freunde" einzusenden pflegt, so ist der Besitz einer verbotenen Druckschrist auf alle Fälle der genügend« Beweis dafür, daß er sich der A n st i f t u n g oder mindesten? der wissentlichenHülfeleistungder Verbreitung schuldig gemacht, was gemäß Artikel 48, bezw. 49 des Strafgesetzbuches nach den gleichen Grundsätzen zu bestrafen ist, die für die thatsächliche Verbreitung festgesetzt sind. Der Jude wird verbrannt— auf alle Fälle. „Aus alle Fälle? Aber wer sagt denn, daß der Besitzer einer ver« botenen Druckschrift dieselbe auch bestellt haben muß? Kann er sie nicht ohne Bestellung erhalten haben?" könnte ein in di« Grundsätze der modernen Rechtsprechung Uneingeweihter hier einwenden. Allerdings, aus alle Fälle. Denn auch für diese Möglichkeit, die sie ja des Oesteren an fich erfahren, haben die ehrenwerthen Väter der Gesellschaft— Mittel» städt vorgesorgt. Aller guten Dinge sind drei. „Bezüglich der etwa unbestellt an H. gelangten Druckschriften," heißt es schließlich,„wird zu erwägen sein, ob die U e b e r s« n d er sich eines Vergehen« gegen§ 19 de» Gesetzes vom 21. Oktober 187S und ob H. sich der Theilnahme an demselben schuldig gemacht habe; in letzterer Beziehung namentlich, welchen Anlast die unbekannte» Personen habe« konnten» die Druckschriften an H. zu übersenden Und ob(8 glaubhast erscheint, wenn dieser behauptet, daß ohne sein Wissen und Willen ihm die Druckschristen zugesendet worden seien." „Welchen Anlaß" rc. tc.! Das ist nicht mehr Kautschuk, der doch noch der Dehnung einigen Widerstand entgegensetzt, das ist der flüssigste Stoff, den es überhaupt geben kann. Die Kröte der Fabel, die im Leuchten des Glühwürmchens einen„Anlaß" findet, auf daffelbs loszu- fahren, ist danach glänzend gerechtfertigt, denn welche mißliebige Person wäre wohl nicht verdächtig, die Uebersendung verbotener Schriften an sie„wiffentlich" veranlaßt oder mindestens geduldet zuhaben? Schon die bloße Thatsache, daß jemand aus seiner ovvositionellen Gesinnung keinen Hehl macht, kann für die„unbekannten Verbreiter", die man nun einmal nicht packen kann, ein„Anlaß" sein, ihm die staatsumstürzende Waare ins Haus zuschicken, und somit zur strafbaren„T h eiln a h me an der Verbreitung" werden. Der Richter, der nun nicht verurtheilt, ist selbst reif für's Gesänzniß. „Das," schließt die„Frankfurter Zeitung", welcher das Verdienst ge- lührt, die Aufmerksamkeit des Publikums auf die reichsgerichtliche Lei- stung gelenkt zu haben,„ist die neueste Blüthe auf dem reichen Beete reichsgerichtlicher Rechtsprechung! dienstwonniglich wird sie vornehmlich den Staatsanwälten duften, die strebsam in Erfüllung ihrer Pflichten sind." Und, fügen wir hinzu, Früchte wird sie tragen, wie sie die privilegir- ten Staatsretter in ihren kühnsten Träumen nicht zu ahnen gewagt. Denn wer wollte daran zweifeln, daß es nunmehr aus ist mit der Sozialdemokratie, aus mit der Verbreitung des verhaßten, ohne Rücksicht auf die Konvenienzlügen der Monarchie geschriebenen„Sozialdemokrat"? In deutschen Schulen lehrte man bisher der heranwachsenden Jugend, wie die alten Germanen, empört über die rabulistischen Künste der römi- fchen Advokaten, nach der Schlacht im Teutoburger Walve d-nselben, wo sie ihrer habhast wurden, mit den Worten:„ Z i s ch, du N a t t e r!" die Zungen aus dem Hals geriffen hätten, und zwar als berechtigten Akt des empörten natürlichen Rechtsgesühls. Wir rathen, diese Geschichte in allen Volksbüchern zu unterdrücken, es könnten sich sonst ganz eigen- thümliche Gedanken aufdrängen. Man lebt schließlich nicht umsonst in einer Zeit, da die Rückkehr zu„deutscher Art und Sitte" von allen öffentlichen Tribünen herab gepredigt wird. Sozialpolitische Rundschau. Zürich,»4. September 1SS7. — Unsere Polizei, so schreibt man uns aus Deutschland, hat sich noch imnrer nicht von ihrer Verblüfftheit über die öffentliche Einladung zum sozialdemokratischen Partei- Kongreß zu erholen vermocht. Sie wähnte, mit Hilfe des Reichs- gerichts und deS Freiberger Urtheils die Kette des Sozialistengesetzes für ewige Zeiten um die verhaßte Sozialdemokratie geschlungen zu haben, und siehe da: e i n W o r t des Gefesselten— und klirrend ist die Kette zersprungen. Wozu nun die Reichsgerichts-Kniffe? Wozu die Freiberger Schmach? AlleS umsonst. Umsonst die deutsche Justiz prostituirt. Umsonst Deutsch- land vor aller Welt an den Pranger gestellt. Umsonst die schmutzige Selbstbefleckung! Wie Spinnweben ist das mühsam geflochtene Netz des Lugs und des Trugs zerriffen, und lächelnd spottet die deutsche Sozialdemokratie der verdutzten Schergen! Wie sie nur so dumm sein konnten! Man begreift es in der That nicht. Aber freilich, es ist ja immer so gewesen. Die gemeine Selbst- sucht im Bunde mit der Gedankenlosigkeit und der faulen Angst vor dem Neuen hat zu allen Zeiten solch kindische Versuche zur Fesselung deS voranschreitenden Menschengeistes herbeigeführt. Und da die Ge- dankenlosigkeit sich nicht belehren läßt, so kehrt sich dieses traurige Polizeivolk auch nicht an die Erfahrungen der Vergangenheit und wieder- holt stumpfsinnig die alten albernen Versuche. Feuilleton. «i Die sozialen Parteien und unsere Stellung zu denselben." Die Literatur über die soziale Frage wächst bergehoch, so daß es dem Einzelnen ganz unmöglich ist, allen ihren Erscheinungen zu folgen, selbst wenn Mittel und Zeit uneingeschränkt ihm zur Verfügung stehen. Das bekannte Bibelwort:„Viele sind berufen, aber wenige auierwählt" gilt auf keinem Gebiete mehr als aus dem der sozialen Literatur. Wenn neun Zehntel deffen, was die Druckerpressen verläßt und mit dem An- spruch, als soziale Weisheit zu gelten, auf den Markt tritt, ungedruckt blieb«— die Welt verlöre nichts daran. Diese Art geistiger Produktion hat mehr einen symptomatischen als lite- rarischen Werth; sie ist symptomatisch, weil sie daS Göhren und Drän- gen der Geister verräth, die sich durch die soziale Bewegung angeregt fühlen, und die Aufregung anzeigt, welche die weitesten Schichten der Gesellschaft ergriffen hat. Unmittelbar vor dem Ausbruch der Refor- mation und der großen französischen Revolution machten ähnliche Er- scheinungen sich geltend, und so werden auch diesmal die Wirkungen ähnliche, die Folgen aber werden, entsprechend der total veränderten Bühne, dem anders gearteten Charakter und der weit größeren Zahl der Akteure wesentlich verschieden sein. Wie 1517 und 1525 sich von 178S und 1793 unterschieden, so auch das künstige Weltdrama von dem letzteren. Die Erregung ist also da, und sie macht sich in zahlreichen literarischen Produktionen Luft, alle dazu bestimmt, dem geschichtlichen Werdeprozeß einen Anstoß nach rechts oder nach links zu versetzen, da das kleine Renschlein nun einmal von dem Glauben nicht ablaffen kann, daß er nur des archimedischen Punktes bedürfe, um dem Weltenrad die Schnel- ligkeit seiner Umdrehung vorzuschreiben. Vor Allem ist es das stetige, dem beständig um eine Insel steigenden Waffer zu vergleichende Wachsthum der Sozialdemokratie, das die alt« Gesellschaft aus Rand und Band bringt und sie veranlaßt, nach Abwehr, nach Hilfs« und Rettungsmitteln zu suchen. Jeder schleppt herbei, was Sein Verstand ihm eingibt, da aber jeder nur auf Rettung des Bestehen- >e» bedacht ist und jeder das für das Wichtigste hält, waS seinem Jnter- essenkreis, der in der Regel auch sein Jdeenkreis ist, am nächsten liegt, entsteht durch alle diese Borschläge eine Art babylonischer Sprachenver- wirrung: man kommt vor lauter Vor- und Rathschlägen zu keinen Hand- lungen. Mittlerweile aber steigt die Fluth Schritt vor Schritt, über« schwemmt die Insel Stück vor Stück, bis mit der Unterspülung des letzten Dammes der ganze alte Bau in sich zusammenstürzt, den Boden für ein neues Gebäude freimachend. Diese und ähnliche Gedanken überkamen uns, als wir daS von Kon- rad Wilhelm Kambli, Pfarrer in St. Gallen, verfaßte, im Verlag von Huber u. Cie. in St. Gallen erschienene voluminöse Buch lasen, das als Titel die Ueberschrift dieses Artikels führt. Kambli hat, wie er in der Vorrede angibt, sich fest Jahrzehnten mit sozialen Studien „vom christlichsitilichen Standpunkt aus" befaßt, auch Vorträge über soziale Thematas in verschiedenen Städten der Schweiz, ferner in Straß- bürg, Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt, Worms gehalten; auch hat er auf dem Reformtag in Murten(Juni 1834) das Referat über das Thema„Die Stellung des freien Christenthums zu den sozialen Par« teien" gehabt. Dieses Referat gab die nächste Anregung zu dem vorliegenden Buch, das in der Hauptsache sich als eine Kompilation der literarischen Auslassungen aller möglichen sozialen Parteien und Schriftsteller darstellt und daher, wie der Verfasser selbst zugesteht, vielfach einen mosaikartigen Charakter hat. Der Verfasser läßt, wie er angibt, mit Vorliebe die ver- schiedenen Autoren selbst sprechen, well dies zur Orientirung jener Leser diene, die wegen Mangel an Zeit das Studium der einschlägigen Lite- ratur nicht vornehmen könnten. Genug— unsere Polizei steht heute— nach gut 14 Tagen— voll- kommen starr da, wie das Milchmädch-n der Fabel, dem der Topf, auf den es all seine Hoffnungen gesetzt, plötzlich in Stücks zerbrochen. Ein Hoffnungsstrahl kam ihr nach dem ersten Schreck:„Das Ganze ist nur eine Finte— die Einladung eine Komödie, und die Tagesord- nung eine Kulisse, hinter der die Geheimbündelei sich versteckt. Drum flugs die Spitzelarmee mobil gemacht, die Verschwörer beim Ver- schwörungswerk ertappt— und wir haben den schönsten Geheimbunds- prozeß von der Welt, so daß der große Butzenmann Putty vor Ver- gnügen an die Decke springen und in der bekannten unnachahmlichen Pose vor die staunende Menschheit hintreten und ihr verkünden kann: Ihr habt mich lange verlacht, lang« nicht an meine Größe glauben wollen— jetzt könnt Ihr nicht mehr zweifeln— ich habe die Gesell- schast gerettet! Ich bin ein großer Mann— ancd' io sono— nun was? Zwar nicht ein Rafael seacalnm von sst pictnm), aber das größte Polizei-Genie meines Jahrhunderls. Was, meines Jahrhun- derts? Rein, aller Jahrhundertel" Ach, es wäre ja so schön gewesen— ach, es hat nicht sollen sein! Der arme Putty ist um seinen Lorbeer gekommen, trübselig flattert der gelbe Ziegenbart im Winde, und die verlockenden Aussichten auf einen Riesenfang und einen Riesenprozeß sind wie ein Nebelbild in der Lust zerflossen. Diese abscheulichen Sozialdemokraten haben all die schönen Hoffnungen durch«in einziges Wort zerstört: sie wollen öffentlich tagen, öffent- lich— nicht vor Putty's Spitzeln, aber vor Männern von Stel- l u n g und allgemein geachtetem Namen, so daß sür die Polizeiromans der Jhring-Mahlow und Konsorten kein Raum ist. Wenn es auch gelingt, einen beliebigen Jhring-Mahlow oder mehrere in den Parteitag hineinzuschmuggeln, was nützen ihre pflichteifrigsten Enthül- lungen, wenn unparteiische Männer von angesehener Stellung und makel- losem Ruf vor Gericht hintreten und sagen: Die Kerle haben gelogen! Gibt es ein deutsches Gericht, das einem Mann von angesehener Stellung und makellosem Ruf weniger Glauben beizumessen wagte als einem Spitzel, und wäre er der bestempsohlene Vertrauensmann des Puttkamer? Soweit sind wir selbst in Deutschland noch nicht gekommen. Neulich erst hat das Altonaer Gericht seiner Verachtung sür Spitzel scharfen Ausdruck geben, und das Reichsgericht sogar hat noch immer lieber zu den elendesten Rabulistereien seine Zuflucht genommen, als den Schimpf auf sich zu laden, als glaube es einem Spitzel, heiße er Horsch. Jhring- Mahlow, oder wie die„Pflichtgetreuen" deS Puttkamer sonst heißen mögen. Also das Spiel ist durchkreuzt, und der unglückliche Putty mit seiner geschlagenen Polizei wird thun müssen, was andere Menschen unter ähnlichen Verhältnissen zu thun haben: er wird geschehen lassen, wasernichtändernkann. Im Allgemeinen ist das Vorgehen der Sozialdemokraten vom Publi- kum sehr günstig aufgenommen worden. Mit Ausnahme notorischer Polizeiorgane— und selbst diese haben meist, wenn auch nur indirekt, die Unanfechtbarkeit der Einladung zugeben müssen— hat die gesammte Presse das Versahren der Sozialdemokraten gebilligt, die Korrektheit desselben anerkannt, und verschiedene gegnerische Blätter haben es sogar ausgesprochen, daß daS Tagen eines sozialdemokratischen Kongresses im öffentlichen Interesse liege. Trotzdem er noch nicht stattgefunden, können wir doch schon jetzt fest« stellen, daß der Kongreß der deutschen Sozialdemo- kratiegelungenist. Die deutsche Sozialdemokratie hat ihren Feinden einen betäubenden Schlag versetzt— sie hat den Vortheil deS Erfolgs für sich— um so mehr, da dieser Erfolg«in moralischer Triumph ist. Ja, ein moralischer Triumph! Und die Polizei fühlt das sehr wohl. Der einzige Polizist, der es vielleicht nicht fühlt, ist unser brave Putty. Und der kann ja nichts dafür. Bedecken wir ihn mit dem Mantel deS Mitleids! — Heilig ist da» Eigenthum. Die Firma Brockhaus in Leipzig ist dieser Tage in Berlin in zweiter Instanz mit einer Klage gegen den Schriftsteller W. Lange, Redakteur der„Deutschen Wir wollen dem Verfasser das Zeugniß ausstellen, daß er in der Zitirung der Autoren möglichst unparteiisch verfahren ist, es versteht sich aber von selbst, daß der Leser trotzdem auf solche Weise kein objektives Bild der Bestrebungen der verschiedenen Parteien erhalten kann. Auch sind theilweise die Quellen, nach denen zitirt wird, von sehr Zweifel- haftem Werth. So wenn Kambli zur Beurtheilung des Nihilismus eine längere Stelle aus W-ber's„Allgemeiner Weltgeschichte" anführt, die überhaupt mehrfach als maßgebende Stimme über Personen und Par- teien herhalten muß, dazu aber unseres Erachtens ebenso wenig zu ver- wenden ist, wie ein Brockhaus'sches oder Meyer'sches Konverfations- Lexikon. Sehr kärglich in der B-urtheilung sind auch die englischen Ge- werkvereine und die amerikanischen Ritter der Arbeit weggekommen, wohingegen den christlich-sozialen Bestrebungen und ähnlichen Strömungen in Deutschland über Gebühr Beachtung geschenkt wurde. Das ergibt sich allerdings aus der Stellung deS Verfassers als Pfarrer. Neu war uns auch, John Stuart Will als sozialistischen Schriftsteller aufgeführt zu finden, wie denn überhaupt gegen die bezüglichen Rubrizirungen ver- schiedener Autoren sich sehr begründete Einwendungen machen ließen. Doch dies ist alles Nebensache, die Hauptsache ist die Tendenz deS Buchs, der Standpunkt des Verfassers. Wir haben es zur Abwechslung einmal mit einem„freisinnigen Protestanten" zu thun, im Gegen- satz zu den orthodoxen protestantischen oder ultramontanen Geistlichen, die bisher fast ausschließlich die Wortführer in der religiös-sozialen Be- wegung waren. Wie bei diesen ist aber auch nach Kambli„die soziale Frage innerlich«ins mit der religiösen", fie fließe mit dieser zusammen, ja fie sei„ihrem innersten Kern nach" die religiöse Frage, eine Behaup- tung, die allen Thatfachen widerspricht, und zu welcher wir nur die Achsel zucken können. Wäre beides eins, die eine nur durch die andere zu lösen, wie beantwortet sich dann die Frage» daß das Christenthum in 18 Jahr« Hunderten die soziale Frage nicht ,u lösen vermocht-, so krampfhafte Versuche es in allen Jahrhunderten machte, soziale Fragen in feinem Interesse auszunutzen? Alle Versuche, die soziale Frage auf dem Boden des Christenthums zu lösen(so der kommunistische J-suitenstaat in Paraguai, die kommunistischen Sekte« des Mittelalters und der Neu- zeit), haben bewiesen, daß die soziale Frage durch die Religion nicht zu lösen ist, und die tiefgehenden Differenzen, religiöser wie sozialer Auf- fassung, die innerhalb der patentirten Bekenner deS Christenthums vorhanden sind und unter ihnen jede« gemeinsame Vorgehen, jede Einigung unmöglich machen, sollten jedem halbwegs klarblickenden Geist zeigen, daß hier sehr weltliche Jnteressenfragen, die nur unter religiöser Maske sich verstecken, die entscheidende Rolle spielen. Da« Christenthum hat sich biSh-r unfähig zur Lösung der sozialen Frage gezeigt, und eS wird sich mit jedem Tag« der Entwickelung nur unfähiger erzeigen. Jeder Tag schärft mehr die Gegensätze, bringt die wahre Natur der sozialen Frag- alS einer«lassenintereffenfrage schärfer zum Vorschein und zerreißt so immer mehr dm Schleier, dm Phrasen- thum und Gefühlspolitik jeder Art oder absichtliche Täuschung über fie zu verbreiten suchtm. Wer nach all den zahlreichen, klar vor Augen liegenden Thatfachen, welch« da» Verhalten der herrschenden Klassen, der Kirche und der Regierungen der Arbeiterklaffe gegenüber täglich liefert, noch an die Möglichkeit einer Aussöhnung der bestehenden Klassmgegm- sätze glaubt, mit dem ist nicht zu rechten, der ist mit unheilbarer Blind« heit geschlagm und mit unzerstörbaren Jllufionen behaftet. Ueberall sehen wir die Vertreter des Christenthums, des katholischen wie deS protestantischen, die orthodoxe wie die sogenannt« freisinnige Richtung— letztere ist überhaupt nur sporadisch vertretm und ist in keinem Staate und iu� keiner Kirche von irgendwie hervorragendem Einfluß— mit den Vertretern des Klassenstaats und der Klassenherrschaft Hand in Hand gehen, und bei allen Knebelungen der Arbeaerklusse bereitwilligst Handlangerdienst« verrichten. ES kann nach alledem auf un» nur erheiternd wirken, wenn Kambli schreibt:„Wie nach der Sage jener Abgrund in Rom stch erst schloß, als ein edler römischer Bürger in voller Rüstung stch als Opfer hineinstürzt«, so wird auch die Kluft»wischen Arm und Reich sich erst schließen, wenn die Besitzmden im Stande find, nicht blos das ihrige, sondern fich selbst den Armen hinzugeben, die Schranken, welche im Fühlen und Dmken, und darum im ganzen Benehmen fie von«inander Schriftstellerzeitung", abgewiesen worden, trotzdem letzterer sie„Urb et- treter des siebenten Gebotes" genannt, und ihr„llnvev frorenheit, um nicht zu sagen Unverschämtheit und Frechheft" vorgeworf«! hatte. Der Klage lag folgender That bestand zu Grunde: Die Firma F. A. Brockhaus hatte in einer von ihr herausgegebmei Sammlung spanischer Werke auch f i e b e n W e r k e des in seinem Vater lande hochgeschätzten Dichters Trueb, in der Ursprache zum Ab druck gebracht, damit große Geschälte nach den spanisch sprechende» Ländern des südlichen Amerikas gemacht, dem Dichter selbst aber keine» Pfennig Honorar bezahlt. Einsp äteres Werk brachte nun i» Gestalt eines offenen Brieses an die Firma Brockhaus einen Schmerzen» schrei des um die Frucht eines langjährigen, mühseligen Wirkens uiü Schiffens gebrachten Dichters, und als die Frage des Abschlusses einer Literarkonvention mit Spanien auf der Tagesordnung stand, druckte di> „Deutsche Schriftstellerzeitung" jenen wehmüthigen Echmerzensschrs Trueba's ab, um damit die Rothwendigkeit einer solchen Konvention z> erweisen. Durch diesen Brief nun, der die oben zitirten Sätze, letzteren sog« wiederholt enthielt, fühlten sich die Herren Eduard, Rudolf und Alber! Brockhaus beleidigt und strengten die Privatklage an. Das Schöffe» gericht hatte seinerzeit auf Freisprechung erkannt, weil es überzeugt war, daß den Angeklagten nur eine gute Absicht geleitet habe und demselbe» der Schutz des§133 voll zur Seite siehe. Das Schöffengericht hat» mit dem Angeklagten die Han dlungsweise der Kläger für sittlich v«r> werflich erachtet und gemeint, daß es unmoralisch sei, sich das geistig Eigenthum eines anderen anzueignen, auch wenn demselben das objekti» Recht keinen Schutz gewährt. Di« Strafkammer VI» des Berliner Landgerichts stellte sich durchs« auf den Boden dieses ersten, sehr vernünftigen Erkenntnisses und« kannte auf Verwerfung der Berufung. Bis soweit wäre die Sache für unS von keinem besonderen Jntereffl der literarische Diebstahl ist schließlich nur eine Form der allgemein bi triebenen Ausbeutung der Arbeit— der geistigen wie der körperliche» Was uns veranlaßt, ihrer zu erwähnen, ist, daß die Herren Brock hau« eifrige Macher der Ordnung»Partei, der patentirt« Vertreterin des Patriotismus, und Retterin des bedrohten Eigen thums sind. Ein Mit ilied der Firma ist wiederholt in Sachsen als Ka» didat der Ordnungsmischmaschpartei aufgetreten. Nun, der Patri» tismus der Herren Brockhaus hat durch die russische, und des Pro fitS halber politisch russifizirte Ausgabe ihres KonversationSlexiko« die beste Beleuchtung erfahren, sehen wir jetzt, wie es um ihre Achtu» vor dem E i g e n t h u m, vor den Früchten fremder Arbeit steht! Schüchtern sind die Herren weder hier wie dort, aber dafür sind ß um so empfindsamer. Stehlen ist angenehm, wenn'S was einträgt, ab« fich den Diebstahl vorwerfen lassen— pfui l da klagt man. Bismarl das Musterbild jedes wohlgesinnten Deutschen, würde ganz ebenso Handel Aber, es gibt noch Richter in Berlin— wenn der Beleidigte n« Bismarck heißt. Und so fielen die Herren Brockhaus verdienlermaß ab. Einen Trost gab ihnen der Angeklagte auf den Weg. In der Klaj beantwortung verlas er aus eine m Buch folgende Stelle über den Ra druck: „Nachdruck wird jene liter arische Freibeuterei genau» welche mit Verhöhnun g de S Rechts und der Sitten d« auf ausgeht, da zu ernten, wo an der« fäeten. Das Gewerbe de« Rai druckers ist eine mala Ms begangene Schlechtigkeit, auf ihm ruhi die öffentliche Schmach und die öffentliche Verachtuni das Gewerbe ist ehrlos und unmoralis ch." Das Buch, in welchem solches steht, ist— der Band eines K o nv eo sationslexikons, das er schienen ist im Verlage der berühmt» Firma W. A. BrockhauS. Die öffentlicheV erachtung den gewerbsmäßigen Nachdrucker» — Zur Rechtspflege des Militärstaat». Ran schreibt unS o« Halberstadt: Eine Angelegenheft, die zwar unsere Partei nicht direkt berührt, aber von allgemeinstem Interesse sein dürste und als Warnung solche dienen kann, denen die schönsten Seiten des Militärstaats iw< nicht genügend bekannt sind, möchte ich zur öffentlichen Kenntniß bring« Vier Handschuhmachergehülfen und ein Lehrling sahen von ihrer Wer statt aus, wie aus dem benachbarten Kasernenhofe ein Kürassier„vo« trennen, niederzureißen." Nun ja, es ist möglich, daß ein einzelner Ph<» tast oder sagen wir, wenn dies besser klingt, ein einzelner Ideologe d« sagenhafte Beispiel des römischen Ritters nachahmt und sich opfert, Wahne, Unmögliches möglich zu machen, aber eine ganze Klasse wahrt ihr Lebens- und Selbsterhaltungstrieb vor solcher Selbstaufops rung, solchem Selbstmord, sie wird lieber im Kampse untergehen, d das opfern, was nach ihrer Ansicht ihr das Leben allein wünschenswest und begehrenSwerth macht. Ran muß vor dem ges chichtlichen Entwick lungsprozeß gewaltsam die Augen verschließen und muthwillig die Net< kappe über die Augen ziehen, um sich solchen Jllufionen hingeben können. „Der Sozialismus wird christlich sein oder er wird nicht sein," r» Kambli, die Christlich-Sozialen Englands zitirend, emphatisch au». D Sozialismus hat stch erlaubt, in der Welt zu erscheinen, ohne das Ci stenthum zu fragen, er ist in der einzigen Form von entscheidender! deutung, in der Sozialdemokratie, in direktem Gegensatz zum Christ« thum erwachsen, er wird sich auch weiter entwickeln und zum herrschend« System gelangen, ohne daS Christ enthum als Krückstock zu gebrauchen. Das Christenthum thut dem So zialiSmus gegenüber nur,«aS es all neuen Zeitströmungen gegenüber bisher gethan hat: es sucht sich sei« zu bemächtigen und ihn zu fälschen. Erkennend, daß eS siegreich nb gegen ihn ankämpfen kann, versucht es, ihn zu korrumpiren, und da st dies nicht gelingt, trftt es als sein Todfeind auf und ist bestrebt, mit allen Mitteln zu vernichten, zu welchem Zweck eS sich wie imn» zur dienenden Magd der herrschenden Klassen hergiebt, die ihrersefts' ihrem Verzweifiungskamps gegen den Sozialismus seine Bundesgenosse' nicht entbehren können. Der„Kulturfriede" in Deutschland zwischen d« protestantischen Kaiser und dem römischen Papst zeigt das schlagend U« deutlich. Das Christenthum hat sich bisher allen herrschenden Strömung« akkommodirt sangepaßt). Um das Heidenthum zu verdrängen, nahm« heidnische Sitten und heidnische Gebräuche in seinen Kultus auf. ZC AuSgangS des Mittelalters die fortschreitende Kultur das Bürgerth» als maßgebende Klasse erscheinen ließ, suchte es sich durch die Reform tum den Herrschastibedingungen der neuen Klaffe anzubequemen; wurde„freies Protestantenthum" unter der modernen freigeistigen Boll geoisie, ist orthodoxes Muckerthum unter Junker- und Aristokratenhe« fchaft und blieb starr ultramontan für alle rückständigen Gesellschaft schichten und Völkerschaften. So entspricht es in allen seinen Abstufung' den Herrschaftsbedürfnissen der maßgebenden Klassen, und«S kann natv gemäß nicht mit einer Bewegung fympathistren und von ihr auf günstü Aufnahme rechnen, die allen Formen der Herrschaft und Knechtschaft b» Krieg erklärt und ihnen ein Ende vorbereftet.. Kambli will freilich von dem ganzen dogmatischen Christenthum nilp wissen, er begreift und gibt zu, indem er die bekannte Uebersetzung r« Aoes Guyot und Sigismund Lacroix:„Die wahre Gestalt de S Christ«! thums" krftifirt, daß die Sozialdemokratie alle Ursache habe, dies' Christenthum zu hassen und zu bekämpfen. Aber nach seiner Meimck schüttet fie das Kind Mit dem Bade aus; was die Sozialdemokratie» Christenthum bekämpft, ist nach ihm kein wahre» Christenthum, daS 1 siarres Dogmenthum, Buchstabenglaube, ein« Art Götzendienerei. D« „wahre Christenthum" repräsentirt nach ihm allein der„freisinnige P» testantismu»", dieser ist die„wahre Religion", der Repräsentant dss „echt christlichen Geistes", der die Welt erfüllen und die Gegensätze ihr zur Aussöhnung bringen soll. Ganz abgesehen davon, daß so la» es Interessengegensätze und Klassenkämpfe innerhalb der Menschheit g« diese Gegensätze und Kämpfe nie durch Gefühle ausgeglichen wurde und alle herrschenden Religionen stet» nur ein Mittel zur Aufrel? erhaltung des bestehenden SozialzusiandeS waren. Wir fragen: Ist d» Christenthum, das Kambli vertrftt, überhaupt noch Christenthum? (Schluß folgt.) Regiment Bismarck" furchtbar gemißhandelt wurde. Derselbe sollte reiten lernen und benahm sich dabei etwas ungeschickt, was den Unteroffizier »eranlaßte, mit der langen Reitpeitsche wiebeseffen auf ihn loszuschlagen. Ali der Soldat mehrfach vom Pferde gefallen war und mit Hülfe an- derer Soldaten wieder auf daffelbe gefetzt worden, ging die Malträtirung weiter. Die Handschuhmachergehülfen, junze Leute, welche die Geheimniffe Unserer heutigen Rechtspflege noch nicht kannten, schrieben— empört über die wahrgenommene Menschenschinderei— an das Kommando des 7. Küraffierregiment«, mit ihren fünf Unterschriften bezeugend, was sie wahrgenommen. Einige Wochen darauf erhielten sie sämmtlich Anklage wegen wissentlich falscher Denunziation, worauf Ge- fängniß nicht unter 1 Monat bis 8 Jahren steht. Auch kann auf Ver- lust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden. Im Verhandlungstermin beschworen 1) der Unteroffizier: er habe den Soldaten nicht geschlagen, 2) der Soldat selbst, er sei nicht geschlagen worden, 8) mehrere Küraffiere. die dabei gewesen, sie hätten nicht gesehen, daß der Soldat geschlagen worden. „Es steht mithin fest," erkannte das hiesige Landgericht,„daß die Handschuhmacher aus sozialdemokratischem Jntereffe falsche Anschuldi- gungen gemacht." Mithin erhielt Jeder, mit Ausnahme des Lehrlings. der sich der Strafbarkeit nicht bewußt gewesen, 2 Monate Gesängniß. Hätte nur Einer die Eingabe unterschrieben und die Andern als Zeugen angegeben, so hätte ihnen dieses schwerlich paffiren können. Geholfen hätte es aber auch nichts. Der Reichstagsabgeordnete Grad ist bekanntlich wegen Beleidigung der deutschen Armee-Zahlmeister verurtheilt.„Bon Rechtswegen," obgleich «S ein offenes Geheimniß ist, daß der reellste Zahlmeister kein Liefe- rungsgefchäst abschließt, ohne sich dabei 1—2 Prozent Rabatt zusichern. Etwas zu grob haben es die Quartiermeister des hiesigen Küraffierregi- tnents gemacht. Seit Renschengedenken treiben die hiesigen Quartiermeister ein lukratives Geschäft mit alten Stiefeln, Hemden und Uniformen. Der Eine derselben schloß aber etwa um Ostern dieses Jahres mit einem Handelsmann ein großes Kaffageschäft ab, der letztere fuhr mit einem Wagen und zwei Pferden Nachts auf den Hof der Regimentskammer Und die ganze Kammer wurde ausgeräumt. Morgens machte sich der Ouartiermeisier aus dem Staube, seine Kollegen und der Handelsmann aber gingen auf's Zuchthaus. Gin Infanterist ist, weil er daS Lied gesungen:„Ich brn Soldat, doch ward ich e» nicht gerne," zu 6 Monaten Festung kriegsgerichtlich ver- vrthellt worden. — Auch die Steinklopfer find überflüfiig getvorden. Wir lesen in der Wiener„Gleichheit":„Bis jetzt wurde die edle Beschäs- tigung des Steineverkleinerns für eine so nützliche und brauchbare Ar- beit gehalten, daß die königl. preußischen oder muckerisch Pastoralen Serpfle�unzsstationen für arme Reisende in Deutschland sammt ihren österreichischen Nachahmern den müden Wanderer entweder einen Vor- »ath Holz spalten, oder einen Haufen Steine klopfen ließen, ehe sie ihm die„Wohlthat" der Quartiers und des Bettlermahles gönnten. Weint jetzt, edle Seelen, und seht Euch nach einer anderen„paffenden Be- schüsligung" für den stellenlosen Proletarier uml Denn über eine S t e i n s ch l a g- M a f ch i n e, die auf einer im Bau begriffenen Chauffeestrecke gegenwärtig in Thätigkeit sich befindet, wird Folgendes derichtet: „Bisher war ei nur in Steinbrüchen, wo das Material werthlos, die Arbeitskräfte dagegen sehr theuer sind und eine maschinelle Anlage vollkommen stationär gemacht werden konnte, möglich gewesen, sich der Maschinenkraft zum Steinschlagen zu bedienen. Mit der in Rede siehenoe» Maschine scheinen die großen Schwierigkeiten, welche sich der direkten Verwendung einer solchen auf der Baustelle ent- gegenstellten, überwunden zu sein. Die Dampsmaschine arbeitet gewöhnlich mit 30 Pserdekräften, dieselbe kann aber um mehr als das Doppelte gesteigert werden. Die Maschine ist Selbstfahrer und im Stande, die schlechtesten Wege wie die kleinsten Kurven, welche über- Haupt für Pferde und Wagen noch paffirbar sind, anstandslos zu durchfahren. Der Berichterstatter war Zeuge, wie die härteste n schwarzen Steine, von der Größe gewöhnlicher Bausteine, in den Apparat geworfen wurden, und wie die Maschine in 3'/, Minuten etwa'/, KubikmetertadellosenSteinschlag lieferte. Wie jede Neuerung, hatte auch diese Maschine mit starken Borurtheilen zu kämpfen, heute aber, nachdem einzelne Theilstrecken, theils von H a n d s ch l a g, theils von Maschinenschlag hergestellt worden, ist man über die Qualität einig. Bei dem Befahren der mit Maschinenschlag hergestellten Strecken hat man das Gefühl, als vb der Wagen auf einer ASphaltbahn rollte. Es ist dieses wohl zum größten Theile dem Umstände zuzuschreiben, daß der Maschinen- schlag ohne irgend welche Mehrkosten beliebig klein gehalten werden kann, waS bei dem Handschlag bekanntlich nicht der Fall ist: der oftmals recht bedeutend größere Schlag aber gibt dann eine weniger dichte und niemals ganz glatte Steinbahn." Die Maschine arbeitet billiger und besser als Menschenwerk— was willst Du mehr, bestes Kapilalistenherz? Das genügt, um Dich wit der Zeit überall dazu zu veranlaffen, die Steinklopfer zu beurlauben, durch ihren Zuzug die Reservearmee der Beschäftigungslosen noch mehr zu vergrößern und die neue Maschine an ihre Stelle zu setzen. So geht es unaufhaltsam vorwärts mit der kapitalistischen Entwicklung! Immer größere Arbeiterschichten, die bisher abseits von der sozialistischen Bewegung standen, werden durch die Maschine brotlos gemacht und »evolutionirt. Uns kann es recht sein! Wir und alle Kameraden werden die neuen Zuzügler mit offenen Armen empfangen. Jeder größere Lau, der gegenwärtig in Wien vorgenommen wird, zeigt dem Borübergehenden, wie statt der ehemaligen, sehnigen Backsteinwerfer schwächliche, bleiche Knaben neben den Ziegelsteinhaufen stehen und das Material mit einem kurzen Handgriff in die Auswindmafchine legen, welche die Steine bis zum obersten Stockwerk besördert. Macht die Augen auf, Philister, wenn Ihr an den Bauplätzen des neuen Rath- Hauses vorübergeht, und lest in den elenden Zügen der Knaben das Schicksal Eurer Gesellschaft! Aber Euch beschäftigen lieblichere Bilder, wenn Ihr durch die Straßen schlendert— blind wie immer laust Ihr Eurem Untergange entgegen. — Muth ist eine schöne Eigenschaft, aber— vorficht ist der Tapferkeit bcfierer Theil. Wir lesen m der„Berliner Volkszeitung": „Nach dem Berichte des„Deutschen Tageblatts" über die Ankunft des Fürsten Bismarck in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag waren auf dem hiesigen«nhaltischen Bahnhofe von Eisenbahn- und Poli,eibehörden ganz ungewöhnliche B o r si ch t s m a ßregeln gettoffen, unter denen das übrige reisende Publikum leiden mußte. Fürst Bismarck kam mit dem fahrplanmäßigen Schnellzuge. Nun berichtet das genannte Blatt:„In den von zw ei Lo ko m o tiv e n gezogenen Drain war der Salonwagen des Fürsten Bismarck deinaheamEndeeingereiht. Bei Ankunft des Zuges in Berlin wurde der Perron abgesperrt und von den Paffagieren durfte Niemand aussteigen, bevor Fürst Bismarck die Halle derlassenhatte."... Der Mann von Blut und Eisen, der mit Seelenruhe Kriege au- zettelte, die Hunderttausenden das Leben kosteten, ftrnd Alexander III., der unumschränkte Despot über achtzig Millionen Menschen, zitternd an allen Gliedern, wenn sie sich aus ihrer doppett und dreifach beschützten Behausung wagen— das ist die blutigste Sattre, die über die beiden geschworenen Feinde der Völkerfreiheit versaßt werden könnte. Daß doch Grausamkeit und Feigheit immer Hand in Hand stehen! — Bom Jungen Wilhelm erzählt ein deutsches Klatschblatt, die „Potsdamer Nachrichten", folgenden Ausspruch, der die erhabene Ge- Innung diese« Gottesgnadenfrüchtchens zum vollendeten Ausdruck "�Vor Kurzem kam Prinz Wilhelm in die Jnstruktionsstunde und rich- tet« an die Husaren die Frage, wa» sie thun würden, fall« sie rn einer Kneipe säßen und hörten, daß Jemand über das Reich schimpfe oder sich unehrerbietig über den«aiser äußere? Der Ein« antwortete die«, d-r Andere jene«, bis schließlich Prinz Wilhelm sagte:„Wissen Sie, wai ich thun würde? Ich würde den Kerl einfach rauSwerfen. Zum'Rauswerfen gehören bekanntlich Zwei, und so könnte der ge»st- »nche Jüngling, der sich mit der Hoffnung schmeichelt, derernst über das deutsche Volk zu herrschen, wenn er es versuchen sollte, seine brutal- Anweisung selbst zu befolgen, gelegentlich recht üble Ersahrungen machen. Indeß er wird dies wohl hübsch bleiben lassen und sich aufs D e n u n« zir e n beschränken, in welch edler Kunst der Held von NowaweS— wo das Prinzchen beim Anblick eines rothen Schnupftuches halb ohnmächtig wurde und die Polizei um Verhaftung des Inhabers ersuchte— ja schon so erstaunliche Leistungen abgelegt. Feige, flegelhaft, verroht— die Jugend der Bourgeoisie kann auf den Jungen von Gottes Gnaden stolz sein. Er ist ihrer würdig. — Unter sehr wnnderbareu Umständen, schreibt man uns aus Berlin,„hat in voriger Woche beim Unterstaatssekretär Grafen Herbert von Bismarck, ein Diener sein Ende gefunden. Der« selbe, Wegener mit Namen, verspürte öfter Lust, in seines Herrn Klei- dern einen sogenannten„wilden Mann" zu machen und wurde darüber von Herbert zur Rede gestellt. Die etwas scharfe Szene spielte sich in einem der gräflichen Zimmer unter vier Augen ab. Plötzlich er- tönte ein Schuß. Den herzueilenden Bedienten wurde nun gesagt, der Mann Habesich erschossen. Seine näheren Bekannten wollen jedoch noch nie einen Revolver bei ihm gesehen haben, auch trauen sie ihm eine solche That in keiner Weise zu. Aber er ist todt. und kein Mensch ist in der Lage, festzustellen, ob sich die Sache wirklich so oder anders zugetragen." Nun, das fragt sich noch; jedenfalls wäre eine amtliche Unter- s u ch u n g sehr am Platze gewesen. So bedingten Werth wir einer sol- chen unter den obwaltenden Umständen auch beilegen, oder vielmehr, so geringe Resultate in Bezug auf die Ermittelung der W a h r h e i t wir von ihr erwarten, so stellen wir doch hier, da in Deutschland sich kein Organ dafür zu finden scheint, in unserer Eigenschaft als natürlicher Anwalt aller Entrechteten die Forderung auf strengste Untersuchung. Wir wissen, daß die Sippe Bismarck sich heute viel in Deutschland her- ausnehmen darf, aber daß ihre Angehörigen ungestraft m o r d e n dürfen, — und wenn's auch nur nach dem allerhöchsten Vorbild des Prinzen Karl wäre, das bliebe doch erst festzustellen. Vielleicht findet, nachdem wir die Sache angeregt, doch jetzt irgend ein unabhängiges deutsches Blatt den Muth, ihrer zu erwähnen. Wo nicht, so werden wir immer wieder darauf zurückkommen, denn wir sind nicht gesonnen, es zu dulden, daß kein Hahn danach kräht, wenn ein Prole- tarier von einem Adelsprotzen ermordet wird. — DaS Glück der Freigelassene«. Alles in Betracht gezogen, so schreibt ein Korrespondent aus Kentucky, haben die Weißen durch Aufhebung der Sklaverei nur gewonnen. Vor dem Kriege mußte der Mann, der einen Sklaven miethete, von Doll. 1S0 bis Doll. 200 per Jahr bezahlen, und nicht nur die Kost, Kleidung und Pflege liesern, fondern auch alles Risiko übernehmen, als ob er den Sklaven selbst eignete: jetzt kann er die besten Farmarbeiter fürDoll. 10 per Monat erhalten, und der Riethling hat für seine Lebens- bedürfnisse selbst Sorge zu tragen. Als Beispiel diene ein Großgrund- besitzer in der Nachbarschaft der Stadt. Vor dem Kriege besaß und be- schäftigte derselbe zwanzig Neger und bei Eintritt des Winters hatte er beinahe nichts für die Leute zu thun, er mußte jedoch die Leute ver- pflegen uns müssig liegen lassen, da nur etwas Reparatur an Haus und Zäunen neben der Viehfütterung zu besorgen war. Jetzt beschäftigt er dieselbe Anzahl Leute, aber nur während des Sommers: auch einige Wenige zur Verrichtung der Winterarbeit. Derselbe theilte dem Korrespondenten mit, daß er aui seiner Farm grade so viel erzielt, wie vor zwanzig I ihren, aber nur die Hälfte der damaligen Auslagen hat. Dies ist mit allen Farmern im Staate der Fall, und die Folge ist, daß zur Winterszeit die Ortschaften mit Negern über- füllt sind, die eine traurige Existenz fristen, bis das Frühjahr ihnen wieder Beschäftigung bringt. Schlechte, ungenügende Nahrung und kein Schutz gegen die Unbilden der Witterung bringen natürlicher Weise viel Krankheit und Leiden unter sie. „Da haben wir es schwarz auf weiß," bemerkt dazu das„Philadel- phia Tageblatt",„daß der nun„freie" Arbeiter viel schlechter daran ist, als der Sklave, und daß die südlichen Lords dumme Tröpfe waren, als sie sich der„Emanzipation" widersetzten. Die Verwandlung des Sklaven in einen Proletarier ist unter allen Umständen e in gutes Geschäft für die Besitzer der Arbeitsmittel. Das hatten auch die altrömischen Großgrundbesitzer erkannt. Nachdem sie die Sklav-naufstände bestegt hatten, gaben sie die Sklaven selbst zu Hunderttausenden frei. Unsere südlichen Ritter hätten, wenn der Konflikt ein paar Jahrzehnte hinauszuschieben möglich gewesen wäre, ganz das- selbe gethan." — AuS Holland. Amsterdam, 4. September. Wie bekannt, wurde unser Parteigenosse F. Domela NieuwenhuiS wegen an- geblicher Majestätsbeleidigung zu einem Jahr Zellengesängniß verurtheilt. Sieben Monate sind seit seinem Haftantritt vergangen unter anhaltendem Protest der Parteigenossen und unseres Parteiorgans„Recht voor Allen", sowie einer großen Zahl der angesehensten Gelehrten und Rechtskundigen Hollands. Von allen Seiten wurde die Freigabe des so ungerecht ver- urtheilten Volksfreundes verlangt, bis schließlich der Justizminister ein- sah, daß es klüger sei, dem Druck der öffentlichen Meinung nachzugeben, und sich entschloß, unserem unermüdlichen Streiter die Kerkerthüren zu öffnen. Mittwoch den 81. August wurden die Genoffen im Lande durch die Botschaft erfreut:„Nieuwenhuis ist frei!" Noch am Abend seiner Freilassung begab sich unser Freund in das Versammlungslokal Walhalla der Partei im Haag, un dort den Partei- genoffen die Hand zu drücken. Wiewohl man auf seinen Besuch nicht vorbereitet war, wuroe doch schnell ein festlicher Empfang für ihn im- provisirt. Samstag kündigten große Plakate den Amsterdamer Parteigenossen an, daß Nieuwenhuis Sonntag Morgens gegen 10 Uhr eintreffen werde. Lang vor der festgesetzten Zeit war die Umgebung des Bahnhofs mit Tausenden von Anhängern und mit unserem Freunde Sympathisirenden besetzt. Bei seinem Erscheinen auf dem Perron durchbrauste ein viel- tausendfaches Hurrah die Luft. Auf dem ganzen Wege vom Bahnhof durch die Stadt nach dem Versammlungslokal durchwogte eine unüber- sehbare Menschenmaffe die Straßen, und die Hochrufe auf Nieuwenhuis und die Sozialdemokratie wollten kein Ende nehmen. Das Versamm- lungSlokal, der Volkspark, war überfüllt, und immer neue Schaaken drängten von außen an, alle wollten unseren Vorkämpfer sehen und be- grüßen, denn ein jeder erblickt in ihm die Verkörperung der streitenden und leidenden Sozialdemokratie, und ihm Ehren erweisen heißt seine Sympathie für das geknechtete Volk ausdrücken. Gegen 12 Uhr betrat unser Freund die Estrade des mit Fahnen und Bannern der verschie- denen Fachveretne, sowie mit Blumen und Pflanzen festlich geschmückten Saales. Unser Vereinspräfident Fortuin bewillkommte Nieuwenhuis im Namen der Amsterdamer Sektton und wies darauf hin, daß Feste nur eine Aus- nähme im Leben der Sozialdemokraten bilden und ersuchte, die Bour- geoisie unablässig zu bekämpfen, und die Fahne des Proletariats hoch zu halten. m Genosse v. d. S t a d stellte einen Vergleich an zwischen dem Feste heute und dem Königsfeste im April, und kam zu dem Resultat, daß, während hier Alles aus Sympathie für die heilige Sache geschieht, dort der Jubel nur durch Geld und Genever(Branntwein) erkaust wurde. Aus Gent waren Ban Beoeren und Brakelaere gekommen, um im Namen der Genter Sozialisten Nieuwenhuis zu begrüßen. Alsdann nahm Nieuwenhuis das Wort und führte an Hand der Ge- schichte au», daß wenn die Rechtssicherheit verloren geht, die Revolution vor der Thür« steht, und noch nie war die Rechtsprechung so verkommen wie jetzt. Er schloß mit den Worten:„Aufs Neue nehme ich meinen Platz bei den Unversöhnlichen, wieder fülle ich meinen Platz auS in den Reihen des streitenden Proletariats." Nachdem verschiedene Gesangvereine abwechselnd Lieder vorgetragen, wurden unter Musik und Gesang dem Volksfreund Kränze und Bouquets überreicht. Mit dem Absingen des FreiheitSliedes und dem Gelöbniß, immer treu zur rothen Fahne zu stehen, endigte dieser, für uns Amster- damer so bedeutsame Tag. Die ganze Feierlichkeit ist sehr gut verlaufen dadurch, daß sich die Polizei von allem fern hielt. Die Ordnung wurde keinen Augenblick gestört, waS zum so und so vielten Male bewies: keine Polizei, keine Unordnung. Em Hoch auf die internationale Sozialdemokratie l Excelsior. — Au» Norwegen. Bergen, 28. August. Im vorigen Bericht habe ich von den gemeingefährlichen, aus die Riederdrückung alles Ver« nünftigen gerichteten Bestrebungen deS heutigen Christenthums hier oben gesprochen, mir bleibt zur Darlegung der beiden Haupthindernisse eines schnelleren Umsichgreifen» des Sozialismus nur noch die Kennzeichnung der Firlefanzereien der beiden bürgerlichen Parteien. Die Hauptfrage, welche die politischen Diskussionen jetzt hier erfüllt, ist die Einführung des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts. Es ist überaus interessant, die Drehungen und Wendungen des„großen" Ministers Johann Sverdrup» weiland Demokrat und Fürsprecher des allgemeinen Wahlrechts, zu be« obachten, welche er diesem gegenüber ausführt. Während er sonst gar zu gern sein deutsches Gegenstück kopirt, schweift er bezüglich der Wahl- rechtsfrage ungemein gern ins Weite, und sein Troß hinter ihm drein. Von den III Storthingsmännern getrauten sich nur 27 für die Einführung zu stimmen, als dagegen eines Tages die Frage der Anschaffung eines neuen Wagens für den König aufs Tapet kam— der alte war„nicht mehr fein genug"—, fanden sich, wenn» gleich der Vorschlag, dessen eventuelle Annahme dem Volke ca. 80,000 Mark gekostet hätte, auch durchfiel, dennoch 4 2, die das Geld be» willigen wollten. Daß sich die gesammte Klique der„Rechten" (Hoire) darunter befand, ist selbstverständlich. Während von allen Seiten dem Volke zugerufen wird:„Kommt zu uns, wir wollen euch helfen, wir können euch helfen, wenn ihr bloS kommen wollt I" verspürt die große Masse trotz der langen Regierung de« „liberalen" Ministeriums keinerlei Besserung. Im Gezentheil, den sozialen Entwicklungsgesetzen folgend, spitzen sich die Verhältnisse je länger je mehr zu. Und das ist recht so. Es beginnt darum auch nach und nach zu dämmern, langsam zwar, sehr langsam, aber darum auch um so sicherer. Rur noch ein klein wenig mehr Industrie, Konzentration des Besitz» thums an Produktionsmitteln in einigen wenigen Händen, tüchtige Agi- tation unter den Arbeitern und— die Kautschukparteien müssen bis auf den Nullpunkt zusammenziehen. Allervings haben wir in der Lokalpresse» dieser feilen Dirne der heutigen Gesellschaft, einen nicht zu unlerschätzen- den Gegner. Allein gemach, noch stets hat das Licht über die Finsterniß gesiegt!— Am 21. August tagte in Christiania ein Mischmasch von Leuten, die der Welt weismachen wollten, daß dem ehrsamen Handwerk noch einmal der Weizen blühen könne. Nachdem man ein Weilchen bauchgerutscht, das heißt dem König den unvermeidlichen Respekt vermeldet hatte(selbst» verständlich erfolgte sofort Antwort), wurde nach grausamer, für jeden vernünftigen Menschen ungenießbarer Blechschwätzerei mit allen gegen eine, sage und schreibe: eine Strntme die Einführung des— Gesellenstückes beschlossen, um— man höre!— eine Garantie zu haben, daß der Geselle auch etwas gelernt hat. Einer meiner Freunde bemerkte einst mit Bezug auf dieses Zunft- und ähnliches Unwesen: Galvanisiren könnt ihr diese Leiche, nicht aber ihr Leben einhauchen. Am gleichen Tage ward in Arendal der erste norwegische Arbeiterkongreß abgehalten. Es liegen mir leider die Berichte über die Verhandlungen noch nicht vollständig vor, doch kann ich jetzt schon mittheilen, daß die Vereinigung aller wirkichen Arbeitervereine auf Grundlage von Fachvereinen beschlossen wurde. Als Haupt- Programmpunkte nenne ich: Allgemeines Wahlrecht,*) Normalarbeitstag, Arbeiterschutzgesetz. Ich habe noch einiger literarischen Erscheinungen zu erwähnen. Außer dem Kommunistischen Manifest, Utopie und Wissenschaft, Nieder mit den Sozialdemokraten, Zu Schutz und Trutz, Schramm'S Grundzügen der Nationalökonomie, Bebel'S Unsere Ziele und Die Frau ic. ist uns nun auch seit Kurzem die„Bibel des Arbeiters", Marx' Kapital(der 1. Band), zugänglich. In neuester Zeit kam in Stockholm heran«: Atterdag Bermelin, Marx' Werththeorie, in dem Verlage von. M. Bonnier. Ihr seht, Parteigenossen in Deutschland, ei» geht langsam» aber e& geht doch. A. Rüben,. Wir erhalten gleichzeitig Folgendes: Der Demokratische Arbeiterverein in Bergen beging in öffentlicher Versammlung am 28. August, dem Tage, an welchem Lassalle sein Duell aussocht, den Todestag des großen Volksmannes mit einem Vortrage über dessen Leben und Werke. Nachstehende Resolution, die wir unseren! deutschen Mitkämpfen übersenden, wurde von der Versammlung einstimmig angenommen: „Die heutige öffentliche Versammlung sieht in Lassalle, obwohl er die Arbeiterbewegung im nationalen Rahmen erstrebte� dennoch den Grundleger für die internationale Arbeiter» bewegung. Darum machen wir seine Worte zu den unserigeir und geloben, dafür zu sorgen, daß der Brand, den Lassalle angefacht hat, weiter und weiter um sich greise." *) Die auswärtigen Genossen werden staunen, wenn ich ihnen mit/ theile, daß man nicht das direkte Wahlrecht forderte. Dies geschah/ weil man die Vereine, welche sich vor dem direkten Wahlrecht scheuen/ nicht vor den Kopf stoßen wollte. Die Urtheile über diesen Beschluß sind in Bergen getheilt. Diese Rücksichtnahme ist traurig, aber erklärt sich auS den hiesigen Verhältnissen. I» Sachen Gilles» Bon Herrn Gilles geht un» eine Zuschrift zu, in welcher er sich bar» über beschwert, daß wir seinen zweiten Brief nicht vollständig zum Abdruck gebracht.„Sie beschneiden also", heißt eS da,„dem Angegriffenen sei» gutes Recht der Vertheidigung." Davon kann nun, denken wir, nach Lage der Sache gar nicht die Rede sein. Wir haben das nach unserer Ansicht Wesentlichste der Berichtigung/ die übrigens nur in Behauptungen bestand, gegeben, und da»- Uebrige fortgelassen, aus demselben Grund, weshalb wir bisher keine der g e g e n Gilles gerichteten Einsendungen veröffentlichten: nämlich/ um den Raum unseres Blattes nicht über Gebühr mit dieser rein per» sönlichen Angelegenheit auszufüllen. Deshalb unterließen wir auch jede Kritik der Gilles'schen Ausführungen. Um jedoch den obigen Vorwurfs nicht auf uns sitzen zu lassen, kommen wir dem Verlangen des Herrn GilleS hiermit nach und lassen auch die Stelle auS seinem Brief folgen/ auf die es ihm, wie er erklärt,„hauptsächlich ankam". Dieselbe lautet: „Ferner ist es nicht richttg, daß ich mich nach Eingehen— als» ge« wissermaßen in Verbindung mit dem Eingehen— der radikal-demokra» ttschen„Rheinisch-W-stf»lischen Blätter"(Elberfeld) der fozialdemokrati» scheu Partei angeschlossen habe. Meine Verbindung mit den Wupper» thaler Arbeitern datirt von jener großen Versammlung her, in welcher ich, wie Ihnen bekannt sein wird, am 30. August 138d auf dem Döpp-ri- berg in Elberfeld ganz unabhängig von der„demokratischen Partei", ja,, wie die nachgefolgten Anfeindungen grade von demokratischer Seite ge-- zeigt haben, sogar im Gegensatze zu derselben, über„Die Demokratie und die soziale Frage" gesprochen habe. An ein Eingehen der durch einen guten Vertrag gesicherten„Rheinisch-Westfälischen Blätter" dacht« damals noch Niemand. AlS aber später auS praktischen Erwägungen und in Folge meiner der bürgerlichen Demokratie zu sozialistisch gewordenen� Stellungnahme davon gesprochen wurde, war mir sofort unter sehr vor- theilhaften materiellen Bedingungen ein Platz in einer anderen demo- kratischen Redaktion angeboten worden. Ich zog eS indessen vor, die Redaktion eines ArbeiterblatteS zu übernehmen, welches keineswegs unter: günstigen Auspizien in'S Leben trat. DaS Nähere darüber ist in einer. Broschüre„Bureaukratische Mißgriffe", die ich beifüge, gesagt. Mein formeller Beitritt zur Partei erfolgte ein halbes Jahr nach Ei scheine» dieser Broschüre. Letztere hatte den Zweck, die Freigabe der verbotenen „Freien Presse" zu erwirken, waS bekanntlich ja auch erreicht worden ist.. So Herr GilleS. Wir gestehen ein, Herr GilleS ist ein geschickter Advokat, der die Ding«: trefflich zu ver— wirren weiß. Wenn er erklärt, daß fortschrittliche Blätter. unter seiner Leitung demokratisch gewesen seien(s. Nr. 38), so läßt sich/ dagegen gar nichts einwenden, sintemalen— die Fortschrittler überhaupt. vermeinen, gute Demokraten zu sein. WaS er aber nicht widerlegt, ist, daß diese Blätter Organe der Fortschritts Partei waren,, und grade darum handelte es sich. Ebenso in der obigen Darstellung. SS handelt, sich um- den Uebertritt zur Sozialdemokratie, und Herr Gilles. erzM. uns, daß er schon, am. 80. August 1885 mit den Wupperthaler Arbeitern„in Verbindung- getreten sei, waS, nach dem Zusammenhang, den Glauben erweckt, es sei dieZ gleich einem inoffiziellen Anschluß an die Partei gewesen. Sehe« wir uns daher die„Verbindung" etwas näher an. Bor uns liegen die„Rheinisch-Westsälischen Blätter", herausgegeben und redigirt von Ferdinand Gilles, erster und— wahrscheinlich— ein« '.er Jahrgang. Vom SO. August an ist Herr Gilles nach seiner Dar» llung mit den Wuvperthaler Arbeitern in Verbindung getreten. Unterm 11. Sept-mber(Nr. 27) lesen wir von den in der erwähnte» Versammlung ausgetretenen Sozialdemokraten: „Die Herren haben sich sämmtllch darauf beschränkt, das hohe Lied von der Unfehlbarkeit der sozialistischen Lehre an- zustimmen."— Sehr freundschaftliche Verbindung! In Nr. 2g, vom 25. September, artikelt Herr Gilles über„Sozial« demokratische Wortbrüchigkeit". Der geschmackvolle Titel bezieht sich darauf, daß die Genossen Harm und Neumann angeblich das Herrn GilleS vorher gegebene Wort in Bezug auf die Bureauwahl und die von der Versammlung zu beschließende Resolution nicht gehalten. In Nr. 80, vom 2. Oktober 1885, erscheint ein zweiter Artikel mit gleicher Ueberschrist über das gleiche Thema.(Neun Wochen nach der Versammlung!) Am Schluß des Artikels spricht Herr Gilles in einer Nutzanwendung" von der„Unreife der großen Raffen, auf welche die Sozialdemokratie sich stützt", und daß die„Führer" überhaupt nicht in der Lage sind, mit ihren Bataillonen anders zu manövriren, als wie das allereinseitigste Parteunteresse dies zu gebieten scheint. Nr. 31, vom 3. Oktober, bringt einen Leitartikel„DatAbschreckende der Sozialdemokrati e", worin die Redaktion darlegt, was sie bezw. die„Radikal-Demokraten" von der Sozialdemokrati« scheide. Da heißt es denn:„Freilich hat Lassalle selbst den Hauptfehler gemacht, daß er eine Partei des K l a s s e n i n t e r e s s e s schuf. Er hat die neu- geborene damit von vornherein zu einer verhängnißvollen Einseitigkeit verurtheUt." Weiter wird der schroffe U n s e h l b ar k e itsdünkel der Partei in Bezug auf ihr sozialistisches Dogma und schließlich die „unlautere Kampfesweise" derselben gerügt. In ebenderselben Nummer wiid von einer Hauptversammlung des Elberselder demokra- tischen Vereins berichtet, in der„auf Antrag GilleS" der Vor- stand des genannten Vereins beaustragt wird, mit dem W a h l v o r- stände der Deutschfreisinnigen Verhandlungen über ein Zusammengehen bei der Landtagswahl weiterzuführen. Genug. Wir führen das alles nicht an, um Herrn GilleS aus seiner damaligen Stellung nachträglich einen Vorwurf zu machen, sondern weil aus ihnen hervorgeht, daß Herr Gilles noch lange nach der von ihm erwähnten Versammlung mit Eifer den Standpunkt der bürgerlichen Demokratie im Gegensatz zur Sozialdeuiokratie verfocht. Das war sein gutes Recht, aber wenn er jetzt herkommt und im obigen Zusammen- hang von einem In Verbindung treten mit den Wupperthaler Arbeitern spricht, so ist das eine handgreifliche Unwahrheit. So wie er damals, tritt jeder fortschrittliche, ultramontane, konservative rc. Agitator mit den Arbeitern seine» Ortes„in Verbindung". Und ähnlich wie mit dieser scheint es sich mit den andern Behaup- tungen des Herrn Gilles zu verhalten. Wenigstens wird das in ver- schiedenen Zuschriften erklärt, die uns seither aus dem Wupverthal in Bezug auf diese Angelegenheit zugingen. W>r können sie nicht alle ab' drucken, sind aber genölhigt, zu konstatiren, daß alle diese Einsendungen aus der Stätte der srützeren Thätigkeit des Perrn Gilles sich in schärfster Werse gegen ihn aussprechen— nicht eine, die für ihn lautete. Und überall wud in erster Linie seine— drücken wir es gelinde aus— Unwahrhaftigkeit hervorgehoben. Wir hätten eigentlich die Verpflichtung, hier eine uns von den Elber- felder Genossen zugegangene Erklärung gegen Herrn Gilles abzudrucken, wir denken aber, die Genossen werden damit einverstanden sein, wenn wir der Kürze halber nur ihren Inhalt rekapituliren. Die Elberselder Genossen erklären, daß ihnen nichts von einer offi- ziellen Beitrittserklärung von Seiten des Herrn Gilles bekannt sei, bei einem sich der Sache ehrlich hingebenden Manne sei eine solche auch gar nicht nöthig, er werde allmälig selbst von den Genossen anerkannt. Dies könne indeß bei Herrn Gilles leider nicht der Fall sein. Es sei nicht wahr, daß Herr Gilles, schon als noch Niemand an dag Eingehen der „Rheinisch-Westsälischen Blätter" gedacht, mit den Elberselder Sozial- demokraten in Verbindung getreten sei. Erst als er den Bankrott vor Augen sah, habe er dies gethan, überdies haben die„Rheinisch-Westsäli- schen Blätter" nie«ine feste Existenz gehabt. Als er ad-r dann mit den Genossen wegen Herausgade eines Arbeite, blattes unterhandelte, habe er «S an Vorspiegelung falscher Thatsachen nicht fehlen lassen. Sein ganzes Trachten sei daraus hinausgegangen, eine Reichstagskandidatur zu erlan- gen, gleichviel ob mit oder ohne Kompromiß. Die schrittweise Entwicke- lung nach links würde Herrn Gilles sicher zur Ehre gereichen, wenn er nicht zu diesem Behuse immer erst von den verschiedenen Vereinen her- ausgeworfen werden mußte. So sei es ihm im Fortschrittler-Berein in Düsseldorf ergangen, so in Elberfeld, so im Barmer Freidenker Berein. Ueberall sei er herausgeworfen worden, und das nenne Herr Gilles „schrittweise Entwickelung". Zum Schluß heißt es: „Die Elberfelder Genossen als solche erklären, daß sie mit einem Rann wie Gilles niemals etwas gemein gehabt haben noch haben wollen, daß sie niemals Herrn GilleS als Sozialdemokraten betrachtet haben, noch ihn als solchen in unserer Partei sehen wollen. Herr Gilles paßt schließlich in alle anderen Parteien, nur nicht in die sozialdemokratische. Unsere Partei bleibe verschont von solchen Elementen. Die Elberselder Genossen." Und damit Schluß in dieser Sache. Genügt Herrn Gilles das Vor« stehende nicht, so mag er ein Schiedsgericht anrufen. Wir haben keine Lust, die Sache noch weiter durch unser Blatt zu ziehen. Korrespondenzen. Leipzig, S. September. Wiederum sind zwei Genossen dem Schand« gesetz zum Opfer gefallen. Der Maschinenmeister Pögel auü Ponnsdorf und der Glaser Abraham Zimmermann aus W a t t w y l(bei St. Gallen) sind aus Sellerhausen auSge« wiesen. Gründe nicht bekannt, daher— billig. Rothe Elsterwache. Kreibnrg im Breisgan, 26. August. Zur Aufbewahrung für künftige Geichichtschreiber ubersende ich hiermit die Aktenstücke aus unse« rem, von dem bekannten russischen Handlanger, Oberstaatsan- walt v o n B e r g(jetzt OberlandesgerichtSrath in Karlsruhe) inszenirten Geheimbundprozeß. Im Ganzen sind 22 Mann in Untersuchungshaft gewesen, darunter Rausch und H a u g 7 Wochen, die große Mehrzahl 4 Wochen, einige wenige kamen mit 12 Tagen da- von. Rausch hatte am 16. August Termin vor der Ferienstraskammer und wurde in eine Gefängnißstrafe von 3 Monaten verurtheilt, abzüglich 7 Wochen Untersuchungshaft; er hat die Strafe am 22. dS. Mts. angetreten, und zwar in dem bekannten Landesgesängniß dahier, wo unser Genosse Lehmann seinen frühen Tod geholt. Auch bei diesem Prozeß ist es nicht ohne Meineid abgegangen. Der 54 Jahre alte Postschaffner Wiederkehr beschwor, Rausch habe zwei Pakete auf die Post gegeben, was nicht wahr ist. Aber was «ollen wir machen? Sollen wir, nachdem Rausch solange in Unter- fuchungShaft gewesen, noch einen ans M-sser liesern? Sicherlich nicht! Aber ist es ein Wunder, daß Briese aus der Post gestohlen und Brief- marken von den frankirten Briefen heruntergerissen werden, wenn solche Subjekte an der Post sind? Dies« Sorte gehört eben auch zum Putty-System.— Unser wackerer Schutzmann Zieser will den Schutzmannsdienst nieterlegen und Leichenordner werden, wohrsch inlich weil die Tobten nicht mehr ausstehen und einen gehörig durchhauen können, was bei den verdammten Sozialdemokraten zu befürchten ist. Run, blühen kann'S ihm trotzdem. Apropos Herr Zieser, Sie behaupten, Ihre Frau sei bei eii.er Tante. Da» ist aber nicht wahr, sondern sie ist in Südfrankreich bei einem „reichen Herrn", und Ihr Töchterchen ist in RupprechtSm» bei Straß- . bürg. Ist Ihnen vielleicht dieses von Ihren Vorgesetzten vorgeworfen worden und stammt daher die Absicht, Ihren schönen Dienst quittiren zu wollen! Oder hat Ihnen Ihr Freund Bär in der„freien Liebe" Konkurrenz gemacht? U-brigens hat Herr Zieser auch seine gute agitatorische Seite. MS wir am 9. Juni das Manifest des Zentralwahlkomites der sozialdemo- kratischen Arbeiterpartei Deutschlands, ohne daß Jemand erwischt wurde. verbreiteten, ging der eifrige Held auch zu einem hiesigen Geschäftsmann und fragte, ob er da» Flugblatt auch gelesen habe, was dieser verneint«, worauf Zinser sagt«: Ich will Ihnen eines bringen." Recht so l Haussuchungen gibt eS bei uns mehr als genug, und zwar noch Sonntagmtttag». Nun, wir find daran gewöhnt, also nur zu! Bei den letzten Stadtverordneten-Wahlen haben unsere Kandidaten 186 Stimmen auf sich vereinigt. Wir sind für daS erste Mal zufrieden; können wir doch sagen, wir haben jeden Kompromiß abgelehnt. Mit sozialdemokratischem Gruße! Der alte Unbekannte. Zlachr«f. Am 17. August starb nach kaum dreitägiger Krankheit, uni Alle» un« erwartet, an der Lungenkrankheit unser treuer Genosse »arl Friedrich Berthold, Maurer, im Mter von 87 Jahren. Wenn auch nicht begabt, öffentlich zu wirken, hat er doch für unsere Lache seine Schuldigkeit voll und ganz gethan. Eine Wittwe und 7 Proletarierkinder b-klagen den frühen Tod ihres Ernährers, wie wir den eines redlichen Mitstreiter», dem wir allezeit ein treues Angedenken bewahren werben. Großzschocher bei Leipzig, im August 1887. Die Parteigenossen. Brieftaften Sprechsaal. Der politische Hochstapler und Polizeimacher Ludwig Schwennhagen leugnet in verschiedenen deutschen Blättern, daß er bei seinem argentinischen Projekt aus die preußische Regierung verwiesen habe. Die Mittheilung in Nr. 36 ist indeß von drei Zeugen ver- bürgt. Aus Brandenburg wird uns außerdem geschrieben, daß Schw. auch dort seinerzeit sein argentinisches Projekt auskramte, das(notabene unter seiner Leitung) in kurzer Zeit zur sozialdemokra- tischen Republik führe, von wo aus der Sozialismus dann seinen Siegeszug durch alle Kulturländer antreten werde. Auch in Zürich demonftrirte Schw. seinerzeit, man müsse die Rich- tigkeit der sozialdemokratischen Sache im Wege der Kolonisation„prak- tisch" beweisen. Schwennhagen steht übrigens auch im Verdacht, Anhänger unse- rer Sache bei ihren Angehörigen denunzirt und sie in Arbeiterkreisen als spitzelverdächtig herumgetragen zu haben, waS wir hiermit noch zu seiner Kennzeichnung ergänzen wollen. Die Maschine als verwandlerin lebendiger Kraft. (Ein Kapitel zur Erhaltung der Kraft.) ES rollt das Rad im raschen Schritt So schnell als wie der Wind, Und wie es rast, so schaffen mit Ruhlos Mann und Weih und Kind. Wild wiehernd es die Zähne wetzt Im Takte schauerlich, Am Menschenblute baß ergötzt Da» Ungeheuer sich. Ganz ehern es am Leib« blinkt, Und«Hern ist sein Herz, Wenn warmes Menschenblut es trinkt, Speit eS viel tobte» Erz. Der Magen knurrt, im Hirn eS graust, Der junge Leib erschlafft, Doch im Champagner aufwärts braust Verbrauchte Jugendkraft. Ob Deiner Kraft nicht zornig sein Darfst Du, o Proletar: Versilbert in Champagnerwein, Stellt sie verjüngt stch dar. Aus SrbeitSschweiß wird goldner Wein, Aus Mühe Lustbarkeit, Und tolles, wildes Trunkensein AuS Deiner Nüchternheit. Lerwandlung von lebend'ger Kraft, Nie ward sie uns so klar» AlS wo lebend'ge Jugendkrast In Wein verwandelt war. ?. K. Warnung. Wir warnen hierdurch vor einem Ephraim Reisfeld» Goldarbeiter, welcher mit dem einkassirten Geld d«S„Sozialdemokrat" und«wem Buch aus unserer Bibliothek plötzlich verschwunden ist. Soviel UNS bekannt, soll er jetzt in Amerika sein. Wir bitten um allseitige Weitergabe dieser Warnung durch die be- freundete Presse. Der Kommunistische Arbeiter-Bildungs-Berei», 48 Tottenham Street, Tottenham Court Road, London V. Weber, 2. Sekretär. IM.«ei dessen Auftauchen denachrichtige man«n» sofort. Per« sonalbeschreibung folgt. Die Expedition de»„Sozialdemokrat". „Für Recht und Wahrheit 45"—. Mk, geschenkt erhalten zu haben, bescheinigen hiermit dankend Die Berliner Genosse«, Zu taufen gesucht: i Exemplar:„Am Piehstuhk lKr 3eit" von«. O.-W alster. vsserte« erbeten an Mk. Du OlprUM* der Redaktion: Brief« und Gwsendungen tt. find eingetroffen aus Berlin, Dresden, Hamburg, New-Dork, Paris, Stuttgart, Wien.— Raimund: Bf. fürG. seinerzeit erhalten und besorgt.— S. in Dortmund: Ihr Vorschlag wäre ganz gut, wenn durchführbar, woran wir indeß zweifeln. Jedenfalls ist er zur öffentlichen Diskussion nicht geeignet. der Expedition:(Bfk.-Schluß Nr. 37): Schippe:Adr. v. 8/8:c. vorgemerkt.— Veilchenstei»: C.-Adr. notirt. Bfl. Weiteres.— Großes Zuchthaus: Adr. u. Bfe. v. 4., 6. u. 1 1/9. erh. Weiteres bfl.— Theophilus: Pr. 17/6. gutgebr. Mk. 900— find in 85 bereits quittirt. Mk. 750— f. Ab. u. Mk. 140— f. Schft. sind ferner v. F. pr. 15/8. gemeldet, also nicht Mk. 975—, wie Sie sagen. Mk. 83 75 haben in Ggrchg. gutgebr. Adr. u. Bstllg. notirt u. Richtigstllg. v. 11. erh— Hebe: 341 Mk. & Cto Abon. ic. von F. erh. u. pr. 22/8. gebucht.—, Fuchs: Gewünschtes lt. P K. v. 3/3. abg., soweit Vorrath. Weiteres erw.— Das rothe »äuflein: Adr. u. Bstllg. notirt. W-itereS beachtet.— Brauner Bär: Adr. geordn. Sch. L. folgt.— Roderich; Wird akzeptirt. Betr. Hft. fehlt allerwärtS. Leider nicht zu schaffen.— Blitz: Nachr. betr. G. u. B. u. Best, am 6/9. erh.— Raimund: Bstllg. eingtrff. T.'s Klage unbegreifl. Erhält Ed. in größter Pünktlichkeit abwechselnd an b e i d e Adr. Schst. hat Vbchhdlg. zu verantw.— Oncel: Adr. lt. Notiz v. 6/9. geordn. — Fuchsschwanz: Wird besorgt. Beil. an R. abgbn. Uebrigens wird ein Schiedsgericht v. Btrssdm. selbst vorgeschlagen.— Sch. Hfb. O.: Mk. 4 80 pr. Ab. 4. Qu. u. Rest erh.— Rothe Faust: Mk. 21 70 pr. Ggr. gutgebr.„R. T." erscheint nicht weiter.— Rr. 2002: Werden sehen» was sich thun läßt. Nr. 38. Berlin 7 Newyork: Am 16/5. hier eingetroffene Mk. 5— find im Bfk. 21 quittirt. Weiteres wurde Ihnen pr. P.-K. am 21/5. unter angegebener Adresse berichtet, welche am 8/9. als unbestellbar zurückkam. Verfügen Sie also anderswie über die Mk. 5—.— Gracchus F.: Mk. 250— 5 Cto Ab. k. erh. u. Mk. 5710 pr. Ggr. gutgebr. Gratuliren!— A. W. Chauxdefds.: Fr. 2— Ab. ab 1/9—1/12. erh. RebuS: Mk. 12— pr- Ab. Juli u. Aug. erh. Nein. Wie längst und mehrfach im Bfk. erklärt.—>n h-.: Mk. 158 96 a Cto Ab. K. erh. Mk. 35 75 pr. Ggr. u. Manco gutgebr. Bfl. Westens.— E. W. Cer- nier: 50 Cts. Ab. Rachzhlg. erh. Vom D. V. aus wurde uns nichts be« stellt.— Prof. D. Ich.: Fr. 4— Ab. 3. u. 4. Qu. erh.— Muth und Kraft: Bf. u. Adr. k. v. 11. ds. hier. Weiteres nicht.— Nachfolger: Bf. mit Beil. pr. R. erh. Warum aber kein Wort über alte Schftn. behufs Buchung sowie betr. versprochener Zhlg.?— Clara: Gut. Be« nützte Adr. genügt auch hierzu. Weiteres besorgen wir dann.— Dr. Clemm: Ad. notirt. Bfl. Näheres.— Seidenwurm: Mk. 5 40 K. per Ggr. gutgebr. Näheres bfl. Adr. notirt. Damit ist das„dicke Ende" nicht verhütet, sondern nur verschoben und das Loch desto größer. — Claudius: War nichts dahin unterwegs.— Rothes Häuflein: Bstllg. notirt. Reklamirte Nachlsg. mit 33 fort.„Vor einigen Tagen Bestelltes" kann setbstverständl. noch nicht dort sein.— Angeblicher„Partei-Führer der Demokrat Sozialisten": Der Pfiffigkeit Ihrer Adressirung nach sind Sie ohne Zweifel ein„Führer" ohne Ortskenntniß oder ein großes -- Genie.— X 3 Y: Mehr bstllg. notirt. Erfragtes in Rr. 36 quittirt.— U. F. G.: Sie scheinen uns mißverstanden zu haben, werden also nochmals bfl. Alles repetiren.— Neckarschleimer: Gesandte Per« sonalien dkd. verw. Werden mahnen.— Ggrch. mit Mk. 22 d7 gutgebr. u. Mk. 8 80 pr. 4. Qu. belastet. Bfl. Näheres am 13/9.— Die Rothen H. H.: Qttg. in Nr. 37 ändert sich in Mk. 51 90 pr. Ab. rc. 2. Qu. u. Mk. 3511 pr. Ufd., für Geldsgn. müssen unbedingt gleich- zeitiges Avis erbitten. Geordnete Qttg. ist sonst unmöglich.— Rsb. Nhdf.: Mk. 4 40 Ab. 4. Qu. nebst 9 St. C. erh.— L. Sch. Dt.: Mk. 4 40 Ab. 4. Qu. u. 60 Pf. pr. Afd. dkd. erh.— Tkr.: öwfl. 2— für Schft. erh.— C. K. Srb.: 60 Pf. f. Schft. erh.— v. d. Eider: Mk. 150— ä Cto Ab.»c. erh. und Mk. 150— pr. Ende Mai pr. Wf. gutgebr. Notifikation verspätet erh. Bfl. Weiteres.— Claus Groth: Mk. 92 05 ä Cto Ab. 2. Qu. rc. pr. baar u. Ggrch. erh. Bstllg. nottrt. Weiteres nach Vorschrift u. bfl.— Hohen westedt i. H.: Mk. 810 pr. Ufd. dld. erh.— Panzerschiff: Mk. 130 ä Eto Ab. rc. erh. Bs. erwartet.— Plattkopf: Mk. 31— 5 Cto Ab.»c. erh. Bf. erw.— E. B. O.: Mk. 2 48 Ab. Rest 4. Qu. erh.— Cooperator: Fr. 10— Cto H.-Hb. erh.— F. Sch. Adf.: Fr. 2— Ad. 1/9—1/12. erhalten.— WeggiS Kurgast: Fr. 1— erh. Wir liefern auch an Kurgäste nicht anonym, statuiren aber eine Ausnahme für's Hüte! cko la poste, wo unser Blatt noch nicht aufliegt. Besten Erfolg.— Rothe Fahne: Mk. 18— Ab. 2. Qu. erh. Stauung liegt an der Zwischenhand, ist übrigens unerklärl.»l lei abg.— Beelzebub: Mk. 4 40 Ad. 4. Qu. erh. Beil. desorgt.— Dtschr. «er. Winterthur: In Nr. 36 quittirt« Fr. 20— pr. Parteibeitrag 1. u. 2. Qu. dkd. verw.— Rother Franz: Filialen des S. werden demnächst neu publizirt. Alte stehen tn Nr. 28 u. 29.— Donau: Bf. f. G. am 10/9. eingeg. u. weiter.— G. M. H.: Bf. v. 12 9. erh. u. abgbn.— Därmig: Wollen sehen, ob's noch möglich.— B.-H. Basel: Mk. 10— am 14 9. retourerh. u. nach Wunsch gelöscht.— Rother Ersenwurm: Mk. 32 40 5 Cto Ab. ,c. erh. Bs. erw.— Fuchs: Mk. 200—» Eto. Ab. et. erh. Adr. geordnet. Anzeigen. Soeben ist erschienen und durch Unterzeichnete zu beziehen: Sozialdemokratischer Deklamator. Prei«: 40 Pfg.— 50 Cts. Durch Unterzeichnete ist zu beziehen: ThQ Condition of the Working Ciasso in England in 1844 by Fr. Fugels. Prei»: Mk. 5-(Fr. 6 25). Porto und Versandtspesen außer der Schweit kommen z« Lasten der Besteller. 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