Avovvemeuts hnbra bil allen schweiierischen Postbureanx, sowie beim Derlag »Mb dessen bekannten Agenten ttttgegengenommen. und»war zum »o«auS»ahldare» LierteljahrSprelS»an: ffr. 2,— für dieSchweiiliireujband) »I. Z,— für Deutschland sSouvert) st. 1,70 für Oesterreich(Couvert) ffr. 2,S0 silr alle übrigen Sünder de» Weltpostvereins Znserate dl, drelgespaltene Petitzeil« ' 25 0(5.= 20 Psg. Der Sojialöcinolirflt Grgan der Sozialdemokratie deutscher Zunge. Erscheint wöchentlich einmal in Zürich(Schweiz). Aertag der »»»»»»uchhanblnnG Hottingen- Zitrich. Koßstlltllllie» sranlo gegen franl«.� Gewühnliche Briese «ach der Schwel, lost« Doppelport». 39. Briefe an die Redaktion und lkrpedition de» in Deutschland und Oesterreich verbotenen.Sozialdemokrat' wolle man unter Beobachtung üußerster Vorsicht abgehen lasten. In der Regel schicke man un» die Briese nicht direkt, sondern an die bekannten Deckadresten. Zn jweiselhasten Fällen eingeschrieben. 23. September 1887. Parteigenossen! Vergeht der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Zur rechtzeitigen Kenntnitznahme. Bei Quartalschluß müssen sämmtliche Briefabonnements baar vorausbezahlt werden. Belastungen auf Conto-Jnhaber finden also nicht statt. Allen Bestellungen auf direkte oder indirekte Brieflieferung ist ohne jede Ausnahme die volle Baarzahlung beizulegen. Alle nicht ausdrücklich wiederbestellten Brief- Abonnenten werden mit Nr. 40 gesperrt. Ersatz für Versandtverluste liefern wir nur gegen Einsendung des Porto bei Reklamation. Wo anderweitige Bezugsgelegenheit geboten ist, find Briefabonnements unzulässig. Abonnements für die Schweiz erheben wir per Nachnahme, wenn Zahlung nicht mit jedem Quartalbeginn vorausgeleistet ist. Einzel-Kreuzbandsendungen ins Ausland sperren wir mit Quartalsablaus, sofern Neubestellung vnd Geld bis dahin ausbleiben. Die«lpeditio» des..Sostaldemgkrat". Es geht vorwärts. Die Kongresse der englischen Gewerkvereine sind für uns Sozialisten von ganz besonderer Bedeutung. Zeigen uns die Kongresse der ausgesprochen sozialistischen Parteien in Bezug auf den Charakter ihrer Beschlüsse naturgemäß ein ziemlich gleichmäßiges Bild und interessiren uns infolgedessen an ihnen Mehr als diese die Berichte über die Machtentwicklung der betreffenden Organisationen, so verhält es sich grade umgekehrt Mit denen der Trades-UnionS. Hier sehen wir einen Organismus von, man möchte fast jagen, gegebener Ausdehnung. In der That sind in Bezug auf ihre numerische Entwicklung die englischen Gewerkvercine M den letzten Jahren fast stationär geblieben. Im Großen Mld Ganzen auf bestimmte Arbeitskategorien beschränkt, schei- »en sie kaum noch einen besonderen Zuwachs erfahren zu sollen. Dagegen weist der, waS man auch sagen mag, mächtige Körper von Jahr zu Jahr wesentliche Aenderungen in seiner geistigen Physiognomie auf. Und zwar keine sprungweisen, sondern stufenweise, fast einen gesetzmäßigen Charakter tragende llenderungen in einer ganz bestimmten Richtung— in direkter Richtung zur Sozialdemokratie. Alle Berichte sind darüber einig, daß der diesjährige Ge- Merkvereins-Kongreß in Swansea in dieser Hinsicht llste seine Vorgänger übertroffen hat. Die konservative Presse Englands zieht wüthend über die gefaßten Beschlüsse her, die liberale bedauert sie, die Arbeiterpresse aber hat allen Grund, stch ihrer zu freuen. In mehr als einer Hinsicht markiren sie tinm wesentlichen Fortschritt. Der Kongreß war von 156 Delegirten besucht, die ins- tesammt 674,034 organisirte Arbeiter vertraten. Schon der erste Tag zeittgte eine erfreuliche Erscheinung: Mit nahezu Stimmeneinheit beschloß der Kongreß einm äußerst Mergischen Protest gegen die brutale Vergewaltigung des freien Versammlungsrechtes von Seiten der englischen Polizei gegen- bber dem irischen Volk. Nur 5 Delegirte, wohl die aus Ulster, MMmten dagegen. Der zweite Tag brachte die Einleitungsrede des Vorsitzenden deS Kongresses, W. Bevan, Borsitzen- b«r des GewerkvereinS-AuSschusseS in Swansea(eS werden gewöhnlich zu Vorsitzenden die Leiter der Organisation des betreffen- OrteS gewählt), die, wie W. Vinning, Mitglied de» Lon- boner SchriftsetzervereinS, im„Commonweal" schreibt, ihren Vorgängern mindestens gleichkam(man erinnere sich an die lreffliche Rede Threllfall'S vor zwei Jahren)—„eine gedanken- �che, weitblickende und dabei schneidige Rede, die auf Sozialisten sehr hoffnungsvoll wirken muß." Bevan trat energisch für die Bildung einer kräftigen "nd selbständigen Arbeiterpartei ein:„Organisirte und unorganisirte Arbeiter find einig in der Ueberzeugung, daß JJtt alten politischen Parteien für die wirthschaftliche Emanzi- Nation werthlos seien." Ueberall höre man Aeußerungen, daß da« Vertrauen deö Volkes in die gegenwärtig regierenden Klassen vollständig geschwunden sei, und er erkläre, daß die Arbeiterwahlvereine„an dem richtigen Strick gezogen, als sie den Beitritt Gewerkschaftlern und Nicht- Gewerkschaftlern, gelernten und nichtgelernten Arbeitern offen stellten"...,„wenn die Arbeiterbewegung in feindliche Lager gespalten ist, gelernte Arbeit auf der einen Seite und ungelernte auf der andern, dann ist die Arbeiter- fache sicher in nicht wieder gut zu machender Weise geschädigt, und Mühe und Zeit sind nutzlos verschwendet." Er sehe, daß eine kritische Periode für die Gewerkschaften angebrochen sei,„die Jahr für Jahr durch die wachsende Zahl der Arbeitslosen mehr bedrückt werden", und daß sie sich daher in hervorragen- dem Maße an der Bildung einer nationalen(hier im Gegen- satz zu lokalen ic.) Arbeiterpartei betheiligen müßten; diese Arbeiterpartei sei„das unvermeidliche Produkt des gegenwär- tigen Verhältnisses von Kapital und Arbeit". Ein Ruf nach Auswanderung könne ihm keine Sympathie abgewinnen, es sollen Diejenigen auswandern,„die weder wirken, noch schaffen." Die IIrbeiter Englands und die des Fest- lands müßten Hand in Hand gehen.„Der Gang der Geschäfte und die Entdeckungen der Wissenschaft reißen die Grenzen, die Berge und Seen ziehen, schnell nieder, und Dank Mißverständnissen und Spaltungen werden die Arbeiter Englands und die des Festlandes dazu benutzt, einander zu schädigen." Und weiter: „Die Kräfte des Kapitals schlafen nie, es kennt keine Nationalität, ist frei von menschlichem Fühlen. Es hat ein Interesse daran, die Kräfte der Arbeit zu spalten, Entfremdung zu säen; und daher haben wir diese entstellenden Darstellungen der Presse über den festländischen Sozialis- mus, und diese Ueberschwemmung von intereflirten Warnungen aus kavitalistilcher Quelle, die Ausländer und ihre Beiführungen zu meiden. Meine Herren, der Sozialismus hat seine Schrecken für unS verloren. Wir erkennen unser schlimmstes Uebel in der unbeschränkten, gewissen- und erbarmungslosen Macht des Kapitals." Dann mit Bezug auf die Achtstundenarbeit, die„wir haben müssen", und die Mittel, sie zu erringen: „Es ist natürlich, daß die Gewerkvereinler mit Stolz zurückblicken, wenn sie an die gewonnenen Siege denken, aber die glorreiche n Er- folge der Vergangenheit lösen die Schwierigkeiten der Zukunft nicht. Die Stärk« r.-: Tewerkverein« im Berhältniß zur Bevölkerung war, als die Neunstundenarbeit erkämpft wurde, viel größer, als sie heute ist. Das Wachsthum der■ Bevölkerung, das stetige Vordringen der arbeitsparenden Maschine und der steigende Druck der Konkurrenz des Auslandes sind, in Verbindung mit dem Stocken der Geschäfte, Faktoren, die für das Kapital und gegen die organisirte Ar- beit wirken. Außerhalb der Reihen unserer Gewerkvereine stehen große Massen von menschlichen Wesen, die durch Mangel an Nahrung gezwun- gen sein würden, in die Plätze der Gewerkschaftsmitglieder zu schlüpfen, die für die Achtstundenarbeit streiken wollten. Ja, man nehme irgend einen beliebigen Gewerkverein während der günstigsten Zeit, und man wird eine große Zahl auf den Listen der Unterstützung sür Arbeitslose finden. Nehmen wir aber die Jahre schlechten Geschäftsganges, so ist die Zahl der Arbeitslosen in den Gewerkvereinen eine erschreckende und ge- sahrdrohende. So groß ist die finanzielle Inanspruchnahme der Gewerk- vereine durch die Zahlungen an Arbeitslose allein, daß eS sür unsere Organisationen heute unmöglich ist, die zu einem ersolgreichen Kampf sür den Achtstundenarbeitstag erforderlichen Mittel auszubringen. Und selbst wenn es ihnen gelänge, so würde eS ein langer, kostspieliger und ermattender Kampf sein, am Ende dessen große Arbeitermassen außer- halb deS Wirkungsbereiches bleiben würden. Eine Achtstundenbewegung muß sich auf Alle erstrecken, muß national sein. Durch dieses Mittel allein kann die Armee der Arbeitslosen Arbeit bekommen. Unsere Pflich- ten als Staatsbürger sind zu groß, als daß wir nur mit dem Vortheil der Gewerkvereine im Auge kämpfen sollten. Durch daS Gefühl der Solidarität, der Pflicht, und in dem Wunsch, drohende soziale Kata- firophen abzuwenden, sind wir gezwungen, einen AchtstundenarbeitStag für Alle zu erstreben. DaS Parlament muh ein Achtstundengesetz an- nehmen. Selbstverständlich werde da» stehende Geschrei von„individueller Frei« heit" und„Freiheit des Arbeitsvertrages" ihnen vorgeheult werden, aber wenn individuelle Freiheit die Erlaubniß heißt, Hungers zu sterben, oder daß Männer, Frauen und Kinder unter elenden, ungesunden und ent- würdigenden Bedingungen arbeiten, oder daß die Arbeiter als Maschinen- theile behandelt werden, die man auf den Kehrichthof wirst, wenn sie abgenutzt sind, dann seien„individuell« Freiheit" und„Freiheit deS Arbeitsvertrages" von geringem Nutzen für die Majorität des Volkes." Bevan schloß mit der Aufforderung an die Delegirten: „Kühn und furchtlos den Pfad zu beschreiten, der vor unS liegt, und dahin zu wirken, daß die Arbeit keine Last, sondern eine Ursache natio- naler Größe und individueller Hebung werde, und einen Zustand her- beizusühren, der da« alte prophetische Wort zur Wahrheit mache:„Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen." Unsere nationale Größe wurde durch die unbezähmbare Energie des Volkes geschaffen, und diese Energie ist nicht erschöpft. Sie muß von auswärtigen Eroberungen» von Klassen- Herrschaft und nutzlosen Unternehmungen ab und auf die großen Gesah- ren gelenkt werden, die uns umgeben, und die Lösung wird um so näher sein, wenn wir durch offene Sprache, energische Aktion und Erkenntmß unserer Pflichten dem Volke beistehen zur Errichtung einer VolkSregie» rung— für daS Volk und durch das Volk." DaS ist noch kein ausgesprochener Sozialismus, aber weicht so beträchtlich von der bisher in den GewerkvereinSkreisen herrschenden Auffassung ab, nähert sich so sehr dem sozialisti- schen Gedankengange, wie man es unter den obwaltenden Ver- Hältnissen nur wünschen kann. Wohlgemerkt, es handelt sich da nicht um ein theoretisches Zukunftsprogramm, sondern um die für die Akion der nächsten Zeit maßgebenden Grundsätze. Und eS ist bezeichnend, daß grade bei den energischsten Stellen der Bericht den lauten Beifall der Versammlung verzeichnet. So bei der Verurtheilung der Akkordarbett, so bei den Worten: „Der Sozialismus hat seinen Schrecken für uns verloren", so bei dem Hinweis darauf, daß die Erfolge der Gewerkver- eine in der Vergangenheit die Schwierigkeiten der Gegenwart und Zukunft nicht heben, und so bei den Worten:„Ich hege keinerlei Hoffnung auf die Gesetzgebung des gegenwärtigen Parlaments. Was uns noththut, ist einheitliches und geschlosse- nes Vorgehen, um eine zahlreiche und kräftige Arbeiterpartei ins Haus zu entsenden." Und in diesem Sinne lauten auch die meisten der gefaßten Beschlüsse. Mit großer Mehrheit wurde, aller„Bedenken" deS Herrn Broadhurst ungeachtet, auf den Antrag de« Delegirten von Sheffield— hören Sie, Herr Max Hirsch, von Shef- fieldl— die Bildung von selbständigen Arbeiter- Wahlkomites für die Wahlen zu allen Vertretungskörpern beschlossen, und die Forderung der Zahlung von Diäten hinzugefügt. Ueber die Art, wie der Achtstundenarbeitstag zu er- reichen, waren die Ansichten getheilt. Die Mehrheit der Dele- girten konnte sich noch nicht zum Abgehen von der bisherigen Auffassung entschließen, wonach derartige Reformen nur durch die Macht der Koalitionen zu erkämpfen seien, aber sie waren doch über die Wirksamkeit dieses Allheilmittels bereits so schwankend geworden, daß mit allen gegen zwei Stimmen beschlossen wurde, die Mitglieder durch Urab- stimmung zu befragen, welchen Weg sie für den geeigneten halten. Wenn man bedenkt, wie protzig die Delegirten der TradeS-Unions noch auf der vorjährigen Konferenz in Pari« den Gedanken an einen gesetzlichen Normalarbeitstag zurück- wiesen, so wird einem die Tragweite dieses Beschlusses erst recht klar. Er deutet gradezu eine Revolution in den Köpfen der Gewerkvereinler an. Uebrigens trat auch ein Arbeiterabgeordneter, Abraham, der, wenn wir nicht irren, einen Bergarbeiterdistrikt in Wale« vertritt, für den gesetzlichen Normalarbeitstag ein. Schrecklich für die deutschen bürgerlichen Lobredner der englischen Gewerkschaften war auch der Beschluß, die Mitglieder anzufragen, ob dafür eingetreten werden soll, daß in Zukunft der ganze Sonnabend als Feiertag für die Arbeiter(jetzt wird Sonnabend Nachmittag nicht gearbeitet) erklärt werden solle. Achtstundenarbeit und dazu zwei Feiertage— das ist ja da« leibhaftige„Recht aus Faulheit". Trotz gegentheiliger.Begujachtung durch das parlamentarische Komite wurde die Einberufung eines internatio- nalen Kongresses nach London beschlossen. Sehr ener- gisch trat dafür u. A. Threllfall aus Southport ein, dessen schneidige Eröffnungsrede auf dem Kongreß von 1885 noch unvergessen ist. Die eingebrachte Resolution, sagte er, genüge noch nicht. Es sollten auch die Grundsätze der Vereinigung der Arbeiter aller Länder bekräftigt werden. Die Furcht vor dem Sozialismus werde das Zustandekommen des Kongresses sicher- lich nicht verhindern. Von weiteren Beschlüssen nennen wir noch die einstimmige Annahme des Prinzips derNationalisirung deSGrund und Bodens, das noch im vorigen Jahre in Hull abgelehnt worden war. Ferner die Zustimmung zur Forderung der Eröffnung von Museen ic. an Sonntagen— ebenfalls ein Abweichen von der bisherigen Haltung. Auf einem besonderen Meeting wurde das Programm der beschlossenen politischen Ardeiterpartei—„Nationale Arbeiter- Assoziation"— vereinbart. Es verlangt: Stimmrecht aller Erwachsenen, Einführung von Stichwahlen, unentgeltlichen Unter- richt, Reform der Armengcsetzgebung, Abschaffung der staat- lichen Ausfuhrprämien, Selbstverwaltung und religiöse Gleich« berechtigung. Das sind noch sehr gemäßigte Forderungen, aber der An« fang ist gemacht, die schwerfällige Maschine in Gang gebracht, und die unermüdliche Agitation der englischen Sozialisten, unterstützt durch die einfache Logik der Thatsachen, die schon so viel Arbeit für uns verrichtet, wird den Rest besorgen. Schon jetzt denunzirt die kapitalistische Presse Englands die TradeS-Unionisten als Sozialisten, und wir können Jame« Blackwell nur zustimmen, der in der„Justice" die« sür „eine Unterstützung unserer Arbeit erklärt." „ES wird der Fehler der sozialistischen Arbeiterpartei sein", sagt er,„wenn die Versammlungen des nächsten Jahres, die nattonale wie die internationale, sich nicht noch viel vernichten» der für Die,„die weder wirken noch schaffen", erweisen werden. Der Klassenkampf ist endlich auf dem Kongreß der Aristokraten der Arbeit erklärt, die Solidarität der Arbeiter aller zivili- sirten Länder nach reiflicher Diskussion im Sinne der Jnter- Nationalität anerkannt worden. Der internationale Arbeiter» Kongreß von 1888 wird ein passender Prolog sein zu der in Pari« 1889 stattfindenden glorreichen hundertjährigen Feier der Revolution, und der einundzwanzigste Jahreskongreß der englischen Gewerkvereine dürfte die organisirte« Arbeiter Groß- britannienS ebenso entwickelte Ansichten hegen sehen al« ihre Brüder in anderen Ländern." ES geht vorwärts, vorwärts überall, in dm Dingen und in den Köpfm. Die soziale Revolution geht ihren Gang— trotz Bismarck und Puttkamer und— wenn sie Lust hätten. ihnen nachzueifern— trotz SaliSbury und Hartington. Aus Frankreich. Die anläßlich diL Streiks der Bergarbeiter von Decaze« »ille gegründete Genossenschaft der Minenarbeiter von R i v e- d e- G i e r hat vor Kurzem den Jahrestag ihre» einjährigen Bestehens gefeiert, und dies gegen alles Erwarten. Die Umstände, unter denen ste ins Leben trat und zu arbeiten hatte, waren so ungünstig— sie waren absichtlich derart gewählt worden, um die Unentbehrlichkeit der Kapitalisten zu demonstriren— daß man von vornherein sich den stärk- Pen Zweifeln an der Lebensfähigkeit der Genossenschaft hingeben mußte. Für uni Sozialisten haben ja überhaupt diese Art Arbeiterzesellschaf- ten nicht viel Berlockendes. Erstens sind sie im besten Falle nur ein Tropfen im Meer, ein Nothbehelf für einige wenige Arbeiter, ohne Nutzen sür die ganze Klaffe. Soll dieser geHolsen werden, so müssen die Produktivgenossenschasten in großem Maßstab, unter Mitwirkung der ganzen Gesellschaft organiflrt werden. Weiter wird der Charakter der betreffenden Arbeiter sehr oft„verunternehmert". Endlich ist die kleine Arbeitergenoffenschaft den benachbarten großen Kapitalistengesellschasten auf Gnade und Ungnade preisgegeben. Letztere können mit ihren reichen Mitteln der ärmeren Arbeitergenoffenschaft eine erbarmungslose Kon- kurrenz machen, der sie unfehlbar erliegen muß, und der Ruin wird dann fälschlicher und ungerechtfertigter Weise gegen den Sozialismus ausgebeutet. So verhielten sich auch die französischen Sozialisten dem Unternehmen von Rive-de-Gier gegenüber ablehnend, und das mit Recht. Trotzdem verdienen aber wohl die nach einjährigem Bestehen vorliegenden Resultate einer Erwähnung, sie zeigen, was übrigens schon längst bewiesen ist, die Entbehrlichkeit der Kapitalisten und die Fähigkeit der Arbeiter, ihre Angelegenheiten selbst zu verwalten. Auf Antrag des Ingenieurs und Deputirten Laur überließ die Regie- rung im vorigen Jahre den Minenarbeitern von Rive-de>Gier mehrere alte verlassene Schacht?. An dem a l t und verlassen erkennt man die Großmuth der Regierung, und welches ihre Absichten waren. Von diesen Schachten werden bis jetzt zwei Minen betrieben, von denen die eine zwei Einfahrtsschachte hat und eine Tiefe von 60 Metern erreicht. Die Arbeiter haben eine Dampfmaschine angeschafft, desgleichen auch an den Gruben sunktionirende BentilationSapparate. Eine dritte Mine soll demnächst in Angriff genommen werden, bis dato sind 700 Meter Galerien gegraben worden. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter übersteigt Nicht 60, sie fördern täglich 200 Hektoliter guter Kohle zu Tage und Enden leichten Absatz. Aus den benachbarten Departements sind große estellungen eingegangen. Vom U. September 1886 bis 31. August 1887 sind 31,450 grs. an Löhnen vertheilt worden. Die Durchschnittslöhne betragen 4.50 Frs. sür Häuer, 4 Frs. für Steinebrecher und 3.50 Frs. für Tagelöhner. Diese Lohnsätze stellen zwar nur 78% der in jener Region üblichen Durch- schnittslöhne dar, allein die Arbeiter hoffen auf ein baldiges Steigen dtS zur üblichen Höbe. Die Löhne waren während der ersten Monate sehr gering, haben sich jedoch bald gehoben. Der»ericht der Genoffenschastidelegirten sagt, daß die Einrichtungs- kosten fast abgetragen und keine erheblichen Schulden vorhanden sind, und daß eine blühende Zukunft in Aussicht steht. Die Genossenschaft hatte sehr große Schwierigkeiten zu überwinden. Ueberschwemmungen mußten bekämpst, alte verlaffene Galerien von Schutt oereinigt werden, die schlechte Lust war zu vertreiben»c. Ihre Bnge- hörigen mußten sich die größten Opfer auserlegen und Entbehrungen oller Art tragen, um das Unternehmen ins Werk setzen zu können, und wenn sie nunmehr erfreuliche Resultate verzeichnen können, so haben sie dies nur ihrer Standhaftigkeit zu verdanken. Ob sich die Genossenschaft lange halten wird, ist eine andere Frag», die wir nicht bejahen möchten. Der Mangel an Kapital wird sich bald fühlbar machen, und die Konkurrenz größerer Unternehmen wird ihr schließlich d»S Lebenslicht ausblasen. Für den Augenblick gibt sie eine schwache Vorstellung, weffen die organisirte Arbeit fähig sein wird, wenn sie mit allen Mitteln einer planmäßigen Produktion ausgerüstet ist. Der Pariser Gemeinderath hat wieder einmal die Regierung sehr in Harnisch gebracht, und dies durch seinen Beschluß, aus den Jahres- tag der Prollamtrung der ersten französischen Republik, den 22. S-p- tember 1822, einen Kongreß aller Kommunen Frank» r e i ch ü— eine Erinnerung an daS Fest der Federationen— einzube- rufen. Die Regierung hat den Beschluß annullirt, aber der Ausschuß des Gemeinderathes hält ihn trotzdem aufrecht, nur hat er den Termin des Kongreffei verschoben. BiS jetzt haben jedoch nur sehr wenige Gemeinden — vielleicht«in halbes Dutzend, und obendrein sehr kleine Kommunen— die Einladung angenommen. Die großen Zentren der Provinz, die revo- lutionären Städte wie Lyon, Marseille, Toulouse, Bordeaux haben die Einladung nicht einmal zur Debatte zugelaffen. Dieser Umstand zeigt, daß Paris die Führerschaft im Lande verloren hat, und daß die Pro- Feuilleton. „Kie sozialen Parteien und unsere Stellung zu denselben." (Schluß.) Was auf Seit« 217 und folgende seiner Schrift Kambli als seine religiöse Ansicht und die des freisinnigen Protestantismus entwickelt, ist nicht mehr Christenthum, ist nicht mehr Monoth-iSmuS, da» ist reiner Pantheismus, und der Zweifel, ob feine Meinung noch Christen- thum sei, kommt Herrn Kambli auch selbst, denn er stellt aus Seite 2lg an sich selbst die Frage:„Sollte aber die von uns entwickelte Vorstellung von Gott kein Chnftenthum mehr sein!"— eine Frage, auf die, statt mit einigen Seiten von Scheingründen, welche die Widersprüche- immer schlimmer machen, er logisch und konsequent mit einem kräftigen: Nein! hätte antworten müffen. Entweder ist das Christenihum das historisch gewordene Christenthum, oder eS ist kein Christenthum, ein dritte« gibt es nicht. Das historisch gewordene Christenthum beruht auf dem Glauben gn einen persönlichen Gott, deffen Sohn Jesu« Christus ist, gekommen in die Welt, um durch seinen Kreuzestod die Menschen von der Erb- fünde zu erlösen. Wer an diese Grundlehren des Christenthumi nicht glaubt, hat auf- gehört, ein Christ zu sein, und die Orthodoxen wie Todt haben voll- kommen Recht, wenn sie keine Vermittlung zulassen, und jeden, der an diese„Grund- und Heilswahrheiten des Christenthums" nicht mehr glaubt, als Atheisten brandmarken. Uns muthen daher die Widersprüche ganz merkwürdig an, die darin liegen, wenn Kambli auf Seite 218 schreibt: „Uns ist Gott der der Welt innewohnende Grund, der der Welt inne- wohnende Zweck ihres Leben«, der unendliche Geist, aus dem alles Geistesleben alS auS seinem Urquell hervorgeht, der Ewige, Unveränder- liche, Getreue, bei dem kein Schatten, keine Spur de« Wechsels ist," wenn er an einer andern Stelle, mit seinem Gesinnungsgenossen Pro- s-ffor Biedermann,*) ein zukünftiges Leben— das« und O des Christen» thums— in Frage stellt, und an dritten Stellen wieder, ganz im Sinne der orthodoxen Chrlstenschaft, von der Gotteskindschaft, der Emanzipa» tion des Fleisches, dem Kreuz, der Selbstverleugnung spricht. Hier kann man mit Recht sagen:«Zwei Seelen wohnen, ach l in seiner Brust." Auf der einen Seite die wissenschaftliche Erkenntniß von dem Widersinn, der Unhaltbarkeit aller Dogmen und Glaubenssätze des Christenthums, auf der andern Seite das Bestreben, wenigsten« den Schein und den Namen zu retten sür eine Ueberzeuzung, die man aus dm verschiedensten Gründen nicht offm und rückhaltlos zu bekennen wagt. Und diese individuellen Ansichten, eingeschränkt durch alle möglichen Rücksichten— Ansichten, die jeder nach seinen persönlichen Auffassungen modelt und bekennt, daS soll eine Religion sein! Das mag der Einzelne für sich Religion nennen, eine Religion, die eine Bekennerschast vor- aussetzt und einen Kultus ermöglicht, ist ste nicht, und damit hört sie aus, al« sozialer Faktor zu rechnen. Dieser„freisinnige Protestantismus", der jeden sich seinen Gott nach seiner Fagon schaffen läßt, vorausgesetzt, *) Nicht der nationalliberale Leipziger Professor, sondern ein vor nicht langer Zeit verstorbener Theologe gleichen Namens an der Züricher Hochschule ist hier gemeint. vinz ein eigenes, selbständiges Leben beginnt. Diese Thatsache ist der Ausbreitung des Sozialismus sehr förderlich. Die Bürgermeister der Gemeinden, die für Beschickung des Kongresses gestimmt haben, sind von der Regierung abgesetzt worden. In St. O u e n, einem Vorort von Paris, wurde der Bürger- meister sowie sein Stellvertreter abgesetzt, ersterer, weil er nach den Schulprüfungen lauter sozialistische und revolutionäre Werke alS Prämien vertheilen ließ— wenn er den reaktionärsten Pfaffen-ölödstnn ausge- wählt, so hätte kein Hahn danach gekräht— letzterer, weil er sür den Kongreß der Kommunen gestimmt. Der Gemeinderath von St. Ouen macht der Regierung oft zu schaffen, da er ausnahmslos auS Sozia- listen besteht. Die radikalen Blätter stimmen dem Verbot der Regierung, den Kon- greß abzuhalten, durchaus bei. ES ist zu bezweifeln, daß der jetzige Ge- meinderath den Strauß mit der Regierung aufnehmen wird. Und die Arbeiter, d. h. die organisirten, klassenbewußten Arbeiter, werden sich schwerlich sür die in politischer Beziehung radikalen, im Uebrigen aber auch durchaus bürgerlich gesinnten Stadlväter ins Zeug legen. (Zudem ist die Idee eines Kongreffes der Kommunen auch kaum eine glückliche zu nennen. Wenn die Regierung, statt ihn bornirter Weise zu verbieten, sich sür den Kongreß erklärt hätte, so würde wahrscheinlich eine Parodie auf das Fest der Federationen herausgekommen sein. DaS Bürgerthum, das in den Provinzialvertretungen dominirt, ist heute alles, nur nicht revolutionär. Die Red.) Unterdeffen geht die Bewegung sür Emanzipation der Arbeiter ihre Wege. Für nächsten Monat stehen zwei Kongresse in Aussicht: der Nationalkongreß der fozialistischen Arbeiterfederation (Poffibilisten) und der Kongreß der föderirten französischen Gewerkschaften zu Montlugnn. Der Nationalkongreß wird die nämlichen Fragen behandeln, welche der Pariser Regionalkongreß der Arbeiterfederation im vorigen Monat debatttrt hat. Der Kongreß von Montlugon ist zu dem Zwecke einberufen, die Or- ganisation der Arbeiter in Gewerkiverbänden, welche voriges Jahr aus dem Lyoner Kongreß beschlossen wurde, zu fördern. Dieser von über 700 französischen Fachgewerkschaften beschickte Kongreß hat drei wichtige Punkte in sein Programm aufgenommen: 1) Vergesellschaftung sämmt- licher Produktionsmittel, um der Ausbeutung von Mann, Frau und Kind ein Ende zu machen; 2) Einführung des achtstündigen Normal- arbeitstages; und 3) Schaffung einer internationalen Fabrikgesetzgebung. In der Einladung zum diesjährigen Kongresse heißt es,„die Arbeiter werden ausgesordert, sich einem eventuellen brudermör- d e r is ch en Kriege zu widersetzen, einem Kriege, der an Scheuß- lichkeiten AlleS übertreffen wird, was man bis jetzt gesehen, und der noch dazu unsere Klaffenbefreiung um 20 Jahre Hinaueschieben wird." „Europa," heißt eS weiter,«befindet sich am Borabend eines allge- meinen BrandeS, welcher von der bürgerlichen und monarchistischen Re> aktion angeblasen wird, um noch einmal den drohenden Fortschritt deS Sozialismus im Arbetterblut zu ersticken." Die Betheiligung der französischen Genossen an beiden Kongreffen ver- spricht eine rege zu werden. Mit großer Spannung und Achtung blicken sie dem Parteitag der deutschen Genossen entgegen, deffen bloße Ankün- digung in der gesammten französischen Presse große Busmerksamkeit erregt hat. Ferdinand Gambon,«in Republikaner im echten, beste» Sinne des Wortes, ist gestorben. Durch seine hartnäckige Opposition gegen die Julimonarchie und später gegen daS Banditenreich Napoleon'S bekannt geworden, blieb er bis zu seinem Tode ein Demokrat vom alten Schrot und Korn, der Alles für daS Volk und durch das Volk erstrebte. Wenn er auch den modernen Sozialismus nach seiner theoretischen Seite hin nicht durchdrang, so stand er doch aus Gerechtigkeitsgefühl mit seinem ganzen Wollen und warmem Herzen aus Seite des kämpfenden Prole- tariats. sür das er emtrat, wo und wie er konnte. Je seltener heut- zutage Männer, die sich unbefleckt erhalten, um so mehr Ehre seinem Andenken. vu. Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 21. September 1887. — AuS Chicago kommt die Nachricht, daß der oberste Gerichtshof von Illinois die Berufung der wegen der Mai-Unruhen vom vorigen Jahre zum Tode verurtheilten Anarchisten abgelehnt, ihr Gesuch um daß er überhaupt einen solchen besitzt, ist das auf das religiöse Gebiet üb-rtragen« Manchesterthum; nicht mehr und nicht weniger. Dieser„frei- sinnige Protestantismus" bildet keine Kirche und keine Religion, und eine Partei nur insofern, al« seine Anhänger in der Negation einig stnd; in allem Positiven gehen sie weit auseinander, sie haben weder ein ge- meinsameS religiöses, noch politisches, noch soziales Glaubensbekei.ntniß, und da möchten wir in der That wissen, wie der„christliche Geist" be< schaffen sein soll, durch den allein nach Kambli die soziale Frage zu be- friedigender Lösung gebracht werden kann. Feste, bestimmte Zielpunkte, klares, bestimmtes, programmatisches Handeln. Geschlossenheit der Gleich- strebenden sind die ersten Bedingungen zur Lösung einer Aufgabe, und weil diese die Sozialdemokratie besitzt, sie besitzt als eine aus den Klassen- gegensätzen der Gegenwart naturnothwendig hervorgegangene Partei, deren Ziel durch ihren Ursprung klar, unzweideutig und unabänderlich geschichtlich vordiktirt ist, wird sie über das ganze Konglomerat all ihrer Gegner schließlich siegen. Die!« der Partei immanente„historische Mission" ist es, welche ihr trotz aller Verfolgungen, aller Anfechtungen, aller Hindernisse die felsenfeste Sieges- zuverstcht gibt und sie über alle Machinationen der Gegner, große wie kleine, kaltblütig Hinwegichreiten läßt. Kambli hat sich mit den Hauptschriften der Sozialdemokratie befchSf, tigt, ihm stnd die Arbeiten von Marx, Engels, Laffalle, Liebknecht, Bebel, Dietzgen k. bekannt, und er hat die Güte, der Sozialdemokratie neben verschiedenen schlimmen auch einige gute Seiten zuzuschreiben. Aber seine Polemik gegen die sogenannten schlimmen Seiten der Sozialdemokratie beruht augenscheinlich aus starkem Mißverständniß und Mangel an Durch- drinaung deS Gegenstandes. So z. B. wirft er, wie alle ihre Gegner, der Sozialdemokratie vor, sie bedrohe die persönliche Freiheit und schaffe einen ZwangSzustand, der jede freie individuell« Entwickelunz verhindere. In gleichem Athemzug polemisirt er aber namentlich gegen B-bel'S Schrift„Die Frau" und bestreitet, daß jene Vielseitigkeit der menschlichen Busbildung möglich sei, die Bebel an der Hand historischer Beispiele als in einer fozialistischen Gesellschaft in viel höherem Maße alS heute durch- führbar prognostizirt. Er fragt Bebel sogar etwas pikrrt auf dessen Aus- führungen hin, daß die heutige Handwerks- und profeffionsmäßige AuS- bildung einer universellen Ausbildung Platz machen werde, ob es auch keine Kunstdrechsler von Profession mehr geben, sondern auch auf diesem Gebiete der„Dilettantismus" das höchst« leisten werde, eine Frage, die sehr leicht zu beantworten ist. Der sogenannt« Dilettantismus, der aber am meisten diejenigen umfaßt, die aus innerem Beruf, auS „Herzensdrang", aus innerer Freude an einer bestimmten Thätigk-it, wenn auch nur als Rebenaufgabe, sich ihr widmen, hat auf allen Ge- bieten menschlichen WtgenS und menschlicher Entdeckungen daS Groß- artigste geleistet, und zwar so sehr, daß es noch sehr die Frage ist, ob Nicht die meisten der grobariizsten wissenschaftlichen Entdeckungen und menschlichen Fortschritte mehr den sogenannten Dilettanten aus Herzens- drang, als den zunftmäßig Gelernten aus Berufszwang zuzuschreiben find. Kambli alS Pfarrer sollte z. B. die Frage nah« liegen, warum eS «m verachteter jüdischer Zimmermannssohn und«in niedrig geborener Arabischer Kameeltreiber und nicht Gelehrte ihrer Zeit waren, welche die Begründer der beiden wichtigsten Religionen der Welt wurden. Auch weiß Kambli so gut wie wir, daß der erfolgreichste und größte Apostel de« Christenthums nicht ei» Studirter, sondern ein armer Teppichweber- gesell« war; ferner daß wir die heute allseitig anerkannte Lehre von unserem Planetensystem einem Berufszeistlichen(KopernikuS) verdanken, daß ein Barbier, Arkwright, die Spinnmaschine erfand u. s. w. u. s. w. Auch wollen wir aus die oben gestellte Frage an Bebel Kambli ant- einen neuen Prozeß verworfen habe. Der Tag der Hinrich tung sei auf den 11. November anberaumt. Hinzugefügt wird, daß die Vertheidiger der Verurtheilten an das Obertribunal d« Vereinigten Staaten zu appelliren beabsichtigten, daß dieser Schritt ab« so gut wie aussichtslos sei. Weiter wird gemeldet, daß die Anarchist« mit Repressalien sür den Fall der Hinrichtung drohen, geheime Versamm- lungen abhalten und öffentliche Protestmeetings gegen die Hinrichtung zu organisiren suchen. Die letztere Notiz ist in ihrer konfusen Fassung wieder recht bezeich- nend für die Art der Berichterstattung der Bourgeoispresse. Geheime Versammlungen und öffentliche Meetings haben nichts mit einander zu thun, wahrscheinlich haben die„Anarchisten" zu ihren Besprechungen üb« die Protestoersammlungen die Herren Bourgeoisreporter nicht zugezogen. Die„Anarchisten", sagen wir. Denn daß an diesen Protestversamm- lungen nicht blos die Gesinnungsgenossen der Verurtheilten, sondern Alles theilnehmen wird, was antikapitalistisch denkt und fühlt, was noch ein unabhängiges Urtheil und Gefühl für Recht und Gerechtigkeit besitzt, das steht für uns von vornherein fest.*) Die sieben Anarchisten sind zu Unrecht verurthetlt, es ist ihnen keine Beziehung zu dem BoMbcnwerfen nachgetvie- sen worden, es ist ihnen nichis bewiesen worden, als daß sie die Selbst- vertheidigung gegen Rechtsverletzungen gelehrt und sich für diese ausgerüstet halten. Der Richterspruch, der sie zum Tode verur- theilt«, ist ein Produkt deS K la s s e n h a s s e s und der Partei- j u st i z: nicht ihre Handlungen, ihre Tendenzen sollen fl? auf de« Schaffst büßen. Und dagegen sich aufzulehnen, ist Pflicht jedes, der sich nicht zum Mitschuldigen der Willkür machen will. Wir zweifeln deshalb keinen Augenblick daran, daß unsere Genossen jenseit« des Ozeans unter den Ersten sind, gegen den geplanten Just-z- mord zu protestiren und die Protestbewegung über das ganze Land hin- aus zu organisiren. Wir schließen uns dieser Bewegung mit vollem Herzen an und vereinigen unsere Stimme mit der der amerikanischen, klassenbewußten Arbeiter und wahrhaften Republikaner zum laute« Protest gegen die Ermordung der Opfer eines schmachvollen Tendenzprozesses. Wir protestiren dagegen als prinzipielle Gegner der Todesstrafe, wir protestire» dagegen im Namen der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Menschlichkeit! — Leben wir in den Zeiten der Inquisition? In Frank- furt am Main sitzt, wie man uns von dort mittheilt, seit dem 4. Juni d. I. ein A r b e i t e r Namens Steuerer in Haft, zurück- gehalten von dem sanatischen OrdnungSwütherich FabriciuS, de« nur die Versügung über Daumschrauben, Pechstiesel k. fehlt, um ei« richtiger JnquisitionSmann zu sein.„Warum", schreibt unser Korrespondent, „schmachtet Steuerer ohne Richterspruch im Kerker? Man hat eiltt Nummer des„Sozialdemokrat" bei ihm gefunden, und will ihn nun zu» Schwur bringen: er soll angeben, von wem er das Blatt hat. Weil er das nicht kann, weil er lieber stumm bleibt, als sich zu einer falschen Denunziation verleiten zu lassen, saugt man ihm dal Blut tropfenweise aus: Steuerer schmachtet in einem feuchten Gewölbe, ohne Licht, ohne Luft, ohne Buch, ohne daß man ihm den Anblick einel Freundes gestattet. Schändlich! Und wir verlangen keine Gnade, keim Bevorzugung für ihn, sondern nur sein gutes Recht, den Schutz, d« die heutige Gesellschaft ihren ärgsten Verbrechern gewährt, den sie selb? Mördern nicht vorenthält— wir wollen einen offenen, ehrliche« Prozeß für unseren Freund!" „Wenn sich aber die heutigen Gewalthaber einbilden, durch solch bru- tales, hinterlistiges Vorgehen, wie gegen Steuerer, ihre Herrschaft zu befestigen, so rufen wir ihnen zu: Thoren, die ihr seid, das Gegentheü wird der Fall sein! Ihr«erdet unser durch solche Mittel am wenigste« Herr werden. Die Sozialdemokratie gleicht dem Strome, der, zu eng eingedämmt, brausend aus seinen Usern tritt, AlleS mit sich fortreißend- was sich ihm in den Weg stellt. Verz ehnfacht, verhundertfacht eure Kerker, ihr werdet uns nie und nimmer bändigen!" So der Einsender. Wir aber wiederholen unsere Frag«: Leben wir in den Zeiten der Inquisition! Ist auch die Tortur schon wieder eingeführt! Wen« man die Mittel der verrotteten Kriminaljustiz von ehedem nicht ent- behren zu können glaubt, nun, so habe man wenigstens den Muth, ei offen zu proklamiren. *) Lesen wir doch in dem Moment, da unser Blatt in die Preffe geht, daß die DistriktS-Affembly(Sektion) 4g der Arbeitsritter in Reim Park in ihrer am 4. September— also noch bevor der Entscheid des Chicagoer Obergerichts bekannt war— abgehaltenen Sitzung den Be- schluß gefaßt,„die in Chicaao verurtheilten Anarchisten finanziell und moralisch zu unterstützen und die» allen Lokal- und Distrikt- Assemblies zu empsehlen." worten, daß Bebel versichert, eS sei unter Fachgenossen ein« allsettig a» erkannte Thatsache, daß unter denjenigen, die sich der Kunstdrechslerei auS Liebhaberei, al« Dilletanten, widmeten, eine erhebliche Zahl sich be- finde, die mindestens 95 Prozent der handwerksmäßig gelernten Kunst- drechsler an Geschicklichkeit überträfen. Also auch dieser Hieb war ve«- fehlt. War z. B. nicht auch Ludwig XVI. als Dilettant ein sehr g«- schickler Schlosser, während er in seinem Handwerk al» König unter- mittelmäßig war? Wie es mit den menschlichen Fähigkeiten und der Möglichkeit ihr» Ausbildung steht, dafür kann wohl Jeder aus seiner eigenen nächste« Umgebung merkwürdige Erfahrungen berichten, gar Viele haben sie a« sich selbst gemacht und wissen, waS e» mit der Berufsfreiheit und d» Ausbildungsmöglichkeit in der heutigen Gesellschaft für eine Bewandt- niß hat. Kambli greift auch die Sozialdemokratie an, daß sie die bürgerlich« ZwangSehe und das bürgerliche Privateigenthum aufheben wolle, zw» Institute, die sicher beide aus Zwangs Verhältnissen beruhen und also dü persönliche Freiheit beschränken. Wenn nun die Sozialdemokratie dies« Zwangseinrichtungen beseitigen will, wie reimt sich denn damit der Bor- warf, sie schasse einen ZwangSstaat und vernichte die persönliche Frei- heit? Wo bleibt überhaupt die große staatliche Zwangsanstalt, wen» Engel« und Bebel ausführen, daß in dem Maße wie die sozialistisch« Gesellschaft sich entwickele, der Staat seinen repressiven Charakter, d» ihn allein zum Staat macht, die„Staats idee" bi.det, immer mehr ver- liere und schließlich ganz verschwinde? So könnten wir der Widersprüch« und Ungereimtheiten noch meh r hervorheben, wir verzichten daraus. M begreifen, daß Männer, die nicht die Auffassung theilen, daß es sich h'" um einen, auf dem Klaffen- und Jnteressen-Gegensatz beruhenden w- historischen Kampf handelt, oder die nicht den Muth haben, fest de« Dmgen auf den Grund zu sehen, kaltblütig zu prüfen und ohne Rück- ficht auf ihre von Vorurtheilen beherrschten Gefühle, den nüchternen Be«- stand zur Geltung kommen zu lassen, sich selbst die Illusionen schaffe» Es ist die alt« Vogelstraußtaktik, die sich jeden Tag wiederholt, i erklären sie uns, und damit ist sie für uns abgethan. Was Kambli über die BiSmarck'sche sogenannt« Sozialreform und de» Bismarck-Puttkamer'schen Polizei-Sozialismus schreibt, akzeptiren wir, das findet unser- Zustimmung, und eS ist gut, daß man sich über den Werti dieses Humbugs im Ausland nicht täuscht. Da« System, daS die Arbetter vo« oben mit Gnadenbrocken glücklich machen will, daS sie aber im Uebrige» belügt und täuscht, jede freie, selbständige Regung bei ihnen unterdrückt- sie mit Gut- und Bluts lasten bedrückt, kann nicht scharf genug veru«- theilt werden. Im Uebrigen können wir natürlich und selbstverständlich unS mit d» Grundauffassung Kambli'S tn keiner Weise befreunden. Wenn er meint es gebe kein soziales Dogma, keine glücklich mach-nd« Wirthschaftslehr« fo sei ihm erwiedert, daß Grundsätze allerdings keine Dogmen sind, un> Lehren an sich nicht glücklich machen. Bus diesen Zopf beißt die Sozial- demokratie nicht. Aber mit Eklektizismus und allgemeiner Grundsatz losigteit schafft man auch keine neuen Gesellschasisorganisationen. H» man das Grundübel der Dinge erkannt, ist man sich über die Ursache klar, so kann über die anzuwendenden Hellmittel kein Zweifel bestehe» Ueber das„Wie" und„Wann" mag man streiten, über daS„Ob" tf der Streit ausgeschlossen. Daß„an die Stelle eines sich stets schärfende» Klassenkampfes ein harmonisches, friedliches Zusammenwirren all«» Stände, aller Volksilassen und aller Bildungsstufen trete", um d» „höchste Glück der Menschheit" zu begründen, ist ein frommer Wunsck der ein gutes Gemüth, aber keinen scharfen Verstand, aber schiefe hifl»- — ES wird fsrtgesosse«! Verziihung, lieber Leser— daS Wort M nicht für recht anständig, aber leider ist eS das einzige, welches paßt, denn daS anständige fort g e t r u n k« n I würde nicht passen, weil ei sich um«in unanständiges Trinken handelt, und daS un- anständige heißt Saufen. Also:„ES wird fortgesosfenl" war daS Thema eine« vor- träges, den Sonntag den 12. September d. I- Herr v. Puttkamer vor einer Gesellschaft von Studenten w Känigiberg hielt, und der als Segenvortrag gegen die bekannten Ausführungen des Herrn v. Bosse betrachtet«erden muß. Welcher Herr v. Puttkamer? fragt der Leser— welcher der fünfhundert Puttkamer, die den preußischen Staatsdienst unsicher machen, hat über daS Thema:„ES wird fortgesoffen!" einen Bortrag gehalten? Welcher Puttkamer? Welche Frag«! Natürlich unser Puttkamer, unser P utty, der kaiserlich-deutsche Staatssekretär und königlich-preußische Polizeiminister von Puttkamer, der Protektor und Lobredner des„pflichttreuen" Jhring-Mahlow und einiger hundert oder auch tausend— je nachdem— ähnlicher Bieder-/ Männer. Es war anläßlich der famosen„Kaisermanöver", und die Herren Korps- und Saufbrüder der Universität Königsberg hatten„die hohen Herrschasten" zu einem Kommers, was auf Deutsch Sauferei heißt «ingeladen. Unser Putty kam, sah, soff(nochmals Verzeihung!) und redete. Wir wissen ja, wie er redet. Die unnachahmliche Pos«, die faunisch glitzernde Rase, der selbstbewußte Blick, welcher uns zurust:„Bin ich nicht der gescheidte Putty? Bin ich nicht der geistreiche Putty? Bin ich nicht der elegante Putty? Bin ich nicht der Gentleman Putty?" Und die meckernde Lieutenantsstimme l Sin Schauspiel, an welchem der Liebhaber deS Humors und der Freund von Kuriositäten sich nicht satt sehen kann! Und nun erst die Perlen und Redeblüthen, die dem(leider von den finsteren Mächten deS Umsturzes arg heimgesuchten) Zaune der Zähne »ntstiegen. Entfliegen? Nein, entt räufeln! Jedes Wort langsam, bedächtig vorgelräufelt, jedeS Wort unserer Bewunderung emp'ohlen, jedes Wort uns zurufend:„Bin ich nicht der gescheidte Putty? Bin ich Nicht der geistreiche Putty? Bin ich nicht der elegante Putty? Bin ich Nicht der Gentleman Putty? Kurz: Bin ich nicht ein Hauptkerl? D e r Hauptkerl? Bin ich nicht der gescheidteste, geistreichste, eleganteste, gentle- männlichste Tausendsasa auf der ganzen zivUistrten und unzimlisirten Und dieser Putty hält die Rede über daS Thema:„SS wird fort- oesoffen!" Die deutschen Studenten sollen sich nicht irre machen lassen. Wenn vaS Kolleg auch einmal geschwänzt wird, Gesinnung ist das A und daS O. Wir brauchen stramme, pflichttreue Beamte. Und wie die Stu- dsnten jetzt sind, so sollen sie bleiben! Das war die Red«. Wie sie find, so sollen fie bleiben: Bint, ut Bunt, aut non aint I Und wie find fie? Herr v. Bosse hat«S un» gesagt: sie saufen und faullenzen. Außer dem Saufen treiben sie auch noch andere Allotria, >> B. botokudenhastes Aufeinanderlospauken und noch Schlimmeres, was wir mit dem Mantel chnstlicher Liebe bedecken wollen. In jedem Kall ist aber das Sausen die Hauptsache. Also, es wird fortgesoffen! DaS war, kurz zusammengefaßt, der Inhalt, der Zweck und die Moral der Puttkamer'schen Rede. Und ohne weiteren Kommentar wollen wir die Putty'sche Leistung llnserem kulturhistorischen Raritätenkabinet einverleiben. Wir haben eS in der That weit gebracht. Und Herr Puttkamer hat tn dieser seiner letzten Red« sich selbst übertroffen. Sein Jhring-Mahlow kann aus ihn stolz sein. Ja,„es wird sortgesoffen!", ihr deutschen Studenten—«in Minister hat e» euch gesagt, eine der Säulen des herrschenden Systems, eine der kt ästigsten Stützen unserer Staats- und Gesellschaftsordnung— mst ftnem Wort: der große Putty, des großen Bismarcks(senior) r-chte Hand, hat es euch gesagt. Ihr deutschen Studenten, laßt euch nicht be- irren durch die mäkelnden Ausstellungen deS Philisters von Bosse, der da s» naiv ist, von einem Studenten zu verlangen, daß er studire; von einem Beamten, daß er etwas gelernt habe. Bah, das Lernen ist vom Uebel, bestenfalls überflüssig. Was der Staat braucht, daS ist gute Gesinnung, Gehorchen auf's Wort, und dazu nützt das Lernen nicht«; im Gegentheil, es bringt nur unsinnig«, ungehörige Ideen in die Köpfe. Drum bleibt, wie ihr wäret, und wie ihr seid, ihr deutschen Swdenten! Sauft fort I Paukt fort! Aber bewahrt und pflegt gute Gesinnung I Und je mehr ihr sauft und je mehr ihr paukt, je trüber da» Hirn, je hohler der Kopf, je roher der Sinn, desto brauchbarere Werkzeuge wer- det ihr einst werden. ---- So hat Putty zwar nicht geredet» aber er hat«s g e» lagt. rische Auffassung verräth. Die Geschichte vollzieht sich als„ehernes Muß" und unsere Aufgabe ist, diesem„ehernen Muß" auf die Spur zu kommen Und ihm nach Kräften die Bahn frei zu machen. Schriften wie die vor- liegend« haben den weiteren Bortheil, eiaescheils daß sie Symptome der Zersetzung stnd, in der die herrschenden Klassen sich befinden, das Mei- Nungschaos, die vollständige Rath- und Kopflosigkeit darthun, die unter ihnen herrscht, anderntheils daß sie selbst Helsen in dem bisher neutralen oder blind voreingenommenen Theil des Publikums die Zersetzung be- fördern dadurch, daß sie den Glauben und das Vertrauen in die Rich- tigkeit, Gerechtigkeit und Haltbarkeit des bestehenden Systems erschüttern. Das ist eine wichtige Aufgabe, die dieser Art literarischer Erzeugnisse zufällt, und die wir keineswegs unterschätzen. t«• genügt nicht, daß ein« mächttge, auf die Massen gestützte und durch die je stetig stärker werdende Partei existirt, welche die Winirungsarbeit unternimmt und nach dem Ausbau einer neuen Gesellschaftsordnung firebt,«i müssen auch all« Stützen der alten Gesellschaft in's Wanken Gebracht,«S muß der Glaube und daS Selbstvertrauen dieser alten Ge- fellichaft erschüttert, die Hoffnung auf Erhaltung ihr genommen werden. Diese letztere Arbett vollziehen und zwar meist wider Willen alle Jene, Kche sozialen Reformen das Wort reden und um jene Reformen zu cünden, zur Kritik an und gegen die bestehende Ordnung, die fich federn immer mehr als Unordnung fühlbar macht, genöthigt werden. Christenthum wäre unmöglich gewesen, wenn nicht die alten Philo- hen seit Plato den Glauben an die überlieferten Götter in den höhern äffen erschüttert und die soziale Misere deS Römerreichs den Massen alten Glauben gewattsam genommen hätten. Der Reformation gingen Humanisten voran, die sozial-religiösen Sektirer in Böhmen, in mken, in Stetermark und Oesterreich, der Bundschuh in Schwaben Und im Elsaß. Die große französische Revolution läuteten die Enzyklo- piidisten ein, die alle Grundlagen der feudalen Gesellschaft untergruben, «i« Rebellionen des aufstrebenden BürgerthumS gegen die alte Zunft- vrganisation, die Massenunzufriedenheit der Bauern gegen die Feudal- kästen de» Adels und der Geistlichkett. Di« vorbereitende moderne proletarische Bewegung ist nicht ganz drei bahrzehnte in Fluß, und bereits hat fie die ganze«ulturwelt ergriffen: p« hat selbstbewußte Massen in Bewegung gesetzt, wie sie bis dato keine Jwalmuwen... lind immer stärker wird ihre Macht. Wie der Riese Antäus auS seiner Berührung mtt der Mutter Erde immer neue Kraft schöpfte, so schöpft sie stets wachsende Kraft auS der fich immer rapider entwickelnden, sich nnmer mehr überstürzenden kapitalistischen Produktion. Die Gegner, über ihr eigenes System und seine Folgen erschreckt, suchen hier mit Güte, dort mtt Gewalt diesem von ihnen selbst erzeugten Todfeind entgegen- »Utreten. Vergebens. W-» immer ste gegen die Bewegung in's Werk setzen, in letzter Instanz nützt es nur dieser und schlägt zum eigenen Schaden ihrer Gegner um. Daher die Unruhe, daher die Angst, d,e sich ihrer immer mehr bemächtigt und sie zu neuen Th-rheiten treibt. Dre Dinge gehen unabwendbar ihren Gang. Di« sozial- Bewegung d-S neun- zehnten Jahrhunderts ist ihrem Ziele näher al, die Weiften- Freund Und Feind— sich träumen lassen. DaS Proletariat verkauft das Recht der Erstgeburt nicht um ein Linsengericht, mag ihr dies auch in noch so verführerischer Form servirt werden.-g- Putty ist ein großer Man«— er hat seine Zeit durchaus begriffe»«- es wird fortgesoffen! — DieRichtSwürdigkelt de« neudeutsche« zoll»«nd Sitener- Politik kommt einem so recht zum Bewußtsein, wenn man von den Hungerlöhnen liest, zu welchen weit« Kreis« der deutschen Arbeiter- schaft verdammt sind. Man lese z. B. folgende, von der Berliner„Volkszeitung" dem jüngsten Jahresbericht der Plauener Han« delskammer entnommene Mittheilungen über die Lohnverhält« »isseim sächsischen Loigtlande: „Der Bericht pro 1835." schreibt die„Volkszeitung",„gibt auf Seite 8» den W o ch e n v« r d i« n st der Handwerker in der Weißbaumwollweberei auf„höchstens S'/,— 5 M." an. Bei dem Arttkel Sireichgarnwaarsn wird auf Seite S9 bemerkt, daß,„wenn ein Arbetter auf breitem Swhle 18—20 M. wöchentlich verdiene, hierzu noch zwei Personen, welche gut spulen können, erforderlich seien und alle die Arbeitszeit weit ausdehnen müßte n." Bon dem Verdienst der Streichgarn- Handweber, speziell im oberen Boigtlande(OelSnitz und BoigtSberg bis zur böhmischen und bayerischen Grenze), heißt eS auf Seite 102, daß „bei vierzehnstündiger täglicher Arbeitszeit ein Weber für sich und Spuler zusammen 12 Mark, für sich allein etwa 8 Mark täglich verdien t". Wohlverstanden bei vierzehnstündiger Arbeits- zeit! Für obervoigtländische Handweber in halbwollenen Waaren betrug „der unsichere Wochenverdienst höchsten» S— 7 M a r k", wie auf Seite 108 zu lesen ist. Bei der Maschinenstickerei in Weiß hatte der Wochenverdienst in 1834 7— S M. in 1885 6-7 M. betrage«. Für 1836 heißt es auf Seite 128:„Die Löhne der erwachsenen Aufpasser und Fädler find an den größeren Orten um'/# M., an den kleineren bis um 2 M. zurückgegangen. Jedenfalls hat fich der Arbeits- verdienst im Durchschnitt ungünstiger gestaltet." Ueber daS Spitzen- geschäft heißt eS(Seite 186):„Der Arbeitsverdienst eines guten Ar- b-iters wird von Breitenbrunn aus auf 50— 70 Pf. täglich, also auf 5—10 Pf. weniger als im Vorjahre, angegeben; im Durchschnitt dürfte er sich nicht höher als auf SO— 40Pf. gestellt habe n."(!) Bei Artikel Gorl- und Perlnäheret wird berichtet:„Der tägliche Arbeitsverdienst wird von Schönheid« aus auf 60— 70 Pf., für Tüllartikel aus zirka 150 Pf. angegeben." Die Klöpplerinnen in einigen Theilen des Handelskammerbezirks hatten„lohnende" Beschäftigung, wie es heißt, bei 70— 100 Pf. Tagesverdienst. Endlich wird bei dem Artikel gemusterte Tüllgewebe bemerkt, für Bandeinfassen würde nur noch 2 Pf. pro Meter gegen 2'/, Pf. im Vorjahr bezahlt." Und statt wenigstens darauf hinzuarbeiten, diesen Proletariern die Lebens- und Genußmittel so billig alS möglich zukommen zu lassen — was beiläufig auch noch keine Lösung wäre— ist da« Streben der deutschen Wirthschaftipolitik ausschließlich darauf gerichtet, fie ihnen im Interesse einer bevorzugten Minderheit— der sogenannten„noth- leidenden Landwirthschaft"— nach Möglichkeit zu»ertheuern, jedem Billigerwerden mit allen Mitteln entgegenzuarbeiten. Das hat man bei der famosen Branntweinsteuer gelhan, da» war die Aufgabe der nicht minder famosen„Reform" der Zuckersteuer, das ist der Zweck der geplanten weiteren Erhöhung der Getreidezölle, und daS ist endlich da» edle Ziel derer, die jetzt zu Gunsten einer Handvoll Rheder einen Zoll auf Seefische verlangen. Kein Bolksnahrungimittel, selbst der die einzige Würze der Aermsten der Armen ausmachende Häring nicht, ist vor der Habgier der schmutzigen VolkSauShunaerer sicher. Auch er soll besteuert werden, im Interesse der reichen HäringSrheder. Aber die koalirten VolkSschinder haben eigentlich ganz Recht. Warum sollen sie daraus verzichten, auS der Haut deS BolkeS Riemen zu schneiden, so lange diese» es sich ruhig gefallen läßt? DaS sächsische Voigtland ist im Reichstage durch stramme Kartellanhänger vertreten, die allen Zoll- erhöhungen, allen indirekten Steuern zustimmen! Proletarier, wollt ihr ewig die geduldigen Lastthier« sein? — Die„Norddeutsche Alllgemeine Zeitung" hat fich unter den Reptilienblättern nach langen Anstrengungen wirklich den ersten Platz gesichert. Der Ruf, das verlogenste und niederträch- t i g st e Blatt Deutschland«, ja der Welt zu sein, kann ihr selbst von der„Kölnischen Zeitung" nicht mehr streitig gemacht werden. Frei- lich— sie hat auch Glück gehabt. Solche Mitarbeiter findet man nicht jeden Tag. Wie allgemein die Verdienste der„Norddeutschen" gewürdigt werden«nd wie fest an ihre Verlogenheit geglaubt wird, erhellt durch ein klassisches Beispiel aus neuester Zeit. Wie man sich erinnern wird, ging in den letzten Wochen allgemein das Gerücht um, der Zar werde mit dem Heldengreli bei dessen Besuch in Stettin zusammenkommen. DaS Gerücht erhielt sich hartnäckig, ob- gleich sich die gesammt« Reptilpresse abquälte, ei als unbegründet hinzu« stellen. Und wie entstand jene» Gerücht und wie wurde e» genährt? Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" brachte einen langen Leitartikel, in welchem dem Publikum pathetisch versichert ward, es liege absolut keine Veranlassung und keine Abficht zu einer Kaiser-Entrevue vor. Wohlan, bei der grundsätzlichen Verlogenheit der„Norddeutschen" und ihrer Leute nahm daS Publikum da» Gegentheil für wahr an, und ließ sich auch von dieser Annahme nicht abbringen. Nun— zufällig hat die„Norddeutsche" einmal nicht gelogen. Aller- dingS ist sie daran ganz unschuldig. Denn die Leute der„Norddeutschen Allgemeinen" haben eS an den hundsgemeinsten Kriechereien vor Ruß- land nicht fehlen lassen, um den Zar zu einer Visite in Stettin zu de- wegen. Der arme Tropf von Zar hatte aber an der Kopenhagener Revolverkugel genug und wollte sein kostbares Leben nicht der problematischen Geschicklichkeit der Puttkämerlinge anvertrauen. Und so blieb er weg— zum großen Leidwesen seiner christlich-germanischen Anbeter, die, seit er sie in Skierniewice mit seiner Gegenwart begnadet hat, noch bedeutendere Fortschritte im Bauchrutschen und Schweiswedeln gemacht haben. — Die fächfische Regierung hat den 18. Oktober als Termin für die Landtagswahlen festgesetzt. Der 18. Okiober ist bekanntlich ein„patriotischer Tag", der Jahrestag der„Völkerschlacht bei Leipzig", in welcher die Völker freilich blos aus die Schlachtdank geführt würben, um ihren angestammten Fürsten von GotteS Gnaden„Ruhe" zu ver- schaffen in Europa. Der Plan der sächsischen Regierung ist durchsichtig. Der„patriotische Tag" soll„patriotisch" begangen werden, und in dem„patriotischen" Bier- und Schnapsdusel will man die Wählermasse„patriotisch" be- lämmern. Wir können auS sicherster, ja aus authentischer Quelle hinzufügen, daß der famose S p a r i g, der bekanntlich im Auftrag der sächsischm Regierung— die Sache wurde durch den Leipziger Kreishauptmann vermittelt— die letzten Reichstagswahlen im ganzen„gemüthlichen" Königreich leitete, auch diesmal zum Wahlleiter der gesamm- ten Ordnungsparteien des LandeS ernannt worden ist, und zwar mit Billigung der obersten Behörden und ihrer ausdrücklichen Versicherung, Alles, was gethan werden könne, zu thun. Als Signatur der Zeit und zur Charakteristrung unserer Wahlen sei hier noch bemerkt, daß bei den letzten Reichstagswahlen die sächsische Regierung, natürlich nicht amtlich, sondern vtrictissimo„privat" an alle Staats- und Gemeindebeamten die Ordre ausgegeben hatte: 1) Kein Gesetz darf formell verletzt werden; also namentlich keine Versammlungsverbvte u. s. w. 2) Alles, was ohne formelle Verletzung de» Gesetzes gethan werden kann, um ordnunzsparteiliche(reaktionäre) Wahlen zu sichern, muß von jedem Beamten gethan werden, dem an dem Wohlwollen seiner Vorgesetzten etwas gelegen ist. Dieser Ordre waren genaue Detailvorschriften beigegeben. Ganz ähnlich wird auch jetzt wieder verfahren werden. Ob aber mit dem gleichen Erfolge? Wir werden ja sehen. — In Bresla» ist die Untersuchung nun endziltig geschlossen, K r ä ck e r und Genossen bleiben aber trotzoem in Hast. Der brave Herr Untersuchungsrichter will sicher gehen, so daß die bösen Sozialdemokraten in jedem Fall ihre Strafe abhaben— auch wenn eine Frenprechung erfolgen muß. Anklage— natürlich auf„Geyeimdündelei"— ist gegen 38 Genossen erhoben und 60 Zeugen sollen geladen welden, so daß es also«wen richtigen«onstreprozeß gibt. Die Quantität muß tfaf die Qualität ersetzen. Di« Verhandlungen werden etwa Mitte de» nächsten Monats statt- finden und unter den geladenen Zeugen befinden fich Bebel, Hasen» c l« v ar und Singer. Nachschrift. So wett war die vorstehende Nottz gesetzt, als nrtf die Nachricht erhielten, daß am Freitag den 16. d'ei, 6 Uhr früh, plötz-e lich die 24 vorläufig auf freien Fuß gelassenen Angeklagten überfalle» und ins Befängniß abgeführt wurden, so daß jetzt'inSgesammt 34 Angeklagt» fich hinter Schloß und Riegel befinden. Dieses Hin- und Herdiöponiren de« Untersuchungsrichters verräth nur sein schlecht«? Gewissen. Nicht um„Verdunkelungen", sonder» um der gehörigen Beleuchtung seines nichtswürdigen Verfahren» vorzubeugen, wirst er jetzt wieder 26, beraubt er 34 ehrenhafte Männer — die meisten Familienväter— ihrer Freiheit, schädigt er ste an ihre» Existenz, ruinirt er die Einzelnen unter ihnen auf lange Zeit, vielleicht für ihr ganz-S Leben. Und dafür gibt es keine gesetzlich« Sühne, der Rechts- und Kultur- staat Deutschland kennt keine Entschädigung für willkürliche Freiheit»« beraubungen, wenn ste von Richtern und Polizeibehörden in Form Rechtens verübt worden. Schutzlos ist der mißliebige Bürger den Chi, kanen de» ersten besten Rechts schürten preisgegeben, des ersten beste» gewissenlosen Sirebers, der Winke von oben zu deuten versteht. Ist ihm absolut keine Schuld nachzuweisen, nun, so mag er fich noch dafür be« danken, daß man ihn endlich frei laufen läßt, den Richter, den Polt- zisten zur Verantwortung zu ziehen, fällt Niemand ein. Im Organ der englischen sozialistischen Liga,„Commonweal", gab neulich ein Ritarbeiter seinem Erstaunen darüber Ausdruck, daß die deutschen Arbeiter all die Unbill, die ihnen polizeilicherseit» zugefügt wird, so geduldig ertragen. Es muß in der That manchem Ausländer sonderbar vorkommen, daß die deutschen Arbeiter, die es doch an Be« weisen von Muth und Opferfreudigkeit nicht haben fehlen lassen, auf das natürliche Recht der Nothwehr zu verzichten scheinen. Un» sind von Schweizern, und darunter auch von Nichtsozialisten, edenfall» in dieser Richtung schon Bemerkungen zu Ohren gekommen, die nmch energischer lauteten als die des„Commonweal". Wir konstatiren da» hier— zur Warnung für diejenigen, die eS angeht. Auch die Geduld" der Geduldigsten hat ein Ende. Jm Uebrigen konstatiren wir noch, daß Manches besser wäre in Deutsch- land, manche Schandthat nicht verübt würde, wenn die bürgerliche Prsse, die Presse des liberalen Bürgerthums, sich nicht der Polizei gegenüber so bodenlos feig benähme. Ran vergleiche die Sorache der englischen liberalen Blätter gegenüber dem Austreten der englischen Po- lizei in Richelstown mit der geschäftsmäßig kühlen Art, mit der t» Deutschland die brutalsten Infamien der Polizei gegen Sozialisten rub« rizirt werden, und man wird das scheinbar Unbegreifliche begreiflich finden. — AuS Leizig wieder Ausweisungen, und gleich„sieben auf einen Schlag". Die„gemüthltche" Seestadt an der Pleiße wird immer„gemüthlicher". Von den Ausgewiesenen befinden fich fünf Mann augenblicklich im Gefängniß, und zwar wegen eines der stereotype» „Vergehen gegen das Sozialistengesetz". Nun— daß wegen solcher„Ver- gehen" Bestraste der Ausweisung verfallen, ist alte Praxis und wir ver- lieren deshalb kein Wort— sondern registriren die Thatsache blos in dem großen Schuldbuch. Die zwei anderen Ausgewiesenen sind aber nicht im Gefängniß, ste sind nicht bestrast, fie stnd keine«„Ver» gehenS gegen das Sozialistengesetz" schuldig befunden worden. Ihr Ver- brechen ist ganz besonderer Art, und verdient ganz besondere Erwäh» nung. Die Leser erinnern fich wohl, daß vor einigen Wochen eine Rott» durch die Zeitungen ging, die Leipziger Polizei habe«ine geheime Sozia- listeaversammlung„aufgehoben". In Wahrheit hatte die Polizei dlo» eine ruhig« Gesellschaft, in der sich auch Sozialdemokraten befanden, in der landesüblichen Weise belästigt und gestört. Hintennach fiel r» einem findigen Polizeigenie ein, die Gesellschaft könne eine geheim« Versammlung gewesen sein. Es fehlte aber an jedem Anhaltspunkt. ES war eine ganz willkürliche Vermuthung. Zwei oder drei Haussuchungen, ausS Blaue hinein gemacht, blieben ohne Ergebniß. Und weil die Polizei keine Beweise entdecken konnte, sind dies« beiden Genossen, die sich in jener Gesellschaft befunden hatten, ausgewiesen worden. B l o» deshalb! Die Polizei, gleich dem See des DramaS, will ihr Opfer haben, und sich von ihr nicht erwischen lassen, ist ein Verbrechen, da» sie mit Ausweisung bestraft. Schöne Zustände das! J-denfalls dürft« Deutschland das einzige Land sein, in welchem eS strafbar ist, keines Verbrechens oder Vergehen» überführt wer- d e n z u k ö n n e n. O, wir haben eS herrlich weit gebracht l — Vortreffliche Grundsätze findet man in der„Norddeutsch«« Allgemeinen" entwickelt, Grundsätze, denen sich Jeder nur anschließe» kann. So lasen wir in einer der letzten Nummern de» Bismarck'sche» Leibblattes: „Daß eine abweichenden Ansichten huldigende Richtung von d«r gerade an der Gewalt befindlichen Partei rücksichtslos ter» rorisirt wird, ist zwar schön öfter« dagewesen; daß aber die Anstifter öffentlicher Unordnungen noch oben- drein aus dem Munde der höchsten Autorität als gute Patrio- ten belobigt werden, das dürfte immer doch eine ganz neu» Leistung sein, deren Priorität den gegenwärtigen....... Macht- habern wohl von Niemandem streitig gemacht werden wird. Freilich können sie kaum erwarten, daß eine Situation, die zu solchen AuS- Hülfemitteln greift, in Europa noch irgend welches Ver- trauen genießt und nicht vielmehr den Verdacht erweckt, daß man es hier mit dem Ansang vom Ende zu thun habe." Bravo, bravo, bravissimo l ruft hier der Leser aus, der sich des wüste» Wahlterrorismus erinnert, den die Kartellbrüder unter dem Schutz der „gegenwärtigen Machthaber" im Februar d. I. verübt, und des Lobe», das sie dafür aus allerhöchstem Munde geerntet. Vortrefflich l Dieser Pindter ist ein Ehrenmann, der hat das Herz auf dem rechte» Flecke. Redakteur eines offizlösen Blattes, und so der Regierung und den Regierungsparteien den Standpunkt klar zu machen, dazu gehört Muth. Ja, lieber Leser, dazu gehört Muth, viel Muth, dazu gehört die U n» Verschämtheit einer„eisernen Stirn". Denn was da gesagt wird, bezieht sich auf— B u l g a r i e n, bezieht sich darauf, daß in Sofia dem elenden Karawelow die Fenster eingeworfen wurden. De« Bulgaren, denen man, um Väterchen gefällig zu sein, auf Schritt und Tritt Knüppel in den Weg wirft, denen man jetzt drei Kriegsschiffe auf den Hal« schicken wollte, um für den zehntausendsten Theil dessen Sühn« zu verlangen, was man sich tagtäglich von Väterchen» Preßkosaken ruhig gefallen läßt, den Bulgaren, deren Freiheit man an Rußland verschachern will, wird diese Moral gepredigt. Sie sollen gegen Verräther am eigenen Volke hübsch fein und anständig sein, gedungene Subjekte als«ine„abweichenden Ansichten hulhigende Richtung" betrachten. Vielleicht, weil dieselben aus der nämlichen Schüssel fressen, wie so mancher preußisch« Kommissionsrath? Aber freilich, hinter dieser geheuchelten Entrüstung verbirgt sich die Verlegenheit einer vergeblich nach Gründen für ihr allseitig verdammtes Vorgehen suchenden Politik. Wenn der Zyniker nicht ein noch auS weiß, wird er von jeher„moralisch". Wenn er nur Jemand fände, der sein« Moral für«cht hielte! — Glücklicher Schäffl«! Run ist seine schwerbereute Jugendsünd« — die schwäbische Exzellenz war erst 43 Jahre alt, als die„Quintessenz des Sozialismus" das Licht der Welt erbuckte— doch von ihm genom« men worden. Im„Amtsblatt zum Tiroler Boten" vom 5. September macht der k. k. Präsident des Landesgerichts Innsbruck bekannt, daß diekes„über Einschreiten der k. k. Staatsanwaltschaft vom 18. August 1337 Nr. 3175 zu Recht erkannt" hat: „Der Inhalt der Druckschrift:„Die Quintessen» de» S o z i a l i s m u S" von Dr. A. Schäffle. Chiongo, Charles Petersen, Clybourne Ave.(I.Bd.) begründet den Thatbestand des Vergehens im Sinne deS§ 305 des Strafgesetzbuches und wird deshalb ge- mäh Z 493 der Straf-Proz-ß-Ordnung das Verbot der WetlerverbreitungdervorerwähntenDruckschrist ausgesprochen." Schade, bah wir kein Exemplar des„Großen Buches" zur Hand haben, nach welchem die Weisheit österreichischer Richter über Gerechte und Ungerechte befindet, es wäre doch sehr interessant, zu wissen, welch«» �Bkrgehen gegen die öffentliche Ordnung" der brave Rechtsgelehrte, der über die verdächtige Schrift de» verdächtigen Herrn Schiffte ,u befinden hatte, in derselben entdeckt hat. Etwa Aufforderung zum Umsturz, Hoch- verrath, Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen ,c.? Vielleicht ist einer unserer österreichischen Genossen so freundlich, über diese inter« effante Frage unS Auskunft zu geben. Wie dem aber auch sei, jedenfalls ist die„Quintessenz" verboten— wenn auch vorläufig erst in Oesterreich—, und Herr SchSffl« braucht keine neuen Schriften auszuhecken, um sich nach dem Muster de» seliaen Wranqel selbst zu„dementiren". Er kann es mit der verunglückten „Aussichtslostgkeit" bewenden lassen. Der moderne Jnquisitionsrichter in Innsbruck hat ihn der undankbaren Arbeit überhoben. Oder sollte der gute Mann wirklich nicht geahnt haben, daß der ver- dächtige Verfasser der an dem verdächtigen Ort(wo Chiongo wohl liegen mag?) erschienenen verdächtigen Schrift identisch ist mit Herrn Dr. A. E. Schäffle, k. k. Staatsminister a. D., Exzellenz? Sollte der Ruhm des um die Rettung der Gesellschaft so verdienten Staatswissen�chaftler» nicht einmal bis nach Innsbruck gedrungen sein? Und Innsbruck hat doch eine eigene Hochschule, eine katholische Hochschule, und Herr Schäffle hat doch eine so tiefe Reverenz vor der katholischen Kirche ge- macht? Konnte man ihm wenigstens nicht die Beschämung ersparen, mit einem Bebel, einem EngelS, einem Petzler. einem Ed. Sack in einen Topf geworfen zu werden? Denn in derselben Bekanntmachung werden auch Schriften dieser notorischen Umstürzler verboten, von denen keiner je Minister, noch Professor war, keiner stch so christlich-gottergeben selbst geohrfeigt, wie Herr Schäffle. Armer Schäffle! — Beiläufig. Während von der„Quintessenz" des Herrn Schäffle, nachdem sie in der sozialistischen Presse günstig besprochen worden, Auf« läge über Auflag« nöthig wurde, lagert die„Äusstchtslosigkeit" des Ex- Ministers als ein Krebs echtester Sorte im VerlagSkeller der Herren Laupp in Tübingen. Die Arbeiter erwiesen sich dem Mann, den ste für den Ihren hielten, dankbar, kauften und lasen seine Schrift, die Bour« geotfie, deren Presse das Lob der„Aussichtslosigkeit" in allen Tonarten gesungen, läßt sie mit Seelenruhe links liegen. Für einen ganz gemeinen Krieter gibt sie hundert Schäffle hin. Begreifen Sie nun, wessen Sache die aussichtslosere ist, Exzellenz? — Als Beitrag zur Jubiläumsschrift der deutschen Sozial- demokratie erhalten wir Abschrift folgender Verbotsverfügung —„ein Meisterstück polizeilicher Dummheit und Niedertracht": Die K. Würlt. Regierung des Neckarkreises an die K. Stadtdirektion Stuttgart. Auf den Bericht vom 23/25 v. Mts. wird der K. Stadtdirektion er« öffnet, daß man(l!) die vorgelegte, nicht periodische Druckschrift: „Die positiven Ziele des Sozialismus. Von I. Stern. Im Selbst- verlaae des Verfassers. Stuttgart 1887. Druck von Christmann und Mauser." auf Grund der ZK ll und 12 des Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 hiermit ver- boten haben will.(Prächtiger Stil.) Nach§11 deS Gesetzes vom 21/10.78 sind Druckschriften, in welchen sozialdemokratische, sozialistische oder kommunistische, auf den Umsturz der bestehenden Staats- oder Gesellschastsordnung gerichtete Bestrebungen in einer den öffentlichen Frieden, insbesondere die Eintracht der Bevöl« kerungSklasie gefährdenden Weife zu Tage treten, zu verbieten. Die Voraussetzungen, welche in dieser Gesetzesbestimmung für daS Verbot'einer Druckschrift aufgestellt sind, treffen bei der vorliegenden Druckschrift vollkommen zu. Im Allgemeinen versalzt die Schrift deS als sozialdemokratischer Agi- tu�7 c�faiinten Verfassers den Zweck, den Sozialismus,„das volks- wirtssschaftlicke Ideal der Sozialdemokratie", als das allein berechtigte Endziel der Bestrebungen der menschlichen Gesellschaft anzupreisen, dieses Ziel als erreichbares hinzustellen und den damit irregeleiteteten Leser für diese Idee und weiter für die Sozialdemokratie selbst zu gewinnen. Wenn nun die Bestrebungen schon an und für sich als aus den Umsturz der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung gerichtet zu betrachten find, so gilt dies ganz besonders von dem in der Schrift geschilderten Endziel, dem Ideal der Sozialdemokratie, der„gesellschaftlichen Produk- tion", da diese den Umsturz der bestehenden Ordnung, insbesondere die Abschaffung deS Privatbesitzes an den Produktionsmitteln(Grund und Loden, Fabriken und Werkstätten) voraussetzt. Eine Schrift, welche wie die vorliegende nach dem Motto: „Die Gegner nennen sich Ordnungsparteien, während sie uns als Umstürzler verschreien: in Wahrheit verhält eS sich umgekehrt: von ihnen wird die Ordnung gestört, f i e wollen ewigen Kampf und Krieg, w i r wollen der Ordnung verhelfen zum Steg" die Tendenz hat, die bestehende Ordnung zu verdächtigen und eine neue auf den Trümmern dieser Ordnung gedachte Einrichtung als daS vom fittlichen Menschen anzustrebende Ziel darzustellen, verstößt selbst gegen die staatliche und gesellschaftliche Ordnung und ist auf ihren Umsturz gerichtet. Daß die Schrist aber auch den öffentlichen Frieden, insbesondere die Eintracht der B-völkerungeklassen gefährdet, ist ebenso durch die von ihr verfolgten Zwecke, als auch durch einzelne Auslassungen bewiesen, welche den Klassenhaß zu schüren geeignet find. So heißt es auf S. 10: „Derartig- Absurditäten sind noch heutzutage möglich, wo infolge tausendjähriger Barbarei, welche sich lächerlicherweise Kultur oder Zivilisation nennen läßt, Eizenthumsverhältnisse sich ausgebildet haben, die jene moderne Sklaverei herbeiführten, welche weit schlim- mer ist alS die antike, indem die meist in dürftigsten Verhältnissen lebende Arbeiterklasse ihren Schweiß vergießen, vielfach sogar ihre Gesundheit ruiniren muß, damit eine Minderheit, welche theils gar nicht, theils nur wenig und nach Bequemlichkeit arbeitet, die Früchte davon einheimsen, in Ueppigkeit schwelgen kann" k. Und wieder auf S. 21/22: „Es wären nun ferner die Vortheile der Kolleklivproduktion gegenüber der Privatproduktion zu beleuchten, die zahlreichen Schatten- feiten der letzteren hervorzuheben, sie als Quelle aller sozialen Uebel, als übertünchte Barbarei, welche in mancher Hinsicht schlimmer ist als Unkultur, nachzuweisen" rc. Zum Schluß unterläßt die Schrift auch nicht den Versuch, die Gegner «it dem Gespenst der sozialen Revolution zu schrecken.*) LudwigSburg, 12. Juli 1887. K r a u ß. Schweikhardt." Einer Analyse ist das Machwerk nicht Werth, eS richtet sich selbst. Mit solcher Art der Begründung, wie die in ihm entwickelte, machen wir unS anheischig, daS Verbot der Meisterwerke der ersten Dichter und Denker Deutschlands zu begründen, insbesondere der Landsleute der Ludwigs« burger Weisen. Preiset euch glücklich, ihr Schiller und Hegel, daß ihr Sticht unter dem Zeichen dieser geboren! — Sehr begreifliche Tölpelei. Als Wilhelm— damals noch Prinz- 6eg«nt— vor mehr als 25 Jahren in Stettin war, erzählen deutsch« littter, liberale wie konservative, hatte er->n ihm angebotenes Festessen angenommen, und einem der höchsten Beamten war die Aufgabe zuge- Er, den Regenten zu begrüßen. Bei der Festtafel erhob derselbe, eS. stch zum Toaste und feierte den hohen Besuch.„... Und wenn e königliche Hoheit erst als König zu unS kommen werden--" Hier unterbrach ihn daS heftige Zupfen seines Nachbarn.„Um Sötte« willen..." flüsterte er ihm zu. Schnell ward es dem Redner klar, welche Taktlosigkeit er zu begehen im Begriffe war. und sich fassend, um den Fehler gut zu machen, fügte er hinzu:„WaS Gott verhüten möge. Di« Tafelrunde schickte sich an, zu Eis zu erstarren, aber der Pnnz- Regent löste den Bann. Es hat dem Redner nichts geschadet. Di« Anekdote ist lustig, aber so lächerlich die Tölpelei des betreffenden Beamten, so entsprach sie doch nur in logischer Weis« den, Prinzip de« modernen Gottes gnadenthum. Was kann der Mann für dre Schönheiten dieser Institution? Und wie viel sehr loyal« GotteSgnadenthümler dem ten, wenn vom„liberalen Kronprinz" die Rede ist: Ach, wenn er doch *) Da» heißt- sich an dem p-tentirten Schreckmittel der Regft�N |U vergreifen. Sehr gut>— also„Bange machen gilt nicht, erst König... worauf ihnen ihr monarchisches Gewissen schlägt und sie, gleich dem braven Pommer, tugendhaft fortfahren:„Was Gott verhüten möge!" Genau so, wie die Bismarck-Puttkamerei zu„Gott" hoffen, daß auf den alten Wilhelm gleich der Junge Wilhelm in der Regierung folge— „was Gott verhüten möge!" Sie sind eben alle inSgefammt t— reue Unterthanen. — Im S. württembergischen ReichStagSwahlkreiS(Tann- stadt, LudwigSburg, Marbach) tand letzte Woche eine Rachwahl zum Reichstag statt, da der im Februar gewählte Abgeordnete V a i e l fein Mandat wegen Beförderung niedergelegt hatte. Herr Vaiel wurde mit 10,204 Stimmen wiedergewählt, der Arbeiterkandidat Bossert er- hielt 2735 Stimmen, während unsere Partei im Februar d.J. nur 1808 Stimmen erhalten hatte, also ein Zuwachs von mehr als 50 Prozent, womit wir wohl zufrieden sein dürfen. Die Volkspartei, der der Wahlkreis ehedem gehört hat, war in den Wahlkamvf überhaupt nicht eingetreten, unter der lahmen Entschuldigung, ihre Kräfte für die nächst allgemeine Wahl— sparen zu wollen. Dieser halbe Bankrott wurde dadurch zu einem ganzen, daß sich die Herren von der„bürger- lichen Demokratie" nicht einmal dazu aufschwingen konnten, nunmehr für den Kandidaten der sozialen Demokratie gegen den Kandidaten der vereinigten Reaktion einzutreten. Wäre es ihnen um den Kampf gegen diese ernst, so mußten ste den Sieg des Herrn Baiel um jeden Preis zu ver- hindern suchen, statt dessen räumten sie ihm freiwillig das Feld, unter- stützten sie durch die Proklamation der Wahlenthaltung direkt seine Wahl. Es wird also auf Seiten der bürgerlichen Demokratie an der feigen, charakterlosen Taktik der Stichwahlen im Frühjahre festgehalten. Gut, die Arbeiter werden es sich merken und die entsprechende Ant- wort nicht unterlassen. — In Sachsen will der„Fortschritt" sich wieder einmal „rekonstruiren", wieder einmal eine„echte" und„richtige Volks- partei" oder„demokratische Partei" gründen. Zum wievielten Male? Seit 1869 dürfte es etwa der fünfzehnte Versuch dieser Art sein. Und immer dieselben Tiraden, immer derselbe Anlauf und immer das- selbe FiaSko. Das Sonderbare ist, daß sich noch Leute finden, die den hoffnungslosen Muth haben. Das Erstaunen mindert sich allerdings, wenn man stets die alten Gesichter erkennt. Es ist wie auf der Bühne mit den großen Heerzügen— links verschwinden die Leute und rechts tauchen fie wieder auf— immer dieselben Gesichter, die solange wieder- kehren, bi« die dazu gehörigen Beine müde werden oder die— Zu- schauer. In unserem Falle ist's eine Handvoll biederer Gesinnungsphilister, denen der OrdnungSbrei wider den Strich geht, deren Verstand aber nicht soweit reicht, das sozialdemokratische Programm zu verstehen. Nun— lassen wir ihnen das Vergnügen— ihnen macht's Spaß und uns keinen Schaden. — Vollkomme» einverstande«. Die„Norddeutsche Allgemeine" führt unter Gründen, welche ein Einschreiten gegen den König von Samoa, M a l i e t o a, rechtfertigen sollen, auch„sein anstößiges Privatleben" auf, welches ihn„in den Augen der Samoaner erniedrigt und verächtlich gemacht hat".„Malietoa," schreibt ste,„lebt seit langer Zeit getrennt von seiner Ehefrau und im Ehebruch mit der Tochter eines Arbeiter«, trotz des wiederholten Einspruchs der Häuptlinge seiner Partei, und trotzdem man die erwähnte Frauensperson mit einem Samoaner der niedrigsten Kaste verheirathete und den König zwang, das mit ihr gemeinschaftlich bewohnte Haus auszugeben." Schrecklicher Malietoa! Wenn'S noch eine Potsdamer Bäckerstochter gewesen wäre. Aber wegen der Tochter eines simplen Arbeiters gekole, mint zu werden, so etwas kommt in Europa gar nicht vor. Wir find auch deshalb vollkommen mit der„Norddeutschen" einverstanden, daß ein so unmoralischer Mensch nicht auf den Thron gehört. Von den euro- päischen Fürsten würde ja kein einziger von dieser Maxime betroffen werden— kein einziger. — AuS dem Regen i« die Traufe. Wir lesen im„Socialiste" „Spuller(der französische Unterrichtsminister) hat, um seine Klasse und sein Portefeuille gegen die steigende Fluth der„Deklassirten" zu .------'---------------- �'-''!") für schützen, den Entschluß gefaßt, di- Stipendien- Fonds(„Börsen' die Studirenden der klassischen Fächer um 150,000 Fr. zu kürzen. Aber Dummkopf, der er ist, hat er den Kredit der Stipendienfonds für die technischen und gewerblichen Fächer um ebensoviel erhöht. Als ob die Zahl der Beschäftigungslosen— und sich keiner Aussicht aus Anstellung Erfreuenden— in Industrie und Handel der kapitalisti- schen Gesellschaft und ihren Ministern weniger gefährlich wären, als die vergeblich nach Stellungen und warmen Plätzen Lungernden der Lite- ratur und Politik! Das heißt sich das Pulver auswählen, mit dem wir in die Luft gesprengt werden sollen. Dem Dynamit der Schriftsteller, denen die Zunge aus dem Halse heraushängt, zieht Spuller das Panklastit der Ingenieure und Chemiker mit knurrendem Magen vor. Jeder nach seinem Geschmack. — Herr Ferdinand Gilles schlägt uns, behufs Erledigung unserer Polemik mit ihm, die Wahl eines Schiedsgerichts vor, bestehend aus sieben Mitgliedern, von denen wir drei und er drei zu ernennen habe, die dann gemeinsam da« siebente, den Vorsitz führende Mitglied zu erwählen hätten. Beide streitenden Theile sollen sich verpflichten, sich dem Spruch de« Schiedsgerichts, der im„Sozialdemokrat" zu veröffent- lichen sei, unter allen Umständen zu unterwerfen. Wir haben gegen ein solches Schiedsgericht nichts einzuwenden und werden Herrn SilleS in den nächsten Tagen daS unserseits Nöthige in dieser Hinsicht mittheilen. Außerdem hat, wie Herr GilleS uns in einem zweiten Briefe mittheilt, auf feinen Antrag der„Kommunistische Arbeiter-Bildungsverein" in London am letzten Sonnabend eine Untersuchungskommission, ebenfalls aus sieben Mitgliedern bestehend, erwählt, deren Aufgabe, wie «S in dem Brief deS Herrn Gilles heißt, es sein wird,„die Wahrheit zu ermitteln und dem zu berufenden Schiedsgericht gewissermaßen ali Untersuchungsrichter vorzuarbeiten". Wir sehen zwar die Nothwendigkeit, zwei Kommissionen mit der Sache zu beschästigen, nicht recht ein, werden aber auch der Letztgenannten gern jede gewünschte Auskunft ertheilen. Redakt. de«„S.-D." Wie wahr die Karmonke-Apostet rede«, „Arbeit! Deine ew'gen Rechte Man Dir heute wieder beut, Wie«in Gott im Himmel thronst Du, Weihrauch wird Dir rings gestreut." Nichtig! Nach dem lichten Himmel In der Höh' die Arbeit schwebt! Ist's nicht unter lust'gem Dache, Wo der Arbeitssklave lebt? Nach dem Himmel zu den Spatze» Macht er seine Himmelfahrt, Und eS streuen ihm die Schlote Einen Weihrauch eigner Art. Ja, eS ist der Proletarier Schon ein Gott im Himmel heut— Gibt man nicht gleich Roma't GBttexn Ihm vom Rmd da» Singewetd'? P. K. ZlAchrAf. Am 28, Juli starb hier an der bekannten Arbelierkrankhelk lMseA braver Genosse Ernst Leicht, Webe«.» Durch seinen Hingang verloren wir«inen muthvollen Mitkämpfer' fÄk die Sache der Arbeit und Freiheit.. Ehre feinem Andenken t Di» Ger aer Genosse« »erb «ogl «nb «ngi » Am 18. guli hatten wir die traurige Pflicht, unsere» hewährfe» Genossen Heinrich Rikolau» Schüfe« zu Grabe zu geleiten. Schäfer, im besten Mannesalter stehend, war schon seit längerer' Zeiti kränklich, die vielen Gesängnißflrafen, die der Verstorbene für die Sache' der Arbeiter verbüßen mußte, hatten seine Gesundheit erschüttert� bi«'- nach kurzen Leiden der Tod ihn seinen Verfolgern entzog. Frau und> Kind beweinen ihren Ernährer und wir verlieren in ihm einen unserer: � besten Parteigenossen. Genosse I ö st widmete am Grabe dem Verstorbenen in ergreifende» Worten einen Nachruf. Ehre seinem Andenken!' Mainz, im September 1887'. Die Mainzer Genösset» ffr.» BK.I st. 1, »t.S P- EBBE Briefkastm der Redaktion: Briese und Einsendungen tc find eingetrvsst» au» Königsberg, Kötzschenbroda, London, Pari«, Ein- cinnati, Zürich.— Anonymus Königsberg: Die benutzt« Adreffe ist unrichtig. Bei Adressirung an die Redaktion ist jeder Nam« fortzulaffen. Ueber Ihren Vorschlag gelegentlich.— Sch. in P.: Bescheid erhalten u. weitergemeldet. Vorläufig besten Dank.— MünchentJw nächster Nr. der Expedition: Maßkrug: Mk. 50-� a Cto Ab. sc. erh. Adr» sc. vorgemerkt. Bfl. mehr.— Dtsch. Ver. Genf: Fr. 85 85 Ab 2. Qu, sc. erh.— F. K. E. a.®.: Mk. 4 40 Abon. 4. Qu. u. 60 Pf. pr. Ufd. dkd. erh.— Knurrhahn: Mk. 4 40 Ab. 4. Qu. erh. u. Weiteres aar 17/9. berichtet.— Panzerschiff: Mk. 1 40 Nachzig. pr. 1 dir. 4. Qu. u. Bstllg. erh. Ottg. in 32 mit Mk. 3— ist auf 4. Qu. zu verlautbaren da 3. Qu. belastet worden. Weiteres nach Wunsch.— Clara: Mk. 257— i Cto Ab. sc. erh. Bfl. am 14. u. 21/9. mehr.— TheophiluS: Ottg. in Nr. 37 ist pr. F. auf Mk. 975— richtiggestellt.— Große« Zuchthau»: Mk. 1267 50 ä Cto Ab. sc. pr. Fd. erh.— Berlin: Mk. 1500— a Cto Ab. sc. erh. Adr. geordn. Weitere« dkd. notifizirt, besorgt u. erw.— Rothbart: Mk. 1076— a Cto Ab. sc. erh.— Pstms: Nachr. v. 14- hier. Adr. sc. vorgem. Wenn, wie wir wirklich wonnig wollten--- Bfl. Weiteres.— Veilchenstein: Mk. 31— pr. Ggr. gutgebr. Weitere» lt. Bf. v. 17. d«.— Hebe: Zwischenhand diesmal sehr langsam. Ad«. geordnet. Bstllg. kommt.— ZDIAX: Wunsch wird beachtet.— HlK- Josef: Nachr. v. 15,9. erh. Alles beachtet.— Rothe Faust: Postkarte» in die Schweiz kosten 10 Pfg., also Ihre Fünfer- Karte 15 Ct«. Strafporto. Gruß!— U.F.G.: Dann hat er'S mit den 3 andern» die er erhielt, a u ch fo gemacht. Vf. folgt.— Mitgldschft. Basel: Fr. 60— v. d. Laffallefeier u. Volksverslg. v. 4. u. 5/9. pr. UfdS. dkd erd> Fr. 6— pr. Inf. gutgebr.—— er—; Mk. 3— Ab. 5. Qu. erh. Lustig- Brüder i. E.: Mk. 16 80 Ab 3. Qu. pr. L. B. erh.— Vor» wärtS, Buenos Aires: Fr. 640— a Cto Ab. sc. am 19/9. eingetrff» Bf. erw.— GtS. i. M.: Mk. 5— ä Sto«bon. 4. Qu. erh. Mk. 1 2» pr. Schft. Cto. Ihnen gutkommend. Gruß!— Sf. Bdi.: öwfl. 5— h Cto Ab. sc. erh.— Berliner Blau: Mk. 90- pr. Juni, Juli. Aug. für E., Mk. 5— sür» Beckerdenkmal, Mk. 4 40 pr. Ab. 4. Qu. u. 60 Pf. pr. Afd. dkd. verw. Nachbarliches sc. bfl.— Ch. R. Vording« bg.: Fr. 2 50 Ab. 4. Qu. erh.— A. L. Fbg. Schl.: Mk. 4 40 Ab.«. Qu. u. 60 Pf. pr. Afd. dkd. erh. Gewünschtes sobald thunl.— Com« merztenrath jr.: Nachr. v. 14. und 18/9. sofort beant. Mk. 23 70 gut» geeracht.— Nikol i. O.: Mk. 4— pr. Ujd. dkd. erh.— Hinter, arten» Mk. 6— bei einer Bblseier gesammelt, pr. Ufd. dkd. erh.— Muth um» Kraft: P.-K. kreuzte mit uns. Bf. v. 19. d. Adr. notirt.— Lindwurm» Bstllg. v. 13/9. abgg.— Rother Oberhesse: Sdg. nach Wunsch geordw- Warum haben Sie L. nicht selbst befragt?— Rother Sachse: Bfexpr- ging doch seither. Betr. des G. fragen Sie am besten Ihren Vorgänge«. Bs. folgt.— Verrina: Betr. Adr. war von Th. erst vor Kurzem wieder eingereiht. Bfl. Nähere«.— L. D. O.: Mk. 20— ü Cto. Ab. 4. Q» u. Schft. erh. Bstllg. wird besorgt.— Rthr. Voigtldr.: Mk. 70— üCt» Ab. sc. erh. Wahrscheinlich bleibt Reklamirtes bei Adressatm. hänge» Unserseits alles komplet fort.- H. L. N. E.: Mk. 4 46 Ab. 41. D» erh.— Stb. Ehn.: Mk. 14 50 Ab. 4. Qu. u. Schft erh. Adr. notirt:-� I. Schlr. San FrzSko.: Fr. 5 10 Ab. 1. u. 2. Qu. 88. erh.- Scheide» Mk. 13 20 ü Cto. Ab. 4. Qu. gutgebr. Folgt nur 1 Expl. dir. Bfl. meh» — Ldkr. C. a. R.: Mk. 100— p. 5/9. gutgebr. Beil. besorgt..— Rihp Eisenwurm: Adr. geordn. Verzögerung des F. in Zwischenhand». Wei« A tigste ist ei zusar D einen Part übert die n der Z Punk »Ste föeich gehör s, «Bbct z »us ,' »der �hats iujpre Und r �nder Zuk, >00 et Hände >00 v erör � ii istnug nicht . Wi teres unerklärlich.— CHS. Shm. Cincinnati: Bs. v. 5/9. mit AufsGui illg, erh. Beil. besorgt. Gruß! jUfhal ?er ni "> ihr "Otluo iUstellt Die »leint (jieli »wie jtion, Anzeigeu. ggr Parteigenossen besten« empfohlen, insthesonM Anfängern im Studium der Sozialökonomie: Uamen ZUM» �ei «ei. ZZastiat- Schutze |4eib Sn von Ferdinand Lassalle. Reu« Ausgabe.— 14'/, Bogen star� Preis: Rk.» � Fr. l 25. Bei Partieniezug Rabatt. Porto, extra. Zahlreichen Bestellungen steht«ntgegm Volksbuchhandlung. Hottingeu-Zürich» Zürich Samstag, dm 24. 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