90 Pf. irt. 60 50 mb ifs- skr. Abonnements Nttdn, b,i allin schwkijnIsch'N M»stdor»alii, lowt« beim V-rlcg »»d»«sie» bekannten Agenten entgegengenommen, nnb»war jum »orau»»ahldar-n LiertellahrZpreiS von: De. sie biiSchtoeit«Ken,banb> »k. fite Teutschland(Souvert) K. 1,70 für Oesterreich(donderts Fr 2,50 sstr alle übrigen Linder de» Neltpostveretn»» welchem sich die Sozialdemokratie zum heute herrschenden System befindet, den entschiedensten Ausdruck geben, sehen uns aber doch veranlaßt, der Auffassung entgegenzutreten, als liege in diesen Beschlüssen irgend etwas, was einem Abweichen von dem bisher von der Partei eingenommenen Standpunkt ent- spräche. Das kann vielmehr nur behaupten, wer das Wesen Unserer Partei nicht kennt oder ein Interesse daran hat, es anders darzustellen, als es in Wirklichkeit ist. Zunächst können wir konstatiren, daß von zwei grundsätzlich unterschiedenen Richtungen in St. Gallen*) kaum etwas zu bemerken war. Es gab Meinungsverschiedenheiten über einzelne Punkte— nnd diese hat es immer gegeben und wird es immer in der Partei geben, sintemalen dieselbe keine Maschine ist— aber diese Meinungsverschiedenheiten vertheilten sich nicht auf eine geschlossene Majorität und eine ebensolche Minorität, sondern zeigten sich in der einen Frage bei Leuten, die in vielen anderen durchaus übereinstimmten, und in einer anderen bei Leuten, die in Bezug auf die erste der gleichen Ansicht waren u. s. w. Und sie waren vor Allem nicht grundsätzlicher Natur. Wenn man von einer siegreichen Richtung in Bezug auf die Stellung der Partei zur gegenwärtigen Gesetzgebung ic. in Deutschland reden will, so hat das nur insofern seine Berechti- Sung, als diese Richtung bei allen in St. Gallen anwesen- ben Genossen— die in ihrer Gesammtheit sicher ein gutes Spiegelbild der Partei im Lande liefertm— gesiegt hat, daß iS in St. Gallen eine siegende Richtung, aber keine Besiegte gegeben hat. Die Besiegten waren draußen— nicht außerhalb des Parteitages, sondern außerhalb der Partei überhaupt. Wir stellen das fest, nicht weil wir es den Interessen der Partei für förderlich hielten, Einigkeit um jeden Preis zu pro- klamiren, sondern um die Situation zu kennzeichnen. Lägen Nichtige Gegensätze vor, so würden wir es für viel schädlicher halten, sie zu vertuschen, als sie durch offenes Aussprechen zur allgemeinen Kenntniß zu bringen. Aber wir haben nichts zu verschweigen, wir können nur die Einmüthigkeit des Partei- tages konstatiren. Wohlgemerkt, wir sagen ausdrücklich die Einmüthigkeit. Nicht mehr und nicht weniger. Es herrschte Uebereinstimmung Über die allgemeine Situation, und damit war auch die Übereinstimmung in Bezug auf die einzelnen Fragen, welche den Parteitag beschäftigten, gegeben. Hier liegt die Erklärung bofür, warum in St. Gallen die„radikale" Richtung siegte �d siegen mußte. Radikal und gemäßigt sind für uns keine Begriffe, die einen prinzipiellen Unterschied kennzeichnen, sie bezeichnen nur einen Unterschied in der Methode, und diese wird bestimmt durch Auffassung, die wir vom Stand der Dinge außer uns haben. MdN ist Sozialdemokrat oder man ist es nicht. Ist "tan eS, so muß man auch diejenigen Mittel wollm, die dem Sozialismus so schnell als möglich zum Sieg verhelfen, und eien sie noch so„radikal", dem wird kein einziger Genosse, nlbst der gemäßigtste nicht, widersprechen. Aber führen alle Mittel zum Ziel, sind bestimmte Mittel "Nter allen Umständen gleich wirksam? Das sind Fragen, auf Welche die Schlagworte„radikal" und„gemäßigt" keine Altt- '»on ertheilm. Wer von der Anschauung ausgeht, daß die heutige bürger- '�-kapitalistische Gesellschaft keine Widerstandskraft mehr be- M und in absehbarer Zeit zusammenbrechen muß, der wird, muß naturgemäß zu ganz anderem Vorgehen gelangen als "ft, welcher ihr eine stärkere Widerstandskraft zutraut. Wenn S von politischen Kindern jabsehen, die sich an leeren Phrasen berauschen, so werden wir in den meisten Fällm alle Differenzen in Bezug auf die Taktik auf die Abschätzungen eigenen Kraft und der Kraft unserer Widersacher zurück- "---- hfl i�iia erwroff irf k(S »*) Eigentlich sollte«8 heißen: in Straubenzell. denn gu dieser Akdieinde gehört das Lokal, in dem die Sitzungen abgehalten wurden. .>Sg-n ist der Name der nächst gelegenen Eisenbahnstatton. Wir denken da beide Orte ,um Bezirk St. Gallen gehören, so ist e» auch � besten, diesen Namen sestzuhaiten. führen können. Daß daS Temperament, persönlicher Mnth oder das Gegentheil auch oft ein großes Wort mitreden, soll nicht geleugnet werde», aber sie thun dies doch nicht in dem Maße, als man gemeiniglich glaubt. Leute, die für sehr ge- mäßigt gelten, haben in kritischen Situationen zehnmal mehr Muth und Charakterstärke bewiesen als Leute, deren Radika- lismus über allen Zweifel erhaben schien. Mit dem Muth ist es überhaupt ein ganz eigenes Ding. „Ich habe zu meiner damaligen Verwunderung in Baden ge- funden, daß die Kourage eine der allerordinärsten Eigenschaften ist, Nicht der Mühe werth, davon zu reden; daß aber die bloße rohe Kourage nicht mehr Werth ist als der bloße gute Wille, und es deshalb sehr häufig vorkommt, daß jeder Ein- zelne ein Held an Kourage ist und das ganze Bataillon doch ausreißt wie ein Mann"— schrieb Engels im Jahre 1853 in einer Polemik mit Willich in Bezug auf den badischen Feld- zug. Schon Mancher, der daheim der größte Feigling schien, hat sich in der Schlacht als wahrer Held gezeigt, und Man- cher, der im Feldzng die größten Bravourstücke ausgeführt, im Frieden sich als wahrer Jämmerling benommen. Mit einem Wort, die Frage der Taktik hat mit der Frage des persönlichen Muthes wenig zu thun. Letztere Eigenschaft wird vielmehr heute bei allen Genossen, namentlich aber bei denjenigen vorausgesetzt, die eine führende Rolle übernommen haben oder zu übernehmen gewillt sind. Diejenigen Blätter sind z. B. sehr im Jrrthum, die hinter den gegen Geiser und Viereck gefaßten Beschlüssen andere als die veröffentlichte» Motive suchen. Die Genannten haben, indem sie ihre Unter- schrift unter die Einladung zum Parteitag ohne genügende Entschuldigung verweigerten, gezeigt, daß die Partei nicht unter allen Umständen auf sie rechnen kann, und gehören daher auch sonst nicht vor die Front— dies und nichts anderes bedeutet der Beschluß— wenigstens soweit wir es zu beurtheilen in der Lage sind. Bon irgend einem Gesinnungszwang, von irgend einem „TerrorismuS" war keine Rede. Auf keiner Parteizusammen- kunft wurde ruhiger debgttirt als in St. Gallen. Bedeuten die dort gefaßte» Beschlüsse einen Sieg der revolutionären Richtung, wie die Puttkamer'schen Reptilien in denunziatori- scher Absicht schreiben, nun, so ist das nur ein Beweis, daß selbst in den Augen sonst gemäßigter Sozialisten heute die Ver- Hältnisse einen revolutionäreren Charakter tragen, sich schärfer zugespitzt haben als bisher. Und ein Blick auf die Ereignisse der letzten Zeit, auf das Borgehen der Regierenden in Deutsch- land gegen die Arbeiterklasse, aus die Handhabung des Polizei- gesetzes wird Jedem, der Augen hat zu sehen, sagen, daß eS gar nicht anders sein kann. Der Terrorist, der die gemäßigte Richtung in St. Gallen zum Schweigen gebracht hat, heißt Bismarck-Puttkamer. Die extreme Richtung hat gesiegt, weil die Verhältnisse in Deutschland extrem geworden sind. An der grundsätzlichen Stellung der Partei hat sich nicht» geändert. In ihren sonst sachlichen AuS-inandersetzungen über die Be- schlüsse des St. Galler Parteitages kommt die„Frankfurter Zeitung" auch auf die den Anarchismus betreffende Reso- tution zu sprechen und sagt: „Der Parteitag in St. Gallen hat vollkommen Recht mit der Be- hauptung, der anarchistische Kultus und die ausschließliche Zulassung der Gewaltpolitik beruhe auf einem groben Mißverständniß der Rolle der Gewalt in der Geschichte der Völker; das Urtheil trifft aber in Staaten, in denen verfassungsmäßig das Volk durch seine gewählte Vertretung an der Gesetzgebung theilnimmt, nicht nur die ausschließliche Zulaffung der Gewaltpolitik, sondern auch— wenigstens so lange die Gewalt nicht von Oben in die Entwickelung des versaffungSmäßigen Lebens eingreift — die bedingungsweise, und nicht weniger die Taktik der„individuellen" Anwendung der Geaalt, als die der generellen, die Revolution ebenso wie daS Attentat. Daß die Sozialdemokratie nur das letztere verdammt hat, ist ein weiterer Beleg dafür, daß die revolutionäre Richtung in ihr die Oberhand bekommen hat; auch der bedenkliche Versuch, die Berant- wortlichkeit für die anarchistische» Verbrechen auf die Staatsgewalt zu wälzen, ist«ine Konzession an die extreme Seite." Man kann nicht schiefer urtheilen, als eS hier geschieht. Zunächst ist es eine seltsame Zumuthung an die Sozialdemo- kratie, auch die Revolution zu verdammen. Das hat sie nie gethan und wird sie nie thun. Am allerwenigsten hat sie dazu in einer Zeit Veranlassung, wo— um die Worte der„Frank- furter Zeitung" zn gebrauchen—„die Gewalt von Oben tagtäglich mit brutaler Faust in die Entwicklung des verfassungsmäßigen Lebens eingreift." Oder weiß die„Frank- furter Zeitung" es anders? Ist die Handhabung der Vereins- gesetze, die willkürliche Behandlung der Presse, ist der Bela- gerungszustand mit seiner Aufhebung des HeimathsrechtS, mit einem Wort,'ist die Proklamirung der Polizei-Allmacht kein Eingriff in das verfassungsmäßig« Leben? Fristet die„Frank- furter Zeitung" ihr volksparteiljches Dasein auf Grund irgend welchen verfassungsmäßigen Rechtes oder nicht bloS, weil man es noch nicht für opportun hiebt, den Kautschukparagraph des Knebelungsgesetzes auch auf die.„Vorfrucht der Sozialdemo- kratie" auszudehnen?. Die Sozialdemokratie verzichtet auf jegliche Revolutions- mache, nicht weil sie moralisch« oder rechtliche Bedenken dagegen hätte, sondern in der einfachen Erkenntniß, daß Revolutionen sich eben nicht„machen" lassen. Handelte eS sich um daS bloße„Recht auf Revolution", in den heutigen Zu- ständen in Deutschland fänden wir es tausendmal begründet. Und wenn zur Polizeiwillkür noch die richterliche Korrup- tion kommt, wenn die Gerichte das Recht treten, statt eS zu wahren, wenn kein Schutz mehr existirt für die von den Machthaber» Geächteten, dann wäre der ein jämmerlicher Feig- ling, der die verdammen wollte, die in ihrer Rechtlosigkeit zur Rothwehr greifen. Um das auszusprechen, braucht man aber weder ein Anar- chist zu sein, noch Sympathie mit dem anarchistischen Kultus der Gewalt zu verspüren. Was der St. Galler Parteitag in dieser Beziehung gesagt, schließt keinerlei Konzession an irgmd eine„extreme" Richtung in sich, es ist der Standpunkt, den die Partei von jeher eingenommen und in Bezug auf den ebenfalls völlige Einstimmigkeit herrschte. Hier gibt es erst recht kein radikal und gemäßigt, hier gibt es nur eine Anerkennung oder Leugnung des Rechtes der Unterdrückten. Nur unter so kor- ruptcn Verhältnissen wie die des heutigen Deutschlands, ist es möglich, Akte legitimer Vertheidigung in einen Topf mit Thaten wie die Merstallinger Affäre, der Eisert'sche Mord und dergleichen zu werfen. Damit gibt man blos den Anar- chisten Recht, wenn sie einen John Brown als den Ihren preisen. Die anarchistischen Thaten hat der St. Galler Parteitag ver» worfen, für die Neigung zur politischen Selbsthilfe macht er die Nacheiferer der amerikanischen Sklavenbarone verantwortlich, mag die„Frankfurter Zeitung" das noch so„bedenklich" finden. Zeichen der Zeit. sE i n g e s a n d t.) In allen Ländern, wo moderne Zivilisation herrscht und dl« Groß» Produktion Wurzeln geschlagen, fleht man die Massen sich von dem einst so vieloersprechenden Liberalismus abwenden und sich mit der Frage einer sozialen Umgestaltung der Gesellschaft beschäftigen. So längst schon auf dem Festlande Europas, und so endlich auch hier in England, dem .Reich, das Dank„Gottes Fuaung" nahep-«00 Jahre de» W ,7markt beherrschte, d. h. Dank dem UÄstande, daß Frankreich, Deutschland, die slavischen Länder unter dem Einfluß blutiger Kriege, m denen die Völker zu Gunsten ihrer Tyrannen einander die Köpfe einschlugen, ökonomisch zurückblieben. DaS hat nun allmählich ausgehört, und mit der Erkennt- niß, daß es mit der ökonomischen Alleinherrfchaft Englands zu Ende geht, ist auch der Glaube an die Bortrefflichkeit der heutigen gefellschast« iichen Einrichtungen in England tn die Brüche gegangen. Das christlich- beschauliche England hat einen Stoß ethalten, von dem eS sich nicht wieder erholen wird. Kaum füntzig Jahre sind eS her, daß der manchesterliche Liberalismus als das höchste Ziel menschlichen Ringens begrüßt wurde, und schon kracht es in allen Ecken. Ueberall Niedergang der wirthschaftlichen Ver- hälinisse, keine, auch gar keine Aussicht auf Besserung. Taufende und Abertausende von Arbeitern außer Arbeit, Tausende und Abertausende von Frauen und Mädchen aus dem Volke zur Prostitution, zum lang« samen Hungertode, zum Selbstmord getrieben I Das ist der Segen deS manchesterlichen Liberalismus, das ist die weitvorgeschlittene Zivilisation Englands! Nun zur Sache. Es sind jetzt nahezu neun Jahre, daß in Folge Erlaß deS Maulkord« gesetzes die hiesigen veulschen soziald« mokratischen Vereine sich mit Flücht« lmgen füllten. Schreiber diese«, damals als l7jähriger eingetreten, hatte Gelegenheit, zu sehen, wie die aus Deutschland gekommenen, fast zur Verzweiflung gehetzten Genossen die ersten Versuche machten, die Lehre deS Sozialismus in ihrer neuen Heimath, England, auszustreuen. Wohl» gemerkt, das war vor ungefähr neun Jahren— bis endlich sech« Eng» iänder sich fanden, welche vorurtheiltfrei genug waren, fich den Aus» ländern anzuschließen. AuS den 6 wurden nach und nach 16 und später 26, und schließlich kam eine englische Sektion zustande, die stch später, als auch von andrer Seite da« Interesse für den Sozialismus geweckt worden, entschloß, um erfolgreicher zu wirken, au« dem deutschen Verein auszutrete» und den Kampf selbständig aufzunehmen. Was weiter folgte, ist bekannt. Verschiedene Faktoren trugen dazu bei, das Steinchen ins Rollen zu bringen, eine sozialistische Partei wurde gegründet, der zwar die Kinderkrankhetten aller jungen Parteien nicht erspart geblieben sind, die sich, als Ganzes genommen, aber doch als lebensfähig erwiesen hat. Wer Ohren hat zu hören und Augen zu sehen, den erfüllt jeder Tag mit frischem Muth, weiterzukämpfen, bis der Sozialismus auch in diesem Lande zum Sieg« geführt ist. Ich brauche nur zu bemerken, daß in letzter Zeit über hundert Bereine gegründet worden, daß die Parteipreffe täglich zunimmt, und daß die vourgeoiSprefle voll ist von Artikeln für und gegen den Sozialismus. Dazu kommt aber noch die Wirkung, welche die sozialdemokratisch« Partei aus die übrigen Parteien und Klassen auS- übt, ein Umstand, der namentlich tn diesem Lande von Bedeutung ist. Die stetige Zunahme der Arbeit« lofigkett, die gedrückt« Lage der Jndu» strie wart» es hauptsächlich, welche auf dem letzten Gewerkschaft s« koiigreß, zum großen Erstaunen der bürgerlichen Welt, dem Sozia« liumus einen gradezu unerhärten Triumph bereiteten. Und kaum ist dieser Kongreß vorüber, so ist schon ein zweiter da, seinem Charakter nach wett vom ersten abliegend,-dem SozialiomuS— freilich mehr wider Willen— zum Ansehen zu verhelfen. SS ist dieS— man höre und staune— der JahreSkongreß der»ngehür�en der englischen Hochkirche. Auch die hochwürdigen Priester hielten eS für nöthig, sich über den SozialiS- mus zu informiren, und hatten zu diesem Behuf« unter Anderm den alS unermüdlichen Agitator für den Sozialismus bekannten Genossen H.H. Champion eingeladen. Ein Sozialdemokrat, der kein Geistlicher ist, auf einem Kirchenkongreß! Und Champion entledigte stch seiner Auf- gab« in sehr geschickter Weise. In der Debatte über EhampionS Rede nahm auch u. L. der bekannt« englische Christlich-Soziale, Stewart Hedlam, daS Wort und fertigte die Opponenten Champion« gehörig ob.(Nach dem„Commonweal" erklärt« Hedlam,„er unterschreibe Rvskins Siniheilung der Menschen in Arbeiter, Bettler und Räuber, und der Sozialismus fei eine Beweguog. dt« zum Ziel habe, die Räuber und Bettler in die Reihen der Arbeiter zu bringen. Er rufe dem Landlord und dem Kapitalisten zu:„Hört auf, zu rauben I" und fordere die Priester und namentlich die Bischöfe der Hochkirche aus, der Gilde von St. MathäuS gleich, die nichlSlhuenden R-ichen zu beschwüren, von ihren unehrlichen Gewohnheiten zu lassen und zu lernen, von der eigenen Arbeit zu leben." Gut gemeint, aber etwas zu— christlich. Red. d.„S.-D.") „Dem Vorredner gefällt ei nicht, den christlichen Sozialismus anzu» erkennen," sagte Hedlam u. Zl.,„und für die Hetlighaltung bei achten Gebotes„Du sollst nicht stehlen" einzutreten, ich aber erlläre, daß ei meine und unserer Aller Pflicht ist, mit Hülse der Kirche alle Nittel und Wege ausfindig zu machen, die geeignet find, den Sozialismus zu unterstützen, und den fortgesetzten schändlichen Spitzbübereien, welche die Reichen unter dem Schutz der Gesetze an den Armen verüben, ein Ende zu machen. Galt verleihe mir die Kraft dazu." So der englische Christlich-Soziale, und er steht unter seinen Kollegen «tcht allein da. Man mag nun gegen diese Leute einwenden, was man will, so untersteht doch keinem Zweifel, daß ihr Austreten der Ausbrei« tung der sozialistischen Lehren nur nützen kann. DaS fühlt auch die Bourgeoispresse heraus, und fällt daher wüthend über den jozialistelnden Kanzelredner her. Gleichzeitig mit dem Kongreß der Hochkirche tagt in Sheffield der Jahreskongreß der Baptisten-Gemetnden. Der Präsident desselben, Dr. Culroß, bemerkte in seiner Eröffnungsrede, daß der von dem englischen Kirchenkongreß auf seine Tagesordnung gesetzte EmanzipationS« kämpf nicht nur eine Frage für England, sondern auch für Schottland. Wales und Irland sei, ein Emanzipatianskamps aller Enteigneten, und daß eS Pflicht jedei wahren Geistlichen des Baptisten-Bundes sei, für den Sieg dieses Kampses einzutreten. Welch ein Unterschied zwischen diesen Vertretern der englischen Kirche und ihren festländischen Amts- brüdern! Wir wollen keinen übermäßigen Werth auf schöne Worte legen, aber, wie gesagt, bei dem Einfluß, den hier die Priester noch vielsach auf das öffentliche Leben ausüben, können solche Erklärungen der jungen sozialistrschen Bewegung nur zum Vortheil gereichen. Es geht vorwärts mit dem Sozialismus in England, und die aus der Heimath vertriebenen deutschen Sozialisten, welche seinerzeit die Hände nicht in den Schooß legten, sondern ihre Anstrengungen darauf wandten, der sozialistischen Lehre hier Eingang zu verschaffen, können Ch dessen doppelt freuen, auch fie hüen ihr bescheidenes Theil dazu tgetragen. U. D, Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 1». Oktober 1837. — AuS Deutschland schreibt man uns: Der Eindruck, welchen der Parrvitag aus die Genossen allüberall gemacht hat, ist kaum zu beschreiben. Die bloße Thatsache, daß der Parteitag d-m ganzen Polizeiaufgebot zum Trotz getagt Hot, und in so befriedigender und imposanter Weise getagt Hot muß begeisternd wirken, jedem Genossen das Gefühl der Kraft und des Stolzes geben. Und dann der Verlaus des Parteitages! Obgleich derselbe sich ja vor Bekannt- werden des Protokolls von der Masse der Genoffen noch nicht im Ein- «Inen übersehen läßt, so zeigen doch die gefaßten Beschlüsse, gleich Marksteinen, den Gang der Verhandlungen und lassen den Geist des Partei- tagS deutlich erkennen. Enthalten die Beschlüsse auch im Großen und Ganzen— mit Ausnahme der Resolution betreffend die Anarchisten— kein Moment, was nicht schon auf früheren Parteiversammlungen und Kongressen vorgekommen wäre, und treten auch— selbst in dem Be- schluß hinsichtlich der Stichwahlen, wesentlich keine neuen Gesichts- punkte hervor, so zeigen sie doch diesmal eine Einheitlichkeit, wie sie bei keiner früheren Gelegenheit hervorgetreten ist. Sie sind au i einem Guß, einer genau zu dem andern passend, zusammen ein orga« nisches Ganze bildend. Und was dieser Einhe-ttichkeit eine noch größere Bedeutung verleiht, bis zu einem gewissen Grade ja auch fie erst ermög- licht hat— das ist die Einmüthigkett, mit der fast alle Beschlüsse, und jedenfalls alle prinzipiell wichtigeren, gefaßt worden sind. Damit ist endgültig das Gerede von„Spaltungen" oder„ernsthaften Diffe- renzen" in der Partei aus der Welt geschafft, und— die„erzieherische Wirkuvn" des Sozialistengesetze« auf da« Glänzendste bewiesen. Herr Puttkänftr mag ein schönes Gesicht machen! Und die„Nasen" möchte ich sehen, welche es in den letzten zehn Tagen an die„Chefs" der„ge- Heimen" Polizei geregnet hat. Diese Herren hatten nämlich, mtt dem chnen eigenen Scharfsinn, den Parteitag tnBrüssel, Gent, Parti(I), London und in noch einem Dutzend anderer Orte gesucht, nur nicht in St. Gallen. Was diese Polizeiirrsahrten alle gekostet haben mögen! Gin paarmal Hunderttausend Mark zum Mindesten. Aber wir haben ja .so heidenmäßig viel Geld"— für solche und ähnliche Zwecke. Als Kuriosum will ich noch erwähnen, daß die ersten Polizeinachrich- ten nach Berlin aus— London kamen. Ein Telegramm, welches durch Feuilleton. Knti-Sktaverei. Völker kommen und verschwinden, ihre Götter sie vergeh'», Und mit ihnen ihre Himmel— Sklaverei, sie blieb besteh'». Wohl sprach jener Nazarener: Alle Menschen, sie sind gleich! Wohl gewann der neue Glaube sturmfluthähnlich Reich für Reich, Wohl hieß ei alsbald: Wir glauben, was uni Christus hat gelehrt, Und verflucht sei, wer nicht jedei seiner Worte hoch verehrt!— Und verflucht hat man Millionen, Tausende hat man verbrannt, Die nicht vor dem Glaubensdogma sklavisch beugten den Verstand, Doch die Worte jenes Christus:„Alle Menschen, sie sind gleich", Haben sie, so scheint's, verwiesen in das große Fabelreich. Denn es blieben Herr'n und Sllaven, nur mit Rücksicht auf die Zeit Hieß ei Sklaverei nicht fürder, sondern heuchelnd: Hörigkeit. Mitten unter seinen Hör'gen ragt dei Ritters Burg hervor, Und inmitten frommer Schafe wohnt der feisten Mönche Chor; Es besitzen Pfaff und Ritter ringsumher den ganzen Grund, Und dem armen Sklav, dem Bauern, drücken sie die Schultern wund. Denn jedwede schwere Arbeit that allein des Hör'gen Hand, Für die Freien, für die Herren ward entehrend sie genannt. Stöhnend sinkt der Bauer Nieder unter seines Elends Last, Während zechend und turnirend ihm der Herr das Gut verpraßt; Hungern sieht er Weib und Kinder, höret bebend„Brot!" sie schrei'n, WaS sein Herr ihm noch gelassen, zog die Kirch' als Zehnten ein. Gut und Blut und Leib und Seele— nichts gehört dem armen Sklav', Selbst den Trost der ew'gen Ruhe stört des Pfaffen Höllenstraj'. Und als er eS einst versuchte, unter Menichen Mensch zu sein Und vom Joche seiner Herren mit Gewalt sich zu befrei'», Waren Fürsten, Adel, Pfaffen auf das Tiefste drob empört, Solch' Verlangen von den Bauern schien den Herren unerhört. Selbst der„große Mann", der Luther, heiligte den Mörderdund, Denn er rief zur Bauernhetze:„Schlagt sie todt wie tolle Hund'!" Und durch Mord. Verrath und Folter zwangen sie den Bauersmann, Bi» er sich, verblutend, wieder fügte in den alten Bann. Unterdessen war der Fürsten Macht gewachsen ring« umher, Rasch empor gedieh'n die Städte, aller Schwachen Schutz und Wehr. Drinnen blühten Kunst und Handwerk bald durch Lürgerfleiß empor, Draußen aber lag bufchkleppernd meist der Adel vor dem Thor; Raubt dem Kaufmann seine Waare, raubt dem Wand'rer Hab und Gut Und verletzt Gesetz und Rechte hinter seiner Schlöffer Hut. Da verband sich Fürst und Bürger, und sie brachen manche» Schloß, M-isterten den trotz'gen Adel uns den räuberischen Troß, Bis der Adel kam und flehte um Erbarmen vor dem Thron, Und nun so Hoffchranze wurde, Farstendiener ward um L. hn. Auch die Piaffen standen baldigst dienend an der Fürsten Seit', Um nach ihrem Wunsch zu lehren und zu handeln alle Z it. So war denn, in Eins verschmolzen, Fürst n>, Adel-, Psaffen-Macht Und dem freien Bürgerthume wurde der GarauS gemacht. einen englischen Theilnehmer des Parteitags an eine dorttge Agentur gesandt war, und etwa zwei Stunden früher veröffentlicht ward, al» die deutschen Abendzeitungen veröffentlicht zu werden pflegen, zog die Auf- merksamkett des in London stationirten SpitzelchesS auf sich und wurde brühheiß nach Berlin an das Polizeiministerrum telegraphirt. Puttkamers Gesicht soll sich um eine Ell; verlängert haben, als die verblüffende Bot- schuft eintraf— und alS wenige Minuten später die Berliner Abendblätter den ersten offiziellen Bericht aus vt. Gallen brachten, soll das Gesicht des geistreichen Polizei-Moltke eine zweite Elle an Länge gewonnen haben. — Vom Splittsr und valken. Der Pariser Cassarel« Skandal wird jetzt in der deutschen Chauvinistenpreffe behaglich breit getreten.„So etwas kann bei uns nicht vorkommenl" ruft mit frommem Augenverdrehen dos patriotische Volk auS. Allerdings kann es in Deutsch- land kaum vorkommen, daß solche Skandale an die Oessentlichkeit gelangen, und daß die Schuldigen an den Pranger gestellt und zur ver- dienten Strafe gezogen werden. Die Thaten der famosen k ö n i g> lichen Untersuchungikommisslon" des Jahres 1873 füllten unfern Pharisäern für immer den Mund stopfen. Und hatten„wir" nicht auch in der Armee recht artige Bestechungsskandale, die aber sorg- sättig oertuscht wurden? Wir erinnern nur an die große Zahl der Pro- Viani- Unterschleife, welche im letzten, und an die ebenso großartigen Schwindeleien zum Zweck der Befreiung vom Militärdienst, weiche vor zwei Jahren enideckt wurden. Und das Resultat? In aller Stille ein paar Exempel statuirt, und— der Rest ist Schweigen. Und gibt es nicht auch in Berlin Agenturen für Ordensverleihungen, und sogar solche, die in den Zeitungen annonziren? Und, um einmal den Kern zu packen, ist dieser Caffarel und find seine Komplizen um ein vaar breit schlechter als die braven Herren in Deutschland, die aus der Politik ein Geschäft machen, ihren politischen Einfluß zu ihrer persönlichen Bereicherung benutzen, die sich Millionen„schenken" lassen(„Dotationen" nennt man das mit einem anständiger klingenden Namens, die K r i e g s l ü g e der letzten ReichstagSwahl zu den schamlosesten Börsenmanövern ver- wertheten,„die Klinke der Gesetzgebung" dazu mißbrauchen, sich aus Kosten deS armen Mannes die Taschen zu füllen— und zur würdigen Krönung des Werkes das geplünderte, betrogene, beschwindelte Volk noch anbetteln? Wenn man uns einen ähnlichen Skandal drüben in Frankreich zeigt, dann wollen wir gern den deutschen Chauvinisten Recht geben, und über die„Verkommenheit" der Franzosen Betrachtungen an- stellen.-- fr Zur wirthschaftltchen Lage. Aus Amerika kommen Nach- richten, welche darauf schließen laffcn, daß eS mit dem Geschäfts- gang wieder einmal bergabgeht. Nach Bradstreet's Handelsberichten haben in der letzten Woche des S. ptember sich in den Vereinigten Staaten IKK Bankerotte zugetragen, gegen 145 in der vorhergehenden Woche. Canada hat in der gleichen Zeit 2 5 Geschälts- sehlschläge aufzuweisen, gegen 20 in der Woche vorher. Also eine Z u- nähme hier wie dort.„Offenbar, bemerkt dazu das„Phil. Tageblatt", geht eS wieder dem Krache zu." „Nur den eigenthümlichen Verhältnissen diese» Landes ist es zu danken, daß der Rückschlag nicht'chon süblbar geworden ist. Das riesige, noch nicht kapitatistisch ausgebeulete Gebiet der Ver. Staaten geflatiet noch neue Anlagen. Im Südwesten und an der PazifitKüste wird flott„ge- buhmt". Dorthin fließen enorme Kapitalien, die einstweilen zumeist in Grundbesitz, Bahnen u. s. w. fest ang-legt werden. Aber auch in Fa- b r i k e n, namentlich im Süden, deren Produkte zunächst den Absatz- markt der alten Industrien verringern, ohne zugleich ent'prechend neue Märkte zu schaffen. Denn in der Unterdrückung der Arbeiter ver- fahren die Kapitatisten des Südens, die vollkommen im Besitze der öffentlichen Gewalt sind, mit briaant»mäßiger Brutalität, hebt sich aber die Lage der Masten nicht wem ,siens annähernd der Steigerung der Produttion, so daß sie kaufen können, dann sind wirthschaftliche Krisen unvermeidlich. Die Zunahme der Bankerotte, die seit geraumer Zeit zu verzeichnen ist, weist darauf hm, daß eine kurze Periode deS„Aufschwungs" vorüber ist. Die schlechte Ernte dieze« Jahres, die aber wegen der überseeischen Konlurrrnz doch kein Steigen der landwirihichastlichen Produkte zur Folge halte und den meisten Farmern nichis übrig ließ zur Anschaffung von industriellen E-zeugnissen, wird dr Laze noch verschlimmern. Die Arbeiter mögen fich alio daraus gefaßt machen, daß harte Zeiten im Anzug sind." Doppelt und dreifach gilt das von den Arbeitern der alten Welt, insbesondere des Festlandes von Europa. Wie sehr die Geschättsverhält- niffe Amerikas auf eine ganze R.ihe von Zweigen der deutschen Industrie zurückwirken, ist bekannt. Erst neulich baden wir an dem B-isoiel der Texnlindustrie gezeigt, wie sehr die Bl ck- d rielben sortgesetzt nach Amerika gerichtet sind. Hören die Bestellungen aus Amerika auf, Keinen Hort der Freiheit gab es aui der weiten Erde mehr, Hier der Fürst mit P-aff' und Adel, dort ein große« Skiavenheer. Sklaven, die gehorsim iolg.n ihres Fürsten M ch'gebot, Der, um Länder zu erwerben, fort sie schickt in Kamps und Tod, Der, um Dirnen u bezahlen, sie v> kaust für sremoes Gel». Der sie preßt und der sie prügelt, wie grab' seine Laune fällt, Der sich nennt:„Bon Gottes Gnaden", der da sagt:„I ch bin der ©Itttttj Alles ist um Meinetwillen, so beschloß ei GotteS Rath l" Ueberall war nun auf Erden lange, stille Grabesnacht, Bis auf ihren Höhepunkt schien«--gelangt Despotenmacht. Da erstanden kühne Denker, und der Freiheit goldne Saat, Die sie lehrend ausgestreuet, wuchs bald aus zur Freiheiisthat. Was die Muffe fühlt, dem beut sie auch gar bald ein willig Ohr, Allgewaltig und urplötzlich br-.ch des V lkes Gtintm heroor. Und eS trat, sein Recht zu forde n, kühn h-n zu des Fürsten Thron, Riß ihm ab den blut'gen Purpur, nahm ihm Svpler ab und Kran', Schien nun mündig sich zu fühlen, und rres judelnd:„Wir sind gleich, Nieder Adel, nieder Pfaffen und da» Golie-gn-denreich\" Doch die Reaktion, die starke, brach zu sch-i.lle nur herein, Und der feiste Bürger reich e bald die Hand zum Bund der Drei'n; War ja selbst nun Herr geworden, Herr geworden aus dem Knecht, Wandte treulos sich von Denen, die ihm miterkämpft fem Recht. So ist'» h-ut. Noch immer Sklave, keucht der Bauer, und er frohnt, Sä't und erntet— für den Gutsherrn, der mit Hungerkost ihm lo�nt. Und besitzt er selbst'neu Acker, bleibt er doch ein armer Wann. Weil er nicht, wie dort der Guisherr, mit Maschinen schaffen kann. „Wer schon hat, dem wird gegeben", also heißt ein B-delwort, Das zu allen Zeiten Geltung hatte und auch n ch wirkt loit. „Und wer wenig hat. genommen wir» da« Letzt' ihm aus der Hand." So verliert der arme Bauer auch das Letzte denn, iein Land. Ausgepreßt, besiegt im Kampfe mit dem großen Kapital. Bleibt ihm nicht«, als zu vermehren der Lohnst laoen große Zahl. Wohl zu viel zum raschen Sterben, doch zum Leben nicht genug, Brtngt ihm ein die harte Aibeit mit der Sense, mit dem Pflug. Um ihn her rings Feld und Wälder. Heerde». Dörfer, B ig und See'», Alle». Alles, Metr auf Meile, weiter al, die B-'cke seh'n, Alle« da» gehört dem Gutsherrn, für ihn r- ist die orüne Saat» Für ihn birgt der Wald die Beute, klarpert dort das Mühlenrad. In v-rfall'nen, dürst'gen Hütten wohnt der arm« Bauersmann, Glücklich meist, wenn er nur immer für den Gutsherrn schaffen kann. So ist'S heut! Wie aus dem Lande, ist's auch in der Stadt zumal, Immer größer wird auch dort linzst täglich der Enterbten Zahl. Wie im frühen Mittelalter ragen heut auch Thurm' empor. Doch au« ihnen, Alleo schwärzend, dringt nur schmutz'g.r Rruch h-rm». In den Häusern schwirren Räder', klappert'», pochen Hämmer wlld, Tausend mühen drin um Lohn stch,— Lohn, der kaum den Hunger stillt. Wie ein Junker srüh'rer Tage haust darin der Fabrikant, Seine Geldmacht schmiedet stärker, a!S die Kette Sllaven band. Heuchelnd heißt'«, es seien Alle gl-ichberechtigt. gleich und frei, Doch der Hunger zwingt den Armen unbarmherzig streng herbei; dann ist der Krach da. Und daß sie ganz wesentlich abnehmen werden- ist gerade angesichts der ungünstigen Ernten in Amerika mehr wie sicher. So fallen die Wirkungen von Verhällniffen, die außerhalb ihrer Verant» wortung liegen, mit Riesenwucht auf die Proletarier, erdrückend und zerrüttend. Wie lange soll dies wahnfinnige System noch fortbestehen? — Die blöde, urtheilSlose Masse, die Jedem zujubelt, der dal Heft in Händen hält, aus was sllr Elementen setzt sie sich anders zu« jammen, denn aus der Masse des arbeitenden Bolkes? Da» ist wenigstens jeit jeher die einstimmige Ansicht der„gebitdeten" Welt, und die schäbige Rolle, die Shakespeare in Julius Cäsar da» Volk spielen läßt, ist der klassische Ausdruck dafür. Nun, wir wollen keine Untersuchung darüber anstellen, inwieweit die Schilderung deS großen Britten selbst wiederum tendenziös war, sonder» nur feststellen, daß das römische Volk, und insbesonoere daS Proletariat zur Zett Zäjars nach seiner sozialen Rolle absolut keinen Vergleich zu« läßt mit dem heutigen. Das römische Proletariat war in der That eine seile und servile Menge, die das Arbeiten den Sklaven überließ, selbst aber herumlungerte, wo es etwas zu gaffen gab— während die heutigen Proletarier allein es sind, die da schaffen, dagegen das NichSthun und Gaffen Vorrecht der„gebildeten" Klassen ist. Und wie seine Stellung, ist auch der Charakter des modernen Proletariers himmelweit ver« schieden von dem des römischen. Wir werden zu dieser Reflexion veranlaßt durch einen Vorgang, der stch in den allerletzten Tagen in Amerika zugetragen: Herr Cleve« land, der Prästdent der Vereinigten Staat en, hat eine Reise nach dem Westen angetreten, wie es scheint, in der geheimen Absicht, für seine Wiedererwählung Propaganda zu machen. Aus dieser Reise nun find ihm von dem wohlanständigen,— nach seiner Ansicht— allein urtheilt« sähigen Bürgerthum die unsinnigsten Empfangsfeierlichkeiten berettet worden. Rur die Arbeiter scheinen so„nrtheilsloS" zu sein, an solche» Festzügen keinen Gefallen zu finden, wie aus folgenden Berichten der „Newyorker Volks-Zeitung" ersichtlich: „M i l w a u k e e, 30. Sept. Der Turnverein der Westseite, der ein« flußreichste im ganzen Staat, hat mit a ch tf a che r Majorität eine Einladung, an dem Umzug gelegentlich des Eintreffens Cleveland's theil« zunehmen, mit der Motivirung abgelehnt, daß die dem Präsidenten zii erweisenden Ehren zu sehr denen ähneln, welche in Europa den Fürsten entgegengebracht werden. Der Turnverei» der Sübseit- und der Turnverein„Vorwärts"(sämmtlich zum große» Theil auS Arbeitern bestehend) faßten ähnliche Beschlüsse." „Chicago, 30. September. Prästdent Cleveland wird auf seiner Stumptour auch in Chicago eintreffen und davei soll er den Grundstein des„Auditorium" legen, eines Riesen gebäudes, das hauptsächlich der Abhaltung von National-Konventen dienen soll. Die daran beschäftigte» Arbeiter, namentlich die Carpenter, sind hauptsächlich Scabs(„Räudige"), und die Arbeiter haben nun beschloffen, sich der Parade zum Empfang Cleveland's demonstratio fern zu halten, falls es bei dem Plan bleibt, ihn den Grundstein des Scab-Gebäudes legen zu lassen. Es hat ohnehin böses Blut unter den Knights of Labor gemacht, daß man sie zur Be« t Heiligung an dem Nm,ug einlud, ihnen aber zugleich bedeutete, daß der später solgende Empfang eine„exklusive Affäre" sein würde, zu der stch die Arbeiter nicht heranzudrängen brauchten. Nun meinten die Arbeiter» die Herren Kapitalisten könnten ja auch einen„exklusiven Umzug" ab« halten und allein durch die Straßen trampeln." Und an diesem Beschluß hielten sie suchtest, als von der Grundstein« legung Abstand genommen wurde. Man oergleiche nun damit die ekelhaste liebedienerische Art, wie di« amerikanische Geldaristokratie um die Gunst bettelte, von Englands Bib- toria zu ihrer Jubelseier empfangen zu werden, und man hat ein recht artiges Betspiel dakür, wo ein moderner Shakespeare die Typen zu suche» hätte für eine blöde, servile, urtheilSlose Menge. — Was die kleine Schweiz kann und daS große Deutschland nicht kann. Aus dem K. internationalen Kongreß für Hygiene, der vor wenigen Tagen in Wien stattfand, sind ver« schiedene ausgezeichnete Reden gehalten worden, Reden, die unser Brünner Bruder-Organ„Arbeiterstimme" zu dem berechtigten Ausruf veranlassen: „Wenn Worte Thaten wären!" In der That, die Vertreter der kapita« listischen Gesellschaft können nicht einmal den MilderungSgrund für ihr» Klientin anführen, daß dieselbe aus Untenntniß gesündigt, denn was fi« im Interesse der Arbeiter thun kann und daher auch thun soll, nament« lich wo ei fich um daS kostbarste Gut derselben, die Gesundheit, han» deck, ist ihr oft genug aus dem Munde von Leuten gesagt worden, di« weit entfernt sind, zu ihren Feinden zu zählen. Aber im Großen und Ganzen ist alles Reben umsonst, der G e l d s a ck, und oft sogar nur di« vermeintlichen Interessen de« Geldsacks, und der liebe Schien« drian wollen anders und entscheiden, ganz besonders in den Ländern» in denen eine angeblich väterliche Regierung das Wohl der Arbeiter zu« Sperrt ihn ein in dumpfe Säle, heißt ihn in der Erde Schooß Kohlen. E-ze, Gold gewinnen,— doch für Andre» er bleibt bloß, Baut Paläste und Museen, Schienen, Straßen dem Verkehr, Webt die Tücher— und doch friert er, schmückt die Häuser— sein'» ist leer. Selbst Familienglück. daS hehre, existirt nicht mehr für ihn, Weib und Kmder müssen schaffen, müssen zur Fabrik hin zieh't� Und die zarten Kinderleb-n werden früh dort schon geknickt— Knospen, die der Sturm gebrochen, eh' ihr Wohlzeruch entzückt. Ja, er ist enterbt von Allem, nichis gehört dem armen Tropf, Andern lohnet's, was er schaffet mit der Hand und mit dem Kopf. Andre stecken ein die Früchte, die sein Fleiß hervorgebracht, Ja, noch immer ist der Aibeit Laos des Elends trübe Nacht! Jene aber, die Geburt hat an'nen andern Platz gestellt— Wären selbst es-Idioten— sie gewinnen Ruhm und Geld. All' das Herrliche, geschaffen durch die Wissenschaft und Kunst, Alles, was das Herz entzücket— ihnen gab's des Zufalls Guust. Ob sie Söhne oder Erben jenes reichen Wuch'rers sei'n, Over jenes großen Gründers, der bankrott gemacht so fein, Ooer Jener, welche rühmen laut ihr adeliges Blut Und als„edle Riiter" stehlen dem Plebejer Hab und Gut, Ooer Jener, welche hündisch-schmeichelnd lagen vor dem Thron, Gleich, ob draus ein Nero hauste, zahlt' er nur recht hohen Loh», Oder der modernen Junker, jener Junker von dem Schlot, Die als Loha für schwere Arbeit geben kaum ein dürftig Brot, Oder Jener— doch genug schon der Bampyre find gezählt, Für die von der Wieg' zum Grabe freudlos sich der Arme quält; Jener, die der Menschheit stahlen, was man heute Reichthum nenntz, Denn der ganzen Menschheit Arbeit schuf ihn, und nicht ihr Talent. Alle haben ste gebauet, alle trugen Stein' herbei Für de» Tempel, der die Menschheit soll umfassen gleich und stet! Heute wohnt die reiche Minderheit in jenem Tempel blos, Nnd die Maffe, hungernd, frierend, lagert draußen obdachlos. Drinnen stngt und jubilirt e«, draußen herrscht Verzwelflang, Roth, Und doch hat der Tempel reichlich für sie Alle Platz und Brot. Schon so manchmal tönte Klopfen an die Pforte, leiS und zart, Schon so manchmal, Einlaß heischend, klopften Fäuste, drohend, hart, Und auf zartes Klopfen immer war die Antwort Spott und Hoho» Klovtten Fäuste— blut'ge Antwort spendete dann die Kanon'! Doch eS mehren fich die Fäuste, immer stätker tönt der Schlag, Und die Psorte muß stch öffnen, kommen muß der Eiegestag; Kommen muß der Tag, da Alle haben Platz und Brot und Licht, Wo nicht Einer praßt» wosür es Zehnen dann an Brot gebricht; Kommen muß der Tag. wo jubelnd die Enterbten ziehen ein Und de» Renschheits-Tempel endlich voll und ganz der Menschheit weih» l Ja, er kommt, ich hör' es donnern, und des Tempels Pforte kracht» Seht dort h-ll die Morgenröthel Endlich, endlich weicht die Nacht! wmichyeit, Menschh-tt. auf vom Schlafe, raff Dich aus dem Trau« empor, Dir, der Ganzen, öffnet willig sich das schon geborst'ne Thor! vostoq. Ferdinand Gehrhardt. Gegenstand ihrer speziellen Fürsorge macht. Die Schweiz hat keinen Landesvater und daher die weitgehendste Fabrikgesetzgebung, Rußland hat einen und sogar ein„Väterchen" und daher die grauenhastesten Fabrik, ustilnd«, und in Deutschland ist e» mit der gesetzlichen Regelung der Frage der Schutzmaßregeln fürLeben und Gesundheit der Arbeiter in Fabriken von dem Augenblick an in's Stocken gerathen, da der große Sozialresormer dem„prqktischen Christen- thum" zu huldigen erklärte. Sehr bezeichnend ist in dieser Beziehung, wa« der F a b r i k i n s p« k t o r Dr. B e r n o u l l i aus Aachen auf dem Kongreß erklärte.„In Deutschland," sagte er,„ist die Kinderarbeit derart geregelt, daß Kinder vor dem vollendeten 12. Jahre überhaupt nicht arbeiten dürfen, zwischen dem 12. bis 14. Jahre nur eine ganz bestimmt:, beschränkte Anzahl von Swnden, und zwar nur dann, wenn nachgewiesen wird, daß sie gleichzeitig die Volksschule regelmäßig besuchen. Nachtarbeit fällt fort. Ab-r, mein« Herren, die Sache sieht schSn aus dem Papier aus, die FabrikS-Ausstchlsbeamten sind keines- wegs immer an Ort und Stelle, sie haben große Bezirke, und sie muffen sie haben, sonst verlieren sie den allgemeinen Ueberblick, sie müffen die Polizei-Aufsichtsbeamten kontroliren, und da sieht man, wie kolossal gesündigt wird. Die ganzen Po- lizeibehörden stehen naturgemäß in einem AbhäugigteitS- Verhältnisse von den betreffenden Industriellen, ser es nun moralisch oder unmoralisch, aber es ist der Fall, dieses Abhängigkeitiverhältniß veranlaßt sie, darüber hinwegzusehen und die Schäden, die sie finden, nicht aufzudecke n." So ein preußischer Fabrtkinspektor! Jedesmal wenn im deutschen Reichstag das Arbeiterschutz- gesetz auf der Tagesordnung steht und von Befürwortern deffelben aus die Schweiz hingewiesen wird, die fast alles schon eingeführt hat, was man in Deutschland für undurchführbar erklärt, da findet sich ein Bismarck,«in Buhl oder sonst ein Frei-AusbeutungSapostel und schreit: WaS redet Ihr unS von der Schweiz, dort werden ja die Gesetze viel zu lax gehandhabt, dort find ja die Behörden viel zu nachläffig, aber bei uns, im Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte, da ist das ganz StwaS andre«. In unfern Behörden sitzen pflichtgetreue Beamte, die streng darauf halten, daß das G-setz bis aus den letzten Bachstaben er- sÜllt wird, bei uns würden also solch« Borschristen viel einschneidender wirken als in der Schweiz, folglich müssen wir sehr vorsichtig sein und lieber gar keine erlassen. Ach! die Pflichttreue des preußischen B-amtenlhumS. welcher arme Teufel hat sie nicht an seinem Leibe schon kennen gelernt. Wenn es anS Verbieten, an's«onfisziren, ans Einsperren geht, ist sie gewiß unüber- trefflich, sonst aber ist sie, wie Figura zeigt, ost auch nur„eine schöne Legende". Bleiben wir indeß bei dem Thema und bö'-n wir nach dem preußischen den schweizerischen Fabriiinspektor, ymn Dr. Schuler, über das gleiche Thema: „Ich weiß nicht, wie eS anderwärts ist. aber als bei uns in der Schweiz zuerst Kinder bis zum vollendeten 14. Jahre von der Fabriksarbeit ausgeschlossen wurden, hat man ganz gewaltig gejammert, was das für einen Einfluß auf die Familie haben werde. Ich verkenne nicht, daß es für manche Arbeiter-Familie außerordentlich schwer gefallen ist, wenn sie auf den Kinder-Erwerb verzichten mußte. Aber wie ist es schließlich dann gekommen? An dem einen Orte ist der Werth der ällern Kinder sehr gestiegen, die Personen, die zu denjenigen Arbeiten verwendet wurden, zu denen man früher Kinder im Alter bis zu 14 Jahren verwendet hatte, wurden um eine bedeutende Anzahl Perzent höher bezahlt; es fanden ferner eine große Menge älterer Leute, die schwach und elend waren, zu anstrengenden Arbeiten nicht benützt werden konnten, nun Beschäftigung fhöit! hört!) bei Arbeiten, mit denen man früher ganz junge Kinder beschäftigt hatte, und schließlich, wenn man den Erwerb aller dieser Arbeiterfamilien zusammenrechnete, kam es ganz f;enau auf das Gleiche heraus und für die Arbeiter selbst kam es eben- alls ganz auf das Gleiche heraus."... Und weiter: „Was nun das Alter de« Eintritte» in die Fabrik anbetrifft, so denke ich, ist die groß« Mehrzahl der Versammlung darüber einig, daß wir nicht hinter da« zurückgehen sollen, was in den verschieoenen Staaten schon existirt, und ohne erhebliche Beschwerden er- tragen worden ist, Oesterreich hat das Alter von 14 Jahren festgefetzt, in der Schweiz besteht dasselbe schon seit vielen Jahren. Die Klagen, die noch früher hie und da ausgetaucht sind, sind in den letzten Jahren vollständig verstummt. Vor einigen Jahren hat eine Anzahl von Fabrikanten versucht, eine Eingabe an die Bundesbehörden zu richten, um eine Revision der FabnkSgesetziebung zu verlangen, indem sie unter Anderen die Zulässigkeit der Kinderarbeit in einem früheren Alter ausgesprochen haben wollten. Die Industriellen selbst haben aber ihrm Einfluß auf diese Petenten geltend gemacht, um sie von der weiteren Verfolgung ihres Begehrens abzuhalten. Eine Ver- Handlung über diesen Gegenstand hat gar nicht einmal stattgefunden. Ei« entnehmen daraus am allerbesten, daß die große Mehrheit der In- dustriellen sich vollständig mit dieser Einrichtung ausgesöhnt hat." Hier ist kein Wort davon, daß daS Verbot nur auf dem Papier stehe, sondern die schlichte Konstatirung, daß eS durchgeführt ist, ohne Schaden anzurichten. Und das in der kleinen Schweiz, die von den großen Nachbarreichen industriell auf das Ärgste bedrängt wird. Im großen mächtigen Deutschland mit seinem„Schutz der nationalen Arbeit" heißt es in Bezug auf den wirklichen Arbeitcrschutz. wie in Bezug aus die Schule,„immer langsam voran, damit Rußland und China noch nachkommen kann". — Recht lehrreiche Zahle« weist der G eschäftsberich t der »Vereinigten Königs- und L-urahütte« auf. dieses be- kannten oberschlestschen Bergbau- und Hütten-Unternehmens, durch dessen »Gründung" die Herren Bleichröder, Kardors und Konsorten sich so große Verdienste— ums Vaterland erworben hatten. Wir erfahren da, daß in fast allen Abtheilungen des Unternehmens die Produktion in dem letzten G-schäftSjahr, 1886/87, sich gehoben habe,„die Produk- t i o n und derAbsatz derWerke derKönigs- und Laura- Hütte hatsich in den maßgebenden Artikeln gegen das Vorjahr gesteigert." heißt es wörtlich. Vielfach wurden buch bessere Preise erzielt, so daß im Ganzen für verkaufte Produkt« «ine Mehreinnahme von 1'463,200 Mar» gegen da« Vorjahr erzielt wurde.* »Welche« Glück für die Arbeiter," wird da mancher der Leser denken, »so hat sich doch zweifelsohne auch ihre Lage gebessert." Sehen wir daher zu, was unS der Geschäftsbericht darüber sagt:„Die Gesa mm t- ja hl der angestellten Beamten, Unterbeamtin, Meister und Arbeiter be- trug 10,681 Köpfe, darunter 1828 weibliche, d. i. um 631 Köpfe »ventger als im Vorjahre. An Arbetterlöhnen wurden gezahlt: 6.646,300 M. oder gegen das Vorjahr 268,600 M. weniger. Mit einem Wort, die Arbeiter haben von dem besseren Geschäft gar nichts prositirt, obwohl auf den einzelnen Arbeiter ein Mehrprodukt im Bierth von gegen 140 Mark entfällt. Freilich heißt es im Bericht, daß der durchschnittliche JahreSoerdienst für den männlichen Arbeiter 694 Biark gegen 683 Mark im Vorjahre betrug, also um 9 M. höher war, «s ist das aber offenbar dem Umstand geschuldet, daß grade derjenige Betrieb, indem die Löhne am niedrigsten, zurückgegangen ist, tm Gegensatz zu den Betrieben, die qualifizirtere Arbeiter brauchen. Indeß wollen wir uns über diesen Mehrverdienst von noch nicht drei Psenntg pro Tag nicht den Kops zerbrechen. Die Hauptsache ist die fest- siehende Thalsache: hier mehr Produkte und mehr Ertrag, dort Abnahme der Zahl der beschäftigtenArbeiter und Bdnahme im Einkommen der Arbeiterschaft als Ganzes In dieser Erscheinung finden wir die Quelle aller Uebel, unter denen die Arbeiterschaft heute seufzt, die Quelle aller Mißstände, an denen die kapiiaiistische Gesellschaft krankt und— fintemalen sie keine Abhülfe kennt— kranken wird bis an ihr seliges Ende. Ob«S ein sanftes sein dUrd, vermögen wir freilich nicht vorauszusagen. .— Au dem famosen Urtheil de« C hemnitzer Schöffengerichts. das daS aus drei Personen bestehend« sozialdemokra- kische Zentralwahlkomite für einen Verein im Sinne de» VereinSzefetzes erklärte, schreibt man uns noch aus Deutsch- land: .„Wie Meie« Stück juristischer«lchymte bewerkstelligt wurde, das 'si ohne j glich s Juteresse. Genua, die Ordre von Oden ist da. und mußle gehorcht werden Der erste Verbuch»st noch etwas plump au«- gefallen. Allein daS Landgericht, und in letzter Instanz da« O i e»« landeigericht(tn Dresden) werden schon dafür sorgen, daß die richtige, korrekte Form gefunden wird. DaS Reichsgericht, welches die I u st i z- F al s ch m ü n z e r e i auf«ine so hohe Stufe der Vollem düng gehoben, macht ja Schule— oder h a t sie schon gemacht. Dabei gibt man sich nicht einmal Rühe, den Schein zu wahren. Hätte man doch wenigsten« irgend ein Wahlkomite einer anderen Partei in gleicher Weise verfolgt, dann hätte man die Maske der Unparteilichkeit vornehmen können. Aber die S ch a m ist dem herrschenden System längst abhanden ge- kommen. — Ein würdiger Kollege des großen Otto ist der große Kolomann— Ungarns unersetzlicher Premierminister. Hat Bismarck die geniale Entdeckung gemacht, daß eine stark« Auswanderung ein Zeichen von W o h l h a b e n h e i t ist, so entdeckt dagegen Herr TiSza, daß eS kein sichereres Anzeichen gegen die Rothlage des Volkes gibt als— die hohen Miethipreise in Ungarn« Hauptstadt. Unter der Ueber- schrift„TiSza, der ungarisch« Potemkin," schreibt man der „Gleichheit" aus Budapest: „Der ungarische Premier- und Finanzminister Tiszg hat die von den offiziösen Blättern seit Wochen angekündigte Rede, der allgemein eine hohe Bedeutung beigemessen wurde, am 21. September vor seinen Wählern in Großwardein gehalten. Ueber die Rede selbst, welche her,- lich unbedeutend und nichts anderes als eine Lobhudelei auf die eigene fast l2iährige RegierungSthättgkeit ist, wollen wir uns des Weiteren nicht auslassen, nur«in« Ausführung über den allgemeinen Wohlstand müssen wir im Interesse der staatsmännischen Weisheit TiSza'S niedriger hängen. TiSza meint:„Was nun die allgemein« Verarmung selbst betrifft, bemerke ich, daß auch dieS nicht der Wirklichkeit entspricht, und hiefür will ich ein positives Datum anführen. Jedermann werß, daß namentlich in der Hauptstadt, aber auch in manchen andern Städten feit 1334 die Bauthätigkeii sich in großem Maßstabe entwickelte; deren Einwirkung ist der Natur der Sache nach immer die, daß sie die HauS- zinse ermäßigt, und dennoch hat sich das Reinerttägniß der Hauszins« seit 1884 um 3,S00,000fl. erhöht; dies ist nicht nur ein Zeichen dessen, daß die Reineinkünste eines Theiles der Bürger des Staates auS einer einzigen Quelle um diese Summe zugenommen haben, sondern auch ein Beweis dafür, daß diejenigen, die in Miethe zu wohnen pflegen, gleich, viel, Landwirthe, Gewerbetreibende oder Kaufleute, im Allgemeinen seit- dem nicht verarmten, denn sonst wäre es rein unmöglich gewesen, die Hauszinse zu steigern!"-- Es ist zwar gelinde getagt eine zu große Fre— iheit, als Maßstab des allgemeinen Wohlstands Ungarns die Stet- gerung der Hauszinse in der, sich unter Mitwirkung ganz besonderer Faktoren entwickelnden Hauptstadt Budapest zu nehmen, aber wir wollen aus diese absurde, mit echt ungarischem Scharssinn aufgebaute Beweis- sührung ohne weiteres eingehen:— Wenn wir die Wohnungsverbältniffe als— wenn auch nicht entscheidenden— Gradmesser des Wohlstandes gelten lassen, so ist eS gewiß, daß eines der sichersten und kritischsten Zeichen sinkender sozialer Zustände und zunehmender Verarmung in Großstädten die Zunahme von Kellerwohnungen ist. Run, die Zahl der Budapester Kellerbewohner hat sich in den letzten S Iahren um 8000 Seelen, d. i. 25.3 Prozent, vermehrt. Und da man die— nach dem Ausdruck des kommunalen amtlichen Berichtes— in„sonstigen Wohnungen" Hausenden ganz ohne Scheu den elenden Kellerwohnungen anrechnen darf, so steigt die Ziffer der in gesundheitsschädlichen Räumen hausenden Bewohner auf die kolossale Summe von 43,600 Seelen, näm- lich auf den zehnten Theil der gesammten Bewohner- Ichaft, während sie im Jahre 1380 erst 32,600 betrug. Die Zunahme ist also 11,000 Seelen oder 33.7 Prozent. Während sich die Bewohner ' proletarischer Behausungen vermehren, so auch die der Erdgeschosse von 53.32 auf 59.13, die der Dachböden von 0.12 auf 0.17 Prozent, sinkt die Ziffer der besser Wohnenden entsprechend, nämlich der im ersten Stock von 19.09 aus 18.47, der im zweiten von 8.37 aus 7.66, der im dritten von 3.96 auf 3.36 Prozent, während die Verhältnißzahl der Be- wohner des vierten Stockes sich ziemlich gleich blieb. Das Räthsel der Miethesteigerung aber liegt darin, daß jährlich im Durchschnitt 10,000 deklassirte Provinzler in die Hauptstadt strömen, um sich hier mit den letzten zu Geld gemachten Trümmern ihrer Habe eine Existenz zu gründen; so lange die Baamnittel reichen, be- wohnen sie dir besseren Behausungen, koste es, was es wolle— später ge> langen sie, entsprechend den obigen Zahlen, in die ebenerdigen, um end- lich>n die Kellerwohnungen hinabzusteigen und frischen Ankömmlingen Platz zu machen. Ueberaus werthvolle Daten über den Wohlstand Ungarns bietet auch die vor einigen Tagen veröffentlichle Arbeit unserer offiziellen Statistik, betreffend die Ernährungsweise des ungarischen Volke«. Alldies existirt aber nicht für unsern Ttsz a, der, ein zweiter Potemkin, die Roth im Lichte der Wohlhabenheit, den Jammer als Wonnejauchzen erscheinen lassen will. Diese Unwissenheit überrascht uns nicht bei einem Manne, der Bücher nicht liest, und sich in der Sozialökonomie etwas Wissen anzueignen wohl als die größte Zeitverschwendung betrachtet. Hinweg mit all diesem Plunder, wozu wäre man aber auch ein „großer" Staatsmann!?"�-- Stimmt. —«esetz und Ordnung in Amerika. Vor Kurzem fand in Boston lMassachusett«) ein Prozeß auf Aufhebung eines Patente«(das der Bell'schen Telephongesellschaft) dadurch sein« Erledigung, daß der Richter einfach erklärt«, die Regierung sei nicht berechtigt, ein Patent zurückzunehmen, und jedes Eingehen auf die Frage, ob das Patent durch betrügerische Vorspiegelungen erlangt worden— was notorisch der Fall— einfach ablehnte. Ueber die wirklichen Motiv« dieses Erkenntnrsse« schrieb die kapitalistische„Rew-Iorker Staatszeitung", ein„OrdnungS"- Blatt vom echtesten Kaliber: „Nachdem daS vom Generalanwalt im Namen der Vereinigten Staaten angestrengte Verfahren zur Annullirung der angeblich erschlichenen Bell- schen Patente vom BundeSgericht in Ohio nach dem nämlichen Tribunal in Boston, dem Domizil der verklagten Partei, verlegt werden mußte, hielt man eine Niederlage des Kläger« einfach für u n v e r- meid lich und selbstverständlich. Das Bell'sche Monopol ist mit allen einflußreichen Elementen in ganz Mass a- ch u s e t t s aufs Engste liirt sverbunden) und deshalb beinah' all- mächtig. Dem Bernehmen nach ist daselbst ungefähr jede vermög- liche Familie in Boston bei der Ausbeutung der Telephonpatente b e t h e i I i g t, und«ine so ergiebige Einnahmequelle verschüttet man nicht gern, wenn maus verhindern kann. Deshalb sind die Entscheidungs- gründe, welche die U S. Circuit Court in Boston zur Abweisung des Klägers veranlaßten, jedenfalls den Leuten in Massachusetts aus der Seele, um nicht zu sagen: auS der Tasche geschrieben. Der Bundesregierung wird in Ermangelung eines bestimmten Gesetze« über diesen Punkt das Recht abgesprochen, aus Gründen der Billig- keit(equitx), also im Interesse de« G e m e imw o h le«, die Gültigkeit eines dem Anschein nach durch betrügerische Mittel erwirkten Erfindungspatentes anzufechten. Das ist ein schlechter Trost für da« amerikanische Volk, welches Lug und Trug gegenüber also machtlos wäre!... Gut gesagt. Aber«enn da« am grüne» Holz in Boston möglich ist, warum soll ein in C h i c a g o unter dem Einfluß einer rasenden Hetze, an der alle„Bermöglichen" sich betheiligten, gefälltes Uliheil plötzlich ein unantastbares Hestigthum lein? Etwa weil das Rechisaesühl der Vermöglichen in Boston„erschüttert" würde, wenn die sieben Verurtheilien in Chicago nicht gehängt würden? Man sehe sich die- jentgen, welch« die Ausführung des TodeSurtheils verlangen, genauer an und man wird entdecken, daß die unter ihnen, die am lautesten „Hängt sie!" schreien, am meisten Ursache haben, der Dame Gerechtigkeit — aus dem Wege zu gehen. - Die sozialistische Preffe de» Auslandes hat sich bis jetzt nur zum Theil über den Parteitag der deutschen Sozialdemokratie ge» äußert, den meisten Blättern lagen bei Redaktionsschluß erst ein Tbeil der Berichte vor. Sehr ausführliche Berichte hat die Wiener„Gleich h-it" gebracht, deren Herausgeber Dr. Adler den Beralhunzen selbst bei.ewohnt, sowie der Panier„Socialist" Die„Gl-ichheii" wrdm«! der Bedeutung deS Parteitages außerdem einen besonderen Artikel, ,n dessen Schlüsse es heißt: „Das sind die Beschlüsse, die dem Parteitag seinen besonderen Charakter aufprägten. Sie wurden fämmtlich einstimmig oder fast ein« stimmig gesaßl. Das ist wieder ein Merkmal dasür, daß eS sich nicht um ei««» Kampf zweier Richtungen handelte, sonder» darum, den Standpunkt, auf welchem die Entwicklung der gesammte» Partei angelangt ist. durch die Diskussion zu klären und durch Beschlüsse sestzustellen. Di« sozialdemokratiiche Arbeiterpartei Deutschlands war und ist eine revolutionäre Partei; freilich nicht iü dem Sinne der Bourgeoisie, die sich eine Revolution ohne eingeworfene Fensterscheiben und geschwungen« Heugabeln nicht vorstellen kann. Sie hatte und hat als Ziel die vollständige Neugestaltung der Gesellschaft Das Mittel dazu ist die Erfüllung deS Proletariers mit dem Bewußtsein von der Nothwendigkeit dieser Neugestaltung und mit dem Bewußtfei» seiner eigenen Macht und Pflicht der Träger dieser geschichtlichen Eni- Wicklung zu sein." — In dem Pariser„« o- i a l i st e" und in anderen ausländischen Blättern wird in Bezug auf den St. Galler Parteitag von„Delegirten" gesprochen. Wir machen unsere Genossen im Ausland daraus aufmert- sam, daß es Delegirle in St. Gallen nicht gab. Jeder Genosse aus Deutschland, der sich anmeldete und als bewährt bekannt war, wurde zugelassen. — Ei« Arzt fstv Jugendschinderei. Unter den auf dem Hyzienikerkongreß oersammelten Aerzlen befand sich auch ein Herr Gm st ä v Pacher von Theinburg aus Klagenfurt. Dieser edle Menschenfreund hält die Kinderarbeit für eine der vortrefflichsten Einrichtungen dieser vortrefflichsten aller denkbaren Wellen. Damit die Kinder der armen Leure, schreibt ein Mitarbeiter des Brünner „Volkssreund" ironisch,„nach den Schulstunden nicht allzuviel in der frischen Luft herumlausen und sich dabei den Hunger in den Leib und die Gesundheit aus dem Leibe treiben sollten, trat er auf das wärmst« für die Kinderarbeit ein und versuchte es, die Schule mit der Fabrik in derart„menschenfreundlicher" Weise zu verbinden, daß da« Proletarierkind im Interesse seiner Gesundheit und körperlichen Ent- Wickelung früh in der Schule zu sitzen und Nachmittags in der Fabrik zu schwitzen habe. Für die Kinder der besitzenden Klasse hielt er diese gesundheitliche Maßnahme nicht für nothwendig; denn da sie doch um ein beveutendes besser genährt werden als die armen Würmer, so wer» den sie schon ohnedem groß. Auch befürwortete der Herr von Pach« eine Beschränkung der Ehefreiheit unter den ärmeren Volksschichten. Muthmaßlich weih er aus eigener Wahrnehmung, daß das Lieben warm macht, und wahrscheinlich fürchtet er, daß die armen Leute kaltes Waffer darauf trinken, also ihre Gesundheit dadurch untergraben könnten, mit» hin wünscht er, daß dem arbeitenden Volke das Lieben von Rechtswege» verboten werden soll. Wer hätte einem Großkapitalisten so viel Sorge um den armen Mann zugemuthet!" Zur Ehre des Kongresses muß gesagt werden, daß Herrn Pacher von cen nachfolgenden Reonern, namentlich von dem Abg. Per» er» storfer, gebührend geantwortet wurde. — Wir haben schon früher darauf hingewiesen, daß Henry Georg« nicht nur von der Vergesellschaftung der Produktion, sonvern auch vou der Nationalisirung»es Grund und Bodens nichts wisse» will. Es ist aber vielleicht gut, dies durch einen authentischen Ausspruch von George zu belegen. Im Vorwort zur englischen Ausgabe der„Lage der arbeitenden Klassen", das wir seinerzeit veröffentlichten, sagt Fr. Engels u. And.: „Nachdem Henry George einmal die Monopolisirung des Bodens zur einzigen Ursache der Armuth und des Elends gemacht, findet er begreif- licherweise das Heilmittel darin, daß die Gesellschaft als solche den Boden wieder in Besitz nimmt.... Die Forderung der Sozialisten schließt eine vollständige Umwälzung des gesammten heutigen Systems der gesellschaftlichen Produktion ein. Die Forderung Henry George'« dagegen läßi die heutige gesellschafiliche Produktionsweise unberührt.".. Dazu bemerkte George in seinem Organ„Standard" in der Nummer vom 9. August wörtlich: „Der Unterschied ist thatsächlich noch größer, als Herr Engels ihn darstellt. Wir wollen keineswegs eine so gewaltsame und radilale Ver- änderung, als in der formellen Uebernahme des Landes seitens der Ge» sellschast und der Verpachtung desselben an Jnbividuen liegen würde. Wir wollen dasLand in individuellem Besitz lasse», wie eö jetzt ist, nur in der Form einer Steuer so genau als mög- lich das Aequivalent des Werthes wegnehmend, welcher dem Lande in Folg« der Vermehrung und deren Fortschritt der Gesellschaft innewohnt." Wir wollen nicht untersuchen, in wie weit George hier seine früheren Schriften Lügen straft. Genug, der Mann stellt sich mit diesem AuS- spruch«IS Oekonom auf direkt a n t i sozialistischen Boden. Seine Boden- steuer ist ein Projek», da« über den Horizont des gewöhnlichen bürg«- lichen Politikers nicht hinausgeht. Dagegen war die Raoikalresorm des seligen Held in der Thai ein Muster von Radikalismus. Und wenn George nicht schließlich, wozu es allerdings den Anstrich hat, in einer der großen bürgerlichen Parteien Unterkunst findet, so wird er wohl da? Schicksal Heids theilen: die Arbeiterbewegung wird über ihn zur Tagesordnung übergehen. — WaS die Bourgeoisie mit ihren sogenannten vildungb- vereinen bezweckt, ist vor Kurzem von einem Vertreter derselbe» in trefflicher Weise gekennzeichnet worden— natürlich unfreiwillig. Auf dem Verbandstag der rheinisch-weftsälischen Bil« dungsvereine in Ruhrort kam der Direktor Finsterbusch — hier ist der Name m der That ein Omen— aus Rüllheim an der Ruhr in einem Vortrag über die Weiterbildung ver auS der Schule entlassenen Jugend zu dem Schluß, daß der Staat nur diejentgenMädchen sich verheirathen lassen soll», welche eine zweijährige Lehrzeit durchgemacht haben und serner zwei Jahre hindurch Dienstmädchen gewesen sind.„Da» Mädchen müsse aus zwei Jahre durch sefien Vertrag gebunden werde», wie der Lehrjunge aus drei oder vier Jahre. Erst durch Ausweisung eine« Zeugnisses über einen solchen überstandenen Lehrkursus von zwei Jahren könne das Mädchen«in Dienstbuch erhalten, also Dienst- mädchen werden, ohne diesen Nachweis dürfe keine Herrschast«in Dienstmädchen miethen. Die Bildungsvereine könnten viel thun, um diese Vorschläge zu verwirklichen. Kein Mädchen dürfe dann Heirathen ohne den Nachweis einer zweijährigen Dienstmädchenzeit. Dadurch werde im Großen und Ganzen de« Dienstboten- und Haussrauen-Kalamität ein End« gemacht werden." Man merkt, worauf die Sache hinausläuft. Der krasseste Bouraeoi«- Egoismus, der sich denken läßt. Die Arbeiter„sparen" noch nicht ge« nliz, und darum müffen die Mädchen zu svarsamer Wirthschast ange- lernt werden— was beiläufig der Zwang der Roth besser besorgt als alle Schulinsiitute— und zu guten Dienstboten h er u m d r essirt ' werden, gewissermaßen von Staaiswegen Frohndienfie thun, damit die Dienstbotenkalamität aushört. Und viesem Zeugs, das sich jeder Kritik entzieht, klatschten die wür- digen Bildunysvereinler Beifall und die nationalliberale Presse findet den Vortrag„höchst anziehend und lehrreich"!" Für beide Theile bezeichnend. — In Richard Wagner s nachgelasseneu Papiere« finde» sich u Ä iolgende Sätze:„Freiheit heiß«: keine Herrschast über uns dul- den, die gegen unser Wesen, unser Wissen und Wollen ist... Nur wen» wir uns lür unwissend und willkürlich halten, könnten wir eine Herrschast über uns. die uns da? richtige Wissen u>id Wollen gebietet, uns als nützlich denken.... Ein« herrschaii dulden, von der wir annehmen, daß fi« das Richtige nicht weiß und will, ist knechliich." Das ist echt anarchistisch räsonnirt. hat aber Richard Wagner nicht gehindert, im politischen Leben mit den ärgsten Reaktionären zu liedäugeln. — Frankreich. Bei der Nachwahl in St. O u e n sind an Stelle der revolutionären Sozialisten Radikale in den Gemeinderath gewählt worden, was wahrscheinlich unterblieben wäre, wenn nicht die Poffibi- listen ihnen Gegenkandidaten entgegengestellt hätten. In solchem Falle, wie der vorstehende, wo es sich um Zurückweisung eines behöidlichen Ueberpriffes handelte, hätte man ie« Parteihader wohl schweigen lassen können - Der Vollständigkeit halber«ollen wir auch erwähne«, daß sich da jetzig« Ol�an de« Herrn Gilles, die„Londoner Freie Press«" .du.Londoner Arbeiter> ZeNung" ist vom Kommunistischen Arbeiter Bildungeverein, da fi« sich nichi deckt, ausgegeien worden),«bensalll mit dm Beschlüssen de««t. Kaller Parteitag« b-schä'lizt� Da Herr Kille, per Zeit bei den Anarchisten hospitirt, so findet er die Behandlung de« Anarchismus durch den St. Galler Parteitag„gar einseitig und ober- PSchlich" und meint, daß Liebknecht'« Studien über den Anarchismus „noch nicht weit genug vorgeschritten»u sein scheinen." Man wird un« umioweniger zumuthen können, auf solche Leistungen etwa»»u erwidern, als fich gar nicht übersehen läßt, bi« zu welchem Standpunkt fich Herr Kille« fett der letzten Woche wieder weiter„ent» «tckett- hat. Korrespondenzen. Neumünster i« Holstein. sSituationSbericht. Bon unserm Orte ist lange Zeit kein Bericht im Organ der Verfolgten erschienen, und daher wollen wir da« Versäumte hiermit nachholen. Wa« unsere ablehnende Haltung zur PetitionSbewegung zu Künsten gerechter Handhabung der Koalitionsgesetze anbetrifft, so brauchen wir wohl darauf nicht zurückzukommen, nachdem wir in Nr. 43 de«„Sozialdemokrat" vom vorigen Jahre in der Notiz:„Sie »erlieren die Geduld" genügend vertheidigt find. Wir gehen einfach von dem Grundsatz aus, daß wir alleS, was unserer Aufklärungsarbeit zu- wider ist, bekämpfen, so auch daS Petitioniren an die Raubritter Bis- marck und Puttkamer, denn das hieße den Vertrauensdusel nähren, grade unsren größten Feind. Am 21. November vorigen JahreS kam. wie schon mehrfach andern- OrtS berichtet, ein Flugblatt an die ländliche Bevölkerung in unserer Provinz SchleSwig-Holstein zur Verbreitung. Wie wir seitdem erfahren haben, ging damals der Telegraph von Altona nach den verschiedenen Orten der Provinz mit der Meldung, den Sozialisten aufzupassen, was dmn auch den Verbreitern ihre Arbeit sehr erschwerte. Am schlimmsten kamen diejenigen fort, welche mit der Bahn fuhren, denn die Züge waren mit staatSerhaltenden Schwarzen aus Putty's Garde besetzt. Hier ging eS trotzdem noch leidlich, von allen Verbreitern wurden l l abge- fangen, zu deren Prozessirung die Dame Justiz volle sechs Monate ver- brauchte, bis schließlich die Sache mit Freisprechung endigte. Einer von den Abgefaßten sollte auch noch für da« l 884er Manifest büßen, e« wurden daraufhin zwei Zeugen von dem betreffenden Dorfe ver- »ommen, dieselben konnten aber nicht feststellen, ob er mit dem damali- gen Verbreiter identisch sei, sintemalen eS schon so lange her war. Aber die Gerechtigkeit sollte doch ihr Opfer haben; die Frau dieses gesähr- lichen Menschen konnte es sich nicht versagen, am Geburtetage des sogen. Heldengreises— richtiger Standrechtshelden von Rastatt— in dem Augenblick ein rothes Tuch am Fenster zu befestigen, als die Kanoniere »orbeimarschirten, um zu Ehren des„Festtages" die Steuern des Volkes w Gestalt von 101 Schüssen zu verpuffen; sie muß für den„groben Unfug" acht Tage brummen, das Staatswohl erfordert eS. Der Verhaftung G r ü n b e r g's am Vorabend vor der November- Verbreitung ist hier schon Erwähnung gethan; Grünberg's Prozeß be- treffend muthmaßliche Verschickung des Parteiorgans kann auch noch nicht sterben. Run zur W a h l. Zur Haupt- wie zur Stichwahl ging Morgens in aller Frühe die rothe Morgensonne auf in Gestalt von neun rothen Laternen mit dem Namen unseres Kandidaten als Inschrift. Zur Haupt- wähl sprach Hasenclever hier in einer gut besuchten Versammlung und zur Stichwahl war Liebknecht hier erschienen und referirte über den wirklichen Grund der Auflösung des Reichstags und wies ferner treffend nach, daß da« sorgfältig ausgeflickte und für unantastbar hm- gestellte Gottesgnadenreich, wenn keine gründliche, allgemeine Reform stattfinde, wie ein Kartenhaus zusammenbrechen würde. Dank dieser Ver- sammlungen und dem wirthschaftlichen Rückgang im Allgemeinen erzielten wir einen guten Erfolg, obgleich auch hier wie anderwärts schamlos genug vorgegangen wurde. Wir erzielten bei der Hauptwahl von 2900 eingeschriebenen Wählern 1470 Stimmen, während der edle Freisinn 571 und der Mischmasch 604 Stimmen«rhidt, und bei der Stichwahl brachten wir eS hier am Orte auf 1575 Stimmen, während der Frei- sinn es mit dem Appell an den Mischmasch gegen die„Gemeingesähr- lichen" auf 819 Stimmen brachte. Im Jahre 1884 war das Resultat: Sozialdemokrat 1089, Freisinn 594, Mischmasch 355 Stimmen zur Haupt- wähl, und zur Stichwahl Sozialdemokrat 1184, Freisinn 741 Stimmen, worau« ersichtlich, daß wir hier am Orte Fortschritte gemacht, mtt denen wir wohl zufrieden sein können. DaS Flugblatt zur Hauptwahl, daS sehr schlecht und noch dazu mit lateinischen Lettern gedruckt und deshalb für die Landbevölkerung unbrauchbar war, hatten wir aus diesem Grunde nur in der Stadt verbreitet, doch holten wir zur Stichwahl den Fehler aber nach, denn wir gaben im Kreis ein neues Flugblatt heraus, wel- ches im Allgemeinen guten Anklang gesunden hat. Es wurden aber auch dabei zwei Mann abgefaßt und unter Anklage gestellt, weil die Lohndiener des heutigen SchandsystemS in demselben eine Beleidigung ihres Abgotts, des MillionärzüchterS Bismarck, entdeckten. Auch wurde das Flugblatt einige Wochen nach der Wahl verboten, und nach Drucker nebst Verleger gesucht. Wie allerortS bot auch bei un« der Mischmasch alle« auf.«ine Bismarck genehme Wahl zusammenzuschwindeln. Von diesen Bieder« Männern wurden nicht weniger als sieben Flugblätter oerbrettet, darunter die weltbekannte Lügenkarte mit den französischen Festung«- Plänen und HeereSstellungen, sowie ein Bild, aus welchem der Franzose dem Bauern die letzte Kuh aus dem Stalle holt, und der Russe kommt und de« Bauern Tochter schändet. Ja— aus den lieben„Bruder Bauer" war«S dicsesmal ganz besonders abgesehen, haben ja auch die Zölle ihm geholfen, d. h. ihm den Rock ausgezogen. Aber im Allge- «einen hat eS diesmal doch noch gesessen. Der Bruder Bauer sah weiter nichts mehr als das prophezeite Unglück, und in seinem Vertrauensdusel kam ihm nicht ein einzige« Mal der Gedanke, daß solche AgttationSweis« Kaunermanier ist, daß der auszubeutende Michel die Warnung„links anspaffenl" erhält, während die Gauner ihm recht» die Taschen leeren, « hat keine Ahnung, daß«S Deutsche find, die die geschilderten Schand- thaten bei ihm jeden Tag ausführen. Doch auch der Bauer wird durch den Konsuwrückgang und den daraus resultirenden Rückgang im Preis« seiner Produkte eines Bessern belehrt werden. Unser Amtsrichter S r o t h, der Eilf-Rippige genannt, plädirte wSH- rend der Wahl für unentgeltliche Ueberlassung de» Reptilien Zeitung, die„Schleiwig-Holsteinische", an die Landbevölkerung, um derselben, wie ranntet Schlaumeier sich ausdrückte, nationale Gesinnung beizubringen, h. die Bauern ganz um den Verstand zu bringen Das edle Blatt ist bei jeder Gelegenheit zu haben, wo eS gilt, den bösen Umstürzlern etwa« am Zeug zu flicken. Nun, man braucht sich nichts darüber zu «undern, denn eS wird ja dafür aus dem Volkssteuersäckel bezahlt, sintemalen der ReptilienfondS schon lange nicht mehr ausreicht. In den Wählerversammlungen unserer Gegner, ob Mischmasch oder Freisinn, war von Diskussion keine Rede, es hätte ja da« Unerhörte geschehen können, daß ein gewöhnlicher Arbeiter den ge- lehrten Herren, die sich sagen könnten,„nichts gelernt und nichts ver« gessen," mtt ein paar Wörtern die Besinnung geraubt und den Bauern« sang zu nicht« gemacht hätte. Was von dem Mischmasch gilt, das gilt auch von dem Freisinn, wie konnte derselbe sonst bei der Stichwahl gegen un« um die Stimmen der nackten Reaktion betteln! Es ist des- halb auch verkehrt, bei der Stichwahl zwischen Reaktion und Freisinn £ diesen einzutreten, dadurch zieht man bei den minder Aufgeklärten Wahn groß, daß der Freisinn den Muth und den Willen besitzt, die «echte des Volke» zu vertreten. Also weg mit ver Täuschungspartei I Wie gegen Frühjahr daS Eis der Wärme weichen mußte, so schien auch das Eis von den Herzen unserer Schornstein-Barone und Rentiers zu schmelzen, denn die Herren zeigten plötzlich den Arbcttern ein warmes Herz und wollten denselben gute und billige Wohnungen liefern, in Wirklichkeit war das warme Herz Vorwand, um durch Grün- dung eine« Arbeiter-Bauvereins das Risiko der besten Hvpothekin durch Vereinsbeitrag aus die Schultern der Vereinsmitglieder, die Arbeiter, abzuwälzen. Wir benutzten(was ein nachfolgender Spezialbericht besser darlegen wird), die Gründungsangelegenheit, um skr unsere Sache Propaganda zu machen, und bekamen daraufhin drer Versammlungen frei, in denen wir natürlich ohne Maeke austraten, was der Behörde so in die Knochen ging, daß sie leme Versammlung de« Deutschen Tischler-Verbände» gestattete, obgleich der betreffende Referent mtt der gleichen Tagesordnung(die Stellung de» Verband« der Innung gegenüber) in der ganzen Provinz hat sprechen können. Unsere„Schleiwig-Holsteinische Zeitung" hat in einer ganzen Reih« von Rummern einen Auszug aus einer gewissen Haß'schen Chronik ver- vffentlicht, au« den Freihettskämpfen von 1848, worin ausgeführt wird. daß trotz den Anstrengungen der Freifchaaren dieselben nichts erreich- ten. Sie schreibt natürlich nicht, daß die gekauften Generäle die Volks- fache verrathen hatten. Da« ist schließlich gleichgültig, man muß fich aber doch fragen, was haben diese Artikel sür einen Zweck? Run, doch nur den, den nach Gerechtigkeit und Freiheit Strebenden zuzurufen: Michel, stehst Du nicht an diesem Ezempel, daß Dir Alles nichts nützt? Darum kusch Dich fein und küsse die Hand, die Dich schlägt! Unsere weisen Stadtväter haben beschlossen, zum 1. Oktober einen Po- lizisten mehr«inzustellen, aber nicht etwa zur Sicherheit gegen Diebe — wäre«S nur dieses, so würden unsre Väter sich schon beruhigen— sondern die verfluchten Rothen sind es, die ihnen Kopsschmerzen verur« fachen. S t ü b e r, einer der Stützen des Reichs der Gottesfurcht und frommen Sitte, hatte neulich in seinem Eifer das Pech, in einer Verein«- Versammlung eines Vergnügungsvereins eine geheime Versammlung auf- zulösen und die Bücher mitzunehmen; er wurde jedoch auf den Fehlgriff aufmerksam gemacht, worauf Pulty'S Bedienter mit einer langen Nase davonzog. Gbendieser strebsame Patron bringt es fertig, sich bei Wirthen Getränke zu fordern und das Bezahlen zu vergessen, und macht eben- falls de« SbendS eifrig Jagd auf daS zart« Geschlecht, obgleich er Vater von sieben Kindern ist. Wie man sieht, des Tugend-MinisterS mtt dem guten Geschmack würdigster Nacheiferer. Stettt«.(F r e u d i g e T a g e.) In der ersten Hälfte de« September gab e« in Stettin großartige Feiertage, da daS dritte Armeekorps zum Kaisermanöver zusammengezogen war. Am 12. erschien dann auch der atte Wilhem mtt seinem Gefolge in der beglückten Hauptstadt der „treuesten" Provinz. Von den JnnungSzöpfen, Kriecherverein, Schützen- bund ic. waren sämmtliche Schüler und Schülerinnen der Stadt in der raffinirtesten Weise zum Empfang zusammengetrommelt worden. Um jedoch gewissen Leuten gleich, sttig zu einem guten Geschäft zu verhelfen, wurden selbst die ärmsten Kinder angewiesen, Kornblumen zu kaufen— ohne Kornblume durfte keine« erscheinen. Den Arbeitern wurde von den Jnnungsmeistern angesagt, daß sie, wenn sie nicht erscheinen, aus der Arbeit entlassen würden. Sämmtlichen Polizeibeamten wurde die strengste Ueberwachung des Publikums anbefohlen, und dieselben machten denn auch den weitesten Gebrauch von ihren Vollmachten. Bei der An- kunst des Heldengreises sprengte der Polizei-Jnspektor David mit drei Gendarmen in einer Front plötzlich vor, um dadurch Platz zu schaffen. Hierbei wurden einige Zuschauer von den Hufen der Pserde in einer Weise bearbettet, die allgemeine Entrüstung erregte. Die große Anzahl von Beamten, Nachtwächtern, Feuerwehrleuten und was sonst noch drum und dran hängt, stießen und packten die Leute, daß denselben oftmals das Zeug vom Leib geriffen wurde. Nachdem so der 12. September in schönster Harmonie verlaufen, wurde am dreizehnten Morgens Alles zur Parade in Bewegung gesetzt. Aber auch die Sozialdemokratie hatte sich zur Feier des Tages in Bewegung gesetzt. Vi» ä vis dem Fenster de« alten Moltke, da, wo auch die ganz« Gensdarmerie der Provinz einquartirt war, prangte hoch oben auf dem Telegraphendraht eine rothe Fahne mit folgender Inschrift: Nieder mit dem Belagerungszustand! Hoch die Sozialdemokratie! Sin« zweite Fahne mit der Inschrift: Nieder mit der Despotie! Hoch die Sozialdemokratie! wehte auf einer der höchsten Pappeln direkt auf dem Manöverterrain. Da Keiner dieselbe freiwillig herunterholte, wurde nach einigen Tagen den Pioniren der Befehl dazu«rtheilt. Dieselben waren jedoch nicht im Stande, die Fahne ganz herunterzuholen, so daß die Stanze noch heut zu sehen ist. Der Soldat, der wenigsten« den rothen Stoff entfernte, erhielt dafür drei Mark. Zu erwähnen wäre noch, daß vor der Wohnung de« Prinzen Wilhelm ein großer Menschenandrang sich bildete, wobei dem einen Posten der Helm vom Kopfe gestoßen wurde. Das veranlaßt« einen Lieutenant, der vorbeiging, die umstehenden Soldaten anzuschreien:„Ihr Schlapp- schwänze, könnt Ihr denn Eurem Kameraden nicht zu Hülse kommen?" über welche Liebenswürdigkeit die Menge das Gegentheil von erbaut war. Urtheile wurden laut, aus denen hervorging, daß alle diese Vor- kommniffe den patriotischen Sinn in weitesten Kreisen ganz bedeutend untergraben haben. Noch ein paar solcher„Kaisertag«" mit Manöver, und Stetttn gehört-- den Umstürzlern. Sprechsaal. Der Kommunistische Arbeiter-Bildungs-Verein, 4S Tottenham Sireet, London, faßte in der Sitzung vom 9. Oktober folgende Resolution: In Anbetracht, daß die Artikel des Bürgers Christensen in der„Reuen Freien Presse" seine persönliche Angelegenheit sind, und er mit denselben den Sozialismus durchaus mcht schädigt, sondern sich gegen die Anarchisten wendet, für welche wir uns nicht, als Berth-idiger aufzuwerfen haben, beschließt die Versammlung, über diese Angelegenheit zur TageS- ordnung überzugehen. I. A.: Der Sekretär. Quittung. Erfurt,(verspätet.) Zur W ahlagitation erhielten wir Mk. 49 30 unter dem Motto„Die KöntgStreuen", worüber wir dankend quittiren._ DieGenossen. Unter demselben Motto gingen in Deutschland an anderer Stelle im Dezember I88K für die Freiberger Opfer Mk. 10 7S ein und wird auf Wunsch die damal« summarisch gegebene Quittung hier- mtt im„E.-D" spezialisirt. Der Empfänger. Zur Beachtung Ein tüchtiger deutscher Zuschneider für Herren-Konfektion kann durch uns sofort dauernde Stellung in Belgien finden. K-nnwiß der französischen Sprache erwünscht, aver nicht unerläßlich, dagegen Plattdeutsch nothwendig. Jahresgehalt Fr. 1800— Minimum, bei täglich IVstündiger«rbett«- zeit in einem gut fundirte«, großen genossenschaftlichen Unter. "iihtt''gut«mpfohlene.chaakterfeste, durchaus geschäftstüchtige Parteigenossen wollen sich melben und entsprechend 1« g i t t m t r e n bei der S,pti>itu» de« SsMldmidrat. Zur Richtigstellung. Der»eutelschneid-r Karl Gabriel, Zigarrenarbeiter au« Neu» dämm(steh-„S.-D." Nr. 3« u. 41) hat nicht in Her fürt, son- dem in S r f u r t bei der Staatsanwaltschaft d e n u n z i r t. Die Expedition de«„Sozialdemokrat". Briefkasten der Redaktion! Brief« und Einsendungen«c. find eingetroffen au«: Kossau- St. Kalle»(besten Dank), London, vi«� renne». der Expedition! Vesuvstock: Nach«, untunlich. Preis 90 Pfg. nebst Porto tc. vdg. folgt.— Spenglersachverein Zch.: Fr. 2— Ab. 4. Qu. erh.— Hflgr. Wbl. Zch.: Fr. 2- Ab. 4. Qu. erh.- Kllbgr. Wdkon! Fr. 2— Ab. 4. Qu. erh.— Donnersberg: Mk. 80—ä Ct» Ab. ic. erh. vstllg. u. Adr. notirt.— E. C. Lpg.: Mk. 6— Lb. 4, Qu. u. Schft. erh. Bstllg. folgt. Weitere« bfl.- Hf. Ff. a. O.: Mk. 4 50 Ab. 4. Qu. erh.— Bierbauch: Fr.— 80 pr. llfd. dkd. verw. Beide Nachr. rechtzeitig erh. u. sofort wiederholt monirt.— H. Ks«. Firenz«: Fr 3— pr. Ab. 4. Qu.»c. erh. Aus Ihrer Karte heißt e« irrig Fr. 3 50. Der Einzahlungs-Koupon lautet nur aus Fr. 3 Sie haben pr. 1. Qu. 88 also 50 Ct«. gut.— DYY: Vf. beantw.— R. T». Zch.: Fr. 2 S» Ab. 4. Qu. erh.— 7/9—27: öwfl. 6— am 8/10. erh. und hievon Fr. 9— pr. Portovergtg. u. Fr. 3- für'« Beckerdenkmal dkd. erh.— Der Alte Bwg.: Mk. 4 40 Ab.«. 4. Qu. erh.— Leopold: Mi. 10— Ad. 4. Qu. u. a Cto erh.— Rother Franz: Fr. 2 50 ä Eto Abon. ic. erh.— Rüg: öwfl. 5— b Cto. Ab. tc. erh. Bstllg. folgt.— Bervieri C. P.: Fr. 2 50 Ab. 4. Qu. erh.— Lghs. Zch.: Fr. 2— Ab. 4. Qu. erh.—»nver«: Fr. 14— Ab. 3. u. 4. Qu., Fr. 9 80 s. Schft., Fr. I 80 pr. P.-Btrz. 3. Qu. und a Cto Fr.— 90(also in Summa Fr. 23 50 dkd. erh. Bstllg. abg.— Schwarzfiaggen: Bf. v. 11. erh. u. Beil. beantw. Weitere« mit 42 erledigt. Adr. geordnet. Graß! — Rother Exekutor: Mk. 48— a Cto Ab.»c. erh. Bfl. Weiteres er» ledigt.— Rother Donnerkiel: Mi. 4 75 Ab. 4. Qu. u. Rest Bbthk. erh. — Rothe Erde: Mk. 3— Ad. 4. Qu. erh.— Rothenberg: Mk. S— Ab. 4. Qu. erh.— Schlesien: Mk. 10— pr. Ufd». mtt dem Motto? „Das AuSnahme-Schandgesetz ist sür unser Feld der beste Mist" dkd. erh.— C. T. Basel: Fr. 25— ä Cto Ab. ic. erh.— Neckar: Mk. 10— Ab. 4. Qu. 87 u. 1. Qu. 88, sowie Schft. erh., also Mk. 2— pr. 2. Qu. gutgebr.— Dr. B. Roma: Fr. 5—4. Qu. 87 u. 1. Qu. 83 erh. Alle« abg.— I. Frtw. Amsterdam: Fr. 15— Ab. 3. Qu. erh.—- C. Schrml. A'flhl: Fr. 2-«b. 4. Qu. erh.- Ebt. Zürich: Fr. 2— Abon. 4. Qu. erh.— XAZ.: 90 Ct«. pr. Ufd. dkd. erh.— Arbeiter- Vereinigung Ober-Engadin: Fr. 8—«b. 4. Qu. erh. Bfl. Weitere«.— F. Dich. Zug: Fr. 4 50 Ab..R-st MH. u. 4. Qu. erh.- D. B-rvier«? Fr- 2 70 Ab. pr. Ende 87 erh.— Brauner Bär: Mk. 33 30 a Cto Ab. tc. erh. Adr. geordn.— Mucki: Fr. 135 73 u. Fr. 22 70 a Eto Ab. tc. erh. Weiteres lt. Abmachung.— R. u. R. Sbg.: Mk. 3— Ab. 4. Qu. erh.— Dose: Mk. 4 40 Ab. 4. Qu. u. Mk. 4 40 pr. Ufd. dkd. erh.— Kyffhäuser: Mk. 15—4 Cto Ab.»c. erh. Abrchg. folgt.— F. Th. Eaux-Vioes: Fr. 2— Ab. 4. Qu. erh. Weiteres bfl.— Die Blöden: Mk. 20 40 Ab. 4. Qu. u. Schstn. erh. Reklamirte» u. Schstn. folgen. Adr. geordn.— Rother Hans: Mk. 1 20— 4 Eto Ab. tc. erh, Adr. u. vstllg. notirt. Weiteres besorgt.— R. Mwd. Genf: Fr. 10— 4 Cto Mhm. erh. Bfl. Nähere«.— Roth- Feder: Mk. 2 50 für die: Ihnen zum Wechseln gesandte Rarken dkd. erh.— H. D. Wimbledon? Sdg. v. 9/10. erh. Gruß.— ClauS Groth: Bf. v. 9/10. hier u. a. k- R. besorgt. Wie steht'S sonst?— Fridolin Purpur: Bf. u. Beil. o. 2/3. erh. u. besorgt.— Dr. F. Dg.: Mk. 4 40 Ab. 4. Qu. erh. Ge« wünscht-S am 5/10. bfl.— Spitzberg: Mk. 13— Ab. 4. Qu. u. Schft- erh. Sdg. folgt.— F- Mtn. Bern: Mk. 2 90 Ab. 4. Qu. u. Schft. erh- Wie steht's mit dem Alten?— Bgr. Stbg.: Mk.—40 Ab.- Rest 4. Qu- erh.— Dampfhammer: Mk. 35— Ab. 3. Qu. u. Schst. erh. Rchg- folgt.— Rother Sachs-: Mk. 200— pr. alten Rest erh. Bfl. am 17/10- Weiteres.— Ziother Exekutor: Mk 23— 4 Cto Abon. tc. erh. Adr. geordn.— Clara: Mk. 3— von W. Sch. sind Ihnen gutgebr. Auf» schlüffe baldigst erwartet.— Hansen: Mk. 7 38 Ab. 3. Qu. u. Schftn- erh.— Hilarius: Fr. 2 31 Ab. pr. Ende 87 u. Fr. 1 72 pr. Usd. dkd- erh. Besten Ersolg. Hoffentlich bekommt man'S zu sehen.— Dtsch. Soz- Club Prris: Fr. l2S— 4 Cto Ab. tc. erh. Adr. notirt.— A. H. Ruft« schul: Fr. 2 59 Ab. 4. Qu. erh. u. Fr. 1 50 pr. Ufd. dkd. verw. Betr. L. werden recherchiren. Bldr. mit Mk. 1— pr. Stück u. Porto noch zu haben.——er—: Mk. 6— 4 Cto Ab. erh. Adr.>c. notirt.— S. S- Fbg.: Mk. 8— Ab. 4. Qu. erh. Gewünschtes folgt.— E. Bkr. Esbg.x Mk. Sd0 Ab. 1/10 87—1/10 88 sür X. Brasil, erh.— Zz. gz.: Mk. 18— Ab. 2 Qu. erh. Adr. notirt.— Sozialistenclub Pvrtobello: Mk. 24— f. d. Opfer der„GeheimbundS"-Prozesse dkd. erh.— C. D. Pilo? Mk. 14 25 Ab. u. Schft. P- u. Mk. 8- 2., 3. u. 4. Qu. I.«. erh. Bstllg. folgt. Weiteres beachtet.— Anläßlich eines Vergnügens in Lör« räch: Fr. 4 40 gespendet zur Unterstützung der Gemaßregetten unsere« Schandgesetzes dkd. erh.— Mtzldfchft. Basel: Fr. 22 96 f. Schft. erh. Weitere« bfl.— Comm. A B. B. London: Fr. 123— a Cto Ab. ,c. I. Rate erh.— P. C.— O. C.— O. S.: Wk. 15— pr. Usd. dkd. erh. — Sch. B.: Mk. 13- f. Bldr.. Mk. 8 80 Ab. jj. u. Mk. 4 40 Ab 4. Qu. erh. Wir sind gespannt, wann Sie unsere 3 Wochen alte Recherchen endlich erledigen werden.— W. St. K.: Mk. 3— Abon. 4. Qu. erh.— Stift-Keppel: Mk. 5— pr. Usd. dkd. erh. Am 30/3. ge» sandte 5 Mk. kamen ohne nähere Bestimmung an und wurden deshalb in Nr. 15 pr. Ab. quiltirt. Sind nunmehr dem Usd. dkd. zugew.— A. Sage; Nachr. v. 15/10 erh. Adr. tc. vorgemerkt. Anderseits bis zu» 17/10. ohne Mitthlg.— � D. BervierS: Fr. 2 70 Ab. pr. Ende 87«h (Fortsetzung der Eingänge ab 13/10. in Nr. 4.4) Anzeigen. Soeben ist erschienen und durch Unterzeichnete zu beziehen: Sozialdemokrat! scher Deklamator. Preis: 40 Pfg.— 50 Cj«. Durch Unterzeichnet« ist zu beziehen: Tds Conditioii of the Working Classa in England in 1844 bj Fr. Engels. Preis: Mk. 5-(Fr. 3 25). Porto und Bersandtspesen außer der Schweiz kommen z» Lasten der Besteller. Bestellungen sehen entgegen VnItalineUMächluM und ■spedltloa des„Soclaldenokrdt". HoUlnge»• Klrleh. Samstag, den 22. Oktober, Abends S'/. Uhr, i« große» Saale(3 Treppen hoch) des Schwanen(Stadt): Heschloffeue der deutsche» KdßiaNste». Tagesordnung: Der Parteitag in Brügge«. � Referent: Bgr. Fischer. Z« zahlreichem Erscheine» ladet freundlichst-in Der LokalaudschnH. Die»ur Ausnahme Angemeldeten sind hierdurch behufs Aufnahm» zum Beiuch der Versammlung eingeladen. Zürich