ASonuements Uftken bei allen schwe>>«iischm Postbureaur. sowie beim Verleg «i» dessen belannten Agenten Aetgegengenomm-n. und»war»um »orauS zahl dar«»» Merteljahrgpreii von: F». 2,— sllr die Schweiz< Kreuzband) BH. S.- für Deutschland«louder«) JU 1,70 skr Oesterreich(Souvert) >r. 2,50 für alle übrigen Linder de» Weltpostdereini«treuzband), Z-serite die dreigespaltene Petitzeil« 2b St». 20 Pfg. Der Kosialdemokrat Grgan der Sozialdemokratie dmtscher Zunge. Drsch-kvt «»«»ntli»»»«««» Zürich(Schweiz). B-rfas der »-rff»»«chha«»r»r? 4»»tl«g«i,-Za»ich. sbsistlldunge» franko gegen srauk»� gewöhnliche Pries« «»»er Schwei» t«»» Doppelport». 42. Priese an die R-daNio» and Srpedition de» in Deutschland und Oesterreich verbotenen.Sozialdemokrat» wolle man unter Beobachtung iusterster Porsich» abgehen lasten. Zn der Regel schicke man UN» die Briefe nicht direkt, sondern an die belannten Deckadreffen. In zweiselhaste» Fällen eingeschrieben. 14. Oktober 1887. Parteigenossen! Vergeht der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Vom Parteitag der deutschen Sozialdemokratie. Zu den bereits in voriger Nummer(auf der vierten Seite) Mitgetheilten Resolutionen haben wir noch folgende nach- zutragen: „Der Parteitag stellt an die Fraktion im Reichstage baS Ansuchen, ihren moralischen Einfluß bei dm HerauSgeb-r« und Eigeuthü- »ern vo««rbetterblättern und sonstiger ans die Arbeiter- kreise berechneten Literatnr in Demschlaud nachdrücklich dahin geltend zu machen, daß diese Art von Literatur ihrer Aufgabe, die Atbeiterklass« aufzuklären, auch wirklich entspricht, was nicht immer der Fall ist. Insbesondere aber soll die Parteivertretung ihr Augenmerk auch darauf richtm, taß der ausbeuterische und korrumpirende Charakter verschiedener dieser auf die Arbeiterkreise berechneten Unter- »ehmungen(marktschreierische Anpreisung von zweifelhasten literarischen Erzeugnissen, von Geheimmitteln und dergleichen, sowie die Berössent- lichung von Schmutz- und Schwindel-Snnoncen w.) aufhört Weigern sich die Herausgeber solcher Preßerzeugniffe, den im Interesse der Ar. beiterklafle ausgesprochenen Wünschen der Reichstagskaltion nachzukom» Men. so soll letzter- öffentlich die Arbeiter vor dem Lesen und Verbreiten solcher LUeratur warnen." »* * „Der Parteitag ernennt eine Kommission von drei Per- so nen, die den Auftrag erhalten, das Parteiprogramm einer Durcharbeitung zu unterziehe« und den hieraus hervorgehenoen Entwurf in allen seinen Thetlen in der sozialistischen Preffe zur Be- sprechung zu bringen. Zur Abstimmung soll der hieraus fich ergebende Entwurf auf dem nächsten Parteitag gelangen." In die Kommission wurden— wiederum emstimmig— Auer, Bebel und Liebknecht gewählt. Die Richtung, in der sich die Wünsche der Parteigenossen hinsichtlich der Programmänderung bewegen, deuten— wenigstens in einigen Richtungen— die Amendements zu dem obigen Antrag an. Das eine— von Berliner Genossen ausgehend— beantragte, in Erwägung zu ziehen: „ob die vorgeschrittenen industriellen Verhältnisse Deutschlands es Nicht angezeigt erscheinen laffen, den Grundsatz der Produktiv- Genossenschaften aus dem Programm zu streichen und an deffen Stelle die Forderung der Expropriation des Grund und Badens, sowie derProduttionSmittel t» setzen". DaS andere Amendement forderte den Beschluß: „im Programm der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands bei dem 8 st(Verbot der Kinderarbeit und aller die Gesundheit und Sittlichkelt Ichädigenden Frauenarbeit) die Worte:„und aller die Gesund- heit und Sittlichkeit schädigenden Frauenarbeit" I» streichen." Beide Amendements wurden der genannten Kommission zur Behandlung überwiesen. Außerdem befürwortete BloS die Auftiahme eines ProgrammpunkteS, der den Interessen der landarbeitenden Bevölkarung gerecht wird. Auf Befürwortung Hasenclev er'S wurde der Antrag an- genommen: „die Kommission»u beaustragen, zu dem Programm, resp. den ein- telnen Punkten desselben einen leicht verständlichen Kam« «entar zu veröffentlichen." V Der Parteitag spricht seine entschieden« Mißbilligung über da««erhalten der Genossen auS,«elche ohne triftige Gründe der an sie ergangenen Aufforderung zur Unterzeichnung der Ein- beruf«», g de» Parteitage» nicht«achgekomme« find; ferner spricht der Parteitag die sichere Erwartung auS, daß die Genossen diesen Persönlichkeiten eine Vertrauensstellung innerhalb der Partei nicht mehr übertrage»«er- den." Mit an Einstimmigkeit grenzender Majorität beschloß der Parteitag, daß diese Resolution auf die früheren Abgeordneten Viereck und Geiser anzuwenden sei. V „DaS Bestreben der reaktionären Parteien in Deutschland, der Arbeiter- klaff« dt« obligatorische»«rbeit»bücher aufzuzwingen, ist auf da» Entschiedenste zurückzuweisen. Die Arbeitsbücher verletzen dal«hr- und Selbstgefühl der Arbeiter: sie übertragen dl« ökonomische Abhängigkeit der Fabrik und Werkstatt auf da« Politisch« Gebiet und überliefern die Arbeite««ehrlos der Villkü, und«achsucht der Arbeitgeber." V „Kwiftigkeiten, die unter Parteigenossen ausbrechen, sollen nicht durch die Presse, sondern baldmöglichst durch einzubildende» VchtedSgertcht zum«uitrag gebracht«erde«." V Dem Fraktionsvorstand zur baldige« Berück» sichtig ung empfohlen wurde der Antrag: „Ein Bureau für«rbeitSnachwei» z u S u n st e n v e r f o l g t e r und gemaßregelter Genossen für Deutschland WS Leben zu wsen.» V Am Schlüsse der Berathungm dankte Singer, der ab- wechselnd mit Hasenclever den Vorsitz geführt hatte, für die Zuflucht, die dem Parteitag in St. Galleu gewährt worden, und konstatirte, „daß die Schweizerbürger, die den Verhandlungen de? Parteitages als Gäste gefolgt waren, wiederholt ihre staunende Verwunderung darüber ausgesprochen, daß die Abhaltung deS Parteitages in Deutschland unmöglich gewesen sei, trotzdem die Verhandlungen desselben einen durchaus würdigen und streng sachlichen Charakter besessen haben," und mit einem dreifachen begeisterten Hoch ans die Sozial- demokratie wurde am Donnerstag, den 6. Oktober, Nach- mittags 4 Uhr, der Parteitag geschlossen. In einer Tags darauf im gleichen Lokale abgehaltenen und von gegen tausend Personen, meist Schweizerbürgern, besuchten Volksversammlung, in welcher der Präsident der Arbeiter- Union von St. Gallen, Saluz, den Vorsitz führte, wurde, nachdem Liebknecht und Auer über die Bestrebungen der Sozialdemokratie referirt, folgende, von Redakteur Th. Wirt h und Advokat Scher r er in St. Gallen beantragte Reso- lution einstimmig angenommen: „Die am 7. Oktober diese« JahreZ in dem Saale der Brauerei zu Schönenwegen tagende, sehr zahlreich besuchte Versammlung von Schweizerbürgern erklärt die Behauptung deutscher Blätter,'der sozialdemokratische Parteilog habe wie eine«erschwörer- Gesellschaft mit vollständigem Ausschluß der Oeffentlichkeit getagt, für ein- ebenso lächerliche als niederträchtige Verdächtiaung, die nur zu dem Zweck erfunden wurde, um ängstlichen Spießbürgern das rothe Gespenst vorzuzaubern und den Zwecken der jetzt in Deutschland herrschenden Reaktion Vorschub zu leisten. Im Weiteren erklärt die Versammlung, daß der deutsche sozialistische Parteitag und dessen Versammlungen stch vollständig im Einklang mit dem Asylrecht und unserem verfassungsmäßig garantirten Ver- «ins- und Versammlungsrecht befunden haben." Was im Großen und Ganzen über die in Brüggen gefaßten Beschlüsse zu sagen kst, haben wir bereits in voriger Nummer hervorgehoben. Sie bedeuten nicht, wie sich deutsche Blätter anfänglich aus London telegraphiren ließen, ein Aufgeben der bisherigen Taktik der Partei zu Gunsten einer Politik der „rohen Gewalt", sondern lediglich eine schärfere Betonung der prinzipiellen Gegensätze, welche die Sozialdemokratie von allen übrigen Parteien ohne Ausnahme trennen, eine schärfere Betonung des negirenden Standpunktes gegenüber der gegenwärtigen Gesetzgebungs-Maschinerie. Die Partei hat ja diese prinzipiellen Gegensätze auch bisher nie aus den Augen gelassen, aber sie hat doch gleichzeitig auch die Differenzpunkte berücksichtigt, welche die einzelnen bürgerlichen Parteien von ein- ander trennen, und dementsprechend den Parteien, die sie, gemäß ihrer Auffassung von den geschichtlichen Entwicklungsgesetzen, als ihre Vorläufer zu betrachten hatte, sowie der entschiedenen Oppo- sition gegen die jeweiligen Gewalthaber gelegentlich ihre Unter- stützung angedeihen lassen. Niemand wird deshalb die Partei tadeln, das Gegen- theil wäre einfach Doktrinarismus gewesen. Ebenso wäre es aber auch Doktrinarismus, an diesen Unterschieden festzuhalten, nachdem sich herausgestellt, daß sie, wenn auch nicht bei allen Führern— das sei unumwunden zugestanden—, so doch bei der Masse der bürgerlichen Parteien aufgehört haben, eine nennenswerthe Rolle zu spielen. Wenn also bürgerlich-demokratische Blätter die hierhergehö- rigen Beschlüsse des jüngsten Parteitages als Politik des„Alles oder Nichts" verwerfen, so haben sie erst den Beweis zu tiefem, daß zwischen den beiden Extremen, außer einer Anzahl Ideologen, noch irgend etwas zur Zeit in Deutschland bestehe, das der Rede Werth sei. Je mehr sich auf der einen Seite die Gegensätze verwischen, um so schärfer müssen sie sich auf der anderen abheben. Absolut genommen, ist der Satz von der„Einen reaktionären Masse" falsch, denn da bedeutet er eine Verneinung der geschicht- lichen Entwicklung, ein Leugnen der Interessengegensätze, welche die verschiedenen Elemente trennen, aus denen sich die Klasse der Besitzenden zusammensetzt. Er läuft dann auf die triviale Weisheit hinaus, daß alle Anhänger der heutigen Eigenthums- ordnung— keine Sozialisten, die Besitzenden— keine Proletarier sind. Aber in gegebener Situation wird er zur unum» stößlichen Wahrheit. Was sich bei den letzten Wahlen in Bres- lau, in Hamburg, in Königsberg, in Lübeck:c. abgespielt, ist nur eine modifizirte Wiederholung dessen, was zu Paris wäh- rend der Junischlacht und unter der Kommune sich gezeigt: die Kampfe« formen waren andere, das Wesen des Kampfes» die Gegensätze die gleichen. Daß diesmal da« liberale Bürgerthum, ohne durch eine blutigen Kampf bedroht zu sein» mit fliegenden Fahnen inS Lager der erklärten Reaktion über-. lief, beweist nur, um wie viel die Verhältnisse heute in Deutschland weiter entwickelt sind, als 1843 und 1871 in Frankreich. Das ist wenigsten« die Anschauung, welche den Beschlüssen des Parteitages in Bezug aus die Wahlen und die parlamen-, tarische Thätigkeit der Partei zu Grunde liegt, und die Zeit wird ja lehren, inwiefern sie die richtige ist oder nicht. Alles Andere, was dagegen die Presse in dieser Hinsicht geschrieben, ist leeres Geschwätz. Als ein Zeichen der Zeit, und zwar unserer Ansicht nach ein durchaus erfreuliches, sind auch die Anträge auf eine schärfere Präzisirung des Parteiprogramms und namentlich daS auf Streichung des Grundsatzes der Produktivgenossen- sch asten zc. abzielende Ameikdement zu betrachten. Sie zeigen, daß auch das geistige Leben der Partei dem Schandgesetz nicht erlegen ist, daß auch in dieser Beziehung die unterdrückende Gewalt den Fortschritt auf die Dauer nicht aufzuhalten ver- mag. Als Wilhelm Bracke vor dreizehn Jahren gegen die Forderung der Produktivgenossenschaften zu Felde zog, stieß er auf die heftigste, auf die erbittertste Opposition in den Reihen der sozialistisch gesinnten Arbeiterschaft, nur eine theoretisch geschulte Minderheit stimmte ihm damals zu— heute kommt aus Arbeiterkreisen die Anregung, sie angesichts der vor« geschrittenen wirthschaftlichen EntWickelung Deutschlands fallen zu lassen. Die Ueberzeugung von dem unzulänglichen Charakter dieser„Uebergangsmaßregel" hat sich trotz Verhinderung der öffentlichen Diskussion Bahn gebrochen. Die Logik der That- fachen ist stärker als alle Vorurtheile, ihre Sprache ist durch kein KnebelungSgesetz zu unterdrücken. Die Logik der T h a t s a ch e n ist eS auch, welche dazu treibt, die Frage der Frauenarbeit mehr im Sinne der Gleich- berechtigung der Frau, als eines zwangsweisen Zurückdrängens derselben in die Sphäre der Hauswirth- schaft zu behandeln. Wie die Dinge heute liegen, ist an ein solches auf dem Boden der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung gar nicht mehr zu denken, ist vielmehr die Anerkennung der Frau als gleichberechtigte Arbeitsgenossin die ein- zige Möglichkeit, der Rolle der Frau als Lohndrückerin möglichst entgegenzuwirken. Die Resolutionen, die sich gegen Auswüchse auf dem Gebiet der Arbeiterpresse, gegen die Breittretung von Zwistigkeiten unter den Genossen in der Presse und gegen diejenigen Genossen richteten, welche ohne genügende Entschuldigung wider die Ehrenpflicht verstießen, die jedem an hervorragender Stelle Postirten obliegt— alle diese Resolutionen bedürfen keines Kommentars, sie sprechen für sich selbst. Das Gleiche gilt von den Resolutionen, welche sich wider einzelne, bei denWahlen hervorgetretene Mißstände richten. Auch die Resolution, welche die heute in Deutschland betriebene Wirthschafts- und Sozialpolitik ver- wirft, wird ohne Weiteres allgemeine Zustimmung finden. Die auf die anarchistischen Lehren bezügliche Reso- lution besagt im Grunde nichts, was nicht schon wiederholt sozialistischerseits über dieses Thema gesagt worden. Aber.eS ist unseres Erachtens bisher noch nicht so zusammen» fassend und zugleich so objektiv gesagt worden. Indem gezeigt wird, was den Anarchismus vom Sozialismus unter« scheidet, wird zugleich auch darauf hingewiesen, daß daS, waS besonders leidenschaftlich angelegte Naturen vielfach dem erste« ren geneigter macht— die Proklamirung der Gewaltmittel — keineswegs etwas dem Anarchismus Eigenthümliches, son- dern etwas sehr Alles ist. Dagegen wird durchaus nicht der Stab gebrochen über Diejenigen, die, durch ein brutales Ver- folgungssystem zum Aeußersten getrieben, nun zu verzweifelten Mitteln der Selbsthilfe greifen, sondern die Verantwortung dafür den geistigen Urhebern dieses Systems zugeschoben. Denn in solchen Fällen handelt es sich nicht um eine Frage der Taktik, sondern de« natürlichen Rechte«, und diese ist zu allen Zeiten von allen Völkern durch den Mund ihrer Geistesheroen bejahend beantwortet worden. Alles in Allem, wer von dem Parteitag der deutschen So- zialdemokratie ein Einlenken in das anarchistische Fahrwasser erwartete, hat sich ebenso getäuscht, als wer auf Zeichen der Nachgiebigkeit gegen die herrschenden Gewalten gehofft. Kein Einlenken, aber auch keine zwecklose Provokation— das ist das Motto, daS wir aus seinen Beschlüssen herauslesen. Was Neueö geschaffen wurde, betrifft äußere Verhältnisse, nicht das Wesen der Partei. Dieses hat sich auch diesmal intakt erwiesen. Mögen Verfolgungen aller Art auf sie herab- regnen, mögen alle denkbaren Verführungskünste an ihr ver- sucht werden» die deutsche. SoWkdemokratie ist und bleibt» was sie von jcher gewesen. Das lehrt der St. Galler Parteitag. Mögen seine Beschlüsse ihr» und durch sie der deutsche» Arbeiterschaft» sowie der allgemein«» Arbeiterbewegung zun» Heile gereichen! Von unseren französischen Genossen traf«och die folgende, an den Parteitag der deutschen Sozialdemokratie gerichtete Adresse«in:. Genossen! Die Federation deS Zentrum»(Pari» und Umgegend) der Arbeit, r< partei begrüßt Eure, buchstählich«unter dem Feuer de» Feindes" bewirkte Zusammenkunft. Mit Stolz und Bewunderung haben die französt'chen So'ialisten di« verschiedenen Stadien Eure» Kampfe» gegen die Bismarckisch- Desxoti« verfolgt, eines Kampfes, den ihr während de» SiezeS der preußischen Monarchie über die französische Republik aufgenommen und mit stetS wachsendem Erfolge sortgesührt habt, trotz Einkerkerung Eurer Abgeord« neten, Schließung Eurer Vereine, Unterdrückung Eurer Zeitungen und Raubens Eurer Kassen. Indem sie sich so dem„Mann von Blut und Eisen", der Europa in eine Kaserne verwandelt und die Geißel des Militarismus von Neuem entfesselt hat, entgegenstellte, während Eure Bourgeoisie, wie eS die unsere zur Zeit Napoleons III. that, sich vor dem Retter der kapitalistischen Ordnung auf den Bauch warf, zeigte sich die deutsche Sozialdemolratie der historischen Mission des modernen Pro- letariats bewußt, das durch Unterdrückung der Klassen und Einführung des gemeinschaftlichen Besitzes die Aufhebung der Grenzen und die Ber- brüderung der endlich freien Völker herbeiführen wird. Gleich Euch überzeugt, daß der von den Regierenden und Besitzenden vorbereitete und gesuchte Krieg die große Gefahr ist, die eS zubeschwören gilt, und daß nur der Friede, um mit Liebknecht zu reden, unS die Be- freiung bringen kann, senden wir der Zusammenkunft der wirklichen Vertreter des deutschen Proletariats den Ausdruck unserer Sympathie und unserer Solidarität. Wir nehmen um so größeren Antheil an Euren Arbeiten, als an der Spitze Eurer Tagesordnung die Organisation eine» internationalen Kon- gresses für das Jahr 1888 steht. In der That kann nur ourch Annäherung und Verständigung der organistrtin Parteien der Arbeiterwelt die nothwendig gewordene Ab- rüstung erlangt und der Grund zu einer planmäßigen und Erfolg ver« sprechenden Aktion zur Herbeiführung einer internationalen Arbeiter- fchutzgesetzgebung gelegt werden. Ohne im Geringsten Eure Berathungen beeinflussen zu wollen» glau- ben wir unsrem brüderlichen Gruß die auf diese Gesetzgebung bezüg- lichen Resolutionen zufügen zu sollen, die 1384 auf unserm Rational- kongreß in Roubaix beschlossen wurden. Dieselben lauten: („Ueber eine internationale Arbeitsgesetzgebung und einen zu dtesemBehufe zu veranstaltenden inter- nationalen Kongreß.") „Nachdem er konstatirt, daß die Befreiung der Arbester nur erreicht werden kann mittels der Organisation des Proletariats als Klassen- partei, die sich in den Besitz politischer Macht zu setzen hat behufs Ex- propriation der Kapitalistenklasse und der gesellschaftlichen Inbesitznahme der Produktionsmittel; stimmt der siebente Nationalkongreß der Arbeiterpartei, im Einver« ständniß mit den Delegirten der SozialdemokratischenFede« ration Englands, einstimmig nachstehenden Resolutionen zu: 1) Es liegt den sozialistischen Parteien aller Länder ob, einen gemein- samen Feldzug zu Gunsten einer internationalen Arbeiterschutzgesetzgebung zu unternehmen. 2) Diese internationale Gesetzgebung hat sich zu erstrecken: a) auf daS Verbot der Arbeit von Kindern unter 14 Jahren; b) auf die Einschränkung der Arbeit von Männern und Frauen; o) auf das Verbot der Nachtarbeit, ausgenommen in gewissen, nach den Anforderungen der modernen Technik zu bestimmenden Fällen; d) auf das Verbot gewisser, der Gesundheit der Arbeiter nachtheiligen Industriezweige und Produk- tionsmethoden; s) auf die Festsetzung eines internationalen Minimal- lohnes. 3) Der Arbeitstag ist auf acht Stunden im Maximum festzusetzen, jedoch fordert der Kongreß die Arbeiterorganisationen, die stark genug find, ihre Regierenden zu einer erheblicheren Herabsetzung zu bewegen, auf, im nationalen Rahmen in diesem Sinne zu handeln. 4) DaS internationale Lohnmintmum muß für beide Geschlechter gleich sein." Es lebe die deutsche Sozialdemokratie! Es lebe die internationale Vereinigung der Arbeiter! ES lebe der Frieden! Im Auftrage der Federation deS Zentrums der Arbeiterpartei, der TageSvorsitzende: S. Dereure. der Schriftführer: Mazöre. Aus Frankreich. Paris, 80. September 1887. Der Streik der Weber von Cholet hat hier plötzlich die allgemeine Aufmerksamkeit auf eine Gegend gelenkt, die, in der Lethargie mittelast-rlicher Reminiszenzen besangen, ganz abseits vom modernen Leben mit seinen sozialen Kämpfen zu liegen schien. In der Bendpe, wo vor kaum hundert Jahren Chouanen und Blaue sich ohne Schonung auf Leben und Tod bekämpften, in jener Gegend, die für das Eldorado des Pfaffen- und Gottesgnadenthums, von Königen und Adel galt, ist die Bevölkerung durch die fundamentalste aller Fragen, die Maginfrage, mitten in die sozialen Kämpfe der Gegenwart geschleudert worden. Gar arg ist es dort hergegangen, ehe sich die so dickfchäoligen und ruhig resignirten Vendeer in den Kampf gegen das allmächtige Kapital stürzten und die alte, vielgerühmte Unterwürfigkeit gegen die angestammten Brodherren zu allen Teufeln schickten. Aber was keine aufklärende Propaganda bisher erreichen konnte, das hat schließlich die unerbittliche Logik der Thatsachen durchgesetzt. Am 26. September erllärten die Weber von Cholet(Maine et Loire) und den umliegenden Dörfern den Streik. Die Herabsetzung der Löhne, welche bereits seit 1878 dauert und immer größere Dimensionen an- nimmt, war das Moment, welches äußerlich die Arbeitseinstellung in Gang brachte, die durch die Gesammtumstände der dortigen Ausbeutung schon lange gezeitigt worden war. Wenn man einen Einblick in die in- dustriellen Verhältnisse der Vendee erhält, so kann man dies« Gegend am besten als das französische Voigtland bezeichnen. Aus- beutung und Elend der Arbeiter bieten zahlreiche Vergleichspunkte. Der Verdienst eines Arbeiters schwankt zwischen 75 Cts. bis 1 Fr. 4L Cts. per Tag. Aus dem Lande beträgt er gewöhnlich 75—9» Cts., in der Stadt steigt er bis 1 Fr. 19 und 1 Fr. 20 Cts. Ein Lohn von 1 Fr. 4L Cts. wird nur in den seltensten Ausnahmefällen erreicht. Die Arbeitszeit ist stets eine zwölsstündige. In den Dörfern arbeiten meist Rann und Frau zusammen und bringen es dann gemeinschaftlich aus 1 Fr. bis höchstens 1 Fr. 25 Cts. bei ebensalls zwölsstündigem Arbeits- tag. Das Weben eines Dutzend Taschentücher wird mit 70 Cts. entlohnt, junge, kräjtige und flmke Arbeiter bringen es in 12 Stunden fertig, ältere Leute brauchen 15—16 Stunden dazu. Außerdem ist es bei vielen Unternehmern üblich,»inen Theil de» Lohnes in Naturalien zu entrichten und zwar in Gestalt von„Ramsch", zurückgesetzten und sehlerhasten Stücken Zeug. Die Preise für Wohnung und Lebensmittel stehen IM umgekehrten Verhältnisse zu dem Verdienste und steigen fortwährend. Die dürstigste Wohnung, d.h. ein enges, schlechtes Zimmer, kostet jährlich 100— 120 Fr. Der Wein ist ebenso theuer wie in Paris(80 Cts. per Liter), Brot kostet 30 Cts. pr. Klgr., Butter 1 Fr. ö0 Cts.; das Pfund Fleisch steht auf 80, 30 Cts. bis I Fr. 10 Cts. So gellen Butler, Fleisch und Wem für Luxusartikel, die nur zu besonders feierlicher Gelegenheit auf den Tisch des Arbeiters kommen, und auch dann mehr zum Schmuck als zum Genuß. Die Hauptnahrung bilden Gemüse, welche dle Arbeiter selbst in den kleinen Hausgärtchen kultiviren. Auf verspätete Ablieferung der Waare oder Ausbleiben der Arbeiter sind Strasen von 80 Cts. bis 4 Fr. gesetzt, und diese Strafgelder fließen m die Taschen der Fabrikanten. Die meiste Weberei geschieht noch auf Handstühlen. Mechanische Webstühle gibt es nur in den großen Fabriken von Cholet selbst, in denen bis zu 2000 Arbeitern beschäftigt sind. Das Gros der Unternehmer besteht auS Kleinsabnkanten, die 30, 40 bis höchstens 50 Arberler auf Handstühlen b-fchästizen. Auf den Dörfern herrscht meist die Hausindustrie vor, die Weber arbellen daselbst in Kellern, die ohne Licht und Lust, feucht und dunkel sind. Die im Keller, beim Scheine eineS kleinen Lämpchens hergestellten Gewebe haben »ine besondere Frische und Feinhell und find deswegen fehc gesucht. Natürlich leidet die Gesundheit der Arbeiter ungemein unter diesem Um- stand, aber für die Herren Unternehmer kommt nicht diese, sondern nur die Güte der produzirten Waare in Betracht. Daß die Venveer Weder fast ausnahmslos frühzeitig altern, schwindsüchtig und halbdlind sind, kümmert sie so wenig wie der vorjährige Schnee. Es ist nur ,u begre stich, daß unter solchen Verhältnissen auch der dicke Geduldsfaden der Vendeer Bevölkerung reißen mußte. Die Weber hielten den Moment für Erklärung eines Streiks gerade sehr günstig, da die Fabrikanten ungewöhnlich große und gute Bestellun- gen erhalten hatten und durch andauernden Ausstand empfindliche Ver- luste erleiden müssen. Die Forderungen der Arbeiter sind folgende: Wiedereinführung deS Lohntarifs von 1383, d. h. einen 20prozentigen Zuschlag auf die jetzigen Löhne, ferner einen nur elfstündigen Arbeits- tag, Abschaffung oder wenigstens Herabsetzung der Strafgelder und deren Abführung in die Unterstützungskaffen der Arbeller anstatt in die Taschen der Fabrikanten. Die Fabrikanten erklärten gleich nach Ausbruch des Streiks, die Lohn- erhöhung bewilligen zu wollen, jedoch erst nach dem 15. November, d. h. wenn die Aufträge erledigt gewesen wären, und sie die Arbeiter mit langer Nase heimschicken konnten. Die Weber durchschauten das Spiel und beharren aus augenblicklicher Lohnsteigernng: sie sind entschlossen, den Streik weiter fortzuführen, und da ihnen die Roth gelehrt, daß nur gemeinsames Vorgehen Wandel schafft, haben sie ein Synd kat der Weber gebildet, dem bereits über 4000 Mitglieder beigetreten sind. Die Ge- sammtzahl der streikenden Weber beläuft sich auf gegen 15,000, darunter mehrere Tausend Frauen. P-llaumail, der größte Fabrikant von Cholet, hat alle Forderungen der Streikenden angenommen, und so ist ein für die Arbeiter stegreiches Ende des Ausstand? zu erwarten. Die Strei- kenden selbst erklären, daß sie stch von nun an, ganz gleich ob ste siegen oder nicht, politisch und ökonomisch organifiren wollen, um ernsthaft an das Werk der Emanzipation des Proletariats zu gehen. So ist die sozialistische Propaganda, welche während des Streiks in der Vendee geführt wurde, keine vergebliche g«wes-n, und sie wird weiter wirken zusammen mit dem Gefühl der Solidarität aller Arbeiter, das den Vendeer Webern durch die von allen Seiten eingelaufenen Unterstützungen zur Erkenntniß gekommen ist. Der Stadtrath von Paris hat anläßlich dieses Streiks wieder bewiesen, daß er unter seinen Mitaliedern viele Männer zählt, die den Idealen der Jugend- und Heldenzeit der Bourgeoisie treugeblieben und nicht mit ihrer Klaffe herabgekommen sind. Wie vortheilhast unterscheiden sich einzelne dieser Radikalen von ihrem deutschen Abklatsch, den Herren vom Freisinn, von Fortschritt und Demokratie! Der Pariser Gemeinderath setzte für Cholet eine Unterstützung von 10,000 Franken aus. Der Beschluß wurde zwar von der Regierung annullirt, allein daS Geld war bereits abgesendet und der Regierung blieb nur die Blamage. In der nämlichen Rede, in welcher Hovelacque, Vorsitzender deS Munizipalraths, die erwähnte Resolution motivirte, dankte er auch für das Bermächtniß G a m b o n' s, das außer einer kleinen Snmme aus der Flinte Barbös' besteht.„Wenn die Reaktion von Worten zu Thaten übergehen sollte, so werden auch wir uniere Pflicht zu erfüllen wissen, und mehr als leere Proteste in den Dienst des Rechtes stellen", mit diesen Worten deutete er auf das revolutionäre Geschenk hin. Man vergleiche diese Sprache mit dem hündischen Gewinsel deS LchützenbruderS Miguel, der sich als Vertreter des„moralisch und politisch regenerirten Deutschlands"— lies verspitzelten und verpreußten Zuchthausthums— aufspielt, und seiner Gleichgesinnten! Die Vorgänge an der Grenze, Affäre Schnäbele und das mör- derische Attentat zu Luvigny, haben das Gros der französischen Bevöl- kerung ziemlich kalt gelassen. Die Franzosen fangen an, die preußisch- deutsche Brutalität für etwas so Nationaleigenthümliches zu halten, daß sich nichts dagegen thun läßt. Freilich können derartige Vorfälle nicht dazu beilragen, die Stimmung den Deutschen günstiger zu gestalten und ihnen Sympathien zu erwecken. Aber darauf kommt es den kaiserlich preußischen Staatso— rdnungshelden auch gar nicht an. Die offiziellen Kreise hatten in der französischen Arbeiterschaft die Hoffnung aussprengen lassen, die Arbeiten sür die Weltansstel- lnng von 188S würden eine Epoche flotten Geichäitsganges und guten Verdienstes herbeizaubern. Bis jetzt icheinen dies- Hoffnungen nur le-rer Wind sein zu sollen. Auf dem Ausstellungsplatz, dem Marsfeld, sieht man anstatt der Tausende von Händen kaum hundert Arbeiter beschäs- tigt. Nur der Ingenieur Eiffel betreibt die Konstruktion seines Thurmes, die übrigen Arbeiten sind laum begonnen und werden ganz lässig be- trieben. Viele schließen daraus, die Regierung hege die Absicht, den Ter- min der Ausstellung zu verschleppen, damit er nicht mit dem hundert- jährigen Gedächtnißtag« der groben Revolution zuiuminenialle. Letzterer Umstand beeinflußte bekanntlich die monarchischen Regierungen, ihre Be- theiligung an der Weltausstellung zu verweigern, und das jetzige sran- zösische Kabinet, das stark nach rechts neigt, möchte den übrigen Staaten gern einen Liebesdienst erweisen. Und während sich so die Arbeiten sür die Ausstellung in die Länge ziehen, zahlt daS französische Proletariat die Zeche, die geschästlichen Unternehmungen liegen nach wie vor dar- nieder, und das Elend steigt in noch nicht dagew-fenem Maße. Aus Amerika. Vom 17. bis 22. September dieses Jahres tagte in Buffalo der sechste Ratioualkongreß der sozialistischen Arbeiterpartei der Bereinigte« Staaten. Wir lesen über die Beschlüsse derselben im„Sozialist": „Von den Gegenständen der Berathung find besonders hervorzu- heben:.. 1) Vereinigung mit den westlichen Internationalen. 2) Stellung zu anderen Arbeiter- Parteien und Arbeiter« Organi« sationen. 3) Die Parteipresse und Literatur. 4) Name und Platsorm der Partei. 5) Die Verurtheilung der Chicagoer Anarchisten. 1) Betreffs der Vereinigungsvorschläge, welche dem Kon- greß von der Sozialistischen Liga von Denver und von der Jnternatio- nal WorkmenS Assoziation vorlagen, zeigten sich die Delegaten durchaus bereit, allen Arbeitern, die wiikiich auf dem Boden des Sozialismus stehen, die Thüre der Partei zu öffnen. Weiter konnte aber der Kongreß nicht gehen. DaS Prinzip der autonomen Produktionsgruppen. wie es die Internationalen anerkannt zu sehen wünschen, ist ein anarchistische», und ,eine Anhänger, d. h. theoretische Anarchisten, kann kein Sozialist an die Partei anzuschließen wünschen. Es konnte sich nur um-in- Ver- einigung mit den westlichen Sozialisten handeln, und diese werden nicht zögern, sich auf die Plalsorm unserer Partei zu st llen. Von diesem Standpunkt ausgehend, erk ärte der Kongreß in einer diesbezüglichen Resolution, daß er eine Vereinigung mit der Sozialisti- schen Liga von Denver und anderen noch isolirten Organisationen von Sozialisten auf der Basis dieser Platsorm willkommen heiße. Wir hoffen, daß die unabhängigen Sozialisten-Vereinigungen des Westen» dieser Einladung Folge leisten werden. 2) Die Resolution des Ko»gr-ss-s, in welcher die Stellung der Partei zu anderen Arbeiterparteien d-finirt wird, ist im Wesentlichen-ine Bestätigung derjenigen Taktik, welche die Partei« genossen bisher allenthalben befolgt Häven. Wo immer wirkliche Arbeiter» Parteien existiren. empfiehlt der Kongreß den Mitgliedern ihre Unterstützung, und wo mehrer« Arbeiterparteien im Felde sind, die Unterstützung der fortgeschrutensten. Als eine wirklich-, also unterstützungswürdige Arbeiterpartei definirt dieselbe Resolution eine Partei, die wenigstens den Klassenkampf zwischen Kapitalisten und Arbeit-rn anerkennt. Diese Resolution macht allem Zweifel über unsere Stellung gegenüber anderen Ardeiterparteien ein.Ende. Naturwüchsigen und klassenbewußten Arbeiterparteien gegenüber verzichten wir auf eigene politische Aktion, und während wir sie unterstützen, betreiben wir unter ihren Mitgliedern mittelst unserer eigenen Organisation, die dann doppelt nothw-ndig ist, uner» müdlich das Werk der Ausklärung und Belehrung, um sie vorzubereiten für die Anerkennung unseres vollen Programme». Die Resolution bezieht sich in dieser Empfehlung aus Parteien, die auS den noch nicht sozialistischen Massen der amerikanischen Arbeiter hervorgehen. Der Kongreß stellt einen anderen Grundiatz aus für Par- teien, die von Sozialisten oder unter matzgebender Betheltigung unserer Mitglieder gegründet werden. Sozialisten, wenn es in ihrer Hand liegt, den Charakter einer neuen Arbeiterpartei zu bestimmen, sollen derselben natürlich einen sozialistischen Charakter geben, wie das». B. im Falle der Progre sive Labor Party geschehen ist. 3) Bei Berathung über die P a r t- i p r e s s e war der Kongreß ein- stimmig, daß die Aufiecht-rhaltung der Parteiorgane„Sozialist" und „Workmens Advocate" eine Lebensbedingung f der Partei sei; in der daraus bezüglichen Resolution werden die Organe treffend die Seele uAd das Rückgrat der Partei genannt. Die Entwicklung der Partei während der letzten Jahre ist eng verbunden mit der Begründung deS„Sozialist" und dem Erwerbe des„Advocate". Der frühere Zustand, unter de« jährlich nahezu ebenso viele Sektionen eingingen, als andernorts neu gegründet wurden, ist mit dem Wirken der beiden Parteiblätter eud» gültig überwunden worden. In denselben finden die wettest abseits ge« legenen Sektionen ein B a n d, das sie mit der großen Gesammtbewegung in stetem lebendigem Verkehr erhält. Um den Bestand der Parteiorgane zu sichern, empfahl der Kongreß die Erhöhung der Beiträge an die Exekutive, die Aufbringung eines Preß'onds und eine energischere Agitation für die Zirkulation der beiden Blätter, besonders von Seiten der sozialistischen Lokalpresse, die bisher gar lau gegenüber den offiziellen Organen gewesen ist. Den Organen dürste schließlich die Partei-Druckerei, deren Etablirung der Kongreß beschloffen hat, sehr bedeutend zu Hilfe kommen. Bei geeigneter Verwaltung muß ein solches Unterneh men überhaupt eine Quelle werden, aus der die Partei Mittel für agitawrische Thätigkeit jeder Art gewinnen kann. 4) Der Name und die Platsorm derPartei wurden unverändert beibehalten. Das Amendement zur Platsorm, welches auf Antrag des Genossen Metzler von Philadelphia angenommen wurde, ist lediglich eine Aenderung in der Fassung, um Mißverstand- nissen und Mißrepräsentationen unserer Forderungen möglichst vorzn« beugen. Zu solchen Mißdeutungen gab besonders der Passus unserer Platsorm Raum, welcher die Uebersührung„aller Produkte" in den Gemeinbesitz fordert. Dieser Passus ist durch daS Amendement besettigt worden, und letzteres spricht nur von dem Gemeinbesitz an den Produk« tionsmitteln. Was jener anstößige Passus eigentlich bedeuten sollte, nämlich die tleberführung der Produkte in den Besitz der Gemeinschaft zwecks Vertheilung durch die Gemeinschaft, daS ist auch in der neuen Fassung ausgesprochen. Die Beibehaltung des Namen» der Partei war nach den jüngste« Vorgängen durchaus richtig. Wenn die Arbeiterpartei einig und ei« Zusammengehen zwischen den Sozialisten un» den anderen Elementen der Partei möglich geblieben wäre, so wäre eine Aenderung deS Namens unserer Partei am Platze gewesen. Jetzt aber, wo der Name von de« Pdiitikern der George-Partei alS Vorwand benutzt worden ist, um die Sozialisten aus der Partei herauszudrängen, hieße eine NamenSände» rung dem Einwand« jener Macher eine gewisse Berechtigung zuzu, gestehen. 5) Die Stellungnahme des Kongresses zu der Verurtheilung; der Anarchisten stimmt ganz mit der in der letzten Nummer des „Sozialist" ausgesprochenen Auffussung überein; wir brauchen deshalb nicht weiter darauf einzugehen.*) Soweit die hauptsächlichsten Beschlüsse des Kongresses. Wir könne» jeden einzelnen derselben bei der bevorstehenden Urabstimmung uitta» stützen." Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 12. Oktober 1887. — Die Sense de» Sozialistengesetze» greift immer weiter aus. In B e r l i n und Altona ist jetzt auf Grund deS Belagerung«-- zustandsparagraphen die Vertheilung von Druckschrtfteni ohne vorherige polizeiliche Genehmigung verboten worden. Angeblich richtet diese Maßregel sich gegen den Extrablatt-Schwindel. Da derselbe jedoch dlos in Berlin größere Dimensionen angenomme« hatte und in Altona so gut wie unbekannt war, so können die Extra» blattet nicht das wirtlich- Ziel gewesen sein. Auch gegen die Sozial«- demokraten richtet sich die Maßregel nicht, denn dle Soziatdemo- kraten pflegen bei Vertheilung ihrer Flugblätter auf die löbliche Polizei überhaupt keine Rücksicht zu nehmen. Offenbar sollen hier zwei Fliegen mit einer Klappe getroffen werden: die O p p o s i t i o n s p r e s s e und die W a h l s r e i h e i t. Mit dem ihr eigenen Scharfsinn wird die Po- lizei natürlich entdecken, daß der Straßenverkauf gewisser Zeitungen (z. B. der„Freisinnigen") nicht im Interesse des Publikums liegt. Und mit dem nämlichen Scharfsinn wird sie entdecken, daß die Ver« breitung von Wahlflugblättern und Stimmzetteln, auf denen gewiffe Namen figuriren, dem öffentlichen Interesse zuwiderläuft. Kurz, das Sozialistengesetz hat auf dem Wege der Polizei-Inter« pretation einen sehr erweiterten Wirkungskreis bekommen, und wenn die Polizisten und Richter in ihrer findigen Jnterpretationspraxi« so fortfahren, werden wir bald alle Opposttionsparleien und daS ganze nicht Bismarck'sche Deutschland am Strick deS Sozialistengesetze» zappeln sehen. — Neue ist zu fünfzehn Jahre» Zuchthaus oerurtheilt wor- den. Der Reichsanwalt Halle Mos zehn Jahre beantragt; das war aber den Biedermännern des Reichsgerichts zu wenig. Firns, ehn Jahre Zucht- hauS. Also die Strafe für Ehrlosigkeit. Ehrlosigkeit! DaßNeve Jahre lang sich die größten Opfer auferlegte, um der von ihm für richtig gehaltenen Sache zu dienen, Ehrlosigkeit, daß er Jahre lang seine Freiheit, vielleicht sein Leben gus» Spiel setzt«. Die Anarchisten, zu den«» Neve sich zählt, sind gewiß nicht unsere Freunde, allein wer eine feste Ueberzeugung hat und ihr das Opfer feines persönliche« Vortheil» und- semer persönlichen Sicherheit bringt, der hat Anspruch aus unsere Ach» tung; und nur ein erbärmlicher Wicht kann ihm die Achtung versagen.. Ehrlosigkeit ist gewiß vorhanden, allein wer ben schlichten Ardetter, den der Kampf um eine Idee in den Kerker geführt hat, mit den ge« mästeten Strebern vergleicht, die im Interesse der Gewalthaber den Justiz morb in ein System gebracht haben, und jetzt diesen schlichten Arbeiter leichten Herzens auf die trockene Guillotine schicken— der wird auch keinen Moment im Zweifel sein, wo die Ehrlosigkeit zu suchen ist. Ueber die Einzelheiten des Prozesses selbst sind wir, da von den feige» Schergen die Oeffentlichkeit ausgeschlossen ward, nicht unterrichtet, allein. aus dem Urtheile ersehen wir, daß die Anklage stch ausschließlich auf die Verbreitung verbotener Schriften— insbesondere der„Frei« heit" richtete, und daß N-ve für den Inhalt der von ihm ver» breiteten Schriften verantwortlich gemacht wurde. Und nun nehme ma» — das Zuchthaus wollen wir hier gar nicht betonen— und na» nehme man fünfzehn Jahre Gefangenschaft für die Verbreitung ver» boiener Schrifien, das heißt für ein künstlich geschaffene» Verbrechen, das in einem halbwegs freien Land einfach irnii öglich, ist. Solche Urtheile lassen einen grellen Lichtschein in den Abgrund von Rohheit und despotischer Barbarei fallen«, tyi. WS dem Bismarck'jchen Raubritterthum verdanken. *) Die betreffende Resolution lautet: „Der Kongreß der Sozialistischen Arbeiterpartei, in Buffalo versa«» mett, obschon weder mit der Taktik noch mit den Prinzipien der Anar» chisten übereinstimmend, erklärt trotzdem die Bestätigung der Vermthei» lung der acht Chicagoer Anarchisten sür ungerecht, von Vorurtheil und- Klassenhaß diktirt, und sür eine Handlung der Klassenjustiz. Es ist all« gemein zugestanden» daß keiner der Berurtheilten die Bombe warf, und unsere Auffassung von Recht und Gerechtigkeit ist nicht so entwickelt» daß wir irgendwelche Verbindung zwischen den Lehren eines Jnoivi» duums und den Handlungen einer unbekannten Person finden können» denn es ist ein« Thatsache, daß selbst heule noch Niemand weiß, wer zdie Bombe geworfen hat. Wir könnten nicht bt greisen, wie es möglich ist, die Mol.ve einer uiibekannten Person zu kennen. Die Versammlung, in welcher die Bombe geworfen wurde, war nach den Beweijen eine friedliche und würde friedlich verlaufen sein, wenn. sich die Polizei nicht ungesetzlicher Weise zu dem Zweck eingemischt hält«, die Versammlung aufzulösen. Wir erklären deshalb, daß die Enlschei« dung ein Angriff auf die Redefreiheit und das Recht ber steten Ver« sammlung des Volkes ist, und daß die Ausführung desselben Justizmord sein würde." — Gegen die Kartellbrüder hat sich auch die Wahl in Sagau« Sdrotta»! gewandt, wo der— freilich nichts weniger als waschechte Fortschrittler Forckenbeck die Majorität erhielt. Es ist dies die zweite Neuwahl feit dem 21. Februar, und zum zweiten Mal hat dai Zünglein der Wage sich auf die entgegengesetzte Seite geneigt, wie damals. Die Thatfache bietet an sich nichts BemerkenswertheS. Welcher Druck vor und an dem 21. Februar ausgeübt wurde, um die Wahl zu s ä l s ch e n, ist in frischem Gedächtniß, und es ist einfach selbstverständ- lich, daß, wenn dieser Druck nicht vorhanden war, daS Ergebniß ein anderes fein mußte. Der gigantische K r i e g S w a u w a u, der bei den allgemeinen Wahlen feine Schuldigkeit that, ließ sich unmöglich für Nachträgliche Einzelwahlen in Bewegung setzen. Bon praktischem Interesse ist nur die voraussichtliche Wirkung dieser zwei Wahlniederlagen auf die Herren Kartellbrüder. Dieselben können sich jetzt keine Illusionen mehr darüber machen, daß ihr Wahlsieg vom 21. Februar ein erschwindelter war und korrupten Manipulatto» nen zu verdanken ist, die sich bei der nächsten allgemeinen Wahl schwer- lich werden wiederholen lassen. Unter solchen Umständen nimmt die Frage der fünfjährigen Legislaturperioden für die Herren Kartellbrüver einen sehr aktuellen Charakter an, und muß ihnen der, bis jetzt wenigstens von den N a t i o n a l l i b e r a l e n als„unanständig" z u r ü ck g e- Wiesens Gedanke: schon die gegenwärtige Session um 2 Jahre zu verlängern, sehr annehmbar erscheinen. Zeit gewonnen, Alles gewon- nen. In den zwei Jahren, die der jetzigen Legislaturperiode angeflickt Verden, findet sich vielleicht Rath für die nächsten Wahlen. Jedenfalls hat der Aussall der Sagan-Sprottauer Wahl wesentlich die Wahrscheinlichkeit vermehrt, daß die fünfjährige Dauer der Legis- Taturperioden trotz aller„Unanständigkeit" schon für den gegenwärtigen Reichstag wird angenommen werden. � Bourgeoismoral— Spitzbubenmoral. In Süd-Kali- f o r n i e n spielt sich zur Zeit ein kolossaler„Landboom" ab.„Was ist das für ein Dmg, ein„Landboom"? wird der deutsche Leser fragen. Nun, Boom ist ein amerikanischer Ausdruck für schwindelhastes Empor- treiben der Preise, und ein„Landboom"(sprich Ländbuhmj ist eine Azi- tation zum schwindelhasten Emportreiben der Landwerthe. Das Verfahren dabei ist sehr einlach. Hören wir, wie unser amerikanisches Bruder- Organ, die„New Iorker Volkszeitung",«» schildert: „Die Schwindelvande, welche einen solchen„Boom" in Szene setzen will, fetzt sich in dem Orte, welcher zunächst als Schauplatz des großen Raubzuges dienen soll, mit einer Anzahl von Land- resp. Grund, und Hausbesitzern in Verbindung. Scheinbar werden nun zahlreiche Verkäufe resp. Käufe von Grundbesitz zu ganz enorm hohen Preisen abgeschlossen, ohne daß auch nur ein einziger dieser Verkäufe eine reelle Grundlage hätte. Zugleich wird die Prefle in Beschlag belegt und durch dieselbe, wie durch andere Mittel, das ganze Land davon in Kenntniß gesetzt, daß der spezielle Platz, um den es sich handelt, einen ganz wunderbaren Rufschwung genommen, daß von allen Seiten die besten Elemente ihm zuströmen, daß das„Real-Estate"(Grundbesitz) im Preise steig« und daß „nun die Zeit gekommen sei, ersparte Gelder vorlheilhast anzulegen". Nachdem nun alle Mittel der Reklame eine Ze.tlang zur Anwendung gebracht worden sind, beginnt sich die Wirkung zu zeigen. Was bis dahin Nur eine nichtswürdige Lüge war, daß nämlich aus allen Himmelsgegenden bemrttelte Personen zuströmen, das wird nun Wahrheit; der Lockruf der Fallensteller hat gezogen und die Gimpel fliegen maffenhaft in die ausgestellten Netze. Jetzt werden wirklich Verkäufe von Grundbesitz zu ungeheuren Preisen abgeschlossen: zahlreiche Grundstücke wechseln ihre Besitzer und das Geld fließt in S'.römen. Aber die Herrlichkeit währt nicht lange. Nach kurzer Zeit stockt der Zudrang der neuen Ausi dler, die„Manager" (Macher) des„Landbooms" verschwinden, die neugebackenen Grundbesitzer und Möchtegern-Millionäre finden sich plötzlich mit sammt ihrem Land vereinsamt an einem kleinen Platz, der aussteht, als ob soeben dort eine Bölk-rwanderung vorübergerauscht, und zu ihrem größten Erstaunen Machen sie die Entdeckung, daß ihnen jetzt kein Mensch auch nur den zehnten Theil des Preises für ihren Grundbesitz zahlt, den sie selbst dafür erlegt haben. Der Rest ist Schweigen. Der„Landboom" aber wandert weiter und berührt immer neue Plätze mit feinem Zauberstab, der kahlen Sandboden in Goldstaub verwandelt — für die„Macher". Wie man sieht, ein Spitzbubensystem, wie eS im Buche steht. Hören wir nun, was der sehr ehrenwerthe„New York Herald", eines der angelehensten Bourgeoisblätter, zu dem„Landboom" in Süd-Koli- fornien sagt. Er schreibt wörtlich: „Diesem Wahnsinn wird eine Reaktion folgen. Sehr wohl. Eine große Zahl von Leuten wird unzweifelhaft dadurch verlieren. Aber viele Andere werden ihre Lage dadurch verbtssern, und Kalifornien ist groß und reich genug, um Alle, welche wirklich „mean biiamees"(Geschäfte machen wollen), zu versorgen!" Eine vortreffliche Logik, die jedem Spitzbuben Ehre machen würde! „Berbeffern" nicht auch kühne Griffe in erbrochene Kaffen die Lage „vieler Menschen"? Mennes nur darauf ankommt, daß der Besitz semen Inhaber wechselt, so ist der Falschipieler, der Bauernfänger, das ganze Jnduslrieritterthum glänzend gerechtsertgt. Wir konstatiren das, ohne ,n sittliche Entrüstung über die Jmmoralität des„New Jork Herald" aus- zubrechen: im Gegenthetl, wir finden es sehr moralisch von ihm, daß er seine kapitalistische Gesinnung so offen zum Besten gibt. Denn ist er mit seiner kühlen Darlegung nicht der Dolmetscher der Gefühle, die jeden rechtschaffenen— wir bitten, das Wort nicht im spießbürger- lichen Sinne zu nehmen— Kapitalisten beseelen? Anderwärts hat man nur nicht mehr den Muth, das offen auszusprechen, in Amerika ,st der Kapitalismus noch verhältnißmäßig jung und gibt sich daher noch ur- wüchsiger als in Europa, wo er sich in den Mantel der Tugend und Kohlanständigkeit hüllt und seine Opfer moralisch scheert. Ge- schoren wird aber hüben wie drüben. Selbstverständlich gehört der„New Dork Herald" auch zu den Blättern, welch- die Hinrichtung der Chicagoer Anarchisten verlangen— im Ramen der heiligen„Ordnung". — Bom Post-Stephan, unter deffen Leitung die Briefe auf der Post so sicher sind wie die Bibel auf dem Altar, und so aufmerksam Nach umstürzlerischem Inhalt durchschnüffelt werden, wie die Waldgründe der Provence von g-wiflen Biersüßlern nach Trüffeln, wird neuerdings folgendes nette Stückchen berichtet, daS den Geist dieses Reinigers der deutschen Sprache aufs Drastischste illustrirt— Verzeihung, beleuchtet: „Zwischen Lüdenscheid und Altena ist vom 1. Oktober an eine Schmal- spurbahn eröffnet worden, iu Folge dessen die bisher unterhaltene Post- Verbindung aufgehört hat. In einem Ort- an der neuen Eisenbahnlinie Wurde dem den letzten Postwagen begleitenden Postillon ein kleines Fest gegeben. Hierbei wurde nun auf den Staatssekretär v. S t e p h a n ein hoch ausgebracht, welches der Post-Agent seinem obersten Vorgesetzten schleunigst übermittelte. Dies« neuerdings üblich gewordene Aufmerksam- lest wurde dann brieflich von Berlin auS, wre folgt, erwidert:„Der HerrStaatSfekretär des Reichspostamtes hat sich über das Höchst demselben aus Anlaß de« letztmaligen Ganges der Altena- Lüd-nicheider Personenpost am 30. September von dort zugegangene Telegramm sehr gefreut-c." Das Schriftstück wurde in dieser Form von mehreren Zeitungen der westlichen Provinzen veröffentlicht; der Ausdruck„Höchsldemseiben" erregte dort einige Verwunderung."„Wir Nehmen an," bemerkt dazu die Berliner„Volks, eitung", daß diese Be- «eichnung in der Schreibstube des Herrn Staatssekretär üblich geworden ist. seitdem Herr Stephan in den sogenannten Adelsstand erhoben wor- ift.w D.r Dünkel H ö ch std e« s e lb en läßt allerdings diese Bermuthung als mehr wie berechtigt erscheinen. Höchst-Er ab«rtrifft in dieser Be- «iehung beinahe noch h öchsts-inen Vorgesetzten, de««arnum unter den Staatsmännern. Gleich diesem versteht er d,e Reklame durch den Waschzettel aus dem Grunde. Wre dre wohlgesinnte Preff« nur über Erfolge der Bismarck'schen Politik berichten darf, so auch nur über glänzende Resultate der„Fmdigkert" der Stephan sch-n«ngest-llt-n, wobei natürlich all- Verdienste dieser auf den genialen Leiter zurtick- fallen. Von den Mißerfolgen hier und den oft haarsträubenden„Ver- sehen" dort schweigt jedoch deS Sängers Höflichkeit. Genug, Seine Exzellenz— Verzeihung, S-lne Vortrefflichkert istge- adelt und wenn Stephan sich jetzt mit Höchstderselbe betiteln läßt, so geschieht b°S nur in sein» Eigen'ch°st als Erzfeind der V-rwälschung der deutschen Sprache, maßen die verkommenen Wälschen gänzlich unsagig sind, so sublime— Berzeihung, so erhabene Ausdrücke wiederzugeben wie— Höchstderfelbe. — Die bei dem Vorstand der sozialdemokratischen ReichStagSfraktion während der letzten vier Jahre für Parteizwecke ein- gelaufenen Gelder bestehen aus 1SS.748 Mk. freiwilliger Beiträge von Genoffen in Deutschland, und S2,g07 Mk. ebensolcher von Genoffen im Ausland(Amerika, Schweiz, Frankreich rc.), insgesammt 208,355 Mk. Davon wurden u. A. verausgabt: Für die Wahlen»c. Mk. 100,527 Für Unterstützunzen an die Familien der Aus- gewiesenen. Jnhaftirten rc.„ 46,978 Für Gerichtskosten und für Gefängniß-Unter« stützungen„ 17,121 Für Porti. Telegramme und kleinere Ausgaben„ 3,576 Dazu kommen noch, wie schon in voriger Nummer hervorgehoben wurde, die lokal aufgebrachten und verausgabten Geldmittel. Ganz besonders hob der Referent, Genoffe Bebel, die Opferwilligkeit der Genossen in den sogenannten Belagerunqsbezirken hervor. Diesen, sowie den Genossen im Ausland, welche die Partei so thatkrästig unterstützt, sprach der Parteitag durch Erheben von den Sitzen seinen besonderen Dank aus. — Denunziantenthum. Ein Denunziant ist ein Lump— so denkt jeder anständige Mensch; und wer nicht so denkt, ist selber ein Lump, so denkt jeder anständige Mensch. P i l o t y, der Münchener Maler» hat daS Kainszeichen des Denunzianienthums ins Grab mitgenommen, und der Denunziant Piloty wird noch unvergessen sein, wenn der Maler Piloty von Niemand mehr genannt wird. Der Dr. Franz, welcher vor Kurzem in Gera als Zeuge gegen den Fortschrittler P e r l s austrat, ist kein Maler, sondern ein Gymnasiallehrer, aber er ist ein ebenso großer Lumpanus wie Piloty, denn«r hat, wie in der Gerichts- Verhandlung an den Tag kam, den besagten Perls wegen M a j e st ä t s- beleidigung denunzirt, weil dieser in einer Wählerversammlung vor der letzten Reichstagswahl sich mißliebig über die Annexion von Elsaß- Lothringen ausgedrückt hatte. Leider hatte das Reichsgericht damals noch nicht die Entdeckung gemacht, daß, wer eine Maßregel der Reichs- Regierung tadelt, damit eine Majesiätsbeleidigung ausspricht, weil der Kaiser mit seiner Person für alle Maßregeln der Reichsregierung ver- antworllich ist. Und so blieb die Denunziation erfolglos. Aber der Gymnasiallehrer Dr. F r a n z von G e r a ist darum kein geringerer Lump. — Die Verbrechen Seiner Exzellenz. Der Paragraph 305 deS österreichischen Strafgesetzbuchs, auf Grund dessen die Schäffle'sch«„Quin- tessen," in Oesterreich verboten ist, lautet nach der Wiener„Gleichheit": „Wer die Einrichtungen der Ehe, der Familie, oder die Rechts- begriffe über das Eigenthum herabwürdiget oder zu erschüttern versucht, oder zu unsittlichen oder durch die Gesetze verbotenen Handlungen ausfordert, aneisert oder zu verleiten sucht, oder dieselben anpreiset, oder zu rechtser- t i g e n versucht, ist, insoferne sich darin nicht eine schwerer verpönte strafbare Handlung darstellt, eines Vergehens schuldig, und mit Arrest von einem bis zu sechs Monaten zu bestrafen. Wenn jedoch eine« der in den§§ 300 und 302 bis 305 bezeichneten Vergehen durch Druck- s ch r i s t e n begangen wird, so kann nach Maß ihrer Gesährlichkeit und beabsichtigten größeren Verbreitung, die Strafe auf strengen Arrest bi« zu einem Jahre ausgedehnt werden, und eS können in diesem Falle die Schuldigen auch aus dem Orte oder dem Kronlande, und wenn sie Ausländer sind, aus sämmtlichen Kronländern des Kaiserthums abgeschafft(d. h. ausgewiesen) werden." Wir würden geschmacklos handeln, wollten wir es bei dieser Affäre mit der Verspottung des bereuenden Schäffle bewenden lassen. Daß die arme Exzellenz, nachdem sie 1871 als Minister aus Oesterreich„abgeschafft" worden, nunmehr auch als Schriftsteller dies Schicksal erdulden muß, ist allerdings die heitere Seite der Frage. Die wichtigere aber ist die, wie�es nur möglich war, daß selbst eme so zahme, eine so vorsichtig reserirend gehaltene Schrift, wie die„Quintessenz", unter einen taragraphen wie der obige gestellt w-roen konnte. Der bornirt-polizeiliche eist, der die österreichische Bureaukratie beseelt, kann nicht drastischer gekennzeichnet werden als durch dieses Verbot. Wir müßten uns sehr irren, wenn die österreichische Verfassung nicht gleich der preußischen in irgend einem Paragraphen den Satz verkündete: „Die Wissenschaft und ihre Lehre sind frei." Sind doch alle Ver- faffunzen voll der schönsten und erhabensien Grundsätze— der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert, warum soll der Weg zur Knech- tung nicht mit guten Grundsätzen gepflastert sein? Die Wissenschaft und ihre Lehre sind frei, aber die„Quintessenz" wird verboten. Heißt das, daß sie dem betreffenden Beamten unwissenschaftlich erschienen? Bewahre, ein solches Urtheil würde er sich nicht erlauben. Sie ist ihm staats- gefährlich erschienen und darum verbietet er sie. Er hat zwar die Verfassung mit dem Grundsatz von der Freiheit der Wissenschast und ihrer Lehren beschworen, indeß der Buchstabe(deS Gesetzes) töotet, aber der Geist(der Polizei) macht— Herrn Schäffle zum Verbrecher gegen Ehe, Cigenthum und Familie. Armes Oesterreich! — Spricht au« Erfahrung. Der nationalservile„Lahrer hinkende Bote" enthält in seinem neuesten Jahrgang auf Seite 5 folgenden „Sittenspruch": „Sei freundlich gegen Jedermann, bedenke, daß auch dem Hunde fein Wedeln Brod ver- schafft.« Der Verleger deS„Hinkenden" ist mehrfacher Millionär. — Wegen angeblicher Geheimbündelei wurden in Mainz die Genoffen I ö st unv K o n r a d(Schuhmacher) zu je sechs, Zimmer« mann(Lederhändler) zu f ü n f, Stall(Schreiner) Laos(Kleider- macher) Anderhub(Schriftsetzer) zu je drei, und Römberg (Schreiner) zu einem Monat Gefängniß verurtheilt. Konrad, Loos, Anderhub und Römberg sollten sich außerdem des Ver« brechens der Verbreitung verbotener Schriften schuldig gemacht haben. Als Handlanger der Polizei figurirten in diesem Prozeß die Leyen- decker'schen Ehrenmänner, voran der Kronzeuge B ö l l. Möge ihnen die verdiente Belohnung nicht vorenthalten bleiben. — Taö AlterSversorgungSgesetz, welches nach Schluß der letz- ten Reichstagssession von den Reptilien zum zehnten oder zwanzigsten Mal„für die nächste Session" in Aussicht gestellt wurde, ist mit dem bekannten Vexir-Fädchen wieder weggezogen worden, und die paar un- verbefferlichen Glaubensfanatiker, die sich noch täuschen ließen, machen verblüffte und betrübte Gesichter. Nun— das ist ihre Sache, es gibt ja Leute, die zum Genasführtwerden geboren sind, und wer genaSführt fein will, den wollen und können wir nicht daran hindern. Und diese Komödie hat sich, wie gesagt, ja schon zehn- oder zwanzigmal ab- gespielt, kann uns also nicht mehr überraschen. Allein etwa« NeueS ist diesmal doch geboten worden: nämlich nachdem der Vexir-Faden da« Altersversorgungsgesetz wieder fortgerissen hatte, tauchte plötzlich an einem andern Vexir-Faden ein neuer Köder auf: et» Arbeit erschutzgesetz. Junker Eijenstirn— sp deuteten die Reptilien geheimnißooll an— Habs seine Opposition aufgegeben, sein arbeiterfreundliches Herz habe den Sieg davongetragen über seine staatsmännischen Bedenken,— und die nächste Reichstagssession würde uns ein Arbeiterschutzgesetz iu optima korwa bringen. Run— die paar unverbesserlichen Glaubensfanatiker betrachteten sich vergnügt den am Vexir-Fädchen baumelnden Köder und— rutsch! der Vexir-Faden ist wieder weggeschnellt, und das Arbeiterschutzgesetz liegt wieder in der Schublade, aus der-S erst wieder auserstehen wird, wenn eS an der Zeit scheint, diesen Köder von Neuem an dem Vexir-Fädchen herumbaumeln zu lassen. Und solche kleinen Meßbudenkunststücke nennt man in Deutschland„geniale" S t a a t s m a n n S k u n st. — Erstauuliche Freigebigkeit eines Bismarck. Da sage man noch, daß der Geiz eme Jamiticn-Eigenschast der�Zismarcke fei. AIS unser Bill vor Kurzem mit Frau und Schwester das Münchener Hos- bräuhaus besucht« und trotz krampshafter Anstrengungen der zweiten Maß nicht Herr werden konnte, bot er einer Zeitungekolporteurin den Rest zum Trinken an. So erzählen die Tageszeitungen und berichten weiter, daß der jugendliche Landrath dabei den kolossal gelstreichen Witz machte, feine Damen tränken kein Bier, sondern nur Schnaps. Die Ant« wort, welche ihm die„Zeitungenymphe"— wie die Blätter sich geschmack« voll ausdrücken— gab, war aber eine so derbe, daß Bill es vorzog» schleunigst aus dem Lokal zu verdusten. Für einen Schluck abgestandenen Bieres glaubt diese Gesellschaft mit dem„niederen Volk" sich jeglichen Ulk leisten zu dürfen. — Der Orden der Arbeitsritter liegt im Sterben— so berichten wenigstens ein- große Anzahl deutscher Blätter, dieselben, die noch vor wenigen Monaten die übertriebensten Berichte über die Größe des Ordens brachten. So wenig aber jene der Wirklichkeit entsprachen� ebensowenig ist dies der Fall mit Bezug aus die jetzigen Todesanzeigen. „Die Arbeitsriiter", schreibt das„Philad. Tageblatt" mit Bezug auf die amerikanischen Bourgeoisblätter, von denen diese verfrühten Todes» Anzeigen ausgehen,„die Arbeitsriiter thun ihnen nicht den Gefalle«, nach Wunsch zu sterben. Wahr ist es, daß non dem ungeheuren Zustrom des letzten Jahres sich viel verlies. Das ließ sich aber erwarten. Wahr ist es auch, daß eine Menge Fehler und noch Schlimmeres in der Leitung und Verwaltung deS Ordens passirte. Aber bei alledem steht er durch» aus nicht auf dem Aussterbe-Etat. Er hat sich, was Viele nicht glauben wollten, als entwicklungsfähig erwiesen. Natürlich ging es dabei nicht ohne Widerstand ab. Der Orden sollte nach dem Plane seiner Gründer ein sozialpolitisches Erziehunzs-Jnstitut sein. Aber gegen ihren Willen wurde er zu einer Kampforganisation de» Lohnarbeiter. Entsprechende Aenderungen seiner Verfassung waren nothwendig, allein die Leiter waren nicht so einsichtsvoll, daß sie dazu rechtzeitig die Hand boten. Hätte die Richmonder Konvention den Trades-Unionisten Konzessionen gemacht, so stände es beute mit der Organisation viel besser. Die Oktroyirung der neuen Konstitution unter den Formen eine» Plebiszits war vollends em wahnsinniger Streich. Allein in letzter Stunde scheinen Powd erly und sein« Leute doch noch zur Vernunft gekommen zusein. Es kann ihm nicht« nützen, wenn er behauptet, er habe sein« Meinung über die Trade» Unions nicht geändert. Die thörichte Behauptung hat ihm die„Preß* alfenmäßig gründlich widerlegt. Aber wenn er nun einmal so eitel ist, die Wandlung nicht eingestehen zu wollen, so kann man ihm ja diese« Vergnügen gönnen. Thatfache ist es, daß er, dem Gebot der Nothwe«« digkeit folgend, mit der Schlauheit eines amerikanischen Politiker« sich im Handumdrehen an die Spitze der Strömung gestellt Hai, die siegen muß, wenn der Orden bestehen soll. Bei der katzenjämmerlichen Stimmung, die im Orden ob der viele» Niederlagen aus gewerkschaftlichem Gebiete herrscht, und für die man doch Jemand verantwortlich machen muß, ist zu erwarten, daß es bei der Minneapoliser Konvention an ärgerlichen Szenen nicht fehlen wird. Das schadet aber keineswegs. Dringt Powderly mit seinem Plan durch, wogegen wohl wenig Zweifel bestehen kann, so wird die Organisation rasch in einen Gewerkschastsverband verwandelt werden, der aber auch zugleich die erzieherische Mission, die der Orden von Anfang an sich vornahm, nicht einbüßen wird. Mit dieser Umwandlung muß aber nothwendig auch das Kommandiren von oben herab, das Kliquenwesen und die finanzielle Mißwirthschast ein Ende finden, die unter der jetzigen Form blühte. Der Traum, daß der Orden der Arbeitsritter dazu berufen sei, all« organisirten Arbeiter des Landes in fich zu fassen, ist allerdings ver» flogen; allein deshalb ist doch noch Platz genug für ihn da. Er braucht den bereits organisirten Gewerkschaften das Feld nicht stm» tig zu machen und Sonder-Organisationen in demjelben Gewerbe z» gründen. Thut er das, so wird es nur übel für ihn ausschlagen. Dafür hat er in einer ganzen Reihe von Berusszweigen und in dem Heer der gewöhnlichen Arbeiter ein große« Wir» kungSfeld. Bei all' seinen Jehlern Haider Orden viel Gutes geleistet und kann noch vieles leisten. Daher ist eS im allgemeine» Interesse der Arbeiterlache nur wünsch enswerth» wenn die Min» neapoliser Versammlung entschlossen die flothwendigen Veränderungen seiner Verfassung anbahnt und mit der Demokratisirung derselben da« gesunkene Vertrauen der Arbeiter in ihn wieder hebt." So das„Philadelphia Tageblatt". Soweit wir von hier aus die Verhältnisse zu beurtheilen vermöge� können wir dem nur zustimmen. — Einen recht liebenswürdigen Korrespondenten besitzt die„Münchener Allgemeine" in Zürich. Dieser Herr, der sich mit einem. Dreieck zeichnet, scheint in sehr intimen Beziehungen zu dem Burschar von Reichsspitzel zu stehen, der am 1. Oktober unsere Genossen» darunter Grillenberger bis zum Bahnhof St. Gallen verfolgte und dort, von ihnen zur Rede gestellt und für eine freche Antwort ent» sprechend gezüchtigt, auf Grillenberger mit einem Todtschläger derart losschlug, daß dieser es nur seiner außergewöhnlich kräftigen Körper» konstitution zu danken hat, wenn er sich von dem enormen Blutverlust verhältnißmäßig schnell erholt hat. Er, der dr— eckige Mitarbeiter de» „Allgemeinen", war es wenigstens, der genanntem Blatte und wenn wir nicht irren— auch den„Münchener Neuesten Nachrichten" sofort»n melden wußte, der feige Patron, der nach verübtem Ueberfalle sich sofort gedrückt halte, sei„ein in der Bahnhofhalle wartender Privatmann* gewesen, eine faustdicke Lüge, die nur den Zweck hat, den Hallunke» reinzuwaschen, ihn als unschuldig Belästigten hinzustellen. Darüber gelegentlich mehr. Heüte beschästigt uns eine Korrespondenz des dre— ckigen Mitarbeiter» der„Allgemeinen" über eine, am letzten Samstag in Z ü r i ch abgehal» tene Volksversammlung, in der Genosse Fischer über tat Bruggener Parteitag referirt hat. Da h-ißt es wörtlich: „Was die Geheimhaltung der Kongreßverhandlungen anbelangt(dt« übrigens heute noch fortdauert, da Niemand die Bulletins vollständig. zu Gesicht bekommen hat, der nicht zur Clique gehört), so behauptet« Redner, von Anfang des Kongresses bis zu seinem Schlüsse hätten die Theilnehmer mit Wissen und Willen der St. Galler Behörden und unter freiem Zutritt einer größeren Zahl„hervorragender Schweizer* getagt.(Namen nannte er nicht. Ich war gespannt, solche zu höre». Aus Schweizer Zeitungen ist bis heute nur zu entnehmen, daß Scherrer, Fürsprecher von St. Gallen, Präsident des schwaizerischen Grütli Vereins einer Arbeiterverbindung, serner Saluzz, Präsident der Grütli> Sektion St. Gallen, sodann Conzett, Redaktor der„Arbeiterstimme", ein- und ausgegangen sind.) ES ist darüber nicht der mindeste Zweifel— und alles Andere ist ordinäres Geflunker— daß die Behörden in St. Salle» erst im Lause des Kongresses von diesem Kenntniß erlangten und auch nicht durch die Veranstalter desselben, sondern in Folge eigener Nach» forichung. Diese Art und Weise, die versaffungsmäßigen Freiheiten der Schweiz zu exploitiren, ist mehr als widerlich, und wenn der Sprecher dann mit erhobener Stimme ausruft:„Mit den Gefühlen der Scham über unser deutsches Vaterland sind wir in Brüggen eingezogen und mit einem Hoch auf die gastfreie Schweiz haben wir letzten Donnerstag den Parteitag geschlossen," so kann*uns das kaum imponiren. Wohl aber ist anzunehmen, daß eS das letzte Mal gewesen sein dürfte, wo dies« Herren den S chweizer Bode» zum Geheimbündekn benutzen und hinterher be» haupten. Alles sei bei offener Thür geschehen. Hat doch ein St. Galler nach Zürich berichtet, ein großer Theil der Besucher des Kongresses schlafe auf mitgebrachten wollenen Decken in der Brauerei, um Nachts nicht nach St. Gallen zu gehen und so aufzusallen. Wen» man das freie Vereins- und Versammlungsrecht will, so muß man nicht die Oeffentlichkeit scheuen, und es genügt nicht, einige Redaktoren sozia» listiicher Blätter in der Schwei, für„hervorragenoe Eidgenossen» m erklären, um glauben zu machen, man habe nicht konventikelt." Hier duftet aus jeder Zeile der Denunziant, oder wenigsten« der Möchte-gern. Denunziant, denn trotz größter Mühe, die der Patron sich gibt, bringt er es nicht zu einer wirklichen Denunziation, sintemalen zu einer solchen auch jede Möglichkeit fehlt. Es ist in Brüggen Alles zu verteufelt ordnungsmäßig zugegangen, und das Zeugniß der neunhundert Schweizerbürger, die am Tage nach Schluß des Parteitages ein st im» m> g sich dahin ausiprachen, daß derselbe„im vollen Einklang mit dem verfassungsmäßig garantirten Vereins- und Versammlungsrecht" statt» gesunden, wiegt etwas schwerer als die Lügen, die so eine Dre— ckseele in der Wuth darüber zum Besten gibt, daß er keines der„BülletinS* zu Gesicht bekommen hat, sondern mit einem Exemplar der— ge» druckt«»— GeschSstSordnungSvorlage fürlieb nehmen mußte. ES war freilich unverantwortlich von den Einberufern des Parteitages, daß sie nicht sümmtliche Reichsspitzel zu demselben einluden oder wenigstens jedem ein ausführliches Sitzung« Protokoll zur Verfügung stellten. Und welche Frechheit, von„hervorragenden Eidgenossen" zu reden, während „man" nur von Redakteuren sozialistischer Blätter weiß! Wie aber nun, edler Dre— ckkorrespovdent, wenn unter den schweizerischen Besuchern des Parteitages sich— hören Sie t•" ein Major der eidgenöffischen Armee befunden?! Also hüvsch äoioarten, und dann— Denunziationen auStifteln. — Bezeichnend für den Geist des im Vorstehenden geschilderten Burschen, oder vielmehr, ein Beweis für seinen Denunzianten» charakter ist auch solgende Stelle aus seinem Bericht: „Nach Fischer trat ein junger Mensch auf, anscheinend ein Italiener, der vorgab, am eidgenössischen Polytechnikum Chemie zu studieren und „Anarchist" zu sein. Großes Erstaunen.„Genosse Fischer", meinte er, habe gesagt, die Sozialisten seien kein« Anarchisten. Er, Sprecher, finde aber, der Unterschied beider sei nicht gar so groß. ES komme auf den Begriff der„Gewaltanwendung" an. DaS Studium der Natur- wiffenschaft habe ihn zum Anarchismus geführt u. s. w.„Wie treffend manchmal seine Antworten sind," dachte ich mit Polonius, als mein Nachbar, dem der Unsinn(oder war es Sinn?) zu bunt wurde, mich anstieß und wir den Saal verließen. Am Zürcher Polytechnikum lernt man den Anarchismus nicht. Aber wahr ist es, daß Leute auS aller Herren Ländern hier zusammenkommen und daß daher manche Gelegenheit besteht, a ußer- halb des Hörsaales Verkehrtes zu hören und in sich aufzunehmen, daS dann unter Umständen nicht ver- daut wird." Das kann man bekanntlich an allen Universitäten. Wenn es also speziell mit Rücksicht auf die Zürcher Universität gesagt wird, so hat eS nur als Denunziation einen Sinn. Den Burschen scheint es ungemein zu verdrießen, daß es noch ein Land in der Welt giebt, wo nicht hinter jedem Menschen ein„Pflichtgetreuer" herumspionirt. Korrespondenzen. *) Näheres über diesen Herrn am Schluß. ) Stimmt. G« wäre aber der Versuch zu machen, die Herren vor dem'Gewerbegericht zur Verantwortung zu ziehen. Ein Fall, amtlich fest gestellt, würde auch dem Blödesten die Äugen darüber öffnen, wie man tn jenen Kreisen, wo„Ordnung und Gesetz" da« zweite Wort bilden, tiber die Gesetze denkt, wenn sie den Proletarier vor Willkur schützen ollen. Beb. d.„S.»D." — Immer vorwärts mit dem Zeitgeist. Das Chem« nitzer Schöffengericht hat m der Klageiache gegen unfern Ge- sinnungsgenoffen Karl Riemann in Chemnitz, der gemeinsam mit zwei andern Gesinnungsgenossen ein sozialdemokratisches Zentral- wahlkomite für diebevorstehendenLandtagSwahlen bildete, entschieden, daß ein solches Wahlkomite,—„ganz gleichgültig, ob esaus zweiodermehrPersonenbesteht"— als ein politischer Verein im Sinne de« Z 19 des sächsischen Bereinsgesetzes aufzusaffen sei, und R i e m a n n, der sich zu dieser, der Aera des KnebelungSgesetzeS würdigen Auffassung nicht aufzuschwingen vermocht und daher die Einreichung von Statuten bei der Polizei ver- weigert hatte, zu 10 Mk. Geldbuße verurtheilt. So ist denn Heinrich Heine glücklich überholt, Bürgermeister und Senat von Krähwinkel sind noch revolutionär gegenüber den wohlweisen Richtern von Chemnitz. Diese haben das rechte Heilmittel gesunden: Wo ihrer zwei beisammensteh'n, Die müssen auseinandergeh'n. Königsberg.(Nachträgliches zu den Kaisertagen.) Wie die Aufführung einer Oper ohne Statisten den denkbar kläglichsten Eindruck machen würde, ebenso verhält es sich mit den Empfangsfeierlichkeiten hochgestellter Persönlichkeiten, wie Kaiser, Prinzen, Minister und der- gleichen ohne Aufstellung von Gewerken, Fabrikarbeitern u. s. w. Und weil dem so ist, deShabl müssen die Arbeiter an solchen Empfangsfeier- lichkeiten theilnehmen, ob sie wollen oder nicht. Die Herren Fabrikanten kommandiren einfach ihre Leute, sich da oder dort aufzustellen, kraft des Umfiandes, daß sie dieselben ja„bezahlen". Aber selbst wenn sie ihre Arbeiter in solchem Falle wie Sklaven behandeln, so haben sie doch nicht die Unverschämtheit, denselben auch noch die Kosten für dieses Statistenamt aufzuhalsen. Anders dagegen die königlichen Werkstätten. Hier mußte von den Arbeitern das Geld für die Musik aufgebracht werden, außerdem wurde denselben der Lohn für zwei Tage abgezogen, und zwar für den ersten Tag ohne alle Umstände, für den zweiten, weil sie„freiwillig" gefeiert hatten. Die Sache verhält sich fol- gendermaßen: Es wird den Arbeitern die Frage vorgelegt, ob sie am zweiten Tage arbeiten wollen. Den Neulingen, die diesen Witz noch nicht kennen und sich hierzu bereit erklären, wird bedeutet, daß, da die Werke an diesem Tage stehen, ste mit Latrinenreinigen und dergleichen Arbeiten beschäftigt werben würden, wofür natürlich besten» gedankt wird. Der Zweck ist erreicht, und die Herren Beamten haben einen Tag mehr zum Bummeln, den Arbeitern aber wird der ohnehin kärgliche Lohn um zirka S Mark pro Mann ge- kürzt, was bei den 80» Arbeitern, welche z. B. allhier beschäftigt werden, die ganz erkleckliche Summe von 4000 Mark ausmacht, die den Arbeitern zur Empfangsfeierlichkeit abgeschwindelt worden ist, und welche sie daheim mit Weib und Kind sich abdarben müssen. Der Gehalt der Beamten geht natürlich ruhig weiter. Dafür wachen dieselben und die zu diesem Bchuf« speziell angestellien Individuen, wie z. B. Vorarbeiter Marquardt*) wir seinen Agenten, aber auch mit Argusaugen darüber, daß die Arbeiter hübsch patriotisch gesinnt sind. Der bloße Verdacht, Sozialdemokrat zu sein, gei'ügt, um sofortige Entlassung herbeizuführen. Ja. in einem kürz- ltch vorg'kommenen Falle wurden zwei Personen entlassen, weil sie mit einem„Verdächtigen" zusammen des Weges gingen. Polizei und Wertstattverwaltung stehen in enger Verbindung. Wittert die Bahnverwaltung etwas, sv macht dieselbe der Polizei Anzeige, und diese hält Haussuchung; tn umgekehrtem Falle versäumt es die Polizei nicht, der Bahnverwaltung Anzeige zu machen. Früher stellte man der- artigen Missethätern einen Entlassungsschein mit dem Vermerk„Wegen soziall. emokratischer Agitation entlassen" auS. Jetzt aber, nachdem man durch«ine Entscheidung deS G-werbeg-richt« der Unzaläffigkeit eines solchen Verfahrens überführt worden, macht man die Sache ander«. Es ist nämlich zwischetk der Bahnverwaltung und den Fabriken hier am Orte ein Entlassungsschein ver- abredet, welcher den gesetzlichen Anforderungen genügt, aber für den betreffenden Ardeiter trotzdem ein UriaSbries«st. Der Eni- iaffungSschetn lautet;„Der p.p. X. ist..-..... entlassen." Ist nun vor dem„Wort„entlassen" das Wort„ordnungsmäßig" eingeschrieben, so ist es ein gewöhnlicher Schein, fehlt dieses Wort, so ist der Betref- fende schon verdächtig, ist aber der Raum vor und hinter„entlassen" durch Gedankenstriche ausgefüllt, so heißt dies, der Betreffende ist ein Sozialdemokrat und überhaupt nicht tn Arbeit zu stellen. Zu solch nieder» trächtigem Verfahren kann nur«in durch und durch korrumpirtes, jeden Recht«- und Ehrgefühls bares Beamtenthum greisen, dem j-de« Mittel recht ist, wenn es gilt, einen politisch anders gesinnten Arbeiter dem Verderben Prei« zu geben.—) Durch Niedertracht und Zwang wird aber, kein Patriotismus hervor- gerusen, wohl aber vorhandener gründlich zerstört, und der Empfang de« Prinzen Aldrecht, der an Stelle des alten Wilhelm kam, hat den Beweis geliefert, daß sich die Königsberger JArbeiter nicht zur„Hurrah- Kanaille" gebrauchen lassen, denn sie v'.. gelten sich auffallend kühl. Vielleicht war ihnen das beim Begräbnisse Godau'« erlassene Verbot noch in zu frischer Erinnerung. Wa« nun den obengenannlen Marquardt anbetrifft, so ersrnit sich derselbe der ganz besonderen Gunst semer Vorgesetzten, für die er da- («gen auch gelegentlich, wie für sich natürlich selbftversiändlich auch, lsuscharberten ausführt. Zu seinen Obliegenheiten gehört es, darüber zu wachen, daß da« von der Pianofortesabrik Gebauer zu liefernde Nutz- holz von guter Beschaffenheit sei, und er kommt dieser Pflicht so ge« wissenhaft nach, daß gelieferte eichene Planken sich als vollständig un- brauchbar herausstellten und zur Kesselfeuerung verwandt werden muß- terr. Vielleicht hat ihn das Instrument, das er von genannter Firma gekauft hat, so eindringlich von der Güte ihres Materials überzeugt. Ferner verschafft Marquardt auf direkte und indirekte Weise Arbeitern Anstellung bei der Bahn und sorgt auch dafür, daß dieselben gute Löh- nungen haben; wen wird es also wundern, wenn sich dieselben ihm durch Geschenke und kleine Baarzahlungen wiederum erkenntlich zeigen m— ächten?! Wie man steht, ein sehr braver Wann und wohl geeignet, die Sozialdemokraten, diese Feinde des Eigenthum» und der staatlichen Ordnung, zu bekämpfen. Stuttgart, 1. Oktober. Die Berqe kreisen und gebären ein winziges Mäuslein— dieses altklassische Diktum könnte man aus die heutige Verhandlung am hiesigen Schöffengerichte anwenden, in welcher die Ge- »offen Karl Grillenberger in Nürnberg, Theodor Lutz und Heizer Gilbert in Stuttgart wegen Vergehen« gegen da« Sozialistengesetz als Angeklagte figuritten. Laut Anklage waren dieselben beschuldigt, in der am 18. Juli im Garten der Brauerei-Gesellschast zu Stuttgart abgehaltenen„Ver- fammlung" der polizeilichen Aufforderung zur Räumung de« Lokal? thatfächlichen Widerstand entgegengesetzt zu haben. Das im Laufe der Verhandlung erhobene Beweisverfahren— welches übrigens von dem amttrenden Richter mit anerkennenswerther Objekttvität geleitet wurde— ergab indeß so geringe belastende Momente für die Angeklagten, daß der Vertreter der Staatsanwaltschaft selbst die Anklage fallen ließ, worauf sämmlliche Angeklagte unter llebernahme der Kosten auf die Staatskasse freigesprochen wurden. Für Gilbert, welcher zugleich noch de« greulichen Vergehens beschuldigt war, die polizeiliche Aufforderung zur Räumung deS Saals mit diversen Hochs auf die Sozialdemokratie er- widert zu haben, kam als wichtigster Milderungsgrund hinzu, daß er, wie einer der Entlastungszeugen in drastischer Weise versicherte,„halt 'n Rausch g'het häb", was von Gilbert selbst mit Hinweis aus die da- malS herrschend« große Hitze motivirt worden war. DaS Jntereffanteste bei der Verhandlung war die Art und Weife, wie die beiden schneidigen Kämpen, Lutz und Grillenberger, mit den als Bs- lastungszeugen fungirenden Polizeibeamten(oder„Fahndern", wie sie hier origineller Weise heißen) in« Gericht gingen. Unsere Genossen nah- men die Letzteren kreuzweis« derart ins Gebet, daß ihnen Hören und Sehenver ging, und sie„in ihres Nichts durchbohrendem Gefühl" ordentlich die Köpf« hängen ließen, wie Schafe, wenn es donnert, und nach Er- öffnung des freisprechenden Erkenntnisses zerknirscht von bannen zogen. Kurz, es war ein in jeder Beziehung glückliches Treffen für un«, auf da« wir mit behaglicher Genugthuung zurückblicken können. Unfern frei- gesprochenen Genoffen aber rufen wir ein herzliche»„Viravt sequentes" zu. V- Pp- Pie Konkurrenz. (Aus der„Amerikanischen Bäckerzeitung".) Szene— Arbeitsstätte. Hans: Ich bin außer Arbeit und möchte gern etwas verdienen. Ich habe Frau und Kinder. Ich werde für 3 Doll. per Tag arbeiten. Kapitalist: Gut, geh' zur Arbeit. Michel: Ich höre, daß du einem Arbeiter 3 Doll. pro Tag zahlst. Ich bin außer Arbett und möchte irgend welchen Aufttag bekommen. Ich habe eine Frau, aber keine Kinder. Ich werde mich mit 2 Dollars den Tag begnügen. Kapitalist: HanS, du bist entlassen. Michel, du hast seinen Platz. Franz: Ich bin unverheirathet und kann für Doll. 1 50 arbeiten. Gib mir Michcl'S Platz. Kapitalist: Einverstanden. Karl: Auch ich bin unverheirathet, aber ich kann billiger leben als Franz. Gib mir nur 1 Doll. pro Tag. Karl bekommt den Zuschlag. Michel: Ich bin wieder hier, mein Herr. Ich und meine Frau haben uns die Sache überlegt und machen Ihnen den folgenden Vor- schlag: Sie zahlen dem Karl 1 Dollar, ich und meine Frau werden für Sv Cents den Tag arbeiten. Hans: Ich Hab' mir auch die Sache überlegt. Meine Kinder brauchen nicht in die Schule zu gehen. Ich, meine Frau und sechs Kinder, wir werden alle für 2 Doll. den Tag arbeiten. Ah Sin Chon-Fong: Ich bin gerade aus China gekommen. Ich arbeite den Tag für 30 Cents. Die Waschine: Ich kann oie Arbeit von 500 Arbeitern verrichten und brauche nicht mehr als 10 Wann. Ich bin immer zufrieden und streike niemals. Wirf dieses Menschenpack hinaus und setze mich zur Arbeit. Kapitalist: Ich muß es thun. Aber wer wird dann die Maaren, die ich produzire, kaufen? Die Maschine konsumirt nichts und die Kerle, die ich auf's Pflaster geworfen habe, sind ohne einen Pfennig. Ich muß nach neuem Absatzmarkt suchen und indessen muß ich für Polizei und Miliz sorgen, damit das Hungerpack nicht rebellire. Laß die Leute ver- hungern; e» ist das Gesetz der heiligen Konkurrenz. Nachruf. Heute beerdigten wir den am 24. September in Folge eingetretener Lungenlähmung verstorbenen treuen Freund und Genoffen, den Modell- schreiner Moritz Schmidt, geboren am 30. März 1852 in Zwickau(Sachsen). Der Verstorbene war ein Ehrenmann in deS Wortes vollster Bedeutung. Einer der Ersten, welche hier die Saat des Sozialismus ausstreuten, war er unermüdlich, in Wort und That für die gerechte Sache der Enteibten einzutreten, der Opferwilligsten einer, wo es sich um die Aufbringung pekuniärer Kampfesmittel Handelle. Sein Andenken wird Allen, die ihn kannten, ein Sporn sein, unsere Ideen immer weiter zu verbreiten. Ehre seinem Andenken! Kalk bei Köln, 24. September 1837. Di« Genossen des Land- und Stadtkreises Köln. Aufrichtige» Dank sagt hiermtt den Parteigenossen von Köln und KölnerLand« kreis, welch« bei dem Begräbniß meine« am 24. September in Kalk verstorbenen Bruder« Moritz Schmidt dessen Andenken durch die zahlreiche Betheiligung und Spendung der schönen Kränze in so hohem Maße ehrten. Zwickau,«. Oktober 1887. Im Namen meiner Mutter: Hermann Schmidt. Briefkasten der Redaktion: Briefe und Einsendungen»e. find eingetroffen aus London, Reumünster(Holstein), P a r i«, W i e n.— I. L. Chr. in Ld.: Wir ersuchen Sie freundlichst, aus den Abdruck der über- sandten Erklärun, zu verzichten. Sie würden mit derselben dem betteffen- den Blatt eine Ehre erweisen, die ihm wirklich nicht zukommt. Welcher vernünstige Mensch gibt denn auf da« Geschwätz dieser Leute etwas? Lassen Sie fie lügen, so viel sie wollen; diese Wuthergüsse sind nur die Eingeständnisse ihrer Impotenz.— Z. u. Gr. in Ld.: Für freundliche Mittheilungcn besten Dank.— L. L. in Berlin: Wir haben noch nie etwa« dergleichen gelesen; es ist auch kaum denkbar. Als Lassalle in die Agitation eintrat, war Prinz Wilhelm S Jahre alt. der Expedition: Veilchenstein: Mk. 100— a Cto Ab. ic. erh. Gr. Ghn.: Mk. S— ä Cto Ab. w. erh.— Der alte Rothe: Mk. 83 90 baar u. Mk. 2510 pr. Ggr. erh. Adr. baldigst erw.— Sch. Su.: eo Pf. f. Schft. erh.— Alte Garde: 37 Mk. ä Cto Ab. ic. erh. Adr. notirt.— Seesturm: Mk. 11 50 Ab. 4. Qu. u. Schft. erh. Bstllg. u. Adr. notirt. Weiteres folgt.— Bwz. Stbg.: Mk. 5 50 Ab. 4. Qu. u. Schft. erh.— Wahrer Jakob: Mk. 19 40 Ab. 2. u. 3. Qu. erh.— C. Sch. H. a. R.: Mk. 8 80 Ab. 4. Qu. erh. Adr. geordn.— R. K. 4 N. a. S.: Mk. 9 sa Ab. 4. Qu. u. Adr. erh.— F. B. Rbg.: Mk. 3— Ab. 4. Qu. erh.— Schwarzer Taugenichts: Mk. 20— ä Cto Ab. ic. erh. Alles abg.— A. T. W.: öwfl. 3— ä Cto Ab. ic. erh.— Mr. u. Zllr. Zch.: Fr. 7 50 Ab. 4. Qu. erh.— L. u. R. Olt.: Fr. 4— Abon. 4. Qu. erh.— Grwld. Montreux: Fr. 2— Ab. 4. Qu. erh.— Heb«: Mk. 350— a Cto Ab. ic. erh.— Schwöb. Heiland: Mk. 14 40 Ab. 3. Qu. und S0 Pf. pr. Ufd. dkd. erh. Adr. baldigst erbeten.— Clara: 40 Pfg. Nachzhlg. pr. Bfexpl. erh., ebenso Bfe. v. 10. ,c. Adr. geordn.— Ldkr. C. a. R.: Mk. 4 40 Ab. 4. Qu. L.«. erh.— Stift-Keppel: Mk. 5— pr. Usd. dkd. erh.— N. W. Stkp.: Mk. 3— Ab. 4. Qu. erh. Weitere» bfl.— MerkuriuS: Mk. 8 65 Ab. 4. Qu. u. Schft. erh. Grüße!— Bgr. Stßb.: Mk. 4— a Cto Ab. 4. Du. erh.— I. Stm. Zch.: 2 Fr. Ab. 4. Qu. erh.— Gracchus W.: Mk. 30— ä Cto Abon. ic. erh. Bstllg. u. Ggrchng. notirt. Bfl. Weiteres.— Hannibal: Mk. 4 40 Ab. 4. Qu. erh. Bstllg. folgt.- 7/9. N.: Mk. 10— a Cto Ab. ic. u. 10 Mk. für's Beckerdenkmal dkd. erh.— Blanc: Rk. 85 90 ä Cto Ab. ic. erh. Bstllg. notirt.— Heinrich: Mk. 40 07 a Cto Ab. u. Schst. erh. Weiteres beachtet.— Sperber: Mk. 4 40 Ab. 4. Qu. I. W. erh. Bitten um bal- dige Zusendung zugesagter Adr.— Carl Schwarz: Mk. 4 40 Ab. 4. Qu. erh. Beil. besorgt.— Oncel: Mk. 25 40 a Cto Ab. sc. erh. Adr. eingerenkt. Kommt �.AlleS. Bfl. betr. Blg. Weiteres.— III.: Ja.— MönuS: Mk. 50— ä Cto. Ab. 3. Qu. u. 1 dir. 4. Qu. erh. Bstllg. folgt.— Fuch«: Mk. 200— ä Cto. Ab. sc. erh. Mk. 50— pr. Ggr' gutgebr. Weiteres lt. Hs. Bericht.— Red. d. R. W. Z. Dd.: Mk. 4 40 Ab. 4. Qu. erh.— F. Hzld. v.: Mk. 5— Ab. 4. Qu. erh.— Reo. M. Kfm. Norwich: Mk. 5— Ab. Rest pr. 2., 3. u. 4. Qu. erh. Adr. geordn.— Dbchr. Karl: Mk. 5— Ab. 4. Qu. erh.— Pionir: 60 Pfg. f. Schft. erh. Nebst Porto kostet das Wm. 45 Pfge. Wir haben kein« genügenden Anhalte in F.— Roderich: Mk. 17 60 Ab. 1/10. 87 bis 1/10. 88 u. Mk. 2 40 f. Bbth. erh. Adr. geordn.— S. Str. Lzu.! Mk. 3- Ab. 4. Qu. erh.- E. Lsgk: Mk. 3- Ab. 4. Qu. erh. Adr. notirt. Ihr Vorschlag ist ein Experiment, da« früher schon sich zwecklos erwies.— G. K. Hlch.: Mk. 4 40 Ab. 4. Qu. erh. Warum wenden Sie sich nicht an bekannte Stelle draußen? Wir können nicht jedem Sepw ratisten eine Extrawurst braten.— Sd. Klub Laoillette: Fr. 57 40 Ab. 3. Qu. u. Schft. erh. Sdg. d. Thtrstke. kreuzte mit Bf. Weitere« folgt. Adr. vorgemerkt.— Paulussen N.: Mk. 12— Ab. 4. Qu. erh. Genau so haben Sie uns im 3. auss 4. Qu. vertröstet. Mit Ende 3? muß Aendsrung bewirkt werden.— X. 3. B.: Mk. 20— ä Cto. Ab. sc. erh. Bstllg. vorgemerkt. Bericht über G. veroollst indigt.—-Ii.: A« 30/9. Mk. 50— haben wir am 7/10. an R. P. auebezahlt.— W. Adf. Mrgn.: Fr. 10- ä Cto. Ab. sc. erh.— Nr. 681: Mk. 4 40 Ab. 4. Qu. erh.- L. Lpsch. B.: Mk. 3- Ab. 4. Qu. u.«k. 2- pr. Ufd«. dkd erh. Weiteres pr. Rd.— Neckarfchleimer: Mk. 42— ä Cto. Ab. st- erh. Bstllg. folgt.— H. O. Bm.: Mk. 2 60 Ab. 1. Qu. erh. «rd, »g'l » Fr. 2. BBI IU V »r.2. n (Fortsetzung der Eingänge ob 7/10. in Nr. 43.) Anzeigen. Zu kaufen gesucht: I Exemplar:„Am Webstuhl der Zeit" von«. O.-Walste» Offerten erbeten an sMk.— 60]. Die«xpeditis» des..Sijialdtmokrat". gtT Parteigenossen bestens empfohlen, insbesonder Anfängern im Studium der Sozia! ötonomie: Wastiat-Schutze von Ferdinand Lassalle. Unsei Aide Z Mite! bemc Pun imm> ist- auf fondi Aide Leutl u. s. Rai V Stel Deu Neue Ausgabe.— 14'/, Bogen stark!. Preis: Mk. 1—.— Fr. 1 25. Bei Partienbezug Rabatt. Porto extra. Zahlreichen Bestellungen sieht entgegen Volksbuchhandlung Hottiugeu-Zürich» Soeben erschien und ist durch unS zu beziehen: Sozialdemokratische Bibliothek- Heft XVl. Die Chartistenbewegung in England. Mit Anlage» Prei«: 35 Pf.— 40 Et«. Heft XVII. Hochverrath und Revolution. Bon W. Liebknecht Preis: 3b Pfg.- 40 Cts. Heft XIV. vracchud Babeuf und die verschwörunK de» bleichen. Bon G. D e v i l l e. Aus dcm Französisch«» übersetzt und mit einem Nachwort von S. Bernstein. Prei«: 45 Psg.— 55 Cts. Heft XV. Die Wissenschaft und die Arbeiter» Eine Verth eidb gungtrede von F. L a s s a l l e. Prei«: 20 Psg.- 2S Cts. Porto und Versandtspesen außer der Schweiz komsnen ß» Lasten der Besteller. Bestellungen aus die„Sozialdemokrattsche Bibliothek" rverden erbet«» Die Hefte werden auch einzeln abgegeben. 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