Abovuemmts anktn Ml«nen sch«kl>nlschn> Postdurkour, sowie beim Verlag »r>» bessen bekannten Azenie» ««gegengenommen, und«Wae zum »»«»uS»ahlbar»« vierteljahriprel» von: U». t,— ffit bieSchwei,(»reu, band) W.>/— fiir Teutschlanb(Souveri) Z. l,A> für Oesterreich(Couderi) De. g bv fllr alle übrigen Llnber beb bgeitpofibereiul(Kreuzband), Zuseritt »1« brelgesvaliene Petiizeile gb Ct». mm£0 Pfg. Der SoMemkrat Grgan der Sozialdemokratie deutscher Zunge. Erscheint »»»««t»tch«»«««» i» Zürich(Schweiz). zrertag »er Haiti»««». Zürich. Dißst»»»«»»» frank» gegen sra«»«. Gewöhnliche Briefe «ach der Schwei, ,»»« Doppel»», t». Jtö. 4* Briese an die Siedaltion»nd Erpedition»e» in Deutschland und Oesterreich verbotenen.Sozialdemokrat�«olle man unter Beobachtung äußerster Vorsicht abgehen lasten. An»er Siegel schicke man un» die Briefe nicht direkt, sondern an die bekannten Deckadresten. Ja zweiselhasten Fällen eingeschrlebe». 22. Jammr 1888. Parteigenossen! Vergeßt der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Vom besten aller möglichen Wirthschafts- Systeme. Es ist eine alte Erfahrung, daß Niemand ein lauteres Ge- schrei erhebt, wenn er bestohlen wird, als derjenige, der sonst gewohnt ist, selbst zu stehlen. Solange die Schönheiten der kapitalistischen Wirthschaftsordnung sich nur für die Arbeiter- klasse fühlbar machen, drückt dasjenige, was man öffentliche Meinung nennt, gern ein Auge zu, müssen aber weitere Kreise derer, die bisher an der Krippe saßen, auch ihrerseits Haare lassen, dann plötzlich erwacht das öffentliche Gewissen und zetert über die verletzte Moral. Daß die Großen sich auf Kosten der Kleinen bereichern, das ist ganz in der Ordnung, daß aber die Größten gelegentlich auch vor den Großen nicht respektvoll Halt machen, das ist zum mindesten bitteres Un- recht. Die von einer Bande großmächtiger Spekulanten in Paris erfolgreich durchgesetzte„Operation" zur Erhöhung der Preise von Kupfer und Zinn hat die bürgerliche Presse in zwei Lager gespalten: in das der moralisch Entrüsteten und das der mehr oder minder offenherzigen Vertheidiger der Speku- lation. Zu den ersteren gehören die Organe der speziell ge- schädigten Fabrikanten- und Geschäftswelt, sowie des jeden Gewinn, den Andere machen, unmoralisch findenden Kleinbür- gerthumS, zu den zweiten die bezahlten Lohnschreiber der hohen Finanz und die Ritter vom unveräußerlichen Manchesterthum. Beiden kann man nur dankbar sein. Haben die ersteren das Verdienst, die Augen der Welt auf eine der herrlichsten Seiten de» modernen Wirthschaftslebens geltnU, uifo gezeigt zu haben, zu welch' nichtswürdigem Spiel mit dem Wohl von Tausenden dasselbe führt, so haben die anderen dafür den Ruhm, bewiesen zu haben, daß solche Spekulationen nothwendig in das System der Privatwirthschaft und des Privateigenthums an Produktionsmitteln gehören, und solange dasselbe besteht, nicht aus der Welt geschafft werden können und dürfen. Und sie habe» alle Beide Recht. Die Kupfer-Treiberei war, wie es in der Handels- zeitung der Müucheiier„Allgemeinen" heißt,„unter genauer Benutzung der Statistik", von langer Hand her vorbereitet. Die Rothschild, die Girod und Kompagnie, die Secretan zc. jammerte der niedrige Stand der Kupferpreise, und sie be- schloffen, dem Ding ein Ende zu machen. In aller Stille lauften sie, nachdem sie solange gewartet, bis verschiedene Gruben verkracht waren, alle Borräthe, sowie die erwarteten Zufuhren von Kupfer ,c. auf, bis schließlich, Anfang Rooem- der vorigen Jahres, absolut keine Waare mehr ans dem Markt war und diejenigen Fabrikanten, die Aufträge in Kupferartikeln übernommen hatten oder sonst dieses Metalls benöthigten, ge- zwmigen waren, jeden Preis zu zahlen, den die Bande(der Bärseuausdnick lautet: das Syndikat) zu fordern für gut hielt. Und im Verlauf von zwei Monaten schnellte der Preis bcS Kupfers um gegen 90 Prozent empor. Ende Oktober swtirte in London, dem Welthandclsplatz für Kupfer, die Tonne Chilebarren 45 Pfd. St., Ende November schon 66"/� Pfd. St., Ende Dezember 85 Pfd. St. Die Borräthe, um die e« sich dabei handelt, d. h. welche das Spekulantenkonsortium in seine Hände gebracht, werden auf 45,000 Tonnen geschätzt. Rechnen wir nun, daß die Herren nur einen Theil derselben zu dem billigsten Preise gekauft, nicht alles zum höchsten Preise verkauft haben, d. h. nehmen wir an, sie haben nicht 40, son- deru nur 25 Pfund an der Tonne verdient, so beläuft sich ihr Gewinn immer noch auf die Kleinigkeit von 1,125,000 Pfund Sterling, d.h. 22 Millionen Mark. Da begreift man es, warum das Münchener Blatt von dem„Respekt" spricht, der den„kühnen Freibeutern" gebührt. Aber das ist noch nicht Alles. Große Geister sehen weit. Steigen die Kupserpreise, so müssen selbstverständlich auch die Aktien der Kupferbergwerke steigen. Und so wurden auch diese Aktien in den Sp— ekulationS- Mu hiueiiigczogen. Mit welchem Erfolge, da« zeigt folgende E« notirten in Pfund Sterling: Ende End» Steigerung in Oktober Dezember Prozenten Rio Tinto i Aktien 9'/. 19% 97% Mason öd Berry„ 7 12% 78% TharsiS. 3% 6 71% Cape Copper. 25 47 88'/, Copiapo„36 100 Pannlcillo„ 2 8 300 Von dm ersten drei Papierm weiß man e» genau, von dm letzterm nimmt man an, daß das„Syndikat" mit ihnen manövrirte. Wie viel es dabei verdient, wissen die Götter, daß der Raub in die Millionm geht, steht fest. Ein einziger Jobber, einer von den blos Großen, der Bankier Kalten- b ach in Paris, der einen Kurssturz in Rio Tinto Aktien herbeizuführen versucht hatte, verspielte allein gegeu 6 Millio- nen Mark. Kurz, es war nicht nur ein„kühner", sondern auch ein „wohldurchdachter" Freibeuterzug, bei dem allerdings alle Kühnheit und Voraussicht nichts genützt hätten, wenn nicht auch„Herr Organist", d.h. die uöthigen Moneten, bei der Hand gewesen wären. Als der Raubzug gelungen, erhoben die von ihm betrosse- nen Industriellen ein großes Geschrei. Ganz besonders nahm sich Clemenceau's„Justice" ihrer an und verlangte, daß der Artikel 419 des Strafgesetzes, der die Auskäufer mit Gefäng- niß von einem Monat bis zu einem Jahr, Geldstrafe von 500 bis 10,000 Frauken und Stellung unter Polizeiaufsicht bedroht, gegen die Kupferwucherer in Anwendung gebracht werde, welchem Verlangen sich der Pariser Gemeinderath an- schloß. Natürlich ohne Erfolg. Denn die Rothschilds sind eine Macht,>nit der sich nicht spaßen läßt. Die gutgesinnten Blät- ter,„Temps",„Debats":c., nahinen auch sofort mit Feuer- eifer ihre Partei. Der literarische Kommis der Rothschilds, Paul Leroy-Beaulieu, in seinen Mußestunden Professor der politischen Ockonomie am College de France, schrieb im „Economiste Franyais"— nicht eine Vertheidigung, deren bedurfte es nicht, sondern eine Verherrlichung des Kupfer- „FeldzugS". Er schilderte die Situation auf dem Kupfermarkt und fuhr dann fort: „Co waren die Bedingungen günstig, sobald ein Syndikat von Leuten mit reichlichem Kapital mit Entichiedenheit den Feldzua unternehmen wollte Es genügte, den größten Theit der mähigen Lager anfzukaufen." Und weiter: ...„Die Waare fiel von Tag zu Tag. GS ist daher kein Wunder daß dieser Widerspruch zwischen dem beständigen Fallen d-r Weiihe und der beständigen Abnahme der Bestände, eine Anzahl geschickter und reicher Epekolanten anreizte, einen Hausse-Feldzug zu unter- nehmen, der ihnen gute Beute(wörtlich: uns beurouss razzia) versprach." „Meint man nicht, bemerkt dazu Jute? GueSde treffend im „Socialiste", den ersten besten Straßenränder seinen Mit-, strolchen erzählen zu hören, wie er einem verspäteten Spazier- gänger Geld und Blut„abgezapft"?„Die Bedingungen waren günstig. Eine einsame Brücke. Nicht der Schatten eines Polizisten in Sicht. Einen Moment, ihn an die Gurgel zu packen, dann die Taschen„ausgeschlämmt", und er segelte widerstandslos in die Netze von St. Cloud"— d. h. die Seine hinunter. Ja, der Herr Professor genirt sich durchaus nicht, rundweg zu erklären:„Die Sache wird ausgeglichen durch den Ruin einer sehr großen Anzahl von Schassköpfen (mgauds)." „Welche Lektion", fährt I. Guesde fort,„für die kleinere Bourgeoisie, für die, die noch mit Hand und Kopf mitarbeitet, aber anstatt mit dem Proletariat gemeinsame Sache zu machen, gegen den Sozialismus für die Kapitalfeudalität eintritt, die sie verschlingt, und sich obendrein über sie lustig macht." Ja wohl, welche Lektion! Aber natürlich wird sie nicht kapirt werden. Die braven Klein- und Mittelbürger werden noch eine Weile schreien— und das verstehen sie ja aus- gezeichnet— aber nachdem sie genug geschrieen und sich über- zeugt haben, daß sie den großen Spitzbuben nicht an den Kragen können, ohne die ihnen so theuren unveräußerlichen Ausbeuterrechte in Frage zu stellen, werden sie sich dabei be- ruhigen, daß sie— soweit sie nicht völlig verkracht— den Verlust auf diejenigen abwälzen, die von jeher dazu berufen sind, die Kriegskosten für die Feldzüge der Ausbeuter unter einander zu zahlen: auf die Arbeiter. In wclchem Maße diese von den so— klug berechneten Spekulationen betroffen werden, dafür führt in der deutschen „Metallarbeiter-Zeitung" ein um die Beleuchtung der Arbeiter- Verhältnisse in den verschiedenen Industrien verdienter Schrift- steller einen charakteristischen Beleg an. Gleichzeitig mit der Kupfertreiberei wurde auch eine Treiberei in Zinn in Szeiu gesetzt. Und da auch hier die„kapital- kräftige" Rothschildgruppe die Sache in der Hand hatte, mit dem gleichen Erfolg. Am 13. Mai 1887 stand Zinn auf dem Londoner Markt etwa 100 Pfd. Stlg. per Tonne, am 3. Ja- nuar 1883 aber 185 Pfd. Stlg. Welch' herrliche„Beute"! Man höre nun, was der durchaus kapitalistisch gesinnte „Fränkische Kurier" aus Schwabach, einem der Hauptsitze der Metallschlägerei, über die Lage der Zinn verarbeitenden Weiß- metallschläger schreibt: „Jpsolge d«s tu der letzten Zeit sehr«rhdhten Zinn» pr«>l«S herrscht dort seit einiger Zeit ein grenzenloses Glend und ein« Verzweiflung, wie sie wahrscheinlich kein einziger Leser dieset BlatteS in Nürnbergs Näh« vermuihet. Dieser GeschSfitzweig war seit vielen Jahren nur ein jammervoller«nd die Leute tonnten sich nur knavp ernähren, so daß sie keinen H-ller erübrigen konnten. In den l tzien Wochen aber hat daS Zinn einen solchen Preis erreicht, ohne daß die Schläger entsprechend höheren Preis für die fertige Waare erzielen konnten, daß«in Mann nicht mehr al« vierbiS fünf Markper Woche verdienen tan». Ferner vmß er, um so«inen Verdienst zu ermöglichen,«inen ganz un- glaublichen Srad von Fleiß und Ausdauer entwickeln, und beinahe unausgesetzt von ö Uhr Früh bis ö oder 9 Uhr AbendS arbeiten— also«Obi« 90 Stunden um 4—5 Ml. Loh«! Man denke sich die entsetzliche Arbeit, mit einem schweren Hammer den ganzen Tag hinzuhauen bei einer Kost, deren Qualität man sich unter solchen Umständen denken kann! Dieses klingt Manchen unmöglich oder übertrieben. Wer so denkt, kann sich persönliche Gewißheit verschaffen und wird eS hoffentlich thun. Die Calculation ist äußerst einfach. Da» Pfund gewalztes Zinn tostet 1.90 Mk. Für den Schawin erhält«an 2,40 bi» 2,50 MI. Ein Mann bei dem obenerwähnten riesigen Fleiß schlägt 18 bis 20 Pfund wöchentlich. Dies wirst also ca. 11 Mk. ab. Von diesen 11 Mk. muß er dem Mädchen, welche» daS Zinn hinaus« wischt S Mk. geben. Dieses eine Maschen wird aber niemal» allein fertig und die Zuziehung einer weiteren billigen Kraft ist absolut nöthtg. Dazu wird in der Regel ein Kind verwendet, welche« dann 1 Mk. per Woche bekommt. Es bleiben also 4-5 Mk. für den Schläger. Man merke, daß hier nicht ein Pfennig gerechnet ist fllr Einrichtung, Ab« nützung ic.! Arbeitet der Mann mit seiner Frau und eigenem Kind«, so haben sie dann dies zu Dreien in der Woche verdient. Diese Zahlen find aber ganz absurd hoch gehalten, denn wir kennen Leute genug, die trotz dieses enormen Fleißes nur ll Mk. per Woche zu Dreien verdienen! Und was haben diese armen Kinder für ein sreuden« loies Leben! Sie werden vom 5. bis 6. Jahre dazu verwendet. Häufig werden die kleinen Kerle um 5 Uhr zur Arbeit auf« geweckt. Schulpflichtige Kinder arbeiten bis ein paar Minuten vor Ansang der Schule. Nach der Schule nehmen sie die Arbeit wieder auf und schaffen bi» 8 Uhr AbendS." Andere Industriezweige, wie die sehr bedeutende Zinnplattenproduktion, sind gänzlich lahmgelegt. Und ähnlich steht es nach der„Justice" in der Kupfer-Jndustrie. Lohnreduk- t i o n e n hier, Arbeitslosigkeit da, ein grenzenloses Elend bricht über Tausende und Abertausende von Proletariern her- ein, mitten im Winter sehen sie sich auf den absoluten Hunger- standpunkt herabgedrückt— Dank einer„ebenso kühnen als wohldurchdachten Spekulation." Es ist eben alles zum besten bestellt in dem besten aller möglichen Wirthschaftssysteme. Die„klugen Leute" sacken Ml- lionen ein, und da das Geld nicht aus der Luft geflogen kommt, so wird die Sache ausgeglichen durch den Rum einer großen Anzahl von— Schafsköpfen. So sagt Herr Leroy-Beaulieu, und der ganze Troß der rechtgläubigen Nationalökonomen betet eS ihm nach, die einen mehr, die anderen weniger offen. Andere, welche in diesen Kapitalkoalitioncu den Anfang vom Ende der kapitalistischen Wirthschaftsordnung wittern, schreien nach Maßregeln gegen dieselben, ohne daß sie wissen, wo und wie die Sache anzugreisen, und nicht den segenbringenden Trieb der Kapital-Bildung und-Vermehrung, dieses Grundsatzes dev bürgerlichen Gesellschaftsordnung, in Mitleidenschaft ziehen. Die Preiskoalitionen gesetzlich verbieten? DaS Beispiel Frank- reichs zeigt, wie viel das nützt. Nirgends ist mit denselben so schamlos gewüthet worden als in den Bereinigten Staaten. Nach dem„Philadelphia Tagblatt" sind bereits„Trusts" gebildet worden für: „Kohlenöl und seine Raffinerien, Baumwollsaamenöl und seine Per- Wendungen, Leinsaamenöl, Bau- und Nutzholz, Gasbeleuchtung in meh» reren Großstädten, Blei, Zuckerraffinerien. Gummisabrlkate, O-ltuch, BrieskouvertS, Vchulichiesertaseln, Schulbücher, Papiersäcke, Pech und ASphalt zum Pflastern, Salz, Seilerwaare, Stahl auS Bessemerösen, Stahlnägel und Eisennägel, Rohkupfer, Zink, Steinkohlen, die Fischerei aus hoher See und viele ander« Produlte, deren Ronopolistrung noch nicht offenkundig ist." Alle Welt empört sich dagegen, aber dabei bleibt eS.„Der dem Senator Sprague nachgesagte Ausspruch," schreiben die freihändlerische„Piladelphia Times",„er wisse nichts Selbst- süchtigeres, Grausameres und Herzloseres als eine Million Dollars, ausgenommen zwei Millionen, wird sich bei diesen giganttschen Trusts bewahrheiten, falls sie nicht unter irgend eine Art Kontrole gebracht werden." Aber sie haben keine Ahnung, wie diese Kontrole eigentlich beschaffen sein soll. Wenn jedoch der biedere Spießbürger sich hundertmal ungestraft rupfen läßt, solange ihm die stille Hoffnung blüht, das hundertunderste Mal mit zu den Rupfern zu gehören, d. h. in ihrem Troß zu marschiren, und ihm die Möglichkeit offen- bleibt, sich durch Rupfen Anderer schadlos zu halten, wollt ihr, Proletarier, diethr immer nur dm Schaden zutragen habt, wollt ihr ewig geduldig mitansehen, wie um eure Haut gespielt wird, wie euer Lebensglück rücksichtslos auf's Spiel gesetzt wird, um einer Bande herzloser Geldmenschen die ge- füllten Säcke immer mehr zu füllen? Merkt euch da» Wort des ftanzösischen Oekonomen, c« trifft in letzter Instanz euch, die stets Gerupften. Wollt ihr ewig„Schassköpfe" sein? Sozialpolitische Rundschau. Zürich. IS. Januar 1888. — Da» verschärft- Ausnahmegesetz hat endlich da« Licht der Welt erblickt, und man muß gestehen,«S hält nicht nur, wa« die Ossi- z'ösen von ihm versprochen, es llbertrifst daS bisher»ngekllndigte noch bei Weitem. Bismarck Puttkamer zeigen sich in ihm in ihrer ganze« Seeleuflröße— ebenso roh und gewalilhätig wie jeglichen Ehrgefühls bar. Daß sie sich mit dem Geständniß der totalen Unfähigk-it, ohne Sewaltmaßregeln zu regieren, ein Armuthszeug niß sonder Gleichen ausstellen, kümmert diese Ruffenknechte nrcht, fle kennen kein- andere Politik al» die der Unterdrückung, wie fle kein« andr» Etaatitunst al« die der Lüge und des Betrug S kennen- hilft da» eine Zwangsmittel nicht, dann schnell«in andres, noch schärfet«» her. Und daS wird so lange fortgesetzt, nun, so lang»«S eben geht— auf ein Canoffa mehr oder weniger kommt ei Leuten solchen Schlages ja nicht an. Do» neue Schandgesetz— die Schande in verstärkter Auflage— erhöht die Strafe für Verbreitung verbotener Druckschriften nm das Doppelte, und bestraft die„g e s ch ä s t s m ä tz i g e" Agitation für die Siele der Sozialdemokratie mit Gefängniß nicht unter zwei ahren l l Da ei vollständig im Belieben dei Richters steht, was er Sc„gefchäftSmäßia" erklären will oder nicht, so ist in diesem Kautschuck- nagraph die MSglichkeit gegeben, jeden unbequemen Sozialisten erst auf Jahre ins Gesängniß ,u werfen und dann außer Lande» zu traniportiren. Denn gegen die nach ihm Berurtheilten, sowie gegen alle wegen„geheimer Verbindung" Berurtheilten kann die Zu« lässigkeit der Entziehung derStaatSangehbrigkett ausgesprochen werden. Ebenso gegen die, welche im Ausland an Ver> sammlungen zur„Förderung der Bestrebungen der Sozialdemokratie" theilnehmen. Auch dieses Verbrechen ist außerdem mit Sefängniß zu bestrafen. Dies das Machwerk, auf deflen Einzelnheiten wir heute nicht näher eingehen können. Dagegen fei aus der sehr kurzen Begründung— wozu auch viele Worte machen, dadurch würde man nur den Eindruck ab- schwächen!— ein Satz herausgegriffen:„Wer berufsmäßig die StaatSgrundlagen untergrab e," heißt e« nach dem un» vorliegenden Telegramm der„Frankfurter Zeitung",„habe keinen Anspruch, weiter dem Staate anzugehören." Ein wun- dervoller Grundsatz, nach dem man jede Opposttion nach Belieben ächten kann. Denn welche Opposition„untergräbt" in den Augen eineS Bismarck nicht die„StaatSgrundlagen"? Welche Opposition, und sei sie die harmloser Freihändler, ist nicht von ihm für staatsfeindlich erklärt worden? Warum nicht lieber gleich erklären: Wer nicht will, wie der AeichSkanzler, hat keinen Anspruch, weiter dem Reiche anzugehören." Da wäre doch endlich Ruhe geschaffen. Wir wollen hier nicht noch einmal die Frag« nach den AuSflchten der vorgeschlagenen Verschärfungen aufnehmen, sie wird sich ja bereit» in den nächsten Tagen entscheiden. Für heute nur so viel: Nach den Er- fahrungen, die mit dem Schandgesetz Nr. 1 gemacht worden, ist Jedem, der jetzt für die Verschärfungen stimmt, die Möglichkeit benommen, späterhin zu erklären, das oder jenes haben wir nicht gewollt, wir haben un« getäuscht. Hier ist jeder Zweifel daran, welch nichtswürdiges Atten- tat geplant ist, auSgeschloffen. Mögen sich die Herren daher dessen de- wüßt sein, daß j e d« r E i n z e l n e von i h n e n für alle Konsequenzen, die da» Gesetz zeitigen wird, verantwortlich ist— moralisch und materiell. — Der Umfall der nationalliberaleu GesinnungSmänner, schreibt man uns, ist bereits eine vollendete Thatsache— noch ehe sie den Feind nur gesehen, d. h. noch ehe da»„verschärfte" Sozialistengesetz dem Reichstage vorgelegt worden ist. Die„f Ü n f I a b r e" ließen sich «ans fagon hinunlerschlucken, denn sie paffen ja vortrefflich zu den fünf- jährigen Legislaturperioden. Und die„Expatriirung"— je nun, geht st« nicht direkt, so geht sie indirekt— auf dem Umweg« des„Jnter- natS". Werden die Umstürzler auf irgend eine Insel der Rord- und Ost- See, oder nach irgend einem Dorf an der ruffischen Grenze„internirt", so werden sie sich von selbst„expatriiren". Und sie können sich dann nicht Über Gewaltthätigkeit beklagen— denn es ist ja ihr eigener Wille. Diese„Lösung", welche dem staatsmännischen Genie des Exkommu- nisten und(nicht Sx-)TheilerS Miquel zu verdanken ist, hat vor den Augen der Konservativen allerdings bis jetzt keine Gnade gesunden. Mit schneidendem Hohn bemerkt die„Konservative Korrespondenz": „Die„Rationalliberale Korrespondenz"(in welcher der sinnreiche Vor- schlag zuerst auftauchte) scheint der gesetzlichen Ermöglichunz der Ausweisung aus dem Reichsgebiete gern aueweichen zu wollen; sie möchte «m Stell« dieser„exorbitanten" Maßregel lieber das Auskunstsmittel der Jnternirung in bestimmte Bezirke empfehlen. Diesen Gedanken halten wir indessen für wenig glücklich. Abgesehen davon, daß man wohl von keinem deutschen Ort wird sagen können, womit er«S verdient hat, der Wühlarbeit der Sozialdemokratie rito preisgegeben zu werden, würde man auch durch eine solche Einrichtung eine neue Ar! von sozialdemo- kratischem Unfug in Gestalt von Wallsahiten zu den„Märtyrern" der Partei förmlich herausfordern. Auch wurden einem Sozialdemokraten durch die Verweisung in einen bestimmten Aufenthaltsort vielfach größere Schwierigkeiten für sein wirthschastliches Fortkommen bereitet werden, al» wenn man es ihm überläßt, sich die ihm zusagenden Existenzbedin- gungen im Auslände selbst zu suchen. Was aber die„Härte" der AuS- Weisung aus dem Reichsgebiete betrifft, so müssen wir immer wieder ein Doppeltes betonen. Einmal scheint es unS viel humaner, durch einige scharfe, gegen die H S u p t e r der Bewegung geführte Schläge dem Umsturztreiben entgegenzuarbeiten, als durch die bisher Üblichen «affenhaften Ausweisungen von kleinen Tölpeln, Betrogenen und Helfers- Helfern der niederen Grade, d. h. durch Maßnahmen, durch die nur viel Aufregung und Erbitterung hervorgerufen wurde, ohne daß man eine gleichwerthige durchschlagende Wirkung zum B.sten der Sache der Ordnung erzielt«. Und zweitens sollte man doch endlich aufhören, etwa» Unge- heuerliches darin zu finden, wenn Leute, die an den bestehenden Staats- und Ges-llschastszustSnden auch nicht einen gesunden Faden zu finden »erwögen, höflichst ersucht werden, sich nach anderen Ländern umzusehen, in denen sie ihnen besser Zusagendes vorfinden oder sich schaffen mögen." So das freche Junkerblatt. Den Nationalltberalen wird sein« Logik einleuchten, und was die von ihm gepredigte„Humanität" betrifft, Feuilleton. Als das Aürgerthum noch radikal war. Sine zeitgemäße Reminiszenz. (Schluß.) Aus Heft VI haben wir noch ein„R e k r u t e n l i e d" von Geor Fein(derselbe lebte zur Zeit in Diessenhofen in der Schweiz zu erwähnen, worin«in Rekrut seine Eltern darüber, daß er unter die Fahnen muß, mit folgendem Hinweis tröstet: Laßt ,ieh'n mich nur, mich Wache steh'n, Mich schießen lernen nur, Mich i'.cch B-fehl des Junkers dreh'n! Da« Ding soll bald vortrefflich geh'n. Doch hört jetzt meinen Schwur! Wenn in des Aufruhrs Lärm bei Nacht Einst Rach'geschrei sich mischt, Bor gleicher TbÜr dann halt' ich Wacht, Daß unS der Fucht nicht leiS und facht AuS seinem Loch entwischt. Ob auch der Junker ganze» Heer Ihm stolz zu Hilfe zieh', Der wackern Bürger find noch mehr; Die müffen dann mir in's Gewehr, Ich führ' und ordne st«. Ich zeig«, wie man schießt und flicht, Und wa» da Brauch im Krieg. Schmäht d'rum der Knechtschaft Schule nicht! Sie wird dem Thron zum Hochgericht, Und lehrtder FreiheitSieg. „Aufruhr",„Rachegeschrei",„schießen und stechen"— wie wäre es, wenn Sie da» vorlesen wollten? Aber hören Sie nur, es fotnmt noch bcffcr* Kode« I., auch Jakob Venedey genannt, hatte in einem Vorwort zu feinem Buche:„John Hampden und die Lehre vom gesetzlichen Wider- fcmd" gegen den in Heft I de»„Eldgenoffen" gebrachten Satz polemi- s»t:„Ein TellSschuß oder«in Ausstand im Mittelpunkt der Despotie muß dann die Entscheidung bringen"»") und wird dafür von Herrn v lind wie folgt abgefertigt: ») Dt« betreffend« Stelle lautet in ihre« Zusammenhang: Denn«er so erinnert ste uns an daS nützliche Sprichwort der alten Römer: h» est ab hoste doceri— man muß vom Feinde lernen. Die Feinde der Arbeiter werden hoffentlich recht bald erfahren» daß die Arbeiter von ihnen gelernt haben. — Bitte recht sehr, Exzellenz» Im sächsischen Landtag« rügte neulich Genoffe Bebel bei Gelegenheit der EtatS-Berathung die unanständige Kampfesweise der sächsischen Regierungspreffe. Darauf erwiderte ihm, wie die Zeitungen berichten, der Minister von N o st i z- W a l l w i tz. es sei ihm unverständlich, wie grade Bebel dazu käme, sich über gehäffigen Ton in der Preffe zu beklagen, denn«in größeres Maß von Gehässigkeit, wie im„Sozialdemokrat", fei nirgends zu finden". Ganz abgesehen davon, daß der Vergleich ganz gewaltig hinkt— denn der„Sozialdemokrat" steht zu Bebel in einem durchaus andern Verhältniß, als z. B. die„Leipziger Zeitung" zu Seiner Gentlemänlichkeit dem säch- fischen Minister, und der„Soziokdemokrat" erhält keine Subventton aus den Taschen der Steuerzahler— ist die Behauptung auch obendrein eine grobe Unwahrheit. Gewiß, der„Sozialdemokrat" faßt seine Gegner nicht mit Glacehandschuhen an, als Organ der Unterdrückten, als Mund- stück einer geächteten, maßlo« verfolgten Partei hält er daS Süßholz- raspeln für außer seinem Beruf liegend, aber w allen seinen Angriffen weiß er zwischen seinen Gegnern zu unterscheide«; waS er grundsätzlich bekämpft, find fehlerhast« Einrichtungen, gegen Personen richtet er seine Angriffe nur soweit, alS sie die bewußten Träger und Vertreter dieser Einrichtungen sind, und auch hier unterscheidet er zwischen Über- zeugten Männern, die mit anständigen Waffen kämpfen, und gestnnungs« losen Strebern, die berufsmäßig Hetzen, verleumden und ihre Macht- flellung zur Unterdrückung Anderer mißbrauchen. Gegen diese„gehäffig" vorzugehen, rechnet er sich allerdings zur Ehre an. Hier folgt er dem Grundsatz„contre eorsaire eorsaire et aemi"— auf«inen Schelmen anderthalb«. Nun nehme man aber unser Blatt, und zwar die am polemischsten gehaltene Nummer, vergleiche damit z. B die in nächster Nähe de» Herrn von Nostiz-Wallwitz erscheinenden Antisemtten-Blätter, dann wird man sehen, wie bescheiden das Miß unsrer„Gehäffigkeiten" ist gegenüber der Fülle von Gemeinheit und Niedertracht, die in diesen, sehr wohl gelittenen Blättern tagtäglich verzapft wird. Wir kämpfen gegm Ungerechtigkeiten, gegen Ausbeutung und Unterdrückung, um sie ganz aus der Welt zu schaffen, dort aber wird die„jüdische Ausbeutung" nur bekämpft, um die christliche Ausbeutung zu mono p olisiren. Und zu diesem niedrigen Zweck« wird in niedrigster Weise verleumdet und gehetzt,«ine ganz« Kategorie von Menschen unterschiedslos als Lumpen und Betrüger hingestellt. Da ist uns gerade dieser Tage ein Pack Flugblätter an» der Fabrik de» Herrn Frttsch in Leipzig, begleitet von einem„vertraulichen" Zirkular an„alle christlich-deutschen Geschäftsleute", zugesandt worden. In diesem Zirkular wird mit dürren Worten die Antisemtterei als ein lohnendes Geschäft empfohlen. Wie irgend«in beliebiger Hirsch Levy seine Röcke und Holen, so empfiehlt Herr Frttsch seine Flugblätter,„um damit zu machen'n Geschäft".„Im vorigen Jahre wurde erst kurz vor Weihnachten," schreibt er»„mit dieser Agitation begonnen und doch ein bemerkenSwerther Erfolg erzielt, indem binnen 14 Tagen 120,000 Flugblätter im Lande verbreitet wurden, die zum Theil von Hand zu Hand wanderten und viele taufend Käufer veranlaßten, sich bei ihren Bedllrfniffen an d e u t f ch e(d. h. nichtjüdische) Geschäfte ,n wenden. Wird in diesem Jahre schon früher mit der Propaganda begonnen, so wird sich der Erfolg noch viel evidenter erweisen." Also kauft Hirsch Levy's— nicht doch, Th. Fritlch'S Flugblätter. Gegen den Inhalt der Flugblätter zu polemifiren, fällt unS selbstverständlich nicht ein. Wir sind ebenso weit davon entfernt, die Juden zu idealisiren, alS Herrn Jhring-Mahlow für«inen Ehrenmann zu erklären, bloS weil er christlich- germanischer Abstammung ist, betrachten eS daher auch nicht alS unfre Aufgabe, die Ersteren gegen die demagogischen Lügen, wie sie in diesen Blättern unermüdlich wiedergekaut werden, zu»ertheidigen. Das mögen sie in ihrer eigenen Presse tbun. Aber wenn ein Rostiz-Wallwitz unS als den Ausbund aller Gehässigkeit hinstellen will, dann rulen wir ihm zu: Bitte recht sehr, Exzellenz! Sehen Sie sich doch gefälligst die Blätter Ihrer guten Freund« an, denn die Herren Fritfch und Konsorten hängen an den Rockschößen Ihrer Partei, Ihrer Ordnung, Herr Mnister! — In Pose« ist seit Anfang des Jahres ein Svitzelkongreß versammelt. Freilich sieht man viele, die nicht da sind, von wegen de» jüngsten„Reinfalls"— indeß es ist immerhin eine stattliche Schaar, die Herr Puttkamer dort mustern kann.' Sein Jhring-Mahlow. der Johannes unseres gesellschaftsretterischen Jesus, strahlt im vollsten Glanz der Tugendhaftigkeit und Pflichttreue, N a p o r r a fehlt nicht, und— wer nennt sie alle, die lieblichen Namen, die so„geheim" stnd, daß die sozialdemokratischen Sperlinge sie von den Dächern her- unterzwitschern? Auch der alte Döbler au» Leipzig ist da. Sinte- malen eimge der Jungen und Besten verunglückt stnd, muß auch der Landsturm heran. Und warum diese» Aufgebot in Masse? Di« Posener Polizei hat 17 Sozialisten auf die Anklagebank gesetzt, ohne „Material" gegen sie zu haben. Und da sollte der national« Spitzelkongreß aushelfen— er soll au« Berlin, Leipzig, B-eSlau, Paris, London und anderen Orten da» Material beschaffen, welche» in Posen nicht zu finden ist. Sintemalen aber das fraglich«„Material" das Tage«- licht nicht verträgt, muß es unter Ausschluß der Oefsent- lichkeit geliefert werden— vor dem Häuflein auserlesener Richter, „Den„Tellschuß" halten wir, auf die Arbeiten gründlicher GeschichtS- forscher unS stützend, in der Hauptsache für«in historisches Faktum und wollen dabei gestehen, daß wir dies ebenso gern thun, wie auf Seiten unserer Feinde man es ungern thut. Daß der Tellschuß je«in „Meuchelmord" hätte sein können, haben wir noch zu lernen, und hoffen eS n i e zu lernen." Und: „UebrigenS können wir auch die sogenannte„Lehre vom Tyrannenmord" nicht„den Jesuiten überlassen". Rein! unser ganze» G-lühl empört sich dagegen, Harmodius und»ristogiton, Brutus und Caffius, und wie all« die hochherzigen Feind« de» Tyrannenthums heißen, zu Vorläufern de» Jesuttismu» zu machen." Ferner: „Und ist e» klug, im Angesicht der Zerrissenheit und Unfreiheit Deutsch- landS immer„Ruhig, ruhig I" z» rufen, wie Jakob Venedey es will? Sind die Deutschen so heißblütig, daß ste der Ermahnung zur Ruhe de- dürsten?„Rührt euch, rührt euch! Seid Männer und setzt euch zur Wehr ,"— Das ist's, was den Deutschen tagauS tagein zuzurufen wäre."..... ,Jst bloßer„gesetzlicher" Widerstand ausreichend, wo der gegen Ladendorf gebrauchte Prügelstock, wo die Zuchthau»« peitsche von W a l d h« i m da» Sinnbild der Regierungsart unserer Dränger ist?" Da» war im Januar 18SK geschrieben, am 7. Mai schob Ferdi» nand Eohen-Blind auf Bismarck. Wenn Herr Karl Blind seinen Stiefsohn nicht nur nicht desavouirte, fondern rückhaltlos für ihn und feine That eintrat, so ist da» weniger al»«in Zeichen besonderen MutheS, besonderer Charakterfestigkeit zu betrachten— waS Herr Blind von diesen Eigenschaften besaß, hat er später bewiesen—, fondern vielmehr als ein Beweis dafür, daß überhaupt die„öffentliche Meinung", d. h. das B ü r g e r t h u m, entweder mit der That«inverstanden war oder ste doch nur auS ZweckmäßigkeitigrÜnden verwarf. Von der„Entrüstung", die heute zur Schau getragen würde, wenn ein Sozialdemokrat ein Attentat auf den Urheber des Ausnahmegesetze» versuchten würde, war keine Spur zu merken. Wie harmlo» waren aber» im Verhältniß zu den Verfolgungen, denen heute die Sozialdemokratie aus- gesetzt ist, die alS die Partei der Armen dem Bürgerthum gegenüber ohnehin im Rachthett ist, die damaligen politischen Maßregelungen! Der„Eidgenosse" erschien im Ausland, aber auch in Deutschland selbst genirte man sich durchaus nicht, der Sympathie mit dem Attentäter und in einem despotisch regierten Staat mit dem Sturz der Willkür warten will, bis die überwiegende Mehrheit damit einverstanden ist, der wird ewig warten können, da im Tyrannenstaat die Menge weder die genügen- den Mittel zur Aufklärung, noch die gesetzliche Freiheit zur Orzanisalion des Widerstandes gegen die Unterdrückung besitzt, und zudem eine große Anzahl ihre wahre Gesinnung gar nicht kundzugeben sich getraut. Ein TellSschuß oder ein Aufstand im Mittelpunkt der Despotte muß dann die Entscheidung bringen." Wenn w i r da« schreiben wollten l die in der Schule de»(„erzieherischen") Sozialistengesetzes gelernt habe«, die Qualität nach der Quantität zu beurtheilen, und sich die Personen der Zeugen und der Angeklagten genau anzusehen. Mit dem Posener Sozialistenprozeß selbst wollen wir uns heute noch nicht beschäfttgen. Nur auf«in Moment sei aufmerksam gemacht, welches nebe» der frappanten Aehnlichkeit mit dem Breslauer Prozeß in die Augen springt— nämlich auf die Liebedienerei gegen Rußland und auf die Intimität der deutschen mit de» russischen Polizei. Der Kniefall Bismarck'» vor dem Zaren erhätt hier«inen praktischen Kommentar und wird so hell be- leuchtet, daß dem deutschen Reichsphilister, falls er überhaupt empfind- lich wäre für solch« Dinge, die Augen schier übergehen müßten. — Wen« die deutschen Nationalliberaleu um«ine Vertheb digung ihrer elenden politischen Haltung verlegen stnd, so finden sie nirgends geeigneteres Material zu einer solchen alS in der d e m o k r a» tischen„Frankfurter Zeitung", Sbtheilung Frankreich. Dort wird — sowohl von dem betreffenden Redakteur selbst als namentlich von dem Pariser Korrespondenten deS demokratischen Blattes— alle» beschö- nigt, was die Rationalliberalen Frankreichs, die Opportunisten rechter Schattirung, thun, und alles in stärksten Ausdrücken verurtheilt, was die französischen Radikalen thun, selbst wenn es im Grunde genau auf daS hinausläuft, was die Fortschrittler und namentlich die Volks« partetter bisher in Deutschland vertreten haben. Da haben vor einigen Tagen in Frankreich die Ergänzungswahlen zum Senat stattgefunden und den Republikanern eine Einbuße von drei Sitzen gebracht. Obwohl nun feststeht, daß diese Verlust« dadurch herbeigeführt wurden, daß ein Theil der gemäßigt republikanischen Wähler umfielen und entweder direkt für die Kandidaten der Ron«» chisten stimmten oder durch Festhalten an Sonderkandidaten diesen den Sieg sicherten, d. h. die sonst Überall gepredigte republikanische Disziplin verletzten, findet doch die„Frankfurter Zeitung" an dem Verhalten der» selben nicht« zu tadeln, sondern macht für ihren Umfall die— Radikalen verantwortlich.„Es ist im Kleinen der nämliche Vorgang." schreibt st« in ihrer Nummer vom 6. Januar(Abendblatt),„wie er im Oktober ISS» bei den Kammerwahlen sich abgespielt hat: die Wähler wollen nicht gegen die Republik, sondern nur gegen die Radikalen stimmen. Die monar» chistische Gefahr scheint ihnen eben geringer zu sein alS die radikale." Dies« Phrase ist fast«örtlich dem„Journal deS DebatS" entnommen, da» alS Organ der Börsenwelt lüstern nach der Monarchie schielt. Sie hätte unter gegebenen Umständen ebensogut in der„Berliner National« zeitung", dem„Frankfurter Journal" oder sonst einem nationalliberal» Kartellblatt stehen können, um das Zusammengehen der nationalliberal« ManneSseelen mit den Reaktionären gegen die Freisinnigen und die Volkspartei zu rechtfertigen. Zum offnen Kartell hat man'S in Frank» reich freilich noch nicht gebracht, doch ist der Umfall keineswegs so von ungefähr, auS der Mitte der Wählerschaft, gekommen— eS war Herr JuleS Ferry, der Miquel Frankreichs, der zuerst die Parole ausgab: Die Gefahr ist auf der Linken! Eine Anzahl ge» mäßigt republikanischer Blätter schreiben seit damals unausgesetzt in diesem Sinne. Vor allem das„Journal des DebatS", daS Über d» Umfall ins monarchische Lager ganz entzückt ist. Diesen gemäßigten Blättern ist auch die Phrase nachgeschrieben, daß die Wahlen von 18SS«ine Demonstration gegen die Radikalen gewesen seien. Damit soll nur die kolossale Niederlage auS der Welt geflunkert werden, welche die O p p o r t unisten ISSS erlitten haben. Ihre Zahl ging damals erheblich zurück, während die Radikalen eine ganze Anzahl Sitze gewannen. Aber man mußt« doch die Abgab« von mehreren hunderttausend republikanischen Stimmen an die Monar- chisten bemänteln, und was lag da näher, al» die Schuld daran den Radikalen in die Schuhe zu schieben. Mit obiger Rabulistik aber kann man natürlich jede Gesinnungslumperei vertheidigen. Mit den französischen Nationalliberalen theilt die„Frankfurter Ztg." auch die Vorliebe für den Senat gegenüber der Deputirtenkammer. Mit ihnen empfahl sie während der letzten Ministerkrisis, dem Senat größem Einfluß auf die Bestimmung der leitenden Polittk einzuräumen. Run wird der Senat nach einem WahlmoduS gewählt, der extra dazu au»- getiftelt wurde, der Republik ein Bein zu stellen, d. h. eine Körperschaft zustande zu bringen, die mit jeder Regierung geht, also auch mit einer SlaatsstreichregieruNg, natürlich nach gelungenem Staatsstreich. DaS Senatsmitglied wird von einem Wahlkollegium gewählt, da« aus Dele» girten der Kommunalvertretungen gebildet wird. Nun wetß doch Jeder, wie namentlich in den kleineren Ortschaften die Gemeinde« wählen zustandekommen, wie da alle? andere eher entscheidet, al» die großen, prinzipiellen Gesichtspunkte. Danach kann man auf den Eha« rakter der Senatswählerkollegien schließen. Di« gesättigten Existenz», die„vor Allem ihre Ruhe Hab» wollen", werden in ihnen fast immer die Mehrheit haben. Sie sind aber außerdem wegen ihrer relativ» Kleinheit daS günstigste Feld für allerhand Jntriguen und Beeinflussungen. Der Geldsack spielt da die entjcheid»de Rolle. Und dieser Senat wird der auf Grund des allgemeinen Stimmrechts gewählten Deputirtenkammer als maßgebend gegenübergestellt von der demokratischen„Frankfurter Zeitung"! Aus den Wahl» auf Grund dieses Wahlrechts leitet sie ein Recht her, die vorgefchritt»» Republikaner aufzufordern, ihr Programm in die Tasche zu stecken und nicht eher herauszuziehen alS bis— nun wahrscheinlich bis der S»at eine radikale Mehrheit hat, d. h. so ziemlich am Nimmerleinstag. Mm höre nur: dem Attentat offenen Ausdruck zu geben. Der württembergische Landtagsabgeordnete Hopf erinnerte in den von ihm redigirt» „GradauS" in Stuttgart an den Ausspruch de« von den Katholik» so hoch verehrten G ö r r e S, daß„Sott bisweilen eine heidnische Tugend wecke, um jene christlich« Heuchelei zu straf», die, während ste mit Leichtsinn ungerechte Kriege beschließt, worin Hunderttausende von Menschen fall», nur dann de« Christenthums ge» denken will, wenn die Flamme, der st« von Feme zugesehm, endlich da« eigene Dach ergreist", und schrieb, gleich bei dem ersten Eintreffm der Nachricht: „Es ist wieder in Deutschland eine That geschehen, welche, wenn ste gelungen wäre, wie ein Blitz in» Volk geschlagen hätte, aber auch«iß» lungen die voll« Aufmerksamkeit der Nation in Anspruch nimmt, nicht allein weg» deS tragischen Endes d«S Thäters, sondern auch, und mehr noch, wegen de» allgemeinen Bedauern«, daß sie miß« lang. Bismarck ist unstreitig ein Charakter mit dem Mathe eine» Räuberhauptmanns, freilich nicht jenes abstrakt» Karl Moor, welcher der gesellschaftlich» Konvenienz den Fehdehandschuh hinwirst, soade» eineS sehr praktisch» RäuberS, der die Welt für sich ausbeutet und be« stiehlt, so daß er am Ende fast mehr der Kehrseite dieser verunglückt» edleren Natur, dem heuchlerisch», diebischen und frechen Bub» Franz Moor gleicht."... ...„Wenn ein Volk, auf's Aeußerste gebracht, als«inen unwillkür« lichen Sendling seines Zornes und Hasses gegen seine Vergewaltiger ein» Jüngling ausschickt, um in kühner That einen Tyrannen auf die Seite zu schaffen, da schreit dann Alles Zeter und weiß nicht genug Worte dafür zu find», wenn so«in Herr der Gewalt unschädlich ge» macht wird. Wenn aber so ein Herr der Gewalt den besten, edelsten Mann im Kerker elend verschmachten, wenn er einem H Iben de» Rechts und der Freiheit d» Kops abschlägen läßt, und dem Volke das Haupt seines Liebling» vor die Füße wirft, wenn er zur Förderung seine» Ehrgeizes Hunderttausende auf Schlachtfeldern hinmorden läßt, da» wird in der Regel ganz natürlich gesund»." Da» war keineswegs«ine vereinzelte Stimme. In einer Zuschrift a» die Berliner„Voffische Zeitung" hieß es, in Stuttgart fei da« Bild Fer» dinand Blind'» an allen Läden bekränzt zu sehen. Wie mancher von de» biederen Schwaben, die sich heut« noch bismärckischer als Bismarck selbst geberden und Jeden am liebsten„glei todtfchlage mechtet", der es wagt, die Unfehlbarkeit de» KanossagängerS in Zweifel zu ziehen, hat damal« ein„Herrgottsakerm»t" Über da» andere geflucht, weil die Kugel de» jung»„Tell-SchÜtzen" an dem„Panzerhemd" abgeprallt! Ja, damal», da» war eben auch etwa» ganz Andere». Damals waren eb» w i r noch in der Opposttion! Blind, der Vater, schrieb tn Heft VUl de»„Eidgenossen": „Wenn erst auf Deutschland» Schlachtfelde» und Fluren die Leich» von vielen Tausend» nach Beendigung de» Kampfe» mode», und«an die Einheit und Freiheit w der Form BiSmarck'scher Diktate dem Volk« »Die Nutzanwendung ist denn auch die nämliche wie damals: wenn die Republikaner eine wirkliche Gefahr für die Republik fern halten »ollen, so muffen sie den vernünftigen Theil des konservativen Pro« »rammS ausführen; sie müssen eine friedliche, sparsame und versöhnlich« Politik verfolgen, praktisch« Berbefferungen auf allen Gebieten einführen und die radikalen Reformen, für die ohnehin weder in der Kammer »och im Lande eine Majorität vorhanden ist und die nur dazu gut sind, die Wähler den Monarchisten in die Arme zu treiben, auf die lang« Lank schieben, zum Theil sogar energisch zurückweisen." Die B-rwirklichung dieses Programms heißt: Kartell mit den Monarchisten, um die Radikalen, die in der Kammer über gegen 200 Stimmen verfügen, an die Wand zu drücken. Und wie der Herr, so der Knecht. DaS Lied, das die Redaktion so »ett vorspielt, pfeift ihr Korrespondent in Paris munter nach. Herr Mühling schreibt in Nr. 8(Abendblatt), nachdem er vorher einen Aus- spruch des„Journal deS DebatS" ganz richtig so charakteristrt:„Damit spricht eines der hervorragendsten Journale des Opportunismus eS offen aus, daß die Gemäßigten mehrBerührungSpunkte mit de« Reaktionären als mit den Radikalen haben," «it wunderbarer Logik: »Wie im Parlament, so stehen die Republikaner im Lande der ge- ßhiofienen Schaar der Reaktionär« nach wie vor gespalten gegenüber. Sin Theil von ihnen aber fühlt sich noch mehr von den republikanischen Gesinnungsgenossen als von den Gegnern der Republik abgestoßen, »nd daS ist natürlich. Das Boll will vor allen Dingen zufrieden, frei»nd glücklich leben, und diese Wünsche kann es noch leichter unter dem Regiments einer demokratischen Monarchie— wie sie z. B. in Italien verwirklicht ist— erfüllt sehen, als unter derHerrschaft der Kommune." Also die Radikalen ä la Elemenceau bedeuten ihm schon die K o m- « u n e. Das könnte ebensogut in der„ K r e u z z e i t u n g" oder im Stöcker'schen„Reichs boten" stehen. Nach deren Darstellung sehnt sich ja auch daS französische Volk nach den Fleischtöpfen der Monarchie. Nur daß sie mit„Volt" Pfaffen und Junker meinen und Herr Mühling — pardon, das„Journal de» Debats"— die B ö r s e n w e l t. — Einem Bortrag, den der österreichische Abgeordnete K r o n a- «etter jüngst vor Brünner Arbeitern über„die Nationalitäten' frage und der Sozialismus" gehalten, und den unser Brünner Lruoerorgan„VolkSsreund" ausführlich wiedergibt, entnehmen wir fol- gend« recht zutreffende Bemerkungen: „Die Konkurrenz, die Ausbeutung deS einen Menschen durch den an- dern, der Kampf deS wirihschafllich Starken gegen den wirthschaftlich Schwachen werde heute mit einer Hartherzigkeit geführt, daß die Entwick- lung der Menschheit gewaltig darunter leide. Diese Bestrebungen, alles dem persönlichen Interesse Einiger unterzuordnen, machen sich selbstver- sitndlich auch unter den Angehörigen einer und derselben Nation gel- tend, und sobald daS persönliche Interesse in Frage komme, trete sofort daS Rationale in den Hintergrund und die eisrigsten Vertreter der Rationalität vertrügen sich sofort mit dem nationalen Gegner. Von diesem Gesichtspunkte aus beurtheilt könne man sagen, es sei Schade »m die Druckerschwärze und um daS Papier, welche verwendet würden bei Herstellung der stenographischen Protokolle des Abgeordnetenhauses. ES würde genügen, bei den alljährlich ganz regelmäßig wiederkehrenden »ationalen Debatten im Abgeordnetenhause in dem stenographischen Pro- tokolle auf das Protokoll der so und so vielten Sitzung in diesem und diesem Jahre hinzuweisen; denn die Reden seien immer dieselben und die Redner desgleichen. Als Beispiel, daß die N a t i o n a l i t ä t bei den Abgeordneten sofort aufhör«, wo das wirthschaftlich« Interesse be- ginne, führte Dr. Kronawetter die Haltung der deutschböhmischen Abgeordneten bei der Grundsteuer-Regulirungsfrage an. Da daZ fruchtbare Böhmen um 3 Millionen Gulden e n t l a st e t und die unfruchtbaren Alpenländer um denselben Betrag mehr belastet wor- den feien, so hätten sich die deutschböhmischen Abgeordneten durchaus »icht auf Seite der Alpenländer gestellt, wie sie es als Deutschs hätten thun müssen, wenn ihnen die Nationalität in der That über alles Andre ginge, sondern ste hätten mit ihren nationalen Gegnern gestimmt. Ein weiterer Beweis, daß die Nationalität sofort ein Ende nehme, wo daS Interesse beginne, sei die Haltung der national gesinnten Fabrikanten gegenüber ihren Arbeitern. Wer die Arbeit am billigsten verrichte, der werde von dem Fabrikanten aufgenommen, unbekümmert darum, welcher Nation er angehöre. Der deutsche Fabrikant nehme sich tschechische Arbeiter und entlasse die deutschen, wenn die Tschechen mit «inem geringeren Lohn- zufrieden seien und umgekehrt, ja, sie würden chinesische KuliS beschäftigen, wenn sie nur billiger zu bekommen wären als alle übrigen Arbeiter. Ein ähnliches Preisgeben der Nationalität « Rücksicht auf daS wirthschaftlich« Interesse wie zur Zeit der Grund- sieuer-Regulirung stehe bevor bei der Regulirung der Zuckersteuer..... Da die Zuckerfabrikanten gar mächtige Herren seien, und da überdies an der Zucke, sabrikation sowohl die Großgrundbesitzer, welche die Rüben liefern, wie die Maschinenfabrikanten interessirt seien, so dürfte eS sich zeigen, daß sie bei der bevorstehenden Berathung des Zuckersteuergesetzes alle einig fein werden, daß in Wirklichkeit kein Gegensatz besteh« zwischen dem(deutschnationalen) Herrn A u s p i tz und dem(Tschechen» führer) M e z n i k.(Ganz wie im deutschen Reichstage bei der Zucker- steuer-Reform die„Römlinge" dei Zentrum mit den deutschdümme- klchsten aller Nationalliberalen ein Her, und eine Seele waren, bei allen agrarischen Zöllen die Polen, dei allen Jndustriezöllen die Elsässer mit den fanatischsten Bismärckern Hand in Hand marschiren. Red. d. S.-D.) ... Die soziale Idee stehe über der nationalen; ein Sieg deS Sozialismus sei nur durch das engste Aneinanderschiießen der Arbeiter mög- lich. Sofern es gelänge, die Arbeiter in Nationalitäten zu spalten, sei der Sieg des Sozialismus weit hinausgerückt. Ein Siez der nationalen Idee sei gleichbedeutend mit einem Siege der Reaktion. Wenn die Ar- bester national würden, so vergäßen sie ihre eigenen Vortheile; daS wissen die Herren, darum bemühen sie sich so eifrig, die Arbeiter durch die nationale Idee zu spalten. Unsere heutigen Einrichtungen und Zu- stände gewähren ihnen ungeheure Vortheile, sie müssen verlieren, wenn die sozial« Idee siegt, deshalb fördern sie alles, was die Menschen trennt. Gelingt eS ihnen, die Menschen zu spalten, dann sei ihr Sieg sicher. Für die großen Herren selbst gebe es keine nationale Frag«, sie seien international, das beweise der amerikanische Petroleumring, der Kupfer- ring und andere kapitalistische Verbindungen, die sich über die ganz« Erde erstrecken." Herr Kronawetter schloß seinen Bortrag mit dem Mahnruf dei Kom- munistischen Manifests: Proletarier aller Länder, ver« einigt Euch! Wir können unS dem lauten Beifall, den er nach dem„VolkSsreund" geerntet, nur anschließen. — Um Stimmung für das verschärfte Schandgesetz zu machen, lügt die Berliner„Kreuzzeitung", Anarchisten und Sozialisten hätten jetzt„eine Art Waffenstillstand" geschlossen. Etwas zu voreilig, liebe Betschwester. Hättest du dich bei deinem Gönner Putty erkundigt, so würdest du erfahren haben, daß just in diesem Moment die Lieblinge Sr. Exzellenz wieder ein Brandflugblatt losgelassen haben, daS von Beschimpfungen der Sozialdemokratie und ihrer Führer strotzt. Aber die„Kreuzzeitung" mag sich trösten. Das ganze Flugblatt richtet sich hauptsächlich gegen dieWahlthätigkeit der Sozialdemo- kratie—„Nieder mit Staat und Parlament" heißt es u. A. darin. Und die„Kreuzzeitung" weiß ja wohl, wem diese Parole einzig und allein zu Gute kommt— notabene wenn sie befolgt würde. — Ei« Schandfleck an«userer Partei— mit dieser Ueber« schritt schreibt man uns: „Die Sozialdemokratie hat schon Großes geleistet; sie hat mit ihren humanen und menschenliebenden Grundsätzen sämmtliche klassenbewußten Arbeiter der Erde solidarisch verbrüdert; sie hat die gekrönten Herrscher von Europa zuPaa en getrieben und diese Mächtigen der Erde gezwungen, alle ihre Eifersüchteleien ruhen zu lassen und ge- meinsam zu handeln, um ihren wackligen Thron vor dem Zusammen- bruch zu schützen. Nur Eines hat die sozialdemokratische Partei noch nicht vermocht, oder besser ausgedrückt: sie hat sich noch nicht dazu bequemt. Diese eine große That ist in Wirklichkeit«ine ganz kleine, aber von der größten Wichtigkeit für die Partei. Wir meinen: die Wirthe, welche ihre Säle zu Arbeiterver« sammlungen nicht hergeben, zu Paaren zu treiben. DieS muß eine der Hauptaufgaben der Partei in nächster Zeit sein, damit schon bei der nächsten Reichstagswahl der Erfolg wahrzu- nehmen ist. Es ist doch wirklich eine Schande— wir wählen da» richtige Wort~ für die Arbeiter, wenn sich die Wirthe, ohne Scha- den zu erleiden, erlauben dürfen, den Arbeitern, von denen ste leben— denn reiche Gegner gehen in diese Lokale in der Regel nicht— den Saal zur Versammlung verweigern. Es ist eine Schande für die Arbeiter, daß Wirthe, welche zu den Arbeitern sagen:„Euer Geld ist mir sehr lieb, aber im Uebrigen seid ihr nichtswürdiges Gesindel, das man mit Fußtritten regaliren muß", nicht ihr Bier selbst austrinken müssm. In einer großen sächsischen Industriestadt ist z. B. das Angeführte der Fall, dort bekommen die Ardeiter keine Säle zu Versammlungen, aber trotzdem machen die Wuthe sehr gute Geschäfte durch den Berkehr der Arbeiter. Den Namen dieser Stadt wollen wir vorläufig verschweigen, mögen die Arbeiter sich dieses zu Herzen nehmen und dafür sorgen, daß diese Arbeiterfreunde ausgehungert werden und bis zur nächsten Wahl zu Kreuze gekrochen sind. Jeder bekannte Parteigenosse wird von unseren Widersachern sofort entlassen und brodlos gemacht; lernen wir also von unseren Gegnern und thun wir d a S G l e i ch e. Wer öffentlich gegen uns a g i t i r t oder uns den Saal verweigert, wird b r o d l o« g« m a ch t I Führen wir diese Kamvfesregel konsequent durch, dann und erst dann haben wir Säle zur Verfügung, dann haben wir nicht mehr über Saalmanzel zu klagen. Nicht die gegnerische Gesinnung deS Mannes soll uns veranlassen, zu boykotten, sondern die b e- l« t d i g e n d e und schofle Handlungsweise des B-treffenden gegen die Arbeiter, von denen er lebt. Also an'« Werk: in jeder Stadt, in jedem Dorf müssen solche Gegner durch Plakate nnd Flugblätter bekannt gegeben werden, damit kein Ar- beiter mehr in ihre Wirthschasten gehe; wer trotzdem hingeht, ist kein Genosse, sondern ein charakterloser Mensch, und dieser muß verachtet werden; man muß ihn bei jeder Gelegenheit fühlen lassen, daß er ein JudaS ist. Der Boykott ist in Amerika die stärkste Waffe der Ar- beiter gegen ihr« Gegner; die Genossen müsse« dafür sorg», daß sie es auch in Deutschland wird. Der Boykott muß in ganz Deutschland systematisch durchgeführt werden, bei jeder Gelegenheit, bei jeder Empfehlung solcher Lokale muß ein« Warnung der Arbeiter er, scheinen:„DieS Lokal ist zu meiden!" Da die Gegner selbstverständlich in ihren Wurstblättern gegen diese „infame Kampfsweise" schimpfen und losdonnern werden, so muß diese« Geschimpfe im Voraus die Spitze abgebrochen werden, und zwar aus folgende Weise: „Da den unten angeführten Herren Geschäfts- und WirthschaftS-J», habern die Sozialdemokratie vaterlandsloses Gesindel und nur Auswurf der Menschheit ist, den jeder ehrliche Mensch per, pflichtet ist, zu meiden, so wollen wir freiwillig den Herren den «erger und Verdruß, der durch unser Erscheinen in ihren Lokalen erregt wird, ersparen und ihr Lokal nicht mehr besuchen. Alle gegnerischen Blätter werden um weitere Bekanntmachung dieses Entschlusses ersucht." Diese» Motto muß auf alle derartigen Flugblätter gesetzt werde«; wollen die Segner ei widerlegen, so können ste sich die Zähne ausbeißen, wenn ste Lust haben. Also an'S Werk! Ueberall muß der Boykott unsere stärkste Waffe werden." Dies die Zuschrift eines bewährten Genossen. Wa» sie verlangt, ist schon wiederholt befürwortet worden, jedoch bisher ohne genügenden Erfolg. Unsere Genoffen find in der That viel zu gutmüthig und ge« duldig; die politischen Gegensätze sind in Deutschland so schroff gewor« den und unsere Feinde befolgen namentlich seit der vorigen Reichstags--' wähl eine so infame Kampfweise gegen die Arbeiter, sie haben die ökonomische und soziale Acht so offen und allge« mein gegen die Sozialdemokratie verkündet, daß wir zu Repres, salien gezwungen sind. Hier und da haben die Genossen bereit? Tüchtiges in der Nothwehr geleistet— aber es ist noch lange nicht genug? geschehen. Und so hoffen wir, daß obige Zuschrift nicht ohne Wirkungk bleiben wird. — Wie man uns au» London schreibt, soll Herr Th. Renk von der Redaktion des„Commonweal" Zurücknahme der Bezeichnung als Spitzel verlangt haben, widrigenfalls er ste verklagen und 1000 Pfund' Sterling Schadenersatz verlangen werde. War das Geschäft, das ihnr durch die öffentliche Kennzeichnung als Polizeiagent verdorben worda» ist, so einträglich? Oder klagt Herr Reuß in höherem Interesse? Aber unser Gewährsmann wird sich wohl verhört haben. Herr Reust weiß sehr gut, daß englische Richter keine Berliner Richter sind» Und die preußischen Spitz-lmeister haben keine Ursache, auch die Augen deS englischen Publikums auf ihr nichtsnutzige« Treiben zu lenke». — Goldeue Siegel«. Unter dieser Ueberschrist lesen wir in der „Gleichheit": „Die„Landwirthschaftliche Zeitschrift für Westfalen" schreibt:„Arbeit und Ruhe des— werden nicht immer gehörig geregelt. Um die— gesund und leistungsfähig zu erhalten, sind folgende Regeln zu beobach� ten: 1. Die jungen— gewöhne man allmälig an die Arbeit, so daß st«: dieselbe gleichsam spielend erlernen. 2. Es ist dem— sehr nützlich, bet jeder Arbeit langsam anzufangen und nur allmälig zu steigern; jedoch' vermeide man gänzliche Ermüdung deS—. 3. Nach der Mahlzeit dürfen die— niemals gleich wieder zur Arbeit verwendet werden, da die«,. wie die Erfahrung lehrt, ihre Verdauung und Ernährung stört; man gewähre ihnen nach derselben eine Stunde Ruhe. 4. Zur angestrengten Arbeit bestimmte— dürfen nicht überhungern und auch nicht verdurste»«. Deshalb ist ihnen bei fortgesetzter Thäligkeit öftere Erquickung und' Magenstärkung nothwendig. S. Nach jeder Anstrengung müssen die— ihre gehörige Ruhe und Pflege haben." DaS sind ganz ausgezeichnete' Borsch» rsten, die verdienen mit goldenen Buchstaben an dem Thore jeder Fabrik, jeder Werkstatt zu prangen. So ist doch einmal ein Junkerblatt, das die Interessen der geldhungrigsten Agrarier vertritt, zur Einsicht: g kommen, was den ausgebeuteten, geschundenen, abgerackerten Prole- tariern noth thut. Denn eS ist doch klar, daß die Gedankenstriche aus« gefüllt werden müssen mit den Worten: Des Arbeiter«, der Arbeiter. Wirklich, ist das so klar, leichtgläubiger Optimist? Die preußisch-deutsche» Gesinnungsgenossen des„Baterland" schrieben in ihrer Zeitung de«— Pferdes, der— Pferde! Die menschliche Kanaille, bah! liegtauf der Straße und ist so billig wie Brombeeren, aber der Gaul ist werth« voll. Roßfleisch, lebendiges Roßfleisch ist den Feudalen kostbarer als Menschenfleisch." — Zwei neue Kampfgeuoffe« haben mit Antritt des neuen Jahres das Licht der Weit erblickt. In Bern erscheint unter der Ree daktion des bewährten Genossen Fürsprech A. S t e ck der„Schweiz«» rtsche Sozialdeinokrat", und in Pradl bei Innsbruck unter der R-daktion des Genossen Michael Zelger die„VolkSstimUto"�. Agitationefchrift für da« arbeitende Volk. Wir rufen beiden ein herzliches Glückauf! zu. — Die guten Freunde. Keine zärtlicheren Freunde als Papst Leo und Kaiser Wilhelm, das hat sich beim Jubiläumssest des Letzteren — beiläufig«in wahrer Hohn auf da», was man dem Boll als Ehrl ste»v thum lehrt— wieder deutlich gezeigt. Es ist wahr, nur wenige Tage vorher hatte Leo noch in einer Enzyklika an die bayerischen Bischöfe die Freimaurerei als der Abgrund aller Verworfenheit Auch die Deutschen bleiben nicht zurück: ...„Doch der Stoff wächst mir unter der Hand, und ich will daher blo« noch erwähnen, daß sich in unseren eigenen große» Schriststeller» und Dichtern nicht minder zahlreiche Stellen für die Berechtigung des. Tyrannenmordes finden. Herder nennt in seinen„Ideen zur Geschicht» der Menschheit" den Dolch die„traurige, aber nothwendig« Zuflucht: aller Unglücklichen." Jean Paul'« schwärmerische Milde schrickt nicht vor der Lehre zurück; er erhebt die entschlossen« That der altrömischen: Verschworenen als preiswürdiz, des Nacheifern« werth. Er zieht dabei: eine Grenzlinie zwischen den politischen Tödtungen, die von der Hand eines Freiheiisfreundes geschehen, und denen, die einer despotischen Ab« ficht ihren Ursprung verdanken. Zwischen ihnen, sagt er, sei„»in Unter« schied wie zwischen Tugend und verbrechen." Auch Schiller wird in« Feld geführt, ebenso Plate« mit seine« schon zitirten:„Ihr wißt, Tyrannen find vogelsrei." Ferner wird aus die vielen Gelehrten hingewiesen, die Sand'« Attentat auf Kotzebus billigten. Dann zitirt Blind noch den Schluß de» Gedichte«„Am Meeresstrand" aus Viktor Hugo'«„Züchtigungen", wo daS Gewissen dem Haw modius zuruft:„Du kannst diesen Menschen— d. h. Napoleon HI.— in Rahe tobten", und sagt schließlich: �,,._, „Daß über daS Recht, die Tyrannen zu tödten, auch einige der Frei« heitepartei nicht angehörige oder feindliche Männer geschrieben haben— wa« ficht das unS an? Auch unsere Widersacher schreiben sich daS Recht der Kriegführung und der Insurrektion zu, und ihre Kriege und Auf» stände sind oft nichts als ungeheure Verbrechen. Weil dem aber so ist, wird dadurch das Recht eine« LolkeS, da« Recht eines Einzelnen, sich durch Krieg, Erhebung oder muthig» AngrissSthat gegen die Gewaltherrschaft zu wehren. irgend wie gemindert? Oder darf e« gestattet fein, ein zwslfelhastes Licht auf solche freiheitliche Handlungen zu werfen? Ich meinerseits werde fortfahren, auch in der Politik zwischen Recht und Unrecht u unterscheiden." So schrieb, so dachte da« Bürgerthum, als es noch radikal war. Und nicht nur e«. alle Parteien der herrschenden Klassen dachten so. wenn ste in der Opposition waren, und denken noch so, sobald sie ernst» hast in der Opposition sind, und— das Proletariat nicht im Rücken fürchten. Wo aber das Proletariat auf die Bühne tritt, da werde« plötzlich andre Saiten aufgezogen. Da ist willenlose Unterwerfung unter den schlimmsten Druck absolute Bürgerpflicht. Und ob ste früher noch so sreiheitSglühend sich geberdet, wenn eS gilt, im Interesse der Arbeiterklasse Recht und Unrecht zu unterscheiden, da find, mit seltenen«usaahmen, dies» liberale» Worthelden zu allen Zeiten— b li ad. demonstrirt, wird man die That von Ferdinand Blind recht zu wür« digen wissen." Der Kampf ist nicht ausgeblieben, die„Diktate" ergießen sich in uner- ichöpsiichsr Fülle über Deutschland, und Herr Blind— liegt vor BiS» marck im Staube. Wir hatten erst dre Absicht hier zu schließen, denn daS Borstehende dietet de» Guten eigentlich genug. Aber e« wäre doch wohl Unrecht, wenn wir, einmal bei dem Thema, nicht auch noch eines Artikels ge- dächten, den Herr Blind speziell der Bertheidigung seines Sohnes ge- widmet— er ist Pro filio(für den Sohn) überschrieben— und der als eine wahr« Apologie des Tyrannenmordes bezeichnet werden kann. So mögen denn zu Nutz und Frommen derer, die uns Hödel und Nobiling an die Rockschöße hingen, um daraufhin ihre Zustimmung zu dem schandbaren Ausnahmegesetz zu rechtfertigen, noch einige Auszüge aus dieser Arbeit thres heutigen Gesinnungsgenossen folgen— einer Abhandlung, dt« geradezu zu Attentaten pro» »ozirt. Man hör« nur: „Wie in der klassisch-römischen, so findet sich auch in der italienischen Literatur dei Mittelalters bis auf die neuest« Z-it herab ein reichhalti- ge» Material zu Gunsten der Lehre von der Berechtigung de« Tyrann« nm orde».»u« Petrarca und Macchiavell, auS dem ge- kehrten Ruratori, au» Monti, Alfieri, Ugo Foscolo u. f. w. könnten Stellen zitirt«erden. Unter den Deutschen der Neuzeit seien Herder, Lessing, Schiller, Jean Paul und Platen genannt. Unter den Fran- zosen Rontesquieu, Rousseau, Viktor Hugo. Unter den Engländern: Müton, Algernon Eidney, Stdmouth, Cobbet, Byron und Disraeli, da« heißt zur Zell, al« der Letztere noch radikal war. Damals fang dieser, später zum Tory umgewandelte Mann ein prächtiges Loblied auf den Dolch deS Römer« und den Pfeil de« Schweizer Landmannes. Ja. aus alle Zeiten hinaus sprach DiSraeli den Segen über die Tapferen, die mit entschlossenem Stoß ihr Baterland von Unterdrückern defreien: „Blessock de ihe hand that darea to wield Tho Regicidal eteel that ehalt redeern A Nation'« suffering with a tjrant's hloodl" (Gesegnet sei die Hand, die muthig schwingt Den königsmörderischen Stahl, der rächen soll Eines Lölkes Leiden mit Tyrannenblut!) Seitdem Benjamin Disraeli von dieser alten, tugendhaften An- fchauung abgefallen ist, hat er sich freilich zum Schatzkanzler Ihrer Majestät in Tory-Kabineten und zum Lertheidiger aller Mißbräuche qualifizirt.".... Jetzt ist freUich auch Herr Blind von dieser„atten tugendhaften An-' schauung" abgefallen, merkwürdigerweise aber trotzdem Staatsmann in parüdus infideliurn geblieben, Doch hören wir rhn weiter: „Die englische Literatur ist außerordentlich reich an«eußerungen zu Gunsten der Rechtmäßigkeit des Tyrannenmorde«. Drei Schriften Mil- ton'«(Iconoclastos; The Defence of the Peoplo of England; und The Tenure of Kings and Magistrates) entHallen eine Fundgrube von kräftigen Stellen. In der letzgenannten Schrift beweist Milton,„daß es gesetzlich ist und in allen Zeilen für gesetzlich gehalten wurde, daß Jeder, der die Macht dazu hat, einen Tyrannen oder schlechten König zur Rechenschaft ziehen", ja.„ihn vom L-b-n zum Tod bringen dürfe, wenn die gewöhnliche Magistratur ihre Pfl cht zu thun oersäumt hat oder ste zu thun sich weigert."„DaS". sagt Milton,„bekenne ich frei als wesent- lichen Theil meines GlaubenSbelenntnisseS. daß, wenn e« irgend«inen Fürsten gibt, auf dessen Befehl namhafte Metzeleien gegen feine getreuen Unterthanen ausgeführt wurden- mag er König, Tyrann oder«aiser sein: da« Schwert der Gerechtigkeit ist über ihm; und in wessen Hand genüq-nde Macht gefunden wird, um diese Bergießung schuldlosen Blute« zu rächen: der hat das Recht, das Schwert der Gerechligteit zu ge- brauchen."<» Ferner: �_•,_,, In unfern Tagen finden wir den unlängst verstorbenen Walter ©aoag« Landor al« einen Prediger deS Tyrannenmords, den er als gerechtfertigte und preiswürdige Tödtung" von assassination unterscheidet. Er erklärte sogar die Tödtung Bomba'S und anderer fürstlichen Ungeheuer, mit Namensnennung, al««tn verdienst» l i ch e« W e r k, und bot zu dessen Förderung einen Thett der nöthigen Geldmittel.. �......, E« wäre ein Leichtes, au« der neueren Geschichte und Literatur England« noch-ine Menge Beispiele anzusühren. die darauf hinweisen, daß die Rechtfertigung der Tyrannentödtung von den gebildetsten Klassen dieses, dem gesetzlichen Forlschritt huldigenden Landes alS ein lobenS- werther poliliicher Grundsatz angenommen worden ist— was auch tn einzelnen Fällen heutzutage von den Führern der öffentlichen Meinung in England gesagt werden mag."... Nach den Engländern die Franzofen: .., In französischen Schriftstellern der revolutionären Richtung findet sich natürlich Material genug für den vorliegenden Zweck. Aber selbst Battel, die anerlannte Autorität im Bölker- rechte, schrieb:„Wenn ein Fürst zur Geißel d-S Staate« wird, so entwürdigt er sich selbst; er ist dann nicht besser als ein öffentlicher Feind, gegen den die Ration sich vertheidigen darf und s o l l; und wenn er seine Tyrannei auf den höchsten Gipfel erhoben hat. warum sollte da» Leben eines so grausamen und treulosen FerndeS der Gefell- fchast geschont werden?" An einer anderen Stelle bezeichnet Battel «inen Usurpator als einen„Feind deS Gemeinwesens und eine Pest der . Menschheit"— eine Pest, die man ihrem Eharakter gemäß behandeln •\«afle." hinzestellt, worauf Wilhelm in einem Schreiben an seine �Brüder" von der großen Landetloge die Verdienste der Freimaurerei und die„wahre Religiosität" hochpriei— aber dai thut der Liebe keinen Abbruch. Wilhelm schenkte dem Oberhaupt der Enfeinde des Protestantismus eine kostbare Tiara, und Leo feierte in dieser von einem f- Ketzer und ftf- Freimaurer geschenkten Tiara das heilige Hochamt. Und die Auguren standen herum und lochten— nicht. Sie find ja an da« alt« Doppel« spiel gewöhnt. Wenn's nur die Völker erst begreifm wollten. — Blödfinnig— von Gottels Gnade«. Die München«» Zeitungen erzählten vor einiger Zeit, daß kurz vor Weihnachten ein Treiber auf einer der Hofjagden von einem„Kavalier", der ihn wahr« scheinlich für ein Stück Wild gehalten, einen vollen Schuß Schrot auf- gebrannt erhielt. Da ein Theil des Schusse» in den Kopf ging, so wird der Angeschr ssene nach Ansicht seines Arzles Zeitlebens blöd« bleiben, eS sei in seinem Interesse zu bedauern, daß er nicht sofort todt liegen gebliebkn sei. Ueber den Namen des„Kavaliers" wird diskret geschwiegen, nur brachten einige Blätter die Meldung, daß— S«. Kgl. Hoheit der Prinz. Regent fich täglich nach dem Befinden deS An« geschossenen erkundigen lasse. ES ist in der That P r i n, L u i t p o l d, dem da»„Malheur" passirte, «inen seiner getreuen Unterlhann, auf Lebenszeit zu Grunde zu richten. Wär' einem fimplen Sterblichen dergleichen begegnet, so würde er selbst- verständlich zur Verantwortung gezogen werden. Ein Menschenleben ist kein Puppenspiel, und wenn man aus die Treibjagd geht, so ist ei nicht zu viel, wenn man sich hüd'ch vorsieht, wohin man schießt. Aber mit einem so hochgestellten Herrn ist«S ganz etwa» anderes. Von Verant- wortlichmachen ist da gar keine Rede— Fürsten sind eben unverant- worilichs Leute— im Gegentheil, man sorgt auch daiür, daß der blöde Haufe nicht« davon erfäint, wenn so ein Herr von Gottes Gnaden noch außeramtlich gemeingefährlich« Streiche ausführt. ES ist nicht ilo« der Papst, dessen Unfehlbarkeit Dogma aller Gutgesinnten ist. Und darum find alle diejenigen, die fich erfrechen sollten, danach zu frag n, wessen Fehlbarkeit den armen Treiber zeitlebens zu «runde richtete, frivole Umstürzler. WaS kommts aus so einen Pro- letaiier ron Gottes Zorne an, wo eS fich um den Nimbus des Gottes- gnadenthums handelt. — Die Herren Broadhurst und Konsorten haben den auf dem letzten Trade» UnionS-Kongreß in Swansea gefaßten Beschluß, einen Int er- nationalen Arbeiter-Kongreß einzuberufen, behus» Ver- pänbigung über ein gemeinsames Vorgehen in allen die Arbeiter Jnter- essen berührenden Fragen in ihrer beliedlen Manier dahin ausgelegt, daß ste für diesen Kongr ß dieselben Zulassungsbedingungen aufstellen, die für ihre speziellen GewerkschaftS-Kongresse gellen, und ihn so auf daS Niveau eines Internationalen Gewerkschaft«- Kongresses herabgedrückt, natürlich in der edlen Absicht, die Sozia- listen entweder ganz mundtodt zu machen oder wenigstens von vorn- herein in die Minderheit zu bringen. Nun, wir haben von diesen Herren nichts anderes erwartet. Wa« aber gekennzeichnet zu werden verdient, das ist die Thalsache, daß da»„Proletarmt", das Organ der französischen Poss bil'sten, die fich auch revolutionäre Sozialisten nennen, aus H ß gegen die deutsche Sozialdemokratie mit hämischer Freude diesem Beschluß zu- jubelt, nur weil er nach Ansicht des Herrn Broosse den Belchluß des Et. Galler Parteitags zu nichte macht. Seine Privatranküne steht dem Herrn Höker als die Sache, der er— angeblich— dient. Gut. wir gönnen Um den billigen Triumph, zumal er nicht von langer Dauer sein wird. Wenn die Herren ihren Kongreß ausschreiben, wird es sich ja zeigen, welche Stimme bei den klassenbewußten Aibeitern aller Länder mehr G.hör findet: die der berufenen Vertreter der deutschen Arbeiter- Partei oder die einer Handvoll Pariser Intriganten. — Italien. Aus Mailand, den S. Januar, schreibt man uns: Werth« Genossen! Einen neuen Beweis, und zwar einen recht voll- »ichtigen, baß das Ungethüm des Sozialtsmus nun einmal nicht umzu- bringen ist, sondern von allen Schlägen mit verdoppelter Kraft sich er- hebt, haben die Herren Sozialifientödter gestern wieder einmal erhalten. In einer industriereichen kleinen Stadt in der Nähe Mailands hielt gestern der sostalistische Deputirte Costa einen Vortrag über„die soziale Frage". Es war eine Lust zu sehen, wie sie aus allen Himmelsrichtungen herbeigeströmt kamen, die als so überaus bigott verschri enen und that- sächlnh unglaublich verlllavten Land- und Jndustrie-Arbeiter des Olona- ThaleS, von Busto-Brfizio, Gallarate, Legnano, Varese»c. rc. Deputa- tionen waren erschienen außer auS den genannten näherliegenden Orten au« Mailand, Como, Novara, Pavia, Lugano und einigen Orten am Langensee. An 301)0 Personen füllten, Kopf an Kops gedrängt, den großen Saal der städtischen Kaserne in B u st o- A r s i z i o, mit gesvanntester Aufmerksamkeit den Worten Costa's lauschend. Seit den Tagen der Wahlbewegung im Frühjahr 1888 hat die„Italienische Arbeiterpartei" kein« so bedeutende Volksveriammlung mehr abgehalten. Beigeben« die Hoffnung ihrer Gegner, Recht« wie Linke, Psaffen wie Republikaner, daß der Schlag, den die Regierung im Juni 1886 gegen die Arbeiter- Partei gesührt, ihre Anhänger enlmuthigt und ihre Kraft für immer I«brochen habe. Der Kongreß in Pavia im letzten September, den die Partei trotz der über sie seitens der Regierung verhängten Auflösung abhalten konnte, sowie die gestrige Volksversammlung beweisen, daß die Partei lebt und binnen Kurzem voraue sichtlich stärker dastehen wird«IS je zuvor. Hier näher auf die Rede Costa'S einzugehen, ist jedenfalls überflüssig. Eosta gehört z r den gewandlcsten R.dnern des italienischen Pa>la-i-e»t« und hat auch gestern wieder seinem Rufe alle Ehre gemacht. In leiner eleganten, geistreichen und doch allgemein vei ständlichen WeUe besprach er in zweistündiger Rede und häufig von brausendem Beifall unter- brachen die Ursachen und das Wesen der kapitalistischen ProduktionS- »eise und die Nothwenrigkeit der Arbeiterorganisation zum Zweck der Besserstellung der Arbeiter, sowie als Vorbereitung für die Organisalion der neuen Gesellschaft. Sehr bemerkenswerth für Jeden, der die h-esizen Verhältnisse kennt, war der ungelheilte Beifall, welcher dem Redner zu Theil wurde, als er sich gegen die Zerstörung der Maschinen wandte «ü» die Inbesitznahme derselben durch die organistrten Arbeiter verfocht. Roch vor 1'/, Jahren, d.h. kurz vor Auflösung der Arbeiterpartei durch die Regierung, hatte in Folg« falscher Auffassung der durch die Arbeiter- »artei vertretenen Prinzipien eine tiefgehende Erregung unter den In- dustriearbeitern der Lombardei um sich gegriffen, welche Gewaltakte gegen Fabriken und Maschinen besürchten ließ. Darüber sind wir nun allem Anschein nach doch glücklich hinaus. Nach Schluß de« Vortrag« vereinigten fich etwa 100 Genossen zu «wer engeren Versammlung bei Speise und Trank, in welcher praktische Fragen der Organisation erörtert wnrden. Auch daS von der hohen Regierung verbotene Parteilied kam wieder zu Ehren. Das kleine Busto- Arsizio war wie im Kriegszustände von Soldaten und Mailänder Poll- eisten besetzt, und doch wagten die Hüter der„Ordnung" nicht, einzu- schreiten, als am Abend die Genossen in Massen zum Bahnhos« mar- fchirte«, die Straßen mit den brausenden Melodien des Partei-Gesanges «füllend. DaS„k'asoio Operajo* wird von nun an wieder regelmäßiger er- scheinen, da dt« vierwochentliche Ruhe im Dezember seine Kaste wieder einigermaßen gestärkt hat. DaS Preßwesen wird wohl leider noch lang« ein wunder Punkt für unser« Parteiverhältnisse in Italien bleiben müssen. Unsere Arbeiter sind zu arm, um ihre Press« wirk, am unterstützen zu können, und auS fich selbst kann hier kein Blatt bestehen, selbst wenn dies, wie«S beim„k'asoio Operejo" der Fall ist, unentgeltlich arbei- trnd« Ritarbeiter und Verwalter hat. H a n S. — Herr F. Gilles ersucht uns zu berichtigen, daß die seiner- zeit in der„Londoner Arbeiter- Zeitung" erschienenen Ar t-kel gegen Jen« Ehristensen nicht von ihm verfaßt geweiensind und auch nicht unter setner, sondern der Verantwortung der damaligen„Preßkommission des Eomm. Arb.-Bild.-V-reins" in die„Londoner Aibetter-Zeiiung" gelangt seien. In einem zweiten Brief,„Redaktion der Londoner Freien Presse" unterzeichnet, schreibt er uns unter Anderm:„Die Redaktion der„Lon- dvner Freien Presse" glaubte von dem Akle des schiedsgerichtlichen Ver- sahrens nur insoweit Akt nehmen zu müssen, wie dies das Interesse ihrer Leser erforderte." Danach fordert das Interesse der Leser de« ge< nannten Blatte», daß man fl- direkt belügt. Wemt si» und sein« Herausgeber damit einverstanden sind, so rst da» ihre Sache, wir haben kein« Lust, den„Sozialdemokrat" noch fürderhin mit einer Polemik zn belasten, bei der, wie Figur» zeigt, jede geile Verschwendung heißt. Korrespondenzen. Dessau, ü. Januar. Was das Ausnahmegesetz von 187« geholfen hat, das ist viel, sogar sehr viel. Vordem war das Interesse für die sozialen Fragen hier nur in den Köpfen einiger Fabrik- und Ziegelei« Arbeiter vertreten, doch war die Bewegung noch so schwach, daß, al» die AUentatshetze losging, Niemand sich zu regen wagte. So hatten denn auch die Arbeiter bei der Reichstagswahl 1878 von einem eignen Kandidaten abgesehen, trotzdem gab es Haussuchungen nach verbotenen Schriften, selbst bei Krankenkaffen-Vorständen wurde gesucht, aber nie etwa« gefunden: e« war eben auch nicht da, was man suchte. AlleS schien dm Schlaf der Gerechten zu schlafen. Aber im Jahre 1381 fing eS an zu dämmern, und wir vereinigten im I. anhaltischen Wahlkreis auf unseren Arbeiterkandidalen Bruno Geiser 348 Stimmen. Sogleich warm auch die Behörden bei der Hand, die Polizei fing an zu verdächtigen, es gab Vernehmungen auf der Polizei, und hierdurch auf die ver- botenm Schriften aufmerksam gemacht, wußten viele Arbeiter fich die« selben zu verschaffen, sanden an ihnen Gefallen und gewannen im ver mehr und mehr L-ebhab-r für dieselben. Es kämm Ausgewiesen« r ,S den belagerten Städten hier durch, und so lernten wir wieder wäh.» und bekamen 1881 KS? Stimmen. Das ließ den Herren, hauptsächlich unserem Polizeiinspektor Holzen- dorf, keine Ruhe, er wollte die Soiialdemokratie mit Gewalt ausrotten, und eS wurden— immer mehr. Er wollt« sich gern einen Orden ver- dienen und sich unsterblichen Ruhm erw-rben. und so sorgte er dafür, daß die Erkenntniß immer weiter um sich griff. Haussuchungm wurden in Masse vorgenommen, sogar in Fabriken, wo bekannte Arbeiter thätig waren. Bei Allem, wa« aesunden wurde, hieß es: Vorwärts mit I So wurden z. B. einigen Arbeitern Exemplare des früher in Berlin erschie- nenen„Neuen Sozialdemokrat" und des Leipziger„Vorwärts" fortge- nommen, ja selbst das Bildniß von Ferdinand Lassalle wurde von der Wand gerissen und gewaltsam entführt; Arbeiter wurden auf der Straße ab i«sargen, da ste von der Arbeit kamen, uno zur Polizei gesührt. Aas Befragen, warum und wofür, antworteten ihnen die Herren Gesetzes- büter:„Das ist unlere Sache, das Gesetz erlaubt uns das." Polizeilich« Vernehmunoen in Masse wegen Geheimbündelei und Verbreitung ver- botener Schrillen, Arbeitsentlaflung m waren die Zugabe, u. A. m. Die Antwort daraus war im Jahr 1887, daß wir 2078 Stimmen auf unseren Kandidaten Wilhelm Hasenclever erhielten. Zu be- merken ist, daß viele Gewerkschaftsversammlungen auf Grund des§ g de« Schandgesetzes verboten wurden. Gelegentlich einer Volksversammlung, in der Hasenclever seine Wahl- red« hielt, und die so stark besucht war, daß Hunderte von Arbeitern wieder nach Hause grhen mußten, ohne Einlaß zu finden, hatten sich unlr- Herren Ordnungslenker in ihrer wahren Größe gezeigt. Sämmt- liche Schl-tz eute mußt n vor dem Versammlungslokal Ausstellung nehmen, außerdem waren zu ihrer Deckung zwei Patrouillen Militär mit scharfen Patronen, meist ErnjSdrig« und Freiwillige, reqairirt, und aus dem Kasernenhof stand Militär bereit, das Vaterland zu retten. Doch der Liebe Müh war umsonst, die Versammlung konnte denen unsrer Muster- bürger als Vorbild hingestellt werden, Alles verlief in der größten Ord- nung. Wir thaten den Herren, die nach Blut lechzten, den Gesallen nicht, ihren H ldenmuth auf die Probe zu setzen. Jetzt stehen die Dinge hier so, daß es gar nicht mehr auffällt, wenn man denunzirt und hauesucht, es wird als etwaS Alllägl-chsS hinge- nommen. Kurzlich hatten sie ein kleines Mädch-n auf der Straße auf- gefangen und so lange gedroht und erpreßt, weil«s nicht sagen wollte, wo es hingehe und wa. es zu bestellen habe, daß das Kind Tage lang krank darniederlag. Jetzt ist man auf einen neuen Ausweg gefallen. Seit 1885 hatten fich Fachoerein« verschiedener Korporationen gebildet: diese sollten an Allem schuld sein und mußten daher ver'chwinden, und so sind denn sämmtlicheFachvereine ausgelöst wo>den. Nun. wir wollen sehen, ob unsre Weilen-ndlich das Richtige getroffen. Vorläufig fängt es auch tn den kleinen Orlen schon an, Licht zu werden, so daß wir bald vereint marichiren werden. Groß ist auch die Freude unsrer Geg« ver darüber, daß wir unIren W lhelm Hasenclever*) so jäh verloren haben. Der Verlust ist zwar schine'zlich für uns, aber auch diese Lücke wird sich wieder füllen, wir weisen nur aus das schöne Lied hin:„Sind Kämpfer euch schon viel gesallen, auf guten Boden fiel die Saat".tc. Er ist ein Oofer des Schand eletzes geworden, was wir beweisen, und an den Schandpsahl mit denj-nigen, die unsren Vorlämpser antasten wollen, denn da ist er unS zu lieb. Was die uns verbotenen Druckschriften anbetrifft, so ist uns im Februar 1387 ein in 40.000 Ex mplaren hergestelltes Flugblatt, welches noch aus dem Transpart von der Druckerei war, laut dem „Re>chs-Anz." verbo'en woiden, doch wußten wir uns per Eilgut«in Anderes zu ver ch>ffen, welches wir gewissenhast verbreiteten; es war das erste seit 1878. Selbst einize unsrer Schutzleute bekamen heimlich die Rocktuichen vollgestopft, mit der Bitte, uns de» der Arbeit behilflich zu sein, worüber sie sich nalü-lich sehr g-äraert haben. Auch die hier gelesene„Zhü i- ger Wald Post" und daS„Neue Volks- Blatt" aus Magdeburg sind vertoten worden, doch blieben die Leser unS treu, denn sie sahen, datz uns Unrecht geschehen»st. Die Herren mögen veibi. t-n, was sie wollen, es hilft nichts mehr. Unsre Sache hat tief Würzet» geschlagen. ♦) Wilhelm Hasenclever wurde in Preußen zur Zahlung von 15 0 0 Mark D äien veruitheilt, und hat in Anhalt, so viel mir bewußt, 800 Mark(?) bezahlen muffen. Auch hat ihm das Verbot der„Hamburger Bürger-Zeltung" große Sorge gemacht, was er mir sehr oft klagte. Erklärung. Der Maurer Emil März, Wiener str. 30, hat fich grober V.r.ehen, die wir zur ge l„n«ie» Zeit bekannt geben düifien, schuldig gemacht. Eo mögen daher alle Genossin vor dem unzuverlässigen Mann gewarnt sein.„• Berlin, im Januar 1888. Spreewacht. Briefkasten der Redaktion: Briek« und Einsendungen it. sind eingetroffen aus Berlin. London, Pari«. Zwickau.— K. in Leipzig: D>«„Münchener Post" ist ein Privatunternehmen V.'s, daS, wie wir hörten, mit Geldmitteln von bap.r schen V o l k S p a rteilern gegründet wurde. Für die Denkschrift erhalten: Einsendungen aus Altona, Basel(von Gr. noch nicht« erh.j, Bern, Marienburg, New- A ork(Grein), St. Louis(mangelhast fiankirt, daher Straf- porto.) der Expedition: Th. V. Castleford: Fr. 27 70 ä Cto Ab. K. erh.— A. P.nona: Fr. 5— Ab. 1. u. 2. Qu. u. Fr. 5 20 pr. llid«. dlv. erh.— Pfi'fitu«: Mk. 3 10 Ab. 1. Qu. erh. Bstllg. vor S Wochen an G. abg. nerst einer Rammer. die Sie übrigens nicht reklamirten.— F. Th. Caroage: Fr. 2— Ab. 1. Qu. u. Fr. 10— 5 Cto L-sekl. Pr«. erh. Bfl. Weiteres.— H. Fr. Zch.: 20 EtS. Porto« vergtg. erh.— Claus Groth: Bs«, v. 15/1. kreuzten. Sgrch. mit ML 50 80 gutgebr.— Rother Hahn: Adr. notirt. AvrstrteS erw.— Zoro» afler: sibd. dkd. erh.— Marius; Alles erb. Quttg. grnannte» Betnul siehe Bskst. 8. Quittung der Eingänge ab t4/l.(incl.) in Rr. 5. Anzeigen. Im Verlag der Mitgliedschaft deutscher Sozialisten Zürich erschien«E ist durch Unterzeichnet« zu beziehen: Ächt Opfer des Älajfenhasses. Leben und Sterbe« der verurtheitte« ßhicagoer ArveUerfüyrer. P r e i»: 80 Pf.— 40 Ct». Diese Broschüre enthält ein« Darst llung der amerikanischen Ach» stundenbeweg ung, der Heumarklo.> sammlung mit dem vom« beuurnrf, d-s Pcozeffcö, der Hinrichtung und des BegräbutsjeO der Chicago«» Arverter suhrer, sowie die Biographie sämmUiche» Verurthcillen. Bestellungen werden baldigst erbeten. BoNsbuchhandlung. Durch Unterzeichnete»st zu beziehen: Mar»«»erfolgt man uns! Zur Ratnrgeschicht« de« Sozialistengesetze«. 25 Ist John Kreis, Republik oder Monarchie? Beantwortet durch Thomas Paine'«„Gesunden Menschenverstand". 20 25 K. Krohme, Durch Nacht»um Licht. 80 40 —— Friedlich« Entwicklung oder gewaltsam« Um- stürz? 20 2» Porto und»ersandtspesen außer der Schwei»«n Lasten der Besteller. Zahlreichen und baldigen Bestellungen sehen entgegen V ollui baeUuuftdlwMl and Kxpedltlow de«„Honlaidemokrat44. Ho ttlncea• S ftr ich. Pnria D»« Verkehrslokal des I-eseelabn der deutaehes £ al la Sozialisten befindet sieh jetzt: M. Salat, oremier, 5 Rue des R o n n a i na-d' T 5 r es 5, woren die Oenossen Notiz nehmen wollen. Aentralniederlage sozialistischer Schriften in Amerika (Filiale der Volksbuchhandlung tn Hattingen) empfiehlt sich den Genossen in de« Vereinigten Staaten zum Bezug aller sozialistischen Literatur. ES wird zu denselben Bedingungen geliefert wie von d« Schwei» ml» Man schreibe für Kataloge an: A. Höhne, New- York, 184 William Street care of„New- York Volkazeitung" Gchseiz. 0«n»sie»schast»b»ch»racker«t Hottl»z:a-zkrlch. € h f« Ol lo