»«V B' JCBemtetnenfa ... J M»Um s»««l,nlschm Hlunauj, sowie beim V-rleg » dessen belannten«gente» ? HHjegmstnommen. und»war tum »»«auS«ahldar»«, lnB ff«iertels-hrtprel» von: F». stte dieEchweiz(fttmitanb) Rt t,— für Teutschland(Soudttl) ß. 1,70 sie Oesterreich(lio Uderts' tzr. 2.50 für all« übrigen Länder de» weUpostverein» lKreuzbands, Zoserate !MZ, dt» dreigespaltene Petitzeile 2! St». ' 20 Pfg. Der SoMemkrilt Argan der Sozialdemokratie deutscher Junge. Lrscheittt wich««tltch In Zürich(Schweiz). Aerkag der »«»»»»«chhandlmmG Hotttnge«. Zürich. V»ßst«>«»ie» franko gegen frank». Gewöhnliche«rief, , nach der Schweiz kost«« Doppelporto. �51. «riefe an die Redaktion und lirpedition de» in Deutschland und Oesterreich verbotenen.Sozialdemolrat' wolle man unter«eodachwng äußerster Vorsicht abgehen laflm. In der Regel schicke man und die Briefe nicht direlt, sondern an die bekannten Deckadresieu. In zweiselhaften Fällen eingeschrieben. 16. Dezember 1887. te«. 1 b. ti >61 >fl. d« »hllui l. mu so >. no - D, >r. S Ab. Hexet las b > B Srü etl in Zt rh. etlan c. er Schfl folg Sroth - JÜ eitert a C» 50 f« 6/1 i ob b n! fS igun» ar. ronel ti a >. erh de» lugea ü F« Parteigenossen! Vergeht der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! « V S- cu. 30 30 25 40 ** if iK Zur rechtzeitigen Kenntnitznahme. Bei Quartalschluß »M" müssen sämmtliche Briefabonnements-»» baar vorausbezahlt werden. Belastungen auf Conto-Jnhaber finden also nicht statt. Allen Bestellungen auf direkte oder indirekte Brieflieferung ist ohne jede Ausnahme die volle Baarzahlung beizulegen. MM" Alle nicht ausdrücklich wiederbestellten Brief- Abonnenten werden mit Nr. 1(1888) gesperrt. Ersatz für Versandtverluste liefern wir nur gegen Einsendung deS Porto bei Reklamation. Wo anderweitige VezugSgelegenheit geboten ist, sind BriefabonnemcntS unzulässig. Abonnements für die Schweiz erheben wir per Nachnahme, wenn Zahlung nicht mit jedem Quartalbeginn voraus geleistet ist. Einzel-Kreuzbandsendungen ins Ausland sperren wir mit Quartalsablauf, sosern Neubestellung und Geld bis dahin ausbleiben. JPü Sätzediti«» des..S«Mldt««kriü". Zur sozialen Doktrin des Anarchismus. ii. Wollten wir die Most'sche Broschüre im Einzelnen durch- gehen, so würden die Widersprüche, die sich uns bei dem Beispiel von der Schule gezeigt, uns bei jeder neuen Seite de« anarchistisch-kommunistischen Gesellschastsplanes auf's Neue begegnen. Und wie in dieser, so in allen Abhandlungen der sogenannten anarchistisch-kommunistischen Richtung. Der Fehler liegt nicht am. einzelnen Schriftsteller, er liegt in der Sache selbst; der Versuch, zwei grundverschiedene Lehrgebäude auf einander zu propfen, muß mißlingen. Neuerdings ist man anarchistischerseitö sogar soweit gegan- gen und hat gesagt: Anarchie heißt Herrschaftslosigkeit, was wir wollen, ist lediglich ein herrschaftsloser Kommunismus, und da von Rechtswegen kein Sozialist, der nicht auf den Bismarck'schen StaatssozialismuS schwört, von einer Herr- schaft wird etwas wissen wollen, so sind wir eigentlich die kinzig konsequenten Sozialisten. Soweit daS nicht blos eine Ausrede ist, um den vollstan- digen Rückzug zu decken, wird die Sache damit um nichts ge- bessert. Die Herrschaftslosigkeit, die der Sozialismus erstrebt, 'st eine durchaus konkrete, sie bedeutet das Aufhören jeder Klassen Herrschaft, Aufhören jeder Klassen-Unterdrückung, die Herrschaftslosigkeit der Anarchisten ist ein abstrakter Begriff, sie schwebt in der Lust. �_.. „ K-in Gemeinwesen ist denkbar ohne bestimmte Gesetze, seien ste nun geschriebene oder auf Gewohnheit beruhende, kein Ge- Unwesen wirthschaftlicher Natur ist denkbar ohne Verwaltung. �le Gesetze mögen noch so freiheitliche sein, so blnben sie ?och immer Gesetze, die Verwaltung mag noch so eng um- 'chriebenc Funktionen haben, so bleibt sie doch immer eine Verwaltung, die absolute Herrschaftslosigkeit der Anarchisten aber schließt jedes Gesetz, jede Verwaltung auS. ItichtS steht Nach ihr über dem Individuum, denn wenn irgend etwas über ihm stände, so würde damit eine Herrschaft auSgeübü Das Individuum hat daher nur Rechte, aber keine Pflichten, eS genießt absolute Autonomie. Die absolute Herrschaftslosigkeit begreift nothg-drung-n- das wird jeder Anarchist eingestehen- die absolute Autono- wie lSelbstberrschaft) des Individuums m sich. Bei der �eutu�sfähigkeit deS erstem Begriffes setzt daher die St. Galler Resolution durchaus b-rechttgtermaßen der dem begriff der absoluten Autonomie des Jndlviduums ein, der dem kein Drehen und Deuteln möglich ist. Hier, in diesem positiven Postulat, liegt der springende Punkt des Anarchismus. �_... . Sagt nun der Anarchist: ich bin zugleich°uch Kommunist, >° sagt er: ich will eine Gesellschaft, m der die Gesammthe-t dem Individuum gegenüber nur Pflichten, �r kmre Rechte, da« Individuum dagegen der Geiammthelt gegcnuber n fechte, aber keine Pflichten hat— em Undmg, wie die e n- mchste Ueberlegung lehrt. Wenn und soweit die absolute Autonomie des Individuums denkbar ist, so nur in Verbindung mit dem Privateigen- thum. Wo dagegen die Produktionsmittel gesellschaftliches Eigenthum sind, die Produktion eine gesellschaftliche ist, da ist die absolute Selbstherrschaft des Individuums undenkbar. Wer sie will, muß der Gesellschaft die Verfügung über die Produktions- mittel aus der Hand reißen, d. h. er muß den Grund- gedanken des Sozialismus bekämpfen. Mögen sich die Anarchisten noch so sehr dagegen sperren, ihre Theorie ist und bleibt nothwendigerweise antisozialistisch. Indirekt und sicher vielfach sogar unbewußt gestehen sie es auch in ihren Schriften em, indem sie z. B. sorgfältigst vermeiden, von der organisirten Gesellschaft im Sinne einer Einheit zu reden. Die Gesellschaft ist ihnen ein Konglomerat fteier Gruppen, die an Stelle der früheren Eigenthümer getreten sind und Alles hübsch untereinander regeln. Od aber das von Einzelpersonen oder von freien Gruppen— Privateigenthum bleibt Privateigenthum. Während der Sozialismus die Ueberführung der großen Produktionsmittel in den Besitz der organisirten Gesellschaft erstrebt, um ihren planmäßige» Betrieb im Interesse der Ge- sammtheit zu sichern, stellt der Anarchismus nach der von ihm vorausgesetzten sozialen Liquid, tion„Alles zur Verfügung Aller". Diese„Alle" bemächtigen sich gruppenweise dessen, was sie grade bedürfen. Jede gesellschaftliche Kontrole wird gründ- lich perhorreszirt.„Und anstatt die Gesellschaft von oben nach unten, vom Zentrum nach der Peripherie errichtm zu wollen, lasse man sie sich durch den freien Bund der freien Gruppen frei vom Einfachen zum Zusammengesetzten organisiren."(Krapot- kin: L'Anarclüe dans rövolution sociale— Die Anarchie in der sozialen Entwicklung, S. 28.) Frei, frei, frei, frei, nur nicht vom Zentrum zur Peripherie, das klingt wunderschön und einleuchtend, ist aber leider nicht neu. Wer sich die Mühe gibt, die Literatur des bürgerlichen Liberalismus, der Bentham, Bastiat, Faucher:c. zu lesen, kann da« Alle«, mit Ausnahme der„freien Gruppen", schon dort finden. Sind nun aber die„freien Gruppen" etwas so Vortreff- liches, wie der Anarchismus uns ankündigt? Wir bezweifeln es vorläufig sehr. In der heutigen Gesell- schaft hat sich wenigstens der Gruppen-Egoismus um nichts schöner und anmuthiger gezeigt als der Einzel-Egoismus. Und es ist nicht abzusehen, warum dieser Egoismus in der Anarchie abnehmen sollte. Im Gegentheil, da er der einzige Schutz des „freien" Gesellschaftsinsassen ist, so muß er sich noch viel schärfer ausprägen. Es läßt sich sehr schön in Büchern und Abhandlungen ver- kündigen, die Gruppen werden sich nach Gewerken und diese wieder untereinander föderiren und so die allgemeine Harmonie begründen, leider sind die Müschen nicht so willig als die Feder und nicht so geduldig als das Papier. Grade das' Motiv, das heute in der Arbeiterklasse am mächtigsten zur Berbandsbildung wirkt, fiele Z. B. für die„freien" Gruppen hinweg: der Klassenkampf gegen die Ausbeuterwelt; es blieben ihnen nur die Motive, die heute die Unternehmerverbände zu- sammenführen: die Wahrung von S o n d e r i n t e r e s s e n gegen- über den anderen GesellschaftSelcmenten. Nun muß man sich blas den Raum vorstellen, auf dem sich das Alles vollziehen soll— die ganze heutige Kulturwelt—, um das Illusorische— um keinen schärferen Ausdruck zu ge- brauchen— der Vorstellung von einheitlichen, den ganzen be- treffenden Geschäftszweig umfassenden Produktions-Organisa- tionen einzusehen. Die„fteien" Gruppen bleiben nur solange und insoweit vereinigt, als ihr gemeinsames Interesse gegen die Gesammtheit der außer ihnen Stehenden für sie mehr ins Gewicht fällt, als die Sonderinteressen jeder einzelnen gegen die übrigen Mitgruppen. Sie schließen heute em Kartell, um morgen unter sich den ftisch-fröhlichen Konkurrenzkampf fort- zusetzen den sie im Interesse der„absoluten Freiheit" aus der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft hinübergerettet. Genau wie für diese, gelten auch für die anarchistische Gesellschaft die Gesetze der Konkurrenz. Das ist keine tendenziöse Entstellung, daS ist die nothwen- dige Konsequenz der wesentlichen Forderung des Anar- chismus. Sobald jede regulirende, ja selbst kontrolirende Ein- Wirkung der organisirten Gesellschaft ausgeschlossen wird, wird die Konkurrenz als die Alleinherrscherin proklamirt. Die gesellschaftliche Harmonie lediglich durch die Konkurrenz und das zur Einsicht gelangte Interesse zu erreichen, ist nun ein durch und durch bürgerlicher Gedanke, das Gesell- schaftsideal der Anarchisten deckt sich hier vollständig mit dem Gesellschaftsideal des bürgerlichen Liberalismus. Man könnte einwenden, daß die Anarchisten den Gedanken wenigstens bis in seine letzte Konsequenz durchführen wollen, während der Liberalismus inkonsequent auf halbem Wege stehen blieb, aber Wollen und Können ist eben zweierlei, gewollt haben es die Theoretiker des Liberalismus auch.„Nur keine Einmischung von oben nach unten, von dem Zentrum nach der Peripherie, Alles macht sich von unten viel besser, ganz von selbst, durch die natürliche Gewalt der Dinge"— in welcher liberal-ökonomischen Abhandlung haben diese Worte gefehlt? Und sie fehlen in keiner anarchistischen Schrift. Die natürliche Gewalt der Dinge muß wahre Wunder bewirkm. So heißt es in der bereits zitirten Schrift Krapotkin's: „Freiheit dem Individuum I Nehmet Kieselsteine, sagte Fourier, legt sie in eine Schachtel und schüttelt sie, sie werdm sich von selbst zu einem Mosaik aneinanderreihen, das ihr nie fertig bekommen werdet, wenn ihr Jemand den Auftrag gebt, sie harmonisch zu gruppiren." Leider sind die Menschen keine Kieselsteine und folgen noch anderen Impulsen als den Gesetzen der Physik. UebrigenS, welche Freiheit, durch außer uns liegende Faktoren, durch einen Dens ex maciuna in die rechte Lage„geschüttelt" zu werden I AuS Frankreich. Die PrSsi�entschaftSkrisis und die revolutionäre Arbeiterschaft. lFllr den„Sozialdemokrat" von einem sranzSsischen Genossen.) ... MS die Krisis ausbrach, hieß es und mit Recht, die Sache sei angestiftet, um Boulanger zu treffen. Man hatte geglaubt, ihn in den Skandal der Ordensverschacheret und der Vergebung von Militärliefe- rungen gegen Trinkgeld zu verwickeln, und daher gegen alle Regeln der militärischen Etikette den General Caffarel durch Polizisten in bru- talster Weise verhaften lassen. Aber hinter der Affäre Caffarel und Bou- langer steckte noch eine andere, viel ernsthaftere: die Affäre Grevy, der auS der Prästdentschaft herausgegrault werben sollte. Und der Mann, der alles das angezettelt, ist Herr Jules Jerry. Der Tonkinese, wie er genannt wird, war seiner Opportunisten sicher; er gebot über 250 republikanische Stimmen, die zusammen mit denen der Rechten, auf die er rechnen zu können glaubte, ihm eine Majorität im Kongreß(gemeinsame Versammlung von Deputirtenkammer und Senat) sichern mußten, wenn es galt, den PräsidentschaftSposten neu zu besetzen. Die Rechnung klappte; alles reizte, den Streich zu wagen, und er wäre auch gelungen, wenn sich nicht die Volkimassen. geleitet von den revolutionären Sozialisten, eingemischt hätten. Jerry setzte als geriebener Taktiker alles ins Werk, was seinem Plan Gelingen versprach. Er lieserie oder vielmehr lieh dem Journal„DaS n e u n z e'h n t e Jahrhundert" alle Schriftstücke auSliejern, die nöthig waren, Wilson und dessen Schwiegervater Grevy zu kompro» mittlren. Es heißt sogar, daß der Leiter der genannten Zeitung, Por« talis, mehrere hunderttausend Franken bekommen hat, um das Gewerbe des Angebers zu übernehmen. Als ehemaliger Vonapartist ist er dessen unzweifelhaft sähig. Die Enthüllungen, die es nun hagelte, und die die Schmutzgeschäft« Wilson und die ganze Erbärmlichkeit Grevy's bloslegten, dieses Bauern aus den Bogesen, der, Advokat geworden, sein Lebenlang unsaubere Spe- kulanten vor" den Gerichten vertheidigt und, zur Prästdenischaft erhoben, Leuten wie den Guanohändlern Dreyfuß mit Rathschlägen geHolsen hat, alle diese Enthüllungen, die obendrein durch die zynischen Geständnisse der Frau Limousin und ihres Zuhälters Lorentz gewürzt wurden, versetzten das Publikum in nicht geringe Verwunderung. Wie, der unbescholtene Grevy ein Erzgauner, daS Elysee(der Präsidentschastspalast) eine „Spitzbubenhöhle", wie sich das„59. Jahrhundert" ausdrückte? Das war unglaublich. Selbst die Abgeordneten, welche an den Ferry'schen Schmutzgeschäften theilgenommen, erklärten, da« sei zu viel, Grevy müsse den Platz räumen. Aber das Sonderbarste bei der Sache war die Haltung der großen Masse des Volkes. Dasselbe las die Blätter, welche die Skandale ent> hüllten, mit Neugierde, zeigte indeß nur mäßige Entrüstung. ES glaubte sich einem, zu seiner Unterhaltung aufgeführten Schauspiel gegenüber und riß Witze über dasselbe. Während der ganzen Krise wurden massenhaft KoupletS verkaust, wie: ,.O welches Pech, einen Schwiegersohn zu haben," „Du hast mich in den Backtrog gelegt,"-c., die mit vielen Kalauern die Skandalgeschichten der Präsidentschaft erzählten. Der Pariser kaust« sie, sang sie, und war zufrieden. Al« der alte Grevy hinter diese Indifferenz deS Publikums kam, sagte er sich, daß die» noch nicht der Moment sei, seinen Platz zu räumen. Um ihn zum Abgang zu zwingen, stürzte Clemenceau das Ministerium Rouoier. Grevy halte Rouvier erklärt, er falle mit ihm, als aber sein lieber Minister gestürzt war, vergaß er sein Versprechen. Er beries Clemenceau, was er nie zuvor gethan— er hatte erklärt, so lange er Präsident sei, werde Clemenceau nie Minister werden— und bot ihm an, ein Ministerium zu bilden. Der Führer der radikalen Partei erklärt ihm rund heraus, er nehme diese Mission an unter der Bedingung, daß er, Grevy, seine Entlassung gebe, woran der Dreyfuß-Mann nicht dachte. Er berief einen einflußreichen Politiker nach dem andern, aber alle lehnten ab. Ss war ein richtiger Ministerstreik, und so blieb ihm nichts als abzu- danken. Nun begann eine neue Komödie, er versprach, seinen Rücktritt zu erklären, aber immer erst am nächsten Tage, wie der bekannt« Barbier, bei dem man stet»„morgen" gratis rastrt wird. So schleppte er acht Tage hin, die Situation wurde immer unhaltbarer und die Geschäfts- welt wurde unruhig. Endlich entschloß sich Herr Grevy und erklärte bestimmt, er werde Donnerstag, den 5. Dezember, den speziell dazu zu- sammenberusenen Kammern seine Entlassung übersenden. Kaum hatte Ferry den alten Spitzbuben zu diesem Opfer getrieben, so lieh er seine Batterien spielen. Die Radilalen, die sich blindlings in die Falle gestürzt und Grevy mit allen denkbaren Beschimpfungen über« schüttet hatten, bekamen Bauchgrimmen, als sie sehen mußten, wie am Horizont die Präsidentschaft Ferry ausstieg. In ihrer wahnsinnigen Angst Uesen sie zu Grevy, um ihn zum Bleiben zu bewegen, womit dieser natürlich sehr zufrieden war. Nochesort sprach das bezeichnende Wort der Situation:„Die Radikalen ziehen einen Diener, der sie bestiehlt, einem Banditen vor, der sie erdrosseln will." Nie sah man Widerlichere» und Lächerlicheres als diese Furcht der Radikalen. Da vollzog sich in der Bevölkerung ein Umschwung. Da» Gespenst de» AushungerungS-Ferry, de« Eholera-Ferry, des Bismarck-Ferry auf dem Präsidentensessel rief die Entrüstung de» Volkes wach. Noch dümmer alS feige hatten die Radikalen es nicht gewagt, an das Volk zu appelliren, obwohl sie erkannt und auch erklärt hatten, daß die» daS einzige Mittel fei, auS der schrecklichen Verlegenheit herauszukommen. So ergriffen denn die Revolutionäre die Gelegenheit beim Schöpfe: überall organisirte man Meetings, und die Mauern von Paris bedeckten sich mit Plakaten, in denen das Volk ausgesordert wurde, die Republik, die„in Gefahr schwebt", zu retten. Ein Anschlag, der in großen Buchstaben die Worte enthielt: Nieder mit Ferry! übte einen mächtigen Einfluß aus. DaS war der Moment, in dem die Herren Possidilisten intervenirten; sie ließen ein Plakat anschlagen, in dem sie höchst revolutionär von der FSulniß der Bourgeoisie, von der Armee von 30.000 posiibilisttschen Wählern sprachen, aber das damit schloß, das Volk möge ruhig und Zeder hübsch zu Hause bleiben. Dieses Plakat paßt- so gut in daS Spiel F-rry's, daß es vielfach heißt, es sei von den Ferrysten bestellt und bezahlt worden. Die Agitation der revolutionSren Sozialisten schlug ein: am ersten Dezember belagerten 15,000 Menschen die Deputirtenkammer mit dem Rufe: Nieder mit Ferry! Ins Waffer mit Ferryl und überhäuften die des Ferryimus verdächtigen Abgeordneten mit Verwünschungen und Drohungen. Grevy, der diese Demonstration gegen Ferrq für eine Auf- forderung der Bolksmaffen an ihn hielt, zu bleiben, ließ, statt seine Tntlaffung zu geben, wie er feierlich versprochen, der Kammer sagen, er habe seine Ansicht gewechselt. Die Deputirten aber kriegten Furcht vor der Agitation im Volke, die, wenn sie fortdauerte, zu allem Mög- liehen führen konnte, und erklärten, statt auseinander zu gehen, ihre Sitzung in Permanenz, biS der Präsident ihnen eine endgültige Antwort geschickt haben werde. Man sprach sogar davon, zum Kongreß zusammen- zutreten und in der Verfassung eine Aenderung anzubringen, auf Grund deren eS möglich wäre, den Präsident abzusetzen. Da endlich begriff Grevy, daß er gehen müsse, und ließ um sechs Uhr der Kammer mittheilen, daß er am nächsten Tage, den 2. Dezember, seine Entlassung geben werde, was er denn auch that. Aber an diesem Tage gab es bereits 50,000 Manifestanten, und e« kam zu Kollisionen mit der Polizei und den berittenen Munizipalgarden. In der Meng- fing eS an, zu gähren; wenn die Krise fortgedauert hätte, würde eS Sonnabend und Sonntag Abend mehrere hunderttausend Menschen in den Straßen gegeben haben. In den Werkstätten in den Vorstädten wurde daS Schlagwort auSge- Sben, in allen Stadtvierteln bildeten sich Komttes, die die Namen und dressen der Händler notirten, die Waffen oder chemische Produkte feil- hatten, und die Inbesitznahme derselben organistrt-n. AuS der Provinz kamen D-legtrt» und thetlten mit, daß ihr- Gruppen bereit wären, sich mit Paris zu erheben, wenn Ferry gewählt würde. Man stand am Vorabend einer Schlacht, die Samstag Abend ihren Anfang genommen hätte.— An diesem Tage, den<> Dezember, schickten alle Gruppen Dele- girte ins Stadthaus, um die aus Versailles, wo der Kongreß tagte, einlaufenden Berichte entgegenzunehmen, und alles war bereit, dieselben sofort den Arbeitervierteln zu übermitteln. Der Gemeinderath.(die Fraktion der autonomistischen Republikaner— nicht die Poffibilisten— würde sich erhoben haben) empfing die revolutionären Delegirten und stellte ihnen einen Saal zur Verfügung. Die Demonstrationen an den beiden vorhergegangenen Tagen hatten die Deputirten und die Senatoren im Kongreß bereits so erschreckt, daß, als sie erfuhren, daß die Delegationen der revolutionären Gruppen im Stadthaus in Permanenz seien, sie glaubten, die Kommune sei proklamirt. Im Gefühl dieser Furcht vollzog sich die Abstimmung. Wenn Ferry durchfiel, so geschah-S Dank den von den revoluttonären Sozialisten und den sozialistischen Radikalen geleiteten Volksdemonstrationen. Die possibilistischen Führer rührten sich nicht, aber ihre Soldaten waren mit den Revolutionären; man wird Ersteren ihr f-ig-S und unehrliches Verhalten nicht vergessen. Das Parts der großen Tage war plötzlich wieder erwacht: es hätte sich verzweifelt geschlagen. Vielleicht wäre es besiegt worden, denn die peinlichsten Vorkehrungen waren getroffen, aber dieser Sieg wäre den Männern der Ordnung theuer zu stehen gekommen. Wie aus der vorigen Nummer unsres Blattes ersichtlich, stimmt die hier entwickelt« Auffassung der Pariser Vorgänge im Wesentlichen mit der unsrigen überein. Es wäre oder vielmehr es ist der schlimmste Dok- trinarismus, die Einmischung des arbeitenden Volkes in den Präsident- fchaftskonflikt unter der Motivirung zu verwerfen, der ganze Streit sei eine innere Angelegenheit der herrschenden Bourgeoisie und gehe die Arbeiter nichts an. ES kann den Arbeitern zunächst durchaus nicht gleich- gültig sein, ob ein Mann die oberste Leitung der Republik in die Hand bekommt, der erklärt, die Gefahr sei auf der Linken, d. h. der den reaktionären Elementen alle denkbaren Konzeffionen machen will, um die „Kanaille" in Schach zu halten, hängt auch von Einem Mann die schließ- ltche Entwicklung der Ding« nicht ab, so vermag er doch der Bewegung viel Schaden zuzufügen, ihr viel unnütze Opfer zu bereiten. Dann aber liegt es grade im Interesse der Arbeiterklasse, die auS tausend Gründen in den heutigen Parlamenten nie einen entscheidenden Einfluß gewinnen wird, wenn solche Fragen wie die diesmalige Prästdentenwahl nicht auS- schließlich von den Intriganten der Kammern entschieden werden, sondern daß so oft wie möglich von draußen her ein Wort mitgeredet wird. Das ist namentlich dann am Platze, wenn eS sich, wie diesmal, um einen Protest, um die Verhinderung der Wahl eines Mannes handelt, der die Politik der systematischen Abwiegelung repräsentirt. In ihren persön- lichen Sympathien haben sich die Massen oft geirrt, in ihren Antipathien selten. Falsch ist eS unsres Erachtens auch, zu sagen, ein Einschreiten der Volksmassen ist erst dann am Platze, wenn die Republik wirklich bedroht ist, wenn ein Staatsstreich im Ernst versucht wird. Dann ist ei vielmehr meist zu spät. Daß das Pariser Volk im richtigen Moment intervenirt hat, zeigt nichts deutlicher als der Wuthschret der reaktionären Bourgeoisie, der in Deutschland verständntßmntgen Wiederhall gesunden. Mehr zur wirthschaftlichen Entwicklung. (Eingesandt.) Ein recht bezeichnendes Bild der heutigen Produkttonsverhältnisse liefert die Strohhutfabrikation. Von einem der rentabelsten Geschäftszweige ist diese Branche in den letzten 5—6 Jahren so„auf den Hund gekommen", daß die„armen" Fabrikanten schier aus der Haut fahren könnten, oder vom sozialökono- mischen Standpunkt aus betrachtet:„Das kapitalistische System mit der so viel gepriesenen freien Konkurrenz hat in dieser Branche so abge- wirthschastet, daß nur die sozialistische Produktion als rettender Engel gesundere Verhältnisse schaffen kann." In dem Fabrikantenorgan„Dresdener Strohhut-Zeitung" macht ein Einsender— anscheinend Grobfabrikant— seinem Herzen Lust und schreibt ziemlich treffend wie folgt: „An wem liegt'S? „An wem liegt'S, daß unsere Branche, die noch vor einem Jahrzehnt eine der besten war, in ihrer Rentabilität so zurückgegangen ist? „Da ist zunächst die Nähmaschine gekommen, die hat unS so leistungsfähig gemacht, daß Viele von unS geglaubt haben, eS sei nun ganz in der Ordnung, wenn wir die Hüte im Preis- herabsetzen. Also der ganze Vortheil, den unS die Nähmaschine gebracht, ist von dem größten Theil der Fabrikanten bescheiden(o diese Tugendengel!) für sich abgelehnt und Anderen überwiesen worden. Ganz ädnlich ist eS auch mit dem Import von Shinastroh gewesen. Durch daS Chinastroh waren wir in den Stand gesetzt, auch für Leute, die wenig Geld haben, bei einer für uns noch leidlich günstigen Kalkulation einen sehr billigen Strohhut liefern zu können. Das genügte Bielen von uns nicht, sie wollten einen spottbilligen Hut liefern. Es kamen Preis« auf, bei denen man sich fragte, was ist an dem Hut eigentlich bezahlt? Die betreffenden Fadrikanten lehnten abermals allen vortheil, den die maflen- haste Einführung eine» billigen und sehr brauchbaren Geflecht« hätte bringen können, bescheiden für sich ab. er wurde abermal» Anderen überwiesen. So sind zwei wichtige ge chäftliche Neuerungen, welch« bei normaler Ausnutzung für die Branche von Segen sein konnten, nur Ursache zu Herabsetzung der Preise geworden. Und wie hat sich in der- selben Zeit, in welcher die Nähmaschine und das Chinastroh so einfluß- reich geworden, das Geschäft erschwert. Die rasche Leistungs- fihi gleit hat eS mit sich gebracht, daß die Grossisten und Detail« listen bis zum letzten Augenblick mit ihren Bestellun- gen warten. Trotz dieser notorischen Zurückhaltung ist e« Mode ge- worden, statt, wie früher zweimal, jetzt vier- bis fünfmal auf die Reise zu gehen und damit womöglich schon vor Pfingsten, also vor Ablauf der alten Saison zu beginnen.(Ist im Vorjahr lhatsächlich mehrfach vor- gekommen.) Die rasche Leistungsfähigkeit verführt auch zu einem noch rascheren Wechsel in den Moden. Ran gibt sich gar nicht mehr die Mühe, gute Formen besonders zu poussiren, man legt immer ReueS vor und meint:„Wer Vieles bringt, wird Jedem etwas bringen", aber daS bedenkt selten Einer, daß er sich mit den übergroßen Formensvesen nur selber ums Geld bringt, und daß auf diese Weise die beste Form nicht zum Durchschlag kommen kann. „Ist auf der einen Seite daS Unterbieten im Preis« ein Mal- heur, so ist eS das Ueberbieten auf dem Gebiet der NouveautoS nicht weniger. Es wird fortwährend oersucht, man sabrizirt oft gar nicht mehr, sondern experimenttrt und daS kostet immer Geld, fordert Opfer an Zeit und wir setzen unfern Fleiß an nutzlose Dinge. Das Konzen- triren der Fabrikation aus wenige Monate hat auch die Arbeitskräfte im Preise gesteigert, wenn auch daS noch zu übersehen sein mag. Kurz, wir haben alle Bortheile der neuen Fabrikationsmethode abgetreten an Andere, und alle Uebel, wie die gesteigerten Spesen, die Unsicherheit der Dispositionen, den raschen Modewechsel behalten— kein Wunder, wenn Niemand mehr etwas verdient. „Wem kommt nun eigentlich die Differenz, der Ausfall an Verdienst, zu Gute? Etwa dem Grossisten? Kaum! Er hat jede Preisermäßigung, jeden„Erfolg" im Preisdruck, sofort auch seinerseits ebenfalls der leidigen Konkurrenz wegen, wieder abgetreten und zwar zunächst an den Detaillisten. Aber hier bleibt der Vortheil auch nicht sitzen. Man lese nur in den Schaufenstern die Preise. Buch hier hat eine unsinnige Kon- kurrenz Unheil angerichtet. Die einzige Partei, die bei dem ganzen Handel sich in's Fäustchen lachen kann, ist daS Publikum, dieses vielköpfige Ungeheuer, daS nicht einmal EtwaS davon weiß, welch« Opfer ihm an Intelligenz und Kraft gebracht werden, wie man ihm in einem übermäßigen Furchtgefühl vor der„Konkurrenz" in letzter Linie alle Vortheüe zuschiebt. „ES wäre dem Publikum wahrhaftig aleichgiltig, wenn eS für den bil- ligsten Mottledhut 15 Pf. und für da» Mittelgenr« 30 Pf. mehr bezahlte. Sieben lange Monate wird«in Strohhut getragen, es müßte der Träger ärmer sein wie eine Kirchenmaus, wenn ein solcher Betrag für ihn in Frage käme. Dieser geringe«uffchlag würde unsere Branche zwar auch noch nicht unter die lukrativen Gewerbe erheben, aber eS würde wenig- stens nichts mehr zugesetzt, eS würde unsere Mühe und Arbeit nicht mehr vergeudet an«in ärgerlich aufregendes Geschäft, von dem wir genau wissen, daß es unS unter den obwaltenden Verhältnissen nicht vorwärts, sondern nur rückwärts bringen kann. „Di- einzige Ursache zu dieser ganzen Misöre ist die gegenseitige Angst vor uns selber oder mit anderen Worten, vor der Konkurrenz. Als wenn heute noch etwas eingebüßt wäre, wenn unS ein Anderer einen Auftrag wegschnappt! Ich für meinen Theil bin auf dem Standpunkt angelangt, fort mit Schaden, soll'S ein Anderer machen, wenn ich nichts dabei verdiene und ich habe gegenwärtig die Genugthuung, man kommt vereinzelt doch wieder. „Wo soll auch ein dauernde» Geschäft herkommen, wenn Jemand Auf- träge übernimmt, von denen er nsr weiß, daß er Arbeit, aber keinen V-idienst hat? Nach einer Richtung muß er sich helfen, und dann gibt'S die bekannten Differenzen. „Soll daS so fortgehen? „Ich bin der Meinung, eS würde rasch besser werden, wenn wir unS «in wenig mehr Ruth anschaffen, unfern Abnehmern gegenüber. Kalkuliren wir mit einem unbedingt nothwendigen, wenn auch bescheidenen Nutzen und halten wir daran unter allen Umständen fest. Insbesondere möchte ich daS den kleinen Fabnkanten zurufen, die sich jetzt meist schlechter stehen wie vor Jahren, als sie noch Presser gewesen. Ohne Kapital, ohne Hilfsmittel, mit oft sehr beschränktem Kredit würgen sie und quälen sich und bringen doch nicht mehr weg» wie den Mund bei allem Aerger und Sorgen ob- ndrein. „Di- Geflechte sind im Preise gestiegen, die Saison ist da, benutzen wir diese Konjunktur zu einem vernünftigen Aufschlag. Wollen wir uns denn immer die Ohren voll lamentiren, wie bisher, und«S beim Alten lassen? Freilich, Mulh müssen wir un» anschaffen, wir müssen sogar den Muth haben, die Produktion«in« z u s ch r ä n k e n, wenn man unS keinen berechtigten Gewinn zukommen lassen will. Haben wir unS soweit ausgerafft, dann wird und muß ein« Besserung eintreten." Solche und ähnliche Artikel, der eine mehr klagend als der andere, füllen tagtäglich die Fachblätter und zum Theil auch die kommerziellen Spalten der sonstigen bürgerlichen Presse. „Soll das so fortgehen?" ist der stereotype SchmerzenSlchrei, und die gegen die mißlichen industriellen und kommerziellen Verhältnisse rmpfoh- lenen Palliativmittel kennzeichnen nur die in den betteffenden Kreisen herrschende Rath- und Thatlostgkett. Die gemachten Borschläge zur Besse- rung bleiben nur im Reiche der Illusion, da sich kein Mensch daran kehrt. An Versuchen, t e l l e zu bilden, z. B. im Jahre hauptsächlich um „T r u st"- R i n g e oder Fabrikanten-Kar- hat eS auch in dieser Branche nicht gefehlt; so tagte 1835 ein Strohbutsabrikanten-Kongreß in Dresden, eine einheitliche Kalkulation einzuführen, und für die billigen Chinastrohhüte Minimalpreise festzusetzen. Der Versuch scheiterte kläglich, da der Kapitalismus eben kein« Einschränkungen verttägt, und nun wird weiter geschleudert. Daß unter dieser Misöre grade die Arbeiter und Arbeiterin- nen(diese Branche beschäftigt viele Mädchen und Frauen mit dem Nähen und Garniren der Strohhüte) sehr zu leiden haben, ist selbstver- ständlich. Fast jedes Jahr— solange Schreiber dieses in der Branche arbeitet — sind die Arbeitslöhne herabgesetzt worden, besonders die für die weiblichen Krätte. Der Mangel jedweder fachlichen Organisation und daS vermehrte Angebot weiblicher Arbeitskräfte mag die Hauptschuld daran tragen. Letzterer Umstand hat jedenfalls auch viele größere Fabri- kanten veranlaßt, wahricheinlich aus Bescheidenheit, von den zu Hauie arbeitenden Näherinnen— größtentheils verheirathete Frauen— die Selbstanschasfung einer Nähmaschine zu verlangen, wenn st« Arbeit erhalten wollten. Daß sich die Fabrikanten dabei nur gut stehen, ist einleuchtend: sie haben kein so oroßeS Arbettelokal nöthig, sparen an Dampikrast, Heizung und Beleuchtung, brauchen nicht die Lamentationen über die schlechten Nähmaschinen anzuhören, sparen die nicht unbedeutenden AuSbesserungikoften für dieselben und, was daS Wichtigst- ist. sie zahlen den HauSnäherinnen keinen Pfennig an Arbeits- lohn mehr, eher weniger, da die meist verheiratheten Frauen mit einem kleinen Nebenverdienst zufrieden sind und eS eben Arbeitskraft im Ueber- fluffe gibt. Sehr n a ch t h e i l i g für die Arbeiter und deren L o h n v e r- h ä l t n i s s e ist auch der Umstand, daß stch die Produktion immer mehr aus einen kurzen Z itraum, Februar, März, April, zusammendrängt und deshalb die Arbeitskraft auf daS A-uß-rfie anspannt. In dieser Zeit wird fast überall 15—18 Stunden, ja oft Tag und Nacht hindurch „geschuftet"(der Ausdruck ist hier wirklich sehr am Platz), Sonn- und Feiertage werden nicht reipektirt,'«« geht in ernem Athem fort. Wenn die Arbeiter ber dieser doppelten Arbeitszeit einmal 30—40 Mark per Woche verdienen, so ist das zu viel und die Fabrikanten ver- suchen, die„hohen" AkkorMStze herabzusetzen, ohne Rücksicht darauf, daß aus die kurz« Zeit de» flotten Geschäftsganges die lang«„Saison morts" folgt, wo die Hälft« der Arbeiter unfreiwillig feiern müssen und die übrigen nur ungenügend beschäftigt werden. Der E nfender der„Strohhutztg." weiß warum er der Preissteigerung der Arbeitskrä te in der Saison keinen großen Werth beilegt, sie findet eben niemal» statt; die Arbeiter haben stch dagegen immer nur gegen Lohareduktwaen wehren müssen. (Schluß folgt.) Sozialpolitische Rundschau. Zürich, 14. Dezember 1887. — Wir kennen unsere Pappenheimer— inwendig und au»- wendig. Als vor etwa einem halben Jahre oder vor dreiviertel Jahren die deutsche Polizeipresse anfing, notorische vp tzel zu ihren Mitarbeitern zu machen, den Anarchismus in allen Tonarten auszupuffen und Untersuchunzen über die Frage anzustellen, od denn eigentlich«in wesent- licher Unterschied z w i s ch e n S o j i a l i i m u» undAnarchis- muS besteh«— da sagten wir sofort:„Die» ist die Vorbereitung für die nächste Verlängerung des Sozialistengesetzes. Da die alten Argui mente rostig geworden sind und das Sozialistengesetz selbst bis tief in die nationalliberal« Partei hinein seinen Kredtt verloren hat, so muß man zeitig für neue Waffen sorgen. Und daS soll dadurch geschehen, daß man den Nachweis liefere, die deutscheSozialdemokrati« sei im Begriff, mit Sack und Pack in das anarchistische Lager überzulaufen." Der Beschluß de» St. Gallener Parteitags kam de» mit di«ser sauberen Aufgabe betrauten Leuten stark in die Quer«— indeß ein Mensch, der die Slöcker'schen Meineide und die Jhrtng« Mahlow'schen Dynamit-Verschwörungen und MajestätSbeleidtgungen zu rechtfertigen, ja zu oerherrlichen gelernt hat, der stolpert nicht über solch» Zwirnifäden, der kann Alle». Es gibt für ihn keine Schranke de» Logik, der Ehre, deS Anstand«— er setzt sich ruhig über jede Schranke hinweg und— so hat die journalistische Leibgarde der Puttkamer, Stöcker, Bismarck es denn fertig gebracht, der Welt vorzulügen, in St. Gallen habe die deutsche Sozialdemokratie stch den Anarchisten so genähert, daß kein Unterschied mehr vorhanden sei. Und sollt« etwa noch irgend ein Zweifel vorhanden sein, so werde er durch daS bekannte Telegramm zu Gunsten der Chicagoer Anarchisten geliefert. Nun— solche Nichtswürdigkeiten lassen sich nicht kritistren, ste lassen stch blos konstatiren. Sie müssen angenagelt werden, voilä tont. Wer aber das Völkchen an der Arbeit sehen will, der sehe stch die neueste Leistung des Bismarck'schen„Sauhirten" Schweinburg an. Die« selb« ist in allen Reptilblättern zu finden und lautet: „Wie auS den verschiedensten Andeutungen in der Presse zu entnehme» ist, wird die voraussichtlich noch in dieser Session dem Reichstage zu« gehende Vorlage über die Verläagerung des Sozialistengesetze» nicht nur gleich dem vor zwei Jahren akzeptirten Entwurf eine Dauer von fünf Jahren, sondern auch eine Verschärfung der Bestimmungen verlangen. Man kann ja selbstverständlich auf dies« Kombinationen keinen zu großen Werth legen, aber der Entwicklung gegenüber, welch« nament» lich auf dem St. Gallener General-Kongreß der deutsche« Sozialdemokratte die letztere genommen hat, wäre eine schärfere Anzie« hung der gesetzlichen Bestimmungen nur naturgemäß. Früher, und namentlich auch im Reichstag«, dursten die sozialdemokratischen Führe» die Aeußerung wagen, zwischen Anarchismus und Sozialdemokrati« herrsche ein unübersteiglicher Gegensatz, und obgleich alle staatserhaltend«» Element« deS Reichstags von der Nichtigkeit solcher Redensarten über« zeugt waren, konnten sie einen durch thatsächliches Material begründeten Widerspruch hiergegen nicht erheben. Jetzt ist es damit anders geworden. Der St. Gallener Kongreß hat bewiesen, daß die Sozialdemokrat«» nicht absolut« Gegner de» Anarchismus sind, sondern denselben nur bekämpsen wollen,„insowett er die absolute Autonomie erstrebe." In Uebereinstimmung mit dieser theoretischen Hinneigung haben die Herren Singer und Genossen auch prattisch ihre Sympathie mit den anarchi« stischen Bestrebungen dadurch bethätigt, daß sie mit einem Begnadigungsgesuch für die Chicagoer Anarchisten eingetreten sind. Und e» ifi auch nicht zu verwundern, daß die Sozialdemokraten jetzt offen ein Geständniß abgelegt haben, zu dem sie wohl schon längst in ihrem Innern gelangt waren. Sind denn nicht die gegen- wärtigen Leiter des Anarchismus aus sozialdemo« kratischen Reihen hervorgegangen, sind denn nicht beid» Richtungen von einem gleichen entsetzlichen Pessimismus in der Beur- theilung unserer bestehenden Gesellschaftsordnung beseelt, zeigen nicht beide denselben Atheismus, denselben naturalistischen Materialismus? Der Teufel der Anzweiflung jeder Autorität begnügt sich nicht mit einer Annäherung an den Abgrund der Anarchi«, er treibt seine Anhänger in denselben hinein. Diesem Schicksal sind auch die Sozialdemokraten nicht entgangen, ste haben stch als Anhänger deS größten Theil« der Be> strebungen der Anarchie bekannt, sie werden bald von den Anarchist«« nicht zu unterscheiden sein. Die Regierung jedeS Staatet aber, welcher sich nicht mit in diesen Abgrund zieh«» lassen will, muß Sicherheitsmaßregeln treffen und sollten sie auch in derVerschärfung eine» Ausnahme- gesetzei bestehen." Die» die Schweinbur g'sche Leistung. Wir können nur sagen daß ste unS insofern einen sehr angenehmen, ja erheiternden Sindrul gemacht hat. al» st« da» Seständnib emschlzeßt, daß das Sozia listengesetz der Sozialdemokratie gegenüber ohn« mächtig gewesen ist. Da» FiaSko des Sozialistengesetze» ist also amtlich konstattrt. Wir nehmen Akt von dem Geständniß. — Zur MeineidSfrage schreibt man unS: „Die Sozialdemokrati« wird von gewissen Leuten immer und immer wieder als diejenige Partei bezeichnet, welche systematisch zum Mein- e i d erzieht. Uns gegen diesen Borwurf zu vertheidigen, ist über« flüssig. Da genügt der Name Stöcker, und die Gegner sind zu Bode« geschlagen. Wir wollen aber heute den Eid von einer anderen Seit« belrachien, welche bis jetzt wenig oder gar nicht betrachtet worden ist. Es kommt sehr oft vor, daß Beamte in ihrem Dienst« ein«» Meineid leisten. Sind wir nun in der Lage, die erforderlichen Zeugen und theilwese noch mehr Zeugen als nöthig war, zur St-lle zu bringen, welche mit gutem und reinem Gewissen bezeugen können, daß der Beamte einen Meineid geschworen hat, so tritt der Staatsanwalt hin und spricht:„Reine Herren, diese Leute gehören zv jener Partei, welche den Meineid verherrlicht und empfiehlt, ich bitte den hohen Gerichlshof, diese fünf oder sefchs Zeugen als nicht glaubwürdig anzusehen. De» Eid dieses Beamten hat für mich mehr Werth al» die sechs Eid« diese» Sozialdemokraten." Der„hohe" Gerichtshof schließt sich regelmäßig dieser„Auslegung" an und der meineidige Beamte geht wohlgemuth nach Hause. Konsequenterweis« mußten nun die fünf oder sechs Zeuges wegen Meineid unter An klag« gestellt werden. Aber die Herren Slaatt« anwälte haben stch bis dato fast immer mtt der Rettung des L«- amten zufrieden gegeben. Ein solcher Fall, wo«ine ganz« Anzahl— 6— Zeugen den Meineid eines Beamten nachwiesen, ist z. B. in Leipzig pasfirt und Staatsanwalt H ä n tz s ch e l hat die eben beschrieben« Rolle gespielt. Es wurden bei dieser Gelegenheit sechs Männer als Lügner hingestellt und vor der ganzen Welt als Schufte gebrandmaikt, denn wer«m fälschet Zeugniß ablegt, wird doch al« Schuft und Lump betrachtet. Wäre e» vielleicht nicht gut, wenn man einmal den Versuch macht«. gegen einen solchen Staatsanwalt mtt einer Beleidigungsklage vorzu- gehen? Und noch ein anderer Punkt muß hervorgehoben werden. Warum läßt man überhaupt Sozialdemokrat«« schwören, wenn man deren Eid« doch schon im Voraus al« werthlot bezeichnet? Rur au» dem einen Grunde: e« könnte in del beschworenen Aussage ein Sozialdemokrat sich etwas ungeschickt aus- drücken, woraus dann mtttelS„guter Auslegung" ein Meineid gemacht weiden könnte. In einem solchen Falle würde Staatsanwalt H ä n tz s ch« l sofort plädiren:„Meine Herren, dieser Mann gehört jene» Partei an, welche u. f. w. Ich bitte um«ine hohe Strafe." Also: man läßt die Sozialdemokraten nur der Form««ge» schwöien, gewissermaßen zum Privatvergnügen, oder richtiger, um ste z» sangen;— stellt sich aber einmal eine winzige Differenz heraus. sofort wird die härteste Strafe angewendet— wie scho» dagewesen. Wir würden unseren Genossen empfehlen, an denjenigen Gerichten. wo schon, wie in Leipzig, Eide vonunS ali werthlos behandelt wur- den, d nEid au« diesem Grunde zu verweigern, denn zuol Rarrenspiel dürfen wir uni nicht hergeben. WerthloS find unser« Eide, aber fahrlässig« Eide ein» Sozialdemokraten sind nicht straflos wie bei Stöcker. Da« ist da» gleiche Recht im„Reich der Gottessurcht und fromme» Sttte." So unser Korrespondent, dessen folgerichtige Logik selbst die deutsches Staatsanwälte nicht werden beftretten können. Was den Vorschlag angeht, Staatsanwälte, die sich frech beleidigend� Aasdrücke bedienen, zu verklagen, so kann ja in einem besond rs tnast1* schen Fall der Versuch einmal gemacht werden. Staateanwälle steh«» weder über dem Strafgesetz noch über dem Gesetz de« Ai.standes, od- gleich viele von ihnen dieser Ansicht zu fem scheinen— wenigstens ihre» Benehmen nach zu schließen. Beleidigt und beschimpft der Staatsanwa« einen Angeklagten, so braucht dieser blas die beleidigenden und beschim- pfenden Ausdrücke sofort feststellen zu lassen, und— wir waren im Begriff, zu schreiben: kein Gerichtshof der Welt kann den frechen flum» xan dann freisprechen. Aber wir haben uns noch rechtzeitig besonnen, daß ja von deutschen Staatsanwälten, deutschen Richtern und deutschen Gerichten die Rede ist. Immerhin könnte der Berjuch nichts schaden— und wäre eS auch nur, um einen neuen Beweis zu liefern, daß eS in Deutschland kein Recht gibt, außer für die Vertreter und Anhänger der Herr» schendenKlasse. — Wie eS in der Aera Stöcke» mit der Heiligkeit de» vide» genommen wird, wie die Stöckerei sogar postliv unter gesetz- »chem Schuhe steht, daS zeigt unS ein intereffanter Prozeßbericht, den wir in der„Freisinnigen Zeitung" finden. Wir dringen denselben nachstehend»um Abdruck, und zwar ganz un- verändert: „Drei Wochen Gesängntß für einen Gedankenstrich! Der Redakteur der freifinnigen„EberSwalder Zeitung" hatte dem Major z. D. U l b r i ch, einem Vorstandsmitglied deS kon» fervativen Vereins, vorgeworfen, daß er in einem früheren Prozeß gegen den Redakteur zweimal unter Eid verschiedene sich wider» sprechende Auesagen gemacht hätte in Bezug auf den Werth der bei einem Sommerfest von dem Patriotischen Berein angekauften Geschenke. Die„Eberswalder Zeitung" hatte in Bezug darauf bemerkt:„Soviel scheint mir indessen klar: wer einmal l biiS und ein andermal S bis 20 Pf g. beschwört, muß mindestens einmal-- ja was denn, HerrtUbrichZ" Die Beweisaufnahme vor der Strafkammer hat ergeben, daß der angeklagte Redak- teur„den Beweis der Wahrheit seiner Behauptungen mit Erfolg geführt hat" und daß der Zeuge Ulbrich in der That zu Berlin an- der» ausgesagt als bei seiner ersten Vernehmung in EberS- Walde, und auch bezüglich deS WurstichnappenS eine thatsächlich unrichtigeAussage abgegeben hat." Die Strafkammer hat deshalb zwar den Angeklagten von der verleumderischen Beleidigung -freigesprochen, ihn ind-ssen mit drei Wochen Gefängniß bestraft,»eil der obige Satz eine Beleidigung enthalte, denn man könne die fehlenden Worte, die in obigen Gedankenstrichen ausgedrückt seien, nicht anders ergänzen, als durch„einen Falscheid geleistet habe n". Die Annahme, der Angeklagte habe stch milder ausdrücken wollen, und ge» meint;„mindestens einmal etwas Unrichtiges gesagt zu haben," erscheint dadurch ausgeschloffen, daß da» Wort„beschwört" vorhergeht. Außer» dem fand der Gerichtshof eine Beleidigung in einer Schlußbemerkung deS Artikels:„Aber wenn nun dieses Todtmachen nur erreicht werden könnte durch Lüge, Verleumdung und Dinge, wie ste oben geschildert?" Diese Worte„Lüge und Verleumdung" könnten stch nach dem Zusammen- hang nur auf den Major Ulbrich beziehen." Ausdrücklich erkannte der Gerichtshof an, daß der Angeklagte bei Abfassung des Artikels„nicht wider besseres Wissen gehandelt habe". Gleichwohl wurde unter Berück- stchiigung der Vorstrafen wegen Beleidung auf drei Wochen Gefängniß erkannt." Dies der Bericht. Man muß ihn genau ansehen. Ein— natürlich konservativer und kartellbrüderlicher— Zeuge begeht eine S t ö ck e r e i— diese Stöckerei, die dem Richter und Staatsanwalt möglicherweise entgangen sein konnte, wird von dem Redakteur eines unabhängigen Blatte» öffentlich zur Sprache gebracht, und noch obendrein in der denkbar mildesten Form. Und waS geschieht? Nicht der Nach- folger und Schüler des MeineidSpsasfen wird in Anklagestand vers-tzt, sondern der,«elcher die Stöckerei an die Oesfentlichkeit brachte. Und die Moral von der Geschicht'? Tadle keinen Meineid nicht! — eS sei denn, daß der Meineidige ein Staatsfeind sei. Der r e i ch S- treue Meineid steht unter dem Schutz der Gesetze— Etöcker's Geist schwebt über dem Born, au» dem die deutsche Justiz das Recht„schöpst". — Eine neue Militärvorlage, da« ist in Preußen-Deutschland längst nichts NeueS mehr. Dem nationalen Reichstag ist die Ehre zugedacht,«in Gesetz gutzuheißen, nach welchem der Dienst in der Landwehr um wettere sechs Jahre(zweite Landwehr) und die Verpflichtung zum Landsturm bis zum 4S. AllerSjahr ausgedehnt wird. Die gefährdete Lage deS deutschen Reiche»— gefährdet Dank der glorreichen Art, wie seine Gründung in's Werk gesetzt wurde— erfoldert die äußerste Anspannung der Wehrfähigkeit. Natürlich wird sich der Reichstag der zugedachten Ehre würdig erweisen. Ganz abgesehen von der artigen Zugabe zur dreijährigen Dienstzeit, welche diese zweite Landwehr darstellt, wird dre Ein» richtung derselben auch das Militärbudget recht nett in Anspruch nehmen. Die sehr reichsfreundliche„Neue Zürcher Ztg." spricht von einmaligen Mehrausgaben im Belaufe von einer Viertelmtlliarde Mark und vermuthet„einen Zusammenhang zwischen der beab- fichtigten Erhöhung der Getreidezölle und den Ab änderungen der Wehrpflicht." Da darf da« Proletonat stch doppelt freuen, ei zahlt die Kosten für den patriotischen Geist der Junker im Reichstage in beiderlei Gestalt. Run, auch daS hat seine gute Seite. — Wir würden den Raum unseres Blatte» im wahren Sinne de» Wortes sündhaft verschwenden, wollten wir von jedem auf Grund des Schandgesetzes in Deutschland erfolgenden Druck- schristenverbot besonders Notiz nehmen. Wie in Bezug auf das Ber- fammlungS- und VereinSwesen herrscht auch in dieser Beziehung die krasseste Willkür. Was hier ohne Weiteres geduldet wird, wird dort unfehlbar mit einem Verbot geahndet, was heute als staatsgefährlich auf den Index gesetzt wird, wird morgen freigegeben, um übermorgen auf« Reue verboten zu werden.____. M. So ist z. B. E n g e l S'„Herrn Eugen Dührmg S Umwälzung der Wissenschaft", ein Buch, dessen wissenschaftlichen Charakter selbst Männer wie Adolph Wagner zu keiner Zeit in Abrede gestellt haben, seinerzeit, al» da» Schandgesetz zustandekam,„im Ramsch" milverboten worden. Run, daS Buch hat trotzdem seine Leser gefunden und war trotz seine« verhältnißmäßigen UmfangeS bald vergriffen. Vor etwa zwe, Iahren kam eine neue Auflage heraus— nicht etwa heimlich, nein, ste wurde wiederholt und in auffälligster Weise annonzirt, aber— o Wunder- eS erfolgte kein Verbot. Zirka ein Jahr lang konnte daS Buch öffentlich verbreitet werden, bi» plötzlich eine» TageS der Wind umschlug Und auch die zweite Auflage verboten wurde.,, ,, Diese Inkonsequenzen sind die beste Kennzeichnung der„wahrhaft gesetzgeberischen Arbeit", wie Herr Bennigsen,» seiner geschwollenen Art seinerzeit das elendeste aller Polizeigesetze titulirte. Es proklamirte die polizeiliche Laune als entscheidenden Faktor für das Schicksal aller»eußerungen de« öffentlichen Geistes. Irgend ein anderes Kriterium für daS, was erlaubt ist oder nicht,«xistirt in Deutschland nicht. Die lange Reihe der Verbote gibt davon Kunde. Kein Verbot, das einen der Ber- Hältnisse Kundigen überraschte. Die Ordnungsparteien finden Alles, waS die Polizei sich herausnimmt, in Ordnung, daher ihr Name, und die Sozialdemokraten haben aufgehört, sich über Verbote zu ereifern, sie gehen über dieselben zur Tagesordnung über. So er'ährt daS große Publikum über eine der verwerflichsten Seiten deS Schandgesetze» verhältnißmäßig wenig. Es liest die Verbote, weiß aber nicht, w a s in den verbotenen Schriften eigentlich gestanden. Nnter diesen Verhältnissen.st e« daher sehr gut, wenn Leute, die nicht unter dem Machtbereich der Bismarck'schen Polizeigewalt leben, und zu. fällig einen genauen Einblick in das Preß-Meuchelungsversahren erhalt-n, den Empfindungen, die dasselbe in ihnen hervorruft, ungeschminkten Ausdruck geben. Solche Zeugnisse wiegen dann doppelt schwer, denn m Deut'chland hat man unter der korrumpirenden Wirkung de» Bismarck scher, Polizeiiystems daS rechte Maß für dat. waS Preßfreihett ,st. längst �"llen Veriaa de« Berichte« über die Verhandlungen d e« et. S° jier Parteitages hatte Herr T h. W i r t h. Her- auSgeber deS„St. Galler Stadt-Anz-iger". übernommen. Natürlich ist der Bericht verboten worden— wengsien» schänt da« jedem Deutschen natürlich. Dem Schweizer ale konmt das Verbot gar dicht natürlich �or, und er sieht sich daher veranlaßt, se.ne- Ver- ftunbeninn iih,r dasselbe unumwunden auszuspr.chen. Gr zählt aus, wa» dieser Bericht enthält, und fährt dann fort: „DaS ist der Inhalt der Schrift, lauter Dinge, welche bei unS und in jedem Land der Welt, wo das freie Wort nicht siebenfach geknebelt und die Mannes- und Menschenwürde nicht systematisch mit Füßen ge- treten wird, ruhig im öffentlichen Rathssaal und auf der offenen Straße verhandelt werden dürfen. Ist eS nicht himmeltraurig, daß die Regierung eines zivilisirten Staates sich nicht schämt, solche Schriften als staat»- gefährlich zu erklären und die Bürger des eigenen Landes, die sie lesen oder verbreiten, mit Acht und Bann zu belegen?! Ist es anders mög- lich, als daß ein Regiment, das solche Saat ausstreut, Fluch und Ver» derben ernten muß? „Die schauerliche Druckschrift, vor der das deutsche Kaiserreich erzittert, kann zum Preise von 40 Cts. auf unserm Bureau an der Neugasse und in der Expedition unseres Blattes bezogen werden. Gegen tö CtS. in Briefmarken erfolgt Frankozusendung. „Lese ste jeder; so wird er Hochachtung bekommen vor der— beut- s ch e n F r e i h e i t!" DaS ist kernig gesprochen, und sollte gewisse Leute, wenn sie noch etwas lernen könnten, zum Nachdenken über ihre StaatSweiSheit bringen. Aber ste können und wollen auch nichts lernen, und auf sie wird die Notiz höchstens die Wirkung haben, daß ste finden, in der betreffen» den Nummer deS„St. Galler Stadtanzeigers" kommen sozialistische, kommunistische, auf den Umsturz der bestehenden Staats- und Gesell- schastSordnung gerichtete Bestrebungen in einer den öffentlichen Frieden, insbesondere die Eintracht unter den Bezölkerungsklassen gefährdenden Weise zum Ausdruck, und sie daher aus Grund deS gemeingefährlichen Gesetzes für daS deutsche Reich verbieten. Ja, Bismarck ist groß, und wer eS nicht glaubt, der muß— zahlen. — AuS der verkehrte» Welt. Im bayerischen Landtage spielte stch kürzlich bei der Berathung des Etats des Staatsministeriums, als eS zur Position Statistik kam, eine Debatte ab, welche in mehr als einer Beziehung charakteristisch genannt werden kann. Ein Abgeordneter— wir wollen vorerst weder seinen Namen, noch den seiner Partei nennen— hatte Vorschläge auf einen weiteren Aus- bau der landwirthschastlich«», GrundschuldS-, Spar- t a f s e n- tc. Statistik gemacht. Mit Bezug auf die Letztere hatte er u. A. bemerkt(wir jitiren nach der„Allgemeinen Zeitung): „Im Reichstage sei vor einigen Monaten von einem Hauptredner für die Milttärvorlage darauf hingewiesen worden, daß man sich über Volks- armuth nicht beklagen könne, da daS S p a r k a s s e n w e s e n bedeutend im Wachsthum begriffen sei. DieS sei zwar richtig, allein auS der Sta- tistik sei zur Zeit nicht ersichtlich, aus welchen Schichten der Bevölkerung sich jene Millionen herleiten, über welche die Spar- lassen verfügen. Von konservativer Seite habe man vor Kurzem den Satz aufgestellt, daß einerseits die Zahl der Reichen abnehme, während der Reichthum wachse, andrerseits aber auch die Zahl der Armen zunehme, während bei dem mittleren Erwerbsstande von Vermögen wenig bemerklich sei. Dieser Satz werde allmälig anerkannt. Er erinnere nur an die Eingaben der Arbeiterkolonien und einen Artikel der«All- gemeinen Zeitung", der besage,„daß das lawinenartige Anwachsen des Pauperismus eine Hauptschuld des Vagabundenwesens sei. Diesen letz- teren Satz unterschreibe Redner voll und ganz. Ein Brief, den er von einem Freunde aus Sachlen erhalten, beweise neuesten», daß die Städte Leipzig und Dresden von den 2K Sleuerbezirien allein 87 Prozent des ganzen Volkseinkommens in Sachsen bezahlen, ja er glaube deßhalb, daß die Sparkassestatistik die Anlage der Kapitalien nach Berufs- und Erwerbs st änden zu veröffentlichen haben werde. In dieser Beziehung verweise er auf die Statistik der Genossenschaften, die über die sozialpolitische Bedeutung derselben die besten Ausschlüsse gebe. Die Arbeit der Verwaltungsbehörden würde dadurch nicht stark erhöht, da sich die Beamten weniger um das Wohl und Wehe der Sparkassen, als v elmehr um daS des Landes zu kümmern hätten. Durch diese Publika- tionen würde der Satz mehr Beweiskraft erhalten, daß sich die Vermögen mehr konzentriren, und dann werde in der Gesetzgebung vielleicht ander» vorgegangen werden als bisher; denn e s sei Aufgabe der Sta- tistik, der sozialpolitischenGesetzgebung an dieHand zu gehen. Die Statistik über die Ersatzgeschäfte, welche vom Krieg»- Ministerium geliefert werde, leide an dem großen Mangel, daß der Grund der Untauglichkeit der Bevölkerung in den Industrie- b-zirken nicht hervortrete, daraus möchte R-dner die Aufmerksamkeit des Hause» und der Militärbehörden lenken. Ja Oesterreich habe man bereits Erhebungen in dieser Beziehung angestellt und gefunden, daß daS Volk der Jndustriebezirke durch Nacht- und Ueberarbeit, Frauen- und Kinder- arbeit, die oft noch sehr geringen Löhne in ganzen Generationen ausge zehrt und entnervt wird an Kraft, Gesundheit und Marschiähigkeit. so daß es untauglich wird für die Vertheidigung des Vaterlandes, zu dessen Schutz und Dienst es berufen ist und sein muß. Wenn dies auch bei uns geschähe, würde vielleicht mehr Einsicht zur Arbeiterschutzgesetzgebung bestehen im Interesse des ganzen Volke»." Gegen diesen Redner wendet sich nun ein Vertreter einer anderen Parteirichtung und erklärt: Man habe sich darüber beschwert, daß seine Partei den Ausführungen des Vorredners zu wenig Aufmerksamkeit schenke. Allein(man höre!) was soll man hier mit Ausführungen ,. B. über französische Zustände stch beschäftigen? Aufmerksamkeit seiner Partei wäre nur am Platze, wenn Vorredner nachweisen wollte, daß die französtsche Armee stärker wäre als die unsrige, daß wir noch mehr gerüstet sein müssen, damit die Pfalz nicht wieder Raubzügen ausgesetzt sei.(Beifall.) Die Statistik dürfe über gewisse Verhältnisse nicht auSge- dehnt werden. Der Vorredner hat eine Statistik auch über die Spar- kussen-Einleger verlangt. Wollte die Regierung seinen Wünschen Folge geben, dann würde die Axt an dieses wohlthätige Institut gelegt(Bei- fall), denn die Einleger, welche fast ausschließlich dem kleinen GewerbS- stand und ArbeilSstand angehören, würden ihre mit Fleiß errungenen kleinen Ersparnisse sofort kündigen, wenn man diese Leute vorladen würde, um herauszufinden, ob ihre Einlagen kapitalrentensteuerfähig sind. Die Zwecke de« SparkassenwesenS würden durch die Folgen der Statistik vollständig vereitelt. Der Vorredner wünscht ferner eine En- quete und Statistik über die Rekrutirung. Dazu besteht gar keine Ver- anlassung. Der Vorredner will doch nicht behaupten, daß Bayern seine Mannschaft nicht mehr stelle. Di- letzte Heeresergänzung hat sich mit majestätischer Ruhe vollzogen und das Volk habe die Mehreinstellung der 1800 Mann auch nicht bemerkt. Eine weitere Einschränkung der Fabrikarbeit sei nicht veranlaßt im Hinblick auf die Befugnisse der Fabrik- inspettoren, und insbesondere Industrie und Bevölkerung der Pfalz würden dem Vorredner wenig Dank wissen. Im Bezirke des Redners habe vor 80 Jahren Armuth und Elend geherrscht, heute sei Wohlhaben. heit zu verzeichnen und ein großer Theil der Bevölkerung seien Fabrik- arbeiter. Der Vorredner habe in seiner Erörterung über die Belastung von Grund und Boden in Bayern von etwa einer Milliarde Grund- Verschuldung gesprochen. Man gebe der Landwirthschaft lieber da» Geld für die«nschaffungskosten der Statistik, damit werde dem Lande gewiß mehr gedient, als wenn man den gelehrten Ausführungen de» Borred- ners entspricht.(Beifall.) Der Gegensatz zwischen beiden Reden springt in die Augen. Hier da« Bestreben, den wirthschafilich-n Erscheinungen ernsthaft auf den Grund zu gehen, dort die Veradscheuung jeder Untersuchung„über gewisse Ver- hälinisse hinaus", hier das Streben nach Aufdeckung, da Streben nach Vertuschung, hier der Wun ch, eine wissenschaftliche Grundlage für die Sozialgesetzgebung zu schaffen, dort knotcnhaste Verhöhnung de« wissen« schastlichen Standpunktes und Proklamirung der Politik des von der Hand in den Mund, d. h. des seichtesten Eklektizismus, und alberneS Hineinziehen des Mordspatriotismus, um die kompromittirende Gleich- gültigkeit zu bemänteln— mit einem Wort, hier der Gesichtspunkt eines wirklichen Politikers und dort der bornirteste Spießbürgerstandpunkt. Und welchen Parteien gehörten die beiden Redner an? Der Erst-Ln- geführte ist der bekannte Sozrnlpoliliker Dr. Jäger, der politisch der Zentrum«? arte i angehört, in sozialen Fragen allerdings weit Uder dte meisten seiner eign.n Parteigenossen hinausgeht. Der Zwe-te aber, der Vertreter des krassen Knotenthums, ist eine Zierde der libe- V 1 e" �at,!ei' bd »(«Bi »0 1 tl,- d». 1,70 k.»,a Bei Mc Moritz Trömer au« VolkmarSdorf erbittet die Adresse Dessen, der ihn in Nr. 33 aufrief, durch Ms Cäftiitii« de« Siiialdmikrat. 5ai Briefkasten der Redaktion: Briefe und Einsendungen te. sind eingetroffen aus Berlin, Brüssel, London, München(Bajuvarier), Ru- dolstadt, Paris. Be aar tatt. «> t der Expedition: P. T. Paris: Nachr. v. 10/12. erh. DmA— Florestan: Bf. v. 10. d. Red. behändigt. Gruß!— Clara: Am« v. 8/12. erh. Ebenso Frühere«.— Klapka: Swfl. 7— a Cto Ab. ,c. erh. Refe- ren, G. dld. nottfizirt. Bstllg. u. Bf. folgt.— fft Himmel--: ibd. v. 9. u.»f. H. v. 12/12. erh. Alle« beachtet. Das wäre aber ja nicht einmal der Papierpreis l— Alte Flagge in Adams u. W. Rühl, Rew- Dork: Jubiläumsmaterialien dkd. erh.— Die 3 Gleichen: Bf. o. 8/12. hier. Adr. u. Bstllg. nottrt.— Rübezahl: Mk. 23 40 Ab. 4. Qu. erh. Alles in Zwischenhand als eingegangen gemeldet. Also dort reklamiren. feisui — Kiliam: Mk. 89 50 ä Cto Ab. ,c. erh. Weiteres nach bfl. Angbs. l." — Flensburg: Mk. 20— pr. Ufd. dkd. erh.— U. F. G.: Recherche betr. S. bewirtt. Caffa erwartet. Bs. v. 8. d. hoffen eingetroffen.— St. Roman: Gut. Abermals jedoch erwähnen Sie»ich t, waS einging. Beide zu Rath« gezogenen Freunde behaupten, daß AlleS wieder im Blei fei. Adr. notirt.— Rothbart: Mk. 1547 40 a Cto Ab. k. erh- Weiteres lt. Aufstllg. u. bfl. R�chtigstllg.— Mottendurg: Mk. 3— pr. Ufd. v. d. lustig. Kamerunern dkd. erh. Desgl. Mk. 59 80 v. d. lustige» Kameruner F. M.— Rother Apostel: Bf. v. 18. erh. u. beantwortet.� Bstllg. ,c. notirt.— Ldk. C. a. Rh.: Mk. 100—»Cto Ab. ic. pr. 9/12. gutgebr.— Felix III: Bf. v. 11. erh. Weiteres nach Wunsch.— Brau« ner Bär: Mk. 2 15 f. Bdr. erh. Adr. erh. Bfl. mehr.- I. Sch. Udo.:., öwfi. 2— f. Schst. erh. Bstllg. folgt.— Quien sabe: Mk. 17 6V Ab.%be pr. 1888 u. Mk. 7 40 pr. Usds. dkd. erh. Gruß!- Straßburg i. E.: Mk. II— pr. Ufd. v. eisernen Fäusten dkd. erh.— Co mmerzienrath jr.: Alles nach Borschr. v. 9. d. notirt u. Bstllg. beforgt.— Joh. Schwarz: Mk. 110 30, worunter Mk. 50—» Cto M. erh. U. Mk. 68 25 pr. Gzrchng. gutgebr. Bfl. Weiteres.— I. P. Cdz.: Mk. 3— Ab. 1. Qu- 38 erh.— Th. Ks. Ich,: Fr. 2- Ab. 1. Qn. 38 erh.— Die Roth«**tld H- H-: Mk. 31 15 a Cto Ab. ic. u. Mk. 25- pr. Ufd. dkd. erh.»dr. notirt.— Blanc: Mk. 50— ä Cto Ab. jc. erh. Adr. geordn. Bstllg notirt.— X 3 V Mk. 80— ä Cto Ab. ic. erh. Adr. eingereibt. Dretfug i. S.: 9tf. 120 70 a®to«b. ic. erh.«fl. Weitere«.— Ii. Ö~ Mk. 8000— a Cto Ab. ic. erh. Weiteres gewärtigend.— P.: Fr. 5 pr. Ufd. dkd. erh.— F. H. Sidney: Fr. 125 30 a Cto»bon.-Rest 4. Qu. u. Schst erh. Bstllg. u. Bf. folgt.— Dessau: Mk. 8— für da« Beckerdenkmal dkd. erh.— Ferd.: Mk. 10- für's Beckerdenkmal dkd. erh.— Grcts. M.: Mk. 4— f. Schst. u. Mk. 6- Ab. ,. Qu. und a Cto 2. Qu. 88 erh. Das Novum entspricht gehegten Erwartung«» nicht.— A. H. u. H. Sch. i. Syrakus«:(je 1 Doli.) Fr. 10 20 pr. llsd. sowie Juiiläumsbeitrag dkd. erh. Warum die Namen der Richter und Staatsanwaltschaft nicht angegeben? Gruß!— A. Lg. Fbg. i. S.: Hl 4 40 Abon. I. Qu. 33 u. 80 Pf. pr. Ufd. dkM Gewünschtes war I kder L Prri onnte esehei Anzeigen. Durch Unterzeichnete ist zu beziehen: Es werde Licht! Poesie« von Leopold Aacovy. Dritte Auflage. Preis: 85 Pf.— 80 Sts. V Die Zdee der ßntwicktung. Eine sozial. philosophische Darstellung von Leopold Zacoby. Zwei Bände. PreiS:«!. 8 20-- Fr. 4-. Porto und Verf andtfpefen außer der Schwei» kämmen Lasten der Besteller. *Li tr s} »rech, fepioi Es bereit« unterwegs.— Heinrich: Mk. 30— a Cto Ab. i«. erh. Bf. en» — A. Lanfermann. Chicago: Fr. 78 48 a Cto Abon. ic. erh. At» geändert.— Ch. R. Vidbg.: Fr. 2 50 Ab. 1. Qu. 38 erh.— Rothe» Springer: Mk. 20 30 Abon. 1. u. 2. Qu. 83 u. Schst. erh. Bllstg. folgt.>rün< — Sch. H. O.: Mk. 4 40 Ab. 1. Qu. 38 erh.— Armer Eonrad: Mk. lnd Z 50— a Cto Lb. erh. Bstllg. u. Adr. notirt. llemo *r st bei Bestellungen sehen entgegen und rpeditlon des„Sozlaldeatokiat"* ■ettlacea■ Zürich. In u«n «n U «mg «ttgc: 'ale( Vit d taste >elt( orte Kai artei »litis Nf. 5 'echei >ürdi Da '"gel, n t> kam' ger Na Zürich Samstag, den 17. Dezember, Abend« 3'/» Uhr» tm großt« Saale(8 Treppen hoch) des Schwanen(Stadt): Heffeutliche Agitations-Aersammlung bet deutschen Sozialist««. Tagesordnung: Was die Sozialdemokraten wolle«»» Referent: Lgr. Bernstein. Zu zahlreichem Erscheinen ladet fteundlichst ein De« Lokalaulschuß- Jedermann hat Zutritt. «chseie.•aufinfftaftlbiiabniemi H»Ul»mu-LMch, » vie tter: yjh Mei töttl Q W- tift" ee Un Hier