vir? lieni iefeF S- Ww '«A- nal�e� Dii!' che«? öän'«' «H' — Maf ifirt- Zöonnements «Mtbfn bei allen schweilerischen Postbureaux. sowie beim Verlag «nid dessen bekannten Agenten entgegengenommen, und zwar zum voraus zahl bar«« LierteljahrZpreii von: Nr. 2,— für dieEchweij(Htrujbanti) Bf. 3,— siir Deutschland K. 1,70 für Oesterreich(liouvert) Dir. 2, 50 für alle übrigen Linder bei Weltpostverein«(ftiea|banb) Inf nate die dreigespaltene Petitjeile LS«,«. 20 Psg. Der ZoMemckmt Krgan der SoziatdemoKraüe deutscher Zunge. wSche«tltch et**** in Zürich(Schweiz). ?«r«g der »«»»»»uchtza«»»«»« Hottingen» Zürich. P»?seutll«i»» sranlo gegen frank». Gewilhnlich««riefe «ach der Schwei, laße, Doppelport». .> Mi- :1; i-— iürew >.!«> Z Jlß 47. «riefe an die«edaltion und Srpedition de« in Deutschland und Oesterreich verbotenen.Sozialdemosrat- wolle man unter»eodachwng äußerster Vorsicht abgehen lassen. Zn der Regel schicke man un» die Briese nicht dtrel«. sondern an die betannlen Deckadresten. Zn iweiselhasien Fällen ringrschr! ben. 18. November 1837. Parteigenossen! Vergeßt der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! ü •8 »f* fefti;- iwtS im M ««> tft.# J m »0 0tt) V* % »I Ruhe und Ordnung. In den meisten, ja man kann sagen, in allen größeren Staaten der zivilisirten Welt herrschen die Parteien der Ruhe und Ordnung, und doch sind Ruhe und Ordnung heute mehr ge- fährdet als je, und doch sind Ruhe und Ordnung nirgends Mehr gefährdet als in den Staaten, wo die Parteien der Ruhe und Ordnung am unumschränktesten herrschen. Gerade diese Staaten sind es, welche am meisten zur Beunruhigung der Gemiither beitragen, gerade sie sind es, welche das Vertrauen in die ruhige Entwicklung der Dinge, deren der honnete Bürger und Geschäftsmann so sehr bedarf, am meisten er- )chüttern. Es sieht nichts weniger als erbaulich auö in und mit den Ländern, die sich.starker" Regierungen erfreuen. Wenigstens »icht für die ordnungsliebende bürgerliche Welt. Wir Sozia- listen und Männer des Umsturzes können schon eher zufrieden k«in. Die reaktionären Machthaber arbeiten uns vortrefflich in die Hände. Wir sind Gegner de« persönlichen Regiments. Rußland und Deutschland sind heute der Hort desselben. Wo >oird seine Hinfälligkeit, wo seine Nichtsnutzigkeit besser demonstrirt als in Rußland und Deutschland? In Rußland »st der Zar unumschränkter Gebieter, seine Laune ent- scheidet über das Schicksal von Millionen, ans seinen Wink werden Schulen geschlossen, Verwaltungskörper aufgehoben, Zeitungen unterdrückt— kurz, er ist Autokrat im vollsten Sinne des Wortes. Und dieser allmächtige Zar ist der ohn- «nächtige Gefangene einer Handvoll kühner Freiheitskämpfer. mr tmut.uose Puppe tmei �..que guLU||«iit»)ei Streber, die zum Kriege hetzen, ihn mit sich fortreißen, er mag wollen oder ««icht. Iu Deutschland ist die Reichsregierung politisch-allmächtig. Soweit sie eS nicht nach den Gesetzen ist, Dank des außer- ordentlichen Beeinflussungsapparittes, über den sie gebietet. Im Borstaate Preußen entscheidet der Wille des Königs, im Reiche der des Kaisers, repräsentirt durch den, jeder Opposition spottenden Reichskanzler. Nun, wir wollen nicht davon reden, wie sich diese Allmacht vor Kurzem noch vor dem Papst in Rom beugen, die Schmach von Canossa verdreifachen mußte, wir nehmen nur die Gegenwart, die Zustände, die durch die Nachricht, daß der Kronprinz unrettbar verloren sei, an das Tageslicht gezogen wurden..Der Kaiser möchte den Krieg vermeiden, weil er seine alten Tage in Ruhe und Frieden Zuzubringen wünscht, auch der Kronprinz würde Alles aufbieten, den Frieden zu erhaltest, denn er kann auf KriegSruhm ver- tzchlM, aber Prinz Wilhelm ist ehrgeizig und wird den Krieg vufuehmen"— das konnte man in diesen Tagen auf Schritt und Tritt gerade von den begeistertsten Anhängern der Monarchie hören. Nicht das hohe Gefühl der B e r a n tw 0 r t l i ch k e i t, das vngeblich die schönste Seite des persönlichen Regiments aus- wacht, sondern das Bedürfniß eines ehrgeizigen Burschen nach �riegsruhm entscheidet danach über das Wohl und Wehe von sRillionen. Nun, so mögen die Anhänger des GotteSgnadenthumS auch die wohlthätigcn, Handel und Gewerbe belebenden Wirkungen der beständigen KriegSfurcht und die Kosten der unablässigen Rüstungen solange tragen, bi»— ihnen die Augen aufgehen. Vorläufig ist ja auch der ökonomisch« Krieg, den die beiden Länder mit einander führen, die den Hort der Ord- nung in Europa bilden, in seinen Wirkungen nicht zu ver- achten. Wird auch ckein Blut vergossen, so werden doch nach Möglichkeit hüben und drüben Existenzen vernichtet, man schädigt sich als Mensch und Christ, so gut man eben kann. Hier Einfuhrverbote, da Zollplackereien, hier Ausweisungen, bort Maßregeln gegen den Grundbesitz von Ausländern. Und welch' kostbarer Streich von Bismarck, just in dem Moment, ba der Zar nothgedrongen feinem erlauchten und theuren Vetter w Berlin den schuldigen Höflichkeitsbesuch abzustatten sich an- schickt, verkünden zu lassen, daß die deutsche Reichsbank von ««un an die russischen Werthe nicht mehr beleihen wird. Kost- bar für den unbelheiligten Zuschauer, kostbar aber auch für bie gutgläubigen ReichSangchörigen, die sich in den Tagen der bickm Freundschaft zwischen Alexander und Wilhelm eben diese rvssischen Papiere aufhalsen ließen. Wie werden sie die hoff- vungSreichen Tage von Skiernewice und Kremsier, da die drei Monarchen von Rußland, Oesterreich uud Deutschland den Bruderbund schlössen, der den Frieden Europas dedeutete,— lochpressen! Ja, das Wasserreich ist der Friede, aber wa« für einer? ' Wir bekämpfen die Bourgeoisie. In Frankreich ist sie «w Ruder, unbeschränkt. Auch die französische Republik erfreut sich einer starken Regierung, die keine Unordnung duldet. Sie hat eS erst beim Begräbuiß des wackeren Volksdichters Pottier wieder bewiesen, wo die Polizei einem der Theil- nehmer am Leichenzug eine noch nicht entfaltete rothe Fahne aus der Hand riß.„Wir werden nie dulden, daß die Fahne deS Aufruhrs und des Bürgerkrieges durch die Straßen ge- tragen werde," rief Herr Fat li eres, Minister des Innern, unter dem jubelnden Beifall der Kammer den ihn ob des brutalen UebergriffeS der Polizei interpellirenden Abgeord- neten zu. �Gibt eS etwas Beruhigenderes für den ordnungsliebenden Spießbürger? Kein Aufruhr mehr, kein Bürgerkrieg, eine solche Republik läßt man sich gefallen. Kein Aufruhr, kein Bürgerkrieg. Aber in der Verwaltung, im Heer und in den Finanzen eine Korruption, wie sie skan- delöser, eine Mißwirthschaft, wie sie verheerender nicht gedacht werden kann. Was der Prozeß Caffarel-Wilson-Limousin ans Licht gezogen, muß auch dem Blödesten die Augen öffnen über die Regicrungsunfähigkeit der heutigen Bourgeoisie. Denn das Uebel wird mit der Beseitigung einzelner Personen nicht ans der Welt geschafft, es sitzt tiefer, es datirt auch nicht ein- mal erst seit der Gründung der dritten Republik. Sie hat es von den früheren monarchischen Regierungen übernommen. Aber unfähig, es zu unterdrücken, hat sie es vielmehr weiter entwickelt, auf die Spitze getrieben. Der Stellenschacher erstreckt sich bis auf die höchsten und wichtigsten Acmter. Ein Frauen- zimmer, alt und häßlich, aber mit einer gehörigen Dosis Energie und Talent zur Durchstecherei versehen, zieht die Führer der Armee an der Nase herum, die um ihre Protektion betteln, sich(siehe Thibaudin) von ihr Lektionen im„Patriotismus" crtheilen lassen. Ob die Limonsin wirklich den Einfluß aus- geübt, den diese Herren bei ihr vermuthet, ist ziemlich gleich- giltig Daß sie ihn bei ihr vermuthen konnten, ist die Hauptsache. Wo jede Partei, die an's Ruder kommt oder Einfluß auf die Regierung gewinnt, eS für ihre erste Aufgabe hält und halten muß. das durch die enorme Staatsschuld und die un- geheuren Ausgabm für das Militär überlastete Budget durch Schaffung neuer Posten noch mehr zu belasten, ihre Kreaturen bte Limousins gedeihe». Keiner bürgerlichen Partei wird es gelingen, da Abhilfe zu schaffen. Sie müßte sich entschließen, mit ihrer eigenen Klasse zu brechen, d. h. sich den Ast selbst absägen, ouf dem sie sitzt. Und eben so wenig ist von irgend einer bürgerlichen Partei eine Entlastung des Budgets zu er- warten. Wo die Bourgeoisie herrscht, regiert die Finanz, und zwar, je„stärker" eine Bonrgeoisregicrung gegenüber dem Proletariat, um so schwächer ist sie gegenüber der Finanz. Aus diesem Dilemma kommt die bürgerliche Republik nicht mehr hciaus— noch weniger übrigens ein neues Bürger- königlhnm. In England sind die Konservativen am Ruder, die Partei der Junker und Geldprotzen. Sie sind unter der Pa- role, Ordnung und Gesetz ausrecht zu erhallen, gewählt war- den. Sie haben ihr Versprechen eingelöst, indem sie, wo sich bisher Gelegenheit bot, die Gesetze mit Füßen traten, und so die Massen erst recht zum Widersland gegen ihre„Ordnung" herausforderten. In Irland haben sie auf diese Art Zustände geschaffen, von denen sie selbst kaum mehr zu bestreiten wagen, daß sie unhaltbar sind, und jetzt sind sie eifrigst bemüht, in England sich ähnliche Lorbeeren zu holen. In London hat es der Stadtpolizeidirektor, Sir Charles Warren, am letzten Sonntag durch allen Traditionen widersprechende Maßregeln gegen das freie Versammlungsrecht zu Gewaltszeneu gebracht, welche die englische Arbeiterschaft schwerlich unbeantwortet lassen wird. Statt den Geist des Widerstandes zu unterdrücken, stärken ihn die Herren, sie vermehren nur die Gährung, welche unter der Wirkung der wirthschaftlichen Entwicklung unter den Arbeitern Englands eingetreten. Was sollen, was können sie anders? Die Zeiten sind in England vorbei, wo eine Tory-Rcgieruug sich als arbeiter- freundlich aufspielen konnte. Sie kann also nur die StaalS- retterin vor rebellischen Arbeitern zu spielen suchen und ist da- mit zu beständigen Niederlagen verurtheilt. Sollen wir noch von Oesterreich reden, wo die reaktiv- näre Regierung, die den Nationalitäten- und konfessionellen Hader nach Kräften geschürt, um ihre Herrschaft zu befestigen, heute vor„Hetzen" selbst kaum mehr ein noch aus weiß? Ueberall Unfrieden, überall Unsicherheit, überall Unruhe, überall Unordnung, und doch sind überall die patenssrten Ver- treter der Ruhe und Ordnung am Ruder und wachen über den Frieden und die Sicherheit Europas. Am Horizont das drohende Gespenst eine« europäischen Krieges, wie ihn die Welt blutiger und verheerender noch nicht gesehen, und keiner der großen, berufsmäßigen StaatSkünstler vermag es zu bannen, die Völker von dem Alp zu befreien. der sie bedrückt, der sie schier erwürgt. Die alten Regierungssysteme haben abgewirthschaftet, die Völker werden erst wieder wirklich in Ruhe und Frieden leben, wenn sie da« erkannt und beherzigt haben werden. Und daß dies nicht mehr lange auf sich warten lassen wird, dafür sorgen vortrefflich die privilegirten Wächter von Ruhe und Ordnung. Der Justizmord in Ksticago. Alle Protest« und alle Petitionen aus den Reihen der Arbeiter» Parteien aller Länder, alle Bitten und Beschwörungen human denkender Mitglieder der bürgerlichen Klassen, alle Vorstellungen einsichtiger und weitblickender Politiker der bürgerlichen Parteien haben die Chicagoer OrdnungSfanatiker nicht abzuhalten vermocht, ihrer Rachsucht sünf Menschenleben zu opfern. Fünf der von dem Blutrichter Vary wegen einer That, die sie nicht begangen, an der man ihnen nicht einmal Mitwisserschaft nachweisen konnte, zum Tode verurtheilt« Männer: Georg Cngel, Adolph Fischer, Louii Lingg, A. R. Parsons und August Spieh haben ihre politische Thätigkeit mit dem Tode gebüßt: Engel, Fischer, Parsons und Spieß erlitten am ll. November de» Tod durch Henkershand, Louis Ltngg gelang e» bereit« am lv. November durch eine», von außerordentlicher Willenskraft zeu» genden Selbstmord wenigstens der Hand deS Henkers sich zu entziehen. Nur Samuel Fielden und Michel Schwab wurden b e g n a» digt— zu lebenslänglichem Zuchthaus. Sie haben Reu« bezeugt, heißt es im Telegramm. Wir wollen darob keinen Stein auf sie werfen, namentlich nicht, bevor wir nicht wissen, worüber st« Reue bekundet haben. Nicht sie, sondern ihre ums Leben gebrachten Anklagee Genossen sind eS, deren wir heute zu gedenken haben. Was man diesen auch vorwerfen, wie man auch ihre Anschauungen beurth ilen mag. Eine« kann ihnen Niemand streitig machen: ste find als Männer von Ueierzeugung gestorben. Sie haben da» Opfer, welche« man ihnen um ihrer Gesinnung willen auferlegte, mit muthiger Entschlossenheit aus sich genommen, die selbst ihren Segnern Achtung abzwingt. Und ihre Henker? Wir glauben, daß ste ihrer Racheihai schwerlich froh sein werde». Und, offen gestanden, wir würden es bedauern, wenn st« eS könnt«. Nein, sie sollen, ste dürfen sich dieses feigen Mordes nicht sreuen, immer und immer wieder muß ihnen das Wort drohend in die Ohren gellen: Mörder! „Daß sie«S hören Tag und Nacht, im Wachen wie im Traume", Mörder, feige, gesinnungslose Mörder! Mörder, die Ihr Blut vergoss« habt aus Hab, die Ihr hingerichtet habt, nicht um dem Recht, sondern um Eurer Rachsucht Genugthuung zu verschaffen. Recht! Wie konnten Leute, die einen Funken von Rechtsgefühl im Busen haben, einen Mann wie Parsons hängen lassen! Parsons war frei, alS der Prozeß eingeleitet wurde. Man hatte nach ihm gefahndet, aber ihn nicht erwiichen können. Es wäre ihm ein Leichtes gewesen, sich durch die Flucht allen Verfolgungen zu entziehen. Er verschmähte c«, trohdem er die Anklage kannte, trotzdem er wußte, daß, wenn nicht der Tod, so doch mindestens langjährige Gefängnißstrafe für ihn auf dem Spiele stand. Am ersten Tage, da die Gerichtsverhandlnngen eröffnet wurden, stellte er sich s r e i w i l l i g. So Handell Niemand, der sich schuldbewußt fühtt, er müßte den» wahnsinnig sein. Dadurch, daß er fich freiwillig stellte, bewie« Parsons, wir wollen nicht einmal sagen, sein« wirkliche Unschuld an dem, dessen er angeklagt war, aber zum Mindest«, daß er sich unschuldig glaubt», daß er in gutem Glauben gehandelt, bewies er die Reinheit feine« Gewissens. Und trotzdem wurde er zum Tode verurtheilt. Und trotzdem wurde er, der sich freiwillig g e st« l l t, als ein g«» meiner Verbrecher aufgehängt! Das charakterisirt sein« Richter. Das charakteristrt seine Henker. So handelt nun und nimmer, wer Rechtsgefühl hegt und achtet. Hätte man am Tage der Heumarkt-Affäre jeden Anarchisten oder Sozialisten, dessen man habhast wurde, umgebracht, es wäre brutal, ver» dammenSwerih, aber aus der Situation erklärlich gewesen. Aber nach« dem anderthalb Jahre in» Land gegangen, die auf gut Glück heraus« gegriffenen Gegner kalten Blute» erwürgen, da« ist empörend, da» ist verächtlich. Und eS ist obendrein dumm, wie ja die Bosheit immer dumm ist. Die begnadigten Anarchisten wären den Machthaber» im Staat» Illinois nie gefährlich geworden. Die g e t ö d t e t« n Anarchisten werden es wahrscheinlich werden, ihr Tod fordert zur Sühne heraus. Sie find als Märtyrer gestorben, durch ihren Tod noch ihre Vach« propagirend. In diesem Sinn« sprach Fischer auf dem Schaff»»: „Die« ist der glücklichste Moment meine» Lebens!" Di« Sache der Ordnung hat nun ihr« Opfer, aber gewonnen hat sie wahrlich nicht». Dagegen ist der Rame der Union mit einem Schand» steck behastet, der fich nicht so leicht abwaschen lassen wird. Er mag in den Augen der Ausbeuter und Unterdrücker gewonnen haben, in d« Augen der für Recht und Freihell Eintretenden hat«r unendlich verloren. — Unsere in Breslau als Zeug« in dem Monfire-Prozeß an« ««senden Genossen Grillenberge r, Liebknecht und Singer hab-n im Verein mit Genosse Bebel am S. November folgendes Telegramm a« de« Sounerneur de» Staate» Illinois ab» gesandt: „In diesem letzten Augenblick nicht mehr im Stande, die Unter« schrisien unserer Genossen einzuholen, doch in der festen Ueberzeug« ung, den Empfindungen der ungeheuren Rehrzahl der deuischen Arbeiter Ausdruck zu geben, richten wir unterzeichneten gegenwir- tigen und ehemaligen Mitglieder deS Deutsch« Reichstage», obwohl erklärte Gegner des Anarchismus, im Namen der Menschlich« k e i t die Bitte an Sie, das Leben der sieb« Berurtheillen zu schonen." Die zurückhaltend« Form des Telegramm», da» vermeid« jeder Bemerkung, die als Insulte aufgefaßt werden könnte, war in dem Mo» meni durchaus gerechtfertigte. Das Telegramm war werihlo», wenn«• Nicht den Eindruck machte, daß es den Absendern wirklich darauf ankam, da« Leben der Berurtheitten zu retten. Wenn es trotzdem, wt» di« «eujerungen so vieler anderer Männer in hervorragenden Stellungen. wie die so vieler Tausender von Aibeitern wirkungslos geblieben, so trifft da» Herrn OgleSby um so schärfer. — Bon Proteste» gegen da» TodeSnrthetl, bezw. die Hin« r i ch t u n g der C h i c a g o« r Anarchisten, die bei unS in der abgelaufenen Woche zur Veröffentlichung eingegangen find, registriren wir noch: Eine Resolution der jungen sozialistischen Garden deS Brüsseler Verbandes der belgischen Arbeiterpartei, gefaßt in einer am 7. November abgehaltenen Verjammlang. Einen Protest der Mitglieder der deutschen Lesegesellschast in Kopenhagen. Einen Protest deS slavischen SozialistenklubS in Zürich. beschloffen in einer am 3». Oktober abgehaltenen Versammlung, nach Referaten in russischer und bulgarischer Sprache. Di« Resolutionen selbst abzudrucken, mangelt uns leider der Raum. Sozialpolitische Rundschau. Zürich, IS. November lSS7. — AuS Berlin trifft die betrübend« Nachricht ein, daß Wilhelm Hasenclever, dessen Verdienst- um die Sozialdemokratie wir hier nicht erst zu betonen haben, plötzlich geistig erkrankt ist und in eine Anstalt für Geisteskranke überf'ihrt werden mußte. Er hatte noch wenige Tage vorher den Schmerz, daß fein älteste» Töchterchen auf einem Auge vollständig erblindete. Wir sind noch ohne nähere Nachricht Uber die Art und die voraus- sichtliche Dauer der Erkrankung unsere» Genoffen und können für heute nur seiner schwergeprüften Familie unser lebhaftes Beileid ausdrücken. Möge ihr ein hingebender Satte und Vater und der Partei«in treuer und unermüdlicher Kampsgenoffe bald zurückgegeben werden. — Prompte Arbeit leistet die preußische Polizei— beim Ausweisen. Am 17. dieses Monats kommen unsere, im vorigen Jahre in dem Prozeß„Saß und Genoffen" zu einem Jahr Gefängniß verur- theilten Altonaer, bezw. Hamburger Genossen frei. Damit sie nun durch ihr« staatigefährliche Anwesenheit auch nicht einen Tag die Ruhe der SItonaer Spießbürger zu stören im Stande seien, ist ihnen schon vorige ioche das AuSweisungimandat inS Gefängniß zugeschickt worden. Ihr habt Eure Strafe verbüßt, jetzt seid Ihr frei, von nun an aber hei- Math los— so verfügt die„zivilisirte" bürgerliche Gesellschaft durch den Mund ihrer berufsmäßigen Wächter gegenüber Leuten, die das Ber- brechen begangen, die Vortrefflichkeit dieser zivilifirten Gesellschaft in Zweifel zu stellen, so widerlegt sie ihr« Gegner, so sichert sie„die Ein- bracht und den Frieden unter den BevölkerungSklaffen". | Wohl bekomm'« l j— Wem gebührt die Palm«? Die Leistungen des deutschen ' RetchSgerichtS auf dem Gebiet der höheren RechtS-Auslegung sind so anerkannt großartige, daß es bisher fast unmöglich schien, sie nach I irgend einer Richtung hin zu übertreffen. Nun besitzt da» Reichsgericht «in Segenstück in der famosen Reichskommission, welch- die Be> schwerden über Verbote jc. auf Grund de» Sozialistentödtungsgesetzes zu„prüfen" hat, und die ehrenwerthen Mitglieder dieser Reichskommisslon haben die Lorbeeren, welche ihre ehrenwerthen Kollegen vom Reichsgericht w der letzten Zeit so zahlreich davongetragen, nicht schlafen laffen. Luch Je dürsteten nach dem Ruhm, die Ersten zu sein unter denen, so das andwerk, oder sagen wir lieber die Kunst der R-chtSdreheret im Lande ausüben.„Uns vom Reichsgericht beschämen laffen? DaS darf absolut nicht geschehen." Und sie gingen hin und fertigten ein Erkenntniß aus, wonach da» Verbot der Hamburger„vürgerzeitung" vollständig in Einklang stehe mit Sinn und Wortlaut de»„Gesetzes gegen die gemein- gefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie". Ran höre nur, waS das„Hamburger Fremdenblatt" aus diesem Rusterdokument m'tzuiheilen in der Lage ist: „Es wurden in der„Bürgerzeitung" die„Forderungen der sozial- demokratischen Partei" vertreten, wie dieselben„notorisch ohne Umsturz der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung nicht verwirklicht wer- den könnten". Der Nachweis, daß die„Vürgerzeitung" wirklich solche auf Umsturz gehenden Bestrebungen vertreten habe, wird in erster Linie erbracht durch Zitirung eines SatzeS auS einem Artikel über den Normal- arbeitStag, in welchem e» heißt:„Die Lösung der sozialen Frag- kann nicht durch irgend einen ges-yq-b-rischen Akt kurzer Hand gleichsam dem Volk« aus den Geburtstagstisch gelegt«erden. Zur wirklichen Lösung der sozialen Frage gehört die organische Ausbildung einer ganz neuen Gesellschaft auf dem— wenn man«in etwa» unästh-lisch-s, aber die Sache treffende» Bild gestatten will— auf dem Mistbeete der im vollen blühenden VerwesungSprozeß begriffenen alten Gesellschaft." Feuilleton. Ariedrich Kngets. Von K. K a u t S k tz. fFortsetzung.) „Politisch betrachtet", sagt Engel» über den»adtsch-psälzischm Auf- gnd,„war die ReichSversaffungSkampagne von vornherein verfehlt. il, tärisch betrachtet, war ste eS ebenfall«. Di« einzige Chance ihr-S Gelingens lag außerhalb Deutschland«, im Sieg der Republikaner in Pari« am 13. Juni— und der l 3. Juni schlug fehl. Nach diesem Er- «igntß konnte die Kampagne nichts mehr sein, al« eine mehr oder min- der blutige Poffe. Vi- war weiter nicht». Dummheit und Berrath rui- nirten sie vollends. Mit Ausnahme einiger Weniger waren die milttä- tischen Chef« Verräther oder unberufene, unwiffend« und feige Stellen- jäger, und die wenigen Ausnahmen wurden überall von den Uebrigen -wie von der Brentano'fchen Regierung im Stiche gelassen.").... Wie die Chefs, so die Soldaten. DaS badische Volk hat die besten kriege- tischen Elemente in sich; in der Insurrektion wurden diese Elemente von vornherein so verdorben und vernachlässigt, daß die Ri'tzr« daraus ent- stand, die wir geschildert haben. Die ganze„Revolution" löste sich in «ine wahre Komödie auf, und es war nur der Trost dabei, daß der sechsmal stärkere Gegner noch sechsmal«eniger Ruth hatte. „Ader diese Komödie hat ein tragisches Ende genommen, Dank dem Blutdurst der Kontrerevolution. Dieselben Krieger, die auf dem Marsch oder dem vchlachtselde mehr als einmal von panischem Schrecken er- ! riffen wurden, sie sind in den Gräben von Slastatt gestorben wie die »ld-n. Kein einziger hat gebettelt, kein einziger hat gezittert. Da» deutsche Volk wird die Füsilladen und die Kasematten von Rastatt nicht vergessen', es wird die großen Herren nicht vergeffen, die dies« Infamien besohlen haben, aber auch nicht die Berrälher, die ste durch ihre Feighett »erschuldeten: die Brentano« von Karlsruhe und von Frankfurt."(„Die deutsche ReichSverfasiungs-Kampagne von Fr. Engels,„Reue Rheiniiche Zeitung", politisch-ökonomisch« Revue, redigirt von Karl Marx, ISbO, S. Aufl. 6. 80.) SngelS war einer der Letzten der geschlagenen Armee, die auf Schweizer Gebiet übertraten, nachdem Alles verloren war, am ll. Juli )St». Er blieb einig« Monate in der Schweiz. Inzwischen hatte Marz *) Brentano,-in Advokat, war der politisch« Leiter de» badischen Aus« stände», den er»errathen hat. Irgend«in, in die Geheimnisse der neudeutschen Rechtsübung Unein- geweihter könnte vielleicht hier die Frage aufwerfen: Wo ist da die Auf- forderung zum Umsturz, wo die„Gefährdung des Friedens unter den verschiedenen B-völkerungsklassen". dieses nach dem Wortlaut deS Sozialistengesetzes absolut erforderliche Requisit zur Begründung eines Ber- bots? Hier ist doch nur eine sozialpolitische Ansicht in durchaus objek- tiver Weise zum Ausdruck gebracht. Naives Semüth, mehr ist für so erleuchtete Geister wie die deutschen ReichSpreßknebler auch gar nicht nöthig. Der Satz kann von irgend jemand als eine Aufforderung zum Umsturz der ,c. alten Gesellschaft aufgefaßt werden, und darum ist er eine solche Aufforderung. Wem das ungeheuerlich vorkommt, der wende sich an den Kardinal Richelieu, der einmal infolge einer Wette den Nach- weis lieferte, daß der Satz 1-j- 2— S eine Gotteslästerung enthalte. Wie so? Ei, weil man auS ihm eine Verspottung der heiligen Dreieinigkeit herauslesen kann. Nach dem Dogma von der heiligen Dreieinigkeit ist I-f- l-f- l~ l, und wer das leugnet, ist ein Ketzer. Darum marsch mit jedem ins Gefängniß, oer da behauptet, l-j- 2---- 3, und darum fort mit einem Blatt, das da leugnet, daß dt« soziale Frage durch einen gesetzgeberischen Akt kurzerhand gelöst werden kann. Aber es kommt noch besser. Betteffs deS Leitartikels in Nr. 2lg der„Bürgerz eiwng"„ITorcs is no rernedy"(Gewalt ist kein Heilmittel), an welchen da» Verbot an- knüpft«, schreibt die Reichskommiffton:„Dieser(Leitartikel) ist, obwohl er von englisch-irischen Zuständen ausgeht, dem Schluffe nach, wie auch der Beschwerdesührer einräumt, unbedingt auch aus inländische berechnet. Er stellt den Gesichtspunkt auf, daß die Gewalt— die Mutter der Ge- walt ist und die Drachensaat der Wuth und des Morde» säet. Es liegt auf der Hand, daß damit die Regierungen und nicht, wie die Beschwerde auszuführen versucht, die Regierten vor dem Wege der Gewalt gewarnt werden, und eS ist hiermit nach der vorerwähnten Tendenz de» Blattei eine den öffentlichen Frieden gefährdende Kritik des Sozialistengesetzes zu finden, welches seitens der sozialdemokratischen Partei für«ine Ber- gewaltigung derselben angesehen wird." Welche Log''! Welcher Scharfsinn I„Du schreibst, Gewalt ist kein Heil- mittel, sondern die Mutter der Gewalt? Du. der Du sozialdemokratische Tendenzen vertrittst? Gut, dann kritistrst Du das Sozialistengesetz in einer„den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise".„Aber vom Sozia- listengesetz steht ja in dem betreffenden Artikel nicht ein Sterbenswört- chen l"„Schweig, Elender, fühlst Du Dich in Deiner Eigenschaft als Ver- treter der sozialdemokratischen B. strebungen nicht durch das Sozialst n- gesetz vergewalttgt? Ja oder Nein?"—„Ja, aber..."—„Kein aber! Du fühlst Dich oder mindestens die Sozialdemokratie vergewaltigt, Du schreibst, Gewalt ist kein Heilmittel— sagst Du nicht damit, daß das Sozialistengesetz kein Heilmittel sei? Sagst Du nicht damit, daß das Sozialistengesetz die Drachensaat der Wuth und de» Mordes säet? Wer aber das sagt, der gefährdet den öffentlichen Frieden, denn... ja denn? denn— er gefährdet daS Sozialistengesetz. Und die Schlange beißt sich in ihren eigenen Schwanz. In den Lesebüchern, die man der Jugend in die Hand gibt, um ihr sillliches Gefühl zu entwickeln, findet sich auch die Geschichte vom Wolf, der dem Bauer versprochen hat, fein Vieh zu schonen und sich mit Fischen zu begnügen, hinterher aber ihm ein Schwein, da» sich im Sumpf wälzt, stiehlt, unter der Rotivirung,'in Sumpf sei eigentlich ein Waffer, ein Thier, das im Wasser lebt, sei ein Fisch, und folglich gehöre das Thier, daS da im Sumpf« liege, ihm, dem Wolf, von Gottes und Rechtswegen. „So weiß der Gottlos« seinen Eid nach seinen Gelüsten zu deuten." heißt eS dann am Schluß. Wir machen die Reichikommiffion auf diese Erzählung aufmerksam, und hoffen, daß nunmehr auch ste auf Grund deS G setze« gegen die gemein- gefährlichen Bi strebungen ic. sc. verboten werde. Fordert nicht jeder, der ste abdruckt, damit zur Bekämpfung der Reichskommiffion auf? Und nun zu unsrer ersten Frage zurück: Wem gebührt die Palme: dem Reichsgericht oder der Reichskommiffion? — Et« netter Bruder de» netten Tugendministers Putty ist der Abgeordnete Puttkamer-Plauth. Er bildet gewissermaßen die agitatorische Ergänzung desselben. Was der Beredsamkeit Putty's dessen amt- lich« Stellung auszusprechen verbietet, das verkündet der nicht minder beredte Mund seines, die Rechte des Reichs» und Landtages zierenden Bruders. Wer wollte sich erfrechen, zu behaupten, daß die preußische Regierung die Klaffeninteressen der Krautjunker und Schornsteinbarone vertritt, daß dte„stramme" Handhabung des Ausnahmgesetzes, die Lahm- legung aller Arbeiterorganisationen, die die Erkämpfung günstigerer Arbeitsbedingungen zum Zwecke haben, irgend welchen selbstsüchtigen Motiven zuzuschreiben sei! Gott behüte, daS geschieht Alles nur im Interesse der heiligen Ordnung. So sagt Vutty. unc Puttp ist preußischer Minister, und ein preußiicher Minister steht»ber den Klassen und über den Parteien. Ader Purty's Bruder ist noch nicht Minister, und darum spricht er frisch von der Leber weg, wie es ihm um'S Herz ist. Und Puttq'S Bruder war eS, der bei Berathung deS Schnapssteuergesetzes im Reichstag gelassen erklärte: Wenn die Schnapssteuer dem Arbeiter auch«in Genuhmittel vertheuert, so thut das nicht«, ei ist da» nur «in Akt ausgleichender Gerechtigkeit." Und eben dieser Herr von Patt- kamer-Plauth war«S, der vorige Woche im deutschen LandwirthsschaflS- rath, als man sich darüber stritt, um wie viel die Selreidezölle noch hinaufgeschraubt werden sollen, geloffen den Ausspruch that:„Die Ar- bette» sind meist besser varan als wir." Einen solchen Ausspruch kritistrt man nicht, man konfiatirt ihn. Er kennzeichnet den Geist, der in jenen Kreisen vorherrscht, in denen sein Urheber verkehrt. Wäre dem nicht so, der Bruder seiner Exz ll-nz sich nach London begeben. Wir wissen, daß dieser im Austrage de« revo- lutionären demokratischen Zentralausschusse« nach Paris gegangen war, wo die Demokraten«ine Erhebung vorbereiteten, von der nicht nur da« Schicksal der französischen, sondern auch da« der deutschen Demokratie abhrng. Die Erhebung vom lS. Juni 1842, auf die Engel« in der mit- getheilten Stelle anspielt, schlug fehl. Damit war auch die Stellung von Marx in Paris unhaltbar geworden. Er wurde vor die Wahl ge- stellt, sich entweder in die Bretagne zui ückzuziehen oder Frankreich ganz- lich zu verlassen. Er ging nach London. Da sich in der Schweiz keine Aussicht auf befriediaend« Thätigkett bot, begab sich auch Engels nach London. Da aber der W g durch Frank- reich zu gefährlich war— die französische Regierung schickt« nach London durchreisende deutsch- Flüch linge manchmal ohne Weiteret über Havr« nach Amerika—, nahm er den Weg über Genua und von da auf einem Segelschiff über G braliar nach London. Die Mehrzahl der leitenden Milalieder de» Kommunistenbundes, sowie die Mehrzahl der deutschen„großen Männer" von 1848 fand sich im Herbst dort zusammen. Man ging an«ine Neuorganisation, um die pro- pagandistisch« Thätigkett von Neuem wieder auszunehmen. Noch hatte sich die revolutionäre Ausregung nicht gelegt, noch schien e» nothwendig, auf«ine neu« revolutionär« Erhebung vorberettet zu sein,»der wie ganz ander» faßten Marx und Engel« diese Borbereitung auf, al» die Mehrheit der demokratiichen Emigration! Während dieser die Lösung der Aufgab«, an der fi« eben gescheitert,«in Kinderspiel erschien, wäh- rend ihre Illusionen immer chimärischer wurden und»hr« Manifestationen immer bombastischer, je mehr sie die Fühlung mit den thatsächlichen Verhältnissen der Heimath verloren, arbeiteten Marx und Engels ruhig, aber unermüdlich daran, die Organisation de« Kommunistenbundes zu festigen und propagandistisch wie kritisch auf Deutschland zu wirken, da- neben aber auch ihr« eigen« geistige Entwicklung zu fördern. Di« Resultat« ihrer damaligen kritischen und wissenschaftlichen Thätigkett sind in einer Monatsschnst niedergelegt, die ste 1850 herausgaben und der sie den Namen ihre« verbotenen Kölner Blattes gaben, der „Neuen Rheinischen Zeitung"; sie erschien in Hamburg. Marx veröffent- lichte darin«ine krittsche Geschichte der französischen Bewegungen von 1848 und 1843, die die Grundlag« bildete für sein« spätere Schrift: „Der 18. Brumaire". SngelS beschrieb in einer Reih« von Artikeln die deutsch« ReichSverfaffungSkampagne. Sine Stell- daraus haben wir oben zitirt. Von seinen übrigen Betträgen ist zu erwähnen einer über„die englische Zehnstundenbill", d«r heut« freilich nur noch von historischem Interesse ist, da eine Reihe von Voraussetzungen, von denen er ausging, heute nicht mehr existirt. Wenn man den Artikel liest, kommt man so recht zum Bewußtsein der industriellen Revolution, dte wir seit- dem durchgemacht. Einer der wichtigsten vetträge von SngelS war aber feine Artikelserie über den deutschen Bauernkrieg, dte später, nach dem Wiederaufleben d«r sozialistilchen Bewegung» in d«n siebziger hätte schwerlich den Ruth gefunden, so stech mit den Thatsachen umzu» springen. „Die Arbeiter find meist besser daran al» wir"— merkt Such diesen Ausspruch, deutsche Proletarier! Merkt ihn Euch, Ihr auS- ausgehungerten, abgehärmten Sklaven der Industrie, merkt ihn Euch, Ihr abgerackerten Heloten des Ackerbaus: Die Arbe iter find meist besser daran al» wir. So sprechen die Herren, den Mund noch voll von den Leckerbissen ihrer lukullischen Mahlzeiten. — Nicht minder charakteristisch, und Werth, von allen Arbeiter» im Gedächtniß bewahrt zu werden, sind die Aeußerungen zweier Gesinnungsgenossen des biederen westkalmückisch-n Schnapsjunkers, gleich» falls in der Sitzung deS deutschen Landwirthschasts rathe«, und, wie dieser, in der Wuth über die Ausführungen des— konservativen— Professors von RiaSkowSki gegen die vo n den Herren Agrariern geplante maßlos« Erhöhung der Getreidezölle g-than. Durch den Mund ihres Referenten, des„nothleidenden" Fidet« kommißbesitzers vonBelow-SaleSke, verlangten die Herren eine Erhöhung der Zölle aufBrotkorn auf« Mark pro 100 Kilo, was, da eine Arbeiterfamilie jährlich etwa eine Tonne— 20 Ztr. Biotkorn braucht, ein- Steuer von jährlich«ORk. ausmacht, welche die„Lumpen, dte da nichts haben", für die Landprotze» aufbringen sollen, die viel, aber nie genug haben. Ja, Herrn Below» Saleska schienen auch diese 80 Mark noch zu wenig, er erklärt«— nur Lumpe sind bescheiden— der Zollsatz sei erst dann„wirksam", wen» er 80 Mark pro Tonne Brotkorn bei rage. Darauf werde aber der Reichstag leider nicht eingehen. Außerdem oerlangte der übermüthig« Junker noch als U e b e r g a n g S b e st i m m u ng„stark anreizend« Exportprämien"— auf daß nämlich das zu billige Ge» treibe möglichst schnell aus dem Lande heraus komm«. Die Kosten, welche der Reichskasse daraus erwüchsen, würde der erhöhte Zollsatz(den das arbeitende Volk bezahlt!) bald wieder«inbringen. Gegen diese Unverschämtheiten— wahre AushungerungS-Bor« schlüge— hatte sich H-rr von MiaSkowSki gewendet, die Herren gewarnt, den Bozen nicht zu straff zu spannen, und sie aus die wirthschaftliche» und polttischen Folgen aufmerksam gemacht, welche die von ihnen ver« langten Zollerhöhungen nothwendigerweise nach stch ziehen müßten. Da« für fielen nun die Pro filwülhigen wie rasend über ihn her. Reben Herrn von Puttkamer namentlich der durch seine hanSwurstartigen Spässe be» rüchtigt gewordene Bauernagitator Knauer-Gröbers(der sehr begüterte Herr leitet seine Reden gewöhnlich mit dem ungeheuer geist» reichen Witz ein:„Ich heiß« Knauer und bin ein Bauer") und der Rittergutsbesitzer und reaktionäre sächsische Reichstagsabgeordnete vo» Frege. Nageln wir ihr« Aussprüche hiermit fest. „AuS der Rede des Herrn von Miaskowskt hat nur die graue Theorie herauSgeleuchtet, die mtt den nackten Thatsachen nicht in Einklang zu bringen sei. Die von demselben inizentrte Hetze(!) z w i- scheu Arbeitnehmern und Arbeitgebern werde nicht gelinge n." So Herr Knauer. Wer also die Herren warnt, die Ar» beiterklasse nicht bis aufs Blut zu bedrücken, in'zenirt«ine„Hetze". DaS ist ihre Achtung vor der wissenschaftlichen Ueberzeugung eines der Ihrigen, der nicht daS nackte Klassenintereffe— was sagen wir Klaffen» intereffe? Nicht doch, Herr von M.askowski warnte ja die Herren i» ihrem eigenen Klassenintereffe, von solchen unerhörten Forderungen ad» zust-hen— der nicht den Götzen der Prositwuth über alles stellt. Und Herr von Frege erblickt in den Aussührungen des Herrn vo« MiaSkowski nur„eine Skala unbeweisbarer deutsch» freisinniger Behauptungen. Daß diese Zollerhöhungen zn einer Belastung der arbettenden Ki äffen sühren müssen, sei„ g r u n d» falsch", er bedaur«(!), daß solche Worte, die vielleicht in ein« Volk«» Versammlung gehören, hier im LandwirthschaftSrath gefallen sind." Di- berufsmäßigen Agitatoren weisen den Fachmann au« ihrer Ritte in die Volksversammlungen, weil er eine ihnen unbequeme Wahrhett konstatirt. ES wäre eigentlich nur zu wünschen, daß Herr v. MiaSkowSki dieser Aufforderung folgte. Er wird es aber schwerlich thun, was die Herren natürlich sehr gut wissen. Nun, so sei hiermit die Thatsach« angenagelt, daß die Herren unter stch nur die Lüge für kourfähig hal- ten. Ein« Steuer von«0 Mark, als« po» 50 bis 70 Proz»»t. d-s Her. stellungspreises, soll keine Beriheuerung des Produktes zur Folge haben. Ja, wozu fordert Ihr denn diese Zollerhöhung? Warum jammert Ihr denn beständig über die zu niedrigen Getreidepreis«? Wen glaubt Ihr durch so plumpe Manöver zu täuschen? Ach. auf das Täuschen kommt es den Herren im Grunde gar nicht an. Sie wissen, daß sie lügen, und daß jedermann weiß, daß ste lügen. Aber was verschlägt daS? Nicht IznS, was wirklich geglaubt wird, ist daS Mächtige, sondern das, was alles übrige übertönt. Und darum der TerrorismuS in der Agitatton, darum da» Hinauswerfen des unbe» quemen Professors, darum das Verdächtigen jeder unbequemen Ansicht mit dem grade in der Mode befin,l»chea Aaaihem. Bald lautet eS„kam» munistisch", bald„semitisch-manchesterlich", und heut« thutS auch schon da« deutsch-frelsinntg. Je lauter wir brüllen, um so mehr schüchtern wir-in, denken die Herren, und bisher wentgstens haben sie damit Erfolg gehabt. So ist ihr schamlose« Gebühren nicht nur für sie, sondern auch für die allgemeine Situation chaiakleristisch. Warum gitt der Fußtritt mehr entehrend für den, der ihn empfängt, als für den, der ihn auSlheilt? Weil man ihn Niemand zu eriheilen wagt, dem man genügend Ruth und Kraft zutraut, die entsprechend« Antwort zu geben. Deutsches Pro» letariat, diese vchmarotzerbande tritt auf Dtr herum, weil sie Dich für zu schwach und zu energielos hält, ihr so zu antworten, wie sie es ver» Jahren in Broschürenform erschien. Diese Arbett ist die erst« historisch» Darstellung vorkapitalistischer Verhältnisse vom Standpunkt der«atäq rialistischen Geschichtsauffassung. Inzwischen zeigte die Entwicklung der thatsächlichen Verhältnisse denet�. die sie ausmerksam beobachteten, anstatt in einer seldstg eschaffenen Traum» welt zu leben, daß di« Revolution vorläufig zu Ende und an«in« bal» dige Erhebung nicht zu denken sei. Eo unangenehm dies« Erkenntniß auch war, Marx und Engels verschlossen sich ihr nicht nur nicht, fi« hatten auch den Ruth, ihr Ausdruck zu geben, wie sie ei denn stet» alt ihre Ausgab« betrachteten, Illusionen zu zerstören, nicht zu nähren. In ihrer Revue der Ereignisse vom Mai bis Ottober, geschrieben aar 1. November 1850, konstatirt« n fi«, daß im Handel und der Industrie allgemein« Prosperität herrsch«.„Bei dieser allgemeinen Prosperität,- schrieben sie,„worin die Produktivkräfte der bürgerlichen S-sellschast sich so üppig entwickeln, wie dies innerhalb der bürgerlichen Verhältatsse überhaupt möglich ist, kann von einer wirklichen Revolu» tion keine Rede sein. Eine solche Revolution ist nur in de« Perioden möglich, wo dies« beiden Faktoren, di« modernen Pro« duktivkräste und die bürgerliche» ProduktionSform««� mit einander in Widerspruch gerathen. Die verschiedenen Zänkereien, in denen stch jetzt dt« Repräsentanten der einzelnen Fraktionen der kon» tinentalen OronuagSparrei ergehen und gegenseitig kompromtttiren, weit entfernt, zu neuen Revolutionen Anlaß zu geben, find im Gegentheil nur möglich, weil di« Grundlage der Berhältniff« momentan so sicher� und, was die Reaktion nicht weiß, so bürgerlich ist. An ihr werden all« di« bürgerliche Entwicklung aufhaltenden ReaktionSverluch« ebenso sehr abprallen, wie alle sittlich« Entrüstung und alle begeisterten Prokla» mationen der Demokraten."(6. u. 6. Heft, S. 153.) wir wisse« heute, daß Marx und Engel« Recht hatten. Ab«r bitte« Wahrheiten anzunehmen, ist nicht Jede, mann« Sache. Slll« Jene, die da glaubten, daß zu einer Revolution nichts nöthig sei al« eine gehörige Dosis guten Willen», alle Jen«, die glaubten, man könne«ine Revolution nach Belieben machen, wenn man Lust dazn verspüre— kurz, di« w«iiaui größere Mehrheit der revolutionären Flüchtlinge in England, die damals die radikal« bürgerlich« Opposition gegen dt« europäisch« Reaktion repräsenttrten, sie Alle erhoben sich gegen Marx und Engel». Di«„Reue Rheinisch« Zeitung" verlor ihre Leser «ad mußt« ihr Erscheinen einstellen; im Kommunistenbund brach ein« Spaltung au«, seine lhätigsten Mitglieder in Deutichland kamen durch die Stteber'schen Machinationen für Jahr« hinaus in'« Gefängniß: mit der Aussicht auf eine baldig« E.hedung brach für einige Zett auch di« sozialistisch« Propaganda zuiammen. Mit der politischen Aktion war«» für längere Zeit zu Ende, von 1850 an war Beiden jede literarische Thäugkeit in Deutschland adg«, schnitten, der Bann der Demokraten lastete aus ihnen eb.nso wie d«r der Regierungen. Kein Verleger hält««in Werk von ihnen angenommen, dient. Präg« Dir das ein» recht fest ein, die obigen Aussprüche, und die Moral dieser Aussprüche! — Der Leipziger Srach-Skaudal. ES steht fest, daß die Mit» glieder deS AufsichtSratheS der Diskonlo-Gesellschaft am Ron' tag— 17. Oktober— Morgen Kenntniß von den Berbrechen der kar» dellbrüderlichsn Rillionendiebe Jerusalem und Winkel' mann hatten, und daß sie der Polizei und Staatsanwaltschaft keine Anzeige machten. DieS wird durch eine amtliche Erklärung der Leipziger Staatsanwaltschaft ausdrücklich festgestellt. Durch diese Unterlassungssünde— um den mildesten AuS« druck zu gebrauchen— wurde zweierlei erwirkt:l E r st e n S, daß die kartellbrüderlichen Millionen-Spitzbuben ihre Flucht in aller GemüthSruhe bewerkstelligen konnten. Zweitens, daß die Landtagswahl, welche am Dienstag— 18. Oktober— stattfand, durch die Nachricht der kartellbrüderlichen Millionen-Spitzbüberei nicht beeinflußt wurde. In jedem Falle aber hat der Aufstchtirath sich eines schweren Deliktes schuldig gemacht. Wer ein Verbrechen nicht anzeigt, ist strafbar. Und wer einem Verbrecher zur Flucht verhilft, ist desgleichen strafbar. Mindestens eines dieser beiden Berbrechen— wahrscheinlich beider— sind die Ritglieder de» AufsichtSratheS schuldig. Trotzdem sind sie bis zum heutigen Tag- unbehelligt geblieben. Handelte eS sich um einen sozialdemokratischen Verein, und hätten Sozialoemokraten— wutati» rnutandiR— gethan, was die Mitglieder d«S AuffichtSratbS der Diskonto- Gesellschaft gethan— sie säßen längst hinter Schloß und Riegel. Den Mitgliedern de« AufsichtSratheS ist, wie gesagt, kein Haar ge- krümmt worden. Eine Krähe hackt der andern kein Auge auS. Die Mit- alieder des AussichtSraths sind Kar t-llb rüder, und die Kartell. drüder der Justiz find mit den Kartellbrüdern deS A u f f i ch t S> »atheS ein Herz und eine Seele. Die Mitglieder deS AufstchtS- rathe« sind Kaufleut« ersten Ranges, Geldprotzen. Millionäre— und die Justiz hat einen heiligen Respekt vor Kaufleutm ersten Range«, Geld- protzen und Millionären. Ja, hätten Arbeiter sich der Verbreitung einer Broschüre oder einer Zeitung schuldig gemacht, welch« die Sünden der Justiz, der Kauf. l-ute ersten RangeS, der Geldprotzen und Millionäre mit verdienter Wuchtigkeit geißelt— dann wären die Sünder sofort verhaftet, und Monate und Monate lang in Untersuchungshast gehalten worden, damit kein«„Kollusion" stattfinden kann.-- Di« Herren Aufsichteräthe der Leipziger DiSkonto-Gesellschast aber laufen frei herum— denn die Justiz ist nicht blind.. — Pfaffe«. Der Meineids- Pfaffe von Berlin ist in der ganzen Welt bekannt, und er darf getrost, ohne Selbstüberhebung, das stolze Wort H e i n e' S— mit einer kleinen, durch die Umstände gebotenen Modi- sikation auf sich anwenden: „Und nennt man die schlechtesten Namen, So wird auch der meine genannt." Daß die Prediger der Lüge allesammt mehr oder weniger .stöckein", liegt in der Natur deS Handwerks; und man kann sich deS- halb nicht über daS Benehmen jenes Leipziger Pfaffen wundern, der einer Frau den Rath gab, ihre Kinder hinter dem Rücken des freigeistigen Manne« taufen zu laffen. ihnen also durch Lug und T r u g in den Schooß der Kirche zu verhelfen. Die Geschichte ist vor Kurzem passirt— und „ES ist eine alte Geschichte, Doch bleibt sie ewig neu", «nd in ähnlicher Weise ist sie hundertmal passirt und wird auch noch hundertmal passiren— wir meinen diese spezielle Taufgeschichte; denn daß Psaffen im Allgemeine., zu Lug und Trug auffordern, und ine- besondere die Weiber zur Untreue gegen die Männer zu verleiten suchen, das ist schon millionenmal vorgekommen und wird noch unzähligemale vorkommen— wird vorkommen, solange es Psaffen gibt. — Zu den Chicagoern Angeklagten gehörte bekanntlich auch Oskar Reede, der, weil man ihm absolut nichts Anderes nach weifen tonnte, alS daß er Sew-ltschast-n organifirt,„nur" zu fünf. zehn Jahren Zuchthaus verurtheilt wurde. Er war eben von der Polizei mit eingesteckt worden und mußte nun, nach dem Grundsatz: Mitgefangen, mitgehangen", der OrdnungSmeute mit als Opfer herhalten. ES freut unS, aus nachstehendem Brief, den Neebe aus dem Zuchthaus an einen seiner Freunde geschrieben und der die Runde durch die ame- rikanische Preffe macht, zu erfahren, daß e» Neebe im Zuchth-uS wenig- stens erträglich ergeht— er hat eS eben nicht mehr mit den Chicagoern Ordnungshelden zu thun: „Was mich anbetrifft, befinde ich mich wohl. Das Zuchthaus wrrd fehr sauber gehalten. Der gesundheitliche Zustand ist gut. Wir bekommen zweimal Fleisch den Tag und verschiedene Gemüse. Die Luft ist hier ungleich Keffer alS in der Cook Countp Jail(daS Chicagoer Unter. fuchungSgefängniß!), auch CockroacheS und Wanzen find hier nicht in solch' unverschämter Menge wie dort. Die Disziplin anderer. feit« ist sehr streng— übrigen« in einer solchen Anstalt und unter solchen Gesellen«ine Rothwendigkeit. Wer sich den Regeln fügt, hat keinen Verdruß; man gewöhnt sich daran.... ES ist ein« Bibliothek mit dem Zuchthau« verknüpft, die wohl zu den besten im Staat gezählt wer- den darf; sie enthält 9000 Bände(antike und moderne Literatur in 4 bi« 6 verschiedenen Sprachen).... Der Direktor sowohl als dt« übrigen kein« Zeitung ihre Mitarbeiterlchaft. Marx zog sich auf« britische Museum zurück, begann seine ökonomisch geschichtlichen Studien wieder von vorne an, und legte den Grund zu seinem großen Werk„Da« Kapital". Reben- bei schrieb er für die„Rew-Dork-Tridüne", deren europäischer Redakteur er thatsächlich fast zwanzig Jahr« war. Engel« ging l8S0 nach Manchester, wurde wwder Kommt« in der Baumwollfabrik, in der sein Vater Theil- Haber war, er wurde 1864 selbst AffociS und gab 1369 da« Geschäft «ndgiltig auf. Durch die Firma„Ermen und Engels" auf den Nähgarn- spulen dürfte fein Name mancher Arbeiterfrau bekannt geworden sein, der sein Wirken für die Arbeiterklaffe unbekannt geblieben. Zwanzig Jahre lang waren die beiden Freunde mit kurzen Unter- irechungen getrennt, aber ihr g-'stiger Verkehr wurde dadurch nicht Unterbrochen. Fast täglich schrieb.« sie einander und tauschten ihre An- sichte« über die Vorgänge auf den Gebieten der Politik, deS Wirthschafti- lebenS und der Wissenschaft au«. Dieser Briefwechsel ist erhalten; er wird nach seiner Veröffentlichung eine« der wichtigsten Quellenwerk« für da«»erständniß der Zeit von lSöv— 1870 bilden. In Manchester setzte Engel« neben dem Geschäft sein« Studien fort. Bot Allem betrieb er Kriegsgeschichte und Militärwiffenschaften, deren Unentbehrlichkeit ihm die Kampagne von 1849 klar gemacht hatte, und für die ihm seine Dienstzeit in der Artillerie(alS Einjährig-Freiwilliger) «in« praktische Grundlage bot. Dann vergleichende Sprachlehre— von Jeher seine LieblingSwiffcnschaft, und Naturwissenschasten. Während de« italienischen Krieges von l8S9»eröffentlichte er anonym eine militärische Broschüre„Po und Rhein", worin er einerseits der österreichischen Theorie entgegentrat, der Rh-in müffe am Po»ertheidigt werden, ander- <«it« den„klemdeutschen" preußischen Liberalen, die der Niederlage O-ster- »eichS entgegenjubelten und nicht sahen, daß Bonapart« der gemeinsame Feind war. Sine zweite Broschüre ähnlichen Inhalt«„Savoyen, Nizza und der Rhein" folgt- nach dem Krieg. Während de« preußischen«ili- tärkonflitt« f136S) gab er eine weitere Broschüre herau«,„die preußische Riluärlrage und dr« Arbeiterpartei", worin die Widersprüche und Halb- hetten der Liberalen und Fortschrtttler gegeißelt und-»«gesprochen wurde. eine wirklich. Lösung der Rilitärfrage wie aller andern ernstlichen Fragen könne nur durch die Arbeiterpart., erfolgen. Während de« deutsch-fran- »östschen Kriegs schrieb er-ine R-ch- m,litSr,sch.kr,t, scher Artikel in dl« Londoner„Pall«all Gazette", worin er unter Anderem glücklich war bereit« am 2d. August die Schlacht von S-dan(2. September) »nd den Untergang der fran, östschen Armee vorher, usagen. Hatte während dieser Zeit bereit«-ine ArbeitStheilung der Studien zwischen Mail und Engel« ftattgesunden. so«nlwickelte sich nach Engel« ll.b«rst.dlung nach London(1870) ,-»««ig.nthüml.ch.«.be.tSth-.luug zwischen den Beiden, die ihr Schaffen so sehr gefbrdert hat. Während !0uur fortfuhr, die gemeinsam gefundene Theorie Itzst�'natisch sür die »iffenschasttiche Welt auezuarbeiten und darzulegen, setzte Engel» sich dl« Beamten behandeln mich sehr anständig. Der Direktor RcClaugrhey ist «in Reformer und Philanthrop. Ich habe gefunden, daß er sich recht viel Müh« gibt, durch freundliche Behandlung und Güte zu erreichen, wa« andere durch ZwangSmaßregeln noch niemals erreicht haben..... Sag' meinem Bruder Louis, daß er meine lieben Kinder nicht hierher« bringt, noch auch meinen Bater oder die Mutter— ihrer selbst wegen wünsche ich sie nicht hier zu sehen. Nur er soll mich besuchen.... Die Wochenblätter, die Du mir gesanbt, boten eine angenehme Unterhaltung an den langen, langen Abenden. Mein Zellengenoff- ist ein junger Pole, ein recht netter Mensch. Grüße alle Freunde und Genoffen besten» von mir." Welch ruhigen, leidenschaftslosen— ja, wir können sagen, beschei» denen Ton athmet die« Schreiben I Ein Mensch, der so objektiv urtheilt, wie es hier geschieht, kann k-in gemeingefährlicher Verbrecher sein. Und doch erhielt Neebe eine Strafe, wie sie der gefährlichst« Einbrecher selbst im wiederholten Rückfall kaum erhält. Der ver- kommenste Straßenräuber ist den Geldsäck-n im Nothfall immer noch lieber, als der Proletarier, der für die Emanzipation seiner Klaffe eintritt. — Noch ei« Merk'S für die deutsche« Arbeiter.„Ist wirk- lich eine Nothlage vorhanden, welche beseitigt werden muß, dann kann man diese Nothlage nicht bestehen laffen, bi« sie durch eine solche Enquete auch aktenmäßig festgestellt werden könnte."... Die Forderung einer Enquete verräth„die Absicht, die Beantwortung dieser Frage zu verschleppe n." So Bismarck's Leibblatt, die„Norddeutsche Allgemeine" über den Vorschlag, eine Enquete darüber anzustellen, ob die deutsche Land- wirthschaft wirkich so„nothl-idend" ist, wie die Landjunterbe- haupten, und ob die geforderte Erhöhung der K o r n z ö l l e da« rechte Mittel dagegen wäre. Alse« sich um die Frage der Arbeiterschutz- gesetze, ja nur um da« rn England, der Schweiz rc. durchgeführte Verbot der SonntagSarbeit handelte, da wurde, auf Veranlassung deS durchlauchtigen Patron« der„Norddeutschen", die Erhebung einer Enquete al« unerläßliche Vorbedingung der gründlichen Verjchlep- pung— nicht doch, Erledigung dieser Frag- erklärt. Und diese Enquete ist denn auch so gründlich erfolgt, daß eS selbst mit der Erfüllung dieser brsche.denen Forderung der Arbeiter im Staat der Soziairesorm sehr windig aussicht. Wenn es sich um Verbesserungen ihrer Lage handelt, dann macht man mit den Junkern kurzen, mit den Arbeitern ob-r lang n Prozeß. Handelle es sich aber um Verkürzung ihrer Rechte— ja Arbeiter, daS ist ganz wa» anderes. Merkt'S Euch! — ES gibt«och Richter i«— Pelgie«. Vor einiger Zeit wurde in Brüssel, wie der dortige„Peuple" mittheilt, ein von dem Verein der Handschuhmacheraehilsen auSgeschloff>n-r Arbeiter von seinem Prin- zipal, der sich verpflichtet hatte, nur Mitglieder dieser Organisation zu beschäftigen, aus der Arb.it entlassen. Derselbe wandte sich an das Ge- richt und behauptete, er sei das Opfer de« Handschuhmacherverein«, der unter Streikandrohung seine Entlassung verlangt habe. Die Brüsseler Staatsanwaltschaft benutzte diese Gelegenheit,«>ner Arbeiterorganisation zu Leibe zu gehen, mit Wollust, sie fand, daß die von dem Handschuh- macherverein bewirkte Entlassung des erwähnten Arbeiters ein Eingriff in die Freiheit der Arbeit sei und stellte daraufhin den betreffenden Prinzipal und den Vorstand dr« Hand�chahmachervereins unter Anklage, wurde jedoch in erster Instanz abaewle>en. Ende voriger Woche kam die Sache nun vor da« Brüsseler Appell»- tionsgericht. Der Rechtsanwalt Eugöne Robert, ein dem Sozialls- mas s hr nah. stehender Raoikaler, vertrat mit großem Geschick die Sache de« Handichuhmacherver-in«. Er wies nach, daß der Verein keineswegs die Freiheit der Arbeit angetastet, sondern lediglich den betreffenden Prin- zipal veranlaßt habe, einen von ihm frei eingegangenen Vertrag zu hal- ten, und daß daher weder der Prinzipal, der den Arbeiter weggeschickt, .ivch der Verein der Handschuhmacher, der die Enilassung gefordert, des- halb bestrast werden können. Der G-r chtehof schloß sich diesen Ausfüh- rungen an und sprach beide angeklagte Parteien frei. Eines der wichtigsten Rechte der Aibeitervereine ist somit gerichtlich anerkannt— in Belgien. — Eine Frage«nd ei«e Widerfrage. Daß die Resolution. welche der St. Gauer Parteitag der deutschen Sozialdemokratie in Be- zug auf den Anarchismus beschlossen, den Beifall der A tarchisten nicht finden wüide, war vurauSzulehen. So zieht auch die„Revolte" in ihier Rr. v. b. Nov. tarüber her. Zu dem Satz: JDie Taktik der individuellen Gewaltakte führt nicht zum Ziel" bemerkt sie pfiffig:„Ader sie(die Re- solution) hütet sich, zu präzistren, zu welchem Ziel" und setzt al« witzig fein sollend hinzu:„Daß sie nicht zum Parlament führt, ahnte man bereits." Die„Revolte" mag sich beruhigen, grade dieser Satz rühit ursprünglich von jemand her. der noch zu keinem Parlament kandidirt hat, noch schwerlich je zu einem kandidiren wird. Da« Ziel, über wel- che« sie im Zweifel ist, ist die Befreiung der Arbeiterklasse von»er Herr- schaft de« Kapitaliemus. Ferner erklärt die„Revolte", auch der Satz: „und sie(die Taktik der individuellen Gewaltakte) ist, insofern sie das R-chtsgefühl der Massen verletzt, positiv schädlich und daher verwerflich," lasse sie im„Dunkeln" und fragt:„Verletzt die Thal Reinsdorf'« das Rechtsgefühl der Massen? Ist die Chicagoer Bombe veidammenewerth?" Wir wissen nicht, was die„Revolie" unter der„That ReinSdors's" versteht. Mit Bezug auf die Chicagoer Bombe aber erinnern wir sie Aufgabe, einerseits die Theorie polemisch zu vertreten, wenn sich Segner fanden, die der Mühe werth waren, und anders.it« die großen Fragen der Gegenwart an der Hand dieser Theorie zu untersuchen und die Stellung des Proletariat« ihnen gegenüber zu erforschen. Natürlich war diese Scheidung der Arbeitsgebiete ke ne pedantische; oft arbeiteten sie zusammen, stets tauschten sie ihre Ideen aus. Wie Engels selbst sein Verhältniß zu Marx in wissenschaftlicher Be- ziehung auffaßt- und gestaltete, davon gibt er an verschiedenen Orten Zeugniß. In der Vorrede zur zweiten Auflage seine« Buche«,„Herrn Eugen Dühring's Umwälzung der Wissenschaft," sa t er(S. 10):„Da die hier entwickelte Anschauungsweise zum weitau« größeren Theil von Marx entwick lt und begründet worden, und nur zum geringsten Theil von mir, so verstand es sich unter un« von selbst, daß dies« meine Dar- stellung nicht ohne seine Kenntniß erfolgte. Ich habe ihm das gan,e Manuskript vor dem Druck vorgelesen, und das zehnte Kapitel de» Ab- schnitte« über Oekonom.e(„au» der kritischen Geschichte") ist von Marx geschrieben und mußte nur, äußerlicher Rücksichten halber, von mir leider verkürzt werden. S» war aber von jeher unser Brauch, un« in Spezial- fächern gegenseitig auszuhelfen."•) Der erwähnt-n ArbeitStheilung ist e« wohl zum größten Theil zuzu- schreiben, daß, während die Marx'sch-n Stud en in einem Hauptwerk. dem„Kapital", konzentrirt sind, da« Ergebnlß der Engeli'schen For- schungen in zahlreich-n meist kleineren Schriften»erstreut ist. So ist es aber auch gekommen, daß, währeno man üb-r die UnverständlichkeU von Marx»lagt und die meisten Leute mehr über da«„Kapital" lesen al« dieses selbst. Engel» al« M-lster der populären Da. stellung gilt. f. ine Schriften von allen denkenden Proletariern gelesen werden, und die Rehr- zahl derjenigen, die sich mit dem SozialiSmu« befassen, au« diesen Schriften die Kenntmß und da« Berständmß der Rarx-Engels'schen Theorie schöpft. ») Charakteristisch für Engel« und sein«-rhältniß zu Marx ist auch folgende Stelle au« einem Privatbrief von ihm an einen alten, treu n Genossen, der im vergangenen Jahr verstorben»st. Er sagt da:„Ich habe mein Lebenlang zweite Violine gespielt und glaube e« zu einiger Virtuosität darin gebracht zu hoben, und ich war verdammt froh, daß ich dabei eine so gute erste Biolme hatte wie Marx. Jetzt aber, wo ich in Vertretung der Theorie selbst eiste Violine spielen soll, muß ich mich sehr in Acht nehmen, daß ich mich nicht blamue." (Fortsetzung folgt.) daran, daß die amerikanischen Anarchisten bis in die neuest« Zeit hinei» behauptet haben: diese Bombe sei von einem Handlanger der Polizei geworfen worden. Wenn also die„Revolte" selbst nach der Wirkung, die diese Bombe auf die Arbeiterbewegung gehabt, selbst nach den Opfern, die diese Bombe den A r b e i t e r n gekostet, noch immer im Zweifel ist, dann möge sie gefälligst sich die zweite Frage vorlegen: Wem muß eine Handlung nützen, wenn man al« Urheber derselben die Polizei vermuthet? Und aut der Antwort darauf wird sich wohl auch die Antwort auf die Frage ergeben, über welch« unsre Reso- lution die„Revolte" im Dunkeln gelassen. — Ii« einer Besprechung de S Leipziger Reichsgericht«. UrtheilS gegen N-ve in Nr. 44 der Most'schen„Freiheit" wird hervorgehoben, daß die in diesem Prozeß als„Mitangeklagte" ic. genannten Persönlichkeiten— der Eisendreher Drichal, der Schuh- macher Krause, sowie der bekannt« Weber Groß als angeblich frühere Genossen„offenbar als Staatszeugen figurirten, was die Genossen weit und breit zur Notiz nehmen sollten".„Ferner fällt e» auf, daß all- eigentlichen Spitzel— insbesondere jene, welche N-ve unmittelbar an« Messer lieferten, von den Reich«- Henkern verschwiegen wurden, we.l dieselben natürlich auch ferneihin benutzt werden sollten, was nach Nennung der Betreffenden unmöglich wäre." Was meinen die Herren Peukert und Reuß in London dazu, und wo bleibt die Antwort aus unsre„bescheidene Anfrage" in Nr. 35 deS„Sozialdemokrat", Seite 4, Spalte 1, Herr Peukert? Sollen wir den Inhalt vervollständigen, da Ihr EiklärungStalent Sie so beharrlich im Stich läßt? — Weniger Verständuiß alS für die Geheimnisse der Hinterlader und Magazingewehre scheinen die Heiden leider für die Mysterien de» Christenthums zu besitzen. Wie Kanoniku» Taylor im jüngsten Kuchen» kongreß in Wolverhampton konstatirte, hat der englischen Kirchenmiflion«. gesellichaft die Bekehrung von 865 Heiden oder Moham» m e d a n e r n mehr alS 86,000 Pfd. St., oder rund 10 0 Pfd. St. (— 6000 Mark) per Kopf, gekostet Am theuersten kam die Sache in Persien, Palästina, Egypten und Arabien zu stehen, wo d i« Bekehrung eines einzigen Ungläubigen 11,804 Pfd. St. 9 Sh. 6 P.(-- 236.089 Mk. 50 Pf.!) kostete; am billigst-« in Süd-China, denn hier kosteten 237 Bekehrte nur 7488 Pfd. St. 4 Sh. Ii P. Da« Schrecklichste ist, daß nach Kanonikus Taylor die Mohammedaner in demselben Jahre, wo die Christen nur 865 Proselyten machten, 600,000 Ungläubige zum JSlam be» kehrten, ohne daß eS ihnen einen Heller kostete. Letz- tere Zahl ist nach dem„Daily Telegraph" zwar bed-utend zu hoch ge- griffen, immerhin aber, schreibt die„Münchener„Allgemeine", scheinen die Mohammedaner in der Heidenbekehrung bessere Geschäfte zu machen als die Christen." Es ist aber auch keine Kleinigkeit, einem Naturmenschen die Geschichte von dem Vater, der sein eigner Sohn, und von der Mutter, die ohne zu empfangen Mutter geworden, und von dem Sohn, der gar nicht seines Vater« Sohn war, beizubringen. Hat doch für sie die Jungfernschaft ein Ende, sobald die Magd ein Kind gebar. Die Heiden, ja die Heiden( — Ein recht erbauliches Bild von der zivilisatiouSarbeit der Europäer i» Afrika liefert ein Vortrag, den der Afrika Reisend« Lieutenant W i h m a n n jüngst in der G-sellschaft für Erdkunde in Berlin über seine letzte wissenschaftliche Expedition(Quer durch Afrika, und zwar von der Westküste, südlich vom Congo aus über da« Gebiet de« Kassaistroms, deS Kongobeckens nach Niangwa, und von da die Masser« flraßen des ostasrikanischen Seengebietes entlang nach der Ostküste) ge» halten.„Unter seinen Mittheilungen," berichtet die„Frankfurter Ztg.", „waren die bemerkenswerthesten, daß sich seit seiner letzten vor vier Jahren gemachten Reise in jenen Dist-ikten eine völlige Verände» rung unter den dortigen Stämmen vollzogen. Während früher noch eine g e w iss e ur sp r ü n g l i ch e K u ltu r dort geherrscht habe, sei dieselbe bereits unter den fortpflanzenden Einwirkungen der Entwicklung de« Kongostaates in raschem Hinsterben begriffen. Auch die Tauschmittel änderten sich bereit«; nicht mehr die Kaurimuschel, sonder» europäische Gewehre und Pulver würden tief im Innern AlrikaS von Regeistämmen verlangt, die noch keine Weißen sahen. In & rbindung damit breiten sich ein scheußlicher Menschen» Handel und S klavenjagden aus, wiesie früher nicht bestanden." Gewehre und Pulver statt der harmlosen Kaurimuschel— wie schnell doch die Schwarzen das höchste Erzeugniß der menschlichen Kulturwelt auinehmen l Prächtige Kunden für die alljährlich infolge von Einführung immer neuer Gewehre überflüssig werdenden alten Massen. Freilich wer» den ihre Sitten nicht grade veredelt, ab«r daS ist das geringste U-bel. Treiben e« die Reger zu arg, so liefern sie auf diese Art den besten Grund zu— Annexionen. So denken wenigstens alle praktischen Leute, und diese führen im Vaterlande der Idealisten heute daS groß« Wort. Erst korrumpiren und dann unterjochen, daS ist die Devise, unter der die Kultur nach Afrika getragen wird. — England. Unter den am letzten Sonntag in London von de» Schergen de» Polizeidirektots Warren Verhasteten befindet sich auch, wie der Telegraph meldet, der Abgeordnete Cunningham Gra» h a m, Vertreter für Glasgow. Dieser Mann, der sich durch sei» Mandat verpflichtet hielt, mit seiner Person für die Wahrung eines be» drohten Volksrechtes einzutreten, hat sich vor Kurzem, auf dem Jahre«- kongreß der englischen Bergarbeiter in Edinburgh, offen al» Sozialist bekannt. Aus diesem Kongreß wurde überhaupt, wie I. L. Mahon im„Com- monweal" berichtet, die radikale Richtung vorzugsweise von den schotti» sch-n Delegirten, denen allerdings auch verschiedene englisch« Delegirten f kundirten, vertreten. Diese setzten eS auch, trotzdem die Herren Burk, Fenwick und der ganze offizielle Führerftab dagegen eintrat, durch, daß sich der Kongreß m t überwiegender Rrjorität für die gesetzliche Fest- s.tzung des Achlstundenarbeitstages erklärte. ES heißt dann in dem Be- r»ch» weiter:„Das Parlamentsmitglied R. B. Cunningham Graham hielt einen sehr interessanten und lehrreichen Bortrag, worin er seine formell« Anhängerschaft zum Sozialismus erklärte. Von Herrn Haldane, ebenfalls Abgeordneter, ausgefordert, zu erklären, wie weit er mit den Marx'schen Theorien übereinstimme, antwortete cr:„Herr Haldane hat mich g-srazt, od ich in Herz und Seele mit Karl Marx' Theorien einverstanden bin, und ob ich mir bewußt bin, wozu ich mich damit in Bezug auf die Bergarbeiter-Frage verpflichte? Meine Antwort ist: absolut und vollkommen." Wie eS jetzt den Anschein hat, wird sich wohl bald eine schottisch« Arbeiterpartei bilden, deren Führer Herr Cunningham Graham sein wird. Diese Partei wird vielleicht nicht vollständig sozialistisch sein, ader sie wiid einen großen Forjchritt gegenüber den bisherigen Kampsarten dar- stellen." Daß der Sozialismus in England große Fortschritte macht, zeigt sich auch an den verhältnißmäßig starken Minoritäien, w-lche die Kandidaten der fozia demokratischen Föderation bei verschiedenen, in der letzten Zeit stattgehabten G-meinderalhswahlen davongetragen. Ist es auch nicht grade glänzend, wenn st« z. B. in Bolton in einem Arbeiterviertel 374, bezw. 314 Stimmen erhielten, gegen 985, bezw. 9l4 der konser» vativen Arbelterkandidaten, so sind es doch Zahlen, die sich für dm Ansang sehen lassen können. Weit günstiger ist dagegen da» Resultat von Birmingham, im Stadtbezirk St. Mary'» Ward. Dort erhielt der Soziald mokrat Hadon 759 Stimmen gegen 1016, eine Minorität, die R-jp.kt emflöst. Es geht vorwärts, und die jetzige Tory« Regierung wild das Ihrig« dazu thun» daS Anwachsen der Sozialdemo- tratie noch zu beschleunigen. — Amerika. Es fehlt un» der Raum, alle Einzelnheitm zu v«r» zeichnen, welche über die letzten Stunden und den Tod der Chicagoer Veruriheillen gemeldet werden Wir müssen in diejer Hinsicht unsere Le,er aus die Berichte der Tageepress« v-rweisen, die sich ja grade d»< „Sensationellen" der Sache mit d-m größten B Hägen bemächtigt hat. Ueber den Selbstmord Lingg'S berichtet der Chicagoer Mit« arbeitet de»„Berliner Tag blait": „Am Donn.rstag Morgen um 8 Uhr ungefähr sah ein Wächter durch da« Fenfteichen der Z-llenlhür, daß Lingg ein brennendes Licht erhob, als ob er sich eine Cigarre anzündr» wollte— e« war jedoch eine klein« Bombe in Kerzensorm, deren Dacht er anzündet« und die er dann in den Mund nahm. Ein durch den ganzen Kerker hallender Krach erfolgte; eine kleine Rauchwolke stieg empor, einen intensiven Dynamitgeruch ver» breitend. Der Kopf des Unglücklichen war furchtbar zerfleischt, ein Aug« vollständig herausgeschleudert, die Zunge klebte an der Wand, die ganze Zelle war von Blut überspritzt. Doch lebte der Verletzte noch fünf Stunden und stöhnte furchtbar; er erkannte mehrere der ihn umgebenden Leute; gefragt, ob er Wasier wolle, nickte er bejahend." Ueber die Hinrichtung von Engel, Fischer, ParsonS und Spieß meldet Reuter'S Bureau: „Die Polizei hatte die umfassendsten Borsichtsmaßregeln getroffen. Das GesSngniß, in welchem die verurtheilten Anarchisten sich befanden, sowie die Zugänge zu demselben wurden während der Rächt von starken Abtheilungen von mit Gewehren bewaffneten Polizisten bewacht. In den Arsenalen wurden zwei Wilizregimenter in Vereitschaft gehalten. Die Ruhe wurde indeß nirgends gestört. Keinem der Ange- hörigen der Delinquenten wurde gestattet, dieselben heute früh zu besuchen. Frau ParsonS bemühte sich lebhaft, ihren Mann zu sprechen, allein «S wurde ihr der Zulaß zu demselben verweigert. Di« Verurtheilten durchwachten den größeren Theil der Rächt.... Gegen Morgen schliefen Alle vor Ermüdung«in. ParsonS' Schlummer war indeß ein sehr unruhiger. Als sie erwachten, frühstückten ste, und dann »erlangten Parsons, Fischer und Engel Schreibmaterial, und geraume Zeit hindurch waren sie mit ihren Federn beschäftigt. Der Scheris über- nahm die Manuskripte.... Um 10 Uhr wurde den Verurtheilten ein Schluck Eognac gegeben, worauf sie mit etwas bebender Stimme die „Marseillaise" sangen. Rur Spieß sang laut und sehr stark. Um halb 12 Uhr nahmen sie etwa» Nahrung zu sich, und dann wurden ihnen der Reihe nach die TodeSurtheile vorgelesen. Hierauf begann der Gang nach dem Galgen. Die Verurtheilten wurden in weiße Hüllen gesteckt und gebunden. DaS Schaffst war auf dem Flure des innerhalb des Gesäng» niffes stehenden GerichtSgebäudeS errichtet. Um daffelbe herum befanden sich etwa 2bO Personen, darunter Zeitungsberichterstatter, lokale Poli- tiker und Andere, sowie auch dt« 12 Seschwornen, welche später die Leichen besichtigen sollten. ES war nur ein Galgen errichtet. Spieß betrat zuerst daS Schaffst. Er war ganz gelaffen und schritt unerschrocken nach der ihm bezeichneten Stelle hin. Zunächst kam Fischer und dann Engel, der leichenblaß auisah. ParsonS war der letzte. Sein Antlitz war völlig farblos und feine Gesichtszüge glichen denen eineS GreiseS. Spieß' letzte Worte waren:„Willkommen die Zeit, wo unser Schweigen mächti er sein wird als die Stimmen, die man jetzt erdroffelt." Engel, der völlig auSgelaffen war und zweimal laut lachte, als ihm der Strick um den HalL gelegt wurde, rief aus:„Hurrah für die Anarchie I" Fischer stimmte in diesen Ausruf mit ein und fügte hinzu:„Dies ist der glücklichste Augenblick meines Lebens." Parsons fragte den Scheris, ob er eine Ansprache an die Versammlung halten dürfe. Nachdem die Henker ihre Vorbereitungen vollendet, fiel aus ein gegebene» Signal um 11 Uhr 54 Minuten dt« verhängnißvolle Klappe. Fischer und Spieß starben langsam, und ParsonS' Todeskampf war furchtbar, aber in Ill'/zMinuten hörten allePulse zu schlagenauf. Als daS Leben erloschen war, winden Särge auf das Schaffst gebracht, und als die Leichen hineingelegt wurden, rief der Echertj aus:„Sein Wille geschehe!" Das Komite des Zentralarbeiterocrbandes nahm die Leiche deS Spieß entgegen und brachte sie nach dem Hause seiner Mutter. Die Frauen von Fischer und Parsons nahmen die Leichen ihrer Galten in Empfang, und Engel'S Leiche sowie die Ltngg's wrnden nach einem Hause in Milwaukee Avenue gebracht, vor welchem sich sräter eine große Menschenmenge versammelte. In Folge der von den Behörden getroffenen Loisichtsmaßregeln(es war ein vollständiger Terror oiganistrl. Red.) wurde die Ordnung nicht gestört. Auch die Beerdigung verlief ohne Störung. — Unter unfern Berliner Genoffen ist in Bezug auf die V e> theiligung an den demnächst stattfindenden Stadt- »erordnetenwahlen Meinungsverschiedenheit aus- gebrochen. Ein Theil derselb n hält eS, angesichts der Thats-iche, daß ihnen jede öffentliche Versammlung zum Zwecke der Besprechung der Stadtverordnetenwabl uniiiöqlich gemacht ward, für eine Bemäntelung der Nnger-chlialeit d-s heutigen Systems, wenn sich die Arbeiter trotzdem an der Wahl be- theillgten, zumal sie nach dem gegenwärtigen Wahlsystem doch nur eine verschwindende Minorität in die Stadtvertretung hm inbringen können, und außerdem die THStigleit der Partei auf kommunalem Gebiete tcch immer nur eine sehr geringfügige sein könne. Deshalb sei es geboten, durch vollständige Wahlenthaltung„den schneidendsten Protest zu erheben gegen ein System, daS uns zu vollständiger politischer Rechtlosigkeit verur- theilt." Diejer„lautlose Protist" werde mächt'ge, in das Land hinauSschallen und einen ganz anderen Widerhall finden, als alle sonstigen Proteste zusammen. Gegen diese Anschauung wird von anderer Seite eingewandt, daß gerade auf die Gemeindeverwaltung Einfluß zu gewinnen ein wichtiges Best, eben der Arbeiter sein muß. Es darf nie verg.ss n werden, daß die Gemeinde sich als ein großer Arbeitgeber da> stellt, daß. wenn irgendwo„bedeutsame Beziehungen" zwischen„Kapital und Arbeit" zu finden sind, dies gerade in der Gemeinde der Fall ist."„Gewerbliche Schiedsgerichte", Krankenkenkaffen,„Einrichtungen,"„Vertretung bei der BerusSzenoffenschast land- und forftwirlh chaitl cher Aibeiter" und vor ollem die städtischen Steuern...„das alles sind doch Institutionen, die sich unabweisbar alS Beziehungen zwischen Kapital und Arbeit dar. stellen." Ganz analog den Reichstagswahlen dü>f,n natürlich„die Ge- m« n«wählen nur Mittel zum Zweck sein".„Zemehr durch die Verbote der Versammlungen es uns erschwert wird, in die Agitation einzutreten," desto leichter die Eekenntniß, daß„die Wahlenthaltung kein schn eidender Protest, sondern ein e r w ün s ch t« r und ersehnter Erfolg unserer Gegner i st." Wir stehen den Berliner Verhä.tniffen nicht nahe genug, um uns ein Uith.il darüber herausnehmen zu wollen, inwie>veit die beiderseitigen Voraussetzungen in Bezug auf eine etsprießliche Wahlaktion unter dem gegenwärtigen Zustand zutreffen. Diese aber sind für uns daS E»t- fch idende im vorliegenden Falle. Dies nur im Allgemeinen; wir behalten uns vor, in den nächsten Rummern die hier in Betracht kommende» Fragen im Speziellen zu erörtern. Korrespondenzen. Leipzig, 2. November. Wie in unserm gemüthlichen Leipzig die «erdummungSanstalt jKirch« genannt) Spttzeldienst« treibt, zeigte dieser lag« der Psaffe Schumann, Diakonus an der Peters- Arche. Dies« Stütz- der Ordnung in der E.oche der Putly.Jhring. Sparig wollte eS durchsetzen, daß das geborene Knäblein eine« Arbeiters getauft— de«„Himmels Segen" theilhasttg werde. Er„bemühte" sich während der Abwesenheit des Mannes zur Frau(das ist ja die bekannte Manier dieser schleichenden Apostel, auf solche Weise re'pektiren st« die Heiligkeit der Ehe l) urd stellt« ihr, alS sie ihm gebührend entgegentrat, vor, daß doch die Kirche alle« Gut« u. f. w. u. f. w. Da aber auf diese Weise nichtS anzufangen war. verlegt« er sich auf die Spitzelei, frug, od sie von de,„Partei" etwas wiffe, ob st- den Schumann kenne, der rm Zuchthause gestorben sei(um sie auf die schlimmen Folgen der Partei- zug hörigkett aufmerksam zumachen, ohne Hölle geht es ja bei den Herren Nicht), oder ob sie deffen Frau kenne; erzählte ihr, daß Frau Schumann v>n der„Partei" keine» Pfennig Unterstützung erhalten hätte, daß sich diese Frau an ihn geklammert(!) hätte, um nicht unterzugehen(Lüge!) U. s. w., kurz, ließ alle die Mtttel spielen, mittels deren die hinterlistigen Gauner den Seelenfang zu treiben suchen. Aber alle« vergeben», zu feinem Kummer mußte er sehen, daß die Frau mit dem„Heidenlinde" fein» wiffion(Spitzelei) durchschaut hatte, und so drückte er sich in der Hoffnung, daß die F-au mit ihrem Manne„wohl noch zur Erkeuntniß komme« werde", worauf ihm von der Frau erwidert wurde, e r mdge sich nur recht eifrig mit seinem Sott beschSstigen» aber er soll« sich ja Nicht wieder unierftehen, ihr Zimmer zu betreten. «» ist übrigen« leicht begreiflich, warum d,e Pfaffen jetzt alles aus« bieten, um ihre„Schäfchen der Kirche" zusammenzuhalten; die letzten maffenhasten Austritte der Arbeiter aus der Kirche geben ihnen sehr viel zu denken. Bei dieser Gelegenhett sei erwähnt, daß sich ai läßlich des Falles Jerusalem-Winlelmann, dreier vortrefflichen„Förderer der Revolution" (denn durch solche Krache kommt der Spießer aus seiner Ruhe),«in Pfaffe sich das Leben genommen hat, weil er bei dem Bankkrach« einige Tausend Mark veiloren hatte. Dem guten Manne schienen die irdi» fchen Güter jedenfalls auch mehr werth zu sein als die himmlischen. Der eine Pfaffe suchte Christen zu werben, indem er ihnen m a t e» r i e l l e Bortheile in Aussicht stellte, der andere„verhängt" sich in daS himmlische Reich wegen materieller irdischer Verluste. Welche Werthschitzung der idealen Güter der Kirche I Wichels Traum. Der Michel lag, so lang er war, Jüngst unter seiner FreiheilS-Eich«, Und aasbegierig schwebt sein Aar Hoch über ihm, der„Siegesreiche". Kein rrünes Laub;— die Denkerstirn' Ein einz'ger dürrer Ast beschattet, Was Wunder, wenn das träge Hirn Vom heißen RittagSstrahl ermattet I Nicht träumt er, wie'S sonst seine Lust, Von s-l'ger Freiheit gold'nen Bergen, Ein schwerer Alp drückt sein« Brust, Ihm drohen knutenschwing'nde Schergen. Schweißtriefend er umsonst versucht, D-r Fuchtel Schlag ffch zu entwinden; Nur noch in athemlvser F.ucht Hofft endlich Rettung er zu finden. So rennt er keuchend querfeldein, Die Quäler immer fest im Rücken, Doch plötzlich hätt er fchaud.rnd ein, Starrt vor sich hin mit stieren Blicken. Denn vor ihm steht ein hohes Weib, Verworrnen Haars, in lump' gen F tzeir» Mii fchlott'riaem, zerschund'nem Leib, Hoyläugig, häßlich zum Entsetzen. Sie winkt ihm ein gediet'risch Halt! Des armen M chel« Knie' erschlaffen: Wer bist Du gräßliche Gestalt, Und was Hab' ich mtt Dir zu schaffen? „Ja. wer ich b i n und einmal war, Will ich Dir, Bärenhäuter, sagen: Einst Hab' ich lapl'rer Männer Schaar Der Freiheit Banner vorgetragen. „Gen Roms Tyrannen führte ich Glorreich zum Sieg die freien„Wilden", Ui d trotz'ge Helden trugen mich Auf ihr-n ruhmbekränzten Schilden. „Da warst Du noch voll Kraft und Muth, W>e ich ein Weib in Jug>ndsülle, Ervnmt von edler Fieiheit Gluth, Ein Volk der That, ein Eisenwille. „Dann ließest Du durch Pfaffentrug Dein Hirn mit Weihrauchsduit umnebeln, Für Anweisung auf schnöden Lug Von Räuberhand Dich lnechtisch knebeln. „So sankst, vergessend Deiner Kraft, Tu inimer mehr von StuI' zu Stufe, Du alhm.st kaum, verillavt, verpsafft, Stöhnst unter der Zeitreter Hufe. „Von Dir verlassen, ward auch ich Von D inei Schändern frech geschändet, A.s Fratze ncrd' ich gegen Dich Für Herrenbrauch nur n ch verwendet. „Wenn Deine„Majestäten" heut' Nach Blul und R ab Gelüste spüren, So gibt man Dir ein neu-s Kleid Und zeigt mich Dir, Dich anzuführen. „Dann brüllst Du..VivatI" und„Hurrah l" Getäuscht durch meine frische Schminke, Glaubst Du Dir schon die Freiheit nah, Als ob sie Dir von oben winke! „Dann stürmst Du los in blinder Wulh, Gleich einem auigkh tzlen Stiere, Und erniest für ver off'nes Blut Statt Dank und Ehre— neue Schmiere. „DeS Raubzugs Beute theilen sich Dann die Sckmaiorer mit den Kronen, Und iramer frecher spreizen sich Die Frelheitslchmder auf den Thronen. „Ja, Deinen K üppeln. die zum Sieg G opfert ibre Haut und Knochen, Wüd dankbar, landesväterlich Zum Lohn die Ehre abgespiochen. „Du darfst dann, als ein treuer Hund, Zu Deines Herren Füßen kriechen— A almlich mit dem Maullorb— und Am R�hmesdust Dich trunken ruchen. „Was Du für Dich erobert hast, Führst Tu auf Deinem wunden Rücke«: V r chärste Kmcht ckiast, neue Last, Die immer mehr Dich niederdrücken. „Jetzt, wer ich bin, wird es Dir klar? Und dies Haft Du mit mir zu schaffen: Ich stell' Dir meinen Z immer dar Und w>ll, Du sollst empor Dich raffen! „O Michel, werde endlich wach, W irf von Dir Deine Schlummermütze I Ein Simsoneiaustlchlaa und ein Krach, Ein einz'ger Tag der Kampseshitz«— „Dann bist Du Deine Quäler los, Und über den»erbroeb'nen Thronen Schwingst Du Dein Banner srei und groß, Em Vorbild allen Nationen! „Dann wird mich, die Germania, A ch kewe Schande mehr b> flecken, Ai� W Itb-freter fern und nah Grüßt jedes Volk die deutschen Recken!" Der M'chel, hier im Traum gestört, Kna»> sich b dmll ch deine Ohren: „Wenn das der Büttel hält' gehört» O J-lN.ne,»ch uiät' oeilor-n!' E. Wilm», in der„Rewyurler Volks-Zettung" Sprechsaal. Halle a. S. Ein S ch w i n d l e r schlimmster Sorte sucht ffch bei ausgewiesenen Genoffen einzuführen, indem er vorgibt, aus Berlin, Zwickau und Plauen ausgewiesen zu sein. Derselbe stellt sich taubstumm und sucht sich durch Schreiben verständlich zu machen. Es gelang«inigen Genoffen, diesen Burschen soweit zu bringen, daß«? nicht nur gut hörte, sondern auch«in gutes Mundwerk«nt« wickelte. Ehe ihm jedoch der verdiente„OboluS" ertheilt werden konnte, war er verduftet. Er besaß ein AbgangSattest, welche» auf den Ramm Haß» Ist) f f, Buchbinder(taubstumm) lautete. Daffelbe war in M« r a» in Tirol ausgestellt. Ferner halte er Papiere auf die Namen Ziegler, Marx und Maaß, Buchbinder, auch Cigarrenarbeiter. Er gibt an, auf den Namen Haßloff, Buchbinder(Taubf ummer), steckbrieflich verfolgt zu werden. Auch will er in Plauen i. L. IS Monate Gefingniß alS Taubstummer abg- macht haben. Signalement: Statur untersetzt, Alter 28 Jahre, Haar« blond, ebenso Schnurrbart. Hat auffällig eingedrückte Stumpsnase und trägt grauen Anzug. In Halle war er am Sonntag, den 7. November. Wir rathen, wo er fich zeigt, ihm die offenbar falschen Papier« sämmtlich abzunehmen. Warnung. Wir warnen hiermit vor dem Schwindler und Betrüge» «arl Buhl», wohnhast in Hannover, Steinthorstraße Rr. 4. Derselbe suchte daS Vertrauen der Arbeiter dadurch zu erwecken, daß er sich auf die Namen der bekanntesten Genoffen berief und mtt ihnen auf„vertrautestem Fuße" zu stehen vorgab. Auf diese Weise er« schwindelte erfichGeld, und wir bitten, allerorts vor diese« Betrüger sich zu hüten. Signalement: Figur schlank» Anzug grau, Hut braun, Haare blond, trägt einen Schnurrbart. Alter: 22 Jahre. Reist auch als Ge« treidehändler. Die Magdeburger Senoss«». Zur besonderen Beachtung. Genoffen, die nach der Schweiz kommen, wollen sich— ob politisch kompromittirt oder nicht— vorher mit einem Heimathschci« versehe«, da sie nur mit einem solchen hier Anten t» halt nehmen können. Wir rathen indeffen überhaupt davon ab, in die Schweiz zu komme«, da Arbeit nur in seltenen Fällen zu erhalten ist. Jedenfalls komm« man nicht, ohne daß man vorher bei uns fich befragt. Wir lehnen gegentheiligenfallS jede Berantworlung ab und betone« noch, daß man sich in deutschenllnterstützungsangelegen« heilen lediglich an die bekannten A bgeordneten i« Deutschland wenden mag, denen die Lerwattung der Unter« stützungssonds allein zukommt. Die Züricher Vertrauensleute. Brieflasten der Redaktion: Briefe und Einsendungen rc. sind eingetroffen auS Berlin, Burgstädt, Erfurt, Leipzig, London, Rom baix, Nürnberg, Richmond,(Melbourne) Rhode-Ji« land.— I. Chr. in L.: Wir denken, eS ist an dem in der vorige« Rr. Gesagten genug. der Expedition: Viktoria: Fr. U40 f. Schft.«. B.-rh.«f. noch nicht.— v. L. B.: Mk. S— f. Schft. erh.- Anton: Mk. 4 40 pr. dir. Ab. 4. Qu. u. 80 Pf. alter Rest erh. Mk. 1 40& Cto gutgebr. Bllstg. u. Rachlfg. fort.— A. Mifani B. AireS: Fr. ö— Ab. S. und 4. Qu. pr.St. Gll. erh. Nchlfg. am 11/11. abg.— L. v. L. E.: Mk. 440 Ab. 4. Qu.«rh.— S 4 b: Mk. 6— pr. Afd. dld.«rh.— Spinoza: Bf. v. ö. am S/11, beantw. Schn. Anlangendes«ill vor Allem.— E. P. Dd.: Mk. 4 40 Ab. 4. Qu. erh.-FB.:«k. 440»bon. 4. Qu. erh.— Veilchenstein: siband v. 10. ds. dkd. erh.— L. Hecht Luffalo: (1 Doll.) Fr. 5 10 pr. Schft. erh. Edg. u. Katalog abg.— Emil Com dar: Mk. S— Ab. 4. Qu. erh. Rachliq. fort.—-ckr. N.: Mk. 10 60 Ad. 4. Qu. u. Schst. f. Sch. erh.— AUA: Gewünschtes folgt.— Osenthür: Alles beachtet u. besorgt. Bs. folgt.— Rother Hans: Mit« theilung v. 14/11. geeigneten Ort abggbn.— Amfterd. R. 3). I. Zch.: Stp. bewirkt ratenweise Abzahlg. Qttg. erfolgt stets unter Ortebezeichnung. Beste Wünsche u. Gruß!— St. Roman: Mk. 8 80 Ab 4. Qu. erh. Adr. geordn. Bstllg. folgt. Bfl. mehr.— Claudius: Mk. 42— » Cto Abon. ic. erh. Adr. berichtigt.— Nr. 2002: öwfl. S—» Eto Ab. ic. erh. Ihnen gutkommend pr. 4. Qu. 88 Fr. 2 10. Gewünschtes z. Z. nicht lieserbar.— V. M. SB.: öwfl. 4— pr. Ab. u. Schst. gutgebr. Bstllg. folgt später.— I. K. Z. W. A. O.: Mk.—80 f. Schst erh. Gewünschtes folgt.— Dtschr. Verein Zürich: Fr. 25— sür's Becker« denkmal dkd. erh.— H. van Kol Boudang: Fx. 5174 für'S Becker« denkmal dkd.«rh.— Th. K. Slg.: Mk. 8— Ab. 4. Qu. erh.—«.». B. Z.: öwfl. 2— Ab. 4. Qu. u. Schft.«rh.— L. R. Chbr.: Fr. 25— Dihn. erh., weitere Fr. 5— pr. Ufd. dkd.«erw. Erfragte Qttg. in 42 trägt doch Ihr« Initialen nicht. Bfl. Wettere«.— Rother Franz: Fr. 4— ä Cto Ab. ic. erh. Gruß!—®. L.: Mk. 5— Ab. 4. Qu. und Schft. ic. erh. Bfl. Weiteres.— Rothbart: Nachr. u. Wehrbstllg. vom 14,11. erh. Gewünschtes berücksichtigt.— Heb«: Ihre Reklamation ist uns unverständlich. Warum nicht da, wohin bezahlt wurde? Näheres bfl. — Meiffenlocker: Dank sür Rapport. Briesbringer uns unbekannt. Werden'« Sch. mitlheilen.— Seeflurm: H. F. ist abermals verschwun» den. Wissen Sie, wo er steckt?— Bierbauch: Bstllg. notirt. Gewünschtes am 10/11. an B. F. abgesandt.— Rothe Feder: Alles kommt. Bei Wehrbstllg. unterwegs befindliche RoS. können selbstredend nur in alter Zahl eintreffen.— Triller: P.-K.». 13/11. erh. Adr. geordnet.— Brauner Bär: Nachr. berett» dagewesen. Dank. Wettere« beachtet.— Feuerblum«: Bs. v. 10/11. hier. Antwort demnächst aus« sührttch.- Fuchs: Mk. 250— ä Cto Ad. ,c. erh. Bfl. We>t-re«. Anzeigen. Samstag, den 1». November, Abends S'/, Uhr. im große» (vjUilU) Saale(3 Treppen hoch) d«S Schwanen(Stadt): Heffeutltch« der deutsche» K«tialist<». Tagesordnung: * Religio« und Sozialism«». Zu zahlreichem Erscheinen ladet freundlichst ein Der Lokalausschuß. Jedermann hat Zutritt. Schwitz S»n»II,alch»ll«d»chdruenet v-tttura-MMch,