Abonnements »erden bei alle» schweiierisSe» Vostbureaur, sowie beim Verlag Und dessen bekannten Ugentm tMgegengenommen. und zwar jum »o«a»t gaftlvaren vsertelsahrSpreii von: Ur. für dilSchweiz<«r--jballd) m. f«t Deutschland(Coutert) fi. 1,70 sSr Oesterreich(Souveti) Ur. 2,50 fstr alle übrigen Länder de» Weltpostvereins(Kreuiband). Znserste ' dl« dreigespaltene Petitjeil« 25 ttS.= 20 Psg. Der Sojinlöfniolirat Grgan der Sozialdemokratie deutscher Junge. Erscheint »»«»«tli««»«ma, in Zürich(Schweiz). Mertag der »«lr»»««h««»r«»g «ottingen-Zürt«. sranl» gegen franl»,,.. «ewbhnllche Briese nach der Schwei, käst« Doppelport». �40. Briefe an die Redaktion und Srpedltion de» in Deutschland und Oesterreich verbotenen.Sozialdemokrat'«olle man unter Beobachtung äußerster Vorsicht abgehen lasten. In der Kegel schicke man uns die Briese nicht direlt, sondern an die bekannten Deckadresten. In zweiselhaste» Fällen eingeschrieben. 30. September 1887. Parteigenossen! Vergeßt derVerfolgten und Gemaßregelten nicht! Der Parteitag der deutschen Sozialdemokratie. I. Die Situation der Partei. Am Borabend der Berathungen über eine Reihe der wich- tigsten Fragen des Parteilebens der deutschen Sozialdemokratie ist es sicher nicht unerwünscht, wenn wir an dieser Stelle zusammenfassend die Gesichtspunkte erörtern, welche bei diesen Fragen hauptsächlich in Betracht kommen. Die Tagesordnung des Parteitage« zerfällt in zwei Theile: einen rückschauenden, auf die abgelaufene Arbeitsthätigkeit der Parteivertretung und damit im weiteren Sinne der Partei überhaupt bezüglichen, und einen nach vorwärts gerichteten, bie weitere Thäligkeit der Partei betreffenden. Punkt 1 und 2 der Tagesordnung gehören im Wesentlichen dem erslern Theile, Punkt 3, 5 und 6 dem letztern Theile an, während Punkt 4 Stellung der Partei bei den letzten und zu den nächsten ieichslagswahlen" halb zur ersten, halb zur zweiten Gruppe Schört. Was nun die Rückschau auf die bisherige Parteithätigkeit anbetrifft, so wollen wir den Diskussionen darüber hier nicht »orgreisen. Nicht als ob wir sie für überflüssig hielten— im �egcntheil, sie sind unseres ErachtenS absolut nothwendig, um aus ihren Ergebnissen die Lehren für die Zukunft zu ziehen— aber aus der einfachen Erwägung, daß es sich da um bekannte �hatsachen handelt, über welche eben die Genossen sich aus- «ujprechcn haben, nachdem sie bereits seinerzeit in der Presse - and namentlich grade in unserem Blatte zur Erörterung gelangt. Inders mit den Aufgaben, bczw. der Stellungnahme für die Zukunft. Hier, wo rein das sachliche Moment entscheidet, too es sich um die Beurtheilung von Personen und Dingen sandelt, die außerhalb des Kreises der Partei stehen, hier, b>o von keinem Vorgreifen, sondern nur von einer Vor- frört erung die Frage sein kann, hier würden wir eine Wicht versäumen, wenn wir nicht redeten. Bei der Tragweite °rr zu fassenden Beschlüsse kann die Diskussion nicht eingehend ifnug sein, könnm die in Betracht kommenden Konsequenzen "'cht reiflich genug überlegt werden. Wie soll sich die deutsche Sozialdemokratie fernerhin zur Gesetzgebung, zu den übrigen Parteien, wie bei den Wahlen Erhalten, welches soll ihre Kampfes- und Agitationöweise in ?er nächsten Zeit sein? So lauten die gestellten Fragen in 'a ihrer Gesammtheit. Versuchen wir eS— nicht, sie zu be- antworten, sondern die Vorfragen zu ihrer Beantwortung klar- ibstellen. 9- it* t» �oieU, zweitens durch die ihr von außen, d. h. durch die » lUgemeine wirthschaftliche und politische Lage, awie durch die Kampfesweise ihrer Gegner geschaffene Situa- und drittens durch ihre speziellen Machtverhältnisse und Namentlich durch die soziale Stellung ihrer Anhänger. Kummer Eins und Zwei leuchten von selbst ein, von Nummer jj�ei möchte der Schlußsatz vielleicht nicht sofort einleuchten. ein wenig Nachdenken wird aber jeder leicht begreifen, z. B. eine Taktik, die für eine Partei von Grundbesitzern gleicht zweckmäßig sein mag, für eine Partei von Proletariern, überhaupt im Bereich de« Möglichen liegend, jedenfalls % unzweckmäßig fein kann. Ziel und Grundsätze unsrer Partei sind ein für allemal ge- �an, gegeben im engen Zusammenhang mit dem Charakter °asrer Partei als einer proletarischen, auf dem Boden des »MsenkampfeS für die Emanzipation aller Unterdrückten �»lpfenden. In dieser Beziehung sind wir heute die, die wir Peru warm, und werden wir morgen die sein, die wir heute 7*. Steht e« aber ebenso mit der äußeren Situation �tr Partei? Ist diese auch heute dieselbe, wie sie gestern war? Wir stehm nicht an, die Frage mit Nein zu beantworten. >Towohl die allgemeine politische Lage als speziell da? �hältniß der gegenwärtigm Machthaber und der bürgerlichen �tien jU uns haben seit dem letzten Kongreß ganz erheb- jjjf Veränderungen erfahren, die Gegensätze haben sich in �ürfster Weise zugespitzt.. i Zur Zeit des Kopenhagener Kongresses sah eS auS, als od & Regierenden selbst daS Sozialistengesetz lästig geworden sei. i" Thalsache stand fest, daß eS seinen Zweck nicht erfüllt und voraussichtlich nie erfüllen werde, �e bukgerlichen �»vsitionsparteien- Zentrum und fortschrittlicher Liberalis- — schienen ernsthaft seine Abschaffung in'ö Auge gefaxt t �aben, mindestens aber eine Milderung�der hdrtesim Be- Innungen des Gesetzes zu verlangen. So konnte m der gütlichen Meinung die Ansicht Boden gewinnen, die>uge Sozialistengesetzes seien gezähst. �, Wir Sozialisten theilten diese Illusion mcht. Zu gut wußten wir, daß die großen Staatsmänner, welche in Deutschland das Ruder in der Hand haben, unfähig find, ohne Ausnahmegesetze zu regieren, und daher freiwillig nie in eine Abschaffung oder auch nur eine Abmilderung desselben willigen werden. Wenn sie eingesehen, daß es seinen Zweck uns gegenüber verfehlt, so war von ihnen nichts anderes zn erwarten, als daß sie auf eine Erweiterung de« Polizeigesetzes sinnen würden. Noch mehr Zwangsmittel � war von jeher das Auskunftsmittel der vorsündflnthlichen Staatskunst, wie sie ein Bismarck wieder aufgefrischt hat, um sie als neu auszugeben. Anderseits kannten wir aber auch die bürgerliche Opposition und ihre Machtstellung in Deutschland zu gut, um derselben, selbst ihren guten Willen vorausgesetzt, die K r a f t zuzutrauen, die Abschaffung bezw. Abmilderung des Sozialistengesetzes gegen den Willen Bismarcks durchzusetzen. Mit dem guten Willen dazu stand es aber bei einem großen Thcil der Opposition mehr wie zweifelhaft. Von den Landjnnkern und Pfaffen- knechten des Zentrums und den sreihändlerischen Großkauf- leuten des Freisinns war alles andere eher zu erwarten, als ein ernsthaftes Einstehen für wirkliches Volksrecht. Das Gün- stigste war, daß sie, durch ihre Oppositionsstcllung gezwungen, einer Verschärfung der Polizeimacht entgegentraten. Eine Be- seitigung des Ausnahmegesetzes war aber nur in Znsammen- hang mit einem Wechsel im ganzen Regierungssystem, vorläufig also nicht zu erwarten. Die Ereignisse haben seitdem der pessimistischsten damaligen Auffassung der Dinge Recht gegeben. Die bürgerliche Oppo- sition hat sich noch zehnmal feiger, noch hundertmal elender benommen als wir vorausgesagt, das Schandgesetz ist nicht nur nicht abgemildert, sondern noch verschärft worden. Freilich nicht auf dem Wege der Gesetzgebung. Oder viel- mehr, noch nicht auf dem Wege der Gesetzgebung. Was vor- läufig nicht durch den Reichstag zu erlangen war, wurde auf dem Wege der Polizeiverordnung und der Rechtsanslegnng durch feile Richter durchgesetzt. Der Puttkamer'sche Slreik-Erlaß und die Auflösung der Arbeiterfachvereine auf der einen Seite, das ReichSgerichtLcrkenntniß im Thcmnitz-Frciberger Prozeß mit seiner wunderbaren Konstruktion dcö Begriffs der geheimen Verbindung und seine jüngste Ergänzung auf der andern bedeuten eine Dehnung de« Ausnahmegesetzes, wie sie bei Schaffung desselben von seinen Urhebern— wir wollen nicht sagen, nicht gedacht, wohl aber des Lautesten in Abrede gestellt wurde. Und sie würde vielleicht yorläufig genügen, wenn man aller Richter sicher, wenn die Strafhöhe gesichert wäre. Aber ganz so weit ist man trotz alledem noch nicht, und noch immer gibt es Einzel- Regierungen, die sich zu der vollen Höhe der Bismarck-Putt- kamer'schen Polizei-Auffassung nicht emporschwingen können, in Ausführung der Polizeigesetze gewisse Normen obwalten lassen. Dem ist nur durch die Gesetzgebung abzuhelfen. Was Putty's erfinderischer Geist, was des Reichsgerichts elastischer RechtSsinn ausgeklügelt, muß überall zur vollsten Geltung ge- langen. Das ganze Deutschland soll es sein. Wahrscheinlich schon in der nächsten Session wird die zusammengeschwindelte Reichstagsmehrheit auch in dieser Hinsicht ihren siaats- und gesellschaftserhaltenden Charakter bethätigen. Ein sicheres An- zeichen dafür ist das Gerede von der„Milderung der Härten des Sozialistengesetzes", das in diesen Tagen die nationallibe- rale Presse unsicher machte. Wenn der Gauner gemüthlich wird, hat er einen Erzschurkenstreich vor. Beseitigten der Putty'sche Streik-Erlaß und seine Hand- habung schon den letzten Zweifel darüber, daß es sich längst nicht mehr um Bekämpfung der Ausschreitungen der Sozial- demokratie handle, sondern lediglich um Niederhaltung jeder energischen Geltendmachung der Arbeiter- Interessen, so ist die angekündigte Abänderung des allgemeinen Wahlrechts die unverhüllte Prokla- mation dieser Tendenz., Jede Beschränkung des Wahlrechts, ob sie in der Einschrän- kung der Zahl der Wahlberechtigten bestehe oder auch mir in der Verlängerung der Legislaturperioden, ist ein direkter Schlag, eine Kriegserklärung gegen die Klasse der gesell- schaftlich Enterbten, gegen daS arbeitende Volk. Seine Stimme soll seltener, und auch dann nur gedämpft zum Aus. druck kommen, ihr wahrer Ausdruck unterdrückt werden. Bisher hat man in der Sozialdemokratie, in den„Agitatoren des Umsturzes", die muthigsten Sachwalter der Arbeiterklasse und damit diese mehr indirekt bekämpft, jetzt rüsten sich die Regierung und die herrschenden Parteien zu Maßregeln, die sie direkt treffen. ES genügt nicht, die„Führer" zu ächten, den Massen sollen die Hände gebunden werden. Eine Ermuthigung zu solch unverschämtem Vorgehen ist un- zweifelhaft die schroffe Gegnerschaft zwischen der Sozialdemo- kratie und der bürgerlich-demokratischen oder demokratisirenden Opposition— die uaturnothwendige Folge der elenden Haltung der letzteren bei den Februarwahlen. Die weisen Diplomaten de« deutschen Freisinns, die bei den Stichwahlen zwischen So- zialdemokraten und Nationalliberaleu für diese den Ausschlag gaben, in dem Wahn, den Ruf ihrer Partei dadurch in den Augen des ordnungsliebenden Bürgerthums zu retten, haben im Gegentheil dieselbe nach jeder Richtung hin kompromillirt. Wo sie sich rehabilitiren wollten, haben sie Hohn, bei den wirklich demokratischen Massen aber Haß und Verachtung ge- erntet. Tausend Bismarck'sche Kampfreden konnten ihren Kre---' dit nicht so untergraben, als sie in ihrer Bornirtheit selbst gethan. Und was der Freisinn zn diesem Behuf außerhalb des Parlaments, hat das Zentrum durch seine Haltung im Par« lament gethan. Besser organifirt als der Freisinn, in jedem Pfaffen einen Agitator besitzend, hat es zwar noch immer ein» große Heerde von Gläubigen hinter sich, aber in allen übrigen Kreisen der Bevölkerung enorm an Ansehen verloren. Es ist unnütz, sich darüber Illusionen hinzugeben: zu keim� Zeit war die parlamentarische Opposition in Deutschland ich schwach als gegenwärtig. Und wohlgemerkt, wir meinen wtyfr ihre numerische Schwäche— die könnte ohne Schaden nochs weit größer sein— sondern ihre moralische Schwäche. So groß ist diese, daß die Regierungsparteien sich bereits den Luxus öffentlicher Reibereien unter einander gestatten dürfen. Sie haben aufgehört, die parlamentarische Opposition zu' fürchten. � So viel zu diesem Zustand der Dinge der wirthschaftliche' Zersetzungsprozeß beiträgt, in dem sich die bürgerliche Gesell- schaft heute befindet, so wäre eS doch falsch, die ganze Jämmer- lichkeit der politischen Zustände in Deutschland aus sein Kouko setzen. In anderen Ländern ist die Lage der Industrie fcin« bessere, Ueberproduktion und Rückgang der Preise üben anch in England, in Frankreich, in Amerika ihre verheerenden Wirkungen aus. Aber nirgends zeigt sich das Bürgerthum so schwach wie in Deutschland. Ist eine bürgerliche Partei in der Opposition, so ist sie eS auch ganz und genirt sich nicht, mit den extremsten Parteien gemeinsame Sache zu machen, um das für schädlich erklärte Regierungssystcm zu stürzen. Wie denn z. B. die englischen Liberalen es für selbstverständlich erachten, sich mit den Jrländern, diesen„Reichsfeinden" vom echtesten Kaliber, gegen die Regierung zu verbünden. Die besondere Schwäche des deutsche» BürgerthumS ist aus eine ganze Anzahl historischer Faktoren zurückzuführen, sowie auf die Depravatiou durch die glorreichen Kriege und den da- mit verbundenen Kultus der Militärgewalt. Wir erwähnen das, weil die einfache Zurückführung der Feigheit der bürgerlichen Parteien in Deutschland ans bloS wirthschaftliche Ursachen zu verhängnißvollen Schlüssen in Be- zug auf die Aussichten unserer Partei verleiten kann. Haben wir vom deutschen Liberalismus— und dazu rechnen wir natür« lich die Nationalliberalen nicht, wohl aber die sogenannten demokratischen Parteien— selbst für den Kampf um die bin» gerlichen Freiheiten nicht« zu erwarten, so haben wir doch zu- nächst auch kein Interesse daran, ihn noch tiefer gedrückt zu» sehen, als er es jetzt ohnehin ist. Die Niederlage de» Libera-» lismus ist noch nicht der Sieg unserer Sache. An seine Stell» tritt mit immer brutalerer Kampfesweise der moderne Absolu- tismus des feudalisirten Kapitals. Welche Waffen der schmiedet, um uns zu vernichten, haben wir gesehen. Es wird sich also darum handeln, zu untersuchen,»b wid unsere bisherige Kampfesweise für genügend wirksam halten, auch seiner Herr zu werden, seine gemeingefährlichen, auf die völlige Knechtung der Arbeiterklasse gerichteten Bestrebungen zu nichte zu machen. Sozialpolitische Rundschau. Zürich» 28. September l»>7» - Da» Attentat auf da» Wahlrecht ist beschlossen» Sache und wird unzweifelhaft schon in der nächsten Sesston verübt werden. 6» handelt sich zunächst nicht um die Erhöhung der Alter», grenze von 2S auf 30 Jahre; und auch nicht um die»bschassunz de» geheimen Wahlmodu«, obgleich beide Möglichkeiten sü» später ins Auge gesaßt sind. Man will sich v o r l» u s i g mit de» Verlängerung der Legr«laturperi»den von 8 aus» oder 6 oder vielleicht auch 7 Jahre„begnügen." Für letztere Frist würde das englische Beispiel hergeholt werden, obgleich dieses wie dt« Faust aufs Auge paßt, denn England hat eine Negierung, die nach de» Pfeife deS Parlamentarismus tanzen muß, während es in Deutschland bekanntlich umgelehrt ist. Auf die Tragweite der geplanten Neuerung»rauchen wir unsere»fr» nicht erst aufmerksam zu machen: daß die»eschr»nrung der«u», Übung de« Wahlrechts der Beschränkung des Wahlrecht» selbst gleichkommt, liegt für jeden»enkftthigen auf der Hanid l Wahlen wie die des 21. Februar d. I. kann man nicht hiustg macheu — j denfall« nicht alle S Jahre. Und da ist eS denn für die Herren Fälscher des allgemeinen Wahlrecht»»en allerhöchste» Bedeutung, daß die Wahlen möglichst selten»ertammen, und die Frucht der gefälschten Wahlen möglichst lange in ungepirter Nu he getcffitl werden kann. Und da» wird durch die Verlängerung der Legitlat»»« Perioden erreicht— eine Maßregel, die»en der„Hpipziger Zeil«,»", diesem gefährlichsten der Schreckenskinder, mit ebenso rührender als h«r> promittirender Offenherzigkeit als„X e r r e k tu r de» allgemeine« S t i m m r e ch t S" bezeiehnet wird— eine.Korrektur",«te dt« DiStenlosiekeil es sein feite. Als charalteristisch bier noch«ine Bemerkung. Vor der letzten Reichstagswahl wurde ven uns erklärt, die»ahm« «»sichten der Regierung und der vereinigte» Zteakttowiparteirn srien: 1) Srhöhunq der« euer» und seastigen Bockslasten, 2) Smsiihrung de« Schnupsmoaopols und 3) ein Attentat auf da« allgemein» Wahl« recht. Die Regierung und die vereinigten Reaktionsparteien leugneten voll fittlicher Entrüstung jede derartige Absicht ab; und Kanzter Stsenstirn gab sogar sein„Wort daß speziell fein Schnapsmonopol und feine »eschränfung des allgemeinen Wahlrechts geplant sei. Wohlan— Alles, was wir gesagt, ist eingetroffen. Die Vermehrung der Steuern und Volfslasten hat in einem Grad stattgefunden, den w i r nicht einmal vorausgesehen hatten. Am Schnapimonopol wird mit allen Kräften gearbeitet, und in der einen oder anderen Form wird ei auch als Privat Monopol zu Stande fommen, und ein Privatmonopol ist noch zehnmal schlimmer als das Staatsmonopol. Und daS Attentat auf daS allgemeine Stimmrecht wird jetzt offen ein- gestanden. Und nicht blos das: die„Post" plaudert es aus, daß die geplante Verlängerung der Legislaturperioden schon im Winter, vor den letzten Wahlen, bei Vereinbarung des„Kar- teils" von den Konservativen und Nationallibera» len beschlossen worden ist. ES war dieses Attentat also schon zu einer Zeit beschloffen, wo die reaftionären Biedermänner heilig und theuer versicherten, daß sie an Derartiges nicht dächten, und wo unser Kanzler Eisenstirn sogar sein Wort dagegen verpfändete— und zwar im preußischen Landtag, vor den versammelten Vertretern des Volles. Nun— die Sozialdemolratie wird auch diesen Streich der Realtion fiegreich überdauern, und sie fann sich nur freuen, daß ihre Feinde von Neuem ihren politischen Banfrott so ellatant an die große Glocke gehängt und obendrein noch vor aller Welt das Brandmal des Wort« bruchs sich selbst auf die eiserne Stirne gebrannt haben. —«US Berti« schreibt unS ein Genoffe: DaS Sozialistengesetz wird nicht wieder verlängert «erden— betheuert ein zu den„Führern" gehöriger Nationallibe- raler nach Schluß der letzten Reichstagssesston im Privatgeipräch mit einem sozialdemofratischen Abgeordneten. Ein ungläubiges Lächeln hatte eine noch emphatischere Betheuerung zur Folge, und die hinzugefügte vemerfung:„Darüber sind wir uns llar geworden, daß das Sozia- ltstengesetz nichts taugt— sogar die Regierung weiß das." Daß die Herren Nationalliberalen mitsammt den Regierungen sich darüber llar geworden sind, daß das Sozialistengesetz„nichts taugt"— das wollen wir gerne glauben. Aber grade weil es nichts taugt, ist es für sie von so großem Werth. Bor einigen Tagen schrieb Herr S ch m o l l e r in seinen„Jahrbüchern" das Sozialistengesetz in seiner jetzigen Gestalt fönne nicht fortbestehen— man solle noch schärfere Ausnahmebestimmungen gegen die wirtlichen Umstürzler: gegen anarchistische Verbrecher zurechlschmieden und in der Praxis noch„dralonischer" zu Werfe gehen, aber daS jetzige Gesetz, das die Maffe der Arbeiter erbittere, müffe man so rasch als möglich aus- heben. Der Herr Profeffor wird vortrefflich von der„Berliner Bolfszeitung" abgefertigt, deren Ausführungen wir hier abdrucken wollen. „Der Vorschlag", schreibt das genannte Blatt, deffen loyale Haltung seit Erlaß des Sozialistengesetzes wir schon wiederholt anerlannten— „der Vorschlag ist so recht bezeichnend für die hoffnungslose Ver- worrenheit, die im Lager der Regierung und der amtlich patentirten „Wiffenschaft" in Sachen der sozialen Bewegung herrscht.... Wir wollen ganz davon absehen, wie das Sozialistengesetz noch „dralonischer" gehandhabt werden soll, ali bisher, und wie Herr «chmoller die unverbesserlichen Böcke von den noch zu beffernden Schafen zu trennen gedenlt. Vielleicht hat der gelehrte Herr geheime Wittel in Bereitschaft, welche seinen Vorschlag in diesen Beziehungen zur allseitigen Zufriedenheit auszuführen gestatten. Aber der Gedanle selbst beweist unwiderleglich, daß Herr Schmoller sich noch nicht im Geringsten llar darüber geworden ist, worin denn eigentlich das geheime Grauen besteht, welches selbst ihm und seinesgleichen die Wirlsamfeit des Sozialistengesetzes einflößt. „WaS er will, ist im Wesen der Sache daffelbe, was der Reichstag vor neun Jahren wollte, als er das Sozialistengesetz beschloß. Nach dem damals von der VolfSvertretung befundeten Willen sollten nur die wirflichen Umstürzler durch die Ausnahmemaßregel getroffen, alle son« sttgen Bestrebungen der Arbeiter zur Hebung ihrer Klaffenlage aber ausdrücklich geschont werden. Sechs Wochen lang stritt man in d»n scharfsinnigsten und weitschichtigsten Verhandlungen über den Begriff deS„Umsturzes" und trieb ähnliche Haarspaltereien, bis man schließlich glaubte, die polizeiliche Willfür völlig aus dem Gesetze ausgeschloffen zu haben. Man hatte sie auch wirklich ausgeschloffen, etwa in der Weise, daß man ihr Thür und Thor sperrangelweit öffnete und dann den Ein- tritt durch einige Zwirnsfäden versperrte. Es gingen nicht einmal sechs weitere Wochen ins Land, bis alle diese Zwirnsfäden zerriffen waren und die polizeiliche Willkür unter dem Schutze der Ausnahmemaßregel schaltete und waltete, wie ei ihr beliebte. Nach neun Jahren hat sich di-se Willfür so ausgewachsen, hat sie so tief in die allerberechtigsten Bestrebungen der arbeitenden Klaffen eingegriffen, daß sogar Herr Schmoller einsieht, auf diese Weise könne es nicht weiter gehen, es sei denn unter tödtlicher Gefährdung der nationalen Gesittung. Aber statt nun nach Erkenntniß des Uebels die Finger aus die Wurzel desselben zu legen, statt klipp und klar zu sagen, daß, wenn die Willfür einmal zum Gesetze erhoben sei, eine gesetzliche Begrenzung der Willfür unter allen Umständen ein Unding sein müsse, kommt er nach tiefem Nach- denken auf den glorrreichen Vorschlag, noch einmal— den Schlag ins Waffer zu wiederholen, durch den der Reichstag vor neun Jahren das ganze Unheil angestiftet hat. Wirklich eine Sozialpolitik zum Lachen, wenn sie nur nicht— von einem Manne in der Stellung Schmoller's vorgebracht— eine Sozialpolitik zum Weinen wäre l" So die„Volkszeitung". Wenn der Schmoller'sche Lorschlag befolgt würde, dann hätten wir genau die alte Leier— nur daß Jeder, den man maßregeln will, als„Anarchist" oder„Verbrecher" bezeichnet würde, was gehüpft wäre wie gesprungen. Die„Nationalliberale Korrespondenz", also daS amtliche Organ der Rationalliberalen, brachte unmittelbar nach der Schmoller'schen Auslastung eine Notiz, dahin lautend, daß daS Sozialistengesetz allerdings nach Ansicht Vieler den gehegten Erwartungen nicht entsprochen habe, und daß in konservativen und nationalliberalen— also kartellbrüder- lichen— Kreisen, die Frage jetzt erwogen werde, ob es nicht zweckmäßig sei, daffelbe ganz fallen zu lassen und den Zweck durch Verschärfung des des Strafgesetzbuches zu erreichen. Der alte HSnel'sche Plan. Die Mittheilung der„Nationalliberalen Korrespondenz" wäre gewisser« maßen eine Bestätigung der zu Anfang von unS erwähnten Versicherung eines nationalliberalen Abgeordneten— darf aber trotzdem nicht ernst genommen werden. Das Sozialistengesetz in seiner jetzigen Form ist den Regierungen so theuer geworden, daß sie freiwillig nicht auf das vor- zügliche Machtmittel verzichten werden. Und die Majorstätsparteien des Reichstag« werden, von einzelnen Ausnahmen abgesehen, viel lieber für eine Verlängerung des Sozialistengesetzes stimmen als für eine Verschärfung de« Strafgesetzbuchs, die unter Umständen ihnen selbst gefährlich werden könnte. Es bleibt also bei der einfachen Verlängerung des Sozialistengesetzes. Und sie wird in der nächsten Session mit„affenartiger Ge- schwindigfeit" erfolgen. Viel eher ist Aussicht auf Beseitigung oder Abänderung des D y n a- m t t g e s e tz e S vorhanden, das seinen Zweck lächerlich verfehlt hat und jetzt sogar von der Bochumer Handelskammer in ihrem Jahres- bericht für unhaltbar erklärt worden ist. Das Dynamitgesetz ist aber auch so blödsinnig, daß nicht einmal die Polizei an ihm Gefallen haben kann— umsow-niger, als es ihre Macht in keiner Weise ver« mehrt, während das Sozialistengesetz die Polizeiwill- kür auf den Thron gehoben hat. — Eine Frage. Ob aber die deutschen Arbeiter all' die Infamien, die man j-tzt gegen sie plant, auch sürderhin so ruhig hinnehmen werden? Ob sie, politisch entrechtet, sich willenlos von der Polizei drangsaliren lassen werden, ohne von dem natürlichen Rechte aller Unterdrückten Gebrauch zu machen? Wir werfen die Frage nur auf, und überlaffen es unfern Gegnern, sie sich selbst zu beantworten. Wir aber werden dann vielleicht zu den katholischen Priestern gehen und bei ihnen, die ja jetzt in Prruß-n-D-ut'chland wieder in Gnaden anerkannt sind, Rath einholen, welche Haltung dem öffentlichen Bertheidiger eine« unterdrückten Volkes gjnmt. Es war am 13. August, da hielten die Jrländer Chicagos ein großes Volksfest ab, und ließen sich bei dieser Gelegenheit von ver« schiedenen ihrer Landsleute Reden halten. Unter Anderen trat der Priester— wohlgemerkt, der katholische Priester Edward Hayes, auf und sagte wörtlich: „Wenn die englische Regierung(mit ihren Polizeimaßregeln gegen Irland) s o fortfährt: wenn die Wellgeschichte sich wiederholt und die Phönix-Parf- Affaue(die Ermordung von Lord Cavendish und Sekr. Burke) eine neue Auflage erlebt— nur in einem größeren Maßstab, so daß die Grundfesten Grosbritanien davan er- schüttert werden, dann— verflucht fei der Jrländer, zehnmal verflucht, der dan« feine Stimme erhebt, um die That zu verdamme«!" Wir haben nicht gehört, daß der Priester Edward Haeys für diese Worte von seinem Bischoff zur Verantwortung gezogen worden sei. — Infam. Im„Leipziger Tageblatt" vom 18. d. Mts.(September- Sonntag) finden wir im Hauptblall auf der zweiten Seite(5212)— erste Spalte— folgende redaktionelle Notiz: „Daß man auch in Amerika mehr und mehr entschloffen ist, dem verbrecherischen Treibender Anarchisten mit Nachbruck entgegenzutreten, muß jeden Bürger, welchem Lande er auch angehören mag, mit größter Befriedigung erfüllen. Es geht daraus hervor, daß man auch jenseits des Ozeans sich immer klarer darüber wird, daß die Konsequenz der sozialistischen Hetzereien eine Gefahr für die Gesellschaft der ganzen Welt in sich schließt und daß die gebildeten und besitzendenKlassen der ganzenWelt sich solidarisch fühlen müssen. Wenn die Anarchisten von Chicago Hingerichtetwerden, so wird dies unterihren Gesinnnungsgenossen einen heilsamen Schrecken hervorrufen. Denn es ist eine Thatsache, daß die verbrecherischsten Mundhelden auch immer durch größte Feigheit sich auszeichnen. Für die amerikanischen Fmstaaten wird dieses Exemp el unmittelbar gute Folgen zeitigen, uno der nicht ganz unberechtizte Ruf der Republik als eines sicheren AsyiS für politische Verbrecher— nicht Vergehen— wird mit der Zeit hoffentlich sich als unberechtigt erweisen." Dies die Notiz. Jedes Wort eine Gemeinheit; und da wir nicht jede der bei diesen wenigen Zeilen enthaltenen Gemeinheiten besonders züch- tigen können, so seien nur einige Hauptgemeinheiten herausgegriffen. Zunächst die reptilische Vermengung von Anarchismus und SoziaUs- mus, indem„da« verbrecherische Treiben der Anarchisten" al« „Konsequenz der sozialistischen Hetzereien" bezeichnet wird. Und dann die bestialische Freude über die erwartete Hinrich- t u n g der„Anarchisten"! Daß das„Leipziger Tageblatt" den Chicagoer Bomben-Prozeß nicht kennt und folglich auch nicht weiß, auf welche faden- scheinige, lückenhafte Indizienbeweise die Angeklagten verurtheilt worden find— das wollten wir gern als„mildernden Umstand" obwalten lassen, wenn die Gestnnungerohheit sich nicht in so— wir haben kein anderes Wort, wir müssen eS wiederholen— in so bestialischer Weise äußerte. Angenommen, die Verurtheilten seien mit Recht verurtheilt worden und hätten all die„Verbrechen" verübt, deren sie das„Leipziger Tage- blatt" für schuldig hält oder doch zu halten behauptet— erfordert nicht das einfachste Menschengesühl, daß angesichts de« nahen Todes der Haß bei Seite gelegt wird? Erheischt da« Schicksal eines zum Tod Verur- theilten, und wäre er der schwärzeste Verbrecher, nicht die Sympathien, daS Mitleid eines jeden fühlenden Renschen? Natürlich reden wir nur von gebildeten oder ziorlifirten Menschen. Denn daß Hotten- toten und Kannibalen solche Gefühle nicht haben, ist allerdings richtig. Das gebildete Publikum war einst einstimmig in der Berurtheilung der Todesstrafe, die ein Ueberrest der Barbarei ist. Heute ist das anders. Unsere Bourgeoisie jubelt über die Hin- richtung politischer Gegner! Pfui! Und nochmal« Psurl Und da wir grade bei dem Kapitel der herrschenden sittlichen Verkommen- hell sind, so sei hier noch erwähnt, daß die„Berliner Volkezeitung" neulich in einem sehr gut geschriebenen Artikel den Verfall unseres viel- gerühustetztz b-sprach unb an Aahlrsi-h-n B�spipl-n den Nachweis lieferte, wie unsere sogenannten„unabhängigen" Richter imDienste der Gewalthaber das Recht beugen. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" hat zu dem Artikel die alberne Be- merkung gemacht, der„VolkSzeitung" wäre es wohl lieber, wenn die Richter„d e m o k r a t i s ch" urtheilten— und, ohne eS zu wollen, un- bewußt hiermll die Parteilichkeit der heutigen Richter zugegeben. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß einer der angesehen- sten deutschen A d vokalen diePraxi« am Reichsgericht abgelehnt hat,„weil dasselbe aus lauter Kreaturen der Reaktion zusammengesetzt ist und in allen politischen Prozessen nach Befehl von oben handelt." Die englische Sternkammer— sagten wir schon früher— wird einst als ein ehrenhafter Gerichtshof gelten neben dem deutschen Reichsgericht. — Eine Nutz zum Knacke« fürs Reichsgericht. Ein deutscher Arbeiter schreibt uns:„Werthe Genossen I Durch einen vor Kurzem er- folgten Beschluß des Reichsgericht« ist nun auch der Besitz ver- botener Druckschriften eine strafbareHandlung, auch in ihm entdeckten die klugen Rechtsdrecheler eine Ansttstung zur Ver- breitung. Nun gibt es bekanntlich bald keinen deutschen Arbeiter mehr, der nicht im Besitz verbotener Schriften ist. Es werden also eine ganze Reihe uns fernerstehender Ardeiter in Geldstrafen verfallen, wenn sie nicht vorziehen, diese gefährlichen Sachen früh genug zu verlieren. Wer kann sich heute vor verbotenen Schriften schützen? Wird nicht irgend ein Gemüthsmensch, der seinen Nachbar gern wegen Ketzerei denunziren möchte, sehr leicht ihm sozialdemokratische Schriften unterzuschieben ver- stehen? Wozu haben denn strebsame Polizeibüttel, die gern„mll Erfolg" haussuchen, deren ganze Schränke voll? Doch nicht, damll sie dort ver- schimmeln? Bisher haben alle Maßregelungen nur zu unserer Kräftigung gedient, und so wirds auch mit dieser gehen. Abgesehen davon, daß jetzt hoffentlich die Broschüren beffer herumkommen werden, da sie Keiner, nachdem er sie gelesen, noch wird behatten wollen, wird der Vorthell für unser« Sache noch größer sein, wenn wir die Schriften nach Kräften gratis vertheilen. Der uns fernerstehende Arbeiter wird, wenn er die Schriften von anderen Arbeitern auf deren Drängen hin gekaust hat, bei einer ein- tretenden Geldstrafe sich immer noch sagen können:„DaS geschieht Dir ganz recht, weshalb hast Du die Schriften angekauft." Hat er sie aber geschenkt bekommen, so wird er einfach sagen:„Donnerwetter, was kann ich denn dafür, wenn man mir etwas unter die Thür« schiebt?" Gr wird wüthend werden und ihm zum Bewußtsein kommen, daß er recht- los dasteht. Darum, Genoffen, laßt uns«inen Fond für unent» geltliche Schriftenverbreitung ansammeln. Die Expedition des„Sozialdemokrat" kann die Vercheilung für die einzelnen Städte nach der Verbreitung de« Organs vornehmen. Wir bezahlen freilich da« mit indirekt die Strafen, welche un« das Reichsgericht zugedacht, und geben außerdem noch eine Summe Geldes mehr aus, indeß das darf unS nicht gereuen. Dafür sind die Richter momentan unsere besten Agi- tatorea. Ist doch da« ReichSgerichtSerkenntniß allein schon ewige Tausende werth."— Der Lorschlag läßt sich hören. — Neber ewe wichtige Entwicklung im vrde« dev ArbcitS- ritter lesen wir im„Philad. Tageblatt": „Man soll nie an einem Menschen verzweifeln. Mr. P o w d e r l y ist von einem Thell der intelligentesten Arbeiter schon als ein ver- brauchteS Werkzeug aufgegeben worden, aber mit Unrecht. Soeben hat er einen wahren Saltomortale gemacht: er ist über Nacht zu einem B e- fürworterderGewerkschaften geworden. Seine Beisiche- rung, er habe darin seine Haltung nicht g-äadert, kann blos ein Lächeln «blocken. Man denke nur an die Rtchmonder Konvention, wo er im Bunde mit den Leitern der großen gemischten Distrikte durch einen nichts weniger als sauberen Schachzug die Anhänger der Gewertschaftsdistrikte besiegte. Es ist nutzlo« für ihn, seine ehemalige Feindschaft gegen die Gewerkschaften zu leugnen; man weiß nur zu gut, daß er sie al» eigen- süchtig und engherzig verschrie, und er hatte dazu ja an dem Verhalten einer Anzahl amerikanischer Trade«. Union» Grund genug gefunden. Ee»n Fehler war nur, daß er die Sünden gewisser Zünfte den gefammten Gewerkschaftsbewegungen auflud. Lassen wir nun ganz dahin gestellt sein, od Saulu» Powderly aus vollster Ueberzeugung zu einem Paulus geworden ist, wenn er plötzlich die allgemeine Organisation der Gewerkschaften im Orden befürwortet, oder ob er nicht einem gebieterüchen Zwang folgen muß: jedenfalls ist sein Borschlag gut, und die Konven« tion in Rinneapolis sollte ihn annehmen. Er will, daß jedes Ge« werk im Orden sich selbständig organisire und— was das Erstaunlichst«— feine Angelegenhetten ohne Dreinreden vom Gene- ral-Board(Borstand) ordne. Der Demokratie leistet er weiter einen gewaltigen Vorschub, indem er, ganz nach dem Muster der bewährtesten Gewerkschaften, daS Anord« nen von Streiks nicht mehr von irgend welchem Board geschehen läßt, sondern von einem Beschluß der Mitglieder abhängig macht. Das bedeutet eine radikale Reform im Orden, die aber auch höchst nothwendig war, wenn er nicht zerfallen sollte. Das„Tagebl." hat diese Wendung längst vorhergesagt. Es war ganz natürlich, daß, wenn der Orden den Charakter einer K a m p f- Organisatton besitzen sollte, die ihm aufgedrungen wurde, er sich dann auch entsprechend einrichten müsse. Er wird zum Gewerkschaitsverband und behält dabei doch die erzieherischen Funtttonen bei, die ihn einer Anzahl alter Trades-NnionS gegenüber auszeichneten. ES ist nur schade, daß diese Reform zwei Jahre zu spät kommt. Der Orden würde hunderttausende von Mitgliedern mehr besitzen und nicht eine so lange Reihe von Niederlagen auszuweisen haben, wenn er daS gewesen wäre, was er jetzt werden soll. Wir haben häufig Veranlassung gehabt, Powderly zu tadeln; aber in seinem jetzigen Vorgehen hat er unseren wärmsten Beifall, und wir wünschen nur, daß er damit Erfolg haben wird." — Zur Naturgeschichte de» deutschen BürgerthumS. Au» Thüringen erhält die„Frankfurter Zeitug" die nachstehende Zuschrift: „Zur Charakterifirung des Geistes, welcher gegenwärttg in manchen deutschen Städteverwaltungen lebt, theiü ich Ihnen nachstehend eine Episode aus den Verhandlungen de« soeben stattgefundenen thüringischen Städtetage« in Weißensel» mit. In dieser Versammlung von 45 größeren und kleineren thüringi» schen Städten kam auch die Frage der Errichtung gewerblicher Schiedsgerichte, wie dieselben durch die Reichsgewerbeordnung von 186» tz 108 Alinea 3 gestattet find, zur Besprechung. Der Referent Stadtrath Vollbaum aus Erfurt legte die Bortheile und Nachtheile der schon seit Jahren in Erfurt bestehenden Gewerbegerichte dar und schloß damit, die weitere Busbildung und Einrichtung derlelben zu empfehlen. Als Korreferent sungirte Herr Stadtrath Löwe au« Gera. Derselbe beschränkte sich darauf, in strammer Weise das Urtheil au» dem Briefe eines Herrn Stadtraths Müller in Chemnitz wiederzugeben. Diese« Urtheil des Chemnitzer Sladtralhe« lautete: Die Gewerbegerichte seien nur eine neue Handhabe(!I), die man den Sozialdemokraten rn die Hand gebe, damit jeder Arbeiter ohne Verständniß von der Sache mit« reden könnte. Für ihn sei die Sache weiter nichts als eine der viele« in der Neuzeit auitauchenden M o d e s a ch e n. Die Majorität der Ver» sammlung der thüringiichen Stadlviter in Weißenfels schloß sich dieser Müller-Löwe'schen Auffassung an! Also eine von Reichstag und Reichs« regierung beschlossene, in ein vom Kaiser genehmigtes G-setz aufgenon» mene Bestimmung wird von den Herren des thüringischen Städtetage» als eine neue Handhabe für die Sozialdemokratie, al« eine aufgetauchte Modesache betrachtet. Derartige Dinge müssen ins Licht gestellt werden. Auf welchen bedenklichen Bahnen müssen sich gewisse Kreise bewegen, wenn sie eine reichsgesetzlich gestattete, im Jntereffe de« Frieden» und friedlicher Auseinandersetzung zwischen Arbeitgebern und Arbeitern geschaffene Einrichtung Handhaben für die Sozialdemokratie nennen. Her« Sladlrath Löwe, der vor 2 Jahren au» Preußen(Bromberg) kovi- mend, in Gera auf 6 Jahre zum Ltadtrath gewähll wurde, ist Polizei ch« s daselbst." Letztere« erklärt seine Stellungnahme in ausreichendstem Maße. Et« Jünger PuttkamerS kann nicht anders handeln, als er gethan. Diese« Junkergeschmeiß ist eigentlich Alles, was von dem alten HörigkeitSoer« hältniß abweicht,„Modesache".„Der Arbeiter in irgend einer Sache auch mitreden? Unerhört. Da» ist Umsturz, das ist Sozialdemokratie." Sv denkt PuttAß, und so denke»» nuch seine Sendboten. Darüber ktÜk Wort weiter. Wie aber im ehedem freisinnigen Mitteldeutschland da» Bürgerthum morali'ch immer mehr verkommt, der Verpreußun» sozusagen entgcgenfault, dafür ist allerdings da« Vorstehende e« charakteristischer Beitrag. Soweit diese Fäule nicht in den wirthschaft- lrchen Verhältnissen begründet ist, ist sie ohne Zweifel eine Folge der glorreichen Ereignisse der Jahre 1870 und 1871. — Auch ein Beitrag zur Fraueufrage. In BreSla« sind bei der Neupflasterung einer Straße Frauen beschäftigt, obwohl es an arbeitslosen Männern daselbst nicht fehlt. Wir find überzeugt» daß wenn den biedern Stadtvätern, die die Einstellung der Frau« als Steinsetzerinnern, wenn nicht direkt bewirkten, so doch mll Seele« ruhe duldeten, der Vorschlag gemacht würde, Frauen zu den städtische« Aemtern— notabene, den höheren,— zuzulassen, sie sich mit sitt> sicher Entrüstung dagegen auslehnen würden, well eine solche Thätigkeä „unweibltch", dem Beruf der Frau zuwider" sei. Aber den ganzen Tat auf den Knien rutschend oder hockend schwere, scharfkantige Steine z» verlegen, das ist natürlich der Frau durchaus angemessen, darunter leidet die„Weiblichkell" nicht im Geringsten. Es giebt nämlich zweierlei Arten Frauen: solche die man ausbeutet« und solche, die man— liebkost. Für die Erfleren ist keine Arbeit z» grob, für die Letzteren jede ernsthafte Beschäftigung von Uebel. Stt sollten ihren Körper pflegen, und ihren Geist nur insowell, daß sie des Herrn der Schöpfung„verstehen". Stellt 1000 Bourgeois vor die Wahl zwischen einer Gans und einem wirklich— nicht blos schöngeistii — gebildeten Weibe, und es werden, wenn die sonstigen Verhältniffi und namentlich die Geld Verhältnisse die gleichen find, SSS die Gan» wählen. Denn kem größerer Greuel vor dem Herrn al« eine Frck» die mehr weiß al» ihr Mann. Lieber mag sie— Straßen pflastern. — Die Chimboraffofrechheit der„Neuen Rheinischen Zeitung — so schrieb im Jahre 1849 die„Kreuzzettung", al« das vondenböseii „Kommunisten" Marx, Engels und Wolff redigirte Blatt trotz siegreiche: Kontre-Revolution unverzagt die Fahne der Demokratte hochhielt. D» mals gehörte die„Kölnische Zelluug" zu den„Heulern". Sie könnt« nur jammern über die Niederlage des liberalen Lürgerthums, die si« selbst mitverschuldet. Heute möchte man von der Chimborasso- f r e ch h e i t der„Kölnischen Zeitung" reden— natürlich nicht in B» zug auf die Vertheidigung von BolkSrechten, sondern in Hinsicht aus di- schamlose Verhöhnung aller RechtSbegriffe, mll der diesei weiland liberale Blatt den Tag des Bismarck-Iubiläum w seiner All gefeiert. Daß dem Kanzler zu Ehren gelogen wird, wa« nur da» Zeut hält, daran ist man allmälig gewohnt, weiß doch nachgrade alle Welt« daß Bismarck zwar in vielen Dingen groß ist, aber in keinem so groß al« in der Reklame. Barnum war em Stümper gegen Deutfchlandi großen Otto. Aus allem, was auf dem Welttheater heute vor sich geht, wird in den unzähligen Blättern und Blailchen, die den Ruhm de! großen Kanzlers zu verkünden haben, ein barnumhaster Erfolg desselben Herausgel— esen. Daß trotz aller dieser großen Erfolge Deutschland» politische Lage immer prekärer wird, beeinträchtigt den Ruhm Bornum Bismarcks nicht im geringsten. Und wenn ER den Karren eine» Taget ganz in den Dreck gefahren, so bleibt ER doch groß, riesengroß, unübev trefflich. Rur der Karren trägt dann die Schuld, nicht ER. So konnte man denn auch für den 23. September, da Bismarck seif 2Sjähriges Jubiläum als preußischer Minister feierte, auf Reklameartikc schreiendster Art von Seiten der Bismarckpreffe, auf die unverschämteste: Attentate auf die geschichtliche Wahrheit gesaßt sein, und ist m dies«: Erwartung auch natürlich nicht getäuscht worden. Hätte eines dies«: liebenswürdigen Blätter geschrieben: Bismarck hat die Welt erschaffen Bismarck hat Rom erbaut, Bismarck hat das Pulver erfunden, so würd sich kein Mensch darüber gewundert, Niemand etwas dagegen eingewendet haben. Denn die Welt besteht, Rom ist erbaut worden, und das Pulvll ist auch erfunden worden. Hat Bismarck zufällig da» Pulver nicht et' sunden, so hätte er es sicher erfunden, wie er ja manches andre Groß' und Schöne erfunden hat, wie z. B. den Volkswirthschastsrath, de! preußischen Staatsrath ,c. rc. An solchen Dichtungen genügte es ab«' der„Kölnischen Zeitung" noch nicht. Da« Weltblatt vom Rheine mu! immer etwas voran« haben. Und so ging es hin und schrieb, daß da- deutsche Reich Btsmarcktscher Schöpfung eine Verfassung erhalten Hab«, welche «rfol tikell in% den Wie Spu Hanl hatte Hell, tlch" D -» U. vuri b' Rl Ru dö,e Mar Psuj & jetzt Blut « Bö, Eike Ui der «n d der! „ein Maß Politischer Freiheit gewährt, so vollgemessen wie in irgend einer Monarchie oder Republik der Welt." EehSrt zu solcher Leistung nicht ein Chimborasso von Frech» Beit? Freilich, nicht von jener„Frechheit", die das Berliner Junker- blatt an der„Reuen Rheinischen Zeitung" denunzirte, nichts von jenem trotzigen Muthe, der der stegreichen Gewalt bis zum letzten Augenblick keck die Stirn bietet, sondern von der traurigen Karrikatur des wirk- lichen Muthes, von jener sittlichen Verkommenheit, die gegen- ltber der offenkundigen Wahrheit an der L ü g e festhält, sobald die Läge irgend einem ihrer egoistischen Zwecke dient. Ein Chimborasso von Verworfenheit ist erforderlich, um Deutschland, das Land der Ausnahmegesetze, der Diktaturparagraphen, der»usweisungsproris, der Geheimbundsprvzeffe, der Diät-nprozeffe, der Ohnmacht der Volksvertretung und der Allmacht der Polizei, als ein Land der„vollgemeffenen" politischen Freiheiten zu preisen. Die Massen- hasten Ausweisungen, der gewissenlose Ruin von Tausenden von Familien »xistiren nicht für die„Kölnische". Dieselben betreffen ja fast nur Ar- deiter, und die zählen eben einfach nicht. So wenig wie die armen „Russen" zählen, die das„freie" Deutschland inS Elend jagte, und so «enig die„wiedergewonnenen" elsässischen Brüder zählen, die unter dem Diktat urzesetz für die deutsche Freiheit herange! rangsalirt werden. Ein Cbimborasso von Berkommenijeit, in dem Augenblick von„voll- ?k«esse> en politischen Freiheiten" zu renommiren, wo man drauf und dran ist, eines der elementarsten Volksrechte adzumeucheln. Warum dann nicht lie er gleich lügen„zu voll gemessen"? Wir fordern die„Kölnische Zeitung" auf, uns ein Land der Welt, »b Monarchie oder Republik, zu nennen, dessen arbeitende Bevölkerung die deutschen„Freiheiten" gegen die heimischen Zustände einzutauschen bereit wäre. Selbst der Jrländer, für den die Kölnerin so oft tiesei Mitleid geheuchelt, würde sich schönstens bedanken. Er ist durch ein ZwrngSgesetz politisch gefesselt, aber er ,st nicht rechtlos, man kann ihn nicht, gleich einem wUden Thier, von Ort zu Ort Hetzen, wie den deutschen Arbeiter. Run, eS kommt wohl noch die Zeit, wo der deutsch« Arbeiter der „Kölnischen Zeitung" und ihren Hintermännern den Dank wird abstatten können für die zarte Fürsorge, mit der sie heut seiner gedenken. Hoffent- lich wird er dann nicht vergessen, ihnen die„Freiheit", die er heute ge- »ießt, auch einmal zu kosten zu geben, und zwar so recht—„vollgemessen". — WaS Streik» kosten und was sie einbringen. Wir lesen in der trefflich redigirien„Deutsch-Amerikanischen Bäcker Ztg.": „Sechshundertdreißig Millionen Doll. haben die SlrikeS des ver- Cgenen Jahres gekostet"— ruft die kapitalistische Presse aus, und n folgen die bekannten guten Lehren. Nehmen wir nun ihre Ziffer alt korrekt an, lassen wir auch weiter hingehen, daß vielleicht die Hälfte der Arbeite-Einstellungen Lockouts waren und sehen wir emmal zu, ob die Rechnung sich wirklich so schlecht sür die Arbeiter stellt. Die Zahl d?r Lohnarbeiter ausschließlich der des Ackerbaues darf man wohl auf etwa sechs Millionen veranschlagen. Somit träfe auf den Kopf sechs Dollars per Jahr oder etwa elf Cents per Woche. Rehmen wir nun aber an, die Löhne der ArbeUerschaft im ganzen Lande seien während dieses denkwürdigen Jahres nur um fünf Prozent erhöht worden, was einfach ohne diese StrikeS nicht geschehen wäre, deren indirekte Folgen im ganzen Lande fühlbar wurden und viel mehr „freiwillige" Lohnerhöhungen eingetragen haben, al» direkt erzwungen wurden. 350 Dollars als Durchschnittelohn genommen, ergäbe Dollars 17. 50 Zuwachs, wonach sich also die Bilanz nicht übel für die Arbeiter stellte. Allein das ist noch nicht Alles. Die meisten Strikes des vorigen Jahres wurden zu Gunsten der Verkürzung der Arbeitszeit geführt und sie haben dieselbe Hunderttausenden von Arbeitern gebracht. In Geld läßt sich dieser Vortheil nicht abschätzen. Aber diese Errungenschaft allein wäre viel mehr werth als die einmalige Ausgabe von sechs Millionen Dollars. Eine Gesellschaft, die übrigens konstant«inen„Ueberfluß" von Aroeitekräfien hat, die keine Verwendung finden können, einen Ueber- puß, der sich manchmal aus Millionen steigert, hat. kein Recht, sich darüber aufzuhalten, daß die Arbeiter es manchmal vorziehen, einige Tage und Wochen nicht zu schanzen, wenn man sie gerade haben will, ohne auf ihr« Bedingungen einzugehen. Strikes sind Rothdehelse in dieser chaotischen, von Jnteressen-Gegen» sätz n durchzogenen wuihschaftlichcn Welt. Wer sie abgeschafft sehen will, muß diese Gegensätze beseitigen. Durch die Berechnung und Vor- Haltung ihrer Kosten sch fft man aber die SlrikeS nicht aus der Welt. Der Arbeiter hört diese Ziffern und die daran geknüpften Tiraden— und es bleibt Alles beim Alten. Glaubt er für seme Arbeitsleistung bessere Bedingungen herausschlagen zu können, so wird er es versuchen — und sticken, wenn es nicht anders geht. Daß die Arbeiterschaft als Ganzes dabei nicht verliert, sondern ge- winnt, weist ihr die kapitalistische Presse selbst nach. Für jene handelt «s sich also nur darum, die Kosten möglichst gleichmäßig unter alle Arbeiter zu vertheilen. Elf Cents die Woche kann schließlich Jeder zum allgemeinen Fond beitragen und diese Auslagen werden reichlich ersetzt." Ganz richtig. Und dabei hat die„Bäcker Ztg." noch eines zu erwähnen »ergessen: Den Wegfall der Lohnherabsetzungen, die sonst un- fehlbar eingetreten wären, aber durch die Strikes, beziehungsweise durch die steteKampsbereitschaft der Arbeiterorganisationen, verhindert worden sind. — Das vorigeWoche erfolgte Verbot der„Hamburger Vsirgerzettuug" unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkte von frühmn Verboten dieser Art: die„Hamburger Bürgerzeitung" erschien im Verlag und unter der Redaktion eines Mannes, welcher notorisch der demokratischen Partei angehört. Wenn das Verbot durch die Reichsgalgenkommission bestätigt wird, so ist damit festgestellt, daß auch die Organe anderer Parteien als der sozialdemokratischen unter da« Schwert des Sozialistengesetzes fallen, wenn sie Artikel oder Einsendun- ftsn bringen, die entweder von Sozialdemokraten ausgehen, oder von der Polizei für sozialdemokratisch gehalten werden. Damit hält« die Sense deS Sozialistengesetzes einen viel längeren Stiel erlangt. Und die Polizei kann nun nach Belieben in weiterem Umkreis« mähen als bisher. Die bürgerliche Oppositionspress« möge sich hüten! — Nm Nachdruck wird gebeten. Wie die Zeitungen melden, erfolgte das Verbot der„Bürgerzeitung" nachträglich wegrn eines Ar- tikels ,?oroo i» no remedy"— Gewalt ist kein Hellmutel, erschienen M Rr. 219 des genannren Blattes vom 18. September. Wenn man den Artikel nachliest, so saßt man sich erstaunt an die Stirn und fragt: Wie ist eS nur möglich, darauf ein Verbot zu begründen? Ke,ne Spur von Ausreizung, kein« Spur von Aufhetzung, lediglich wird an Hand der irischen Vorgänge nachzuweisen versucht, daß Gladstone Recht hatte, als er vor fünf Jahren den Ausspruch that:„Gewalt rst kein H-ilmiltel." Als Zeichen, was heute in Deutschland alles„staatsgefähr- lich" ist, lassen wir den Schluß deS Artikels hiermit folgen. Teiseibe lautet:.„. „Verzweifelter Aufstand, blutig« Unterdrückung — zwischen diesen zweiten Polen bewegt sich die irische Geschichte. U d fünfhundert Jahre hat es gedauert, bis die Lehre verstanden wurde. IT o r o o 8 no r e m e a y 1 «Rein, die Gewalt ist kein Heilmittel. Di« G e w a l t ist nur die M u t t'e r d e r G e w a l t. Sie gleicht der„bösen That. die„sortzeugend vö,es muß gebären". Sie säet die Drachensaat der Wuth und des Morde«, sie verschlimmert das Uebel. zu dessen Heilung sie von traurrgen �Bfuidietn verwandt wird. Leider sind die Pfuscher noch„nicht alle". Auch in England sind sie jetzt wieder an der Arbeit: Blut ist schon geflossen in Irland und mehr Btut wird fließen.„ � � lange soll da« so fortgehen? Wie lange wird es dauern, bis d,e Völker in ihrer unwiderstehlichen Mehrheit zu der Etkenntmß gelangt sind Gewalt ist kein Heilmittel?« Und d a S darf man in Deutschland nicht sagen l Jeder Zweifel an der Allmacht der Gewalt ist streng verboten, wäre er doch«>n Zweifel un der Unfehlbarkeit der deutschen Staatslenker, an der Vorlresslichkeit der deutschen Politik, deren A und O die Gewalt ist. Ja, da der Zweifel an der Allmacht der Gewalt die Möglichkeit besagt, daß die Ge- walt auf Hindernisse, auf Widerstand stoßen könnte, erklärt er damit diesen Widerstand nicht unter Umständen für gerechtfertigt? Also— Aufforderung zum Widerstand, zur Rebellion, zum Umsturz. Was zu beweisen war. Und so ist das Verbot gerechtfertigt, und Deutschland— hat die freieste Verfassung. — Ungeheuer radikal. In der letzten Nummer des„Revoltö"— derselbe HM inzwischen infolge einer Veiurtheilung sein Erscheinen einze« stellt und ist durch ein neues Blatt mit gleicher Tendenz„La RevoUe" (Die Rebellions ersetzt worden— stoßen wir auf folgenden Satz: „Es hat sich in der vorigen Rummer des„Revolle" ein Satz eingeschlichen, welcher möglicherweise mißveistanden werden kann. Mit Bezug die Demonstrationen in Roubaix wird gesagt, daß die Anarchisten sich des Kapitals bemächtigen wollen, um es zur Verfügung Aller zu stellen. Ich weiß wohl, daß in der Sprache der Oekono nen Kapital alles Das bezeichnet, was Eigenthum ist: die Erde sowohl als die Gebäude, die Maschinen und die Banknoten; aber im gewöhnlichen Sprachgebrauch bezeichnet es die letzte Kategorie, das, was die Gelehrten Tausch-Kavital nennen. Es ist selbstverständlich, daß alles Das, was der Menschheit von Nutzen sein kann, zur Verfügung Aller gestellt werden muh, so der Boden, die Wohnungen und die Maschinen. Was jedoch das Kapital, das Geld, anbetrifft, so werden wir es am Tage der Revolution überall da, wo wir es antreffen, vernichten. Jn's Feuer mit den Banknoten, mit den Rententiteln, mit den Aktien und den Staaisschuldendüchern! Ins Feuer mit den Zivilstandswischen, mit den Papieren des Notars, des Gerichtsschre bers, des Gerichtsvollziehers, sowie des Einnshmers oder der Aushebungsbehörden. In die Hochöfen mit dem Gold, dem Silber, dem Nickel. Man wird diese Metalle schon wieder finden, wenn sie industriellen Unternehmungen von Borlheil sein können oder wenn eitle Narren sich wie die Wilden damit schmücken wollen. Vorläufig aber laßt uns das Kapital zerstören. Es ist die Abschaffung des Tauschwerthes, welche allein der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen ein Ende machen kann." Wie gesagt, das klingt ungemein radikal und ist doch so spießbür» l i ch gedacht, wie nur etwas. Den Tauschwerth abschaffen, da» läßt sich noch hören, denn das ist die naturgemäße Folge der Ersetzung der Waarenproduktion durch die gesellschaftlich organisirte Produktion der Gebrauchswerthe. Wie aber will der Anarchist den Tauschwerth ab- schaff-n? Dadurch daß er die Tauschwerthzeichen vernichtet. Also haben wahrscheinlich die Tauschwerth, eichen den Tausch geschaffen, und nicht umgekehrt der Tausch den Tauschwerth und die Tauschwerthzeichen— eine Vorstellung, an der bekanntlich die kleinbürgerlichen So, lalq racksalber seit Olims Zeiten gelitten haben, die aber auch noch jedesmal, wo sie in die Praxis übersetzt werden sollte, jämmerlich bankrott machte. Den Tausch- werth und die Tauichwerthzeichen kann man überhaupt nicht„absch ffen", so wenig wie den Staat; man kann sie nur ihrer gesellschaftlichen Rolle entkleiden dadurch, daß man sie nach und nach überflüssig macht, d. h. durch zweckentsprechende einheitliche Organisation der Produktion und der Vertheilung der Gebrauchswerthe. Davon will aber der Anarchist nichts wissen, er will und kann den Tausch nicht entbehren, und dar- um mag er die Tauschwerthzeichen verbrennen, zerschmelzen, zerstampfen, soviel er kann, sie werden ihm immer wieder ins Gehege kommen— namentlich aber, wenn er so geicheidt ist, die E d e l m e t a l l e in Form von Schmucksachen ,c. im Bereiche der anarchistischen„freien Gesellschaft" zu dulden. Ebenso verhält eS sich mit der schönen Phrase„den Boden, die die Wohngebäade und die Maschinen Allen zur Verfü ung stellen." Sie klmgt ungemein radikal un» läuft in der Pioxis auf die höchste spießbürgerliche Utopie hinaus. Da„A l l e" im Munde des Anarchisten keineswegs die organisirte Gesellschaft beb utet, so bedeutet sie lediglich einen Wechsel in den Personen der Eigenthümer, nicht im Eigenthumssystem. Wie„man" aber z. B. irgend eine Dampfmaschine„Allen" zur Verfügung stellt, das ist vorläufig Geheim- niß der Anarchisten. — Kommet her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich»vill euch erquicke»! Jöteunz-Hn Wochen lang," lesen wir in einer amerikanischen Arbeiterzeitung,„streiken bereits die Arbeiter in den chemischen Werken in Natrons, die für einen Tagelohn von Doll. 1,25 bereit wären, ihre Gesundheit in die Schanze zu schlagen, aber selbst das nicht bekommen können und obendrein auf ihr Recht zur Vereinigung verzichten sollen. Eine bemerkenswerthe Episode in diesem Kampf ist, daß der lutherische Pfaffe daselbst den Ausständigen den B e- such der Kirche verboten hat. Es sollte dies zwar gar nicht nöthig sein, um die Arbei.er der Anstalt dieses Herrn sür»mmer fern zu halten, aber bezeichnend genug ist der Fall immerhin. Die Kirch- ist eine Ausbeuter-Kirche, mit der daS arbeilende Volk nichts zu schaffen haben soll. — Frankreich. Aus Roubaix(Nordfrankreich) wird uns ge- schrieben: Sie werden vor Kurzem in den Zeilungen gelesen haben, daß hier eine Arbeiter-Emeute staltgesunden. Nun, davon kann keine Rede sein; eS waren wohl einige Tage 100 bis 160 beschäftigungslose Arbeiter vor dem Stadthause ver sammelt, einige sind dann zum Maire gegangen, ohne daß man bis heule erfahren hätte, was dieser ihnen geantwortet, das ist aber auch alles. Leider I lönnte man eigentlich sagen, denn mit der Arbeit steht es hi-r sehr schlecht, die Zahl der Arbeitslosen ist enorm. In Fabriken, in denen gtgen 400 Stühle gingen, geht jetzt kein Einziger mehr, und alles fragt sich wie es im Wmter werden soll. Man muß sich in der That wundern, daß hier in Bezug auf die Agitation so gar nichts zu merken ist; seitdem aber die Kooperativ-Genossenschaft gegründet ist, hört man kein Wort mehr von politischer Thäügkeit. An Festen ist der Tan, die Hauptsache— um daS Lokal und die Auslagen zu decken, wie es heißt. ES haben sich schon viele deshalb zurückgezogen, und es wäre viel- leicht besser gewesen, die„Kooperative" wäre gar nicht gegründet worden! Am nächsten Dienstag soll nun eine Versammlung stattfinden, um zu berathen, was in Bezug auf die Arbeitslosigkeit zu thun ist. Hos- fentlich bringt sie Leben in die Bewegung. — Ans Italien. Mailand, 20. September. Der Kongreß der italienischen Arbeiterpartei hat einen glänzenden Verlauf genommen. Zirka 100 Arbeitervereine aus allen Theilen Ober- Italiens waren vertreten. Ich nenn?' hauptsächlich die organ.si-ten Ar- beiter von Mailand, BreScia, Turin, Genua, Alessandria, Cremona, Venedig, Bologna, Jmola, Novarra, Como und Mantua. Natürlich waren besonders zahlreich die Arbeiter von P a v i a vertreten, al« der Stadt, in welcher der Kongreß stattfand. Der Stadtrath von Pavia hat sich merkwürdig wohlwollend gegenüber den versammelten Proleiariern benommen, die noch vor wenigen Monat n als„Veibrecher" die Gefängnisse zierten, indem er denselben zu ihren Verhandlungen ein städtisches Lokal zur Verfügung stellte. Ueber die Arbeiten des Kongresses, welcher zwei Tage dauerte und gestern, den 19. ds., geschlossen wurde, behalt« ich mir vor, in der nächsten Nummer ausführlich zu berichten. Für heute nur soviel, daß allen Verfolgungen zum Trotz die Reorganisation der Partei vollständig gelungen ist. Als Sitz deS Zentralkomites für daS nächste Jahr wurde Alessandria bestimmt, das Parteiorgan,„Jl Fascio Operajo", verbleibt auch ferner in Mailand. Sehr erfreulich und geradezu überraschend war die Wahrnehmung des großen Fortschritts, welchen das Klassenbewußt- sein und die Idee des Klassenkampfes unter den italienischen Arbeitern in letzter Zeit gemacht hat. Unter den Anwesenden nenne ich noch den Genossen Andrea Costa, sozialistischer Deputirter in der italienischen Abgeordnetenkammer, sowie Oscar Bertoja, Vertreter der italienischen Arbeiter in Z ü r i ch und Thalweil bei Zürich. Mit sozialdemokratischem Gruß und Handschlag! Mau«urf. — Amerika. Der Bruch zwischen den Anhängern Henry George'« einerseils und den Sozialisten und den zu diesen haltenden Albestergruppen anderseits hat zur Bildung einer neuen Arbeiterpartei geführt, die den Titel„Progreisive Labor Party"(Vorgeschrittene Albeuepartei) trägt und deren„P l a t s o r m"(Aktwnsprogramm) in ihren wesent« Punkten folgendermaßen lautet: „In Erwägung, daß die verschiedenen Gewerks Organisationen der Stadt Newyork, indem sie die Nothwcndigkeit beständiger Wachsamkeit und vereinten Handels anerkennen, eine repräsentatide Körperschaft welche als die„Central Labor Union" bekannt ist, gegründet haben; und In Erwägung, daß eS deren ausgesprochene Absicht in ihrem Vorgehen war,„sich gegenseitig in ihren politischen und industriellen Kämpfen zu unterstützen", gegen die Ueberhandnahme einer kapitalistischen Oligarchie, welche den Arbeitern und der amerikanischen Freiheit feindlich gesinnt ist; und In Erwägung, daß wir mit der„Central Labor Union" der Anficht find: l)„Daß der Grund und Boden eines jeden Landes das soziale und gemeinsame Erbe des Volkes ist." 2)„Daß die Arbeit alle Werth« erzeugt", welch- die Werkzeuge in sich begreifen, mittelst deren allein die Raturkräste dem Menschen zugäng« lich gemacht werden können. 3) Daß Allen daher„die freie Benutzung des Grund und Bodens" und der Arbeitsmittel gest'ttet sein tollte,„ohne den Landlordi oder den Monopolisten Tribut dafür zu entrichten." 4>„Daß unter der gegenwärtig herrschenden industriellen ProduktionS» weife zwischen der Arbeit und dem Kapital keine Harmonie bestehen kann", da dieselbe die industrielle Entwicklung entweder ein wängt oder gar dl>durch unterdrückt, daß sie den amerikanischen Volksmasjen ihr« unveräußerlichen Rechte auf Leben, Freiheit und dem Streben nach Glück» seligkeit abspricht 5)„Daß die Emanzipation der arbeitend en Klassen von den arbeiten» den Klassen selbst errungen werden muß", mittelst„Etrblirung", wie die K-zlhs of Labor sie fordern,„von kooperativen Institutionen", welche die Lohnarbeit durch Einführung einer kooperativen Produktions« weise ersetzen werden.... Beschlossen, daß wir, um die große amerikanische Bewegung der Massen gegen die Klassen in ihren naturgemäßen Grenzen zu erhalten, uns unter dem Namen Progressive Labor Party als eine unabhängige, poliiische Körperschaft organisiren, welche von Anfang an und permanent von den beglaubigten Repräsentanten der wirklichen Arbeiterorganisatio« nen, der Lohnarbeiten und Produzenten dieser Stadt, dieses Staates und der Ver. Staaten kontrolirt werd-n soll. Beschlossen, daß wir, um dem Volk sofortige Erleichterung durch die Abschaffung verhaßter Unrecht- und durch die Resorm grober Mißbräuch« zu verschaffen, folgende Forverungen ausstellen: Acht Standen sollen einen Arbeitstag konstiluiren. Kinderarbeit in allen Berufen soll verboten sein. Frauenarbeit in allen Berufen, welche der Gesundheit oder der Moral Eintrag thun, soll abgeschafft werden. Gleiche Bezahlung für beide Geschlechter für gleiche Aibeit. Wöchent» lich- Aue Zahlung der Löhne in gesetzlichem Gelde; keine„Tiuck"-Bet»h» lung fernerhin. Erstes„Lien"(Schuldvorrecht) für die Löhne der Arkeiter. Aufstelluna gerechterer Gesetze sür die Verantwortlichleit der Arbeit« geber ihren Arbeitern gegenüber. Abschaffung des Kontraktsystems in den Gefängnissen und an den öffentlichen Arbeiten. Duichgreiiends Reform des Tenementhaus-Systems. Abichaffang der TencmenthauS-Cigarrenarbeit, wie aller anderen Art von Tenementhaussabrilation. Samiäre Inspektion von Minen, Fabriken, Wohnhäusern und aller Arbeitsräume. Strenge Durchführung des Gesetzes, welches die Jmportation fremder Kvwraltarb-iter ver bietet. Strenge Durchführung aller nützlichen Arbeitergesetze, welche gegen« wärlig Bestai d haben. Gleiches Bürger- und Wahlrecht ohne Rücksicht aus das Geschlecht. Widerruf aller Verlchwör ungegejetze, aller Trampgesetze und aller Klassen» gesetz ebunq und Privilegien. Keine Pinkerton« mehr, keine bewaffneten Banditen in der Bezahlung des Kavitals. Beschlossen, daß wir, um den Marsch des For tschritts in der Richtung zu HUt n, welche von obigen Prinzipien angedeutet wird, folgend« An» forverungen st-llen: Der Gemeinbesitz und die Gemeinverwallung von Eisenbahnen, Tele» graph n, Expreß- und Dampferlinien, Telephonen, Gas- und Wasser» weilen und aller Industriezweige, welche den Gebrauch von Freibriese» oder die Ausübung öffentlicher Funktionen in sich begreifen. Die direkte Ausgabe von Metall- und Papiergeld seitens des National» Schatzmeisters ohne die Vermittlung der Banken. Als ersten Schritt, um dem Volk sein natürliches Erbe wiederzugeben, befürworten wir eme Spczialsteuer aus unbebaute« Land, d-e zedvch hoq genug sein muß, um die Bebauung desselben zu erzwmgen oder d,« Spekulanten, welche dasselbe brach liegen lassen, zu nöihigen, dasselbe dem Gemeinwesen wiederzugeben. Wir b fürworten ferner eine Steuer aus Einkommen, die mehr als 2000 Dollars jährlich betragen, aber so gradirt sein muß, daß sie am schwersten aus den großen Einkommen der monopolistischen KL.ssen und Korporationen lastet, damit aus diese Weise die Lasten der Arbeit r, Produzenten und Volksinassen w-sentlich erleichtert werden. Zu denpelbei, Zweck befürworten wir sernerh-n die Befreiung ron allen Steuern iür die durch chiuittichen„Hom-steadS", Farmen, Fabriken, Werkzeuge und sonstiges Eigenlhum im Weilhe von weniger als 2000 Dollars, welches von den Besitzern produttiv gebraucht und nicht an Andere vermuthet wird." Korrespondenzen. — Au» Thüringen, 20. September. Unser Thüringen scheint mit Vorliebe von Schwindlern und Bauernsänger» besucht zu weiden, die hier unter dem Deckmantel sozialdemokratischer Ge sinnung die Parteigenossen plündern und ausbeuten. Vor Jahr und Tag war«S Herr Schwenn» hagen, der die verschiedenen Orte besuchte u> d abgraste, überall einen tüchtigen Pump anlegte, soweit die Parteigenossen dumm genug waren, sich von semer Perlönlichkeit und seinen Phrasen best-chen zu lassen, jetzt ist es der in Berlin unmöglich gewordene sogenanme Dr. Lüttgenau, der sich wiederum Thüringen als OperationSsrld erkoren hat und sert sieben Monaten sich mir Betrügereien, Schwinoeleien und Zechprellereien recht angenehm durchs Leben schlägt. Besonders hat er die Gutmülhig» keit der Apoldaer Genoffen ausgebeutet, ganz wie Schwennhagen» von dem er erfahren zu haben scheint, wie leicht es Schwindlern fällt, wenn sie nur mit einem Doktor- oder ähnlichen Titel und dem nöthlgen Mundwerk auegestattet sind, bei unfern Genossen Vertrauen und die größte Opferwilligkeit zu finden. Besagter Lüttgenau hat nicht nur Schulden gemachl, wo er solche machen konnte, er hat sich nicht nur nicht geichämt, Proletariern die sauer verdient« letzt- Mark abzupumpen, natürlich Alles aus Nimmerbezahlung, er hat auch verschiedentlich Z e ch- Prellereien verübt, und verkauft Geistesprodukts der allertrauüjj« sten Art zu unverschämtem Preise an die Genossen, die, wir wiederholen den Vorwurf, dumm genug sind, ihm diese traurigen Preßerzeugnisse abzu» kaufen. Solch ein erbärmliche« GeisteSprodukt besteht in sogenannUniÄ- dichien sozialdemokratischer Tendenz, deren poetischer Werth tief unter Null steht. Das Unglaublichste aber ist, daß obgleich die Schwindeleien und B-trü- gereien des Lült�enau schon Vielen die Augen geöffnet Häven, es immer noch«ine Anzahl Genossen gibt, die sich tro, alledem nicht belehren lassen und dem Herrn noch ihr Vertrauen und— ihr Geld entgegenbringen. D r Parteitag sollte einen Preis aussetzen für die Beantwoltung der Frage, auf welche Weise die Parteigenossen am besten vor Schwindel und Betrug bewahrt werden können. Alle Mahnungen zur Borstcht und zum Mißtrauen haben bisher nichts genützt, immer und immer wieder finden sich leider Genossen, die dem ersten Besten, der ihnen um de» Bart zu gehen und ihnen zu imponiren verst-ht, blindlings vertrauen. Soll denn auch sür unsere Genossen ewig das bekannte Wort geuen: Die Dummen wirven nicht alle? Warum erkundigt man sich nicht öei unterrichleten Per>onen über das Vorleben und den Charalter von Leut.n, die ptvtztich, wie vom Himmel gejallen, auftauchen, an die Opjerwillig» I(U der Genossen apvelliren oder zar die Helden ihrer Ueberjeugung zu spielen suchen? Meist benehmen sich ohnehin diese„Helden" derart, daß sie dem Halbweg« Sehenden nach den ersten drei Tagen Nar machen müssen, mit welcher Sorte von Menschen er es zu thun hat. Die Augen auf! Kraukenhanse«(KyffhSuser), 20. September. Am 7. September fan« den hier die Wahlen zu unserm Schwarzburgischen Landtag statt. Von Seiten der Mischmaschpartei war der bisherige Abgeordnete Ho sfmann ausgestellt, der 1884 von unserer Seite gewählt worden war, doch im Laufe der Session sich ganz deutlich als Betrüger an seinen Wählern erwieS, der nicht zu uns, sondern ins Lager der Herren Richter und Konsorten gehört. Bon sozialdemokratischer Seite aus wurde deshalb in aller Stille fleißig für eine wirklich sozialistische Kandidatur gearbeitet, um im geeigneten Moment schlagfertig zu erscheinen. Die Gegner, die da glaubten, da von uns auS nichts verlautete, ohne Mühe den Sieg erringen zu können, sollten im entsprechenden Moment eines Besseren belehrt werden. Der hier bestehende„Verein für volköthümliche Wahlen", in welchem nur Arbeiter sind, hielt— vier Tage vor der Wahl— am S. September eine Versammlung ab, welche gut"besucht war. Vom Vor« fitzenden, Apel, wurde das Verhalten des bisherigen Abgeordneten gehörig gekennzeichnet, und alsdann die Ausstellung eines Kandidaten beschlossen in der Person deS Genossen Karl Apel sen., welcher aU Mitkämpfer für die Sache der Unterdrückten hinreichend bekannt ist. Am letzten Tage vor der Wahl, den 6. September, wurde in der Abendstunde ein Flugblatt, in welchem die Wahl unseres Kandidaten empfohlen wurde, in 1000 Exemplaren in größter Geschwindigkeit verbreitet. Der Wahlakt begann um 10 Uhr und endete 3 Uhr Nachmittags. Mit größter Span- nung wohnten beide Richtungen der Stimmenzählung bei. Das Resultat war der Sieg der Rothen. Es waren in Stadt und Altstadt im Ranzen 401 Stimmen abgegeben worden, von denen 22 2 auf den Ar« beiterkandidaten fielen, während Hoffmann 177 Stimmen erhielt, 24 Et. waren ungültig. Im Lager der liberalen Maulhelden und deren Presse herrscht große Entrüstung darüber, daß es den Sozialdemokraten gelungen ist, einen der Ihrigen„vom reinsten Wasser," wie die„Landes-Zeitung" spöttisch bemerkt, in den Landtag zu senden. Man lese nur folgenden Erguß aus der„Kölnischen Zeitung", den der hiesige Reaktionswisch „auf dringendes Ersuchen" zum Abdruck gebracht hat: „Am 7. September unterlag in Frankenhausen der Kandidat der Libe- ralen, Knopffabrikant Hoffmann, mit 177 Stimmen dem Soziald-mo- kraten Apel, welcher 222 Stimmen erhielt. Dieser sozialdemokratische Siez ist indessen für denjenigen, der die Verhältnisse in der Provinz Sachsen und den thüringischen Staaten kennt, kein Wunder. In keinem andern Bezirke deS deutschen Reiches ist die politische Lauheit und die Theilnahmlosigkeit gegenüber staatlichen Fragen so groß wiedort. Die Vergnügungen des Vogelschießens, der Skat- und anderer Kongresse erregen das allgemeine Hnteresse mehr als die lästige Betheiligung an öffentlichen Fragen, die das Wohl des Staates angehen, bis etwa wieder einmal eine b r e n- n e n d e p o l i t i s ch e F r a g e, wie die der siebenjährigen Festsetzung der Friedensstärke des Heeres es war soder der Franzosen- schwindelt), die Gemüther erhitzt nnd ausrüttelt. Inzwischen können die extremen Parteien, die überall größere Regsamkeit bewähren, in Ruhe das Feld für sich bearbeiten. In dieses Kapitel gehören die wahr- Haft klägliche Niederlage im Wahlkreise Merseburg-Querfurt und die Landtagswahl von Frankenhausen. Zum Glück hat man auch eingesehen, daß es nicht länger so fortgehen kann, und die nationallibe- rale Partei hat am S. August durch ihre Abgeordneten in Thale beschloffen» die Bande, welche die Parteigenossen in der Provinz Sachsen bisher nur locker zusammenhielten, fester zu knüpfen und eine straffere Organisation einzuführen, wie sie in Rheinland und Westfalen schon längst besteht. Hoffentlich wird auch die Heerschau der thüringischen Nationalliberalen, die im nächsten Monat in Jena stattfinden wird, sich die auf dem Dele- girtentage in Thale gegebene Anregung zu Nutze machen und die Partei- genossen werden sich die Zeichen von Merseburg-Querfurt und Franken- hausen zur Warnung dienen lassen." Nur zu, wir stnd's zufrieden. Bei der R e i ch s t a g s w a h l wurden trotz Kriegslügen für Bock S23 Stimmen in Stadt und AAftadt abgegeben und vnse- so kleines Städtchen als die Brutstätte der Sozialdemokratie bezeichnet. Man sieht, ei wird immer— schlimmer. Mit sozialdemokratischem Gruß! v. R. t, K. Kötzschenbroda, bei Dresden. Wir haben das Parteiorgan bis» her noch nicht in Anspruch genommen, weil bei uns die Dinge gehen wie allerwärts, nämlich„bewaffnet mit dem Maulkorbgesetz". Ein Er- eigniß jedoch veranlaßt uns, zu Nutz und Frommen der Gestnnungs- genossen, namentlich derer in Gohlis bei Leipzig und Umgegend, unser Stillleben zu unterbrechen. Wir haben hier einen Schand— arm, welcher den lieblichen Namen Sngelmann führt, im Uebrigen aber ein wahrer Teufelskerl ist. Herrisch, grob, anmaßend und streberhaft, aber doch nicht schlau genug, sein Borgehen so einzurichten, daß man von oben mit ungetheiltem Wohlwollen auf ihn herabblicken kann. Dieses Prachtexemplar einer Staate stütze geht uns mit dem 30. September verloren, um am 1. Ok- tvber den Genoffen in Gohlis bei Leipzig bescheert zu werden. Damit diese nun von unserem Sozialisten fressen— w o l l e n d e n Freund --in möglichst getreues Konterfei erhalten, und sich nicht etwa dem Glauben hingeben, sein so stattlicher Korpus verdanke seine gesättigte Wölbung wirklich verzehrten Soziattsten, so gestatten wir unS, ihm folgende Skizze aus den Weg zu geben. Als vor einigen Jahren der Kamps gegen das Lumpen- und Vaga- bundenthum, wie man die arbeitslosen Massen nennt, begann, und es Salt, durch Gründung eines Bettelvereins oder sonst welche Mittel zur lusrottung dieser Plage als rettender Engel zu erscheinen, da wollte eS Gottes wunderbare Fügung, daß unserm Engelmann auS dieser Vaga- Kunden- und Lumpen-Noth Glück und Heil erwachsen sollte. DieS geschah in folgender Weise:„Eines Tages verbreitete sich das Gerücht, unser tapferer Schandarm Engelmann" sei von drei Strolchen, welche er vorige Nacht bei Radebeul angehalten, halbtodt geschlagen worden." Die„Dres- dener Nachrichten"(für welche Gemein— nützigkeit sind sie nicht zu haben?) brachten einen Artikel, nach welchem bei Engelmann das Hirn bloßlag und er in schrecklich zerschlagenem Zustande zu Hause gebracht worden sei. Er habe sich eben tapfer gewehrt, den Strolchen einen Re- volver entwunden, welcher noch vorhanden, das Gewehr des Gensdarmen je- ganz zerschlagen, die Strolche seien natürlich verschwck.iden, der Schau- darm habe unter Aufopferung selbst seines edlen Lebens sich nicht ge- fürchtet ,c.:c. Der Artikel war für seinen Zweck so meisterhaft zusam- mengrstellt, daß er auch seine Wirkung nicht versehlte, trotzdem der den Schandarm behandelnde Arzt, Dr. Prölß, sich genöthigt sah, den„Drei- dener Nachrichten" berichtigend mitzutheilen, daß das edle Gehirn des Schandarm dem profanen Auge des Publikums noch verborgen liege, — der dicke Schädel wies weder Risse noch Brüche auf, noch gestatte er Einsicht in den Geistesapparat des Herrn Engelmann. Wer diesen Ar- tikel geschrieben oder aufgegeben, darnach hat wohl Niemand gefragt, hatte doch Alles mit dem bedauernswerthen Opfer zu thun. Die Woh- nung des Engelmann war ein Taubenhaus geworden, es flog immer «in und aus, es füllten sich Küche und Keller, auch daS Portemonnaie kam nicht schlecht weg. Eingeweihte behaupten, es seien K00 Thaler baar und für drei Jahre Wein eingekommen, ohne den Küchenvorrath, von dessen bloßem Ueberfluß täglich ein halbes Schock hungernde„Strolche" hätten gesättigt werden können. Räch dieser Richtung war der göttliche Streich gelungen, nur nach der andern Seite, nach oben, gelang es leider nicht, einen markanten Stein in» Brett der Beförderung zu setzen. Man stellte zwar Recherchen an, um die mit Revolver bewaffneten Strolche zu ermitteln, ließ sogar später den Teufelskerl Engelmann einmal nach Berlin fahren,»««dort»in Individuum zu rekognosziren, welches zu den Attentätern zählen könnte, aoer«S war nichts. Und es war überhaupt nichts, weiß man doch ganz gut, daß Strolche keine Mittel zu Revolvern haben, und es für sie auch gefährlich wäre, solche zu führen, und hätte«S solche mit Revolvern ge« geben, so würden sie, nachdem der Schandarm darnicdergeschlagen war, ganz sicher den Revolver nicht in dessen Händen zurückgelassen haben. Und was sah man, als Herr Engelmann wieder aus der Bitdfiäche er- schien? Einen Mann, bed.ckt mit Schmarren im Gesicht? Bewahre. Frisch und munter, etwas geröthet, und an der Et.rn einen»nmerk- l.chen Hautschürf, wanderte er einher, keine Wrlterungsverhättniffe stör- ten diesen so«iderstandssähigen Schädel, weder Hitze noch Kälte, wa» doch bei andern Menschenkindern unter solchen Verhältnissen der Fall ist. Uebrigens scheinen die„Strolche" recht oft solch rettende Engel abgeben zu müssen. Wenigstens hat dieS der Schandarm P f« n n i g« r, welcher damals w Radebeul stationirte und den Dienst seines Kollegen Engel- mann versah, auch erfahren. Pfenniger hatte da? Unglück gehabt, sich in seinem Bezirk in der Oberlößnitz die Ungnade eine« sehr reichen Rentier« zuzuziehen, den er gern zum Freund gehabt hätte. Was geschieht? Er kommt eines Abends auf dem Weg von der„Baumwiefe", einem Gast« hau«, an dem Grundstück deS feindlichen Rentier« vorüber, da sendet ihm der Himmel eine rettende Viston. An der Pforte angelangt, reißt er wie besessen die Glocke. Hunde und Dienstboten kommen herbeigeeilt, man fragt, wai e« gibt.„Schnell, schnell aufgemacht," ruft der Pfenniger, „die Strolche sind hier eben übergestiegen, schnell!" Und wie ein Wilder stürzt er in das Grundstück. Da es bereit« Abend war, wurden Laternen angezündet, und Alles betheiligte sich an dem Absuchen de« großen Gartengrundstücke«. Leider fand man keine Strolche, für seinen Pflicht- eifer aber erhielt Pfenniger von nun an einen Freund und von dem- selben gar manche« Geschenk. Man sieht„es steckt ein Kern de» Gute» in dem Nebel". Zurück zum Engelmann. Die Versetzung de« trefflichen Ordnung«- Wächter« von hier nach Gohlis scheint gerade keine befördernde zu sein, man spricht sehr viel vom Segentheil. Die Genossen wollen sich daher in jeder Weise vor diesem neuen Streber hüten, welcher dort wtrd wett machen will, was ihm hier nicht gelungen. Bor Allem hüte man sich, durch sein provozirendes Wesen sich reizen zu lassen. Die Rothen de« Slbthal». grati». Porto muß aber vergütet«erden,»dr. ic. notirt.— Harmöfank ßrkenntniß. Bon Friedrich Bischer«) Wir haben keinen Lieben Vater im Himmel. Sei mit dir im Reinen! Ran muß aushalten im Wellgetummel Auch ohne das. Wae ich alles laS Bei gläubigen Philosophen, Lockt keinen Hund vom Ofen. Wär' einer droben in Wolkenböh'n, Und würde das Schauspiel mitanleh'n, Wie mitleide los, wie teustisch wild Thier gegen Thier und Menschenbild Wüthet mit Zahn, mit Gift und Stahl, Mit ausgesonnener Folterqual, Sein Vaterherz würd' es nicht ertragen, Mit Donnerkeilen würd' er drein schlagen, Mit tausend heiligen Donnerwettern Würd' er die Henkersknechte zerschmettern. Meint ihr, er werde in anderen Welten H ntennich BöS und Gut vergelten, Ein grausam hingemordetes Leben Zur Vergütung in seinen Himmel heben? O. wenn sie erwachten in anderen Fluren» D-e zu Tode gemarterten Kreaturen: „Ich danke!" würden sie sagen, „Möcht' es nicht noch einmal wagen, E-i ist überstanden. Es ist geschehen. Schließ' mir die Auaen, mag nichts mehr sehen» Leben ist Leben. Wo irgend Leben, Wird es auch eine Natur wieder geben, Und in der Natur ist kein Erbarmen, Da werden auch wieder Menschen sein, Die könnten, wie dazumal, mich umarmen— O leg' in» Grab inich<«vleder hinein!" Wer aber lebt, muß es klar sich sagen: Durch dieses Leben sich durchzuschlagen— Das will ein Stück Rohheit. Wohl dir, wenn du das hast erfahren, Nnd kannst dir dennoch retten und wahren Deiner Seele Hohheit. In Seelen, die das Leben aushalten Und Mitleid üben und menschlich walten, Mit vereinten Waffen Wirken und schassen, Trotz Hohn und Spott Da ist Gott. ♦) Bischer,«esthetiker der Segelffchen Schule, ist am 13. September in Gmunden gestorben. Der Mann hat volilifch viel gesündigt, aber in einer Hinsicht ist er doch bis zuletzt konsequent geblieben: er hat jeden priesterlichen Beistand verschmäht und sich testamentarisch jedeS kirchliche Begräbniß verbeten. Es sollte sich das eigentlich bei Jedem, der sich von der wissenschafilichen Unhalibarkeit der Offenbarungsreligionen überzeugt hat, von selbst verstehen, aber da« Gegentheil ist der Fall. Das kirchlich« Wesen ist wieder in Mode gekommen, wer zur guten Gesellschaft gehört, muß sein Kompliment vor der Priesterichaft gemacht haben. Unter diesen Umständen ist daher Bischer'« Verhalten immerhin anerkennenswerth, er hat sich zu dieser Konzession nicht erniedrigt, und so nach dieser Seite hin den Standpunkt bekräftigt, dem er in obigem Gedicht so energischen Ausdruck gegeben. AaHrnf. Am 4. Juli starb nach längerem Leiden unser treuer Genoffs Peter Gräff, Klempner» im Alter von 33 Jahren an der Proletarierkrankheit. Griff war stets zur Stelle, wenn es galt, für unser» Sach» einzu- zutreten. Roch bei der letzten Reick.-'za'swahl raffte er alle Kraft zusom- men, um für das einzige Mittel, welches uns noch blieb, die. Flugblatt« vertheilung, zu wirken. Sem Andenken wird unter den Genoffen unvergeßlich bleiben� Die Genossen deS Landkreises Köln fc Rjk Brieftasten der Redaktion: Brief« und Einsendungen«. find eingetroffen e r a. London. S t r a ß b u r g.— Landkreis au« ITI t o r f, G r r»,«»»»«,»,— Köln: G««�Korrespondenz au« Nippe« in nächster Nr, der«xpediti on: Rother Apostel- Mk. 100- pr. 4/» Lk. blstt' Sgr. lt.«usstll. gutgebr. Weiteres It. P-K.». 22, S.— Rothe Landwehr: SRI. 200—« Cto Ab. u. Schlt.«rh. Adr.«.«stllg. notirt.— Rother Franz: Fr. 2 SO ä Cto Ab., sowie Bfe. w. prompt erh. Weitere« Md. notifizirt.— H. d. l. Post« Wegzi«: Fr. 3—»b. Rest pr. 8. und 4. Qu.«rh. Nachlsg. am 22/g. ab. 2S vergriffen.— Wilhelmi, e vom m«äV* Cliy. ö***"'---- Rk. 3 80 Ab. 4. Qji*i»..Schft. erh. Sdg. mtt 3» abg.— E. Wz. Cer- nier: Fr. 1 60 Abon. Rest 4. Qu. pr. D. Ber. Zch.«>h.— Di ch. Soz. Slub Paris: Fr. 80— ä Cto Ab. ic.«zh, Comolete Au'stlli. iolgt.— Spr. Aug. Bröl.: Mk. 4 48 Ab. 4. Qu. erh.— O. H. U. W«g.: Wk. 4 40- Ab. 4. Qu. erh.— Club Sta». Ostr.: Fr. 2— Ab. 4. Qu. eih. — G. S.».: Mk. 3— Ab. 4. Qu. cri— Blui k: Bs. w 2» S. crh. u. besorgt.— Karl Schw-n,*■■ v Tfl 9- e h Sana iin>i G rü dringlich erw.— Theophilus: Mk. 24 SO As. 4. Qu. et). B-t>. Ex-tr. Rk. IS«0 Abon. 4. Qu. u. Schft.«rh. Bstllg. notirt. Wettere« lt. Bf* v. 24/9�—«g. Libre Pari«: Fr. 9 SO«b. 3. Qu. erh.- H. P. H. Hfde.: Mk. 4 40 Ab. 4. Qu. erh.- I. M. E. b. B.: Rk.«- Ab. 4� Qu. erh. Adr. geordn.— O. H. O.: Fr. 3 lv Ab. Siest 3. Qu. n. Ad. 4. Qu.«rh.— W. Sch. E. b. R. i. V.: Mk. 8 24 f. Schft. erh.— De» Beobachter a. d. Spree: Rk. 59 94 ä Cto Abon. ic. erh.— 6. SV Ploeicu: Fr. SS— ä Cto Ad.>c. erh.— L. Sl. Riesbch.i Fr. 2— Ab. 4. Qu. erh.— M. C. H.: SRI. 10— d Cto Ab. jc. erh.— L. Bü Sch. Dz.: Mk. 4 40 Ad. 4. Qu. erh.— Sperber: SRk. 4 40 Ab. 4. Q», «rh. Bsillg. u. Adr. notirt.— Rothbart: Rk. 800—» Cto At. wp erh.»fl.«eitere«.- G. P. G. a. d. F.: SRk. 3- Ab. 8. Qu.«rh.— S. I. A. Zda.: Mk.«— Ab. 8. Qu. erh.— L. H. Fthl.: Mk. S— pr. Ab. 4. Qu. u. Jan.— Febr. 88 erh.— S. 39. Vo».: Fr. S— AK 4. Qu. erh.— Falken: öwfl. v—« Cto Ab. F. u. S. lc. erh. Gruß« — S. Olbn.: Rk. 8 80 Ab. 4. Qu. erh. Anzeigen. eiflfettoffen besten« empfohlen, inKesoilß«? Anfängern im Studium der Sozialökonomie: Wastiat-Schittze «Ol» Ferdinand Lasialle. Neue Ausgabe:.— I*1/, Bog«» ffart Prei«: SRE. I—,= Fte. f 2R. Sei Partienbezug Rabatt!. Port» extrac. Zahlreichen Bestellungen steht entgegen Bolksbnchhandlmrg! Evttktrge»-ZffpkHd Abonnements auf(fen„SoziahfsmoRrat'' werden ausser beim Terkag und dessen bekannten Agenten— SM» wohl auf einzelne Monate als ganze Quartal»— jederzeit entgegpw* genommen bei folgenden. Filialen nnd! Verkaufsstellens Zürich ToUabubbasdluig', Casmostnmse 8r Hottfngeir,. MI ätz Dsatscher Verein, nnd! Deutsche» Sex« im. Sekwmum Zürich. WInf erthnr Deifseher irBefferrerelir, Haldonstrsss® WA», Aarsn L öennert, Roihstr. 884'„ Basel Dentseher Verein, Sohwaiiongagsei€ nnd! Deatuh«) Butto» listen, Riehenstr. 16. Bern Dentseher Verein. Blei F. Poppitz, Deutscher Teroiir. tlhnr F. Pf tum, Baohdrnckereii ManathoBal£ Ebner". Deutscher Verein. Franenfeld Deutscher Vereis. St. Clallen Deutsche Soz.„ zum FrietTBcrg ESesenBühlbfe, nadl in dem illgem. Arbeitervacein. Genf Deutscher Verein. l-aanansie Allgem. Arbelfer-Verefir,„QrfS Battfonal*» mm St. Laurent I. Stock. X-naera C. Barth, bei Wirth, SE-TaiHeur-, SBtHcHnm&aaBm. Menenbarar AontsehM' ArbeharbUdfugsneMtm. Schafiliaasen Allgem. Arbeiter verein, zum Zag Allgem. Arbeiterverein. (Wir bemerken ausdrücklichy dhssi dTesoi Adressen nifaBiit aOa Deckadressen für Deutschland dienen.!)) Faria luHejde,„Deutschet L,e8eJoluib>«*„Tffieuft FhttJ qois Miron, und/. La Alllette-Paris„Deutscher BozialifemoltratlAcfier CIM Iba Vlllette", rae d'AJlemagne Ro. 271, Ecke, Boulevard! la Valette, und Deutschet Sazlallsteuoiab,, 195, na» St. Denis. Pa is. Kopenhagen K 0. Bördnm, Bömcrsgade 22 Stnem. Brüssel(bei bekannten Adressen)» nnd. dem Z'eitungshShdlhBhh» Croix de fer,. Grand Place. I-täge Cafe des qnatre Kations, nie Chapelle» des» CTeresv. Ter t ler a Charles Plcreanz, 20 nie de Luzemboorg,, Andrinumft» Amsterdam. J. A. Fortalyn, Boekhaadel; Tuiastraat. 64k. Autnerpen A. Keevelsteen, Dieppestraafc U6. H. Backov, 35 Charlotte Street Pitzroy- Square W7. Qommnnlstischer Arbeiter-BUdungsvecelaw Tottenbam Street, Tott. Court Road 49k. W. Mr. Schvettxer, Buchhandlung� 43 ConunfiroihhiosdhjBS. Kiondon Scherer, Friseur, Upper- Matylebonesto� W. Schönleben, Friseur,, 3; Edwards tceet�Wardourstis� VR» Daubenspeck, 42. Sunstreet-, Eiusburysquare� E.Cr. Baustein, Tobaccouist, 5li Charlotteatreet, Fitgeen» Square, W. lenk. Stationer, 66; Charlöttestreet,, Fitzroysquar-�Wi lad. Goedbloed, Tobaocoust. Ltz, Folejv Stteed Cleveland Street.. Castieford bei Torkshlre» Theobald Völkel; Ii Dentont« £.dinburgh Carl Dervald,, Pottob.ella uear Edinburgh High. Street. 10.. Bukarest. F.. Harens, Calea. Cotroceni; 15� NewTork John Heinrichs, 130 Third Streek Easty. H. IltXSChe, 548, 9.. Avenue,, Citjr,. Je«. Stranss, 855, I. Avenue,. A. Höhne, care of„Now-Torket. VolkSAMtcXHCW 184 WUliam Street., �" T; Blthke, City 636� 1.8.. Sttecri. „„... W- F. Schmidt, Nr., 813. CaUo.wlM«»M, Philadelphia. care ok Philad. Tageblatt. F.. T. Frliische, 325, CaUowhiUi StxqÄz. OhleagO, dll«. A. l.antermann, 349. Divisionsstreet,. T. I-anguer, 8.49, W. 13. Street.. Clnclstnatl- Q«. C, Schumann, 16 Uercer Streetz G. Muehler, Walnut. Str.. 486;. Charlcston C. W., Eberhard,, 43, Anaon, Street, St-Lonle, Ho� G.ebr. Hermlnghans, 1707/ Franklin, Avenue,, /lt ucuos- Aires tzoqiedad �Vorwirts,', Calle» Commeroio, ZM- IRio. de Janeiro, Frederico PaepkeJi Offjcina. dos Tel.ogrsplJ.«!!» M?raqa da. Acclauia;a.* Porto, Alegre Carl Grimm,, Rio, Grande do. Sich Brezit VIelhourue, ö. Scheele,, 4.8, Bossbr. Richffiasd.. Siduey, L Bhrm,, Rani Street 49.. 51*. E«44iÜPA chch // / L.